Michael Newton

Die Abenteuer der Seelen
Neue Fallstudien zum Leben zwischen den Leben

Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt
von Manfred Janscn

Edition Astroterra

Titel der .uncri..lu.ni~~hcn Ori\l:inJ.Ialßgabe: D c J r 1 n )' o/ .\ o u ls. :\· r ;.:· Cd >r S I u J i e > 11 f
/. tf t' Hc r ;.:· t t n L 1 t· t I C.opyri~ht © 100:l h~· Dr. Mich.acl Newton I hcr.IU~gcgchcn Hln
llcwcll~·n l,uhlicatinns, W" oOObur}, MN 551.25, USA. www .lle\\·dl~ n.l:tlm

Copyright ID2001
Edition Astrodata, CH-8907 Wcttswil
Alle Rechte vorbehalten

J., neu durchgesehene Auflage 2013
Druck: fgb · freiburger graphische betriebe· www.fg:b.de

Ti t c I b i I d: Ligcnz/Mondex (Vorl.a~r: J. Pcrry, Srich

no~ch Willi.am Blakr:

·0. wie träumte ich nm unmoglichcn Dingen•, huntispi7. 7.U Gottfried
August Bürger) •Lcunora•,l.ondon 17%, Hriti~h Museum. (;ß.J.ondon)

ISBN 978-3-907029-71-8

Dieses Buch widme ich meinem V:uer J o h n H. N c w t o n, der mich
\"On klein auf mit seiner Liebe zum journalistischen Schrc-ihen beeinflusste, und meinem Sohn Pa u I, der mir dann in späteren JahrL·n mit
seinem Humor und seiner UntersrÜt7.ung eine grosse Hilfe war.
Dank gebührt meiner Frau P c g g )", die mir bei der Vnrhercitung dieses Buches zur Seite stand und llundcne von Fallstudien mit mir
durchge~a.ngcn

ist. Ein besonderer Dank auch an No r a h N c w t o n

Mayper, John Fahey, Jacqucline Nash sowie Gaq· und
S u s an A an es fi.ir die Durchsicht des Manuskripts, und natürlich
an meine Lektorin Relacca Zins.
Ausserdem müchte ich all jenen Leserinnen und Lesern meine WL·rtschät7.ung hekunden, die seit der Veröffentlichung von ·Die Reisen
der Seele• im Jahre 199-t Kontakt mit mir aufgenommen hahcn. Ihre
Versicherungen, wie viel ihnen die Entdeckung und Kenntnis des Jenseits bedeutet, hat mich schlicsslich bewogen, sie noch einmal auf die
andere Seite der Zeit zu entführen.

Inhalt

Einführung

II

KAPI-(El I

Die geistige Weh

Jl

K.\PITJL2

Tod, Trauer und Trost
Vcrleu~ncn

]4
]4

und Annc..·hrncn

Therapt.•utische Techniken dC'.- Scdc

!l

Wie Geist'\VCSC'n Ve.-bindung mit Lebenden aufnchmc..·n . .

18

Körperliche 8....rührunj;

·-························

...................

28

PC'rsonlfi7it'run); mi1 Gt~tn)lindcn

))

\\'ieJcrcrkennun~

im Tnum
ÜhcrUaj:!ung durch Kinder .....
K.un1.1k1e in \'crlrJuter Um~ebung
1~.-cnu.lc

"n

....... .

""

als Boten ................ - ............ _

Engel oder andere

himmlis~o:hc

Gastgeber ............. .

J:::motionale 1-:rholunF; von Scc.:lcn uuJ I Iintcrbllebencn

j

c

j j

mit gelit:btcn Menschen .. _....... _
KAI'llt.l)

Erdgebundene Geister

·--·······················-·······-··

Astraleheneo

--·····--···-···-··· ..

Naruq~ei!iter

Gespenster

...................................
__

,,_

'criJSHn( Seele
Sririrucllc- Du.alirH

Kü.--perlose Wesen

7.U

Besuch auf der Erde

K,\I'I'II:.L 4

Spirituelle Wiederherstellung der Energie
Scclcncncq;ie .. _
nn.-.nal~rwcisc

6C
6I
6)
67
7)

77

Dämonen oder l)cvas

:am 'l'or

·---·-

l8

••

St"dcn in Absun.Uc.--ung

un~

,_

................................ ------·······-·············

l)i~

Was

···-•·"''"'''''''"

lN

crw:artct ·····-

..

86

86

NotfallhehandlunK oun Tor

87

F.rholungsbc-rcichc- für we-nig in Mitleidcnsch.:aft
ge7.ogenc Seelen
__ ..... ___ ....... _... _... _........... _.

90

Erholun~~berciche

für s..::hwcr in Mitleidcnsch.:aft
gezogene Seelen ___ ... _.
_... _..
_...... .

·-

Seelen der Einsamkeit ......... .
Ene-rgieheilung
H~il~r

:~.uf

I "'

106

der ErJc- . _

des me-nschlichen Kiüpen

IC6

Heiler de-r Umwe-lt ·······················-----·····

Seelenteilung und

Wicduvereini~ung

II~

112

..

116

Dir Jrei Sutionrn
KAPITr.L

9]

5

Seelengruppensysteme

/]I

Die Geburt einer Seele ....... .

121

Spirituelle Rahmenhc-dingungc-n ······-··-·······-·

128
IJ0

frinnc-rung ·············-···············--··-···
Ge mr in 51: h.a ft 51 entre n

IJ1
I J7
JJ]

KlHHnr~umc

Oie- 8ibliothck Jn l.cbcnshüc-hc-r
s~lbstmord

Sicht der ~c-isti~;en Welt
WB ein Blick in unser Lebensbuch bewirke-n bnn
JUS

JJ5
14R

I 58
Gcistwc~en

l;uben Jer Besuche-r in der Gruppe
~1c-nschlichc- Aur.1 \·er~u~ Stelc-n.aun
Spirituelle f.arbmeditationen

161
161
168
169
170

Beispiel e-iner hrhmeJiu.tion ·····-······
f-ormen Jer l::ncq;icfarbcn ·-···-

171
/7J

Farben der

................................ _....... .

Die MiHhung Jcr Fubrn in der Seele-ngruppe

Klinge und spirituelle Namen

/76

Arbeiugruppen der Seele

178

K.-\PITI:L 6

Der Ältestenrat

187

Die Angst des Menschen \"Or
Der Rahmen für die

Bcurteilun~

Beurreilun~

unJ Strafe

dc:or Seele ........... _

187

189

197
Zeiche-n und Svmbole ...... _. _..
_.......... _
107
Oie .. Gegrnwänigkcit..... - .......................... . ]]J
Die Kette .,;önlichcn Einflusse~
227
Wie ein Treffen mit dt.·m Rat ,-erarbeitet wird
1JC
Erscheinungsform und Zusammcnsc:otzung des Rau

KAI'ITI L 7

Die Dynamik der Gerneinschaft
Seelengefährten ................. , .... __ ... ,.
Prim~re

Seelcngefihrtrn

lhgleitcrsc-clcn

......................... .

ABoziierlc Seelen

236
. .. 136
. .. 2 oiC
141
241

..........

Verbindungen ;twi~chen spirituellen und
men!iichlichen F3milien _..... ..
.. ....................... ..
Wiedervereinigung mir Scclrn. die uns w-ehgcun habt•n ............ 1 j 4
lntenktion 7-w-ischen Seelengruppen ................................. 260

26J

Freizeitakti\-·iräten in der geistigen Weh
Zeit Jcr ~lusse

163
164

............................. .

26J

Ruhr unJ Erhvlung Jur'h FinHmkrit
Ruhe unJ F.rhvlung duHh Aufcnthllt J.uf der Frdr

-........ 166

Die Seh.affung irdiHhcr Sicdlun~cn
Tiencelcn ........................................ ..

167
169

Der Ort Jcr TrJ.nsfurmuion

llJ

T.an1, Mu\ik und Spiel

1n

KAPITI:.I. H

Die Seele und ihre Weiterentwicklung .......................... .

2SJ

.Ex a mc n !ii7-ei r

... lS j

In der Mittelstufe

... 281

Spezi01.lisierung ..................................... , ..... .

2/J'J

lehro für dir 1\lrinsu·n

189

Ethiker ....................... .

291

D i c lbrmoni)icrer Jrr Srclc ........... ..
J) i t Meister Je, F:nt""·urh ......... ..

196
299

3C7
KAPITI:.L ~

Ocr Kreis des Schicksals
Wir -werfen einen Blick auF unser 7.ukünfligcs Leben

JI6

JI6

Zeitlinien und die W3hl des Körpers ............... .
Die Meister der Zeit .....
Ocr- freie Wille

32j

.. _

Jl9
))9
Die Seelen der Kleinen .................................................. .
Der \"erluit eines Kindes .................................................. 339
Eine ntur P.arrncrs,h.lft -'""'iHhcn Körrcr unJ Seele ................. )41

KAPIT!:.L

I0

Unser spiritueller Weg

. . . .. . . . . . . . . J j 0

Einführung

wt' r

d ;:. 'i r?

Wozu sind wir hier? Wohin J:;Chen wir? Mit meinem 1994 erschienenen ersten Buch Jot;R:'\11-.Y OF SOULS fdic deutschsprachige Ausgabe ist
1996 in der Edition Astroterra unter dem Titel 011'. RH SI-:\: UI:R SEELE. KAR~11SCHl:. FALLSTL:IHE:'\1 erschienen] wollte ich auf diese uralten Fra~en der Menschheit Anrworten geben. Immer wieder wurde mir bescheinigt, dass die Lektüre des
Buches zu einem spirituellen Erwachen des inneren Selbst führe, da der Leserschah
niemals ZU\"or derart einleuchtend dargelegt worden sei, was es mit dem Leben in
der geistigen Welt auf sich hat. Des W(.·itcren bestätigten mir meine Leser, dass ihnen das Buch im tiefsten Inneren die Gewissheit vermittelt habe, dass die eigene
Seele den körperlichen Tod überlebe, und es zeige, zu welchrm Zweck wir :luf die
Erde zurückkehren.
Nachdem das Buch in Druck gegangen und in \'icle Sprachen überset7J worden
war, erhielt ich immer wieder Leseranfragen aus der ~anzen Weh, in denen ich um
ein zweites Buch v;ehcten wurde. Geraume Zeit konnte ich diesem Ansinnen nichts
abgewinnen. Während meiner ersten r=orschungsjahrr war es schwierig gewesen,
das Material für eine derart umfassende Srudic zum Thema Unsterblichkeit der
Seele zusammenzustellen, zu ordnen und schliesslich in Buchform zu bringen. f-ür
mich war- meine Auf~abe damit erlcJi~t.
In der Einführung \'On DIE REISEN DI'.R SEE I F. gebe ich einen Überblick über
meinen Hintergrund als traditioneller Hypnothcrapeut unt.l schildere meine Skcr·
sis, die ich bei der Verwendung von Hypnose im Rahmen metaphysischer Rückführungen empfand. Im Jahre 19 ... 7 hypnotisierte ich als f-ünf?Chnjähriger meinen
ersten Kliemen. Damit gehöre ich definitiv zur alten Garde, nicht zur New-AgeBewegung. Daher war ich sprachlos, als ich bei der Arbeit mit einem Klienten unabsichtlich das Tor zur geistigen Weh aufsriess. Nach meinem Eindruck glaubten
die meisten Reinkarnationstherapcuten, unser Lehen zwischen den Leben sei nur
so eine Art nebulöses Zwischenstadium, das bestenfalls als Bindeglied von einem
Leben 7.um nächsten zu betrachten wäre. Bald wurde jedoch klar, dass ich mich
selbst auf den Weg machen musste, wenn ich herausfinden wollte, wie man Zugang
zur Erinnerungsfähigkeit eines Klienten erhält, um erwas über das Sein an diesem
geheimnisumwitterten Ort zwischen Jen Lehen in Erfahrung bringen zu könnt.•n.
Nach weiterer jahrelanger forschungstätigkcit sah ich mich schliesslich in die Lage
versetzt, ein plausibles Modell der geistigen Weh herauszuarbeiten, und ich erkannte, welchen therapeutischen Wert dieser Prozt.·ss fiir c:incn Klienten haben
kann. Meinen Erkenntnissen gemä.ss spielte es keine Rolle, ob es sich bei dem Betreffenden um einen Atheisten, einen tief religiösen Menschen oder einen AnhänSI t/

/1

ger eines philosophischen Systems handehe - alle Berichte wiesen erstaunliche
Übereinstimmungen Juf, sobJid sich meine Klil·nrcn im überbewussten Zust.md
der Hypnose bdanden. Aus diesem Grund wurde aus mir Jas, was ich mit dem Be~riff •spiritueller Reinkarnationstherapeut• bezeichne, also ein Hypnothcrapeut,
der sich auf das Leben nach dem Tod spezialisien hat.
Dll· Rt·.ISH'' tn.R St·.l-11· ~ollten Jer Üffcmlichkcit ~runt.llegenJc lnform.uionen liefern, was es bedeutet zu sterben und ins Jenseits hinüber zu w(.·chscln, und
zwar anhand klar geordneter Ereignisketten. Wer uns abhoh, wohin wir ~ehen und
was wir als Sede in Jer geistigen Welt tun, bevor wir unseren nächsten Körper für
eine neue Inkarnation auswählen- allJaswar auch Gegenstand Jes Buches. Es war
als Reisebericht konzipien, als Reisebericht durch die Zeit, wobei ich mich meiner
f-allstuJien bediente, die aus der Arbeit mit Klienten hervorgegangen waren, die
mir über ihre Erfahrungen zwischen früheren Leben herichtea·n. Mit DIE REISE:"
DER SH.I.E habe ich nicht einfach nur ein weiteres Buch über Reink.un.uion \'Orgclegt, sondern Neuland betreten, was die metaphysische forschung anbelangt ein Gebiet, das bis dahin praktisch noch nie durch Hypnose erforscht worden war.
Zwischen 1980 und 1990, als ich nach einem plausiblen MoJdl für Jas Lehen
zwischen den Leben suchte, war kein Platz mehr in meiner Pr.1xis für die J.ndl·ren
Spielarten der 11 ypnotherapie. Je mehr f31lc ich in meiner Praxis studieren konnte,
desto stärker wurde ich \'On Jen Geheimnissen der geistigen Weh in Bann geschlagen. Als Ergebnis sah ich die Stichhaltigkeit und Seriosität meiner früheren Forschungen bestätigt. Während die Jahre vergingen und ich mich eingehend der Erf<Jrschung der geistigen Weh widmete, arbeitete ich praktisch im Verborgenen, und
nur meine Klienten wussu.·n etwas von dieser Tätigkeit, alll·rdings nur, wenn es sie
selbst oder ihre Freunde betraf. Ich machte sogar einen weiten Bogen um esoterische Buchhandlungen, da ich eine potenzielle Beeinflussun~ durch andere Autoren
ausschliessen wollte. Ich bin übcr:r.eugt, JJ.ss es ri~.:htig war, freiwillig in die Isolation zu gehen und mein S<:hweigen nicht 7.u brechen.
Als ich Los Angdes \'erliess, um mich in den Bergen der Sierra Nev.tda niederzulassen, wo ich mit Jcr NieJcrschrift meines ersten Buches begann, hoffte ich, ein
ruhiges Leben in Anonymität fühn:n zu können. Das sollte sich jedoch als Illusion
herausstellen. Nach Veröffentlichung meines Buches erhielt ich über meinen amerikanischen Verlag eine Flut von Zuschriften. Ich bin Llewellyn Public.uions 7.U
grussem Dank vcrpnichtet, Ja Jcr Verlag es mir durch seine Aufp;eschlossenhc:it
und seinen Mut ermöglicht hat, mc.·ine f-orschungsergcbnissc der Öffentlichkeit
vorzustellen. Sehr bald nach dem Erscheinen des Buches ging ich auf Vortragsreise
und gah für Rundfunk- und Fernsehsender Interviews zum Thema.
Die Leser verlangten nach weiteren Ein:r.clhcitcn J.us Jer geistigen \\'eh und bedrängten mich, falls vorhanden, weiteres Forschungsmaterial vooulegen. lh
konnte ich nicht mehr Nein sagen. denn es gab in der Tat umfangreiches unverüffendichtcs Material, Jas ich Jer Lcsc.•rschaft bislang Jcshalh nicht h:mc zumuten
wollen, weil ich eigentlich ein unbekannter Autor war. Trotz der Tats.1che, dass d.Js
Publikum Dtt-. RFISF.:'\; DER SEELF. als :mre~ende Lektüre empfunden haue, wcill

Linführun!:

~me

ich mich aber zunächst, einen Portscn:ungsband zu schreiben. Ich überarheitere da.s Buch aber für die fünfte Auflage, um dem Wunsch nach mehr Klarheit bei
bestimmten Themen Rechnung zu tra~en, und es kamen J.uch cini~~..· er~.ännnde
P~ssagcn hinzu. Doch es schien immer noch nicht <tU reichen. Woche für Woche erreichten mich unzählige Briefe meiner Leserinnen und Leser, und imm1..•r standen
ha~en ;rum leben nach dem Tod im Vordergrund.
Die Leute fanden schlicsslich herau~, wo ich wohnte, und so erklärte i~..·h mich
Jann bereit, meine Praxis in begrenztem Umfang wieder zu öffnen. Mir fiel auf,
dJ.Ss jetzt mehr Seelen zu mir kamen, die schon weitl'r fortg,eschritten waren. Da
ich mich bereits halb im Ruhestand befinde und nicht mehr so viele Klienten wie
früher annehme, ist meine Waneliste ziemlich lang geworden. Das hatte zur Folge,
d.tss ich nun weniger mit jungen Seelen arbeite, welche Krisenzeiten zu meistern
ho~ben, sondern mehr mit jenen, die in der Lage sind, sich in Geduld <tu üben. Dabei handelt es sich um Menschen, die den Sinn bestimmter Themen zu cntschlüss.eln versuchen, indem sie sich ihren Erinnerungen an die ~eistige Welt öffnen, um
sich besser auf bestimmte Ziele im Lehen einstellen zu können. Viele meiner Klienten sind selbst Heiler oder Lehrer, die kein Problem damit haben, mir zusätzliche
Informationen über ihr seelisches Leben zwischen ihren einzelnen Inkarnationen
anluven rauen. Ich hoffe, ihnen im Gegenzug auf ihrem Lchen§weg behilnich gc.
wescn zu sem.
Trotzdem blieb in der Öffentli~..·hkeit der Eindruck hc.:stehen, dass ich bislang
nicht meine gesamten Geh<.·imnisse preisgeg4.:hen häue. Schliesslich machte sich h1..·i
mir ein Gesinnungs"•andcl bemerkbar, und ich üherh:gte, wit· ein .,_,...-eites Buch in
An~riff zu nehmt•n wäre. So entstand schlicsslich das vorliegende Buch I>Jr.
ABE~TEUI-_K DFR SII-.l.EN. für miL·h war mein Erstling eine Pilgerfahrt durch die
11:eisrige Weh auf einem breiten r=luss der Ewi~k.cit. Di(.• Reise nahm an der Mündung dc.·s Flusses im Moment des physischen Todes ihren Anfan~ und endete dort.
v.·o wir in einem neucn Körper wiederkchnn. kh war zur Quelle stromaufw;irts
gefahren, zumindest so '\\'cit, wie mir Jas möglich war. Daran hat sich his heut(.'
nichts geänden. Kein Mensch, der nach wie vor inkarni1..•n, scheint die Eihigkeit zu
besitzen, mich weiter als bis zu diesem Punkt zu führ1..·n, auch wenn die Erinnerung
Jaran, dieS(.' Reise schon unz:ihligc t\.'fale unternommen zu haben, in jedem vun uns
abgespeichert ist.
DIE ABE~TEL:LR DER Snt F:N nun soll Jen Reisenden auf seiner zweiten
Flussfahrt begleiten, wobei wir auch Abstcchc.•r zu den wi~..-htigsten Zunüsscn unternehmen werden, um uns intensiver mit bestimmten Einzelheiten 7U bes~.:häfti­
gcn. Während unst•rcr gemeinsamen Reisen möchte ich in diesem ßand mehr ühcr
die vcrhorg1..·ncn Aspekte des Weges l'llthüllen, damit die Leser d:ts Thema aus dem
Gcsamtzus.1mmcnhang heraus angehen können. Oieses Ruch pr:iscmien sich als
themenbezogenes Werk, ni~.:ht so sehr als chronologische Schilderung von Abfolgen und Örtlichkeiten. Ich lasse deshalb die Zeitrahmen der normalen Seelenbewegung zwischen den verschiedenen Orten in der geistigen Weh einander ühcrl:tppen,
um diese Erfahrungen vollständig analysieren zu könnm. Darüber hinaus wollte
/J

ich die Leserinnen und Leser in die Lage \'ersetzen, idenlische Elemente des Seelenlebens im Rahmen der Fallstudien von verschiedenen Warten aus zu l>etrachten.
Du: AIU.~•.nn.:ER DER SEELE:-..= möchte dazu beitragen, dass die interessierten Leser einen umfassenderen Eindruck davon erhaben, wie unglaublich geordnet und
durchstrukturiert es in der geistigen Welt zum Wohle der Menschheit zugeht.
Ausserdem war es meine Intention gewesen, diesen zweiten Ausflug in die
Wunderweh der Spiritualität frei von der Leber weg :r.u erzählen, sodass auch der
unerfahrene Zeitgenosse diese Reise gcnicsscn kann. Wer sich zum ersten Mal mit
meiner Arbeit beschäftigt, findet im ersten Kapitel eine zusammenfassende Schilderung dessen, was ich über unser Leben zwischen den Leben entdeckt habe. Möge dieser Kurzüberblick zum besseren Versrändnis der nachfolgenden Kapitel beitragen und \·ielleicht die Leser, die dies noch nicht getan haben, sogar animieren,
auch mein erstes Buch 1.ur Hand zu nehmen.
Wenn wir uns im Folgenden also gemeinsam erneut auf den Weg m.1chen,
möchte ich all jenen für die harte Arbeit danken, die mir ihre U merstÜt7.ung zuteil
werden Ii essen. Ohne sie wäre es mir nicht möglich gewesen, die Pfonen zur geistigen Welt im menschlichen Geist zu öffnen. Erst durch diese Kontakte ist es mir in
Verbindung mit der Einwilligung vieler Geistführer - cinschlicsslich meines eigenen- gelungen, die Kraft aufzubringen, Jas vorliegende Buch zu Ende zu schreiben. Ich empfinde es als persönliche Gnade, als einer der Baren zur Übermittlung
dieser bedeutsamen Arbeit ausgewählt worden :tu sein.

/4

KAPITEl

I

Die geistige Welt

fm

:1 a g i' 11 b /1 c k H 11 s c rc s Todes verlässt die Seele den Körper. Wt·nn es sich
um eine ältere Seele handelt, die bereits in früheren Leben .Erfahrun~;en sammeln
koruuc, spürt sie so(ort, dass sie nun frei ist und nach Hause 7.urückkchn. Gereifte
Seelen wie diese brauchen niemanden, der sie bcgrüsst. Die meisten Seelen, mit Jenen ich arbeite, werJ.en jedoch von einem Führer unmittelbar ausseehalb der irdischen Astralebene abgeholt. Eine junge Seele oder ein verstorbenes Kind kommt
sich unter Umständen ein wenig verloren vor, bis jemand sich den irdischen Sphären nähert. Es gibt Scck·n, die noch eine Zcillang am Schauplatz ihres Todes verharren. Die meisten 9.-·ollcn jedoch sofort weg. Zeit ist in der ~cisti~cn Welt bedeutungslos. Vcr~torbene, die sich dafür entscheiden, trauernde Hinterbliebene zu
trösten oder aus anderen Gründen eine Zeitlang Jon ausharren, wo sie gestorben
sind, erleben keinen Zcitverlus[. Im Gegensatz zur linearen Zeit wird sie für die
Seele zur Jetztzeit.
Je weiter sich die Seele nm der Erde entfernt, desw deutlicher spürt sie ein zunehmend heller werdendes Licht um sich herum. Die eine oder andere nimmt
kurzfristig eine gräuliche Dunkelheit wahr und hat den Eindruck, durch einen
Tunnel oder ein Portal hindurchzutretcn. Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen hängen davon ab, wie schnell die Seele sich entfernt, was wiederum mit ihrer
Erfahrung in Zusammenhang steht. Je nach Reifegrad der Seele und ihrer Fähigkeit
zu raschem Wandel, erlebt sie die Anziehungskraft des führcrsals sanft oder kraftvolL Beim Austritt aus dem Körper spüren alle Seelen anfänglich so erwas wie eine
•leichte Bewölkung• um sich herum, die sich jedoch rasch auflöst, sodass sie nun in
der Lage sind, den Blick in die ferne zu richten. Das ist der Augenblick, in dem die
normale Seele eine geistartige Energieform wahrnimmt, die auf sie zukommt. Dabei könnte es sich um einen oder 7.wei uns in Liehe 7.ugetane Seclengefährten handeln, doch häufig handelt es sich um unseren Gcistführer. In Situationen, in denen
wir von einem \'erstorbenen Ehegauen oder freund begrüsst werden, ist auch unser Geistführer ganz nah bei uns, und alle können uns im Übergangsprozess helfen.
Während meiner gesamten Forschungstätigkeit ist mir kein einzi~er Klient untergekommen, der von einem Religionsstifter wie Jesus oder Buddha in Empfang genommen worden wäre. Das licbe\'olle Wesen dieser grossen Lehrer steckt jedoch
auch in den uns zugeteilten persönlichen Führern.
Sobald sich die Seele wieder auf den Ort eingestellt hat, den sie als ihre Heimat
empfindet, hat sich ihre Erdhafrigkcit gewandelt. Wir haben es nun nicht mehr mit
crwas zu tun, das- wie wir uns ein menschliches Wesen vorstellen- mit bestimmten emotionalen, L"harakterlichen und körperlichen Merkmalen ausgestattet ist. So
/)

betrauert diese Seele beispielsweise nicht in dem Sinne ihren ei~enen Tod, wie das
Hinterbliebene tun. Unsere Seele ist es, die uns auf Erden zum Menschen macht.
doch ohne unseren Körper gehören wir nicht mehr Jer Gattung 1/omo 5apr,·ns an.
Oie Seele ist von solcher Erhabenheit, die sich jeder Beschreibung ent7.ieht. Mir gefällt Jie Vorstellung, Jass es si.:h bei der Seele um eine intelli~ente Lichtform ,·on
Energie handel[. Unminelb3r nach dem Tod fühlt sich die Seele anders, da sie nicht
mehr in einem Körper steckt, der über Gehirn unJ Zemralnen:ensystem verfügt.
Manche Seelen brauchen länger als andere, um sich darauf einzustellen.
Die Energie der Seele kann sich wie ein Hologramm in gleiche Teile aufspalten.
Sie ist in der Lage, sich gleichzeitig in verschiedenen Kürpern aufzuhalten, auch
wenn dies wesentlich weniger häufig vorkommt, als beschrieben wird. Doch da jede Seele über duale Fähigkeiten nrfügt, bleibt immer ein Teil unserer Lichtenergie
in der geistigen \'(le/t zurück. Deshalb ist es möglich, dass man die eigene Mutter
triHt, wenn man gerade aus einem Leben zurückkehrt, auch wenn sie hcreits vor
30 Jahren verstorben ist und h,·rcits \Viedcrgeboren '\\""Urde.
Die Orientierungsphasen mit unserem Führer, die wir durchlaufen. bevor wir
mir unserer Clusccrgruppe zusammenkommen, sind von Seele zu SC'clc ,·crsl·hicdcn
und unterscheiden sich auch je nach gelebtem Leben für die einzelne Seele. Es ist
di,•s eine ruhige Phase, in der wir die Möglichkcic erhahcn, mir den Enttäuschungen, die wir im eben vergangenen Leben erleiden mussten, fertig zu werden. Die
Orientierung ist als eine Art Einsarzbcsprechung gedacht, wobei unsl·re t·infühlsamcn Geistlehrer den Ursachen sorgfältig auf den Grund gehen.
Die Dauer dieses Treffens hängt davon ab, was \vir im Hinblick auf unseren Lebensvertrag erreicht oder versäume haben. Ausserdem betrachten wir bestimmte
karmische Themen gemeinsam, wenngleich diese innerhalb unserer eigenen Clustergruppe erst später eingehender besprochen werden. Oft ~·ird die zurückkehrende Eneq~ie einer Seele nicht unmittelbar in ihre Seelengruppe zurückgeschickt. Dabei handelt es sich um Seelen, die \·on ihrem physischen Körper verunreinigt wurden und in Übeltaten verwickelt waren. Es gibt einen Unterschied 7.wischen
Untaten, hei denen nicht von vornherein die Absicht bestanden hac, jemanden zu
verletzen, und absichtlich begangenen Verbrechen- Es wird genau unterschieden.
bis zu welchem Grad anderen Schaden zugefügt '\\""Urde und oh offene r-cindscligkeit Jahintersteckte.
Eine S«le, die in Verbrechen verwickeh gewesen ist, wird an spezielle Orte ver·
bracht, die von manchen Klienten als •Intensivstation• bezeichnet werden. Dort,
so habe ich in Erfahrung (:':ebracht, wird Jil· Energie dieser Seele umgewandelt, Jamit sie wieder ganz werden kann. Je nach Art des Vergehens könnten diese Seelen
sehr schnell wieder auf der Erde inkarnieren. Es kann gut sein, dass sie sich in ihrem nächsten Leben als Opfer für die verbrecherischen Taten anderer zur Verfügung stellen. Wie dem auch sei, wenn eine solche Seele im Laufe einer ganzen Reihe von Leben immer wieder besonders grausame Taten begangen hat, lässt sich in
diesem Fehlverhalten ein Muster erkennen. Eine solche Seele könnte: für lange Zeit
zu •spiritueller Einzelhaft: .. \"erurtcilt werden, die in irdischen Zeiträumen gemcs16

li.'riTr:

I - IJicgci~tigc\'l(;'c-h

senüber IOOOjahre dauern kann. F.s gibt eine Richtschnur in der spirituellen Wclt,
derzufolge schlimme Taten, seien sie absiehdich oder unabsichtlich begangen worden, von allen Seelen in einem zukünftigen Leben irgendwie wiedergutgemacht
werden müssen. Dabei handelt es sich weniger um Dt·stralung ndt•r Dussl\ sondern
vielmehr um eine Möglichkeit für karmis,hes Wachstum. Es gibt keine I lölh: für
die Seele, abgesehen vielleicht vom Leben auf der Erde.
Das eine oder andere Leben war so schwierig, dass die Seele bei ihrer Rückkunft
sehr müde ist. Trov. des Prozesses zur Energiecrneuerung, der \"On unseren Geistführern eingeleitet wird, die an der Schwelle zur geistigen Welt ihre Energie mit der
unsrigen verbinden, ist es gut möglich, dass unser Energiehaushalt geschwächt ist.
ln solchen Fällen sind statt Feierlichkeiten Ruhe und Einsamkeit angesagt. Viele
Seelen, die Ruhe brauchen, erhalten Geleg.enheit dazu, bevor sie sich mit ihren
Gruppen wieder \'ereinigen. Ob unsere Seelengruppe ausgelassen feiert oder in gedämpfter Stimmung ist: Stets wird Rücksicht darauf genommen, w.1s wir während
der Ieuten Inkarnation durchmachen mussten. Alle Seelengruppen hcisscn ihre
Freunde auf ganz individuelle Art willkommen, aber immer mit sehr viel Liebe und
1-"reundschaft.
Nach Hause zu kommen, ist ein freudevolles Zwischenspiel, insbesondere wenn
wir im vorherg.ehenden physischen Leben wenig karmischen Kontakt mit unseren
engsten Seelengelähnen hanen. Die meisten meiner Klienten berichten, dass sie bei
ihrer Rückkehr mit Um.umungen, Gelächter unJ viel Humor empfan~en werden,
was für mich rypisch für das Leben in der geistigen Welt ist. Die wirklich überschwän~lichen Gruppen, die ausgedehnte Feierlichkeiten lür die zurückkehrcnJe
Seele geplant haben, lassen zuweilen alles stehen und liegen. Einer meiner Klienten
schilderte seine Rückkehr folgenJermasscn:

NtJch mt•im:m h·rz.tt•n Lt•bt•n gab meint• Gruppt• eim• Party fiir mich, u:it• ich
noch keine erlebt hdbe: ,\{usik, \t'ein, T,mz und Gesdng. Allt·s t•rinnerte an ein
klassisches rOmisclu:s Gelage mit MilrmorhtJ/h·n, Togasund a/1 den t·xotiKht'''
Gegenständen, an die .._,;r in unseren vielen früheren Leben in der Antike geu:öhnr '<i.'ll.ren. Melissa, eine meiner u:ichtigsten Seelengefiihrtinnen, '<i."tJrtele
auf mich in der ersten Reihe und präseneierte sich in dem Alra, in dem sit• am
entzückendsten aussah und vor Lebens[re11de nur so sprühte.
Seelengruppen umfassen im Durchschnitt drei bis 25 Mitglieder, wobei der Durchschnitt 15 beträgt. Zu bestimmten Zeiten möchten Seelen aus den benachbancn
Seelengruppen miteinander Verbindung aufnehmen. Daran sind häufig auch ältere
Seelen beteiligt, die in anderen Gruppen viele Freunde gewonnen habt·n, mit denen
sie in Hunderten \"Oll \·eq~angenen Leben Beziehungen eingegangen sind.
Etwa 7.chn Millionen Fernsehzuschauer haben die 1995 von Paramount prod.uziene Show mit dem Titel ·Sightings• gesehen, in der auch über meine Arbeit berichtet wurde. Wer die Sendung gesehen hat, erinnen sich vielleicht an eine meiner
Klientinnen namens Colleen, die über eine unserer Sitzungen berichtete. Sie beschrieb ihre Rückkehr in die ~eisti~l· '&'dt im Zuge eines frühcrL"n Lebens und fand
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sich im 17. Jahrhunden wieder, wo gerade ein spektakul3rer Kostümball in vollem
Gan~t· w.a.r. Sie erblickte über 100 Menschen, die gekommen waren, ihre Rückkehr
zu ft!'iern. Zeit und On, die sie sehr geliebt haue, \\"Urden pompös reproduziert, sod.tss Colleen ihren Erneuerungsprozess stilvoll heginnen konnte.
Die Rückkehr nach Hause kann also auf zweierlei Arten stattfinden: Emwedcr
kommt es am Tor zu einer kurzen Zusammenkunft zwischen der zurückkehrenden
Seele und wanenden Seelen, die dann den Plan·. frei machen für einen Führergeisr,
der dem Heimkehrer bei der ersten Orientierung behilflich ist. Häufiger ist es jedoch so, dass Jas Empfangskomitee so lange wartet, bis die Seele in ihre Geistgruppe zurück~ckehrt ist. Diese häh sich entweder in einem Klassenzimmer auf oder
sitzt auf den Stufen eines Tempels oder im Garten. Es kann aber auch sein, dass die
zurückkehrende Seele ,-iele Gruppen trifft, die sich in einer Art Lesesaal aufhalten.
Seelen, die auf ihrem Weg zu ihrem Platz an anderen Gruppen ''orbeikommen, berichten oft, dass Seelen, mit denen sie in vergangeneo Leben verbunden waren,
kurz aufblicken und ihre Rückkehr lächelnd oder winkend zur Kenntnis nehmen.
Wie ein Klient Jen Rahmen der eigenen Seelengruppe wahrnimmt, hängt vom
Entwicklungsstadium der Seele ab, wnbei allerdings Erinnerungen an eine Art
Klassenzimmer immer sehr deutlich sind. In der geistigen Weh hängt die Einstufung vom Niveau ab, das die Seele erreicht hat. Nur weil eine Seele seit der Stein·
zeit immer wieder auf der Erde inkarnierte, bedeutet dies nicht, dass sie deshalb
schon viel erreicht hat. Oft fällt mir bei diesbezüglichen Diskussionen in meinen
Vorträgen Jas Beispiel eines Klienten ein, der über -WOO Jahre hinweg stets aufs
Neue inkarnicren musste, bis er endlic:h seine Eifersucht besiegte. Ich kann sagen,
dass er heute kein eifersüchtiger Mensch mehr ist, doch kaum fortschritte er1.ieh
hat, was seine Intoleranz anbelangt. Genau wie in der irdischen SchuiL· brauchen
manche Schüler also auch in der geisti~en Welt länger, um bestimmte Lektionen zu
meistern. Andererseits handelt es sich bei sämtlichen weit fortgl·schriuencn Seelen
um alte Seelen, und zwar sowohl was ihr Wissen als auch was ihre- Erfahrung angeht.
In meinem Buch DIE REISE:"-/ DER SEI' II·: habe ich eine Grobeinteilung der
Seele in Anfänger, mittlere und fortgeschrittene Stufe ,·orgenommen, entsprechende Beispiele dafür gegeben und darauf hingewiesen, dass es zwischen diesen Kate·
gorien feine Abstufungen der Entwicklung gibt. In der Regel besteht eine Seeh.·ngruppe aus Wesen, die sich etwa auf demselben Entwicklungsniveau befinden, ob·
wohl jedes einzelne Wesen indi\"iduelle Stärken und Schwächen zeigt. Das gibt der
Gruppe AusgewogenheiL Seelen helfen einander dabei, auf ko~nitive Weise Informationen über ihre Lehenserfahrungen zu verarbeiten und sich damit zu beschäftigen, wie sie mit den Gefühlen und Emotionen ihres früheren Körpers zurechtgc·
kommen sind, die in unmittelbarem Zusammenhang mit diesen Erfahrungen stehen. Das Lehen wird his ins kleinste DetJil anJlysicn, was sogar so Q.'eit geht,
innerhalb der Gruppe in die Rollen der anderen zu schlüpfen, um mehr Klarheit zu
gewinnen. Sobald die Seele die mittlere Stufe erreicht hat. spezialisien sie sich auf

/8

II.

\j•;IIL

I

Die

ll:~·iqi._:c

\X: eh

jene lntcressensgebielc, in denen sie bereits gewisse ~ähi~keiten entwiek~..·h hat. kh
werde in d1..•n folgenden Kapiteln darauf näher eingehen.
Ein sehr wichtiger Aspekt meiner fnrsehung war die Entdeckung \'on Energie·
farben, die die Seele in der geisrigen Welt aufweist und die ihrem Emwicklungssladium entsprechen. Diese Erkennmis, die aus jahrelan~en Beobachtungen resuhien,
ist ein llinweis auf die zunehmend besser werdende Beurteilung meiner Klienten
und dient darüber hinaus dnu, andere Scden zu identifizieren, die der Klienr unter Hypnose um sich herum wahrnimmr. Nach meinen Beobachtungen bedeutet
reines Wciss eine jüngere Seele. wobei die seelische Encq~ie mit zunehmender Entwicklung dichter wird, sodass das Farbspektrum ins Orange, Gelbe, Grüne und
schliesslich Blaue wechselt. Abgesehen \'on diesen zentralen Kernauren gibt es in
jeder Gruppe feine Mischungen aus Halofarben (Sekundärfarben), die mit den jeweiligen Charaktereigenschaften der Seele gekoppelt sind.
Da ich noch kein besseres System gefunden habe, be~innt Jie seelische Entwicklung bei mir auf dem Nive;1u I und durchläuh \'erschiedenc Lernphasen, bis
schliesslich auf dem Niveau VI die Meisterschaft errei~..·ht wird. Diese weit fortgeschrittenen Seelen werden mit einem tiefen Indi~oblau wahrgenommen. Für mich
existieren auch höhere Ni\·eaus, Joch sind meine Kennmisse darüber beschränkt,
denn ich erhalte nur Berichte von ~lenschen, die nach wie \'Or inkarnieren. Offen
gestanden mag ich Jen Begriff •Ni\'cau• zur Einordnung \'On Seelen nicht besonders, denn mit dieser Bezeichnung werden die \'ielschichtigen Entwicklun~sstadien
\'erwischt, die die Seele in jeder beliebigen Phase erreichen kann. Doch trotz meiner Zweifel sind es meine Klienten, die den Begriff •Niveau .. benutzen, um wieder·
zugehen, wo sie sich auf der Leiter des Lernens befinden. Auch sind sie angesichts
ihr1..·r erziehen Leistungen sehr bescheiden. Ganz ~Ieich, wie mein Urteil auch ausfallen mag, kein Klient neigt dazu, sich selbsr als fortgeschrittene Seele einzustufen.
Im Wachzustand, wenn das eigene Selbsrhewusstsein wi(.·dcr die Oberhand )!;Cwonnen hat, sind sie weniger zurückhaltend.
Wenn sich meine Klienten umer ll~·pnose in einem überbewussten Zustand befinden, berichten sie, dass sich in d1..·r geistigen Weh Seelen als einander glci(.·hwertig betrachten. Wir befinden uns alle in cincm Prol.ess Jer Umwandlun~ mit Jem
Ziel, über unseren momentanen Erleuchtungszusrand hinauszuwotchsen. Jeder \'On
uns wird dort als absolur gleichwenig ein~eschätzt in dem Bemühen, für das Ganze erwas beizutragen, ganz gleich, wie schwer wir uns auch mit unseren Lektionen
tun. Wäre dies nicht so, wären wir erst gar nicht geschaffen worden.
Wenn ich nm farbliehen Abstufungen, Entwicklungsniveaus, Klassenzimmern.
Lehrern und Schülern spreche, liegt der Gedanke nahe, Jass die geistige Welt hierarchisch strukturiert ist. Doch Jaul allen meinen Klienten wäre dies ein Trugschluss. Wenn überhaupt, so hat die geistige Weh bestenfalls hinsichtlich geistiger
Bewusstheit eine hierarchische Struktur. für uns auf der Erde hat Autorität mit
Macht· und Revierkämpfen sowie dem kontrollierenden EinsJt7, fester Regeln zu
tun. NatÜrlich gibt es in der geistigen Weh eine An Ordnung, aber diese basiert im
Rahmen einer fein strukturierten Matri:x auf Mit~cfühl, Harmonie, Erhik und ~lo-

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ral, die weit über das hinaus~cht, was wir auf der Erde praktizieren. In meiner Erfahrung gibt es in der gcisti~en W'eh auch eine An 1.emr.1le Personalabteilung. die
die Seelen entsprechend einteilt. Doch das hier herrschende Wertesystem bl'ruht
;luf ühL·rwältigender Güte. Toleranz, Geduld und absoluter Liehe. Meine Klienten
sprechen darüber in ihren Schilderun)!;en \·oller Demut.
Ein alter Freund .aus meiner Collegezeit in Tucson ist ~..-in Re,·olu7.7.er. der 7.eit
seines Lebens jede Autorität infrage gestellt hat, eine llahung, die ich sehr )!;UI
nachempfinden kann. für ihn sind die Sedcn meiner Klienten t·incr Art ·Gehirnwäsche• unterzogen worden, damit sie sich einbildt·n können. sie hätten nun ihr eigenes Schicksal im Griff. Er ist überzeugt davon, Jass jede Autorir.ir- auch spirituelle Autorität- ohne Korruption und Missbrauch von Pri,·ilegicn nicht denkbar ist.
Gernäss meinen Forschungen herrscht dort oben viel Ordnung, und d:~s gefällt ihm
nicht.
Nichtsdestotrotz sind alle meine Klienten der Auffassung, dass sie in ihrL'r Vt•r~angenheit eine Vielzahl von \l.l'ahlmöglichkeiu·n hauen und dass dies auch in Zukunft so sein wird. Sich weiterzuenrv.·ickcln, indem sie persönliche Vcr.mtwonung
übernehmen, bedeutet nicht, Jen Ton Jnzugeben oder eine hestimmtl' Position innezuhaben, sondern eher Jas Erkennen des eigenen Potenzials. Allenthalben entdecken sie in ihrem Lehen zwischen den Lehen lntc~rität und persönliche frcihtit.
Niemand in der geisti~en Weh zwingt uns, erneut zu ink.unieren oder an Gruppenprojekten teil7unchmen. Wenn eine Seele .11lein sein milchte, legt man ihr niL·hts
in den Weg. Wenn sie bei der Bcwähiv;ung ihrer Aufgaben keim.- fortschritte machen möchte, so wird das respekricn. Einer meiner Klienten er7.Jhhe mir: ·Ich habe viele leichte Lehen hinter mir, und ich mag L"s ganz gcrnc so, denn ich wollte
mich eigentlich nie richtig anstrengen. Jetn kündigt sich ein Waml4..·1 an. Mein r:ührcr meint: •Wir sind bereit, wenn du es bist.•• Hier oben gibt es in der Tat so \'iele
Wahlmöglichkeiten, dass unser Führer uns so lange gestatten wird zu bleiben, his
wir bereit sind, nach Hause zurückzuk4..·hren, sollten wir nach unserL·m Tod- aus
welchen Gründen auch immer- nicht bereit sein, die irdische AstrJ.Iebene zu ver·
lassen.
Ich hoffe, dJ.ss dieses Buch :rei~en wird, dass wir sowohl innerhalb als auch JUS·
serhalh der r;cistigcn Weh viele \l'.ahlmöglichkciten hahL·n. Die meisten Seelen setzen alles daran, sich des in sie r;csetztcn Vcnrauens würdig zu erweisen, da~ ist mir
klar geworden. Auch dürfen wir dabei Fehler machen. Oi4..· wichtigstl' Antriebskraft der Seele ist das Bestreben, eine grüssere } lcrzensgüte zu entwickeln sowie
mit der Quelle zu ..-crschmclzen, die uns geschaffen hat. Angesichts der ihr geborenen Möglichhir, in physischer hmn zu inkarnieren, cmpfind4..·t die Seele Demut.
Oft bin ich gefragt worden, ob meine Klienten in ihren Sitzungen die Quelle der
Schöpfung erblicken. In der Einleitung habe ich dargdcgt. dass ich nur ein Stückehen stromaufwärts zur Quelle reisen kann, J,, ich mit Menscht:n arbeite, die nach
wie vor inkarnieren, und es d.1her Beschränkungen gibt. fongeschrinent· Klitmen
sprechen über die Zeit, da sil· mit den ·Heiligsten der I !eiligsten• \'crschmdz4..'1l
werden. In dieser Sphäre .aus kräftigem violettem LiL·ht gibt es l"inc ·Allwissende
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Gcgenwärtigkeit .... W'as das bedeutet, kann ich nicht sa~en, doch ich wciss, dass wir
eine •Ge~enwärtigkcit• spüren, wenn wir vor den Ältestenrat treten. In der Phase
rwischen unseren Leben erscheinen wir ein- oder zweimal vor dieser Gruppe höherer Wesen, die einen oder zwei Schritte über unseren Lehrerführern stehen. In einigen Fallbeispielen meines ersten Buches habe ich diese Treffen erwähnt. Im vorliegenden Buch werde ich nun die Zusamml·nkunft mit solchen Meistern eingehender beschreiben, denn durch sie komme ich dem S.:höpfer oder Jer Schöpfun~ so
nahe wie nur irgend mö~lich. Genau an diesem Punkt wird eine sogar noch höhere
Quelle göttlichen Wissens von der Seele wahrgenommen. Meine Klienten nennen
diese Energie die ·Gegcnwärtil;keit ....
Zwar handdt es sich bei diesem Rat nicht um ein Richtertribuna.l. \"Or dem die
Seelen sich für Vergehen und Verbrechen zu \"erantwnncn hätten, dennoch sei hier
nicht verschwiegen, dass der eine oder andere Klient gelegendich die Angelegenheit
so schildert, als müsse man in der Schule zum Direktor. Die MitglicJer des Rates
möchten mit uns über unsere Fehler sprechen und hcrauslind<:n. was wir tun könnten, um im nächsten Leben ncgati\"e Verhaltensweisen zu korri~ieren.
Ausserdcm wird hier in Erwä~ung gezogen, welcher Körper im nächsten Leben
der richtige für uns sein könnte. Wenn die Zeit der W'iedergeburt naht, hegehen wir
uns an einen On, an dem cinit:;e Körper in Augenschl·in genommen werden. die
unseren Zwecken dienlich sein könmen. Wir erhalten die Möglichkeit, in die Zukunft zu blicken und Jie ,·erschiedencn Kürper einem Test zu unter7il·ht.•n, bc\"or
wir eine Wahl treffen. Die Seele wählt freiwillig einen unvollkommenen Körper
und ein schwieriges Leben, um karmische S.:huld abtragen oder verschiedene Aspekte einer Lektion bearbeiten zu können. mit dC'nen sie in der Vergangenheit Probleme hatte. Die meisten Seelen nehmen den ihnen angebotcnt·n Kilrpcr .1n, Joch
besteht auch die Mö~lichkcit, ihn ab7.ulehnen und mit einer erneuten Reinkarnation noch zu warten. Ausserdem kann eine Seele den Wunsch .iussern, auf einem anderen Planeten als der Erde 1.u rcinkarnicren. 'Wenn wir die neue Aufg.1he angenommen haben, werden wir häufig in einen Vorbereitungskurs ges~.:hi~.:kt, der uns
Juf \'crschiedene Wegweiser und Hinweise im zukünftigen l.eben aufmerksam
macht, besonders auf solche Situationen, in denen wichtige Seclen~efährten in unser Leben treten.
Ist die Zeit für unsere Rückkehr schliesslich gekommen, so nrabschieden wir
uns vorübergehend von unseren freunden und werden für dil· Reise zur Erde an eine bestimmte Stellt· gebracht. Die Seele vcrsl·hmilzt mit dem vorgesehenen GJstkörpcr im BJuch der Muuer kurz nach dem dritten Schwan~l·rschaftsmonat, damit
sil· bereits vor der Gchun üht.•r l'in genügend .1usgchildl·tes Gehirn ''crfügt, das Eindrücke aufnehmen kann. Im FötalstJdium ist sie immer noch in der Lage ..tls unstcrblichl· Sl·clc 7.U denken, während sie sich gleichzeitig dar.1n gewilhm. mit dem
Gehirn und dem AhC'r Ego des Gastkörpers ,·erbunden zu sein. Nach der Geburt
setzt eine Erinnerungsblockade ein, und das unsterbliche \X'csen der Seele verschmilzt mit dem momenunen menschlichen Gehirn, um eine Kombination ,·on
Charakter7.Ül;en für eine neue P~.·rsilnlichkeit her\"orzuhringl·n.
21

Ich verwende einen systemarischen Ansatzpunkt, um die Geistseele zu erreichen, indem ich mit meinen Klienten in der ~rühphase der Hypnose eine Reihe von
Übungen durchführe. Dadurch sollen allmählich die Erinnerungen an ihre Vergangenheit klarer hervortreten und Vorbereitungen getroffen werden, die Bilder, die
sie vom Lehen in der geistigen Weh sehen werden, kritisch unter die Lupe 7.u nehmen. Nach dem Einführungsgespräch versetze ich den Klicntt•n sehr schnell in
llypnose. Mein Geheimnis liegt darin, tiefer und tiefer zu gehen. Aus langen Expcrimenrierphasen weiss ich, dass es nicht genügt, den Klienten in die norm:~le AlphAPhase der Hypnose zu versetzen, um den überbewussten Zustand der (;cistseele zu
erreichen- dazu ist es nötig, den Klienten in die tieferen Theta-Bereiche der Hypnose zu verset7.ten.
Was mein methodisches Vorgehen anbelangt. verbringe ich bis zu einer Stunde
mit langen Visualisierungen von Wäldern oder Küsten. Anschliessend gehe ich mit
dem Klienten zurück in die Jahre der Kindheit. Ich frage detailliert nach Dingen
wie etwa den Möbeln in der Wohnung, als er zwölf Jahre alt war. Ich frage nach
dem liebsten Kleidungssrück im Alter von zehn, nach dem Licblingsspielzeu~ im
Alter \'On sieben und nach den fri.ihesten Erinnerungen als Kind im Alter zwischen
drei und zwei Jahren. Erst dann kann ich den Klienten in den Mutterleib hinL·im·ersetzen, um donweitere fr.1gen zu stellen. Anschliesscnd lässt sich das let7.te frühere Leben i.iberblickartig betrachten. Sobald der Klient den Augenblick Jcs Todes jenes letzten Lehens wiedererlebt und das Tor zur geisti~en Welt erreicht hat, ist mt•ine Brücke \'ollständig. Durch die fonwährende Hypnose, die sich im Verlauf der
ersten Stunde ständig ..·ertieft, wird der Klient immer weiter von der irdischen Umgehung gelöst. Ausserdem ist er nun so weit konditioniert und vorbereitet, um in
allen Einzelheiten Fragen über sein spirituelles Leben zu beantworten. Das nimmt
erwa weitere zwei Stunden in Anspruch.
Ein Klient, der aus der Trance erwacht, nachdem er geistig nach I lause zuri.ickgekehn war, hat einen Ausdruck des Erstaunens auf dem Gesicht, der \·icl tiefer
geht.. als wenn er nur eine RUckführung in ein anderes Leben gemacht hätte. Einer
schildene dies so: ·Der Geist ist von einer \'ielschichtigen und komplexen flüssigen
Eigenschaft, die ich mit meinen bescheidenen Mitteln nicht beschreiben kann.• Ich
erhalte \'icle Briefe von fri.iheren Klienten, in Jenen sie schiiJcrn, wie ein Blick auf
die eigene Unsterblichkeit ihr Leben \'Cränden hat. Hier ein Auszug:

Die Begegnung mit mt•iner w:irklichen ldenritiir bdt mir ein unbeschreibliches Gefühl der Freude und Freiheit vermittelt. Das Faszinierende dabei isr,
dass sich dit•st•s \t'issen schon dil' ganze Zeit über in meinem Beii.:usstsein befand. Der Anblick meiner Meister/ehrer, die nichts bcu·c:ruren, b.Jt mich t•rstrahlen lassen. Es f:röflm:te sich mir die F.rltenntnis, dass dtu t>inzig EntsdJeidcnde im materiellen Leben dit· Artund \l-..eise ist, u:ie r.:.'ir h•ben und 'ii.'ie ii·ir
mir anderen Memchen umgt·IH•n. Unsere Lebensumstiinde sind im \'erg/eich
mir unserem Mirgefühl und der fijhigkeit, andere anzunehmt:n, bt•delftungs-

K.~l'l"ll

l

1>ic~ci,.li~€"~·.,.]r

los. Anstaunur zu spüren, "U::arum ich hier bin und 'öi:ohin ich nac:h dem Tud
gC'he, ii.:eiss ich jetzt Bescheid.
Ich fühle mich als Reponcr und Bote, wenn ich meine Erkenntnisse im Rahmen
von 67 Fällen und zahlreichen Zitaten in diesem Buch darlege. Wenn i..-:h einen Vor·
trag halte, so beginne ich stets damit, dass ich ausdrücklich darauf hin~·cise, dass
meine Ausführungen meim: Wahrheiten über unser spirituelles Lcb~n darstellen.
Es gibt viele Wege zur Wahrheit. Meine Wahrheiten stammen aus den gesammelten
Weisheiten einer Vielzahl von Menschen, die als Klienten im Laufe vieler Jahrl·
mein Leben bereichert haben. Sollte ich mit dem, was ich hier schilderl·, die Vorstellungen einzelner Leserinnen und Leser, ihren Glauben oder ihre persönliche Philosophie verle1zcn, mögen sie einfach das annehmen, was für sie stimmig is1, und den
Rest links liegen lassen.

2J

KAPITEL

2

Tod, Trauer und Trost

Verleugnen und Annehmen

D

c n \ 'c r f lt S t c i Jl c i ~elielnen Menschen hinnehmen 7.u müssen, gehön zu

den schwierigsten Prüfungen, die uns Jas Leben auferle~t. Es ist All~emein~ut ~c­
worden, dass der Trauerprozess fol~endcrmasscn ahläuh: zunächst Schock, dann
das fertigwerden mit Verlcugnunp;, Wut und Depression und schliesslich die Phase, in der das Geschehen iq.;endwie angenommen wird. jede Phase dieser emotionalen Belastungen ist von unterschiedlicher Dauer und Intensität unJ kann sich
Monate bis Jahre hinziehen. Der Verlust eines l\1enschen, mit dL·m wir eine tiefe Beziehung hatten, nrmag uns in solche VerzweiRung zu stürzen, dass wir das Gciühl
haben, am Rande der I fölle zu stehen, \"Oll wo es kein Entrinnen mehr gibt, da der
Tod etwas so Endgültiges zu sein scheint.
Der Glaube an die Endgültigkeit des Todes bildet in den westlichen Gesellschaf ·
ten ein Hindernis für Jen Heilungspro:t.l'SS. W"ir leben in einer dynamischen Kultur,
in der es un\"orstellbar scheint, die eigene Persönlichkeit zu \"erlieren. Die llynJmik
des Todes in einer familie, in der ein liebevolles Miteinander \'Orhcrrscht,lässt sich
mir einem erfolgreichen Bühnenstück vergleichen, das in U nunlnung gerät, weil einer der Hauptdarsteller plötzlich nicht mehr da ist. Das Ensemble kommt ins
Schwimmen, weil das Drehbuch geändert werden muss. Der V~rsuch, die Lücke zu
füllen, die durch das Ausscheiden des Haup[dars[ellers entsrandcn ist, wirkt sich
auf die zukünhigen Rollen der anderen Schauspieler aus. Es gibt hier eine Dichoh.>mie, denn wenn sich die Seelen in der geisti~en Weh auf ein neues Leben \'llrbereiten, müssen sie während der Proben für das nächsre grosse Stück auf Erden lachen.
Sie wissen, dass alle Rollen nur vorläufig sind.
Es ist bei uns nicht üblich, sich im l.aufc des Lebens vernünftig auf den Tod \'Urzubereiten, dL·nn wir können ihn weJer bestimmen noch "eriindern. Mit zunehmenden Alter beginnt die Angst \'Or dem Tod an uns zu nagen. Er ist allgegenwär[ig, lauert in den Schatten, und zwar unabhängig da\'on, welche Überzeugungen
wir hegen, was nJch Jem Tod passiert. Wenn auf meinen Vortragsreisen das Gespräch auf das Leben nach dem Tod komm[, habe ich immer wieder erstaun[ fesrS[cllen müssen, dass \·icle Menschen mir traditionellen rdigi()sL·n Überzeugungen
offenbar die meiste Angst vor dem Tod haben.
Bei den meisten von uns rühr[ die Angst aus der Un~ewissheir. Der Tod is[ ein
Mys[erium, es sei denn, wir hauen eine Nahtod-Erfahrung oder machten eine
Rückführung in ein früheres Leb~n. wo wir uns damit auseinandersetzen konnten,
wie sich der "llld in einem früheren Lehen angefühlt hat. Es kann eine schmerzhaf-

24

te, traurige und beängstigende Erfahrung sein, sich dem Tod entweder als Betroffener oder als Beobachter stellen zu müssen. Wer gesund ist, will nicht darüber sprechen, und häufig wollen das nicht einmal Schwerkranke. Damit h.n JerTod bei uns
etwas Verabscheuungswürdiges.
Die Einstellung zum Leben nach dem Tod hat sich im 20.jahrhundert in '\'iderlei Hinsicht gewandelt. In den ersten Jahrzehnten glaubten die meiS[en Menschen,
sie hänen nur ein Leben. Jm letzten Drittel glaubten gernäss Schätzungen etwa
40 Prozent der amerikanischen Bevölkerun~ an Reinkarnation. Dieser Gesinnungswandel hat es jenen Menschen etwas leichter gemacht, Jen Tod zu ak7.cptieren, die in eine spirituelle Richtung gegangen sind und nicht mehr Jer Auffassung
sind, dass nach dem Tod das grosse Vergessen einsetzt.
Zu den wichtigsten Aspekten meiner Arbeit in der geistigen Weh gehön es, aus
der Sicht der kürperlosen Seele zu lernen, wie es sich anfühh, zu sterben, und wie
sie versucht, Kontakt mit den Hinterbliebenen aufzunehmen, um diese zu trösten.
Ich hoffe mit diesem Kapitel, Jas Gefühl, das man nach dem Verlust eines geliehtcn
Menschen hat, dahingehend 7.U untermauern, da.'is es sich dabei nicht um Wunschdenken handelt. Der geliebte Mensch ist nicht wirklich gegangen. Erinnern wir uns
auch Jaran, was ich im letzten Kapitel über Seelendualität ges(hrieben habe: Ein
Teil unserer Energie ist damals, als wir erneut inkarnierten, in der geisri~en Weh zurückgehlieben. Wenn der geliebte Mensch wieder zu Hause ankommt, wirst du bereits da sein und mit jenem Teil deiner Energie :1uf ihn w3rten, den du zurückgelassen hast. Dieselbe Energie steht 7.Ur Verfügung, um sich mit Jer zurückkehrL•nden
Seele zu vereinigen. Es gehört zu den aufschlussreichsten Erkenntnissen meiner
Forschun~, dass Seelengefährten niemals wirklich \'On einander ~etrennt sind.
Im folgenden schildere ich, welcher Techniken sich die Seele bedient, um mit
einem geliebten Menschen Komakt aufzunehmen. Sie können unmittelbar nach
dem physischen Tod einsetzten und sehr intensiv sein. Trot7.dem ist die Seele bestrebt, sich auf den Heimweg zu machen, da die Erddichte viel Energie kostet. Im
Tod wird die Seele plötzlich frei und kann gehen. Sie ist jedoch in der Lage, aus der
geistigen Weh mit uns regclmässig Kontakt aufzunehmen, wenn wir das Bedürfnis
danach haben.
Wir können empfänglicher für die Seele eines Verstorbenen werden und ein erhöhtes Mass an Klarheit gewinnen, wenn wir lernen, ruhig nachzudenken und 1.u
meditieren. Mündliche Nachrichten \'Oll der anderen Seite sind nicht erforderlich.
Schon allein das fallenlassen von Selbstzweifeln sowie das ÖH nen des eigenen
Geistes dafür, dass ein geliebter Mensch zumindest potenziell präsent sein kann,
wird zur Überwindung des Schmerzes beitragen.

Therapeutische Techniken der Seele
Im ersten fall dieses Buches taucht eine fortgeschrittene Seele namens Tammano
auf, die sich gerade in der Ausbildung zum Geistführer für S,hüler befindet. Er sagt
zu mir: ·Seit TausenJen ,·on Jahren habe ich auf der Erde inkarniert und sie wieder

verlassen, und erst in den letneo Jahrhunderten bin ich wirklich dahintergckommen, wie man negative Denkmuster verändern und den Menschen Trost zuteil werden lassen kann.• Wir beginnen an dem Punkt in unserer Sir1-ung, an dem Tammano Jie Augenblicke beschreibt, die unmittelbar auf seinen plötzlichen Tod in einem
friihercn Leben folgen.

Fall 1
K.: [K!renr] Meine Frau spürt meine Gegenware nicht. Ich habe momentan über-

haupt keine M6glichkcit, mich ihr bemerkbar zu machen.
Or. N.: [Dr. Newton] Was ist los?
K.: Zu \'icl Schmerz, es ist so überwähigend. Alice befindet sich aufgrund meines
Todes in einem dcranigen Schockzustand, dass sie überhaupt nicht in der Lage ist,
meine Energie zu spüren.
Dr. N.: Tammano, war das nach deinen früheren Leben immer wieder L"in PrnhiL·m,
oJcr ist das nur bei Alice so?
K.: Unmittelbar nach dem Tod sind dit.· Menschen, diL· dich lieben, entweder sehr
aufgewühh oder wie betäubt, sodass ihr Geist völlig 7.umachcn kann. Meine Aufgabe ist es, zu \'ersuchen, das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist herzustellen.
Or. N.: Wo befindet sich deine Seele im Augenblick?
K.: An der Decke unseres Schlafzimmers.
Or. N.: Was erwartest du \'On deiner frau?
K.: Sie soll aufhören 1.u weinen und sich konzentrieren. Sie glaubt nicht, dass ich
noch am Leben sein könnte, deshalb sind ihre Energiemuster in fürchterliche- Unordnung geraten. Das ist so cnnäuschend. Ich bin unminclhar nehcn ihr. und sie
merkt nichts da\'on!
Dr. N.: Lässt du es momentan damit hcwend<.·n und kehrst du in die geistige Weh
zurück, weil ihr Denken völlig abgeschottet ist?
K.: Das wäre das Einfachste für mich, aber nicht für sie. Sie bedeutet mir zu \"iel. als
dass ich jetzt aufgeben würde. Ich gehe erst dann, wenn sie zumindest spürt, dass
noch jemand im Zimmer ist. Das ist der l'rste St.·hritt. Dann kann ich mehr tun.
Or. N.: Wie lange ist es h~r. dass du g~storb~n bist?
K.: Ein paar ·c,~c. Das Hc~räbnis ist vorbei, und jetzt konzentriere ich mich darauf,
Alicc zu tröste-n.
Or. N.: Ich nehme an, dein eigener Führer wartet JarJuf, Jich nach Hause zu be~lei­
tcn?
K.: [i<Jchenct] kh habe meiner Führerio Eaan gesagt, dass sie sich ein Weikllen gedulden muss ... doch das wäre gar nicht nütig gewesen. Sie wciss Bescheid - Eaan
hat mir das schliesslich beigebracht!

.....

,'

Dieser f-all schildert eine Situation, über die sich frei gewordenc Seelen imme-r wieder beklagen. Viele sind nicht so bewandert oder entschlossen wit' Tamm.ano. Wie
Jem auch sei, die meisten Seel~n. die gerne ihre Reise in die geistige Weh antreten

Ii:

~r·r; t

l

:? - Tud. Tr.t.u~·r und Tn'"'

würden, verlassen die irdische Astralebene erst dann, wenn sie etwas unternommen
haben, um die Menschen, die ihnen zuget.J.n sind, in ihrem Leid zu trösten. Ich
bringe hier einl' gekürzte SchildL·rung dt.·s Klienten, wie er seiner Frau bei der Überwindung ihres Schmer7.cs geholfen hat, weil ich mich auf die heilenden Einnüsse
seelischer F.ner~iemuster auf zersplitterte menschliche Ener~ie kon7.entrieren
möchte.

...

Dr. N.: Tammano, ich wäre dir dankbar, wenn du mir die Techniken erklären v.iirdest, die du einsetzt, damit deine frau ihre Trauer überwinden kann.
K.: Nun, zunächst sage ich dir, dass Alicc mich nicht \"erloren hat. {nn""'nt emen rrefen Arernzug] Ich beginne damit, einen Eneq;ieschauer in Forn1 eines Regens~.:hirms
über sie auszubreiren, und zwar von der Hüfte bis zum Kopf.
Dr. N.: Wenn ein Geistwesen neben dir stehen würde, wie würde das aussehen?
K.: [lächeu] Wie Zuckerwane.
Dr. N.: Was bewirkt das?
K.: Damit wird ein beruhi~endcr Mamel aus geistiger Wärme über Alice ~ebreitet.
Ich muss gestehen, dass ich diese Technik noch nicht \·öllig beherrsche, dennoch
habe ich in den drei Tagen seit meinem Tod eine Schut?.wolke aus Eneq~ic ül'll·r Alice gelegt, damit sie aufnahmefähiger wird.
Dr. N.: Aha, ich verstehe, du hasl deine Arbeit mi1 Alicc bereits be~onnen. Gut,
Tammano, was machst du als Nächstes?
K.: Ich beginne damit, bestimmte Eigenschaften \'On mir selbst durch diese Em·rgiewolkc um sie einsickern zu lassen, bis ich die Stelle spüre, v.·o die Blockade am
schwächsten ist. [Pa~...·se] Hier, auf der linken Seite ihn•s Kopfes hin1er dem Ohr, da

.

.

ISt SH!.

Dr. N.: Was ist das Besondere an dieser Stelle?
K.: Alicc mocht<.'l'S sehr, wenn ich ihre Ohren geküsst habe. [Er.;r:-rer.,.'lgen :m :o;örper!rche 8enJhrungspurrkro: srna \\'.chvg] SobaiJ ich JiL· Öffnung an der linken Seite
ihres Kopfes sehe, \·erwandlc ich meine Ener~ie in einen krahi~cn Strahl unJ rich·
1c sie auf diese Stelle.
Dr. N.: Spün deine hau das sofon?
K.: Anfangs ist sich Alicc zwar einer zanen BL·rührung bewusst, doch ihre Aufmerksamkeit ist durch den Sclunen 7.ersplittert. Ich steigere die Intensität Jcs
Strahls- und schicke ihr Gedanken der Liebe.
Dr. N.: funktioniert Jas?
K.: [(röhlich] Ja, ich entdeckt.· neue EncrgiemustL·r an Alic1.·, die nichts Dunkles mehr
haben. Ihre Gefühle \'erändern sich ... sie hört .1uf zu weinen ... sie blickt sich um
... und spün mich. Sie lächelt. jetzt habe ich sie.
Dr. N.: Hast du erreicht, was du wolltest?
K.: Sie wird damit umgehen können. jetzt is1 es Zeit für mich 7.U ~l·hcn. Ich passe
zwar noch auf sie auf, doch ich wciss, dass sie die Situation meistern wird -das ist
gut, denn ich muss mich jetzt eine Zeitlang um mich selbst kümmern.
Dr. N.: Heisst das, dass du keinen Kontakt mehr mit ihr auinchmcn wirst?
17

IC.: {oufRebrachr} Wo denkst du hin! Ich werde mit ihr in Verbindung bleiben. wenn
sie mich br.audu, ich liebe sie doch!
'9-

-~

Die Durchschnittsseele verfügt über viel weniger Fähi~keüen als der uncrfahrl·nst~:
Führer für Schüler. Ich werde darauf im vierten Kapitel unter den entsprechenden
Abschnitten zur Energiewiedergewinnung näher eingehen. Dennoch schneiden Jic
meisten Seelen, mit denen ich arbeitl', hei ihrer Arbeit aus der geistigen Weh und ihrer Einflussnahme auf einen physischen Körper ganz gut ab. In der Rq;d konzentrieren sie sich auf gan:r. bestimmte Bereiche und mach~:n sich die Technik des Energiestrahls zunut7.e, die von Tammano beschrieben wurde. Solche liebevollen Energieprojektionen können gcwalti~en EinOuss haben auf jene MensL"hen, die unter
einem emorion.alen und physischen Trauma leiden, auch Wl'nn sie von unerfahrenen Seelen durchgeführt werden.
Östliche Praktiken wie Yoga und Meditation machen sich auch Chakr.a-Punktc
am Körper zunutze und ähndn damit Jer An und Weise, in der Jic Scd~: Jen
menschlichen Körper mit heilender Energie \"Crsorgt. Menschen, die die Kunst der
Chakra-1 lcilung beherrschen, sagen, dass der I feilvorgangsowohl den Ätherkörper als auch den physischen Kilrper umfassen muss. Chakra-Arbeit sorgt dafür,
dass unsere emotionale und spirituelle Energie wieder ungehindert durch verschiedene Hereiche des Kürpers Oiessen kann, und zwar durch Wirbelsäule, Herz, Kehle, Stirn usw., um so den Körper lU öffnen und zu harmonisieren.

Wie Geistwesen Verbindung mit Lebenden
aufnehmen
Körperliche Berührung
Ich ziehe klinische Begriffe wie •somatische Überbrückung• und solche aus dC"r
Therapeutic-Touch-Methode hinzu und kombiniere diese, um jene Methode zu
beschreiben, mit der körperlose Seelen gerichtete Energiestrahlen nutzen, um verschiedene Teile eines Ichenden Körpers 1.u berühren. Heilung beschränkt sich nicht
auf die Chakren, die ich bereits e~·ähnt habe. Eine Seele, die sich anschickt, I Iinterbliebene 7.U trösten, häh nach Hereichen Ausschau, die fUr ihre Energie am empfänglichsten sind. Wir haben dies im ersten Fall gesehen (hinter dem linken Ohr).
Das Energiemuster wird therapeutisch ~enutzt, sobald l'ine Brück<.• errichtet wird,
um den Geist des Senders und jenen des Empfängers durch telepathische Transmission miteinander zu verbinden.
Eine Überbrückung durch Gedankenübcnr.agung auf einen Körper, der
Schmerz empfindet, ist somatisch, wenn die Methode eine physiolo~ische Grundlage h.a[. Da1.u gehön die sanfte Berührung \·on Organen, während gleichzeitig be·
stimmte emotionale Reaktionen ausgelöst werden, WlllU auch die Einbc7.iehung
der Sinnesorgane gehüren kann. Gekonnt eingeset7te Energiestrahlen können ein
Wiedererkennen durch die Augen, die Ohren, Jen Mund oder die Nase hen-orru-

28

fen. Dabei geht es letztlich um nichts anderes als darum, den Trauernden davon zu
überzeugen, dass der geliebte Mcns~.:h nach wie n,r lebt. Sinn und Zweck körpL·rlicher Berührungen ist c..-s, den Trauernden in die Lage zu versctzen, mit dem \'crlust
fenigzuwerdcn, indem ihm klargenucht wird, Jass Abwesenheit lediglit.·h auf eine
veränderte Realität zurückzuführen ist und nichts Endgültiges darstellt. Das ermutigt die Hinterbliebenen hoffentlich, nidn zu nr7.a);en und das eigene Leben weiterhin konstruktiv zu t!:estalten.
Die Seele ist auch ganz gut in der Lage, sich im Zuge körperlicher Berührung
bestimmte Gewohnheitsmuster anzueignen. Das nächste Beispiel dreht sich um einen 49-jährigen Mann, der an Krebs gestorben war. Seine Seele war zwar noch
nicht sonderlich geschickt, doch seine Absichten waren lauter.

Fall 2
Dr. N.: Welche Technik benutzt du, um Komakt 7.u deiner Frau aufzunehmen?
K.: Oh, mein ahbewähnes Mittel- die Mine der Brust.
Dr. N.: Wo genau dort?
K.: Ich richte meinen Energiestrahl direkt 3uf das Herz. Es macht aber nichts, \venn
ich es nicht genau treffe.
Dr. N.: Und warum hast du dJmit Erfolg?
K.: Ich schwebe an der Decke, und sie ist in sich zusammengesunken und weint.
Die erste Energieladung sorgt dafür, dass sie sich aufrichtet. Sie seufzt tief, spürtetwas und blickt nat:h oben. Dann setze ich meine Streutechnik ein.
Dr. N.: Was ist das?
k.: [lächelr} Nun, dabei streue ich die Eneq~ie in alle Richcungcn \"On einem zentralen Punkt aus an der Decke. Ein Strahl erreicht normalerweise die richti~e Stelleden Kopf- oder eine andere.
Dr. N.: Woher weissr du, was die richtige Stelle ist?
K.: Die richtige Stelle ist natürlich nidu durch negative Energie blockiert .

.., ...

Vergleichen wir diesen fall mit dem nächsten, bei dem die Klientin ihre Energie auf
einen ganz bestimmten Bereich richtet, so, .als würde sie einen Kuchen mit Puderzucker bestreuen.

Fall 3
Dr. N.: Beschreibe doch hiw~ die Art und Weise, in der du deinem Mann mit deiner
Energie helfen wirst.
K.: Ich werde mich auf die Schädelbasis knapp oberhalb der \\:1irbclsäule konzentrieren. Kevin leidet so sehr, dass ich erst gehen kann, wenn er sich besser fühlt.
Dr. N.: Warum gerade diese Stelle?
K.: Weil ich weiss, dass er es mochte, wenn ich diese Stelle massierte- also handelt
es sich um einen Bereich, in dem er für meine Schwingungen empfänglicher iS[.
Dann spiele ich in diesem Bereich erwas herum, so, als würde ich ihn niJssiercn,
was ich ja auch tue.

19

Dr. N.: Herumspielen?
K.: [/(rChert und srreckr dre Hand ..-or steh OJS. wobei sre dre (Unf Fmger spre!zr] Ja, ich

breite meine Ener~ie aus und pnan7.e mi~.:h selbst dur~.:h Berührun~ fon. Dann benmzc ich beidc Hände und lege sie an bcide Seiten \"On Kc\·ins Kopf. das ist am
wirksamsten.
Dr. N.: Weiss er, dass du das bist?
K.: [mn e•nerr. verscnTTu!zten Lcicheit~J Oh, er merkt sehr genau, Jass i~.:h dJ.s bin,
denn niemand sonst kann das tun, was ich gerade mit ihm mache, und es daucn nur
eine Minute.
Dr. N.: Wird er dich nicht H'rmisscn, wenn du in die g'-·istige Welt zurückkehrst?
K.: Ich dachte, du weisst, wie es funktionien. Ich kann doth jeder1.cit zurü~.:kkom­
men, wenn es ihm wirklich schlechl ~eht und er mich vermisst!
Dr. N.: Nur eine frage: Ich will ja nicht unhöllich sein, aber was geschieht. wenn
Ke\'in ir~endwann eine andere Frau kennen lernt?
K.: Ich 9-'Ürde mich sehr freuen, wenn er ein neues Glück fände. Das uigt, wie gut
wir einander verstanden haben. Unser gemeinsames Leben- jeder Augenblick- ist
nie verloren, der Faden lässt sich in der geistigen Welt wieder aufnehmen, und wir
können es don noch einmal durchspielen .

..,

-

~

Genau in dem Moment, in dem ich mir einbilde, die Eihigkeiten und Besduänkungen einer Seele endlich vollständig ausgelotet 7.u haben, begegnet mir ein Klient, der
meine falschen Vorstellungen korrigien. Eine lange Zeit habe ich den Menschen erzählt, dass offenbar alll· Sl·dcn Schwierigkeiten haben, mit den unkontrollicrtcn
Schluchzern ihrer I Iimcrbliebenen fertigzuwerden, ehe sie sich daran machen
konnten, ihre Heilenergie einzusetzen. Hier ein kuncs Ziut eines Wesens auf Niveau 111, dessen taktische Massnahme aui dem Höhepunkt des Trauerprozesses
mich eines Besseren belehne:
Ich verliert• U'l'gen Menschen, die von 'X'einkrdmpfen geschüuell ii.-'e,.dt·n,
keine Zeit ..\feine Technik bestein darin, meine Sch1.::ingungsresonanz 1m die
unte,.schiedlichen Töne ih,.e,. Stimmbdnder anzupasSt·n und mi(h von dort ins
Gehirn zu kl1~ttp111tiaen. So kann ich meine Ener-gie bündeln, um ('in schm·lle,.es Verschmdun memes 'X-'esens mit ih,.em Kiirper hcrbeizufüh,.en. Seh,.
b11ld hOrensie mit dem \t'einen auf, ohm· zu u.:isst•n 'ü:amm.

Personifizierung mit Gegenständen
Mir sind einige faszinierende Geschichten über die Verwendung vertrauter Gegenstände zu Ohren gekommen, wie am nächsten Beispid Jeudich wird. Da Ehemänner in der Regel vor ihren Frauen sterben, erfahre ich mehr über Energietechniken
aus deren Perspektive. Oas soll nicht heisscn, dass männlich orientierte Seelen bewanderter im Heilen '\\'ärcn, nur '\\·cil sie mehr Übung im Trösten haben. Die Seele
im folgenden fall~ ist in früheren Leben genauso tüchtig gewesl·n- als frau, die
n)r ihrem Mann starb- und dann als Ehemann in diesem Leben.

JC

K.~l'l1ll

'

Tl"ld, Tr.lU<"r und Tr.,.,l

l-':111 4
Dr. N.: Was machst du, wenn deine Bemühung(.·n unminclbar nach dem Tod nir·
gends im Körper deinerfraudie erwünschten Ergebnisse zeitigen?
K.: Als ich feststellte, dass meine Frau Helen Jurch direkte Techniken nicht 7.U erreichen war, bediente ich mich schlicsslich einer Sache. die sie kannte.
Dr. N.: Meinst du ein Haustier ... eine Katz.e oder einen Hund?
K.: Auch ihrer habe ich mich schon bedient, doch nein ... diesmal nicht. ~tcinc
Wahl fiel auf einen Gegenstand, der mir viel bedeutete. Ich wählte meinen Ring .
..,. ,!

Mein Klient erläuterte an dieser Stelle, dass er während seines \'ergangenen Lebens
immer einengrossen Ring trug, der nach indianischem Design einen Türkis in der
Mine h.ute. Er sassmit seiner Frau oft am Kamin und liess den Tag Revue passieren. Dabei rieb er immer den Stein des Rings. Seine Frau machte sich oft lusti~ über
ihn und meinte, er würde den Türkis noch bis :1-ur .Mctallfassun~ abschleifen. HeJen hatte ihm einmal gesagt. dass sie dieses nen·öse Verhahen an dem Abend bemerkt hatte, an dem sie sich kennengelernt halten .

.,.

Dr. N.: Ich denke, das mit dem RinJ!; ist mir klar. Was hast du als Geistwesen damit
gemacht?
K.: Wenn ich mit Gegenständen und Menschen arbeite, muss ich warten, bis grosse
Ruhe eingekehrt ist. Drei Wochen nach meinem Tod zündete Hclcn ein Feuer im
Kamin an und starrte mit Tränen in den AugL·n darauf. Ich begann damit, indem ich
meine Energie ins feuer wickelte, wobei dieses als Kanal für \X'ärme und Elastizität \'erwcndet wurde.
Dr. N.: Entschuldige, wenn ich umerbn:c he, aber was bedeutet • Elasri 7.ität •?
K.: kh habe Jahrhundcne gebraucht, um das zu lernen. Elastische Energie ist nüssig. Um meine Seelenenergie zu \'crflüssigcn, bedarf e.s intensinr Konzentration
und Übung, denn sie muss dünn und wci'h sein. D:ls fcuer dient dabei als K.ualysator.
Dr. N.: Also das genauc Gegenteil zu einem harren und ziclgerichtcun Energiestrahl?
K.: Richtig. Ich kJnn sehr \'iel bewirken, indem ich meine Energie rasch von einem
nüssigcn in eim:n festen Zustand übergehen lasse und umgekehrt. Der Übergang ist
kaum wahrnehmbar, dennoch weckt er den mens~.:hlichcn Geist auf.

Anmerkung: Andere

w~scn haben m,'r

auc.'l von cl1eser Techn11<. bench1et

J~Q (estge

ste!Ji. dass d~ese Energ.e.er!(Jgeru'l~ <<den mensch!1che.'i Ge1st I<J!Ze'u).

Dr. N.: Interessant. Bine weiter.
K.: Helcn nahm Verbindung mit dem Feuer und damit mit mir auf. Einen Augenblick lang war ihr Schmerz weniger bedrückend, und ich bc\vel;te mich direkt auf
den &heitcl ihres Kopfes zu. Sie spürte meine Gegenw.1n ... ganz sanft, doch es

J/

war nicht genug. Dann begann ich damit, meine Energie wie beschrieben 7U verlagern, liess sie weich anstau hart werden und gabehe sie.
Dr. N.: Was machst du, wenn du deine Energie •gabelst•?
K.: Ich spalte sie auf. Während ich eine v.·eiche, flüssige Energie auf Hclens Kopf gerichtet halte, um den Kontakt nicht zu verlieren, dirigiere ich einen harten Energiestrahl auf das Etui meines Ringes, das in einer Schublade liegt. Meine Absicht ist es,
einen Weg von ihrem Geist ..:um Ring zu bereiten, p,anz sanft. Deshalb benutze ich
einen gerichteten, harten Energiesrrahl, um ihre Aufmerksamkeit auf den Ring zu

lenken.
Dr. N.: Was macht Hden dann?
K.: Unter meiner Führung steht sie langsam auf, ohne zu wissen warum. Schla.iwandlerisch geht sie an die Kommode und zögen. Dann ..:icht sie die Sl'hubladc
auf. Da sich mein Ring im Etui befindet, höre ich nicht auf, meine Energie zwischen ihrem Geist und dem Deckel des Etuis hin und her fliesscn 7.U lassen. Helen
öffnet das Etui, nimmt den Ring heraus und hält ihn in ihrer linken Hand. ['1lJ[ Cl·
rem tiefen Seufzer] Jetzt weiss ich, ich habe 1oic!
Dr. N.: Weil ... ?
K.: ••. Weil der Ring immer noch etwas \'Oll meiner Energie enthält. Verstehst du
nicht? Sie spürt meine Energie an beiden Enden der Gabel. Das Signal geht in zwei
Richtungen. Sehr wirkungsvoll.
Dr. N.: ja, schon klar- und was weiter?
K.: jetzt schalte ich in den Schong.mg, wobei ich eine kraft\'olle Brücke errichte
zwischen mir, der ich an ihrer rechten Seih: stehe, und dem Ring zur Linken. Sie
schaut in meine Richtung und. lächelt. Dann küsst Helen meinen Ring und sagt:
·Danke dir, mein Lieber, ich weiss, dass du jetzt bei mir bist. Ich werde \'ersuchen,
tapferer zu sein.,.

., ..

Ich möchtealldiejenigen ermutigen, die untröstlich über den Verlust eines geliebten Menschen sind, das zu tun, was talentierte Hellscher unternehmen, wenn sie
\·ermisstc Personen ausfindig machen wollen: Nimm einfach ein Schmuckstück, ein
Kleidungsstück oder irgend.etwa1o anderes, das dem Verstorbenen ~ehOrt hat, be~ih
dich eine Zeitlang damit an einen euch beiden vertrauten Ort und öffne deinen
Geist, während du alle anderen unwichtigen GcJankcn ausblendest.
8C\'or wir zum nächsten Abschnitt kommen, möchte ich gerne meine Lieblingsgeschichte 1.um Thema Energiekontakt durch Ge~;enstände, die einem körperlosen
Wesen gehört haben, zum Besten geben. Meine hau Peggy ist Krankenschwester
auf einer Onkologie-Station und hat eine Zusatzausbildung als Betreuerin, sodass
sie sehr viel mit \'Cr7.wcifehen Krebspatienten und ihren familienzutun hat. Da sie
im Krankenhaus Chemotherapeutika vcra.breicht, kommt sie auch in Kontakt mir
dem HospizpersonaL Einige der dort bcschähigtcn Schwestern und meine Frau
sind eng befreundet und treffen sich rcgclmässig. Ein Mitglied der Gruppe hat erst
kürz.lich ihren Mann durch Krebs \'erloren. Clay war ein begeisterter Tänzer zu
Big-Band-Musik, und gemeinsam mir seiner Frau unternahm er häufig Reisen mit
J2

~ \ r1 11 L

.! - Tud.

Trau~r nnJ Trr>~t

dem Wagen, um die besten Bands spielen zu hören. Am Abend nach Clays Tod sassenseine Witwe, meine Frau und die anderen Mirglieder der Gruppe in einem Kreis
auf dem Boden des Wohnzimmers der Witwe und diskutierten i.iher meine Ansicht,
dass Seelen versuchen, Kontakt mit den Menschen auf1.unehmen, die ihnen lieb
und teuer sind. Enuäuscht rief die Witwe aus: •Warum hat Cla\' sich nicht auf eine
Art bemerkbar gemacht, die mich trösten würde?". Einen Au~cnblick lang herrsehre Stille, und plötzlich begann die Stereoanla~c auf dem Bücherregal Glcnn Millen
Stück •In the Mood• zu spielen ... Daraufhin herrschte erstauntes Schweigen, bis
die Gruppe schliesslich nervös zu lachen begann. Die \\:'it\\'e brachte lediglich heraus: ·Die Stereoanlage ist schon zwei Jahre lang nicht mehr eingeschaltet gewesen!• Das spielte keine Rolle- ich denke, Cla~·s Rotschah war nicht zu überhören.
Lichtenergie hat einige Eigenschaften mit Jer clektroma~netischen Kraft gemein und kann daher geheimnisvolle Einflüsse auf Gegenstände ausühcn. Das Ehepaar JoAnn und ]im j?;chört zu meinen früheren KliL·nten. Die heiden haben eine
sehr enge Beziehung. Nach ihren Sitzungen ergab sich ein Gespräch über die Verwendung von Energiestrahlen lebender Menschen. l.eichtsinnigerweise erzählten
sie mir, dass sie ihre Energien auf den kaliforniseben Autobahnen vereinen, um so,
wenn sie in Eile sind, auf der Überholspur vor ihnen fahrende Autos zu zwingen,
den Weg freizugehen. Auf meine Frage, ob sie dabei zu dicht auffahren würden,
entgegneten sie: •Nein, wi.- richten einfa~h einen kombinierten Strahl auf den Na.cken des Fahrers und gabeln dann Jen Strahl auf die rechte (miniere) fahrspurund
wieder zurück.• Die beiden behaupteten, dass sie in über 50 Prozent der Fälle damit Erfolg hätten. Halb im Scherz sagte ich, dass sie mit dieser Vorgehcnswcise
Machtmissbrauch ausübten und das doch besser lassen sollten. Ich hin sicher, sie
sind sich darüber im Klaren, dass eine konstruktive Verwendung dieses Talents in
den oberen Etagen mehr Anklang finden ~·ird, auch wenn es ihnen schwerfallen
dürfte, diese Gewohnheit zu durchbrechen.

Wiedererkennung im Traum
Zu den von körperlosen Seelen am hJufigsten verwendeten Methoden, mit geliebten Menschen Kontakt aufzunehmen, gehiln der Traumzustand. Die Trauer, die
das Bewusstsein überflutet hat, wird im Schlafzustancl vorübergehend ,-om ersten
Platz in unseren Gedanken verdrängt. Auch wenn wir unruhit; schlafen, befindet
sich das Unterbewusstsein in einem aufnahmefähigen Zustand. Unglücklicherweise wacht die trauernde Person allzu häufig auf aus einem Traum, der unter Umständen eine Botschaft hätte beinhalten können, und vergisst ihn dann, ohne etwas aufzuschreiben. F.nrweder bedeuteten die BiiJer und Symbole, die während des
Schlafs wahrgenommen wurden, dem Betreffenden nichts, oder die Traumsequenz
wurde als Wunschdenken abgetan, wenn sich beispielsweise der Träumende mit
dem Ve.-storbencn im Traum gesehen hat.
Bevor ich in meiner Schilderung fnrrfahre. m&:hte ich etwas zum allgemeinen
Wesen des Traums anmerken. Meine heruniehe Erfahrung mit TrJumen beruht darauf, dass ich meinen Klienten, die sich in Hypnose befinden, zuhöre, wie sie als

JJ

körperlose Wesen erklären, auf welche Weise sie den Traum benut7.en, um die Lebenden zu erreichen. Geistwesen sind sehr wählerisch, wenn sie sich unsere TraumsL-quenzen zunutze machen. Ich bin zu der Schlussfolgerung gdangr, dass die meisten Träume nicht sehr riefschürfend sind. Die Lektüre \'erschiedener Abhandlungen 7.um Thema hat gezeigt, dass sogar Fachleute der Ansicht sind, \"ide Träume
seien lediglich wild durchcinandcrge\\·orfene Absurditäten, die in den SchJ.Itkreisen des Gehirns wegen Überlastung während des Tages entsteh'-·n. Um im Gehirn
während bestimmter Schlafzyklen Spannungen abzubauen, entlJ.Jen sich unsere
Nerven via S)·napse und sorgen für Entspannung.
Ich teile Triurne in drei Kategorien ein, wobei eine da\·on die so~enanntc Aufräumphase ist. Viele ungeordnete Gedanken des Tages werden \vährend der Nacht
im Schlaf miteinander vermischt und quasi als Kauderwelsch aus dem Bewusstsein
hinausbefördert. Wir können keinen Sinn darin erkennen, weil keiner da ist. Andererseits wissen wir sehr t;cnau, dass Träume auch einen kogniti\'cn Aspekt haben.
Diesen Zustand unteneile ich in die zwei anderen Kate~orien, nämlich Problemlösung und spirituelle Phase, \Vobei die Grenze zwischen den beiden tlicsscnd ist. Es
gibt Menschen, die als Nebenerscheinung eines Tntuml'S Informationen über ein
zukünftiges Ereignis erhalten h.1ben. Auch kann unser Bewusstseinszustand durch
Träume verändert werden.
Zu den grössten Belastungen im Leben gehi.lrcn jene Phasen, in denen wir um
jemanden trauern, da un:i - für immer, wie wir ~Iauben - Jic Zuneigung eines geliebten Menschen abhanden gekommen ist. Extremer Schmcr:T- lässt fast nur im
Schlaf nach. Wir gehen \·oller Angst 7.u Bett, wachen wieder auf, und der Schmerz
ist immu noch da. Doch was daZ\vischcn ist, bleibt rätselhaft. Gele~cntlich sind
wir nach dem Aufwachen besser in der Lage, erste Schritte :tu unternehmen, um
mit dem Verlust fenigzuwerden. Rl·i der Problemlösung wahrend 'l'raumsequenzen
handelt es sich um eine Art geistiges Ausbrüten, das deshalb prozessual gcnanm
worden ist, weil darin Bildl•r auftauchen, die uns \V"cgc aufzeigen, um weitcri!Ukommen. Stammen die angebotenen Einsichten aus einer anderen Quelle als aus
uns selbst? Wenn der Traum in die spiritudlc Sphäre überschwappt, haben uns womöglich die Traumweber ihre Dienste als Soufileure angeboten. damit wir mit unserem emotionalen Stress besser zurechtkommen.
In spirituellen Träumen tau,hen unsere führcr, Lehrerseelen sowie Seelengefährten auf, die uns in ihrer Eigenschaft als 8utcn mit Lösungsmüglichkciten zur
Seite stehen. Wir erhalten solche Hilfe auch dann, '\\'cnn wir uns nicht im Trauerzustand befinden. Im Rahmen dieser spirilllellen Traummischung erhalten wir auch
Zugang 7.U Erfahrungen, die wir in anderen physischen und geistigen Wehen ~e­
macht haben, einschliesslich der spirituellen Welt. Wie \·icle Menschen hahen nicht
schon geträumt, wie sie flicgl·n oder sich mühelos unter Wasser fortbewegen künnen? Bei der Arbeit mit dem einen oder anderen Klienten h.n sich gezeigt, dass diese mythischen Erinnerungen Informationl'n enthalten über ein Lehen, Jas sie auf
anderen Planeten als intelligente Lebewesen zugehracht haben, WO sie niegen
konnten oder unter Wasser gelebt haben. Häufig liefern uns solche Traumsequen-

II.

'e'

1t ~ ~ -

TuJ. Tr.1u..:r und TroM

zcn Bilder als Schlüssel zu jenen Türen, mit denen sich frühere Lehen mit unserem
11:tzigcn verbinden lassen. Unser unsterblicher Seelcnch.uaktcr bleibt im Wesendi..:hen tmtz verschiedener Gastkörper derselbe, sodass derartige Vergleiche ni~hts
Biz.ures an sich haben. Einige unserer grössten Offenbarungen resultieren aus cpiso..lcnhahcn Träumen über Ereignisse, Ürte unt.l Verhaltensmuster, die aus Erfahrungen summen, bevor wir in unseren jetzigen Körper geschlüpft sind.
kh bin im ersten Kapitel kurz auf den VorbereilUnj!;skurs eingegangen, den wir
in der geistigen \t'eh besuchen, bevor wir in ein neu es Lehen zurückkehren. Uiese
Seelenübung wird in meinem ersu~n Buch DIL RF.TSEN DF.R SEI·_ LI· detailliert beschrieben, doch erwähne ich sie hier, Ja sie auch für unsere Träume \"On ßedeutun~
ist. Der Kurs soll uns Jabei unterstützen, Menschen und Erci~nisse im neuen Leben zu erkennen. Während wir uns darauf vorhcreiten,l•rncut zu inkJrniercn,lenkt
ein Lehrer unser Augenmerk auf die wichtigen Aspekte unseres Lebens\"ertrag:es.
WeSl'ntlicher Bestandteil des Kurses ist Ja.." Zusammentreffen und der Austausch
mit Seelen .aus unserer Gruppe, aber auch aus anderen Gruppen, die mit uns gewisse Bereiche unseres neuen Lebens teilen sollen.
Es kann gut sein, dass in unseren Träumen Erinnerungen an diese Vorbereitungskurse wach 'Q.'Crdcn, damit in der dunkelsten Verzweiflung ein Lil·ht angezündet wird, insbesondere wenn wir den Verlust eines unserer "-'ichtig!-iten Scclen~e­
fährten zu beklagen haben. C. G. jung sagte: • Träume verkörpern unterdrückte
"Wünsche und Ängste, künnen aber auch Ausdruck sein iür unentrinnbare Wahrheiten, bei denen es sich weder um Illusionen noch um wilde fantasicn handelt.•
Gelegentlich werden solche Wahrheiten in unseren Träumen durch bildhahe Rätsel
.ausgedrückt und tauchen in Form .archery-·pischer Bilder auf. Traumsymbole sind
etwas Kuhurspezifischcs, und auch Traumr;lossare ändern daran nichts. Jeder
Mensch sollte sich auf seine ei~ene Intuition verlassen, um die ßct.lcutung l'ines
Traumes 7.U entschlüsseln.
Die australischen Ureinwohner, t.lcren Kultur sich ohne Umerbrechun):!. IOCCO
Jahre zurück\"crfolgcn lässt, glauben, dass die Traumzeit im Hinblick auf die objekrivc Realität tatsächlich die reale Zeit darstellt. Eine Traumwahrnehmun!!: ist häufi):!,
genauso real wie eine Erfahrung im Wachzustand. für eine Seele in der geistigen
Welt spielt die Zeit immer in der Gegenwart, das hcisst: G.anz gleich, \"Of wie langer
Zeit sich ein Mensch aus unserem Leben nrabschict.let haben mag, die geliebte Person möchte, dass wir uns darüber im KIaren sind. dass sie sich immer noch in der
}etzlrealildl befindet.
Wie stellt es ein liebevolles Geistwesen an, wenn es uns in unseren Träumen helfen will, Einsicht in diese Zusammenhänge zu gewinnen und sie zu akzepricfl•n?

l'all 5
Im folgenden Fall ist meine Klientin im Jahre 1935 in New York soeben an Lungenentzündung gestorben. Sie war eine junge fr.au Anf.ang 30 gewesen, Jie in eint·r
kleinen Stadt im minieren \'\'esten aufgewachsen war und dann nach Ncw York

Jl

ging. Syh·ias Tod kam überraschend, und sie wollte ihre verwitwete Mutter
trosten.

..,.

~ern

':

Dr. Jl.: Begibst du dich unmittelbar nach dem Tod in die geistige \'('eh?
K.: Nein. Ich muss meiner Mutter Lebewohl sagen, deshalb möchte ich in der irdischen Sphäre bleiben, bis sie die Nachricht erhalten haL
Dr. N.: Milchtest du gerne noch jemanJ anderen besuchen, ehe du Jich zu deiner
Muncr begibst?
K.: [zögert zr...r~richst. dann m1r rauer Sllrr'rne) ja ... es gibt da einen alten heund von
mir ... sein Name ist Phi I ... 7.uerst besuche ich ihn in seinem Haus ...
Dr. Jl.: [san(!} Ich verstehe, warst Ju in Phil verlieht?
K.: [kurzes Schwe,genj Ich glaube schon, aber wir haben nie geheiratet ... ich ...
möchte ihn nur noch einmal herührc:n. Ich nehme nicht wirklich Komakt mit ihm
auf, Jenn er schläft fest und träumt nicht. Ich kann nicht ).Jn~e bleiben, denn ich
möchte bei meiner Mutter sein, bevor sie die Nachricht \'On meinem Tod erfährt.
Dr. N.: Bringst du das mit Philnicht ein bisschen rasch hinter dich? Warum wanest
du nicht auf einen echten Traumzvklus und hinterlä:-;st eine Nachricht?
K.: [ en!schlossen} Phi! spielt seit jJhren keine Rolle mehr in meinem Lehen. Ich hab
mich ihm hingegeben, als wir hcidc jung waren. Er denkt kaum noch an mich ...
und ... nun ... dass ich ihm anhand eines Tr.Jumcs wieder cinf.tllcn soll ... es könnte ja sein, dass er die Botschah gar nicht erhält. Es reicht, wenn il·h einstweilen Spuren meiner Eneq~ic hinterlasse, deM in der ~eisti~en Welr werden wir wil..Jer nr.
.
emt SCiß.
Dr. Jl.: Gehst du nun zu deiner Mutter, nachdem du Phil nrlassen hast?
K.: j.J. Ich beginne mit einer eher konventionellen gedanklichen Kommunikation,
während sie wach ist, doch ich erreiche Wehrs. Sie ist so traurig. Ihr Schmerz, J.Jss
sie nicht an meiner Seite sein kann, überwältigt sie.
Dr. N.: Welche Techniken hast du hislang ausprobiert?
K.: Ich projiziere meine Gedanken durch ein orange-gelbes Licht, wie die Flamme
einer Kerze, umgebe ihren Kopf mit meinem Licht und schicke ihr liebc\'olle Gedanken. Doch es klappt nicht. Sie merkt nicht, dass ich bei ihr bin. Ich werde es mir
einem Traum ,·ersuchen.
Dr. Jl.: Gut, Syh-ia, gib mir etwas Zeit. Sag mir doch bitte zunächst, ob du einen der
Träume deiner Mutter auswjhJen wirst oder ob du einen eigenen Traum für sie
schaffen wirst.
K.: Ich bin noch nicht sehr bewanJert im Erschaffen \'On Träumen. Es ist vielleichter für mich, einen Jer ihren zu nehmen, so kann ich mich in den Traum einklinken,
einen natürlicheren Kontakt herstellen und dann selbst eine Rolle spielen. Ich
möchte, dass sie v.:eiss, dass ich das in dem Traum bin.
Dr. N.: Gut. Lass mich an diesem Vor~ang teilhahen.
K.: Die ersten paar Träume sind ungeeignet. Einer hJt nur wirres Zeug 1:um Inhalt.
Bei dem anderen handelt es sich um ein r=ragment aus einem früheren Leben, Joch
ich komme darin nicht vor. Schlicsslich hat sie einen Traum, in dem sie in den fcl)6

K~P11~:

2- Tod,Tr~uc-~unJTro.Ht

dern, die mein Haus umgeben, spazieren geht. Du solltest wissen, dass in diesem
Traum keine Trauer vorkommt, denn ich bin noch nicht tot.
Dr. N.: Welchen Nu tun hat dieser Traum, Sylvia, wenn du darin nicht vorkommst?
k.: [lachencJ] Also hör mal, siehst du denn nicht - ich werde mir auf ganz sanfte
Weise einen Platz in diesem Traum suchen.
Dr. N.: Kannst du die Sequenz dieses Traumes verändern, um dir selbst einen Platz
darin zu schaffen?
k.: Natürlich. Ich betrete den Traum \'On der anderen Seite des Feldes aus, indem
ich meine Energiemuster auf die Gedanken meiner Mutter abstimme. Ich projiziere ein Bild ,·on mir selbst, wie ich das Ieute Mal ausgesehen habe, als wir einander
trafen. Ich gehe lang.sam quer über das feiJ, damit sie sich an meine Gcgenwan gewöhnen kann. Ich winke, lächle und gehe dann auf sie zu. \'\'ir nehmen einander in
die Arme, und jetzt schicke ich Entrgiewellcn zur Erfrischung in ihren schlafenden
Körper.
Dr. M.: Und was wird das bei deiner Mutter be'\\•irken?
k.: Dieses Bild wird bei meiner Mutter auf eine hi.lhere Bc'(\'Usstscinsebcne gehoben. Ich möchte nämlich sicher ~ehen, dass sie den Traum nicht vergL·ssen hat,
wenn sie wieder aufwacht.
Dr. N.: Woher willst du wissen, dass siealldas nicht für eine Projektion ihrl·r Sehnsucht nach dir hält und den Traum als irreal abtut?
K.: Der Einfluss eines bunten Traumes wie dieser ist sehr gross. Sobald meine Mutter aufwacht, wird sie sich lebhaft an diese Landschaft mit mir erinnern und vermuten, dass ich bei ihr bin. Über kurz oder lang wird die Erinnerung so real, dass sie
sie für wahr hält.
Dr. N.: Sylvi~ wanden das Bild des Traumes aufgrunJ deines Energietransfers von
der unbewussten zur bewussten Realität?
K.: Ja, es ist ein Fihervorgang, bei dem ich die nächsten Tage weitere Eneq:;iewellen
in sie schicken werde, bis sie anfängt, sich mit meinem Tod abzufinden. lr.:h möchte, da.'is sie glaubt, dass ich nach wie vor Teil "'on ihr bin und immer bleiben werde.
'Y- ,:

Duch was war mit dem schlafenden Phi I? Es war klar, dass Sylvia nicht viel Zeit
brauchen wollte, um ihre Gefühle in seinem Unterbewusstsein zu verankern. Offenb.u kommt es in Jen tiefen Delta-Phasen, also der Hirnwellcnakti'·ität, bei Jenen keine ruckartigen Augenbewegungen 7.U ,·erzcichncn sind, zu keinen Träumen.
Bei der REM-Phase, auch bekannt als paradoxer Schlaf, handelt es ich um einen viel
leichteren und deshalb aktiveren Traumzustand, der zumeist in den frühen und
späten Phasen des Schlafes auftritt.
ln meinem nächsten Fall wird der Kontakt zum Träumenden zwischen den
Träumen hergestellt, v.reil dieser sich vermutlich J;Cradc in der REM-Phase befindet.
Die Traumwcbcrseclen, mit denen ich zu tun habe, benutzen alle diC' Technik des
Einpflanzcns von Träumen, wobei es zwei unterschiedliche Formen gibt:

J7

J. Veränderung des Traums: Eine geschickte kürperlosc.• Seele dringt in Jen
Geist des Schlafenden ein und verändert Teile des Trauml'S, der gerade erlebt
wird. Ich würde diese Technik damit vergleichen, wenn in einemTexterwas
zwischen die Zeilen geschrieben wird, das hcisst, die Geistwesen treten als
Akteure zwischen den Text eines Stückes, das gerade gespieh wird, sodass
der Träumende gar nicht merkt, Jass si,h jemand am Drehbuch zu schaffen
macht. Das hat Sylvia bei ihrer Muuer getan. Sie hat den richti);en Traum abgewartet, in den sie sich einklinkte und sich nahtlos in ihn c.•infügte. \X'em dieser Vorgang schwierig zu sein scheim, soll sich einmal den folgenden Fall6
anschauen.
2. Das Erzeugen von Träumen: Hier muss die Seele aus dem Nichts einen
Traum schaffen, ihn kompleu ins Gehirn des Träumenden einsetzen und anschliesscnd die Struktur dieser Bilder zu einem sinnvollen Ganzen zusJ.mmenfügen, damit sie ihren Zweck erfüllen. Die Schaffung oder Verändcrun~
von Szenen im Gehirn eines Träumenden dient der Ühcrmitdun~ einer Botschaft. für mich ist dies ein Akt der Unterstützung und Liebe. W'enn Jas

Einpflanzen eines Traumes unsachgcmäss erfolgt, der TrJum also ohne Bedeutunt?; bleibt, geht der Träumende weiter, wal·hr .1m nächsten Morgen auf
und erinnert sich nur an zusammenhanglose fragmente odn an gar nichts
mehr.
Zur Illustration des therapeutischen Szenarios der zuletzt geschilderten Technik
bringe ich nun das Beispiel eines Klienten auf Niveau V, der in seinl'm letzten Leben BuJ hiess. Rud k.am 1942 bei einer Schlacht während des Zweiten Weltkriegs
ums Leben. Es geht hier um einen Traumenden namcns Wah, Buds Bruder. Bud
kehrte nach seinem Tod auf dem Schlachtfeld in dil· geistige Weh zurück., wo er
Vorhereirungen traf, um seinem BruJL·r W.alt mit einer wirksamen Methode: Trost
7Uteil werden zu lassen. ln der Schaffung von Träumen hatte er Erfahrung. Es handelt sich um l'inen jener Fällt:, die mir dahci hehiHlich waren, meine Pcr!<>pekti\'C der
subtilen Integrationsmöglichkeiten zu en\·citcrn, die von Traumw,•herseclcn bei
schlafenden Menschen angewendet werden. Mein Klient beschreibt hier - in ge·
kürztcr Form - jene Traumtechniken, die ihm nm seinc.·m Führer Axinar bcigebr.tcht wurden.

l'all 6
Dr. N.: Wie willst du nach deiner Rückkehr in die geistige Welt deinem Bruder Trost
zuteil werden lassen?
K.: Axinar hat mit mir eine wirkunJ;svolle Stratej:!;ic J.usgcarbcitet. Es ist ein heikles
Vorhaben, denn wir arbeiten mit W.1hs Duplikat.
Dr. N.: Du meinst den dualen Teil von Wahs Energiemasse, der währenJ seiner Inkarnation auf der Erde in der geistigen Welt zurückgeblieben ist?

38

J;:A f' 1:1.

2

T<>~l.

Tr.1ucr un.l

Tt<ht

K.: Ja, Waltundich befinden uns in derselben Seelengruppe. Ich vcrhinJe mich zu-

nächst mit seinem geteilten Wesen hier, damit ich en~crcn KontJ.kt aufnchmt.·n
kann mit Walts Licht au( da Erde.
Dr. N.: Bitte erkläre mir diesen Vorgang.
K.: Ich schwebe in die Nähe des Verstecks, in dem sich seine 7.uri.it·kgebliebene
Energie befindet, und verschmelze kurzzeitig damit. So bin ich in der L.1~e, Walts
Energiegepräge hunJenprozcntig aufzunehmen. Zwischen uns beiden besteht bereits eine telep:nhischc Verbindung, doch milchte i~:h beim Erreichen seines Zimmers auf einer höheren Schwingungsebene mit ihm verbunden sein.
Dr. N.: Warum möchte5[ du bei dt'incr Rückkehr zur F.rde eine absolut exakte Kopie von Walts Energiemuster Jabci haben?
K.: Damit die Verbindung zu den Träumen, die ich schaffen werde, stärker ist.
Dr. N.: Aber warum ist Wahs andere Hälfte nicht in der La~c. mit sich selbst ansun
mit dir Komakt aufzunehmen?
K.: [ungehalten] Das funktioniert nicht richti~. Das ist nichts weiter als ein Selbstgespräch. Das hinterlässt keinen Eindruck, besonders während des Schlafs. Das ist ein

Reinfall.

· ·

Dr. N.: Na schön, du hast jetzt Walts exaktes Energ;iemuster dabei. was passiert,
wenn du seinen schlafenden Körper aufsuchst?
k.: Er wirft sich im Schlaf von einer Seite auf die andere und leidet wirklich .,ehr untt·r meinem Tod. Axinar hat mir beigebracht, :twischen den Träumen tätig zu sein,
da er diese Energietransfers selber so gut beherrscht.
Dr. N.: Du arbeitest zwischen den Träumen?
K.: Ja, so kann ich auf jeder Seite von zwei \·crschied.encn Träumen Botschaften hin·
terlassen und sie ansebliessend zur Steigerung der Wahrnehmun~sfähi~keit miteinander verbinden. Da ich Walts l'Xakte Energiekopie bei mir habe. ist es ein Leit·htes für mich, in seinen Geist einzudringen und meine Energie dort zu lagern. Nach
meinem Besuch entsteht ein dritter Traum über die beiden ersten als verzögerte Reaktion, und Wah wird uns heide in einer Szenerie sehen, in der wir unserl'n Körper
nrlasst.·n haben. Er wird diese Szene 7.war nicht als die geisti~e Weh erkennen,
doch die Akti\'ierun~ dieser angenehmen Erinncrun~en wird ihm Kraft ~ehen.
Anmerkung: Monehe KuiLJfer: ..... e e/·.viJ jene cJer (IOeliSU'f'fl JJ1ysi<K€r v•d r:'c' Auf,fassunR. dcss d1e ge,sri):!e 1Nell eu:ern fase phy::.,scr:en Pr.-ac· es eni~iJr.rri. Clcs n(H:.;"

,'1cher Besrandrerl c..fes

Tr~um,;orgc"'gs

rsr.

Dr. N.: Welche Träume hast du geschaffen?
K.: Wah war drei Jahre älter, dennoch haben wir als Jungs viel miteinander gespielt.
Das änderte sich, als er dreizehn war, nicht wt.•il wir keine enge Beziehung mehr gehabt hätten, sondern weil er nun mehr mit Gleichaltrigen zu tun hatte und ich ausgeschlossen wurde. Eines Tages schwangen Walt und seine Freunde an einem Seil.
Jas hoch über einem Weiher am Ast eines grossen Baumes fcstgemJcht war. Ich war
in der Nähe und sah zu. Die anderen jungs schwangen sich zuerst hin.tus und
plumpsten ins Wasser, wo sie miteinander balgten, als Walt zu hoch hinausschoss,
39

mit dem Kopf gegen einen anderen An prallte und fast das Bewusstseins verlor, als
er ins Wasser stürne. Die anderen hatten das ni~.:ht mitbekommen. Ich spung in
den Weiher, zog seinen Kopf aus dem Wasser und rief nach Hilfe. Wieder am Ufer,
sah mich Waltetwas benommen an und meime: •Du hast mir das Leben gerettet,
danke.• Damit glaubte ich, Mit~lied ihres Clubs geworden zu sein. Doch ein pJJr
Wochen später wollten mich Walt und seine Freunde dann nicht bei ihrem Softballspiel dabeihaben. Dass Wah nicht zu unserer heundschJft stand, empfand ich als
Verrat. Während des Spirls fiel der Ball ins Gebüsch, und sie konnten ihn nicht fin·
den. Ich entdeckte ihn am Abend und versteckte ihn in unserer Scheune. Sie hatten
kein Geld für einen neuen Ball, sodass sie eine Zeitlang nicht spielen konnten, bis
einer der Jungs zum Geburtstag einen ncuen Ball geschenkt bekam.
Dr. N.: Welche Borschaft wolltest du Walt übermitteln?
K.: Ich wollte, dass mein Bruder sieht, wie ich weine und wie sein blutender Kopf
in meinem Schoss ruht, dort am Rande des Weihers, unJ ich wollte, dass er si~.:h daran erinnert, was wir z.ueinander gesagt hatten, nachdem er wieder Luft bekam. 1)l•r
zweite Traum mit dem Softballspiel war zu Ende, als ich eine An Endstreifen an
den Traum anhängte und ihn in die Scheune führte, wo der Softhall versft·ckt war.
Ich sagte Wah, dass ich ihm jede Kränkung verzeihe, die er mir zugdüst hatte. Ich
wollte ihm klarmachen, dass ich immer zu ihm halten würde und wir einander ewi~
treusein würden. F.r wird sich darüber klar werden, weM er zur alten Scheune zurückkehrt, um den Ball zu suchen.
Dr. N.: Braucht Walt nach deinem Besuch einen weiteren Traum zu diesem Thema?
K.: {•'cchend] Da er sich nach dem Traum an die Stelle, an der sid1 der Ball befand,
erinnerte, war das nicht nötig. Walt eriMerte sich an das, was ich ihm im Traum
cingepflan7.t hanc. Seine Rückkehr zu unserer alten Scheune, wo er den Ball fand,
liess die Botschaften miteinander verschmelzen. Dadurch konnte Wah besser mit
meinem Tod umgehen.

.

. .:

Traumsymbole spielen sich auf vielen Ebenen im Geist ab, von denen einige ahs·
traktcr, andere emotionaler Natur sind. Die Träume des eben ~eschildcrten falles,
zu dem Bilder aus der eigenen Erfahrung gehönen, verstärkten die prägnanten Erinnerungen \"On zwei Brüdern innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes. Die zukünftige Vereinigung der beiden drückte sich für Waltin einem dritten, eher schl··
menhaften Traum aus, in dem beide Seelen erm·ut in der geistigen Welt ~lücklich
veremt waren.
Es hat lange gcdauerr, bevor ich auf einen fortgeschrittenen Klienten stiess, der
bei einem Traummeister in die Lehre ging, eine Bezeichnung, die ml·incr Mcinun~
nach für Axinar im letzten Fall6 angemessen ist. Wie bei allen spirituellen Techni·
ken ist auch hier die eine oder andere Seele ehrgeiziger, wenn l'S um die weitere Entfaltung der eigenen Fähigkeüen geht. In Jicsem Fall hat Bud ni~:ht nur eine Traumsequenz im Gehirn von Walt hervorgerufen, sondern sich auch noch einer komplizierteren Technik bedient, um sie mit dem zentralen Thema der Li,·hc und
Unterstützung für seinen Bruder 7.U verbinden. Darüber hinaus liefc-rte Bud einen

40

t;.

•rrTr: 2 - Tod, Tr.tu<'r und Tru~t

physischen Beweis für seine fJr:isenz, indem er sich des versteckten Softballs hediente.
Dies soll die Leisrung Sylvias in FallS (siehe S. 35) nicht schm:ilern, da sie sehr
~eschickt darin war, sich in den Traum ihrer Mutter cin7.uklinken, unJ ihr Trost zuteil werden 7.U lassen, ohne die Träumende 7.U stören. Bud in Fall6 zeigt ledi~lich
mehr spirituelle Kunstfertigkeit.

Übertragung durch Kinder
Wenn eine Seele Probleme hat, den Geist eines Erwachsenen in Nilren zu erreichen,
bedient sie sich unter Umständen eines Kindes als Bote für ihre Naduicht. Kinder
sind Geistwesen ~egcnübcr aufgeschlossener, da man sie noch nicht dahingehenJ
beeinflusst hat, übernatürliche Phänomene anzuzweifeln. Häufig handelt es sich
bei dem jungen Menschen, der als Mittler dienen soll, um ein Familienmitglied Jes
Verstorbenen. Diese Situation ist hilfreich für das Geistwesen, das einen Hinterbliebenen erreichen möchte, insbesondere wenn es jemand im gleichen Haushalt
ist. Im nächsten Fall geht es um einen Mann, der im Alter von 42 Jahren einem
Herzanfall erlag, der ihn im Garten überraschte.

Fall 7
Dr. N.: Was machst Ju, um deine frau im Augenblick deines Todl·s zu trösten?
K.: Zunächst versuche ich, lrene mit meiner Energie zu umarmen, doch ich bin darin noch nicht sehr bewandert. [der l<.11en1 bPfmdet SICh a:J( N;·,eo_; II] Ich kann mich
auf ihren Schmerz einstellen, aber nichts von Jem, was ich mache, zeigt Wirkung.
Ich mache mir Sorgen, denn ich möchte nicht gehen, ohne Lebewohl ~esagt zu haben.
Dr. N.: Entspanne dich einfach und geh langsam weiter. Ich möchte, dass du mir erklärst, wie du dich durch dieses Dilemma hindurcharbeitest.
k.: Ich merke schnell, Jass ich lrene ein wenig trüsren könnte, indem ich üher Sarah, unsere zehnjährige Tochter, Kontakt mit ihr aufnehme.
Dr. N.: Was veranlasst dich zu glauben, dass Sarah Jich spürt?
K.: Meine Tochter und ich haben eine besondere Beziehung. Auch sie leidet sehr
nach meinem Tod, doch ist auch \·icl Angst dabei, was mit mir so plötzlich ~eschc­
hcn ist. Sarah begreift das Ganze noch nicht so recht. Es sind zu viele Nachbarn da,
die versuchen, meiner Frau Mut 7.uzusprechen, wobei sich niemand um Sarah kümmen, die allein in unserem Schlafzimmer sit7.t.
Dr. N.: Siehst du das als Gelegenheit an?
K.: Ja, denn ich spüre, dass Sarah merkt, Jass ich noch lebe, soJa.ss sie empfänglich
für meine Schwingungen ist, wenn ich das Schlafzimmer hetrctc.
Dr. N.: Gut. Was passiert Jann zwischen dir und deiner Tochter?
K.: [n1mmc e1nen !1e(en A remzug] Es hat geklappt! Sarah hat ein paar Stricknadeln ihrer Mutter in der I hnJ. Durch diese schicke ich ihr Wärme in ihre Hände, und sie
spün das sofort. Dann benutze ich die Nadeln als Mincl, um sie am Hinterkopf in

41

der Gegend des ersten und zweiten Halswirbels zu cnci..:hcn, von wo ich mich bis
z:u ihrem Kinn vorarbeite. [!'ld/! rnnc ~md rängr ur zu :och('n}
Dr. N.: Warum so fröhlich?
K.: Sarah kichert, weil ich sie am Kinn kraule, wie ich das immer gemacht hahc,
wenn ich sie zu Ben brachte.
Dr. N.: '\X'a.s machst du als Nächstes?
K.: Die Nachharn sind gerade dabei, zu gehen, denn man hat meinen Körper nach
draussen in einen Krankenwagen gebradn. Irene kommt allein in.s Schlafzimmer,
um sich fertig zu machen, denn unten wartet ein Nachbar, der sie ins Krankenhaus
fahren wird. Ausscrdem will sie wissen, wie es Sarah ~;;ein. Sarah schaut meine hau
an und sagt zu ihr: ·Mami, du brauchst gar nicht zu fahren, Papi ist hier bei mirich weiss es, weil ich spüre, wie er mich am Kinn krault~ ..
Dr. N.: Wie reagiert deine Frau?
K.: Irenc weint, aber nicht mehr so schlimm wie \'orher, da sie Sarah nicht beunruhigen möchte. Sie nimmt unsere Tochter in den Arm.
Dr. N.: lrene ist skeptisch hinsichtlich der Aussagen deiner Tochter, die behauptet,
du seist bei ihr?
K.: Ja, noch ist sie skeptisch, aber ich bin darauf eingestellt. Sobald meine frau unsere Tochter in den Armen hält, werde ich die Kluft zwischen den beiden schliessen
und sie mit meiner Energie überschütten. Auch lrcnc spürt meine Gegenwart, allerdings nicht so stark wie Sarah. Die beiden sit7.en auf dem Ben und umarmen einander mit geschlossenen Augen. Eine Zeidang sind wir drei miteinander vereint.
Dr. N.: Hast du das Gefühl, du hast eneicht, was du dir an diesem Tag vorgenommen hast?
K.: Ja, es ist genug. Es ist an der Zeit zu gehen, also ziehe ich mich zurück und
schwebe aus dem Haus hinaus. Ich schwebe hoch über der Landschah und werde
dann in den Himmel gesaugt. Ich bewege mich auf ein helles Licht zu, und mein
Führer kommt mir dort entgegen.

Kontakte in vertrauter Umgebung
Der letzte Fall künmc den Eindruck erwecken, dass die Seele, sobald sie Kontakt
aufgenommen hat mit jenen, denen sie nahe sund, ihre Reise in die geistige Welt
antritt, ohne sich noch einmal mit uns auf Erden beschäftigen zu wollen. Doch es
gibt Menschen, die die Präsenz einer Seele nach dem Tod nicht sofort spUren, sondern erst später. Hinterbliebene, die sich in ihrem Trauerprozess mit der Tatsache
abgefunden haben, könnten somit Trost daraus schöpfen, dass der geliebte Mensch
nach wie vor über sie wacht. Dennoch gibt es fälle, in denen der Hinterbliebene
überhaupt nichts wahrnimmt.
Doch so leicht gibt eine Seele nicht auf. Eine weitere Möglichkeit für Geistwcsen, in Kontakt mit Menschen 7.U treten, sind bestimmte äusserc Gegebenheiten, an
die sie sich erinnern können. Solche Kontakte sind. in Fällen wirksam, in denen jede andere Art spiritueller Kommunikation blockiert is(. Der folgende fall schildert
diese Technik.

41

ti.'l'll!l

2-

Tu.I,Tr.tu~·runJTru .. t

Meine Klientin, eine Frau, die in ihrem let7.ten Lehen Nancy hicss, starb nach
38-jährigcr Ehe mit Charles an einem Schl.lganfall. Ihr Mann blieb in seiner Trauer
1.wischen der Verleugnungs- und Wutphase hängen, und seine Gdühle waren derart blockiert, dass er sich weder von gemeinsamen Freunden helfen licss noch professionellen Rat suchn~. Für seinen analytisch geschulten Geist- er war Ingenieurverbot sich ein spirituelles Herangehen an den Verlust als unwissenschaftlich. Nanc~·s Seele hatte monatelang nach dem Begr:ibnis \'ersucht, auf verschiedenerlei Arten ihren Mann 7.U erreichen. ~in stoisches Wl·sen harre l'inc solche Mauer um sich
herum errichtet, dass er nicht einmal in der Lage gewesen war, nach dem Tod seiner
frauwirklich zu weinen.
Zur ÜberwindunF; dieses Hindernisses entschloss sich Nancy, sein Bewusstsein
durch seinen Geruchssinn zu erreichen, indem sie eine Verhindun~ herstellte 7.U heS[immten Din~en in ihrer Umgebung, Jie beiden \"ertraut waren. Durch die Miteinbeziehung \·on Sinnesorganen ergänu die Seele die Kommunikation mit dem UnterbeW'Ussten. Nancv, wolhe anhand ihres Ganens Kontakt mit Charlcs aufnehmen, wobei sie sich eines Rosenbusches bediente.

Fall I!
Dr. N.: Warum glaubst du, dass Charles auf deine Ge~enwan anband eines Ganens

reagieren wird?
K.: Weil er weiss, dass mir mein Garten alles bedeutete, dass mir hl·i meinen Pflan7.en niemand hineinreden konnte. Und er weiss auch, dass es mir grossen Spass
machte, im Garten zu arbeiten, während es für ihn lediglich Plackerei beJl·utete.
Ein grosse Hilfe war er mir in dieser Hinsicht nicht. Er ging völlig in seinen technischen Projekten auf.
Dr. N.: Er hat also die \'ielc Arbeit, die du in Jl•n Garten gesteckt hast, nicht gewürdigt?
K.: Erst wenn ich ihn auf irgendetwas aufmerksam gemacht habe. Da gah es direkr
an der Wohnungstür einen Stock mit weisscn Rosen, den ich am liebsten hatte, und
immer, wenn ich davon welche abschnitt, wcJehe ich ihm damit vor der Nase herum und neckte ihn mit der Bemerkung, dass er wohl keinen Funken Romantik in
sich habe, da ihn der süsse Duft offenbar kalt lasse. Wir amüsierten uns immer
köstlich darüber, denn Charlcs war eigentlich ein zärtlicher Liebhaber, der das jedoch nie offen nach ausscn zeigte. Um dem Thema aus:t.uweichen, pncgte l'r mich
zu ärgern, indem er schroff sa~te: ·Das sind weissc Rosen. mir sind aber die roten
lieber.•
Dr. N.: Wie sah der Plan nun aus, mit dl·m du ihn wissen lassen wolltest, dass du
noch lebst und bei ihm bist?
K.: Nach meinem Tod ist auch der Rosenbusch cin~e~angl'n, weil sich niemand
mehr um ihn gekümmen hat. Das galt eigentlich für meinen gesamten Garten, denn
Charles war wie gesagt nicht gerade mit Jem grünen Oaumen gesegnet. An einem
Wochenende schlenderte er geistesabwesend im Gancn herum und kam an einigen
Rosen vorbei, die unserem unmittelbaren Nachbarn gehörten. Er nahm ihren Duft
4}

wahr. Genau darauf haue ich gewartet, und rasch schmuggelte ich mich in sl·inen
Kopf. Er dachte an mich und betrachtete den eingegangenen Rosenstm:k bei Jer
I Iaustüre.
Dr. N.: Hast du dafür gesorgt, dass in seinem Kopf das Bild Jeincs Rosenstocks entstand?
K.: {seufzt] Nein, er hänc das überhaupt nicht mitbekommen. Ch.ull·s kann gut mit
Ganengcräten umgehen. Ich brachte ihn zun:ichst dazu, sich eine Schaufel \'Orzustellen und dass er sich ans Umgraben machen würde. Dann kam die Überleitung
zu meinem Rosenstock und dem Gärtnereibetrieb in der StJ.Jt, wo man Stücke
kaufen konnte. Charles fischte seine Autoschlüssel heraus.
Dr. N.: Du hast ihn dazu gebracht, zu seinem Wagen zu gehen und Jann zur Gärtnerei zu fahren?
K.: {grmseno) Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es ist mir geglUckt.
Dr. N.: Was hast du dann gemacht?
K.: In der Gärtnerei wusste Charles zunächst nicht wohin, hisich ihn schliesslich zu
den Rosen bugsieren konnte. Es gab nur rote Stücke, und das gefiel ihm. Ich gab
ihm Jas Bild eines wcissen Stockes, sodass l'r einen Mitarbeiter fragte, warum sie
keine weisscn Rosen hätten. Es seien nur noch rote da, hiess es. Charles setzte sich
über meine Gedanken hinweg und kaufte einengrossen roten Rosenswck im Kübel und bat darum. man mllgc ihn nach Hause liefern, da er seinen Wagen nicht
schmutzig machen wollte.
Dr. N.: Was meinst du mif •er setl.tc sich über meine Gedanken hinweg•?
K.: Wenn man unter Stress ~er:it, wird man ungeduldi~ und bedient sich bcwähner
Denkmuster. für Charks ist eine Rose im Allgemeinen rot. So denkt er eben. Da es
in der Gärtnerei momentan keine weissen Rosen zu kaufen gab, war das Problem
für meine Mann d.ami1 erledigt.
Dr. N.: Das heisst, dein Mann h.lt in gewisser Weise den Widerstrl"il zwis("hen seinen
bewussten Gedanken und dem, w:ts du in sein Unterbewussrscin projiziert hast,
einfach ausgeblendet?
K.: Ja, und ausserdem isr er aufgrund meines "IOdes geisrig sehr erschöpft.
Dr. N.: Hätten denn rote Rosen deinen Zweck nicht genauso erfüllen künnen?
IC..: [br~sl<] Nein! Dann verla~erte ich ml·inc Energie auf Sahinc, die Geschiiftsführe·
rin. Sie war auf meiner Beerdigung gewesen und wusste, dass ich \Hisse Rosen sehr
mochte.
Dr. N.: Ich glaube, ich verliere langsam den faden, Nancy. Es gab doch keine weissen Rosen. Charles kaufte die roten unJ fuhr dann nach I lause. Warst du damit
nicht l'.urrieden?
K.: [ICichr r:"11Ch ous} Männer! h:h bin doch Jie weisse Rose! Am nächsten Mor~en
fuhr Sabine hilchstpersönlich zu unserem Haus und brachte einen grossen Kübel
mit cincm "-'eissen Rosenstock. Sie sagte meinem Mann, sie habe ihn von einer anderen Gärtnerei, und meinte, dass ich gena.u so einen gewolh hänc. Damit liess sie
Charles verdattert auf unserer Auffahrt stehen und ging. Er schleppte die Rosen ;r.u
dem Loch, dass er dort ~e~raben haue, wo sich mein alter Rosenswck befunden

t..

\I'ITI l

~

-

Tud, Tr.Uirr unJ Tr-o!>l

hatte, und hielt inne. Die Rosen berührten sein Gesicht, und er roch ihren Duft.
Doch das Entscheidende war, dass das Weiss mit einem can7. bestimmten Duft zusammenhin~. [wemenrl macht s1e eme Pause. wQhrercd s•l:' d·e-se" Auge.'lbil(k Nlfr}ere~leb~j

Dr. N.: [le•se] Jetzt ist es mir klar- biue weiter.
K.: Charles spürte ... meine G~enwan schliesslich ... ich hülhe dann seinen Oberkörper mit meiner Energie ein, und auch die Rosen bildeten eine Art symmetrische
Hülle. Ich wollte, dass er den Duft der weissen Ros(.•n und meine Ge~en~·an, die
durch das Energiefeld drang, gleichzciti~ wahrnimmt.
Dr. N.: Hauest du Erfolg?
K.: [gerühn} F.r kniete sich schlicsslich neben (.las Loch und drückte die Rosen auf
sein Gesicht. Dann brach er zusammen und schluchzte lange Zeit, wJhrend ich ihn
festhieh. Als es \'Orbei war, wusste er, dass ich bei ihm war.
'9-~

Während die Seelen \'On Ehemännern auf Fahrzeuge oder Sportausrüstungen zurückgreifen, bedienen sich die Frauen häufig ihrer Gärten, um ihre Partner 7.U (.'Treichen. Einer meiner Klienten berichtete, seinefrauhabe eine Eiche g(.·pflanzt, um
Verbindung mit ihm auf7unehmen. Vor seiner Sitzung mit mir sehrich dieser Witwer:
Selbsl u:enn das, u·as mir passierte, nieins mil meiner Frau zu lun hatte, u·.u
spielt es denn für eine Rollt·? Der springende Punkt ijt doch, dass icb irgendu,ie die emotionale Energie nutze, dit· durch das c,·fühl enLstat,den isr, d.us
sit• bei mir u:ar, um meine inneren Rt•ssourc,•n ,mzuzapfen, die bis/""8 nid11
zur Verfügung nanden. leb bt'{inde mich mdn mehr im Dunk«.·l dt•s Abgrunds, ohne einetJ Schimmt:r von Licht.

Wenn man über deranigc Erfahrungen spricht, die der eine oder andere durchaus
mystiS4.:h nennen mag, ist es wichtig, die Möglichkeit einer spirituellen Quelle in
Betracht 7.U ziehen. Wenn es uns gelingt, in einer Phase des Schmerus Kont;:akt aufzunehmen mit emotional aufgeladenen Bereichen, können u·ir unser inm.-res Selbst
heilen und mehr darüber lernen.
Unter Umständen zieht es eine kilrperlose Seele \·or, mit uns in form \'Oll Vornellungcn zu kommunizieren. Im folgenden 7.iticrc ich aus einem Brief, den mir
ein früherer Klient schickte und in dt•m es um seine \'erstorbene Frau G\\·cn ~eht.
Ich habe den t-:indruck, dass unsere gemeinsame Sitzung ihm geholfen hat, den optimalen Weg 7.U finden, um für die Gedanken seiner Frau aufgeschlossen zu st.'in:
Jfi,. ist kla,. ge-u.:orden, dass u·i,. als Sede nicht alle iiber dieselben Fäbigkt·itcn
verfügen, um miteinander Komakt aufzunehmen. Rolschaflen abzuschicken
und zu empftJngen ist eme Fertigkt·it, die geübt sein u·i/1. Nachdem ich 'ü:ährend meiner Meditatiom·n nichts u·ah,.genommen hatte, gelang es mir
st·h/iesslich, einen Eindruck ihrer Gedanken zu empfangt•n. Sie U'1fT eine hau
des \~'ortes, die ihre Ged.mken t•ntsprechend zum Ausdruck brachle 11nd ..:·e-

41

niger Bilder benutzte, um ein Gefühl;" mir zu c:rzcugen. Ich mus5te Jemen,
aufblitzende \tlorte von ihr in meim· eigene Ar1 des Ausdru,-k5 llf integrieren
- dit· ibr geläufig ist-, um entschlüsseln 7.U können, '<i"aS sie mir sagen 'ii.'olhe.
jetzt ist mir kJ.a,.er, u:ie ich Oü.:en mit meinen Gedanken berühreil kann.

Fremde als Boten
Fall 9
Derek war ein Mann von ern·a Mitte 60, der den Weg aus Kanada nicht scheute, um
mit mir sein Leben zu überblicken und zu versuchen, eine Lösung für sein grösS[c:s
Problem zu finden. Als junger Mann hatte er seim· entzückende vierjährige Tochter Julia \'C-rloren. Ihr Tod kam so pliltzlich und unerwartet und war so schmer7.haft, dass seine hau und er sich entschlossen. keine \vciterc:n Kinder mehr zu hekommen.
Ich nrsetztc Derek in tiefe Hypnose und ~ing mit ihm zu einer S1.ene, die auf
sein ,·ergangenes let:rtes Leben fol~tc, wo t.•r vor dem Rat zu erscheinen hatte. Dabei entdeckten wir, dass es eine seiner wichtigsten Lernaufgaben in diesem Lehen
war, mit Tragödien fcrtigzuwerdcn. Derek war auf diesem Gebiet in seinen letzten
beiden Leben nicht zurechtgekommen, da immer wieder eine Weh für ihn :rusammenbrach und er Familienangehörigen, die von ihm abhängig waren, Jas Leben
sehr schwer machte. ln seinem jetzigen Leben hat er die Sache hL·sser im Griff. Besonders interessant an diesem fall ist ein Ereignis, mit dem sich Derek etwa 10 Jahre nach Julias Tod auseinanderzusetzen hanc.
Seine Frau war vor Kurzem an Krebs gestorben, und Derck war in Trauer. Eines Ta~es, er fühlte sich sehr verzweifelt, ~ing er in einen nahe gelegenen Vergnü·
gungspark. Nach einer gewissen Zeit setzte er sich an einem Karussell auf eine
Bank. Er hürte die Musik und beobachtete die Kinder dabei, wie sie sich nrgnügt
auf bunten Holztieren im Kreise drehten. Aus der Entfernung sah er ein kleines
Mädchen, das wie Julia aussah, und er be~ann zu ~·einen. Im selben Augenblick
tauchte l·ine etwa 20-jährigc jungl· Frau auf und fragte, ub sie sich neben ihn setzen
dürfe. Es war ein warmer Tag. Sie hatte ein wcisses Musselinkleid an, in Jer Hand
hielt sie ein Erfrischungsgetränk. Ucrek nickte schweigend, während die Frau ihren
Durst löschte und munter drauflos erzählte, dass sie in England aufgewachsen sei
und naL"h Kanada gezogen wäre, weil ihr VancOU\"Cr besonders gut gefiel. Sie sagte,
sie heissc l- Ieathcr, und Derek bemerkte so etwas wie schimmerndes Sunnc:nlidtt
um sie herum, was der jungen Frau eine engelhafte Erscht.·inung verlieh.
Für Derek schien die Zeit stehen geblieben zu sein, als das Gespräch auf die Familie kam und Hcather erzählte, wie sie sich ihr neues Leben in Kanada \"Orstcllte.
Derek bemerkte, dass er wie ein Vater mit ihr sprach, und je länger das Gespräch
dauerte, desto stärker wurde sein Gefühl, sie zu kennen. Heather stand schlicssliL"h
auf und legte sanft die Hand auf Oercks Schulter. Sie lächehL" ihn an und sagte: ·kh
weiss, dass Sie sich Sorgen machen wegen mir, doch das brauchen Sie nicht. Mir
46

KAI'I' u

~

- TuJ,

Tr·o~u •...- und TroH

geht es gut, und ich werde ein wunderbares Leben haben. Ich hin sicher, irgend\1,.ann werden wir uns wiedersehen.•
Dcrek erzählte mir, dass er seine Tochter erblickte, als sich lleather endernte
und ihm ein let:ttes Mal zuwinkte. Er war b(.•ruhigt. Im l.auh· unserer Sitzung erkannte Derek, dass die reinkarnief[e Seele Julias auf ihn zugekommen war, um ihm
zu versichern, Jass er sie nicht wirklich \rcrlorcn hatte. Wenn wir leiden, weil ~lcn­
schen, die wir lieben, nicht mehr Ja sind, kann es durchaus sein, dass dit.·se, \VCnn
wir uns beispielsweise ~eistig entspannt in einer flachen Alpha-Phase befinden, auf
mysteriöse Weise erscheinen. Wir sollten solche Au~enblicke als Botschaften (icr
.wdercn Seite akzeptieren und es zulassen, Jas!<o uns so Mut zugesprochen wird.

Engel oder andere himmlische Gastgeber
In den letzten Jahren ist das Interesse an Engeln wieder aufgelebt. Für die römischkatholische Kirche handelt es sich bei En~eln um spirituelle, intelligente und körperlose Wesen, Jic als Diener unJ Boten Gottes fungicrc:n. Die christliche Kirche
ist davon überzeugt, dass diese Wesen niemals auf Erden inbrnien haben. Einen
Engel stellt man sich als Wesen vor mit weissem KleiJ, Schwingen unJ Heiligenschein- solche rcligiüsen Bilder sind uns seit Jem Mindalter venraut.
Viele Klienten, besonders jene mit klaren religiösen Überzeugungen, glauben zu
Beginn einer Rückführung in die geistige Welt, Jass sie F.ngcl sehen. Diese Reaktion ähnelt jener, wie sie manche Menschen machen, die Nahtod·Erfahrungcn sammeln konnten. Doch ganz gleich, welche religiösen Überzeugungen sie auch hegen
mögen, meine Klienten merken sehr baiJ, dass die ätherischen Wesen, die sie während der Hypnose wahrnehmen, ihre Führer und Seelengcfähncn sind, die sie abholen wollen. Diese spirituellen Wesen sinJ \'On weissem Licht um~ehen und tragen umhangartige Kleider.
Bei meiner Arbeit werden führer gelegentlich als Schutzengel bezeichnet, obwohl es sich bei unseren Lehrern um Wesen handelt, die physisch inkarniert haben,
lange bevor sie in die Reihen der Führer aufgestiegen sind. Auch ein enger Seclengefähne kann in körperloser Form zum Tor kommen, um uns bei Bedarf zu trösten. Der Glaube an Engel rührt für mich daher. Jass viele Menschen ein inneres Bedürfnis nach persünlichem Schutz verspüren. Ich möchte damit nicht den Glauben
von Millionen religiöser Menschen an Engel als Hirngespinst abtun. Jahrelang
glaubte ich nur an meine eigene Existcru.. Ich bin mir darüber im Klaren, wie wichtig es ist, an etwas 7.u glauben, das grösser ist als man selbst. Es ist der Glaube, der
uns Kraft schenkt im Lebl·n, das gilt .auch für den Glauben an höhere Wesen, Jie
über uns wachen. Meine Fallbeschreibungen sollen der Vorstellung Nachdruck
verleihen, dass es in unserem Leben 'l\'ohlwullenJe Geisrwesen gibt.
Auch unsere Lehrer in der geistigen W'dr haben ihren eigenen Stil und ci~cne
Techniken, genau wie Lehrer auf der Erde. Ihr unsterbliches Wesen ist in vielfältiger Hinsicht auf unser eigenes Wesen ab~estimmt worden. Die nächsten beiden ~e­
kürzt wiedergt•gebenen fälle unterstreichen meine Übcr7.eugung, dass persönliche

Führer und Seelenj!;dähnen Kontakt von der anderen Seite mit uns aufnehmen,
wenn wir des Zuspruchs bedürfen.

Fall I 0
Die folgenden Aussa~en stammen von RenCe, einer 40-jährigcn \X'irwe, die drei
Monate vor unserer Sitzung ihren Mann I Iarry \·erlorcn hatte. Die nun fol~cnden
Fragen stellte ich ihr nach Beendigun~ unserer Sit7ung. Ich wollte, dass RenCe die
bewussten und überbewussten Bilder, die sie von ihrer Führerionamens Niath hat·
te, miteinander \'ergli~:h.

..,._-.:

Dr. N.: Hatrest du vor unserer heutigen Sitzung schon einmal Kontakt mit dem We-

sen, das du unter Hypnose als Niath wahrgenommen hast?
K.: Ja, seit Harrys Tod ist Niath in den Stunden zu mir gekommen, in denen l'S mir
schlc4.::ht ging.
Dr. N.: Hast du Niath vor und nach dieser Hypnoscsitz.ung irgendwie anders wahrgenommen?
K.: ja, ich sehe sie jetzt anders. Ich ... dachte, sie sei ein Engel, jetzt merke i..:h, dass
Niath meine Lehrerin ist.
Dr. N.: Gab es einen Unh~rschicd z.wischen deiner Wahrnehmung ihres Gesichts
und Verhaltens während Jer Hypnose, verglichen mit dem, \\'as du im Wachzustand wahrgenommen hast?
K.: {lachend] Heute habe ich keine S..:hwingen und auch keinen Heiligenschein gesehen, sondern helles Licht - das war das gleiche, und auch ihr Gesicht und ih..re
sanfte Art waren die gleichen. Ausserdem merke ich, dass sie in unserer spirituellen
Gruppe die Dinge durchaus auf den Punkt bringt.
Dr. N.: Du meinst, da ist sie mehr Lehrerin und weniger eine Tröstcrin?
K.: Ja, so könnte man sagen. Unmittelbar nach Harrys Tod w.u sie ganz bezaubernd
und verständnisvoll, als sie zu mir kam ... {hast1g) das soll nicht heissen, dass sie in
der geistigen Weh nicht nett zu mir ist ... sie ist einfach ... strenger.
Dr. N.: Hast du direkt nach Harrys Tod erwas getan, um Niath herbeizurufen~
K.: Nach der Beerdigung rief ich um Hilfe. Ich stellte fest, dass es mir gut tat, allein
zu sein und in mich gekehrt ... zuzuhören ...
Dr. N.: Heisst das, dass du Niath eher gehört statt gesehen hast?
K.: Nein, am Anfang sah ich sie, wie sie in meinem Schlafzimmer über meinem
Kopf schwebte. Ich hane meine Arme um ein Kissen gelegt und mir eingeredet, es
sei I larry, doch ich haue mit dem Weinen aufgehört. Nachdem ich sie zum ersten
Mal gesehen hatte, verschwamm ihr Bild, und dann merkte ich, dass ich ~enau hinhören musste, um ihre Stimme wahrzunehmen. ln den darauffolgenden Tagen hörte ich Niarh mehr, als ich sie sah ... doch ich musste gcnau hinhören.
Dr. N.: Heisst das, sich konzentrieren?
K.: Ja ... nein ... eher meinem Geist erlauben, meinen Körper zu \'erlassen.
Dr. N.: Was passiert, wenn du nicht richtig hinhörst, ihre Botschaften jedoch trnt7.dem aufnehmen möchtest?

Ii:

'l'l ~ 1 i

:.! - TuJ,

Tr.HIC'r U11d Tnl<o1

K.: Dann tritt sie durch meine Gefühle mit mir in Kontakt.
Dr. 11.: Wie geht Jas?
K.: Nun, ich bin meinetwegen ger.u.ie im Auto oder mache einen Spazier~ang und
bin in Gedanken bei Jen Din~cn, die ich vorhabe- weil ich etwas Bestimmtes tun
will. Sie wird mir ein gutes Gefühl geben, wenn ich es ratsächlich tun soll- wenn es
richtig ist.
Dr. N.: Und was ist, wenn dJ...'O, was du tun möchtest, falsch wäre für dich, was passien dann?
K.: Dann lässt sie ein Gefühl der Unbehaglichkeit in mir entstehen. Ich spüre das in
meinem Bauch, wenn es ein falscher Schritt wäre .

....

·.:

Der nächste Fall schildert, wiederum gekürzt, das Leben eines junsen Mannes, der
I 942 im Alter von 36 Jahren bei einem Autounfall ums I.ebcn kam. Er zeigt uns eine weitere Perspektive zur Mythologil' der Engel aus der Sicht l'incr Seele, die zur
Erde zurückkehrt.

f'all 11
Dr. N.: Er7.ähle mir, was du nach dem Unfall für deine Frau getan hast.
K.: Ich bin drei Tage bei Bctty geblieben, um ihr etwas die Schwermut 7.U nehmen.
Ich brachte mich dabei in eine Position über ihrem Kopf, sodass ~ich unsere Energiefelder dergestalt kreuzten, dass ich ihr Trost spenden konnte, indem ich unsere
Schwingungen vereinte.
Dr. N.: Hast du auch andere Methoden angewendet?
K.: Ja, ich projiziene mein Bild unmittelbar \'Or ihr Gesicht.
Dr. N.: Hauest du damit Erfolg?
K.: [sehe/misch] Zunächst hieh sie mich für jesus Christus. Am zweiten Tag war sie
verwirn, und am dritten Tag war Betty da\'on überZl'Ugt, dJ..Ss ich ein Engel sei.
Meine Frau ist sehr religiös.
Dr. N.: Macht es dir etwas aus, dass sie dich aufgrundihrer religiösen Übcrzeu~un­
gen nicht erkannt har?
K.: Absolut nicht. [zögen] Oh ... ich glaube, es würde mir schon ~cfallcn, w~nn
Beny merken würde, dass ich es bin, doch mir geht es hauptsächlich darum, dass sie
sich besser fühh. Beny ist davon überzeugt, dass ich eine himmlische Gouheit bin
-und das ist schon in Ordnun~ so, denn ich biete ihr ja t.ttsächlich spirituelle Hilfe an.
Dr. N.: Würde sie sich noch besser fühlen, wenn sie wüsste, dass Ju es bist?
K.: Schau, Beny ist davon überzeugt, dass ich im Himmel bin und ihr nicht helfen
kann. Ihr Engel kann das schon, denn das bin ja wirklich ich. Ich erscheine also
quasi in Verkleidung- was macht das schon, wenn ich damit mein Ziel erreiche, ihr
zu helfen?
Dr. N.: Gut, da Betty keinen Zusammenhang mit dir und deiner Verkleidung sieht,
gibt es noch andere Möglichkeiten, wie du mit ihr auf einer persönlicheren Ebene
kommunizieren könntest?

49

K.: {ldcheind) Durch meinen besten Freund Ted. F.r trüstct sie und hilit ihr bei den
alltä,;lichen F.rlcJigungen. Später schwebe ich über den bl·iden und schicke ihnen ... Gedanken des Einverstiindnisses. [.1och1)
Dr. N.: Was ist daran so lustig?
K.: Ted ist ledig und schon lan~c in Beuy verliebt, Joch sie merkt nm:h nichts davon.
Dr. N.: Macht dir das etwas aus?
K.: [(~öh/ich. dcch at,ch e/wos .'iDSLOIRISC~] Aber nein. k·h hin erleichtert, .schliesslich
kann er sich um sie kümmern, was mir nicht mehr möglich ist ... zumindest bis sie
zu mir nach Hause zurückkehrt.

..,_ .:

Und schliesslich gibt es jene engelhaften Geistwcsen, Jic zwischen ihren Inkarnationen regelmässig auf die Erd(' kommen, einfach um den Lemcn zu helfen, Jic sie
gar nicht kennen und die in Not sind. Dabei kann es sich um llcilcr handeln. Jie in
Ausbildung sind, wie Jas folgende Beispiel :r.cigt:
.\fein Führer und ic:h standen einem jungen in Jm:Jien bei, der am l:."rtn-nkt·n
•.::ar und vor Angst f~Jst vt•rging. Seine F.ltem zogen ilm dU5 dem Fbw und
'i.le,.su,·hten ihn 'ri'iederzubeleben, doch er sprdch ddrauf nicht an. Ich lcgtt'
mt>ine Hände auf seinen Kopf, ~tm ihm dit· Angst zu nehmen, schickte einen
Energieimpuls in sein Herz, um se-inen Kbrp,·r mir \tiänm· zu t•rfüllcn, und
überlagertt' einen Augenb/i,-k lang sein \l'esen mit dem meinigen, damit er
das U:'asser ,,us den Lunge-n d~tshusten und 'LL'ieder zu atmt'n anfangen konnh'. Bei dieser R(•ise z~tr Erde konnh·n .,._.;,.insgesamt l-1 .\lt:nschen helfen.

Emotionale Erholung von Seelen und
Hinterbliebenen
Oie letzten Bemerkungen von Fall I I über die Ehefrau Bctty und jene Yon bll3
(siehe S. 29), wo es um den Ehemann Ke\'in ~ing, beschäftigen !lieh mit dem Thema
einer ncucn Beziehung des llinterbliebenen. Wer sich nach dem Tod eines Ehepartners erneut verlieht, leidet häufig unter Schuldgefühlen und fürchtet sogar, den
Partner zu verraten. In beiden Fällen haben wir gesehen, dass die Verstorbenen nur
eines wollen: dass ihre Partner glücklich sind und sich geliebt fühlen. Doch nur
weil ein Geistwesen uns dies wünscht, heisst das noch lange nicht, Jass es uns ge·
lingt, die Sehnsucht nach lmimität zwischen den früher und den jetzt \'On uns ge·
liebten Menschen einfach so aufzuteilen.
Menschen, die eine lange und glückliche erstt.' Ehe geführt haben und dann einen Ehepartner verlieren, haben hervorra~ende Aussichten für eine erfolgreiche
?.weite Ehe. Das ist eine Anerkennung Jer ersten Beziehung. Neue Beziehungen
ein:r.ugchen, bedeutet nicht, dass die erste Liebesbeziehung abgewertet oder gar
missachtet wird. Im Gegenteil- dadurch wird die erste Liebe aufgewertet. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich im-. wischen mit den Gegebenheiten ausgesöhnt

lO

K .\!'II I 1 ~ -

Tod,

Ti.&u~·r unJ Tro~l

hat.lch wciss, Jass das Ablegen von Schuldgefühlen leichter gesagt als getan ist. Ich
habe Briefe von Witwen und Witwern erhalten, in Jenen sie mich fragten, ob ihre
verstorbenen Ehepartner sie sehen können, wenn sie sich mit jemand anderem im
Schlafzimmer aufhalten.
Im ersten Kapitel habe ich angedeutet, Jass die Seele den Grossteil ihres emotionalen Ballasts los wird, sobald sie den Körper verlässt. Obwohl wir den Eindruck
eines emotionalen Traumas von einem früheren Lehen mit ins nächste nehmen
können, handelt es sich dabei um einen Schwebezustand, bis wir in einen neuen
Körper zurückkehren. Ausserdcm wird in der Frühphase unserer Rück.kt.·hr in die
geistige Weh, insbl.'sondcre beim Loswerden alter Programmierun~cn in der Orientierungsphase, eine grosse Menge negative Eneq~ic abgesrossen.
Wenn eine Seele in der geistigen Weh wieder in einen reinen Ener~iezustand 7.Urückkehrt, kennt sie keine Gefühle wie Hass, Wut, Neid, Eifersucht und dergleichen mehr. Der Zweck ihrer Inkarnation war es, diese Gefühle kennenzulernen
und aus ihnen zu lernen. Wenn sie nun die Erde \'erlassen hat, \'erspün die Seele
dann eine Trauri~keit über das, was sie zurückliess?- Nariirlich hegen Seelen nostalgische Gefühle, was die guten Zeiten in sämtlichen vergangeneo Leben auf der
Erde anbelangt. Gemildert wird dies jedoch durch einen Zustand glückseli~?,en, allumfassenden Wissens und einen derart ~esteigenen Sinn für das ei~ene Wohlbefinden, dass sich die Seele hier lebendiger fühlt als auf Erden.
Nichtsdestotrotz bin ich auf zwei Arten negari"cr Emotionen gestossen, durch
die jeweils eine Form der Traurigkeit zum Ausdruck kommt. Die erste Form wird
durch eine karmische Schuld hen·orgerufen, wenn man eine sehr schlechte Wahl
getroffen harte und dadurch andere Menschen zu Schaden kamen. Ich werde mich
damit später unter dem Aspekt des Karmas beschäftigen. Bei der zweiten Form von
Trauri~keit der Seele handelt es sich nicht etwa um Mel.mcholie, Niedl·rgeschlagenheit oder ein schieres Unglücksgefühl wegen der Art und Weise, in der Jas Lehen
seit ihrem Tod ohne sie weitergegangen ist - nein, sie entspringt vielmehr ihrem
Verlangen, sich mit der Quelle ihrer Existenz zu nrhindcn. Ich habe das Gefühl,
dass alle Seelen aus dem glc:ichen Grund dieses Verlangen nach Perfektion an den
Tag legen, und 1.war unabhängig \'On ihrem Reifegrad. Der Motivationsfaktor für
jene Seelen, die auf die Erde kommen, ist Weitcrentv.·ieklung. Die Spuren von Traurigkeit, die ich an Seelen wahrnehme, rühren daher, dass ihnen Elemente in ihrem
unsterblichen Charakter fehlen, die es zu finden gilt, um ihre Energie zu ven·ollständi~en. Also ist es das Schicksal einer Seele, in ihren Erfahrungen nach Wahrheit
zu suchen, um so Weisheit zu erlangen. jeder Hinterbliebene muss wissen, Jass diese Sehnsucht keine Beeinträchtigun~ der Gefühle einer Seele wie etwa Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und Mitleid im Hinblick auf jene Menschen bedeutet, die we·
gen ihr trauern.
Da der unsterbliche Charakter der Seele nach dem Tod nicht mehr durch das individuelle Temperament und die chemischen Vorgänge ihres letzten Kürpers eingeschränkt ist, ist sie mit sich im Reinen. Eine Seele hat nämlich Besseres zu tun, als
sich in die An~?,elegenhl·iten der Menschen auf Erden einzumischen. Es gibt st.·ltenc
JI

Fälle, in denen eine Seeleaufgrund einer erlittenen Ungercchti~keit Jerart verstört
ist, Jass sie Jie Astralebene der Erde nach ihrem Tod erst dann vcrläsn, wenn es zu
einer Lösung gekommen ist. Ich werde auf dieses Phänomen im nächstl'n Kapitel
über Geister nähL·r eingehen. Zum spirituellen Konflikt dieser Seelen gehört nicht
ihre Traurigkeit darüber, dass ein früherer Partner ein neucs Glück gefunden hat (es
sei denn, dass dieser beispielsweise seinen Partner ermordl·t hat, um freie Bahn zu
haben). Der grosse Vorteil, den eine kürperlose Seele im Gegensatz zum Hinterbliebenen hat, besteht Jarin, dass sie weiss. dass sie noch lebt undalljene wiedersehen wird, die ihr etwas bedeuten. Zur lnte~rität einer Seele gehört es, ein allumfassendes Verlangen Janach zu haben, einem geliebten Menschen Jic freie Wahl zu
lassen, sein Lehen so zu Ende zu leben, wie t.•r das mi.lchre. Wenn wir uns wünschen, dass eine Seele uns aufsucht, so wird sie das in der Rcgcl tun, doch die individuelle Privatsphäre wird akzeptiert. Abgesehen davon steht jeder7eit ein Teil unserer Energie, die wir in der geistigen Weh zurückgelassen haben, für sie bereit.
Aus der Tatsache, dass eine Seele viele negativen Emotionen zurücklässt, sobaiJ
sie in die geistige Welt eintritt, folgt, Jass auch ihre positiven Gefühle einem Wandel unterzogen werden. Eine Seele \"erspün beispielsweise grosse Liebe. doch diese
Liebe stellt keine Bedingungen an andere, die Liebe zu erwidern, denn sie ist ein
freiwilliges Geschenk. Seelen zeichnen sich durch eine uni\'Cr.!->ale Zusammengehörigkeit untereinander aus. die so absolut ist, wie wir es uns auf der Erde nicht vorstellen können. Das ist einer der Gründe dafür, warum Sc:elen einerseits sehr abstrakt zu sein scheinen, andererseits abc:r sehr viel Einfühlungsvermögen mit uns
.
Zelgl·n.
F.s gibt Kulturen, in denen es ühlich ist, Jass ein Hinterbliebener den Verstorbenen gehen lassen muss, uhne zu versuchen, mit ihm Kontakt aufzunehmen, Ja dort
die Auffassung herrscht, eine Seele habe Wichtigeres zu tun. Und Seelen sind in der
Tat nicht darauf versessen, uns davon abhänr;ig :w machen, dass sie KontJkt mit
uns aufnehmen, sm.lass wir nicht mehr in der Lage sind, unabhän~i~e Entscheidungen zu treffen.
Dennoch bedürfen manche Hinterbliebene nicht nur des Trostes, sondern auch
der Zustimmung, damit sie eine neue Bezichunr; eingehen können. Ich hoffe, mit
meinem nächsten fall Befürchtungen, einer verstorbenen Seele künntc unser zukünftiges Leben egal sein, zerstreuen zu können. Die Privatsphäre wird durch den
Geist unserer Liebe respektiert, wenn man sich damit zufrieden gibt. Wenn einem
jedoch eine bestimmte Ahsicht, etv:a eine Beziehung mit einem neucn Partner, zu
schaffen macht, kann es durchaus sein, Jass sich die Seele aus der anderen Weh meldet, um ihre Meinung kundzutun. Aufgrund der Seelendualität ist sil' durchaus in
der l.a.~e, viele Aufgaben t;leichzeitig zu erledigen. Dazu gehört auch ein ruhiges
Verharren in .Einsamkeit, wo sie ihre Energie auf jene Menschen konzentrien, die
sie zurückgelassen hat. Seelen tun dies in der Absicht, uns grösseren frieden zu
bringen, auch wenn wir sie nicht um Hilfe gebeten haben.

j]

K\l'll> L.!-

Tnd,

Tr.&uL·r unJ Tro~L

Fall 12
George fühlte sich beunruhigt, da er wegen einerneuen Beziehung unter Schuldgefühlen litt. Er war seit zwei Jahren Witwer, nachdem er eine lange und glückliche
Ehe mit francis geführt hatte. Gcorge wollte nun herausfinden, ob sie die sich entwickelnde Beziehung mit Dorothy billigte oder nicht. Nach seinen Wonen waren
Dorothy und ihr verstorbener Ehemann Frank eng mit Georgc und Francis befreundet gewesen. Dennoch hatte George das Gefühl, dass seine wachsende Zuneigung für Dorothy von francis als Verrat eingestuft werden könnte. Ich schildere
den Fall ab dem Zeitpunkt, als George in unserer Sitzung Francis erblickte, nachdem sie ein früheres Leben gemeinsam \'erhracht hatten .

... .

:

Dr. N.: Du befindest dich jetzt im Kreise deiner Seelengefährtinnen- \\'Cichc kommt

als Erste auf dich zu?
K.: {laur rufend] Oh Gon, es ist francis- sie ist es! Ich habe dich so sehr \'ermisst,
meine Liebste, sie ist so schön ... wir sind ... ,·on Anfang an zusammen gewesen.
Dr. N.: Du merkst, dass du sie in deinem jetzigen Leben nicht wirklich verloren hast,
nicht wahr, und dass sie auf dich warten wird, wenn deine Zeit gekommen ist?
K.: Ja ... gespürt habe ich es immer ... aber jetzt habe ich G"'·issheit ...
Anmerkung: George bnchr zusammen. sodoss Wlf d,e S1rzung elf-:e ze,rlaf1g w"~rer­
brecher. mlissen_ WOhrer"lddessen möchre 1ch. dass s1ch melfl Ki•enr dcran gewöhn(.
seine FrQu w•eder rn den Arm zu nehmen und m.r •hr durcO, se1nen Uberbe,..-t.iSS/e'l
Ge1st Konrakr au(zur.ehrr:en. Er ,sr {esr cfcvo~ überzeugt. dass se111 Fiihrer unc n:e."
e1gener dahtngehend LuSO"Tlmen~ewtrkt haben. ltm an d1escn Punt.:.t zu br,ngen. lcn
erkliJre 1hm, dnss dte in(ormarionen. cfie er ('rhc1'ren ,o,md. 1hm dabe1 ~1el{cr: solien. C:e
Bez1ehung zu Dorothy mehr ubzubrechel" Der Katoiysaror (ür d1ese Wahmehrnur.g
wrrd deu(IICh. soboid w1r damr[ begmnen. we,rere M1rg/1eder rn Geor ges Sceien_'!rur,>·
pe auszumachen.

Dr. N.: Ich möchte jetzt, dass du diejenigen, die neben Francis stehen, identifizierst.
K.: [wrrd lebha(rer} Oh, ursächli,h ... ich kann es ni,ht glauben ... ab"·r natürlich ...

jetzt wird es plausibel.
Dr. N.: Was wird plausibel?
K.: Es ist Dorothy und ... [wlfd sehr eiT'OfiOnal] ... und Frank, sie stehen unmittelbar neben Franeis und lächeln mich an ... siehst du das nicht?
Dr. N.: Was sollte ich sehen?
K.: Dass die beiden uns ... einander nähergebracht haben, Dorothy und mit:h.
Dr. N.: Was glaubst du, ist der Grund dafür?
K.: [w1rd ungeduld1g rn11 m1r] Sie freuen sich. dass wir einander auch in ... in intimer
Hinsicht gefunden haben. Auch Dorothy hat sehr lange um Frank getrauert, und
der Schmerz, den wir bcide empfinden, wird dadurch aufgelöst, dass wir nun ja einander haben.
Dr. N.: Und du siehst, dass ihr alle vier in derselben Seelengruppe seid?

jJ

K.: Ja ... ahcr ich wusste nicht~ dass das so ist ...

Dr. N.: Auf weicht Weise sind hancis und Dorothv nun als Seelen anders?
K.: Francis ist sehr gut im Unterrichten, während Ooroth,.... mehr eine künstlc:rischc
und kreative Seele ist ... und Sl.'hr sanft. Dorothy ist sehr friedfertig unJ in der Lage. sich leichter an bestehende Bedingungen anzupassen als wir anderen.
Dr. N.: Da du dir nun des Einverständnisses von francis und Frank sicher sein
kannst~ welchen Nutzen wird Dorothy Jar3us 1.i~..·hcn, dass sie in diesem Leben deine zweite Frau wird?
K.: Trost, Verständnis, Liebe ... ich kann ihr mehr Schutz bieten, weil ich 7.icloricntiert hin. Ich stelle Din~e infrage, die für Dorothy sclbst\'CI"Ständlich sind. Sie ist
sehr auf~eschlossen. Es herrscht viel Aus~ewogcnheit zwischen uns.
Dr. N.: Ist Dorothy deine wichtigste Seelengcfährtin?
K.: {begersterrJ Nein, das ist Francis. ln der Regel ist Dorothy die Lcbens~cfährtin
Franks in ihn:·n gemeinsamen Leben, doch wiT stehen cinanJcT alle sehr nah.
Dr. N.: I-laben denn Domthy und du auch schon in anderen Leben zusammengearbeitet?
K.: Ja, aber in unterschiedlichen Situationen. Sie spielt oft die Rolle meineT Schwester, einer Nichte oder einer engen freundin.
Dr. N.: Warum ist in der Regel Francis deine Lebenspartncrin?
K.: Francis und ich sind von Anfang an zusammen. Wir stehen einander so nah, da
wir p;emeinsam gekämpft und einander geholfen haben ... sie hat mich immer wegen meines ernsthaften Wesens zum Lachen ~ebracht .

... -.:

Nachdem dieser Abschnitt unscTer Sitzung zu Ende war, hanc ich das Gefühl, das
Gcorge viele neue Einsichten gewonnen hane. Er war ausser sich vor freude, als er
begriff, dass es kein Zufall war, dass Domthy und er sich zueinander hin~ezogen
fühlt1..·n. Alle vier Seelen kannten ihTe ge~enwäni~en Zeitlinien im Voraus.
Ähnliches herichten übrigens auch Klienten, die sich nicht in derselben Seelen·
gruppe wie ihr fürs nächste Leben gewählte!" Partnel" befanden, sondern aus henachbanen Gruppen stammten. Ich habe festgesrcllt, dass die meisten Menschen
wissen, ob ihr Lebenspartner wirklich ein wichtiger Seclengdähne ist odcT nicht.
Das heisst jedoch keineswegs, dass sie keine guten Beziehungen mit Seelen haben
künnen, die nicht zu ihrer Gruppe gehöTen. Es folgt das Zitat eines Mannes, deT im
gegenwärtigen Leben vor seiner Frau gestorben war und ihr dies berichtete:

\l''enn ich 1.:ersu(·he, meine Frau nach mt•inem Tod zu trösten, so mache ich das
als Freund und Pa,.tne~ \l'ir u:aren nicht wirklieb verliebt, und u·t•der 'li.'ar ich
ein intimer Set•lengefä'hrte für sie, noch bedeutete sil· da~ fiir mich. Ich b.tbe
g,.ossen Respekt vor ihr. U''ir brauchten diese Beziehung, um j(•ne Tht'ffl('n zu
b(•arbeiu:n, durch die unsere individuellt•n Stiirkt·n und Schu·l:ichen dngt•sprochen u·urden. Also flüstert· ich ihr nicht ein: .. Jch liebe dich,., denn sie u·eiss,
dass das nicht u:ahr ist. Sonst 'i.:cr-..::echselt sil• unter Umständen noch meim·n
Geist mit ihrem Seelengt'fiihrten. Unser Lebensvertrag ist t•,.fiillt, und u·enn

!4

I\ ~f1 ~r

.. 2 - Tnd, Tr.t.uc-r und Tr"''

es ihr \l'unsch ist, so habe ich nieins dtJgegen, '&i:enn sie einem anderen .\Je"schen ihr Herz öffnet.

Wiedervereinigung mit geliebten Menschen
Es bietet sich ;m, dieses Kapitel über Trauer und Tod mit einem fall ah7uschli(:ssen,
in dem geschildert wird, l\'J.S es für Seclengefährten bedeutet, wenn sie .1uf der anderen Seite wieder zusammenkommen. Im folgenden ~eht es um eine Wirwe, die
nach einer langen PhJ.st.· der Trennung von ihrem M;mn am Tor abgeholt wird.

Fall I J
Dr. N.: Wer erwartet dich unmittelbar nach Jem Tod?
K.: Er ist es! Erle ... oh ... endlich ... endlich ... mein Liehsu·r ...
Dr. N.: [nachdem ·Ch s'r beruhJgr 11cbe} Ist das dein Ehemann?
K.: Ja, wir treffen uns, unmittelbar be\'or ich die Schwelle überschreite und noch bevor ich unseren führer erblicke.
Dr. N.: Schildere mir, wie si~.:h alles entwickelt, und 7.WJ.r auch die Art, in der Gefühle der Zärtlichkeit zwischen dir und Eric ausgetauscht werden.
k.: Wir hegiMen mit den Augen ... sind einander ganz nah ... und blicken tief in
den andern hinein ... ein Alles· Wissen niesst zwis-.::hen unseren Gcdanhn ... ein
Wissen üher all das, y.•as wir einander bedeutet haben ... unsere F.nergie wird in einen magnetischen Pool aus unbeschreiblicher Freude gesaugt, sodass wir beidc
miteinander verschmelzen.
Dr. N.: Habt ihr in diesem Augenblick die körperliche Form angenommen, wie ihr
sie aus dem letzten Leben kanntet?
K.: {lnchendj Ja, wir sind im Handumdrehen an dem Punkt, wo wir uns kL-nnenlern·
tcn, wie wir uns anschauten ... und durchlaufen die Phasen der körperlichen Veränderung, die wir während unserer langen Ehe durchgemacht haben. Das ist nicht
massgeblich, da wir uns nicht nur mit einem einzigen Jahr unseres gemeinsamen
Lebens auseinandersetzcn. Eigentlich sind es ... jetzt sind es mehr wirbelnde Encrgiemustcr. Wir nehmen auch Kontakt mit anderen Körpern auf. die wir in früheren
Leben hatten.
Dr. N.: Warst du in diesen Lehen auch die forau gewesen?
K.: In der Regel schon. Später werden wir auf ein gemis-.::htes Gcschlechtsrnustcr
stosscn, denn es gab gute Zeiten in unseren früheren Leben, y.•o er die weihliehe
und ich die männli~.:hc Rolle innchaucn. [Pause] Es macht grossen Spass, in Jiesem
Augenblick genau diejenigen zu sein, die wir im letzten Lehen waren.
Anmerkung: Meme K/rerttin billf'r miCh. nun e.on paar Mu'ule." L:eme FrogP"' mehr an
sie zu nch1en Sie und Er I( umarmen ernanaer. und als SH' s.·ch wrt'"df'~ C"'' n:-ch werder. sch:ldert SI€,

W1f' 1hre E•1erg,er~ r•·~rce.:londer

K.: Es ist eine ekstatische Vereinigung.

ii

oerscl-,mo:Lf''l

Dr. N.: Diese grosse spirituelle Leidenschaft erscheint mir fast wie erwas Erotisches.
K.: Natürlich, Joch das ist noch lange nicht alles. Ich kann es ci~entlich nicht beschreiben, doch die Verzückung, die wir füreinander spüren, stammt aus all unseren Kontakten über Hunderte von Leben hinweg, zusammen mit den Erinnerun·
gen an den glückseligen Zustand, den wir gemeinsam zwischen den jeweili~l·n Leben miteinander teilen.
Dr. N.: Und wie fühlt sich dieses Vermischen deiner Ener!;;icn mit dl'incm Mann danach an?
K.: [lachr laurhals} Wie wirklich wunderbarer Sex, nur viel besser. [et'l~//J(//erJ Du
musst verstehen, dass ich als 83-jährigc kranke Frau gestorben war. Ich war müde.
Es war ein langes Leben ~ewesen, und ich war ein erkalteter Oien, Jn Wärme be.. .
not1gte.
Dr. N.: Erkalteter Ofen?
k.: Ja, ich brauchte eine F.ncrgiccrneuerung. Es findet imml'r ein Transfer positiver
Energie stau, wenn wir unseren Führer oder jemanden treffen, Jen wir lieben. Eric
lädt mich energetisch neu auf. Er entzündet ein 1-·eucr in mir, um mich wieder ~anz
zu machen.
Or. N.: Wenn das Treffen vorüber ist, was macht ihr hcide anscl-llicssend?
k.: Unser Lehrer begrüsst mich und begleitet mich durch den Nebel in unser Zentrum.

..,. ..:

Wenn mir ein Klient berichtet, dass der Wiedereintritt in die geistige Weh sich so
auswirkt, dass man wieder ganz gemacht wird, bedarf dies der näheren Erläuterung. Wir erhalten neue Energie von Seclengefährten und führern, die unter Um·
ständen auch jene Energie wieder in uns hinl·inlciten, Jie wir in der geistigen Weh
zurückgelassen hatten. Doch wie ich schon im Zusammenhang mit spiritueller
Sehnsucht geschildert habe, wird diese Ganzheit erst dann erreicht, \Venn \Vir unsere Aufgabe erfüllt haben. Dennoch fühlen wir uns bereits \l.·ieder ganz. wenn wir in
den Zustand versetzt werden, in dem wir ,·ur Beginn dieses Lebens gewesen sind.
Ein Klient drückte es so aus: ·Der Tod ist wie ein Aufwachen nach einem langen
Schlar, in dem deine Wahrnehmung getrübt war. Die Erleichterung, die man dabei
spün, ist, 9o'ic wenn man geweint häne, nur dass man hier nicht weint.•
Ich habe versucht, den Tod aus der Perspektive der Seelen zu schildern, um damit den Schmerz 1.h.•r Hinterbliebenen zu lindern. Platon sa~te dazu: •Sobo~IJ die
Seele vom Körper befreit ist, ist sie in der Lage, Jie Wahrheit klar zu sehen, denn sie
ist reiner als vorher und erinnert sich an die reinen Ideen, die sie vorher kannte.•
Die Hinterbliebenen müssen lernen, ohne physische Präsenz eines gcliehten Menschen zurechtzukommen, indem sie darauf Hrtraucn, dass die Seele des Verstorbe·
ncn nach wie vor bei ihnen ist. Irgendwann wird sich der Betreffende mit dem Verlust ablinden. Heilung ist eine Abfolge geistiger Schritte, an deren Beginn das Vertrauen steht, dass man nicht wirklich allein ist.
Um den Lebensvertrag zu erfüllen, den man im Voraus mit dem Verstorbem·n
geschlossen hat, ist es erforderlich, ganz akti,· die Verhindung mit den anderen
56

1\.,riT!I:!- Tu,J,T~OIUII'~UnJTrn:;l

noch Ichenden Menschen wieder aufzunehmen. Mit dem geliebten Menschen
kommt man (rüh genug wieder zusammen. l(;h hoHe, dass meine jahrelangen forschungen ühcr das Leben, das wir als Seele führen, die Hinterbliebenen in der Erkenntnis unterstÜt7.en, Jass der Tod im langen Kontinuum der Existenz lediglich
eine Realität gegen eine andere austauscht.

l7

KAPITEl

3

Erdgebundene Geister

Astralebenen
ihre Reise in die ~eisti~e Weh mit Sätzen beschreiben wie: ·Es ist, als stiege man durch Nebelschichten aus durchsichti~em Licht empor•, Jann erinnert mich Jas an di~.· Astralehenen, wie sie in den Texten des Osttns beschrieben werden. Ich muss gestehen, dass ich üh~.·rh.lupt kein
Anhä.n~er der starren Lehre bin, wonach es einer Treppe gleich genau sieben Existenzebenen gibt, die \·on der untersten zur obersten reichen, wie sie die spirituell~.·
Philosophie Jes Ostens beschreibt. Der Grund Ja für ist, Jass meine Klitmen nichts
davon 7.U sehen bekommen. Es ist einl' ml·nschlichc Sch~·äch~.-. bl·stimmtl'n Vorstdlungcn Namen zu verleihen, um sie so in ein System zu bringen. Bei meiner Beschreibung der geistigen Weh mache ich da leider auch keine Ausnahme. Vielleicht
ist es am besten, dass wir einfach j~.·ne Grundsätze herausgreifen, die in spiritueller
Hinsicht plausibel erscheinen, und den Rest ausser Acht lassen, unJ 1.war unJhhängig davon, wie alt manche Vorstellung sein mag oder wer uns von ihrem Wahrheits·
~ehalt 7.u ühcr7eugen sucht.
Der Grund für meine Ablehnung einer surren Abfolge bestimmter Existenzebenen von der Erde bis in den Himmel besteht darin, d.1ss solche Stadien unnötige Hemmschwellen d.1rstellen. Mcine f'orschungcn mit Klienten, die sich in einem
höheren Bewusstseins7.ustanJ befinden, weisen sämtliche darauf hin, dass wir nach
dem Tod unmittelbar aus der die F.rde um~ebenden Astralebene durch da~ Tor in
die geistige Weh eintreten. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich bei meinen Klienten um ein~.· jun~c oder um eine ältere, sehr weit fon~eschrittt'ne Seele handt'h,
denn alle berichten, dass ihre Seele unmittelbar nach d~"·m Tod durch eine dichte
Lichutmosphäre hindurchtriu, dit' die AstrJ\ebene der Erde um~iht. ln Ji(.·sem
Licht gibt es zwar dunkelgraue Zonen, doeh kein undurchdringliches Schwar7.
Häufig wird ein Tunneleffekt beschrieben. Alle Seek·n, die die .Erde Hrlassen, begeben sich dann rasch in das hdlc Licht der geistigen Wdt. Dabei handelt es sich
um einen ätherischen Raum ohne Unterteilungen und ohne ihn umgebt:nJe Gren7.Cn.
In der geistigen Welt selbst sinJ J.lle sogenannten Räume oder Orte, die für die
reinkamierende Seele zur Verfü~un~ stehen, kon~ruent. So scheint beispielsweise
die Akash.a-Chronik der östlichen Weisheitslehren für meine Klienten nicht auf der
\'ienen Kausalebene getrennt von anderen funktionellen Hl·rcichen zu existieren.
Meine Klienten nennen diese Chronik •Lebensbücher•, die in l·im·r symbolischen

Wenn mcnrc lfypnn:;cklrcnrcn

J8

Bibliothek stehen, welche sich offenbar in unmiudbarer Na~.:hbarschaft anderer
spirirueller Örtlichkeiten befindet.
Allerdings muss ich einräumen, dass vieles der spirituellen Erfahrung einer reinkamierenden Seele \'Orcnthahen bleibt und damit ,-nn meinen hat::en nicht zu erreichen ist. \X'omöglich ist das gesamte Konzept kosmischer Ebenen im Grunde ge·
nommcn ein Versuch, den Phasen ätherischer Bewusstheit Ausdruck ...:u \'l'deihcn,
die im Gegensatz zu menschlichen Vorstellungen stt•hcn, welche durch Grenzen
eingeengt sind. Traditionellerweise sind bestimmte Grenzen von Ebenen, die die
sot::enannte Unterweh-also den Aufenthaltsnn für bestimmte unwürdige Seelenumfassen, dem menschlichen Denken \'enrautcr. Ich werde darauf in Kapitcl6 näher eingehen.
Wenn meine Klientl'll über Reisen zwischen den Dimensionen berichten, so
könnte man dies wohl als Reise der Seele durch die Ebenen deuten. OL·r Begriff
E~ne taucht dabei nicht annähernd so häufi~ auf wie Ni\·eau, Rand, Grenze und
Abteilung, es sei denn, ein Klient bezieht sich aui die Erde. Unter llypnose wird
berichtet, dass innerhalb der die Erde umgebenden Astralebene einander abwechselnde oder kocxistente Realitäten Teil unserer physis~.:hen Weh sind. Innerhalb
dieser Realitäten sind manche Menschen in unserer ph~·sischen Realität offenbar in
der Lage, nichtmaterielle Wesen wahrzunehmen. I,h habe Berichte über zahllose
Sphären zwischen Jen Dimensionen erhalten, die für die SL·clc zum Zwecke der
Ausbildung oder der Erholung von der geistigen Welt benutzt werden.
Spirituelle Grenzen sind unter Umständen nicht ~rOsser als dit.· •glasarti~en•
Abteilungen zwischen Seelengruppen oder aber so gcwahig wie die Zonen zwischt.•n Universen. Man hat mir berichtet, dass alle räumlichen Zonen Schwin~=:un~=:s­
eigenschaftcn besitzen, die Jen Durchtrin der Seele nur gescatten, wenn deren
Eneq~icwellen auf die richtige Frequenz eingestimmt sind. Weiteremwiekehe Seelen berichten, dass es in diesen Bereichen eine absolute Zeit, wie wir sie kennen,
nicht zu geben scheint. Weist die physische Welt der Erde ähnliche Eigenschaften
auf, die \'On den meisten Mensd1en nicht wahq~ennmmcn werden? Ein Kliem. der
sich viele Gedanken machte, sehrich mir nach einer seiner Sitzungen:

V mere gemeinsam,· A ,-bcit hat mi,- gezeigt, dass ",m.,.e Relllitäl '<.:.:ie ein Filmpmjekror isl, der 11m auf eim·r dreidimensionalen Lcin;;.·and aus Himmel,
ße,.gen 11nd ,\ff.·t·n:n Rildcr uigt. \'('iirdr m,m einen l'<.:.'eiten Projektor mit t:inem cigt•nen Gepriige o.~us ab...:.·echselnden Lichtfrequt'1J7.t.'n 11nd Raum-l.cirAbfolgen mit dem ersun synchronisiacn, so kötrnten beide Red!itäten gleichuitig mit matcrü:llen und nichtmaterieihm \~'t:H'Tl in der gh·idn·n Zom• cxi)lleren.
Wenn das, was mir von Menschen in Trance über dieses System berichtet wird, der
Wahrheit entspricht, so wären ätherische Wesen in der Lage, innerhalb der gleichen
Astralebene, die die Erde umgibt, ja auf der Erde selbst, in unterschiedlichen Realitäten zu existieren. Die Schwingungsenergien um die Erde herum befinden sich in
ständiger Bewegung. Wenn diese Magocrfelder ihre DiL·hte ändern. so könnten sie
j 9

nach meinem Dafürhairen zyklische Varianten erzeugen, die sich nach menschlichem Zeitmass über JahrhunJenc e-rstrecken. Deshalb könnten wir in jedl·m beliebigen Jahrhundert mehr oder weniger dafür empfänglich sein, die Geistwesen auf
der Erde wahrzunehmen. Womöglich haben die antiken Vülker mehr wahr~enom­
men als wir in der modernen Welr.

Naturgeister
In einer landesweit ausgestrahlten amerikanischen Fernsehsendun~ berichtete einmal eine hau, dass sie in ihrem Weinberg Elfen gesehen hätte. Sie erzählte. dass sie
diese Wesen zu Beginn nur gehört hätte und sich selber fragte, oh sil· noch ganz bei
Trost sei. Im Laufe der Zeit gelang es ihr, mit den Wesen zu sprechen, und einige
wurden sichtbar für sie. Nach ihrer Beschreibung waren sie etwas über einen hal·
ben Meter gross, hatten spitze Ohren und trugen ausgebeulte Hosen. Ihre Nachharn hielten sie natürlich für übergeschnappt. Doch die Empfehlungen, welche die
Frau von diesen Wesen erhalten haue, wie sie das Erdreich düngen sollte, um sowohl quanrirari\· als auch qualitativ bessere Ergebnisse als die anderen Weinberge in
Jer Gegend zu erzielen, bewährten sich und brachten viele Nachharn da7.U, ihre
Aussagen ernster zu nehmen. Nachdem die Sendung ausgestrahlt worden war,
machte man der Frau Jen Vorschlag, ihre Gehirnstrüme untersuchen zu lassen. Dahci stt.•llte sich heraus, dass bestimmte Hereiche ihres Gehirns zu einer wesentlich
höheren Energieleistung fähig waren, als das normalerweise JL·r Fall ist.
Auch eine meiner Klientinnen berichtete mit von solchen Wesen. Sie war eine
alte Seele und sagte während eines tiefen Trancezustandes: •Feen und Elfen gab es
schon lan~e vor dem Heraufdämmern unserer Kuhurcn, und sie sind nach wie vor
unter uns. Heure wie in längst vergangeneo Zeiten sinJ Jie meisten von uns nidlt
in der Lage, Jiese Wesen wahrzunehmen, Ja sie so alt sind, dass ihre L>ichtc vehement abgenommen hat, während unsere Körper auf der Erde eine hohe Energiedichte aufweisen.• Ich befragte sie weiter, und sie fügte hinzu: «Steine verfü~en
über eine 1-L> (0 =Dichte), Bäume über eine 2-D, unJ der menschliche Körper bewegt sich auf der 3-D-Ebene. Diese Natuq;eister sind deshalb unsichtbar, weil sie
eine Dichte zwischen 4-D und 6-D haben.•
Die Geschichte der Prau, die in ihrem Weinberg Elfen gesehen hat, lässt ein Bild
vor meinem geistigen Auge erstehen: Betrachten wir die Erde wie durch einen
Röntgenapparat, kann man sie sich wie eine Abfolge übereinandergelegter durchsichtiger topo~;rafischer Blätter n•rstcllen. Diese energetischen S.:hwingungsehenen haben eine unterschiedliche Dichte und lassen abwechselnde Realitäten erkennen. Besonders be~;abte Menschen sind nun in Jcr Lage, bestimmte Wahrnehmungen innerhalb dieser Ebenen 1.u machen- die meisten von uns allerdings nicht.
Ausserdem bin ich davon überzeugt, da.ss vieles aus unseren Märchen und Mythen den Erinnerungen entstammt, die die Seeleaufgrund ihrer Erfahrungen in anderen physischen und geistigen Wehen mitbringt. Wa.s mir über diese Erfahrungen
unter Hypnose mitgeteilt wirJ, entspricht in mancherlei HinsiL·ht eben jenen My60

thcn und Legcmlen, wie wir sie .auf Erden kennen. Zu diesen seelischen Assoziationen gehiiren Baum- und P0an7.en~cister sowie Verbindungen zu den Elementen
Luft, Wasser und feuer. Mythen, Legenden unJ die SeeiL·nerinnerung sind Gegensund späterer Kapitel.

Gespenster
Viele Autoren, die sich mit übersinnlichen Phänomenen beschäftigen, haben üher
Gespenster geschrieben. Ich bin nicht sonderlich kompetent auf diesem Gebiet,
obwohl ich mit Seelen in form \'On Gespenstern in Beriihrung gekommen bin. Bei
meinen Vonrägen werde ich oft gefra~t, wie es wohlmeinende Geistführer zulassen
können, dass diese Wesen verloren, unglücklich und allein herumirren. Mein ßcitrag 7.ur Erforschung \'On Gespenstern beschäftigt sich mit jenen Aspekten, die ich
als falsche Vorstellungen hc1.eichnen würde, unJ es ist mir l·in Anliegen, dieses Phänomen aus der Sicht des Gespenstes selber zu erklären, weniger aus Jer Pl·rspcktin des Menschen, der es auf der Erde wahrnimmt.
Es dauerte Jahre, bevor ein Klient zu mir k3m, der nach einem früheren Lehen
einen angemessenen Zeilraum als Gespenst nrbraeht hatte. für mich sind .. Kurzarbeiter• keine Gespenster im herkömmlichen Sinne. Ich habe beispielsweise mit
einer Klientin gearbeitet, die als junge Frau bei einem Schu!hJ.usbrand ums Lehen
gekommen war, nachdem sie ihre Kinder in Sicherheit gebracht h.1tte. Die Lehrerin
hielt sich nach ihrem Tod einige Monate lang am Schauplatz des Geschehens auf,
um sich um die Kinder und andere Menschen zu kümmern, die ihren früh7.eiti~cn
ToJ betrauerten. Als ich sie fragte, was sie schliesslich dazu brachte, die Szene zu
"·erlassen, meinte sie: ·Oh, mir wurde einfach langweilig.• Ich bin zu dL·r Überzeugung gelangt, dass nur die wenigsten Seelen überhaupt jemals Gespenster ~cwescn
sind, das heisst über Jas normale Mass jener Zeit hin.1us zu bleiben, die man benötigt, um sich als eben Verstorbener einzugewöhnen, bevor man Jie Erde verlässt.
Ich glaube nicht, dass auf der Erde viele Gespenster ihr Unwesen treiben.
Die im folgenden geschilderten Fälle zeigen, dass unsere Führer uns nicht da1.u
zwingen, in die geistige Weh einzutreten, wenn unsere unerh:Jigten Angelegenheiten ein derart starkes Gewicht haben, dass v.•ir die irdische Astralebene nicht verlassen wollen. Das gilt im Besonderen dann, wenn die Seele einen toleranten Führer
hat. Manche lassen dabei Jic Zügel eher locker. UnJ zudem tauchen unsere Führer
im Moment des Todes nicht unmittelbar neben uns persönlich auf.
Die meisten Seelen haben unmittdbar nach Jem Tod Jas Gefühl, nur ganz sanft
in die andere Richtung ~ezogen zu werden. Starker wird dieses Gefühl erst dann,
sohald wir die irdische Astralehene verlassen. Ausser Fra~e steht allerdings, Jass
höhere Wesen sich unseres Todes sofort bewusst sind. Dennoch werden die Wünsche des Verstorbenen respektiert. Wir sollten nicht vergessen, dass in der geisrigen
Weh Zeit keine Bedeutung hat. Eine körperlose Seele hat kein lineares Uhrwerk im
Kopf, das heisst, dass es im Gegensatz zu lebenden Menschen für sie keine Rolle
spielt, ob sie tagebng, monatelang oder j.1hrclang zuriickhleibt. Ein Gespenst, das
6/

vielleicht .,00 Jahre in einem en~lischen Schloss herumspukte unJ sct,licsslich in Jic
geistige Weh zurückkehn, empfindet diese Zeitspanne wie -40Tagc oder auch nur
-40 Stunden, J;C'messen am Zeitgefühl in Jcr geistigen Weh.
Manche Menschen sind fälschlicherweise der Auffassung, dass Gespenster nicht
wissen, d.Jss sie tot sinJ oder wie sie aus ihrer Situation befreit werden kllnmcn. In
~ewisscr Weise sitzen sie tatsächlich in der falle, d<Kh handelt es sich dabei um einen Zustand geistiger Blodu.de und weniger um m.Jterielle Hindernisse. Eine See·
le ist nicht in irgendeiner geheimen Astralebene gefangen, sonJern sich durchaus
bewusst, dass sie das Leben auf der Erde \"Crlasscn h.Jt. Die Verwirrung besteht darin, dass diese Seele eine zwanghafte Anhaftung an Orte, Menschen und Erei~nisse
empfindet und nicht loslassen kann. Ein solcher Akt der Selbst-Delokalisierung ist
freiwillig, doch bestimmte Führer, die so~enannten Erlösungsmeister, halten unablässig Ausschau nach Anzeichen dafür, dass die "'crwirrtcn Geister endlich heimkehren wollen. Wir haben ein Recht auf Selbstbestimmung, das gilt auch für die Er·
fahrun~ unseres Todes. Unser Geistführer mischt sich nicht ein, selbst wenn wir
falsche Entscheidungen treffen.
Nach meinen Beobachtungen handelt es sich bei Gespenstern um Wesen, denen
die Reife fehlt und die Probleme damit haben, sich \'On irdischen Verunreinigungen
zu lösen. Dies gilt besonders dann, wenn ihr Aufenthalt im Zwischenstadium gemessen an irdischen Jahren längerfristigen Charakter hat. Die Gründe für ihr Zurückbleiben sind vielfiilti~. Mtlglicherweise ist ihr Lehen auf um·orheq.;eschene
Weise zu Ende gegangen, sodass sie \"Om eigentlichen Weg abgewichen sind. Eine
solche Seele könnte den Eindruck haben, dass man ihrem freien Willen einen Strich
durch die Rechnun~ ~emacht hat. Häufig war mit dem Tod ein schreckliches, traumatisches Erlebnis "'crbunden, und ,·icllcicht versucht das Gespenst nun, eine ihm
nahestehende Person \"Or Gdahr 7.U s<.:hützen.
1994 fuhr eine junge Frau nachts auf einer Strasse nicht weit \'On meinem I laus
in den Ber~en der Sierra Nevada, stürzte cim· steile Böschun~ hinunter und wurde
getötet. Niemand hatte den Unfall beobachtet oder das Autmnack bemerkt, das
gut 20 Meter den Abhang hinuntergestürzt war, wo ihr dreijähri~er Sohn fünf Tage
lang um sein Leben kämpfte. Der Vorfall erregte landesweites Aufsehen, als bekannt wurde, dass ein vorbeikommender Autofahrer das Gespenst einer nackten
jungen frau genau an der Stelle erblickte, die sich unmittelbar oberhalb vom Ort
befand, an der das Autowrack lag. Eine ungewöhnliche An für ein Gespenst, auf
sich aufmerksam zu machen, doch es funktionierte. Ja das Kind der Frau gerade
noch gerettet werden konme.
für mich stehen hinter diesen hedauernswenen verwirrten Gespenstern rlötzliche Richtungsänderungen in ihrer gepl.mten karmischen Ziclrichtung, die von ihnen nicht nur als etwas Unerwartetes, sondern als etwas Ungcrcchtferti~tes empfunden werden. Am häufigstl·n scheint es Fälle \"On Gespenstern zu geben. wenn
die entsprechende Seele ermordet wurde oder ihr durch eine andere Person Unrecht 7.ugcfügt wurde. ~-Ieine nächste fallgesehichtc beginnt als typischl· Gcspcns-

62

tergeschichte, zeigt dann aber, wie das Problem für das Gespenst auf konstruktiv"
Weise gelöst wird.

Die verlassene Seele
Bclinda kam wegen eines überwältigenden Traurigkeits~cfühls zu mir, Jas sie aufgrunJ ihres momentanen Lebens nicht begreifen konnte. Bei unserem Erstgespräch
erfuhr ich, dass sie -17 Jahre alt unJ noch nie verhciratet gewesen v.•ar. Vor 2CJahren
war sie von der Ostküste nach Kalifornien ge;wgcn, nachdem eine leidenschaftliche
Beziehung mit einem Mann namcns Stuart in die Brüche ~egan~en war. Bclinda
machte sich viel aus Stuart, Joch sie hatte die Beziehung abgebrochen, nachdem sie
sich dazu entschlossen hatte, ihr Leben zu ändern und aus beruflichen Gründen an
die Westküste 7.U gehen. Sie hat Stuan, mit ihr zu kommen, doch er wollte weder
seine Arbeit aufgeben noch seine Familie im Stich lassen. Stuan bat Bclinda, ihn zu
heiraten und in der Gegend zu bleiben, wo beide aufgl.'wachsen waren, Joch sie
weigene sich. Bclinda berichtete, dass SIUart am Boden 7.erstört war, als sie ihn ver·
licss, doch folgen wollte er ihr nicht. Stuan heiratete schliesslich eine anJere f'rau.
Einige Jahre später lernte BL·Iinda Burt kennen und hatte eine leidenschaftliche
Beziehung mit ihm, doch schliesslich \"erlicss er sie wegen einer anderen Frau. Ich
lragte sie, oh wir hier auf die Ursache für ihre unerklärliche Traurigkeit gestossen
seien, doch sie verneinte das, sie sei zwar \·erletzt gewesen, Joch es sei in Ordnung
gewesen, Bun nicht gcheirJtet 7.U haben. Bclinda erkannte, dass Burt und sie n1m
Temperament her grundverschieden waren, ~anz abgesehen Javon, dass er ein untreuer Liebhaber war. Sie fügte noch hinzu, dass sie aus irgendeinem Grund sehr
starkl- Gdühle des Verlassenwerdens und Verlustes empfunden haue, und zwar
schon lange bevor sie Beziehungen mit Männern einging.

Fall 14
Ich habe es mir zur Gewohnheit gcm.1cht, meine Klienten in ihr letztes frühen..·s LL·ben zurückzuführen, ehe wir die geistige Welt betreten. Durch Jiesc H rpnosetechnik "·irJ es möglich, mental einen natürlicheren Durchtritt nach der Todesszene 7.U
linden. Ich bat Belinda, eine schwieri~e Sunc herauszugreifen, um das Gespräch
über ihr früheres Leben zu beginnen. Sie wählte eine, diL· mit grosser seelischer
Qual verbunden war. Sie sa~tc, es sei das J.1lu Ul97 und sie sei eine junge hau namens Elizabeth, die auf einem grossen Bauernhof in der Nähe vonBathin England
lebte. Elizaheth kniete am Boden und hatte sich an den Rockschüssen ihrL·s Mannes
Stanlcy fcstgekralh, der sie gerade durch die Eingangstür ihres Anwesens nach
draussen mitschleifte. Nach fünf Jahren Ehe war Stanley dabei, sie zu verlassen .
." .. :

Dr. N.: Was sagt Stanlcy z.u Jir in diesem Augenblick?
K.: {bcgi("Jr;r Z:.J .... e,nen] Er sagt: •Es tut mir leid, aber ich muss den Hof verlassen
und in die Weh hinausziehen.•
Dr. N.: Wie reagierst Ju Jarauf, Eliz.abcth?

63

k.: Ich flehe ihn an, ich bettle darum, dass er mich nicht verlässt, denn ich liebe ihn

doch so sehr. Ich will alles tun, um ihn hier glücklich 7.U machen. Meine Arme tun
mir weh \'Om Festhalten, und er schleih mich durch den Flur bis zur Treppe.
Dr. N.: Was sagt dein Ehemann?
k.: [1'T1mer noc~ wem end) Stanlc~· sagt: •Es hat wirklich nichts mir dir zu tun. Ich
habe nur das alles hier satt. Irgendwann komme ich 1-urück.•
Dr. N.: Glaubst du, er meint es ehrlich?
k.: Oh ... ich weiss, dass ein ll·il von ihm mich irgendwie schon liebt, doch sein Bedürfnis, diesem Leben und damit allem zu entkommen, was er !>Cit seiner Kindheit
~ewohnt war, ist einfach übermächti~. [nun b€F!1rn1 . hr KOrner t,ro::CJ'Icrollrer;: zu Z•!-

rern]
Dr. N.: [nachdem er sre e!·.... os ber,1hi~r h(}r} Und was passiert jetzt, Elizaheth?
K.: Es ist fast vorbei, ich kann ihn nicht länger festhalten ... ich bin nicht stark genug- meine Arme tun so weh. [sre re1Dt thre Arme] Vor den Augen unserer Mediensteten falle ich die restlichen Treppen hinunter, doch es ist mir egal. Stanlcy steigt auf
sein Prerd und reitet weg, während ich hilflos zusehe.
Dr. N.: Hast du ihn je wiedergesehen?
K.: Nein, ich weiss nur, dass er nach Afrika ging.
Dr. N.: Wie hältst du dich über Wasser?
K.: Er hat mir das Anwesen überlassen, doch ich bin keine gute Wirtschafterin. Die
meisten Angestellten gehen weg. Über kurz oder lan~ haben wir fast keine Tiere
mehr, und ich weiss nicht, wie ich überleben soll, doch ich lu.nn den Hof nicht verlassen. Ich muss auf ihn warten, falls er doch irgendwann zurliekkehren sollte.
Dr. N.: Elizabeth, ich möchte jetzt. dass du zum letzten Tag deines Lebens gehst.
Nenne mir das Jahr und die Umstände, die bis zu diesem Ta~ ~eführt haben.
K.: Wir schreiben das Jahr 1919 {d1e K11enrrn rsr 52]. und ich sterbe an der Grippe.
Meine Widerstandskräfte sind die letzten Wochen sehr geschwunden, da mein Lebenswille so gut wie erloschen ist. Meine Einsamkeit und mein Schmerz ... der
Überlebenskampf auf der farm ... mein llerz ist ~ebrochcn.
Ich geleite Elizabeth jetzt dun::h ihren ToJ und versuche sie ins Licht zu bringen.
Doch es hilft nichts, denn sie bleibt an das Anwesen verhaftet. Sehr schnell stelle ich
fest, dass diese ziemlich jun~;e Seele im Begriff ist, ein Gespenst zu werden.
Dr. N.: Warum willst du aus der irdischen Astralebene nicht nach oben steigen?
K.: Ich will nicht gehen, noch kann ich nicht gehen.
Dr. N.: Warum nicht?
K.: Ich muss noch länger auf der Farm ausharren, wegen Stanley.
Dr. N.: Aber du hast doch schon lZJahre gewartet, und er ist nicht );ekommen.
K.: Ja., ich wciss. Trotzdem, ich hringe es nicht über mich, wegzugehen.
Dr. N.: Was machst du jetzt?
K.: Ich schwebe als Geist.

.. . .
64

K ... rllt<. J

4

l'nl~cbunJc-nc Gciuc~

Ich spreche mit Elizabeth über ihre gespensterhafte Erscheinung und ihr Verhalten
.auf der farm. Sie konzentriert sich nicht auf Stanleys Energic:schwingungen, um
ihn damit- gan7. gleich, wo in der Welt- zu lokalisieren, wie dJs eine erfahrene Seele machen würde. Weitere Fragen ergeben, dass Elizabeth von der Idee besessen ist,
das Familienanwesen zu retten, wenn es ihr gelingt, potenzielle Käufer 7.U verscheuchen. Und in der Tat, das Haus steht leer, da jeder in der Gegend weiss, dass
es hier spukt. Elizabeth erz.ihlt mir, dass sie im Wohngebäude umherfliegt und vor
Einsamkeit weint.

., ..

Dr.
K.:
Dr.
K.:

~

N.: Wie lange, in irdis~.:hen Jahren gemessen, wanest du auf Stanley?

Ähm, vier Jahre.
N.: Kommt dir das lange vor? Was ma~.:hst du?
Es ist nichts- nur ein paar Wochen. Ich "'·eine ... und jammere über meine Traurigkeit, ich kann nichts Jagegen tun. Ich weiss, dass ich den Leuten damit Angst
mache, besonders wenn ich Gegenstände umwerfe.
Dr. N.: Warum erschreckst du Menschen, die dir nichts getan haben?
K.: So drücke ich meine Verärgerung darüber aus, was mir angetan wurde.
Dr. N.: Erkläre mir binc, wie das alles weitergeht.
K.: Man ... ruft mich.
Dr. N.: Oh, hast du schliesslich darum gebeten, aus dieser traurigen Situation herausgeholt zu werden?
K.: [,'orJge Pause] Nun ... eigentlich nicht ... irgendwie schon ... aber er weiss, dJss
ich fast so weit bin. Er kommt und sagt zu mir: ·Glaubst du nicht, es rei~ht jetzt? ..
Or. N.: Wer sagt das zu dir, und was passiert weiter?
K.: Der Erlöser der \"erlorcncn Seelen ruft mich, und ich bewege m..ich mit ihm wei
ter \"On der Erde weg, und wir sprechen miteinander, während wir warten.
Or. N.: Einen Augenblick bitte- ist das dein Geistrührer?
K.: [läc/lel! zu.n"J ersten Mo:} Nein, wir warten auf meinen Geistführer. Dieses Geistwesen heisst Doni. Er rettet Seelen wie mich, das ist seine Aufgabe.
Dr. N.: Wie sieht Doni aus, und was sagt er 7.u dir?
K.: [lucherrl} Er sieht aus wie ein kleiner Gnom, er hat ein verrun7.ehes Gesicht und
einen (urchtbar zerknautschten Hut, und sein Schnurrhart 7.ittcrt, wenn er mit mir
redet. Er meint, wenn ich noch länger bleiben wolle, so könne ich das tun, doch ob
es nicht lustiger wäre, mit ihm nach Hause zu gehen, um dort mit Stanlcy zusammenzutreffen. Er ist ein komischer Kauz, unJ er bringt mich wm Lachen, doch er
ist so sanrt und weise. Er nimmt mich bei der Hand, und wir begeben uns an einen
wunderschünen Ort, um uns don weiter zu unterhalten.
Dr. N.: Schildere mir diesen Ort und was als Nächstes passicn.
K.: Nun, es ist ein Ort für trauernde Seelen wie mich, und er sieht aus wit.· eine ~·un­
den·olle Wiese mit vielen Blumen. Doni ermunten mich zur fröhlichkeit. er stärkt
meine Energie mit Liebe und Glück und reinigt meinen Geist. Er lässt mich wie ein
4

6J

Kind mitten um er den Blumen spielen unJ sagt zu rnir, ich solle Schmetterlin~e jagen, während er sich in der Sonne ausruht.
Dr. N.: Klingt wunderbar. Wie lange geht das so weiter?
K.: [erwas aus dem KonLe{ll Rebrochl durcr merne Fmge) Solange ich das will!
Dr. N.: Spric-ht Doni mit dir über Stanley und Jcin Verhalten als Gespenst?
K.: { N•derwrl'rg} Nein, das tut l"r ~anz bestimmt nicht! Der Erlöser ist nicht 'Iishin.
[:hr GeTsr(Uhrer] Diese fragen kommen später. Jetzt heisst es für mi'h Ausruhen.
Donis .1ltes Gesidn ist so voller Zärtlichkeit unJ Liehe, er schimpft einen nie aus.
Er redet mir gut zu, mich dem Spiel hinzugeben. Seine Aufgabe ist es, meine Seele
wieder gesund werden :w lassen, inJem er mid1 dabei unterstützt, meinen Geist zu
re1mgen.

....

-~

Sobald Elizaheths Energiehaushalt \vicder aufgefrischt ist, begleitet sie Doni zu
Tishin und gibt ihr zum Abs,hied einen Kuss. Dann beginnen die ersten \'orläufigen Beurteilungen, wie Jas bei jemandem, der in die geistige Wdt 7.UrüL·kkehn, 7.ur
normalen Orientierung gehört. In diese Konferenz mit Elizabeth!BelindJ konnte
ich mic-h einklinken, wa.~ sehr Jufschlussreich war. Zu Anfang meinte sie, ihr Lehen
als verlassene F.hcfrau sei verschwendet gewesen. Gewiss, ElizJbeth \"erging 7.w.u
fast vor Gram in ihrem letzten Leben unJ litt, ohne entsprechende Korrekturen
vor7.unehmen oder einen \'1:1andcl zu akzeptieren, doch unter lishins Führun~ '\\'llrde kl.u, dass diese Lektion keineswegs sinnlos gewesen war. Heut!.' ist BclinJa eine
sehr unabhängige und produktive hau, die vide emotional(' I l('rausforderungen
gemeistert hat.
Ich bin sicher, Jass die Leserin, 1.kr Leser mittlerweile bemerkt ha1, dass S1anley
heute StuJr1 hcisst. Wenn ic-h Uber diesen Teil der Ges,hichte sprc,hc, so erwidert
man mir gclegemlich: ·Oh, gut, ho1t sie es also geschafft, Jen Spil·ss umzudrehen
und es diesem Seheisskerl heimzuzahlen, fUr das, was er ihr angetan hat.• Diese Bemerkung madu deutlich, wie wir karmische Lektionen fals'h deuten. Die Seelen
von Elizahl·th und Stanley waren freiwillig bereit, heute in Jie Rollen als BclinJa
unJ Stuart zu schlUpfen. SIUart musste den emotionalen Schmerz spUren für Jas,
was er Elizabeth angetan harre. Als Sunlcy war er eine Heirats\·erpflichtung in einer Kultur und Zeit eingeg.1ngen, als frauen noch sehr Jbhän~i~; von ihren ~1Jn­
nern waren. Sein Emschluss, sie zu verlassen, erfolgte urpliltzlich, und er '\\'ar 7U
keinem Kompromiss bereit, was sein Verhalten besonders rücksichtslos machte.
Das soll keine fntsehuldigung für Elisabcth sein, die es nich1 über sich brachte,
Veränderungen in ihrem Leben ein7.uleiten. Ihr Leid und das ~ichtJnnehnu:n Jcr
Situation waren so extrem, dass sie schlicss)i,h zu einem Gespenst wurde.
Indem sie in ihrem gegenwärtigen Lehen in die Rolle Stanleys schlüpfte, musste
BclinJas Seele lernen, welche Motive himer den Gefühlen Stanlcys stJnJen, Jcr
sich an L'incm Ort ~efangen fühlte, den er nicht mochte. BclimLl \\'ar 7.\\·ar nicht Jie
frau von Stuart, als sie die Ostküste verli(.·ss, sodass das Engagement nidu ganz
verr;leichbar war mit d(.·m, d.1s Sruan in seinem früheren Leben als S1anley mit ihr
cingcgJngcn war. Dennoch \\'Jren sie in diesem Leben wiL-der ein Liebesp.1ar, unJ
66

II.-"

f':

1~ L J

t..rd~~·hundo·1u·

( ; ..·i~lcr

Sruan fühlte sich durch den Wunsch Bclindas im Stich gelassen, die ~emeinsame
Stadt, frcundc und J=amilie zu \-'erlassen, weil sie anJerswn ihr Glück versuchen
wollte. Da sie den Mut autbrachte, das allein durchzu7iehen, ist Belindas Sede zu
der Einsicht gelangt, dass Stanlcy sil' nicht verlassen hat, um ihr aus Böswilligkeit
bc'W'Usst weh zu tun. Stanley wollte seine Freiheit, wie Bdinda auch.
Bclinda hat Jie seelische Prägun~ dieses früheren Lebens in ihr heutiges mitgenommen. Aus karmiseher Sicht blieb iür Bdinda ein Restschmerz J.ls Elizabeth,
den sie bis zu unserer Sitzung nicht haue begreiien können. ßclinda erzählte mir,
sie denke nach wie vor an Stuan, und wahrscheinlich ktlnne er sie auch nicht ver·
gesscn, da sie seine erste Liebe gewesen sei. Die beiden sind Seclcn~eiährten aus
derselben Gruppe, und ich glaube, dass die beiden in ihrem nächsten LL·ben höchstwahrscheinlich in neue Rollen schlüpfen werden, um ein Gleichgewicht zu schaffen für das, was sie in Jen letzten beiden Lehen gelernt haben.
Doch wacum musste Bclinda sich der kurzen uncnvidenen Liebe mit Burt unterziehen? Nun, hier wurde sie auf die Pmhe gestellt. Bun ist ein weitl·res Mitglied
dl·rselben Seclengruppe, und er hat sich bereit erklän, bei Elizabeth seelische Erin·
nerungen auszulösen, um festzustellen, oh sie gderm hat, mit dem emotionalen
Schmerz eines gebrochenen Her?.Cns zurechtzukommen. Rurts \'erhalten diente
auch als \'1'/cc:kruf für Belinda, damit sie in ihrem gegenwärtigen Leben begriff, wil·
sich Sruart fühlte, nachdem sie ihn verlassen hatte. Das karmisl·he Schwert ist auf
beiden Seiten sdurf.

Spirituelle Dualität
Vor einigen Jahren drucktt' eine Zeitschrift die Reiseht"richtc einer Amerikanerin
ab, die in England auf dem Land unterwegs war und plötzlich unerklärlicherweisL'
in eine schmale Seitenstrasse einbiegen musste, die gar nicht auf ihrer beabsichtigten Route lag. Bald erreichte sie ein "·erlassenes altes Herrenhaus (nicht das von
Sta.nley). Nach den Wonen des Verwalters spukte es in dem Haus, und das Gespenst sah ihr ziemlich ähnlich. Dil· Frau spürte eine unhl·imlirhe Verbindung zu
irgendetwas, als sie sich auf dem Grundstück umsah. Vielleicht ist sie hierher ~ezo­
gen worden, um sich selbst zu befreien. Die beiden Teile ihrer Seele könnten auf
dieselbe mysteriöse Weise zueinander hingezogen worden sein, wie zwei Men,
sehen, die mit einer Seele parallele Leben führen.
Im ersten Kapitel hin ich kurz aui die Dualität von Seelen eingegangen und d.lrauf, wie diese ihre Energie teilen können, um gleichzeitig mehr als l'in Lehen Iehen
zu können. Ein Teil der Energil· der meisten Seelen nrliisst während ihrer Inkarnation die geistige Weh nicht. kh werde im nächsten Kapitel näher auf diesl' Seelenteilung eingehen, doch bei Jer Untersuchung von Gcspcnstl'Tn spielt die SpJ.Itunp;
der seelischen Energie eine besondere Rolle. In dem zuletzt geschilderten fall hatte sich 7.war Elizabeth eine Zeitlang als Gespenst in Jer Übergangsphase aufgehalten, doch ein andt•rer Tri/ ihrer Energie war in der geistigen Weh geblichen, um
dort bestimmte Lektionen zu bewältigen und mit anderen Seelen zu kommunizieren. Auch dieser andere Teil kann erneut inkarnieren und ein neues Leben fUhren,
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und meiner Ansicht nach ist das der Frau passiert, die das oben erwähnte Haus entdeckte, in dem es spukte.
Ich teile die Auffassung mancher Kapazitäten auf dem Gebiet der Gespensterforschung nicht, wonach solche Erscheinungen lediglich eine irdische Hülle ohne
seelischen Bewusstseinskern darstellen. Es gibt Lebenszyklen, in denen sich eine
Seele dafür entscheidet, weniger Energie in den neuen Kö~r mit7.unchmen, als
angebracht wäre. Doch sogar wenn daraus ein Gespenst werden sollte, handelt es
sich bei einer dcranigen Seele um wesentlich mehr als um eine leere Energiehülle.
Der Gedanke liegt nahe, dass die in der geistigen Welt ,·erbleibende Energie eines
Gespensts seinem verwirrten Alter Ego \"erstärkt unter die Arme greifen sollte,
wenn dieses immer noch auf der Erde umherirn. Laut den Berichten meiner Klienten sinJ Jie meisten unreifen Seelen, die in die andere Weh eintreten, nicht in der
Lage, diesen Energietransfer und die entsprechende lnte~ration der Energie selbst
vorzunehmen.
Beim folgenden Auszur; handelt es sich um einen Bericht, den ich vom Seclengefährten eines Gespenstes erhalten habe. Das Gespenst ist eine junge Seele auf Niveau I, die der erste Ehemann meiner Klientin gewesen war.

Fall 15
Dr. N.: Du hast mir erzählt, dass dein erster Ehemannnamens Bob nach seinem let7.ten Leben zu einem Gespenst wurde. Bitte erkläre mir das näher.
K.: Bob wurde ein Gespenst, weil er in jenem Leben getötet wurde, kur7. nach dem
wir geheiratet hauen. Er war so verzweifelt und machte sichsogrosse Sorgen um
mich, dass er nicht gehen wollte.
Dr. N.: Ich verstehe. Kannst du mir ungefähr sagen, wie viel seiner Gesamtenergie er
mit sich in jenes Leben genommen hatte?
K.: [n,ckr zuS{If'1mendJ Bob hatte nur etwa ein Viertel seiner Energie zur Verfügung,
und das reichte nicht in dieser seelischen Krise ... er hat die Situation falsch eingeschätzt ... [hdl~ mr:e]
Dr. N.: Glaubst Ju, Jass er kein Gespenst geworden wäre, wenn Bob mehr von seiner Energie mitgenommen hätte, um für eine solche E\'Cntualität gerüstet zu sein?
K.: Dasweissich nicht, doch ich glaube, es hätte ihn stärker gemacht ... er hätte mit
dem Schmerz besser umgehen können.
Dr. N.: Warum hat er dann so wenig Energie zur Erde mitgenommen?
K.: Nun, weil er sich mehr seiner Arbeit in der geistigen Weh widmen wollte.
Dr. N.: Ich verstehe nicht, warum Bobs Führer nicht dafür gesorgt hat, dass er mehr
Energie zur Erde mitnimmt.
K.: {schut{e/t den KopJ] Oh nein! So wird hier nicht mit uns umgegangen, wir wer·
den bei unseren Entscheidungen nicht beeinflusst. Und niemand hatte Bob gezwungen, ein Gespenst zu werden. Man hanc ihm empfohlen, mehr Energie mitzunehmen, doch er ist stur - er wollte gleichzeitig ein weiteres Leben führen.

68

Dr. tl.: Wenn ich recht verstehe, hat Bob seine Fähigkeit, in einer Krisensituation
normal zur reagieren, unterschätzt, da seinem Körper nur 25 Prozent seiner Energiekapazität zur Verfügung standen?
1.: [tJedrJckr] Ich fürchte ja.
Dr. tl.: Auch wenn dieser Körper nach seinem Tod aufhöne zu existieren?
1.: Das spielte keine Rolle. Er konnte die Auswirkungen nach wie vor spüren, und
er hatte nicht genügend Kraft, mit den Umständen feni~1.uwerden.
Dr. tl.: Wie lange blieb Bob ein Gespenst, ehe ihm in der geisti~cn Welt der Rest seiner Energie wieder zugeführt \Vllrde?
K.: Nicht lange, ungefähr 30Jahre. Allem Anschein nach konnte l'r sich selbst nicht
helfen ... mangelnde Erfahrung ... Teil seiner l.cktion ... dann wurde unser l.ehrer
,·on ... von jenen Wesen gerufen ... die auf der Erde ein Auge auf die verwirrten
Seelen haben ... um dafür zu sorgen, dass auch dieser Anteil \·on ihm nach Hause
zurückkehn .. .
Dr. tl.: Manche Menschen haben diese Wesen •Erlöser der verlorenen Seelen• genannt.
K.: Ein passender Ausdruck, doch Bobs Seele war eigentlich nicht verloren ~e~an­
gen, sondern litt grosse QuaL

Seelen in Absonderung
In meinem nächsten fall geht es um einen fortgeschritteneren Klienten, der mir genauere Informationen über Wesen vermittelte, die keine Gespenster sind, die aber
nach dem Tod nicht nach Hause zurückkehren. Wie wir sehen werden, gibt es zwei
Hauptfaktoren, die diese An von Seele in Jie Absonderung treiben.

Fall 16
Dr. tl.: Gibt es Menschen, die nach ihrem Tod nicht bereit sind, in Jie geistige Welt
zurückzukehren?
K.: Ja, die eine oder andere Seele. die den physischen Körper verlassen hat, will auf
der Erde bleiben.
Dr. tl.: Ich nehme an, es handelt sich dabei um Gespenster?
K.: Nein, aber wenn sie wollen, dann werden sie eines- die meisten sind keine Gespenster, sondern sie wollen schlicht und einfach ihre Ruhe haben.
Dr. tl.: Und ihre spirituelle Energie kehrt unminclbar nach ihn·m Tod nicht nach
Hause zurück?
K.: Genau ... einmal davon abgesehen, dass ein Teil ihrer Energie Jie gcistige Wdt
niemals verlassen hat.
Dr. N.: Das ist mir bekannt. Handelt es sich nun bei diesen abgesonderten Seelen um
•Kurzarbeiter•, oder bleiben sie gemessen an irdischen Jahren sehr lange Zeit in
diesem Übergangsstadium?
K.: Das kommt darauf an. Manche möchten so schnell es geht in einen neuen Körper zurückkehren. Diese Seelen möchten ihre physische Form nicht l:ingere Zeit
69

aufgeben. Dadurch unterscheiden sie sich von den meisten von uns, die nach Hause wollen, um sich auszuruhen und Unterweisung zu erhahen. Viele sind buchstäblich Frontkämpfer auf Erden gewesen. Sie milchten eine Kontinuität mit ihrem
physischen Leben aufrechterhalten.
Dr. N.: Nun, wie ich die Sache sehe, erlauben unsere Führer uns nicht, in einem
Muster des Anhaftcns nahe bei der Erde zu verharren und sofort wieder in ein neues Leben einzutreten. Wissen diese Seelen denn nicht., dass sie den normalen Prozess durchlaufen müssen, das heisst Rückkehr in ihre Gruppen, Beratung, Lektionen lernen und Teilnahme beim Auswahlverfahren eines neuen Körpers?
K.: {i<Khend] Schon, doch die Führer zwingen jene in extremen Stresssituationen
nicht, nach Hause zurückzukehren, solange sie die Vor7.üge der Rückkehr nicht erkennen.
Dr. N.: Gut, aber sie erhalten doch erst dann einen neuen Körper, wenn eine gewisse Zeit der Anpassung vergangen ist.
K.: [zuckl dre Achse~·n} Ja, das ist richtig.
Dr. N.: Trifft es auch zu, dass andere verstöne Seelen nicht auf Jic Erde zurückkehren wollen, aber auch nicht an den für sie vorgesehenen On in der p;eisrigen Weh
celangen möchten?
K.: Ja, das sind wieder andere Seelenarren ...
Or. N.: Doch wenn beidc Arten nicht als körperlose 'W'esen auf der Erde umherirren
und den Menschen in Form von Gespenstern Angst einjagen, warum sollte ich sie
dann verstört nennen, wenn sie doch eigentlich nur in Ruhe gcl.lSsen werden wollen?
K.: Sie weichen von der :'\lorm ab. Ihr Verhalten ist das Ergebnis von crwas Uncrledi~tem ... Traumatischem ... ÜhcrwJhigcmlcm. Sie wollen nicht loslassen, und dJ.s
ist nicht normal. Da sie sich so unglücklich fühlen, weigern sie sich, mit ihren Lehrern 7.u sprechen.
Dr. N.: Warum übernehmen ihre Führer nicht einfach das Kommando und 7iehl·n
sie trolz ihres Widerstandes tiefer in die geistige Welt?
K.: Würde man eine Seele zu ihrem Glück zwingen, würde sie nichls lernl'n, wie es
ist, in Angstzustände zu gera1en und sich von der Aussenweh ab7.ukapscln.
Dr. N.: Gut, aber ich frage mich nach wie vor, warum man den Seelen, die gleich wieder inkarnieren wollen, ohne Station in der geistigen Wclt 7.u machen, nicht sofort
einen neuen Körper geben kann?
K.: Begreifst du nicht, dass es unfair gegenüber dem Kind wäre, das eben sein Lehen
beginn, eine verstörte Seele in diesen neuen Körper zu lassen? Diese Seelen haben
ein Recht zur Absonderung, doch let7.tlich werden sie sich um Rat und Unlerstüt7.ung an ihren Führer wenden. Sie müssen zu der Einsicht gelangen. dass sie ..11leine
nicht weiterkommen. Mit einem ncuen Kilrpcr wäre ihnen nicht geholfen.
Dr. N.: Wo halten sich die Seelen auf, die weder auf Jer Erde herumspuken noch
nach Hause wollen?
K.: [mrrie,t1~·o11) Das kann jeder Raum sein, den sie für sich schaffen wollen. Sie
schaffen sich ihre eiJ!:ene Realität mit Erinnerungen an ein physisches Leben. Man-

70

ehe Seele sucht sich dafür einen angenehmen On wie etwa einen Ganen aus. Andere - btispielsweise jene, die Menschen St;haden zugefügt haben - schaffen !<.ich
iurchtbare Örtlichkeiten, erwa ein Gefängnis oder einen Raum ohne fcnster. Dort
schliesscn sie sich ein, sodass sie nicht viel Licht erhalten und nicht viel Komakt zu
anderen haben. Oas ist selbstauferlegte Bestrafung.
Dr. N.: Ich habe gehört, dass verstörte Seelen, zumindest jt·nc, die Verbrechen begangen haben, in der geistigen Welt abgc!oondcrt werden.
lt: Das stimmt, doch zuminJest sind sie bereit, die Suppe auszulöHcln, die sie sich
eingebrockt haben, und sich ihre Energien mit liehevollt•r Güte ausheilen zu lassen.
Dr. N.: Hast du irgendeinen Hinweis für mich, wie unsere Führer mitalljenen Seelen umgehen, die sich im selbstauferlegten Exil befinden?
K.: Sie lassen ihnen Zeit, die Sache Jurchzustehen, das ist eine I lerau!.forderung für
einen Lehrer. Die Lehrer wissen, dass sich diese Seelen Sorgen machen wegen ihrer
Beuneilun~ und wegen der Reaktionen aus ihrer Scclengruppe. Sie sind voller ncgati\'Cr Energie und können nicht klar denken. Es kann lange dauern, hisdiese Seelen sich bereit erklären, ihre selbstauferlegten Orte der Absont.lerung aulzu~ehen
und sich \·on jenen beruhigen und trösten zu lassen, die ihnen helfen möchten.
Dr. N.: kh nehme an, es gibt so viele Übcrredungsh~·chnikcn, wie es Führer giht?
K.: Gewiss ... je nach Fähigkeit. Mancher I.ehrcr wird sich erst dann einem nrn•irrten Schüler nähern, wenn diese Seele die Absondcrun~ so satt hat, dass sie freiwillig um t Iilfe bittet. Das kann unter Umständen recht lange d.Juern. [hdlf 1nne. ~(ihr~
ckmn fort] Andere Lehrer tauchen häufig auf, um ein kurzes Gespräch zu führen.
Dr. N.: Befreien sichalldiese verstönen ~elen letztlich selbst?
K.: [mnehalcend} Sagen wir so: Letztlich kommt die Befreiung auf die eine oder andere Art und Weise, und zwar entweder durch Unterstützung ot.ler ... {,ccrenu]
durch gutes Zureden.

..,

-

_:

Wer mit meiner Arbeit vertraut ist, weiss, Jass ich gan7. konkrete Überzeugungen
habe hinsichtlich der Einflüsse der Seelenerinnerung auf das menschliche Denken.
Die im vorigen r-alll6 geschilderte Isolation und Einsamkeit der Seele könnte
durchaus den Eindruck des christlichen Fegefeuers Jls ()rt der Sühne hervorrufen.
Könnte es nicht sein, dass diese religiüse Vorstellung aus zersplitterten Seelenerinnerungen der Absonderung in der geistigen Weh entspringt? Es giht Ähnlichkeiten
und grosse Untcrschit•de zwischen meinen frkenntnisscn hinsichtlich der Absonderung der Seele und dem Fegefeuer, wie es von der Kirche definiert ~·ird.
Das Fegefeuer des Christenrums dient als Ort der Selbstreinigung iür all jene,
Jie erst von ihren Sünden bcfreit werden müssen, bevor sie in den Himmel kom·
men können. Laut meinen Klienten unterziehen sich einige Seelen in der Absonderung einer Sclbstrcinigung, während andere der Wiedcrauffrischun~ ihrer Energien
bedürfen. Dennoch bedeutet auch die Absonderung keint• vollständige Reinigung,
denn sonst hestündc keine Notwendigkeit zur Reinkarnnion mehr. Aussl•rdcm
handelt es sich bei dieser scelischl·n ·Einzelhaft• nidn um eine Verbannung. In der
christlichen Kirche wird in jüngerer Zeit auch weniger Wert auf dJ.s Konzept der
71

Ilölle gelegt als früher. Den Gedanken des Universalismus, also den Glauben, dass
jeder in den Himmel kommt, lehnt die christliche Kirche jedoch nach wie vor Jb.
Sie vcnrin die Auffassung, dass eine Seele im Zustand der Unbussfl·rtigkcit ist,
wenn sie ihre Todsünden nicht bereut hat- sie muss nicht ins Fegefeuer, sondern
kommt direkt in die Hölle, um im •ewigen Höllenfeuer zu schmoren•. Nach der
Kirche bedeutet ewige Verdammnis eine Trennung von Gon - im Gegensan 7.u jenen, die in die Seligkeit eingegangen sind. für die christlichen Kirchen ist der Gedanke schlichtweg unerträglich, dass im Lehen nach dem Tod alles vergeben werJcn kann. - Doch nach meiner Erfahrung sind alle Seelen bussfertig, da sie :!>ich
selbst für das verantwortlich machen, was sie getan haben.
Aus allem, was ich in Erfahrung gebracht habe, kann seelische Energie nicht
zerstön oder funktionsuntüchtig gemacht werden, sondern bestenfalls umgewandelt und von irdischer Verunreinigung befreit werden. Eine Seele. die nach dem irdischen Tod in Ruhe gelassen werden möchte, ist nicht selbstzerstörcrisch, S(mdern
hat in der Regel das Gcfiihl, dass sie einer gewissen Isolation bedarf. um anderen
Seelen mit ihrer negativen Energie nicht zu schaden. Und dann );ibt es Seelen, die
sich nicht verunreinigt fiihlen, aber auch noch nicht bereit sind, sich trösten 7.U lassen.
F.s ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die Seele Eigentümerin ihres Energiehaushaltes ist, und in der Regel bittet sie ihre fiihrer in der geistigen Weh, an die
Orte der J Ieilung und Verjüngung gebracht zu werden. Dabei handelt es sich um
therapeutische Bereiche ausseehalb ihrer Seclengruppen, wo sie für sich allein sein
können und Zeit haben zur Reflexion. Es handeh sich jedoch um eine geziehc Therapie. Die in Fall16 voq~estellten verstörten Seelen waren noch nicht bereit, Hilfe
anzunehmen. Ausall meinen Fallstudien geht hervor, dass wir nach unserem Tod
so lange, wie wir wollen, das Recht in Anspruch nehmen können, die uns von unseren spirituellen Meistern angebotene Hilfe abzulehnen.
Bei meinen Vorträgen werde ich immer wieder gefragt, ob es sich bei den Orten
selbstauferlegten Exils um •niedrigere Ebenen• oder •niedrigere Welten• handelt.
für mich kommen solche Vorstellungen nm Do~o:men, die auf Angst beruhen.
Doch vielleicht ist es auch nur eine Frage der Semantik. Eine bessere Bezeichnung
für diesen Zustand wäre wohl selbst auferlegter Ort oder Vakuum subjektiver Realität, geschaffen n,n der Seele, die ihre Ruhe haben möchte. Abgesonderte Räume,
jenseits des spirituellen Zentrums der Seele, muss man sich selber schaffen. Ich habe nicht den Eindruck, dass es sich bei diesen Seelen um Wesen handelt, die in der
geistigen Weh 'lOn jenen Örtlichkeiten getrennt seien, wo sich die anderen auflultcn. Diese Trennung ist vielmehr mentaler Natur.
Eine Seele im Ruhezustand weiss, dass sie unsterblich ist, fühlt sich aber gleichzeitig mat:htlos. Halten wir uns vor Augen, was sie in der Abgeschiedenheit ohne
Hilfe tut. Die Seele geht dort ihre Handlungen immer und immer wieder durch.
lässt alle karmischen Implikationendessen noch einmal ahlauren, was sie anderen
angetan hat und was ihr selbst in ihrem letzten Leben angetan wurde. Es kann sein,
dass sie anderen geschadet hat oder dass ihr Schaden zugefügt wurde. Häuri~ höre
72

1\

.o.?'ltt

}

-

t::.rdgdntndC'n<.:

Gci~rcr

ich. dass sich die Seele durch Ereignisse zum Opfer gemacht fühlt, auf die sie keinen Einnuss haue. Sie ist traurig und wUtend zugleich. Es findcr kein Au!ltausch
mehr mit ihrer Seelengruppe statt. Sie leidet unter Seihstbeschuldigungen und blockierter Selbsterkenntnis. Di"·se Situation erinnert, wie ich einriiumcn muss, durchaus an das fege(cuer.
Sanre sagte einmal: ·Wir haben ein imaginäres Selbst der Weh mit Tendenun
und Wünschen und ein reales Selbst.• Ich ~'Ürde hier einen Sarz von William Blake
hinzufügen: •Bei der Wahrnehmung unseres wirklichen Selbst laufen wir Gefahr,
mit diesem zu verschmcb.en.• An dem von ihnen gcwJhhcn Ort haben die Seelen
der Einsamkeit ihr imaginäres Seihst 7.ugunsten einer hohen Dosis Selbstkasteiung
aufgegeben. Einsamkeit und gelassene Selbstanalyse sind wi~o:htige und normale Aspekte des Seelenlebens in der geistigen Weh. Der Unterschied besteht darin. dass
verstörte Seelen noch nicht so weit sind, Jas, was sie quält, loslassen zu künnen, indem sie um Hilfe bitten, nach vorne blicken unJ Veränderungen einleiten. Das Positive ist, dJss Jicse Seelen nur einen Bruchteil der Gesamtmenge aller Seelen J.USmachen, die jeden Tag in die geistige Weh gelangen.

Körperlose Wesen zu Besuch auf der Erde
Es gibt Wesen, die aJs Touristen zur Erde reisen, ohne jemals dort zu inkarnieren.
Einige davon sind schon recht weit in ihrer Entwicklung, 'Qrährend andere noch
ziemlich schlecht angepasst sind. Diese Wesen wurden mir als freundlich, hilfsbereit und friedfertig, aber auch als abweisend, unangenehm, ja sogar streitsüchtig beschrieben. Ich glaube, dass sie seit Tausenden von Jahren in unseren Mythen als
Charaktere beschrieben worden sind, die sowohl Angst als auch Entzücken hervorrufen können. Unsere Märchen und Sagen sind voller Anspielung"'n auf die Unterschiede zwischen helleren Wesen von j:;raziöser und drolliger Natur unJ dunkleren Wesenheiten, deren Temperament eher düstere Züge aufweist. Manche dieser
vorchristlichen Legenden finden sich au~.:h in unseren zeitgenössischen religiösen
Überzeugungen in Form heller oJer dunkler Bilder von Anmut oder Gewalttätigkeit im Leben nach dem Tode wieder. Zahlreiche Klienten haben mir berichtet, Jass
sie zwischen ihren lnkarn;uionen auf der Erde als körperlose Wesen andere Welten
inner- und ausscrhalb unserer Dimension bereisen. Die einen oder anderen erblicken auf diesen Reisen anJere körperlose Wesen. Deshalb hat es mich Uberrascht.
dass ich nur gelegentlich einen Bericht von einem Klienten erhielt, wonach er andere Lichtwesen auf der Erde getroffen hatte. Meine Klienten begegnen diesen, wenn
sie sich dazu emschliesstn, die Erde als körperloses Wesen zwischen ihren einzelnen Inkarnationen zu besuchen. W.e die nächste Fallbeschreibung zeigt, haben diese Berichte etwas Faszinierendes.

Fall 17
Dr. N.: Du has1 mir jetzt geschilden, wie sehr du es geniesst, zwischen deinen Inkar-

nationen sowohl physische als auch geistige Wehen zu besuchen. Jetzt bin ich neu-

73

gierig, ob du etwas über andere Wesenheiten wcisst, mit denl'n du auf deinen Reisen zur Erde unter Umständen in Komakt kommst.
K.: Sie durchschweben unsere Realität hier auf der Erde, wie das bei mir in anderen
Dimensionen der fall ist.
Or. N.: Kennst du ,·ielc Seelen, die re~l·lmässig auf der Erde inkarniercn und wie du
hierher zu Besuch kommen?
K.: Nein, eigentlich kommt das überhaupt nicht häufig \'Ur, aber ich komme gern
hierher. Viele meiner Freunde geniesscn einen Tapetenwechsel zwischen ihren lnkarn ..uionen und halten sich von der Erde fern. Manchmal, wenn ich hierher komme, nehme ich unbekannte, seltsame Wesen wahr.
Dr. N.: Wie sehen die aus?
K.: Seltsam, merkwürdige Formen, schmächtig oder schwerfälli~ ... nicht wie Menschen.
Dr. N.: Beschäftigen wir uns doch näher damit. Du hast über diefähigkeitvon Seelen in der geistigen Welt gesprochen, eine menschliche form zu projizieren. \\;lie sehen du und deine Freunde als Geister auf der f.rde denn aus?
K.: Oh ... ziemlich wie ihr, doch in dichteren Gefilden als auf der Erdl' beginnt die
physische Seite zu überwiegen ... um das zu unterstrci~.:hcn, was wir einst hier gewesen sind.
Dr. N.: Soll das heissen, dass ihr hier mehr Körperlichkeit habt?
K.: Ähm ... ja ... irgendwie schon. Auf Welten wie der Erde sind unsere Gren7.cn
schärfer umrissen, also die Art und Weise, in der wir einen menschlichen Körper
annehmen, und zwar auf eine durchsichtige Weise als weiches, diffuses Licht. \'('eM
wir in der geistigen Weh einen Körper annehmen, sagen wir den eines fruhercn Lebens, so strahlen wir über und über mit vollem EnergiepotenziaL
Dr. N.: Ist ein nichtkörperliches Wesen auch in diffusem Zustand für einen Lebenden sichtbar?
K.: [k1cherr] Ja, schon ... doch dazu sind nur bestimmte Menschen in der Lage, und
auch dann nehmen sie uns als Erscheinung nicht immer wahr.
Or. N.: Wie das?
K.: Das hat mit ihrer Aufnahmefähigkeit, mit ihrer Wahrnehmungsfähigkeit in bestimmten Augenblicken zu tun, wenn wir uns in ihrem Gebiet aulhahen.
Dr. N.: Bitte verset7. dich doch in die Lage eines durchsichtigen Lichtwesens auf der
Erde und sag mir, was Ju hier tust. Bitte vert:iss dabei auch die nichtmens~:hlichcn
Geistwesen nicht, denen du begegnest und die noch keine lnkarnationserfahrun~
auf unserem Planeten hatten.
K.: [freud:g] A]s Besucher fliegen wir durch die Beq~e und Täler, durch Jic Städte
und Dörfer. Wir nehmen quasi stellvenretenJ die Energie der Kämpfe auf der Erde auf. Es ist immer eine interessante Erfahrung, auf andere interessante Wesen zu
stosscn, die auch auf Reisen sind. Sie wissen, dass die Bewohner der Erde Angst \'Of
uns haben, und die meisten dieser Wesen würden diese Angst gern zerstreuen ...
aber ... diejenigen von uns, die von der Erde sind, wissen, dass v.·ir es uns nicht leisten können, uns wirklich in die Angelegenheiten der Menschen zu verstricken.

Dr. N.: Heisst das, dass gewisse Wesen aus anderen Wehen keine diesbezüglichen

Skrupd haben?
L Ja.
Dr. N.: Ich nehme an, mit •verstricken• meinst du Einflussnahme auf Jen karmi-

St:hen Weg, den jemand beschreitet?
lt.: Nun ... ja.
Dr. N.: Was spricht dagegen, den Menschen zu helfen, wenn euch das möglich ist?
lt.: (i<urz angebunden und vrellt>rchr mrr e!nem Houch ·<on SchLJiriRett.ihlj Nun, wir sind
keine der Erde zugeteilten führcr. Wir sinJ nur Besucher wie die J.ndcren auch, die
wir hier gelegendich treffen. Alle \'On uns sind hier auf Urlaub. Wenn wir in eine Situation geraten, die p;erade dabei ist, aus dem Ruder zu laufen, halten wir unter
Umstanden kurz innc, um ... eine bessere Alternative ins Auge zu fassen. Es macht
uns durchaus Vergnü~en ... bei den Leuten ein bisschen nachzuhelfen ... damit sie
die richtigeren Entscheidungen treffen, anstatt in die falsche Richtung zu gehen.
Dr. N.: Wenn ihr zufällig 7.ur richtigen Zeit am richtigen On seid?
K.: Genau, um ... im entscheidenden Moment jemandem einen leichten Stups in die
bessere Richtung zu versetzen {hebr dre Srrmme }. wobei die wirklich kritischen
Punkte unangetastet bleiben, wenn du verstehst, was ich meine.
Dr. N.: Dann würde man euch also als gute Geister bezeichnen?
K.: {lac!-re"d] Im Gegensatz zu wem?
Dr. N.: [versuchr. das TheiT"a auszuloten] ... Im Gegensatz zu den bösen Geistern, die
andere Lebewesen belästigen, aus Spass daran, anderen Schaden zuzufügen.
K.: [brüsk} Wer sagt das? Es gibt keine bösen Geister, höchstens unfähige ... und
solche, die gedankenlos ... und gleichgültig ... sind.
Dr. N.: Was ist mit den traurigen Geistern oder solchen, die die Orientierung verloren haben oder jenen, die gerne Schabernack treiben - können die denn keinen
Schaden anrichten?
K.: Natürlich, doch dahinter steckt keine böse Absicht. {'lach emer Pause] Nicht alle von uns gehören in dieselbe Kategorie ... die wir aus Spass um die Erde schweben.
Dr. N.: Darauf will ich hinaus- ich denke an Gespenster.
K.: Dabei handelt es sich um Geister, die aus eigenem Entschluss hier geblieben
sind.
Dr. N.: Was ist mit jenen Geistern, die fremd auf der Erde sind?
K.: (P<wse] Es gibt andere Geister, die zwischen Jen Dimensionen hin und her reisen und die wir für schlecht angepasst halten. Sie scheinen kein f-ingerspitzcngefühl
für die Erde zu besitzen und wissen über menschliche Wesen nicht Bescheid.
Dr. N.: Und die können den Lebenden Prohlemc bereiten?
K.: [Rere,zr} Zuweilen schon ... wenn auch vielleicht unabsichdich. Sie haben keine
bösen Absichten, sind hloss ungeschickte, ungezogene Kinder. Die jüngeren Lichtwesen können zwischen unJ innerhalb der Dimensionen verloren gehen. Ihre Vergnügungen lenken sie ab. Pür uns sind sie nichts weiter als ungezogene Halbstarke.
Diese Witzbolde bilden sich ein, die F.rde sei ihr Spielplatz, wo sie sich vor leicht zu
75

beeindruckenden und naiven Menschen wie der Teufel aufführen und sie zu Tode
erschrecken können. Das bereitet ihnen einen Mordsspass, bis sie dann \'OO einem
der Wandcq;eister [uSoütnunden 1auf frischer T.u ertappt werden, deren Aufgabe es
ist, diesem Unfug ein Ende zu bereiten.
Dr. N.: Kommt das häufig vor?
K.: Ich glaube nicht. Sie sind wie Kinder, die hier und da den wachsamen Au~en ihrer Eltern entkommen.
Dr. N.: Also gibt es hier deiner Erfahrung nach keine bösen Geister, die von einer
dämonischen Kraft gelenkt werden?
K.: [ohne zu überieRen1Richtig, auch wenn wir gelegentlich auf eine dunkle, schwere Wesenheit treffen, die aufgrund der Erdatmosphäre die Orientierung verloren
hat. F.s herrscht hier eine hohe Dichte, doch diese Wesen kommen von Orten, wo
es noch dichter ist. Jedenfalls klammern sie sich an uns, weil sie nicht wissen, was
sie tun. Wir nennen sie die •schweren Jungs•, weil sie so unbeweglich sind.
Dr. N.: Was ist mit den Geistwt"scn, die laut deinen Worten gegenüber den Menschen auf dt'r Erde schlichtweg gleichgültig sind?
K.: [seufzr r1ef} Ja, die können den Menschen Angst machen. Manche von ihnen haben nämlich ein zerstörcrisches Wesen, und es mangeh ihnen an Besonnenheit.
Dr. N.: Elefanten im Pnrzellanladen?
K.: Ja, kein Respekt vor den hiesigen Sitten.
Dr. N.: Und versucht ihr in Jen Fällen, in denen Geistwesen für die Menschen hier
unangenehm werden können, in das Geschehen einzugreifen?
K.: Ja, wenn wir dazukommen, wenn sie Jen Bogen überspannen, schreiten wir ein
und versuchen sie zu vertreiben. Das kommt nur sehr selten vor ... die meisten Wesen, die nicht von dieser Weh sind, sind ernst und respekl\·oll. [PaJse} Ich möchte
unterstreichen, dass wir keine Philanthropen sind. Immerhin sind wir zur Erholung hier, und da wollen wir frei \On Verantwortung sein.
Dr. N.: Nun gut, doch warum sollte ein unbeholfenes Geistwesen- gleich welcher
Art- irgendeinen Grund h.1ben, zur Erde zu kommen, und hier die Möglichkeit erhalten, den Menscht·n Probleme zu hcrt·iten, und sei es auch nur unabsichdich?
Mangelt es ihren führern an erziehcris,hem Talent?
K.: [gelassen) Nun ... Überfürsorglichkeit bringt dumme Kinder hervor. Wenn man
sie zu kurz hält, wie sollen sie da etwas lernen? Allerdings ist es ihnen nicht ~estat·
tel, zerstöreris,h zu wirken oder grossen Schaden anzurichten.
Dr. N.: Eine lct7.te Frage: Glaubst du, dassalldie Geistwescn, über die wir nun ~e­
sprochcn haben, in grosscr Zahl die F.rde bcvlllkcrn?
K.: Oh nein! Verglichen mit der Erdbevölkerung handelt es sich um eine verschwindende Minderheit. Nach meinen eigenen Erfahrun~cn gibt es Zeiten, in Jenen sich
nur wenige hier aufhalten, Jie ich überhaupt nicht zu Gesicht bekomme. Sie tauchen eher unregclmässig auf.

.,

-

.:

Das Unsichtbare hat für uns Menschen etwas Geheimnisvolles, sofern es nur um.ere Sinne sind, die uns darauf aufmerksam machen, dass da etwas ist. Ich fra~e mich,

76

ob die spirituellen Reisenden nicht Erinnerun~en in uns auslösen an das, was wir
einmal waren und wieder sein werden.

Dämonen oder Devas
Ich denke, es ist ein passender Abschluss für dieses Kapitel, zusammenfassend auf
einige falsche Vorstellungen hinzuweisen, die wir üher Jas \'l:resen böser und ~utcr
Geister und deren J::.inflüsse auf die Erde haben. Sollte i~.:h dabei ir~endeine Lichlingstheorie meiner leserinnen und Leser radikal infra~e stellen, möge man sich
daran erinnern, dass sich meine Behauptungen auf die Berichte \·ieler meiner Hypnoseklienten stÜt7.en. Diese nehmen weder den Teufel. ~esch~·cigc denn dämonische Geister wahr, die um die Erde schweben. Was sie allerdings wahrnehmen,
weM sie selbst Geistwesen sind, ist ein Übermass an negati\'er menschlicher Energie, der intensiw Emotionen wie Wut, Hass und Angst entströmen. Diese ncgati\'en Gedankenmuster fühlen sich zum Bewusstsein anderer negativ eingestellter
Wesen hingezogen, die nur noch mehr Zwietracht ansammeln und weiteq~chcn.
Diese Zusammenballung von dunkler Energie in der Luft schadet der positiven
Weisheit auf Erden.
Die antiken Völker stellten sich Dämonen als fliegende Wesen vor, die die Regionen zwischen Himmel und Erde bewohnen und eigentlich nicht bösani~ sind.
Die frühchristliche Kirche erhob die Dämonen in den Status nm •teuflischen
Herrschern der Dunkelheit•. Als gefallene Engel sind sie in der Lage. sich als Boten Gottes auszugeben und sich als Kinder Satans zu verleugnen. um so di1.· \tcnschen zu täuschen. Ich denke, man kann guten Gewissens sagen, dass für moderne,
liberale Religionsgemeinschaften Dämonen unsere eigenen inneren fehl~eleitcten
Leidenschaften widerspiegeln, die uns Probleme bereiten.
In all Jen Jahren, in denen ich mit Seelen arbeite, ist mir noch nie ein einzi~cr
Klient untergekommen, der von einem anJeren Geist, sei er nun böse oder sonst etwas, besessen ~ewesen wäre. Als ich diese Bcmerkun~ einmal während eines Vortrags fallen liess, hob ein Mann die Hand und meinte: .. Alles schön und ~ut, grosser Guru, Joch \"ersuche mir bitte nicht einzureden, Jass es keine dämonischen
Kräfte gibt, solange du nicht die gesamte Menschheit in Hypnose versct7.t hast.•
Ich gebe zu, das ist ein stichhaltiges Argument gegen meine Hypothese, dass es
Dinge wie seelische Besessenheit, böse Geister, Jen Teufel oder die I -Iölle nicht giht.
Andererseits kann ich keine andere Schlussfolgerung ziehen, wenn sämtliche
Klienten von mir, sogar solche, die fest \'On der Existenz dämonischer Krähe überzeugt waren, das Vorhandensein solcher Wesen in Abrede stdlen, sobald sie sich
selbst als Geistwesen erleben.
Gelegentlich kommt ein Klient zu mir in Jer Überzeugung, von einer fremden
Wesenheit oder einer Art bösem Geist besessen zu sein. Ich habe mit anJeren
Klienten gearbeitet. Jie der Auffassung waren, aufgrund bestimmter Taten in einem
früheren Leben mit einem Bannfluch belegt worden zu sein. Wenn ich nun in mei-

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nen Hypnosesit7.ungen den überbewussten Geist meines Kliemcn erreiche, srosse
ich in der Regel auf einen der drei folgenden faktoren:

J. In der Regel stellt si~.:h her Jus, dass diese Angst fast immer absolut unbe~rün­
det ist.

2.

Gelegentlich har ein freundliches Geisrwesen, häufig ein nrstorhencr Verwandter, \'ersucht, Kontakt aufzunehmen. Mein beunruhigter Klient hat die
Absichten dieses Geistwesen falsch gedeutet, das lediglich Trost und Liebe
ausdrücken wollte. Die Verständigung ~wischen Sender und Empfänger hat
nicht geklappL Für Seelen ist es kein grosses Problem, tcll•pathischen Kon·
takt untereinander aufzunehmen, doch das heisst noch lange nicht, dass alle
Seelen die Fähigkeit besitzen, mit lebL·nden Menschen in Kontakt zu treten.

J.

In seltenen Fällen hat ein \'Crwirrter und unerfahrener Geisr Kontakt aufr;enurnmen, und 1.war aufgrund ungclüstcr kJCmischcr Themen, die ihn noch
an die Erde binden. Ich verweise hienu auf Fal\14 (siehe S. 63).

Spezialisten für parapsychische Phänomene haben drei weitere mögliche Gründe
angeführt, die ich meinen eigenen hinzufügen möchte, damit klarer wird, warum
bestimmte Menschen der Überzeugung sind, von einem Dämon besessen zu sein:

4. Seelischer und körperlicher Missbrauch als Kind, wodurch der F.indruck
entsteht, dass der Täter eine teuflische Macht verkürpcrt, die über die absolute Komrolle verfügt.

5.

Multiple PersönlichkeitsSIÖrungen.

6. Periodisch nrstärkte \'('irkung nm clcktrumagnetischcn Feldern, dir die Erde umgehen und so stark sein können, dass bei Menschen, die unter Stürungcn leiden, unter Umständen die Gch.irnt.itigkeit beeinträchtigt wird.
Die Vorstellung, dass Menschen von bösen Geistern besessen sein können, rührt
unminclhar aus minelalterlichcn Glaubensübcrzeugungen. Sie beruht auf Angst
und ist das Ergebnis eines Aberglaubens, der im Verlaufe der letzten 1000 Jahre
zahllosen Menschen das Leben gekostet hat. Vieles von diesem Unsinn hat sich in
den ,·ergangenen 200 Jahren in nichts aufgelöst, dennoch halten sich solche Vorstellungen bei Fundamentalisten sehr zäh. Es ~iht rdigiüse Gruppen, Jic nach wie \'Or
Exorzismus praktiziertn. Bei Klienten, die sich an mich wenden, weil sie die Befürchtung haben, ..,·on bösen Geistern besessen zu sein, stelle ich immer wieder fest,
dass sie offenbar ihr Leben nicht in der Hand haben, sondern ,·on zahllosen persönlichen Obsessionen und Zwängen beherrscht werden. Menschen, Jie Stimmen
hören, die ihnen befehlen, schlimme Dinge zu tun, sind höchsrwahrscheinli.:h schi7.ophren -es handelt sich nicht um F.ille von wirklicher Besessenheit.
F.s mag in unserer physiS('hcn Wdt durchaus unglückliche oder böse Geister geben, doch sie setzen sich nicht im Geist des Menschen fest. Die geistige Welt weist
vid zu \'iel Ordnung auf, als dass sie derart verworrene Aktivitiiten zulassen wür-

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dc. Bestssenheil durch ein anderes Wesen würdt nicht nur unseren Lebensvertra~
Jul'hebcn, sondern den freien Willen zerstören. Diese Faktoren bilden die Grundlage der Reinkarnation und dürfen nicht ~cfährdct werden. Die Vmstellun~. wonach teuflische Wesen als Kräfte ausseehalb \'On uns existieren, um die Mcmchen
zu verwirren und zu zerstören, ist ein \'On jenen in die Weh gesetzter Mythos, die
im eigenen Interesse das Dl·nken anderer Menschen beherrschen milchten. 0.1s Bösc eKistien im Inneren und wird innerhalb der Grcn1.cn des gestörten menschlichen
Geistes in Gan~ ~esetzt. Das Leben kann grausam sein. doch hier auf diesem Planeten liegt es in unserer H.1nd.
Annahmen wie die, dass wir ben:its als sündhafte Wesen auf die Welt kommen
oder jene, dass der Geist eines Menschen von äusseren bösen Krähen beschlagen
wurde, machen es für manche Menschen einfacher, das Böse zu akzeptieren. Dies
ist eine Möglichkeit, \'Orsätzliche Grausamkeit rational zu erklären, unsere Unmenschlichkeit 7.U pflegen und uns sowohl als Einzelwesen wie auch kollektiv \'Or
der Verantwortung zu drücken. Wenn wir es mit Serienmördern 7.U tun haben oder
wenn Kinder andere Kinder ermorden, kllnnten wir der Versuchung erliegen, den
Täter als •geborenen Mörder• zu brandmarken oder dämonische Einnüsse vcranrwonlich zu machen. Damit sind wir der Auf~abe enthoben, herauszufinden, warum der Mörder es gcniesst, ;1ndcren im Ausa~iercn des ei~cnen Schmcr;r.cs Qualen
7.uzufügcn.
Es gibt keine Seelenmon~ter. Der Mensch kommt nicht als Sünder auf die Weh.
Er wird vielmehr von einer Gesellschaft ,·erdorben, in der Hrhrecherisches Tun
den Wünschen lasterhafter Persünlichkeiten Genüge leistet. Ausgangspunkt ist der
menschliche Geist. Die Erforschung psychopathischen Verhaltens hat geui~t. dass
die Erregung, die man empfindet, wenn man anderen mitleidlos Schmerz zufü~;t,
dazu beiträgt, die eigene innere Leere zu füllen. Verbrechen ;r.u begehen ist für
Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen eine Quelle der Macht, Stärke und
Kontrolle. Hass schafft die Realität eines hasserfüllten Lebens ab. Der zentrale Satz
in einem deran verworfenen Geist könnte lauten: .. Wenn das Lehen schon für mich
nicht lebenswen ist, warum es nicht auch einem anderen wegnehmen?·
Das Böse ist nicht genetisch bedingt, doch wenn es in einerfamilieimmer wieder Gewalt und Grausamkeit gegen Kinder gegeben hat, werden solche Dinge oft
\'On Generation zu Generation als angelerntes Verhalten weitergegeben. (;ewalnätigkeit und gestörte Verhaltensweisen eines erwachsenen Familienmitglieds stellen
eine innere emotionale Reaktion dar, die nach aussentritt und jüngere Familienan~ehörige nrgihet. Dies kann dazu führen, dass die Kinder solcher Familie ein
zwan~haftes und destruktives Verhalten .1n den Tag legen. Welchen Eintluss haben
derartige genetisehl· und umweltbedingte Störungen des Körpers auf die Seele?
In meiner Arbeit habe ich festgestellt, dass die Energie der Seele sich in pruhle·
marisehen Siruationcn unter Umständen aus dem Kürper lösr. Es gibt Menschen.
die das Gefühl haben, sie gehörten überhaupt nicht zu ihrem Körper. Wenn die Lage nahezu uncnräglich wird, kann eine solche Seele zum Selbstmord neigen, ohnt·
jedoch das Leben anderer zu gefährden. Ich werde darauf in den folgenden Kapi79

teln näher eingehen. Diese Problematik rührt zum Teil aus den Konflikten, die sich
aus der Verbindung des unsrerblichen Wesens der Seele mit dem Temperament eines Gastgebergehirns mit all seinen generischen Prägungen ergehen. Ausserdcm
könnte die Seele durch abnorme chemische Vorgänge im Gehirn und durch hormonelle Störungen beeinträchtigt werden, die das Zl·ntralncrvcnsystem in Mitleidenschaft ziehen.
Darüber hinaus konnte ich feststellen, dass unreife Seelen häufig Schwierigkeiten haben. mit den schwachen geistigen Schahkreisen gestörter Menschen zurechtzukommen. Daraus ergibt sich eine Gegenreaktion des Seelenselbst ge).;en das
menschliche Selbst. Einander entgegengesetzte Krähe kämpfen miteinander, um
der Weh ein einziges Ego zu präsentieren, doch das gelingt nur man).;elhaft. Hier
sind innere. nicht äussere Kräfte am Werk. Ein \'Crstöner Geist braucht keinen Exorzisten, sondern einen kompetenten Psychotherapeuten.
Eine Seele steht nicht nur füralldas Reine und Gute im Körper, sonst müsste sie
zum Zweck der persönlichen Entwicklung ja nicht mehr inkarnieren. Seelen kommen deshalb zur Erde, um an ihren eigenen Mängeln zu arbeiten. Es k3nn durcho1us
sein, dass die Seele bei der Wahl eines Körpers sich dafür entscheidet, etwas Passendes oder auch etwas gcnau Entgegengesetztes für ihre Sclbstfindung auszuwählen.
So dürfte beispielsweise eine Seele, die ihre Neigung zur Selbstsucht und Masslosigkeit bekämpfen will, nicht besonders gut zu einem menschlichen Ich passen,
dessen emotionales Temperament bei der Selbstbestätigung zur Aggressivir.lr neigt.
Psychisch gestörte Menschen sind als Kinder sehr häufig Opfer körperli~.:hen
oder seelischen Missbrauchs g"-'Orden. F:n""·eder haben sie sich abgekapselt, um
hinter einer Mauer ihren Schmerz zu verbergen, oder sie haben sich angewöhnt, in
regelmässigen Abständen ihren Körper zu \'erlassen. Diese Abwehrml"Chanismen
sind Teil einer Überlebensstrategie, um nicht verrUckt zu werden. Ich beginne nach
psychischen Störungen zu fahnden, sobald mir ein Klient erzählt, dass er ~erne
•abschaltet• und Astralprojektion praktiziert. da ihm ausserkörpC'rlichc Erfahrun~en das Gefühl von mehr Lebendigkeit verleihen. Es kann sein, dass dahinter nur
Neugier steckt, doch die Tendenz, dem eigenen Körper zu entkommen, weist auf
das Bedl.irfnis hin, der Realität zu entniehen.
Wahrscheinlich bereitet mir deshalb die sogenannte Walk-in-Theorie als weiterer Fluchtmechanismus Probleme. Ich halte diese Theorie insgesamt für falsch.
Schenkt man den Vertretern dieser Theorie Glauben, so haben mittlerweile Zehntausende \·on Seelen auf der Erde inkarnier4 indem sie direkt in einen physischen
Körper geschlüpft sind, ohne den normalen Prozess von Gehurt und Kindheit
durchlaufen zu haben. Angeblich handelt es sich bei diesen Seelen um erleuchtete
Wesen, denen erlaubt wird, den erwachsenen Körper einer Seele zu Ubcrnehmen,
die diese Weh früher verlassen möchte, weil das Leben für sie zu schwierig geworden sei. Deshalb, so die Theorie weiter, würde die Walk-in-Seele aus Menschenfreundlichkeit heraus handeln, während ich einen solchen Vorgang einverständliche Besessenheit nennen würde.

80

KAr 1~ F: \ - 1-

nl..:.,bunJ~·•u.• G,·i~h'f

Wenn diese Theorie zutrifh, muss ich in der T3t meinen weisscn Talar und meine Goldmedaille Jls Grossguru zurückgeben. Kein einziges Mal habe ich in a\1 Jen
Jahren meiner Arbeit mit Klienten in Hypnose t.'twas über derartige Secll·n gehört.
Und diesen Menschen ist auch \"On keiner anderen Seele in der geistigen Welt etwas
zu~etrJgen worden, das bestätigte, dass solche Praktiken üblich wärl'n. Ja, sie stellen etwas Derartiges in Abrede, denn damit wäre der Lebensvertrag einer Sech: hinfällig. Wer einer anderen Seele die Erlaubnis erteilte, sich in Jen ei~enen karmischen
Lebensplan einzumischen, würde den Zweck der Inkarnation auf Erden absolut
zunichte machen! Es ist eine r=chleinschätzung, sich einzubilden, die Walk-in-SceIe wolle einen eigenen karmischen Zyklus in einem Kürper abschliessen, der eigcntlic:h für einen anderen ausgewählt und entsprechend zugeteilt worden war. Wir
können das vergleichen mit einem Oberstufcnschüler, der den Trigonometrieunterricht verlässt, um sich in eine Algebra-Klasse der Untersrufe zu setzen und dort
dem Mitschüler anzubieten, dass er die Prüfung für ihn m3chc und er nichts zu run
habe, dann gewinnt auch keine der beiden Seiten. Und welcher Lehrer würde das
schon z.ulassen?
Die ganze \l:'alk-in-Theorie klingt für mich nal·h Selbstmord, obwohl so getan
wird, als sollte genau das verhindert werden, indem man Jer fluchtbereiten Seele
gestattet, die eigene Verantwortung abzugeben, und ihr so scheinbar das Leben erleichten. Der •Flüchtling,. überlässt seinen Körper kampflos einem anderen, damit
eine fortgeschrittene Seele, Jie sich die Mühe erspJrcn will, im Ki1rper eines Kindes
zu stecken, einfach übernehmen kann. Das isr der Haken .an der einverständlichen
Besessenheit: Nach den mir be1.üglic:h Zuteilung eines Körpers \'orlicgenden lnfor·
mationen braucht eine Sl-cle Jahre dafür, ihre Energieschwingungen mit jenen des
Gastgebergehirns \'ollständig zu verschmelzen. Begonnen wirJ damit bereits im
Fötalstadium. Alles Jas, was in ems~.:heidendem Masse bestimmt, wer wir wirklich
sind, stammt aus der Seele, die ...-on Anfang an einem bestimmten Körper zugeteilt
wurde.
Führen wir uns die entscheidenden Kriterien vor Augen, die aus der Seele kommen: Fantasie, Intuition und Erkenntnisfähigkeit. Nehmen wir dann noch Faktoren wie Gewissenhaftigkeit und Kreativität. Kann es wirklich sein, dJss der Geist
eines Erwachsenen den Verlust seines Partner-Selbst an eine neue Person nicht bemerken würde? Der gastgebende Kürper jedenfalls würde in den Wahnsinn getrieben werden und nicht geheilt. Ich sage den Leuten zu diesem Thema, sie sollten
sich keine Sorgen machen, Jass sie ihre Seele verlieren- denn diese bleibt ja wJ.hrend der Dauer der Inkarnation bei uns, und es gibt gute Gründe dafür, genau in
dem Körper zu stecken, den wir uns ausgesucht haben.
Eine Seele zei~;t grosses Vcranrwortungsbewusstsein, auch wenn sie sich in einem Körper befindet, der Mängel aufweist. Stofnich ist sie nicht gefangen. Eine
Seele lebt unter Umständen jahrelang in einem komatösen Körper und vcrlJ.!<ist Jiesen erst bei seinem Tod. Eine solche Seele ist in der Lage, sich frei zu bewegen und
andere Seelen zu besuchen, die im Ndrmalschlaf ihrerseits kurze Reisen unternehmen und ihren Körper \"Crlassen. Das gilt besonders für Seelen in den Körpern von
8/

Säuglingen. Eine Seele hat grosscn Respekt \"Or dem Körper, dem sie zugeteilt \VUrdc, auch wenn sie sich langweilt. Sie lässt dabei envas \'Oll ihrer Energie 7.urück, sodass sie bei Bedarf schnell wieder in ihren Körper schlüpfen kann.
Wenn die Energie einer Seele den menschlichen Körper ,·erlässt, bedeutet das
nich1, dass Platz für ein dämonisches Wesen geschaffen wird, Jamit sich dieses ~:in­
fach einnisten kann. Das ist ein weiterer Aberglaube. Zunächst einmal gibt es ja
überhaupt keine bösen Geister, und zum anderen ist stets eine Restl·ner~ie der reisenden Seele an Ort unJ Stelle. Wesen mit üblen Absichu~·n, selbst "-"enn es solche
geben würde, könnten sich hier gar nicht hincinu.rängen.
Die Bewohner der geistigen Weh wissen sehr genau um unserefaszinationfür
dunkle und ruchlose Geister, die für die Seele eine Gefahr darstellen. Ich hatte einen sehr ungewöhnlichen und bezeichnenden I:all, der mir half, meine diesbezüglichen Kenntnisse 7.U erweitern. Das ironische Element der Dämonologie, Jas im
folgenden fall18 von einem Lehrer meines Klienten auf seinen unglücklichen
Schüler angewendet wurde, ist skandalös und unkon\"entioncll, aber sehr wirkungsnlll. Dieser fall 7.cigt, wie der nahezu grausame Einsatz von Humor bildhaft
in der geistigen Welt \"erwendet werden kann, um menschliche Schwächen deutlich
1.u machen.
Es geht um die Todeserfahrung eines evangelischen Priestcrs in den lOer-Jahrcn
des 20.Jahrhundens. Der Mann hanc im Süden der USA sein Leben damit zu~c­
bracht, allenthalben den Teufel buchstäblich an die Wand 7.u malen. Während unseres Rückblicks auf sein Leben berichtete mir dieser Klient: •Meine feurigen Predigten über die Hölle, in die ausnahmslos jeder Sünder kommen würde, gingen
meiner Gemeinde durch Mark und Bein.• Wir beginnen mit einer Szene, die sich
abspielte, unminclbar nachdem mein Klient Jas Tor zum Jenseits erreicht harte.

Fall 1!1
Dr. N.: Obwohl deine Sicht nicht J117.U klar ist, sagst du, du schwebsr in hellem I.icht
und jemand kommt auf dich 7.U?
K.: Ja, ich bin orienticrungslos. Ich habe mich an die Verhältnisse hier noch nicht
gewöhnt.
Dr. N.: Kein Problem, lass dir Zeit und lass die Gestalt auf Jich 7.U schweben, während du auf sie 7.U schwebst.
K.: [lange Pause. dann mrr ernem ,'eure" Ausruf des E.nrsetzePs} Ohmein Gon, nein!
Dr. N.: [aurch den Ausru( ulurmrert) Was ist los!?
K.: [se/(1 Körper begmnr unkonrroUrerr Z:.J zretern) Ob ... oh ... Allmächtigt'r.' Es ist der
Teufel. Ich -..::usste es. leb bm in der Höllt'.'
Dr. N.: [rwci<t den Kirenten cn den Schultern) Nimm einen tiefen Atemzug und versuch dich zu entspannen, wir stehen das gemeinsam durch. [s(mf<cr] Du bist nicht
in der Hölle ...
K.: {unrerbnch! mrr schrr!Jer St,mmeJ W~eso sehe ich dann den Teufel genau ..-or mir?

82

K~o. ~11 t

1 l - Erdg:chundcow

(;l",~t"...-

Dr. N.: [cJas Ges1cht des l<.lrenrer· rsr schwe•ssübersrrömt 1c 11 uockne es m1r e1nem Tuch
_...,d ·,;ersuche. 1hn zu bescll·,..,.1cN1gen] Beruhige dich, irgendetwas stimmt hier nicht,
und wir werden bald herausfinden, was es ist.
K.: {h6rr n1Chl auf rn1ch und beg•nnr zu stöhnen. während er vorwdrts :.md rucl<wiJrrs
schouk.el{j Oh ... das war's dann ... ich bin in der Hölle ...
Dr. N.: {gre1(r massiVer ernJ Was gcnau siehst du?
K.: {[iOsrerr zunOchsl und w~rd dcnl'! loulerJ Ein Wesen ... dämonisch ... rot-griines
Gesicht ... Hörner ... stechender Blick ... Fangzähne ... Gesichtshaut wie Holzkohle ... Ob lieber }ents, 'ii.ldrum ausgen·L-bnet ich, der so viel in deinem Namen predigte?
Dr. N.: Was siehst du nuch?
K.: [voller Abscheu} 'X'as es nocb zu sehen gibt? ßegn·ifst du dt•nn nicht? Ich stehe vor

dem Teufel!
Dr. N.: [rasch} Ich meine den Rest seines Körpers. Schau nach unten und sage mir,
was du siehst.
K.: [schüue!! srch ... or Enrserze11] ... Nicht'i ... nur einen schmächti~cn, geisterhaften
Körper.
Dr. N.: Verliere den Kontakt mit mir nicht. Kommt dir das nicht eigenartig \'Or, dass
dir der Teufel ohne Körper erscheint? Sag mir, was diese t-:rscheinung tut, während
Ju die Zeit rasch hinter dir lässt.
K.: [sem Körper zuckr ncch oben und mrr e!l·:em grossen Seufzer rler Efle,chrerung
s1nk1 er zurücK auf cJen Stuhl} Oh ... dieser Mistkerl ... ich hätte es wissen sollen ...
es ist Scanlon. Jetzt nimmt er die Maske ab und lächelt mich schelmisch an ...
Dr. N.: [Jerzr kann ICh f"f':i(/1 enlspannen] Wer ist s~anlon?
K.: Mein Führer. Er hat einen merkwürJi~en Sinn für Humor.
Dr. N.: Wie sieht Scanlon wirklich aus jetzt?
K.: Gross, .adlerartig, ~::raues Haar ... nur Unsinn im Kopf, wie immer. [la(ht m1r Respiel/er Tap(erl<eit doch der Schreck s1tzt ihm noch 1n den Gliedern] Ich hätte es wissen müssen. Diesmal hat er mich voU erwischt.
Dr. N.: Mach1 Scanlon so etwas gewohnheitsmässig? Warum dich erschrecken,
nachdem du die geistige Welt ein wenig orientierungslos ~treten hast?
K.: (parteiisch} Hör mal, er ist ein grossaniger Lehrer. Das ist seine Art. Er hat unsere ganze Gruppe dazu gebracht, Masken zu benut7.en, Joch er wciss, d.1ss ich sie
nicht besonders mag.
Dr. N.: Ich möchte wissen, warum Scanlon unmittelbar nach diesem Leben die Maske tles Teufels benutzt hat, um dir einen Schrcckl·n ein1.ujagcn. Sprich jclzt mit ihm
darüber.
Anmerkung: Ich scnwe·ge em1ge Augenblicke lang. wöhrend S1ch me,n Ki:ent

oA

Scafllon konzenrrren

K.: [noch emrger Ze1r des Schwe1gens] Geschieht mir ganz recht. Oh, ich weiss! Ich
habe mein ganzes Leben damit zugebracht, über den Teufel 7.U sprechen, habe den
Leuten Angst gemacht und sie erschreckt, sie würden in die Hölle kommen, wenn

BJ

sie mir keinen Glauben schenkten. Scanlon har mich mit meinen eigenen Waffen
geschlagen.
Dr. Jl.: Und wie denkst du jetzt über seine MethoJe?
K.: [verärgert] Er hat sein Ziel erreicht.
Dr. N.: Ich möchte dir eine ganz unverblümte Frage stellen: Hast du Jas, was du deinen Gemeindemitgliedern über dämonische Kräfte erzählt hast, wirklich geglaubt,
oder steckte etwas anderes dahinter?
K.: Nein, nein, ich war wirklich davon überzeugt, dass das Böse in jedem Menschen
sei, das war keine Heuchelei.
Dr. N.: Bist Ju sicher, dass es keine falsch ,·erstandene Pietät war? Du hast also nicht
''orgegeben, etwas zu spüren und zu sein, das du gar nicht warst?
K.: Keines9.·e~s! Ich war fest da\·on überzeugt. Mein Unglück 9.·ar meine Technik
des PreJigens und die Liebe zur Macht über andere, Jie mir dadurch ... uw\u;hs. Das
war ein Fehler ... ich habe manchem aus meiner Gemeinde das Leben sehr schwer
gemacht und das Gute im Menschen nicht ~eschen. In mir herrschte ständi~cs
Misstrauen, weil ich nur das Biise sah, und das hat mich verdorben.
Dr. N.: I-last du das Gefühl, dass du auch aufgrundder Wahl deines Körpers zum
Teil Jas wurdest, was du schliesslich geworden bist?
K.: [leise] Ja. Es mangelte mir an Zurückhaltung. Ich v.:ähhe einen Körper mit einem
lebhaften Geist und liess mich mitreissen. Als Prediger habe ich die Gegensän:e zu
sehr herausgestellt.
Dr. N.: Und wcisS[ du, warum dein Scden~cist diese Panocrschaft mir dem Körper
eines Predigers eingehen wollte, der die Menschen ständig einschüchterte?
K.: Oh, ich ... Mist ... habe das zugelassen, weil es mir ein gutes Gefühl gab, die
Kontrolle zu haben. Ich haue Angst davor ... nicht ernst genommen zu werden.
Dr. N.: Du hattest Angst davor, die Kumrol1c zu ,·erlicren?
K.: [km&e Pouse] ja ... dass ich den Ansprüchen nicht genügen würde.
Dr. N.: Glaubst du, Jass Scanlon durch die VcN·endung einer Tl·ufdsmaskc das herabwürdigen wollte, für was du in der Kirche eingestanden bist?
K.: Nein, das ist seine An. Ich habe mir den Körper cines Priesters ausgesucht, und
er hat mir mitalldem geholfen. Ich habe die falsche Abzweigung ~cnommcn, der
Weg selber war schon der richtige gewesen. Das mit meinem Glauben war nicht
falsch, aber dann wurde ich fehlgeleitet und führte auch andere in die Irre. Scanlon
möchte, Jass ich begreife. was es heisst, anderen Leuten An~st einzujagen, anstatt
ihnen Argumente zu bieten. Er wollte, dass ich die gleiche Angst verspüre, die ich
anderen eingejagt habe.
Anmerkung: Ich gehe rr:,r rr.emerr" K.'·erllen 1erzc •n e.nc Gruppens•lum.c.""~. JrTl ·ner:~
darüberm E-(ahru·"g z~ br•r"IRen ..... te Scar:lon setre SchC.·!er .'TH/1"'· 1(e .cn Masker tmrerrtCI:rer.

Dr. N.: Wer kommt als Erstes auf dich zu?
K.: [zögen und 1st m,·sstrmnsch) Es ist ... ein Engel ... weiche. glänzend weisse ...
Flügel ... [denn erkennr er lc;nRsr1m] ... gut, es rr:ichc.'
84

Dr. N.: Wer iS[ dieser Engel?
K.: Meine geliebte Freundin Dia.ne. Sie hat die Engclsma~ke abgenommen, lacht

und umarmt mich.
Dr. N.: Ich bin etwas Yerwirn. Eine Seele kann doch jede form oder Gestalt annehmen, die sie möchte. Wozu das Maskenspiel?
K.: Die Maske ist wie eine rhetorische figur, ein Symbol, das man je nach Bedarf anoder ablegen kann. Diane gleicht Scanlons Rolle etwas aus und ist mir ein liebender
Engel, während die anderen darüber lachen, was mir passiert ist.
Dr. N.: Was für ein Wesen ist Dianc?
K.: Sehr liebcYoll, sehr humorvoll. Sie ist witzig, wie auch die anderen in der Gruppe. Sie wissen alle, dass ich die Dinge viel zu ernst nehme. Ich mag die Masken nicht
besonders, also führen sie mich an der Nase herum.
Dr. N.: Werden die Masken im Unterricht dazu benutzt, um 7.wischen richtigem und
falschem Verhalten zu unterscheiden?
K.: J~ sie dienen als Mittel, falsches Denken zu entlarven, fa1sche Vorstellungen aufzudecken, und es lassen sich damit positive, aber auch unerwünschte Charakterzüge blosslcgen. Ausserdem sind so Rollenspiele möglich.
Dr. N.: Ist die Idee zur Verwendung solcher Requisiten für euren Unterricht \"On
Scanlon ausgegangen?
K.: [lachend} Ja, und er weiss sich in Szene zu setzen .

.

,'

Ein merkwürdiger fall. Ich muss gestehen, dass mir Scanlon ziemlich eingeheizt
hatte und ich eine Zeit lang unter Jcm Eindruck stand, dass ich an meine Grenzen
geführt würde. F.s kommt nicht oft vor, dass ein Klient am Tor 7.ur geistigen Weh
so verunsichert wicd wie hier durch die Verwendung: t·incr Teufelsmaskc. Aussecdem bin ich noch nie auf einen deran un~cwöhnlichcn und provokanten Geistführer wie Scanlon gestossen.
In den folgenden Kapiteln werden wir sehen, welche Rolle das dramatische Element in einer Seelengruppe spielt. Nach meiner Erfahrung ist die Verwendung von
Masken zur symbolischen Verdeutlichung eines Glaubenssystems eher ungewöhnlich. Masken haben in unserem kulturellen Leben eine lange Tradition, sie dienen
als Personifizierung \"On Göttern und Dämonen, wohei böse Geister durch sie gebannt werden und gute Geister vcrehn werden sollen. Der Teufelsmaske kommt
im Stammcs,·erband traditionell die Rolle Jer Austreibung böser Geister zu.ln diesem Fallt8 benutzte der Leiter einer Seelengruppe irdische spirituelle Praktiken,
um seinen Schülern auf die Sprünge zu helfen.

Bi

K.\I'ITFL

4

Spirituelle Wiederherstellung
der Energie
Seelenenergie
/ ) 1c

.\ t' c/ t'

l.i)) I sieh nicht körperlich definieren, denn damit würden wir
erwas als begrenzt beschreiben, das offensichdich keine Grenzen hat. für mich ist
die Seele eine intelligente form von Lichtencrgic. Ähnlich wie elektromagnetische
Kräfte scheint sie die form wellenartiger Schwin~;un~cn an:tunehmen, allerdin~s
ohne 8e~renzungen, wie wir sie bei geladenen Materieteilchen kennen. Seelische
Energie isr offenbar nicht einheitlich. Ähnlich einem fingerahdruck ist jcJc Seele
hinsichtlich ihrer Entstehung, Zusammensetzung und schwingungsmässigen Verteilunp; etwas Einziganigcs. Ich kann zwar den Entwicklungsstand einer Seele anha.nd \'Oll farbschattierungcn unterscheiden, doch damit ist nicht festgelegt, was
das Wesen der Seele ausmacht.
Jahrelange Studien zum Thema. wie die Seele über \'iele Inkarnationen hin~·cg
mit den unterschiedlichsten formen menschlichen Denkcns zusammenarbeitet
und was sie anseWiessend in der geistigen Weh tut, haben mir Aufschluss gebracht
über ihr Streben nach Vervollkommnung. Doch daraus erkenne ich nicht das Wesen der Seele. Wollten wir die Energie der Seele vollständig begreifen, müssten wir
alles über ihre Erschaffung, ja eigentlich über das Bewusstsein ihrer Quelle in Erfahrung bringen. Doch trotz all meinen Bemühungen, Jie Rätsel des Lebens nach
dem Tod zu entschlüsseln, wird dies ein Geheimnis bleihen.
Mir bleibt also nichts anderes übrig, als die Handlungen dieser geheimnisvollen
EnergiesubstJ.nZ zu untersuchen und herauszufinden, wie sie aur Menschen und
Ereignisse reagiert und welches ihre Absichten sowohl in einer physischen als .J.uch
in einer geistigen Umgehung sind. Wenn die Seele ihren Ausgangspunkt im reinen
Gedanken nimmt und durch ihn geformt wird, so wird sie durch ihn als unsterbliches Wesen aufrechterhalten. Durch ihren indi,·iducllen Cl1arakter hat die Seele die
Müglichkeit, ihre physische Umgehung zu hccinflussen, um so dem Lc:bcn mehr
Harmonie und Gleichgewicht zu verleihen. Die Seele ist ein Ausdruck von Schönheit, famasie und Kreati\'ität. Laut Jen alten Ä~yptern musste auf sein Herz hören,
wer allmählich seine Seele hcgreifcn wollte. Ich denke, sie hatten Recht.

Was uns am Tor normalerweise erwartet
Nach meinen Erkenntnissl'n benutzen unsere führer hauptsächlich zwei Techniken, nachdem wir ins jensc:its gekommen sind, wo wir von ihnen erw.J.net werden:

86

1. Einhüllung: Dabei wird die zurückkehrende Seele vollständig in eine grosse krcisförmigc Masse aus machtn>llcr Energie ihres führcrs eingehüllt.
Wenn die Seele und ihr führer ZU)oammen sind, hat Jic Scclt.· Ja), Gdühl, als
wären hcide in einer Blase eingeschlossen. Diese Technik findet die häufigste Verwendung, und meine Klic:ntc:n beschreiben die~ mit dem Gefühl reinster Ekstase.

2.

Fokussierung: Diese Technik des Ernkontakts sieht et\l..'as anders aus.
Wenn unser führersich uns nähert, richtet er seine J:::nergie auf bestimmte
Punkteam Rand des Ätherkürpers der Seele, aus einer von ihm l~..·stgclcgten
Richtung. Dabei k.mn es sein. Jass wir an der I I.111J genommen oder \'Oll der
Seite an Jen S~:huhern berührt werden. Das Heilungsritual setzt an einem ht.·stimmten Punkt des Äthcrkllrpns in form \·on •Streicheleinheiten• ein, auf
die eine liefe Dun:hdrin~ung iolgt.

Welche Methode zum Zuge kommt, hängt von unserem Führer ab und \'Om Zustand, in dem sich unsere Seelenenergie zu diesem Zeitpunkt befindet. In beiJen
Fällen kommt es 7.U einer unmittelbaren Zufuhr kraftvoller, stärkender Em·rgil'.
während wir in Bewegung sind. Es handelt sich hier um die Anfangsphase Jcr Reise, die uns schliesslich an unser spirituelles Ziel bringt. fongeschrirtcnere Seelen,
insbesondere Wl'nn sie keinen Schaden da."·ongetragen haben, benötigen in der Regel keine 1-lilfe durch eine liebevolle Energie.
Betrachten wir die Methoden, die in Fall I {siehe S. 26) aul die Ehefrau Alice angewendet wurden, so zeigt sich, das hier Elemente beider Techniken zur Anwendung kamen, und zwar von jemandem, der noch kein Führer ist. Andere fälle aus
dem let7.ten Kapitel zeigen, das dies eine Möglichkeit ist, im Umgang mit heilender
Energie geschult zu werden, bevor wir den Status eines Führcrs erhalten. Es kOnnte auch sein, dass unser führer in den ersten aufregenden Augenblicken nach dem
Erstkontakt sehr sachkundi~ die sogenannte Energiedurchdringung anwendet.
Diese Nachwirkung eines Energietransfers ist mit dem fihervorgang bei der Zubereitung von Kaffee verglichen worden. ln FallS (siehe S. 43) bediente sich eine Seele der Energicfiltration, wobei sie pcr Duft mit ihrem Mann Charles Kontakt aufnahm.
Ursache der Heilung seelischer und körperlicher Verletzungen, und zwar sowohl innerhalb als auch ausseehalb der geistigen Wdt, ist eine Quelle der Güte. Dabei fliesst positi\'e Energie in alle Bereiche der Seele, und die Quelle ist der Absender, dessen eigenes Wesen und eigene Weisheit dabei auch weitergegeben wird.
Meine Klienten können die Schilnheit und Subtilität dicsl'S Assimilationsvorgangs
nur so bc~chrcibcn, dass er sich wie das fliesscn verjüngender Elektrizität anfühlt.

Notfallbehandlung am Tor
Sobald eine Seele, dl•rcn Energie sich in einem schlechten Zustand befindet, am Tor
zur geistigen \'('elt erscheint, m.1chcn sich einige unserer Führer daran, eine Notfall-

87

bchandlung eim.uleiten. Dabei handelt es sich um eine körperliche und ge1sU~c
Heilübung, die stanfindet, bevor si.;h die Seele weiter in die geistir;c Welt hincinbcgibt. Einer meiner Klienten starb in seinem letzten Lehen bei einem Autounf.lll, bei
dem ihm ein Bein abgetrennt wurde. llier seine Xhilderull):; dessen, was sich auf
Grunc.l dieses Erlebnisses ereignete:
Als ich am J(,r llnkllm, Sllh mt>in Führer die l.öcher in meiner Energieaura
und ging sofort ddran, die beeinträchrigte Energie ·wieda dahin zurückzuschieben, wo sie hingehört. Er knerete sie u:ie Lehm, füllce die rduen K~uuen
und herausgebrochenen Teile u:ieder auf und fomue und g/dlletc sü: dann,
um mich -u:ieder ganz zu mach,•n.

Beim Ätherkürper handelt es sich um die Kontur unseres alten physischen Körpers, den die Seele mit in die geistige Weh nimmt. Man kann si<.·h das wie.· die Hülle
einer menschlichen Gestalt \'Orstellen, Jie wir noch nicht abgeworfen haben, vergleichbar der Haut eines Reptils. Das bleibt jedoch nicht so, obwohl wir Jen Kör·
per später durchaus als farbenprächtige, fluoreszierende Energieform erschaffen
könnten. Wir wissen, dass physische Schäden am Körper, die aus einem früheren
Leben herrühren. die jetzige physische I;t)rm mancher Menschen beeinflussen können, es sei denn, sie sind entsprechend deprogr.tmmiert worden. Warum sollte es
nicht auch umgekehrt genauso sein? Es gibt Seelen, die im Moment des Todes ihre
körperliche form vollständig ablegen. Doch viele Seelen, die körperliche unJ seelische Schäden im Leben erlitten haben, brin~en den Abdruck dieser schadhaften
Energie mit n.1ch Hause.
Was nun Beschwerden und die Heilung der Seele anbelangt, so lerne ich sehr
viel \'On Jen Schülern unJ den Lehrern in der geistigen Welt. Mein nächster fall
war nicht alltäglich für mich, da ein Führer, der sich noch in Ausbildung befand, am
Tor nicht in der Lage war, die beschädigte Energie richtig zu behandeln. Der betrcifende Klient hatte gerade ein schwieriges Leben verlassen, nachdem er bei einem
Artilleriegefecht im Ersten Wehkrieg gctütet worden war.

Fall 19
Dr. N.: Während du dich in Jas helle Licht hegihst, nach deinem Tod im Regen und
im Schlamm des Schlachtfeldes, was siehst du?
K.: Eine Gestalt in einem weissen Umhanr; kommt auf mich zu.
Dr. N.: Um wen handelt es sich?
K.: Ich sehe K;ate. Sie ist eine neue Lehrerin, die erst kürzlich unserer Gruppe zugeteilt wurde.
Dr. N.: Beschreibe, wie sie aussieht und was sie dir mitteilt, während sie näherkommt.
K.: Sie hat ein junges, eher unscheinbares Gesicht und eine breite Stirn. Kate strahlt
f.rieden aus -das spüre ich -, doch sie scheim sich auch Sorgen zu machen und ...
[lachend} sie hält sich auf Distan7..
Dr. N.: Weshalb?
88

K ' n Tr 1

~

- Spiri1 udiC" W i ..·JC"rh..:nu:·ll un~ de-r

l·.nc-q~o..:

1.: Ich bin in einem schlechrcn energetischen Zustand. Sie fordert mi~.:h auf: ·Zed,

du musst dich selbst heilen!•
Dr. M.: Warum hilft sie dir dabei nicht, Zed?
1.:
·ederum kwr lachend) Kate möchte sich fern halten von all meiner negati\·cn
Energie aus dem Krieg ... und dem ganzen Töten.
Dr. N.: Mir ist bislang noch nie zu Ohren gekommen, dass einführersich scheut,
mit einer derart geschädit;:;ten Energie in Bcrührun~ zu kommen. Fürchtet sie, si~.:h
zu \·erunreinigen?
l.: [1rrrr1er noch lachend} So etwas in der Art. Wtr sollten nicht vergessen, dass Kate noch vcrhähnismässig neu ist in ihrer Arbeit. Sie ist un1.ufricden mit sich selbst d.l.S kann ich sehen.
Dr. 11.: Schildere, wie deine Energie momentan aussieht.
1.: Meine Energie ist in einem schlimmen Zustand. In Stücke gehauen ... schwarze
Blöcke ... völlig unregelmässig ... und absolut aus dem Lot geraten.
Dr. N.: Weil du im Augenblick des Todes deinen Körper nicht schnell genug verlassen hast?
l.: Genau so ist es! Meine Einheit geriet in einen Hinterhalt. Normalerweise verschwinde ich [aus mernern Körper). wenn ich den Tod kommen sehe.

Anmerkung: Dteser FG.': und vrele andere habe.., m-• gezerRI. dass e1r.e See1e ofc
-<:..;ncle·l vor ernem gewalrsamen TocJ rhrerl Körrer ver:äss;:

S~;­

Dr. N.: Nun, ist Kate denn nicht in der Lage, dir bei der Neustrukturierung deiner
Energie ein wenig zu helfen?
K.: Sie gibt sich ja Mühe ... doch ich habe das Gefühl, dass sie momentan damit
überfordert ist.
Dr. N.: Wie verhältst du dich also?
K.: Ich halte mich an ihren Vorschlag und versuche mir selbst zu helfen. Doch es Kelingt mir nicht so recht, alles ist so ;r.ersplinen. Plöt1.lich werde ich von einem kraft\·ollen Energiestrom getroffen, es fühlt sich an wie ein Wasserstrahl aus einem Feuerwehrschlauch. Das hilft mir dabei, meine form wiederzugewinnen und etwas
\'On der negativen Energie der Schlacht loszuwerden.
Dr. N.: Ich habe \'On einem On gehön. an dem \'Crletzte Neuankömmlinge eine
Energit.-dusche erhalten. Befindest du dich jetzt dort?
K.: [hxherrd] Ich vermuteja-sie stammt \'On meinem Führer Bella. Jetzt sehe ich
ihn. Er hat bei solchen Dingen den Dreh wirklich raus. Er steht hinter Kate und

hilft ihr.
Dr. N.: Was passiert dann mit dir?
K.: Bella verschwindet, Kate kommt auf mich zu unJ legt ihre Arme um mich, und
während wir weggehen, beginnen wir ein Gespräch.
Dr. N.: ( clbsrci'"rtl!ch provozrerend) Hast du denn noch Vertrauen zu Kate, nachdem sie
dich wie eine Art Aussätzigen behandelt hat?
K.: [runzelt dre Sr,rnJ Also wcisst du, das ist ein wenig übertrieben. Über kurz oder
lang hat sie den Bogen raus, wie man mit beschädigten Energien arbeiten muss. Ich
89

mag sie sehr. Sie hat '"iclc starke Seiten ... doch die Mechanik gehört momentan
nicht da1.u.

Erholungsbereiche für wenig in
Mitleidenschaft gezogene Seelen
Die meisten zurückkehrenden Seelen hcgchen sich in eine Art Erholunp;sstation,
bevor sie schliesslich zu ihren Gruppen zurückkehren, unabhängip; davon, wekhe
spaifische Energiebehandlung sie am Tor 7Ur spirituellen Weh erhalten h.1ben.
Ausser Jen sehr weit en1wickehen Seelen werden in der Regel alle bei ihrer Rückkehr in die p;eistige Weh ..-on wohlwollenden Geistwesen in Empfan~ ~enommen,
die Kontakt mit ihrer positiven Energie aufnehmen und sie zu ruhigen Erholun~;s­
bcrcichen gcll·itcn, wenn dies erforderlich ist. Nur die höher l'nt'"·ickclten Seelen,
bei denen das Energiemuster nach ihrem letzten Leben n.tch wie \"Or krattgeladen
ist, widmen sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr ihren normalen Aufg.1ben. \X'eitcr fortgeschrittene Seelen kommen über Entbehrungen offenbar schneller hinweg
als andere. Ein Mann drückte es so aus: ·Die meisten Menschen, mit denen ich arbeite, bedürfen der Ruhe und Erholung. aber ich brauche das nicht. Ich kann l'S
kaum erwarten, an meinen Plat7. zurückzukehren und die mir zugeteilten Aufgaben zu erfüllen.•
Die meisten Erholungsbereiche für zurückkehrende Seelen 1.cichnen sich dadurch :~.us, dass sie eine Art Orientierung für die geistige Weh bieten. Je nach Zustand der Seele kann es sich dabei um ein intensives oder ein weniger intensins Erlebnis handeln. Dazu gehört in der Re~el eine vorläufi~e Lagebesprechung über das
eben beendetc Lehen. Eine eingehendere Analyse findet später mit Führern, in
Gruppenkonferenzen und mit dem Ältestenrat statt. In meinem Bu,h DIE RHSI:S"
I>FK SEI: LI-. habe ich diese Orientierungsphasen geschildert. Die Umgebung eines
solchen Erholungsbereiches entsteht aus identifizierbaren irdischen Szenerien, die
aus unseren Erinnerungl'n herrühren, und daraus, was unseren spirituellen Führern
zum Zwecke der Heilung opportun erscheint. Die Orte der Orientierung sind je
nach dem eben beendcten Lehen nicht immer dil· gleichen. Eine hau berichtete
nach ihrem Tod in einem dcu1schen Konzentrationslager im Jahre 19~~ folgendes:

je nadJ Are des Lebens, Jas gerade zu Ende gegangen ist,

$l0$sl mt111 t~uf ""_

ttrschiedliche Ct•gt•bt·nht·ih•n. Da ich soeben aus einem Leben zurüt·kgt·kt·hrt
-...·ar, das vo11 Schret·ken, K,,/re 1mJ Trostlosigkt•it gekennuidmet <o.·ar, gibt es
hit•r jetzt sehr viel l.ichr, um mei,u·n Schmt·rz 7.u mildt·rn. Unmittelbar nebm
mir brenlll sogar ein gemütliches K.rminfe~rer, sod,m ich daJ Gt'[ühl zusdtzlichcr \t'ännc und Gt·borgt·nht·it t·mpfindt•.

Nach ihrer Rückkehr in die geistige Weh finden sich meine Klienten häufig in einem Garten wieder, während andere berichten. dass sie sich in einer krisu.llinen
Einfriedung aufhalten. Der G:tnen steht gan7. klar für eine Szenerie der Schönheit
und Ruhe, doch ~·as repräsentiert der Kristall? Von Krisrallen ist nämlich nicht nur
90

K~>.l'III

1

.&

-Spirituell.:

'\X.'iedt'rhcr~lcllung

d"r l'.n<""rg••·

in den Orientierungsräumen die Rede. So tauchen in den Schilderungen mancher
Klienten Kristallhöhlen auf, wenn sie zum Zwecke dt·r Reflexion eine hestimmtc
Zeit allein verbringen, nachdem das \'orherige Leben vorbei ist. Hier eine typische
Beschreibung eines kristallinen Erholungszentrums:

.\Iein Erholungsort ist kristalliner ,\'atur, da er mir dabei hilft, mt•ine Ged.mken mitein.Jnder zu verbinden. ln den Krist111lr;·a'nden befinden sich 'i.:it·~(ar­
bige !l'teine, die die Lichtprismen refleklieren. Dit• gt·omt•trischen \'Finkel dr-eser Krist.JIIe senden in Ber;•,·gung befindliche Lichtstrtifen aus, dit· hin und
her flitzen und KI.Jrheit in meine Gedanken bringen.
Nachdem ich mich mit zahlreichen Klienten unterhalten hane, die sich nicht mehr
in Trance befanden, sowie mit solchen, die sich mit Kristallen auskennen, wurde
mir klar, dass Kristalle durch eine Ausbab.ncicrunj; der Energie für eine Verbesserung der Denkfähigkeit sorgen. Im Rahmen schamaniseher Riten wird der Kristall
\'erwendet, um uns dabei zu unterstützen, unser eigenes Schwingungsmuster auf
eine universelle Energie abzustimmen, während gleichzeitig negative Energie abge~ebcn wird. Der Hauptgrund für den Aufenthalt an einem Ort der spirituellen Erholung besteht darin. durch heilsame Bewusstseinserweiterung neue Einsichten zu
erlanj;en.
Die nächste Szene spielt in einem Garten. Ich hatte einen Klienten, dessen Thema immer wieder die Demut war. l)icse Seele hatte es in früheren Inkarnationen. in
der Regel als Mann, immer wieder mit einem Körper zu tun, der während der Inkarnation zu Hochmut, Arro~anz und Unbannhcrzigkeit neigte. Das letzte Leben
dieses Menschen war nun so \'On Demut gekennzeichnet. dass es im GegL·nsat7. 7.U
den bisherigen an völlige Passivität grenzte. Da dieses Lehen so gar nicht :r.u den anderen passte, haue die Seele das Gefühl, gescheitert zu sein. als sie Jen Erholun~:o.­
bereich erreichte. Anschliessend erhielt ich den folgenden Bericht vom KlientL·n:

Ich befind~ mich in einem u.:underschönen kn·isfönnigen Go~rtt·n mir \t''eiden
und t•inem Teich, dHf dem sich Enten tummeln. HierherrKht eine 'W.:rmdcrbarc Ruhe, und die Szenerie mi/d,•rt mcmt· Gefühle der Fnctd'11schung, dit· ich
iiber meine h·tzte Lebcnsleisrrmg empfinde. Mein Führer Maki/ bringe mich
211 einer Marmorb.Jnk 11m er emer Laube, dit· von U'einrcbm und Hliircn 11mrankt ist. hh bin so niedcrgt·schlagen <L"t·gcn meines verscln~:endeten Leb,•m,
das ich vornehmlich in der Vberkompt•mation 'i.:erbrachl habe: Ich bin von
einem Extrem im andere gefallen. Maki/lächelt und bietet mir Erfrisclmngen
an. \t-'ir trinken .\'ekrtJr, essen Obst und beob.Jduen die Entt•n. Ulährcnd 'Li'ir
d.Jmit beschiifrigt sind, beginnt die Aura meines ,,/ten physischen Körpas, sich
von mir ii.'egzube-.•:egen. Ich habe Jas Gefühl, als ~:ürde ich seim· krafrvalle
Energie ~:ie StJuerswff in mit"h hincinsd11gen, nachdem ich fast errrunkc11
t.:•tJre.
Maki/ ist ein grasszügiger Gastgeber 11nd r;·ei.ss, dasi ich 'Li·ieder dufgelad~n 'ii.'erden m11ss, u·t•il ich so selbstkritisch bin. leb bin mir selbst gegenUber

Y/

imm~r kn-risch~r

als ~r. \T'ir spr~ch~n darüb~r. dass ich b~im v~rmch, /riih~re
Feh/~r auszum~rzen, üb~rrrieben habe, und übe,- das, ii:as ich tun u·ollt~.
aber nicht geschafft habe, bzu:. über das, 'li•as mi,- nu,- tl'ik·l'ist• gelungen ist.
Maki/ versich(m mir, d11ss ich tmrzdem etwas gelernt habe in diesem Leben,
sodass das nächstt• bt·su·r s,·in u•ird. Er erläutert, ii.'ie u•ichtig es u·a,-, dass ich
keine Angst vor Veriinderung gehabt habe. Die Armasphäre im G.1rren hat
et'ii:as sehr Entspannendes, sodass it·h mith bt·reits bt•sser fühlt·.
Fälle wie diese haben mir gezeigt, dass sich unsere Führer die Erinnerung der Sinnesorgane zunutze machen, die wir in unserem physischen Körper gespeichert haben, um uns bei unserer Genesung behilflich 7.u sein. Es gibt viele ~1öglichkeitcn,
dieses Ziel zu ernichen, wie das oben genannte Beispiel zeigt, bei dem Makil den
Geschmackssinn einsetzte. Ich habe auch anschauliche Berichte gehört, bei Jenen
es um Berührung und Duft ging. Und es gibt Klienten, die über ?.usät?.liche Behandlungen berichten, bei Jenen Töne und buntes Licht \·erwendet werden, IIJchdem sie bereits ·flüssige Energie• in Form von hellem Weiss erhalten haben:

Im Anschluss an meine Reinigungsdusche begebe ich mich in einen angrenzenden Raum, an den Ort, u·o ich wiede,- ins Glei,-hgt"'wit·ht gt•bradJt 'ii:erden
soll. W'ährend ich ins Zentrum dieser Einfriedung sdJii."ebe, t'rblicke ich zahlreiche Scheimurf~,. über mir. Ich böre, u·ie mein .~·ame gerufen 'i.i.'ird: ~ ßdn)'on, bist du so u:eit?• Nachdem ich ein Zeichen gegeben ht~be,fangen Töne an,
in mich hin~inzuschu:ingen, die u:ie !itimmgabeln vibrieren, bis die richtige
Tonhöhe erreicht isr und meine Energie anfiingt, Blasen zu ii.'erj'en - ii."ic Seifenschaum. Es fühlt sich u·unden·o/1 an. Dann geht ein Scheinu:eifer n<Ach
dem anderen an. Zu Beginn 'li'erde ich von f:incm gt....u.:altigt•n Strahl aus grünem heilendem Licht abgetastet. Das l.ichr zeichnet einen Kreis um mich herum, als ii.'Ürde ich auf de,- Bühm: stehen. Es dient dazu, d11s Ausmass meines
Energiefehlbestands zu verdeutlichen, damit ersichtlich u·ird, u·o ich Vl'rlusle oder Vedetzungen erlitten habe, und entspn:c-ht•nde Korrektun:n vorgenommen 'ii.'erden können. Ich halte das für u·irkungwoll~r. denn meine fm·rgie u·irft aufg,-und der Tonllibrationen Blasen. AnseMiessend e,-halte ich eine
Portion goldenes Licht zur Kr.?iftigung und blaues für mehr Be"<I·ussthcir.
Schliesslich u:ird meine eigene ro.s:t~-u·eiuc Farbe durcb einen der Scheinu·erfer 'li'iederhergcsullc. Das Ganze bar et-z.:as sehr Beruhigendes und l.iebe-.mlles, und es ist schade, u.:emr alles o.:orbei isr.

Erholungsbereiche für schwer in
Mitleidenschaft gezogene Seelen
Es gibt bestimmte nrirrte Seelen. die von ihren Gastkörpern derart nrunrcinigt
wurden, dass sie einer besonderen Behandlung bedürfen. Sie haben sich zu destruktiven Verhaltensmustern gegenüber anderen und sich selbst hinrcisscn lassen.

92

KAPII ~L ~

Spirituell.-

w.nl.-rh~-r~tcllung d~·r l·_nC"I')!i<"

Zum Spektrum dieser Seelen gehören insbesondere solche, die Taten begangen haben. dun:h die aus absichtlicher Böswilligkeit anderen Menschen Schaden 7.ugefügt
'J:urde. Es gibt Seelen, die erst im Zuge einer Reihe von Leben allmählich \"erunrcinigt WCTden, während bei anderen bereits ein einziges Leben genügt. In beiden fällen werden solche Seelen an einen On der Abgeschiedenheit gebracht, wo ihre
Energie einem radikaleren Behandlun~;splan unter7.ogen wird, als Jas bei weniger
be-einträchtigten Seelen der Fall ist.
Im Laufe einer Inkarnation kann eine Seele auf verschiedene Anen verunreinigt
~·erden, und auch das Ausmass kann sehr unterschiedli~.:h sein. Ein schwieriger
Gastgeberkörper könnte die Ursache dafür sein, Jass eine noch unerfahrene Seele
energetischen Schaden nimmt, während ein fongeschrittencres Wesen aus derselben Situation verhältnismässig unbeschadct her'"orgehen wird. In der Regel wirJ
die Energie einer Seele gc.•trübt, wenn sie sich in einem Körper befunden hat, d(:r
unter ständiger Angst und Wut litt. Die wichtige fra~e ).tutet: Bis zu welchem Ausmass?
Unsere Gedanken, Gefühle, Stimmungen und Verhaltensweisen werden durch
Botenstoffe gesteuert, die das Gehirn aussendet, wenn es Bedrohungen unJ Gefahnn wahrnimmt. Kampf- oder Flu~.:htmechanismen haben ihren Ursprung im primitiven Gehirn, nicht in der Seele. Die Seele ist sehr wohl in der Lage, unsere hiologist.:hen und emotionalen Ruktionen im !.eben zu beherrschen, doch viele Seelen
sind damit überfon..lert~ ein gcstönes Gehirn unter Kontrolle zu halten. Wenn die
Seele einen Körper verlässt, der auf diese Weise beeinträchtigt wurde, bleiben seelische Narben zurück.
Ich habe meine eigene Theorie zum Wahnsinn: Die Seele schlüpft kurz be\"or
das Kind zur Welt kommt in Jenfötus und beginnt mit dem menschlichen Gehirn
zu verschmelzen. Wenn aus diesem Kind später ein Erwachsener wird, der unter
organischen Gchimsyndromen, Psychosen oder affektiven Störungen leidet,
kommt es zu abnormen Verhahens~·eiscn. Die kämpfende Seele kann sid1 nicht
\"oll assimilieren. Sobald die Seele nicht mehr in der Lage ist, das abweichende Verhalten ihres Gastkörpers zu beherrschen, beginnen die beiden Personas zu dissoziieren. Darüber hinaus können zahlreiche physische, emotionale und umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen, wenn C"in Mensch zur Gefahr für anJere und
sich selber wird. Oabei hat das sogenannte kombinierte Selbst Schaden ~enommen.
Eine der roten Warnflaggen für Seelen, die dabei !lind, ihre Fähigkeit zu \"crlieren, abweichenJes menschliches Verhalten zu beherrschen, taucht beispielsweise
dann auf, wenn sie eine Reihe von Leben in Körpern verbracht haben, denen es an
Intimität mangelt und die zu Gewalttätigkeit neigen. Es entsteht ein Dominodfekt,
wobei die Seele den Wunsch äussert, die gleiche Art \"On Kürper noch l·inmal zu bekommen, um so den letzten zu überwinden. Unsere führcr geben nach, weil wir
über einen freien Willen verfügen. Eine Seele wird nicht aus der Vcrantwonung für
ein gestönes menschliches Gehirn entlassen, das sie nicht beherrschen kann, da sie
Teil Jieses Gehirns ist. Das Problem für eine langsam lernende Seele besteht darin,
dass sie unter Umständen bereits einige Kämpfe in früheren Lehen hinter sich hat,

93

bevor sie schliesslich in einen Körper schlüpfe, der das eigene fehh·erhalten 1.u hislang ungeahnten formen der Grausamkeit führt.
Was passicn mit diesen verstörten Seelen, wenn sie in die geistige Weh zurückkehren? I Iier das Zitat eines Klienten aus Sicht eines Aussenseitcrs, welches zeigt,
wohin schwer in Mitleidenschah gezogene Seelen gl·bracht werden. Der eine oder
andere Klient verwendet dafür den Ausdruck •Stadt der Schatten•:

Hier u·ird negative Energie ge/Oscht. Da ~s sich um einen Ort handt>lt, an
dem so viele Seell'n mir negativt·r Enagie v~rsammclt sind, iH t'r für um Au;scnstchende dunkel. \li'ir kOnnen um nic/11 dorthin begeben, w:o jt'nt' Seelt>n
einem ~'andlungsprozess unterzogen 'ü.'t.•rdm, dif.· mit schrecklichen Taten belastet sind. Ausserdem ist niemand schdrf darauf, sich dorthin zu begeben. Fs
ist na:ar ein Ort der Heilung, doch aus dt•r Ferne 'Zi:irkt er •ü.:it· ein J,mkles
Meer- tJuf dds ich von einem hellen Sandstrand aus einen Rlick u:ajf:. Das
diesen Hereich umgebende Licht ist heller, da positive Energie die verstärkten
positiven Aspekte des hellen Lichts definiert.
\t'irft mtJn einen gen.auen Blit·k in diese Dunkelheit, so merkt m1m, dass sir
nicht -:.•öllig sch'li·arz isc, sondern aus eim·r .\fischung 't:on dunklem Grün besteht. Dabei handelt es sirh um die 1.:ereinten Krdfce d(.•r I-lei/er, die hier ,,m
Arbeiten sind. Ausserdem ii-'ÜSt'n w.·ir, dass die hierher gcbradncn Seelerr nicbt
ent!ßm:c 'ii.'erden. DtJmit ilmm u:i(.·der volle posicit·e Ent>rgic zuuil i.i·ird,
müssen sie für dit• 'i.Jt•rübtt•n SchtJndtaten an andt·rcn irgt•nd~·amr \t'icdcrgutmaclmng leisten.
Jene Klienten, die sid1 mit beschädigten Seelen auskenm.·n, berichten, dass nicht alle schrecklichen Erinnerungen an schlimme Taten ~elöscht werden. Würde n:imlich
die Seele nicht ein paar EriMerungen an ein Leben \'oller Untaten :r.uriickbehahen,
könnte sie nicht zur Rechenschaft ~ezo~en werden. Dass die Seele das wciss, ist
wichtig für zukünftige Entscheidungen. Nichtsdestotrot7. verläuft die Wiedcrauferstchun~ der Seele in der geistigen Welt mit Barmherzigkeit. Nach der Behandlung
erinnen sich der Seclengeist nicht vollständig an all die widerlichen Einzdheiten
der schrecklichen Taten, die er anderen in früheren Leben angetan hat. ~'äre dem
nicht so, so wären die empfundenen Schuldgefühle derart überwähigend für die
Seele, dass sie sich un1er Umständen weigern würde, erneut zu inkarnieren, um
Wiedergutmachung zu leisten. Diese Seelen hätten keine Hoffnunt-; mehr, jemals
wieder aus den Niederungen der Verzweiflung heraus7.ukommen. Ich habe erfahren, Jass es Seelen gibt, die in ihren Gasq~eberkörpern so a.bs~..:heuliche Taten begangen haben, dass ihnen vorerst nicht mehr gestattet wird, auf die Erde 7UrüL"kzukehren. Es wird erwartet, Jass diese Seelen durch die Rcgenericrung derart gestärkt
werden, dass sie zukünftig blutrünstige Neigungen ihres Gastgeherkörpers in
Schach halten ktinnen.
Doch sobald wir uns in einem neuen Kürper befinden, sor~en ErinnL"rungsblockaden an bestimmte frühere Fehler dafür, nicht derart gehemmt zu sein, dass wir
keine fortschritte mehr machen kilnnen.
94

Zwischen nur mässig und s~hwcr beschädigten Seelen ~iht es Unterschiede beim
Rc~enerationsprozess. Nachdem ich diesbezüglich eine Reihe nm Erklärungen zu
\·erschiedenen Behandlungsformen gehört hahe, hin ich zu fol~endcr Schlussfolgerung gelangt: Oie radikalere Methode der Rcinigun~ von Energie besteht in ihrer
L'mu:andlung, während die weniger drastische Methodt.· ihre UmfOrmung bedeutet. Ich gebe hier eine vereinfachte Darstellung wieder, da meine Kennmisse dieser
esoterischen Techniken nicht besonders gross sind. Die hohe Kunst der Encrgie'Q,-'iederherstellun~ lieg1 in den I Iänden von Meistern, die nich1 mehr inkarnicren
und damit auch von meinen Hypnoseklienten nicht erreichbar sind. Ich .uheih: mit
den Auszubildenden.
fall20 schildert, was es mit der Umformun~ von t-:ncrgie auf sich h;H, während
sich Fallll mit deren Umwandlung beschäftigen wird.

1-'all 20
Der betreffende Klient ist Chiropraktiker und Homüopath. Er ist gerade dabL·i,
sich darauf zu spezialisieren, die aus dem Gleichgewicht geratenen Energiemuster
seiner Klienten zu repolarisieren. Er arbeitet seit Jahrtausenden als I feiler auf der
Erde und wird in der geisti~en Weh Sclim genannt .

...

,:

Dr. N.: St!'lim, du hast mir über deine r-ortgeschrittenen~ppe in der geistigen Welt
erzählt und dass ihr fünf Heiler euch in einer speziellen Encr~icaushildun~ befindet. Ich möchte gerne mehr über deine Arbeit erfahren. Könntest du mir zunächst
sagen, wie eure Gruppeheisst und was ihr macht?
K.: Wir wcn.Jen dahingehend aus~ebildet, Energie zu erneuern. Unsere Aufgab"· hesteht darin, verlagerte Energie am sogenannten Halteplatz umzuforml·n ... und neu
zu nruklUricren.
Dr. N.: I hndeh es sich dabei um einen Bereich für jem• Seelen. deren F.nergie in ~1it­
lt.·idcnschaft gezogen wurdl'?
K.: Ja, für die, die in schleduem Zustand sind und nicht sofort zu ihren Gruppen
zunickkehren werden; sie bleiben \'Orcrst am I hltcplatz.
Dr. N.: Triffst du diese Entscheidung am Tor iCur geistigen Welt?
K.: Nein, nicht ich. Sn weit bin ich noch nicht. Die Entscheidung v.•ird von Jen
Führern getroffen, die sich wiederum an die Meister wenden, bei denen ich mich in
Ausbildung befinde.
Dr. N.: Wann trittst du auf den Plan, Selim? Sobald eine schwer in Mitleidenschah
gezogene Seele in die geistige Weh zurückgekehrt ist?
K.: Mein Lehrer ruh mich, wenn er das Gdühl hat, ich künntc bei dieser Eneq~ie­
heilung helfen. Dann komme ich zum Halteplatz.
Or. N.: Bitte erkläre mir, warum du den Begriff •Halteplatz• benutzt und wie es
don aussieht.
K.: Oie beeinträchtigte Sn·le hält sich hier so lange auf. bis der Regcner.ttionsprozess abgeschlossen und sie wieder ~csund ist. Das Ganze sieht aus ... wie ein Kie-

9J

neostock ... mit zahllosen Kammern. Jede Seele hat für ihren Heilungsprozess einen eigenen Ort zugewiesen bekommen.
Dr. N.: Diese Beschreibung hat grosse Ähnlichkei( mit dem, was ich über die Ausreifung neuer Seelen nach ihrer Schaffung, aber be\'ur sie Gruppen zugewiesen
werden, gehört habe.
1(.: Stimmt ... es handelt sich um Onc, wo man sich um Jie Energie kümmert.
Dr. N.: Befinden sich Jiese Bienenstöcke alle am seihen Ort und dienen sie Jemscl·
ben Zweck, nämlich der Regeneration und Neuschöpfung?
K.: Keineswegs. Ich arbeite Jorr, wo beschädigte Seelen betreut werden. Neu ~c­
schaffene Seelen sind nicht beschädigt. Über jene One kann ich Jir nichts l"rzählen ...
Dr. N.: Schon gut, Sei im, es genügt mir, etwas über jene Bereiche zu erfahren, über
die Ju Bescheid weisst. Was glaubst du, warum hat man dich für diese Tätigkeit eingeteilt?
K.: [stolz] Weil ich in so \·ielen Leben Erfahrungen in der Arbeit mit verletzten
Menschen sammeln konnte. Als ich darum bat, ob ich mich nicht auf die Tätigkeit
eines Erneuerers spezialisieren könnte, wurde mir dieser Wunsl.'h gewährt, unJ
man teilte mich einer Ausbildungsgruppe zu.
Dr. N.: Wenn also eine schwer beeinträchtigte Seele an Jen llaltl·platz gebracht
wird, würde man dich um deine J-lilfe bitten?
K.: {schUr1eJ'r den Kopf] Nicht unbedingt. Ich werde aufgefordert, mich in den Regenerationshereich zu begeben, um mit Energien zu arbeiten, die nur bis zu einem bestimmten Grad beschädigt wurden. Ich bin ein Anfänger, und es gibt so \'icles, über
das ich nicht Bescheid weiss.
Dr. N.: Nun, ich habe grossen Respekt vor dem, was du bereits weisst, Sclim. Kannst du mir erklären, warum eine verletzte Seele überhaupt an den Halteplatz
geschickt wird?
K.: Sie sind von ihrem letzten Körper übl'rwähigt worden, unJ bei vielen handelt es
sich um Seelen, die in früheren Leben immer wieder unterdrückt "'-urden. Sie kom·
men in ihren Leben ein(ach nicht mehr weiter und machen keine fonschritte mehr.
Jeder weitere Körper hat sie ein wenig mehr verunreinigt. Ich beschäftige mich
mehr mit diesen Seelen, weniger mit jenen, deren Energie gan1. (urchtbar geschädigt
wurde, und zwar entwrdcr in einem einzigen oder in vielen früheren Leben.
Dr. N.: Bitten die Seelen, deren Energie allmählich zur Neige gegangen ist, um Hilfe, oder werden sie gezwungen, sich an den Halteplatz zu begeben?
K.: [ohre Zl! zögern] Niemand wird gezwungen! Sie bitten um Hilfe, da ihnen völlig der Saft ausgegangen ist und sie immer wieder die gleichen 1-·chler machen. Ihre
Lehrer erkennen, dass sie sich zwischen ihren ncuen Inkarnationen nicht genügend
erholen und sie Jer Rq;eneration bedürfen.
Dr. N.: Bitten auch jene Seelen um Hilfe, die erheblich verlern worden sind?
K.: [zöRerrJ Wahrscheinlich nicht in dem Umfang. Es kann sein, dass ein Leben so
desuukti\· war, dass die ... Identität der Seele beschädigt worden ist.
Dr. N.: F.twa wenn sie in Grausamkeiten und Gewalttätigkeiten verwickelt \\"ar?
96

1..: Das könme ein Grund sein, durchaus.
Dr. N.: Selim, binc schildere mir doch so viele Einzelheiten, 9.rie du nur kannst, über

da.s, was passiert, wenn du an den Halteplan gerufen wirst, um mir einer Seele zu
.arbeiten, deren Energie weitgehend erschöpft ist oder veränden v.--urde.
K.: Be\·or wir mit dem Neuankömmling zusammentreffen, gibt einer der sogenannten •Wiedcrauffrischungsmcisrer• Hinweise zu den Energiemeridianen, die zu l'rneuern sind. Wir gehen die Informationen durch, die uns über die beschädigte Seele bekannt sind.
Dr. N.: Das hört sich an wie ein chirurgischer Eingriff, dem eine Röntgendiagnose
\"Orausgeht.
K.: {horherfreutJ Ja, so erhalte ich eine Vorstellung da\'On, was in einem dreidimensionalen Bildgebungs\·erfahrcn auf mich wa.nct. lch mag die Herausforderungen,
die hei der Heilung von Energien auf mich warten.
Dr. N.: Gut, erzähl mir, was sich dabei abspielt.
K.: Aus meiner Sicht verläuft das in drei Schrinen. Zunächst untersuchen wir alle
Teilchen der beschädigten Energie. Dann entfernen wir diese dunklen Blockadebereiche, und was übrig bleibt- also die Leerräume -, wird wieder \'crbundcn mit einer Infusion aus neuer, gereinigter Lichtcnergie. Diese wird zur Stärkung in die zu
reparierende Energie eingebracht und mit ihr \'erschmolzcn.
Dr. N.: Wiederverbinden-heisst Jas, dass die F.ncq~ie umgeformt \\o'ird im Gegensau zu einer radikaleren Prozedur?
L ja.
Dr. N.: Bist du persönlich bei allen Phasen dieses Eingriffs beteiligt?
K.: Nein, meine Ausbildung ist auf die Erstdiagnose beschränkt, und beim zwL·iten
Schritt fungiere ich als Assistent. Anfangs sind nämlich die Modifikationen noch
nicht so komplex.
Dr. N.: Was siehst du bei einer Seele, deren Energie erheblich verletzt wurde, bevor
du mit deiner eigentlichen Arbeit beginnst?
K.: Beschädigte Energie sieht aus wie ein gekochtes Ei. Das wcisse Licht ist fest gc~·ordcn und hat sich verhärtet. Hier gilt es, Elastizität 1.u schaHen und die schw.uzen Leerräume au(;r,ufüllen.
Dr. N.: Wir sollten kurz über diese schwarze Eneq;icform sprechen ...
k.: [unrerbncht} Ich möchte noch hinzufügen, dass verletzte Energie auch ... Läsionen schaHen kann. Dabei handelt es sich um Lt:erräumc, die durch schwere physische oder emotionale Schäden entstanden sind.
Dr. N.: Welche Wirkung haben beeinträchtigte Energien auf die inkarnierte Seele?
K.: {zbger/,ch] Wenn die Energie unglcichmässig \'Crteih ist, ist dies auf eine anhaltende Verschlechterung der Energie 7.urückzuführen.
Dr. N.: Du hast davon gesprochen, dass alte Energie neu strukturiert und repariert
\\'ird, und zwar unter Verwendung neuer gereinigter Hcilungscnergie. Wie geht das
vonstatten?

97

K.: Mit einem intensiven Leitstrahl. Es handelt sich um Präzisionsarbeit, da man in

Einklang mit den eigenen Schwingungen 7.U arhl·itcn hat ... alsn Jen Sequenzen folgen sollte, die die betroffene Seele erzeugt.
Dr. N.: Aha, das Gan1.e findet also auf einer persünlit"hen Ebene statt. Benutzt der
Meister seine eigene Energie als Brücke?
K.: Allerdings, doch es gibt auch andere Quellen neuer ~ereinigter Eneq;ic, die ich
aufgrundmeiner mangelnden Erfahrung nicht benut7.c, weil ich nnch w weni~ darüber weiss.
Dr. N.: Selim, du hast erwähnt, wie \'Cr7.erne Energie elastisch p;emacht wird, sodass
sie wieder an die richtigen Stellen tliessen kann. Doch das Auftauchen einer neuen,
gereinigten Energie bringt mich etwas aus dem Konzept. Wird denn durch all diese Eingriffe und Veränderungen nicht die unsterbliche Identität d~..·r betroffenen
Seele verändert?
K.: Nein, denn unsere ... Arbeit ... dient zur Stärkung dessen, was da ist ... dazu,
die Seele wieder ihn·r ursprünglichen ~orm anzunähern. Diese Prozedur soll sich
nicht wiederholen, wir wollen nicht, dass die Seele nochmal •unters Messer muss ...
Dr. N.: Welche Müglichkeiten gibt es, den Erfolg eurer Arbeit zu überprüfen?
K.: Nun, es gibt die Möglichkeit, ein fcld aus simuliener ncgatiHr Energie um die
wiedcrhcrgcstclltc Seele herum zu platzieren, und 7.WJ.r in nüssiger form, um zu
überprüfen, ob sie an den Stellen, wo wir reparien haben, durchsickert. Wie gesagt,
unsere Arbeit soll ja dauerhaft sein.
Dr. N.: Eine letzte frage, Sclim: Was passiert mit der wiederheq~estellten Seele,
wenn ihr eur1..• Arbeit ab~eschlossen habt?
K.: Das kommt darauf an. Alle Seelen bleiben zunä~hst unt1..·r unserer Obhut ... wir
heilen mit Tönen ... Schwingungsmusik ... l.i~ht ... farbe. Nach ihrer Entlassung
\'C'rwenden wir grosse Sorgfalt bei ihrer nächsten Inkarnation und der 'X'ahl des
K.ürpers.[:.eu(zend} Wenn sich die Se-ele in einem früheren Leben in ~..·incm Körper
befunden hat, der anderen Schaden zufügte ... nun ... dann haben wir diese Seelen
gestärkt, um erneut zu inkarniercn und \'On vorne :.-:u beginnen .

.......

Bei meinem nächsten Fall handelt es sich um ein Beispi~..·l für eine einschneidende
Umwandlung. in diesem Fall21 geht es um eine ganz besondere Kategorie \'On Seele, die· I lybridseele• g1..·nannt wird. Ein weiteres Beispiel für diesen T~·p Seele schildere ich in KapitelS, r-all61 (siehe S. 312). Für meine Begriffe sind diese HyhriJscclen besonders anfällig für Sclbst7.ersttirun~ auf der Erde, da sie auf ausserirdischcn Welten inkarniert haben, bevor sie \'Or nicht allzu langer Zeit 7.U uns auf die
Erde gekommen sind. Es gibt Hybridscelcn, die grosse Schwierigkeiten haben, sich
auf unserem Planeten zurechtzufinden. Wenn ich dies kststclle, ist L'S sehr wahrscheinlich, dass ihre erste Inkarnation auf der Erde im Laufe der lct7.ten paar t.tusend Jahre suttgdundcn hat. Die anderen haben sich bereits an~cpasst oder die Erde für imm1..•r \"erlassen.
Weniger als ein Viertel meiner gesamten Klientel ist in dl.'r Lage, si~h an Besuche
anderer Wehen zwischen ihren Inkarnationen 7.u erinnern. Dies allein m.Kht sie
98

aber noch nicht 7.U Hyhridseelen. Ein noch geringerer Prozentsau meiner Klienten
erinnert sich da.ran, auf fremden Wehen inkarniert zu haben, bcn>r di1.·s auf der Erde geschah. Dabei handelt es sich um Hybridseelen.
In der Regd ist dies eine ältere Seele, die sich aus zahlreichen Gründen da7.U entschlossen hat, ihr1.• Reihe der Inkarnationen auf unserem Planeren zum Abschluss
zu bringen. Es kann sein, dass ihre frühere ~'eh nicht mehr bcwohnh.u ist oder
dass diese ohne Herausforderun~cn für sie war, das h~.·isst, Jas Leben dort war
schlicht zu einfach. Also möchten sie sich einer schwierigen Aufgabe stellen - auf
einer Weh wie der unseren, Jie ihre Mö~lichkciten noch nicht voll ausp:cschöpft
hat. Gam: gleich, warum eine Seele eine Welt verlassen hat, ich habe festgestellt,
dass es sich bei diesen früheren Inkarnationen in der Regel um Lehensformen handeh, die dem menschlichen Geist leicht überlegen, ungefähr gleich oder leicht unterlegen waren, was ihre intellektuellen Fähigkeiten anbelangt. Das ist kl.'in Zufall.
II ybridseelen, die früher auf Planeten lebten, deren Kultur in tcchnisch1.·r I Iinsicht
erheblich weiter fortgeschritten war als jene auf der Erde - Jie beispielsweise die
Fähigkeit entwickelt hauen, weite Strecken im interstellaren Raum zurückzulegen-, sind intelligenter, da sie einem älteren Geschlecht entstammen. Darüber hinaus ist mir aufgefallen, dass I Iyhridseelen, die in meine Praxis kommen, üher bessere hellseherischl· Fähigkeiten verfügen, wenn sie bereits in einer 'X'eh Erfahrungen sammeln konnten, in der Telepathie gang und ~äbe ist.
Für mich ist Hybridseele ein treffende ße?.eichnung für jene Seelen, die bei uns
leben und deren Inkarnation gemischte Ursprün~c hat. Die Entwicklung dieser
Seelen hat ihren Ausgangspunkt genommen, als sie sich in Gastkörpern befanden,
die sich von menschlichen '-'<'esen genetisch unterscheiden. Ich bin mit hochbe~ab­
tcn Menschen in diesem Leben zusammengetroffen, deren Entwicklung auf ein1.·r
Joderen Weh begonnen hat. Doch hat eine solche Erfahrung auch eine dunkle S<ite, wie der Klient auf Niveau V, der sich in der Aushildun~ zum Meister der \'1:1iederauffrischung befindet, im nächsten fall schildert.

l-'all 21
Dr. N.: Da du mit erheblich geschädigten Seelen arbeitest, kannst du mir etwas über
deine Pniehten erzählen?
lt.: Ich arbeitc- in einer Spezialabteilung und kümmere mich um jene Seelen, die in
einem Sumpf der Verderbtheit versunken sind.
Dr. N.: [nachde~ er er(cMen rrcu. cross d1eser Kuenr nur m'r solchen See e., (.ilbelte:. J1e
·,-or rhrer lnKu~nur,on ou( unsere "Tl P/or,eren G'J{ onoeren W~llcn gc-1cDr .,aber:] Befinden sich dort die sogenannten llybridseelen, von denen ich schon gehört habe?
lt.: Richtig, wir beschäfti~en uns dort mit jenen Seelen, die zu Seelen der Grausamkeit geworden sind.
Dr. N.: Was für ein cntsct:dicher Name für eine Seele!
lt.: Tut mir leid, ahl·r wie sonst sollte man ein Wesen nennen, Jas in deran schwere
Verbrechen verwickelt ist, dass es in seinem gegenwärtigen Zustand keine Erlösung
gibt?
99

Dr. N.: Ich wciss, doch hat auch der menschliche Körper viel damit zu tun, dass ...
K.: [mir 1PS Wort (allena) Für uns ist Jas keine Entschuldigung!
Dr. N.: Gut, bine fahre in der Beschreibung deiner Pflichtcn fon.
K.: Ich bin ein Wiederhersteller der zweiten Phase.
Dr. N.: Was bedeutet das?
K.: Nachdem diese Seelen ihren Körper \'erlassen haben, werden sie von ihren führcrn erwartet, \·ielleicht noch \'On einem engen Freund. Diese Phase dauert nicht
lange, ansebliessend werden diese Seelen, die sich fürchtcrlicha Verbrechen schuldig ~emacht haben, in uns~re Abteilung gebracht.
Dr. N.: Warum dauert die erste Phase nicht so lange wie bei anderen Seelen?
k.: Wir möchten verhindern, dass sie die Tragweite ihrer Taten vergessen. also den
Schaden und den Schmerz, den sie auf der Erde verursacht haben. ln der zweiten
Phase werden sie von unbelasteten Seelen getrennt.
K.: Klingt, als würdest du auf einer Leprastation arbeiten.
K.: [scho~n Eine Bemerkung, die ich überhöre!
Dr. N.: [nachdem er s1ch er~rschu/cJ,gr hol) Das soll aber nicht heisscn, dass alle Sec·
len, die sich etwas zuschulden kommen lassen, Hybridseelen nach deiner Definition sind?
K.: Natürlich nicht, hier geht es nur um meine Abteilung. Doch sollte klar sein, dass
einige echte Monster auf der Enle I lybridseclen sind.
Dr. N.: Ich dachte, die geistige Welt sei ein Ort, wo Onlnun~ herrscht und .\leister
mit überlegenem Wissen Jas Sagen haben. Wenn es sich bei diesen Hybridseelen
um verunreinigte Abnormitäten in menschlicher form handelt - also um Seelen,
die nicht in der Lage sind, sich an die emotionalen Gegebenheiten des menschlichen Körpers an1.upassen -, warum wurden sie dann hierher geschickt? Fi..ir mich
bedeutet das, dass au,h die geistige Welt nicht unfehlbar ist.
K.: Mit der überwiegenden Mehrheit gibt es keine Probleme, und diese Seden leisten auch einen grosscn Beitrag zur menschlichen Gesellschaft. Wäre es Jir lieber,
wenn wir allen Seelen die Möglichkeit nehmen würden, aui die Erde zu gelangen,
weil manche den falschen Weg einschlagen?
Dr. N.: Nein, natürlich nicht. Bitte weiter. Was machst du mit diesen Seelen?
K.: Andere, weit über mir stehende Geistwesen beschäftigen sich mit ihrer verunreinigten Energie und versuchen, herauszufinden, welche Auswirkungen die früheren Erfahrungen dieser Seelen auf ihren irdischen Körper hatten. Sie wollen wissen,
ob es sich um Einzelfälle handelt oder ob auch \·icle andere Seelen, die auf diesen
Planeten waren, auf der Erde mit entsprechenden Problemen zu kämpfen hatten.
Sollte das der Fall sein, könnte es weiteren Seelen von dieser anderen Weh untersagt
werden, wieder auf der Erde zu inkarnicren.
Dr. N.: Erzähl mir noch mehr aus deiner Abteilung.
K.: Wir beschäftigen uns in unserer Abteilung nicht mit Seelen, die nur einmal ein
schwerwiegendes Verbrechen begangen haben, sondern mit Wesen, für die GrJ.u·
samkeit 1.ur Gewohnheit geworden ist. Diese Seelen werden vor die ~'ahl gestellt.
Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um ihre Energie durch Rehabilitations/OC

m.assnahmcn zu reinigen. Wenn wir d:~s Gefühl haben, dass sie noch 7-U retten sind,
erhalten sie die Möglichkeit, wieder auf der Erde zu inkarniercn, und zwar in einer
Rolle, in der ihnen die gleiche An \'Oll Sl'hmerz zugefügt wird, nur enorm \"Crst.ärkt.
Dr. N.: Eine renbare Seele?- Könnte das eine sein, die während ihrer Inkarnation
entsetzliche Grausamkeiten begangen, aber grosse Reue gezeigt hat?
k.: Schon möglich.
Dr. N.: Ich dachte, karmische Gerechtigkeit habe nichts mit Strafmassnahmcn 7U
tun.
K.: So ist es auch. Bei dem Angebot geht es darum, eine Möglichkeit zur Stabilisierung und Wiedergutmachung zu offerieren. In der Regel ist mehr als ein Leben erforderlich, um das gleicheMassjenes Sc:hmerzes auszuhalten, den sie anderen Wesen zugefügt hatten. Deshalb benutzte ich den Ausdruck enorm 1,;erscärkt.
Dr. N.: Ich vermute, die meisten Seelen nehmen dieses Angebot an?
K.: falsch geraten. Die meisten haben viel zu \"iel Angst, dass sie in die gleichen Verhaltensmuster zurückfallen. Aussecdem fehh ihnen der Mut, in einer Reihe 7.U·
künftiger Leben die OpferroHe einzunehmen.
Dr. N.: Wenn sie sich weigern, auf die Erde zurückzukehren, welche Massnahmen
ergreifst du dann?
K.: Auf diese Seelen wanet das Schicksal jener, die für uns nicht mehr 7.U reuen sind.
Ihre Energie wird zerstreut werden.
Dr. N.: Ist das eine form der Energieumwandlung?
K.: Nun ... ja ... wir nennen d.1s die Aunösung von Ene-rgie- das ist mit Zerstreuung gemeint. Natürlich (indet eine Umwandlung statt, in dem Sinne, dass wir die
Energie in Teilchen aufspalten.
Dr. N.: Ich da,hte, Energie könne nicht zerstön werden. Wird damit nicht die ldl·ntität dieser verunreinigten Seelen \"ernichtet?
K.: Die Energie wird ni,ht zerstört, sondern nrändL·n und umgewandeh. Unter
Umständen mischen wir ein Teikhen der alten Energie mir neun Teilchen neuer,
frischer Energie, die für unsere Zwecke zur Verfügung gestellt wurde. Durch diese
Verdünnung wird dl·r \'Crunrcinigte Teil unwirksam gcmal'ht, während gleich7_citig
ein geringer Teil der urspriinglichcn Identität unangetastet bleibt.
Dr. N.: Das heisst, die negative Energie des Schlechten wird mit einer Überdosis
neuer, besserer Energie gemischt, um die verunreinigte Seele zu läutern?
K.: {l'ocheno] Nicht unbedingt mit besserer, sondern mit frischerer.
Dr. N.: Welchen Grund könnte eine Seele haben, sich ihrer Aufspaltung zu widersetzten?
K.: Nun, es gibt eben Seelen, die keinerlei Verlust ihrer Identität zulassen werden,
auch wenn jene Seelen, die diese Prozedur 7.U ihrem eigenen Nut7.en über sich ergehen lassen, sich erholen und schliesslich wieder in der Lage sind, ein produktives
Leben auf der Erde und anderswo zu führen.
Dr. N.: Was passiert dann mit jenen Seelen, die deine Hilfe zurückweisen?

I CI

K.: Viele ~ehen einfach in ein Zwischenstadium, an einen Orr der Einsamkeit. Was
letzdich mit ihnen passieren wird, entzieht sich meiner Kenntnis .

.,. .:
-

W'ie ich schon erwähnt hahc, wird di1.• Seele nicht nur durch den physischen Kürper
verunreini~t. Die in den letzten beiden Fällen beschriebenen energetischen Seiläden
weisen nachdrücklich darauf hin, dass Seelen selbst unreine Wesen sind, die ihren
Beitrag zum eigenen Unglück leisten.
Be ...·or ich fonfahre, möchte ich crn·as über karmische Wahlmöglichkeiten sagen, die ·~rir nicht ausser Acht lassen sollten. WetUl wir auf Menschen stossen, die
Opfer ~rosser Widrigkeiten geworden sind, so bedeutet das nichr unbedingt, dass
es sich dabei in einem früheren Lehen um Übeltäter oder gar Verbrecher gt.·handclt
hat. Eine Seele, die nicht durch dergleichen belastet ist, könme genauso gut bestimmte emotionale Belastungen und Schmerzen auf sich nehmen. um so mehr
Mit~efühl und Verständnis für andere zu crlan~cn, also ein Leb1.·n \OII«.·r l\.1ühsal
\'Orzichen.
Es gibt Fälle, in Jenen die Energie einer Seele nur bis zu einem gewissen Grad
geschädigt ist, sodass sie zwar der Behandlung bedarf, jedoch nicht unbedingt
durch einen Meister der Wiederherstellung. Das folgende Zitat stammt \·on einer
Klicntin und he1.ieht sich auf eine talentiene Heilerseele, die auf einer Erholungsstation tätig is[. Für mich ist sie, wie die Klientin bestiltigt, eine Art Krankenschwester, die im fcldlazarett arbeitet:

Oh, es isr f'l·iumi- ich J,in so froh. Ich buhe sie seit etr;_·,z drei oder -.:ier Leben
nidn mehr gesehen, aber ihre Jfetl}()dt:n ~ur Deprogr,mrmiaung und \t'iedcrhcrsrl'llrmg "-'On Fm•rgil• sind t•infach roll. F.s sind noch fünf ;,;.:t'iu:n· P,zcienten hier, die ich nicht kenne. J'l."umi kommt zu mir und nimmt micb in dit·
Anne. Sie dringt in mein Inneres ein und mischt mt•inc L'rschäpftt•n Ent•rgit·n
mit ihrt·r eigenen. Ich spüre, '"-'ie ihre erfrischenden Scln~:ingungen mich t•rfiillen und mich bi5 zu eim:m gt-u·issen Grad umformen. F.:i ist, ~~h ahit·ftt· ich
eine sanfte Besrärigung dessen, .._.,,s meine eigene Energie gesch,,ffen h.a. Ich
kann das Lrzarell bald verlassen, und zum Abschied H·henkt mir Xmni ihr
'ü.'undabMes l.iichcln. ßis zum niichstt•n Mal.'

Seelen der Einsamkeit
Im letzten Kapitel habe ich erliiutert, wie bestimmte, nicht mehr funklionstüchtige
Seelen, die soeben den physischen Tod erlebt haht:n, ihren Kilrper verlassen und
sich eine Zeit lang zurückziehen. Dabei handelt es sich nicht um Gespenster, doch
diese Wesen nehmen den Tod nicht an und wei~ern sich, nach Hause zurückzukehren. Die wenigen Schilderungen in meiner Praxis über diese Kategorie \'On Seelen
sagen, dass si1.· einen toten Punkt erreicht haben. Ihr Hauptproblem ist, dass sie sich
der Situation nicht stellen wollen. Letztlich werden sie von ihren mitfühlenden
Führern dazu überredet, ins Zentrum der spirituellen Weh zurückzukehren. Ich
IOZ

nenne sie ·Seelen der Stille•. Ich habe auch darauf hint;cwicscn, dass es für eine gesunde Seele in der geistigen Welt durchaus nichts Unnormales ist, eine Zeit lang in
Abgeschiedenheit zu verbringen. Die Sede kann so einerseits über ihre Ziele und
:~bsichtcn nachdenken, andererseits aber auch Kontakt aufnehmen mit Memchen,
die sie auf der Erde zurücklassen musste.
Es gibt aber noch eine weitere Kategorie dieser Wesen, für die ich den Begriff
·Seelen der Einsamkeit• geprägt habe- im Gegensatz zu einer Seele, die sich zurückgezogen hat. Man könnte das als Haarspalterei abtun, doch es gibt wichtige
Unterschiede zwischen diesen Kategorien. F.inc Sccle. die die Einsamkeit sucht, i!'at
nicht krank, sondern hat den Erholungsprozess erfolgreich durchlaufen, spün aber
immer noch sehr stark die Auswirkun~en negati\"Cr Energievcrunreinigung. Hier
ein Beispiel:

Nach jedem l.t•ben gehe ich an einen Zufluchtsort, um dort in Ruhe nachdenken zu können. Ich Kba11e mir noch t•inmal an, -..:·as ic/1 'tmm Leben in meim:m letzli·n Körper b~.i.:ahrc·n und integrieren möchte und -..:·as ich losi.i.·erden
sollte. Im Augenblick sammle ich Jlut und verabschiede mich von meiru:r
Unfiihigkt•it, persönliche Verpflichtungen eitnugehen. Für mich ist das hier
c•ine Sorti,·rsttlle. Wt-nn ich mi,·h ents,ht·ide, et'i.i:as. zu behalten, so ti.·ird es Teil
meines Charakters, i.&:ährend ich den Rest ablege.
~ur

ein bestimmter Typ von Seele übt sich längere Zeit in dieser An Tätigkeit.
Häufig handelt es sich um fort~eschrittenere Seelen, die besser nachdenken können, wenn sie allein sinJ. Bei diesem Seelentypus könnte es sich urn eine natürliche
führerpersönlichkeit handeln, deren Energiereserven dadurch zur Neige gegangen
sind, dass sie andere Leute nneidigt hat. Eine dieser Seelen heisst A(;hem, der es
sich manchmal herausnimmt -häufig zum ci~enen Nachteil -. anderen bei ihrer
positiven Entwicklung zu helfen.

Fall 22
In seinem letzten vergangeneo Leben kämpfte dieser Klient gegen Jie Unterwer·
fung Marokkos durch das französische Militär und wurde 1934 gefangen genommen. Mein Klient wurde vom Atlasgebirge in die Sahara gehracht unJ dort gefoltert, um Informationen aus ihm herauszupressen. Man band ihn an einen I Iolzpfahl und liess ihn einen qualvollen Tod in der heisscn Sonne sterben .

... .

:

Dr. N.: Achcm, bitte erkläre mir, warum du nach deinem Leben in Marokko eint·
derart lange Phase der Einsamkeit brauchst.
K.: Ich bin eine Bcschützerseele, unJ meine Energie hat sich vom vorherigen Lehen
immer noch nicht wieder erholt.
Dr. N.: Was ist eine Beschüt:tcrseele?
K.: Wir versuchen jene zu schützen, deren natürliche Güte und intensive Bestrebungen zur Verbesserung der Lebensbedingun~cn vieler Menschen auf dt:r Erde
erhalten werden müssen.
/03

Dr. N.: Wen hast du in Marokko geschützt?
K.: Den Führer der Widerstandsbewegung gegen die fran7.ilsischc Koloni.tlma.cht.
Er konnte unserem Volk in seinem Befreiungskampf besser helfen, weil ich jahre·
lang Opfer brachte.
Dr. N.: Das hört sich anspruchsvoll an. Hast du in der Regel mit polirischen und gc·
seilschaftliehen Bewegungen zu tun?
K.: Ja, und auch mit dem Krieg: 'Wir kämpfen für einen guten Zweck.
Dr. N.: Über welche Eigenschaften verfügen Beschützerseelen als Gruppe?
K.: Wir zeichnen uns ~·egen unserer zähen Ausdauer und Gelassenheit unter Bcl.astung aus, während wir andere unterstützen, die es wen sind.
Dr. N.: Wenn du jene herausforderst, die offenbar den Menschen, die du beschützen
möchtest, ein Leid antun wollen, wer entscheidet, ob sie es wert sind? für mich
scheint das eine sehr subjekti\'C Angelegenheit zu sein.
K.: Das ist richtig, und deshalb analysieren ~·ir vorher, wo wir am besten zum
Schutz der Menschen eingesetzt werden sollten. Unsere Tätigkeit kann offensiver
oder defensiver Natur sein, doch wir haben nichts mit aggressiven Handlungen zu
tun, denen keine Prinzipien zugrunde liegen.
Dr. N.: Gut, wir sollten jetzt üher deinen Energiemangel nach derartigen Aktionen
sprechen. Warum konnte der Normalzusr...and nicht durch die Ener~iedusche oder
eine andere Massnahme wiederhergestellt werden?
K.: {Jvchendj Du nennst das eine Dusche, für mich kommt Ja~ einer Autowäsche
~Ieich! Es ist eine gewundene Röhre, die dich am ganzen Körper mit positiver
Energie einreibt, so, als würde man \'On den Bürsten einer Autowa.schJ.niJ.ge gereinigt. kh hab diese Prozedur gerade J.n l'in paar meiner jun~cn Schüll·r ausprobi(.'rt,
und sie fühlen sich grossanig.
Dr. N.: Warum hat dir diese Vorgehcnsweise nicht helfen können?
K.: [errcstho(rer] Es hat einfach nicht ausgereicht, auch wenn die negativen Verunreinigungen im Wesentlichen weg sind. Nein, der Kern meines Wesens wurde Jurch
die Grausamkeit dieses Lehens und die crlincnen Folrerungen sch~·cr beeinträchugt.
Dr. N.: Was machst du dagegen?
K.: Ich schicke die Schüler weg und begebe mich an den Zufluchtsort, wo i~.:h wieder ganz zu mir selbst kommen kann.
Dr. N.: Bitte erzähl mir alles über diesen Ort und was du dort tust, wenn es dir möglidl ist.
K.: Es handelt sich um eine abgedunkelte Einfriedung- manche nennen es Schlummerraum -, wo sich auch andere aufitahen, um sich auszuruhen, doch wir haben
keinen Blickkontakt untereinander. Ich denke, es sind von uns jetzt etwa 20 zugegen. Wir fühlen uns so ausgelaugt, Jass wir für eine Weile einfach nur allein sein
wollen. Die Hüter kümmern sich um uns.
Dr. N.: lli.iter? Wer ist das?

104

t..

~I' Irrt "' -

Spirituo.:lle Wicdcrht·nrdlunl(

Jo:r F.nt·r~ic

1.: Die Hüter der Neuua.lit:.it beherrschen das Prinzip der Nichteinmischung. Ihre
St.lrke ist es, sich um uns zu kümmern, ohne sich auch nur im Geringsten in unsere Gedanken einzumischen. Sie sind die Wächter der Schlummerräume.
Anmerkung: orrenbw handelt e.s SICh be. <Jen Hlirern aer Neu/rcJirrdl (1,-rt c :'le .)'1·e·;:eordnere SonderforfT1 der Me,srer der W•ec.ferherscedu'lg S•e haoen e,•,en orx'e·~- No:-'"le/1, doch Neurra/rrär berJeu·rer. d(JSS Ste de'1 He,:Jngsprozesc; ·ndrreJ..:r ere C~"~Lern. ohne zu sprecl1en_ Gemäss n:ernen Ki,er:ter: zeiChnen s1ch drese Wese.-: Gu=-·~h aus. dass s:e SICh tn obsoiu~er~ Sch .... e.ge.'l ~vn d•e rhnen am·er1IOJ/er See'cn

Dr. N.: Wie sehen diese passiven Wächter aus?

1.: [lakon•5Ch) Sie sind nicht passiv. Ein Bild, das ihnen am nächsten käme, wäre das
von Mönchen, die ein Heiligtum bevölkern. Sie tragen Mäntel und Kapuzen, so·
dass uns ihre Idemität verborgen bleibt. Ihre Gedanken bleiben uns verbor~en,
doch sie sind sehr aufmerksam.
Dr. N.: Das heisst, sie passen einfach auf euch auf, während ihr euch ausruht?
1.: Nein, du hast mich immer noch nicht \'erstanden. Sie sinJ sehr gut darin, sich
um uns zu kümmern. Ihnen liegt am Herzen, die Energie, die wir in der spirituel·
len Weh zurückgelassen haben, be\'Or wir eine neue Inkarnation begannen, richtig
zu regeln und uns wieder zugänglich 7.U machen.
Dr. N.: Ich habe schon viel von dieser Fähi~keit der Seelen gehört, sich selbst zu tei·
len. Warum kannst du dich nicht l'infac-h in deinen eigenen spirituellen Bereich zu·
rückziehen, dir deine fehlende Energie holen und mit ihr verschmelzen? Oder wa·
rum sorgt nicht ein Team von Meistern der Wiederherstellung dafür, dass eure ver·
unreinigte Energie erneuen wird?
1.: [nunm! etnen uefen Atemzug) Ich versuche es zu erklären. Für uns istalldas
überflüssig. Es sind die Auswirkungen der Verunreinigungen, die wir durch die
Rückkehr zu unserer eigenen gereinigten und ausgeruhten Energie allmählich und
gleichmässig heilen müchten. Die Hüter helfen uns dabei, unsere eigene Encr~ie
wieder aufzufrischen.
Dr. N.: Etwa in dem Sinne, dass man eine Bluttransfusion aus seiner eigenen Blutbank bekommt?
1.: Ja, genau, jet7.t beginnst du mich allmählich zu \'erstehen. F.s muss langsam gehen. Und es ist auch nicht so, dass wir völlig am Ende wären. Wir erhalten Energieinfusionen unserer eigenen Energie, und 1.war über einen längeren Zeitraum hinweg, um wieder ... elastischer zu werden. Wir wollen die Kraft zurückgewinncn,
die wir \'Or einem anstrengenden Leben hatten - ja, wir wollen mehr Kraft haben
als vorher, bevor wir diese ph)•sisehe Erfahrung gemacht haben.
Dr. N.: Wie lange, in irdischer Zeit gemessen, braucht ihr etwa, um euch an diesem
Zufluchtson zu erholen?
K.: Hm, das ist schwierig zu sagen ... etwa 25 bis 50 Jahre ... wir hätten immer gern,
dass es länger dauert, denn die Hüter setzen ihre: eigene Schwingungsfrequenzen
ein, um ... unsere En"rgie zu massieren- ein fantastisches Gefühl. Es handelt sich
105

dabei aber urn sehr diskrete Wesen, die weder gesehen noch angesprochen werden
wollen, wobei ihnen durchaus klar ist, dass wir für ihre Dienste sehr Jankb.u sind.
Sie wissen auch, wann es Zeit für uns ist, zu unseren Freunden und zu unserer Arbeit 7Urück7.ukehren. ,fir,c/~t·:,d) Dann werfen sie uns nämlid hinaus .

..,

Ein Fall wie dieser hat mir ~ezcigt, dass eine der besten ~1üglichkeiten, beschädigte EnergiL·n zu reparieren, darin besteht, sie allmählich 7.urückzuerhahen. Viele
Seelen der Einsamkeit sind ziemlich weit fongeschritten und bedürfen nicht der
Energiewiederherstellung, wie sie normalerwcisL" in der ~eisti~en Weh vonstauen
geht. Es kann vorkommen, Jass diese dynamischen Seelen sich selbst überschätzen.
Achern räumte ein, dass er nur erwas 50 Prozent seiner Ener~ie nach Marokko mitgenommen haue, sich aber eigentlich vor der Reise in jenes Leben ·besser autladen .. härte sollen.
Im nächsten Fall geht es um Heiler, die in irdischen Gefilden arbeiten. lh diese
Seelen in Jer Regel immer noch inkarnieren, handelt es sich dabei in den Augen
meiner Klienten nicht um Meister. Da1-u gehüren auch die sogenannten ·Umwandlcrseclen .. , wie sie in diesem Fall beschrieben werden. Durch die Arbeit auf der Erde werden wir vielen Sonderfällen ausgesetzt, und die Erde ist AusbiiJun~sterrain
für sich entwickelnde Seelen.

Energieheilung auf der Erde
Heiler des menschlichen Körpers
Als ich von Seelen hönc, Jic sich auf die Erneuerung beschädigter Energie in der
geistig(!'n Weh spezialisierten, wollte ich mehr darüber in Erfahrung bringen, wie
sie ihr unbewusstes spirituelles Wissen anwenden, wenn sie in physischer Form ans
Werk. gingen. Einige legen grosscn Wen auf diesen Aspekt bei der Entwicklun~ ihrer Fähigkeiten, menschli~.:hen Wesen zu helfen.
Im nächsten Fall geht es um eine frau, zu deren Methodt•n bei der Energiearbeit
auch Reiki gehürt. Doch bis zu unserer llypnosesitzung war sie sich der Quelle ihrer spiriruellcn Heilkräfte eigentlich kaum bewusst. Ihr spiritueller Name lautet
Puruian, und während unserer gemeinsamen Zeit erklärte sie mir WirkwciSl· und
Not'W'endigkeit vnn Eneq~iearbeit bei IebenJen ~·1enschen und auch bei körperlosen Wesen.

I'all 23
Dr. N.: Puruian, ich möchte von dir gerne wissen, ob du deine Ausbildung zur Wie-

derauffrischungder Seele in der geistigen Weh auch Oei deiner irdis..:hcn
nut?-t.
K.: [w1rkr Ubermschr. da

<;!('

SICh

L;ber d'esen ZusCJ'llfYJC"nhuni ers; (};)'c/J

Täti~keit

rn~lfle

Frage

sche1nt} Nun ... ja ... bis zu diesem Augenblick wusste ich nicht, bis
1-u welchem Grad ... nur diejenigen von uns, die auch auf der Erde diese An Arbeit
fortset7.en müchten, werden Umwandlee genannt.
klur zu werden

/06

Dr. N.: Worin besteht der Unterschied? Wie lautet deine Definition einer Umwandlerin?
1.: :~cchend) Als Umwandler sind wir das irdische Rcpararurkommando- ~vir sind
der Aufräumtrupp -,wir sorgen für gute Gesundheit im menschlichen Körper. Es
gibt Menschen auf der Erde, die graue Energieflecken aufweisen, sodass sie in ihrer
Entwicklung blockien werden. Das äussert sich darin, dass sie immer und immer
·~;iedcr die gleichen fchler im Leben machen. Meine Auf~abe best<.·ht darin zu inUrnicren, nach ihnen zu suchen und zu versuchen, diese Blockaden zu lösen, damit sie in der Lage sind, bessere Emscheidungen zu treffen, mehr Seihstvertrauen
zu gewinnen und ihren Seihstwert zu steigern. Wir sorg<.'n dafür, dass sie zu produkrinren Menschen werden.
Dr. N.: Wenn es Unterschiede bei der spirituellen Ausbildung zwischen der Wiederherstellung von Seelen in der geistigen Welt und der Umwandlun~ von l:::ncr~ic in
der physischen Welt gibt, welche wären das?
1.: [.'ange Pause] Bestimmte Teile der Ausbildung sind dieselben, aber ... Umwandlcr werden zwischen ihren Inkarnationen zum Studium auf andere Welten geschickt- zumindest diejenigen von uns, dit> gerne mit körperlichen Formen arbeiten.
Dr. N.: Schildere doch bine die letzte Ausbildung als Umwandlcrin, bevor du wieder auf der Erde inkarniert hast.
ll.: [Oberrasch! !.'On memer Fmge. g1b! s1e e:ne i{crsch·.... ommene Amwort] Oh ... 1:wei
Lichtwesen kamen aus einer anderen Dimension, um mit uns sechs l:U arbeiten. [Pu
':.PCJns sefbststdncJ,ge Arbertsgruppe] Sie zcigt<.·n uns, wie wir unsere Schwingungsenergie in einen zielgerichteten Strahl \'Crwandeln konnten, ohne sie zu zerstreuen.
Ich habe gelernt, meine Energie zu konzentrieren, um so wirkun~svoller arbeiten
zu können.
Dr. N.: Summten diese Wesen aus einer physischen Welt?
K.: [mrf scm{!er S[lrnme} F.s war eher wie eine Welt aus Gas, in der ihre Intelligenz in
... Blasen ... existiert, aber die waren so gut, die haben uns Dinge gezeigt ...
Dr. N.: [san(rj Ich verstehe ... vielleicht sollten wir wieder zum praktischen Nutzen
der Dinge zurückkommen, die du gelernt hast, da du dir ja jetzt der Ursprünge deiner fähigkeiten bewusster bist. Wie wendest du dieses spiriruelle Wissen auf der
Erde bei deiner Arbeit als Umwandlerseele an?
1.: [verwunden) Es ist ... jetzt da ... in ml·inem Kopf ... ich begreife, warum es
funktinniert ... (hälr tnne] ... der konzentrierte Strahl ...
Dr. N.: {m11 Nachdruck] Der konzentrierte Strahl ... ?
1:.: [em:stha(t] Wir verwenden ihn wie einen Laser- so, wie ein Zahnarzt einen verfaulten Zahl aufbohren würde-, um graue EnerJ;ie auszumachen und zu reinigen.
Das ist der schnelle We~. Es bereitet mir mehr Schwierigkeiten, eine langsame
Technik zu verwenden, die noch wirkungsvoller ist.
Dr. N.: Gut. Bine vergiss nicht, dass du mir gcradt" erklärst, wie du sowohl deine spirituelle Ausbildung als auch deine Ausbildung auf Erden zur Energieheilung ):;C-

/01

brauchst. Du kannst dich wi!'der an beide AspektL' L'rinncrn. Erzähle mir jetzt etwas über die langsame Methode.
K.: [njmmr emen r•e(en Arf:'m.tuR} Ich schliesse meine Augen und gehe in eine An
Halbtrance, wobei meine Hände den Kopf des Patienten umschlicssen, ohne ihn zu
berühren. jetzt wird mir klar, dass das, was ich in der geistigen W'clt gelernt habe,
von grösserem Nutzen für mich ist, als das, "Q.·as ich im Unterricht hier auf Erden
mitbekommen habe. Doch ich glaube, das spielt keine Rolle.
Dr. N.: Die Kraft, anderen zu helfen, erhalten wir aus vielen Quellen. Hiue weiter in
der Schilderung, wie du deine Patienten auf der Erde anband der langsamen Methode heilst.
K.: Nun, ich arbeite mit geometrischen Formen, wie trwa Energiespiralen, die ich
in meinem Kopf bilde, damit sie mit dem Muster der Stelle, an der es Probleme gibt,
übereinstimmen. Dann lege ich diese Energiestrukrurcn über die ~rauen Bereiche.
Dadurch lassen sich die zu reparierenden Bereiche mit meinen langsamen Heilschwingungen bc:trbeiten. Es ist so, als würde man einen heissen Wickel auf eine
Stelle mit Muskelkater legen. [PGuse} Diese Seelen wurden auf dem Weg hierher beschädigt., und diese Schwäche ... wird immer schlimmer, wenn der Körper auf der
Erde allmählich heranreift.
Dr. N.: {überrasche} Einen Augenblick, bitte. Was soll das heissen: .. Auf dem Weg
hierher beschädigt•? Ich dachte, dass es bei deiner Arbeit hier auf der Erde in erster Linie um Energie geht, die auf~rund der Widri~keiten des Lebens ''erunreinigt
wurde.
K.: Das ist nur ein Teil des Problems. Wenn die Seele in den menschlichen Körper
gleitet, hat sie dichte Materie zu überwinden. Der Gastgeberkörper emhäh nun
einmal primitin rierische Energie, die sehr dicht ist. Die Seele weist eine natürliche
An reiner. subtiler Energie auf, die sich nicht so einfach mit einem menschlichen
Gast~chcrkürpcr \'erbindct. Es braucht Zeit und Erfahrung, um damit umgehen zu
können. I nsbc.sondere jüngere Seelen können dabei Schaden erleiden, sie werden
schon frühzeitig vom Weg abgebra~.:ht und ... verdrehen sich.
Dr. N.: Und je nach Situation könntest du unterschiedliche Energiemuster mit unterschiedlichen Menschen projizieren. die deine Patienten sind?
K.: Gcnau, das ist die Aufgabe des Umwandlers. Ihre bes~.:hädigten Energielinien
haben etwas Krakeliges, sodass sie neu geordnet werden müssen, um die vergiftete
Energie zu entfernen. Diese verwirrten Seelen sind derart aus dem Gleichgewicht
geratt.·n, dass ein Grossteil unserer Arbeit auf jene Zellen des Körpers ~erichrct ist,
wo die negative Encq~ie den freien Fluss der positiven Energie blockien. Wenn das
sorgfältig gemacht wird, hat die Seele eine klarere Verbindung mit dem menschlichen Gehirn.
Dr. N.: Das hört sich wirklich "iclnrsprcchend an.
IC..: Es ist eine befriedigende Arbeit, auch wenn ich immer noch viel zu lernen habe.
{iacher.d] Wir selbst nennen uns seelische Schwämme für ,·erfeinerte Energie .
,..

.,.

/08

Es ist nicht überraschend, dass die Klientin im später behandelten ~all25 (siehe
S. 117) bei ihrer Arbeit auf der Erde Reiki verwendet. Es hanllch sich dabei um eine urahe Kunst der Hcilun~ mit den Händen. Nachdem der Reiki-Therapl'Ut beschädigte Energie lokalisiert und bearbeitet hat, schlicsst er Lücken im menschlichen Energieleid und reorganisiert den Körper, um lür Ausgewogenheit zu sorgen.
Es gibt Theorien, wonach beeinträchtigte Energie, sei es in körperlicher oder geistiger Hinsicht, zu Löchern in der Aura des Körpers führr, durch die sich dämonische, negative Krältc Zutriu \'erschaffen können. Hier haben wir einen 9-'Citeren
Mythos, der mit Angst arbeitet und dem zu viel Aufmerksamkeit gewidmet wird.
Mir ist von Wiederherstcllungsspc7.ialisten mitgeteilt worden, dass dem nicht so ist,
weil es keine \·on aussen kommenden dämonischen Krälte gibt, die versuchen, \'Un
unserem Körper Besitz 7.U ergreifen. Allerdings sind negatin Encr~ieblockaden
unseres Energiefelds sehr wohl für eine Minderung der Funktionstüchtigkeit verantwortlich.
Sorge bereiten mir ausscrdcm wissenschahliehe Artikel, in d,:ncn Energiearbeit
mit den Händen als Unfu~ abgetan wird, nehmen wir als Beispiel • Therapcutic
Touch•. Ich habe nämlich mit eigenen Augen gesehen, welchen Einnuss l'ine solche
Arbeit .tul c:inen kranken Organismus haben kann. Häuli~ \'crn·cndcn audl
Schwestern, denen die Hege und Pnege ihrer Patienten wirklich am Herzen liegt,
diese Art der Heilung im Krankenhaus, und 7-"',l.r kostenlo~. U nscr Körper besteht
aus einem Energieleld, das eine feste Struktur zu haben scheint, jedoch nüssig ist
und Schwingungen weiterleitet. Eine meiner Umgestalterseclen beschrieb ihre Methoden des • Thcrapcutic Touch,. folgenderma.sscn:
Das Geheimnis dt:s Ht•ilens bestehr darin, mt•in be~·ussces Selbst aus J,·m
Spiel zu lasu·n, damit der freie Energiefluss zw:iscben Pacienr und mir nicht
bt·hindert i.ö.-'ird. Mein Zid ist es, eine Einbeil mit J,•m Energiefluss des Pariemen herzustellen, sodass icb das Optimum fur diesen Körper areicbelJ
kann. Dazu bedarf es der Liebe und .rucb der geeigneten Methode.

Wenn sich der Patient ~egcn die Behandlung wehrt und aufgrundseiner ne~ati"·l·n
Einstellung das freie Flicssen des Chi, der l.ebcnsk.rJ.ft, behindert, kann es durchaus passieren, dass der Heiler nicht in der Lage ist, übl·rhaupt etwas \'Oll seinem
Energieleid wahrzum·hmen. Am Beginn eines ncuen jJ.hrtJ.usend~ sind mehr und
mehr Menschen dabei, das Heilungspotenzial von Meditation und geführter Scelcnrcise zu entdecken, um so die eigenen Ener~ien zu stärken. F.s gibt viele Möglichkeiten, zum Kern unserer inneren Weisheit zu gelangen, indem wir uns höhere
Energiequellen crschliesscn. Massage, Yoga, Akupunkrur, biomagnetisches Heilen
gehören ebenfalls zu den Techniken, mit denen sich unser Chi mehr ins Gleichgewicht bringen lässt.
Körperliche und seelische Energie wird durch Schwingun~sresonanun beeinträchtigt, die sich nicht in Einklang mitcinotnder befinden. jeder Mensch hat seinen
eigenen unverwechselbaren natürlichen Rhythmus. Damit wir produktiv sein können, müssen Körper und Seele harmonisch aufeinander abgestimmt sein. Wenn wir
/C9

Gesundheit unter einem ganzheitlichen Aspekt betrachten, ist unser krc.uives
Selbst besser in der Lage, mit dem menschlichen Geist zusammc:nzuwirkcn. Sobald
zwischen unserem äussercn und unserem inneren Seihst Ausgewogenheit herrscht,
sind wir in der Lage. unsere wechselseitigen Baiehungen in physischer und spiritueller Hinsicht energiegeladener zu gcsu.lten.

Heiler der Umwelt
Bevor ich mi~.·h mir Dingen der gcistigc:n Welt beschäftigte, h3ttc ich kt:ine Ahnung
davon, dass es auf unserer Erde Heiler der Umwelt mit ganz besonderen To~.lenten
gibt. So wciss ich mittlerweile, dass Jie Erde ihf(: eigene Schwingungsfrequenz hat
und dass es Menschen gibt, die in der Lage sind, sich in dieses ökologische Energiefeld einzuklinken. Ein Schlüsselerlebnis war für mich der Fall einer rrau, die für
den Forest Sen·ict.· an der Nordwestküste des P.azifiks arbeitet. ln Jem Brie-f, mit
dem sie um eine Sitzung hat, hcisst es unter anderem:

Seit einigen Jahren spiire idJ immer dann ein Kribbeln in meimm Händt•n,
u·enn ich mich inmitten dichit•r Vegt•tarion befinde. Dt·r Zustand ist nicht
schmerzhaft, doch ich spüre, dass etu:as frei a·,·rden mOchtt·, i.O:enn ich im
U,'a/d arbeite..\'eil Neuestern träumt• ich '<-'On Blitzen, die aus meim•n H.-inden
sein-essen, und davon, dass ich sie in einer F!dsche auffangen möchu•, ddmit sie
nutzbar gem11cht u:erden können. Diese Träume scheinen ein Redürfnis in
mir zu erfiillen, und nach dem Aufu:achen fühlt· ich mich froh und g!Uck/it-h.
Bin ich dabei, verrückt zu ~·erden?
Es schcinr eine geheime Verbindung zwischen mir unJ Menschen 7.U gehen, die
aufgrundunerklärlicher Phänomene in ilu-em Lehen das Gefühl haben, \'Crrückt zu
werden. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Viele meiner früheren Kollegen sind
überzeugt davon, dass ich nichr mehr alle Tassen im Schrank hahe. Deshalb war ich
dankbar dafür, diese Frau als Klientin anzunehmen, nachdem sie sich ärztlirh hatu·
untersuchen lassen, um neurolo~ische Probleme ihrer Hände auszu5ehliessen. Ich
blende mich an der Stelle in den Dialog ein, an der wir gerade über ihre Teilnahme
an einer fortgeschrittenen Arbeitsgruppe in der geistigen Welt sprechen.

Fall 24
Dr. N.: Was hat euch fünf bewogen, in dieser Arbeits~ruppc zu5ammenzukommen?
1.: Weil wir dieselbe Art Energiearbeit leistl'n. Wenn wir zusammen sind, steigert
das unser Bewusstsein und unsere fähigkciten.
Dr. N.: Wie darf ich das verstehen?
K.: Nun, wir sind momcman in der Situation, dass wir einzeln nicht in der Lage
sind, einen qualitativ hochwertigen Ener~icnuss so lange aufrechterhalten zu kön·
ncn, bis er die erforderliche Wirkung zeigt.
Dr. N.: Das hcisst, ihr erreicht euer Ziel nur gemeinschaftlich?
1.: Ja, bis zu einem gewissen Grad, deshalb 7.iehen wir es \'OT, gemeinsam zu arbeiten, denn so künnen wir unsere Energien ~;ebündelr abgeben und sie in konzen-

110

triener t:orm sammeln. 'Wenn wir allein arbeiten, ist unsere Energie nicht so 'virkungsvoll und nicht so verfeinert, sondern zerstreut sich in alle Richtungen.
Dr. N.: Hast du deshalb momentan diese Träume unJ dieses Gefühl in den f-ingcr.
)
spitzen.
1.: ;"smnrerendj Ja, für mich ist das eine Botschaft an mich. h:h muss mein Leben vcrandem, um mich mehr der Energiearbeit zu widmen.
Dr. N.: Du meinst, du solltest En1.·rgic sammeln unJ sie nut~en, um Menschen zu
heilen?
1.: ;"reogren rasch. um rnerne Feh/('mschii17<111R zu korrrgreren) Nein, in meiner Arhcitsgruppe wird anders mit Energie gearbeitet. Wir sind die Heil~.·r der Ptlan:r.en,
Baume und des Bodens. Deshalb ~uchen wir uns ein Leben aus, in dem wir uns um
die Umweh kümmern können.
Dr. N.: Han du deinen derzeitigen Beruf aus einem bestimmten Grund ergriffen,
der mit diesen fähigkeitcn 7.usammcnhängt?
L

J•.

Dr. N.: Wie ist das bei Jen anderen Mitgliedern deiner Arbeitsgruppe in der geistigen Welt?
K.: [brert grrnsend) Zwei davon :~rheiten mit mir im forest Service.
Dr. N.: Ich stelle mir vor, dass ihr euch als irdische Heiler eure Arbeit richtiggehend
ausgesucht habt, angesichts Jer gigantischen Umweltzerstörung. die auf der Erde
zu beobachten ist.
1.: [rraung] Es ist furchtbar, und man braucht uns hier so dringend.
Dr. N.: Haben du unJ die Mitglieder deiner Arbcit.sgruppe in vielen früheren Lehen
damit zu run gehabt, als Energiearbeiter für die U mwclt tätig zu sein?
1.: Oh ja., wir sind schon sehr lange damit beschäftigt.
Dr. N.: Ein Beispiel, bitte.
K.: In meinem letzten Leben war ich ein Algonkin-Indianernamens Sin~in~ Tree.
\feine Aufgabe bestand darin, sicherzustellen, dass uns der Boden mit genügend
:"Jahrung versorgen würde. SlUnJenlang stand ich im Wald und breitete meine Arme aus. Meine Stammesbrüder dachten, ich würde mit den ßäumen unJ Jer Erde
sprechen, doch in Wirklichkeit tauschte ich Energie mit dem Boden aus. Es ist eine
Erweiterung \'On Geist und Körper, mit der Unterstützun~ durch unsere ~ührer.
Dr. N.: Und wie sieht das heute au~?
1.: ;zogen er was} Wenn du dafür sorgst, Jass das Land seine Schönheit und Fruchtbarkeit nicht verliert, verleihst du auch Jen anderen, die hier leben, Kraft. Durch
deine I Iände schaffst du ein Miucl, durch das auch andere von der Schönheit Jessen, was sie um sich herum sehen, angeregt werden, und du erhältst Unterstützung
durch deine Umwelt.

.,.

/

Gelegentlich erhalte ich Briefe vun Klienten, die mir Jahre nach der Sitzung mitteilen, dass sie schlicsslich ihr Lebensziel gefunden hauen. Jemand, der das Zeug zum
Landschaftsheiler hat, l3.sst mich beispielsweise wissen, dass aus ihm ein LanJschaftsarchitekt geworden ist, d.ass er eine Baumschule eröffnet oder sich einer
II/

Umwehschutzgruppe angeschlossen hat, um das Ahhol1.en der uralten Mammutbäume zu verhindern. Mir gefällt diese Art Jer Berufsberatung während meiner
Arbeit, an deren Anfang die Fra~c steht: •Warum hin ich hier auf der Erde?• Als
ich mich zu Beginn meiner Arbeit in die Geheimnisse der geistigen Welt stürzte,
war ich der Auffassung, Jass meine Klienten sich zumeist nur für ihre ~einigen
führer und Seclengefährten inrcressicren würden. Stattdessen stellte ich fest, dass
ihr I lauprinteresse der Frage gilt, :tu welchem Zweck sie hier sind.
Ich möchte hier einige Bemerkungen über heilige One eintliessen lassen, be\·or
wir das Thema Umwelt zum Abschluss bringen und au~.:h die frage hinter uns lassen, inwieweit der Mensch in der Lage ist, sich auf die Energieschwingungen unseres Planeten einzustimmen. Zahlrei~.:he Forscher haben mit ihrer Arbeit die Tatsache untermauert, Jass es Orte auf der Welt gibt, an denen starke magnetische Impulse zu spüren sind. Ich habe im letzten Kapitel über Schv.·ingungsenergie
gesprrn:hen, deren Intensität je nach Önlichkeit schwankt. Berühmte heilige Orte,
die heutzutage in aller Munde sind, wären etwa die Steinplätze in Sedona, Arizona,
der Machu Picchu in Peru oder der australische Aycrs Ro~.:k, um nur ein paar 7.U
nennen. ~'er sich an solchen Orten aufhält, spürt eine gesteigene Be"-'lJSstheit und
physisches Wohlbefinden.
Irdische Magnetfelder haben in der Tat Auswirkungen auf unser physisches und
spirituelles Bewusstsein, und mir fällt auf. dass dies Jen Beschreibungen aus Jer
geistigen Weh in erstaunlicher Weise ähnelt. Meine Kliemen berichten, dass die
Heimat ihrer Gruppen •ein Raum innerhalb eines Raumes• sei, dessen flicssende
Grenzen eine spezifische Konzentration \'on Schwingungst.·ncrgic aufweisl'n, die
\'On dieser Gruppe en~cugt wird. Möglicherweise finden sich an bestimmten Siedlungspunkten der Erde, die von den antiken Vülkern als heilig betrachtet wurden,
sogcnanme .. Ver1iccs• mi1 Energickon7.cntrarionen, die durch natürliche Ley-Linien [Kraftlinien] \'Crursacht werden. An~eblich verstärken Jie Orte, an Jenen diese
magnetischen Linien zusammenlaufen, das unhn.-usste Denkvermögen und machen es für den Menschen leichter, seinen Geist für die spiri[Uelle Welt zu üffnen.
Die Kenntnis solcher Orte der Kraft sind für irdische Heiler \'on grossl·m Nut7.Cn.
In KapitelS werde ich mich im Abschnitt ·Die forschcr• noch einmal mit diesen
Schwingungskraftlinien auf der Erde beschäftigen (siehe S. 311), die Auswirkungen
auf inrelligentes Leben ausserhalh der Erde haben.

Seelenteilung und Wiedervereinigung
Die Fähigkeit der Seele, die eigene J::nergiesubstanz aufzuteilen, hat vielerlei Auswirkungen auf das seelische Leben. Vielleicht sollte man anstau Seelenteilung den
Begriff Seelenerweiterung verwenden. Wie ich bereits im Abschnitt über Gespenster ge1.eigt habe, lassen alle Seelen, die auf der F.rde inkarnieren, einen Teil ihrer
Energie in der geistigen Weh zurück, auch jene, die parallele Leben in mehr als einem Körper leben. Zwar \'.triien der zurückgelassene Anteil der Energie, doch bildet jedes Lichtteilchen ein exaktes Duplikat eines anderen Selbst, sodass die Ge112

l\ \~111 I

+ -

Spir11u~·llc- ~-icJcrhcrstcllung d~·r 1-.nc-r!ij•~·

s.amtidcmität repliziert wird. Dieses Phänomen gleicht der Art und Weise, in der
Lichtbilder in einem Hologramm aufgeteilt und dupliziert werden. Dennoch g,ibt
es Unterschiede 7.U einem Hologramm. Wenn nämlich nur ein geringer Anteil der
Seelenenergie in der geistigen Weh verbleibt, so handelt es sich bei diesem Anteil
des Selbst um den Iatenteren Bereich, da er weniger stark kon7.cntricn ist. !\lichtsdestotrotz ist dieser Amell sehr energiegeladen, da er in einem reinen und unheeinträchtigten Zustand verbleibt.
Durch die Erkenntnis, dass wir eine Encrgicresen·c in der geistigen Welt 7.Urück.Jassen, wurde mir \·ieles klarer. Die Erhabenheit dieser Seelendualität hat grossen Einfluss auf zahllose spirituelle Aspekte unseres Lehens. Wenn beispielsweise
jemand, den wir geliebt haben, vor 30 Jahren verstorben ist und erneut inkarniert
hal, künnen wir bei unserer eigenen Rückkehr in die spirituelle Wdt durchaus mil
diesem Wesen zusammentreffen.
Die Fähigkeit der Seele, sich mit sich selbst wicderzu\·creinen, bildet einen narürlichcn Prozess der Energieerneuerung nach dem physischen Tod. Ein Klient
brachte es auf den Punkt: • Würden wir während einer Inkarnation I 00 Prozent unserer Energie in den Körper mitnehmen, häne das eine Überlastung der Schaltkreise im Gehirn zur Folge.• Das volle Potenzial der gesamten Energie einer Seele würde das Gehirn in einem menschlichen Kürper vollständig der Kraft der Seele unter~·erfcn. Es liegt auf der Hand, dass dies auch bei weni~er starken, noch nichr so
v.·eit entwickelten Seelen passieren könnte. Ich nehme an, dass dieser faktor der
Seelenbesetzung in einem Gastgeberkörper von jenen spirituellen Grossmeistern
Uberprüft wurde, die in der Frühphase der menschlichen Evolution die Erde als
Schule ausgewählt hatten.
Aussenlern würde der g.anzc Prozess des Wachstums der Seele auf der Erde negiert werden, wenn sie ihre gesamte Enert;;;ie in einem Körper zur Verfügun); hätte,
deM dann gäbe es keine Herausforderung mehr beim Umgang mit dem Gehim.
Indem eine ganze Reihe \'On Einzelaspekten der Gesamtenergie einer Seele während verschiedener Inkarnationen gestärkt wird, wird au~h das Ganze stärker gemacht. Ausserdem häne eine hundertprozentige Bewusstheit eine weitere Nebcn~·irkung. Würden wir unsere Energie nicht teilen, käme es bei jeder ncuen Inkarnation 7.U einem erhöhten Niveau spiritueller Erinn~.·rungsfähigkeit. Amnesie zwingt
uns, das irdische Labor unter Testbedingungen zu betreten, ohne dass wir Antworten auf die Aufgaben haben, denen wir uns hier s1ellen müssen. Ausserdem sorgt
diese Amnesie dafür, dass wir aui Grund früherer fehler keinen alten Ballast mit
uns herumschleppen, sodass wir uns vertrauensvoll neuen Lösungsmöglichkeiten
zuwenden können.
Das Beispiel mit dem GcspenS[ in Falll5 (siehe S. 68) zci~t, dass sich eine Seele
bei der Berechnung der Energiekonzentration für ein ncues Leben verschätzen
kann. Einer meiner Klienten nannte das •unseren Lichtquotienten•. Ich habe festgestellt, dass sich Klienten auf Niveau IV und Ni\·eau V auf ganz merkwürdige
\\-'eise selbst übers Ohr hauen, entgegen weniger weit entwickelten Seelen. Ein Beispiel dafür ist die Kämpferseele in Fall 12 (siehe S. 103). Eine sehr weit fongeschrit1/)

tene Seele wird in der Regel nicht mehr als 25 Prozent ihres Gesamtpoten7.ials auf
die Erde mitnehmen, während die durchschnittliche Seele mit weniger Selbstvertrauen etwa 50 bis 70 Prozent dabeihat. Die Eneq;ie einer weitt'rentwickehen Seele
ist in kleineren Dosen \'Crfcinen, elastisch und dynamisch. Deshalb braucht eine
jün~ere Seele mehr Energie bei ihren ersten Inkarnationen. U nJ es ist nicht die Gcsamtmenge der Energie, die der Seele Kraft verleiht, sondern dies wird durch die
Qualität der Schwingungsenergie gewährleistet, die für die Erfahrung und die
Weisheit einer Seele steht.
Wie lässt sich anhand dieser Informationen die kombinierte Krait von seelischer
und menschlicher Energie besser verstehen? Jede Seele verfü~t über ein spe7.ifisches
Energiefeldmuster, das den unsterblichen Abdruck ihres Wesens widerspiegelt,
und zwar unabhängig von der Anzahl der abgt:spahenen Teile. Wenn dieses spirituelle Ich mit einer Strukturierteren Persönlichkeit eines physischen Gehirns kombiniert wird, so entsteht ein Feld höherer Dichte. Die feinheiten dieser Symbiose
sind deran kompliziert, dass ich bislan~ nur an der Oberfläche gekratzt habe. BeiJe Energieabdrücke reagieren auf ,·ielfältigste Weise miteinJmler, sodass für die
Aussenwelt der Eindruck einer Einheit entsteht. Dies ist der Grund dafür, u·arum
unser körperliches Wohlbefinden, Sinne und Emotionen so eng mit dem spirituellen Geist verbunden sind. Unser Denken hängt eng damit zusammen, wie diese
Energiemuster geformt sind unJ miteinander vcrknüph werden, und das eine bildet Jen Nährboden für das andere.
Ich ziehe häufig das llulogramm als Beispiel heran, um die Teilung der Seele zu
beschreiben. Holografische Bilder sind exakte Duplikate. Diese Analogie" ist nützlich, doch sie spiegeh das Geschehen nur teilweise wider. Ich habe schon erwähnt,
Jass eine Variabll' bei der Teilung der Seele auf die Wirkweise der Energiekonzentration in jedem einzelnen Teil hinausläuft. Dieses t-:lement bezieht sich auf die Erfahrung der Seele. t::ine weitere Variable bildet die Dichte der materiellen Energie in
jedl·m menschlichen Körper sowie die emotionale Struktur, die diesl'n Körper auf
Trab hält. Wenn dieselbe Seele gleichzeitig in zwei Körper schlüpft und jeweils
40 Prozent ihrer Energie mitbringt, so werden sich in den beiden K<lrpern unterschiedliche Energien manifestieren.
Nehmen wir als Beispiel ein foto derselben Szene morgens, mittags und abends.
Die veränderte Lichtbrechung wird dabei unterschiedliche Auswirkungen auf den
Film haben. Die fncrgie der Seele beginnt mit einem gJ.nz bestimmten Muster,
doch sobald sie sich auf der Erde befindet, werden diese Muster durch die hiesigen
BcJingungen \'erändert. Wenn wir in der geistigen w·elt einen Blick auf UIIS('r zukünftiges Leben werfen, erhalten wir einen Vorschlag, wie viel Enl·rgie u•ir für diesen Körper benötigen werden. Die Entscheidung, wie viel Energie wir tab;ü.:hlich
mitnehmen, liegt jedoch bei um. Viele Seele wollen so viel Energie wie möglich zurücklassen, denn sie lieben ihr Zuhause und das, wasdonvonstatten geht.
Traumatische Erlebnisse auf emotionaler und phrsischer l::bene schwächen unsere Encrgiereserven. Bruchstücke unserer positiven Energil· können wir an Menschen verlieren, denen wir sie freiwillig zuteil werden lassen, aber auch an solche,
1/4

Jie uns auf Grund ihrer Ne~ari ... ität aussaugen. Die Erzeugung und Aufrechterhalrung \"On Abwehrmc..:hanismcn 7.um ci~encn Schutz kostet Kn.h. Ein Kliem
drü..:kte das einmal sn aus: .. wenn ich mein Licht mit denen teile, die es meiner Ansicht nach wert sind, kann ich mich s..:hneller wieder aufladen, denn es war ein freiwilliger Akt.•
Schlaf ist eine der besten Möglichkeiten, unsere Energiespeicher 9.-·ieder aufzuiüllcn. Auch im Schlaf können wir die mitgebrachte Energie weiter aufteilen und
uns frei bewe~cn, während wir einen kleinen Anteil zurücklassen, um dem grössercn Anteil ein W.unsignal zu ~eben, schncll7urückzukchrcn, f.1lls dies erforderlich
sein sollte. Diese Fähigkeit ist, wie bereits erw3hnt, besonders d.1nn nützlich, wenn
sich der Körper in einem ZustanJ der Krankheit, der BL·wusstlosigkeit oder im Koma befinJet. Da die Zeit für eine bdreite Seele kein grenzsctunder faktor ist, hahen Stunden, Tage oder Wochen, die wir ausscrhalb unseres Körpers ,·erbringen,
C'ine ,·erjüngende Auswirkung. Ausserdem kann eine Seele in Zeilen der Krise auch
durch ein liebevolles Geistwesen neue Kraft erhalten. Einen derart energetischen
Schub empfinden wir als grossc Offenbarung. Ein paar StunJen Erholung vom
menschlichen Körper können für eine Seele Wunder bewirken, zumindest solange
der 7.urückgelassene Anteil sozusagen Wache schiebt und nicht mit einer komplizierten Traumanal~·se beschäftigt ist. Denn Jann könnten wir erschöpft aufv.-achcn.
Da es bei der Aufteilung der Seele auch Jic Möglichkeit gibt, parallele Leben zu
fUhren, welches wären die Beweggründe und Auswirkungen, die sich aus Jieser
EmsebeiJung ergeben? Viele Menschen haben den Eindruck, d.l.Ss es für eine Seele
ni,hts Ungewöhnliches ist, parallele Leben zu führen. Das trifft meiner Erfahrung
~anz und gar nicht zu. Jene Seelen, die sid1 dazu emschlossen haben, sich auf zwei
oder mehrere Körper innerhalb desselben allgemeinen Zeitrahmens auf der Erde
.1ufzuteilen, möchten damit ihre LerngeschwinJi~keit erhöhen. Eine Seele könnte
.llso bis zu zehn Prozent ihrer Encq!;ie zurikklasscn und den Rest da ... on auf zwei
oder drei Kürper \'erteilen. Da wir über einen freien Willen verfügen, legen uns unsere Führer bei solchen Experimenten nichts in den Weg, doch geben sie uns eine
Warnung. Weil der Energieverlust enorm ist, wagen Jie meisten Seelen, dit· sich für
'"·in paralleles Leben entschieden haben, dies nur ein oder zwei Mal, be,·or sie aufgeben. Eine Seele reisst sich nur dann darum, parallele Leben zu ldlen. wenn sie
ausserordcntlich l'hrgeizig ist. Auch bei einer Inkarnation als Zwillinge spaltet die
Seele ihre Energie nicht auf. Die Aufspaltung unserer Energie mit der Absicht, in
eine Familie zu inkarnieren, die dieselben genetischen Merkmale, denselben ehcrli·
chen Einfluss und identische Umweltbedingungen, gleiche Nationalität usw. aufweist, wäre kontraproduktiv. Ein derJ.rtigcr Man~cl an Vielfalt würde kaum genÜ·
gend Motivation bieten, parallele Leben zu führen.
\Vir wüssten gerne mehr über die Ursprüngezweier Seelen in llen Körpern von
l·ineiigen Zwillingen. Ich hatte einmal zwei Schwestern im Alter Ende zwanzig als
Klientinnen, deren Geburtsuit nur eine Minute auseinanderlag. Die Scdcn dieser
beiden Frauen sind zwar in der gleichen spirituellen Gruppe eng miteinander vcrbunden, doch im eigentlichen Wortsinne sind sie keine Scelen~efährtinnen. Jede der
}/$

beiden hat ihren männlichen Scclengcfähnen getroffen und führt mit ihm ein Leben, das von tiefer gegenseitiger Liebe gekennzeichnet ist. Seit Tausenden von Jahren Iehen diese beiden Sccl"·n nicht als Sedcn~cfährren miteinander, sondern als enge Freunde, Geschwister, Eltern oder Kinder. Die beiden waren noch nie Zwillinge
gewesen, und der Grund für ihre jetzige Entschcidunt?; hatte zweierlei Ursa"·hen: b•
galt einerseits, Unerledigtes zum Thema Vertrauen aufzuarbeiten, Joch die Hauptsache findet sich in folgender Bemerkun~. die hcide äusscrten:

Da u.:ir ti·ährend unsen.•r Vaeinigung mit einem Z...i'illingsgehirn beuiu den
Murrerleib miuinander teilten, haben •u,;ir von Anfang an unsere Gefühle
miteinande,. kumbi"iert. Durch diL· Versthmelzung der beiden Gehirn'' zu
diesem frühen Zeitpunkt i.::urdt• die releparhische KommuniktJtion ve,.stJrkt,
die u·ir zu Milgficdem unserer spirituellen G,.uppt• haben. Unse,.c gemeinsame spi,.iiuclle Em·rgie ermöglicht uns, jem•n gemeinsamen Punkt zu errcichr:n, ,." dem es keine Unausgeto:ogenheil mehr zu·ischcn dem D,·nken Z'ii'l'ier Pt•rsönlichkeiten gibt. \tlir agü·n:n als Einheit bei unserem Bestreben, andere von ih,.er spirituellen Herkunft Zll überuugen, ii..'ährend ~:ir z~:ei
Individuen bh·ib(•n. Durch dieses i.'t•rdoppdte F.nergirfe/d können 'i.i'i,. clf(·ktiver mit anderen Persönlichkeilen arbt·iten, die sich '-'Oll Jen "mrig~:n untast-beiden. Eigentlich sind ~:ir Zii-'t•i Personen in eim•r, g.Jnz gh·ich, ii.'ie nah 'L;.'ir
uns auch physisch m:hen mögen.
Der Vorgang der ScclcnHreinigung mit dem Rest ihrer Energie triu iür mich dann
klar zutage, wenn ich meine Klienten durch ein Todeserlebnis in ein frühen•s Lehen
zurückführe. Wenn es keine Komplikationen aufgrund dieses früheren Lehens
gibt, stabilisieren die meisten Seelen ihr EnergicgleichgL·wicht an einem der drei
markantesten Punkte: in der Nähe des Tores, in der Orientierungsphase oder nach
der Rückkehr in ihre Seelengruppc. Fortgeschriuene Seelen steigen in der Regel
erst an der Endstation ihrer Rückkehr nach Hause aus.

Die drei Stationen
Es kommt nicht sehr häufig vor, dass wir unsere Energie am Tor :turückerhahcn.
Das dürfte deshalb der Fall sein, '\\'eil in der Nähe des Tores die Erholungsphase
durch eine HeilungsJusehe eingeleitet wird. Gelegentlich wird jedoch da\'on berichtet, wie etwa im Fall der Seele anhanJ des folgenden Zitats, deren \'erstorhcner
Mann einen kleinen Rest verbliebener Energie an die erste Station brachte. Sie erklärte das Geschehen folgcnJcrmassen:

.\fein Liebster konnu mit dt·r u.·t·nigen Energit•, die mir verblieben U'd,., problemlos umgehen. F.,. br-achte sie mir und brt·itete sie mit seinen Händen u:ie
eme Decke sa'lft liber mich, als u.·ir uns uma,.mten. E,. u·usstc, 'li'ie alt und
miide ich ii.'ar, und e,. bat mich zu kommen. Sobald der Kontakt hergestellt
ist, schlüpft da Rest meiner Energie u:ie ein .Wagm·t i" mit·h hinein. Ich spüre eint• wohltuende Ausdehnung. Als E,.stes merke ich, dass ich -r:iel bessc,.. in
116

der LtJgl! bin, rtlepachisch seine Gedanken zu lesen, und ich nehme 'i.:ii!l mehr
von dem u.:tJhr, 7i-•as um mich herum gt•schieht.
\l'enn unsere fi..ihrer den Schluss ziehen, dass es für uns von Vorteil wäre, mehr von
unserer Energie .an der zweiten Station, also während Jcr Orientierungsphasc, zu
bekommen, wirkt sich Jiese Entscheidung in \'iclcrlei Hinsicht aus. Sie beruht im
\\'csemlichen auf der Überzeugung, dass unsere Befragung nJch einem schwieri~en
Leben produktiver sein wirJ. AusscrJ.cm kann es sein, dass wir aus irgendeinem
Grund unmittelbar nach der Orientierungsphase nicht gleich zu unserer spirituellen Gruppe zurückkehren. Hier nun ein Beispiel für die Wiedcncn.·inigung der
Seele an dieser Station:

Ich befinde mich in t>inem schmucklosen Raum, der mit seinen u·eiche11,
milch-u•eiss gestrichenen Wdnden etu:as Futuristisch('S har. Es gibc einen Tisch
und zu:ei Stühle- dtJs MobiiUlr h.zt .zber keine Kanten. Meine Fühn:rin llamens Everand macht sich Sorgen u•egen meiner mt~ngelnden Re.zktionsfrelldigkeit. Sit· bereitet sich .zuf das sogenannte Schmelzen der physischen Form
vor. Sie hiilr den Rest meiner Energie in einem schOnen durchsichtigen Gtfiiss,
das strtJhlt. t:verand trill t-•or und drücke mir das Gefdss in die J-ldnde. !eh
fühle das Auj'U·allen meiner Energie 1i.'ie einr: elektrische Ladung. Sie tn-ll nun
dicht an mich heran und rt·gr meine n.Jtiir/iche Schu,•ingungsfrequenz dn, dt~­
mit es mir leichter fällt, das anzunehmen, -..:•as ich zurückgelassen habe. \t',ihrend mein Kern mit met-ner eigt•nen Substanz gefüllt u:trd, schmilzr die iiussere Hüll,· meines physischen Körperabdmcks ab. Es ist, als sei ich ein Hund,
der sich die Vlassertropfen aus dem Fell ~ehürtelt, nachdt•m er nass g~:.<:ard(·n
war. Dte uner-u.:ünschten irdischen Tellehen -..:erden gelockert - aufgelösr -,
sad.1ss meine Energie u·ieder zu funkeln beginm und kein dumpfes /.icht
mehr ist.
In der Rcgcl ... creini~t sich eine Seelemildem Rest ihrer Energie, nachdem sie :tu ihrer Gruppe zurückgekehrt ist. Ein Klient drückte dJs so aus: .. fs ~eht reibungsloser für mich, mich mit mir selbst wicdcn:uvcreinen, wenn ich zu Hause bei meinen
r-reundcn angekommen bin. Die Infusion mit meiner zuri..ickgehliehenen Energie
kann in der mir angemessenen Geschwindigkeit erfolgl·n. Wenn ich bereit bin,
dann hole ich sie mir selbst.•

htll 25
Der folgende Aus1.ug aus einer fallgcschichtc stammt aus einem Gespräch mit einer Seelenamens Apalon, deren Schilderung des Geschehens etwas farbenprächtiger ist als in dem ubcn genannten Zitat. Bei Apalun handelt es sich um eine Seele
des Ni\·eaus II, die gerade in die geistigen Weh aus einem schwen:n Leben in Irland
zurückgekehrt ist, wo sie als arme Frau 1910 starb. Sie war zwar eine physisch robuste und auch unabhängige Person gewesen, dennoch hatte sie einen auwritären
Alkoholiker geheiratet und musste ihre fünf Kinder praktisch alleine auhiehen. Sie

/17

!in an einem Mangel an persönlicher Freiheit und Selbstausdrul"k. für mich spiegeh die Willkommensparty, die ihr zu Ehren f?;C~eben wird, die AuffJssUn):; wider,
dass sie ihre Sache in ihrem lct7ten Leben gut gemacht hat .

..... ,:

Dr. N.: Apalon, nachdem du die Willkommensgrüsse deiner Geist~ruppl· entgegengenommen hast, wie lange dauert es dann noch, bis du dich mit deiner ei~enen
Encq~iereserve wieden:ereinigst?
K.: [p_nnser:d} ~Iein Führer Canaris liebt die damit verbundene Zeremonie.
Dr. N.: Also die Vereinigung mit deiner 7.urückgel.assenen Energie?
K.: ja. C.anaris geht zu einer Nische in unserer Einfriedung, wn sich meine Energie
in einer gläsernen Urne befindet, und zwar unter seiner Obhut.
Dr. N.: Ich nehme an, dass Jeine t-:nergil·resen·e seit deiner Abwesenheit nicht alb:u
aktiv war. Wie \'icl Prozent der Ges.1nnmenge hast du zurückgelassen?
K.: Nur IS Prozent- ich brau~:hte das Gros für mein Lehen in Irland. Der zurückgcl.1ssene Teil war in der Lage, sich an Gruppenaktivitäten 7.U beteiligen, und ich
konnte mich auch in unserem Bereich bewegen, dot.:h ich habe nicht an Erholungsakti\'itäten teilgenommen.
Dr. N.: Ich \'erstehe, doch stellen diese schwachen 15 Prozent eine '·ollständige Version deiner Seele dar?
K.: {rn1t Nuchf1ruck] Absolut- nur eben eine Mininrsion.
Dr. N.: Und waren diese 1S Prozent \'On dir in der Lage, beim Gruppenunterricht
mitzuhalten und die Teilnehmer zu begrüssen, ~vährend sich die restlichen S5 Prozent auf der Erde befanden?
K.: I-Im ... his zu einem gewissen Grad ... ja. Ich k·rne immer noch in beiden Bereichl•n. (Erde und gesstsge WeiC}
Dr. N.: [iöss,g} Ich stelle dir jetzt eine neugierige f-rage: Wenn diese I S Pro:t.cnt nach
wie vor lehensfähig sind, warum holst du sie dir nicht einfa~:h selbst? W'ozu
brauchst du dafür Canaris?
K.: [er1rrüsrer] Das würde doch seine Zeremonie kaputtmachen. Canaris ist so7:usagen der llüter meiner Flamme, während ich weg bin. Aussl·rdem würde dein Vorschlag darauf hinauslaufen, sein Vorrecht in Abrede zu stellen, mir bei der Verschmelzung mit meiner F.ncrgic behilnich 7.U sein. Er möchte daraus eine Zeremonie mat.:hcn.
Dr. N.: Bitte entschuldige meine Anmassung, Ap.alon. Warum t;ibst du mir nicht eine lebendige Schilderung dieser Zeremonie!
K.: [ou{Reherrerr) Canaris geht zu der Nische und bringt mü einer schwung,·ollen
Bewegung des fürsorglichen Vaters die Urne, während meine ganzen Freunde ver·
sammelt sind und mich feiern, weil ich meine Sache in Irland gut ~ema~:ht hahl·.
Dr. N.: Gehört aut.:h die Seele zu den Partygästen, Jie in deinem Leben in Irland dein
Mann gewesen war?
K.: Natürlich. Er befindet sich in der ersten Reihe und frohlockt am lautesten. Er ist
eigentlich ein gan1: anderer, wenn er nicht in seinem irischen Körper steckt.
Dr. N.: Gut, was macht Canaris als Nächstes?
/18

ti.A:·: 1 t L ~ - Spori1udl~· '«·i~·d~·..-h~·ntdlung

d..-.- En..-q;ic

K.: {lochend) Er nimmt meine Energie in der grünlichen Glasurne aus Jer Nische.

Sie strahlt, doch er reibt die Urne mit seinen lländt:n, Jamit !'lic noch heller glänzt,
w:ihrend er unsere Vcr~nügtheit freudig zur Kenntnis nimmt. Er trin an mich heran und breitet die Wolke der Lichten~rgie über mich wie den Umhang eines hohen
~'ürdemrägcrs. Und mit seiner eigenen kraftvollen Schwingung hilft er mir hL·im
Verschmelzen meiner Energien.
Dr. N.: Wie fUhh sich Jieser Augenblick an, W4."nn du deine gesamte Energie wieder
spürst?
K.: [lerse] Das ähnelt dem Voq~ang, wenn zwei Klümpchen Queck.silher auf einer
Glasplane miteinander vcrschmdn·n. Das geschieht ganz von seihst, und die bcid~n bilden sofon eine homogene Einheit. Ich spüre ein Aufwallen von Kraft und
Identität. Die dabei entstehende Wärme giht mir das Gefühl der Sicherheit unJ Ru·
he. Ich spüre ... meine Unsterblichkeit.
Dr. N.: [etwas provozterend. um eme Anlwon zu bel(ommenJ Ist es nicht schade, dass
o;~,·ir nicht 100 Prozent unserer Energie mit auf die Erde nehmen können?
K.: {of-J.,e zu zögern] Soll das ein Witz sein? Kein menschliches Gehirn könnte sich
unter deranigcn Bedingungen behaupten ... aber ich habe sehr viel meiner F.nergie
iür mein Leben in IrlanJ gebraucht.
Dr. N.: Welchen Prozentsatz hast du bei deinem gegcnwänigen Leben dabei?
K.: Oh ... etwa 60 Prozent, und das reicht.
Dr. N.: Ich habe von physischen Wehen gehört, auf die Seelen reisen und auf die ~·.rir
unsere gesamte Energie sowie die Erinnerung .an alles, was sidt ereignet hat, mitnehmen künnen.
K.: Das ist richtig, und viele dieser Lehensformen bieten auch die Möglichkeit der
mentalen Telepathie. Ph~·sische unJ reale ~'elten wie die Erde - hci d4.·m Körpl·r,
den wir haben- ermöglichen eine bestimmte Stufe der geistigen Entwicklung. Im
Augenblick liefert unsere cvolutionäre Entwicklung Bedingungen, durch die wir
uns selbst hindurcharheitl•n müssen. Die Begrenzungen dabei sind im Moment
nützlich für uns.
Dr. N.: Apalon, was weisst du darüber, wieviel an Energie man \'Or jedem ncuen Leben auf die Erde mitnehmen sollte?
K.: Mein Energieninau wird für jeden Körper von Canaris und dem Ältestenrat
überwacht, und zwar abhängig von den körperlichen und geistigen Eigenschaften
dieses Körpers. Ein Körper brauehr mehr spirituelle Energie als ein anderer, do4.·h
er weiss, welche Bedingungen vor einer erneuten Inkarnation herrsr.:hen.
Dr. N.: Nun, du hast mir erzählt, Jass diese Irin eine robuste Natur ~cwesen sei, und
ich nehme an, dass sie auch über einen starken Willen verfügt hat, damit du die Sache unbeschadet überstehen konntest. Trotzdem hattest Ju eine Mcn~e Eneq~ic in
jenes Leben mitgenommen.
K.: Ja, sie war stärker, als ich heute bin, doch sie benötigte meine spirituelle Hilfe,
und ich brauchte ihre Stärke, um herauszufinden, welche Einflüsse ich ~ende noch
packen konnte, trotzdieses Lebens \'oller Entbehrungen. Es herrschte nicht immer
eitel Sonnenschein zwischen uns.
1/9

Dr. N.: Das heisst, wenn du mit deinem Körper nicht harmonisierst, bedeutet das einen höheren Aufwand an seelischer Energie?
K.: In der Tat. Und auch wenn die Umweltbedingun~cn nicht gerade leicht sind, so
muss das ebenso bcriieksichtigt werden. Ich spüre eine ziemliche Harmonie mit
meinem momentanen Körper, auch wenn ich mir manchmal etwas mehr von der
Zähigkeit meines irischen Lebens wünschen würde. Es gibt viele Variablen, das ist
die schwierige Aufgabe- und das ist es, was Freude bereitet.
Anmerkuna: Apo,'on 1sr m 1hrer Jelz'gen lnk.arnorron eme vnabhi:ng1Re Frcu dre (Ur
e1ne Fmanzbe•arungs(lrrno orbe1rec u.'1d als Selbsrsrdnd1ge um d.e Welr re1st. !11an
hat 1hr dr".erse Herrarsanr•oge gemacht. doch brslang ho~ sre olle obge.'e 1mr

Gelegentlich berichtet mir ein Klient, dass er es nach einem früheren Leben vorzieht, länger als normal zu warten, bevor er sich mit seiner zuriickgehliebenen
Energie wiedervereint. Folgendes Zitat mag das verdeutlichen:
Manchmal zichr ich es vor, nach mrinem Treffen mit dem Aleestenrat noch
etu·as zu ·u:arten, u:eil ich nicht möchu:, dass die neue Energie die Erinnerungen und Gefiihle, die ich im Ietzren Leben htJtte, abschu·ächt. W'enn ich mir
eine Infusion giibe, indem ich die Energiere'ier-o~e annehme, wärt• das vergcmgene Leben 'ü.>eniger real für mich. Ich möchte, dass meine Gedanken klare
Antworten auf Fragen zu meiner Arbeit in jenem Körper liefern, und zu·ar
mit einer klaren Erinnerung an jede'i einzelne Ereignis. Ich möchte mich an
jede Emotion erinm:m, die ich dabei hatte, um be'i'ier beschreiben zu können,
u•tJrum ich bestimmte Dinge get.:Jn habe. Meine Freunde mögen das nicht,
doch ich kann mich ja später u·it·der aufladen und au'iruhen.

120

KAPITf.L 5

Seelengruppensysteme

Die Geburt einer Seele

/ ch h .r Ir c C ~ (ii ,.

angemessen, bei der Erforschung des Lebens der Seele dir
Schaffung dieses Lebens .m den Be~inn zu stellen. Kaum einer meiner Klienten ist
in der Lage, zu seinen Ursprüngen als Energieteilchen zurückzugehen. So manche
Ein7.elhcit aus dem frühen Lehen einer Seele wird mir \'On absoluten Anfängern
übcrmiuelt. Die Lebensgeschichte dieser jungen Seelen innerhalb und ausserhalb
der geistigen Welt ist kürzer, sodass ihre Erinnerungen noch ungetrübt sind. Doch
haben diese Klienten auf Ni\'eau I bestenfalls nüchtigc Erinnerungen zur Entstehung dt.•s Selbst. Als Beispiele mögen die beiden folgenden Zitate \'On Anfängerseelen dienen:
Jl~ine See/~

u·urde aus einer grossen unregelmiissigen r;:olkigen MalSt' gescho~ffrn. Als u·inziges Energietcilcht·n ~·urde ich aus diesem inlt·nsivrn, bUulich-gelbil:eiss pulsiert•nden Licht herausgt•schleudert. Die Impulse sct~dt·n
u·ahre Hage/g(-u.:itter an Seelenmatl'rie J.US. Mdnche fallen zuriük und w.:erden absorbiert, do(·h ich st'tzte mt'inen \t'eg na('h drJ.ussen fort und r;.:urde in
einem Strom mit anderen Teilchen nach aussen getragen. Als ,\'äcbsh·s erinnere ich mich daran, dtUs ich mich in einem bellen, umfriedeten Bereich befand, u·o sich st•hr liebr.;ol/e \t'esen um mich kümmerten.
Ich u·eiH noch, dass ich mic·h in einer Art Siiuglingsstation b'-'fand, u·o 'ti:ir u·ie
unausgebrütete Eit•r in einer Brutstarion 'il:aren. Als ü·h mein ßeu·usstsein er'U.:eiterte, merkte ich, dass ich mich in der Säug/ingsu·elt von Uras befa.nd. \l'ie
rch dort hingelangt bin, u.:eiss ich nicht. Ich 'ü:.'ar ~·1e ein Fi, das darauf u·a.rtete, befru,·htet zu 1.nrden. Ich spürte, Jass es ZJ.hl/ose andere Zellen aus hellem
Licht gab, die mit mir gemeinsam allmählich eru•achten. Es gab auch eine
Gruppe von schönen und liebevollen Müllern, dit• ... unsere .~fembranhülh·n
durchscilchen und öffneten. \t'irbelndt• Ströme ~tus intt•nsivt•m, nährendem
Licht umschu·irrten uns, und ich härte Musik. Zu Ht•ginn dieser Be--u.·uHtht•it
st11nd Neugier. Ich ti.'urde bald aus der 'J'elt '-'On Ur.:1.s herausgenommen und
zu anderen Kindem gt:br.Jchc. Don u·ar alh·s an das.
~ur

s<"hr selten erhalte ich \'on sehr weit entwickelten Klienten, die man an einer
ll.md abzählen kann, höchst aufschlussreichc Berichte über S.lu~lingssutionen für
Seelcn. Diese Spezialisten ht.•issen Inkubator-Müner. Im nächsten fall taucht eine

I 2I

Vl·nreterin dieser Spe7.ies auf, ein Wesen namens Secna, das sich auf dem
wöhnlich hohen Ninau V befindet.

un~c­

Fall 26
Dieses Individuum hat sich auf Kinde-r innerhalb und ausseehalb der geistigen Weh
spezialisien. Zur?.eit hetn.•ut sie schwer kranke Kinder in einem llospiz. In ihrem
verganl;encn Leben war sie eine Polin, die 1939 frciwilli~ in ein deutsches lnlernicrungslagcr ging, obwohl sie k(.:ine Jüdin war. Sie tat so, als mache sie das, um die Offiziere zu bedienen und in der Kü..:he zu arbeiten, dtXh das war eine List, sie wollte nämlich I-lei den jüdischen Kindern sein, die ins Lager gebracht wurden, und ihnen so weit wie irgendmi.lglich helfen. Im ersten Jahr hätte sie Jas Lager jederzeit
verlassen können, da sie in einer nahe gelegenen Stadt lebte. Dann war es zu spiü,
und die Soldaten Iiessen sie nicht mehr gehen. Sie starb schliesslich im Lager. Diese
weit emwiL·kehe Seele hätte länger Iehen könnl·n, wenn sie mehr als 30 ProZl'nt ihrer Energie mitgebracht hätte, um das mit diesem Auftrag verbundene Leid besser
zu ertragen. Doch Wes('n auf Ni\'cau V sind ZU\'ersichtlit.:h.
T·:

Dr. N.: Seena, welches war deine wit.:hti~stc Erfahrung zwischen dL·inen Leben?
k.: {ohne zu zögerr) Ich gehe ... zur Brutstation- wo die SL·elen ausgebrütet WL'rden. Ich bin eine lnkubator-~lutter, eine An Hebamme.
Dr. N.: Soll das heissen, dass du in einer Säuglingsstation für Seelen arbeitest?
K.: [(reud1g] J~ wir helfen den Ncuen beim Ausschlüpfen. Wir erleichtern den frühzeitigen Reifeprozess ... indem wir uns herzlich, fürsorglit.:h und vcrstä.nJnisn>ll
verhalten. Wir heissen sie willkommen.
Dr. N.: Bitte schildere mir die Umj;!;ebung dieses Orts ,.;enauer.
K.: Er hat ... etwas Gasartiges ... eine Bienenwabe aus Zellen, über denen Energil·strl)me st.:hwirren. Und dann ist Ja ein sehr inrensi\'C~ Lit.:ht.
Dr. N.: Du gebrau,hst Jen Begriff ·Bienenwabe•: Soll das heissen, dass diese Station wie ein Bienenstock aussieht?
k.: Irgendwie schon ... obwohl die Station selbst eine Art gigantisches Lagerhaus
ist, dem offenbar durch äussere Dimensionen keine Grenzen gesetzt sind. I )ie ncuen Seelen haben ihre eigenen Inkubator-Zellen, wo sie so lange bleiben, bis sie so
weit in ihrem Wachstum gediehen sind, dass sie diese Önlichkeit \'erlassen künnen.
Dr. N.: Wann bekommst du als Inkuhator-Muner die neuen ~elcn erstmals zu Gesicht?
K.: Wir befinden uns im Embindungssaal, L·inem Teil der Säuglingsstation, der sich
am Ende des Lagerhauses befindet. Die NeuJnktlmmlinge erreichen uns als kleine
Ma.'ise aus weissec Energie, die \'on einem goldenen Sack umschlossen ist. Sie bewegen sich in einer majestätist.:hen, ~·ohlgeordnetcn Reihe auf uns 7.U.
Dr. N.: Von wo aus?
K.: Am Ende des Lagerhauses, untcr einc:m Torbogen, ist diL' gesamte Wand mit einer geschmolzenen Masse aus hochangereicherter Energie und ... Vitalität gefüllt.
Es fühlt sich so an, als stamme die Energie aus einer ganz wunderharen Kraft der
122

t~r·rrr.

5- ~"'':lc-n~rurr'-"n'Y'h'mc-

Liebe und ni,ht aus einer identifizierbaren Wärmequelle. Die ~lasse pulsiert und
bc"·egt sich wundersam wellenanig auf und ab. Derfarbton ist wie der auf der Innenseite eines Augenlids, wie wenn man an einem sonnigen Ta~ mit ges~.:hlo!>senen
Augen in die Sonne schaut.
Dr. N.: Und aus dieser Masse gehen die Seelen hervor?
K.: Die Masse zeigt Ausbeulungen, und zwar jedesmal an einer anderen Stelle. Die
Ausbeulung wächst und drückt nach ausscn, wird zur formlosen Wölbung. Der
\toment der Loslüsung hat etwas Einziganiges. Eine neue Seele wird geboren. Sie
sprüht nur so \'Or Leben und ist von einer nur für sie charakteristischen Eneq;ic
und Eigcnan.
Anmukung: Em

o~c1erer

K/,enr uu; ,\1 .eau '/ 3Ch.,derle dre lnkuba~ron folgenCer-

"'1::JSSen: «Ich sehe e:ne e.rörrrn!.;c Messe. oc;s cJcr EnerRre heraus- und w1eder hine~n­
·'-es~r Wenn s:e SICh ausClf'h'lr. ,.,erden rt>ue Fragmente r/er See!enenerg1e erze,Jit!f
1/enn srch ehe Ausbeuiwng zusummen?1eht. donn. so Riat.be •eh ....-erde.., JC.''f' Seelen
.-.·rec!er eingeSCJ!.Igt. deren Erzet.;gungspro?ess rlrchr erfolgle,c.l--] wor At,s •rge~'deme-n
G'LH'ld wuren drese Frogmen~e n•chr 1f' der Lage. den niichsren Sc~r·!! .i'•es ,'r'h:--Juc~-on~prozesses

zu !un.P

Dr. N.: Was siehst Ju jenseits dieser Masse, Seena?
K.: {Ionge Pause] Ich sehe ein himmlisches orange-J;clbes Glühen. Jenseits da".·on
herrscht violette Dunkelheit, doch keine kalte Dunkelheit ... das ist die Ewigkeit.
Dr. N.: Kannst du mir mehr über die Entwicklungsschritte einerneuen Sl·cle erzählen, wenn sie sich auf dich zubcwegt und die Masse verlässt?
K.: Die Entwicklung aus dem leuchtenden Orange-Gelb erfolgt langsam, während
jedes neue Wesen die Energiemasse verlässt. Sie werden an verschiedene One ~c­
bracht, wo sich Seelen wie die meine befinden, die sich um diese Wesen kümmern.
Dr. N.: Wie viele Mütter siehst du?
K.: 1-'ünf in unmittelbarer Nähe ... die, wie ich ... in Ausbildung sind.
Dr. N.: Welche Aufgaben hat eine lnkubator-Muucr?
l.: Wir schweben über den eben ausgeschlüpften Wesen, sodass wir sie ... abtrocknen können, nachdem wir ihren goldenen Sack geöffnet haben. Sie cntwickl·ln sich
langsam, denn so kiinncn wir ihre winzige Energie auf eine zeitlose, c:w;:quisite An
und Weise umfassen.
Dr. N.: Was bedeutet dieses ·Abtrocknen• für dich?
K.: Wir trocknen sozusagen die ... na.-;se Energie der ncuen Seele. Es ist schwierig,
dies in menschlichen Begriffen treffend auszudrücken. Es ist, als würde man neue
weisse Energie umarmen.
Dr. N.: jet;r.t nimmst du also im Wesentlichen wcisse En<.·rgie wahr?
l.: ja. und wenn sie unmittelbar an uns heranrücken- ganz n:~h- s<.·he i'h ein blaues und \'ioleues Schimmern um sie herum.
Dr. N.: Was glaubst du, ist der Grund dafür?
K.: {zögert dann /e,se] Oh ... jetzt sehe ich es ... es ist eine Nabel- ... eine Entstehungsschnur aus Energie, die alle miteinander verbindc:t.

113

Dr. N.: Deiner Schilderung entnehme ich das Bild einer langen Pcrlcnhalskcue. Die
Seelen sind die aufgereihten Perlen. Trifft das so 7.u?
K.: Ja, wir sind eine Pcrlenkene auf einem silbernen Förderband.
Dr. N.: Gut, wenn du nun jede neue Seele umarmst- also abtrockn~st -,hauchst du
ihnen dabei Leben ein?
K.: {reagterc rasch) Oh, nein. Durch uns- nicht aus uns- tliesst eine Lebenskraft al·
!es \'erstehender Liebe und alles verstehenden Wissens. Was wir weilergehen mit
unseren Schwingungen während dieses Trocknungsvorgangs der neuen Energie, ist
... die Substan7. eines Anfangs -den Optimismus für zukünftige Leiswngsfähigkeit. Die Mütter nennen das ... die ·Liebesumarmung•. Da1.u gehört das Einnüssen \'On Gedanken, was sie eigentlich sind und wa.s aus ihnen werden kann. 'X'enn
wir eine neue Seele mit unserer Liebesumarmung einhüllen, erhält dieses \V'esen damit unser Verständnis und unser Mitgefühl.
Dr. N.: Ich möchte dicSl' Schwingungsumarmung noch einen Schritt weiterführen.
Hat jede neue Seele an diest:m Punkt bereits einen eigenständigen Charakter? Fügt
ihr der vorhandenen Identität etwas hinzu, oder nehmt ihr etwas da\'(m weg?
K.: Nein, die Identirät ist bei der Ankunft bereits an Ort und Stelle, ..1uch wenn die
neue Seele noch nicht weiss, wer sie ist. Wir sind fürsorglich. \'(-'ir kündi~en dem
neucn Wesen an, dass es Zeit iS(, anzufangen. Indem wir ... ihre Energie anfachen,
geben wir der Seele das Gefühl, dass sie da is1. Das is1 die Zeit des lrwachcns.
Dr. N.: Sccna, ich brauche hier deine Hilfe. Wenn ich mir eine F.ntbindungsschwes·
ter auf ihrer Station im Krankenhaus vorstelle. wie sie ein Neugeborenes im Arm
häh und sich darum kümmert, so weiss diese doch auch nicht, welche Art Mensch
aus diesem Säugling werden wird. Ist das bei dir auch so - weissl du J.uch nichts
über den unsterblichen Charakter, das unsterbliche Wesen dieser neUl'n Seele?
k.: [lachend) Wir kümmern uns um die Neugeborenen, doch es ist keine Entbindun~sstalion im menschlichen Sinne. In dem Augenblick, wenn wir das :'\leugehorene in den Arm nehmen, wissen wir etwas über seine Identität. Die individuellen
Verhaltensmuster treten deutlicher zutage, wenn wir unsere Eneq;ie mit der ihren
\'ereinigen, um sie zu unrerstürun. Dadurch sind wir besser in der Lage, ihre Bewusstheit durch unsere Schwingungen zu J.ktivieren, zu entfachen. Alles das gehön
zum Anfang ihrer Entwicklung.
Dr. N.: Woher hast du als Aus7.ubildende das Wissen, wie man die eigene-n Schwingungen bei einer neuen Seele richtig anwendet?
K.: Neue Mütter müssen das erst lernen. Wenn es nämlich nich1 richtig gemacht
wird, geht die neue Seele auf ihrem Weg weiter, fühlt sich aber nicht wirklich \'ollständig bereit. Dann muss einer der Säuglingsmeister zu einem späteren Zeitpunkt
eingreifen.
Dr. N.: Könnten wir hier noch erv..·as tiefer gehen, Scena? Wenn du das neue Wesen
mit deiner Liebe umarmst, spüren du und die anderen ~lüuer einen durchdachten
Auswahlprozcss, der hinter der Zuteilung einer ncuen Identität für die Seele steht?
Ist es beispielsweise denkbar, dass zunächst zehn Jraufgängcrisd1e Seelen geboren
werden, auf die dann 7.ehn \'Orsichtigere folgen?
124

K~rrTr,

~- s~·o.·len~ruppensysrc-mc-

1.: Das ist ziemlich mechanistisch gedachd Jede Seele ist aufgrund ihrer gesamten

Charakterzüge etwas Ein7.iganiges, und sie ist von einer Vollkommenheit, die ich
hier nicht einmal annähernd beschreiben kann. Ich kann nur sagen, dass es keine
zwei identischen Seelen gibt und nie gehen wird!
Anmerkung: Vonern paar anderen Kirenten hobe rch erfahrerr. dcJ$S eme• der Houpr;•]rrde da(Ur. dO$S Jede Seele anders •sr. dann bes(eflr. dass das . ...-as ·,on der t..rscrJngiiChen Mosse librrg gebl•eben •Sl.. rwchäern d:e Qt..efle Energ•e(ragrr:~o:nre <~Ob­
!ebrochen hQ1J1, um erne Seele zu schc((en. ganz ger.ngfi,;·grg geändert w•rG' und dc-·r nrcht mehr dem ·o~orherrgen Z.;src.rrd enlsprrcht D·r Qt,e.rle rsl wre er1e göfr 1,che
'-.~.;Uer. dre n1ema/s rde/lltsc/le K.•:der her'>·orbrrf'gen ·.-.i.mje

Dr. N.: {m11 Nachdruck und dorauf wclftef'd. dass rhn d1e K.lten11n e1nes Besseren bee>-,n] Glaubst du, dass die Auswahl absolut willkürlich erfolgt, dass es keine Ord-

nung der Eigenschaften mit irgendwelchen aufeinander abgestimmten Ähnlichkeiten gibt? Weisst du, ob das stimmt?
k.: [(rusrrrert] Woher soll ich das wissen, ich bin kein Schöpfer! Es gibt Seelen, die
Ähnlichkeiten aufweisen, und dann wieder solche, die keine haben, obwohlalle aus
dem gleichen Kontingent stammen. Die Kombinationen sind gemischt. Als Muner
kann ieh ein wenig an jeder wichtigen Eigenschaft herumdoktern. die ich wahrnehme, deshalb kann ich guten Gewissens behaupten, dass keine zwei Seelen die glf.·iche Kombination ..-on Charaktereigenschaften aufweisen.
Dr. N.: Gut ...
k.: [uNerbnchr rhn und föhn forr] Ich habe das Gefühl, dass es auf df.·r anderen Seite
des Torbogens eine kraftvolle Gegenwänigkeit gibt, die die Fäden in der I land häh.
Wenn es einen Schlüssel zu diesen Energiemustern geben sollte, so brauchen wir
uns darüber nicht den Kopf 7.U zerbrechen ...
AnmerkunJ: Das rsr es. worat..f jch .n me,.nen Srrzu,.,.'!ef"l wcrre_ .e-suche 1ch doch dre
Tür zur Quelle hrncer allem ou(zusrossf'n Docf' s•e lässt src/: :1re rnehr 'Jis eme:'"l Spalt
cve1t öffnen.

Dr. N.: Erzähle mir, was du über diese Gegenwärtigkeir, über diese Energiemasse

denkst, die dir diese neucn Seelen schickt. Ich bin sicher, dass du und die anderen
Mütter, dass ihr euch Gedanken gemacht habt über den Ursprung der Seelen, obwohl ihr ihn nicht sehen könnt.
K.: [rüsterndJ Ich habe das Gefühl. der Schöpfer ist ... gan7. nah ... aber nicht unmittelbar an der ... Erzeugung ... beteiligt.
Dr. N.: [sanft) Soll das heissen, dass die Energiemasse nicht der Schöpfer selbst ist?
K.: [unbehaglrch] Ich denke, da sind andere Helfer, doch ich weiss es nicht.
Dr. N.: [versucht es <mders] Sind die ncuen Seelen nicht auch um·ollkommen, Seena?
Wenn sie nämlich vollkommen wären, gäbe es doch keinen Grund, Jass sie \'On einem perfekten Schöpfer geschaffen werden?
K.: [zwerfelnd] Hier scheint alles vollkommen zu sein.

/21

Dr. N.: [sch . .vcr(r kurzzetrtR ''om Thema a~] Arbeitest du nur mit Seelen, die auf der
Erde inkarnieren?
K.: Ja, aber sie könnten genauso gut gan7. woanders hingehen. nur ein Teil \'On ihnen begibt sich auf die Erde. Es gibt \·iele physische \\;'ehen, die der Erde ähneln.
Wir nennen sie Welten des Vergnügens und \'('clten des Leidens.
Dr. N.: Und k.mnst du aufgrund deiner eigenen Ink.Jrnationserfahrungen sJgen,
wann eine Seele lür die Erde geei~nct ist?
K.: Ja, das kann ich. Ich wciss, dass eine Seele, die auf eine Welt wie die Erde gelangt,
stark und tle"ibel sein muss, da sie dort abgesehen \'On Freude auch S~o:hmcr:t aushalten können muss.
Dr. N.: So sehe ich Jas auch. Und wenn diese Seelen vom menschlichen Körper \'erunreinigt werden- insbesondere jun~e Seelen-. dann deshalb, weil sit: nicht \"Ollkommen sind. - Könnte das so sein?
K.: Nun, ich nehme an, ja.
Dr. N.: Das würde bedeuten, dass sie 7.ur Erreichung vollständiger Erleuchtung danach trachten müssen, mehr an Substanz anzusammeln, als sie ursprünglich mitbekommen haben. Würdest du dieser These zustimmen?
K.: {lange Pa".)se. don11 seufzend} Ich glauhe, Ja ist schon Vollkommenheit ... bei Jen
Neugeschaffenen. Der Rcifepro7.ess beginnt bei den neuen Seelen mit der Zerstörung der Unschuld, nicht weil sie von \'ornherein einen Makel hätten. Durch die
Überwindung \'On Hindernissen werden sie gestärkt, doch die t.•rworbcncn Un7.ulänglichkcitcn wcn.len erst Jann \"ollst.inJig ~etil~t sein, wenn alle Seelen wieder
miteinander vereint sind- wenn die Kette der Inkarnationen aufhört.
Dr. N.: Wird das nicht sch"'·ierig werdenangesichtsder Tatsache, dass ständig neue
Seelen geschaffen werden. Jie Jen Plau. derjenigen einnt.·hmcn, dt.•rcn Zeit auf Jer
Erde abgelaufen ist?
K.: Auch damit hat es ein Ende, wenn alle Menschen ... alle Vi.llkcr und Nnionalitäten eine Einheit werden. Aus diesem Grund werdt:n wir beispielsweise auf die
Erde geschickt. um genau daran :tu arbeiten.
Dr. N.: Und wenn diese Ausbildung 7.U F.nde ist, wird dann das Uni\'Crsum. in dem
wir leben, auch sterben?
K.: Das kann bereits vorher passieren. Es spielt keine Rolle, es gibt andere. Die
Ewigkeit währt immer. Das Entscheidende ist der Prozess, denn durch ihn können
wir die ... Erfahrung auskosten und uns selbst ausdrücken ... und lernen .
..,. J

Bevor wir uns weiter dem inneren Wachstumspro7.css der Scclt.· widmen, miichtc
ich kur7. auf7.ählen, welche Unterschiede mir über ihr W'escn bekannt geworden
sind, nachdem sie geschaffen wurde.

I. F.s gibt F.neq;ierragmente, die offenbar 7.U der Ent.•rgiemasse, die sie geschaffen hat, zurückkehren, ehe sie überhaupt die Säuglingsstation erreichen. Der
Grund für ihr Scheitern ist mir nicht bekannt. Andere, Jic die StJtion errt.·ichen, schaffen es in der frühphaseihrer Enrwicklung nicht, -auf sich selbst

126

~estelh ..

ihre Individualität aus7.ubilden. Sie werden später mit Gcmeinschaftsaufgahc:n b,•rraut und \"erlassen laut meinen Informationen niemals
die geistige Wdt.

1.

Es gibt Energicfragmentc, die über individuelle seelische Substanzen \"erfügen, die nicht dazu neigen und auch nicht über das erforderliche geistige
Muster verfügen, auf irgendeiner Welt in physischer hlfm zu inkarnieren.
Häufig trifft man auf diese Fragmente in geistigl'n Wehen. Ausserdcm scheinen sie sich mühelos zwischen den Dimensionen hin und her bewegen zu
können.

J.

Es gibt Eneq~icfragmente mit individueller seelischer Substanz, die ausschliesslich auf physi!.chen Wehen inkarnieren. Es kann ~ut sein, dass diese
Seelen eine Ausbildung in der geistigen 'Weh erhalten, wobei zwischen den
Leben geistige Sphären liegen. Ich habe festgestellt, dass sie nicht ;,wischen
den Dimensionen hin und her reisen .

..J.. Es gibt Energiefragmeme, bei denen es sich um Seelen mit der Fähigkeit und
Neigung handelt, in allen müglichen phrsischen und geisti~en Wehen zu inkamieren und dort als Indi\"iduum zu wirken. Das heisst jedoch nicht, dass
sie über einen höheren oder geringeren Erleuchtungsgrad als andere Seelen
\·er-fügen. Ihr breites Spektrum an praktischen Erfahrungen prädestiniert sie
jedoch für \"iclcrlei Spezialaufgaben und \'eranrn•onungsvolle Tätigkeiten.
Erst allmählich zeigt sich der übergl·ordnctc Plan für die neugeborenen Seelen.
Wenn diese JUS Jer Säuglingsstation entla!isen werden, inkarniercn sie nicht sofort
und werden auch nicht in Seelengruppen zusammengefasst. Es [olv;t dil' Beschreibung dieser Übergangsphase aus der Sicht einer jun~en Seele auf Niveau I. Jeren
Erinnerung daran noch ungetrübt ist, da sie erst einige Inkarnationen hinter sich
hat:

Ich erinnere mic:h daran, die• i\löglichkeit erhalten zu htJbcn, als Lichtform eint: halbphysische \t'clr zu erleben, bt-..JOr ich meiner Seelc•ngruppc• zugeteilt
~·urde und damit begann, auf der Erde zu inkarnien·n. Dabt>i holt es sich
mehr um c·ine gc·istige W'eil <Jis 111n eine ph)•sische geh11ndelt, denn die Umgebung bc•stand nicbt ausschliesslich aHs {t•ster Materie, und l'S gab kein biologisches Leben. Ich sah, dass andere• junge Seeh·n bei mir u-·arm, um/ u:ir konnten uns mühelos ,,ls fluoreszien·nde Lichtt•r, die Älmlic·hkeit mit der menschlichen Gestalt hatten, herumbewegen. \t1ir tatc•n gar nichts, sondem u·arerJ
einfach, und u:ir konnten uns vorstellen, u·it· es 'ii.:äre, einen festc·n Kiirper zu
haben. Obu·ohl das Szenario eher astraler, <ü.'t•niger u:eltlicher 1\'atur <ü.'ar,
lernten u.1ir, miteinander tJls \f""es,•n umzugehl•n, die in einer Gemeimchttjf
lebun. \l'ir nugen kt·ine Vaam...:·orrung. Es herrsrhte eim· utopische Atmosphäre ~Jus unendlicher Liebe, Sicherheit und dem Gefühl, beschützt zu -;.:;erden. Ich hdbe ddraus gdt•rnt, dass nichts statisch isl und dass dü·ser Zust,.md-

127

der Anfang - die einfachste Pht:Jse unserer Exlsrenz lsr. Bald kamen 'Oi'ir auf
eine Welt, in der wir nicht mehr beschützt ~.L'urdcn und in der u·ir um an
Schmerz und Einsamkeit, 11her rruch .m Freude erinnern konnren. Und daran, dass diese Erfahrungt•n umae Lehre,innerungt•n bilden.

Spirituelle Rahmenbedingungen
In Trance beschreiben meine Klienten zahllose \"isuelle Eindrücke aus der geistigen
Wclt in form irdischer Svmbole. Dabei schaffen sie uß[er Umständen strukturelle
Bilder anhand ihrer eigenen Erfahrungen auf der Erde, oder Jicse Bilder werden
für sie von ihren führern geschaffen, denendarangelegen ist, durch eine nrtraute
Umgebung für mehr Wohlbefinden für ihre Schützlinge zu soq~en. Wenn ich bei
Vorträgen auf diesen Aspekt unbewusster Erinnerung eingehe, wird mir immer
wieder entgegengehalten, dass solche Beobachtungen trotz ihrer Logik ungi.J.ubwürdig wirken. Wie kann es denn in der geistigen Wdt Klassen1:immer, Bibliotheken und Tempel geben?
Meine Erwiderung lautet, dass es sich bei den Erinnerungen an in der Vergangenheit Gesehenes um etwas Bildhaftes handelt, Jas als etwas Gegenwärtiges wahrgenommen wird. All das, was wir in unseren Leben i!;CSehen haben, ist in unserer
Erinnerung als Seele auf immer unJ ewig abgespcichert. Wenn wir in der geistigen
Welt einen Tempel erblicken, so handelt es sich nicht um eine tatsächliche Aufzeichnung oder Erinnerung an Steinblöcke, sondern um eine Visualisierung dL·r Be·
deutung, die dieser Tempel für die Scdc hatte. Wenn wir uns dann wieder auf Jer
Erde befinden, stellen Erinnerungen .1n frühere Ereignisse in unserem Seelenlehen
Rekonstruktionen \'On U msränden und Ereignissen dar, die auf Deutungen und bewusstem \'(1issen basieren. Das Abrufen \'On Erinnerungen beruht auf Beobachtungen des Seelengeistes, Jcr In(ormationcn über ein menschliches Gehirn \'erarbeitet.
Unabhängig \'On den ,·isuellen Strukturen eines spirirudlen Szenarios halte ich immer Ausschau nach den funktionellen Aspekten dessen, was ein Klient dabei
macht.
Sobald eine neue Seele ihren Kokon \'erlassen hat, beginnt das Gemeinschaftsleben. Am Anfang ihrer Inkarnation klingt die Beschreihun~ Jer Orte und Strukturen, die sie zwischen den Leben wahrnimmt, wie jene ,·on älteren Seelen, die zur
Erde kommen. l-IJufit:; haben Jiesc Schilderungen nichts Irdisches. Es ist \'Oll Ge·
bäuden aus Glas die Rede, die wiL· Kathedralen aussehen, \"On gewaltigen Kristallh.J.IIen oder verwinkelten geometrischen Strukturen sowie glatten, überkuppelten
Einfriedungen ohne Konturen. Ausscrdcm wird mir berichtet, dass die je~·eilige
Umgebun~ keine Struktur au(weist, sondern da!os es sich nur um Wiesen mit Blumen oder um Landschaften handelt, in denen Wälder und Seen vorkommen. Menschen in llypnose zeigen ein Gefühl der Ehrfurcht, wenn sie berichten, wie sie an
ihr Ziel in der geistigen Welt gelangen. Viele sind von dieser Erfahrung derart überwältigt, dass sie keine passenden Worte für das finden, was sie sehen.

128

Oft wird mir berichtet, wie sich Seelen im Übl•rgangsstadium von On zu Ort
~·egen. Die folgende Schilderung stammt von einem Klienten auf Niveau IV, der
rur Beschreibung der Eigenschaften verschiedener Szenarien geometrische Figuren
,~·endet:

Ich reise ziemlich viel in der geistigen \t1elt umher. Die geomt•trischcn Formen, die ich dabei 'i.i.:tJhrn~hme, haben für mich bestimmte Funktionen. jede
dai.:on hat ihr eigenes Energiesystem. Die Pyramiden dienen der EinS<:Jmkeir,
Jleditation und Heilung. Rechteckige Formen dienen der Erforschungfrüherer Leben. Rot.Jtionsellipsoide 'l.i:erden 1.ur Erforschung zukünftiger Leben
benutzt, ·während die zylindrischen Portale zur Reüe in ander~ \l'elten dienen, um den eigenen Hon.zont zu eru:eitem. ManchmAl komme ich an den
Dreh- und Angelpunkten St:elischer Aktivität 'i:orbei - vergleichbar t·inem
Crossflughafen -, u·o die Menschen telepathisch ausgerufen u·erden. Bei diesen Zentren handelt es sich um riesige prismatische Ra·Jer mit Richtsp~ichen,
die sich t.-•on uns t:mfemen. Es herTscht geschäftiges, .1ber gut organisiertes
Treiben. flachend} Du kannst dich nicht zu schnell ins Getümmel stürzen,
wnrt schiesst du über genau die Speiche, die du erreichen ·willsr, hinaus. Es
handdt sich um Häfen, in denen Gasrgeberseelen den Verkehr r('geln und
den Reisenden Auskunft gebL·n. Alh·s beu·egt sich in einem angenehmen, ii.·eichen Fliessen, und es sind angenehme harmonische Töne zu hören, an die: sich
die Sl"ele mit ihren Schu:ingungen anheften kann, damit sie auf ihr~r Reise
nicht vom richtigen \t'eg abkommt.
In den Upanischaden gibt es eine Stelle, dass wir nach dem Tod unsere sinnlichen
u·ahmehmungen in Erinnerung behalten. Ich glaube, dieser alte philosophische
Text hat Recht, wenn er davon ausgeht, dass die Sinne, Emotionen und das menschliche Ego ein Weg hin zu unendlicher Erfahrung sind, die Jem unsterblichen Selbst
eine physische Bewusstheit bietet. Einer meiner Klienten drückte diese Gedanken
~ehr überzeugend folgcnJermassen aus:
\t1ir können in der geistigen W'elr tJIIes erschaffen, ...:·as wir '<i_:ol/en, um uns so
an Orte und Dinge zu erinnern, die um auf der Erde erfreuten. Unsere physischen Sirnutationen sind fast vollkommen- 'i.Jie/e hallen sit• tatsächlich für
vollkommen. Abt.•r ohne Körper ... nun ... für mich schmecken sie eben nach
Imitationen. Ich mag Orangen st.•hr gt•m. Ich kanr1 mir hier t•ine Or.1nge
schaffen und sogar ihren süssen Geschmack reproduzil"rrn, dennoch ist es
nichr ganz das Gleiche, u:ie u·enn ich auf der Erde in eine Orange beisse. Das
ist einer der Gründe dafür, u·arum ich meine physischt·n Rt•inkarnt~tionen gemesse.

Im Gegensatz duu hatte ich auch Klienten, für die die geistige Weh die wirkliche
Realität ist, während sie die Erde für eine Illusion hielten, auf der uns etwas beigebracht werden soll. Diese unterschiedlichen Ansichten müssen kein \'\'idcrspruch
sein. Menschen von der Erde haben empfindliche Geschmacksknospen, deshalb
129

sind Orangen und menschliche Wesen in einer Existenzform miteinander in Har·
monie. Es t;ibt Abstufunt;en der Realität. Nur weil es sich bei umcrem Universum
um ein Übungsfeld handeh, ist es noch lange nicht irreal, sondern lediglich nicht
von Dauer. Was für menschliche Verhältnisse als vorübergehende Illusion ers-.:hcincn mag, mindcn nicht die Tatsache, dass eine auf der Erde verzehrte Orange rarsiicblich besser schmeckt als eine in der geistigen Welt geschaffene und von einer
Scde don gegessene. ln diesem Sinne bietet die Realität einer interdimensionalen
geistigen Welt mit ihrem Mangel an Absolutem der Seele eine Vidzahl von Möglichkeiten, die weit üher Jas hinausgl·ht, was physis-.:h müt!:lich ist.
Ein wunderbares Bild bietet sich meinen Klienten, wenn sil· bes-.:hreihcn. wie sie
ihre spirituellen Zentren wahrnehmen. Es versteht sich \"On selbst, Jass hier sännliche kulturellen Klischel·s, gemischt mit Aspekten bildhafter Symbole, in der
menschlichen F.rinnerun~; ins Spiel kommen, doch wenn diese Sl:cnarien im spirituellen Leben eines menschlichen Wesens wieder aullchen, so sind sil· nil·ht weniger real. Wenn die Seele, eingehüllt in den Mantel des Vergessens, auf die Erdl· zurückkehn, muss sie sich auf ein neu es Gehirn ohm: hl·wusste Erinnerung einstellen.
Das Neugeborene \·erfügt noch über keine früheren F.rf.1hrungl·n. Unmittelbar
nach dem Tod gilt genau das Gegenteil. für den spirilUellen HypnothcrJ.peuten
sind bei einer Rückführung zwei Krähe am Wirken: Einerseits ist der Seclengeist
am Werk mit seinem grossen r:undus ~Jon Erinnerungen an frühere Leben und an
Existenzen in der geistigen Welt. Andererseits gibt es aber auch die bewussten Erinnerungen des jetzigen Kilrpers, der sich mit Bildersymbolik ausein.mdersct7.t,
während der Klient in llypnose ist. Während der Hypnose ist das Bewusstsein
nicht weggetreten, denn wenn dem so wäre, könnte der Klient nicht zusammenhängend zu einem Mittelsmann sprechen.

Erinnerung
Bevor ich mit meiner Analyse dessen fortfahre, was Klienten in Hypnose in der
gci~tigcn Weh sehen, milchte ich zunächst einiges zum Thema Erinnerungsabrufuns und DNA liefern. Manche Menschen n·rtrctcn die Überzeugung. dass sämtliche Erinnerunt;en über die DNA transportiert werden. Dies ist für sie l'in scheinbar wissenschafdich gesicherter Hafen gegen den Irrglauben der Reinkarnation.
:'\latürlich sei es jedermann unbcnomml·n, aus perstinlichcn, rclij:;iösen oder J.ndercn Gründen die Rcinkarnationsll·hre ah1ulehnen, doch die Behauptung, dass alle
Erinnerungen J.n frühere Leben ihren Ursprung im genetischen ~l.!tcrial hauen
und in unserer DNA über Generationen hinweg weiter~e~eben worden seien, ist
für mid1 in viderlt:i llinsicht nicht stichh.1hig.
Unbewusste Erinnerun~en an traumarische Erlebnisse in einem früheren Ll'ben
können in der Tat einen schwer geschädigten physischen Abdruck dieses längst
\'erstorbenen Körpers auf unseren neuen Kilrpcr übertragen, doch die Ursache dJ.für liegt nicht in der DNA. Diese molt:kularen Codes sind nagelneu und gehen .1uf
unseren moment.men stofflichen Körper zurück. Innere Überzeugungen und 1-1.11tungcn des Seelengeistes heeinnussen in der Tat das biologische Gehirn. Es gibt

JJC

Forscher, die der Auffassung sind, Jass unsere ewige Intelligenz, zu Jer auch energetische Eindrücke und Erinnerungsmuster aus früheren Leben gehören, die DNA
durchaus beeinflussen kann. Es gibt sehr wohl zahlreiche andere Elemente, Jie mit
Gcdankensequenzierung zu tun habC"n und dil· wir aus I lundcrtcn früherer Lehen
in unseren jetzigen Körper mitbringen. Dazu ~ehörcn auch unsere l:".rfaluungen in
der geistigen Welt, in der wir keinen Körper haben.
Ein fundiertes Argument gegen auf der DNA gespeicherte Erinnerungen aus
früheren Lehen ist das umfangreiche forschungsmaterial, das uns über friiherc Ll·ben :rur Verfü~ung steht. Die Körper, die wir in früheren Lehen hauen, sind in genetischer Hinsicht so gut wie nie mit unserer jetzigen Familie verwandt. Während
ich in einem Leben ein Mitglil·d der familieMeiergewesen sein könnte, und zwar
zusammen mit anderen aus meiner Scelengruppe, hmnten wir uns für das nächste
Leben entschlossen haben, zur bmilie Müller zu gehören. Wie ich in Kapitcl7
noch eingehender erläutern werde, würJen wir jedoch ni~:ht erneut in die familie
~teier inkarnicren. Der durchschninliche Klient hat frühere Leben als Weisscr,
Asiate und Afrikaner geführt, ohne Jass es hier erbliche Verhindungl'n gäbe. Wie
~ollen also unsere Erinnerungen an eine Existenz auf anderen Welten in rorm anderer Wesen auf der menschlichen DNA gespei~.:hert sein, wenn l'S diese doch nur
auf der Erde gibt? Die Antwort ist ganz einf:Kh: Bei der sogenannten genetisch\.'n
Erinnerung hanJeh es sich eigentlich um Scclenerinnerungen, die aus Jem Unhc"''ussten stammen.
Meine Klassifizierung der Erinnerung lautet folgcndermassl·n:

I. Bewusste Erinnerung: Dazu gehören alle

Erinn\.'run~en, dit· das Gehirn

in unserem biologischen Körper spei~:hen. Zum Ausdruck wird sie durch ein
bewusstes Ich-Selbst gebracht, das über Wahrnehmungsfähi~keit Hrfügt
unJ sich an uns~ren Planeten anpassen kann. Die bewusste Erinnerun~; wird
durch sinnliche Erfahrungen beeinflusst sol\·ie durch sämtlid1e hiolo~ische
und instinkti\'c Triebe primitiver Natur und durch unsere emotionalen Erfahrungen. Sie kann uns im Stich lassen, denn es gibt Abwehrmechanismen,
die mit dem 7.usammenhängcn, was in diese Erinnerun~ aufgenommen und
durch die Eindrücke unserer fünf Sinne bewertet wird.

2.

Unsterbliche Erinnerung: Diese Kategorie der Erinnerungen entsprin~t
offenbar aus dem Unterbewusstsein. Das unterbewusste Gedankengut wird
im Wesentlichen von Körperfunktiom·n beeinflusst. di'-' nicht unserer bewussten Komrolle unterli~gcn, also etwa Herzfrequenz und Drüsl•nfunktionen. Allerdings kann sie auch als Ma~azin unserer bewussten Erinnerunp,
dienen. Die unsterbliche Erinnerung wciss um Jie U rsprün~e dics~:s Lebens
und andera physischer Leben. Sie ist sozusagen der Lagerraum für '"ides .tus
unserer Psp.:he, da das Unterbewusstsein die Brücke zwisch\.'n Bewusstsein
und Überbewusstsein bildet.

/JJ

J. Göttliche Erinnerung: Hier handelt es sich um Erinnerungen, die aus
unserem Übcrbcwussnein stammen, welches der Sit7 der St.·dc ist. Wenn
Gewissen, Intuition und Vorstellungskraft über das Untcrbc:wusstsein zum
Ausdruck kommen, dann entstammen sie dieser höheren Quelle. Unser ewiger Seelengeist ist aus höhcn:r konzcptueller Gedankenenergie entstanden,
die grösser ist als wir selbst. Auch das, was wir Inspiration nennen, könnte
der unsterblichen Erinnerung entspringen, doch es gibt eine höhere Intel Ii·
genz ausserhalb unseres Kürpcrgeistes. die l(il der göttlichen Erinnerung ist.
Die Quelle dieser görtlichcn Gedanken ist nicht auszumachen. Gelegentlich
stellen wir uns darunter die persönliche Erinnerung ,·or, obwohl die gönliche Erinnerung doch eigentlich die Kommunikation repräsenticn, wenn wir
in unserer unsterblichen Existenz sind.

Ge m c in sc h a ft s zc n t r e n
Mein nächster Fall schildert die visuellen Assoziationen, die Klienten im überbewussten Zustand bei der Rückkehr nach Hause zu anschaulichen Erinnerungen
veranlassen. Die Identifikation mit dem klassischen Griechenland spielt bei diesem
Fall eine wichtige Rolle, was nicht ungcwühnlich ist. Ich bin Zeuge \'On Visualisic·
rungen geworden, die derart futuristisch und surreal anmutl'n, dass es kaum \'ergleiche mit irdischen Erfahrungen gibt. Mit Worten kann laut meinen Klienten
kaum treffend beschrieben werden, welche Bilder sie an dieser Kreuzung wahrnehmen. Sobald ich einen Klienten über das Tor hinaus in Bereiche gebracht habe, wo
er allmählich Komakt mit anderen Geistwesen aufnimmt, gerät er in 1-lochstimmung.
In Fa.ll27 wird die Klientin mit dem spirituellen Namen Ariani einen griechischen Tempel in Bezug setzen zu ihrer unmittelbaren Erfahrung nach dem Tod
in ihrem letzten früheren Leben. Dies ist "ielleicht deshalb nicht sonderlich überraschend, da \'icle meiner Klienten zu jener Zeit auf der Erde lebten, als das alte Gril'chenland das Licht einer Hochkultur in eine dunkle Weh brachte. Griechische
Kunsr, Philosophie und Staatsform bilden eine Himerlassenschaft und eine Herausforderung für die Völker der Nachwelt. Die griechische Gesellschaft rrachtete
danach, Rationalität und Spiritualität miteinander zu "erbindcn. Daran erinnern
sich jene Klienten, die Teil dieses goldenen Zeitalters waren. Ariani lebte ihr lerztes
Lehen im antiken Griechenland während des 2.Jahrhundens ,·ur Christus, unmittelbar bc\"or die römischen Bcsatur kamen.

Fall 27
Dr. N.: Was siehst du Ariani, wenn du dich deinem spirituellen Zentrum näherst?
K.: Einen wunderbaren griechischen Tempel mit hellen weissen ~larmorsäulcn.
Dr. N.: Lässt du dieses Bild des Tempels in dir selbst entstehen, oder erzeugt jemand

anderer dieses Bild in deinem Geist für dich?

132

Er befindet sich wirklich unmittelbar vor mir! Genauso, wie ich mich an ihn erInnere ... aber ... jemand anderer könnte mir hdfen ... mein führer ... ich bin nicht
sicher.
Dr. N.: Kommt dir der Tempel bekannt ,·or?
1.: /:'dchelnd)lch kenne ihn nur zu gut. F.r steht für den Gipfel einer ganzen Reihe
-v.·ichtiger Leben, wie ich so schnell keines mehr über längere Zeit auf der Erde erleben sollte.
Dr. N.: Warum das? Was h;u es mit diesem Tempel .1uf sich, dass er dir so viel bedeutc.·t?
K.: Der Tempel ist Athene, der Göttin der Weisheit, ~ewciht. Mit drei anderen war
ich dort Priesterin. Es war unsere Aufgabe, die Flamme des Wissens zu hüten. Die
Flamme befand sich auf einem flachen, ~Iatten Felsen im Mittelpunkt des Tempels,
der mit Schriftzt"ichen verziert war.
Dr. N.: Was bedeuteten die Schrift7.eichcn?
1.: [UberlegrJ Ah ... dass wir ... vor allem anderen nach der Wahrheit trachten oder
streben sollen. Und das geht am besten, indem wir in allem, was um uns herum ist,
nach Harmonie und Schünheit Ausschau halten.
Dr. N.: (c.;r cbs1CI1!1irh begnffssturz·RJ Das war alles, was du 7-U tun hattest, nur darauf
Acht gehen, dass die Flamme nicht ausgeht?
K.: [m1r emern Unrenon le1chrer 'lerzwe1f7ung] Nein, es war eine Stätte der Bildung,
auch für Frauen. Die Flamme ist ein Symbol für die heilige Flamme in unserem
Herzen, weil wir die Wahrheit kannten. Wir glaubten an die Heiligkeit eines einzigen Gones, wobei Untergottheiten Teile der zentralen Gottheit rcpräsentit•rten.
Dr. N.: Soll das heissen, dass du und die anderen hauen einem monotheistischen
Glauben anhingen?
K.: {lächelnd] Ja, und unsere Sekte war nicht auf den Tempelbereich be-schränkt. Die
Führungsschicht betrachtete uns als Wesen reinen Herzens, nicht als intellektuelle
Kaste. Die mciscen begriffen nicht, um was es uns gin~. Sie sahen nur einen Aspekt
von Athene, während wir auch andere sahen. Die flamme bedeutete für uns, dass
Verstand und Gefühl einander nicht entgegenstanden. Ftir uns stellte der Tempel
den Geist über den Aberglauben. Ausserdcm waren wir Anhängerinnen der
Gleichheit zwischen den Geschlechtern.
Dr. N.: Diese Art kompromisslosen Denkcns hätte euch doch \'ermurlich ziemliche
Schwierigkeiten mit der patriarchalisch oriemicrtcn Elite bringen können?
K.: Richtig. Ihre Toleranz fand ein Ende, es kam zu Täuschung und Intrigen in unseren eigenen Reihen, und schlicsslich folgte Verrat. Man untc.·rstdhe uns unlautere
Motive. Ein sexistischer Staat löste unsere Gemeinschaft auf, da er an Macht \'erlor
und das Gefühl hatte, unsere Sekte trage 7.Ur Zersetzung des Staates bei.
Dr. N.: Und nac.:-h c.liesen zahlreichen Leben in Griechenland wolltest du deinen
Tempel bei dir in der geistigen Weh haben?
K.: So könnte man es unter anderem auch sehen. Ftir meinefreundeund mich war
dieses Leben in Griechenland und auch einige frühere da\'or der Hühepunkt von
Vernunft, Weisheit und Spiritualität. Ich musste lange Zeit darauf warten, bevor ich
1.:

/JJ





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Abb

,'

Das Gemeinschaftszentrum in der grossen Halle

Schemat•sche Darstellung zahlre•cher pnmärcr Clustergruppcn. d•e e•nc grosse Sekund;irgruppe von etwa 1000 Seelen b•ldcn. Primärgruppe A 1st d•e
Clustergruppe der Klien11n Ari;mi in Fall 27 (si~hc S. 132).

JJ4

erneut in der l.1ge war, in einem weiblichen Körper diese Gdi.Jhle 1um Ausdruck
7U bringen.

..,

.:

:"J.1chdem ich Ariani in ihren Tempel gebracht hatte, erblickte sie eine grosse rechteckige Galerie ohne Decke, in der sich erwa 1000 Seelen befanden. Es handcltt.' sich
dabei um eine grossc Sekundärgruppc, die in Untergruppen zusammengefasst war,
den sogenannten Primä.rgruppen, bestehend aus kleinen Einheiten von drei his
25 Mitgliedern. Ihre eigene Cruppe befand sich etwa in der Mine auf der rechtt.·n
Seite (siehe Kreis A in Abb. I gc:gcni.Jber). Auf ihrem Weg dorthin wurde Ariani
von ihrem Führer begleitet.
Es folgtl" die Beschreibung, wie sich diese Prozedur für eine zurückkehrenJe
Seele anfUhh. Ganz gleich, wie das Szenario auch aussehen mag, imml'r und immer
wieder wird mir diese Rückkehr .1uf die gleiche AT[ und Weise geschildert, wobei
eine grossc Anzahl von Seelengruppen beteiligt ist. Im Überbewusstsein der Beteiligten könnten diese Zusammenkünfte durchaus in einem Amphilheatcr, dem Innenhof eines Palastes. einem Audiwrium oder eben in einem Tempel stJIIfindcn .

..... .:

Dr. N.: Ariani, schildere mir doch bitte, wJs in Jir vorgeht, wenn Ju dich .111 diesen
Seelengruppen \'Orbci 7.U deiner Gruppe ,·orarbeitest.
K.: [ oufgereRr J Es ist erbaulich und beängstigend zugleich. Ml·in FUhrergeht ,·orJUS,
und wir bahnen uns einen Weg links und rechts .tn den anderen Gruppen ,·orhei,
\'On denen cini~e sitund Kreise bilden, w:ihrcnd andere stehen und sich unterhJIten. Zu Beginn schenken mir die meisten keine Aufmerksamkeit, da wir hl•mJc
sind. Wenn ich auf meinem Weg nahe an anderen Seelen vorbeikomme, nicken Jiese unter Umständen mit dem Knpf, um verstehen zu gehen, dass sie mich bt..'rnerkt
haben. Etwa nach der H:ilfre des Weges wird Jie Begrüssung Jann lebhafter. Ein
Mann, mit dem ich vor zwei Leben eine Liebesbeziehung hatte, steht auf. kt.isst
mich unJ fragt mich, wie es mir gehe. Auch in anderen Gruppen beg:inncn jetzt
mehr Seelen zu lächeln und winken mir zu. Manche, dil' ich in früheren Lehen nur
tlüchtig gekannt habe, strechn mir dil· Hand entgegen, Daumen nach oben. Plötzlich -in unmittelbarer Nähe meiner eigenen Gruppe- sehe ich meint.· Eltern. Sie
halten fUr einen Moment innc, Uherwinden die Distanl: zwischen unseren beiden
Gruppen, nehmen mich in die Arme und flüstern mir Wonc der Ermutigung zu.
S<.·hliesslich bin ich bei meiner eigenen Gruppe angelangt, und man heisst mich
herzlich willkommen.

...,_ ,:

Etwa die llälfte mt.:iner Klienten sieht nach ihrer Rückkehr solche g:rossl·n Seelengruppen. Die andere Hälfte erblickt bei ihrer Ankunft lediglich ihre eigene Gruppe. Der visuelle Eindruck, den eine Seele \'On grossen oJer kleinen Seelengruppen
hat, kann je nach gelebtem Leben unterschiedlich sein. Es kann auch sein, Jass die
Primärgruppe jener Seelen, mit denen wir die engste Verbindung haben, dem
Klienten als Wesen enchl·inen, die sich zur Erholung im hcicn aufhalten, erv.·a auf
einer Blumenwiesc.
IJ5

~; b

2 - Anordnung I in einer CI ustergru ppe

D'lr5tcllung C1ner pr-uT1ären Clu5teq::(ruppe. d1e Seele A begr"ü'i'it, während der
Geistführer 8 der Gruppe hinter 1hr 'itcht. Be• d1cser «Diamantspitzenanordnung» stehen d•e Wartenden zum Ted uns1chtbar für d1e zu1·ückkehrende Seele 1n der Gruppe und warten. b•s s1e an d•e Re,he kommen.

Abb. 1 und Abb. J zeigen schematisch, was die mcasrcn Klienten sehen, wenn sie
wieder Kontakt mil ihrer Gruppe aufnehmen, und zwar unabhängig da\'On, ob sich
das Ganze ·drinnen• oder •draussen• abspieh. Jedenfalls halten sich in diesen Situationen keine anderen Gruppen in dc:r Nähe auf. Abb. 2 uigt, dass das •F.mpfangskomitce• dicht gedrängt steht, wohci die einzelnen Mirglieder der Reihe nach
vortreten. um den Neuankömmling 7.U begrüssen. Abb. J 7.cigt, ""·ic eine Gruppe einen Halbkreis vor dem Neuankömmlin!; bildet. Die meisten meiner Klienten berichten über diese form der Begrüssung. Auf diese Praxis werde ich in Fall47 (siehe S. 254 ), noch näher eingehen.
Diejenigen Klienten. die berichten. dass sie sich nach der Rückkehr aus einem
früheren Leben unmittelbar in ein Klassenzimmer begeben, sehen dabei sc:hr deut·
lieh ein Bild mit Korridoren, die eine Reihe \'On Unterrichtsräumen miteinander
verbinden. Dabei scheinen sie gcnau zu wissen. wohin sie gehören. Die jeweilige
Gruppe unterbricht ihre Aktivitäten, um den Neuankömmlin~ zu bc~rüsscn.
Abb. 4 (siehe S. 138) zeigt in Form einer schematischen Skizze, wie ein Srudiem~en­
trum normalerweise aussieht, in dem zahlreiche Seelengruppen am Arbeiten sind.
Es ist erstaunlich. wie sich die Schilderungen dieses Szenariums glcichcn.
Nur ein verschwindend geringer Anteil meiner Klienten enähh, dass sie bei
dem Zusammentreffen mit ihrer Seelengruppe einfach in der Luft schweben und
sonst nichts um sich herum wahrnehmen können. Doch über kurz oder lang uuehen auch bei diesen Schilderungen Landschafren oder Gebäude auf.
/)6

Pol:ition 12 Uhr

0
® ©

Pos1t10n
9 Uhr

Pos1tiol"
3 Uhr

l

Ab; 3 -Anordnung 2 in einer Clustergruppe

ud-

Otcses Schema ze,gt den Halbkreis. den cme Seelengruppe ül>ltcherwetse
det. dtc SICh zur Bcgri..issung von See Ie A ve•~ammelt hat. Der Geistführer B
kann dabei sein. aber auch fehlen. An den etngezetchneten Pfeilen (für die Zc•·
ger einer Uhr) treten dtc Seelen der Rethe n;.~ch vor·. ur1d zwar aus Pos1tionen
1nnemalb eines 160°-Wtnkcls. Eme wartende Seele C tritt dabc1 ntcht h1nter
Seele A aus de•· Position 6 Uhr hervo•··

Klassenräume
Jede Zusammenkunft von Seelen ausserhalb von Klassenzimmern deutet darauf
hin, dass es sich dabei- auch im Rahmen grosser Versammlungshallen-um Zeiten
handelt, zu denen man zusamm~nkommt, um sich zu unterhalten und 7.U erholen.
Das soll nicht heisscn, dass hier kein Plat7. wäre für ernsthafte Diskussionen. sondern es bedeutet lediglich, dass hier die Aktivitäten nicht zielgerichtet sind wie
dort. wo der Unterricht stattfindet. Es folgt dte Schilderung c:ints Klienten. der in
ein Klasscm:immer gcfühn wird (vgl. Abb. 4 nächslc Seite):

Mein Führer bringt mich in ein sternförmiges Gebilde, und ich u:eiss, hier findet mein UnterrU.·ht statr. ln der Mitte sehe ich einen runden, überkuppelten
Raum, der jetzt leer ist. Von hier zweigen Gänge in untersrhit·dliche Richtungen ab, und wir gehen in einen davon hinein, wo sich auch die Klassenzimmer befinden. Diese sind so zueinander versetzt. dass die Räume nit·hc unmit-

IJl

A

Abb

4

Spi ri tuelies Studienzentrum

Das Schema zeagl. wae zahlreiche Seelen die Anordnung der Klassenzimmer
um den Rundbau A herum schildem. Die Räume B für die pnmären Clustergruppen befinden sich dabei an den Gängen. und zwar an der Regel höchstens
sechs an der Zahl. Sie sind schräg gegene,nander versetzt. D•e Z.1hl der Gänge
ist untc~chiedlich.

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K ~1·1'

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S~dt!llj:_rUpp~·ns~·stC'mC'

re/bar gegenüberliegen. So soll verhindert U.'l'rden, dass man sich gegtmeitig
stört. Bei dem Raum für mich h,mdelt es sü:b um die dritte Kabine lmks. Pro
Korridor gibt es niemals mehr als sechs Riiume. /n jl·dem Raum sirun eru·a
al-ht bis I j s,.,.Jt:n an ihn·n Schreibtischen und arbeite''· Es mag flicherlieh
klingen, doch das ist es, ~:as ich 'li.:ahrnl'hme. \Viihrl'nd ich den Korridor mit
meinem Führer l'ntlanggehe, st:he ich, ddss in einigen Zimmern die Seden
ganz für sich allein lernen, Li.:iihrend andere Gruppen von Z'ü.:ei bis fünf Seelen bilden.
ln einl'm u:eiteren Raum richten die Schiiler den Blick a~tf l'l-nen an dl'T
Tafel stehenden Lebrer. Als ich das für mich ;;orgesehme Zimmer betrete,
btJlU'n alle inne und schenkl'n mir ein breites Uchdn. MtJnche u:inken, und
ein paar rufen Hurra, tJis häuen sh· mich eroL·ann Dif'jenigen, die der Tür
am nächsten sind, bringen mich zu ml'inem Platz, und ich bereite mich darauf vor; am Unterriebt teilzunehmen. Ich habe den Eindruck, dass die Zeit,
die ich gefehlt habe, nur so lange diJuerte u.:if' ein kurzer Einkauf im ~·uper­
marln an der Ecke.

Die meisten meiner Klienten erzählen, Jass die G(.·bäudc, in denen sich ihre spiritu·
ellen Klassenzimmer befinden, nur ein Erdgeschoss haben, aul:h wenn es Ausnahmen gibt. 'Wie etwa im nächsten f-all, bei dem eine Seelenamens Rudalph, die sich
in der Mittelstufe befindet, eine Rolle spielt.

Fall 28
Dr. N.: Rudalph, beschreibe mir Joch bitte, was du siehst, sobald du dich deinem

Ziel näherst, al!<io dem Ort, an Jen du in der geistigen Welt gehörst.
K.: Ich bin in der Nähe meines Kokons, und um mich herum sieht es aus wie in einem Park, die Landschaft ist ruhig und friedlich. Ich sehe eine ganze Reihe nm Blasen, weiche, durchsichti~e Blasen, in denen sich Seelen befinden.
Dr. N.: Und erkennst du deinen eigenen Kokon?
K.: Oh ... ja ... obwohl ich mich ... erst wieder an die ganze Szenerie gewöhnen
muss. Es geht mir gut. kh hätte da.s alles auch allein machen können, aber meine
Führerin Tahama ferne lndronerlflj begleitet mich auf dieser Reise, da sie weiss, dass
ich nach einem langen und anstrengenden Leben c~chöpft bin. [tfte K,'.entm srarb
1 937 1m Alter von 83 juhreTJ) Sie ist sehr aufmerksam.
Dr. N.: Gut, beschreibe mir, wie dein Kokon aussieht.
k.: Es ist eine grosse Blase- ein Schulgebäude- mir drei Stockwerken. Innerhalb
dieser Blasen befinden sich viele helle farbige Punkte mit Sedencnergie.
Dr. N.: Alles das kannst du von ausseehalb sehen?
K.: Ja. alles ist halb durchsichtig ... milchig.
Dr. N.: Gut, begib dich ins Innere und schildere mir, wie du dil·se drei Stockwerke
wahrnimmst und was sie für dich bedeuten.
K.: Die drei Stockwerke sind durchsichtig und sehen wie Glas aus. Jedes Stockwerk
ist durch eine Treppe mit einem Studienbereich verbunden, der sich an einem Ende

/)9

befindet. Auf jedem Stockwerk werden Gruppen unterrichtet. Ich betrete Jas Erdgeschoss, wo eine Anfängergruppe von 18 Seelen einer Gastdozentinnamens Bion
lauscht. Ich kenne sie- sie ist sich der Fallstricke für junge Menschen sehr wohl bewusst. Sie 7.eigt Stärke, ist aber sanftmütig.
Dr. N.: Kennst du alle Lehrer in dieser Schule?
K.: Gt•wiss doch, ich bin ja einer \'On ihnen - allerdings noch ein Neuling. Ich
möchte damit nicht prahlen, ich bin also ein Referendar, aber sehr stol:c. darauf.
Dr. N.: Das steht dir auch zu, Rudalph. Befindet sich auf jedem Stockwerk eine
Primärgruppe?
K.: [zögernd) Nun, im PJrterrc und im ersten Stock schon- im ersten Stock arbeiten 1wölf davon. In den oberen Etagen arbeiten Seelen aus anderen Gruppen an ihren jeweiligen Spczialgebieten.
Dr. N.: Ist di(.·s das Gleiche ~·i(.· ein seihstständiges Srudienprogramm?
K.: Ja, das ki.lnnte man so sagen.
Dr. N.: Gut, was passiert als Nächstes?
K.: Tahama sagt mir. wo ich hin muss, und erinnert mich Jaran, Jass ich in Jen
zwei1en Stock geh(ln.:, mir aller so \·iel Zeit lassen kann, wie ich will. Dann \'erlässt
sie mich.
Dr. N.: Weshalb?
K.: Nun, ... unsere führer in diesem Zentrum achten darauf, dass hier normale Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern herrs,hen. Aufgrund ihres beruflichen
Ranges ist es nicht angesagt für sie, zu familiär mir uns zu werden. Das soll nicht
heissen, dass sie sich wie blasierte Professoren auf Erden \'erhalten. Es ist gan7. anders. Die Meistl•rlehrcr wie l"twa mein anderer Führer Relon halten etwas Distan7.
zu Jen Schülern, wenn sie nicht gerade im Unterricht sind. um ihnen gC"nügend
Raum zu geben und es ihnen zu ermöglichen, sich untcrcinanJl·r auszutauschen.
Ihrer Ansicht nach ist es wichtig für die Entwicklung der Schüler, dass sie -die
Lehrer - nicht dauernd um sie herum !lind.
Dr. N.: Sehr interessant. Bitte weiter, Rudalph.
K.: Nun, Tahama sa~t., dass sie später noch einmal nach mir sieht. Um ehrlich zu
sein, hin ich noch nicht gan7. an Jiesen On gewöhnt. Das ist immer so, wenn ich
zurückkehre. Es dauert seine Zeit. bis ich mich eingewöhnt habe, also werde ich
mich entspannen und mich an den Kindern im Enlgcschoss l·rfrl'Uen.
Dr. N.: Kinder? Du nennst diese Seelen auf Niveau I Kinder?
K.: (.'achend] Nun, vielleicht klin~t Jas l'in wcni~ arro~ant, aber so nennen wir halt
die Anfänger, die in ihrer Entwicklung noch ziemlich wie die Kinder sein können.
Diese Gruppe hat eben erst angefangen. Sie akzeptieren mich, weil ich mich mit ihnen beschäftigt halle. Ich kenne diejenigen, die aus Mangel an Selbstdisziplin immer
wieder die gleichen Fehler machen. Sie geben sich nicht besonders viel Mühe. in ihrer Entwicklung weiterzukommen. Doch ich bleibe nicht allzu lange, weil ich sie
nicht vom Unterricht ablenken möchte.
Dr. N.: Welche Haltung hat die Lehrerschaft gegenüber denjenigen. die nur langsam
lernen?
/40

1\ ,,., r11

~- Seclcngrurr~·n~\"\[C'IIle'

Die Lehrer der Unterstufe werden, offen gesagt, jener Schüler schnell überdrüs·
sig, die sich fast wei~ern, Fortschritte zu machen- also lassen sie sie weitgehend in

1.:

Ruhe.
Dr. N.: Soll das heissen, dass die Lehrer jene Schüler praktisch aufgegeben haben, die

Schwierigkeiten machen?
IL Nun, es ist wichtig zu wissen, Jass die Lehrer endlosr Geduld zei~en, Jcnn Zeit
ist hier bedeutungslos. Sie warten einfach so lange, bis der Schüler selbst keine Lust
mehr hat, ständig auf der Stelle zu treten, und sich freiwillig mehr ins Zeu~ legt.
Dr. N.: Ich verstehe ... Bitte fahre weiter mit deinem Rund~ang durch diese Schule.
K.: Ich blicke durch die Glasdecke in den ersten Stock. Das ist meine nächste Station. Von hier .aus wirken die Seelen flausehig und hauchzart. Ich brauche eigendich
gar keine Treppe, doch sie strht für ein geistiges Stück Weg in meinem Kopf. Auf
meinem Weg in den ersten St~k sehe ich die Heranwachsenden. Sie sind wie hyperakti ...·e Teenager ... voll rastloser Energie ... Schwämml·, die jede Menge Informationen aufsaugen und damit auch etwas anfangen wollen. Sie lernen, wie man
sich zusammenreisst, doch viele wissen noch nicht, wie man das Erworbene wirkungsvoll im Umgang mit anderen einsetzt.
Dr. N.: Würdest Ju als Lehrer sagen, dass diese Seelen mit sich selbst beschäftigt
sind?
K.: [lochend] Das ist Joch normal und geht einher mit einem ständigen Bedürfnis,
durch äusscre Reize angeregt zu werden. [ernsrhc;(!er) Hier hat Enit das Sagen- ein
Zuchtmeister mit einem grosscn Hcr7.en. Ich bin noch nicht so weit, um auf diesem
Ni...-eau unterrichten zu können. Momentan haben sie Pause. Ich bin gern mit ihnen
zusammen, denn sie fragen mir Lücherinden Bauch über meine Erfahrungen auf
der Erde und wie es mir gelungen ist, bestimmte Din~e zu b(.·~·erkstdligen. Bald ist
es Zeit für mich, in den zweiten Stock zu wechseln.
Dr. N.: Was würde passieren, wenn einer dieser Schüler dir dorthin folgte?
K.: [liichelnd) Es kommt schon mal ...-or, dass ein neugieriger Schi.iler einen Blick in
die Oberstufe wirft, es ist so ähnlich, wie wenn ein Schüler aus der Minelsrufc in
die Abiturklasse geht. Da wäre er verloren. Auf der Erde würde man sie wohl ein
wenig hänseln, doch irgendwann würden sie wieder in ihre ei~ene Klasse zunickgebracht werden. Hier oben ist es genauso.
Dr. N.: Gut, also auf in den zweiten Stock. Magst Ju mir schildern, wie es dort aussieht?
K.: [(röhJrch} Das ist mein Bereich, und wir sind wie junge Erwachsene. Viele sind in
der Refcrcndarausbildung. Die geistigen Herausforderungen haben hier etwas
Dauerhafteres. Wir beschäftigen uns nun mit der Fähigkeit, einfallsreich zu sein,
anstatt nur auf Situationen 7.ur reagieren. Man bringt uns bei, wie wir schüt7.en und
informieren, wie wir unsere Augen offen halten und auf unseren irdischen Reisen
den Geist der anderen dun:h Jas Licht in ihren Augen erkennen könnl"n.
Dr. N.: Erkennst du Bekannte?
K.: Oh, ich sehe Elan. f.'hr Ehemann rm ~·er~angenen uncJ JC[z,gen Leben. em SC'cl('f'1ge(Ohrre der ersren Kore~orre] Er erscheint mir so, wie wir in unserem let:ttcn Leben
U/

waren. Elan lädt meine aus~daut;te F.neq!;ie durch seine Liebe auf- so, als würde er
ein Feuer im Ofen entzünden. Ich war lange Zeit Witwe ... f~rrer lrCje"j Einen
Au~enblick lang werden wir beide in einen See aus Gli.i~k getJu~ht.
Dr. N.: {r1ach €1r1er Pause] Und sonst?
K.: Alle! Da sind Esent [1m gegenwdrc,gen Leben ä.e l.,rh, :te~ J und Blay. ['" gegenwCr''RCrl Leber: ('1ne 1hrer bC'sten F'reur:drnnen - Ki,er:!l'l ww: plötZliCh c.~eelenkt} Ich
möchte kurz in den dritten Stock, um meine Tochter Anna zu sehen. [aucJ-; ·'Tl p:tZIger: Leben d1e Tochter]
Dr. N.: Was kannst du mir über die dritte Etage erzählen?
K.: Hier oben befinden sich nur drei Seelen, und von umen sehen sie wie formlose
Schatten aus Gold und silbrigem Blau aus. Es ist eine grosse Wärme und Liebe um
diese Seelen, die dabei sind, das Erwachsenenaher zu erreichen. Sie werden sehr geschickt darin werden, der Seele behilflich zu sein, sich ihres menschlichen Körpers
zu bedienen. Ich spüre, dass sie das Gefühl haben, eher von einer ~öttlichcn Substanz bcrühn worden zu sein. Sie sind im Einklang mit sit·h selbst. Wenn diese Wesen aus einem Leben in der physischen Wclt zurückkehren, müssen sie sich nicht
wie ich erst wieder ein~ewöhnen.
Dr. N.: Wo befinden sich die älteren Erwachsenen, etwa die erfahrenen Führer, die
Älteren usw.?
K.: Sie sind nicht in dieser Blase, ll.'ir werden anderswo auf sie S[Ossen.

Die Bibliothek der Lebensbücher
Viele meiner Klienten berichten, dass sie sich bald nach der Wiedervereini~un~ mit
ihrer Seelengruppe in einer An forschungsbibliothek wiederfinden. Ich habe mich
mittlerweile mit der Vorstellung angefreundet, dass wir im Zuge unserer notwendigen AushiiJung unmittelbar nach unst.·rer Rückkehr damit beginnen, unser vcrgangcncs Leben eingehender zu betrachten. Nachdem ich meinen LeseriMen und Lesern im Buch DIE REISEN DfR SE ELF. beschrieben habe, wo unsere Lehensbücher
aufbcwahn werden, hat man mich gebeten, weitere F.in7.clhciten preiszugeben.
Die Erwähnung von GebäuJen in unserer spirituellen Heimat, wie wir sie au~h
auf der Erde kennen, umfasst auch eine Bibliothek, wobei die einzelnen Schilderungen grossc Übereinstimmungen aufweisen. Im irdischen Sinne ist eine Bibliothek eine systematische Sammlung von Büchern, ~eordnet nach Titeln und Namen,
die Informationen bereithalten. Die spirituellen Lebensbücher sind mit den !'lamen
meiner Klienten \'ersehen. Das mag eigenartig klingen, doch würde ich mit einem
intelligenten Wasserwesen vom Planeten X arbeiten, das no~h ni1.· auf der Erde gewesen ist und sich zum Lernen in einem Meeresflutbecken aufhielte, dann hin ich
sicher, dass dieses Wesen bei seiner Schilderung der geistigen Welt genau so ccwas
sehen würde.
Spirituelle Klasscn7:immcr sowie die dazugehörigen Kabinen, in denen Primärgruppen am Lernen sind, habe i~h bereits erwähnt. Dazu ~ehören aber auch noch
abgetrennte kleinere Räumlichkeiten, in denen eine Seelc in völliger Abgeschiedenheit ganz für sich allein lernen kann. Die Bibliothek hat da schon andere Ausmasl-11

se: Die l.chenshücher, so höreich immer wieder, befinden sich in einer ~ewahi~cn
Aula, in einem rechteckigen Gebäude, wo J.n den W'änden Bücherre~alc stehen und
zahllose Seelen lesend an Tischen sitzen und einander nicht 1.u kennen scheinen.
\X'cnn meine Klienten eine spirituelle Bibliothek beschreiben, sieht d.1s meist etwa
so aus wie in der schematischen DJ.rstellung von Abb. ) (si~..·he n:ichstc Seite).
Als Bibliothekare funt:;ieren hier An.:hi\',Useclen, Jie für die Bücher vcrantwonlich sind. Es sind ruhige, fast mönchisch anmutende Wesen, Jie sowohl den Geistführern als auch den Schülern aus den Primärgruppen bei ihrer Suche nach Informationen bchilnich sind. Eine solche spirituelle Bibliothek ist der Seele je nach deren Wissensstand in vielerlei Hinsicht nüt1.lich. DJ.hei stehen ihr entweder die
eigenen Geistführer, die Archinre oJer bcidc mit Rat und Tat zur Seite. ~lanche
Klienten begeben sich nach ihrer Rückkehr in die geistige Welt alleine hierher, während andere \"On ihren G1..·istführern begleitet werden. Der Führer weist den Si..·hülcr ein und nrlässt dann den Raum. Vieles spielt dJ.bei eine Rolle, so zum Beispiel
die Komplexität der Forschung und der \"Oll der lernenden Seele zu bearbeitende
Zeitraum. Manchmal arbeiten die Schüler zu 7.weit, doch in der Regel beschäftigen
sie sich alleine, nachdem ihnen die Archinre ~eholfcn haben, die richti~en Lebensbücher zu finden.
l)ie östlichen Philosophien lehren, dass jeder Gedanke, jedes Won und jcJe Tat
aus sämtlichen vergangenen Leben ebenso wie jedes Ereignis, an dem wir teilhatten, in der sogenannten Aka.sha-Chronik aufgezeichnet sind. Mit Hilfe von Schriftgclehnen lassen sich dort auch potenz.iellc zukünftige Ereignisse einsehen. ~lit dem
Begriff Akasha ist im Wesentlichen die Substanz der gesamten universellen Erinnerung gemeint, die wie eine Kombination aus Audio- und Videoband alle 1-~nergic­
schwingungen der Existenz aufzeichnet. Auf die Beziehungen zwischen güttlicher,
unsterblicher und bewusster Erinnerung bin ich bereits eingegangen (siehe Abschnitt ·Erinnerung• aufS. 130). Ein Beispiel für diese Verbindungen der nrschiedenen Erinnerungsformen sinJ etwa unsere menschlichen Vorstellungen nm spirituellen Bibliotheken, zeitlosen Orten, an dL·nen wir über \·erpasste Gelegenheiten
und unsere Verantwortung für frühere Handlungen nachdenken können. Die Lehren des Ostens gehen dJ.von aus, dass die Substan7. sämtlicher früherer, r;egenwärtiger und zukünftiger Erci~nisse auf Energieteilchen gespcichcn wird und dann im
Rahmen eines heiligen, spirituellen Szenarios durch schwingungsmässige Ausrichtung wieder abgerufen werden kann. fi..ir meine Begriifc wurde die Idee von individuellen spirituellen Auf?.eichnungcn zu jeder einzelnen Seele weder in lndil·n
noch sonst wo auf der Welt geboren. Es dürfte uns hier vielmehr dadurch bewusst
~ewordcn sein, dass unser spiritueller Geist von solchen Aufzeichnungen aus den
Leben zwischen den l.eben wciss.
t::s hat für mich etwa.s Beunruhigendes, dass bestimmte Aspekte wiedergewonnener Erinnerungen übL•r diese spirituellen Bibliotheken durch menschliche Glaubenssysteme unterminiert werden können, die den Menschen Angst einjagen .!>ollen. In den östlichen Kuhuren haben sich Schulen herausgebildet, die zu der Auffassun~ gelangt sind, bei den Lehensbüchern handle es sich um Analogien zu
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Bibliothek der Lebensbücher

A: ßücherTegale an den Wänden cmes langen. r·echtcckrgen Gebäudes.
8: Abl,tgen für- die Archivare und Gerstführer. die den Seelen berm Her·,aussuchen der nchtrgen Bücher· behilflrch srnd.

C: Lange Lesetrsche.
0: Regdle und Tische erstrecken srch endlos weiter und verschw•nden aus dem
Blickfeld.

144

spirituellen Tagebüchern, Jie man als Reweismincl gegen Jie Seele verwenden könne. Visionen von spirituellen Bibliotheken werden als Sunaricn gedeutet, in Jenen
\"erfahren gegen abtrünnige Seelen vorbereitet werden, und zwar auf der GrundLage karmiseher Aufzeichnungen über sie. Gehen wir in diesem fehlgeleiteten Glaubenssystem einen Schritt weiter, so kommen wir zu dem gefürchteten Tribunal, das
im Zuge bestimmter Aussagen über die Schwächen und Fehirr einer Seele in Jer~n
letzten Leben ein Urteil fällt. Es gibt Hellseher, die von sich behaupten, sie scil·n
dazu berufen, anha.nd der Akasha-Chronik einen Blick auf zukünftige Ereignisse
werfen zu können, und nur sie seien in Jer Lai!;e, ihre Anhänger vor eine Katastrophe zu bewahren.
Der Hang des Menschen zur Übertreibung kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, anderen Angst einzujagen. Ein gutes Beispiel dafür ist Jie Angst \"Or Bestrafung derjenigen, die sich umbringen wollen. Selbstmord galt immer als Todsünde, die im Jenseits schwer bestraft wird. So drohen etwa auch die christlichen Religionen jenen, Jie an Selbstmord denken, sie kämen in diesem rall nicht in den
Himmel- doch das ist die falsche Methode. ln den letzten Jahren hat so~ar die katholische Kirche nach meinen Informationen ihre starre Haltung zum Selbstmord
gelockert. Es gibt mittlerweile einen vom Vatikan abgesegneten Katechismus, in
dem es zwar heisst, Selbstmord sei •ein Versross gegen Jas Naturgesetz•, gleichzeitig wird aber hinzugefügt: •Es gibt Möglichkeiten, die nur Gott alleln kennt, heilsame Reue zu zeigen.•

Selbstmord aus Sicht der geistigen Welt
Bevor ich mich eingehend mit einer Klientin beschäftigen werde, die sich in ihrem
letzten Leben umgebracht hat und der dann in der geistigen Weh anhand ihres Lebensbuches Alternativen aufgezeigt werden (siehe r:alll9 aufS. 148), unterbreche
ich hier die Behandlung des Themas spirituelle Bibliothek kurz und gehe auf einige grundsätzliche Fragen ein, die mir zum Thema Selbstmord und Wiedergutmachung in der geistigen Welt gestellt wurden.
Wenn ich mit Klienten arbeite, die in früheren Leben Selbstmord begangen haben, so höreich bei der Rückführung kurz nach dem Moment ihres Todes in Jer
Regel folgenden Satz: •Du lieber Himmel, wie konnte ich nur so dumm sein!• Es
handelt sich hier wohl~emerkt um gesunde Menschen, nicht um solche, die an einer schweren Krankheit leiden. Wenn ein junger oder .dter Mensch Selbstmord begeht, dessen körperlicher Zustand die Lebensqualität derart beeinträchtigt hat, dass
keine Hoffnung mehr besteht, wird Jas in Jer geistigen Welt anders interpretiert 3ls
in Fällen, bei denen sich die Betreffenden guter Gesundheit erfreuten. Während
man allen Fällen von Sdbstmord Verständnis und Güte entgegenbringt, werden
diejenigen dennoch zur Rechenschaft ge1.ogen, die trotz ihres gesunden Körpers
den Freitod gewählt haben.
Nach meiner Erfahrung leidet eine Seele nicht unter Schuldgefühlen oder unter
dem Eindruck, versagt zu haben, wenn bei ihrem Tod Sterbehilfe im Spiel war. Ein
anschauliches Beispiel duu ist - unter dem Abschnitt •Der freie Wille• - Fall64
141

(siehe S. 332). Wenn wir unter unerträglichen körperlichen Schmerzen leiden. wenn
wir wie hilnose Kinder nur noch an Schläuchen hiingcn, dann steht uns das Recht
7.U, aus dieser Siruation der Qual und Um\'ürde befreit zu werden. Ich habe festgestellt, Jass in der geistigen Welt keine Seele gebrandmarkt wird, wenn sie dun:h eigenes Handanlegen oder durch das Eingreifen eines mirfühlenden Betreuers einen
Körper \'erlassen hat, der diesen Namen nicht mehr \'erdient.
Ich habe mit zahlreichen Menschen gearbeitet, die einen Sclhstmord\'crsuch unternommen haben, Jahre bevor sie zu mir kamen, und es ist mir bescheinigt worden, dass ihnen unsere gemeinsame Arheit wert,·olle Perspektiven auf?eigen konnte. Manche davon waren, als ich sie kennenlernte, nach wie ,·or seelisch insubil,
während es anderen gelungen war, ihre Selbstmord~cdanken hinter sich zu lassen.
Jedenfalls weiss ich, dass man Menschen ernst nehmen muss, die ,·on sich behaupten, die gehörten nicht auf die Erde. Es ki.lnnte sich um potenzielle Selbstmordkandidaten handeln. In meiner Praxis teile ich diese Personen in drei spirituelle Grup.
pen em:

1. junge, hochsensible Seelen, die ihre Inkarnationen auf der Erde hegonnen,
hier aber wenig Zeit Hrbracht haben. Manche Seelen dieser Kategorie hatten
grosse Probleme damit, sich an den menschlichen Körper anzupassen. Sie
fühll·n sich in ihrer F.xistenz bedroht, weil diese Erfahrung so grausam ist.

2.

Jüngere und ältere 5<-clen, die auf einem anderen Planeten inkarniert hatten,
bevor sie zur Erde kamen. Wenn diese Seelen auf Wehen ~eicht haben, die
weniger brutal als die Erde sind, bufl·n sie unter Umständen Gefahr. \'On den
primitiven Emotionen unJ der hohen Dichte des menschlichen Körpers
überwältigt 7.U werden. Das sind die so~enannten Hybri.dseclen, auf die ich
im letzten Kapitel eingegangen bin. Diese \'('esen haben in ihrer Mehrheit Jas
Gefühl. in einem fremden Kürper zu stecken.

J.

Seelen unterhalb von Ni\'l."au Ill, die seit ihrer Erschaffung inkarniert haben,
aber keine gute Symbiose mit ihrem jetzigen Körper eingegangen sind. Diesc Seelen haben einen Lehensvertrag mit einem Gastgeberkörper akzcptil."n,
dessen physisches Ego sich radika] von ihrer unsterblichen Seele unterscheidet. Sie haben Probleme damit, sich im ~e~cnwänigen Lehen selbst zu finden.

Was passiert mit jenen Seelen, die in einem gesunden Körper steckten und trotzdem
Selbstmord begingen? Diese Seelen berichten, dass sie sich vor ihren führcrn und
Gruppenmitgliedern minderwenig vorkommen, da sie in eim:m früheren Leben ihren Schwur gebrochen haben. Auf~rund der verpassten Gel~enheit ist das Selbstwcrtgcfühl beeinträchtigt. Das Ltben ist tin Geschenk, und es ist \'icl Sorgfah darauf ,·erwendet worden, einen ganz bestimmten Kürper zu t.nJen. der uns zum
Besten gereicht. Wir sind die Hüter dieses Kllrpers, und damit ist eine heilige Verantwo.nung \'erbund.cn. Meine Klienten nennen das einen Vertrag. Besonders der
Seihsirnord eines jungen, gesunden Menschen ist in den Augen unserer Lehrer ein
/46

.-\kt grosser Unreife und Verantwonungslosigkeit. Unsere spirituellen Meister vertrauen auf unseren Mut, das Leben in einem iunktionstüchrit::cn Körper zu Ende zu
leben, und zwar auf natürliche Weise, ~anz t;leich, wie schwierig dieses au..:h sein
m.1g. Ihre Geduld mit uns ist zwar grenzenlos, doch bei wiederhohem Selbstmord
indert sich ihre prinzipielle Bereitschaft zur Versöhnlichkeit.
Ich hatte einen jungen Klienten, der ein Jahr, bevor er zu mir kam, ,.t'rsucht hatte, Selbstmord zu begehen. Wahrend unserer Hypnosesitzung stiessen wir auf ein
~1uster der SclhS[zersrörung, das otus anderen Leben stammte. Im Gcsprä..:h mit sei·
nen Meisterlehrern im Rahmen einer Ratssitzung, die nach seinem letzten Leben
stau fand, sagte ihm einer da\'on folgendes:

Du bist erneut zu früb zurückgt•kommen, und ~.'ir sind entläuSC"ht. HtJst clu
immer noch nicht begriffen, dass die glr:i<·ht· Prüfung immer sch'li-·ierig('T u·ird,
je öfter du ein /.eben auf diese W'eise bandest? Aus vielerlei Gründen ist dein
Verhalten selbstsüchtig, nicht zuletzt deshtJib, 'Wit·il du jene im S<·hmerz zurücklässt, die dich gdit·bt htJbcn. \t'ie oft <u.'illst du eigentlicb nocb einen 'ii'llnderbtJren Körper, den u·ir dir gegebtm htJben, einfach so 'i.i-·eg"i.i.·erft•n? Sag uns,
u·e,m du hereil bist, damit tJufzuhör(·n, dich in Selbsrmicleid :w suhlen 1md
dcim· Fi:ihigkeict'n zu unterschätzen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals mitbekommen zu haben, dass einer
meiner Klienten wc);en seines Seihstmords von einem Ratsmitglied dermig 1-Usammengestaucht wurde wie in diesem Fall Monate später schrieb mir dieser Klient ei·
neo Brief, in dem er berichtete, ,!Jss er seine Seihstmordgedanken seitdem \'erdrängte, da er diesem Ratsmitglied 7.ukün.ftig nach einem weiteren Selbstmon.J
nicht mehr gt:"genübertreten wollte. Durch etwas posthypomische Suggestion gclan); es mir, diese Szene verha\tnismässig mühelos in sein Bewusstsein zu inte~rie­
ren, sodass sie seither J.ls Abschreckun); dient.
In der Regel hat sich bei Sdhstmordfallen, in denen der Kürper gesund ist, die
Seele mit zwei Dingen auseinandcrzusetzcn: Wenn es siL"h nicht um eine \\:1iederholungstat handelt, wird sie haufig ziemlich rasch in ein nC'ues Leben 7.urückgC"schickt, und zwar auf eigenen Wunsch, um die verlorene Zeit gutzumachen. Das
könnte bereits fünf Jahre nach ihrem letzten Tod auf der Erde der Fall sein. ln der
Regel ist die Seele davon überzeugt, dass es wichtig ist, sich wieder ins Getümmel
des Le~cns zu stürzen, nachdem man in einem früheren Lehen ,·ersagt hat.
Schliesslich \'erfügen wir als menschliche Wesen über ausgepr:igtc Überlebcnsinstinktc, und die meisten Seelen k.lmpfen mit I Iänden und füssen darum, am Leben
7.U bleiben.
für diejenigen, die sich gerne aus dem Staub machen, wenn die Sache ungemütlich 7.U werden hcginnt, ~bt es aus gutem Grund Onc, wo Reue empfunden werden kann. Dort gibt es jedoch kein Pantheon des Schreckens in irgendwelchen
dunklen Unterwehrcgionen, die für Sünder geschaffen worden waren. Es kann
sein, dass diese Seelen, statt in einer Art trostlosen Hölle auf ihre Bestrafung zu
warten, sich freiwillig dazu cntschliessen, auf einer schönen Welt mit \\'asscr, B.äu/47

men und Bergen Zutlucht zu suchen. aber nicht in ein anderes Leben zurückkehren
wollen. An dil·scn Orten der Abgeschiedenheit gibt es keine Kontakte 7u anderen
Seelen, abgesehen \'On sporadischen Versuchen eines f"ührers, der ihnen bei der Beuncilun~ des vergangeneo Lebens behilflich ist.
Orce der Isolation gibt es viele, und ich muss einräumen, dass sie fürchterlich
langweili~ zu sein scheinen. Doch vielleicht ist gerade das der Punkt. Während du
selbst für die nächsten Spiele aur der Bank Platz nehmen musst, sind deine Mannschaltskameraden damit beschäftigt, sich neuen Herau-.fordcrun~en im Leben zu
stellen. Das scheint seine Wirkun~ nicht ;tU verfehlen, denn diese Seelen kehren
zwar erfrischt in ihre Gruppen zurück, wissen aber gleichzeitig, dass ihnen \'ielc
Möglichkeiten 7.um I-landein im Sinne persönlicher Wciterenrwi~.·klung mit ihren
freundenentgangen sind. Trotzdem gibt es Seelen, die sich nie an die irdischen Bedingun~en anpassen werden. Manche sollen, so habe ich gehön, für weitere Inkarnationen anderen \';'ehen zugeteilt werden.

Was ein Blick in unser Lebensbuch bewirken kann

Kehren wir zurück l.Um Thema spirituelle Bibliotheken. Bei den nächsten bt.·iden
Fällen geht es darum, wdchcn Eindruck es bei der Stele hinterlässt, wenn sie einen
Blick in ihr Lebensbuch werfen kann. In beiden Fällen gibt es Hinweise daraul,
dass dabei mit Vl'ränderten Realitäun gearbeitet wurde. Die Frau im folgenden
Fall29, eine Sdbstmörderin, schildert die Untersuchung Jieser Tat in einer Bibliothek (Reue in Jer geistigen Weh setzt häufi~ Jon ein), und es werden ihr eine Reihe
von Alternativen gezeigt, die sie in ihrem \'ergangenen Leben hätte ergreifen können, und zwar im Rahmen ,·on vier koex.istcntcn Zeitsequenzen. Oie erste Zeitlinie
war das eigentliche Lehen. Dabei ist sie mehr Beohachtcrin dieser Szenen als Teilnehmerin. ln 1-"all 30 weiter unten kommt dann jedoch tatsächlich eim· Szene ins
Spiel, bei der die Realität nrändert wurde und in Jer die Seele eine Szrnc aus ihrem
verg.:mgcnen Leben unter dramatischen Umständen bt_·trin, um zu erleben, wie die
Sache auch hätte ausgehen können. Mit beiden Fällen soll gezeigt "'·erden, wie \'iele Wahlmöglichkeiten das Leben bietet.
Unsere Geistführer entscheiden, welches die wirkungs\"ollstcn Miucl und Wege
der ~lb!~terkenntnis in der Bibliothek darstellen. \';'ic und bis zu Wl·lchem Ausmass
diese Sclhstcrforschun~ dann weitergefühn wird. obliegt der Kompcrcnz des Archivars.

Fall 29
Amy war n1r Kurzem aus einem kleinen Dorf in England in die ~eistige Weh zurückgekehrt, wo sie sich als Sechzehnjährige im Jahr 1860 umgebracht hanc. Diese
Seele wartete weitere I OJ Jahre. ehe sie erneut inkarnierte, weil sie Jaran zweifelte,
dass sie mit den Widrigkeiten des Lebens fertigwerden könme. Amy haue sich in
einem Teich ertränkt, weil sie im zv.·citen Monat schwanger und nicht verheiratet
war. Ihr Liebhaber Thomas war erst eine Woche 1.uvor bei einem Sturz \'on einem
Strohdach, das er repariene, J?;CtÖtet worden. Die zwei hatten einander se!U" geliebt
/48

1\.

\PI: 11

_'i- S~dll'"l>)l;r1.1pp~n~yH~11H."

und wollten heiraten. Während des Rückblicks auf dieses vcrgangene Lehen be·
richtete mir Amy, dass sie das Gefühl hatte, ihr Leben sei \'Orbei, als Thomas den
Tod fand. Sie sagte, sie wolle ihrer Familie keine ~hanJe machen, denn die Leurc
v.iirden bestimmt über sie reden. Unter Tränen sagte sie: •Ich wusste, sie würden
mich eine Hure nennen, und wenn ich nach London ~ehen würde, würde gcnau Jas
aus einer jungenfraumit ledigem Kind Wl.'rden.•
Im falle eines ~lbstmordes kann es gut sein, Jass der führer der Seele Abson·
derung, aggressive Energiecrneucrung, eine schnelle Rückkehr oder eine Komhina·
tion dieser Mö~lichkeiten vorschlägt. Als Amy nach ihrem freitod ins Jenseits
kam, warteten ihr Führer Likiko sowie die Seele von Thomas auf sil', um sie eine
Weile zu trösten. Bald darauf fand sie sich allein mit Lik.iko in einem wunder'• ollen
Garten wieder. Amy spürte, dass Likiko enttäuscht w:1r und erwartete, wcgl'n ihrer
Feigheit getadelt 7.U werden. Wütend fragte sie ihren Führer, ~·arum Jas Leben
nicht so \-'crlaufen war, wie es sich zu Beginn angelassen haue. Vor ihrer Inkarnation hatte nichts auf die Müglichkeit eines Selbstmords hingedeutet. Amy war der
Meinung gewesen, sie würde Thomas heiraten, mit ihm Kinder haben und bis an
ihr l.cbensendc ein glückliches l.eben mit ihm im Dorf verbringen. Doch irgendjemand, so schien ihr, h.uu· ihr den Boden unter den Füssen weggc:togcn. Likiko er·
klärte, dass der Tod \'On Thomas eine der Alternativen in diesem Lebenszyklus war
und c.lass sie die Freiheit gehabt hatte, bessere Entscheidungen zu treffen als sich 1.u
toten.
Amy erfuhr, dass die Entscheidung von Thomas, sich auf dieses hohe, steile und
~efährlich p;lanc Dach zu begeben, am wahrscheinlichsten war - untso mehr, da
sein Seelengeist diesen •Unfall• bereits als Test für sie selbst in Erwägung gezogen
hatte. Später wurde ihr mitgeteilt, dass Thomas sehr nahe daran ~ewesen war, die
Arbeit auf dem Dach ab?.ulehnen, weil er innere Krähe spüre, die ihn in die andere
Ri..:h[Ung zögen. Alle Mitglieder dieser Seelengruppe sahen offenbar, Jass Amys
fähigkeit wciterzuleben grüsser war, als sie sich seihst 7Utrautc, obwohl sie auch
schon in früheren Leben Unsicherheifl.-n gezeigt hatte.
Andererseits hatte Amy das Gefühl, dass die ganze Übun~ grausam und ühcrnü'Sig war, sobald sie sich auf der anderen Seite befand. Likiko erinnerte sie J.uan,
Jass das Thema Selbstbestrafung ständig wiederkehrte bei ihr und Jass sie dieses
Manko auszuräumen hatte, wenn sie jemals anderen dabei helfen wollte, mit dem
eigenen Leben besser fcrti~zuwcrdcn. Als Amy erwiderte, ihr sei gar nichts anderes übrig geblieben, als sich :tu töten, wenn man die l.cht·nsumstände im ,-iktoria·
nischenEngland in Betracht zöge, fand sie sich in folgender Szene wieder:

.,.. . ';

Dr. N.: Wo befindest du dich jet7.t?
K.: (erwas rlesoncnr1en:] Ich bin in einer Art Lesesaal ... es sieht ... gotisch aus ...
steinerne Wände ... lange Marmortische ...
Dr. N.: Was meinst du, warum befindest du dich in einem solchen Gebäude?
K.: [zögernd} Eines meiner Lehen verbrachte ich als Münch in Europa. ['m I 2. johrhundeo} Ich hielt mich gern im alten Kreuzgang des Klosters auf, um dort ungc/49

stört meinen Studien nachzugehen. Aber jet7.t weiss ich. wo ich bin. Es ist die Bibliothek der grosscn Bücher ... der Aufzeichnungen.
Dr. N.: Viele nennen sie l.ebensbücher. Ist dies Jas Gleiche?
K.: Ja, wir alle benutzen sie ... [zOgen. ·sr abxele . . . kc] da ist ein heunruhigt '\\'irkender
alter Mann in einem weissen Umgang, der auf mich 7ukommt ... der um mich hcrumschwebt.
Dr. N.: Was macht er?
K.: Nun, er hat Schriftrollen oJer zusammengefaltete Karten dabei. Er murmelt ct·
was und schünclt den Kopf.
Dr. N.: Hast du eine Ahnung, '\\'arum?
K.: Es ist der Bibliothekar. F.r sagt zu mir: ·Du kommst zu früh!•
Dr. N.: Was könnte er damit meinen?
K.: [zo.~ernrJ] Dass ... ich keine zwingenden Gründe hatte, vor der Zeit hierher 7.U·
rückzukehrcn.
Dr. N.: Zwingende Gründe ... ?
K.: (um erbrechend) Oh ... fürchterliche Schmerzen leiden zu müssen und Jas Lehen
nicht meistern zu können.
Dr. N.: Ich \'erstehe. Was macht der Bibliothekar als Nächstes?
K.: Da ist ein grosser offener Raum, wo ich viele S<.•elcn an langen Tischen erblicke,
überall Bücher, aber ich gehe nicht hinein. Der alte Mann führt mich in eines der
kleinen Privatzimmer an der Seite, wo wir ungestört miteinander sprechen können.
Dr. N.: Wie geht es dir dabei?
K.: [schürrelc res,gn1err den Kopf] Ich vermute, ich brauche momentan eine Sonderbehandlung. Das Zimmer ist fast leer, ich sehe nur einen Tisch und einen Stuhl. Der
alte Mann bringt ein grosses Buch und schlägt es vor mir auf, es sieht aus wie ein
Fernsehschirm.
Dr. N.: Was erwanct er \'On dir?
K.: (unverm1tte:rj Dass ich ihm meine Aufmerksamkeit schenke! Er hreitct die
Sehrihrolle vor mir aus und ölfnct sie. Dann zeigt er auf eine Reihe von Linien, die
für mein Leben stehen.
Dr. N.: Lass dir dabei bitte Zeit und erkläre mir, was diese Linien für dich bedeuten,
Amv.
'
K.: Es sind Lebcnslinicn, meine l.inicn. Die dicken Linien mit grosscm Absu.nd ste·
hen für die wichtigen Ereignisse in unserem Leben und für das Alter, in dem diese
sich höchstwahrscheinlich ereignen werden. Die dünneren schneiden die Ilauptlinien und S(ehen für zahlreiche andere ... Begebenheiten.
Dr. N.: Wie ich gehört habe, stehen diese weniger bedeutsamen Linien für die Mög·
lichkeiten des Handeins im Geg<.•nsat:t. zu den Wahrschcinlichkeitcn. Verstehe ich
das richtig?
K.: [zOgernd} Ja, das stimmt.
Dr. N.: Was kannst du mir noch über den Unterschied zwischen den dicken und den
dünnen Linien erzählen?

/l 0

l.: Nun, die dicke Linie ist wie der Stamm eines Baumes, und die dünneren sind die
Äste. Die dicke Linie, das war mein I lauptwe~. Der alrc Mann zeigt auf diese Linie
und schimpft ein wenig mit mir, weil ich mir einen Ast ausgesucht hatte, der in einer Sackga5se endete.
Dr. N.: Weisst du, Amy, obwohl der Archivar ein Theater um diese Linien macht,
stehen sie doch für eine ~anz.e Reihe ,·on Entscheidun~cn, die du getroffen ha.!tt.
Aus karmiseher Sicht haben wir alle von Zeit zu Zeit die falsche Abzwci~ung genommen.
K.: [erregt] Ja, aber hier geht es um etwas. In seinen Augen habe ich niciH bloss einen kleinen Fehler gemacht. Ich wciss, dass er sich um mich sor~t. [es {olgr e1ne kurze Pause. donn wnrJ d1e Kl,e'1tm laut) leb -u:iirdt• ihm seine verdtJmmte Scbr-,ftrollc
am liebsten über den SchiJ'del hauen. Ich sage: .. Geh do,·h selb)t, und leb du eine
Zeitlang mein /.eben!•
Anmerkuna: Amy ber1chtet we1ter. dass s1cll d(Js Ges.·chr de~ ufter: Mam-es 1Jt.{1Je/lr
.;nd er e1n paQr M1nuLe'l Ieng 0:.1s clef'll Raum gehr. S1e (osst dos so o:J[. c.'s ... :j~oe er
i:r Zell geber>. um SICh Zt; ra~ser:. doch er k.ommf m:T ('rnem wene~er ßJ:::~l ZJ~!ja:.
Es 1Sf an der Srelle aufgeschlagen. on der kny den Arch· .. cr als 1ur.'2.C"'I Mn ..," ~.ehr.
der serner relrgrösen Uberlf•ugurgen we.~en rm o.lren Rom rr: der Arena >'0'1 Uwen
zemssen wrrd. Dann legr er das Buch .... .-eder 7ur SeHe und ö{,fr'lel Arn1s Buch Jrr (raR€ sre. was sre danr: srehc

Alles erscheint lebendig und hell, je nachdem, welche Ged.anken ausgesendet
werden. jetzt erinnere ich mich: Ich habe das schon einmal gemacht. Mehr Linien ... und Bilder ... die ich im Geist vorwäru und rück wäns ablaufen lassen kann.
Aber der alte Mann hilft mir ohnehin dabei.

K.:

Anmerkung: Man hat m1r gesogr. dass d1ese Lm1er:
:ur die Anordnung der Ze1r/mter. sreren.

Schw1ngun,~sabliJu(e

b1lde., d1e

Dr. N.: Was bedeuten diese Linien deiner Meinung nach?

K.: Sie bilden die Muster für die Lehensbilder in der Reihcnrol~c, in der du siebenachten möchtest- in der du sie betrachten musst.
Dr. N.: Ich will dir nicht vorgreiren, Amy. Schildere mir, was der alte Mann jetzt mit
dir macht.
K.: Gut. Er schlägt eine Seite auf, und ich sehe mich auf dem Bildschirm in dem
Dorf, das ich gerade verlassen habe. Es ist eigentlich kein Bild- es ist so echt, so lebendig. Ich bin da.
Dr. N.: Befindest du dich tatsächlich in dieser Szene oder beobachtest du sie nur?
K.: Beides wäre möglich, doch im Augenblick soll ich lediglich beobachten, was
sich abspielt.
Dr. N.: In Ordnung, Amy. Gehen wir doch die Szene durch, wie sie dir der alte
Mann präsentien. Erläutere, was vor sich geht.
K.: Oh ... wir schauen uns an ... was ich noch hätte machen können. Zuerst sehe
ich, was ich am Teich, an dem ich mir das Leben genommen habe, gemacht habe. In
/JI

der nächsten Szene sitze ich noch einmalamTeich auf der Bank. [Pouse] Diesmal
gehe ich nicht ins Wasser, um mich zu ertränken. Ich gehe zuriick ins Dorf. ['dcf?t
zum ersren Mar} Ich bin immer noch schwanger.
Dr. N.: [ebenfolls lachend] Gut, hläncre die Seite um. Was passiert jetzt?
K.: Ich bin mit meiner Mutter Iris zusammen. Ich sage ihr, d.1ss ich von Thomas
schwanger bin. Sie ist nicht so st.:hockiert, wie ich befürchtet habe. Allerdings ist sie
wütend. Sie hält mir eine Standpauke. Dann ... weint sie zusammen mit mir und
nimmt mi~.:h in den Arm. [brrcht zusdmmen. während s:e weuJe,r.:f ~'r h~em BerJch!
for t(ährt 1 Ich sage ihr, dass ich ein anständiges Mädchen hin, aber dass ich eben verliebt war.
Dr. N.: Erzählt Iris die Geschichte deinem Vater?
K.: Das ist eine der Möglichkeiten .1uf dem Bildschirm.
Dr. N.: Fol~e doch binc dieser Müglichkeit für mich.
K.: [Pouse1Wir ziehen alle in ein anderes Dorf, wo wir den Leuten erzählen, Jass ich
Witwe bin. Jahre später werde ich einen älteren Mann heiraten. Nicht gerade ein
leichtes Leben. Mein Vater hat eine Men~;e \'erloren, als wir wegzogen, sodass wir
jetzt sogar noch ärmer sind als vorher. Doch als Familie halten wir 7.usammen, und
schliesslich wendet sich alles zum Guten. [wteder ·M•rnencJ} Mein kleines Mädchen
ist einfach entzückend.
Dr. N.: Ist das die einzige Alternative, die du momentan anschaust?
K.: {resrgnrerenJJ Oh, nein, jetzt betrachte ich eine weitere Möglichkeit. Ich kehre
vom Teich 7Urück und gebe zu, dass ich schwanger bin. Meine F.ltern schreien mit.:h
an und streiten dann miteinander, wer dafür verantwortlich ist. Sie wollen unsere
kleine Farm, für die sie so langehangearbeitet haben, nicht aufgeben und das Dorf
verlassen, nur weil ich entehrt 9."Urde. Sie geben mir etwas Geld, d.1mit ich nach
London gehen kann, um donArbeitals Dienstmädchen zu finden.
Dr. N.: Und wie geht diese Geschichte aus?
K.: {"erbmen] Genau wie ich es befürchtet habe. London wäre keim· gute Wahl gewesen. Ich treibe mich herum und bin eine Hure geworden. [scnaudernd} kh sterbe noch ziemlich jung, und mein Baby endet als Findelkind, das schlicsslich auch
stirbt. Schrecklich ...
Dr. Jl.: Nun, immerhin hasr du versucht, auch bei dieser Möglichkeit zu überleben.
Gibt es noch weitere Möglichkeiten, die dir gezeigt werden?
K.: Ich werde müde. Der alte Mann zeigt mir noch eine Ahernati,·e. h:h glaube, es
gibt noch mehrere, doch er lässt es damit bewenden, weil ich ihn darum gebeten habe. Auch in dieser Szene sind meine Eltern der Auffassung, dass ich weggehen sollte, doch wir warten so lange, bis ein Hausierer in unser Dorf kommt. Er willigt ein,
mich mitzunehmen, nachdem ihm mein Vater etwas Geld ~egeben hat. Wir gehen
nicht nach London, sondern bereisen die anderen Dörfer in der Umgebung.
Schliesslich finde ich Arbeit bei einer familic. Ich sage, dass mein Mann getötet
worden sei. Der Hausierer schenkt mir einen Kupferring und bestätigt meine Geschichte. Ich weiss nicht, ob man mir Glauben schenkt, doch es spielt keine Rolle.

I J2

h.-~ r·! r t L

!I - So:"o:"lo:"n~ruppC"n,.~·~tC'Ill<'

kh lasse mich in einem Städtchen nieder. Ich bleibt unverheiratet, ziehe aber ein
gesundes Kind gross.
Dr. N.: Welche Schlussfolgerungen ;r.iehst du, nachdem du diese Seiten mit dem ahcn
Mann durchgegangen bist und über einige Ahernati,·en zum Selbstmord nachgedacht hast?
K.: [rrauflg) Es war Unsinn, mich umzubringen, das weissich jetzt. Ich glaube, ich
~·usste es schon die ganze Zeit über. Gleich nach meinem Tod sagte ich 7.U mir
selbst: ·Mist, was habe ich da für eine Dummheit begangen, jetzt muss it.·h wieder
\'On vorne anfangen!• Als ich vor den Rat trat., fragte man mich, ob ich mich bald
v.rieder einem erneuten Test unterziehen wollte. Ich sagte: •Gebt mir bine et~·as
Bedenkzeit.•

.,_

-~

~ach

dieser Sitzung besprach die Klientin mit mir einige der Entscheidungen, die
sie in ihrem jetzigen Leben zu treffen hatte und die das Thema Mut betrafen. Sie
wurde als Teenager schwanger, ist jedoch mit dieser schwierigen Situation dank der
Unterstützung eines Schulberaters und letztlich ihrer Mutter, die in ihrem Lehen
als Amy Iris gewesen war, fertiggt.•worden. Die beiden ermutigten sie, sich nicht
unterkriegen zu lassen, ganz gleich, was die anderen denken mochten. Durch unsere Sitzung lernte meine Klientin, dass ihre Seele dazu neigt, schwerwiegende Ereignisse in ihrem Leben im Vr.raus negativ zu bewerten. ln vielen vcrgangenen Leben
nagte immer der Zweifel an ihr, Jass sie ohnehin die falsche Entscheidung treffen
würde, wenn sie in eine Krisensituation geraten würde.
Obwohl Amy nur widerwillig aur die Erde zurückkehrte, zeichnet sie sich heute durch mehr Selbstnrtrauen aus. Die 100 Jahre ;r.wischen ihren I .eben verbrachte
sie damit, über ihren Selbstmord und die Entscheidungen nach;r.udenken, die sie in
den Jahrhunderten vor diesem Leben getrr.Hen hatte. Amy ist musikalisch begabt
und sagte einmal:
D11 i,·h mit dem mir anvertrtJulen Körper Schindluder gerrieben habe, tue ich
jetzt Busse. Wiibrend der P11usen zu·ischen den Leben dtJrf ich nicht ins Musikzimmt•r, u·o ich mich eigenelieh sehr gern tJufhaltc, und ich muH allein in
der Bibliothek sitzen. Ich benutze die Bildschirme, um mt•ine Jrührren
llandlungt·n noch einmal anz"scbauen, einschliess/ich der Encscheid,mgen,
mit denen ich mir selbst und anderen u,:ehgetan habe.

Wenn ein Klient das W'ort • Bildschirm• benutzt, um zu beschreiben, auf ·~:clche
Art die Ereignisse betrachtet werden, so ist der äussere Rahmen wichtig. Kleine Besprechungszimmer sowie die Bibliothek sind offenbar mit Tischen ausgestattet, auf
denen sich zahlreiche Bücher von der Griisse eines fcrnsehgcräts befinden. Diese
sogenannten ·Bücher• \'Crfügen über dreidimensionale beleuchtete Bildschirme.
Eine Klientin drückt das aus, was die meisten Klienten zu Protokoll geben: -Es
sieht so aus, als handle es sich d.Jbei um Bücher mit Seiten, doch in Wirklichkeit
sind es Energieblätter, die vibrieren und lebendige Bildmuster von Ereignissen erzeugen.•
/JJ

Die Grössc dieser Bildschirme hängt vom jeweilir;en v~.·rwendun~szwc:~k ab. So
sinJ h~.·ispielsweise die Bildschirme, die in den Räumen benutzt werden, in denen
wir unmittelbar vor unserer nächsten Inkarnation das betreffende Leben auswählen, viel grösscr als jene in den Bibliotheken unJ Klassenzimmern. Die Seele erhält
die Möglichkeit, diese lebensgro-.sen Bildschirme zu betreten. In Jer Regel umschliessen diese grossenschimmernden Bildschirme die Seele, und man hat sie.· Ring
des Schicksals bezeichnet. Ich werde douauf in Kapitel 9 näher eingehen.
Trotz Jer eindrucksvollen Grösse der Bildschirme in der Ahteilun~ •zukünftiges Leben• verhrin~en die Seelen \·icl mehr Zeit in der Bibliothek mit dem Betrachten \'On Szenen. Dies Jient nämlich- au1.·h wenn die Bilds~hirme hier kleiner sinddazu, fortlaufend Ereignisse.· aus der Vergangenheit und der Gegenwart auf der Erde zu betrachten. Ob gross oder klein, alle Bildschirme sind mir als rilmstrcifen beschrieben worden, die wie ein Wasserfall ausschauen und in die man sich hineinbewegen kann, während ein Teil unserer Energie im Zimmer bleibt_
Alle kosmischen Bildschirme sind multidimensional und verfügen über Koordinaten, damit sich Jic Raum-Zeit-Strassen des Geschehens nachvollziehen lassen.
Diese werden oft als Zeitlinien betrachtet und können durch Gedankenabtastung
manipuli~.·n werden. Es kilnneo auch andere Jie Regisseure sein, die im Hinter·
grund sind, ohne dass die Seele sie wahrnehmen könnte. Häufi~ spielen beim Beschr~.·iben des Abtast\·organgs auch mechanische Vorrit:htungcn eine Rnlle, wie etwa Schalttafeln, Hebel, Ziffcrhläner usw. Offensichdich handelt es sich dabei um
reine hmtasieprodukte, geschaffen für Seelen, die auf der Erde inkarnicren.
Ganz gleich, wie gross die RiiJschirme auch sein mü~en, jeder macht es der Seele mti~lich, Teil einer Abfolge \-on Sequenzen aus Ursache und Wirkung zu werden. Ist nun eine Seele in der Lage, auch Jie kleineren Bildschirme, die wie Bücher
aussehen, 7.U betreten, wie das mit den grösscren Bildschirmen im Rin~ des ~hick­
sals möglich ist?
Es gibt zwar keine Beschränkungen für die Untersuchung von Zeitreisen, doch
scheinen die meisten meiner Klienten Jie kleineren Bildschirme zur Betrachtung
vergangeocr Ereignisse zu hcnurun, an denen sie selber einmal tc.·ilhatten. Dabei
nimmt die Seele einen Teil ihrer Energie mit, lässt den Rest am Kontrollpult zurück
und schlüpft auf eine der heid<'n folgcndt.•n Arten in den Bildschirm:

1. Als Beobachter, der sich wie ein unsichtbares Gespenst durch bestimmte
Szenen auf der Erde bewegt, ohne dirc:kt einzugreifen. für mich heisst J.1s
Arbeit mit der vinuellen RcalitäL
2. Als Teilnehmer, der bestimmte Rollen im HandlungsHrlauf übernimmt, was
sogar so weit ~chen kann, dass Jie RcJ.Iität der Originalszene \"erändn1 wird.
inJem Neuschöpfungen ins Spiel kommen.
\\'enn wir etwas erneut anschauen, kchn es zu dem zurü~k. wJs es einmal war, da
die konstante R~.·3lität eines nrgangen Ereignisses aus der Perspckti\"e der Sedc.-, die
an1 ursprünglichen Ereignis teilhatte, in einer physi.;ch~.·n Weh Ji~.·sclbe bleibt.

/H

1\ •1·: r1 1 'i

Scc:lcn.orupp~·n~~·'\tcm.-

Je weiter der Dialog im folgenden FaiiJO fortschreitet, desto dcutlichc.:r wird,
dass eine unsichtbare Wc.:senhcit eine Sune aus einem früheren Leben l'rneut erschafft, allerdings mit Veränderungen. Diese Korrekmren dienen dazu, Mitgefühl
her"orzurufen und der Seele eine Lektion 7.U ent:ilen. Es handelt sich bei diesem
Fall um ein Beispiel für eine Erfahrung, wie sie einige meiner Klienten gemacht ha·
ben, bei der sie via Bildschirme in Büchern und Kontrollpulten in Jiese Wehen eingetreten sind, wo Zeit und Kausalität verändert wurden. Zwar nrändern diese
Raum-Zeit-Übungen den Verlauf des urspriinglichcn Geschehnisses auf der Erde
nicht, dennoch kommen hier ganz anden· Kräfte ins Spiel. l:::s kann sehr wohl sein,
dass die Erinnerungen meiner Klienten darauf hindeuten, dass sie sich dabei durch
parallele Universen bewegen, die unsere Raum-Zeit fast Juplizicren. Doch in den
Klassenzimmern und Bibliotheken Jer geistigen Welt l'rlcben sie frühere Ereignisse auf der Erde nicht als etwas, das sich ausseehalb der Realität unseres Uninrsums
abspielen würde. Ich habe den Eindruck, dass das, was eine Seele von der Erde
wahrnehmen und mir erklären kann, von der Resonanzsch"·ingung ihrer persönlichen Geistführer gesteuert wird. w·cnn Jie Seele den Raum erreicht, in dem ein
Blick auf das zukünftige Leben geworfen wird und in dem grösscre BiiJschirml'
tasr \'On der Grü~se einer Theaterbühne zu finden sind, verändert sich ihre Perspekti\'c einer konstanten Realität mt..·hr in Ri~.:htung auf eine fluktuierende RealitJt.
Die Ereignisse lassen sich dabei auf jedem Bildschirm vor- und zurückspulcn.
Aussecdem kann man sie im schnellen Vorlauf, in Zeitlupe oder im Standbild betrachten. Damit stehen Jem Betrachter alle Möglichkeiten 7.um Studium \"on Ereignissen zur Verfügung, so, als würde man einen filmpmjektor hcnutzt:n. Wie aus
FaiiJO ersichtlich wird, ist ein \'eq~an~enes Ereignis auf unserer physischen Weh
nicht unauslöschlich für dieses Individuum vt..·ränden wordl·n, obwnhl dessm Seele in der ewigen Jetztzeit d~r gt..·istigen Weh existiert. Manche würden diese Projl·ktionen •Nichu:eit• für Seelen nennen, denn au:, einer allgegenwärtigen Zeit der
geistigen Welt lässt sich Jie Vergangenheit mit zukünftigen Möglichkeiten im
nächsten Leben mischen.

htll 30
Hier geht es um eine Seelenamens Unthur, die soeben ein Lehen abgeschlossen hat,
das Jurch aggressives Verhalten gegen andere Menschen gekennzeichnet wJ.r. Scinl·
Memoren haben entschieden, Jen Rückblick auf Unthurs Leben in der Bibliothek
zu beginnen, und zwar anhand einer Szem· JUS seiner Kindheit beim Spielen.
Dr. N.: Gibt es nach deiner Rückhhr in di~ geistige Welt beim Rückblick auf dein
Hrgan~;enes Lehen einen Höhepunkt, an Jen du dich besonders gut erinnern
kannst und über den Ju mir etwas l'r7:ählen möchtest?
K.: fotanious, mein Geistführcr. begleitet mich in die ßibliothek, damit ich mich
dort- während die Erinnerung an das \'ergangene Leben noch frisch ist- mit Srudicn beschäftigen kann, nachdem ich mich \'orher mit mt:inl'r Gruppe getroffen ha-

be.
Dr. N.: Ist das das einzige Mal, dass du hierher kommst?
I l l

K.: Oh, nein. Wir kommen auch häufig allein hierher. Damit bereiten wir uns auch

auf das nächste Leben vor. Ich werde meine Berufe und Berufungen für das neue
Leben im Lichte meiner Ziele betrachten, um zu sehen, ob sie 7.U mir passen.
Dr. N.: Gut, ~ehen wir in die Bibliothek. Bitte besdueibe alles in der Reihenfolge, in
der du es wahrnimmst.
K.: Der Raum befindet sich in einem grossen rechteckigen Gebäude. Alles ist in
schimmerndes transparentes Weiss getaucht. An den Wänden stehen Regale mit
grossen, dicken Büchern.
Dr. N.: Hat Fotanious dich hierher gebracht?
K.: Er war nur am Anfang dabei. Jen:t ist eine Frau mit reinem wcisscm Haar bei
mir, die mich abgeholt hat. Ihr Gesichtsausdruck ist sehr zuversichtlich. Das erste,
was ich bei meinem Eintreten wahrnehme, sind die langen Tischreihcn, die sich so
weit erstrecken, dass ich nicht sehen kann, wo sie aufhören. Viele Leute sitzen an
den langen Tischen und sind ganz ,·enieft in die vor ihnen liegende Lektüre. Die
Lesenden sitzen auch nicht zu eng nebeneinander.
Dr. N.: Warum nicht?
K.: Nun ... sich gegenseitig nicht ins Gesicht zu starren ist eine frage der IIünichkeit und zeugt von Respekt Wr die Privatsphäre.
Dr. N.: Bitte weiter.
K.: Meine Bibliothekarin wirkt so vergeistigt ... wir nennen Jicsc Menschen Scholastiker. [für andere smd es Arch1vcre J Sie geht an ein Regal und nimmt ein Buch heraus. Ich wciss, Jas ist mein Lebensbuch. [m1t dünner Sc1mme] Es enthäh Geschichten, die bereits en.ählt wurden, und solche, die noch nicht erzählt sind.
Dr. N.: [etwas /elcht(ert1g] Hast du deinen Bibliotheksausweis dabei?
K.: {lochend] Brauche ich nicht. Die geistige Einstellung reicht.
Dr. N.: Hast du mehr als ein Exemplar deines Lebensbuches?
K.: Ja, und heute werde ich dieses hier benutzen. Die Bücher s[ehen wohlsortiert im
Regal. Ich weiss, wo meine sind, und sie leuchten auf, wenn ich sie aus der Entfernung betraeh[e.
Dr. N.: Könntest du dich in sie hincinbcgebcn?
K.: Hm ... nein ... aber i'h glaube, die Ähcrcn ma,hcn Jas.
Dr. N.: Wenn dir also deine Biblimhekarin das Buch gebracht hat, sollst du um·cr:tüglich darin lesen?
K.: Neben den Tischen befinden sich grossc Ablagen. Der Schobsrikcr üffnet das
Buch an der Stelle, wo ich zu lesen beginnen soll.
Anmerkung: W1r hoben ;erzt d:e Phase erreicht,.'." cier ,;eder Foi1 au: gc'"~Z persör!:che, fi'1ZigOrrlge we,.se mrr defl B;:dschrrrnen des Lebensb!lches '<onfronr~e-r! wnd Es

kann sem. dass das BewJssr.se:n II' der Lage 'SI.. das. was das Uberbewuss!seJr ,., <Jer
B,bl1othek f'fDI,rkt. ·.o:rsränC:·R :'l mersfh.'rrflf' Srmrhe zu L;benru;;en
odet c:;ch
mchL

Dr. N.: Das heisst, die Biblio[hekarin läss[ dich an dieser Ablage beginnen, bc\"or du

das Buch selbst zu einem Tisch trägst?
/)6

1.: Ja ... ich schau~ auf eine Seite mit ... Schriftuichen ... goldene Buchstaben ...
Dr. N.: Kannst du \'orlcscn, was da steht?
1:.: Nein ... ich kann es jetzt nicht übersetzen ... .1ber t.•s geht daraus hervor, dass es
sich um m~in Buch handelt.
Dr. N.: Schau genau hin, vielleicht kannst du doch weni~stens ein Wort erkennen.
1:.: [Pause] Ich ... sehe das griechische Zeichen für Pi.
Dr. N.: Handelt es sich dabei um das Symbol für einen Buchstaben des griechischen
.o\lphabcts, oder hat es auch eine mathematische Bedeutung t·ür dich?
k.: Ich glaube, es hat mit Verhältnismässigkeit zu tun, wie sich für mich eine Sache
zur anderen verhält. D~ Geschriebene ist ~inc Sprache der Bewegunt; und Emoti·
on. Man spün das Geschriebene als ... musikalische Schwingungen. Diese Symbo·
le stehen für die Ursachen und Wirkungen der proponionalcn Bezichun~en zwischen ähnlichen und unähnlichen Umständen in meinem Leben. Da ist noch mehr.
aber ich kann ... nicht. [hält mne]
Dr. N.: Danke, das t;enügt. Sag mir doch biue, was du mit diesem Buch anfangen
U"ITS{.

1.: Bevor ich es zu einem freien Platz an einem der Tische tragen werde, machen wir
ein~ Übung zusammen. Die Schriftsymbole sagen um, wo wir umblättern müssen

... doch ich kann dir nicht sagen wie ... ich weiss nicht, wie ich es erklären soll.
Dr. N.: Mach dir deshalb keine Gedanken. Deine Erklärungen sind ausgezeichnet.
Schildere mir einfach, wie der Bihlioth~kar dir hilft.
K.: {n1mmc emen !1e[en Atemzug] Wir schlagen eine Seite auf, die mich als Kind zeigt,
das auf dem Schulhof spielt. {begrnnt zu zrttern] Das wird nicht lustig ... es ~eh! um
die Zeit, als ich ein hinterhältiges und bösaniges Kind war ... das soll ich noch ein·
mal erleben ... man will, dass ich das noch einmal mit eigenen Augen sehe ... ein
Teil meiner En~rgie ... kriecht in die Seite selbst hinein ...
Dr. N.: [erm-.trgend] Gut, schau, was passien und ~rzählc mir alles, was du siehs[.
1.: [wmder srch auf semem Srt,hl] Nachdem ich ... in das Buch gekrochen bin ...
konzcntrier~ ich mich \·ollständig auf das kleinste Detail der Szene, als "-'Ürde sie
noch einmal komplett dun:hgcspielt. Ich bin ... in der Grundschule. Ich hin ein
zicmlich~r fiesling, der sich di~ kleineren, weniger aggressi\'en Jungs heraussucht
... sie mit Hieben traktiert und nach jedermann mit Steinen wirft, '\\•enn die Pausen·
aufsichten gerade ~roanders hinschau~n. Und dann ... oh nein!
Dr. N.: Was ist los?
K.: [ausser S1ch) Ach ... du grüne Neune! Jetzt bin ich der kleinste Junge auf dem
Hof und werde von mir selber Hrprügelt! Unglaublich! Nach einer Weile bin ich
wieder ich selbst, auf den ein Steinhagel der anderen Jungs niederprasselt . .\1.2nn,
dds tut u·i,.klich z;.:eh.'
Dr. N.: [nachdem er rhn beruh:gt und 1n d1e 8:blrotllek zurück:gebracl-rt hut) Hast du
dich im seihen Zeitrahmen befunden, wie damals als Kind. oder war es eine An \·~r­
änderte Realität gewesen?
K.: [nach emer Pa:.1se] Es war dieselbe Zeit mit einer \'crä.nderten Realität. Nichts
da,·on hat sich damals so zugetra~en, aber es hätte so sein sollen. Die z~it ist damit
I !7

auf eine andere Art und Weise noch einmal abgelaufen. Es ist möglich, ein Ereignis
noch einmal zu erleben, um zu sehen, ob wir es besser machen können. kh spürte
nun den Schmerz selbst, Jen ich als Rabauke anderen zugefügt h.anc.
Dr. N.: Umhur, was hast du ausalldem gelernt?
K.: (J(Jnge Pause] Das!'i ich als Kind 1.icmlich viel \X'ur in mir hatte und mich vor meinem Vater gefürchtet habe. Solche Szenen werde ich als Nächstes bearbeiten. Es
geht um Mitgefühl und darum zu lernen, mein rebellisches Wesen als Seele unter
Kontrolle zu bekommen.
Dr. N.: Welche Bedeutung haben dein Lebensbuch und dl·ine Anwesenheit in dieser
Bibliothek?
K.: WeM ich mein Lebensbuch wälze, kann ich Fehler erkennen und Alternativen
dazu erleben. W'enn ich mich in der ruhigen Atmosphäre des Lcrm·ns aufhalte und
alldie anderen Scden an den 1ischcn beobachte, die das Gleiche tun- nun, das verschafft mir ein Gefühl der Venrautheit mit ihnen und dass wir das gemeinsam
durchstehen.

.,

Im weiteren Verlauf unserer Sitzung stellten wir fest, dass es Unthur an Selbstdisziplin mangelte und dass mehr Rücksichtnahme gegenühl·r .1nderen an~es.J~t war.
Mit diesem Muster hatte er sich \"ide Leben hindurch auseinandcrzuset7en. Auf
meine f-rage, ob es möglich sei, in der BihliO[hek 7.ukünftigc Leben zu untersuchen,
wurde mir geantwortet: •Ja, wir können zahlreiche Möglichkeiten hier auf den
Zeitlinien abtasten, doch sind 7ukünftige Ereignisse etwas sehr Unbestimmtes, und
hier ist nicht der Ort, wo ich Entscheidungen über 7.uk.ünftigc Erl·ignisse trcffL· ...

Was ist echte Realität?
Zu dem eben Geschilderrcn fallen mir unwillkürlich parallele UniH-rsen ein, in denen sich alle Mtiglichkeitcn und Wahrscheinlichkeiren untersuchen la.ssen.ln einem
solchen S1.cnario könnte sich dasselbe Ereignis im Rahmen einer leicht oder sehr
stark veränderten Skala auf derselben ZeirliniL· in vielen Räumen abspielen, und
man würde gleich7.l·itig in \'ielen UniHrsen existieren. Dennoch könnte es sein.
dass die Quelle aller Raum-Zeit durchaus abwcchselndL· Realitäten uhne parallele
Uni\'ersen einsetzt. In späteren Kapiteln werde ich Berichte über viclf.ä.higc Universen um uns herum zitieren, die keine Duplikate unseres eigenen Universums
d:ustcllen. Wenn eine Seele in der geistigen ~'eh diL· aufeinander ab~cstimmten
Bildschirme betrachtet, so scheint sie sich im selben RJ.um \·on der Verg.1ngenhcit
in die Ge~enwart und in die Zukunft zu bewegen, oder auL·h umgekehn.
F.s heisst, dass bei Sedcn, die sich in der Bibliothek befinden, bestimnne Ereignisketten Jcr Zukunft auf manchen Linien nur schemenhaft erkennbar sind und
fast \"Crschwindcn. Andererseits sind die Zeitlinien in jenen Kl.uscnräumL·n dicker,
die mit grösseren Bildschirmen ausgestattet sind, wobei das besonders für Jen On
gilt, an dL·m die Wahl Jes nächsten Lebens betrachtet \vird. dessen Bildschirme riesige Ausmasse haben. Damit wird es der Scde ermö~licht, ein zukünftiges Leben
leichter abzutasten und sich durt hineinzubcgL'bL·n. Unerfahrenere Seelen müssen

ll8

sich diese Fähigkeiten aneignen, indem sie lernen, ihre Lichtwellen mit den Linien
J.uf den Bildschirmen zu \'Crmischen. Im Zuge der Konzentration ihrer Suhstan7
rücken so Bilder in den Br~·nnpunkt, die sie selbst betreff(.·n. Die Zeitlinien auf den
Bildschirmen bewegen sich vorwärts und rückwärts und kreuzen einander in form
\·on Resonan7.schwingungen aus Wahrscheinlichkeil und Möglichkeit, und :1:war
.1us der ]et7:1Zl:it der geistigen Welt, wo Vergangenheit und Zukunft mitein.1nder
\ crbundcn sind und wo alles gewusst werden kann.
Fall29 und F.1IIJO werfen wie alle meine fälle die frage auf, was ~·chtc Realität
ist. Sind die Klassenzimmer und die Bibliothek mit ihren Bildschirmen, mit denen
man Vergangenheit und Zukunft betrachten kann, real? Alles, was ich über unser
Leben nach dem Tod wciss, basiert auf den Erzählungen \'On hier lebenden Menschen. Der Beobachter berichtet mir in Hypnose via Gehirn von seinem Seelen·
geist. Es ist der Beobachter, der die Eigenschafren von Materie und iüherischem
Stoff beschreibt unJ auf diese Weise auch festlegt, und zwar sowohl hinsichtlich
des Erdenlebens als auch der geistigen Weh.
Betrachten wir noch einmal den let7.ten Fall. Unthur sagte mir, er könne s~.:inC'
Vergangenheit nicht durch einen zweiten Besuch verändern. Dennoch kehrte er
nach seinem Tod als aktiYer Teilnehmer auf den Schulhof seiner Kindheit zurück.
Er war wieder der Junge, der mit anderen Kindern spielte, und alle \'isuellen Ein·
drücke, Geräusche, Töne und Gefühle, die damit zusamm(.·nhingen, waren re:1l.
Manche meiner Klienten sagen, es handle sich Jahei um simulierte Ereignisse, doch
stimmt das wirklich? Unthur wurde Teil der Szene, wo er andere Kinder C!'in·
schüchtene und \'On ihnen angegriffen wurde. Er konnte den Schmerz spüren und
wand si'h auf seinem Stuhl hin und h(.·r, weil er plötzlich den Schmer7 spürte, Jen
er in der Zeitlinie seiner Kindheit nicht gespürt haue. W('f will da felsenfest behaupten, dass es nicht doch für alle Ereignisse eine gleich:teitige ,·erändt•rtc Realität
gibt, bei denen sowohl die Anfänge als auch die!' Ergehnisse austauschbar sind?
Während des Lerncns kiinnte es durchaus sein, dass die Sede eines Acobachters
gleichzeitig mit vielen Realitäten in dt.•r geistigen Welt arbeitet, d~·nn diese befinden
sich alle auf dem Pfad der Seele, damit diese etwas lernt.
Wir fra~en uns, ob nicht unser gesamtes Universum eine Illusion ist. Wenn Jie
ewigen Gedanken der Seele durch eine intelligent(.' Lichteneq;ie repräsentiert wer·
den, die ihrerseits zeit-und formlos ist, so ist diese Energie nil'ht durch Materie in
unserem Uni\'ersum beschränkt. Das heisst, wenn es 7utrcffcn sollte, dJ.ss l'in kosmisches Bewusstsein festlegt, was ein Beobachter auf der F.rde wahrnimmt. so handelt es sich heim ~esamtcn Konzept \'On Ursache und Wirkun~ innerhalb eines hestimmten Zeitintervalls um eine manipulierte Illusion, damit wir etwas l(.·rnen.
Auch wenn wir der Auffassun~ sind, dass alles, was wir für real halten, eigentlich
eine Illusion ist, bedeutet das nicht, dass Jas Leben sinnlos wäre. \'X't.·nn wir einen
Stein in der Hand halten, wissen wir, Jass dieser genauso real für uns ist wie ein Beubal'hter-Teilnehmer in einer physischen Weh. Ausserdem sollten wir nicht vergessen, dass uns eine göttliche Intelligenz in die Um~ehung gestellt hat, damit wir lernen und zum Nutzen eines grösseren Zusammenh.mp;s uns ~·eit~·rcntwickdn. Kei/)9

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Farbspektren s pi ritueller Auren

Die Farbskilid zeigt. wie sic:h die primäre Kernfarbe einer Seele von der Anrän·
gerstufe I (We1ss) bis zu den rortgeschrinenen Me•s'tem auf der letzten Stu·
re I I (Purpur) verändert. Die Überlappungen der Halofarbcm zeigen verschiedene Nuancen und können die pnmären Kemfarben einer Seele umgeben.
Ausserdcm ist eine Überl.appung der Aurafarbe zwischen Niveau I und Ni·
veau VI zu beobachten.

160

1\APII t L

S -

Sc.:lcn~rup(')cn~y.-.tcmc

ner von uns ist wegen einer Laune der Natur hier, und auch die Ereignisse, die uns
in unserer eigenen Rl·alität in diesem Augenblick becinnussen, auch sie sind kein

Zufall.

Farben der Geistwesen
Die Mischung der Farben in der Seelengruppe
~·enn

Menschen in Trance im Geist die One der Encrgiewiederherstcllung, der
Orientierun~ sowie die Bibliothek verlassen, um mit anderen Seelen akri._· zu werden, treten auch ihre unterschiedlichenfarbenbesser zutage. Ein Aspekt zum besseren Verständnis der Dynamik von Clustergruppen besteht in der Unterscheidung
der einzelnen Seelen anband von Farben. In DIE REI"il':'...: DER SJ-.1· LE habe ich meine Erkenntnisse über di(.· Energiefarben der Seelen geschildert. Dieser Abschnitt
nun soll dazu beitragen, falsche Vorstellungen zu korrigieren, die wir uns wegen
der unterschiedlichen Farben i..iber die Seele machen. Es könnte fi..ir jene Leserinnen
und Leser, die dieses mein erstes Buch besitzen, nützlich sein, die dortige Abb. 3
aufS. 91 mit Abb. 6 gegenüber zu vergleichen.
Abb. 6 zeigt das vollständige Farbspektrum \"On Kernfarben, mit denen sich das
jeweilige Niveau der seelischen Entwicklung unterscheiden lässt, und zwar entsprechend den Berichten meiner Klienten in tiefer Hypnose. Doch dabei ist es für
mich wichtiger, den Versuch unternommen zu haben, innerhalb der Ninaus auf
die feineren Bereiche einzugehen, in denen diese Energiefarben ineinander ühcr~e­
hen und sich vermischen. Die von der Seele erzeugten KcrnfarbC"n Weiss, Gelb und
Blau sind die wichtigsten Indikatoren für ihre weitere Entwicklun~. Wenn ihre
Lichtwellen währ~nd der verschiedenen Entwicklungsphasen von Hell nach Dunkel tiefere Nuancen annehmen, werden sie b~sser gebündelt und sind damit in ihrer Schwingungsbewegung besser fokussiert. Der Übergan~ erfnl~t allmählich, und
bei der Entwicklung der Seelen finden sich ._-icle hrbschanierungen, die ineinander
übergehen. Deshalb ist es nicht angebracht, deiinitive Regeln zur Farbah~renzung
festzulegen.
Kästchen 1 \'On Abb. 6 steht für die reinen Weisstöne, wie sie bei Anfän~crsee­
len beobachtet werden. F.s handelt sich um ein Merkmal der Unschuld, und dennoch ist diese Farbe im ~esamten Farbspektrum für alle Seelen zu beobachten. Im
nächsten Fall31 wird die uni ..·erselle FarbeWeiss weiter erklärt werden. Weiss wird
oft mit dem Haloeffekt in Zusammenhang gebracht: So kann ein Geistführer unter
Umständen sein in der Regel intensives, gleichbleibendesLicht plötzlich verändern
und sich mit einem leuchtend weissen Halo (Sckundärfarhe) umgeben. In die geistige Weh 1.urückkehrendc Seelen berichten oft, dass sie weisses Licht wahrnehmen,
wenn sie bemerken, dass eine Seele aus der Entfernung auf sie 7.ukommt.
Seelen, deren Emwicklungsstufen durch die Kästchen I, 5, 9 und II wiedergL'geben werden, zeigen in der Regel im Zentrum ihrer Cnergiemasse keine Vermischung mit anderen Farbtönen. Ich habe nicht viele Klienten, die ausschlicsslich die
in Kästchen 7 dargestellte Farbe aufweisen. Das klinnte darauf hindeuten, dass wir
I 6/

mehr I Ieiler auf der Erde benötigen. Und ich habe noch nie mit ~:incm Klicmcn gearbeitet, der sich von der farbskala her ausschlicsslich im ,·iolcn-purpurfarbcncn
Bereich von Kästchen II befindet. Bei Jen Farbabstufungen jenseits \'Oll Ni\'eau V
handeh es sich um fongcschrincne Meister, die offenbar nicht ink.trnicrcn, sodass
das Wenige, das ich über diese Wesrn weiss, aus Beobachtungen meiner Klienten
herrührt.
Innerhalb jeder Clustergruppe gibt es indi,·idudlc Variablen hinsichtlich ihrer
Kernfarbe, Ja sie sich ja nicht alle mit der gleichen GcschwinJi~k.cit entwickeln.
Allerdings kann die Energiefarbe der Seele .auch \'On einem .anderen F.aktor heeinnusst werden, was mich anfänglich irriticrt hat. Abgesehen \'Oll Jen Primärkernfarben, die den jeweiligen Grad der Gesamtcnrwicklung anzeigen, weisen bestimmte
Seelen Sekundärfarben auf. Diese werden als Halofarben (k.ur:t: I Ialos) bncichnet,
Ja sie sich in der Regel ausseehalb des Zentrums der Em•rgiemass1.' 1.•iner Seele befinden.
Halofarben werden Jurch Jic Tönungen oder Schattierungen anderer farben
nicht ahgesch9.·ächt, wie das bei zentralen Kernfarben der Fall sein kann. Ein:tigc
Ausnahme wäre hier die Situation, in der Halo- unJ Kernfarbe ~enau ühereinstimmcn. Berichte meiner Klienten hci der Unterscheidung Yon Farben fallen leichter,
da dieser Überl.1ppungscffekt nicht häufig beobachtet wird. Die Halofarben stehen
für Einsrcllungcn, Ühcrzeugungen und unerreichte Ziele der Seele. Da Jicse in jedem Leben neu erlernt werden, fluktuieren die S~.:hauierungen Jer I Ialofarben un·
ter Umständen ras1.·hcr zwis~.:hcn einzelnen Leben als die Kernfarbcn, die für eine
langsamere Charakterentwicklung stehen. Während einer Hypnosesitzung erscheinen Jiese sekundären Halofarben wie aufblit:tenJe Selhstponraits, und zwar
in dem Moment, wenn der Beobachter sie wahrnimmt. Ein weit entwi~.:kehes Wesen auf Ni\'eau V schildert diesen Effekt im nächsten Fall. Diese Seele ~ehörte zu
einer Gruppe ,·on Klienten, die mir bei der EntschlüsseJung der F.ubcod.icrung \'On
I Ialos geholfen hat.

I'all 31
Dr. N.: Wenn ich in Jcr geistigen Welt unmittelbar \'Or dir stehen würde und einen
grossen Spiegel in Händen hielte, welche Farben würden wir J.a.nn sehen~
K.: Du würdesl ein hellblaues Zentrum mi1 goiJenem Weissan den Rändern meiner
Eneq~ie, meines Halos, sehen.
Dr. N.: Und wt..·nn Ju Jcincn Meisterlehrer anschaust, wie sieht seine Energie aus?
K.: ClanJour hat ... ein dunkelblaues Zentrum ... das nach aussen hin hlass\'iolctt
wird ... während der Halorand in Wciss erst.:heint.
Dr. N.: Was hcJeurcn Begriff~.· wie ·Energie des Zentrums• und ·Energie des Halos• für Ji~.:h?
K.: Clandour slrahlt den festen Zustand Sl'inl'r l.t..·rncrfahrung im z~.·mrum scint..·r
Energie aus, während es sich beim violetten Rand um seine zunehmende \\i'eisheit
aufgrunddieses Wissens handelt. Das Weiss überträ~r diese Weisheit.

/6}

~ \!"iTII

~- $~d<."I'IJ;rUpf't"lhY~I<."11lt'

Dr. N.: Was glaubst du, wie wird Clandours Zentrum schlicsslich aussehen und wie
"'·ird es erscheinen?
1.: Das Dunkcl\"iolctt seiner göttlichen Spirirualität wird aus jeder Position \"Oll seiner Energiemasse ausstrahlen.
Dr. N.: Kannst du den Unterschied zwischen Kern- und Halof:lrbc im Zusammenhang mit der seelischen Energie angeben?
K.: Der Kern steht für Fenigkeiten.
Dr. N.: Vergleichbar dem blauen Licht in deiner ei~cncn Energie - wäre das lh-in
momentanes Lernnivcau?
1., ja.
Dr. N.: Und die Ränder- die I lalos- dein l'i~enes goldenes Weiss, w.1s kannst du darüber sagen?
k.: [Pause j 11m ... meine Eigenschaften ... nun, ich habe immer versu'-·ht, in meinen
Leben auf andere Menschen zu achten- so bin ich nun einmal-, doch es geht auch
darum, was ich werden möchte ... das heisst, eit:;entlich sollte ich sagen, wonach ich
strebe, um in dieser Hinsicht stärker 7.U "'erden.
Dr. N.: Du bist keine Anfän~erseclc mehr und dnch weist deine Eneq;ie auch Spuren von Weiss auf. Was mich interessiert, ist dieser glänzende weisse Haloring, den
man um so viele Seelen herum rindet, während ihre Energie andere Farben aut'Q.'elst.
1.: Die Dynamik der ~-eissen Energie deutet darauf hin, dass wir in der Lage sind,
1.um Zwecke der klaren Verständigung unsere Schwingungen mühelos mii anderen
Seelen zu verschmelzen.
Dr. N.: Kann es sein, dass deshalb Geistführer häufig sirahlenJe wcissc I hlos haben,
und wenn ja, wie unterscheidet sich dil.·ses Wciss \'Om reinen Weiss einer junj;;en
Seele>
K.: Weiss bildet die Farbgrundlage für alle Seelen. Es sind die Nuancen des Weiss im
Zusammenhang mit anderen farbmischungen, durch Jie sich die Seelen voneinander unterscheiden. Weiss ist eine sehr aufnahmefähige Energie. Die jüngeren S'-·elen
erha1ten sehr viele Schwini;un~en, während die Lehrer Informationen in grusser
Zahl aussenden, die als schlichte Wahrheiten zu absorbieren sind.
Dr. N.: Und die Anfängerseele ist so unerfahren, dass man ausser Wciss keine anderen Farben wahrnimmt?
K.: Richtig, si'-· ist noch nicht entwickelt.
9

Auch wenn ich über die gesamte Matrix der Energiefarben der Seele nicht bcsondt-rs gut Bescheid weiss, hat sich herausgestellt, Jas!!. jenseits von Ni,·eau IV Veränderungen der Kernfarben wesentlich weniger Jeudich zutage treten. Im Laufe ,·icler Forschungsjahre haben sich meine Klienten immer wied'-·r 7.U diesen sekundären
Halofarben geäussen. Dabei gehören zu den wichtigsten farbcn jeweils hcsiimmre
Charaktcreigl'nschaftcn. Über 90 Pro7.ent meiner Klienten stimmen hinsichtlich
der Eigenschaften, die diese Farben bei einer Seele rcpräsemicren, überein. Die folgende Aufstcllun~ ordnet jeder Farbe- ohne Berücksichtigun~ von Farbnuancen/6J

Primäre Kernfarben
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Klient auf Niveau II
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A~ b 7 - Energiefarben einer Seelengruppe
Das D•agramm zeigt d•e momentan inkarnierten Verwandten sow•e e•nen
Frevnd von Klient 3-B. D•e KÄstchen beziehen s•ch hins•chtlich der Kern- und
der Halofarben Jeweils avf Abb. 6 (s•ehe S. 160). Kästchen mit d~n Zahlen 2. 3.
-4 und S ze•gen pflm<ire Kern(arben. während d1c Buchstaben A. B. C und 0 fUr
d•c sekundären Halofarben der Gruppenm1lgheder stehen. 0 steht. wenn keme
Halofarbe vorhanden ist.

164

drei typische Chaukter7.Üge zu. Schwarz steht cntweJer für vcrunreini~tc, beeinträchtigte oder entweihte nc.~gative Seclcnencrgie, wie sie in der Regel in den Wiederherstellungszentrcn vorkommt.
Wciss:

Reinheit, Klarheit, Ruhelosigkeit

Silber:

ätherisch, Venrauen, Hexibilität

Rot:

Leidenschaft, Intensität, Sensiti\·ität

Orange:

Überschwänglichkeit, lmpulsi\·ität, O(fenheit

Gelb:

beschützend, Kraft, Mut

Grün:

heilend, J;ürsorglichkeit, Mitgefühl

Braun:

Erdung, Toleranz, Flciss

Blau:

Wissen, Versöhnlichkeit, Offenbarung

Purpur:

Weisheit, Wahrheit, Gi:lnlichkeit

Auch im nächsten Kapitel werden wir etwas über Jie Bedeutung der Farben in der
geistigen Weh erfahren. Dabei geht es beispielsweise um die farbige Kleidung der
Ratsmitglieder, wie sie von den Seelen, die vor diesen Rar treten, wahrgenomm~n
wird. Darüber hinaus werde ich zeigen, dass das Design bestimmter Embleme des
Ältestenrats, wozu auch Edelsteine gehören, durch ihre Farbe eine bestimmte Bedeutung ausdrücken.
Abb. 7 gegenüber uigt eine sehemarisehe Darstellung einer Seelengruppe auf
NiHau II, wobei sowohl Kernfarben (Flächen) als auch Halofarben (Rahmen) dargestellt sind. Ich habe bewusst darauf 'w'erzichtet, einen Fall darzustellen, bei dem
die Kernfarbe der Entwicklung auch als Halofarbe erscheint. Damit die Leserinnen
und Leser nicht unnötig \'erwirrt werden, zeigt Abb. 7 keine rein weissen, gelben
oder blauen Halos. Diese primäre Seelengruppe umfasst zwölf Mitglieder, ein·
schlicsslich meines Klienten, einem Mann auf Niveau II. Das Schema zeigt die Ver·
wandtschafts\·erhähnissc der Familienmitglieder in ihrl'r jetzigen Inkarnation. In
der Regel inkarnieren primäre Seelengruppen nicht alle in eine einzige familic.
Der Klient (3-B) blickt in Hypnose auf die elf Seelen in seiner Primärgruppe:
Zehn gehören in diesem Leben zu seiner Familie, eine ist jetzt einer seiner besten
Freunde. Seine Schwester weist eine primäre Kernfarbe auf, Jic aus fast reinem
Gelb besteht. da sie sich auf Ni ...eau III 7.ubewegt. Wenn sie zusätzlich eine stärker
ausgeprägte beschützende Seite (gelbe Halofarbe) hätte ansran eine Jes Wissens
(blaue Halofarbe), wäre es für meinen Klienten schwieriger gewesen, mir diese Tatsache miuuteilen, da dann diefarbenihres Halos und ihrer Kernfarbe fast die gleichen gewesen wären.
Gewisse brbcn in Abb. 7 weisen darauf hin, dass- neben der Schwester -auch
die Grosseitern und der Sohn des Klienten schon etwas weiter sind als die anderen
Mitglieder, während sein Vater und seine Tante noch nicht ganz so weit sind. Der
/6

j

Grossnter und die Muner in dieser farnilie sind I lciler. Es fällt .mf, dass fast die
Hälfte der Gruppe keine sekundären Halofarben (Rahmen) aufweist. Es ist jedoch
nichts Ungewöhnliches, auf Gruppen zu stossen, in denen es davon überhaupt keine gibt. Das hellrote Halo meines Klienten über einem Energiezentrum Jus Weiss
und Dunkelrosa passt zu seinem hitzköpfigen Wesen. Sein Sohn in diesem Lehen
weist ähnliche Charaktereigenschaften auf. Seine Frau dagegen ist ein eher nachdenklicher Typ mit einem offenen, \"ertrauenswürdigen Wesen. Seine Tochter ist
tolerant und sehr spirituell eingestellt.
Als ich diesen Klienten bat, mir mitzuteilen, was er über das Rot in seiner Energie denkt, sagtl' l'r mir Folgendes:

Aufgrund meines hirzigcn \Fcsem b11be ich in tm•im•n Leb1..•n 1mmer u·ieder
SL·hu·ierigkeiten mit \flut. leb t<:iihle mir ofr einen Körper, der C'motional unu•r Sp11nnung stl·ht, ü..·eil d11s bt·nt·r ;w meinem \t'esen p11w. leb mdg keine
passiven Körper. Für meine Fiihrerin ist diese U'ahl in Ordnung, denn na1..-h
ihrer Auffassung ~·erde ich Se/bstbt•herrschung dadurch Jemen, indem icb das
Gebirn dieser Körper mtspanne. Diese Arr der Sdbstbehc'fTschung fällt mirsch<L·er, und zu·ar u·egen meiner eigenen impulsiven Re<Jktiommustc·r- in
schu:ier-igen Situationen. Ich bin schon H'ir jahrhundertnz in 'i."lden lnkanMrionen damit beschiiftigt, meine Selbstdisziplin zu verbessern. Früher hab(·
ich mich nur allzu leicht zu 11ggressh.:en Handlungt·n hinreiHen IaHe''· doch
aut"h das iindert sich allmäblich. Ausserdem unrerstürzr mich meine Scdt•ngefi:ihrrin (jetzige Ehefro~uj dtJbt•i.
Gelegentlich treffe ich auf Seelen, deren Entwicklung in nicht alltä~lichen Bahnen
verläuft. Das wird immer Jann Jcuilich, wenn ein Klient Seelen in seiner Gruppe
beschreibt, deren Kernfarben nicht zu passen scheint:n. Ein typisches Beispiel dafür sind die weissen Lichter jünge-rer Seelen. Im folgenden bll gehr es um eine
Gruppe von Seelen ?.wischen Niveau III unJ Niveau IV. Ich hatte gerade die gelbblauen Mitglieder dieser Gruppe bcrrachrct, als mir die Klientin eine Seele schilderte, die neben ihr stand und fast ganz wciss war.

1-'all 32
Dr. N.: Was macht eine weisse Seele in deiner Gruppe fortgeschrittener \X'esen?
K.: Lavani ist bei uns zur Ausbildung, weil sie se-hr ralenticrr ist. Tron ihrer Ju~end
und mangelnden Erfahrung hat man beschlossen, sie nicht zurückzuhalten.
Dr. N.: Ist denn Lavani nicht eine Ausscnscircrin in eurer Gruppe, verliert sie nicht
den Anschluss?
K.: Momentan wird sie einer Prüfung unterzogen, und um ganz ehrlich zu sein: Sie
ist etwas überfordert.
Dr. N.: Warum wurde sie eurer Gruppe zugeteilt?
K.: Unsere Gruppe ist insofern eher ungewöhnlich, weil 't\"ir sehr aufgcschlosst•n
dafür sind, mit unerfahrenen Seelen 7.u arbeiten. Die meisten anderen Seelen unse·
res T~·ps sind so beschäftigt, dass sie sie wahrscheinlich gar nicht wahrnehml·n wür/66

den. Nicht, dass sie lieblos oder unfreundlich 7.U ihr wären, aber sie ist eben immer
noch ein Kind und wirkt mit ihren 7arten und urbrechlichen F.ner~icmustern auch
.tuf uns wie ein Kind.
Or. N.: Ich vermute, dass die meisten fortgeschriuenen Gruppen sich weigern würden, die Veranrwonung für sie zu übernehmen.
IL Richtig. In der W"eiterentwicklung befindliche Gruppen sind schr mit sich selbst
beschäftigt. Auf Kinder können sie gerade7.u hcnblassend wirken.
Dr. N.: Warum hat es dann Lavanis führer zugelassen, dass sie zu Jcincr Gruppe
stossen darf?
K.: Lavani ist sehr begabt. Die Gruppe besteht aus Wesen mit einer raschen Auffassungsgabe, unsere Leben sind enorm schwierig gewesen, und wir haben ein ziemliches Tempo vorgelegt. [d1e Ki1ent•n hat rur 1600 Jahre ouf cler Errlf' vNr;rachr] Trot7
der raschen Fortschritte, die wir machen, stehen wir in dem Ruf, sehr bescheiden,
manche sagen viel zu bescheiden :t.U sein. Wir werden ausgebildet, Kinder ?U unterrichten, sodass es auch für uns gut ist, Lavani um uns zu haben.
Dr. N.: Das verwirrt mich jet7.t. Ist Lavani in dieser frühen Phase ihrer Existenz aus
ihrer eigenen Gruppe einfach herausgerissen worden?
K.: Aber nicht doch, wo denk.o;t du hin! Sie verbringt die meiste Zeit bei ihrer eigenen Gruppe [.iochr]. und die ist völlig ahnungslos, was ihre Abenteuer bei uns betrifft. Und Jas ist auch gut so.
Dr. N.o Weshalb?
K.: Oh, sie könnten sie quälen, indem sie ihr 7.U viele fragen stellen. Sie steht ihrer
Gruppe sehr nahe, und wir möchten, dass Lanni normale Beziehungen mir ihren
eigenen Freunden pflegt, obwohl wir wissen, dass sie diese Gruppe sehr bald \erlassen wird, weil sie sehr talentien ist. Die anderen in ihrer eigenen Gruppe n-rspüren diesen Wunsch noch nicht.
Dr. N.: Aber wenn Seelen telepathisch veranlagt sind und alles voneinander wissen,
dann verstehe ich nicht, wie Lavani alldas vor ihren Freunden vl·rhcimlichen kann.
K.: Es stimmt zwar, dass weisse Seelen nicht in der Lage sind, bestimmte private
Dinge 7.U nrhcimlichen, wie wir Jas können. Doch Lavani hat man bl·igcbracht,
wie das geht. Ich sagte ja schon, dass sie sehr talentil.·rt ist. [Pc:;se] Natürlich respektien hier jeder die privaten Gedanken der anderen .

.,_-_.

Wenn eine Seele wie in fall32 inkarnicn, ist es nichts Ungewöhnliches, Jass die
jüngeren Seelen, mit denen gearbeitet wird, darum hinen, in diesem Leben ihre
Kinder sein zu dürfen. Lavani ist jeti'.t das Kind dieser Klientin. Auch das genauc
Gegenteil kann der fall sein, dann ist es nämlich das Kind, das bereits eine weiterentwickelte Seele har, währl·nd der Elternteil die jüng'-·rc Seele darstellt.
Mir ist auch schon von Seelen berichtet worden, deren 1-'arhl· sich unter bestimmten Umständen umkehrt. Die meisten von uns haben nach manchen Leben in
ihrer Existenz auch Rückschritte verkrahen müssen, Joch wenn sich unser'-' Farbe
nennenswert verändert oder 7.urückhildl·t, so sind dafür gewichtige Umstände Hr-

167

antwortlich :r.u machen. Hier die Aussage eines Klienten, deren Inhalt uns alle
nachdenklich stimmen sollte:

D.:Js mit KLzris ist eine tr.:Jurige Geschichte. Sein Grün 'l.::ar so m·ahlend ge--.uscn. Er ü.'dr ein grosser Heiler, der -.:on seinnJ eigt'nen Machrfant.:Jsien zu Fall
gebracht U'llrde. Das Leben <ü:dr für ihn f.:Jsl zu leicht - er halle so 'i.:iele Tdlcnte. Sein Abstieg zog sich über zahlreirhr Leben hin, u·obei er seine Fähigkeiten immer 'i.L'ieder missbrauchte. Er genoss es, über alle M ..wen bcu·1mder1
und verehrt zu 'ii.:t·rdf:n, sodass seine Eicelkcit zur Tarnung vor sich St·lbst
u:urde. Seine Fähigkeiten gingen ihm d/lmählich -;._•erloren, und u·ir st~hen,
ddss seine Farbe schu·ächer u,·urde und mehr und mehr dn Strdhlkrafc -;._•erlor.
.fich/iess/ich u·ar nichts von seiner früheren Aussrrt1.hlung übrig gebliebt•n, sodd.H er zur Umschulung binuntergeRhickt u·urde. \Vir alle hoffen, dt1.ss er irgendu·ann zurückkommt.

Farben der Besucher in der Gruppe
Gelegentlichhöreich von einer Farbe von einer oder zwei Seelen in einer Gruppe,
die im Gegensatz zu jenen der anderen Gruppenmitglieder zu sein scheint. Dabei
könnte es sich um den Besuch eines hoch spezialisicncn Gastes oder um eine Seele
aus einer Gruppe in der nächsten Umgebung handdn. I lier und da hörc ich auch
etwas über den Besuch eines Reisenden zwischen den Dimensionen, der viel mehr
Erfahrung mitbringt, als die Gruppe besitzt. Hier die gekürzte Schilderung eines
interessanccn Berichts über solche Besucher:

\Vt>nn u·ir einen Blick auf ein u·eiurent'll:ickeltes U''esen u:eifen, das aus anderen Dimensionen zu Besuch in 11merer Gruppe ist und dds um 11nbekt1.nnt ist,
u·irkr das, als sei diest.•s \loben durch einen Bildschirm gt·trett•n, dt·n 'ii:ir die
Lime des Lichts nennen, um zu uns zu gelangen. Solche \t'esen stossen gtlegentlich aufgrundeiner Einladung unscres joshua zu uns, da sie seine Freunde sind. U:'enn sie an uns vorbciziehen, nehmen 1.::ir diese Seelen silbnf~Jrbi!n
u·ahr, iJ"hnlich u.:ie fliessendes \t't1.sser. Für uns ist dieser silbernt· Strom ... ein
.\-I.:Jntel des Vorübergleicem ... die Reinheit einer durchsichtigen incerdimensionalen Intelligenz. Es sind elastische U'ben, die die Fiihigkeil besitzen, -;._·iele physisehr und geistigt.• Sphil-ren hintt•r sich zu lassen und ihre Aufgabt•n gut
zu erfüllen. Sie sind uns dabei behilflich, das Dunkel unserer Unu·issenheil
zurückzudriingen, doch leider bleiben diese schönen U''esen nie besonders lange bei uns.
Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass Jiese schillernden Wesen, die zu einem kurzen
Besuch bei Seelengruppen auhauchen, einen tiefen findruck hinterlassen. Als ich
im Rahmen des oben crv.·ähnten falles meinen Klienten bat, ein Beispiel für eine
Erkenntnis zu geben, die er aufgrund der Lehren dieser silbrigen Wesen gewonnen
hat, erwiderte Jieser:

168

Sie erweitern unsc,.en Ho,.-izont, damit u.·i,.- mt'h,. Möglichkeilen bei unseren
Entscheidungen '<i'ahmehmen, indem u:i,. besser in Je,. I.Age sind, die .Wensehen richtig einzuschiitzen. Diese Fähigkeit ist fördedich fü,. k,.iti$ches Denken und sch11[{r die Basis für fundierte Enrscheidungen auf der Grundlage
höherer WAh,.heiten.

Menschliche Aura versus Seelenaura
Es gibt eine weitere fchlintcrprctation zum Thema Farbe, auf die ich seit der Veröffentlichung von Dll· REISEN DER SE!· I.[ gestossen bin. Viele Leser waren Jarauf aus, einen Vergleich her7.ustcllen zwischen meinen farbspektren der Seelen
und c.len farben der menschlichen Aura. Ich habe das Gefühl, dass das 7.U f.1lschcn
Schlussfolgerungen führen kann. Farbe und Ener~icschwingung der Seele stehen in
enger Verbindung zueinander und spiegeln die nichtstoffliche Umgehung der geistigen Weh wider. Das heisst, dass die Frequenz derselben Seele in einer physischen
Umgebung \'eränJcn wird. Ausscrdem verändert auch der menschlichl· Körper dil·
Farbe dieser F.nergiemuster.
Wenn ein Heiler die farbe der memchlichen Aura sieht, handelt es sich dabei
weitgehend um ReAexionen physischer Manifest.ttionen. Abgesehen von den Gedanken eines menschlichen Gehirns, die von unseren Emotionen, Jem Zentralncr·
vensystem und einem Gleichgewicht des Chemiehaushalts bel·influsst werden,
spielen auch die lebenswichtigen Organc: des Körpers eine wichtige Rolle für Jie
menschli~.:he Aura. Sogar die Muskulatur und die Haut haben erheblichen Ameil an
der uns umgebenden physischen Energie. Natürlich gibt es Wechsclwirkun~en
zwischen dem Seelengeist und unserem Körpern, doch die wichti~sten raktoren
zur Bestimmung der menschlichen Aura sind körperliche und geistige Gesundheit.
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich die menschliche Aura
nicht sehen kann. Die Informationen, die ich darüber habe, stamml'O von Fa~.:hleu­
ten auf diesem Gebiet und \'On meinen Klienten. Wie es heisst, fluktuiert unser \"Crgänglicher Körper rasch, während wir durch das Leben gehen, was sich auf die äusseren Farbzusammenset7.ungen unserer Energie auswirkt. Es dauert Jahrhunderre,
bis sich die Farben der Seele \'Crändern. Die östlichen Philosophien lehren. unJ
auch ich bin dieser Auffassung, dass wir einen Geistkürper besitzen, der mit Jcm
physischen Körper in VerbinJung steht und d:1ss dieser Ätherkörper sein eigl·nes
Energiepotenzial aufweist. Echte Heilung muss sowohl den grob- als auch den
feinstofAichen Körper in Betracht ziehen. Wenn wir meditieren oJer Yogaübungen
machen, versuchen wir damit, emotionale und spirituelle EnergiL·blockadcn auf7.u·
lösen.
Wenn ich gelegentlich mit einem Klienten in Trance über die Verteilung von
Lichtenergie bei anderen Seelen in ihrer Gruppe spreche, wird mir über stärkere
Energiemuster berichtet, die \"Oß bestimmten Bereichen einer Wesenheit ausgehen,
die wie eine menschliche Form aussieht. ln dem Sinne, dass wir Eindrücke aus ei·
nem früheren Lehen ins jct?.ige mitnehmen, können wir auch körperliche Ein- oder

/6 9

Abdrücke in die geistige Weh mitnehmen, quasi als energetische Überbleibsel unserer physischen Inkarnatione-n. Während der Bcfra~un~ im nächsten Fall hatte ich
eine Zeillang den Eindruck, dass die Klient in auch ihre hL·wusstcn Erinnerungen an
Jie Chakren in ihre unbewussten Erklärungen mit cinnic~sen licss. Bei Jen Chakren soll es sich angeblich um Kraftzentren handeln, die an sieben wichti~cn Stellen des menschlichen Körpers von innen nach ausscn treten. Meine Klicntin hatte
den Eindruck, Jass Chakren L'ine spirituelle Ausdrucksform JL·r Individualität
durch physische Manifestationen sind.

Fall 33
Dr. N.: Du hast gesagt, Roy sei in diesem Lehen ein Mitglied deiner Familie, der zu
deiner Seelengruppe gchün. Wenn du dir Roys F.nergic7cntrum anschaust, was

siehst du?
K.: Ich sehe eine Konzentration \'On Rosa-Gelb, die aus der ~tine seiner Körperform stammt- aus dem Bereich, wo sich der Solarplexus befinden würde.
Dr. N.: Wdche Kürpcrform? Warum 7.t.•igt Roy deiner Gruppe l'incn physischen
Körper?
K.: Wir weisen die Eigenschaften der Körper auf, die uns im Leben heude hereitel
haben.
Dr. N.: Was schliesst du aus einer Encrgickom~cntration im Ma~cnhcrcich?
K.: Seine persönliche Kraft hat Roy vornehmlich aus seinem Bauch bezogen. unabhängig \'Oll seinem Körper. Er hat Nerven wie Drahtseile. j:acherJc] Aussecdem
sind hier durchaus auch andere Gelüste angesiedelt.
Dr. N.: Wenn Roys Energiemuster diese Eigenschaft aufweist, kannst du dann auch
genau aufzeigen, aus welchen Körperbereichen bei anderen Mit~liedern deiner
Gruppe eine besonders leichte Energieform abgestrahlt wird?
K.: Ja, bei l.arry findet Jic meiste Entwicklung im Kopf statt. Er ist seit vielen Leben ein findiger Denker.
Dr. N.: \'('er noch?
K.: Natalie zum Beispiel. Das Wesen ihrer Kraft entwickelt sich schneller im Bereich des I Icncns, weil sie viel Mitgefühl zeigt.
Dr. N.: Und wie ist es mir dir selbst?
K.: Meine Energie kommt aus der Kehle, weil ich mir in \·iclen Leben kommunikati\'C 1-=ähigkciten mittels Sprache angeeignet habe und weil ich in diesem Leben Sängerin bin.
Dr. N.: Stehen diese Energ:iepunkte in irgendeinem Zus3mmenhanv; mi1 den Farben
der menschlichen Aura?
K.: Was farhcn an~cht, im Allgemeinen nicht. Was die Stärke der Energiekonzentration anbelangt, ja.

Spirituelle Farbmeditationen
Im letzten Kapitel haben wir von einer Seelenamens Banyon etwas über die heilenden \'('irkungen von mehrfarbigem Licht zur Wiederherstellung des Energiegleich170

gewichts in den Erholungsbereichen erfahren (siehe S. 92). Viele, die mein erstes
Buch On. REISF.~ IHR SEELE ~elesen haben, "'·olhen wissen, ob Jic Informationen über Farben auch für Körrcnhcrapien nützlich sein könnten. F.i.ne spirituelle
~lediution als Miucl, um mit unscrt'm inneren Selbst in Berührung zu kommen, ist
eine grosse Hilfe beim Heilen des Körpers. Es gibt \'icle gute Selbsthilfebücher, in
denen die verschiedensten Arten von Meditation erläutert werden. Da durch die
Farbe die Energie einer Seele und Jie Energie unserer Geistführer ausgedrückt
wird, dürfte es an der Zeit sein, nun ein Beispiel für eine brbmedit.ation zu geben.
Ich habe Jazu eine Meditationsübung in sechs Schritten aus~cwJ.hh, eine Mischung aus \'On mir entwickelten Visualisicrungen und Jenen einer coura~icrten
;_..jährigen frau, einer chemali~en Klicntin von mir, die während ihres Kampfes
gegen ihren Eierstockkrebs sehr \·icl an Gewicht \'erloren hanc, bis sie nur noch gut
35 Kilogramm wog. Ihre Krankheit ist nach einer chemotherapeutischen Behandlung momentan in Remission, und die Ärztt.· sind \'erblüHt, wie schnell sie sich erholt.
Einige meiner Klienten schaffen sich durch die Anwendung von farbmcditation eine An spirituelle Kraftquclle. Diejenigen, die mit ernsten gesundheitlichen
Problemen zu kämpfen haben, berichten, die besten Resultate stclhen sich ein,
wenn sie einmal pro Ta~ 30 Minuten oder zweimal pro Ta~ I; his 20 Minuten ühten. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass die folgenJt' MC"ditationsübung keine kürperliehen Krankheiten heilen kann. Die geistige Kraft jedes Mcnst:hen und seine Konzentrationsfähigkeit unterscheiden sich \'OO der anderer Menschen, genauso wie das Wesen ihrer Krankheiten. Nichtsdestotrotz bsst sich das
menschliche Immunsystem s1ärken, inJem wir VerbinJung mit unserem hühercn
Selbst aufnehmen.

Beispiel einer Farbmeditation
1. Entspanne zunächst deinen Geist. Vergib den Menschen alle tatsächlich erlittenen oder eingebildeten Verletzungen, die sie dir 7.ugcfügt haben. Reini~e
dich fünf Minuten lan(;, inJem du dir vorstellst, dass die ~esamte negative
Gedankenenergie- einschliesslich der Ängste wegen deiner Krankheit- eine
sch"•arze Farbe hat. Stell dir einen Staubsauger vor, der in deinem Körper
von Kopf bis fuss Jie ganu Dunkelheit des Schmerzes und des Verlet7.tseins
aufgrunJ deiner Krankheit aufsaugt und aus deinem Körper entfernt.

2.

Erzeuge jetzt einen hellblauen Lichtring über deinem Kopf, der stcllverlretend für deinen Geistführer steht unJ den du um Hilfe hincst, während du
liebevolle Gedanken aussendest. Konzentriere dich fünf Minuten lang auf
deinen Atem, während du die Atem7.Üge 7.ählst. Achte sorgfältig darauf, Jass
du beim Einatmen loslässt und im Ausatmen Spannungen abbaust. Es geht
darum, deinen Atem im Rhythmus mit Jeinem Körper zu harmonisieren.

11/

J.

Stell dir nun dein höheres Bewusstsein als einen sich ausclchnenden weissgoldenen BaUon vor, um deinen Kilrpcr schi.it7.en zu helfen. Stelle folg.enden
Satz vor dein geistiges Auge: •Ich möchte, dass der Teil von mir, der unsterblich ist, den sterblichen Teil heschüt7.t.• Jetzt beginnt die tiefste Konzentrationsphase. Du ziehst die Reinheit von weissem Licht aus dC'm Ballon und
schickst es in form eines Kraftstrahls in deine inneren Organe. Da die weisscn Blutkörperchen die Kraft deines Immunsystems repräsentieren, stell sie
dir wie kleine Bläschen vor, Jic in deinem Körper zirkulieren. Stell dir vor,
dass die weissen Bläschen die schwarzen Krebszellen angreifen und !>ie mit
der Kraft des Lichts aufltlsen.

4. Wenn du auch chcmotherapeutis..:h betreut wirst, eq;J.nze diese Behandlungsforrn, indem du diefarbeLavendel (wie sie erv.·a eine Infrarotlampe erzeugen würde) in alle Teile deines Körpers J.ussendest. D.1s ist die götdiche
Farbe der Weisheit und der spirituellen Kraft.

5. Jet7.t schicke die Farbe Grün aus, um die durch den Krebs beeinträchtigten
Zellen zu heilen. Du kannst in den schwierigsten Phasen diese Farbe abwechselnd mit dem Blau deines Geisrführers mischen. Such dir deine ei~enen
Nuancen aus und stell dir das Grün als flüssigkcit vor, die dein Inneres heilt.

6.

Jetzt ist es ~·icder an der Zeit, den blauen Lichtring über deinen Kopf zu erzeugen, um so geistige Kraft und Mm in den gesehwächu:n Körper nicssen
zu lassen. Stell dir vor, Jass dieses blaue Licht wie ein Schutzschild deinen
ganzen Körper bedeckt. Spüre die heilende Kraft dieses Lichts der Liebe in
deinem Inneren und .lusserhalb deines Kürpcrs. Verharre eine Zeitlang in
diesem Zustand und beende die f\.·leditation, indem du ein MJ.ntra wie etwa
·Heilung, lleilung, Heilung• einige Male wiederholst.

Meditation als tägliche Übung ist 7.WJr harte Arbeit, doch sie zahlt sich aus. Man
kann beim Meditieren nichts falsch machen. Jeder muss sein eigene~ Programm finden, durch das Geist und Gefühlgleichermassen angesprochen werdt·n, sodass den
persönlichen Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Tiefe Meditation versetzt uns
in einen göttlichen Bewusstseinszustand und sorgt dafür, dass sich die Seele zeitweise \'On der Persönlichkeit lösen kann. Dadurch sind wir in die I.J.gc verset7.t, in
eine andere adimensionale Realiü.t zu transzendieren, wo alles im konzentrierten
Geist in ein einziges Ganzes zusammengefasst wird.
Die Frau, die an Eierstockkrebs litt, konnte ihre Ärzte dadurch unterstützen,
dass sie ihre gesamte geistige Konzentration zur Heilung ihres Körpc:rs einsct7.tc.
Wenn der Geist rein und zcntrien ist, sind wir dem, wer wir wirklich sind, ganz nahe- dieser Suhstan7., die uns womöglich auf unserem bisherigen l.ebens~·eg ahh.lnden gekommen war. Tägliche Meditationsübungen sind auch ein gutes Mittel, mit
liebevollen Geistwesen Kontakt aufzunehmen.

172

Formen der Energiefarben
Abgesehen von den Wirkungen von Farben gibt l'S noch eine weitere Mii~lichkcit
der Unterscheidung "'on Seelen in ihren Gruppen, nämlich der Vergleich ihrer f-ormen. Damit sinJ Eigenschaften gemeint wie Symmetrie vcrsus Unrcgehni.<~sigkcit
der form, helle oder gedämpfte Lichtkonfigurationen sowie die Art der Bewegung.
All das dient als spirituelle Signatur der Gruppcnmitglicdcr. Viele Menschen in
Trance sind sich bei der Beobachtung anderer Seelen der 5.;hwingungsrcsonanz
dieser Seelen bewusst. Nachdem ich die Farbschattierungen mü dem Klienten
durchgegangen bin, betrachten wir gemeinsam die Pulsicnmgs- und Schwingungsfrequenz in den Bewegungen der anderen Seelen.
Bei der Analyse der Energieform einer Seele lautet mein~ erste Fra~e immer:
.. Wie "icl Energie ist vor der jetzi~en Inkarnation in der geistigen Welt zurückgt.··
lassen worden?• Diese Frage steht in engem Zusammenhang mit der Aktivität oder
Passivität der Seele und bezit.·ht sich auf die Klarheit oder GeJämpfthcit der Energie. Unabhängig davon, wie viel Energie in das Leben mitgenommen wird, hängt
die Art und Weise der Energieerzeugung vom Charakter, den Eihi~kt.•iten und
Stimmungen der Seele ab. Diese Variablen können sich nach einer Reihe nm Leben
verändern.
Während eines Vorgesprächs mit einem ncu~n Klienten frage ich jeweils auch
nach dem Ensemble im gev;enwärtigcn Leben. Das heisst, ich erstelle eine Liste mit
allen Verwandten, Freunden und früheren Geliebten. Der Grund dafür ist, dass ich
bei dem Theaterstück, das sich gleich im Kopf meiner Klienten abspicl~n wird, in
der ersten Reihe sitzen werde- und dabei kann ein Prosrammheft nicht schaden.
Mein Klient spielt in diesem Stück die Hauptrolle, währt.·nd den anderen Personen
Nebenrollen zukommen.
Das folgende Fallbeispiel zeigt in Auszügen, wie schnell sich Informationen zu
Farbe und form einer Nebenfigur innerhalb Jcr St.·clengruppe ~ines Kliemcn gewinnen lassen. Während des Vorgesprächs mit meiner Klientin Lcslie erfuhr ich
von ihrer ~hwägcrin namens Rowena, die ihr wirklich ein Dorn im Auge war. l.eslie, deren Name in der Geistweh Susius lautet, beschrieb si~.:h selbst als Person, die
in ihren Leben nach Sicherheit trachtet und si~.:h gerne mit friedfenigen Menschen
umgibt. Über ihr jetziges Leben sJ~;te sie: -F.s scheint Rowcna Spass zu machen.
mich zu konfrontieren und mich aufgrunJ meiner Überzeugungen hcrausl:ufordern.• Es folgt die Anfangsszene des Bildes, das Lcslie von ihrer Gruppe in der
geistigen Weh hat.

Fall 34
K.: {sehr cufgereg\] ()h, ich glaube es nicht! Rowena ist da- das heisst civ;entlich ist
es Shath- das ist Rowena.
Dr. N.: Warum solltest du die Seele Rowenas nicht in deiner Gruppe erbli~.:ken?
K.: [runzelt d1e S11rr~ und presst d1e l•ppen zu~c;_...,'Tier] ~un, Shath gehört zu den ...
Stürenfricden ...

173

Dr. N.: Störc.·nfricd? Was bedeutet das?
K.: Im ... Vergleich 7.U jenen von uns, deren Energieschwingungen Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen.
Dr. N.: Wenn du deine Xhwägerin beobachtest, Susius, welche Unterschiede weist
sie bei F.arbe und Form auf?
K.: ['mmer noc'J nrch! g<Jnz siCher. ob es ,.,,,~t;i'Ji.:~l Roweno •sl] Doch, sie.· ist es, kein
Zweifel! Ihre orangcfarbenc Energie pulsiert rasch- scharfe gezackte Kanten, wie
immer- das ist Shath. Sparks- so nennen wir sie.
Dr. N.: Zeigt sie ~ich durch die Form, die sie angenommen hat, in der spirituellen
Welr genauso feindse-lig dir gegenüber wie im jetzigen Leben?
K.: [Le)lu: nul srch an Ro.-.en~J) Gegf'.'lWOI( _t!ewühnr u'ld rhre SC1mr;:p ,\ r(1 r.,'n)?er]

Nein ... eigentlich lockt sie uns nur aus der ReserH ... sie ist gut für unsere Gruppe ... da~ kann ich erkennen.
Dr. N.: Ich ~iisste gerne, inwiefern sich ihre Umrisse farblieh und in der Form von
deiner eigenen Energie unterscheiden. Was kannst du mir üher dich !tdbst in Jcr
geistigen Welt er7.ählcn?
K.: Meinefarbe ist ein weiches Wciss mit rosaroten Variationen ... meine heunde
nennen mich Glöckchen, weil sie meine Energien in form flüssiger Tröpfchen aus
Regenwasser wahrnehmen, die ein Echo erzeugen ... was wie leise bimmelnde Glocken klingt. Shaths Energie weist eine scharfe Klarheit auf, und ich sehe Goldschat·
tierungcn. Ihre Energie hat er was Helles, Übern·ältigendes.
Dr. N.: Welche Bt..-dcutung hat Jas alles für dich und deim: Gruppd
K.: Wo sich Sparks aufhält, da ist alles in Aufruhr. Sie hat I lummcln im Hinternsie ist in ständiger Bewegung - andauernd kommt sie mit iq;endwelchen fragen
und stellt unsere Errungenschaften infrage. Sie nimmt gern an unserem Leben teil
und stellt unsere Selbstzufriedenheit auf die Probe.
Dr. N.: HastJudas Gefühl, dass sie in der geistigen Welt weniger kantig ist als in ih·
remgegenwärtigen Körper als Rowena?
K.: {lcche·Jdj Darauf kannst du Gift nehmen. Sie hat sich einen ncrvüscn Ktlrpcr
ausgesucht und explodiert sehr schnell, was alles intensiver macht. Diesmal [1m jf'l·
z.gen Leben] ist sie die Schwester meines Mannes. Shath kann einem derart auf die
Nerven gehen, doch ich sehe jetzt, wer sie.· wirkli,h ist, und ich begreife. dass hinter
ihren Moti\·en Liebe steht. Sie will für uns alle das Beste. [',.<Jf'L1er .'ccnerHJ] Wir helfen ihr, einen Gang 7.urückzuschahen, weil sie si,h gerne ohne nach links und
rechts zu blicken in schwierige Situ.uionen stürzt.
Dr. N.: Gibt es jemanden aus deinem ionersten Freundeskreis, dessen Energie derjenigen von Shath, also von Rowen.1, ähnelt?
K.: [!~r,nsend) Sicher, Roger, der Mann meinL·r besten Freundin Mcgan. Hier heisSI
er Sierc.
Dr. N.: Wie nimmst du seine Encr~ic wahr?
k.: Er sendet geometrische, rechrwinklige Muster aus, die zicknckförmig vor- und
zurückschnellen. Es sind scharfe Wellen- wie seine Zunge-, und aus einer gewis-

174

sen Entfernung dröhnt seine Energie wie der Kb.ng des Bc~:kcns in einem Orchester. Sierc ist von unerschrockener Kühnheit.
Dr. N.: Wenn wir von den Energieformen ausgehen, Jie du mir beschrieben hast,
künnten Shath und Sierc- also Rowena und Rogcr- in diesem Leben gut 7.usammenpassen?
K.: [locht lauthois heruus] Das soll wohl ein Witz sein!? Die ·würden einander umbringen! Nein, Rowcnas ~h.nn heisst Sen - mein Bruder Bill -, eine fricJfcnige
Seele.
Dr. N.: Beschreibe mir binc seine Energie.
K.: Er ruht in seiner Energie, die eine grün-braune brbe aufweist. Man weiss sofon, Vines ist da, wenn man ein sanftes Rascheln wahrnimmt.
Dr. N.: Vines? Was soll Jas hc:issen?
1.: Wenn du in unserer Gruppe einen Spitznamen erhalten hast, dann bleibt er dir.
Sen strahlt eine Schwingung aus, die an eine Weinrebe erinnert ... es sieht aus wie
geflochtene Zöpfe- wie bei langem Haar, wcisst du.
Dr. N.: Ist dieses Energiemuster für Sen, also deinen Bruder Bill, in irgendeiner Weisc charakteristisch?
K.: Sicher. Kompliziert, aber konstant- sehr ZU\'Crlässig. Es spiegelt seine fähigkeit
wider, verschiedenste Elemente auf harmonische Weise miteinander zu verbinden.
Vines und Sparks bilden eine harmonische Einheit, weil Rowcna d.1für sorgt, dass
Bill niemals in Selbstzufriedenheit \"erfällt, während er für sie der ruhende Pol ist.
Dr. N.: Bevor wir weitermachen: Mir ist aufgefallen, dass die Namen der Mitglieder
deiner Seelengruppe in der geistigen Welt alle mit dem BuchstabenS beginnen. Hat
das irgendeine Bedeutun~? Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich sie richtig geschrieben habe.
K.: Zerbrich dir darüber nicht den Kopf- der Klang ist es, der die MclodiC' ihrer
Energiebewegung liefen. Das ist es, was das wirkliche Wesen meiner f-rcunde ausmacht.
Dr. N.: Der Klang? Also abgesehen von Farbe und f-orm der Energie in deiner
Gruppe gehört zu jedem auch ein bestimmter Klang, wie wir ihn o1uch auf dL·r Erde wahrnehmen würden?
K.: Hm ... irgendwie schon ... für uns ist es eine Art Energieresono1n1., die wir mit
der Erde in Verbindung bringen, auch wenn diese Schwingungen vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbar sind.
Dr. N.: Können wir uns noch mal deiner besten Freundin Megan zuwenden? Du
hast ihren Namen erwähnt, doch ich weiss bislang nichts über die Farbe ihres
Schwin~ungsmusters.
K.: [ma etnem Ulcncln der Sympathre]

Ihre zarte, blassgelbe Energie ist wie das glitzernde Sonnenlicht auf einem Getreidefeld ... sanft, gleichmässig und 7.erbrechlich.
Dr. 111.: Und ihr Charakter als Seele?
K.: Absolutes, bedingungsloses Mitgefühl und entsprechende Liebe .

•..

:

17 J

Bevor wir nun das weiter vertiefen, was 7.Um Thema Klang und Ähnlichkeit bestimmter spiritueller Namen bislang angerissen W"lJrdc, möchte ich näher auf die
karmische Verbindung zwischen meiner Klient in l.eslie und ihrer besten Freundin
Megan in diesem Leben cingeh('n. Mich hat diese Geschi~.:hte cmOlional sehr berührt. Bei meinem Vorgespräch mit Leslic im letzten Fall3-1 erklärte sie mir, sie sei
Sängerio von Beruf und habe gelegentlich grossc Probleme mit Kehle und Kehlkopf. Für mich handelte es sich dabei lediglich um berufsbedingte Beeinträchtigungen, sodass ich keinen weiteren Gedanken daran verschwendete, bis wir zur TodesS7.cnc ihres letzten Lebens kamen. jetzt war es an der Zeit, einen früheren körper·
Iichen Eindruck zu deprogrammieren, Jer in unmittelbarem Zusammenhang mit
Leslies Kehle stand.
In ihrem früheren Leben war Megan Lcslies jüngere Schwester gewesen. Als
junges Mädchen war Megan von ihrem Vater gezwungen worden, einen wohlhabenden älteren M.mn namens Hog.u zu heiraten, der sich als brutaler Mensch er·
wies, sie schlu~ und sexuell missbrauchte. Nach einem nicht lange dauernden Martyrium half Leslie Mecan dabei, I Iogar zu entkommen, um mit einem jungen
Mann, der sie wirklich liebte (Roger), durchzubrennen. Hogar machte Leslie in jener Nacht ausfindig und schleppte sie wütend in ein Vcrsteck. wo er sie stundenlang vergewaltigte und schlug, um herauszubekommen, wo sich ihre Schwester
aufhielt.
Leslie schwieg tapfer, bis Hogar begann, ihr Jie Kehle zuzudrücken, damit sie
ihm endlich den Aufenthaltson ihrer Schwester verriet. l.cslic sorgte dafür, dass ihre Xhwester Zeit gewann, indem sie Hogar falsche Informationen gab. Hogar erwürgte l.eslie und machte sich auf den Weg, doch Megan war bereits über alle Berge. Im Laufe unserer Sitzung m~inte Leslie: -Mit Gesang drücke ich in diesem Lc·
ben meine Liebe aus, denn im letzten verstummte sie aus Liebe zu meiner
Schwester.•

Klänge und spirituelle Namen
Wir haben gesehen, dass Farbe, form, Bewegung und Klan~ individuelle Merkmale der Seelen in ihn.:n Gruppen sind. Es scheint eine Verbindung z.wischl.·n diesen
vier Bereichen zu geben, auch wenn l.ichtenergic, Schwingungsformen, Wellcnbeweguncen sowie die Klangresonanz für die verschiedenen Mitglieder einer Seelengruppe nicht einheitlich sind. l)ennoch weisen gewisse Seelen Ähnli(hkciten in diesen Bereichen auf, wobei K.Jänge für den spirituellen Reinkarnationstherapeuten
am aufschlussreichsten sein können.
Klänge haben in der geistigen Welt eine Ausdruckskraft, die jene der gesprochenen Sprache übenrifft. Die Palette reicht über Gdächter, Summen, Sprechgesang
und Gesang, ausserdcm sind Geräusche zu hören, die an Wind und Regen erinnern,
doch letztlich können sie nicht beschrieben werden. Es gibt Klienten, die die Namen von Seelen innerhalb ihrer Gruppe so aussprechen, als würden sie musikali·
sehe Akkorde anstimmen, um sie miteinander zu harmonisieren. Der vorherige
176

Fall34 ist ein Beispiel dafür, dass es eine Beziehung :r.wischen der Aussprache spiritueller Namen innerhalb eines freundeskreiscs und dem Buchstaben S gibt. In
Falll8 (siehe S. 139) trugen zwei spirituelle Lehrer den Namen Bion und Relon.
Offenbar gibt es bestimmte rhythmische Analogien zwischen bestimmten Sedcn·
energien in einer Clustergruppe, die auf diese Weise zum Tragen kommen.
Manche Klienten in Hypnose haben Schwierigkeiten damit, spirituelle Namen
zu nennen. Die Namen Jer Sedcn, die sie im Kopf hätten, bestünden nämlich aus
einer Schwingungsresonan7., die sich nicht in Worte ühersetzcn lasse. Doch es wird
noch komplizierter. Ein Klicm drückte es so aus: «Meiner Erfahrung nach hanJeh
es sich bei unseren echten Seelennamen um so etwas Ähnliches wie Emotionen,
doch es sind keine menschlichen Emotionen, deshalb kann ich unsere Namen ni..:ht
durch eine Lautabfolge wiedergeben.• Ausscrdem ist mit einem Namen eine gewisse stimmliche Symbolik verbunden, die eine verborgene Bedeutung hat, sodass ein
Klient nicht in der Lage ist, diese in menschlicher Form zu enträtseln.
Nichtsdestotrotz kann die Verwendung von Lautsystemen und Klangrhythmen
jenen Klienten gute Dienste leisten, die verzweifelt versuchen, sich an einen spirituellen Namen zu erinnern. Dabei können Vokale verwendet werden, um Mitglieder der eigenen Clustergruppe zu identifizieren. Einer meiner Klienten nannte drei
Mitglieder seiner Seelengruppe Qi, Lo und Su. Solche Fälle sind, ebenso ~·ie d<.·r
letzte, bei dem die einzelnen Namen immer wieder denselben Anfangsbuchstaben
aufwiesen, nichts Ungewöhnliches in meiner Pra,..is. Viele Namen \'On Geistführern enden merkwürdigerweise oft auf A. Ich habe Klienten, für die es in I lypnose
leichter ist, spirituelle Namen zu buchstabieren, als sie richtig auszusprechen.
Trotzdem bekomme ich von denselben Klienten zu hören, dass die Schreibung ~·e­
niger entscheidend ist als der Klang des Namens. Die Analyse spiritueller Namen
kann auch auf die Kurzform des eigentlichen Namens hinauslaufen. Zitat eines
Klienten: «Der Spitzname für unseren Führer in unserer Gruppe lautet Ned.• Da
ich mich Jarnit nicht zufricdengab, buchstabierte mein Klient mir schliesslich den
kompletten Namen. Was ich zu Papier brachte, lautete Ncedaazzbaarriann.- Alles
klar? Ich be)jess es für die resrliche Sitzung bei Ned.
Ausserdcm spielt die Privatsphäre eine Rolle, wenn ich zum Beispiel einen
Klienten habe, für den die Preis~abe des Namens seines Geistführcrs Jie ßezichun~
zu diesem irgendwie gefährden \V'Ürde. Diese Vorbehalte habe ich 1.u respl•ktieren,
und ich muss mich in Geduld üben. Die Beklommenheit kann allerdings im Laufe
der Sitzung allmählich verschwinden. Eine Klientin sagte mir, der Name ihrer Führerio laute Mary. Sie fügte hinzu: •In deiner Gegenwart lässt sie sich \'On mir mit
diesem Namen ansprechen.• Das war in Ordnung für mich, und wir machten weiter, bis daraus plötzlich der Name Ma1.ukia wurde. Es gibt bei Rückführungen Momente, in denen es angebracht ist, die Preisgabe von Informationen einfach abzuwarten.
Schliesslich soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich im Laufe unserer Entwicklung unsere Seelennamen leicht verändern können. Ich harte eine sehr weit fortgeschrittene Klicmin, die mir erzählte, dass sie als junge Seele den Namen Vina trug,
177

aus dem mittlerweile Kavina geworden war. Als ich den Grund dafür wissen wollte, erwiderte Ka ... ina, dass sil' jetzt Schülerin (.'incs erfahrenen Geistführcrs namens
Ka.rafina geworden sei. Als it.:h wissen wollte, ob die ähnliche Schreibweise dieser
Namen in der geistigen Weh irgendeine Redeutun~ habe, wurde mir gesagt, das ~e­
he mich nichts an. Es gibt Klienten, die meine Fragestunde sehr schnell hccndcn,
wenn sie den Eindruck gewonnen haben, Jass ich zu tief in ihre Privatsphäre vorgedrungen hin.

Arbeitsgruppen der Seele
Mein Buch DIE Rt·.ISI·.:'\: DI:R SH.U. beschäftigte sich über ganze Kapitel hinweg
mit Seelengruppen im Anfängerstadium, in der Mittel- und Oberstufe. Auch ihre
Führer kamen dabei nicht zu kurz. Bestimmte rallbeispicle bcschähi~h.'O sich mit
Enerp;icausbildung, bei der die Seele in der Gruppe lernt, Materie wie Stein, Erde,
Pflanzen und niedere Lebensformen zu schaffen und in eine entsprechende Form
zu kleiden. Ich habe nicht die Absicht, darauf noch einmal einzugehen. es sei denn,
ich kann damit zur Erweiterung des Wissens meiner Leser hinsichtlich anderer Aspekte des Lebens in Seelengemeinschaffen beitragen.
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit den Beziehungen zwis,hen den Schülern
im Rahmen von Arbeitsgruppen im Gegensatz zu den bereits crwä.hmcn Schulgebäuden und Klassenzimmern. Spirituelle Studienzentren erscheinen w:ihrend der
Visualisierungcn meiner Klienten nicht notwendigerweise in hmn eines Klassenzimmers oder einer Bibliothek. Häufig werden diese Zentren lediglich mit dem Begriff •Raum unseres Zuhauses• ums,hrieben. Wie dem auch sei, das Bild, das meine Klienten von ihrer Lernumgebung haben, kann sich bei der Beschäftigung mit
dem erhaltenen Umcrricht ras~.:h vcrJndcrn.
Na,hdem die Ergebnisse meiner Forschungen über das Lehen zwis,hcn den Leben veröffentli,ht worden waren, äussencn sich manche Leserinnen und Leser kritisch über die Analogie zwischen irdischen Schulen mit Klassenzimm(.·rn und dem
spirituellen Modell, wo die Seele in der geistigen Weh unterrichtet wird. So s,hrieb
mir beispielsweise ein F.hepaar aus Colorado: •Für uns sind Dinge wie Schulen im
Jenseits der Gipfel der Geschma,klosigkcit, doch vielleicht beruht das lediglich auf
Ihren eigenen Voruneilen, da Sie ja früher selbst Lehrer gewesen sind.• Andere Leser haben mich wissen lassen, dass sie die Schule mit unangenehmen Erinnerungen
an Bürokratie, autoritäre Erziehung und persönliche Erniedrigung durch andere
Schüler verbinden. Für solche Menschen ist es inak7.epta.hcl, au,h im Jenseits auf
profane Dinge wie Klasscm~immer 7.U stossen.
Ich weiss, dass manch einer meiner Leser unangenehme Erinnerungen an die eigene Schulzeit hat. Leider ist die Institution Schule, wie andere Schöpfungen des
Menschen auch, mit Mängeln behaftet, die er selbst 7.u verantworten hat. Lehrer
und Schüler könnrn sehr wohl arrogant, tyrannis'h und glrichgültig gegenüber den
wunden Punkten anderer sein. Und wo immer gelehrt und gelernt wirJ, gibt es
Prüfungen. Dennoch erinnern sich viele von uns au,h daran, gute L(.·hrer gehabt zu
178

haben, die uns sehr \•icl bci~cbrachr haben, au~.:h an lebenslange Freundschaften mit
dem einen oder anderen Mitschüler.
Die funktionellen Aspekte der Aneignun~ spirirudlen Wissens werden ''<1111
menschli..:hen Geist in Studienzentren umgesetzt, unJ ich bin sicher, dass umere
Geistführer bei der Schaffung \'On Visualisierungcn irdischer Gebäude für Seelen,
die auf unseren Planeten inkarniercn, die Hand im Spiel haben. Einerseits wird unter Hypnose über Ähnlichkeiten \'Oll Form und Struktur mit irdis~.:hen Gcgebenheiten berichtet, andererseits gibt es aber auch ~rosse Unterschicdl·. wenn \"Oll anderen Dingen die Rede ist. Immer wieder envähnen meine Klienten die üherv.·ältigende Frcundlichkcit. das Wohlwollen und die unendliche Geduld, die
allenthalben in spirituellen Studienzentren zu beobachten sind. Auch wenn die
Schüler sich gegenseitig hinsidulich ihrer Leistung bcuneilcn, stehen absolute liebe, Respekt und die gegenseiti~c Verptlichtung, es in der nächsten Inkarnation besser machen zu wollen, im Vordergrund.
Seelengruppen wissen Individualismus zu schätzen. Es wird crwanet, dass man
sich hervortut und etwas bcisteuen. Es gibt energische Seelen, aber auch zurückhaltende, duch niemand beherrscht die anderen oder verhält si~.:h ihnen gegenüber
aufdringlich. Indi\'idualismus steht hoch im Kurs, da jede Seele einziganig ist und
Stärken sowie Schwächen aufweist, und zwar jeweils in Eq;änzunp; zu anderen
Gruppenmitgliedern. Wir werden bestimmu·n Seden~ruppen 7.ugeteih, weil wir
anders, aber auch ähnlich wie die anderen Mil(;lieder sind. Di<: charakterlichen U nterschiede werden gewürdigt, da die Seelen, die ihre leben miteinander \'erbrin~en,
in jede neue Inkarnation einen reicht.•n Fundus an pl•rsönlicher Weisheit mitbringen.
Seelen necken einander gern unJ bringen llumor in die Gruppen, wobei sie einander jedoch stets respektieren. Das gilt auch für jene, die in Körpern gesteckt haben, die Jen anderen während eines Lehens Unrecht zu~cfügt haben. Seelen zeichnen sich mehr durch Toleranz als durch Versöhnlichkeit aus. Sie sind sich nämlich
darüber im Klaren, Jass die meisten negativen Charaktereigcnschaften, die dem
F.go jener Person entspringen, die ihnen Leid angetan hat, beim Tod des betreffenden Individuums mit begraben werden. Ganz oben auf der Liste der abgelegten ne·
gativcn Emotionen stehen Wut und Angst. Seelen melden sich stets f reiwillip;, wenn
es darum ~eht, Lektionen zu eneilen oder erteilt zu bekommen, 9.•obei anp;esichts
der irdischen Umstände die karmischen Pläne zu den erwanctcn Ergehnissen geführt haben können oder auch nicht.
Ich weiss noch, wie nach einem meiner Vorträge ein Psychiater die Hand hob
und meinte: ·Ihre Schilderung der Seelengruppen erinnert mich an Srammesgemcinschaften.• Ich erwiderte, dass Seelengruppen durchaus an den Zusammenhalt
innerhalb eines Stammes denken lassen, und zwar aufgrundder immensen Loya.lität und gegenseitigen Unterstüuung im Rahmen ihrec spirituellen Gemeinschaft.
Wenn es allerdings um die Beziehungen zu anderen Gruppen geht, so legen Seelengruppen nichts an den Tag, was an Stammesgemeinschaften erinnern würde. Die
Menschen neigen Ieitier dazu, einander im besten Fall zu misstrauen und im
179

schlimmsten Fallsich mit Bitterkeit und Grausamkeil zu begegnen. In der geistiJ;en
Welt ist der Umgang miteinander in der Regel zwar durch Strenge, Milde oder der
Bereitschaft zu Zugeständnissen gekennzeichnet, doch nichts deutet dort darauf
hin, dass es Benachteiligungen oder offene Ablehnung innerhalb von oder zwischen einzelnen Seelengruppen gibt. Wesen in der geistigen Welt fühlen sich im Gegensatz zu den Mens,hen auf der Erde miteinander nrbunden. Zudem wird in der
geistigen Welt die Unverletzlichkeit anderer Gruppen strikt respektier~.
Als ich noch einer Teilzeitbeschäftigun~ als Lehrer einer Ahendschulc nachj:;ing,
stellte ich fest, dass einige meiner Schüler. auch wenn sie erwachsen waren, feststehende Talsachen mit ihren eigenen Wertvorstellun~en Jurcheinandcrbrachten.
Wenn sie Schwierigkeiten mit Begriffen hatten, gingen sie häufig von falschen Prämissen aus und widersprachen sich selbst. Doch so sind Schüler halt nun einmal.
Letztlich haben sie begriffen, wie man Ideen zerlegt und wieder zusammenfügt.
Mit diesem Hintergrund konnte ich dann im Rahmen meiner Erkenntnisse über
den Unterricht in der geistigen Weh die Din~e im richtigen Verhältnis zut·inandcr
sehen.
Ganz zu Beginn meiner Tiitigkeit als Hypnosetherapeut war ich überrascht da\'On, dass es in den Klassenzimmern der geistigen Weh absolut keinen Selbstbetrug
gibt. Ich erkannte, dass die Geistführer offenbar allenthalben zugegen waren, wenn
auch nicht immer in manifester Form. In der spirituellc:n Welt kommen und gehen
die Lehrer nach Belieben, mischen sich jcdo<:h nie in den Selbsterfahrungsprozess
ihrer Schüler ein. Zwar sind Jit· Scden noch nicht allwissend, dass heisst, sie durchschauen die Dinge keineswegs bis in alle Einzelheiten, doch sie hegen keinerlei
Zweifel, dass ihnen hier karmische Lektionen erteilt Wl·rdcn und dass die damit zusammenhängenden Erläuterungen in früheren Leben sehr wohl eine Rolle spielten.
Einer Jer Grundsätze der geistigen Weh lautet: Eine Seele ist immer am strengsten
ger;en sich selbst, wenn es um die Bewertung der eigenen Errungenschaften geht.
Das rationale Denken innerhalb einer solchen Seelengruppe isl \'On einer wunderbaren Klarheit. Selbstbetrug ist unbekannt, allerdings bleibt festzustellen. dass
sich nicht alle Seelen in gleicher Weise henrortun, was ihre Motivation 7.u haTter
Arbeit in sämtlichen Lehen anbelangt. Der eine oder andere Klient räumt ein:
..Jetzt lasse ich mal eine Zeit lang fi.inJe geralle sein.• Damit kann ~emeint sein, dass
man nicht rnehr so häufi~ inkarniel'l, sich leichtere Leben aussucht ndl•r beides
gleichzeitig. Jedenfalls wird eine derartige Entscheidung akzeptiert, auch wenn der
Führer oder der Rat JJ.ri.ihcr nichl sonJerlich erfreut sein sollte. Auch in der geistigen Weh gibt es Schüler, denen nicht daran gelegen ist, zu jeder Zeit ein Optimum
an Leistung zu bieten. Für rnich hanJelt es sich dabei um eine kleine Minderheit
\'On Seelen, die an dil· Erde gebunden sind.
Für die Griechen war das Wort •Persona• ein Svnon\'m
.
. für •Maske•. Das ist
ein treffender Ausdruck dafür, wie die St•cle in einem beliebigen Leben den \'On ihr
gcwählren Körper einsetzt. Wenn wir in einen neuen Kürper :t~chlüpfen, findet eine
Vereinigung stau zwischen dem Charakter dl·r Seele und dem Temperament des
Körpers, um eine Persona zu bilden. Der Körper ist zwar die äusserlichc Manifcs/80

tation der Seele, aber nicht die vollständige Verkörperung unserL'S Scclenst!lbst.
Wenn eine Seele auf die Erde kommt. erlebt sie sich selbst als maskierte Schauspie·
lerin auf der irdischen Bühne. ln Shakespcares MACBETII bereitet sich der Köni~
mit folgenden Wonen auf seinen Tod vor: •Lt.•bcn ist nur ein wandelnd Schauen·
bild: ein armer Komüdianr, der sprei1.r und knirscht sein Stündchen auf der Bühn'
und dann nicht mehr vernommen wird.• [Überset7.ung aus: William Sh.akespeare,
SA~fTI.ICHI·. WERKE, Phaidon Verlag, J::sscn, o. J., S. 1213.] Dieses berühmte Zitat
umschreibt in mancherlei Hinsicht, wie sich die Seele hier auf der Erde fühlt, wo·
bei der einzi~c Unterschied darin besteht, dass, sobald Jas Stück begonnen hat, die
meisten \"On uns aufr;rund zahlreicher Erinnerun~shlockaden LTSt an dessen Ende
wissen, dass wir uns hier in einem solchen Theater befinden.
Die Analogie zu einem Theaterstück passt daher, wie die des Klassenzimmers,
gut zu dem, was meine Klienten in tiefer Hypnose sehen. F.s gibt Beri~o.:htc von
Klienten, in denen davon die Rede ist, dass sie nach einem besonders schwierigen
Lehen bei der Rückkehr in ihre Seelengruppe von ihrenfreundenmit Applaus und
Bravorufen hcgrüsst werden. Durch das Klatschen wird kund~ctan, dass der Betreffende seine Sache im letzten Akr des The.uenHücks des Lebens gm gemacht h.n.
Zitat eines Klienten: •ln meiner Gruppe finden sich die wichtigsten Mit~lieder des
Ensembles nach unserem letzten Leben in einer b:kL· zusammen, um die einzelnen
Szenen am Ende des Stücks noch einmal durchzugehen, bevor die Proben für das
nächsteSrück beginnen.• Häufig bin ich Zeuge, wenn meine Kliemcn aufgrunJ der
ihnen angebotenen Rolle im nächsten Lehen (also im jetzigen) 7.u lachen he~innen,
und in Gesprächen, die ,·or der letzten Rollenverteilun~ Stangefunden haben, ging
es: darum, wer künhig welchen Part 7.U spielen hat.
Unsere Führer werden zu Regisseuren, die eine Szene nach der anderen unseres
vergangeneo Lebens mit uns durchgehen, ganz gleich, ob es gute oder schlechte
Zeiten waren. Fehler bei bestimmten Entscheidun~en werden uns häppchenweise
präsentiert. Jede mögliche Schlussvariante wird untersucht und mit anderen ver~li­
chen, indem neue Manuskripte für die entsprechenden Szenen geschrieben WL'rdcn
mit ganz verschiedenen Wahlmöglichkeiten, die unter den jewelligen Umständen
denkbar gewesen wären. Die Verhaltensmuster jeder einzelnen Rolle werden ge·
naucstens 7.erlegt. anschliesscnd folgt ein Rückblick auf alle Rollen im Drehbuch.
Es steht den Seelen frei, die Rollen zu tauschen und Schlüsselsnnen no~.:h einmal
durchzuspielen, um das Ergebnis in der Person eines anderen Schauspielcrs aus ih·
rer Gruppe oder mit jemandem aus einer anderen Gruppe zu überprüfen. Ich ermuntere meine Klienten, mir 7.U berichten, was bei diesen Rollenwechseln herauskommt. Ei.nc Seele kann ihren Horizont dadurch erweitern. dass sie die eigenen
früheren Errungenschaften durch andere Schauspieler gespiegelt bekommt.
Das Durchspielen \'on möglichen AlternatiHn ist die Basis ei.nes Psychodramas,
Jas für meine Begriffe ein nützliches therapcmisches Mittel im gegenwärtigen Lehen einer Seele darstellt. Die Analogie zu einem Theaterstück soll keineswegs das
enrwcrten, was diese Seelen auf der Erde durchmachen müssen. Vielmehr wird der
Seele eine objektive Müglichkeit geboten, bestimmte Dinge zu begreifen und den
I 8I

Wunsch nJch Verbesserungen anzustacheln. Das System ist ~enial. Die Seelen
scheinen sich bei diesen Übungen niemals zu langweilen, da Kreativität und Originalität gefördert werden sowie das Verlangen, Jen Widri~keiten des Lcbt.•ns dadurch 7.U trotzen, dass aus menschlichen Hezichungcn Weisheit erwächst. jedenfalls
sind sie bestrebt, es beim nächsten Mal besser zu machen. Genügend grosser Spielraum zum Lernen sorgt, ganz gleich in welchem Rahmen, für ein faszinierendes
Schachspiel, indem die Seelen noch einmal alle möglichen Züge durchgehen künnen, um die besten Lösun);en zu finden, wenn alles bereits vorbei ist. Manche meiner Klienten gehen sogar so weit, den gesamten Vorgang der Reinkarnation •das
Spiel• zu nennen.
Die Bewenung dt.·r eigenen Leistungen in diesem Stück kann '\'On gut bis befriedigend reichen, aber auch ungenügend sein. Mir ist klar, dass das für manche Leser
verdächtig nach der berüchtigten Noteng('bung in der Schule klingt, doch stammt
dies('s System nicht \'On mir. In einer Seelengruppe, so heisst es, hat die Beurteilung
unserer LeisiUng durch unsere Mitschüler nichts Bedrohliches, sondern soll motivationsfördernd wirken. Ich habe den Eindruck dass die meisten Klienten ..-on dem
Wunsch beseelt sind, das veq~angene Theaterstück dt.·s l.ebens Revue passieren zu
lassen, um besser in der Lage zu sein, einen ersten Blick auf das nächste :tu werfen.
\Vie Spitzenathleten wollen auch sie bei jedem neuen Versuch über sich selbst hinauswachsen. Letztlich sind sich alle auf einer bestimmten Stufe der Entwicklung
darüber im Klaren, dass dieser Aspekt des Spiels damit enden wird, dass der Vorhant; fällt und kcint.· weiteren Inkarnationen mehr zu absoh·ieren sein werden. Das
ist das Ziel der Seelen, die auf die Erde kommen.
Wie bereits am An(an~ dieses Ahschnius erwähnt, beschränkt sich der Unterricht in den Studienzentren nicht daraui, ,·ergangene Leben noch einmal :tu betrachten. Abgesehen vonallden andert.·n Aktivitäten stclh die Energiemanipulation einen wesentlichen Teil der Ausbildung dar. Die Ancignung der erforderlichen
Fähigkeiten geschieht im Klassenverband auf mannigfaltige Weise. Ein typisches
Merkmal der geistigen Welt ist, wie gesat;t. der Humor. Ein schrulliges Beispiel dafür liefcrt die Schülerin im nächsten l-'all, wenn sie schilden, wie während Jcr Stunde ·Din~e erschaffen• die Oingc crwas aus dem Ruder liefen:

Fall 35
Dr. N.: Du hast cn.ählt, deine Gruppe habe 5ich an einem On versammelt, der einem Klassenzimmer ähnelt, doch mir ist nicht klar, was hier vor sich geht.
K.: Wir sind zusammengekommen, um durch unsere Energie etwas zu erschaffen.
Mein Führer Trinitv steht an der Tafel und zeichnet.
'
Dr. N.: Und was machst du jetzt?
K.: Ich sitze mit den anderen an meinem Schreibtisch unJ schaue ihm dabei zu.
Dr. N.: Beschreibe mir das KCnauer. Sitzt du gemeinsam mit den anderen an einem
langen Schreibtisch?
K.: Nein, jeder hat seinen eigenen Tisch, dessen Plane man nach oben klappen kann.
Dr. N.: 'Wie sieht die Sitzordnung aus?
181

Ii..

'I' I : 1 i

~

~('d,·nt::l UI'P<'Il~\"~h:ffiC'

K.: kh sitze auf der linken Seite. Ca-eil, der Schdm [,r,, Brt.ce.· ·~·' ;f'.'/rRer: Lf'De.~J
sitzt neben mir.Jac [1hr Ehcman~J sit7.t hinter mir.

Dr. N.: Und wie ist die Stimmung im Klassenzimmer?
K.: Locker- sehr entspanm -,denn die Aufgabe ist so leicht, dass wir uns fast langweilen, wenn wir Triniry heim Zeichnen zuschauen.
Dr. N.: Tatsächlich? Was zeichnet er denn?
K.: Seine Skizze uigr ... ah, wie man schnell eine Maus macht ... und zwar aus verschiedenen Energietcilen.
Dr. N.: Werdet ihr Gruppl·n bilden, um 7.ur Lösung dieser Aufgabe eure Encq:;ien
7.Usammen7.uwerfen?
K.: [ mrt emer HcnclbeweR(Ing) Oh, nein. Darüber sind wir längst hinaus. jeder Einzelne muss sein Können unter Beweis stellen.
Dr. N.: Wie sieht dieser Test aus?
K.: Wir müssen uns blir7.schncll eine Maus im Geist vorstellen ... was die notwendigen Energieteile anbelangt, um l·ine ganze Maus 7.U schaffen. Es gilt, eine bestimmte Reihenfolge zu beachten, in der die Energie bei jeder Neuschaffung an~e­
ordnet werden sollte.
Dr. N.: Das heisst, es wird geprüft, ob ihr die Reihenfolge bei der Erschaifung einer
Maus auch cinhahct?
K.: Hm ... ja ... aber ... eigentlich kommt es auf die Geschwindigkeit an. Das Geheimnis bei dieser An Unterricht besteht darin, rasches begrifnichcs Denken zu
üben - das heisst, man muss wissen, mit welchem Teil des Tieres 7U beginnen ist.
Dann gilt es, dafür die richtige Men~e Energie einzusetzen.
Dr. N.: Gar nicht so leicht, oder?
K.: [brerl grrnsend} Ist doch kinderleicht. Trinity hätte besser ein kompliziertes Wesen ausgesucht ...
Dr. N.: {harcnäck,g) Nun, ich habe den Eindruck, dass Trinity sehr wohl weiss, was
er tU[. Ich \'erstehe nicht ... [unrerbrrchr miCh mrr schoflendem Getöchrer. sodoss rch
(rage. was los se1)
K.: Ca-eil hat mir ein Zeichen f;Cgeben und sein Pult hochgeklappt: Eine weisse
Maus huscht heraus.
Dr. N.: Das heisst, er ha[ das Problem bereits gelöst?
K.: ja, und er gibt damit an.
Dr. N.: Wie reagiert Triniry?
K.: {rmmer noch lachend} Natürlich entgeht ihm nichts. Er hält inne und sagt: ·Gut,
wenn ihr s"hon so \'ersessen seid darauf, damit anzufangen, dann bringen wir es
rasch hinter uns. •
Dr. N.: Und jctz(?
1(.: Die Mäuse wuseln durch das gam.e Zimmer. {kichernd) Ich habe meiner Maus
grössere Ohren als normal gemacht, einfach aus Spass an der Freude, damit die Sache noch lustiger wird.
- ,~

..,

I NJ

Zum Abschluss dieses Kapitels nun ein etwas ernsthafteres Beispiel für den Einsatz
von Energie im Rahmen einer Gruppe. Das Thema war bislang nicht Gegensund
unserer Untersuchung. ln Fall36 geht es um den inneren Zirkel aus drei frcundcn,
die einem vierten Mitglied helfen wollen, das gerade auf der Erde inkarnicn hat. Im
Gegensatz zu den etwas weiter entwickelten Fähigkeiten des vorhergehenden Falles gehören diese Seelen 7.U einer Lerngruppe, die vor KurH'm Ni\·eau ll erreicht
hat.

Fall 36
Dr. N.: Wenn du dir alle wichtigen Tätigkeiten in deiner Untcrricht!tgruppe vor-

stellst, greife doch bitte eine davon heraus und erkläre mir, was du tust.
K.: [Ionge Pause) Oh ... du milchtest, dass ... gut. Meine beiden Freunde und ich
tun unser Bestes, Kliday mit positi\·er Energie zu \'crsor~en, nachdem er in den
Körper eines Fötus geschlüpft ist. Wir möchten, dass das klappt. denn auch wir
werden ihm bald in dieses Leben folgen.
Dr. N.: Langsam, bitte. Was gcnau macht ihr drei in diesem Augenblick?
K.: fotmer r.'e( e·"1} Wir sitzen in einem Kreis zusammen, während unser Lehrer im
Hintergrund die Fäden in der Hand hält. Wir schicken einen gemeinsamen Energiestrahl in das Gehirn des Kindes. Kliday ist dort soeben eingetroffen und ... also,
ich möchte keine Intimitäten ausplaudern, aber er wird es nicht leicht haben.
Dr. N.: Verstehe ... vielleicht hilh es, wenn man darüber spricht. Glaubst du nicht.,
dass es in Ordnung wäre, etv.·as näher darauf einzuJ!;ehen, was ihr da macht?
K.: Ich ... denke schon ... es kann ja nichts schaden.
Dr. N.: [sonfl] Wie viele Monate nach der Empfängnis ist Kliday in den Fötus geschlüpft?
K.: Im vierten Monat. [PaJse) Mit unserer Hilfe begannen wir während des sechsten Monats. Es ist wirklich anstrengend, damit bis zum neunten Monat weiterzumachen.
Dr. N.: Ich verstehe das- die erfordcrli..:he Konzentration usw. [Pac.<;e_l Warum benötigt Kliday \'On euch dreien Hilfe?
K.: Wir versuchen, ihn energetisch so zu unterstützen, dass er sich hl·sser an das
Temperament des Kindes anpassen kann. Wenn die Seele in einen fötus schlüpft,
sollte Jas so sein, wie wenn du deine J{andin einen Handschuh steckst, der exakt
auf deine Grösse zugeschnitten ist. Doch Klidays Handschuh passt diesmal nicht
sehr gut.
Dr. N.: Ist das für dich und deinen Lehrer überraschend?
K.: Ei~entlich ... nicht. Du musst wissen, Kliday ist eine gelassene, ausgeglichene
Seele, ~·ährcnd der Geist dieses Kindes ruhelos und aggressiv ist ... diese Mischung
ist schwierig für Kliday, auch wenn er wusste, was ihn erv.·.uten würde.
Dr. N.: Soll das heissen, dass er eine Herausfordcrun~ wollte, bevor die Wahl auf
dieses Leben ricl?
K.: Ja, er wusste, dass er lernen musste, mit einem solchen Körper zurcchtzukom·
men, da es ihm bercils früher schwerficl, Aggressionen unter Kontrolle zu halten.

184

Dr. N.: Hcisst das, dass dieses Kind s~hwierigkciten machen wird? Vielleicht auf~rund innerer Zügellosigkeit ... emotionaler Konflikte usw.?
K.: {lochend} Du sagstes-das ist mein älterer Bruder.
Dr. N.: In deinem jetzigen Leben?
K" ja.
Dr. N.: Und die anderen beiden Seelen, mit denen du im Augenblick zusammenarbeitest, welche Rollen werden die im Leben von Kliday übernehmen?
K.: Zinene ist seine Frau und Monts sein bester heund.
Or. N.: Hört sich an wie ein Team, auf das man sich verlassen kann. Kannst du mehr
darüber sagen, warum Kliday diese Art Persönlichkeit in einem Körper braucht?
1(.: Nun, Kliday ist sehr zuvorkommend. F.r grübelt viel und ist nicht sehr entschlussfreudig. Er ist kein Draufgänger. Dieser K(irper sollte ihm dabei helten, seine Fähigkeiten zu erweitern.
Dr. N.: War Klidays lct7.tes Leben schwierig?
K.: [zuckt d:e Achseln] Schwierig, schwierig ... die gleiche Art Körper ... Sucht\·erhahen, zwanghaftes Verha.lten ... wenig Selbstbeherrschung, aussenlern hat er Zincne missbrauchl.
Dr. N.: Warum also ... ?
K.: {unrerbnch1} 'Wir haben uns wirklich eingehend mit diesem vergangeneo Leben
beschäftigt ... sind alles wieder und wieder durchgegangen ... KliJay wollte noch
eine Chance in der gleichen Art Körper. Er bat Zinene darum, wieder seine hau zu
sein, und sie willigte ein. [begmf'L zu rochen]
Dr. N.: Was ist daran komisch?
K.: Nun, dieses Mal werde ich seinen jüngeren Bruder spielen, der ihm dabei hilft,
in einem sehr starken Körper nicht aus der Rolle zu fallen.
Dr. N.: Machen wir doch mit dem Energiestrahl weiter. Erkläre bitte, wie du und
deine beiden Mitstreiter mit eurer Energie Kliday helfen könnt.
K.: [lange Pause] Seine Energieanordnung und die des 1-=ötus sind aus dem Lot.
Dr. N.: Du meinst, die emotionale Energie des Kindes ist zerstreut. und KliJay hat
Probleme, damit zu verschmelzen?
K.: Richtig.
Dr. N.: Beeinflusst das auch die Muster elektrischer Impulse aus dem Gehirn?
K.: [Pause] Ja, Jie Gedankenprozesse ... von den Nervenenden [hält ,nne Jn<J ,(dnrt
dann forr] ... wir versuchen Kliday dabei zu helfen, das na~hzu\'ollziehen.
Dr. N.: Wehrt sich da~ Kind gegen Kliday, weil es ihn als Eindringling empfindet?
K.: Nein ... glaube ich nicht ... {lachend]. aber Kliday ist der Meinung, dass er irgendwie wieder ein primitives Gehirn an Land gezogen hat.
Dr. N.: Auf welche Stelle des Körpers ist euer kombinierter Energiestrahl gerichtet?
K.: Wir sind angewiesen worden. im Nacken Jes Kindes zu beginnen und uns über
die Schädelbasis nach oben 7.U arbeiten.
Dr. N.: [spncht 1er..zr m der 'iergar:ge'lhert} Ist euch Jicse Übung gelungen?
K.: Ich glaube schon, dass wir Kliday helfen konnten, besonders am Anfang. [ ,.,·,e·
der locherd} Aber mein Bruder ist auch in Jiesem Leben ein ei~ensinnigcr ~tcnsch.
I 8J

,..

-

,:

Beispiele für weitere Aktivitäten innerhalb \'On Seelengruppen folgen in den nächsten Kapiteln. ln Kapitel9 werde ich im Abschnitt ·Eine neue P.J.rtnerschaü zwischen Körper und Seele• (siehe S. 341) näher auf die physiologischen Aspekte unseres K.1mpfes mit der primitiven Seite des menschlichen Geistes eingehen, wie er
im Ieuten fall geschildert wurde. Im folgenden Kapitel geht l'S um die Hilfe, die
uns ausseehalb von !ripirituellen Studiengruppen durch höhere Wesen zuteil wird.
Die psychologischen Auswirkungen, die die Wahl eines zukünftigen Lebens nac:h
sich zieht, beginnen bereits bei unserer ersten Orientierung nac:h der Rückkehr in
die geistig(.' Weh. Unsere Vorstellungen über frühere Errungenschaften und zukünhige Erwartungen werden bei einem ersten Zusammentreff(.•n der Seele mit
dem Rat genauerunter die Lupe genommen.

186

KAPITEL 6

Der Ältestenrat

Die Angst des Menschen vor Beurteilung
und Strafe
N,l(hdcm die .~cc!c

zu ihrer Geistgruppe 7.urückgekehrt ist, dauert es
nicht lange, bis sie vor eine Versammlung von weisen Wt·<>cn gcruftn wird. Dic:-.c
ein oder zwei Srufcn über unseren l;ührcrn su!hcndcn Meister sind die .am weitesten entwickelten Wcsenhcitcn, die meine nach \1..·ie vor inkamierenden Klienten in
der geistigen Wclt wahrnehmen können. Die Namen, die sie ihnen geben, rl·ichen
von die Alten, Jie heiligen Meister, die Ehrwürdigen bis zu pr:1gmarischcn Titeln
wie die Prüfer oder der AussC"huss. Die häufigsten Bc:r.cichnungen für diese sehr
weit entwickelten Meister lauten der Rat und die Ältesten, sodass ich 7Ur Beschreibung di<.•scs Gremiums diese Begriffe verwende.
Da der ÄltL·stenrat in der gcisrigL·n Welt eine gewisse Autorität verkörpL'Tt, Slosse ich unter meinen Zuhi)rcrn immer wieder auf ~knschen, die soiort \'erdJdn
srhöpfen, wenn ich über \'\'escn in T:1laren berichte, die der Seele fra~en zu ihrem
eben vergan~encn Lebt·n stellen möchten. Bei einem Vonrag in Toronto hielt es einen Mann nicht mehr auf seinem Stuhl, und er rid ganz laut, sodass ihn alle hören
konnten: ·Aha, wusste ich es doch! Ein Gerichtssaal, Richter und Strafe! .. \l:'or.an
mag es liegen, dass so viele Menschen nm An~st und Zynismus erfi.ilh sind, wenn
es um das Leben nach dem Tod ~eht?
Rcligions~emeinschaftcn, die Zivil-. aber aut·h Jie Milirärgerichtsb.ukeit le~cn
fest, was moralisch vertretbar und ~esetzlich veranken sein soll, und hecinflusst·n
damit das Verhalten von Millionen \'On Menschen. Verbrechen und Strafe, aber
auch kulturdie Traditionen der unharmhcnigcn Ahndung von Ver~ehcn ~e~cn
diese Gesetze geh()rcn von alters ha 7.Um Alha~ Jes Menschen. Die positiven Auswirkungen eines Sitten- und Ehrenkodexes, wit· sie in .11\en Religionen beschrit·hcn
werden, sind in der Geschichte des Menschen \"Oll enormem Einfluss gewesen. Es
ist ~ehcnd ~cmacht worden, dass die Angst vor göttlicher Strafe den Menschen in
Schach hält, sodass er sich anders Hrhält als ohne diese An~st. Für mt·in Gefühl
~ibt es dennoch eine Kehrseite jeder rcligiö~en Doktrin, dit· sich die Angst Jes
Menschen zunutze macht, derzufolgt• er sich nämlich nach seinem Tod t•incr unbarmherzigen Autorität oder gar einem ruchlosen Geistwesen stellen muss. Institutionalisierte Formen der Religion gibt t'S erst seit etwa 5000 j..1hren. Gernäss dt•n
Anthropologen hingen in den vorherl!;chcndt·n Jahrtausendt•n die Menschen Naturreligionen an und glaubten, dass in allen hcsecltcn und unbesechen Dingen gute

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und böse Geister wohnen. Die Geptlogenheitcn der Su.mm~s~esellschaften unter·
schieden sich damit nicht gra\·ierend \'On der Gör:7.cm·crchrung der Urnligionen.
Viele Göucr waren grimmig und unnachsichtig, während es auch wohlwollende
und hilfshcrcitc gab. Die Menschen rürchteten sich schon immer \'Or Kräften, die
sie nicht beherrschen können, Juu :tählcn insbesondere Gottheiten, Jenen sie nach
ihrem l"od ausgeliefert sein würden.
Da wir über das Weiterleben nach dem Tod nichts Genaues wissen, wird unsere
Veq;änglichkeit let7.tlich als ßedrohun~ aufgefasst. Aufgrund Jer im Leben crfah·
renen Brutalität nimmt der Mensch seit Menschengedenken an, dass uns o1uch nach
dem Tod Veruneilun~, Strare und Leid drohen werden. Vidc Kuhuren haben diese
Überuugungen für ihre eigenen Zwecke ausgenutzt. In allen Erdteilen wurde den
Menschen suggeriert, dass alle Seelen, ob gut oder schlecht. unmittelbar nach ihrem
Tod eine dunkle Unterweh voller Gdahrl·n und Prüfungen zu durchwandern hät·
ten.
Das in der westlichen Weh vorherrschende Bild des f~.ogcfl·uers steht für eine
Zwischenstation der Einsamkeit, in der die Seelen zwischen Himmel und lli:llle gefangen sind. Abgesehen \"Oll den evangelischen Kirchen hat sich in den \'ergangenen
Jahr7.ehnten eine liberalere Definition durchgcset7.t, wonach es sich hierbei um einen Ort der Isolation handelt, an dem die Seele \"Or dem Eintritt in Jen I Jimmel
Läuterung für ihre Sünden und Verfehlungen durchmachen kann. In den Religionen Jes Ostens, insbesondere bei bestimmten Richtungen des Hinduismus und
Mahayana· Buddhismus, wurde eine Sichtweise gepne~?;t, ~ei der sogenannte spirituelle Gefängnisse niedriger, \"Crderbtcr Ebenen der Existenz im Vordergrund stan·
den- eine Sichtweise, die sich ebenfalls libl·ralisicn hat. Ich bin unter anJcrem aufgeund Jieser Vorstellung gegen die Verwendung kon7.entrischer Kreise für vielfältige Astralebenen zur Darstellung der Reisen der Seele nach dem Tod.
Traditionellerweise zeigten diese Darstellungen ein fegcfeuer mit diversen Kammern in einer Unterweh \"oller Richter, Geri~o:htsgebäuJe und Dämonen.
Wer auf der Suche nach der Wahrheit sich den alten metaphysischen Traditionen
des Ostens 7.uwenJet, stüsst auf eine ,·erwirrende Mischung aus Aberglauben, wie
das auch in der westlichen Theologie :t.u beobachten isr. 'X-'ährend die Reinkarnationsk·hrc Sl·hon seit Langem fester BestanJteil in JL·n östlichen Philosophien ist,
"\\'Urde trot7.dem an der Lehre von der Seelenwanderung fcstgchahen. Auf meinen
Reisen durch Indien konnte ich feststellen, dass die Lehre ,·on der Seelenwanderung zum Zwecke der Einschüchterung missbraucht wird, um so Eintluss auf das
Verhalten der Menschen zu gewinnen. Dieses System geht davon aus, dass zahlrei·
ehe Sünden dadurch bestraft wcrJen, dass die Seele Jes BetreffenJen im nächsten
Leben auf eine niedrigere F.xisten7.stufc unterhalb des menschlichen Lebens zurückgcfühn wird. Meine Forschungen haben keinerlei Beweise ergeben, welche
diese Theorie der Seelenwanderung untermauern würden. Laut meinen Klienten
scheint sich die Seelenenergie von verschiedenen Lebensformen .1ur der Erde nicht
mit ihrer Energie in der geistigen Weh 7U mischen. für meine BegriHe läuft die Einschüchterung und Angst, die durch die Lehre der Seelenwanderung hervorgerufen

188

K~1·:rt1

I>-

llt...-1\lt,·H..-IH ..II

wird, auf eine Erzwingung karmiseher Gercchti~keit hinaus. Ich habe festgestellt,
dass die Seelen menschlicher Wesen in frühl·ren Inkarnationen auf anderen Welten
in Körpern steckten, die unserer eigenen Spezies leicht über- oder untcrlq~cn waren. Mir ist noch nie ein Klient unter~ckommen, der auf einer anderen Welt gelebt
hätte, wo er nicht zu den intelligentesten Wesen .1.uf diesem Planeten ~ehört hätte.
Und das ist kein Zufall.
Wir durchlaufen cigl·ntlich eher Phasen der Erleuchtung statt Phasen des Bestraftwcrdens. Dennoch herrscht in den Köpfen der Menschen nach wie vor "·cit·
gehend die Vorstellung vor, dass es eine Art gönliches Strafgericht im Jenseils genauso geben müsse wie hier die irdische Gerichtsbarkeit- eine Ansicht, die sich im
Laufe von Tausenden nlll Jahren kultureller Konditionierung herausgebildet hat
und der offenbar nur schwer beizukommen ist. Und wenn wir nicht in einer Hülle
schmoren müssen und von den Mächten der Finsternis gefoltert werden, so ist es
dort zumindest unangenehm. Ich hoffe, dass das, was ich in diesem Kapitel dJ.rlegen "-'Crde, jenen Menschen Trost spenden wird, die sich 'r"Or Bestrafung nach ihrem
Tod fürchten. Andererseits wird es auch Leser geben, für die auch die Vorstellung,
einem Ältestenrat gegenüber Rechenschah ablegen zu müssen, nichts Tröstliches
hat. Und auch die Epikureer dieser Welt- also jene Zeitgenossen, die den zügdlosen Genuss auf ihre Fahnen geschrieben haben unJ sich keinen Deut um die Not
anderer scheren - werden diesem Kapitel nichts abgewinnen können. Ganz zu
schweigen von den Bilderstürmern, die prinzipiell jede Art Autorit~il ablehnen, sei
es in moralischer oder anderer Hinsicht.
Die geistige Welt ist eine geordnete Welt, und der Ältestenrat ist eine Verkörperung der Gerechtigkeit. Es handelt sich dabei nicht um die eigentliche Quelle göttlicher Autorität, doch gam: offensichtlich ist dieser Rat die letzte Station von Wesen, die für Seelen verantwortlich sinJ, die nach wie vor auf der Erde inkarnicren.
Aufgrund ihrer Weisheit haben sie grosses Mitgefühl für die menschlichen Schwächen, und ihre Geduldangesichts unserer Fehler scheint unendlich 7.U sein. In \·iclen neucn Lehen erhahen wir immer wieder eine neue Chance. In karmiseher I Iinsicht werden das keine leichten Existenzen sein, sonst würden wir auf der Erde ja
nichts lernen. Doch die schwierigen Aufgaben, denen wir auf diesem Planeten gegenüberstehen, dienen nicht dazu, uns bei einem allfälligen Versagen wciiL·ren
Schmerz nach unserem Tod 7.uzufügcn.

Der Rahmen für die Beurteilung der Seele
Nach meinen Klienten erscheinen sie unmittelbar nach einer Inkarnation vor diesem Rat. Häufig berichten sie, dass sie vor ihrer Wiedergeburt erneut \'or dieses
Gremium treten. Dabei hat das erste Zusammentreffen offenbou Jen weitest reichenden Einfluss auf Jie Seele. Bei der ersten Zusammenkunft werden die wichtigsten Entscheidungen, die wir in dem soeben abgeschlossenen Leben getroffen
haben, in einer gemeinsamen Rückschau beurteilt. Ausserdem werden unser Verhalten und unser Verantwortungsbe-wusstsein für unsere Taten an wichti~en Weg/89

gabdung~n uns~ces

karmischen W~gcs einer sorgfältigen Priifung unterzogen. Bei
der ersten Sitzung wird uns die Tragweite unserer Fehler voll bewusst, hc!>unders
wenn wir andere verletzt haben. Sollte kun \'Or einer erneuten Inkarnation ein
zweiter Besuch anstehen, so ist die Atmosphäre dabei zwangloser, und die Gesprä·
ehe drehen sich im Wesentlichen um die Wahl des nächsten Lebens, die damit Hr·
bundeneo Möglichkeiten und Erwartungen.
Unsere Führer lassl'n uns wissen, wann die Zeit gekommen ist, vor den Rat 7.U
treten, und in der Regel begleiten sie uns auf unserem Weg zu den ~msprechenden
Ördichkeiten. Für den durchschnittlichen Klienten mag es so aussehen, als spiele
der Führer bei diesen G~sprächen keine besondere Rolle. Wenn mir allerdings eine
etwas weiter entwickelte Seele darüber berichtcl, dass sie allein zu diesem Treffen
geht, fällt ihr häufig auf, dass ihr Geistführer wähn:nd des Gesprächs unter den
Mi1gliedern des Gremiums 1.u finden ist. Wenn Jie Geistführer gemeinsam mit uns
vor den Rat treten, halten sie sich eher im Hintergrund. Der Grund dafür ist, dass
Gcistfühnr und Ratsmitglieder bereits hinter verschlossener Tür Gespräche: über
unser vergangenes Leben gdühn hahen.
In ihrer Rolle als wichtigster Lehrer und Fünprecher kommt es \'Ur, dass ein
Führl·r seinerseits eine Hemcrkung in die Diskussion einstreut, um für mehr Klarheit zu sorgen oder um eine Deutung zu liefern, wenn sie das Gefühl haben, dass
wir an einem bestimmten Punkt allmählich Jen faden verlieren. Ich werde das Ge·
fühl nicht los, dass unsere Führer viel mehr für unsrunbei diesl·n Treffen, als \'icle
meiner Klienten mitbekommen.
Die Beschreibungen der äusscren form und des Ablaufs dieser Zusammenkünfte durch meine Klienten ähneln einander auf frappante Weise. \'('cnn ich zu diesem
Abschnitt einer Sitzung komme, frage ich den Klienten in der Regel danach, was
sic.:h ereignet, wenn e~ Zeit wird, vor diesem Gremium zu ('rschein('n, Eine typische
Antwon darauf könnte etwa fol~endcrmassl·n lauten:

fndlich ist l'S so '<L'l•ir, ich ~·t•rdt• -rmr die Heiligen treten . .\Irin Führer /.mil
bolt mich Jb und begleitet midJ auf dem \f"eg ..,·on meiner Seelengruppe einrn
langen Gang entlang an anderen Klassenzimm(•m -..·orbt•i. \t'ir erreicht·n eim:n anderen Bereich, mit cinrm grösseren Korridor, der von .\larmors.iult•n
gesäumt 'ü.:ird. Dit· Scrukrur der \t'ämil· erinnert an 'i.:idfarbige Milchglasscheiben. Im Hincergrund sind leiser Cborgesolflg und Streichimtmmcnre zu
hijrt'tl. Das Licht schimmert maugolden. Die Acmosphän: iH sehr entsp.m·
nend, sogar sinnlich, doch ich bin ein 'ti:enig ängstlich. \t'ir erTcich€'n cin€'n Innenhof. der mit schOnen Pflanun und t•im:m glucksenden Brun11en ge·
schmückt iJt. D.u ist der \td,.tcraum. Einig€' Augcnbliclu: sp:ita führt mich
l.inil in ein rundes Zimtnt·r mit t•iner hohen Kuppe/decke. Von dort obm fal·
len vit>lc Lichrsrr-ahletl in dt·n Raum. Dit· Ht•l'ligen sitzen an einem lang('''·
halbmondförmigen Tiscb. Ich trete in die Mitte des Zimmers ·::or den Tisch,
'i.i.·dhrt·nd Uni/ hinter mir zu meine,. Linken steht.

/90

K '··1 1 t ~ b

Der t\ hc~tcnr.H

Als ich zum ersten Mal von diesen Zusammenkünften hörte, frJ.gtc ich mich, welchen Zweck der Eindruck haben sollte, es handle sich hit.·r um t.·inl· Unterredung
wie zwischt.•n Vor~esetzten und Untt.·rgebencn. Wenn sie schon vor WohJwollcn
nur so strotzen, warum dann nicht ein Treffen in einer schönen Landsch.1fr? Während jünger.: Seelen mir berichteten, dass dies die •richtige und angemessl·ne Umgebung für ihre Prüfung• sei, erklärten ältere Seelen, dass es mit Jiesem überkuppelten RJ.um etwas Besonderes auf sich habe. Mir dieser speziellen Konstruktion
sei es einei höheren Gcgenwänigkeit möglich, ,·on oben ihre Lichtenergie Juf Ja!>
gesamte Geschehen zu bündeln. Auf den machtvollen Einfluss dieser Gegenwärtigkeil werde ich später in diesem Kapitel eingehen.
Wie Abb. 8 (siehe nächste Seite) zeigt, ,-isualisil·rcn Jil· meisten meiner Klienten
den Raum, in dem das Treffen mit dem Ältestenrat stattfindet, als Kuppclbau. Sie
interpretieren das als Manifestation eines heiligen Ortes auf Jer Erde. Diese
·himmlische Schale Jes Mitgefühls•, so einer meiner Klienten über dieses Zimmer,
steht glcichcrmassen für Tempel, Moscheen, Synagogen unJ Kirchen. Weiterhin ist
in Abb. 8 der zentrale 'Iisch (D) zu sehen, der über ein lang gezogenes Mittelstück
,.erfügt, während er an den Seiten leicht abgerundet ist, damit zahlreiche Gremiumsmitglieder dahinter Platz nehmen können. Manche Klienten berichten, dass sie
den "fisch auf einer Art Podium wahrnehmen und somit etwa in Augenhöhe n•r
dem Rat stehen. Mir ist im Lau(e der Zeit klar geworden, dass diese feinheitcn im
Zusammenhang damit zu sehen sind, was eine individuelle Seele .:~.m angemessensten hält, damit dieses Treffen so optimal wie möglich für sie ablaufen kann. Sollte
die Seele dieses Gremium eher als Organ der Macht wahrnehmen. könnten Gründe dafür \"Cranrv.·onlich sein, die ich dann mit Jem Klienten im Hinblick auf das !>Oeben zu Ende ~cgangene Leben untersuch~:.
Klienten, die eine Rückführung in die geistige Weh machen. geben ni~;ht gerne
Einzelheiten preis über den Um~an~ mit einer bestimmten frage seitens (les Ältestenrats. Sie müssen sicher sein. dass der Mittelsmann ~-ährend der ll~·pnose weiss,
was sie im Besprechungszimmer erwartet. Auf einer unbcwusstt.•n Ehene scheint
dieses V~:rtrauen in den Therapeuten ihnen quasi eine An geistige Erlaubnis zu seben, über ihre heiligen Erinnerungen zu sprechen. Da!> ist Jer Grund dafür, warum
meine Erforschung Jer ml•nschliehen Erinnerung an die geistige ~'eh so viele Jahre in Anspru~o:h genommen hat. Es war, als würde man Jie Teile eines Puzzles zusammensetzen. Stückehenweise führten die Informationen üher die geistige Weh in
grösscre Zusammenhänge, wobei mir nie eingefallen wäre, in einem GcsJI11tl'.usammenhang diesbezügliche fra~en zu stellen. So lieferte beispielsw<:ist· der Grund für
das erhöhte Podium ein winziges Dct.ail, hinter dem eine tiefere Bedeutung stand.
Eine weitere Einzelheit betraf Jie Positionierung Jcs Führers, und zwar hl•sondcrs
beim ersten Zusammentreffen.
Wie Abb. 8 zeigt, steht der Geistführer (C) auf der linken Seite. l.an~e Zeit verstand ich nicht, warum der t-'ührcr in der Regel hinter J(·n 7.U befragenden Klienten
stand, und zwar zu ihrer Linken. Hat die Seele zwei Führer, so wirJ sich Jcr jüngL'·
re Führer nach Jcm Betreten des Rauml'S gelegentlich auf die rct.•hte St·ite stellen.
I 9/

Ältestenrat

D

Abb 8 - Das Ratszimmer
Häurig gesChildertes SzenariO rür das Treffel' des Ältestenrats mit einer Seele.
Die wettläufigen R4umhchkeiten erscheinen den meisten Klienten als r1.mdes
Zimmer mit Kuppeldach.
Die Seele betritt den Raum aus Korridor A oder aus einem anderen Gang heraus. Sie steht dann anschliessend auf Position B. wobei sich der Ge1stführer
in der Regel hnks hinter ihr befindet (C). Der Rat s1tzt normalerweise an einem
langen. leicht gebogenen T1sch (0) unmittelbar vor der Seele. Der Tisch kann
auch rechtecki~ sein.

191

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n~-r Ah~u.:-nrolt

Meistens ist jedoch nur der ältere anwesend, und nur sehr wenige meiner Klienten
berichteten, dass dieser auf der rechten Seite steht. Als ich den Grund dafür erfahren wollte, erhielt ich in der Regel ausw~ichendc Antworten wie etwa: ·Das wirkt
weniger einschränkend• oder •Das ist typisch für das Gespräch• oder •Der Respekt gebietet es, eine bestimmte Position einzunehmen•. Schlicsslich habe ich einfach damit aufgehört, diese Frage überhaupt zu stellen.
Dann kam der Tag, an dem ich mit einem fortgeschrittenen Klienten arbeitete,
der eine scharfe Beobachtungsgabe haue und der mich aufforderte, die äusseren
Umstände des Gesprächs genau zu beachten. Da fiel mir die Frage zur Platzierung
des Führcrs wieder ein:

Fall 37
Dr. N.: Warum steht deinf-ührerlinks hinter dir?
K.: [lachend) Das wcisst du nicht? Bei den meisten Menschen ist die rechts Seite des
Kopfes nicht so bestimmend wie die linke.
Dr. N.: Und was hat das mit seiner Positionierung zu tun?
K.: Die Sache mit der rechten und linken Seite ... die nicht synchron sind.
Dr. N.: Du meinst das Unr;leichgewicht zwischen der rechten und der linken Hirnhälfte?
K.: Ja. Mein Problem- und das vieler anderer, die vor Kurzem \'On der Erde zurückgekchn sind- besteht aus einer leichten Schwäche der Encrgit•annahme auf der
linken Seite. Es hält nicht allzu lanr;e vor.
Dr. N.: Du spürst also immer noch die Präsenz deines Körpers, während du \'Or dem
Rat stehst? Du trä~;st diesen physischen Eindruck mit dir herum~
K.: Genau darauf will ich hinaus. Das ist etwas, das wir 7.ur Zeit unseres erstt·n Treffens mit dem Rat nicht einfach abschütteln. Mir s~_·heint, seit meinem Tod sind erst
ein paar Stunden vergangen. Es dauen eine Weile, bis wir die Dichte des physischen
Körpers losgeworden sind ... die damit \'erbundenen Beschränkungen ... ehe wir
uns davon völlig freigemacht haben. Das ist ein Grund dafür, warum ich Jcrome
[semen Führer] beim zweiten Treffen nicht mehr so dringend brauche.
Dr. N., Weil ... ?
K.: Die telepathische Kommunikation zwischen uns funktioniert dann schon besser.
Dr. N.: Was gcnau macht denn Jerome, um dir zu helfen, wenn er auf der linken Seitc hinter dir steht?
K.: Die linke Seite ist bei den meisten Menschen unclastischer als die rechte. Jerome
hilft mir dabei, die Energie, die über meine rechte Seite \"Om Rat in mich hineingetragen wird, besser aufzunehmen, indem er Gedanken blockiert, die Juf der linken
wieder austreten könnten.
Dr. N.: Soll das hcissen, dass deine Energieaura wie ein Sieb wirkt?
K.: [lachend) Su sieht es zuweilen aus- 7.umindcst auf der linken Seite. Indem er als
eine Art Gedankenblockade fungiert, ist er eine Art Rückenbrctt, durch das die

193

Eneq~iewellen in mich 7.urück~eworfcn werden, sodass ich ht.·sser begreife, worum

es geht.
Dr. N.: Fü~t er dabei auch seine ei~enen Gedanken hinzu?

K.: Natürlich, er möchte, dassalldas in mich einsicken und da bleibt .

.... .

:

Im Zuge meiner Arbeit mit anderen Klienten wurde diese Schilderung eines ·Rückenbreues• bcS[.ltigt. Zu Beginn ihrer Inkarnationen, wenn die Seele lernt, wie
man mit komplizierten Schahkreismustern umgeht, stellt sie in der Re~cl fest, da!is
?.wischen der rechten und der linken Hirnhälfte zumeist ein Ungleichgewicht bestehl. Nach meinen Erkenntnissen untl·rsi.:hciden sich alle Kürper dadurch, wie die
Hirnhälften miteinander verbunden sind, um Dinge wie kritische Urteilsfähigkeit,
K n:ativität und Sprache zu \"erarbeiten. Dies ist einer der Haupt~ründe dafiir, warum weiter fortgeschrittene Seelen schon frühzeitig während der Schwangerschah
in den Fötus eines neuen Körpers schlüpfen.
Reinkarnationstherapeuten arbeiten auch mit den folgen, die frühere Lehen in
physi!!chcr llinsicht hinterlassen haben und die sich im gegenwärti~en Leben als
Behinderung manifestieren können. ln der Regel kommen solche Menschen zu
uns, wenn herkömmliche Behandlungsmethoden nichts gefruchtl't hahL·n. So kann
es .. ich hei t.·inl·m kC:lrpl•rlichen Problem um übertragene Beschwerden auf~rund eines gewaltsamen Todes in einem früheren Leben handeln. Unsere Aufgabe besteht
nun zum Teil darin, solche ·Übertragungen• zu depro~rammieren, wenn sie die
Gesundheit dcs Klienten schwer beeinträchtigen.
In Kapitel" haben wir gesehen, dass körperliche Prä~un~en auch Auswirkungen auf Seelen haben, die mit physischen Energieschäden in die geistige \\:'eh zurückkehren. Ich konnte mir nicht \"Orstellen, dass eine kOrpcrliche Prägung auch
die Verständigung während eines Treffens mit dem Altestenrat bceinträ~.:hti~en
könnte, ehe ich mit dem oben geschilderten Fall 37 konfrontiect wurde. Ich wusste, dass im Verlauf solcher Zusammenkünfte die Mitglieder Jcs Ra1s untereinander
in hohen und tiefen Stimmlagen sehr rasch miteinander kommuni7.ieren können.
Uit.· durchschnittliche Seele bekommt ,·on dieser Art Dialog so hUl wie nichts mit.
Die dabt.•i auftretenden Verzerrungen sind beabsichtigt. Ich kann wohl guten Gewissens die Schlussfol~erun~ 7.iehen, Jass jedes Gespriil..:h ~·Jhrcnd einer Ratssit;wng, das erklärungsbedürftig ist, in der Re~cl \"On unseren FühH·rn in die I land
genommen wird.
Ich henuu:e in meim·r Eigl·nschaft als spirituella RcinkarnJ.tionsrhcrapcut eine
sehr unorthodoxe, aber wirkungsvolle Methode während meines Kontaktes mit
dem Ältestenrat. Wenn ich mit einem Klienten arbeite, der ~eradc ,·or t.·inem Rat
steht, bitte ich ihn häufig, die Mitglieder und den .tnwesenden Geistführer zu fra~en, ob sie auch meinen Geistführer kennen. Der Klient antwortet darauf in der
Regel mit Ja und erklärt, dass sich alle Meister in der geistigen \Vdt k(.·nnen. Dann
möchte ich gerne wissen, warum der Klient glaubt, dass diese Meister, sein f-ührer
und mein Führer, Hand in I land g(.·arbcitet haben, damit er genau am heutip;en Tag
in meiner Praxis auftauclu. Die Antworten künnen sehr aufschlussreich sein, denn
/94

für meine Klienten spielt dabei die Synchronizität eine Rolle. Im Rahmen dieser
Vorgt.•hensweise bekomme ich von meinen Klienten immer wieder Folgendes zu
hören: ·Dein ci~ener Geistführer schwebt über deiner linken Schulter, um dir 1.u
helfen, und er lacht sich ins Fäustchen, weil er merkt, dass du mehr Informationen
über die geistige Weh haben willst, als dir zusteht.•
Seelen, di..- vor dem für sie zuständigen Rat erscheinen, sind d.uauf von ihrt.·n
Führern in einer Oriemierungssirzun~ vorbereitet worden. Dennoch fühlt sich eine Seele vor diesem Rat am ,·erlet7.lichsten, was die Errungenschaften im letzten
Leben anbelangt. Das Ziel dit.•ser Sitzun~cn b.:steht nicht darin, die Seele zu erniedrigen oder sie aufgrundihrer Schwächen 7.U bestrafen, vielmehr sind die Mit~lieder
des Rates dan.uf bedacht, der Seele fragen zu stellen, damit sie ihre Ziele im nächsten Leben erreichen kann. Jede Seele ist sich darübL·r im Klaren, dass der Rückblick
auf ihr I.ebcn innerhalb eines bestimmten Rahmens statrfindcr, wenn~l.:ich sie sehr
wohl weiss, dass keine Zusammenkunft mit dem Rat einer andt.·ren )!;leicht. Sitzungen mit jüngeren Seelen zeichnen sich dadurch aus, dass so-n·ohl Geistführer als
auch Ratsmitglieder besonders nachsichtig und fürsorglich ~egenüher der Seele
sind. Als ich mich ganz am Anfan~ meiner Arbeit mit diesen Zusammenkünften
beschäftigte, erkannte ich, dass eine Art wohlwollende Strenge charakteristisch ist
für die Art der Hcfragung durch diese spirituellen Meister.
Als ich zum ersten Mal etwas von diesen Treffen hilrte, kamen mir, so muss ich
einräumen. ~cwisse Zweifel. Ich hatte das Gefühl, dass in irv;endein..-r Weise Str.1fc
im Spiel sein musste, wenn eine Seele vor einen solchen Rat gerufen wurde. Ich war
eben auch durch meine eigene Kultur ~eprägt. Schliesslich erkannte ich, dass solche
Zusammenkünfte viele Facetten haben können. Oer Ähestcnrat nrhäh sich wie
liebevolle, aber stren~c Elr<:rn, Geschäftsführer, Lehrer und Rat~eher bei Erziehungsfragen in einer Person. Eine Seele empfindet gegenüber dem R.1t Hochachtung. Die Seele selbst ist ihre eigene schärfste Kritikerin. Und ich habe festgestellt,
dass die Beurteilungen durch die Mitglieder unserer Seelengruppe wesentlich härter und schärfer ausfallen als dit.• eines R.nsmit~lieds, auch -n•enn deren Kritik mit
einem Schuss Humor gewürzt wird.
Meine Klienten berichten über gemischte Gefühle auf dem Weg zu diesen Treffen. M.anche freuen sich auf das Gespräch mit dem Rat, um ,-on einer höh(.·ren Wartc .aus Rückmeldung über ihre 1-=onschritte zu erhalten. Andere beriduen ühl·r
Nervosität, die sich allerdin~s nach Beginn der Sitzung sehr rasch legt. Die Ratsmitglieder vt.·rstehen es. der Seele unmittelbar n.1ch ihrem Erscheinen das Gefühl w
geben, dass sie willkommen ist. Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen einem irdischen Gerichtssaal und der Versammlung von Grossmeistt.•rn in der ~eisti­
gen Wdt besteht darin, dass dort alle telep.athisch begabt sind. Das heisst, den Anwesenden ist die ~esamtc Wahrheit über jeden Aspekt unseres Verhaltens und die
Entscheidungen bekannt, Jie wir im letzten Leben getroffen haben. Täuschungsmanöver wären sinnlos. Es gibt keinen Rcdarf für Beweise, Verteidiger oder Geschworene. Damit man für unsere Zukunft vernünfti~ planen kann, müclne der Rat

1y j

sicher ):;ehen, dass wir die Folgen unserer Handlungen, insbesondere im I linblick
auf andere Menschen, wirklich begrificn haben.
Man will von uns wissen, W3S wir über die wichtigsten Ereignisse in unserem
Leben und über das denken, was wir getan haben. Ohne 8iuerkeit und ohne mit
demfingerauf uns 7.U zeigen, wird ~anz offen darüber gesprochen, welche Handlungen in Ordnung waren und was unserer Fortentwicklung nicht so dienlich war.
Es spielt keine Rolle, wie oft wir die gleichen h·hler wiederholen, die Geduld des
Rats mit uns scheint unerschöpflich. Da sind ~rir uns selbst gegenüber schon wesentlich weniger kulant. Wären die Ratsmitglieder mit all den irdischen Seelen, mit
denen ich gearbeitet habe, nicht so nachsichtig, würde eine normale Seele einfach
aufgeben und nicht mehr zurückkehren. Die Seele hat durchaus d3s Recht, eine
Rückkehr auf die Erde zu vcrwei~ern.
Der Ältestenrat beschäftigt sich gründliehst mit der frage, ob wir Jas Gefühl
haben, dass der uns :tugctcilte Körper für unsere Entwicklung förderlich oder hinderlich ~cwesen war. Man beschäftigt sich nämlich bereits mit unserem nächsten
Körper und den uns zugedachten äusseren Bedingungen. Ausserdem interessiert
man sich für unsere Einstellung hinsichtlich einerneuen Inkarnation. Viele Klienten haben den Eindruck, dass die Ratsmitglieder noch keine Entscheidung getroffen haben, was eine künftige Reinkarnation anbelangt. Nichts deutet darauf hin,
dass bei diesen Treffen nach Schema F verfahren wird.
Von entscheidender BL'<.leuiUng bei solchen Zusammenkünften sind unsere Lebcnszicle. Der Rat weiss alles über uns, ehe wir Yor ihn treten, Joch während der
Beratungen wird sehr genau analysiert, welche Art der Verhindung unser Seclengeist mit dem menschlichen Gehirn eingegangen ist. Die früheren Erfahrun~en mit
anderen Körpern sind bekannt. Dazu gehört auch, inwieweit es uns gelungen ist,
den niedrigeren Triehen und negatiwn Emotionen unserer irdischen Körper llcrr
zu werden oder nicht. Zwanghaftes Verhalten, Selbsttäuschun~ und das Anhaften
dienen der Seele als Entschuldigung für ihr Verhalten. Das soiJ nicht hcissen, dass
sich eine Seele \'Or dem Rat über die Schwierigkeiten, die sie im Lehen hatte, nicht
beklagen würde. Doch wenn es da bittere Wahrheiten zu entdecken gibt, so werden
die Härten des Lebens nicht mit Rationalisierungen \'erbrJmt.
Der Rat möchte herausiinden, ob während unserer Inkarnation d.1s innere unsterbliche Wesen unserer Seele seine Integrität hinsichdich Wcrtvorstellungcn,
Idealen und HJ.ndlungsweisen aufrednerhalten konnte. Man will wissen, ob 9.·ir
dem uns zugcteihen Körper unterlegen sind oder ob wir uns durchsetzen konnten.
War unsere Seele erfolgreich dabei, als gleichht:rechtigte Partnerin mit dem
menschlichen Gehirn zu verschmelzen, um so nach aussen eine harmonische
menschliche Persönlichkeit dJ.rzustellen? Und wie sind wir mit dem Thema Macht
umgegangen? Konnten wir positiven Einnuss ausüben. oder sind wir von dem
Wunsch lt.orrumpiert worden, andere 7.U beherrschen? Haben wir uns nur an den
Überzeugungen anderer orientiert, es an persönlichem Profil mangeln lassen, oder
haben wir uns selber eingebracht? Es spielt keinesogrosse Rolle, wie oft wir auf

/96

unserem Lehensweg auf die Nase gefallen sind., sondern ob wir den Mut hatten, uns
'vicder aufzurappeln und die Sache erhohcnen I huptes ;r;u Ende zu bringen.

Erscheinungsform und Zusammensetzung
des Rats
Viele Klienten halten den Begriff Ältester für angemessen, Ja sie diese fortgeschrittenen Wesen bei ihren Zusammenkünften als ähcre Männer \lisualisieren. HJ.u(ig
sind sie kahlköpfig, haben weisses llaar oder tragen einen 8an. Was das Geschlecht
dieser Wesen anbelangt, so bin ich zu einigen Schlussfolgerungen ~clangt. Der ;r;u
beobachtende hohe Prozentsatz älterer Männer als Ratsmitglieder ist ein kulturell
bedingtes Klischee. Weisheit wird mit Alter gleich~esetzt, und in Jen Schilderungen tauchen mehr Männer als Frauen auf, weil die Vorherrschaft des Mannes in
Führungspositionen eine lange Tradition hat.
Zwei Faktoren tragen zu diesen stereotyp wiederkehrenden Bildern bei:
/. Das, was vom Rat auf uns projiziert wird, soll dazu dienen, unsere eigcn('n
Erfahrungen und Konzepte als irdische Seele zu untermauern.

2.

Das Abrufen von Erinnerungen in I Iypnosc stellt einen Überlagerungs,·organg dar. Einerseits erlebt der Klient diese Dinge vor dem Rat in einem rein
seelischen Zustand, andererseits spricht er mit mir aus seinem jevigen Kör·
per, in dem alle kulturellen Einflüsse seiner momentanen Existenz gespeichcn sind.

Als körperlose Wesen stehen wir unter den gleichen Einllüs!len, Wl'nn wir bestimmte Gesichtszüge aus einem früheren Leben auf Mitglieder unserer Geistgruppe projizieren. Dies ist eine Spiegelung unsrres Charakters und unserer Stimmung
zu diesem Zeitpunkt und stellt eine Möglichkeit zur unmittelbaren Wiedererkennung für jene Seelen dar, die uns vielleicht eine Zeit lang nicht gesehen haben. Ich
bin überuugt, dass künftige Rl·inkarn.uionstherapcuten, die Jie \"On mir begonnene Arbeit fonsetzcn, ebenso viele Frauen wie Männer als Mitglieder dieses Rats
ausmachen werden. Man sollte nicht vergessen, dass diese Zusammenkünfte mit
dem Rat in der Regel zwischen vcq;angencn Leben stattfinden, die in früheren
JahrhunJertcn gelebt wurden. Bei Jcr Beurteilung des \'('ahrheitsgehalts einer Szene in der geistigen Welt berücksichtige ich immer die Zeit Iinien, die hier auch eine
Rolle spielen.
Was die eben gcschildcnen Voruneile bc7üglich des Geschlechts anbelangt,
möchte ich nicht verschweigen. dass die meisten meiner fongeschrinenen Klienten
sowie ?.ahlrciche Seelen, die sich im mittleren Ahschnitt ihrer Entwicklung befin·
den, ihre Ratsmitglieder als androgyne Wesen wahrnehmen. Das heissL, ein Mitglied kann geschlechtslos oder als männlich-weibliches Mischwesen erscheinen,
das männliche und weibliche Impulse in die Seele schickt. Doch da fast alle meine
Klienten die Namen ihrer Ratsmitglieder nicht preisgeben können oder wollen,

/91

verwenden sie trotz ihrer geschlechtslosen J::rschcinun~ in Jer Regel Jas männliche
Personalpronomen. Im Gegensatz dazu halten sich bei den Geistführern männliche
und weibliche Wesen in Jcr SchiiJerung meiner Klienten Jic Wa.1ge.
Wenn wir noch einmal einen Blick auf Abb. 8 (siehe S. 192) werfen, fällt auf, dass
Jer lisch, an dem der Ältestenrat Platz genommen hat, im hinteren Bereich des
runden Raumes platziert ist (D). Die Seele (B) steht gcnau in der Mine. Die meis·
ten Klienten sagen: ·Der Respekt gebietet uns, stehen zu bleiben.• Ich glaube nicht,
Jass es ihnen freisteht, darüber 7.U befinden. Mir sind weiter entwickelte Seelen untergekommen, die an einem Ende des Tisches Platz genommen haben, doch kommt
dies äusserst sehen vor und wird von der durchschnittlichen Seele als Anmassung
empfunden. Wenn mir berichtet wird, dass kein 1isch im Raum steht und der Rat
meinen Klienten auffordert, sich ganz zwanglos zu ihm zu gesellen, weiss ich, dass
ich mit einer sehr hoch enrwickclten Seele arbeite, die dabei ist, selbst in den Status
eines führcrs erhoben zu werden.
Sehr junge Scell·n, die weniger als fünf Mal auf der Erde inkarniert haben, nehmen den Rat ganz anders wahr als andere Klienten, wie das iol~cnde Zitat schildert:

U:'ir sind zu ·;.:iert und spielen 1.:iel mitei1111nder. \l'ir milchen jede ,\/enge Unsr-nn, 'i.:"enn unser Lehrer Jlinan- nicht d11 ist. Meine Fre1mde und ich halten
um an den lliinden, u:em1 die Zeit gekommen üt, -..·ur die beiden ,,::idJtigen
Mr:nschm zu tr,•tt·n. \tt'ir gt•h,." an t•inl'71 On, der in hellen F.trln·n crstrt~hlt.
Ei11 Mann und eine Frau sitzen auf z~:ei Stühlen mit bohen Leimen. Sie
schenken uns ein breites Lächeln. Sie.• vcrabschit•den gaadc.• c.•inc kleine Gruppe Kinder, die uns beim Hinausgehen zww:·inh•n. Die bt"idt·" diirji,·n nidJt älter als Anfang dreissig st·in. Es kiitmlt'n unsa'' Eltern sein. Sie sitrd !it·bt."'..:oll
und freundlich und 'i.:'inlun uns zu sich. Sie frt~gen uns lediglich, i.i.·ie 'i.:"ir ...·orankommen und t.:.'tiS ~:ir im niichsten Leben gerne tun u:ifrden. \t'ir solle11
genau aufpassen, U'tiS uns Min11ri erzählt. Fs ist ~·it· \t'eilmachten in t•inem
Kaufhaus mit :r.u·ei ~'eihnachtsmiimu:m.
J::s ist ein si~.:hercs Zeichen, Jass mein Klicm noch als •KinJsecle• gilt, wenn mehr
als 1-wci Seelen gleichzeitig vor den Rat treten. Das oben zitierte Individuum war
\'Of dem jetzigen Leben erst ein Mal auf der J::rJe gewesen. Nach meiner Erfahrung
verändert sich die Szenerie zwischen Jcr zweiten und der fünfrcn Inkarnation. Ein
Klient, der einen sokhcn Wandel cb4..·n erst mitgemacht hatte, rief aus:

Oh, es hat s1c.·h allerhand 1.Jerändr:rt.' Diese Zusammenkunft ist viel funndler
als dit· h·rue. Ich bin ct'ii'as nervös. Da ist ein langer Tisch, und drei :iltere
Hernchaften bitten mich, ihnen meine Fortschritte :tu schildern. L"5 ist so, als
ht~be man erst eine Prüfung hintc.•r sich gl·brt~cht, und jt•tzr St'i dit· Zt•ir gt·kommen, das Ergebnis zu c.•rftJhren.
In Jcr Regel umfasst Jas Gremium drei bis sieben Mitglieder. Bei einer fortgeschrittenen Seele können es ?.wischen sieben und zwölf sein. Doch ist das keine \'Cf·
bindliehe Regel. Allerdings scheim es so zu sein, dJss bei einer Sitzung umso mehr
/98

~.\P,; ll & -

l>C"r Ähc-~h:nr.n

Spezialisten dabei sind, je fortgeschrittener und komplizierter die Seele geworden
ist. Ich habe fcstgeS[cl)t, dass weniger weit entwickelte Seelen häufig nicht in der
Lage sind, die einzelnen Ratsmitglieder voneinander 7U unterscheiden, sieht man
einmal von dem Vorsitzenden und einem weiteren Ratsmitglied ab. Diese beiden
s.cheincn sich am besten mit dem jeweiligen fall auszukennen, während diejenigt'n
~litglieder, die keine persönlichen f-ragen an die Seele stellen, schemenhafte Gestalten im Hintergrund bleiben.
Erstaunt war ich darüber, Jass es eine Art Sitzordnung für die Ratsmitglicdl·r zu
geben scheint, und zwJ.r eine bestimme Reihenfolge, bei der die eher passiv bleibenden Räte jewl·ils rechts und links am Ende des Tischl·s sitzen. Der oder die Vorsitzende sitzt fast immer in der Mitte, und zv.·ar direkt vor der Seele. Diese Person
stellt die meisten Fragen und wird auch als Leiter oder Moderator bezeichnet. Die
Zahl der teilnehmenden R.usmitglieder kann von Sitzung zu Sitzung nriiercn. je
nach Gegebenheiten Jcs eben zu Ende gebrachten Lehens und je nach Planun~ für
das neue Leben. In der Regel sind unser Vorsitzender und \"ielleicht noch ein oder
zwei weitere Mitglieder auch bei grossenzwischen den Lehen liegenden ZeitspJ.nnen präsent. Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass die Mitglieder derselben Seelengruppe in dtr Regd vor \"Crschicdencn Ratsversammlun~en zu erschtincn haben.
Der Grund dJ.für dürften die unterschiedlichen Wesenszüge jrdcr Seele sowie Jas
Niveau ihrer Entwicklung sein. Meine Klienten sind jedenrJ.!Is nicht in der Lage,
mir dafür eine .Begründung 7u liefern.
Ich mache mir eine Noti7., sobald ein Klient berichtet, dass ein Mitglied des Rates erneut im Gremium aufgetaucht ist, na~.:hdem es über eine Reihe \'On Leben hindurch abw(.·send gewesen war, oder wenn ein ncues Mitglied. auftaucht. F.in Klient
erLählte mir Folgendes:
Nacb meinem letzlf.'n Lcbrn erblickte ich ein ncut·s Mitglied in meinem Gn:mium. Die Frau ~:ar nicht ltnfreund/ich, sondern u:ies mich 5anft, aber unnachgiebig auf meint.: forru·ährende Gefühllosigh·ic gegt•niiber Fr~wen in
meinen friihcrt·n Leben hin. Ihr,· Aufgabe besreht ddrin, mrr bei da Enlu•icklung eim:s Planes behilflich zu sein, um meim: Seigung zu iiber..,·inden,
Frauen aus meinem Leben auszuschliesst·n. D.tdurch ...·irJ ntim/i,·h meine
Weiurent•;.;..'icklung t•erhindt•rt.

Offensichtlich werJcn zu bestimmten Zeiten Spe7.ialistcn in die für uns zuständigen Gremien aufgenommen, um uns zu helfen, wenn wir immer wieder in denseihen alten Trott vcrfa.llen. Ein Klient beschreibt die Zusammenkunh mit drei Ratsmitgliedern folgcndermasscn:
Nur dt·r Vorsiezende in der Mitte sprlCht zu mir. Der Rat zu meim·r Linken
srrahlt u.:arme, ~·ohl·w.:ollendt· F.nergie in meine Richtung aus, u·Jhrend mir
derjer~igt• auf dt•r ruhten Seile Ruhe schick I. Offenbar bedurfte j,-/} zu diesem
z,·icpunkc einer Portion Au;gt·glichcnheit, da .... ·ir geraJe da mir bt·sch,"iftigc
z;·aren, die \t1ut in meinem Lebe,, ZJt betrachtt•n.

/99

Eine Kliemin beschreibt das Trclfen, das sie \'Or Kurzem mit dem Rat hatte, so:

X11ch o.:ielen frühenm Leben u·ar e~ so geü.:esen, dass die Zahl der R.Jtsmitglieder von drC'i auf ;.:in stil·g, d.Jnn u.>t~ren es u:ieder nur drei, d.mn u.·ieder 't'r-er.
Das vierte Mitglied hat eine helle Silber/arbe, u.:iihrend die anderen tief~·io­
h·ttt.· Töne auf'ü.·eisen. Summer vier ist für mich so t'tU'dS .._·ie mein Vertrduemmann. Sobald er Teil des Gremiums ist, ·•.::eiss ich, dass mireine Lektion erteilt u:t•rdt•n 'ü.'ird 'i.i·egt.•n meines Mangels an \'ertrauen. Er ~agt, ich sei zu zurückhaltend, ich hätte Angst, mich durchzusetzen, .tuch u·etm ich sicher sei,
im Recht zu sein. Ich ero.:idere, dass ich auf da Erdt· sehr ;.:id Angsc habe,
u·ährend er mich sanft darauf aufmerksam macht, dass mir 7.:irl Liebe und
Zuneigung zutt:il ·~:erden u·ird, u:enn ich übt!7' mich hinaus'ü.·achn•. hh habe
Angst -;.·or Auseinandasetzungen und \Vidrigkeitcn im Lebt.·n. Er sagt: • \t'ir
achten darauf. dich nicht zu überfordern; geh ruhig au~ dir heraus, in dir
steckt mt•hr, als du glaubst ...
Die Klientin hanc sich entschlossen, in eine Frau von kleiner Gestalt und mit gewöhnlichen Zi.igen zu inkarnieren, anstau sich auf eine Altern.nive als hinreissende
Schönheit einzulassen. Sie berichtete, sie häne die 1-loffnung gehabt, Jass ihr silhcrfarbencr Vertrauensmann diese zu~ät;tliche Herau~forderung freundlich begrüssen
würde, zu mal sie sich in ein Leben mit Ehern fügte, die sie als Kind herabsetzten
und kleiner machten. als sie war. Ich woUte wissen, welche Bemerkun~; ihres Vertrauensmannes sie im Laufe der letzten Jahrhunderte am meisten beeintlusst und
gestärkt hänc. Sie zitierte folgenden Satz: ·Das, was du aus einem schv.·ierigcn Leben gewinnst, gewinnst du für alle Ewigkeit.•
Während sich unser persönlicher Geistfi.ihrcr ,·or allem damit hcschifrigt, welche Prioritäten wir im Leben unseren Zielen eingeräumt haben, und dann die diesbezüglichen Schrinc nach einem Lehen analysiert. stellen die Ratsmüglieder eher
i.iberblickartige fragen. Der Rat beschäftigt sich nicht mit dem eben vergJ.ngencn
Lehen. Ihm geht es vielmehr um die Gesamtheit .all unserer Lehen und darum, unsere WeitercntwickJung im Hinblick auf Selbstverwirklichung in einen grösscren
Rahmen zu stellen. Was der Rat wissen will, ist, ob wir uns tatsächlich gernäss unseren f-ähigkciten weitcrenrwickdn. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die
Zusammensetzung des Gremiums wohl ausgewo~en ist, wobei darauf geachtet
wird, dass einzelne Mitglieder hinsichtlich Charakter und Hintergrund Ähnlichkeiten mit Jcr Seele aufweisen, die vor ihnen erscheint. Gelegentlich nehme ich eine Wcsensvennndtschah zwischen einem Ratsmitglied und einem meiner Klienten wahr. Dabei identifizieren si~.:h ganz offensichtlich einzelne Ratsmitglieder mit
dem CharaktL·r, Jen Stärken und Schwächen, den Interessen und Zielen einer Seele.
Dennoch bleibt festzuhahen, dass die überwiegende Mehrheit meiner Klienten
in Hypnose kein wirklich enges Vcrhälrnis zu Jen Ratsmitgliedern hat. Man :wlh
ihnen zwar Respekt. bringt ihnen aber nicht die tiefe Zuneigung entgegen, wie sie
gegenüber dem Geistführer 7.U spUren ist. Das macht das Ungewöhnliche im nächsten Fall aus.
200

K IP:IIl 6 -

Der Ahc-.tcnr.u

Fall 38
Dr. N.: Siehst du ein neues Gesicht umcr den R.usmitgliedern, seit du das lctne Mal
\·or dem Gremium standest?
K.: [zunächst c1emlos. chm'"l m.r emem t1efen Seu(zer der Erie.chte•~.-ng) Endlich.' Rendar ist wieder da. Oh, wie ich rni~;h freue, ihn wiedcr?.usehen.
Dr. N.: Wer ist Rendar?
k.: ... [zi/fen und anrworrer 'liCht}
Dr. N.: Nimm einen tiefen Atem7.ug und emspann dich, damit wir gemeinsam he-

rausfinden, was vor sich geht. Wo siezt Rendar?
K.: Links \·on der Mitteam Tisch. [•rnmer noch s,~n1crend) Es ist so lange her ...
Dr. N.: Wie \"icle Erdenjahre sind vergangen, seit du Rendar das letzte: Mal gesehen
hast?
K.: [nach emer lon~;en Pause. trcJ-mgJ Erwa ... JOOOJahre ...
Dr. N.: Dazwischen müssen doch viele deiner Leben gelegen haben - warum war
Rendar so lange wc~ gewesen?
K.: [1mmer noch traung. doch d,e Fosst.·ng allmö.11!tch w•edere'lcngen(j] Ich glaube
nicht, dass du ermessen kannst, was seine Rückkehr in das Gremium für mid1 bedeutet. Rendar ist sehr alt und weise ... er ist so ... friedfertig ... er \\.·ar schon bei
mir gewesen, ehe die Zahl meiner irdischen Z}•klen [•rdischer~ Leben] immer mehr
wurde. Rendar gab mir :t.u \"erstehen, dass ich vielversprechende Amätze zeigte und
mich rasch entwickelte- er betraute mich mit wichtigen Aufgaben- und dann ...
[hält inne. cJ,e Sr.,rnme ersr,ci<t)
Dr. N.: [son(r] Ist schon gut. Bitte weiter. Schildere mir, was dir passiert ist.
K.: [noch emer wetteren /onl!en Pause) Ich ... habe gesUndigt. Wie so viele hier auf
Erden bin auch ich schwach geworden. kh habe mich und meine Macht überschätzt. Es hat mirSpass gemacht, andere ihre Unterlegenheit spüren 7.U lassen. Es
spielte keine Rolle, welche Art \"On Körper ich haue. Meine Masslosigkeir und
Selbstsucht wuchs von Leben zu Lehen. Rendar sagte, ich solle mich davor hüten,
meine Weiterentwicklung zu vernachlässigen, und ich mat.:hte ihm gegenüber Versprechungen, die ich nicht einhielt. So viele Leben ... sinnlos verschwendet ... so
viele Möglichkeiten ungenutzt ... ich missbrauchte mein Wissen und meine Macht.
Dr. N.: Nun, offenbar hast du in der jüngsten Vergangenheit das Ruder h~.-rumgr­
worfen, sonst wäre Rendar doch nicht hier, oder?
K.: Die letzten 500Jahre habe i,h rni~;h sehr darum bemUht, mein Leben zum Bcs·
seren zu verändern. Mich um andere zu kümmern, für andere da zu sein, Mitgefühl
zu entwickeln- das trägt jetzt früchte. Rendar ist ·u:ieder dd! [(ihRr srork ZcJ 7tltern
an und 1st n1chl m der Lage, wetrerzusprechen)
Dr. N.: [nach einer Pause. rn der 1Ch versuche. ihn zu beruhtgen] Was sind Rendars ers·
te Worte, als du ihn nach seiner langen Abwesenheit wiedersiehst?
K.: Er lä,helt mich herzlich an und sagt: ·Es ist schön, wieder mit dir zusammenzuarbeiten.•
Dr. N.: Sonst nichts? Das ist alles?

201

K.: Das genügt. Ich spüre die Kraft seines grossen Geistes und weiss. dass 1.·r 7.uver-

sichtlich ist, was meine Zukunft anbelangt.
Dr. N.: Was sagst du zu ihm?
K.: Ich verspreche, nicht wieder in die alten Fehler zurückzufallen .

...

_:

Rendar trug laut dem Klienten eine Robe aus phosphoreszierendem Violen. Bei
Jen Kleidungstücken für Gei~tführcr und Ratsmitglieder handelt es sich zumeist
um eine Robe, gelegentlich auch um eine Tunika. Nun bedürfen Geist\l.'esen zwar
ebenso wenig der Kleidungsstücke wie der Gebäude, um darin in Jer geistigen Weh
zu leben. Wie bei \-·iclen anderen Bildern auch, die wir uns \"On unserem Lehen in
Jer geistigen Weh machen, handelt es sich um eine Metapher. Da Ratsmitglieder
aus reiner Energie bestehen, erscheinen sie in kräftigem Purpur, doch können ihre
Roben auch andere Farben aufweisen. Eine Robe steht symbolisch für Würde, Ehre und Geschichtsbewusstsein derer, dil· sie tragen. Gemeinhin assoziiert man mit
einer Robe Gericht, Uninrsität und Theologie.
für einen Therapeuten kann es aufschlussreich sein, bei Jer UdrJgung hypnolisicner Klienten nach den Farben der Roben zu fragen, die die einzelnen Ratsmitglieder tragen. Offenbar dienen diese Roben der Erbauung irdischer Seelen. Als ich
damit begann, mich mit dem farbspl·ktrum von Roben 7.u beschäftigen, vermutete
ich, dass durch die jeweiligen Unterschiede eine bestimmte Art Status oder Rang
ausgedrückt wurde, dcn die einzelnen Mitglieder bekleideten. Zu Beginn meiner
Forschungsarbeiten beruhten meine Fragen auf falschen Vorstellungen über Autorität. Ich fand schliesslich heraus, dass die Kleider- und Sit7.ordnung am "lisch und
die individuelle Beteiligung am Gespräch nichts mit hierarchischen Strukturen zu
tun hane.
Meine Klienten sehen diese Rohen am häufigsten in Weissund Purpur. Das mag
merkwürdig klingen, da diese Farben ja das jeweilige Ende des Spektrums bilden.
Doch wie bereits in fa\131 (siehe S. 162) ausgefühn, ist Wciss für den Anfängerdie
farbe Jcs Annehmens, während sie für fortgeschrittene Übermittler von Gedanken auch eine Farbe der Ühenragung oder Intervention darstellt. Das Wciss der
Energie jüngerer Seelen steht für einen Prouss fortwährender Selbstreinigung und
Erneuerung. Bei fortgeschritteneren Seelen bedeutet sie Reinheit und Klarheit. Die
Farbe Wciss wird deshalb so häufig an Ratsmirgliedern und unseren Geistführern
am Tor zur geisti~en Welt wahrgl·nommen, weil damit die Weitergabc von Wissen
und Weisheit symbolisiert wird. U:'cisse Roben oder weissc 1- Ialoringe über einem
erleuchteten "''l•sen stehen für die Harmonisierung des Denkens mit der universellen Energie.
Purpur ist die Farbe der Weisheit und Jes tiefen Verständnisses. Ratsmitglieder
in purpurfarbeneo und violetten Roben besitzen die Fähigkeit, mit Wohlwollen
und Liebe, die ilue immense Erfahrung widerspiegeln, auf die Belange der \·or ihnen stehenden Seele ein7.ugchen. Der Träger solcher Robl•n wird von meinen
Klienten als vollkommenes Wesen idealisiert. Niemand erwähnt schwarze Roben,
doch es kommt gcll·gcntlich vor, dass ein nervöser Klient die Ratsmitglieder • Rich202

ter• nennt, wenn sie das Ratszimmer betreten. Ooch keine einzi~e Seele hat mir berichtet, dass sie diesen Raum als Gcrichrss.ul erfahren hat.
Es kann sein, dass die R..usrnitglieder mit Kapuzen, viereckigen I-Iüten und Kappen wahrgenommen werden, alles Zeichen ihrer Würde. D:1 die Kapuu· zumeist
nicht getragen wird, ist sie für den Betrachter nicht sichtbar. Solche Visualisierungen erinnern mich an Ordensbrüder wie etwa die Dominikaner, deren weissc Gewänder Kapuzen haben.
Roben und Tuniken aus Stofr haben in der menschlichen Geschichte eine lange
Tradition. Bei der Kleidung und anderen Ausstaffierung der Ratsmitglieder handelt
es sich um Dinge, die Respekt und Ehrfurcht für die Weisen hervorrufen, welche
wie ein Orakel im Lehen einer Seele lesen. Im nächsten Fall geht es um ein Wesen
auf Niveau I, das soeben nach seinem Tod im Jahr 19J7 Jas Ratszimmer betreten
hat.

l'all 39
Dr. N.: Wie viele Mitglieder hat dein Ältestenrat?

K.: Ich nenne sie lieber die Weisen. Sechs \'Oll ihnen sitzen hier am Tisch.
Dr. N.: Ich möchte wissen, was jeder \"On ihnen trägt und was du siehst.
K.: [Pause] Nun, der in der Mitte trägt eine purpurfarbenc Robe, die andern sind
wciss, durchsct7.t mit Purpur ... ah ... bis auf einen ganz rechts ... diese Frauenfigur
erscheine fast ganz in Wciss mit einem I Iauch \'On Gelb. Sie ist mir gegenüber offener als die andcrn.
Dr. N.: Wie interpretierst du diese Farben?
K.: Das hängt irgendwie von dem Leben ab, Jas ich gerade abg(.'schlossen habe. Der
Weise in Wciss auf der rechten Seite müchte, dass ich die Dinge klarer sehe. Die
Person in Gelb ... hJt etwas damit zu tun, wie ich andere unterstütze und selbst unterstütz.t werde ... doch ich weiss nicht so recht, was das momentan mit mir zu tun
hat. Ich erinnere mich daran, dass \'Or zwei Leben jcmanJ in einer karmesinroten
Robe ihren Platz eingenommen hatte. Das war, als ich körperlich vcrschrr nach
Hause [m d1e getSC1ge Weit) zurückkam.
Dr. N.: Woran hast du gedacht, als du sie vor zwei Lehen in dic~cr roten Robe erblicktest?
K.: Es ist eine sehr körperbezogene farbe. Die Person in Rot beschäftigte sich mit
karmischen Einflüssen auf diesen Körper. Ich war völlig ausgelaugt und wütend
nach Oiesem Leben. Es gab noch einen Weisen ganz in Grün, Jen ich jetzt jc<.loch
nirgends sehe.
Dr. N.: Weshalb Gri.in?
K.: Das sind fähige Heiler ... und zwar sowohl in geistiger als auch in kilrpcrlichcr
Hinsicht.
Dr. N.: Haben die Weisen in der Regel Roben in alldiesen farben an?
K.: Nein, eigentlich nicht. Meistens sehe ich, dass a1le älulliche purpurfarbcnc
Schattierun~en auf ihren Roben aufweisen. Diesmal sollen mir spezielle Botschaften übcrmiuclt werden.
10J

Dr. N.: Wenden wir uns dem Weisen in der purpurfarbeneo Robe in der 1\.·1itte zu.
Glaubst du, dass er eine wichtige Rolle spielt?
K.: {loche m.'Ch aus] Also wirklich, sie sind doch alle wichtig!
Dr. N.: Gu1, gibr es jemanden, Jer wichti~er für dich ist als Jie anderen?
K.: Ja, der Vorsit7.cnde. Er ha1 die fädcn in der Hand.
Dr. N.: Warum glaubst du, ist das so?
K.: Weil sich ihm die andcrn offensichdich unterordnen. Er Ieiiei das Ganze. Die
anderen scheinen zumeist ihn als Sprachrohr zu benutzen.
Dr. N.: Kennst du seinen Namen?
K.: [lachend) Wo denkst du hin? Wir verkehren nicht in denselben p;csellschaftlichcn
Kreisen.
Dr. N.: Wie beginnt die Zusammenkunft?
K.: Der Vorsitzende sag1 zu mir: •Herzlich willkommen, wir freuen uns, dass du
wieder bei uns bist.•
Dr. N.: Was erwiderst du darauf?
K.: • Vielen Dank.• -I nsgehcim denke ich: .. Hoffentlich läuft alles gut. •
Dr. N.: Welche Gedanken nimmst du dann \'Om Vorsitzenden auf, der offenbar die
Leitung innehat?
K.: Er mö-chte nicht, Jass ich das Gefühl habe, Jie Weisen 3eien mir so überlegen.
dass ich nicht wap;e, sie an7.usprechen. Diese Zusammenkunft ist für mich. Dann
sagt er zu mir: • Welche Fonschriue hast du gemacht, seit \\'ir uns zum letzten Mal
gesehen haben? Hast du etwas Neues gelernt, ühcr Jas wir uns unterhalten können?· [Pause] So beginnen diese Treffen. Sie möchten hören, v.·as ich zu sagen Iube.
Dr. N.: .Fühlst du dich jetzt entspannter?L )3.
Dr. N.: Wie geht es weiter?
K.: [Pause] Wir beginnen mit dem, was ich richti~ ~emacht habe. In meinem letzten
Leben gehöne mir ein erfolgreiches Unternehmen mit zahlreichen Müarbcitem.
Das lasse ich \'Or meinem geistigen Auge noch einmal Revue passieren. Ich möchte
einen guten Eindruck hinterlassen und erwähne meine Spenden für wohltätige
Zwecke- weise also auf meine guten Taten hin. [Pc.;seJ Dann geht es darum, wie
ich meinen Betrieb geleitet habe ... meine Unfähigkeit~ Kunnikte zu vermeidenUnstimmigkeiten und Ärger mit meinen Angestellten. [se r1e Erregung wdchsc] Es
ist so frustrierend ... und ich arbeite daran ... aber dann ... [hall mne]
Dr. N.: Bitte weiter. Ist dir dein Geistführer irgendwie behilflich?
Dr. N.: Joaquin steht hinter mir unJ spricht zu mir. Er fasst die wichtigsten Teile
meines Lebens zusammen, erwähnt auch mein Ziel, einen Beitra~ 7.ur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten, indem ich während der Weltwirtschaftskrise Leuten
eine Stellung gegeben habe.
Dr. N.: Klingt gut. Gefällt es dir, in welchem l.ichtjoaquin dich gegenüber Jen Weisen erscheinen lässt?

204

K.: Ja, schon. Er erläutert, was ich im Sinn haue und was sich dann tatsächlich ereignet hat. F.r spricht mit ruhiger Stimme. Joaquin vcneidigt mich nicht und verfällt
nicht in Lobhudelei- er schildenlediglich mein Verhalten in einer Zeit, in der die
USA eine schwierige Zeit durchmachten.
Dr. N.: Ist Joaquin so etwas wie ein Vencidiger für dich?
K.: [schroff] Nein, die Verhältnisse hier oben sind nicht so.
Dr. N.: Schilden Joaquin die Zusammenfassung deines Lebens objektiv?
K.: Ja, doch wir haben das meiste noch vor uns. Ich übcrlcgl·, was ich sa~cn soll. wie
gut ich für meinefamiliegesorgt habe, doch dann taucht plötzli,h auch mein Berufsleben auf ... ich kann einfa,h nicht vergessen, wie ich meine Mirarhl·iter behandelt habe. Das hl·kümmert mich wirklich. Joaquin hat sich zurückgezogen, da er
mich bei meinen Überlegungen nicht stören möchte.
Dr. N.: Dann konzentrieren wir uns doch auf den Gedankenaustausch zwischen dir
und dem Rat der Weisen. Bitte fahre fort.
K.: Tch versuche, ihre Fragen vorweg7.unehmen. Ich weiss, dass es mir Freude bereiter hatte, in diesem Leben materielle Reichtümer anzuhäufen. Sie möchten den
Grund dafür wissen, unJ ich sage, dass dies mein Selbstwengefühl gesteigert hätte,
ich aber auch ml·ine Umergebenen massregehe. Sie eru·ähnen ä.hnli~.:he Verhahens·
weisen von mir aus früheren Leben ... und wollen wissen, ob ich das Gefühl habe,
dass ich mich 1.um Positiven gewandelt habe.
Or. N.: Hast du den Eindruck, dass ihre Beispiele die Zusammenfo1ssung deineschen
gelebten Lebens in irgendeiner Weise in schlechtem Licht erscheinen lassen könnten?
K.: Nein, ich ~!Jube nicht, Jass sie mich mit ihren hagcn in die Enge treiben ~·ol­
len. Es ist schon in Ordnung so, doch meine Gedanken rasen JJ,·on, und ich ho1be
wieder das Gefühl, do1ss ich auf meine Spenden für wohltätige Zwecke hin"Q.·cisen
sollte ... doch dann ... {hjJr 1'"tnc}
Dr. N.: [ermut•gendJ Du machst deine Sache sehr ~ut, sJ~e mir, was dann passicn.
K.: Der Weise in der Mitte ... sein kraftvoller Geist hüllt mich ein.
Dr. N.: Was genau übermittelt der Jir?
K.: [JongsornJ Vor meinem gcisti~en Auge tauchen folgende Sätze auf: ·Emmanual,
wir sind hier nicht zusammengekommen, um über dich 7.U richten, dich 7.U bestnfen oder uns über deine Gedo1nhn hinwegzuset7.cn. Wir möchten, dass du dich
selbst mit unseren Augen siehst, wenn das möglich ist. Das heisst, dass du dir seihst
verzeihen soiiSl. Das ist Jie grösste Herausforderung für dich, während du hier vor
uns stehst, denn wir möchten, dass du dich selbst so annimmst, wie du bist, und
1.war mit derselben bedingungslosen Liebe, die wir dir entgegcnhringen. Unsere
Aufgabe ist es, deine Tätigkeit auf der Erde 7.U unterstützen. In diesem Zusammenhang möchten wir dich an das Ereignis Jn der Bushaltestelle erinnern.•
Or. N.: Was meim er damit?
K.: {Pause} Auch nUch hat diese Bemerkung vcrwirn. Ich schaue mich nach Joaquin
um und bitte um Hilfe.
Or. N.: Schildere, waS dann passiert.

20l

K.: Wiederum erreichen mich die Gedanken des Weisen in der Mine: ·Erinnerst du
dich nicht daran? An die Frau, der Ju eines Tages geholfen hast, als sie auf den Bus
wartete?• Ich cntgq~ncte: •Nc.:in.• Das Gremium wartet so lange, bis es mir ~·icder
einfällt, und L'ines der Mitglieder lässt das Bild daz.u in mir entstehen. Jet7.t sehe ich
es: Da war diese Frau ... ich war auf dem We~ ins Büro und hatte es eilig. Plötzlich
hörtc ich, wie links von mir jemand leise -a.·einte. Einfrausass da und wartete auf
den Bus. Es war die Zeit der Wehwinschahskrise, und die Menschen waren nrz.weifdt. Ich blich stehen. Ohne zu überlegen, setzte ich mich neben sie, legte meim:n Arm um ihre Schulter und versuchte sie 1.u trösten. So etwas zu tun war ungewöhnlich für mich. (Pause} Du liehL·r Himmel, ist es das, was den Rat intcressicn!?
Ich blieb nur ein paar Minuten bei ihr, bis der Bus kam. kh habe sie nie \viedergeschl.•n.
Dr. N.: Wie geht es dir nun, da die Weisen diesen Vorfall während deines Interviews
ins Gespräch ~ebra~.:ht haben?
K.: Das ist doch ,·errückt! Da spendet man sein Leben lang für mildtätige Zwecke.
und die interessieren sich für das! kh habe der Frau keinen Cent gegeben, wir haben uns nur unterhalten ...

..,

-

,;

Als ich 1.usammcn mit meinem Klienten dicscs Interview noch einmal durchging,
erläuterte ich ilun, warum meiner Meinung na..:h das lächelnde weibliche Mitglied
des Rates ~anz auf der rechten Seite eine gelbe Robe trug. für mich bedeutete dies
eine An Anerkennung seiner spontanen Bereitschaft, jemandem frt:mden seine
UmcrstÜt7.un~ zuteil werden zu lassen. WL·niger weit enrwickche Seelen, die vor
ihrem Rat stehen, haben ofr nur nrworrcne Erinnerungen. während sie sich reinigen. \\:'cnn sie zu sehr mit ~ich selbst beschäfti~t sind, \'ersäumcn sie unter Umständen Jas, auf das es wirklich ankommt. Ernmanual hatte Mitleid mit der frau an der
Bushaltestelle. Und obwohl er es eili~ hatte, setzte er sich neben sie. Nur wenige
Minuten lang schenkte er ihr Sl.'in Mitgefühl. Doch ich begriff, dass es Ernmanual in
diesen wenigen Augenblicken gelun~en w.u, ihren Schmerz. z.u erreichen, er s~.:hau­
te ihr in die Augen und sagte zu ihr, dass sie es schon schaffen würde, denn er habe
das Gefühl. dass sie die nötige Stärke mitbringe. Sie hörte auf zu weinen, und als der
Bus kam, stand sie auf unc.J sagte 7.U ihm, sie werde schon klarkommen. Dann eilte
er weiter und vergass diese flüchtige Geste der Barmherzigkeit für Jen Rest seines
Lebens.
Angesichts der sonstigen Handlungen und Taten eines Lebens mag die Geschichte mit c.Jcr Bushaltestelle nebensäc.:hlich erscheinen. Ooch für Jen Rat war
diese Sache eben nichts Nebensächliches. Auf dem Weg durchs I.cben stossen wir
auf vieles im Umgang miteinander, was unserem Weiterkommen dient. Ein solches
Erlebnis kann so flüchtig sein, dass wir uns im Moment des Erlehens gar nicht darüber im Klaren sind, was passiert. In der geistigen Welt gibt es ni~.:hts U nbedeutendes, keine Handlung, die nicht festgehalten würde.
Es gibt k.eine verbindlichen Regeln über die Bedeutung der Farben, in denen
!li~.:h der Rat Jen Seelen, die vor ihm erscheinen, zeigt. Sn hczn~ sich zum Beispiel
206

die rote Robe eines Ratsmirglieds im letzten fall darauf, dass Emm.tnual auf~cfor­
den wurde, trotzeines Körpers mitllandicap in einem früheren Lehen die Lebensfreude nicht ausser Acht zu lassen. Im nächsten Abschnitt geht es um die Bedeutung anderer Symbole, die J.n den Ratsrnit~licdern wahr~:;cnommen werden können. je nach Thema der Sitzung kann eine rote Robe oder ein roter Stein auf einem
Medaillon oder einem Ring, den ein Ratsmitglied trägt, umL·rschiedliche Bedeutungen haben. Rot ist die farhe der Leidenschaft und Intensität, und Ernmanual erblickte eine karmesinrote Robe nach einem seiner Leben, das durch eine Kürperbehinderung beeinträchtigt war. ln einem anderen Fall trug ein Ratsmitglied jedoch
ein rubinrotes Medaillon, um der Seele zu zeigen, dass sie mehr nach der Wahrheit
streben müsse als im eben vergangeneo Leben. jede Seele nimmt die verschiedenen
Variationen von Farbnuancen bei solchen Zusammenkünften auf eine ganz individuelle Weise wahr. Einer meiner Kliemcn drückte es so aus:

Die Ausstafficrung mt.•ines Rats zeigt, dtJss er eine bestimmte Disziplin gt·meistert hac. Die- getragenen Farben beziehen sich tJIICh auf das T/)(·ma, mn
das t:s bei dem lntervie--u_· gehl. Sie stehen fiir Gt•scht·nkt· da Rt•o.o:ussrheü an
mich, ·u.:.ihrend ich dem Rar gegenüberstehe. Kein Ratsmitglied ist bedeulender oder u:idJtigt:r als ein anderes, '":eil sit-h jt•dcs in bestimmter Hmsichc b,,_
rcics im luscand der Vollkommenheit befindet.

Zeichen und Symbole
Seit undenklichen Zeiten versucht die Menschheit durch die Erklärun~:: dessen, was
wir um uns herum "Q.·ahrnchmcn, \"Crborgenc spiriruelle Bedeutungen auszumachen. Ich erinnere mich noch an das Gefühl, das ich hatte, als ich im Tal der Dordogne in den Höhlen herum kletterte, in denen die Menschen der Altsteinzeit gelebt hatten. Die Kunstwerke an den Wänden dieser heiligen Höhlen versetzen uns
in jene Periode zurück. Die Darstellungen gehören zu den frühesten, die den Menschen als Wesen mit spirituellem Bewusstsein zeigen. Über Tausende von Jahren
hinweg kannten die Menschen der Frühzeit auf der ~anzen Welt nur Fclszcichnun~en und Piktogramme, mit denen sie ihre Vorstellungen über Magie, Fruchtbarkeit,
Nahrungsbeschaffung, Mut und Tod zum Ausdruck brachten.
Seil dieser Zeit hat der ~h.-nsch immer wieder versucht, sein Bewusstsein durch
Botschaften aus der Welt des Übernatürlichen zu erweitern. Als Vorbilder dienten
das Tierreich, Steine und die Elemente. Symbole aller An dienen dem Menschen als
Verkörperung \'On Macht und als Instrumente der Erkenntnis und persönlichen
Weiterentwicklung. Oie Neigung der alten Kulturen 7Um mystischen Symbolismus ging häufig Hand in Hand mit dem Wunsch, unserem höheren Selbst einen
grüsseren Stellenwen einzuräumen als der primitiven Seite der m,•nschlichL·n Natur. Die Riten und Symbole \"On Geheimgesellschaften wie etwa jene der Gnostiker
oder der Kabbalisten künnen durchaus als Vcrkürpcrung der Seelenerinnerung auf
der Erde und der menschlichen Erinnerung in der geistigen Weh gehen.
207

Ich hatte also keinen Anlass, mich darüber zu wundl·rn, dass es in der geistigen
Weh Embleme mit symbolischen Oarstdlungen gibt. 'Wie alle Gegenstände, dit
von einem Klienten in Hypnose visualisiert werden, haben diese Embleme, die OJOO
dem einen oJer anderen Ratsmitglied getragen werden, mit Erfahrungen aus früheren Leben des Klienten zu run. Warum solhen wir dann umgekehrt nicht in der Lage sein, Botschaften dieses Rats im Ionern unserer Seele auf die Erde mitzunehmen? Anthropolo~en, die sich mi1 der Erforschung \'On Tontaicln, Siegelsteinen.
Skarabäen und Amuletten beschäirigen, sind 7.u der Auffassung gelangt, dass der
Einfluss, den diese Dinge auf den Träger und auf denjenigen ausüben, der diese
Dinge anschaut, über das Leben im Diesseits hinausgehen und auf das jenseits verweisen. Auch heute noch gibt es Menschen, die sich mit Anhängern, Ringen und
Talismanen schmücken. Viele sind davon über?.Cugt, dass ein Amulett eine Schuuwirkung ausüben kann, andererseits sollen sie dem Träger auch Kraft und Glück
bringen. Ich hoffe, dass die folgenden Eille ein Licht auf die Ursprünge unserer
Haltung gegenüber magischen Symbolen werfen.
Erwa die Hälfte meiner Klienten berichtet von Medaillonsam llals eines oder
mehrerer Ratsmitglieder. Die andere Hälfte nimmt nichts dergleichen wahr. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen diesen beiden Klientengruppen und dem Niveau ihres F:ntwicklungsstandcs. 85 Prozent derjenigen, die so l"in Srmbol erblicken, sagen, es sei von einer runden form. In anderen Schilderurigen handelt es sich
.auch um Rechtecke, Quadrate, Dreiecke und sternförmigc Strukturen, von denen
manche auch in dreidimensionaler Form auft.auchen. Sämtliche Formen dieser Me·
daillons und die darauf dargestellte Symbolik bedeuten etwas hinsichtlich der spirituellen Kontinuität der sich entwickelnden Seele. unJ 1.war sowohl in moralischer
als auch in geistiger Hinsicht.
In der Regel hängen diese Medaillons an einer Kette oder Schnur. Zumeist ist die
metallische Scheibe aus Gold, sie kann aber auch aus Silber oder Bronze sein. Dit
meisten Klienten konzentriertn sich auf ein einziges Medaillon, das in den meisten
Fällen vom Vorsitzenden des Gremiums getragen wird. Normalerweise sirn diests
Ratsmitglied unmittdbar ..-or der betreffenden Seele.

Fall 40
Dr. N.: Wie \'iele Mitglieder deines Rats sitzen vor dir?
l.: Fünf.
Dr. N.: Was haben sie an?
K.: Sie tragen alle weisse Roben.
Dr. N.: Ich möchte jetzt, dass du gcnau hinsiehst: Zeichnet sich bei irgendeinem dieser weisen Wesen auf der Robe etwas ab? Wenn du nichts erkennen kannst, so iSI
das in Ordnung, mach dir keine Gedanken, ich bin nur neugierig.
K.: {Pause] Nun, der in der Mitte trägt etwas um den Hals.
Dr. N.: Bitte beschreibe mir, was du siehst.
K.: Ich weiss es nicht. ts hängt an einer Kette.
Dr. N.: Was hängt an der Kette?

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k..~ l':

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LL b

u~r Aht')tt'nr;U

K.: Etwas Rundes, eine Metallscheibe.

Dr. N.: Hat sie die Grösse einer Grapefruit, einer Oran~e oder einer Walnuss? [eme
Frage. dte 1Ch be1 d1e'ier Gelegenhe'r 1frlmer Hellt"]

K.: Die Grösse einer Orange. [d1e ubl1che An~wortJ

Dr. N.: Und welche Farbe hat die Scheibe?

L Golden.
Dr. N.: Welche Bcdcutun~ hat dieses ~oldene Medaillon deiner Meinun~ nach?
K.: Oh, es ist vielleicht eine An Amtsabzeichen oder ein Hinweis auf bestimmte
spezielle Fähigkeiten. [clte Jb/,che Anrwonj
Dr. N.: Tatsächlich? Glaubst du wirklich, dass die Ratsmitglieder Embleme tragen,
um ihren Rang kundzutun oder zu zeigen, über welche besonderen Be~.Jbungen sie
verfügen?
K.: [verw1rrt] Nun ... keine Ahnung ... woher soll ich das wissen?
Dr. N.: Ich würde gerne bei diesem Thema bleiben. Wir könntenheideetwas lernen.
K.: [keine Reok:1on]
Dr. N.: Siehst du irgendetwas aur diesem goldenen Med.Jillon?
K.: Ich sehe es nicht besonders gut. [d·e Ob1'1Ct1e AnrworrJ
Dr. N.: Geh ruhig etwas naher heran, damit du das Emblem ~cnauer erkennen

kannst.
K.: [w1derwllhg} kh weiss nicht, ob ich das darf.
Dr. N.: Betrachten wir die Sache doch ganz sachlich. Wenn du nicht sehen solltest,

was aur dem Medaillon abgebildet ist., würde der Vorsitzende darür sorgen, dass du
nichts erkennen kannsL Denk darüber nach. Klingt es plausibel, dass diese hochentwickelten Wesen ganz offen Schmuck auf ihren Roben zeigen, den du nicht sehen solltest? Und welchen Sinn könnte es haben, sich gegenseitig s<)khc Abzeichen
. )
zu ze1gen.
K.: Vermutlich hast du Recht. {1mmer noch Wlderw,l/1g} Wahrscheinlich sch.Jdet es
nichts, wenn ich etwas näher rücke.
Dr. N.: Gcnau, denn wenn du mir davon erzählst, bedeutet dies keinen Vertrauensbruch. Schau dir den Gesichtsausdruck des Ratsmitglieds an, der das Emblem trägt.
Er wciss doch, was in dir vorgeht. Also, was siehst du?
K.: Sein Gesichtsausdruck ist freundlich ... und unterstützend.
Dr. N.: Nun, dann bin ich sicher, dass er nicht möchte. dass du irgendetwas von diesem Treffen nicht mitbekommst. Geh näher heran und sage mir, was du auf der Metallscheibe erkennen k.tnnst.
K.: [zuvers!ChriKher] Die Schrift;o.ügc am Rand kann ich nicht erkennen, es sieht aus,
wie filigranspitze, aber in der Mitte sehe ich et"'-•as her\'orgehoben eine grossc Kat·
ze mit geöffnetem Maul.
Dr. N.: Beschreibe mir die Katze gcnauer. Ist es eine llauskatze?
K.: {energ1scher) Nein, es ist die Seitenansicht eines Pumas mit gdahrlichem Gesicht
und grossen Zahnen.
Dr. N.: Und weiter?

209

K.: [errnnerr s er C1/lmöhlrc 11] Da i!>t noch eine HJ.nd, unterhalb des Kinns. die einen

Dokh hält. {laoge Pause J Ah ... ja ...
Dr. N.: Du \Hisst jetzt, was das alles 7.U bedeuten hat, nicht wahr?

K.: [ruhrR) Ja, ich denke schon. Es hat mit meinem Lehen J.ls lndianerin zu tun.
Dr. N.: Über dieses Leben hJ.bcn wir noch nicht gesprochen. Wann und wo hast du

dieses L~.·hcn gelebt, und welche Rolle spidt dJ.bei der Puma?

..,

,:

Die Kliemin, die in der geistigen Welt WJ.n hei!ost, erklärte, thss sie 1740 als junge
Indianerio in Nordamerika lebte. Sie hielt sich eine5 Tages mit ihren beiden Kindern im WJ.Id auf, um Wur7.eln auszugraben. Die Männer des Dorfes waren auf der
Jagd. Plöt7.lich sah sie eine gro5se Kat7.e, di1.• \'On einem l:b.um spran~ und ihre Kinder bedrohte. "'an liess ihren Korb fallen und lief direkt auf den Puma 7.u. Sie sag·
te: ·Ich haue gerade noch genug Zeit, mein Steinmesser 7.U 7.iehen, dann Ia~ der J»uma auch schon auf mir. Kurz bevor der Puma mich tötete, stiess ich ihm dJ.5 Messer in die Kehle. Die Männer des Dorfes fanden mich und den Puma tot, während
den Kindern nichts passiert war.• Als ich \'On Wan wissen wollte, warum man ihr
diescoo Emblem mit der Kat7c ge1.eigt hatte, meinte sie: ·Das war ein Symbol für
meinen Mut, den ich auch in anderen Lehen einsetzen sollte.•
Am Ende einer Sitzung nrifiziere ich durch posthypnotische Sugg1.·stion das,
was der Klient auf einem Medaillon wahr~enommen hat. Dazu lasse ich ihn ein
Bild malen. Wans visueller Eindruck des Geschehens zeigt Medaillon A in Abb. 9
(siehe S. 212).
Durch die Darstellung von WJ.ns Hand, die einen Puma tötet, sollten eine be·
stimmtefähigkeitund ihr Mut unterstrichen werden. Die Klient in war zu mir gekommen, weil sie Angst hatte, im Alter \'On 39Jahren zu sterben, da auch ihr Aruder zwei Jahre 7.U\'or im 39. Lebensjahr durch rücksichtsloses fahren bei einem
Unfall getötet worden war. Sie war soeben 39 geworden, und wir stellten fest, dass
ihr Lehen an einem seidenen faden zu hän~en schien.
Im Verlauf unserer Sitzung stellte sich heraus, dass sie und ihre beiden Kinder
im darauffolgenden Leben \'On ihrem Mann, einem Fallensteller in Wyoming, während eines harten \\:'inters im 19.Jahrhunden in einer Blockhütte zuriick~classen
worden waren. Ihr Ehemann, im jetzigen Leben ihr Bruder, war ein rastloser
Mensch, der nicht durch familiäre Vcrpnichtun~cn gebunden sein wollte. Es ging
hier also um eine karmische Rollenübertragung eines unsteten Charakters in Wans
Scclcngruppe, der sich von einem unzu\·erlässigen Ehemann im \'ergangenen Leben
des 19. Jahrhunderts zu einem eher ungestümen Bruder im 20. Jahrhundert mau·
scrte.
In ihrer Rolle als im Stich gelassene Frau des fallenstellers habe sie, so Wan,
nicht energisch ~enug darum gekämpft, sich und die Kinder zu reuen, indem sie
Schneeschuhe angezogen, den Rucksack genommen und versu..:ht hätte, besiedeltes
Gebiet zu erreichen, während sie noch geniigenJ Nahrungsminel hane. Sie haue
Angst und \'Crsuchte sich einzureden, dass ihr Mann 7.uriickkchren würde, Ja er sie
und die Kinder nicht verhungern lassen würde. Das Puma-Medaillon wurde ihr
210

K.\i':ILl t.

Der Ältc~tcor.ll

nicht nur als Komrast ~·egen ihrer mangelnden Emschlusskr.tit w;ihrend ihres Lebens in Wyomin~ ~ezei~t. sondern au~o:h wegen ihn.:r Ängsdi~o:hkeit im heuti~cn Leben. Ich bin t;lücklich darüber, dass Wan, was ihren Mut .angeht, die Botschaft dieser symbolischen Darstellung verstanden h.u, da die Seele ihres Bruders freiwillig
ein kurzes Lehen akuptien haue, um ml·inc Klientin noch einmal auf die P.-obe 7:u
stellen und an seinem eigenen Karm;1 7.u arbeiten, Ja er andere gerne im Stich liess.
Ich weiss, dass es merkwürdig klingt, Wl'nn diese ätherischen Ratsmirglieder
von der vor ihnen stehenden Scde .als Lichtenergiekörper in mcns~.:hlichcr form
wahrgenommen werden, die eine Robe unJ Medaillons tragl·n. Als ich 7:um ersten
Mal von diesen Medaillons höne, fragte ich mich, ob es sich dabei urn eine Art
Amtskene handelte. Es stclhe sich heraus, dass diese Anhänger und ihre Emhll'ml'
nichts mit dem Rang eines Ratsmitglieds 7.U run haben, sondern vielmehr eine
wichtige Botschaft für die Seele enthalten, die vor ihnen steh[. Wie bei so vielem anderen aus der geistigen Welt dauerte es eine Weile, ehe diese Symbole ihr Geheimnis preisgaben.
Ganz zu Beginn meiner Erforschung dieser Medaillons erhielt ich rätselhafte
Antworten auf meine Fragen, wie etwa., die Bedeutung eine!> Emblems liessesich
sowieso nicht entschlüsseln oder das Ratsmirglied s.1sst• 7U weit weg, um etwJ.s erkennen zu künnen. Lange Zeit gab ich mich mit diesen Erklärungen zufrieden.
Dann änderte ich meine Taktik. Ich weise meine Klienten minlerwcilt.· darauf hin,
dass es nicht plausibel klingt, wenn die Ratsmitglieder solche Insignien nur deshalb
trügen. um sich ein.tnder :~u erkennen zu gehen. Da die Weisen ohnehin bereits alles voneinant.ler wissen, müssen die Medaillons einen positiven Nurzen für die Seele haben, die sie wahrnimmt. Es kann sein, dass sich die Embleme veränJcrn, sobald eine karmische Ll·krinn gelernt worden ist. Doch es gibt auch S7.encn, die sich
offenbar niemals verändern.
Sob3IJ der Klient in Hypnose erkennt, dass es sich bei diesen Emblemen nicht
um Srmbolc eines Geheimbundes handelt, sondern sie etwas mit ihm und seinem
Ältestenrat zu tun haben, lässt er seine Vorl>ehalte fallen. Datlurch ist er in der Lage, mental eine Unrerschcidun~ zu treffen Z\'•rischen einem Beobachter, der an einem Ereignis teilhat, bei dem er nicht die Zügel in der Hand hält, und t·incm Erei):;nis, an dem er .aktiv teilnimmt. Die Anrworren auf meine fragen werden klarer,
wenn der Klient die Erlaubnis erhält, sich das genauer zu l>etrachten, was zu ihm als
Seele ohnehin bereits ~ehört. Die An therapeutische Behandlung, die ich dem
Klienten in seinem jetzigen Leben angedeihen lassen kann - unJ 1.war auf~rund
dieser Zusammenkünhc mit dem Rat zwischen seinen Leben -, ist den Aufwand
wen.
Es folgt nun ein etwas ungcwühnlicher fall, da der Klient die Namen \'On <.lrei
Ratsmirgliedern kennt, wobei je<.les Mitglied ein Emblem trägt. Med.1illon B in
Abb. 9 (siehe nächste Seite) uigt jenes des Vorsitzenden.

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Beispiele für Medaillons, w1e s•e von

Ratsmitgliedern getragen werden
D11:• Darstc-llung!'n s1nd n1cht m.lsssubgctH:-u. 01e Embleme wer-den u1 untcrsch,edlichC'n G.-ö'Ssen U"'d Farben

wt'lhr~cnommcn.

Medc~TIIons rund. und

doch (asl 1rnmcr· smd die

e1n M1tghcd dC's R,'l.ts trägt ernes um den Hals E1n Krcisbererch arn Rande des Medaillons enthdlt m der Regel Schnftzcrchcn. dre nrchl

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Dr. N.: $(hau biuc das Emblem deines Vorsitzenden ~enauer an und hcschrcihc es
mn.
K.: Drit trägt einen Adlerkopf um den I bis. Man sieht ihn auf Jcr ~oldcncn Scheibe von der Seite, und er ist hcn•orgchoben. Der Schnabel ist weit offen, sodass man
die Zunge des Vogds sehen kann.
Dr. N.: Gut, was bedeutet das für dich?
K.: Drit lässt mir eine Botschaft 7.ukommen, dass ich hoch hinausschweben und in
Jie Stille hineinrufen soll.
Dr. N.: Und was weiter?
K.: Drit sagt, ich muss mich mit meinem Schwei~cn auscinandcrsct7.cn. Ich kann
nicht die ganze Zeit über in meiner eigenen Weh leben. Erst wenn ich ausbreche
und mich über die Gegebenheiten meines Lehens erhebe, werde ich ~ortschrittl' er·
zielen.
Dr. N.: Und wie reagierst du auf diese ßotsehah?
K.: Ich bin damit nicht einverstanden und sage ihm. dass in meinem \'ergangenen
Leben die anderen genug Lärm und Wind gemacht häuen. Wieso sollte ich meinen
Senf auch noch dazugeben?
Dr. N.: Was erwiden Orit darauf?
K.: Er sagt, die Wclt wäre zwar durch mich lautt•r, aber auch besser geworden, wenn
ich die Wahrheit, wie sie sich für mich darstellte, deutlicher ausgesprochen hätte.
Dr. N.: Stimmst du seiner Einst..:hätzung 7.u?
K.: [Pllusej Ich \'Cnnutc ... ich hänc mich wohl mehr cngagit·rcn können ... um andere zu moti,·icrcn ... und für meine Überzeugungen hätte ich auch mehr kämpfen
können.
Dr. N.: Siehst du nach deinen Leben immer solche Embleme mit einem Adler?
K.: Nein, nur wenn ich in mein ahes Muster des Schweigens zurückfalle. Manchmal
ist auf der Scheibe gar nichts zu sehen.
Dr. N.: Bereitet dir dieses Thema im jetzi~cn Leben Probleme?
K.: Ja, deshalb bin ich ja in deiner Praxis .lufgetaucht. und deshalb hat Drit mich an
diese Lektion erinnert.
Dr. N.: Trägt auch ein anderes Ratsmitglied ein F.mblem?
K.: Ja, und 7.war Tron. Er sitzt rct..:htcr I land von Drit.
Dr. N.: Bitte beschreibe doch, v.·as du auf seinem Medaillon siehst.
K.: Ein ganzer Traubenbund mit goldenen Weintrauben ist dort eingeritzt.
Dr. N.: Weintrauben erscheinen also golden und nicht in ihrer normalen Farbe?
K.: (zuckr cJ:e Schu1'rer] J.t., sie sind golden, weil das Medaillon aw.:h goldfarben ist.
Die Anhänger sind immer aus Metall.
Dr. N.: Warum?
K.: Ich bin mir nicht ganz sicher. r-ur mich ,·erkörpern sie etwas Kostbares und
l.anglebigcs.
Dr. N.: Und welchen Symbolgehalt haben diese Wcimrauben für dich?

114

~

'r•rrr' 1. - llrr All<-,lrnr.u

K.: (Pause] Tron trä~t das Symbol ... der Frucht des Lebens ... die sich essen ... ab-

sorbieren lässt ... das heisst, durch Wissen zu wachsen.
Dr. N.: Und warum gerade Weintrauben anstatt, sagen wir, einen Apfd?
K.: Die Weintrauben sind t.•hen nicht nur eine cin1.ige frucht, sondern t.•s sind gleich
mehrere da\"on ... damit werden \'erschiedene Aspekte desselben Ganzen aUSI:)C·
drückt.
Dr. N.: Könntest du diese Bot:t~cha.ft Trons näher erläutern?
K.: Wenn ich also diese Svmhole- jede einzelne \l'eintraubc- in mich aufnt.·hmc,
werde ich weiter wachsen und gedeihen, gan7. gleich, welche Erfahrungen ich mache.
Dr. N.: Gibt es noch andere Ratsmitglieder, die ein solcht.·s Medaillon tragen?
K.: [Pouse) Da ist noch Shai, die ein Schlüsselsymbol trägt, um mich darJ.n zu erinnern, die Tür zum Wissen zu öffnen und so die Tatsache zu ak7.epticren, dass die
Lösung für meine Probleme in meiner eigenen f'ähigkeit, sie zu bewältigen, liegt .

..,. .

~

In diesem Fall41 spielte der Adler die bedeutendste Rolle. Die Abbildung ,-on Vögeln auf einem Medaillon sind nicht ungewöhnlich. Einer meiner Klienten berichtete, dass sein Vorsitzender ein Emblem mit Federn und einer Distel trup;. was ihn
an eine Reihe von Leben erinnerte, die er im schottischen llot.·hb.nd verbracht hatte. ·Als Clanmitglied flog ich in jenem Leben wie ein Vogel über Jas Land und
kämpfte für die Freiheit meines Volkes r;egen die britischen Unterdrücker•, so der
Mann.
Eine Klientin sah die Abbildung eines Schwans auf einem solchen Medaillon,
ein Ausdruck \'On Wachstum durch Veränderun~. Sie sa~te: ·Das erinnert mi~h da·
ran, dass dieses wunder\'ollc Geschöpf bei der Geburt recht unbeholfen ist und
nicht fliegen kann. Es ist ein BiiJ für meine t·igt.·nc Metamorphose \'Offi hässlichen
Endein zur eindrucks\'ollen Persönlichkeit- zu einem produktinn Menschen, der
ich im Verlaufe meiner letzten Leben wurde.• Gelegentlich ist auf einem Medaillon
auch ein Fisch abgebildet. Gernäss einem meiner Klienten war das ein Symbol für
ein Geschüpf, Jas gegen den Strom schwimmen kann und sich trotzdem im Einklang mir seiner Umgebung befindet.
Menschliche Gestalten sind, aus welchen Gründen auch immer, auf solchen
Emblemen kaum 7.u sehen. Wenn doch einmal eine aufraucht, so ist die symbolische Bedeutung faS?.inierend. Medaillon C in Abb. 9 (siehe S. 212) wäre ein Beispiel
dafür; es hat mit dem Fall einer 30-jähri~en Fraunamens Noreen 7.U tun, die in meine Praxis kam, weil sie nicht mehr weiterleben wollte. Ihr Mann hatte \'Of wenigen
Monaten Selbstmord hegangen, und sie wollte ihm folgen. Während der Sitzung
stellte sich heraus, dass dieser Seelengefährte in ihrem gemeinsamen \'orherigen Leben im Alter von 26Jahren beim Holzfällen einen tödlichen Unfall erlitten hatte.
Ehepaare haben in ihren Leben ihrem eigenen kannischen Weg zu folgen, auf
dem unter Umständen ganz unterschiedliche Themen zu bearbeiten sind. Häufig
hängen diese jedoch mireinander zusammen, wenn die aus derselben Clustergruppe summenden Seelen übereinkommen, zusammenzuarbeiten, und zwar insbeson2I J

dere im Rahmen einer Ehe. Noreen war als junge Witwe in ihrem letzten Leben
nicht sonderlich erfolgreich gewesen, insbesondere weil sie sich weigcne, ihr Herz
einem neuen Panocr zu öffnen. Für den Rest dieses früheren Lebens war Norecn
untröstlich und starb völlig \'erbittert aufgrund emotionaler Verlct7.Unj!;cn, die sie
sich selbst zugefügt hatte.
Als sie am Ende jenes Lebens \'Or dem Rat stand, fragte sie der Vorsit7.ende:
·Deiner SpiritualiWt hast du nicht gerade Priorität eingeräumt, odn?• In ihrem jct7.igen Leben ist Noreen offenbar mit derselben Lektion konfrontiert worden, um
feS[ZUStellen, wie sie diesmal damit umgeht. Ich möchte betonen, dass dies nil'ht der
Grund für den Selbstmord ihres Ehemanns gewesen wJr. Ich hatte sl'hon Schilderungen, in denen ein Ehepartner freiwillig einen Körper wählt und .1us einer Vielzahl von natürlichen Gründen höchsrwahrscheinlich jung sterben wird, damit dem
überlebenden Partner die Möglichkeit gegeben wird, mit seiner Trauer auf konstrukti\·e Weise umzugehen. Selbstmord ist dabei jedoch keine Lösung. \lh·nn ein
kürperlich gesunder junger Mensch freiwillig aus J~m Leben sl'heidet, handelt es
sich nicht um eine vorher festgelegte karmische Wahlmöglichkeit. Nach meiner Er·
fahrung spricht alles dafür, dass Norcens Ehemann wahrscheinlich als junger
Mensch durch einen Unfall ums Leben gekommen wäre, wenn er nicht Selbstmord
begangen hätte.
Als die Klicntin zu mir in die Ber.uung kam, sah sie keine Möglichkeit mehr,
weiterhin mit dem Mann 7.U leben, den sie liebte. Zu ihren schweren Depressionen
kamen noch Schuldgefühle, dass auch sie in gewisser Weise für sL·im·n Tod nrantwortlich gewesen wäre, obwohl sein Abschiedsbrief gcnau das Gegenteil besagte.
Nach allem, was ich weiss, eröffneten sich für die Klientin durch die Rückführung
zu ihrem letzten Treffen mit dem Rat, bei dem sie das Medaillon nochmals sah,
neue Perspekti\"en für ihr jetziges Leben.

Fall 42
Dr. N.: Ich möchte gcnau wissen, was du auf dem Medaillon des Vorsitzenden siehst.
[vgl. Medwllon C 1n Abb 9 O;.J( S. 2 ,· 2]
K.: Das Erste, was ich sehe, ist ein Tier ... ein Reh.- Nein, ich glaube, es ist ein'" Ga-

zelle! Sie ist gerade mitten im Sprung.
Dr. N.: Gut, und siehst du noch etwas, das du mir erzählen kannst?
K.: {Pause] Da ist ein Reiter auf dem Rücken des Tieres. Das sehe ich ganz deutlich
in der Mitte.
Dr. N.: Verstehe. So ähnlich wie ein Basrelief?
K.: Ja, ich sehe die Gazelle und die menschliche Gestalt von der Seite. Es sieht so
aus, als würden sie gerade über eine Ebene jagen, und ich beobachte sie dabei. Die
menschliche Gestalt ist gcsichtslos, hat langes Haar und den zarten Körper einer
Frau. Es ist nur ein Bein sichtbar, und das ist abgewinkelt ... sie reitet. ln der ausgestreckten Hand hält sie eine Fackel.
Dr. N.: { wechsell m d1e Gegenwarr) Gut, ich mtlchte, dass du das, was du siehst, in einem neuen Licht betrachtest. Es ist kein Zufall, dass wir heute gemeinsam dieses
l/6

Emblem anschauen. Es steht für etwas, an das du dich erinnern sollst. In zwei aufeinanderfolgenden Leben bist du zum zweiten Mal eine junge Wit~·e. falls erforderlich, bitte deinen Geistführer um I Iilfc.
K.: [nach einer /anRen Pause. trc.Jungj Ich weiss, w3.s es bedeutet. Die menschliche
Gestalt bin ich, und ich reite nach Osten in den Sonnenaufgang. Die Richtung steht
für das I leraufdämmern eines neuen Tages. Dieses Tier würJe normalerweise niemals ein menschliches Wesen in seine Nähe lassen, geschweige denn, das~ es sich
reiten liesse. Die Gazelle vertraut mir, und ich muss mir \'ertrauen und zulassen,
dass das Tier mich dorthin träKt, wo es hin will, denn wir haben ~·enig Zeit.
Dr. Jl.: Ihr habt weni~ Zeit?
K.: [nach emiRcm Sou(f.1eren memerse:rs und em paar Fehlsrarrs] Weil das Leben Gefahr bedeutet. Zum Teilliegt diese Gefahr in uns selbst, in unserer Schwäche- die
Art, in der wir uns selbst sabotieren - sodass wir daran ~ehindcn werden, unser
Ziel 7.U erreichen. Man bleibt nur alh.u leicht stecken.
Dr. N.: Soll das heisscn, dass die Gnclle eine befreiende Kraft verkörpen?
K.: Ja, ich muss den Mut und die Kraft aufbringen, zielbewusster mit meinem Leben umzugehen. Ausscrdem verkörpert die Gazelle die Freiheit, Angst zu überwinden und mir selbst 7.U venrauen.
Dr. Jl.: Was bedeutet die Fackel, die du auf dem Emblem tr:igst?
K.: [:ni! leiser S!,mme] lmmer ... Jas Licht des Wissens. Unsere Suche nach \\ieisheit. Diese flamme \'erlöscht nie und wird auch nicht \'On den Schatten ihrer Kraft
beraubt.
Dr. N.: Siehst du noch etwas auf dem Anhänger?
K.: [nach vne \IOr tn e:nern Zusrand der Triiumere1] Oh. ich glaube, das ist nicht wichtig für mich. Ich kann die griechischen Buchstaben in dem Kreis am Rand nicht
entziffern.
"._,,

Zu meinem Lcidwt.·sen ist keiner meiner Klientt.·n in der Lage, die t:;cheimnisvollen
Symbole am Rand eines Emblems zu cnuiffern, falls sie diese Medaillons über·
haupt wahrnehmen. Oiese Schriftzeichen sind mir nach wie vor ein Rätsel, und ich
habernich nur ungern mit der Schlussfolgerung abgdundcn, dass es sich dabei um
ein Element handelt, über das offenbar weder meine Klienten noch ich etwas v.·issen sollen. Dariiber hinaus muss ich einräumen, dass ,·ieles \'On dem, was meine
Klienten während ihres Interviews mit dem Rat sehen und hören, während der Sitzung nicht wiedergegeben werden kann. Im Laufe der Jahre ist mir mehr und mehr
klar geworden, dass ein Mensch in Hypnose aufgrund ,·on kommunikativen
Schranken und Übenragungsvorgängen, die mit dem menschlichen Gehirn 7.U bc·
werksteiligen sind, nicht für alles eine angemessene Erklarung geben kann, was sit.·h
in der geistigen Weh ereignet. Meine Klienten wissen nicht, warum sie diese ·Krit·
zcleien .. auf den Medaillons nicht lesen können. Es sind dafür Bezeichnungen wie
Hieroglyphen, Keilschrift, Runen und sogar mathematische Symbole verwendet
worden. Es scheint unmöglich z:u sein, diese Schriftzeichen, bei denen es sich um
Piktogramme oder Idco~ramme handeln könnte, zu enträtseln.
117

Ich vermure, dass ähnlich wie in bli3C (siehe S.l55), wo das ~riechischc Zeichen für Pi auf der litclseite eines Lebensbuches aufuuchte, dirse An Symbol auch
in den Bihlimhekl·n der ~eisti~cn Weh auftauchc.·n kann. Zwar h.andch es sich bei
den Lebensbüchern um erw.lS sehr Persönliches, d.1s 7.~·eifcllos von den Geisrführern als Chronik der Ver~an~enheit dieser Seele benutzt wird, dennm:h kann es
sein, dass die Schrift:r.eichcn auf dem Anhänger eines Rates nichts mir der Seele, die
gerade vor ihm steht, zu 1un hat. Meinefolgerung lautet, dass die Geistführer meine Klienten untcrstüt7.cn ~'Ürdcn, wenn diese sie in Trance wirklich entschlüsseln
sollten. Es spielt keine Rolle, ob es sich bei diesen Symbolen um Klänge. Vorstellungen <Kicr irgendwdche Wörter handeh, es dürfte gute Gründe dafür ~eben, warum sie sich der EntschlüsseJung entziehen, die nichts mit Jem Klienten zu tun haben. Ein Zitat soll das nrdeurlichen: "'Ich ~Iaube, die Bedeutung Jie!>er Zeichen
geht mich deshalb nichts an. weil es sich um eine Botschaft an meinen Rat Yon einer hüheren Quelle.· hanJeh. Vidleicht l-1at es etwas mit einer Lektion für diesen Ältestenrat zu run, wobei l'r selbst aufgerufen ist. diese Symholc zu enträtseln.•
Für mich ~ibt es zwei Kate~orien von Abbildungen auf Jen Anhängern \'On
Ratsmitgliedern: Zum einen handelt es sich dabei um Lebewesen oder Din11;e. die in
der NJ.tur \'orkommen. Dazu künnen Juch Mineralic.·n wie etwa Edelsteine gehören. Bei der zweiten Kategorie handelt es sich um gcoml·trischl· Mu!'>ter wie etwa
Krelse und gerade Llnien. Bel belden Typen von Anhängern können Edelsteine als
Muster auftauchen. Diese Medaillons stehen symbolisch für Schmerzen und Ziele,
Trlumphe und Schwächen der Seelen, die vur dc.·n Rat treten. Die Farben der Edelsteine, die der Seele präsentien werden, haben sowohl einen ßezu~ zum Ratsmitglied als auch zu der Seele, die einen Blick darauf wirft. Im Allgemeinen bezieht
sich Jas Muster eines Medaillons auf seelische t:i~enschaften, ErrungenschJ.ftcn
und Ziele. \'\'ie bei den Orakeln da Antike kann es sein, d.1ss ein Ratsmitg,licd ein
Symbol als Warnun~ vor drohendem Unheil zeigt, wenn wir unsere Lebensziele
ausscr Acht lassc.·n.
Bei Jen folgenden Deispielen handelt es sich um Klienten. die geometrische
Muster und Edclsteinl· auf Jen Emblemen ihres Rats wahrnahmen. Dabei ist die
Entschlüsselun~ von geometrischen Mustern in form ,·on Linien nicht ganz so einfach wie bei Gegenständen aus der Natur, wozu auch Edelsteine zählen. In gewissen Kuhuren- so etwa der japanischen- weisen bestimmte persönliche Embleme
in Form von Linien auf eine Bedeutung .als Wappen hin. In Asien k..1nn es sich bei
diesen familienwappen, die auf der Kleidung getragen "Q..·crdcn, um n.uürlichc Gegenstände oder geometrische Muster handeln. um bestimmte Mitglieder eines
Clans 7.U idemifi7icrl·n. Im Gegt•nsatz zu den Traditionen eines japanischen Clans
dürfte ein Mitglied einer Seelengruppe jedoch nicht genau das gleiche Emblem sehen wie das nm dc.·m betreffenden Rat ~ezei~te.
Besonders faszinierend auf geometrischen Emblemen ist für mich die Bedeu[Un~ \'On Spiralmustern. Manche Janm weisen einen univcrsellcn Aspekt auf, wie
Medaillon D in Abb. 9 (siehe S. 212) zeigt. Ich habe Beispiele für dil·se Spiralmuster
mit gcringfügi~c.·n Abweiehun~en auf fdsen in Europa, N"ordafrika, Australien
218

und d(.·n Wüsten Nordamerikas persönlich in Augenschein nehmen können. Viele
Archäologen nennen das dir Spirale der Lebensquelle. Auf meine Fraj:;C, welche Hedeutung das Muster in Medaillon D während einer Zusammenkunft mir dem Rat
habe, wurde mir folgendes geantwortet: -Das weibliche Ratsmitglicd, Jas dieses
Muster träg4 erinnert mich Jaran, Jass wir ausgch(.·nJ \'Um Kern der geisti~en Weh
eine spiralförmige EnrQticklung nach aussen durchmachen und eines Tages zur
Quelle des Ursprungs zurückkehren werden.• Wenn auf einem Medaillon ein Spiralmuster oder konuntrische Kreismus((•r aufrauchen, weist das in der Regel auf
die Existenz einer Seele innerhalb des Lebenskontinuum!oo hin. Au!tserdem wird damit der Schut7. durch die J;eistige Welr assoziiert.
Medaillon E in Abb. 9 (siehe S.ll 3) zeigt Schlan~;enlinicn. Hier das Zitat des
Klienten, der dieses Muster bei einem Ratsmirglied beobachtet hat:

Es sind 'ölicr \'C'ellt•nlinil·n, ausg€·hend '<-'On den ä"sse,-cn Riindan dt·s Ab:uichens und aus unter-schiedlichen Riclnunge11 kommend. Sie l,JIIft:ll im Kreis
Je,. Einheic, der sich in der .Wille dcr Sd}(·ib(· btfindec, zusammen. Schl.mgenlinien stehen fih 't'erschiedene Wf..ge, die z11m selben Ziel führen. D11nh die
W'el/enform •;.;.:ird unsere· Unvollkommenheit als S('('lc SJmbolisit•rt. !Jit· /.inien er"-:ecken den Eindr-uck '<-'On Zerrissenheit, ~.-it· jor audJ jedes /.eben a" einem g("i.::issen Zeitpunkc ZlfStJmmenhanglos zu sein scheine . .\'acürlich steht t'S
uns frei, auf unserer Rciu· durchs /.eben dort ,rbzubiegm. t.:'O <&.·i,- u:olh:n,
doch letzt!it·h kommen ...·ir alle""' gleichen Orr m1 Z(·ntmm .m.
Des Weiteren tau~.:hen auch Himmelskörper als Symbole auf. NachJ~.:m i~.:h lanl{C
Zeit ühcr die beobachteten Symbole auf diesen Ahuichen Bu~.:h geführt habe, ist
mir aufgefallen, dass die Mondsichel wesentlich häufiger als andere Himmelskörper auftaucht. Medaillon F und Medaillon G in Abb. 9 (siehe S. 213; Medaillon G kommt in fall44 auf 5.125 \"Or) zei~en zwei umcrschicJiichc MustL·r für die
Darstellung der Mondsichel:

Erstt•r Klit•nt {Medaillon F}: U'ährend uns dit• Soma· mit ibro1 goldenen
Serabien lebensspendendes Liehe sendet, beJeult·l dit· .tfondsicht·l ci11 SJmbo/
dt•s \'C'achstums für mich. Das silbenu• l.ichr steht stellvertretend fü,. die Kr,ifce meines Potenzials. \l'ird dieses entfdltet, entf<~ltet sidJ dudJ mein hiiben·s

Se/bsc.
lu·eilt•r Klh·nt {Medaillon G}: Ich bin zu:ischen den Leb(•n t•in Reisender
zu:ist·hen den Dimensionen. Der verkehrt be,-um dargestdlte Mond scebt.fur
drn Schurz und die Abgeschlossenhrit in drr geistigen W1elr, de,- die Rechtsprechung iiber die Erde, 11nser Universum und den darum hemm befmJ/it-hen Dim(·nsionen obliege. Dieauf den Mond zulaufo·ndt·n l.ini('n sind Drt'hund Angelpunkte meiner Seelenreisc, die dafür stehen, mich mir meiner Arbeit zu e,-dcn. Uneerbalb da'uon findt•t sich der Stern des Atoms, das n•inigt•nde Licht und das Bindeglied zu·ischen den Unit·erscn.

1/Y

Wenn ein Klient eine Mondsichel auf einem Abzeichen erkennt, so bedeutet das im
Allgemeinen ein Symbol für die l.unehmcndc Macht der Seele auf der Erde. Gernäss
meinen Klienten handelt es sich dabei um Jen zunehmenden Mond im Gegensatz
zum abnehmenden. Häufig sehen meine Klienten einen silberfarbenen Mond auf
goldenem Grund. Geschlängelte, ab~ewinkehe, horizontale oder vertikale Linien
haben unzählige Bedeutungen. Bei Medaillon G finden sich im oberen Teil fünf gerade Linien, die unterschiedliche Winkel zur Mondsi4:hel bilden. Ein Klient, der
dcranige Linien krcisförmig über das gesamte Abzeichen abgebildet sah, meinte
duu Folgendes: • Wenn diese langen Linien das Muster eines grossen Sterns bilden
und in der Mine der Scheibe zusammenlaufen, so bedeutet das, dass ich \·on allen
Seiten von meinen Ratsmitgliedern Unterstützung finde.• Es ist mir nicht möglich,
die Bedeutung der überaus zahlreichen Zeichen und Symbole, von denen mir herichtet wird, l.U enträtseln, weil jede davon für die Seele eine bestimmte Bedeutung
hat.
Zum Abschluss noch ein weiteres Muster, und zwarMedaillonHin Abb. 9 (siehe S. 213). Hier haben wir es mit einer Kombination .JUS geometrischem Muster
und Edelstein zu tun. Es war eine Frau, die mir dieses Emblem beschrieben hat, mit
dem spirituellen Namen U nz, die aufgrund cim:r ribromyalgic stJ.ndigc ~hmerzen
hat. Dies ist eine Krankheit, die die Muskelfunktion beeinträchtigt.

l"all 43
Dr. N.: Kannst du auf der Robe des Vorsitzenden deines Ältestenrats etwas erkennen?
K.: Nach meiner Beobachtung trägt Kars ein Goldmedaillon. Solange ich denken
kann, sind .Juf dem Ah1.eichen I.Juter kleine Kreise zu sehen, die .Jile mitein.Jnder
verbunden sind.
Dr. N.: Welche Bedeutung hat dieses Muster für dich?
K.: Die \'erschlungenen Kreise erinnern mich daran, dass jedes \'On uns ~elebte Leben mit sämtlichen anderen Leben in einem Kontinuum l.usammenpasst, wobei es
darum ~eht. unser Hauptziel zu erreichen.
Dr. N.: Siehst du noch etwas auf diesem Abzeichen?
K.: [er('eut] ja, ja- endlich sehe ich .Juch den Edelstein in der Mine.
Dr. N.: Welche Bedeutung hat der für dich?
K.: [sehr zufr·eden] Das ist der Stein des Heilers.
Dr. N.: Siehst du irgendeinen Zusammenhang damit, dass du in deinem jNzigen Leben unter ribromyalgie leidest?
K.: Aber sicher. Ich habe extra um einen Körper für dieses Lehen gebeten, der unter unheilbaren ~hmerzen leiden würde.
Dr. N.: (überrcschr} Kannst du mir deine Griinde d.Jfür erläutern?
K.: Ich habe diesen Weg schon \'Or langer Zeit gewählt. Ich habe nämlich gesehen,
dass es für meine eigenen Heilkünste sehr hilfreich war, wenn i~.:h seihst an einer
Krankheit litt, die mir grosse Schmerzen bereitete. Wenn man ständig unter

120

!.;\1'11''

f,-

()rl

Ähr~lt"IH-H

Schmerzen leidet, auch wenn die Intensität t;cring ist, eröffnet das gerade für einen
Heiler besondere Möglichkeiten.
Dr. tl.: In welchem Zusammenhang?
K.: Um mit den Schwingungsebenen des Schmerzes im Rahmen des Körpers zu experimentieren. Dabei lässt si,h die hohe Kunst Jer Energieanpassung erlernen, um
so bestimmte Abschnitte des Schmerzes schmerzfrei zu maL·hen. Indem ich auf diese An und Weise mit meiner eigenen Energie gearbeitet habe, konnte ich mir weitere Fähigkeiten aneignen, anderen besser zu helfen.
Dr. tl.: Was kannn Ju mir noch zu dieser Erfahrung mitteilen?
K.: Wer unter ständigen Schmerzen leidet, wird geerdet, dem Dasein als Mensch unterworfen. Es erfordert vollständige Konzentration, den Schmer?. loszulassen. Dabei hilft das Yenrauen in ein höheres Ziel. wenn man si,h dun.:h den Schmerz hindurcharbeitet. Ich widme anderen Menschen sehr \"iel Aufmerksamkeit, die im I.eben unter körperlichen Gebrechen leiden. Ich kann denjenigen hellen, die zur
Schmer:dinderung auch die Kraft ihrer Gedanken eins<.'t7.en.
Dr. tl.: Ich habe den Eindruck, dass du ziemlich stolz darauf bist, den von .Kars präsentierten Edelstein nrdient zu haben.
K.: Der Smaragd bedeutet, dass der Träger zum Geschlecht der I Ieiler gehört. Er ist
die Verkörperung meines Charakters und jenes \'On Kars, der damit beauftragt
worden ist, durch die Jahrhunderte hinweg zu überwachen, wie ich mich aufgrund
meiner Schwierigkeiten weiterentwickle. Der Stein steht somit für meine Errungenschaften.
Dr. N.: Kann ich guten Gewissens annehmen, dass dir ein Meisterheiler diesen Stein
zeigt, der von dir erwartet, dass du dics1.· Arbeit weiterführst und selber ein Lehrer
auf diesem Gebiet wirst?
K.: ja. und das Vertrauen, das Kars in mich setzt, umcrstÜt7t mich dabei .
." . ·"
fall43 würde ich als Beispiel für eine Seele auf Beschleunigungskurs ht.·7eiL"hnen.
Unz inkarniert erst seit etwa 5000jahren auf der Erde, was gemessen an ihrem
Fortschritt eine vcrhähnismissig kurze Zeitspanne ist. Sie nrsdl\vendet in ihren
Leben schliL"htwc~ keine Zeit. Was mich wirklich überrascht. ist, dass sie nicht in
gesunde Körper scWüph. Im gegenwärtigen Leben ~ehön Unz als Priesterin 7.ur
Science of Mind, die sich einer Mischun~ verschiedener spiritueller Disziplinen bedient. Im Rahmen ihrer Priesterschah unterstützt sie viele Menschen mit gesundheitlichen Problemen dadurch, dass sie geführte Visualisicrungen und ~1~..·ditatio­
ncn anbietet.
Des Weiteren war es fi.ir mich interessant, dass U nz erst im Laufe der letzten vier
bis fünf Lehen den grünen Stein auf dem Medaillon sehen konnte. Davor hatte sich
ein Bernstein an dieser Stelle befunden. LautUnzwar das die rarhe der Fürsorglichkeit und des Schutzes für die Schwachen und Kranken, die \"or dem grünen
Stein an der Reihe war. Sie nannte diesen Edelstein •meinen Stein zum ErwaL"hsenwcrdcn• und fügte hinzu: •Der grüne Smaragd steht für den On, an den ich zurzeit gestellt worden bin ... kh interpretiere das so, dass Unz eine Seele auf NinJu
211

IV ist. Meine weitere Befragung hatte ein anderes Eq;ebnis. Während ihrer ersten
Inkarnationen auf der Erde bdand sich in der Mine des Emblems überhaupt kein
Stein, es waren also nur Jic kleinen Kreise zu sehen.
Eine Seele auf Niveau V beri..:htete mir: ·Auf dem Emblem meines Vorsitzenden
sind fünf Juwelen zu sehen, ein Diamant. ein Rubin, ein Bernstein, ein Smaragd und
ein Saphir, die meine Errungenschaften auf unterschiedlichL·n Entwi,klun~sniveaus
symbolisieren.• Es ist al!<io nicht der Edelstein selbst, der auf l.'inem ~tedaillon in
der geistigen Weh von Bedeutung ist, sonJern es geht um die f-arbe, die für die je·
weiliv;c Srufe der seelischen Errungenschaften sn·ht. Es finden sich nützliche Parallelen zu den Gepflogenheiten auf der .ErJe, wenn Menschen in Trance über Edelsteine berichten. für die alten Kulturen des nahl·n Ostens, Indiens und Chinas
wohnten bestimmten rarbcn von Edelsteinen unJ Halbedelsteinen eine An lebende Persünlichkeit inne. So waren beispielsweise die Sumerer der Auffas~ung, dass
der Träger eines blauen Lapislazuli mit diesem Stein seinen persönlichen Gott aus
der geistigen Weh mit siL·h führte, •auf den er zu hören hatte•. In der Wahrnehmung der meisten meiner Kliemen hat ihr Geistführer eine dunkelblaue farhe. Für
die alten Völker übertrug das Violett des Amethysts trans:r:cndenules Wis!len und
Weishl•it. Diese Edelsteinfarbe repräsentiert Sc:elen auf Ni\'eau VI und darüber hinaus.
Von den H ypnoseklienten, die an den Mitgliedern ihres Ältestenrats ML·t.laillons
v.·ahrnehmen, sehen manche nidas ausser Edelsteinen, und 7_w;tr nicht unbedingt
auf einem Anhänger. Ich hatte auch fJ.IIe, in denen die Steine- oJer ~lühendc Kugeln aus farbiger Ener~ic- auf Halsketten oder Rin~cn zu schl·n waren, oder ein
Mitglied des Rats hielt ihn einfach in der I land und zeigte ihn der Sede, die \'Or das
Gremium trat. Im Wesentlichen svmbolisieren verschiedene f-arbL·n der Liehtenergie Aspekte unseres körperlichen und spirituellen Lehens. Bestimmte Farben, die
in Form eines Halos erscheinen oder von c.•iner Robe oder c:incm ML·daillon .lusgehcn, können auch auf ein Spezialgebiet eines Ratsmit~lieds hindeuten, da:-. in unmittelbarem Zusammenhan~; mit dem steht, was die Seele, die sich \'Or dic.·sem Rat
befinJet, schliessli..:h erreichen möchte.
Der Hypnotiseur muss darauf achten, seine eigenen Deutungen der Farben aus·
scn \'Or zu lassen. Die auf den Bildern \'On Hypnoseklienten auftauchenden Visualisierungen während eines Treffens mit Jem Ältesrenr;U haben, w.1s die F.1rben an·
geht, für jeden eine andere Bedeutung. Nichtsdestotrotz kann m.m sagen, dass Zeichen und Symbole, die einem Menschen in Trance ge7.c.·igt werden- und zwar im
Rahmen seiner Seelenerinnerung- sich auf die Wirkungen jener Krähe hl'1.iehcn,
über die sie im gegc.·mviinigen Leben ein gewissc:s ,\hss .m Kontrolle ausüben wollen. ~·1einc Klienten bringen sämtliche Medaillons, über die sie währenJ ihrer Treffen mit dem Ältestenrat berichtet haben, mit WJ.hrnehmungsfähigkeit und Weisheit
in Vcrhindun~. Bei den BcJeutungen handelt es sich um sdu pL·rsönlichc Dinge,
die in der Absicht 7.um Ausdruck kommen, einer Seele auf Jer Erde mehr Bewusstheit über ihr eigenes Selbst näherzubrin~en. für mam·he Klienten hinterlässt der
Anblick solcher Zeichen unJ S~·mholc unter llypnose einen derart starken Ein-

222

t.

•Pitr:

t.- l>cr Altc~tcnr.u

druck., dass sich der eine oder andere nach der Sitzung Duplikate persönlicher
Si.:hmuckstücke hat anfertigen lassen, um so den eigenen karmischen Weg nicht aus
den Augen zu verlieren.

Die «Gegenwärtigkeit ..
.. Wenn Sie die Menschen in die gcistigt.· Wdt begleiten, sehen Sie dort Gon?•- Diesc Frage wird mir bei meinen Vonrägen häufig gestellt, und die Antwort darauf ist
nicht einfach. Meine Klit.•nten spüren dort in der Tat die Quelle ihres Ursprungs um
sich herum. Die weiter fortgeschrinenen Seelen sagen, Jass sich letztlich alle Seelen
mit der Quelle des ..-ioletten Lichts wiedervereini~cn werden. I )och giht es auch einen Ort in der geistigen Weh, wo L'tw.ts \"On einem Wesen spürbar ist, das für die
nJL"h wiL" vor in kamierende Seele jenseits des Ähestt.·nrats .tuszumachen wäre? Dit.·
Antwort lautet Ja: im Rahmen der Zusammenkünfte mit dt.·m A.ltt.·stl·nrat.
Während sie vor diesem R.u stehen, berichten meine Klienten von einem überwähigcndcn Gdühl einer noch höheren Macht, die schlicht und einfach ·Gegenwänigkeit• genannt wird. Viele von ihnen sagen: .. NJ.hcr kommen wir .1n Gott
nicht heran.• Weiter fortgeschriucne Klienten, Jit.• dahci sind, Jen Zyklus ihrer Inkarnationen abzuschlicssen, betonen aher, Jass für sie die Gegenwärtigkeil nicht
identisch mit Gon ist. Für sie handelt es sich um ein (oder mehrere) ~on:lhnliches
Wesen, dessen Fähigkeiten jene des Rats bei Weitem übersteigt. Übereinstimmung
besteht dahingehend, dass die Gegenwärtigkeil dazu da ist, Jic Arhcit des Rats 7.u
unterstützen.
Charakteristischerweise \"erwenden meine Klienten das Wort Gott bei der Be·
schrcihung einer höheren Gegenwärtigkeit, die sie in der geistigen Welt eher spüren
als sehen. nicht ~;crne. Viellieber verwenden sie Begriffe wie Quelle oder Überseele, da das Wort Gott auf Jer Erdt.· ,·iclr-u persönlichkeitsbezogen Hrn·endet wird.
Wenn die Seele die höheren Etagen ihrer Entwicklung erreicht. kann es sein, dass
aus Jer einen Gegenwärtigkeil mehrere werden, und zwar als Tt.·il der ,jcJcn gtlnlichen Kräfte in der geistigen Weh mit unendlichl·m Wissen. Tn ihrem Eindruck hat
diese höhere Kraft t.•inen Einfluss auf die Zusammenkünfte mit Jem Rou, ist aber
hüchst~·ahrscheinlich nicht die Schöpferkraft schlechthin. Am deutlichsten wird
für meine Klienten diese Gegenwärtigkeil beim Treffen mit dem Ältestenrat. Dennoch wird die Gcgenwärtigkcit mit eint.·r grösscrcn allmächtigen und allgegenwärtigen Energil· in der geistigen Welt gleichgesetzt.
Nachdem ich Hunderte von Beschreibungen dieser Gcgenwänigkcit durchgesehen habe, möchte ich eine Auswahl davon zitieren. Während der Sitzung findet
diese Gegcnwänigkcit Erwähnung in einigen wenigen Sätzen. Ich hoffe, die von
mir getroffene Auswahl kann ern.·as von dem Eindruck vermitteln, den die Seele auf
durchschnittlichem Entwicklungsniveau während ihres lntt.·n·iews gewinnt:

s,.h,•n IUC ich die Gegcmi.>ärtigkcil eigentlich nicht, doch ich spiiP"C, Jass ('5 sich
um die Energiequelle schlechthin handelt. Sil· ist J;;,. dt:n R11t da. ducb IMupr-

223

siichlich für mich. Die Mitglit:der dt•s Älrescenrats sind keine Miuelsmiinner
zw.:ischen mir und dieser Kraftquelle. Ich spüre eine direkte Verbindung mit
dem •o:iolellen Litht dieser Göulichkeil.
U''enn ich mich im Raum 'i.lor dt•m Gremium befinde, über-u:achr dit· Gegen·wdrtigkeit die Mitglieder des Ältestenrats mit ihrem pulsierenden violetten
Licht. Manchmal ver-oi:andelt es sich in helles Silber, um meinen Geist zu beruhigen und zu reinigen.
Die Gegenwärtigkeil schu·ebt oberhalb und hinter dem Rat. Es fJIIt mir
sch'li."er, zu dieser Kraft aufzublicken. Ihre Heiligkeit hat eine so srarke Ausstrahlung, dass ich das Gefühl habe, ich sollte sie ~.'iihrend meines lmervirw.:s
bessa nicht direkt anschauen. Ich ki.innte mich nämlich sonst nicht auf den
Ältestenrat konzentrieren.
Der Rar scheint zu:ar die Gegen•ü:iirtigkeit zur Kenntnis zu nehmen, doch bedeutet dies nicht, dass deshalb dit· .. Verhandlung• langsamer wmstattt·n gehen '<i'iirdt•. Ich glaube, sie möchte, dass mein Rat und ich einander Aufmerksamkeit schenken. Dennoch habe ich den Eindruck, dass in diesem Augenblick diest Kombinall-on a11s intt:lligenter Energie insgesamt 1111r fiir mich da
ist. Mein Geistführer, der Ältestenrat und die Gegt'n'li.·ärtigkeit sind Hüter
der \'C'eisheit hinter me1-nen Erfahr11ngen.
Die Gegmwänigkeit repräsentierT eine Rt>inheit der Energie, die dem Rat in
meiner St~che behilflich ist. Ich gLiube, der RtJt beniitigt die Unterstützung
der Gegenu·drtigkeit, denn es ist sehr lange her, seit die Ra.tsmitglieder st:lbst
a.ls biologische Wesen inkarniert -u:aren. Die reine \Veisheit diest•r Energie gesta.tret t'S so'li.·ohl dem Rat als auch mir, die Richtung klarer zu st>hen, in die
ti•ir alle gehen sollten.
Das Leuchten und die Zugkraft der Gegen'll·iirtigkeit iit ein Aufruf. .. ein Bedachtsein ... eine Auflardcrung an alle im R.tum, sich eines Tages mit ihr zu
vt>reinen. Sie ist 'il'l-e ein Elternteil, der dara11f u·artet, dass 'W.'lr er"'.t'a.t-bsen
u•,·rdt•n und uns im Vl"Tständnis der Re1fe mit ihm vereinf'n.
Wenn du dich im Zimmer des Älresll'nrats befindest und die Gtgtnu.:ärtigktit
spiirst, fuhlst sieb da.s '<i'ie eine durt·hdringende Sch"W.·ingung an. Sogar meine
Geiscführerin nimmt dieu•s Glücksgefühl genauso u•ahr u·ie ich. Mir ist klar,
dass sie deshalb genauso gern zu diesen Treffen mit dem Ältestenrat auflautht. Es ist ein Urq11ell der Liebe 11nd d€'S Vt•rständnisses. \t'enn mein lmervie--~· vorbei ist 11nd ich die Gegenu·ärtigkeit verlasse ... überkommt mich ein
sehnsüchtiges Verl.:Jngen, hierher zurückzukehren und ihr u·iedt•r nah zu
sem.
Man hat mich gefragt, ob ich je mit ein~m Klienten gearbeitet habe, der darüber berichtete, wie es ist, als Ratsmitglied zu fungieren und näher an der Gegenwärtigkeil

214

li.~rrlf: I>- l)o:r Äho:~l.:nr.u

zu sein. Ich habe nur mit sehr wenigen Klienten gearbeitet, die über solche Erfahrungen verfügen und dabei sind, F.ntwicklungsninau V 7:U verlassen. Doch ich er·
innere mich sehr gut an eine bestimmte Person.
Chinera gehörte zu den arn weitesten entwickelten Klientinncn, mit denen ich
jemals zu tun hane. Keine andere Seele hat mich näher an die Gegenwärtigkeit herangcführt als diese. Chinera hat eine Ausbildung in t·incr anderen Dimension absolviert, bevor sie vor mehreren tausend Jahren auf der Erde inkarnierte. Diese
K.lientin arbeitet heute als Akupunkteurin und übt die Heilkunst in mehreren l)isziplinen aus. Medaillon G in Abb. 9 (siehe S. 213) zeigt das Emhlcm, das der Vorsitzende von Chineras Ältestenrat trug. Weiten: Einzelheiten 7.U Jen Fähigkeiten Jer
Seele, zwischen den Dimensionen zu reisen, werden in KapitelS unter dL·r Überschrift .. Oie forscher• behandelt (siehe S. 3C7).

Fall 44
Dr. N.: Wenn du deine Arbeit als persönliche führeein abgeschlossen hast, crwJnt•st

du dann, in den Ältestenrat aufgenommen 7:U werden?
K.: Nein, so weit ist es noch nicht. Erst muss ich Meisterlehrerin werden, die mit
jüngeren Lehrern arbeitet ... und sie dabei untersrüt7:t, auf \'ielerlei Art Kontakt
mit ihren Schülern aufzunehmen.
Dr. N.: Woher weisst du das?
K.: Weil ich nach wie \'Or hier zur Ausbildung bin [s1e mkcrr11en •Joch,,' und mehr
über die biologischen Lehensformen auf der Erde lerne.
Dr. N.: Ich hin über1.eugt. dass wir heute 7.us.ammengekommen sind, um cinanJ~r
zu helfen, bestimmte Dinge besser 7.u begreifen. Zunächst mikhtt' ich dich danach
fragen, welche Beziehungen du 7.U den Mitgliedern deines Ältestenrats hast. Sag
mir doch bitte, wie viele Ju davon siehst.
K.: Zurzeit umfasst das Gremium i'.wölf Mitglieder. Nach meinem let7:tcn Leben
fragten mich die vier in der Mitte, wie es um meine ErJung stünJe. Ich habe Ja immer Blockaden, die aufgelöst werden müsse-n. Die- \'icr auf der rechten Seite sind
aus meiner ursprünglichen Dimension. Sie sollen mir dabei helfen, die Energie, die
ich ins Universum der Erde mirgehracht habe, besser zu nutzt·n.
Dr. N.: Und was ist mit dcn let7:ten vier Mitgliedern?
k.: Die \'ier an der linken Seite des Tisches fungieren als Stahilisawren des universellen Lichts und Klangs zwischen allen Dimensionen, die das Uni\·ersum Jer Erde
umgeben. Sie sind quasi Dreh- und Angelpunkt, um mir in dt·r physischen Weh
Stabilität zu \'erlcihcn.
Dr. N.: Welche Blockaden sind das, die deinen fortschritt auf der Erde behindern?
K.: Der Rat möchte in erster Linie, dass ich meinen Einfluss auf die Menschen aus·
dehne. Ich wollte nicht so recht über mich hinausgehen. Mein Einwand ist, dass ich
damit meine Macht schwächen würde. Sie stimmen jedoch mit meinen Argumenten nicht übcrein.
Dr. N.: Ich kenne das Gefühl. Akzeptierst du diese Einschänung?

12!

K.: [lange Pw.,;se) Ich wciss, dass sie Recht haben, doch ich habe gdcgentlich immer

noch den Eindruck, dass ich eine Fremde auf der Erde bin.
Dr. N.: Chincra., hast Ju irgendwann mit Mitgliedern deines Rates über bestimmte
Schüler gesprochen, die du selbst unterrichtest?
K.: Ja., ganz kurz.
Dr. N.: Vielleicht kannst du mir dabei behilflich sein, die Fortschritte einer Seele besser zu \'Crstehen. Wo würdest du dich selbst einordnen?
K.: Ich ;~rheitc daran, eine Meisterlehn·rin 7U werden.
Dr. N.: Ist die nächste Stufe nach dieser Meisterlelverin ein Sitz im Ältestenrat?
K.: Nicht unbedingt. Es gibt andere Mö~lichkeiten der Spe7ialisicn.mg. fs kann gut
sein, dass man nicht 7.Um Ratsmitglied taugt.
Dr. N.: Nehmen wir an, du wärest geeignet, erhieltest einen Sitz im Rat und würdest
dich don bewähren. Wohin würdest du danach als Sech: gehen?
K.: {zbger: IT':( de~ AncwonJ An Jen Ort der Einheit.
Dr. N.: Wird d<.•r bei den Treffen dieses Gremiums durch die Gegenwärtigkeil \'erkörpert?
K.: [uuswe•chend} In diese hinein, ja.
Dr. N.: Beschreibe die Einheit- handelt es sich dabei um eine Überseele?
K.: kh glaube, es sind \'iele, die die Einh1.·it bilden ... sowie ich es \'Crstchc, ist es das
Zcmrum der Schöpfung ... dort formen die Schöpfer neuer Seelen Lichtenergie für
bestimmte Zwecke.
Dr. N.: Schildere mir diesen Vorgang bitte genauer.
K.: Ich ... kann nicht allzu \'icl dazu sagen ... es ist der Ort, an dem die 1-:nergie neuer Seelen von der Übcrsedc abgelöst wird. Der Ort, an dem wir die Jungen dabei
unterstützen zu wachsen, ihre individuelle Identität 7.U finden.
Dr. N.: Ist die Einheit das, was wir Gott nennen?
K.: Es ist ein göttliches Wesen.
Dr. N.: Du hast gesagt, dieses göuliche Wesen könnte aus vielen bestehen, die die
Einheit bilden. I fandch es sich dabei um die lctztli..:hc Gottheit aller Universen und
aller Dimensionen, die diese Universen miteinander verbinden, einschlicsslich unserer geistigen Welt?
K.: {io'lge Pcuse] Ich glaube nicht.
Dr. N.: Was meinst du, woher stammt die Essen?. der Gegenwänigkcit?
K.: [schwcJch) Überall ... [hält mne]
Dr. N.: Woher weisst du über diese Dinge Bescheid?
K.: Ich habe einen förderer im RJt sitzen ... Wir unterhJhen uns viel miteinander
... meine Freunde und ich haben Gedankenblitze ... und wir stellen hagen zur
let7.tlichen Realität.
Dr. N.: Wenn Ju mit deinem Mentor und deinen Freunden über eine Kraft sprichst,
die sogar über jener der Gegenwärtigkeil stehen könnte, was hast du darüber gehi:ln, und was spürst du dabei?

126

J\

~PI: t l

I>-

u •..-

AhcSIC!lr;l.f

K.: Ich weiss nicht, es könnte dieselbe Krah sein, von der auch die Gcgcnwänigkeit

ein Teil ist ... es ist ... gewaltig, aber sanft ... mächtig ... und doch ;t,lrt. Da ist ein
Hauch ... ein flüstern ... eines Tons ... ,:;an1. rein ...
Dr. N.: [iegr d1e Hondfliic/le auf 1hre Sctrn] Bleib bei diesen Gedankenfragrnemen.
Gleite mit ihnen in Richtung zu dem Ton, solange sie dich tragen. [Oüsrerr ;c~zr
selbst} Entstehen diese Klänge durch eine Art Lichtent·rgie?
K.: Nein, der Ton schafft alles ... einschlicsslich Licht und Eneq~ie.
Dr. N.: Geh näher heran, so, als würdest du mühelos schweben, näher heran an den
Unprung des Tons. [e1r. Be(ehl} fetzt: \l-'as sic·hst und hönr du?
K.: Ich bin am Rand, ich kann nicht ...
Dr. N.: [m•c i<ll](t,·gf:'r St1mr-re'} Los, u:cicer, Chinaa.'
K.: [ruhtg, rTHr grossen SchwreugkeHen] Ich ... mit meinen Freunden ... sobald wir
unseren Geist mit dem Ton vereint haben, sehen wir geistige ßilder ... es sind ...
geometrische Muster ... regdmässig angeordnet ... ihdit mne)
Dr. N.: [rnrr Ut>erre<Jung>~c.unsr] Noch erwas weiter ... überdie Gren7.c hinaus ... was
ist da?
K.: Ich ... spüre ... Jass dl·r Ton dieses Gebilde trägt ... und es in Bewegung ,·ersetzt
... es ist eine wellcnförmigc Bewegung ... die alles hervorbringt. Es ist der WidL·r·
hall eines tiefen Glockentons. Dann wird daraus ein hoher, reiner Ton, ein Summ·
ton ... wie ein Echo ... {höir 1Me]
Dr. N.: Weitl'r, Chinera,lass nicht locker! Ein Echo \"On was?
K.: [m1t eme:n f•efen Seufze•] Eine Muuer ... voller Liebe ... die ein LieJ für ihr
Kind singt.

..,.

.

_.·

Ich habe Chincra hier zil·mlich zu~e!.ctzt, Ja ich befürchtete, in meinem ~an:tcn Leben keine Gelegenheit mehr :tu bekommen, mit einer Kliemin wie mit ihr zu arbei·
ten. Sie und andere sehr weit fortgeschrittene Klienten haben mich darauf aufmerk·
sam gemacht, dass der Ältestenrat innerhalb einer Realität von tieferer Bedeutung
existiert, die über das Vorstellungsvermögen jener Scdcn hinausgeht, die n.1ch wie
vor auf der Erde ink.arnieren.

Die Kette göttlichen Einflusses
Für viele meiner Klienten scheint es sich bei llcr Gegenwärti~keit nicht um l'in
•\'('er .. , sondern um Jas zu handdn, was -ist•. Für andere ist die Gcgenv.·ärtigkeit
ein Wesen, Jas eine Ausgleichsfunktion ausübt und harmonisierend wirkt 1-wi·
sehen dem grösscren Bewusstsein der Ältesten und der geringeren lh·v."Usstheit der
Seelen, die vor Jen Rat treten. Aufgrund dieser Wirkung atmet der Raum, in dem
Jas Trdfen stattfindet, synchronisierte Energie. Als Teil ihrer Ausbildung 7.Um
Geistführer hatte bisher nur eine HanJ,·oll meiner Klienten auf Niwau V die Möglichkeit, zeitweise als Mitglied des Rats an einer Sitzung teilzunehmen. Als ich wissen wollte, welche Erfahrungen damit gesammt:lt worden waren, l'rhieh ich folgende Antwon:

117

Als Teilnehmer einer RtJtHitzung fühle ich mich, 11ls steckte ich i'' der Seele,
die vor mir steht. Man spürt <i.·eit mehr 11ls lediglich Mirgefühl jlir jemanden,
der soeben aus einem Leben zurückgekehrt ist. Alan steckt qu11si i11 seiner
H.Jul. Die Gegenu,·iirtigkeit verleiht ''inem die Fähigkeit, 111/ das z11 spün•n,
u·11s die betreffende Seele in diesem Augenblick fühlt. Das aus dem Prism11
der Gegemi.:ärtigkeit tJbscrahlenJ,. l.icht berlihrt so jed,•s emzelne R.Jtsmit-

g/icd.
Ist es diesdbe Gegenwärtigkeit, die \"On Rat zu Rat weitcrzieht, gibt es mehrere solcher Wesen oder ist ·Es• schlichtwe~ Gott, der allgegenwärtig ist? Ich komn diese
fragen natürlich nicht beantworten. Au..:h wenn sich die Zuständigkeiten zwischen
Jen einzelnen Seelengruppen überschneiden, wie viele Gremien muss es ~eben, die
allein für die Seelen von der Erde verantwortlich sind? Auch Jas kann ich nicht abschätzen, doch die Zahlen müssen gewaltig sein. Wenn es stimmt, Jass au..:h andere
Welten unseres Univcrsums \"On Seelen he\·ölken sind, die solcher Gremien bedürfen, und wenn es wirklich andere Uni\·ersen gibt, die die spirituellen Meister überwachen mi.issen, so übersteigen die an sie gestellten Anfordcrungt•n jedes Vorstcllungsvermi'igen.
Im Gegensatz zu den sehr weit entwickelten Seelen wie etwa im letzten Fall44
sehen die meisten meiner Klienten keine Anhaltspunkte dafi.ir, dass es sich bei den
Mitgliedern des Ältestenrats selbst um Wesen handeln kiinnte, die Fehler machen.
Abgesehen \"On flüchtigen Momenten des Gewahrwerdens einer mächtigeren und
liebevollen Gegenwänigkeit handelt es sich bei diesem Gremium um die höchste
Autorität, diC' ein Mensch im Rahmen seiner spirituellen Visionen unmittelbar
wahrnehmen kann. Meine Klienten haben als Folge dessen, was sie wdhn:nJ ihrer
Trance wahrnehmen, den Eindruck cim·s \"ertikalen Stufeneffekts hinsichdich der
Errungenschaften, die eine Seele in der geistigen Weh erreichen kann. Eine solche
Sichtweise dt:s Kosmos beruht jedoch kcim•swcgs auf d1.•n Erhnntnissen der Neuzelt.

InJische, ägyptische, persische und chinesische Texte fri.iherer Jahrhunderte
sprechen \"On den ·Geschäftsstellen Gones•, die man sich als metaphysische Wesen
vorstellte, von Jenen einige sogar Jnthrupomorph waren. Auch die fri.ihcn griechisch-hebräischen Religionsphilosophien beruhten auf einem srufenförmigcn System spiritueller Meister, \'On denen jeweils der nächste ein Stückehen göttlicher war
als der vorhergehende. In vielen Kulruren herrschte die Auffassung, dass Gott :r.war
die Quelle der Schöpfung und mit Jcr absoluten Liebe gleich7.usetzcn sei. Jic
Steucrun~ unseres Universums jedoch durch weniger weit emwickche Wesen \"onstauen gehe, bei denen es sich um Mittler der Vernunft und um Lieferanten göttlicher Gedanken zwischen einem vollkommenen Wesen und einer endlichen Weh
handelte. Diese 'Wesen galten als Emanationen des Schöpfers, die jedoch durchaus
mit Mängeln behaftet waren. Damit Iiessen sich wohl auch die Unvollkommenhei·
ten der Welt erklären, während Gott immer noch der Urgrund aller Dinge blieb.

228

Die pantheistische Sichtweise geht davon aus, dass es sich bei .1llen M:~.nift•srario­
nen im Universum rarsächlich um Gott handelt. Im Laufe einer langen Zeit emstand aus der spirituellen Philosophie mancher Kuhuren eine Siehrweise, wonach
es sich bei den gönlichcn Kräften, die unser Leben steuern, im Wesentlichen um
Worte der Weisheit handelte, die eine Analogie bildeten zur f'ähigkeit des Menschen, vernünftig zu denken. ln anderen Gesellschaften stellte man sich diese Kräfte als Gegenwärtigkeilen vor, die in der Lage waren, umere \Vdt zu beeinllussen.
Für die christliche Kirche war das Konzept \'On Mittelsmännern, die einem höch.o;ten Schöpfergott entsprangen, nicht hinnchmbar. Das Christentum geht \'Oll der
Doktrin aus, dass ein \'ollkommencs Wesen kein unvollkommenes damit beauftra·
gen würde, unser Uni\'crsum zu steuern, da dieses ja rehler machen würde.
Der Gott des Alten Testaments sprach durch Propheten. Im ~eUl'n Testament
kommt das Wort Gottes durch Jesus zu uns, der laut christlicher AuHassun~ sein
Ebenbild d.ustelh. Dennoch gelten die Propheten aller wichtigen Religionen ihren
Anhängern als Widerspiegelung Gottes. 1-'ür meine Begriffe geht die Akzeptanz der
Propheten in vielen Weltreligionen daraur zurück, dass sich die Seele des Menschen
an heilige Mittelsmänner- etwa Geistführer und Mitglieder des Ältestenrats- erinnert, die zwischen uns selbst und der Schöpferquelle stehen. In der lan~en Geschichte unseres Planeten tauchen immer wiL•Jcr Kuhuren auf, in deren Mytholo·
gic Figuren beschrieben werden, die als kosmologische M.ittelsmänner zwischen einer feindlichen Weh und einem Gott fun~ieren, der nicht erbnm wcrdl·n kann. Ich
denke, wir sollten \'orsichtig damit sein, Mythen als primitives Denken abzutun.
Sie sind eine Möglichkeit, die Welt zu erklären. Trotz des immens ~esticgcnen rationalen Wissens lässt sich das Geheimnis der Schöpfung auch nicht besser erklären
als friiher.
Was nun den Urgrund aller Dinge anbelangt, so habe ich festgestellt, dass es ei·
nc bedeutsame Möglichkeit gibt, sowohl alte als auch neue spirituelle Konzepte
miteinander auszusöhnen. Seelen sind in der Lage, aus L'iner ihnen wr Verfügung
gestellten Energiequelle lebendige Dinge zu schaffen. Das bedeutet, dJ.ss Seelen in
ganz untcrs~.:hi~...Jiichen Umgehungen etwas aus etwas anderem herstellen könnl.'n.
Nach einer theologischen Doktrin schafft der Schöpier etwas aus nichts. Und es
gibt jene, die die These vcrtrctt:n, Jass Gott keine stoffliche Materie schafft, sondern nur die B~..·Jingungen darür, dass sehr weit fortgeschrinene Wesen dies tun
können.
I landeh es sich bei der Erd~.· um l'in Labor, das \'On höheren Energieformen für
weniger weit enrwickclte Energieformen geschaffen wurde, damit diese sich durch
viele Stufen hindurch weiterentwickeln könm•n? Wenn ja, so handelt es sich bei
diesen höheren Wesen um unsere Quelle, aber nidn um die Quelle schlechthin. In
DIE REISEN DER Sn:u-: sehrich ich über die Möglichkeit, dass l'S einen Schöpfer
geben könnte, der nicht \'ollkommen ist und der von dem Bedürfnis beseelt ist, dadurch zu wachsen, dass er sein Wesen zum Ausdruck bringt. Allerdings könnre
dieses Bedürfnis auch dann \'orhanden sein, wenn der Schöpfer vollkommen wäre.
Die Philosophie eines stufenrörmigen Systems bestätigt die Üherzcu~ung \'ieler
229

Menschen, wonach die Erde und unser Universum viel zu chaotisch sind, als dass
sie aus einer lc'tZtlichen VollkommC"nhcit heraus hätten geschaffen \vcrJcn können.
Meiner Ansicht nach tut diese Vorstellung dem Kon7.cpt eines vollkommenen
Schöpfers keinen Abbruch, der den Ausgangspunkt für a!IC"s bildet, damit sich alle
Seelen irgendwann ,·ervollkummnen können. Unsere Transformation aus ,-ölliger
Unwissenheit zu einem \'Cn·ollkommncren Wissen beinhaltet einen kontinuierli·
chcn Prozess der Erleuchtung, was bcdl.'utct, Jass wir mehr aus uns machen kön·
ncn, als wir momenun sind.

Wie ein Treffen mit dem Rat verarbeitet wird
Es kommt der Punkt während einer llypnosesitzun~, an dem mir der Kliem mit·
teilt, dass die Sitzung vorüber ist und Cl'" sich darauf vorbereitet, den Raum zu ver·
lassen und in seine Seelengi'"Uppe zuT"ückzukehren. Dil.'s ist ein Augcnbli('k imensi·
ver ReflL·xion, und im Anschlussdarangehen wir gemeinsam die gewonnenen Ein·
sichten noch einmal durch. Vor allem anderen ~cht es bei unserem Erscheinen vor
dem Gremium in dcl'" geistigen Welt um Fragen der Verantwortlichkeit für unser
letztes Leben, und ich möchte die entscheidenden Beurteilungen au('h für das ge·
genwäT"tige Leben meiner KlientL'n vcrwl·nden ki:lnncn.
Der rote faden göttlicher Verzeihung ist in die Stl'"llktur jeder Beurtcllung einer
Seele durch Jen Ältestenrat ein~ewoben. Das Gremium bildet ein fomm der Pr-ü·
fung, abel'" auch des Mitgefühls, und es ist vom Wunsch gctTicbcn, das Yenrauen der
Seele in ihre zukünftigen Vorhaben 1:u stärken. Im Anschluss an die Zusammenkunft mit dem Gremium berichtete miT" eine Seele darüber v:ie folgr:

Als die Sitzung vorbei ~-ar, hatte ich da5 G(fühl, dass die Älrenen micb u·escmlich mehr dan-n bcstärkren, 'ri.'as ich richtig gemacht habe, statt 5ich über
m(•ine Fehler auszulassen. Der R,tr ·welss, dass ich ;.:orhcr bt•reits ein T,-effcn
mit meinem GeiHführer hatte, bei dem meine [rrunge,hdJd[tcn kritiKh
durchleuchtet ii:urden. Es ging dt•m Rat nicht darum, mich zu fördern, son·
dern ich glaube, ein Teil ihrer Aufgabe bestand dan'n, meine Er.a.:artungen zu
stt·igt·rn. Der Rar sagte, man sehe mich groHe Dingt' run. Und dann fügre er
uoch hinzu, dass ich damit aufhören mllte, andere als Jf,usstab für meine
Selbstbesti:ürgung zu m:hmt•n. l\'ath dem Treffen btJtre ich d.zs Gefühl, dass
der RtJt meine Selbstzu•eife/ aufgesaugt und mich gereinige b,uu.
Ich werde oft gefragt, ob die Seele während und na('h dem Treffen mit dem Rat
Reue empfindet, wenn sie an grausamen VcT"bT"cchen hL·teiligt war. Natüdieh tut sie
das, doch häufig muss ich diejenigen, di, diese fTage stellen, daran erinnern, dass
die Seele häufig dann die Verantwonun~ für ihT"e Taten übcmimmt, wenn sie ihren
nächsten Körper auswählt, um karmische Schuld abzutragen. An diesem Auswahl·
pmzess ist die Seele unmittelbar beteiligt, und zwar gemeinsam mit dem Rat, denn
sie \~rill das ja für sich selbst. Au('h wenn KaTma mit Gerechtigkeit in Verbindung
gebracht wird, ist es seinem Wesen nach kein Stra(~eri('ht, sondern sorgt dafür, dass

2JO

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&

l>C'r

Ä\rC.HCnr.U

die Summe unserer Taten aus allen \'Cq!;angcnen Leben ins Gleichgewicht gebr .1cht
wird.
Es gibt eine weitere Frage, die mir im Zusammenhang mit dem Ende solcher
Ratssitzungen oft gestellt wird: Herrscht füralljene Seelen, die nichts mit Vcrhn:chen zu tun hatten, eitel Sonnenschein, oder gibt es auch unter diesen solche, die
aus diesen Treffen unglücklich herausgehen? Darauf erwidere ich, Jass ich den einen oder anderen Klienten hatte, der den Raum etwas verunsichert \'erliess. Dabei
handelte es sich um Seelen, die meinten, sie hätten sich einem bestimmten Rat~mit­
glied besser präsentieren können. U nJ es ~ibt noch weitere Ausnahmen, (."twa im
fall junger und aufsässiger Seelen, die gegen das ankämpfen. was sie als einen ·Akt
der Yerlangten Reucbckundung• \'or dem ÄhestenrJ.t ansehen. Das folgende Zitat
ist ein Beispiel dafür:
Ich bin em:as vaärgerr übe-r die Allu:issendrn. Sie lullen dich in Selbstzufriedenheit ein, denn sie möchten, J.us du dich vor ihnen <Juskotu. Klar, ich hab
jede Menge Fehler gemacht, aber es ist ihr Problem, mich in einem Körperauf
die Erde zu schicken, der mir Schii.'Ü:rigkeiten bereitet. \t-.-enn üh mich ddriiber bcsch·u:ere, gehen sie nicht richtig darauf ein und halten mit Informationen hinter dem Berg. Ich sage ihnen, dass das L,·ben mm einmal bedeutet, Risiken einzugehen- und mein Vorsilzendt•r t'rl.ählr mir et'ii·as 'L'on Jliissigung.1
Ich sage zu ihm: ·Du hastleicht reden, aus deiner sicheren und bequemen
Position, u·ährend ich dort unten venuche, den Krü•g ht·illu überstehen ....

In ihrer Unreife haben solche Seelen noch nicht erkannt, dass ein Mitglied des Rats
bereits "iclc schu-icrige Kriegssituationen überlebt hat und deshalb überhaupt erst
in Jicsem Gremium sitzen darf.
Das folgende- Zitat über ein harmonisches Ende einer Sitzung stammt im Gegensatz dazu von einer alten, fortgeschrittenen Seele, die dabei ist, ihre Inkarnationen auf der Erde abzuschliesscn:
Gegen Ende meiner Sitzung mit dem Rar stehen die Altesten auf und bilden
einen Kreis um mich herum. Dann heben sie ihrt· Arme- ausgestreckt u,_·it· t•in
geü:altiger Vogel die Flügel- und hüllen mich mit den Fittichen der Vereinigung ein. Damit driickt'n sie ihre Anerkennungfür m(·ine l.cistung dUS.

Ich kann mich J.n keinen Klienten erinnern, der nicht Jas Gefühl der Ehrfurcht,
Reue und ein Bedürfnis nach Sühne empfunden hätte, nachdem er aus einer derartigen Visualisierung aufgewacht ist. ~1it diesen Eindrücken kehrt er in seine Seelengruppen zurück. Daher war ich nicht darauf vorbereitet, etwas über Jas Gesetz des
Schweigcns zu erlahren.
Es folgt nun auszugsweise die Beschreibung eines Falles, in dem es um die geistige Privatsphäre geht, die sich nicht nur auf Seelengruppen erstreckt, sondern auch
auf meine f'ragcn 7.U den Treffen mit dem Ältestenrat. Es gibt bestimmte Aspekte
dieser Trdfen, die sich der gcgcn"·änigen Realität meiner Klienten entziehen. Aus
zahlreichen persönlichen und spirituellen Gründen sind die BctroHcncn nicht in
23/

der Lage, sich an alle Einzelheiten dieser Zusammenkünfte zu erinnern. Manches
davon kann mit einer be~·usstcn F.ntscheidun~ des Klienten 7.us.1mmc..·nhängen. Im
nächsten Fal145 wciss der Klient offensichtlich sehr wohl, was er nicht sagen
möchte. Anderen Klienten sind die Griinde dafür, warum sie sich nicht daran erinnern können, unbekannt.

Fall 45
Dr. N.: Ich möchte jetzt zum wichtigsten Teil deines Gesprächs mir dem Ältesten
kommen, Jer rechts vom Vorsiuenden Pl.1tz ~enommen h.u.
K.: {bei<..'omrr:en] Das bercitl't mir Unbehagen.
Dr. N.: Warum?
K.: Ich möchte das Gesetz des Schweigens nicht brechen.
Dr. N.: Im Zusammenhang mit mir?
K.: Mit jeJem, auch mit den Mitgliedern meiner Gruppe.
Dr. N.: Sprechen denn die Gruppenmitglieder miteinander nicht über allc..·s?
K.: Keineswegs, besomlers wenn es um sehr private und pc..·rsünlichc Dinge geht, die
mit dem Rat besprochen wurden. Das Gesetz des Schwelgens ist eine.• Möglichkeit
Jcr Prüfung, um festzustellen, ob wir über Jas, was heilig ist, Stillschwci~cn bewahren können.
Dr. N.: Könntest du das genauer erklären?
K.: [m1ch auslachend) Dann würde ich es dir ja sagen!
Dr. N.: Ich möchte deine Gefühle hinsichdich dessen nicht verletzen, w.1s für Jich
zu heilig ist, aber schliesslich bist du ja aus einem bestimmten Grund 7.U mir gekommen.
K.: Ja, unJ ich habe davon auch sehr profiticrr. Ich möchte lediglich nicht alles
preisgcb~n. was ich momentan vor meinem geistigen Auge sehe.
Dr. N.: Oas respektiere ich. Dennoch finde ich es merkwürdig, dass du nicht einmal
mit deinen Seclengefährten über diese Dinge reden \\·illst.
K.: Die meisten von ihnen treten ohnehin vor ein anJcres Gn.:mium als ich. Doch
der Grund dafür ist c..·in anderer. ~~enn wir alles austauschen, WJs wir wissen. kann
\·iel Schaden angerichtet werden, wenn Jer oder die Betreffende für bc..·stimmtc
Dinge noch nicht reif ist. Das profunde Wissen könnte falsch venvcndet werden,
unJ dadurch, dass wir das Gesetz des Schweigcns verlet7.cn, mischen wir uns in Jie
lntegrit:it einer anderen Seele ein.
Dr. N.: Ich \'erstehe, dm·h muss Jicses Gesetz auch auf unsere Umerhahun~ über
dein Wachstum unJ deine persönlichen Ziele angewc..·ndet werden?
K.: [läche!ndj Uu gibst wohl nie auf. wie?
Dr. N.: Wenn ich mich kampflos von meinen fragen über Jas Leben in der geisti~cn
Welt abbringen lassen würde, wüsste ich nur sehr wenig dariibcr unJ könnte meine Klienten nicht so gut unterstützen.
K.: [o,;ewfze'ld] Über bestimmte Dinge, Jic mir heilig sind. spreche ich nicht mit dir.
1t 3

])]

Andere fälle haben mir bestätigt, was hil·r über die ~eistigc Privatsphäre in den Seelengruppen gesJgt wurde. Es klang merkwürdig für mich. dass die Seele nicht be·
reit sein sollte, sich mit ihren Freunden über alles auszulJ.uschcn, was sie während
der Sitzung mit dem Ähestenrat erlebt hatte. Womöglich ist das einer der Gründe
dafür, warum die Mitglieder derseihen Seelengruppe sehen vor dem gleichen Rat
erscheinen. Ein weiteres Beispiel zur Pri\"atsphäre:
Meint• Erfahrungen mic dem Gremium bespreche ich bestt:n{alh mit Zl.i.:cü·n
meiner Freunde. Doch sogar dabei gehl es nicht um das, ~·as i.i.:ähre"d d~:s
Treffem thematisiert u:urdc. \f1ir unterhallen 1ms nur allgemei" darüber, c.•ru:a: ·Ich bin mir darüber im Klaren, dass ich dieses oder /L'nt'S zu um hJbe,
u·eil ein Ältesler dieses und jenes über mich gesagl hat.~

Angrsichts der Tatsache, dass sich Jas Leben zwischen den Leben in einer telepathischen Welt abspidt, habe ich mich zu Beginn meiner Forschunj:!;sarbeiten gefragt, 9.-·ic die Seelen es Jnstellen, Gedanken \·oreinander 7.u \'erbergen. b stellte
sich heraus, dass junge Seelen grosse Probleme damit haben, ihre GL·clanken gegenüber erfahreneren Seelen, insbesondere ihren Führern, zu \'Crschlciern. Ab Niveau
111 wird Telepathie zu einer Kunst, und dazu gehören auch Blockaden zur Aufrechterhaltung der Printsphärc. Wenn die emotionalen Behinderungen des
menschlichen Körpers wegfallen, also etwa Scham, Schuldgefühle ocler Neid, wird
jedwedem Vorwand der Boden entzogen. Die ausschlaggebende Motivation in ei·
ner telepathischen Welt besteht für die Seele darin, die gegenseitige Privatsphäre zu
respektieren. Die Seelen leben in Gemeinschaften, bei denen ~rosser Wert auf die
So7.ialisierung in t..ler Gruppe gelegt wird und wo man gcmeinsam eigene LektionL"n
und t..lic der anderen bearbeitet. Dabei üffnen sie sich einander so weit, dass es nicht
mehr möglich erscheint, die eigenen Absichten zu verschleiern. Dies lördert schonungslose Offenheit im Umgang mit karmischen Angelegenheiten bei jenen Seelen,
Jie auf Jer Erde miteinander in Verbindung stehen werden.
Wie ist es der Seele in der Welt der Telepathie möglich, gezielt Gedanken und
Gedankenblockaden abzutasten? Die genauen Umstiinde sind mir unbekannt,
doch konnte ich Einzelheiten enträtseln. Nach meinen Erkennmissen verfügt jede
Seele über ein eigenes mentales Schwingungsmuster, ähnlich einem Fingerabdruck.
Dieses ähnelt dem t'k-chtwerk eines Korbs, wobei ineinander verflochtene Energiestränge den individuellen Charakterkern umhüllen. Bei diesen Strängen handelt
es sich um beweglidte Gedankenbilder, wobei die Übertragung freiwillig erfolgt.
Dazu gehören Ideen, Konzepte, Bedeutungen, Symbole und persünliche Unterscheidungskriterien, die für diese Seele rypisch sind. Mit zunehmender Erfahrung
verfügt die Seele über die Möglichkeit, in jedem beliebigen Augenblick jedes bclie·
hige Gedankenbild zu \'erde~.:ken. Dabei öHnet sich kein Strang dem Kern, um eine
feine Unterscheidung der Gedanken freizugeben, es sei denn, eine Seele gestattet
der anderen den Zutritt. Gleich7.eitig wird - ganz allgemein gesehen - nichts nr·
schleiert.

2JJ

Insufern ist es nichts Ungewöhnliches für Geistführer und Älteste, ihre Untersuchungen hei weniJ;er weit entwickelten Seelen unterhalb einer besrimmren geistigen Schwelle durchzuführen. Diese Vorgehensweisc ~ereidu den Seelen 7.um Vorteil. Ich weiss, das klingt ominös. Und es wäre in der Tat bedrohlich, wenn sich das
so auf der Erde abspielen würde. Ausserd(.·m tasten unsere Lehrer guiclt die Gedanken jener Seelen ab, die ihrerseits \'ersuchen, in die Gedanken ihrer Geistführer
einzudringen. Der Grund dafür ist, dass ein Geistführer jüngere Seelen nicht mü
Konzepten belasten will, für die sie noch nicht reif sind, besonders wenn es um zukünftige Ereignisse geht.
Alle Seelen respektieren die Unvcrlctzlichkeir und Weisheit ihres Ältestenrats.
Die erhahenen Informationen ~;chen als "ertraulich und sehr pers(lnlich. !\lach der
Rückkehr von diesen Zusammenkünften 7.Ur eigenen Gruppe möchte die Seele
nicht, dass ihre Kameraden in die Versuchung geraten, bestimmte \"On den Ältesten
empfangene Botschaften zu CrTaten. Uazu einer meiner Klienten: .. Würde ich mein(.'n f-'reunden davon erzählen, wäre das wie ein Verrat bei einer mündlichen Prüfung. Sie wären nämlich nicht in der Lage, ihre ei~ene Deutung auszuklammern,
um mir 7.U helfen.• Auf der anderen Seite ermutigen einen die Ältesten 7.U schweigen, denn sie wissen, dass es mehr Offenheit im Umgang mit den \'Or ihnen erscheinenden Seelen garantiert, wenn die Privatsphäre geachter wird. Durch Jie unzulässige Einmischung anderer Seelen zu einem späteren Zeitpunkt, und sei sie noch so
gut ~emeint, könnte das, was die Ältesten ~esagt haben, \'erdreht werden. Die ein·
1:ige Ausnahme zum Gesetz des Sthweigens betrifft nach meiner Erfahrung weiter·
entwickelte Seelen, die sich in einer speziellen Gruppenausbildung befinden. Dort
tauschen sie offenbar untereinander das aus, was sie während ihres Treffens mit
dem Rat an Informationen über die sogenannte Zunft erhalten haben.
Da Zeit in der geistigen Weh keine Rolle spielt, benutze ich Jicse Treffen mit
dem Rat als therapeutisches Sprungbrett für einen raschen karmischen Rückblick
auf mehrere Jahrhunderte. Während ich das Treffen anhalte, führe ich meine Klienten zurück zu bestimmten entscheiJenden Stationen ihrer \'ergangenen I .eben, wo
sie schwerwiegende Entschcidun~en getroffen hatten. Ich weise sie .10, Augenblicke aus ihren vergangenen Leben herauszugreifen, die für das \'Om Rat angeschnittene Thema \'On Bedeutung sind. Viele unserer inneren Einstdlun~;en und Egoprobl(.·me haben ihren Ursprung in anderen Leben, wobei der Klient eine neue Sichtweise für sein gegenwärtiges Lehen einüben kann, wenn er diese von einem
anderen Standpunkt aus betrachtet.
Die therapeutischen lnter'\'entionen sind dazu gedacht, gemeinsam den Schlüssel für das Verständnis des gegenwärtigen Verhaltensmusters 7.U finden. Dadurch
lassen sich die Dingl' im positiven Sinne umstrukturieren. Eine Reinkarnationstherapie geht über rein kognitive Erkenntnisprozesse hinaus. Der Klient muss begrei·
fen, dass hinrer den Verwerfungen und Irrwegen seines Lebens eine Bedeutung \'erborgen ist. Unter Umständen gehe ich mit meinen Klienten auch in den Raum, wo
das nächste Lehen ausgewählt wird, um herauszufinden, warum der Ähestenrat genJ.U den Körper ausgesucht hat, in dem sie momentan stecken. Wenn die Seele noch

2H

Ii. \

1· 1

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DL·r Allestenrat

nichts über bestimmte zukünftige Aspekte im gegenwänigen Lehen wissen soll,
setzt eine Blockade ein. Wenn ich damit fenig bin, fahre ich mit der Sitzung des Ältestenrats genau an dem Punkt fon, \\'0 ich aufgehört hatte, sodass kein Bruch entsteht.
Ich behalte immer im Hinterkopf, dass meine Funktion als Mindsm.Jnn im Geschehen zwischen meinem Klienten, seinem Führer und dem Ältestenrat nur eine
vorübergehende ist. Ich wciss, d.Jss führerund Rat mich bei meiner Arhcil unterstützen, denn sonst wären meine Klienten nicht in der Lage, die Zusammenkunft
mit dem Gremium während der Trance zu visualisieren. Als spiritueller Rcink.Jrnationstherapeut gcniesse ich während der tiefen Hypnose meiner Klienten den Vorteil, d.Jss ich sowohl den Seclengeist .Jls auch das jetzige menschliche Ego erreiche.
Das Überbewusstsein funktionien innerhalb eines ewigen Rahmens, den das Unterbewusstsein in momentane Realität umsetzen kann.
Hinsichtlich eines produktiven Lebens kann gar nicht genug betont werden,
wie wichtig es ist, sich des eigenen inneren Selbst bewusst zu sein. Es liegt mir fern,
zu behaupten, mit der von mir angebotenen dreistündigcn Rückführungssitzung
wären die Leute .Juf einen Schlagall ihre Probleme los. Dennoch vermag eine neue,
frische Bewusstheit unseres wahren Wesens sowie die Kenntnis früherer l.ehen und
unseres unsterblichen Wesens in der geistigen Weh eine solide Grundlage zu bilden
für eher konventionelle Therapietechniken, die dem Klienten ,-or On angeboten
werden. Andererseits kann eine einzige spirilUeUe Rückführung für den geistig gesunden Klienten Wunder wirken beim Erkennen seiner inneren Ganzheit unJ seiner Ziele im Leben.

2J l

KAI'ITH 7

Die Dynamik der Gemeinschaft

Seelengefährten
J) li: fl b .1 s C

i ~ cb c!J

dem ersten und dem zweiten Trcfien mit dem Rat
dient der Erneuerung der Seele. Als ätherische Wesen begann unser Wachstum im
Reich der geistigen Weh zusammen mit anderen Seelen bereits be\·or irgendjemand
\'OD uns überhaupt inkarnicn hat. Während es sich also bt:i unserem inneren Wesen
um etwas einzigartig Individuelles handelt, widmet sich ein cntschcidcndcrTcil un·
scrcs spirituellen Lebens zwis4:hcn Jen Inkarnationen voller Mitgefühl den Bezie·
hungen zu anderen Seelen. Damit wird unsere Entwicklung als Seele zu einem kol·
lcktiven AkL Ein Teil dieser kollektiven Erfahrun~ kommt dadurch zum Ausdruck, dass wir mit diesen Seelen in einer materiellen Realität wit• der Erde in
Verbindung stehen. Während einer Reinkarnation wird die Nähe, die die Seelen
untereinander im Rahmen eines menralen Zusammcnhan~s spüren, Jun:h karmische Problemstellungen innerhalb der uns zur Verfügung gcsrcllten Körper einer
hanen Probe unterzogen. Die Untc:rhrechung einer glückseli~cn geistigen Existenl
ist eine der Möglichkeiten, durch die unsere spirituellen .\leister unseren Horizont
.
erweitern.
Mir sind viele faszinierende Licbesgcschichren aus vergangeneo Lehen zum
Thema Seclengefährten zu Ohren gekommen, die einander über Zeiten und Räume
hinweg erneut in einem Leben wiederfinden. l-lien:u einige Beispiele:
l :;.:

\t1o l.iebe zur Qual 'ii.'Urde: Als et'ii''' ein steinzeitlicher Clanehel sich m scinrr
\t,.ollusr die Gefährrin meint•s Klietllen nahm, und z·u.·.tr immer w:ieder, und
sie ihm dann Zlfriickg,tb.

\t:o Liebe E"'behrung bedeutete: Etu.:a i11 der Geschichte ci,Jcr Frau- ml'inc
Klientin-, du: im allen Rom als Skla'i.Jin den Gladi.dtorcn die .'1-ldhl:t.eiten ser't.'ieren musste und i" einen von ihne" verlit·ln -..:·.:~r. Der gefangene Kämp{t•r
l'T"Liihltc der fra11 in d,.,. Sacht, bC'i..·or ,.r in der Arena ums Leben k,un, dan
aucb er sie unsrerblich li(·bte.
\Vo Liebe Grausamkeit bedeuUte: Etii.'cl im Falle eines Stallburschcn, der in
einem mittelalterlichen Burgver/i,•s -..:(m einem Adligen zu Tode gepeitscht
u·urde, nachdem dh•ser ihn und seine Tochter bt·i eim·m heimlichen Stdldi(·h('in iibnTtJscht hall('.

1J6

\Vo die Liebe et'ii·as Heroisches hattt•: Als ein pol)'nesischer B,-iiutigam vor 300
Jahren eP"lrdnk, 11ls er seine Gefährtin- meine K/iemin- ~:ur dem Ertrinken
retrete, nachdem ihr Kanu '<J.:ährend eines Stunns gesunken u:·ar.
\'flo die Liebe tOdlieh u:ar: Als ein deutscher Ehemaml des 18. J11hrhundertsmein Klient- in einem Eifersuchtsanfall seine Frau astach, 'i.i.:eil n sie für untreu hielt. Durch Geriichte fiilschlichl?r-ol:eise des Ehebruchs bezichtigt, beteuerte sie ihm ihre Umcbu/d und ihn: Liebe, 'i.i:ähn:nd sie slaP"b.
\Vo Liebe Um.n·niilmlil·hkeit bedt•utt•tt•: So im Fall emt•s \lett•,-ans, Je,. aus
dem amerikanischen Bürge,-kn.eg nach Ho1use zurückkehrte und seim· Fraumeine Klient in - mil seinem Bruder 7.lerheirater vorfand, nachdem er selbst
ein Jahr zuvo,- offiziell fü,- tot ede/ä,-r u:orden -..:ar.
Alle oben genannten Paare sind im heutigen Leben glücklich miteinander \"erheir.atet. Die vergangeneo Prüfungen aus früheren Lehen bereiteten sie für Jas jetzige
vor und stärkten das Band zwischen ihnen als Scelengefähnen. Die Rückführung in
ein früheres Leben fürden zwar Interessantes zum Thema Paare zu1.1~e, doch wenn
ich diese Klienten in ihr Leben 7.wischen den Leben 1.urückführc, erhalten sie einen
\'iel komplexeren Einblick in ihre Beziehungen.
Die Liebe unterzieht uns in den vielfältigsten Verkleidun~cn einer Prüfung. Da
wären jene Inkarnationen, in denen wir ein langes und glückliches Leben mit einem
Seelengefährten führen konnten. F.s gi~t a~er auch jene, in denen wir die Beziehung
zerstört haben oder iMerlich und äusserlich aufgrundder Handlungsweise unseres
Sedengcfährtcn zugrunde gegangen sind. Oder es wurden uns in den schwieri~en
Leben, die "''ir mit einem Seclengefährten \'erbrachten, ständig Knüppel zwischen
die Beine j:;eworfen, wenn es darum gin~, die Liehe an7.unehmen. Das ~emcinsame
Leben mit einem Seclengefährten kann Freude oder Leid bringen, doch wir lernen
aus beiden Situationen. Und !ttets sind karmische Gründe himer wichti~en Ereignissen im Zusammenhang mit Bc1.ichungcn \'(.•rhorgcn.
Eine meiner Klientinnennamens Valerie verbrachte \·or 20C Jahren ein Leben .1ls
schöne Frau in China. Damals \'Crschmähre sie ihren primären Seelengefährtt.•n, den
Mann, den sie am meisten schätzte, und wollte ihn nicht heiraten, da er mit ihr stritt
und sich im Ge~cnsatz zu anderen Männern weigerte, ihrer Eitelkeit zu schmeicheln. ·Abgesehen davon•, erzählte mir Valerie in Trance, •war er so plump und
hässlich, <.lass ich nicht mit ihm gesehen werden wollte, da ich Jas Getuschel der anderen fürchtete. Aus Stol7. und Gehässigkeit und aus dem Gefühl heraus, dass er
gar nicht mehr wusste, was er an mir hatte, heiratete ich einen gut aussehenden
Mann, der sich meinen Launen unterwarf. So \"erspielte ich das Glück, das mein
hätte werden können. •
In ihrem nächS[en Leben war Valerie im 19. Jahrhunden die Tochter eines Chcrokec-lläuptlings, der ihr befahl, den Sohn eines anderen Häuptlings als Teil einer
\·enraglichcn Vercin~arung zu heiraten. Dieser Mann stiess sie körperlich ab, sodass sie ein unglückliches Leben hatte, Ja sie Jen Wünschen ihres Vaters gefolgt

137

Position einer Seele hinsichtlich einer der nachfol);enJ auf);eführten Kate~orien mit
der Beziehung zusammen, die sie mit uns im Drama des Lebens eingeht. Unsere
Geistführer und Wesen aus spirituellen Bereichen weit jenseits unseres irdischen
Daseins sind in dieser Kategorisierung nicht enthalten:

Primäre Seelengefährten
Die Rolle eines primären Seelengefährten übernimmt häufig ein Partner, mit dem
wir eine enge Beziehung haben. Dabei kann es sich um unseren Ehc~attcn, Geschwister, den besten Freund oder gdegtndich auch einen Elttrnteil handdn. F.in
primärer Seclengefährte hat absolute Priorität vor anderen Seelen, und wenn meine
Klienttn das Ltben mit ihnen als Seclengelähnen beschreiben, wird mir immer
wieder klar, dass ihr eigenes Leben über alle Massen durch sie bereichert wird. Was
eine Seele mit am meisten motiviert, auf der Erde zu inkarnieren, ist die Möglichkeit, hier körperlich in Erscheinung zu treten. Das wirkt auf prim.irt Seelengefährten z~reifelsohnc am~iehend. Wenn es sich um ~·eitcrentwickeltc Seelen handelt,
wechseln sie unter Umständen \·on einem Leben zum anderen das Geschlecht. In
etwa 75 Prozent der fälle entscheidN sich die durchschnittliche Seele in der Regel
für ein Geschlecht und behält es bei.
Unser primärer Seelengefähne sollte nicht verwechselt werden mit der primären
Clustergruppe. in der mehrere Seelen miteinander zu run haben. Und wenn vom
•echten• Seclengefährten gesprochen wird, wenn Jer prim.lrc gemeint ist, sollte da·
mit nicht impliziert werden, dass alle anderen unecht seien. llie Uneinigkeit bezüglich der Begriffe. die diesbezüglich zwischen den meisten meiner Kollegen
herrscht. ist aber häufig eher symbolischer Natur. Dennoch möchte ich hier auf ein
bestimmtes Konzept hinweisen, mit dem ich nicht übereinstimme:
Bei meinen Vorträgen hat man mich immer wieder gefragt, weicht· Zusammenhänge es zwischen meinen Beschreibungen von primären Seelengefährten sowie
der Seelendualität und der Theorie über die Zwillingssede gibt. Meine Antwort darauf lautet: Gar keine. Ich habe bereits geschildert, dass wir in der Lage sind, unsere Seelenenergie zu teilen, sodass wir parallele I .eben führen k.ünnen, auch wenn die
meisten Seelen sich weigern, den Lernprozess auf diese Art und Weise zu beschleunigen. Aussecdem habe ich erwähnt, dass diese Teilungsfähigkeit es uns ermöglicht,
einen Teil unserer Energie in Form einer exakten Kopie in der geistigen Weh zurüduulasscn. während wir auf der Erde inkarniert sind. Fast alle Seelen sind in dieser Technik der sogenannten Seelendualität geübt. Meine Erkenntnisse über das
Verhältnis von primären Seclengefährten und der Fähigkeit der Seele, sich zu teilen,
steht aber in keinem Zusammenhang mit der Theorie der •Zwillingsscele•.lch will
hier keine endgültigen Wahrheiten verkünden, doch offen gesagt habe ich in meiner
ganzen Forschungsarbeit nichts t•ntde..:kcn künncn, was Jie These von Zwillingsscelen erhärtet hätte.
Wenn ich diese Theorie recht verstehe, werden wir zusammen mit unserem
Zwilling im gleich Moment aus einem Encrgieci geschaffen und dann \"Oneinander
getrennt. Erst am Ende unserer karmischen Inkarnationen werden wir dann angeh-

140

K.o.trTri;- ()io:D•·n.>mikJo:~Go:rn~·•r"~·t...:alt

lieh mit unserer Zwillin);sseele- unserem wahren Scclcngcfähncn - wiedenrereinigt. Ich erinnere mich an die Aussagen \"On Klienten, wie 7.um Beispiel in Fall26
(siehe S. 122), die berichteten, im Augenblick der Empfäng,nis seien keine zwei Sec·
len einander völli~ gleich. Jedes EnergiC[eilchen sei etwas Einzigartiges und als Einzelwesen geschaffen. Was ich an der Zwillingsseelentheorie unlog,isch finde, ist folgendes: Aus welchem Grund sollten wir einen primären Seclengefährten haben, mit
dem wir unsere karmischen Lektionen erst dann bearbeiten können, wenn wir einen Zustand der Vervollkommnung erreicht hahen? Ganz gleich, ob es sich um primäre oder echte Seclengefährten handelt, sie sind duu da, um sich gegenseitig beim
Erreichen bestimmter Ziele zu helfen. Es sind keine Kopien unseres Selbst.

Begleiterseelen
Unser primärer Seelengefährte ist bis in alle Ewigkeit unser Partner, doch wir haben weitere Seelen in unserer primären Clustergruppe, die ebenfalls als Seelengefährten bezeichnet werden können. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Seelenbegleiter. Sie weisen charakterliche Unterschiede und zahlreiche Talente auf,
durch die sie uns ergänzen, wie aus meinen fallgcschichten hervorgeht. Innerhalb
einer Clustergruppe gibt es in der Regel einen inneren Kreis von Seelen, Jer uns hesonders nahe steht und der eine wichtige Rolle bei unserer Unterstützung spieltein Prinzip, das auf Gegenseitigkeit beruht. Zu diesem inneren Zirkel gehören
durchschniulich zwischen drei und fünf Seelen pro Kliem.
Die Begleiterseelen entwickeln sich nicht alle gleich rasch, obwohl sie in der
gleichen Clustergruppe miteinander begonnen haben. Hier spielt D~·namik und
Moti,·ation eine ebenso wichtige Rolle wie Talent und Begabung. Jede Seele verfügt
über bestimmte Stärken, auf Jie sich Begleiterseelen während einer Gruppeninkarnation verlassen kilnnen. Wenn die Gruppe kleiner wird, spezialisieren sich ,-icle
auf bestimmte Bereiche, ohne jedoch den Konukt miteinanJcr 7.u verlieren.

Assoziierte Seelen
Diese Seelen charakterisieren sich als Mitglieder nm sekundären Gruppen ausserhalb unserer eigenen primären Clustergruppe, die sich jedodt in unmittelbarer
spiritueller Nachbarschaft befinden. Wie aus Kapitel; anband von Abb. 1 (siehe
S. 13~) ersichtlich ist, können zu sekundären Sedengruppcn, die unsere primäre
Gruppe umgeben, bis zu 1000 Seelen oder mehr ~ehi)n:n. Viele dieser Gruppen arbeiten in unmittelbar benachharten Klassenzimmern. Es gibt assoziierte Seelen in
anderen Gruppen, die Jazu ausersehen sind, mit uns zu arbeiten, und die uns in vielen Leben immer wieder begegnen, während andere unseren Weg nur kurz kreuzen. Häufig gehören unsere Ehern zu einer dieser nahen Clusteq~ruppen.
Was den Umgang miteinander in der geistigen Welt, aber auch den Kontakt
während des Lebens auf der Erde anbelangt, so kann es sein, dass die Seelen einer
Clustergruppe kaum oder gar keinen Kontakt mit den mc.•isten Seelen aus einer sekundären Gruppe haben. Von einer übergeordneten Warte aus betrachtet hängen
alle Seelen einer sekundären Gruppe irgendwie zusammen, doch sie werden von

241

meinen Klienten nicht als Seclengefährten angesehen. Auch wenn es sich nicht eigentlich um die sn~enanntcn Bc~leiterseclen handelt, bilden sie doch eine grosst
Gruppe von Menschen, die dem Ältestenrat für die Beset7..ung der Rollen im zukünftigen Leben zur Verfügun~ stehen. Eine asso7..iicrte Seele könnrc just jene Charaktereigenschaften aufweisen, die sich ausgezeichnet dafür eignen, uns eine bestimmte karmische Lektion zu erteilen. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um Menschen, die bei uns srarke positive oder negatin Reaktionen auslösen.
Das alles ist abhängig von den vorher getroffenen Vereinbnungcn zwischen den
Beteiligten und ihren jeweiligen Lehrern hinsichdich der Vor- und Nachteile bestimmter Charakterrollen.
Dabei kann es sich um einen sehr kurun Auftritt handeln. Erinnern wir uns
beispielsweise an die Geschichte mit der Bushaltestelle, die mein Klient in fall39
(siehe S. 203) l:terichtetc. Die llilfe, die er dabei der hau 7-ukommen liess, war von
gan7. spontaner Natur, und ich hatte das Gefühl, dass es sich dabei nicht um eine assoziierte Sede handelte. Es folgt ein kurzes Zi~at über ein positives Zusammentreffen einer m(.·iner Klienten mit einem Wesen, das definiciv als assoziierte Seele anzusehen ist:

lc:h ging alleü1 am Strand jpazien:n und u.:usste nicht, u:·as ich tun sollte, da
man mich soeben gefeuert hatte. Plötzlich tauchtt· L·in .\l,mn ""·(, und u::ir begannen ~in Gespräcb. Ich kdnnte ihn nü-ht und mlltt· ihn in jenem L''bcn
aurh nit• u·iedersehen. Doch er u·ar u·ie selbsrverst.indlich pliitzlicb an meiner
Seite, und ~:ir unterhielten um. Ich schüttete dü·s(.'m Fn·md(.·n spontan mein
ganzes Herz aus. Er bt•ruhigte mich und hoJif mir, die Situation aus einem anderen Licht heralfs zu bemJchlen. Na(.-h einer Stunde u·ar er ~·ieder u:·eg.
]L'tZl ·~·eis5 ich, dass er ein BekoJnntt'T alfS eint>r anderen Gruppe m dt•r geistigen \X'dt ist. Es war kein Zufall, d.us 'j;.•ir 11m genalf an jenem Tag in die Arme liefen. Er ·il:ar mir geschickt ~.?orden.
Dennoch sind es unsere Seelen~efährten, mit denen wir unsere innigsten Begegnungen haben. Während der Vorbereitungen zu diesem Buch wurde i~.:h vun verschiedenen Seiten ~ebe1en, auch ein Beispiel für eine Liebesgeschichte zwischen
primären Seclengefährten einzufügen. Der Romantiker in mir konn1e dieses Ansinnen einfach nicht 7.urückweisen:

Fall 46
b klan~ dringend, als mich Maurecn lvegen eines Termins anrief. Das war zu einer
Zeit, da ich noch keine Warteliste von über einem Jahr hatte. Maureen lebte in Kalifornien in unmittelbarer Nähe meiner Praxis und wollte gerne mit eim·m freund
vorbeikommen, der aus Ncw York war und sich zum er!tten Mal mit ihr persönlich
ueffen wollte. Ich bat sie um nähere Einzelheiten 7.U diesem auch ihr hislang unbekannten Menschen, und sie erzählte mir Folgendes:
Vor drei Monaten haue eine Gruppe von etwa 25 Leuten, die sich für das Lehen
nach dem Tod interessierten, auf einer Websire einen sogenannten Chatroom ein-

Jo..Arllt; 7- lli .. llvn,unol..

.I~·.- (i.-m~-on"<ch.th

gerichtet. Dieser ermöglicht es Menschen mit ähnlichen lntcress~n. sich online miteinander zu unterhalten. Ich erkläre dies deshalb, weil ich selbst ein Laie bin, was
Computer anbelangt. Maureen erzählte mir, dass sie und ein Mann nJ.mcns Dale
beim Chanen bemerkt hatten, dass sie in ihren Gesprächen zum Thema Seclengefährten derart übereinstimmten, dass sie sich auf eine geheimnis\'olle W'eise miteinander verbunden fühlten. Es war ihr schon fast unheimlich, wie sich ihre eigenen
Gedanken in Jenen von Dale spiegelten. Die beiden beschlossen schliesslich, einen
eigenen, pri,·aten Chatronm zum Gedankenaustausch einzurichten.
Es stellte sich dann heuus, Jass sie beide \'Or 50 Jahren, nur wenige Monare auseinander, in der Nähe \'On San Fram:isco gehon.:n waren. Später hatten dann beide
unglückliche Ehen. Beim Chatten stellten sie nun fest, dass sie bcidc immer von einem unerklärlichen GcfUhl Jer Traurigkeit durchdrungen waren und sich auf der
Suche nach erwas befanden, durch das ihnen endlich das Herz aufgehen würde, das
aber bislang keiner von ihnen gefunden haue. Ihre Gespräche drehten sich zumeist
um das Leben nach dem Tod. Dalc schrieb ihr schliesslich, er häne mein Buch gelesen. Also beschlossen sie kurzerhand, sich in Kalifornien zu treffen und einen gemeinsamen Termin für eine Rückführung mit mir 7U vcn·inharcn.
Als sie einander dann zum ersten Mal sahen, erkannten sie sich sofort wieder.
Wie sich herausstellte, fand die Sitzung gcnau einen ·r:ag nach ihrem KennenlernJaturn statt. Strahlend betraten die beiden meine Praxis, und ich sagte als ErS[es, dass
sie sich bereits im Zustand der Trance befänden, sodass sie mich eigentlich g,ar nicht
bräuchten. Maurec:n schilderte ihr erstes Treffen dann so: ·Die Art, wie wir uns anlächelten, das Sirahlen in unseren Augen, Jer Klang unseres );emeinsamen L.1chens,
die Schwingungen, die uns miteinander verbanden, als wir uns die Hand gaben- alles d.1s versetzte uns in eine Euphorie, die so überwältigend w.1r, dass wir .11les um
uns herum vergasscn.•
Ich werde die folgende Geschichte aus Maureens Sicht erzählen, da sie als Erste
den Kontakt mit mir aufgenommen h.me. Während um.ercs Vorgesprächs erfuhr
ich, dass sie immer zu bestimmten Phasen ihres Lebens eine Art DCjJ.-vu-Erlebnis
hatte, sobald sie Musik aus den 1920cr-Jahrcn hörtc oder Leute, die wie d.1.m.1ls gekleidet waren, Charleston tan7.en sah. Ausserdem berichtete sie, dass sie seit ihrer
Kindheit immer wieder \'On einem Alptraum heimgesuchl wurde, der irgendwie
mit einem plöt7.lichen Tod zu tun hatte.
In der Regel führe ich meine Klienten in die Phase nach ihrem Tod im letzten
Leben in die geistigen Welt, damit sie das wunderbare Erlebnis, diese auf übliche
Weise zu betreten, nicht verpassen. Diese Hypnosetechnik bietet viele Vorteile:
Man kann so beispielsweise feststellen, ob irgendwelche störenden Eindrücke aus
dem letzten Leben in den jetzigen physischen Kürper des Klienten mitgenommen
~·ordcn sind. Beschleunigt man diesen Prozess, indem man Jen Klienten unmittelbar in die geistige Welt führt, etwa direkt aus dem Mutterleib, so kommt dieser dort
desorientiert an. Das wäre etwa so, als würde man jemanden um das Haus herum
führen und ihn dann bitten, die Vorderseite zu beschreiben. Ausserdem würde dieser beschleunigte Eimritt bedeuten, dass der Klient zahlreiche wichtige Oricntie14J

rungsstationcn umgeht. Doch diese Stationen können lebenswichtig sein, wenn der
diesem Eintritt \'Oraus~ehenJe Tod plützlich und unter traumatischen Umständen
stattfand. F.s bringt besseren Schutz vor schmerzhaften körperlichen Erinnerungen, wenn man bei Rückführungen Todesszenen nicht überspringt.
Nachdem ich Maureen gebeten hatte, zur wichtigsten Szene ihres vergangeneo
Lebens zu gehen, schilderte sie mir die Umstände, die zu ihrem Tod geführt hatten.
Das bedeutet oh, dass Gefahr im Ver7.U!!; ist, und der Reinkarnationstherapeut
muss darauf gefasst sein, mit Todesszenen umgehen zu können, die grosse Angst
auslösen. Im Folgenden nun die Zusammenfassung der Geschichte, w1e sie mir
Maureen schilderte:

.,

Dr.
K.:
Dr.
K.:
Dr.
K.:

..~

N.: Bist du ein Mann oder eine hau?
Eigentlich ein Mädchen.
N.: Wie heisst du?
Samantha. Abgekürzt einfach Sam.
N.: Wo bist du und was machst du gerade?
Ich situ in meinem Zimmer an der frisierkommode und mache mich für den

Aus~an~ ferti~.

Dr. N.: Was ist der Anlass für diese Partv?
K.: [Pa~.Jse. dann erle'chtert lochend] Die Pan~· ... ist für mich, denn heute ist mein
18. Geburtstag, und meine Eltern geben ein Fest für mich.
Dr. N.: Herzlichen Glückwunsch, Sam. \X'elches Datum haben wir heute?
K.: {r~ach I<:.HZeffl ZBger•1] Den 26.juli 1923.
Dr. N.: Da du an deiner Frisierkommode sitzt, möe;hte ich, Jass du in den Spiegel
schaust und mir schilderst, was du siehst.
K.: Ich bin blond und habt mein Haar hochgesteckt. Ich tragt tin weissts StidenkleiJ. Das ist mein erstes wirklich1.•s PartvklciJ. Ausserdt·m werde ich meine neuen
hochhackigen weissen Schuht anziehen.
Dr. N.: Ich vermute, du schaust umwerfend aus.
K.: {m•r ernem kokerren LOcheJn] Wäre gut, wenn Rick das auch so sehen würde.
Dr. N.: Wer ist Rick?
K.: {rs1 obxe.rE''lk.r. wtrd ro!,; Rick ist ... mein Freund ... ich bin mit ihm heute Abend
verabredet. Ich bin mit Schminken noch nicht fertig, er wird bald hier sein.
Dr. N.: Hör zu, Sam, ich hin sicher, l'S macht Jir nichts aus, wt·iter mit mir :r.u sprechen, v.·ährend du dein Make-up aunegst, denn ich möchte nicht, dass Ju in deiner
Schilderun~ lan~samer wirst. Wie ist das, meinst du es ernst mit Rick?
k.: {'... rrd w1eder ror] I :Im ... schon, aber ich will nicht zu ungeduldig wirken. Ich tue
so, als sei ich schwer zu erohern. Rick hält sich für unwiderstehlich, aher ich wciss,
dass er mich will.
Dr. N.: Ich habe das Gefühl, Jass Jas eine wichtige Pany für dich ist. Könntc-es sein,
dass er bald mit seinem Wagen aufkreuzen und hupen wird, damit du runterkommst?

244

k.: {'1erörgen] Gan7. gewiss nicht! Das würde er wohl gerne- doch er ~·ird ganz sin-

sam an unserer Tür klingeln, unser Mädchen wird ihm öffnen und ihn binen, un1cn
zu wanen.
Dr. N.: Das hcisst, die Party findet woanders stau?
k.: Nich1 allzu weit- eine Villa in J.er lnnensladt \'On San r=rancisco.
Dr. N.: Gut, Sam, geh jetzt weiter in der Zeit unJ. auf die Pany. Erkläre mir, was sich
dort abspielt.
K.: [spr~delr r:~..:r so heraus) h:h amüsiere mich wirklich! Und Kick sieht natürlic.:h
fantastisch aus. Meine Ehern und ihre r=reunde schmeicheln mir, wie erwachsen ich
schon aussähe. Oie Musik spielt, es wird getan7.t ... \'iclc meiner heunde grJ.tulieren mir ... und fern Scharrer. hLschr kurz tJbe• rhr Gtsrchr} es v.·ird heimlich viel getrunken, was meine Eltern nicht wissen.
Dr. N.: Bereitet dir das Sorgen?
K.: fernen neuen Ge(Lh,"sausbruch bekämpfend, mdem s1e srch roSC/1 ~~~ c'e Hard
durchs Haar (ährr] Oh ... Alkohol spielt bei diesen Panys immer eine wichtige Rolle- er mJ.cht uns sorglos und hebt die Stimmung. Auch ich trinke etwas ... Rick
unJ. seine heunde giessen sich kräftig einen hinter Jie Binde.
Dr. N.: Geh bitte weiter zum nächsten wit:htigen Ereignis dieses Abends und schilden: mir bine, was passiert.
K.: (rhr Gesrchr .;.,elrr srch u~;(. undareSumme stockr er·...·()s] Rick und ich tanzen ... er
presst sich eng an mi'-·h ... wir ... sind fcuer und flamme füreinander ... er tlüstert
mir ins Ohr, dass wir verschwinden sollten, um eine Weile allein zu sein.
Dr. N.: Was für ein Gefühl hast du dabei, Samantha?
K.: Mein Herz klopft wie wild ... doch irgendetwas scheint mich zuriickzul1altcn ...
ich gehe darüber hinweg ... ich bin hann:ickig. Ich vermute, ich spüre irgendwie
Jie J.blehnende Haltung meiner Elrern ... doch ich glaube, es ist irgendwie J.uch etwas anderes. Ich befreie mich davon, weil ich die Erregung des Augenblicks gcniessen will.
Dr. N.: Halte dieses Gefühl fest. Was passiert dann?
k.: Wir schlüpfen in einen Seitenausgang, um nicht gesehen zu W(.'rdcn, und laufen
zu Ricks Auto. Ein s,höner ncu(.·r Sportzweisitzer mit roter Farbe. Die Nacht ist
sternenklar, und wir fahren mit offenem Verdeck.
Dr. N.: Was macht ihr bciJe anschlicssend, Sam?
K.: Wir setzen uns in den Wagen. Rick nimmt die Nadeln aus meinem Haar, damit
es im Wind wehen kann. Er küsst mich leidenschJ.ftlit:h. Rick möchte angeben ...
mit dröhnendem Motor brausen wir die lange F.infahn entlang bis 7.Ur Strasse.
Dr. N.: Kannst du die Gegend beschreiben, in der die Strasse lie~t, und die Richtung,
die ihr nehmt?
K.:
Ird senr ner'IOS} Wir wenden uns nach Süden, R.idltung PJ.<.·ific Coast Road,
ausscrhalb von San Frant:isco.
Dr. N.: Wie fühlst du dich bei der r=J.hrt, Sam?
K.: [emen lernen kurzen Augenblick lanR ·•ergrsst sre 1hre /orahnunf!,en] Ich fühle mi,h
so lebendig. Es ist eine warme Nacht, und meine Haare flattern im bhrtwind vor

r. .

24l

meinem Gcsic.:ht. Rick hat einen Arm um mich gelegt. Er drü,kt mich und sagt, ich
sei das sc.:hönstc Mädchen auf der ganzen Weh. Wir wissen beide, dass wir \·t.·rlieht
sind. {•hre Hdnde beg•nner~ Lu Lirlf:'rn tm(.~ 1h~ Körner 'iC'rsrC'r(r s•c.;.,. •c;, re-:'Tle s1e be1
der H(Jnd. G'enn .eh ahne bere11s. was pass,ere'l w1rc!)

Dr. N.: Samantha, ich müchte, dass du Wl·isst, dass ich bei allen nun folgenden Su.tionen deines Weges bei dir sein werde, wäheend du weitersprichst. lc.:h kann dich
dadurch rasch dun:h alles hindurchführcn, was auch passieren mag. l>as weisst du
doch, oder?
K., [schwach} J• ...
Dr. N.: Geh zum dem Zeitpunkt, da si"h die Dinge während der Fahrt zu ändern beginnen, und schildere mir, was passiert.
K.: {beg1rm1 am g()nzen Körper zu 71trern) Rick hat zu \'iel getrunken, und di(' Strasse wird immer kurvenreicher. Rick hat nur eine Hand am Steuer, obwohl eine.· Kurve die andere jagt. Wir befinden uns auf einem hl·rgigen Abschnitt ... nahe am Pazifik ... da sind Klippen ... der Wagen schleudert über die Strasse. [tc:...r rufend)
Rick, pilss iluf und fahr ltzngsilmer!
Dr. N.: l-lört er auf dich?
K.: {we,nend] Du lieber Himmel, nein! f,. hiirt nicht auf mich.' E,.f.acht und schaut
mich an, anstarr auf die Strasse zu achten.
Dr. H.: Rasch, Sam, v.·eiter jetzt!
K.: [schJuchzend] Wir scharfen die nächste Kur\'e nicht mehr- der \l'agen ist in der
Luft- wir stürzen ins Meer ... ich sterbe ... das Wasser ... so kalt ... kann nicht atmen ... oh, Rick ... Rick ...

.,. . .:

Ilier unterbrechen wir, während ich mit einer raschen Desensibilisierung dieser
traumatischen Erinnerung be~inne und gleichzeitig versuche, Samanthas Sede aus
dem physischen Körper zu befreien. Ich mache ihr klar, dass sie schon viele Male
vorher den physischen Tod erlebt hat und dass ihr nichts passieren wird. Samantha
meint, sie wolle nicht recht loslassen, weil ihr junges Leben ja eben erst begonnen
habe. Sie wolle auch Rick nicht im Stich lassen, aber das Gefühl, aus dem Pazifik
herausgezogen zu werden, sei •Zu stark• gewesen.
Als ich mir meiner Erforschung der Seelenreise begann, war ich der Auffassung,
dass zwei Menschen, die mireinander den Tod finden, wie hier Sarnantha und Rick,
auch gemeinsam in die geistige Welt eintreten würden. Abgesehen \'On einem Fall
hat sich das als Irrtum herausgestellt. Selbst primäre Seelengefähnen. die im gleichen Augenblick getötet werden, treten ihre Reise in die geistige Welt in der Regel
auf getrennten Wegen an. Nur kleine Kinder, die mit jenen Menschen den Tod finden, die sie lieben, wechseln tatsächlich mir diesen in die geistige Welt hinüber. Ich
werde darauf in Kapitcl9 unter der Überschrift ·Die Seelen der Kleinen• (siehe
S. JJ9) näher eingehen.
Ich glaubte erst, dass ein solcher Verlust des Gcfähncn et"Nas sehr Trauriges sei,
bis mir klar wurde, dass die Seelen von ihren Geistführern und Freunden zu gegebener Zeit und am gegebenen On aus der geistigen Welt abgeholt werden. jede St-e-

246

1\,\r:TLL;-

Die Dvn.unik J..-r G..-m..-im"·lu.lt

le hat daiür ihren individuellen Zeitrhythmus, wo7.u auch Zwischcnaufcnthahe zur
Orientierun~ und Energieauffrischung gehören, auch wenn sie in Jicsclbe Seelengruppe wie der Gcfähne zurückkchn. Das galt :~.uch für Rick und S:~.mamha.
Dr. N.: Siehst du Rick irgcndwn?

K.: Nein, ich versuche der Kraft zu widerstehen, die dabei ist, mich zu 1.wingcn, das

Gesicht nach oben zu wenden und zurückzukehren. Ich möchte weiterhin auf den
Pazifik blicken ... ich möchte R.ick helien.
Dr. N.: Dreht di..:h diese Kraft s..:hliessli..:h in die ri..:htit:;,c Richtunt:;,, nämlich we~
vom Pazifik?
K.: f.'s1 jf'1Z! ru'11g und m sJCh gekehrt. abet cuc."' rruung] Ja, ich schwebe jetzt weit
über der Erde.
Dr. N.: Möchtest du Lebewohl zu deinen Ehern sagen, bevor Ju weitergehst? [e."lf'
FraRe. dre JCh mcmcn K,'l('n!cn m cJ_,esem MorrC'm me,srrns srcllc]
K.: Oh ... nein ... nicht jetzt ... das mache ich später, jetzt möchte ich nur gehen.
Dr. N.: Ich nrstt:hc. Was siehst du als Nächstl'S, Samantha?
K.: Die Öffnung eines Tunnels ... etwas, das sich öffnet und schliesst ... dil· Öffnung stimmt ihre Bewegung mit meinen Bewegungen ab. Ich schlüpfe hindurch
und fühle mich viel leichter. Jetzt ist es so hell. jemand in einer Robe kommt auf
mich 7.U.
In Jcr Sitzung mit Dale stellte sich heraus, dass er Rick gewesen war, wobei s~ine
Erinnerungen die von Maureen bestätigten. Während Samantha nach dem Unglück
offensichtlich noch einige Sekunden gelebt und sich .1us dem Pazifik nach oben gekämpft haue, \·crliess Ricks Seele den Körper bereits, als sich Ocr Wat:;,en nm:h in
der Luft befand. Nachdem ich diese Begebenheit bei einem Vonrag in Dallas geschilden hatte, rief eine Frau aus: • Typisch Mann!• Ich erwiderte, dass die Seele bereits einen Augenblick vor dem eigentlichen Tod den Körper ,-erlassen kann, wenn
klar ist, dass es keine Möglichkeit gibt, ein Unglück körperlich zu überleben. Dadurch ist die Seele in der Lage. ihre Energie ''erhältnismässig unbeschädigt auf die
andere Seite zu bringen.
Einige Zeit nach Beendigung der Sitzungen mir Dale und Maurccn kam ich mit
den beiden noch einmal zusammen, um das zu besprechen, was wir aus unserer Arbeit gelernt hauen. Maureen sagte, dass sie )l•dcs Mal, wenn sie südlich von
San Francisco den Highway I entlangfahre, ,·on einer unerklärlichen Nervosität
~epackt würde, wozu sich ab einem bestimmten Abschniu der Küstenstrasse Angst
geselle. jetzt wusste sie, warum. Ich hoffte, dass meine Dcprogrammierung ihres
Todes im Jahre 1923 dazu beitragen würde, ihrem Alptraum, der sie immer wieder
heimsuchte, ein Ende zu setzen. Einen Monat später erhielt ich einen Brief von ihr,
in dem sie mir mitteilte, dass diese Traumsequenzen, in denen sie einen plöt1.lichcn
Tod stirbt, tatsächlich aufgehört hatten.
Das Geheimnis ..·olle hinter dem Konzept Jer Synchronizität wird .mhand dieses
falles deutlich, indem Dale erklänc, dass einer der Gründe, warum er die Gegend,
247

in der er zur Weh gekommen war, verlassen hatte, d.uin bestand, dass er rund um
San Francisco nicht Gern mit dem Auto fuhr. Man sollte annehmen, dass die Zeit,
die wir zwischen unseren Lehen in der geistigen Welt zubringen. J.usreichen müsste, um alle Überbleibsel der Erfahrungen aus einem frühcn..·n Lehen zu tilgen. Zumeist ist das auch der Fall, doch wie erwähnt, nehmen manche Menschen kürperliche und emotionale Eindrücke aus einem Leben ins nächste mit. Das ~ilt hesonders
dann, wenn sich diese auf eine bestimmte karmische Lektion des folgenden Lebens
heziehen.
Warum hatten diese beiden primären Seell'ngcf.:ihrten SO Jahre l.tng getrennte
Lehen zu führen? Zur Beantworrung dieser Frage müssen wir un~ 7.unächst die
Dynamik ihrer CluS[ergruppe anschauen. Ihle und Maun-1.•n stammen aus einer
Scclenr;ruppc auf Niveau I. Bei diesen nvölf Seelen handelt es sich in unterschiedlicher Intensität um starke Kämpfernaturen und Wesen, die ~ernc ein Risiko eingehen. Ihr Führer nimmt si1.· regclmässig zu Besuchen benachbaner Gruppen mit, damit sie lernen, dass es in anderen Gruppen friedlicher und harmonischer zugeht.
GemJ.ss Dalc und Maureen waren diese Ausflüge durchaus imeressant, Joch die
beiden empfinden friedfenige Seelen als •irgend wie langweilig•. Natürlich giln es
Mitglit...Jer ihrer Gruppe, die weniger umtriehig sind, doch Rick/Dale gehört nicht
dazu. In seinem jetzigen Leben gehöne er einer Kommandoeinheit an, die drei Einsätze in Vietnam absolvierte. •Ich rcdmete nicht damit, heil zurückzukommen•,
sagte er zu mir, •Und das wäre in Ordnung gewesen.• Da er gerne kitzlige Situationen hat, nrlless er die Einheit nach dem Krie~, denn das l.t.·hen als Soldat in hieJenszeiten war ihm zu lan~eilig.
Nach dem Autounfall des Jahres 1923 widmete sich der ältere Führer Rick, der
erheblich mehr Zeit mit dt.•r Besprechung des früheren Lebens und der Orientierung für das neue verbrachte als SamanthJ.. Rick kehrte sehr 7.erknirscht in seine
Gruppe zurück. Während eines sehr 7.änlichcn Energieaustausches sagte Rick seiner primären Seelengefähnin, Jass es ihm sehr leid täte, dass ihr kur7.es Leben
durch seine Schuld ein so abruptes Endl' genommen hätte. Aus der Sitzung ging
nicht hcn·or, inwieweit sich die beiden im Voraus über den Unfall im Klaren waren.
Schon in zahlreichen früheren Leben, die zum Teil rt.•cht turbulent nrlicfen, waren
die beiden ein Liebespaar gewesen. Obwohl Dale und Maureen im jetzigen Leben
zur sclben Zeit und sogar .am seihen On inkarnierten, wo sich in den 20er-Jahrcn
des letzten Jahrhunderts ihr Lehen ahgespielt hatte, war es ihnen nicht beschieden,
einander in ihrer Jugend kennenzulcrnen. Ocr gleiche geografische Ort hiiJete zum
Teil die Grundlage für dieselben Sinneseindrücke und emotionalen Energien, sodass sich die beiden später im Leben erkennen konnten.
Beide wus!oten, als sie sich auf ihr t:;ct:;enwärtiges I .eben \'Orbcreiteten, dass sie einander erst kennenlernen würden, nachdem sie viele Jahre allein verbracht hatten.
Insbesondere D.tle musste spüren, wie frustrierend es war, jahrelan~ auf die richtige Frau zu wanen. Heute ist er ein fürsorglicher und verant~·onungsbcwusster
Mann. Auch Samantha!Maureen musste zunächst einen Reifungsprozess durchmachen, da sie in ihrer Beziehung während der 20er-Jahre noch nicht soweit war. In
Z48

dieser Phase ihrer Entwicklung nehmen die beiden Jas Lehen nicht mehr als selbstverständlich. Sie haben beide unabhängig voneinander schmerzhafte Erfahrungen
durchmachen müssen. Am Ende unserer gemeinsamen Arbeit gaben bcidc praktisch dieselbe Erklärung ab. Maurcen meinte: • Wir o;;chlicssl·n unseren Jlcilungo;;prozess dadurch ab, dass wir der Heiligkeit des Lebens und Jem Willen zur Versllhnung Respekt zollen. jetn, da wirbeideerfahren haben, was es bedeutet, einen
Verlust hinzunehmen, wissen wir die uns noch Hrblcibende Zeit miteinander umso mehr zu schätzen. •
Hinzufügen möchte ich noch, dass viele Scdengefähnen unmittelbar \"Or ihrer
nächsten Inkarnation eine Art Vorbereitungskurs absolvieren. Ein charakteristisches Merkmal dieser Generalprobe mit unserem Geistführer ist ein lctzu•r Blick
auf wichtige Themen unseres :tu künftigen Lebens. Des '-"'eiteren bnn während
dieses Kurses unter Umständen zwischen z~·ei Scelengc.fähncn \"ereinbart werden,
dass man sich allein auf den Weg macht und einander visuelle Bilder schickt, wie
man im neuen Körper aussehen und unter welchen Umständen man einander kennenlernen wird.
ln D11· RuSJ·~ DI'R SFHJ·. findet sich auch ein Kapitel, das Beispiele für diese
Art der Vorbereitung auf die neue Inkarnation anführt. Es ist nicht immer so, dass
Seelengefährten unmittelbar vor einer ncucn Inkarnation 7.usammcnkommcn. Aussecdem weiss gelegentlich eine Seele nach einer erledigten karmischen Aufgabe
mehr über ein zukünftiges Zusammentreffen als die andere- auch, \vie der betreffende Panocr aussehen wird. Hier nun eine kurze Schilderung, in der ein Sedengcfähne seine zukünftige frau beschreibt:

Jfan gestattete mi"., in dem dafür vorgesehem:n Raum ,·im·n ß/i,-k auf meine
zukünftigl' FrtJu im niichsh•n l.c•bc•n 1.11 <1.-'crfen. fs handehr sich um eine .utr.Jktive Aerobic-Lehrerin, die ich in einem Studw kemu:nlemen u·ürdc. Ich
prt:igte mir ihren KörperbtJu und Gesichtsallsdruck c·in - und ich u:olftt• die
Sache mit ihr nicht u•ieder '<.'erpf"sdu:n, u·ie mir das in meim•m let7.len LdJf:n
passic·rr -..:·ar. Dt·r Duft ihrc·s in Schii..-·eiss gebadeten Körpers IMt sich meiner
frinnerung eingeprdgr ... ihre Grstik ... ihr Liicbrln ... und vor allem ihre
Augen. t."s zog uns ·w:ie zu·ei Magnete zueinanda, als i,h sit· in dit·St·m /.,·b,•n
zum crstc•n Mal sah.

Verbindungen zwischen spirituellen und
menschlichen Familien
Es gilt die Faustregel, wonach Mitglieder derselben Seelengruppe bei ihrer nächsten Inkarnation nicht als Angehörige der gleichen genetischen menschlichen Familie auftauchen. Das bedcuccc (im Gegensatz zur Tradition der amerikanischen
Indianer), dass die Seele des Grossntcrs nicht im Kürper seines Enkds inkarniert.
ln Kapircl4 untl'r der Ühcrschrift • Seelenteilung und '-"'iedcrvereinigung• (sich~.·
S. 112) und noch einmal in Kapitel 5 im Abschnitt -Erinnerung• über die DNA

249

e

pnmare" Seelengefat'lrte

A bb

·0 -

@

Begle•terseelen

0

assoz••ene Seelen

Spi ritue II e und menschliche Genealogie

D1eses Netzsehemet .le•gt pnmäre Seelengefahrten, Begleite~eelen und As~ozi­
•Cr-tc Seelen. d•e seit 300 Jahr·en in We!>en •nkdrn•ert haben. d•e m•t mc1ner
Klicntin Ruth in unterschiedlichen Familien und Bezügen veruunden S1nd. jede
Gener<Hionslinic, die vom Mittelpunkt (Ruth) nach aussen l;iufl. steht daue• für
ein und d1eselbc Seele in ve~chiE"dcncn Körpern.

150

(siehe S. I 30) habe ich dargelegt, wdchc Widl'rstände eine Sedl.' der ~enetischcn
Reinkarnation entgegl.'nsetzt. Für eine Seele, die neue Lektinneo lernen möchte, be·
deutet es eine Einschränkung, ja es ist sogar überflüssig, wenn sie in einen Ktlrper
zurückkchn, der wie im früheren Lehen dieselbe Erbmasse, ethnische Zugc-hörig·
keit, kulturelle Umgebung sowie möglichcrweisl' sogar den gleichen geografischl·n
Rahmen aufweist ~·ie in einc.·m früheren Leben. Indem die Seele in jedem Leben ir·
gendwo auf der Weh in eine andere Pamilie schlüpft, kann sie die unterschiedlichsten Erfahrungen sammeln, da der menschliche Körper eine unendliche Vielfalt bietet. Diese Vielfalt ist es, die unseren Inkarnationen Tiefe verleiht.
Je nach Sachlage können unsere Geisdührcr aber dem \t1unsch einer Seele, in eine besrimmte familie zurückzukehren, entsprechen, wenn diese Seele sehr deutlich
spün, dass dort noch unerledigte karmische Dinge auf sie warten. Diese Seelen erhalten unter Umständen eine weitere Chance, erlittenes Unrecht an7usprechen beziehungsweise ein Unrecht wiedergutzumachen, das sie anderen Mitgliedern der
familic 1ugcfügt haben. Es kann sein, dass sie als Kinder einer neucn Generation
7.Urückkehren, allerdings innerhalb der Lehensspanne jener Mc-nschen, die mit den
karmischen Ereignissen in Verhindun~ standen, die jetzt ihrer Aufmerksamkeit 1:-ledürfen. Ich müdue no4.:hmals betonen, dass genetische Reinkarnationen .JUS k.Jrmis,hen Gründen selten \"Orkommen. Viel ~rilsser ist die Wahrscheinlichkeit, dass die
Seele in eine Familie inkarnien, die in einem früheren Leben c.·inc lockere Bindung
zur ei~enem familie pfleg1e, um so eine schwc.•rwiegcnde Verfehlun~ abzutragen.
Doch auch das ~·äre ein eher unkonventioneller Wq;, insl:-lesondc.·re wenn der Seele
persönlid1 weh~ctan worden ist, denn diese Vor~ehensweise würde nach Vergeltung schmecken.
Obwohl es nicht die Regel ist, dass Seelen in diesdhe bmilie inkarnieren wie im
früheren Lehen, ~vählen die.· Mitglieder derselben Seelengruppe mit Sicherheit neue
Familien aus, in denen sie zusammensein können. ln jedem ncucn Lehen neigen die
Mitglieder einer Seelen~:;:ruppe dazu, durch Blutsbande und geogr.Jfische Nähe miteinander ,·erbunden zu sein. Und ~·eiche Rollen wJ.hlen sie dabei? Ich bin sicher,
die Leserinnen und l.escr dieses Buches hätten kein Problc.·m, sich hinzusetzen und
anband einer Schemazeichnung wichtige familienmitglieder, Freunde, Liehespanner und Bekannte einzuordnen. um festzustellen, wer am ehesten zur eigenen Scc.•lenfamilic gchön.
In Abb. 7 (siehe S. 164) sind die Farbauren einer Scclt•nfamilie im gegenwinigen
Leben dargestellt. Bei Abb. 10 gegenüber h.Jndeh es sich um ein Schema, d.1s 7eigt,
~·ic eine Gruppe von Seelen in \"Crschiedcne Familien inkarniert hat und die letzten
drei j.1hrhundene hindurch miteinander in Vl•rbindung geblieben ist. Die Hauprfigur heisst Ruth. Man beachte, dass von Jahrhundert zu Jahrhunden die Verwandtschahsvcrhähnisse völlig unterschiedlich sind, auch wenn die genealo~is~.:hen Parallelen nicht zu übersehen sind. Oas Schema zeigt in unvollsüindigcr Form die spirituellen Freunde n)n Ruth anhand ihrer Inkarnationen auf der Erde. 1\us ihrer
ei~cncn Clustergruppe sind sechs Scdcn aufgeführt, während zwei einer asso7iiertcn Gruppe an~ehörcn, und 7.war in jedem Jahrhundert. Ruth ist in der Mitte Jes
2J 1

Schemas ab~-;el>ildet, wobei die nach aussen IaufenJen Linien für Jic gleiche Seele
stehen, welche im Verhälrnis zu Ruth vom 20.Jahrhundert bis 7.uri.ick in das 18.
Jahrhundert jeweils unterschiedliche Stellungen in den familien einnimmt. Ruths
primärer Seclengefährte in diesem Leben ist ihr Ehemann. Diese Seele war in Ruths
letztem Leben ihr bester freund und im Leben davor ihre Ehefrau, da sie im 18.
Jahrhunden als ~hnn inkarnien hatte. Ruths primärer Seclen~~.·fähne weist eine
weisse I blofarbc, durchsetzt von schützendem Gelb aut, wihrend ihr eigener Halo eine Mischung aus Weissund blauer Schattierung zeigt- ein Hinweis auf Klarheit und Liebe- zum Lernen. Seit sie vor 700C Jahren 7.um ersten Mal ein Paar gebildet haben, sind diese primären Seelengefährten immer wieder eine ße;.~;iehung auf
der Erde eingegangen.
Abgesehen von den Begleiterseclen, zeigt das Xhema auch zwei asso:tiierte Seelen aus einer nahe gelegenen Gruppe. Dabei handelt es sich um Jen Vater und die
Mutter der Klientin im gegenwärtigen Leben. Im 19. Jahrhundert warc:n die beiden
ihr Grossvater beziehungsweise ihn.· Crossmutter gewesen, im 18. Jahrhundert ihr
Onkel und ihre Tante. Ruths Diagramm 7.eigt eine typische Klientin. jede Seelengruppe weist ganz individuelle Familienverhältnisse auf. In der gleichen Woche, in
der ich mit Ruth eine Sitzung hatte, kam auch eine Klientin zu mir, die ihrer Mutter sehr nahe steht. Die Seele Jer Mutter geh(lrte zur Seelengruppe dieser Klientin
und war im Leben da\'Or ihre Schwester gewesen.
In unseren ersten Lebensjahf('n üben die Grosseitern häufig als aufgeschlossene
Vertraute einen grosscn Eintluss auf uns aus. Oft habe ich fesq~estelh, dass der bcvorzu~;te Ehernteil des jet7.igen Lebens in einem früheren eines unserer Kinder
oder einer unserer besten Freunde war. Die so7.iale Dynamik inni~~.·r m~.·nschlicher
Kontakte reicht so weit, dass in den meisten Fällen die Rolle, die eine Seele in unserem Leben spielt oJer die wir in ihrem Leben spielen, in unmittelbarem Zusammenhang mit den karmischen Lektionen einer Gruppe steht. \V..·nn wir von einer
uns nahestehenden Person sehr verletzt wurden oder umgekehrt sie so ,-erletzt haben, dass es zu Entfremdung und Trennung kam, hängt das damit zusammen, dass
diese Person sich bereit erklärt hat, uns eine Lektion :tu erteilen beziehungsweise
eneih zu bekommen. Wie der nachfolgende fall47 7.eigen wirt{, JiC"nt dies als Vor·
bereitung, damit wir in Zukunft lernen, besser mit Beziehungen umzugehen.
Ausserdcm möchte ich darauf hinweis<.'ß, dass die Nebenrollen in unserem Leben. in denen Hunderte von assoziierten Seelen aus benachbarten Gruppen auftreten, von Generation zu Generation neu besetzt werden können. Aus Platz~ründen
war es nicht müglich, auch diese Seelen in Abb. 10 unterzubringen. Ein Beispiel für
eine fehlende assoziiene Seele ist eine namens Zenda, der Lieblin~slehrer Ruths in
der 6. Klasse. Es hat sich herausgc-srdlt, dass Zc-nda im vergangeneo j.1hrhundert ein
hilfsbereiter Nachbar gewesen ist, während er im 18. Jahrhundert ein GeschJft hatte, in de-m meine Klientin als Angestellte arheitC"te. Die Netzstruktur in Abb. 10
nrdeutlicht, wie jene Menschen, die in unserem Leben eine Rolle spielen. miteinander im Zusammenhang stehen.

1\.\1"1 ~~ r

.,

r>ic r>rna.mik der

<._;c-mc-in.~chJ.f(

Oie psychologischen Profile von primären Scelengeiährtcn. Begleiterseelen und
asso7.iierten Seelen aus dem jetzigen und den vergang~..·m·n Lehen eines Kliemen
sind sehr imcressant, wenn sie in einem stammbaumanig1..·n Schema aufgeschlüsselt
werden. In jedem der vergangeneo drei Jahrhunderte gab es einen neuen Hauptdarsteller in Ruths Leben, der aus einer assn1.iicnen Secleng11.1ppe summte. Leider war
auch für diese Person in Abb. 10 kein Platz. Diese Seele namt:m. Ortier schlüpfte in
die Rolle einer eifersüch1igen, unsensiblen und manipulativen Zeitgenossin. Deren
Aufgabe bestand darin, das venra.uensselige Wesen Ruths auf die Probe zu stellen,
damit diese lernen sollte, Verletzungen schneller 7.U überwinden und knnsnukriv
mit ihnen umzugehen. Einerseits zc.·igte diese Person "·ohl positi\"c Eigenschaften
hinsichtlich des ·rcmpcramems, andererseits aher waren ihre ne~atinn Eigenschaften sehr konstant. Im jetzigen Leben ist Onier die Schwiegermuner \"On Ruth. Im
Leben davor "\\'ar Onier ein enger freund, der Ruth betrog. Manches deutet darauf
hin, dass die karmischen Zyklen, in denen Onicr bestimmte Rollen im Zusammenhang mir Ruth übernimmt, bald zu Ende gehen.
Rurh ist eine warmherzip;e,\eidenschahliehc und sensible hau. Auch ihr primärer Seelengefährte hat Ansät7.l.' 7.U diesen Eigenschaften, ist aber Juch 7.äh, geradeheraus und entschlossen. Viele weitere Seelen in Abb. 10 sind eher 7.Urückhahend
und unauffällig. Auch was Perfektionismus und Hartnäckigkeit anbe-langt, zei~;en
sich Ähnlichkeiten im Charakter.
Eine Seele in dieser Gruppe geht die Dinge gelassen, sogar nachlässig an und ist
auch selbstgefälliger als die anderen. Im jetzigen Leben meiner Kliemin ist das ihr
Bruder Andy. Diese Seele war im let7.ten Jahrhunden bereit, die Rolle \·on Ruths
EhemaM zu übernehmen, wa!'l Jen Gang der Dinge etwas beschleunigte. In jenem
Leben war Ruths primärer Seelengefährte in die Rolle eines freundes geschlüpft.
Sie fühlten sich so stark zueinander hingezogen, dass sie eine Affäre eingingen, die
fast die Ehe von Ruth und Andy ruiniert häue. In jenem Ietzren Leben begann
Ruth zu begreifen, dass Andy- ein in der Tar ungewöhnlicher Gefährte- ihr dabei
half, Aufgeschlossenheit zu lernen und das Lehen optimistischer 1-u betrachten, sodass es ihr schliesslich gelang, jeden ein7.clnen Tag zu geniessen und das Leben
mehr von der humorvollen Seite zu sehen: alles Dinge, die ihr warmherziges Wesen
ergänzten. Obwohl sie nicht das grosse Liebespaar abgaben. entdeckte Ruth mit
Andy als Mann im 19.Jahrhundert Toleranz unJ spielerische Leichtigkeit. Ihr primärer Seelengefährte stellte sich in dieser Phase einer neucn Herausforderung in
Form einer Ehe mit einer frau, Jic vom Charakter her wesentlich weniger sJnftmütig war als Ruth.
Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass es automatisch auf ein unzufriedenes Leben hinauslaufen muss, wenn m:m nicht mit scim·m primären Sec·
Iengefährten verheiratet ist. Im Gegenteil, es ist sogJ.r so, dass ich mir Klienten gearbeitet habe, die in einer Reihe von Leben gan7. bewusst Partnerschaften mit ander~..·n Seelen eingegangen sind, und zwar mir drei oder vier Wesen aus ihrem inneren
Zirkel, um bestimmte schwierige Aufgaben zu bewältigen. Auch wenn die Seelen

]jj

von Ruth und Andy dies :turn ersten Mal im l9.Jahrhundcrt versucht hatten, waren die Eq~ehnisse üh~..·rwiq~end positiv ~ewesen.

Wiedervereinigung mit Seelen, die uns
wehgetan haben
Da wir uns nun eine Vorstellung davon mach~..·n kilnm·n, wdchc Rollen verschiedene Seelengefährten in unserem Leben spielen können, möchte ich auf einen ganz
bestimmten Aspekt dieser Verbindungen ein~ehen, der für uns von lntcrL·sse sein
dürfte. Man stellt mir immer wieder die Frage, welche Empfindungen eine Seele
hat, wenn sie unmittelbar nach ein~..·m Leben jemanden in der ei).;encm Seelengruppe
erblickt, von dem ihr in irgendeiner Weise übel mitgespielt worden war. Ocr Philosoph .~lanin Hcidegger schrieb einmal: ·Kein anderer kann für dich lieben oder
deinen Schmerz spüren.• Dieser Satz mag auf der Erde seine Gülti~keit haben,
nicht aber in der geistigen Weh. Die Seele ist nämlich in der La~;c, die Gedanken ihrer Freunde zu lesen und zu spüren, was diese spüren. GründL' dafür sind Mitgefühl
und der Wunsch, den anderen besser zu '·erstehen und das eigene negati,·e Verhalten sowiL· jenes der andefl'n im vcrgangenen Leben zu hcuneilcn.
Fall_.7 beschäftigt sich mit einem M.mn, dessen letztes Leben angesichtseines
tyrannischen Vaters, der ihn schlecht behandelte und dem er nie etwas recht machen konnte, nicht gerade problemlos verlaufen v.·ar. Der Einfachheit halber benutze ich für die beiden jene Namen, die sie J.ui der Erde hatt!.'n, n.imlich Ray und für
den Vater Carl. Rar war ein sogenanntes Problemkind, das unter m.mgclndcm
Selbstwertgefühl litt und sein ~anzes Leben als Erwa~;hsener damit zu kämpicn hatte, diese ncgativcn Gefühle zu überwinden. Ray versteckte seine Empfindsamkeit
vor den anderen, indem er einen Schut:twall um sich herum errichtete. Im Wesentlich('n geht es bei der Schilderunr; dieses Falles darum, was sich zutru~, ah. Vater
und Sohn in der geistigen Weh aufcinandertrafen.
Wir werden Zeu~1..· cinL·r Sitzung, die Ray .. eine kritische Umersuchun~ der Motivationen mit Vater Carl• genannt hat. Zu Beginn steht, wie :tumeist, der eher unverfän~liche Austausch von Grussworten, die die Mitglied1..·r einer Clu~tcrgruppe
einem Neuankömmling z.uteil werden lassen. Zur Erinnerung verweise ich auf
Abb. J (siehe S. 137), bei der die Seelengruppe schemJ.tisch so dar~estdlt wird, als
handle es sich um die obere Hälfte eines Zifferblatts. Ich verwL·nd~..· diesL' ,.zjffcrblamechnik· bei Neuankömmlingen, um feststellen zu können, welche Position
die S~..·clen t·innehmcn, sobald mein Klient die Mitglieder seiner Clustergruppe
identifiziert.

f'all 47
Dr. N.: Wenn du dich diesen Seelen n.ihcrst, wie sind sie \'Or dir gruppiert?
K.: Hm ... sie bilden eine An I lalbkreis, wobei ich in die Mitte trete.

Dr. N.: Stell dir bitte vor, sie stünden auf einem grossen Ziiferblau. Du befindest

dich in dL·r Minc, wo die Zeiger der Uhr zusa.mmenlauien. Die unmittelbar vor dir

2!4

...\l>!llL 7-

Di~· Uvn~n1ik

der

Gcmeimu::h~ft

stehende Person befände sich c.lon, wo es zwölf Uhr ist. Die Person zu deiner Linken steht auf neun Uhr und diejenige :tu deiner Rechren auf drei Uhr. Hast du verstanden?
K.: Ja, doch hinter mir steht mein Führer h:-Ax.
Dr. N.: Das ist bei deiner ersten Zusammenkunft nichts Un~ewöhnliches. Nehmen
wir an, dass er zwischen fünf und sieben Uhr steht. So weit, so gut. Aus welcher
Richtung c.liescs Zifferblatts tritt die erste Person auf dich zu, um dich zu hq;rüssen?
K.: Von ganz links- von der Position neun Uhr.
Anmerkung: 01f' Person. eire als erste •n d'e5f'"
:ner erre beso.,dere ßedeurunR

SrrualrO~

cur

L1'1S

L..Ji<amrH .."Of

rm-

Dr. N.: Gut. Handelt es sich um einen ~hnn oder um eine Frau, odl.·r ist diese S~..·cle

geschlechtslos?
K.: [so'l(r und zdrUrchJ Es ist meine Frau Marian.
Dr. N.: Und was macht sie jetzt?
K.: Sie nimmt mein Gesicht in beid~..· Hände ... gibt mir einen ganz zancn Kuss und
streichelt meinen Kopf.
Jedes Geistwesen bcgrüsst den Neuankömmlint: auf ganz indi"ic.luc-lle Art. Im Anschluss an Marian hüllt Rays Crossmutter ihn liebe\'oll wie mit einem Mantelvollständig mit ihrer Energie ein. Dann tritt seine Tochter Ann \'Or. Ein Teil ihrer Energie befindet sich nach wie vor J.uf Jer trdc, da sie ihre momentane Inkarnation
noch nicht heendet hat. Obwohl sie also nicht über ihre vollständige Energie vcrfügr, umarmt sie Ray stürmisch unc.l amüsien sich köstlich wegen seiner Unsicher·
heit.
Während wir nun die Runde machen, fällt mir auf, dass mein Klient imm~..·r ncr·
vöser wird. Ich vermute, dass ein wichtiges Mitglied der Gruppe noch nicht vor
ihm aufgetaucht ist. Als wir uns dem Ende der Begrüssung n:ihcrn, :indert sich
Rays Srimmungslagc. als er sich bewussl wird, d.a.ss sich eine Seele hinter einer an·
deren versteckt. Manchmal hat das etwas Spielerisches, wie beim Versteckspiel,
doch hier rraf das nicht 7.U.
Dr. N.: Sind das alle gewesen?
K.: ('.-.:nder s·c:h unbehaglrch ou( sr·r~em Stur>.'} Nein ... da ist noch ein Schatten hinlcr meiner TJ.nte Bess.
Dr. N.: {beruh1Renrl auf rhr e1nredemJ] Bine schildere mir gcnau, was als Nächstes
pass1ert.
K.: Ich sehe jetzt einen I.ichtbliu.. [wredNerker . . enc} Oh ... das ist mein V.ucr ...
Carl. F.r versteckt sich hinter den anderen. Er will der Let7.te sein. Er scheut das Zusammentreffen mit mir. Die Atmosphäre der Ungezwungenheit irritien ihn -das
Umarmen, das Gelächter und all die Aufregung. tr möchte eigentlich an diesem
ganzen Geschehen nicht teilhaben ... jdCsfcr] und ich auch nicht.

Anmerkung: Im werreren Ver.lrJui der Sitz:./'1~ srhlrJj(f' rrh <f,e BrUcke zu df" Seele. dre
e1nma1' Carl <Aar.

Dr. N.: Ich möchte, Jass du jetzt 7.u jenem Zeitpunkt gehst, an dem du dich mit Carl
unterhältst. Versuch mir die F.in?.clheiten zu beschreiben, wie sich Jas Gespräch
mit ihm entwickelt.
K.: Wir kommen bald ... auf dil· Kritik Jl·sscn, was und warum es sich ereignet hat
... und wir reden über unsere Einstellungen und Urteile. Marian und Ann sind
auch da, Carl ist immer noch geknickt. Er beginnt (ol~endermassen: ·Als Vater war
ich zu streng mit dir. Ich weiss, dass das. was wir beabsichtigt hatten, aus dem Ruder lief. Dieses Leben- ich haue einfach keine KomroHe darüber .....
Dr. N.: Was spürst du, Ray, wenn du dieses Geständnis hörst?
K.: [vers!C ...,d•lts·.o 1·'J Carls Seele ist nicht der Alkoholiker und derjenige, der andere
schlecht behandelt, wie das mein Vater tat ... gewiss, da sinl{ Ähnlichkeiten ... doch
die ihm innewohnende Güte konnte nicht zum Ausdruck kommen. Er war einfach
nicht in der Lage, seinem Körper Herr 7u werden.
Dr. N.: Entschuldige, Ray, aber nimmst du damit niehr sein Verhalten in Schutz? Ich
meine, C.arl hatte doch auch seine Lektionen zu lernen, (.der nicht?
K.: Gut, er hat sich freiwillig bereit erklärt, einen KOrper zu nehmen, mit dem leicht
die Sicherungen durchbrennen. Abgesehen davon, dass der Plan darin bestand, mir
das I .eben bewusst schwer zu machen, wolhe er herausfinden, ob er nicht doch in
der L1ge wäre, einen Körper im Zaum zu halten, der zur Gt:walnätigkeit neigt. Sein
früheres Leben war durch Exzesse gekennzeichnet. Er räumt ein, dass unser gemeinsames letztes Leben nicht allzu erfolgreich gewesen war. Seine Entscheidungen wurden weder mir noch ihm sdh-.t gerccht.
Dr. N.: [ 'lachc.irUck!r(h] Du bist also nach wit:.· vor nicht der Auffassung. dass Carl sich
für das, was er dir an~etan hat, auf den Körper herausredet, den er gewählt hat?
K.: Nein, denn das lässt man hier nicht durchgehen. Carl ist sich be·wusst, dass er
mir diesmal auf vielerlei Art nicht gerecht wurde, aber er h.u seine Lehren aus diesem Leben gezogen und will wissen, ob es bei mir genauso ist. [Pr.:J~I?]
Dr. N.: ßiue weiter, Ray.
K.: [rr:,r €'-'"'f'm /1e,:e~ Se,1(7f'r] Ich spüre, dass sein Ärger nrraucht ist, und das berührt mich ganz eigenartig, denn ich habe mich noch nicht an sein wirkliches Selbst
gewöhnt ... aber es dauen nicht mehr lange.
Dr. N.: Wenn du nrsuchst, dir einen Reim aufalldas zu machen, welche negativen
Haltungen gehören zur Scek von Carl, die er in seine Inkarnationen mitnimmt?
K.: Er weiss, es läuft darauf hinaus, Ereignisse und ~enschen um sich herum zu
kontrollieren. Sein vergangcnes LeiJen als mein Vater hat diese Neigungen unterstützt. Wir haben beide Schwierigkeiten mit Auseinandersetzungen. Deshalb verstehen wir uns so glänzend mit Ann und Marian. Die 7.wci scheinen mit den Enttäuschungen des Lebens viel eher ferrigzuwerdcn als wir bcidc.
Dr. N.: Kehren wir nuch einmal zu den Umständen zurück, die deinen Entschluss
reifen licsscn, dir einen strengen Vater auszusuchen, der dazu neigte, dir das Leben

2i6

Ii.

Hl71 1 7 -

Oiec" [)\ na.mik der Gl'mt'in"'ch,tfl

absichtlich schwer zu milchen. Auch wenn Carl es dabei nicht zu weit getrieben
hätte, verstehe ich immer noch nicht, warum du freiwilli~ Jie Rolle seines Sohnes
gespielt hast.
K.: {lachend] Ua müsstest du schon unseren Führer Ix-Ax kennen. Er sieht Jie Sache mit Humor, anstau ..-icle Wone zu verlieren. Er spielt sich uns gegenüber nicht
als Autorität auf, denn Carl und ich reagieren missmutig auf eine harte Hand. IxAx gibt lediglich einen Anstoss und lässt uns in dem Glauben, alle Ideen, die wir
haben. entstünden in unseren eigenen Wahrnehmungen. [Pcuse} Ix-Ax interveniert
nicht, wenn ich mir einbilde, ich könnte meinen Kopf aus der Schlin~e zichl·n. doch
dann sorgt er für Gewissensbisse. Er ist ein Trainer, kein Leithammel.
Dr. N.: Nun, ich danke dir für diese Informationen über lx-Ax, aber was hat das mit
dir und Carl und diesem früheren Leben und der problematischen Beziehung 7.wischen euch beiden 7.U wn?
K.: [gedulc1rg] Im Leben vor dem letzten Leben mit Carl war ich ein Waisenkind. das
auf die schiefe Bahn geriet. In jenem Körper \"erlor ich meine wirkliche Identität.
Es war ein Weckruf.
Dr. N.: Inwiefern?
K.: Ich hatte niemanden, an dem ich mich als Kind orientieren konntl'. Meine l\-lurtcr war gestorben, und als Kind allein gelassen zu werden kann entweder sehr fürderlieh sein oder dich ruinieren. Das Problem war ... dass ich weni~ Rücksicht auf
andere nahm, je älter und selbstbewusster ich wurde. Nehmen war für mich viel
selbst,·erständlicher als Geben. Ich hatte das Gefühl, die Leute waren mir etwas
schuldig.
Dr. N.: Hör mal, Ray, musst du wirklich so extrem werden? Wie wäre es mit einem
liehevollen Vater für das Leben gewesen, das du mit Carl ~eplant hast. um einen
Ausgleich für dein Leben als Waisenkind zu schaffen?
K.: [zuckt d1e Achse1r:) Zu einfach. Nach meinem Leben als Waise fragte mich lx-Ax:
•Ich nehme an, jetzt hättest du nichts gegen ein Leben mit nachsichtigen Eltern einzuwenden?• Ich erwidcne: •Hört sich sehr gut an.• Dann fü~te er hin7.u: ·Sollen
wir ausserdem dafür sorgen, dass du ein Einzelkind wohlhabender Eltern bist?• Es
machte uns Spass, eine Zeit lang mit einem solchen Szenario zu spielen, his Carl
schliesslich mit ein paar wit7.igen Einfällen in die Diskussion eingriff wie etwa, dass
es ganz gut wäre, als mein reicher Vater viel Geld zu haben, um zum Pferderennen
gehen 7.u können. Er liebt nämlich Pferde.
Dr. N.: Wie kam es dazu, dass Carl und du schlicsslich übereinkamen, gemeinsam
ein schwieriges Leben anzugehen?
K.: lx-Ax kennt uns zu gut. für ein Leben, in dem ich mit Glacehandschuhen angefasst werde, bin ich schon zu weir. Wir baten ihn schliesslich darum, alles für ein
schwieriges Leben vorzubereiten.
Dr. N.: Kam es denn für dich nichr noch schlimmer als vorher, ~emesscn an der Einsamkeir und Entfremdung, die du in deinen beiden lct7.ten Leben erdulden musstest? Ich frage mich, ob du und Carl aus einer derart schlechten Beziehung als Vater und Sohn etwas lernen konntet.

2J1

K.: [Pa ... se. ·..,.Qhrend er gedankemoll d1e HdncJe re•bt] Ja und nein. Es S[immt schon,
ich hab es :wgelassen, dass meine Entfremdung in diesen beiden lctacn Leben als
Entschuldigung dalür dic:nt, Jass ich keinen wirklichen Fortschritt mehr gl'macht
habe, doch immerhin haue ich im letzten Leben einen Vater, der mi'h nicht i.m
Stich licss. Lieber schlecht behandelt werden als völlig auf mich allein ~estellt sein,
wie in meinem Leben als Waisenkind.
Dr. N.: Sehr erheiternd klingt das auch nicht g<.·rade. War Carls Seele in deinem Leben als Waise dein Vater?
K.: Nein.
Dr. N.: Was war die wichtigste Lektion für dich in deinen beiden letzten Leben?
K.: Meine Identität nicht 7.U verlieren, mochten auch die Umstände noch su widrig
gewesen sein. Das wird mich als Seele stärken.
Dr. N.: Da bin ich ganz sicher, Ray. Aber ich denke, er wäre keine schlechte Idee,
wenn du es ab jetn ern·.as langsamer angehen lassen und dir keine so schwierigen
Leben mehr aussuchen \\'Ürdest. Wd.re es so \·ermessen, wenn du nun etwas langsamer treten würdest und eine bessere Grundlage schafftest, um in weiteren Lehen
deine Identität stärken zu können?
K.: {deuti1ch l'erOrgcrr !iber c,rsen Vorschlag] Nein! Ich sa~te doch schon, Jas wäre
kein Problem, und lx-Ax weiss das auch. Meine Stärke ist Durchhalte\'Crmögen
trotzwidriger Umstände. Mein Leben mit Carl als Vater war eine An Prüfung, ob
ich mich \'On meinem vorherigen Leben als Waisenkind erholt h.atte, und ich betrachte es nicht als fehlschlaj:;.[nochdrOci<.''CI'} Ich habe viel für da.s n:ichste Leben
gelernt, und Jas habe ich C.arl auch gesagt, damit er sich besser fühlt.
Dr. N.: Wie löst ihr beiden diese ganze Geschichte in der gc:istigcn Welt auf?
K.: [ m1r. sanfrere~_ nachdcrkl,cher Sr,mme] Wenn wir allein sind, beschlicsscn wir, uns
unsere Gcdankencneq;ie und alle Erinnerungen an jenes gemeinsame I.ehen mitzu·
teilen.
Dr. N.: Handelt es sich dabei um den vollst.indip;en Gedankenaustausch, von dem
ich schon gehört habe?
K.: Ja, jedes Teilchen meiner Identität als Carls Sohn wird dabei auf Carl übertragen, während er all seine Erinnerun);en als mein Vater auf mich überträgt. Das ist
ein sehr subjekti\'er Vorgang, und es tut sehr gut. In meiner Gruppt· nennen wir das
Jen Becher des Schmerzes weiterreichen.
Dr. N.: UnJ jeder von euch ist dabei "öllig ehrlich?
K.: Täuschung ist hier nicht möglich.
Dr. N.: Dauert dieser Austausch lange?
K.: Nein, der Austausch geht rasch über die Bühne, ist aber vollständig. Dann kennen wir alle Probleme und Bclastun~en, den Schmer?. uml Jic Wut- Jie Triebkräl·
te-aus der Perspektive des anderen, denn das Ganze fühlt sich so an, .als befände
man sich im Kürper des anderen. Wir werden zu unserem Gegenüber.
Dr. N.: Kommt es dabei auch zur Versöhnung?
K.: Das ist nur ein Aspekt dabei. Das Verschmelzen \'Oll zwei Gedankenwelten ist
unbeschreiblich. Beide sind wir in der Lage, die Umstände nachzuvollziehen, we]jR

gendenen der andere bestimmte Entscheidungen ~etroffcn hat. Ich spüre die mangelnde Erfüllung in Carls Leben und umgekehrt. Sobald der Austausch abgeschlossen ist, bedarf es keiner Versöhnung mehr, denn das Gan7e geht so tief, dass man
sich selbst vcr7.eihen kann. Dann heilen wir einander. Es herrscht vollkommenes
j?;egenseiriges Verständnis. W.r werden es in einem anderen Lehen erneut nrsuchen, bis wir miteinander im Reinen sind .

.

.:

Nachdem sie sich zunächst in der ~cistigen Weh in folge ihres gemeinsamen letzten
Lebens etwas unwohl gefühlt hatten, waren Ray und Carl cmspanm und glücklich,
sobald sie sich wieder in ihrer Seelengruppe befanden. Uas soll jedoch nicht heissen, dass Carls Verhalten in der geistigen Welt einfach hingenommen wurden wäre.
Während des Rückblicks und der Beurteilung seines vergangeneo Lebens wurde
sich Carl sehr bewusst darüber, und 7:War vor dem Zusammentreffen mit Ray, welchen Schmerz und welche Verletzungen er ihm zugefügt hatte. Hier sind 7:'\VCi
Kräfte am Werk. Da wären zum einen die potenzielle Untergrabung des gesamten
Charakters der Seele durch die biophysischen Eigenschaften des uns zugeteiltt•n
Körpers sowie die Auswirkungen bestimmter Umwelteinflüssc. Der zweite f.1ktor
ist die Rolle, die jedem dC'r beiden zugeteilt worden war, um sie im Strom der kar·
mischen U rsachenkctte auszuleben.
Jedes Lehen ist ein Stück des Gewebes, aus dem sich die Ges.lmtstruktur unserer F.xistenz zusammensetzt. Wenn wir es mit einem resoluten und unnachgiebigen
Familienmitglied oder heund zu tun haben oder wenn ein Nahestehender
schwach ist und emotional auf Dist.ln7. 7.U uns geht, so wird uns J.1mit nur der äussere Teil des gesamten wirklichen Charakters dieser Seele ge7.eigt. Die Rollen7.uv.reisunJ:;Cn im Leben beruhen nicht auf ZufJ.II. Wer selbst Probleme in seiner Kindheit mit einem sehr schwicri~en Elternteil haue, wie das bei Ray mit Carl der Fall
gewesen ist, stelle sic-h folgende Frage: Was h.1bc ich im Umgang mit diesen Menschen gelernt, .1us dem ich Weisheit gezogt·n habe, die mir nicht zuteil geworden
wiire, wenn dieser Mensch keine Rolle in meinem Leben gespielt hätte?
Ray hatte in seinem jetzigen Leben Probleme mit Dror;en- und Alkoholabhän~igkeit und zw.1ngh.1ftem Verhalten. Doch jetzt, im Alter \'Oll .. 5. beginnt er sich
auf seine eigenen inneren Kraftquellen zu besinnen und das Ruder herumzuwerfen.
Nach den Ausführungen Rays hat es ihm sehr geholfen, im Rahmen unserer gemeinsamen Sitzung mit seiner t.ltsächlichen seelischen IJemitiit in Berührung zu
kommen. In diesem Leben ist Carl der ältere Bruder meines Klienten. der es R.1v
nicht leicht gemacht hat, als sie heidc Kinder w.1ren. Heute wie d.1rnals werden viele der alten Beziehungsmuster erneut ausgelebt. Dennoch ptlcgcn diese beiden Seelen als Brüder einen viel intensiveren Komakt mitein.1nder .1ls im let7.ten Lehen, als
sie Vater und Sohn w.1rcn.
Indem er im gcgenwiinigen LebC'n unangenehme Erinnerungen nicht verdrängt,
bewohnt Rays Seele einen geistig gesunderen Körper. Diesmal spidt die Seele \"On
Ann die Rolle von Rays Muttl•r, nicht dessen Tochter. Sie \'Crkörpen in seinem jetzigen Lehen eine andere Generation. Gershen Kaufmann hat ~esrhrichcn, dass

159

·Xh.am eine Art Mord an der Seele ist.• Sc:h.am ist eines der Themen. mir denen sic:h
R.ay auseinandcr7:Usctzen hat. Scham stumpft unseren Geist ab, denn sie erzeugt
Gefühle der Selbstverleugnung, lässt uns an uns selbst zweifeln und suggeriert uns,
dass etwas nicht mit uns stimme. Dieses Gefühl kann so überwältigend werden.
dass keine seelische Enrv.·icklung mehr möglich ist, sobald sich der betreffende
Geist abgekapselt hat. Doch Ray ist eine Seele von ungewöhnlicher Entschlusskraft, die, wie wir gesehen haben, keine Pause einlegt zwischen schwicri~en Leben.
Indem jedes problembeladene Leben auf dem anderen aufbaut, nimmt Rays innere
Stärke 7U.
Fall-1-7 hat deutlich gemacht, dass es Seelen gibt, die immer wieder in einen Körper schlüpfen, der in seelischer Hinsicht eine Herausforderung für ihre St:hwächen
darstellt. Sowohl Ray als auch Carl sind Seelen, die sich bewusst Körper wählen,
die anfälli~ sind für Suchtvcrhahen. Worin liegt der Grund, Jass sich die beiden solche Körper aussuchen? Es geht um Übungszweckc. Jedes zwanghafrl· Verhalten
bedeutet, dass man sich in der Klemme befindet, und Ray ist entschlossen, dieses
Problem zu lösen, bevor er das nächste angeht. Ich wciss, dass seine Seele Fortschritte macht. Nach zwei gescheiterten Ehen hat mir Ray nun mitgeteilt, dass er
diefrauseines Lebens kennengelernt hat, doch um sie wirklich würdi~en zu können, musste er zunächst seine Drogen- und Alkoholabhängigkeit überwinden. Es
stellte sich heraus, dass es sich bei seiner zukünftigen frau um die Seele \"Oll Mari~
an handelt.
Noch l'inc abschliessende Bemcrkun~ zu der Situation, dass eine in die geistigtWelt 1.urückkchrende Seele in der Lagt- ist, ein Gruppenmitglied als zukünftigen
Bekannten seines jet7.igen Lebens zu entschlüsseln. Wenn dies in der Hypnose geschieht, könnte es da7.u komml"O, dass dieses Gruppenmirglied - Jas sich der bewussten Wahrnehmung des Klienten cnt;tieht- ;tukünftig grossen Einnuss auf ihn
hat. Ich erinnere mich an eine junge Witwe, die 7.u mir in die Praxis kam, während
sie den Tod ihres jüngst verstorbenen Ehemannes betrauerte. Wir hatten uns alltMitglieder ihrer Seelengruppe angeschaut, cinschliesslich der Seele ihres \"erstorbenen Mannes. In einer emotional sehr anrührenden Szene nahm er sie in den Arm
und sagte ihr, sie müge nicht verzweifeln, denn alles werde sich zum Guten wenden. Sie fügte hinzu: ·Ah, da ist noch eine. Eine dunkle Gestalt, die sich hinter den
anderen \'ersteckt. Oh- das ist Jie Seele meines zukünftigen Mannes. Ich bin ganz
sicher- doch wir sind einander bislang noch nicht begq~net. kh soll momentan
noch nicht wissen, um wen es sich handelt, denn damit '\\'Ürde unser Zusammentreffen der Spontaneität beraubt.•

Interaktion zwischen Seelengruppen
Wie bereits erwähnt, bleiben die meisten jüngeren Seelengruppen in ihrem eigenen
Untcrrichtsbercich. Insbesondere für Ni..-cau I und Niveau II gelten die ihnen zugeteilten Räume als unantastbar, wobei zwischen den Klassenzimmern selbst auferlegte Grenzen bestehen. I fintcr dieser Tradition steht der Gedanke, dass alle Seelen
260

die Incimsph.äre anderer Unterrichtsbereiche respektieren. Spirituelle Klassenzimmer haben nichts mit ihrem irdischen Pendant zu run, wo wir unsere Abwesenheit
begründen müssen. F.s besteht keine Verpflichtung für die Seelen, am Untcrri~.:ht
teilzunehmen. Wenn eine Seele es vorzieht, allein zu bleiben, oder sich lieber ungestört und abgesondert von den anderen einer bestimmten Aufgabe widmet, so steht
es ihr selbstverständlich frei, das zu tun, solant::e si1.· den Unterricht anderer Gruppen nicht stön.
Es hat sich herausgestellt, dass die Seelen nicht ~ezwunl::cn werden, am Unterricht teilzunehmen, und manche ruhen sich einfach längere Z(.·it aus. Dennoch fühlen sich die meisten Seelen, mit denen ich gesproc.:hcn habe, aus);eschlossen, wenn
sie nicht zusammen mit ihren Klassl·nkameradcn an einem Projekt arbeiten. Das
Motiv dafür ist das aufregende Gefühl, bestimmte Aufgaben zu meistern. Deshalb
mögen es die meisten Seelen nicht, in ein gerade laurendes Projekt anderer Gruppen hineinzuplatun. Aussecdem hat sich gezeigt, dass praktisch jede Gruppe in
sämtlichen Studienbereichen ein omdcrcs Niveau hat. Oas heisst, dass es unabhängig \'Om jeweiligen Entwicklungsstand nicht leicht ist, einfach den Unterricht einer
anderen Gruppe zu besuchen, um aus dem donil::cn U merricht etwas rür sich selbst
mitzunehmen.
Besuche zwischen einzelnen Mitgliedern \'Oll "erschicdcncn Sedcnl::ruppen dienen einem bestimmten Zweck, sie werden also bewusst gewählt. Die treibende
Kraft hinter sokhen Einladungtn sind die Lehrerführer, doch ist dies eher die Ausnahme als die Regel. Es gibt Gruppen, die sich zu ihren Gästen gesellen, während
andere offenbar überhaupt nicht mit Seden aus anderen Gruppen zusammentrerftn, es sei denn, sie befinden sich ausserhalb ihrer Klassen7.immer. Die Seelen unternehmen gewaltige Anstrengungen, sobald sie am Ende ihrer Ausbildung auf Niveau II angelangt sind. Dann ist die Zeit gekommen, in der nach Aussage meiner
Klienten am häufigsten andere Clustergruppen besucht werden. Der Klient im
nächsten fall beschrieb einen seiner Besuche folgenderma.ssen:

I'all 411
Dr. N.: Was hat dich bewogen, die Seelengruppe in der nächsten Nachbarschah

7U

besuchen?
K.: In meiner Gruppe nimmt man es im Gegensatz zu vielen anderen nicht g;ar so
streng. Ich komme gern hierher, weil die Gruppe etwas weiter ist als meine eigene.
Es billt meinem Lebcnsspiel, mit fortgeschritteneren Seelen zusammenzusein. Die
meisten von ihnen stehen kurz da\'or, in selbstständige Srudiengruppen aufzusteigen, und sie wissen, was sie wollen. Ich mache ein pa.ar Witze über meine eigene
Gruppe, um die Atmosphäre zu entspannen, und sie gehen mir praktische Tipps.
Dr. N.: Triffst du dich häufig mit ihnen?
K.: Nein, wir wissen, wie beschäftigt alle sind, und das respektiere ich. Ich will ihren eigenen Unterricht nicht dauernd unterbrechen.
Dr. N.: Erzähl mir doch \'on deinem letzten Besuch und was sich da 7.ugetragen hat.

261

K.: {Pause] Man befand sich gerade mitten in einer hitzigen Diskussion. Eine Seele

namcns Orick heschähigrc sich gerade mit einer Tr;1umsequenz, die er .:tus einer
kür:r.lich :r.u Ende gegangenen Inkarnation mitgehracht hatte. Seiner Meinung nach
konnte das ftir die ;lnt.leren von lnu:resse sein.
Dr. N.: Es geht also um einen Traum, den Orick hatte, als er sich noch als Mensch
auf der Erde befand?
K.: Genau. Ein nicht inkarnienes Wcs<.·n s<.·iner Gruppe hatte ihm Informationen
zukommen lassen, während er schlief, und sein menschlicher Geist hatte sie fchlgedeutet.
Dr. N.: Wessen fehlcr war es gewesen? Der des Sendcrs oder des Empfängers?
K.: Ich möchte vor;1usschicken, dass die Gruppe, die ich besuche, aus Profis besteht.
was diese Art Kommunikation anbelangt. Fehler lieben sie gar nicht. Sie nehmen
die Sache sehr ernst.
Dr. N.: Bitte weiter. Was konntest du aus Oricks Erzählungen über seinen Traum
lernen?
K.: Er berichtete, dass er am nächsten Morgen auf der Erde eine tiefe Meditation absolvierte, und versuchte, aus der eben erhaltenen Botschaft schlau zu wC"rden. Sie
war wohl sehr \"erschwommen angekommen, sodass er nichts damit anzufangen
wusste. Orick tadelte seinen Freund- also den Absender der Botschaft- dafür, weil
seine Botschaft, die er dem Träumenden geschickt hane, nicht klar ~enu~ ~ewesen
war.
Dr. N.: Was erwiderte der Absender darauf?
K.: Er meinte eher lässig: •Nein, du hast die Informationen, die ich dir geschickt habe, unvollständig übersetzt, und dann hast du aufgrund deiner eigenen fehldeutung falsch gehandelt.•
Dr. N.: Und welcile Schlüsse hat die Gruppe, Jie Ju besucht hast, aus der Diskussion zwischen Orick und dem Absender der Botschah ~ezogen?
K.: Mein Eindruck war, dass alle darin übereinstimmten, dass das menschliche Gehirn für eine klare Übertragung nicht g<.•eignct ist, .1uch wenn sich die beiden Seelen
sehr nahestehen. Wenn eine Seele in der geistigen Welt sicher gehen will, dass die
Botschaft auch ankommt, ist es ratsam, sie mehr als einmal zu senden und sich nicht
nur auf den Traumzustand des Empfängers zu verlassen. Darüber hinaus sollten die
Botschaften kun und sehr klar sein.
Dr. N.: War das also ein aufschlussreicher Besuch für dich? Hast du erwas gelernt?
K.: SdbstHrständlich. Meistens halte ich den Mund und höre zu, was gesprochen
wird, so nehme ich immer etwas mit. Die Diskussion über die Verminlun~ spiritueller Botschaften war sehr nüt:r.lich für mich, und das, was ich durch diesen Besuch
gelernt habe, habe ich in meine eigene Gruppe mitgenommen .

.,

..

Jene Gruppen, die normale Besucher nicht gerade mit offenen Armen empfangen,
freuen sich umer U mst.änden über einen fortgeschrittenen Spe7.ialisten oder eine
hoch entwickelte Seele, mit der sie noch keine Erfahrung haben. Unter der Überschrift .. farben der Besucher in der Gruppe• (siehe S. 16R) habe ich in Kapitel 5 die
26 2

Ii:

•r·' r 1 1

1 -

Di,· D\ ll:amik ,l,·r

<.i~:mt"in~,·haft

Zusammenhänge geschilden. Doch sogar die Gruppen, die in der Regel Cliquen
bilden, scheinen Kontakte ausserhalb ihres Unterrichtsbereiches dur~o:haus 7.U )teniesSl'n. Auch die Gcmeinschaftsbereichc, an dl·ncn sich ?.ahlrcichc Primärgruppen
zum gegenseitigen Gedankenaustausch treffen, habe ich bereits erwähnt. für viele
Seelen haben diese Zusammenkünfte Frci1.eitwen.
Da viele Seelen gelegentlich im Rahmen ihrer normalen Tätigkeiten ruhelos
werden, arrangieren ihre Lehrer häufig Zusammenkünfte in den Gemeinschafts7Cntren, 7.U denen Gastdozenten eingeladen ,.,·erden. Diese Dozenten stellen eine
willkommene Abwechslung zum normalen Unterricht dar, wobei Themen, die von
allgemeinem lntcresSl' für die Seelengruppen sind, aus eincm anderen Blickwinkel
betrachtet werden. Gegenstand der Vorträge kann beispielsweise sein, wie man sich
anderen gegenüber aufgeschlossen verhält, welchen Nutzen Güte, Loralität und
Integrität als Aktionsform haben OOer wie man mit den eigenen Talenten gross;,r;üt;ig umgehen lernt. Auch wenn sich diese VonragsthemL'n zu moralischen Einstcllungen nicht gerade nach Erholung anhören, die Redner wür7.en ihre Darbietungen
mit persönlichen Anekdoten und Allegorien, in denen sie Parallelen i'.U ihren Erfahrungen auf der Erde herstellen. Darüber hinaus gibt es andere Gespräche zwischen Meistern ihres Faches und Mitgliedern eines Puhlikums, die mc:ine Klientl!n
leider nicht für mich übersetzen können. Es folgt ein Zitat, das einen Eindruck von
einer solchen Veranstaltung vermittelt:

Umerstütu u.:ird umerc: Ausbildung durch Gascdounwn. Sie untcr:ichcidcn
sich hinsichtlich Didaktik und Charakttr von meinem eigenen Führer, und
das ist hilfreich. Es gibt da eine Frau namc:ns Shaldkin, die: i<.-h sc:hr bc:u.·u"Jt•re. Sie besucht gelegentlich unser Zentrum, und ich versäume keinen ihrer
Vorträge. Ihre gan<l besondere Fähigkeit besteht darin, bei jedem Problem,
das su· schildere, auf dt•n Punkt zu kommen. Sie k,mn einen komplcun Gt·danken sehr gut vermitteln, sodass m,m, u•em1 man 'i.i.:ic:der vor dem Problem
steht, viel heuer in der Lage ist, zu reagü·rt·n. Sie empfiehlt uns, l.eucen zuzuhören, die <ü:ir auf der Erd(• nicht bcmnders leiden können, da •;,dr von jedem
ew:as lernen kiinnc:n.

Freizeitaktivitäten in der geistigen Welt
Zeit der Musse
Der folgende Abschnitt ist all jenen gewidmet, die den Eindruck ~ewonnen haben,
das Leben 7.wischen den Leben bedeute nur Arbeit und die Erholunl:': spiele keine
Rolle. Doch Ruhe und Erholung haben in der geistigen \X'elt durchaus ihren Platz,
und ich habe Hundc.:nen meiner Klienten 1.ugehörr, wenn sie mir berichteten, was
sie ausscrhalb ihrer Schulungszentren machen. Nach dem physischen Tod sind unsere Erinnerungen an alldie Dinge, die uns auf der Erde f-n.·U(te hL'rL·itet hahen, keineswegs nrsehwunden. Die Seele spÜI't in aller Deutlichkeit, wie Essen und Trinken schmecken, wie es sich anfühlt, einen menschlichen Körper zu haührcn, und
26)

wie es ist, eine Wüste zu durchqueren, einen Berg zu bcstei~en oder im (h.ean zu
schv.·immen: Gerüche. Bilder und Töne bleiben uns in Erinnerung. Der unsterbliche Geist schwelgt gern in Erinnerungen über die f'reude und sinnlichen Genüsse,
derer der Mensch durch seine Sinne teilhaftig werden kann. Deshalb scheint es nur
natürlich, dass eine Seele diese Erinnerungen festhalten möchte, indem sie in der
geistigen Welt ihren früheren Kilrper neu erschafft. Denn immerhin nahmen hier
(in der geistigen Weh) die Entwürfe und Ietztlichen EnerjSit:moJcllc für den Organismus ihren Ausgangspunkt.
Ausscrdem werde ich mich mit ~denreisen zur Erde als Teil ,·on Ruhe und Erholung beschäftigen. Im nächsten Kapitel 8 wird es dann um Seelen gehen, die auf
andere Welten als auf die Erde reisen. Man könnte solche Ausflüge als eine An
•Arbeitsurlaub• zu Forschungs- und Studienzwecken bezeichnen, sie können aber
au,h ausschlicsslich der Erholung dienen. Es ist nicht festgelegt, wie \'icl Zeit für
das Studium und wie,·iel für die freizcit auf physischen und geistigen Wehen jenseits der Heimat der Seele verbracht werden soll. Das hängt \'Um Ziel dl·r Rl·isc sowie von der Stimmung der betroffenen Seele ab. Da ich mich im Folgenden mit Erholungsphasen beschäftige, geht es in den Fallbeispielen ausschliesslich um Freizeitaktivitätenjener Seelen, die Reisen 7-Ur Erde unternehmen oder sonstwie in der
geistigen Weh aktiv werden.

Pausen
Zwischen den einzelnen Lernabschnitten gibt es kürzere Pausen oder solche, bei
denen mehr Zeit 7.ur Erholung zur Verfügung steht. Hier eine Schilderung, wie ei·
ne rypische Unterrichtspause aussieht:
Zu meiner Gruppe gehören zehn Schüler, und in den kurzen Pausen geht ieder seine eigenen \tlege. Ich gehe: gt•me spazierm, und zu•ar ausserhalb umeres Bezirks. Dabei kann es sein, dass ich den Gang hinuntergehe und mich ins
Freie begebe, u·o sich auch Mitglieder anderer Gruppen aufhalten und miteinander reden. \t1.:~s ich an dies,•n Paus,•n so liebe, ist die Spontaneität. Es kann
gut se-ÜJ, dass maniemanden mflt, mit dem man in einem zukünftigen Leben
zu tun haben u·ird. Nicht dass u:ir in solchen Pausen fachsimpeln u.:ürdt•n,
man trifft sich balt einfach und lernt andert• Seelen kennen. Naflir/ich kann
es sein, dass man zufiil/ig iemandt•m iibt•r den U:'t·g läuft, dt·n m.tn aus t•int•m
früheren Leben kennr, aber schon längert Zeit nicbt mebr gesehen IJat, 1md
nun kann man seine Notizen miteinander vergleicben.

Eine Klientin schilderte ihre Unterrichtspausen zusammen mit anderen Klasscnkameradinnen, die gerne in weibliche Körper inkarnicrcn, folgcndermassen:
\l-'ir gehen an einen Ort, der -.:un einem üppigeil ß/"mengarten gesäumt ist.
Dort gibt es einrn ·r;.:undrrbaren Teich mir vibrü·n:nda flüssiger Energie, die
uns erfriscbt. Der Teich ist flach, sodass -u.·ir darin u:aten können. \t'ie .\'ym-

264

K ... r l l

>L 7 -

()ic I h·n.uuik Jcr Gcrn.·ino;chah

phen treiben u·ir auf dem \.l1asser und erzählen unslustige Geschichten über
unser Leb,·n.

In solchen Gruppen, in denen die Seelen noch nicht vollständic androgyn sind, finden sich geschlechtsbezogene Erholungsaktivitäten. Das überrascht mich nicht.
Wie bereits erwähm, neigen jüngere Seelen einem bestimmten Geschle~ht zu, wenn
sie auf der Erde inkarnieren. Eine Klientin sagte mir: -Während (.•incs Picknicks in
den Pausen flirten meine Freundinnen und ich mit einigen der m:innli,hen Seite zugeneigten Seelen aus anderen Gruppen in der Nähe. \X'enn sie nicht anständig sind,
so drohen ""·ir damit, im nächsten Leben ihre Frau zu werden.•

Ruhe und Erholung durch Einsamkeit
Da die Arbeit in einer Seelengruppe anstrengend ist, gibt es Seelen, die während ihrer Freizeit lieber allein sind. Wir alle kennen Menschen, die gerne für sich bleiben,
anstau sich anderen anzuschliessen. Im Abschnitt ·Seelen der Einsamkeit• (siehe
S. I 02) geht es um Seelen, die nach besonders anstrengenden Leben eine längere
Anpassungsphase in Zurückgezogenheit brauchen. Es handelt sich dabei in der Regel nicht um Wesen, die sich nach klösterlicher Zurückcezo~enhcit sehnen und ihr
ganzes Leben lang immer wieder die Einsamkeit suchen. Es tut jeder Seele ~ut, i'U
bestimmten Zeiten allein zu sein. Ich bin aber auch mit Seelen zusammengetroffen,
die in regclmässicen Abständen den Wunsch haben, sich zurückzu7.iehen, um dann
wieder g:emeinsam mit anderen am Unterricht teilzunehmen. Für mich handelt es
sich hei solchen Seelen um Asketen. Der Reiz von Phast•n der Zurückgezogenheit
steht für eine Art geistiger Sammlung, wie sie auf Erden auch in einem Kloster oder
Ashram erlebt ~-erden kann, wo wir uns auf spirituelle Prinzipien konzentrieren.
Ein Klient beschrich es folgendermassen:
Meine Gruppe nennt mich den KrtJnzflechter. Ich bin gerne für mich, darnie
ich mich kennenlernen ktJnn. \t'enn ich mei11e Ruhe habe, forme ich runde
Energiebänder und flechte sie ineinander als Strukturmuster meina Leben
und jener meiner sechs eng:iten Freunde. Den Abu.:e,·hslungsreichrum unserer
Lebenserfabrungen drücke ich dtJdunh aus, dtJss ich verschit.·denc JfatcrialietJ - Energiet•igenschaften- vt·r-,J.:ende, die für das ganze Drumherum derJfenschen und t:reignisse stehen. Für diese Tätigkeit brauche i,-h meine gt•samt'' KonzentrtJtion.

Laut meinen Klienten kommt das Bedürfnis nach Zurückgezogenheit in der geistigen Weh daher, dass sie den intensiven Wunsch verspüren, sich in den ~ehciligten
Gefilden des reinen Denkensaufzuhalten und zu versuchen, mir der Urquelle in
Verbindung zu kommen, aus der sie her\'orgeg:angcn sind. Viele berichten \'On
überwältigenden Erfolgserlebnissen, doch es sei sehr anstrengend. Ich habe festgestellt, dass mancher dieser asketischen Seelen sich schwertur, an GruppenJ.ktivitäten teilzunehmen, und Erholungsphasen meidet, weil sich eine solche Sl·de lieber
zurückzieht. Trotz ihrer zeitweisen Isolation während der Ausbildung sind diese

16l

Seelen \"oll und ganz in der Lage, wichtige Beiträge im Rahmen ihrer Spezialgebiete zu leisten.

Ruhe und Erholung durch Aufenthalt auf der Erde
Es gibt Seelen, die als unsichtbare Wesen zwi~chen ihren Leben auf die Erde reisen,
um so noch einmal die frühere physische Umgebung erleben zu können. Das ein·
zi~e Problem dabei ist, dass sie in die Chronologie zurückkehren müssen, was darauf hinausläuft, dass sie sich den Veränderungen zu stellen hJhen, die sich seit ihrem letzten l.eben ergeben haben. Die Seele in fall17 (siehe S. 73) beschrieb, wie sie
während eines Urlaubs auf die Erde zurückkehrte unddonauf andere kürperlose
Wesen traf, von denen sich mancht..· ungebührlich benahmen. Solche Vorkommnissc sowie der Wunsch, die alten, ursprünglichen Erinnerun~en nicht zu verwässern,
künnen die Seele davon abbringen, zwischen ihren Leben auf die Erde 7.urückzukchren. Es gibt Seelen, für die sich eine deran.i~e nost.algischc Reise nicht lohnt, ja
ohne physischen Körper sogar frustrierend ist. Dies gilt nicht für jene Seelen, die
zurückkommen, um einen geliebten Menschen zu trösten. also ni,hl die eigene Erholung in den Vordergrund stellen.
Nach meinen Beobachtungen ist es die Veränderung, die offenbar den grösstcn
Einnuss auf eine Seele auf Erholungsurlaub hat. Viele wollen ~ar nicht zur Erde zur
Erholung zurückkehren, weil sich die Gemeinschaften, in denen sie früher gelebt
haben, sehr rasch verändert haben. ln Dimensionen jenseits des Bodennullpunkts
auf der Erde sind die Bilder von Örtlichkeiten und den einst dort lebenden Menschen in einem 7.citlosen Vakuum eingcf ron:n, das nie \'erschwinden wird. Eine
Seele, die nicht in der absoluten materiellen Zeit lebt, kann willentlich jt..·nc Muster
\'On Energieteilchen 7.urückholen, die bestimmte Augenblicke in der menschlichen
Geschichte repräsentieren.
Dennoch ~ibt es Seelen, die der Erde trotz bestimmter Schwicrigkciren einen
Besuch abslatten möchrcn. Der nächste Fall schildert eine Seele, die sich gerne an
ihrem Lieblingsplatz auf Erden tummelt. Aus persönlicht..·n Gründen habe ich aus
zahlreichen Milglichkeiten genau diesen Fall ausgewählt: Es hJ.ndclt sich hier nämlich um die Gegend, in der ich selber aufge9.·achsen bin. Der Klient und ich geben
sich zudem der gleichen freizt..·itbcschäiti~ung hin, wobei es in den letzten Jahren
des Lebens meines Klienten, das 19-18 zu Ende ging, sogar Übcrschneidun~en gab.
Ich frage mich au~.:h, ob ich eines Tages im 21.jahrhundert dem spirituellen FreizeiiHrgnügen, das im Folgenden geschildert 9,.·ird, selber nachgehen werde.

l'all 49
Dr. N.: Was machst du in der Zeit zwischen deinen Leben am liebsten in deiner Frei-

'

Zelt.
.

K.: Ich komme gerne auf die Erde.
Dr. N.: Und wohin dort?

K.: In meinem letzten Leben hielt ich mich sehr gern an den Stränden Südkalifor-

niens auf. Ich kehre hierher zurück und setze mich am Strand in die Sonne, spazie266

KAJ'J~ t

J 7 - Di~· D\·n;amik J ... r G~rncinsdl.ifl

rc dort zwischen den Sccmiiwen hin und her und gehe Wellenreiten. Die Wdlcndas ist es, was mich fasziniert; das Gefühl der Bewegung und die brausende Gischt.
Dr. N.: W'ie ist es dir müglich, ohne Kilrpl'r alles das am Strand zu erleben?
k.: Ich nehme gerade genug Energie für mich mit, um diese Erfahrung machen zu
können, aber nicht so viel, Jass ich dabei sichtbar würde.
Dr. N.: Man hat mir er1.ählt, dass eine Seele bei vielen Sprit:ttuuren dieser Art durchaus 100 Pro:tent ihrer Energie mitnimmt. Wie hältst du es damit?
k.: Wir machen das nicht auf der Erde, denn es ist nicht fair, die Leute zu erschrecken. Ich nehme nie mehr als fünf Prozent mit, in der Regel sogar etwas weniger.
Dr. N.: Du kannst also Wellenreiten?
k.: {lachend] Aber sicher doch, weshalb würde ich sonst hierher kommen? kh nicgc auch mit den Vögeln und spiele mit den Delphinen.
Dr. N.: Wenn du als Geistwesen auf dem Strand sitzen und die Sonnegeniessen wUrdest und ich ginge an dir vorbei, was würde ich dann schL·n?
k.: Nichts, ich bin durchsichtig.
Dr. N.: Wenn ich also am Strand spazieren und durch dich hindurchgehen würde,
künnte ich deine Anwesenheit gar nicht wahrnehmen?
k.: Nun ... es gibt Menschen, die würden sehr wohl etwas wahrnehmen, doch in
der Regel hielten sie es wohl für ein Produkt ihrer Einbildung.
Dr. N.: Könmest du auch andere materielJc Welten besuchen, um das eben Beschriebene zu erleben?
K.: Schon, aber ich mochte diese Gegend sehr gern und habe hier mehr al!t ein Leben verbracht. Deshalb kehre ich auch gern hi(.'rher zurück. Das Meer ist für mich
Teil meiner Seele. Ich könnte auch andere Wasserwelten besuchen oder mir alles das
in der geistigen Weh schaffen, doch das wäre für mich nicht dasselbe.
Dr. N.: Wenn du deine früheren Leben auf der Erde betrachtest, welches sind dann
deine anderen Lieblingsplätze?
K.: Gebiete am Mittclmeer, etwa an der Ägäis.

Die Schaffung irdischer Siedlungen
Die Apachen glauben, dass ·die Weisheit in Örtlichkeiten wohnt•. Da man in der
geistigen Weh jedwcdc Realität schaffen kann, kommt es durchaus vor, Jass die eine oder andere Seele ihre freizeit don Hrhringen möchte, wn sie früher auf der Erde gelebt hat. Häufig halten diese Seelen die Zeitlinien in den Gebäuden an, in denen sie früher gelebt haben, anstau sich dem gewaltigen Bevölkerungswachstum
und den Veränderungen in ihrer unmittelbaren Umgebung auszusetzen. Es ist, als
würde man einen Augenblick der Vergangenheit einfrieren - eine Seele, die ihre
hci:teit in der geistigen Welt verbringen möchte, ist dazu in der Lage.
Es kann sein, dass eine solche Seele den Wunsch hat, eine exakte Kopie der Umgebung zu schaffen, Jie ihr von früher bekannt ist, etwa von Landschaften, Parks,
Strassen oder Gebäuden, die sie an ihre alte Heimat erinnern. Dazu braucht sie die:·
sc Örtlichkeiten lediglich in der Erinnerungen heraurzubeschwören und gerichtete
167

Energiestrahlen einzusetzen, damit die entsprechenden Bilder entstehen künnen.
Es kann sein, dass die Hilfe anderer Seelen erforderlich ist, um diese Projekte aus
reiner tnergie zu realisieren. Verschwinden werden diese erst dann wieder, wenn
die Seele das lnteresse daran nrloren hat.
Auch der Körper, Jen eine Seele 7.U einer bestimmen Zeit an einem bestimmten
On bewohnt hat, kann so wieder erschaffen werden. Ausserdem können in der
vertrauten Umgebung I Iaustiere auftaw.:hen, worauf ich im nächsten Abschnin näher eingehen werde. Ich habe fcstgestdh, Jass viele Seelen, die diese Art der frholung zu schätzen wissen, viel Spass \·erstehen und humorvoll sind. Unter Umständen bitten sie auch t-:reundc aus ihrem früheren Leben, zu ihnen an die neu~eschaf­
fenen Örtlichkeiten 7.U stossen. Den Vorrang haben dabei Scclengdährten, wie aus
dem nachsten Zitat her.,.orgeht:

Meim: Frau F.rika und ü-h u.·an.·n in das kh·im· Haus, das ii:ir in dt•n btJyt•rischen Alpen erricbttt harren, ganz ~·enMm. \t'ir -...·ollren es nJcb unserem Tod
u:iedcrhaben, und deshalb haben 'ii.:ir es milhi/fe unseres Energielehrers neu
e1TiC"ht("t. Er hidt das fiir t·im· gute Obung. Ich h11tte den Ent";i:urf dafür im
Kopf und das Haus perfekt vor Augen, ehe -...·ir mit der fnergiellm'O.i.:.:mdlung
begannen. U''eitere Einzelbriten hinsiC"htlich äusserer Mrrkm.Jie stammtt·n
von unseren Freunden Hans und Elfie, dir damals unsere Xacbbt.~m ·;.::aren
und jetzt bt•i uns sind. Dit: lnm·n,•inricht11ng stammt dusschlil'sslich "-'On Erika und mir. leb IJdbe mir meine alte Bibliothek u·ieder geschaffen, 11nd meint' Frau richtt•tt• sich ihre Küche so ein, <L'ie sie früher u:ar. Es •.::ar ein u.:undervolles Erlebnis, 'll·i,·d(·r mit ihr allein sein zu können.
Grosse Neugierde herrscht hinsichdich der frage, ob eine Seele mit ihrem wieder
geschaffenen Körper intime Bc1.ichungl·n zu anderen eingehen kann. Wenn guter
Sex seinen Ausgangspunkt im Kopf hat, geniesst die reine Seele alle Voneile ohne
ktlrperliche Beschränkungen. Heuchelei und Verstellung ist nicht möglich in der
geistigen Weh. Nach meinen Erkenntnissen ist der Tastsinn zwar erwas eingeschränkt, da wir ja keinen dichten physischen Körper mehr haben, der über ein
Ner..-ensysrem verfügt. Jedenfalls ist der Man~el einer vollständigen Empfindungs(ähigkeit mehr als wengemacht dadurch, dass bei der spirituellen Neuschaffun~ des
Körpers die erotische Kraft von 7~·ci Geisrwcsen in den Vordergrund triu, die vollständig miteinander verschmelzen.
Liebt• ist das Bedürfnis, sich mil dem Gegenstand dieser Liebe vollständig zu
vereinigen. Zwischen ihren Leben haben Geistwesen die fähigkeit, ihre Liebe sogar noch intensi,·er auszudrücken als auf der Erde. Dennoch haben manche Seelen
das Bedürfnis. jene Szenen aus früheren Leben wieder aufleben zu lassen, wo einst
ihre Liebe blühte. Auch für den Pannerist dieses Wiedcraullebenlassen von Bedeu·
tung. Immerhin sind es die angenehmen Gdühlc, die in biologischer form körperlich ausgedrUckt werden, die ,·iele Seelen da7.u bewegen, erneut zu inkarnicrcn.

]68

K.~rl1i~'

L>i(' L>ynamik J('r GC"m('ins<.:hah

Tierseelen
Ich erinnere mich an einen Vortrag im Zentrum Ncw York Citys, bei dem mich am
Ende eine frauaus der ersten Reihe folgendes fragte: ·Glauben sie, dass Katzen eine Seele haben?• Ich erwidene: ·Haben Sie eine Katze?• W'ährend die Frau einen
Augenblick lang zögerle, lächelte ihr neben ihr sitzender Freund und streckte vier
Finger in die Luft. Von allen Tierliebhabern auf der ganzen ~'eh sind die Besit7.cr
von Katzen mit der grössten Vorsicht zu behandeln, wenn diese Frage gestellt wird.
Der Frau in Manhattao sagte ich, dass ich nicht weiss, ob Katzen eine Seele haben,
da ich noch nie eine Katze hypnotisiert hätte. Sie gab sich allerdings erst zufrieden,
als ich hin1.ufi.igte, dass manche meiner Klienten ?.wischen ihren Lehen dun:hauo;
liere in der geistigen Welt wahrnehmen.
Uneins sind sich die führenden Weltreligionen, wL·nn L'S um Jie t-'ra~;c geht, ob
Tiere eine Seele haben. Im Judenrum sind Tierseelen der menschlichen Seele gleit·hgestellt. Dabei gibt es zwar unterschiedliche F..mwicklungsninaus der Seele, wobei
das Tier auf der niedrigsten und der Mensch auf der höchsten Stufe steht. Im Islam
haben liere zwar eine Seele, Joch ~;ilt diese nicht als unsterblich, da ein Tier nicht
rational 7.wischen Himmel und Hülle unterscheiden könne. Und in den chrisdichen Religionen ist die unsterbliche Seele dem tugendhaften :'vlenschen ,·orbehalten.
Besitzer \'On Haustieren, die sich mit ihren Lieblingen unterhalten, projizieren
viel von ihrer eigenen spirituellen Eneq~ie auf diese Geschüpfe, die je nai.:h Art des
Tieres und seiner Persönlichkeit auf ganz umerschiedliche \'('eise erwidert wird.
LJ.sst das dann auf eine Seele schliessen? Wir wissen zwar, Jass Tiere •denken ..
können, aber nicht, bis zu ·~..-clchem Grad. llunde schüt7.en ihre Herrchen, Katzen
sind einfallsreich, und Delphine ,,.erfügen über komplizierte Sprai.:hmuster. Zeugt
die fähigkeit zu rationalem Denken oder die Unfähigkeit dazu da\"on, dass liere
eine Seele haben?
Jeder, der Haustiere hält, ist über7cugt davon, dass Tiere eine cigcnt.· Pl·rs(lnliL·hkeit, eigene GdühJe und sogar ein Gespür für die Bedürfnisse ihrer Besitzer haben.
Es ist bekannt, dass Tiere dem Menschen im Trauerfall oder bei körperlichen
Krankheiten Trost spenden können. I Iaustiere haben die Fähigkeit, uns aufzumuntern und den Heilungsprozess zu beschleunigen, während sie uns gleichzeitig bedingungslos ihre Liebe zeigen und treue Gefährten sind. Denjenigen, die die Auffassung nrtreten, bei Tieren handle es sich lediglich um fühlende 'J;-'~·sen auf der Basis ,-on instinktmässigen Wahrnehmungen, möchte ich 7u hl·dcnken gehen, dass '>il·
durchaus eine Art individueller Energie aufweisen, wenn sie so etwas wie gedanklichl· Wahrnt.·hmungsfähigkl-it besitzen.
Meine Klienten berichten, dass jedes Tier über eine ihm eigene An der Klassifizierung intelligenter Energie verfügt, während die menschliche Seele sich aur dieser
Skala nicht von oben nach unten oder hin und her bewegt. Die Energieteilchen reichen Jabt.·i \'Un komplexen LL·bensformen wie etwa beim Schimpansen bis zu ganz
einfachen Strukturen. Obwohl meine Klienten die Theorie der Scdenwandl·rung

269

ablehnen, kOnnte es durchaus sein, dass organische und anorganische Muerie
Schwingungsenergie auf der Erde aussendet und Jass es in mancherlei I linsicht Beziehungen zwischen diesen beiden Energieformen gibt.
Klienten, die in der geistigen Weh mit den verschiedensten Tieren zu tun hatten,
berichten darüber, dass alle über eine ~ewisse J\rt seelischer Ener~ie verfügen. Dabei gibt es Unterschiede zur menschlichen Seele und unu:rschicJiiche Arten \"On
Tierseelen. Nach ihrem Tod cxisticn diese Energie der Tiere •in anderen Sphären
als die menschliche Seele,._ für PL•rsoncn in Hypnose handelt es sich bei diesen
Sphären um Räume, \"On denen jeder Raum sein ei~encs Muster und seine ci~cne
Funktion hat. Mir sind einige aufschlussreiche Berichte über Tierseelen in Jer geistigen Welt zugetugcn worden. Mein nächster fall ist ein gutt"s Bt"ispiel dafür und
stammt von einem Kliem namcns Kimove.

Fall 50
Dr. N.: Kimoye, was machst du gerne in deiner Frci7.cit?

K.: Ich lebe offen gesagt sehr :r.urückgc7.ogen, bin eher un~esellip; und mag vor ;11lem
zwei Dinge: Ich gännere und spiele mit Tieren in der Zeit, die ich nicht mit meiner
Gruppe \"erbrin~e.
Dr. N.: Lässt du in der geistigen Welt tatsächlich Dinge wachsen?
K.: Die Schaffung von Dingt"n aus Energie gehön zu den wichtigsten Übungen hier.
Dr. N.: Berichte mir über dein Verhältnis zu Tieren.
K.: Ich habe eine Hund, eine Katze unJ ein PCerc.l. Das waren in meinem letzten Le·
benmeine llaustien•.
Dr. N.: Tauchen sie immer dann auf, wenn du das willst?
K.: Nein, ich muss sie rufen, da sie in der Regel ni~..·ht im seihen Bereich wil· wir leben. Ich kann nicht donhin, wo sie sich aufhalten. Sie werden mir \"On Tierpnegern
gebracht, die wir •Spürhumle• nennen.
Dr. N.: Das heisst, dieser ·Spürhund• muss deine Tiere finden und nicht jene, die
JUS Energie geschaffen wurden, wie du das mit einer rnanze in Jeincm Garten machen könntest?
K.: Absolut richtig.
Dr. N.: Kimoye, haben Tiere eine Seele?
K.: Natürlich haben sie eine, aber in ganz \·ielfältiger Ausprägung.
Dr. N.: Was ist der Unterschied zwischen einer menschlichen Seele und der eines
Tieres?
K.: Die Seelen aller Lebewesen weisen unterschieJiichc ... Eigenschaften auf. Tierscelen verfügen über kleinere fnergiepanikcl ... haben weniger Masse und sind
nicht su kompliziert und \·ielgesuhig wie die menschliche Seele.
Dr. N.: Kennst du noch weitere Unterschiede?
K.: Der HauptumerschieJ- abgesehen nm Grüsse und Fähigkeit- ist, dass hinter
der 'liersecle kein Ego steht. Sie werden nicht völlig von Identitätsproblemen mit
Beschlag belegt wie wir. Aussecdem passen sie sich ihrer Umwelt an, anstau danach

270

zu trachten, sie zu beherrschen, wie wir Menschen d;;as tun. [llCi~ lnne J'ld rahn c1c''H1
(orr] Wir könnten ..-on ihnen etwas lernen.
Dr. N.: Du hast gesagt, dass die Tierseelen in der geistigen Weh ihre eigene Domäne
haben. Wie ist es dir dann möglich, mit ihnen Komakt auf7.unehmcn, trotzdieser
lierpneger?
K.: {erwas .C"\\'Irrr} Wie wir haben auc;:h sie auf der Erdl· sensorische Energie zur
Verfügung ... wir teilen unsere physische Existem~ miteinander ... warum also
nicht auch die geistige?
Dr. N.: Nun, du hast gesagt, dass sie üher andere Eigenschaften Hrfügen, die nidn
unserer imclli~enten Energie gleicht.
K.: Das ist bei meinen Pnan:ten auch der fall, aber ich kann mit ihm:n zusammensein, wenn ich Jas wünsche.
Dr. N.: Du hast erwä:hm, dass du mit Jeinem Hund spielst. Kann aus ptlan7.licher
Energie die Energie eines Hundes werden?
K.: Nein, denn jede Lebensform ,-erlügt über eine eigene Energiestruktur- dadurch
unterscheidet sie sich deutlich ..-on einer anderen körperlichen Energieform auf
demselben Planeten.
Dr. N.: Heisst das, Jass in einem 1.ukünftigcn Lehen eine Katze nicht in eine höhere
Lehensform aufsteigen kann? Und ein Mensch nicht in eine nit.-drigcre abstcigcn,
also etwa als Katze wiedergeboren werden kann?
K.: Richtig. Energie wird für bestimmte körperliche und geistige Formen geschaffen und entsprechend zugeteilt.
Dr. N.: Was glaubst du, ist der Grund dafür?
K.: {iachend] Ich weiss nichts über die \·erborgcnen Baupläne hier, ausscr dass die
Vermischung von verschiedenen Seelentypen nicht angebracht ist.
Dr. N.: Kommen die Seelen deiner Haustiere au~;h in Gruppen \'Or, wie das bei deiner eigenen Seelengruppe der F:tll isr?
K.: Ich s;;agte schon, ich gehe nicht dorthin, wo sie sich aufhalten. Und sie haben
kein Bedürfnis, nach uns zu rufen, damit wir uns um sie kümmern. Ich weiss nichts
über diese Berei~;he, abgesehen davon, dass mir der Tierpfleger gesagt hat, es gebe
eine allgemeine Aufteilung in Land-, Luft- und Wasser~ruppen.
Dr. N.: Stehen diese Bereiche in der geistigen Weh miteinander in Verbindung?
K.: Soweit ich weiss, sind Wale, Delphine und Seehunde in einer Gruppe- Bussarde und Krähen, Pferde und Zebras jeweils in einer anderen, etwa in dieser Art. Tiere schliesscn sich untereinander in eigenen Gruppen und Arten 1.usammcn, wcwon
wir nichts verstehen müssen- zumindest durchschaue ich das nicht.
Dr. N.: Nun ... ?
K.: {u'lcerbrechend] kh nehme an, man würde uns die Gründe dafür schon nennen,
wenn das erforderlich sein solhe.
Dr. N.: Gut, kehren wir doch zu deiner ursprünglichen Aussage zurück, wonach du
in deiner Freizeit gerne mit Haustieren spielst. Wäre dafür auch ein \'\'olf geeignet?
K.: Nur wenn er gezä:hmt wäre.
Dr. N.: Kannst Ju mir das näht.·r crklä:ren?
271

K.: {k.onzemnert

SJCh

:;nd runze,'t d1e S!1rnj Unsere Verbindungen mit Tieren bedür-

fen eines prod.ukriven Rahmens, damit wir genügend Motivation haben, mit bestimmten Lebensformen zu arbeiten. Mein Hund, den ich früher auf der Erde hatte, k.1nn in meiner spirituellen Wohnung bei mir sein, also don, ~-o ich mein Haus
und meinen Ganen errichtet habe, weil es ja seiner nJ.türli~;hen Umgebung entspricht. Er gehün :t.u mir, weil wir auch früher Spielkameraden waren. Unsere gegenseitige Liebe, unser gegenseitiger Respekt füreinander auf der Erde wird hier
oben erneuen, weil das in Ordnung ist. Fürheide von uns ist das etwas Schönesdas muss der Grund sein, warum es überhaupt möglich ist.
Dr. N.: Gibt es Unterscheidungsmerkmale zwis~;hen der Seele eines gezähmten Tieres auf der Erde und eines wilden 1iercs?
K.: Ich denke schon. Wie gesagt, Tierseelen sind viel weniger kompliziert als
menschliche. Haustiere sind in der Lage, dem Menschen Liebe und Zuneigung entgegenzubringen, Dinge, derer wir bedürfen. Die Seele eines wilden Tieres ist in dieser Hinsicht nicht zielgerichtet und hat in dieser Hinsicht keinerlei Verständnis für
uns. Die meisten können gar nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden- und das sollte auch nicht geschehen, bloss weil wir die gleiche Umgebung
miteinander teilen.
Dr. N.: Glaubst du, dass wilde Tiere mehr Freiheit brauchen?
IC.: Schon möglich, doch die Seele aller l.cbewcsen- insbesondere die des Menschen
-muss sich frei ausdrücken können. Was die Seele eines gezähmten Tiers anbelangt,
so ist diese eher bereit, einen gewissen Grad an f-rcihcit auf1.ugeben, um eine Bindung zu einem Menschen einzugehen, der dafür seine Liebe, Zunei~ung und seinen
Schutz anbietet. Wenn man Haustiere hat, findet immer ein Ausgleich statt.
Dr. N.: Das klingt so, als sei es die Aufgabe von ge:.::.ihmtcn licn:n auf der Erde, dem
Menschen Untertan zu sein.
K.: Ich sagte es schon- es handelt sich um ein Verhältnis zum gegenseitigen Nutzen. Diejenigen \'On uns, die auch .1uf der Erde die Tiere Iichen, sind der Auffassung, dass wir auf einer bestimmten Ebene mit unseren Haustieren kommunizieren
können. Wenn wir dann in dir geistige Welt zurückkehren und dort auf unsere
H.1ustiere treffen- jeder in seinem reinen Seelenzustand-, wird dies deutlicher.
Dr. N.: Denken alle in der geistigen Welt wie du über die Seelen der Tiere?
K.: Viele teilen meine Liebe für die Tiere nicht. Ich habe hier Freunde, die nichts mit
der Energie der Tiere zu tun haben wollen, dazu gehören auch einige, die auf der
Erde durch.1us mit l'iercn in Berührung gekommen sind. Sie beschäftigen sich in
ihrer Freizeit mit anderen Dingen. {hält m.1e und (Ugr htnzu] Den Nachteil haben sie
selbst.
..,._ -3

Bei den Tierpne~erseelen scheint es sich um Spezi.1listcn in der geistigen Weh zu
handeln. Es gibt zwar unter meinen Klienten nicht allzu viele davon, doch bei denen, die Tiere mögen, sind sie sehr angesehen. Diese Wesen sind nicht mit einem
Zoowäner gleichzusetzen. Ich hatte einmal einen Klienten, der sich mit den Fähigkeiten dieser W'esen auskannte, etwas über meinen alten Bassethundnamens Sokra·
171

K 'I' 1' 1 1 l

Oie Oyn.unik dC'r

GC'm<"in:o~C'h.J.ft

tes gefragt, den wir 15 Jahre lang als Haustier sehr in unser Herz geschlossen hatten. kh wollte wissen, ob ich diesen Hund im Lehen zwischen den Leben ebenfalls
erschaffen könnte, Ja mein Seclengeist ja auch in der Lage war, ein Haus und einen
physischen Körper erstehen zu lassen. Darauf erhielt ich fol~enJc Amwon:

Das 'j;-·äre dann möglich, '<i·mn du u·cir fortgt•schritrm gt•nug bei der Frschc~f­
fung "-'On Energie r.:.:iirsl. Doch sogc~r 'ü:enn du über diese Fähigkeit "-'t:rfügen
u•ürdt>st, u·drt' de1-n Hund nicht genauso real, u·ic• ii'enn dM ein Profi für dich
maclu:n 'il'iirdc. Eine Tierpflegerseele IMt die Fähigkeit, jenen Funke" Seeleflencrgie aufzuspüren, d('T an Sokr~Jtes unsterblich ist, um d~Jmil deiflen Hund
genauso nachzuempfinden, u:ie du ihn 11u[ der Erde gekannt hast. Er 'i.i'iirdc
dich erkennt'n, und er 'i.l'lirt' in der Lage, immer dann mit dir zu spielen, 'i..:'t'tm
du das wolltest. Und dann 'i.i.'Ürde er dich 'i.i."it·der allein lasu·n.
Offensichtlich handelt es sich bei diesen Tierpflegern um Spezialisten. die in der
l.a~e sind, das Wesen bestimmter niederer Lebt:nsfurmcn ausfindig zu machen und
wiedererstehen zu lassen. Für mich sind das Schöpferscclen, die offenbar von dem
Wunsch beseelt sind, diese Lebensformen für uns in der geistigen Weh zu erhalten,
weil sie sehr viel Liebe für diese Tiere auf unst.'rem Planeten empfinden.
Unsere Verbindungen mit Tieren auf der ErJe können Jurchau.s unter einem
karmischen Stern stehen, und das könnte ein weiterer Grund dafür sein, warum c.·~
überhaupt Tierpflegerseelen gibt. Ich habe eine Klientin, die heute als überzeugte
Tierschützerio tätig ist und die sich seit einem Leben im frühen 16.Jahrhundert in
Österreich in sämtlichen seither ..-ergangenen Leben \'ehement dafür einsetzt, dass
Tiere weniger leiden müssen. Die Klien1in mussie damals als kleiner Jun~e mit ansehen, wie die familieKüheund Schweine schlachtete, was den Bub traumarisicr·
te. Heute nennt diese Klientin alle Tiere •meine Kinder•. Sowohl im Leben auf der
Erde als auch in jenem zwischen den Leben verbringt sie ihre Frei7cit mit ihnen.
Ausserdem verschmilzt sie mit ihrer Energie, unJ zwar am sogenannten •On Jer
Transformation•, was da7.u beiträgt, dass ihre Empfänglichkeit für das Bewusstsein
der Tiere geslicgcn ist. Sie schilderte das so: ·Ich betrete dieses Zimmer, das mit einem fcld programmierter Tierenergie erfüllt ist, sodass ich in der Lage hin, 7.u spüren, was sie spüren. Und das öffnet mir die Augen für die Tiere aui der Erde.•
Für beide Klienten bedeuten ihre Aktivitäten in Jer geistigen Weh einerseits
Dazulernen, andererseits aber auch Erholung.

Der Ort der Transformation
Im Laufe ihrer langen Ausbildung wird die Seele in \"iele Künste theorelisch und
praktisch eingeführt. Bei einem dieser Unterrichtsfächer, über das ich bereits in
DIE REISEN DER SF.F.I.E berichtet habe, handelt es sich um einen Bereich der Seelentransfonnation. Junge und alte Seelen können \'icllcrnen, wenn sie zwischen ihren Leben diesen Bereich betreten. Den jungen werden hier bestimmte Kenntnisse
und Fähigkeiten näher gebracht, die für sie unter Umständen von Interesse sinJ,
während ältere Seelen ihr bereits vorhandenes Wissen vertiefen können. Bei der Be-

27J

schreibungdieser Örtlichkeit nrwcnde ich gerne die Analogie eines •Holodecks•.
wie es in der Fernsehserie •Star Trck• [ • Raumschiff Emcrprise•) zu sehen ist. Es
giht zwar durchaus Ähnlichkeiten z~·ischen diesen beiden Szenerien, jedo~h ist der
Ort der Transformation ,·icl mehr als lediglich Schauplatz von Simul.uioncn.
Der Ort der Transformalion dient nicht nur dazu, dass eine Seele in die Energie
eines Tieres eindringen kann. Vielmehr kann ein<.' Seele hier das Wesen eines jeden
Odcbten oder unbclebt<.'n Gegenstands annehmen. Um sich in das Wesen aller lebenden Geschöpfe, aber auch in tote Materie auf der trde hincim·crsetzen zu können, wird es der Seele mör;lich gemacht, mit den verschi<.·denstcn Stoffen zu verschmelzen. Dazu gehören Feuer, Gas und Flüssigkeiten. Die Seele kann auch ,·(iiJig
amorph werden, um durch die Verschmelzung mit einem Gefühl oder einer Emotion eins zu sein mit diesem Zustand.
Der Ort der Transformation gehün für mich in die Kategorie Freizeit, da ihn die
Seele in der Rc~cl aus schierer freude an der Verlagerung von Energieformen aufsucht. Allerdings ziehen es viele Seelen, mit denen ich ~earbeitet hab<.-, vor, diese
Auf~abe in anderen Welten zu bewerkstelligen, wo sie inkarniert sind. Ich werde
darauf im nächsten Kapitel eingehen. Wie bereits erwähnt, üherstei~en die meisten
dieser Aktivitäten das Bedürfnis der Seelen nach Erholung bei Weitem. Die folgende kurze Fallbeschreibung liefert ein Beispiel dafür, wie der On Jcr Transformation die Seele im Rahmen ~eisti~er Stählung hänen und stärken kann.

Fall 51
Dr. N.: Weshalb bist du an den Ort der Transformation gekommen?

K.: Es gibt bestimmte Phasen, in denen ich mich nicht bei meiner St·clen~ruppe auf-

halte, sondern herausfinden möchte, was dieser Raum zu bieten hat. Ich betrete
hier die Energiebildschirmc, um meine Energie in Jas Stratum des Mitgefühls cinniessen zu lassen. Ich werde in diesen Energiestrom hineingezogen ... er ist Teil
meiner Seele.
Dr. N.: Bitte erkläre mir, worum es sich bei diesem Energiestrom handelt.
K.: Das sind ganz spezifische Gürtd aus gereinigter Energie. kh ,·erschmclze mit
demjenigen des Mitgefühls.
Dr. N.: Wer hat an diesem On diesen spezifischen Gürtel für dich geschaffen?
K.: Dasweissich nicht. Ich trete ein und konuntriere mich geistig auf das, was ich
möchte, und es wird mir zur Verfügung gestellt. Je mehr ich übe, desto kraft\'oller
wird diese Ener~ie und desto grösser Jcr Nutzen, den ich daraus ziehe.
Dr. N.: Ich \'Crstehc nicht, warum du an diesen Ort gehen musst, um die Erfahrung
des Mitgdühls zu machen, wenn du das doch auch haben kannst, wenn Ju dich auf
die Erde begibst.
K.: Schon, dabei ist aber zu berücksi~htigen, dass 1neinc Energie viel \"On ihrer Integrität \'erliert, wenn ich auf Jie Erde gehe und dort meine Energie für die Heilung
anderer einsetze. Der Grund dafür ist, dass ich als echter Heiler noch unerfahren
bin.

Dr. N.: Nun, wenn du dich deshalb für diese An Verjüngun~ hier aufhähst, warum
schilderst du mir nicht genaucr. was du am Ort der Transformation machst?
k.: [nirnmr e•nen t•efen Aremz:.1g) Ich kann Schmerz identifizieren, aber um ihn im
menschlichen Körper 7.U zerstreuen oder aufzulösen, nehme ich ihn auf. Das setn
mich schliesslich schachmatt. kh werde :rum Schwamm, bin kein Spiegel des Lichts
mehr. Hier kann ich meine fahigkeiten einüben.
Dr. N.: Und auf welche Weise?
k.: Ich lerne die Ener~iemanipulation 7u beherrschen, anstart Schmerz aufzunehmen. Der Energiegürtd des Mitgefühls ist wie ein flüssiger Teich, in dem ich
schwimmen kann und Teil dieser Emotion werde, und zwar im Rahmen einer derart subtilen Erfahrung, dass ich sie nicht beschreiben kann. Er hilft mir, in einem
Meer der Widri~keiten an meiner Gelassenheit 7.U arbeiten. Das ist wunderbar ...

,._ ,:

Wenn ich Jen Berichten über den Ort der Transformation lausche, habe ich Jen
Eindruck, dass damit ein Gefühl der Euphorie verbunden ist. Ob es sich bei diesen
Teichen aus konzentrierter Ener~ie, die offenbar die Seele für eine bestimmte Zeit
\'erändern, um Realität oder Simulation anhand meines Bezugsrahmens handelt, ist
noch offen. Meine Klienten erleben die geistige Welt zwar als letztliehe Realit:lt,
dennoch ist für sie dieser Raum ein Bereich \'Crändl·ner Realit.3t. Es gibt ein konstantes Kriterium, das mir bei der Unterscheidung dieser Gedankengebäude hilft.
Praktische Modelle der Realität, Jie \'On \'orübergehender N;;uur sind und !>Chliesslich hinfällig werden, sind illusorisch. Die ewige Welt der Seele, die diesen Vorgang
analysiert und bewertet, ist für meine Klienten ein permanenter ZustanJ der Bewusstheit. Der Ort der Transformation '\\'Urde geschaffen, um sich spirituell weiterentwickeln zu künnen.

Tanz, Musik und Spiel
Es gibt nach ~-ie vor Viilkcr in entlegenen Gebieten der Erde, die im Rahmen ihres
kulturellen Lebens spirituelle Tänze und Gcsän~e pOegen. Vor \'iclcn Jahren kam
ich in den Genuss, den Gesän~en und Tän7.en der l.ahu bl·iw<,hnen zu können. Dabei handelt es sich um ein Volk in Myanmar [Birma], das sehr 1.urückgczogen in der
Bergweh entlang der Grenu 7.U ThailanJ lebt. Ich gehörte zu einer kleinen Gruppe von Reisenden aus dem Westen, denen es als Erste gestattet worden war, Kontakt zu dil·sem StJmm .1ufnehmen zu dürfen. Die Reise dorthin war beschwl·rlich,
sie führte durch den Dschungel und über Bergmassive. Es war eine mystische Erfahrun~.

Wenn ich die Schilderungen meiner Klienten höre, wie sie in der geistigen Weh
ihr inneres Wesen durch Tanz und Musik zum Ausdruck bringen, fallen mir die Lahu ein. Es ist ein Volk \"On Animisten, für die alle Erscheinungen in der Natur beseelt sind und eine persönliche spirituelle Kraft manifestieren. Der Glaube an die
Bclehtheit der Dinge reicht weit zurück und ist wesentlich älter als alle grossen Religionen. Meine Klienten erklären, dass bei dieser Form der Erholung Elemente ritueller Art sowie die Huldi~un~ einer heiligen Quelle eine grosse Rolle spielen. So-

Zll

wohl alte als auch moderne Kulturen empfinden diese form des Ausdrucks als
Möglichkeit, die lntemit.ät des Erlcbens zu erhöhen. Im Tanz kann sich die Seele
bewusst wcrJcn über ihre Ursprün~c auf der Erde, auf anderen Wehen und in der
geistigen Wclt.
GemeinsamerTanz und Gesang sorgt für ein Gdühl der Einheit mit allem Denken. Wenn meine Klienten über die Auswirkungen dieser freizeitakti\·itäten berichten, hört sich das so an, als seien sie in der Zeit stehen geblieben, wenn sie sich
an dieses spirituelle Glück erinnern. Gernäss ihren Wanen handdt es sich bei den
Klängen und Rhythmen von 1-farfe, Lyra unJ Glockenspiel um den Ausdruck des
Wesens ihrer Sc!clc. Wenn manche Klienten enählen, dass sie in der geistigen Welt
Kreistänze um ein Feuer herum aufführen und dabei von Trommeln und flöten hegleitet werden, so erinnert mich das an meinen Besuch bei den Lahu. Hier die SchilderunF; eines Klienten:
\t'ir führen einen Krci5tanz auf, be--oi·egen 11m elegant und in freier H11rmonic

um das Feuer herum und hören da5 Summen j1octer .Welodh·n. Unsere Energie -.L·irbdt in kreisfiirmigen, 5ich ab-...:echselnden Kadenzen al5 u:edw:lnde
Stimmungen. Für um ist Ja5 ein Zeichen der imenslven Bezieh~tngen, die w..·ir
mireinander cingegangen sind, d.t u:ir schon Tausende t-•on Leben zusammen
verbracht haben. Der gemeinsamt• Tanz und Gesang ist t•int· Bestätigung der
z~·isch,·n uns bestehenden Bande und \'fider-ha/1 einer kollekrio.:en \t'eisheit.
Ein anderer Klient beschreibt Tan7.bewegungcn in der geistigen Welt im folgenden
Abschnitt. Dabei war zunächst die Geschwindigkeit das entscheidende Moment,
doch dann kam etwas anderes hinzu:

\t''ir beu:egen uns zuniichst im Kreis, 1md dann 'i.&:ird die GesdJ'Ci."indigkeil
sch,,el/cr- und 5thndler. \t'ir nehm,•n di,·se Kraft auf und schieben sie vor uns
her, bis -.L·ir alle 'Wie ein \t'irbeh:ind aussehen, der kei11e1J Raum mehr zw..·ist·h,•n um lässt. Der Tanz ist jetzt -..•orbei, an u·in,· Stelle ist eine kaskadrnarti~W Turbulenz getrt·ten, durch die t~llc Salen miteinander ·::crbunden ·•,::erden.
Sobald ti.•ir u:it:der langs,,mer u:erden, sind die \tlirkung,·n d,•r enr-...·irrten
Energie hilfreich, sodass u·lr merken, dass wir u:ieder Einze/;,;·ese11 sind. Am
Ende dieses Tdnzes hdben u.•ir die komplexen Untenchit•de z'>i·isthen unseren
schu·ingungsmiissigen Encrgiemust,•rn erfahren.
Manche Seelen haben für die oben erwähnten Erlebnisse den Begriff •Steppenläuferspicl• geprägt. für mich bedeutet das, dass zwischen spirituellen Tänzen und ei·
ncm Spiel der Unterschied kaum merklich ist, da indi\·iduelle Dcmungcn eine gros·
sc Rolle spielen. llicr ein weiteres Beispiel:

\l''enn u.•ir l..mzen, vt•rändert sich unsert• normale,..~<:eisc bimt•nfiirmig'' und in
die Linge g,·zogt•ne Enl'rgll', und t•s t•ntsrehc die Form t•incs zunehmenden
Halbmondes. W'ir bF~<:egen um am Z'li.'ei oder -..·ier Richtungen aufeinandt•r
zu, jt• nach Anzahl dt•r N.>ilnl'hmer. Es ist uns möglich, im Rahmen der Löf-

176

ti.Arlrll

~ -l)o<"l),.·ounukdcr(lnn..,n~~luft

felchenmethode umere Form von konkav zu kom.:e:t- vor und zurück- zu
u:t'Chsdn, um uns so mit der gegeniiberliegenden Seele zu ~·erbindrn und uns
u:ieder 'iJoneinander zu trennen. \l'ir dehnen uns und 't;er~:eben ume,.e [,U',.gien miteinander, u:ähn_•nd u•ir uns '<L'ie bei einem Balztanz -.m,.- und zu,.ückbeu:egen.
Auch die Akrobatik k.mn eine Rolle spielen, ''•ie Jas ndchste Zitat zeigt:

Besonderm Spass ma<·ht meine,. G,.uppe die Akrobatik, u·ob<·i u..·ir unsere
Obungen nicht in menschlicher Form absolvieren, ...::ir das manch€' andere
tun. W'ir behalten unsere avale, in die Länge gezogene Form reint•r Enagi<·
bei. \t'i,. bilden ein Energiefdd, das einer Art Trampolin ähnelt, und benutzen es zum s<·hichtu·eisen Auf-und-ab-Hüpfen. Es gehört aucb eine Form des
Tanus dazu, die sich jedoch nur sehr schu:er beschreiben lässt, doch bei a/1
dem kommen das Lachen und der Spass nicht zu kurz. Diese ßf!'"u_·egungt'" in
unserer Freizeit bringen uns einander näher.
Ich habe festgestellt, dass diese Akti\'itäten mit skurrilen Sketcheinlagen kombiniert werden können. Seelen, die diese form der Unterhaltung mögen, nehmen sich
auch ~ern gegenseitig auf den Arm. Allerdings ist es sehen, dass Seelen zur reinen
Erholung komplette Theaterstücke aufführen. Der Grund dafür ist Jer, Jass die
ernsthafteren Aspekte Jcs Rollenspiels, dem es durchaus nicht an I lumor mangeln
muss, sehr häufig während des Rückblicks .auf ein früheres Leben \'erwendung finden. Damit ist das Bedürfnis der mL·isten Seelen nach einer ThcatenlarhiL·tung ge·
stillt.
Andere freizeitaktivit.iten, etwa bildende Kunst und Komposition, werden individuell und in aller Stille gepflegt. Dabei kann man allein oder in der Gruppe musizieren oder sich der Bildhauerei widmen. Der Entwurf von Gegenständen sowie
die Schaffung kleiner LehL•nsformen gilt dabei nicht als Form der F.rholung. Vielmehr handelt es sich um einen integralen Bestandteil Jes aufgabenbezogenen Unterrichts, auch wenn diese Aktivitäten, wi4..· wir gesehen haben, sich mit 1-'reizeitaktivitäten überschneiden können. Im Rahmen einer besonderen Kategorie steht die
Musik ganz für sich Jllein, da sie der Seele fast universdie f-reudc bietet. Im Gegensat7- 7_ur F.rdc, auf der sehr viele \'On uns nicht in der Lage sind, ein Musikinstru·
ment zu spielen oder zu singen, scheint uns das in der geistigen Weh keinerlei Mühe zu bereiten. Meine Klit·nten hören häufig melodische Klänge in der geistigen
Welt, und zwar auch in jenen Bereichen, die nicht Jcr Erholung dienen. Wenn die
Seele Ruhe und Erholung sucht, hön sie Musik in einem unmittelbaren Kontext,
oder sie ist eingestreut in Szenen, zu denen Drama, Tanz und sogar Jas Spiel gehören.
M4..·inc Forschungsarbeiten haben mich zu dem Schluss gefühn, dass mehr als jedes andere Medium die Musik es ist, Jie der Erbauung der Seele dit•nt, was allerdings den Rahmen, wit· wir ihn auf der Erde kennen, bei Weitem übersteigt. In Jer
geistigen Weh scheint es keine Schranken zu gehen, was die Klän);C anbelangt, die

277

bei der Schaffung von Musik verwendet werden. ~·1enschen in Tieftrance berichten
immer wieder davon, dass der musikalische Gedanke die Sprache Jer Sedt.· darstelle. Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Komposition und Übertragung von harmonischer Resonamo und der Erzeugung und Darbietung spiriweller Sprache. Wie ich durch meine Klienten in Erfahrung gehracht habe, handelt es
sich bei der spirituellen Harmonielehre um die Bausteine der Encrgieschaffun~ und
SeelenvereiniJ;ung, was weit über musikalische Kommunikation hinausgeht. Viele
Seelen in der geistigen Welt singen gerne, doch ich habe Jahre gebraucht, um auf eine Seele zu stossen, die als musikalischer Leiter tätig ist. Im nächsten Fall geht es
um einen Klienten, der schon eine Reihe von Leben hinter sich gebracht hat, in denen er auf Jic eine oder andl·rc Art mit Musik zu tun hatte. In seinem let:r.ten Leben
war er um I 935 Opernsänger in Italien gewesen.

Fall 52
Dr. N.: Was machst du in der geisti~en Weh am liebsten in deiner Freizeit?

L Musik.
Dr. N.: Du meinst mit Instrumenten?
K.: Oh, das ist immer möglich- man kann hier jedes beliebige lnstruml.'nt aus dem

Nichts hen·orholen und darauf spielen. Doch rür mich ~ibt es nichts Befriedigenderes, als einen Chor zusammenzustellen. Die Stimme ist das schönste aller Musikmstrurnentc.
Dr. N.: Aber du hast doch gar nicht mehr die Stimmbänder eines Opernstars ... also
K.: [lachend} Du scheinst schon ziemlich lange kein Geistwesen mehr gewesen

7.U

sein. Dazu bt.-clarf es keines menschlichen Körpers. Die Tüne, die wir hier schaffen,
sind leichter und umfassen eine wesentlich grösserc Skala als jene auf der F.rde.
Dr. N.: Kann hier jeder hohe und tiefe Töne singen?
K.: [begr>rsr~;>n) Selbst\'erständlich! In uns allen steckt die Fähigkeit, gleich:teitig als
Sopranistin und als Bariton tätig zu sein. Meine Leute beherrschen die hohen und
die tiefen Stimmlagen, alle künnen hoch oder tief singen- allt's \\"AS sie brauchen, ist
ein musikalischer Leiter.
Dr. N.: Könntest du mir beschreiben, was du machst?
K.: [r:.;hrg ur'd chr1e DUnkel .n der Srrmmcj Ich bin der musikalische Leiter \'on Seelen. Ein Dirigent des Gesangs - das ist meine Leidenschaft, mein .-= achgebiet ...
mein Vergnügen, das ich gerne mit anderen teile.
Dr. N.: Bist du deshalb hesser als andere Seelen für diese TätiJ;keit geeignet, weil du
in deinem \'ergangene-n Leben dein musikalisches Talent als Üpt"rnsänger unter Beweis stellen konntest?
K.: Oh, ich nehme an, eines bedingt dJs andere, doch nicht jede Seele beschäftigt
sich so intcnsi\· mit Musik wie ich. Manche Seelen in einer Musikgruppe schenken
unter Umständen nicht der gesamten Partitur ihre Aufmerksamkeit. [JCche!c) Aufgrund ihrer musikalischen Bandhreite hedürfen die Seelen eines Leiters, damit diese Virtuosität in geordneten Bahnen gehalten wird. Schliesslich handdt es sich ja
278

K '"'''

1

~- )),~·

J)\"ll.IIHik

.1~·• (j~·nw•n .. .-h.tf!

um ein Freizeirvergnügcn. Die Sache soll Spass machen, und es soll auch schöne
Musik dabei herauskommen.
Dr. N.: Das hcisst, du arbeitest also liehcr mit Chören als mil einem Orchester?
K.: Ja, aber wir verbinden beides miteinander, damit der Gesang einheitlich wird.
Wenn sich Geistwesen mit Instrumenten und der eig,ent:n Stimme besdtäftigen, so
ist das wundervoll. Da gibt es keine falschen Noten. Das harmonische Netzwerk
musikalischer Energie durchtönt die gesamte geistige Weh mit Klängen von unbeschreiblicher Schönheit.
Dr. N.: Das heisst, das ist etwas ganz anderes als die Arbeit mit einem Chor auf d1.·r
Erde?
K.: Es gibt Ähnlichkeiten, doch hat man es hi~.·r mit so vielen Talenten 7.U tun, da jede Seele über die Fähigkeit verfügt, ihre Musikalität 7.u Hrvollkommnen. Alle sind
hier sehr motiviert. Die Seelen geniessen diese Art der Erholung sehr, besonders
dann, wenn sie auf der Erde gerne ~csungen hätten, aber nur Gequake zust.mde ~;e­
bracht haben.
Dr. N.: Gehören auch Mitglieder anderer Seelengruppen als deiner eigenen 7.U diesem himmlischen Chor?
K.: Ja, aber viele Gruppen treten auch in künstlerischen Wettstreit, um herauszufinden, wer am inno\·ativsten ist.
Dr. N.: Wenn du einen Blick auf die verborgenen Motintionen einer Seele werfen
würdest, könntest du mir dann sagen, warum die Musik für Jie Sedcn in der geisti~en Welt von so grosser Bedeutung ist?
IC.: Sie öffnet neue geistige Ebenen ... setzt deine Encq~ie in Bc::wegung ... und du
kannst mit zahlreichen anderen Seelen gemeinsam kommunizieren.
Dr. N.: Wie viele Mitglieder umfasst dein Chor?
K.: Ich habe eine Schwäche für kleine Gruppen von etwa 20 Säng(.'rn, obwohl es
Hundenc von Seelen aus zahlreichen Gruppen gibt, Jie mir zu Verfügung stehen
würden.
Dr. N.: Grossc Gruppen bilden damit eine I Ieeausforderung für dich?
K.: [niiT'MC e1nen 1•e(en AremZt•RJihr Stimmumfang ist umwerfend ... die Schwillgungen setzen sich in viele Richtungen fon ... wobei jede Seele unglaublich hohe
und tiefe Tön(.' anschlagen kann, ohn(.' j1..J(.· Vorwarnun~. während ir.:h mit den Einsätzen am Kämpfen bin ... Und doch ist alles reine Verzückung.
~-

·'

Ich werde diesen Abschnitt mit einer Aufzählung der helichtesten Spiele abschlicssen, denen die Seele in der geistigen Welt nachgeht. Einer meiner Gründe für die
Schilderung der unbeschwerten Seite, des Gcsclligk~.·itsinns der Seele besteht darin,
anhanJ von Beispielen Jie Unterschiede zwischen Phasen des Unterrichts und
Phasen der Erholung herauszuarbeiten. Auf das Phänomen Cliquenbildun~ bin ich
bereits eingegangen, ebenso auf die eher isolationistischen Tendenun der einen
oder anderen Scclengruppe. Ich möchte nicht, Jass Jie Leserinnen unJ Leser den
Eindruck gewinnen, dies sei Jie Verkörperung jener Mentalität, bci der sich Outsider und Insider gegenüberstehen, wie das so häufig auf der Erde zu heobachten ist.
179

Zwischen Gruppen in der spirituellen Welt gibt es keine Eifersucht. kein Misstrauen und keine Vorurteile. Zwar wird den jüngeren Seelen nahc~elegt, sich auf ihre eigenen Ausbildungsgruppen 7.U konzentrieren, doch das bedeutet nicht, dass sich
diese Seelen als völlig verschieden von anderen Gruppen erleben. frl·mJL·nfeindlichkeit ist in der geistigen Welt unbekannt. Die Informationen, die mir darüber zugetragen wurden, lvclchc Spiele Geistwesen aus den verschiedensten Gruppl'n miteinander spielen, vermögen das natürliche Verhalten der Seele zu charakterisieren.
Oennoch habe ich bei meinen Vorträgen den Eindruck gewonm:n, dass es nichts
schadet, sich mit zu ,-ielen Einzelheiten über diese Gepflogenheiten etwas zurückzuhalten. Es gibt nämlich Menschen, die der Überzeugung sind, dass die Angelegenheiten des Lebens nach dem Tode viel zu ernst für deranige Vergnügungen sind.
Es wurde mir sogar vorgehahen, dass meine Ausführungen über Erholungsaktivitäten in der geistigen Weh von den anderen Dingen, über die ich auch berichte, ablenken. Trot7. dieser Kritik halte ich es für wichtig, dass sich die Öffentlichkeit darüber im Klaren ist, dass es im Leben nach dem Tod im wahrsten Sinne des Wortes
nicht so todernst zugeht, dass dort für Freude und Spass kein Pbt7 wäre.
Die Spiele, über die mir aus der geistigen Weh berichtet wird, werden weder
strikt überwacht, geschweige denn \'On einem ·Mannschaftskapitän• geleitet. Mit
den •Regeln• häh man es sehr salopp. F.s gibt zwar Elemente spielerischen Wettstreits, doch ohne die emotionale Aggressi..-ität~ wie man sie heim Sport auf der Erde beobachten kann. Das Spiel in der geistigen Welt dient nicht dazu, einen Gewinner 7.u küren, während andere die Verlierer abgeben. Man ist zwar mit Engagement
bei der Sache, doch die Heiterkeit kommt keinesfalls zu kurz. Unsere Geistfüluer
sehen es gern, wenn wir an solchen Spielen teilnehmen, da wir so die Elastizitär unserer Energie, unsere Gcschicklichkeir und Gcdankcnühcnragung im Rahmen der
Gruppe einüben können. Ich habe aber auch schon mit Klienten gearbeitet, deren
Gruppen überhaupt nicht an Spielen in der geistigen Weh teilnehmen. Und auch
das wird respektiert. Das gih besonders für die bereits weiter fortgeschrittenen Seelen, die so intensi,· mit anderen Formen des Ener~ietrainin~s beschäftigt sind, dass
sie durch Spiele da..-on nur abgelenkt würden.
l)ie Beschreibung der Spiele durch meine Klienten in Hypnose ähneln einander
in frappanter Weise. Wir können zwar die Erinnerung an ein Spiel..-on der Erde in
die geistige Welt mitnehmen, dennoch bin ich davon überzeugt, dass bestimmte
Spiele, die ihren Ursprung im jenseits haben, auf die Erde gebracht und doct unbewusst in der Erinnerung so modifi7.ien werden, dass wir sie auch spielen können,
wenn wir einen Körper haben. Die Leserinnen und Leser mügen entscheiden, welchen Ursprung die in den folgenden Zitaten beschriebenen Spiele haben könnten.
Beginnen wir zunächst mit einem Spiel, das offenbar eine form des Fangens dar-

stell!:
Wir renm·n umher und <.!ersuclu·n eindnder zu fangen, indem 'Wir rasch in geraden Linien 'i.Jor.:~nschu.:eben und die Geschll-·indigkeit bt·ibehalten, -r;:iihrend
u:ir plöczlich die Richtung iindem. Die 'Wendigeren Geistwesen sind in der

280

Lage, auf dem gleichen Weg zurück zu schu.:t•ben, innezuhalten und erne"r
zu beginnen, ohne sieb fangen zu lassen.
Einfache formen des F.angcnspicls, aber auch anJcre Spiele lassen sich mit Musik
und Tanz kombinieren. Dabei versuchen insbesondere junge Seelen, einander in
Bereichen zu fangen, die als indi\·iduelle Spielplätze definiert wurden:

Ich t"mmle mich gerne auf der \t'ie)e, -..:.·o man auf Bäumt• kletrem kann und
'li.'O es hoht•s Gras gibt, sodass u·ir herumtollen können, Fangen spielet~ und
Bockspn.ngen kiinnen. Damit unsere Spiele interessanter 'l.i.'erden, kiinnen -..:.·ir
auth bestimmte Gt•gt•nständc ver<4-·enden.
Immer wieder hörc ich nm einem Spiel, das mich an ein bestimmtes Ballspiel erinnert, bei dem sich zahllose Seelen einander gegenüber aufstellen und mir t-:ncrgicstrahlen aufcinanJcr schiessen. Auch Elemente eines weiteren Spiels sowie des Volleyballs lassen sich bei der Beschreibung dieses Spiels erkennen, das hier StrJ.hlcnschicssen genannt wird unJ bei dem rasche Positionswechsel und Geschicklichkeit
gefragt sind:

Bei unserem .\'trahlenschiessen stellen ü:ir um entlang zu•t•it·r l.:mger l.lnien
gegenübt•r dt•r .:mderen Gruppt• auf \t'ir schaffen Energiebälle und 'l.i.:erfen
dieSt' hoch über eine imaginäre Linie oder feuern sie ent-:.::eder auf gerade"
oder sehr niedrigen Flugbahnen auf dit· gegnerischrn Spieler. \t'ir müssen innerhalb eines bestimmten Spielfelds bleiben, 'ü..:obei ...,,ir unsere Energiesirahlen austauschen, ohne an Schu·ung zu verlieren. Zunächst ist es kein Problem,
den Strahlen der anderf:n auszuu·eichen, u:iihrend man seine eigenen abschickt. Doch dann nimmt die GeKhu·indigkeit zu, und das Spll'/fdd sieht
aus ii:ie bl·i t•inem Hagelgeu·itur. Dt•n herumfliegenden Strahlen kann man
aus'ii:eichen, man kann sie aber auch fangen und zurücku:erfen. Es gt•ht dtJrum, nicht versehentlich von einf:m Strahl gt•troffen zu 'ü:erden. \li't•r dennoch
einen Treffer kassierr, ist nicht drauHen, sondern k.:mn es 'li.'eiter venuchen
"nd sich im Aus...,·eichen üben. U'1ir spüren den komplexen Charakter jeder
.fieele, u·enn uns ein Strahl ~·on ihr getroffen hat.
Ein weiteres HochgcschwinJigkeitsspiel ähnelt in gewisser Weise dem Autoscooter, wobei die Seelen sich im Rechteck aufstellen. Anst.att dass nun ein Spieler nach
dem .anderen ausgeschickt wird, um sich durch die VcrtciJigungslinie hindurchzukämpfen, stürmen diese Seelen allesamt aufeinander 1.u. Ein Klient sagte: •Das ist
ein Kollisionsspicl, bei dem wir als Folge einer Kettenreaktion herumwirbelnder
Energie .ancinanJer abprallen.• Das Ziel scheint darin zu bestehen, ein hohes Mass
an konzcntriener Energie zu schaffen. Ein anderer Klient, der dieses Spiel auch
spielt, berichtete folgendes:

Der van "m allen ausgeht•ndt· Em·rgiej1uss u·ird so konzentriert, dtw jeder
Spieler von allen anderen Seelen erhöhtes Beü..:usstsein erhälc. Das Spiel-...·ersetzt um in Hochstimmung. Es kommt zu einer Vermehrung unserer Energie,
281

die zu einer Einheit zusammengefdsst ~:ird. Lä55t die Energie/11dung sc:hlieHIich nach, komm''" ·u:ir alle zu einer Arl Volkstanz zusammen.
Ausserdem gibt es noch viele weitere Spiele, deren Beschreibung meim:n Klienten
nicht leichtfällt. Eines davon, das in den Schilderungen zahlreicher Klienten immer
wieder auftaucht, trägt den Namen EdelsteinbalL Es crinnen an das ~lurmelspiel
und an Rasenbowling, kombinien mit dt:r symbolischen Bedeutung Jcr Edelsteine,
wie ich sie in K.apitcl6 geschildert habe (siehe S. 21 H, 220-222).
Aus dem folgenden Fall g'-•ht her\"or, dass sich die Zurschaustellung farbiger
Energieobjekte als Verkörperung des indi\·iduellen Charakters nicht auf unsa Erscheinen vor dem Ältcstenr.n beschränken muss.

Fall 53
Dr. N.: lmcrcssicren sich alle Gruppen für bestimmte Spiele?
K.: Keineswegs. Meine Gruppe hat gerne Spass, und wir halten es in den Klassenzimmern nichl allzu lange aus. Manche der anderen finden uns etwas un);ezügelt
und wild. Allerdings gibt es vier Seelen in unserer Gruppe, die sich nichts aus Spielen machen, also holen wir uns zur Vervollständigung unserer :\l.annschaft Leute
aus anderen Gruppen.
Dr. N.: Stimm I es, Jass eine Seele alle Spiele, die sie auf der Erde gern gespielt hat, i.o.
die geistige Welt mitnehmen kann?
K.: [zöger ..,d] Nun, ja ... aber es gibt hier ni'-·ht alle ...
Dr. N.: Weshalb nicht? Gib mir doch ein p.ur Beispiele für solche Spiele, Jie es hier
oben nicht gibt.
K.: Golf zum Beispiel, es ist nämlich zu ichbezogen, denn m.m spielt fast allein gegen sich selbst. Tennis ist etwas besser, dm:h auch das sehe ich hier oben sehr selten,
weil nur 1.wei Leute beteiligt sind, und das ist etwas einschränkend.
Dr. N.: Soll das hcissen, dass in der geistigen Weh Football bcliL·bt ist?
K.: Hm ... eigentlich nicht. Spiele mit Quanerbacks und Mannschaftskapitänen
spielen wir hier nicht. Football ist zu unübersidnlich, es werden so viele Posi1ionen
dabei eingenommen. fussball wäre Ja schon eher denkbar. Es ist schwierig zu erklären. Wir spielen gerne Mannschaftsspiele mit zahlreichen Seelen, bei denen jede
die gleiche Position innehat und ~enauso beteiligt ist wie alle anderen ... was die
Beweglichkeit anbelangt.
Dr. IL Ich selbst schwimme gerne- Jas könnte ich da vermutlich nicht?
K.: [lucher~clJ Da liegst du falsch. Wenn du nämlich als Geistwesen 7.Um Schwimmen
nicht auf die Erde gehen möchtest, könmest du Wasser simulieren oder auch L'inen
Golfplat7.- was immer du willst, um dir glückliche Momente in Erinnerung zu rufen. Wenn du aber möchtest, dass auch andere an sportlichen Spielen teilnehmen,
müssen diese hJit mehr kollckti,·en Cha.rakter haben.
Dr. N.: Du siehst also einen Unterschied 7.~·ischen Erholungsaktivitäten als Einzelner und in der Gruppe?
K.: In der '[u.

182

t... 'l'l7T1 ' - l)i.: Lh·namik d..,r

Gcm~·in .. dl.lft

Dr. N.: Gut, dann cr1.ähl mir etwas über ein Spiel, das anders ist als die eben erwJhn-

ten Sponanen, vielleicht einc5, hei dl·m es nicht so dyn.1misch und ~dassen 1ugeht
und das man trot7.dem als Erholung ansehen könme.
K.: [gedankenvoll) Oh ... kein Problem, es ist das EdelsteinballspieL Dabei kommen
viele Seelen zusammen, und wir bilden einen ~rossen Kreis. Dann schafft sich jeder
einen Energieball von der Grösse eines Tennishalls, dl·r wie ein kristallinL·r Edelstein aussieht.
Dr. N.: !·laben diese Bälle irgendeine besondere Bedeutung?
K.: Natürlich, die Energiefarben stehen für den individuellen Ausdruck.
Dr. N.: Gut, was passien dann bL·i diesem Spiel?
K.: Jeder hält seinen Ball in den Händen, bis jemand das Startzeichen gibt. Dann
bugsieren wir unsere Bälle sanft in die Mitte des Kreises.
Dr. N.: Prallen sie wie beim Murmelspiel alle aufeinander?
K.: Ich glaube schon ... irgendwie. Die Edelsteinbälle kollidieren miteinander, wobei in allen Richtungen Farben abstrahlen ... sie kommen aber nicht zur Ruhe ...
wir halten sie in ständiger Bewegung.
Dr. N.: Ich bin nicht sicher, ob ich das begriffen habe ... [br:cN c::;,j
K.: Doch schliesslich bleibt dir ein l::delsrcinball. Wenn es eine magnetische Anziehung zwischen einem anderen Spieler und Jir giht, so v.·ird er meinen Ball erhahen.
Dr. N.: Und was ist, wenn Ju von einem anderen Spieler keinen Hall erhähsr?
K.: Das passien sehr oft. Es gibt \'Crschiedcne Runden mit einer ziemlich grossen
lCilnehmerzahl- irgendwann wird einer der Bälle in meinen Schos~ rollen.
Dr. N.: Müssen zwei SpieiL·r einen Hallvoneinander erhala·n?
K.: Nein, bei dem Spiel ist nichts ''orpro~rammiert. F.s kann .alles Mö~liche passieren.
Dr. N.: Was bedeutet es, wenn man Jen Ball von einem anderen erhält?
K.: Es 7.eigt dir, dass du irgendeine An von Verbindung mit dem Besit7er haben
könntest. Es ist ein Spiel, bei dem es um Erwartun~shaltungen und VcrtrJuen geht,
weil man nie wciss, wo Jer Balllanden wird oder was du zurüc.:kerhalten wirst.
Dr. N.: Wenn du einen Ball erhalten hast, was m.u:hst Ju dann?
K.: [!achf'nd) Du hebst ihn auf, schliesslich ist er zu dir gerollt, und d.1mit hast du Jie
Möglichkeit, etwas Privates über eine Seele zu erfahren, die eine bL·sondere Art
Vcrbindun~ zu dir haben könnte. Ich habe aufgrunddieses Spiels oft Enrscheidungen für ein zukünftiges Leben getroffen. um .auf Erden mit bestimmten S<.·clen zusammen7.ukommen.
~---~

Ganz zu Beginn meiner Arbeit hatte ich keine Ahnung von der Vidschichti~kt•it
der Spiele in der geistigen ~'eh. Alle haben ihre eigenen Merkmale, die f-reude hereiten. je mehr ich üher Frci7.eiuktivitäten in Jcr geistigen Welt in Erfahrung
bra~o:hte, ({esto aufgeschlossener wurden meine Klienten, mir Einzelheiten über ihre Lieblingsbeschäfti~ungen mitzuteilen. So wurde mir klar, dass es bestimmte
Spiele gibt, Jie zum jeweiligen Charakter dL·r Seele passen, die sich damit beschäftigt. Ausscrdem stellte si~o:h heraus, dass aus bcstimmh•n Spielen richtige Trainings-

283

einheiten werden konmen unJ dass einzelne Seelen aus verschiedenen Gruppen
sich davon angezo~en fühlen können. ln diesem Zusammenhang fällt mir ein ganz
bestimmtes Spiel ein.
für meine Begriffe hat Versteckenspielen einen "'ichtigen Einfluss auf Seelen,
die ir~endwann reisen ~·erden. Darauf werde ich im näd1sten Kapitel ein~ehen. Bei
diesem Spiel gibt es verschiedene Ebenen Jes Könnens, wobei interessierten Seelen
räumliche Bezugsrahmen beigebracht werden. Das Spiel begann mir auf1.ufallen,
nachdem ich davon gehört haue, Jass Trainer auftauchten, wenn es komplizien
wurde. Meine Klienten nennen diese Wesen die Hüter des Spiels. Es handelt sich
dabei um Spezialisten, die jene abenteuerlustigen Wesen, welche ein Tilenr zum
Reisen aufweisen, \'erschiedencn Dimensionen aussetzen werden. Es folgt ein Zitat
einer sehr weit cnrwickelten Seele, die sich auf Jas Reisen spezialisieren möchte:

Vrr-suckenspielen in der geistigen W'elt beginnt .J!s Obung l';.;'ischt·n l.ichr
und Dunkt:lheir. Bei jiingeren Seelen laden wir aus einer Emji:nmng umere
Energie auf und löschen diese dann aus, wba/d sie uns zu naht• kommen. Unsere telepathjjche f."nergie blockieren und öffnen t<:ir dann gleichzeitig, um
damit die visuellen 1md mentalen Signale zu vermüchen. Zuniichst schaffen
'ü.·ir Lh·ht'lilege innerhalb strukturieru·r F.nergirsdulen, die als bescbarrere
Plarrt·n angelegt werden und enr'li.·eder in parallelen oder horizontdien Linien tmgeordnl!l '<i!t:rden können. Spiiter Tr14chen 'ü.'ir daraus beliebige gt·ornerrische Muster. Die meish•n jungtn Seelen habengrosse Probleme damit, um zu
entdecken, dtJ 'li.'ir zwischen den l!inzelnen Türen hin und her flitzen, dennoch macht es 1hm•n grossen Spass, da sie das Ganze in dieser Phase nadJ 'ii.:ie
vor für ein Spiel balten.
Manche u·erden so gur, dass sie sich nichr mehr an der .Vase herumführen
lassen. Bald Wl!rden jene, die auch 'li.'t:ltermachen mö,·hten, in die Ausbildung
ubernommen u,1d für die inrerdimensionalen Zonen zugelassen, die durcb
Energiebarrieren und Schu·ingungsfrequenzen voneinander getrt·nnz lind.
Das ist ni,ht einfach, denn die Auszub1ldenden müsu·n lernen, sich je n.JCh
Dimension an venchiedene \t'ellenkonfigurationen anzupassen und ihre
Energie raKh entsprechend einzustellen, um durchzukommen. An diesem
Punkt 'Verlieren u:ir zahlreiche Seelen, die nicht ·weitermachen mOchten. Jlan
kommt sich bei dieser Arbeit vor u·ie in einem Spiegdkabinett. Seelen :L·ic ich,
die nicht aufgeben ·u.:ollen, u:eil sie• gerne hil'r sind, müssen jetzr ohne Struk·
tur oder Form die geisrigen Dimensionen meistem. \t'ir existieren als Vakuum
zu·ischen den physischen Dimensionen. Ein Teil in mir hält diese Ausbildung
nach u·ie t-·or fiir eine FreizeilbeKhäftigung. Das Ganze ist m fessdnd, dass
ich es kaum t:r"ii'arlen kann, nach Hause zu kommen und mich zusammen
mit meinen Freunden wieder diesem Spiel zu 'ü.'idmen.

184

KAJIITI:L 8

Die Seele und
ihre Weiterentwicklung
Examenszeit
E~· {•ommt die 'll'it im Leben einer Seele. da sie sich \'On ihrer primären
Seelengruppe \'erabschieden muss. Der nächsrc Fall beschäfti~r sich mir einer Seele,
die \'Or Kurzem Ni\'eau lU erreichte, wobei sie schon seir Tausenden von Jahren
auf der Erde inkarniert hat. Die Kliemin ~;eriet in grosse Errq~un~ aufgrund der
Bilder in ihrem Kopf, die dieses Ereignis in der geistigen Weh \vidcrspicgclten.
Mittlerweile dürften die Leserinnen und Leser mit Jen s\·mboli~chen
Beschreibun•
genund Analogien jener Hereiche in der geistigen Welt vcnraut sein, die mit Unterricht zu run haben. Im gegenwärtigen Leben arbeitet die Klicntin als Lehrerin unJ
betreut Kinder, die unter Lernschwierigkeiten ll·idcn.

Fall 54
Dr. N.: Du scheinst dich sehr darüber zu freuen, \'or deinen Rat zu treten.
K.: Ja, ich habe die letzten Reste meines Körperpanzers abgclq~t.
Dr. M.: Körperpanzer?
K.: Ja, meinen Schutzschild zur Abwehr \'On Verletzungen. Ich h.1be jahrhundenc
gebraucht, Menschen 7.U vertrauen und ihnen gegenüber aufgeschlossen 1.u sein,
obwohl diese aufgrundihrer eigenen inneren Wut immer wieder dazu neigten, mir
weh zu tun. Das war meine letzte grosse Hürde, die ich nehmen musste.
Dr. N.: Warum hat dir dassogrosse Schwierigkeiten bereitet?
K.: Ich habe mich zu sehr mit meinen Emotionen ansun mir meiner spirituell(.·n
Kraft identifiziert. Das war der Nährboden für Zweifel in meinen Beziehungen mit
anderen, die ich immer für stärker und klüger hielt als mich selbst, obwohl si~ es ~ar
nicht waren.
Dr. N.: Wenn es bei deiner letzten I-lürdc um die ei~ene Idemität ~in~. welches
Selbstbild hast du dann im Augenblick?
K.: Ich habe mich schliesslich mit einem Seil aus Blumen über den Abgrund ,·on
Schmerz und Verlet:lungen hinweggesetzt. Ich \'Crschwende nicht mehr unn()tigerweise zu \'iel von meiner eigenen Energie. [Pa~Jse] Physisches und geistiges Leid
hän~;en mir dem eigenen Sclhst..,ersrändnis zusammen. In den letzten IOOOJahrcn
gelang es mir immer besser, in jedem neucn Leben meine Identität zu wahren ...
auch unter widrigen Umständen. Und mich sclh!tt als menschliches \'(lesen 1.u achten, das sich von den anderen nicht unterkriegen lässt. Dazu brauche ich nun keinen Körperpanzer mehr.

285

Dr. N.: Wie steht dein Rat zu di(.·scn positi\·en Entwicklungen hinsichtlich deines
Selbst\"crständnisses?
K.: Man ist zufrieden damit, dass ich diese schwierige Prüfung bestanden und es
nicht zugdasscn habe, dass die widrigen Umstände \"idcr vergangeocr Leben mir
den Blick auf mich selbst- wer ir..:h wirklich bin- verstellen. Man ist sehr erfreut
darüber, Jass ich durch Geduld und Sorgfalt mein Poa·nzial auf einem höheren Niveau verwirklichen kann.
Dr. N.: Was glaubst du: Warum musstest du so \·icl in deinen Leben mitmachen?
K.: Wie sollte ich denn andere unterrichten, wenn ich zur Stärkun~ m(.·ines Selbst
die Feuerraufe nicht bestanden häuc?
Dr. N.: Nun ... [Kitenrm unrerbncht mtch. da rhr auf!(nmct me•'l('r .terLterJ F·uge etwas
emge(allen ts1)
K.: Oh ... sie haben eine Überraschung für mich. Oh, ich hin ja so glücklich!
Anmerkung: Dre Kf,enttn

.·n FreuderHrrinen cus und we,ss. weiche Szer:e siCh
bald yor 1hrem ge1SURen Auge obsr1elen .,.,trcl Do meme Paptenasci-Jerttiche• g(iffberetr s1nd. können . . . tr bald ~ort(ohrer:
~r,c/-lr

Dr. N.: Bitte weiter. Sag mir doch, worum es sich bei dieser Überraschung handelt.
K.: [sprucen heraus] Es ist Examenszeit! Wir '"·ersammeln uns im Tempel. Aru, mein
Führer, ist zusammen mit dem Vorsitzenden des Rats auch da. Meisterl(.·hrer und
Schüler strömen aus allen Ecken und Winkeln zusammen.
Dr. N.: Kannst du mir ein g(.·naueres Bild geben? Wie viele Lehrer und Schüler siehst
du?
K.: [lwst1g) Ah ... etwa zwölf Lehrer und ... an die 40 Schüler.
Dr. N.: Sind auch Schüler deiner eigenen primären Gruppe dabei?
K.: [Pavse] Ja, drei. Es sind auch Schüler aus anderen Gruppen da. die schon so weit
sind. Die meisten Ja\"Oß sind mir unbekannt.
Dr. N.: Mir ist aufgcfall(.·n, dass du gczögen hast. Wo sind die anderen aus deiner
Gruppe?
K.: [bedauerna] Oie sind noch nicht so weit.
Dr. N.: Welche Kernfarbe haben die Schüler um dich herum?
K.: Helles, reines Gelb. Du machst Jir keine Vorstellung da\·on, wie lange es gl·daucrt hat, bis wir endLich so weit waren.
Dr. N.: Da wäre ich mir nicht so sicher. Beschreibe mir die Szene.
K.: [n•mmr etl"len 11e(en McmztJR] Alle sind in festlicher Stimmung, es ist wie auf ei·
ner Pany zum 18. Geburtstag. Wir stellen uns in einer Reihe auf und schweben hinein ... und ich werde gan7. vorne sitzen. Aru lächelt mir stolz zu. In wenigen Sätzen bestätigen die Meister, wie ha.n wir gearbeitet haben. Dann werden wir namentlich aufgerufen.
Dr. N.: Jeder einzeln?
K.: Ja ... ich hörc meinen ~amcn •lri• ... ich schwebe nach vorne und bekomme eine Schriftrolle in die Hand gedrückt, auf der m(.·in Name aufgedruckt ist.
Dr. N.: "''as siehst du darauf sonst noch?

286

K.\!'!111. 8 - Die Seele und ihn:: W'cit ..·rcntwicklun~

K.: {besc.:,erder,J Eher private Dinge ... es betrifft die Errungenschaften, für die ich

am längsten ~ebraucht habe ... und wie ich sie schliesslich doch ~emeistcrt habe.
Dr. N.: Oas hcisst, es ist mehr als ein Abschlusszcugnis, eher ein Gesamtzeugnis
über deine geleistete Arbeit.
K.: {leJseJ ja.
Dr. N.: Tragen sie Roben und Baretts?
K.: [ohne Zögern] Nein!- fr!nnn hkhe,'r:cf] Oh ... ich verm:hl· ... du nimmst mich
auf den Arm.
Dr. N.: Ein weni~ \'ielleicht, ja. Wie geht es nach der Feier weiter?
K.: Wir nrsammcln uns und sprechL·n über unsere neuen Aufgaben. und ich habe
die Möglichkeit, einige jener Seelen kennenzulernen, Jie Jiesclbcn Spezialkurse wie
ich belegt haben. Wir werden uns in neuen Klassen ~'iedersehcn, in denen wir un·
sere Fähigkeiten \'Oll entfalten können.
Dr. N.: Worin besteht deine erstl' Auf~ahe, Tri?
K.: Ich werde mich um Jic jüngsten Seelen kümmern. Es ist so, als würden wir aus
Samen Blumen ziehen. Das geht nur mit viel Verständnis und Einfühlungs\·ermÖ·
t:;en.
Dr. N.: Was ~lauhst Ju, wo kommen dieseneueren Seelen her?
K.: [Pouse] Aus dem göttlichen Ei ... dem Bauch der Schöp(ung ... das wie ein Sil·
herfaden ausgesponnen ist ... dann werden sie zu Jen Müttern Kehracht ... und
dann zu uns. Das ist sehr aufregend. Es ist eine sehr Yeranr"-'orrungsvolle Aufgabe.

In der Mittelstufe
Wenn ich mit einem Klienten arbeite, der ~eraJc dabei ist, in eine Gruppe auf Niveau lll zu wechseln, kann es für den Betreffenden etwas \'erwirrend sein, wenn er
feststellt, dass er in regelmässi~en Abständen immer wieder seine primärl' Clustergruppe \'erlässt und dann zu ihr zurückkehn. In llypnose ist nicht jeder Klient in
der La~e. eine Szene, die er ,·or seinem geistigen Auge sieht, rasch in den gesamten
Film seines spirituciiL·n Lcbcns :r.u integrieren. Die Auf~abe des Hypnotiseurs bc·
steht darin, sich Zeit zu lassen und der Szene Raum zur natürlichen Entfaltung zu
~eben. Ein Klient, der das &hlusscxamcn im Rahmen seiner Gruppe noch nicht ab·
gelegt hatte, doch sich allmählich aus der Gruppe löste, sagte mir: ·Ich fühle mich
allmählich \·on meiner Familie etwas ah~eschninen. Ich sehe neue Scdl·n um mich
herum, mit denen ich bislang nicht gearbeitet habe.•
Die Integrität der ursprünglichen Clustergruppe l'iner Seele bleibt .tuf 7.eidose
Weise unangetastet. Wer auch immer sein Examen ablegt, die Bindung an alte
Xhulkarneraden geht nie \'erloren. Primäre Clustergruppen haben einmal ihr Lc·
ben ~emeinsam begonnen und bleiben ühL·r I lundcne von lnk.lrnationen hindurch
eng miteinander \'erbunden. Ich habe mit Seelen gearbeitet, die gut 50 000 Jahre
lang bei ihrer primären Gruppe blichen, ehe sie in die Minclstufc \'orrücktcn. Ein
wesentlich geringerer Teil konnte dieses Entwicklungsstadium im Laufe ,·on nur
SOOOJahrcn erreichen. Sobald sich die Seele einmal auf Ni\'eau lll befindet, habe
287

ich festgestellt, dass sie von don wesentlich schneller in noch höhere Stufen aufrückt. Jede Seele entwickelt sich mit der ihr angemessenen GL·schwinJigkcit, wobei
sie zahlreiche Begabun~en an Jen Tag legt. Wenn eine Seele weniger Zeit für Erholung und Geselligkeit \'erwendct, fällt auf, dass siL· häner zu arbeiten beginnt und
sich mehr auf die Vervollkommnung bestimmter fähigkeiten konzentriert, durch
die sie ihren Beitrag zur Entfaltung des kosmischen Bewusstseins leisten kann.
Sobald Niveau lll erreicht ist, verändert die Seele ihr VerhahL·n; sie richtet nun
den Blick über ihre primä.rc Gruppe hinaus. Es ist nicht so, dass die Seele in diesem
Stadium auf Jas bisher Erreichte herabsehen würde, ...-iclmehr vcnicft sie sich so
sehr in ihre Ausbildung, Jass dies ihre gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch
nimmt. Sie ist fas1.iniert \'On den Möglichkeiten und möchte noch tüchtiger werden. Voll7.ogcn ist dieser Übergang, wenn Niveau IV erreicht worden ist.
Während dieses Übergangsstadiums erkennt die bislan~ auf Niveau 111 ,..erharn:nde Seele bald, dass sie nun nicht mehr auf ein einziges Klassenzimmer heschränkt ist. Ihre Klassenkameraden bemerken sehr wohl, was \IOr sich geht, doch
es scheint gegenseitiges Einvernehmen darüber zu bestehen, dass wegL·n dieser Abwcscnheiten nicht zu viele Fragen gestellt werden sollten. kh möchte auf die Seele
namcns La\·ani in fall J2 (siehe 5. 166) \'erweisen. Der Übergang geht langsam ,..onsratten, wobei grosser Wen auf die unendliche Fürsorglichkeit gelegt wird, wie sie
im Rahmen aller Ausbildungen in der geistigen Welt zu beobachten ist. Die Zuteilung neuer Spe1.ialgcbiete findet in Zusammenarbeit mit anderen Seelen auf ähnlichem Entwicklungsniveau statt, und zwar anhand bestimmter Kriterien. Bei der
Auswahl bestimmter Spezialbereiche scheinen als die drei wichtigsten Elemente
Begabuns, frühere Leisrungen und pcrsönlichL·r Ehrgeiz die grösste Rolle zu spielen. f=ür meine Begriffe gehören auch die Bedürfnisse der geistigen Welt dazu, doch
darüber konnte ich bislang nichts Genaueres in Erfahrung bringen.
Ich habe Jen Eindruck gewonnen. dass die Seele in eine An Gilde aufgenommen wird, sobald sie in ihrer Ausbildung die Mittelstufe erreicht hat. Doch würde
ich sie nicht gleichsetzen mit den Handwerkergilden, wie wir sie aus dem Mittelalter kennen, denn dabei hat es sich um Mysterienschulen gehandelt. Das waren Organisationen, die nur Eingeweihten offenst.tnden. Auch wenn private Kriterien bei
der Auswahl der Seele für eine gan:t spezifische Ausbildung eine Rolle spielen, handelt es sich keinen.·egs um eine elitär<.• Angelegenheit. Die Gruppe der Spezialisten
begrüsst ehrgeizige Neuankömmlinge stets mit offenen Armen.
Die Bindungen zwischen Seelen, die sich spezialisiert haben, sind zu Beginn
eher locker. Ich habe ihnen den Namen •unabhängige Arbeitsgruppen• gegeben.
Die Ausbildung setzt allmählich und in rcgelmässigen Abständen ein, geleitet wird
sie von Fachlehrern. So kann sich der Lehrer ein genaues Bild \'On der Seele machen, die er um errichtet. Seelen, die herausfinden wollen, wozu sie taugen, können
diese Fachgruppen \'Crlassen. '9.-·ährend andere vielversprechende Kandidaten neu
hinzukommen. Diese Gepflogenheit steht im Gegensatz zu langfristig angelegten
primären Scelengruppen. Sobald die neuen Gruppen unter Beweis stellen, dass sie
mit den ihnen übertragenen Aufgaben fertigwerden, wird der Unterricht imcnsi288

1\

~r:rr,

M-

Ui~·

Se-ele und ihr("

w ... h·r.,ntwi.:klun~o:

viert. In dieser Phase, in der die Seelen von ihren ursprünglichen Gruppen emwühm werden, hahen sie nach wie vor Kontakt mit ihrem ursprünglichen f-iihrer
und nehmen an Zusammenkünften ihrer Primärgruppe teil. Bei Jen unabhängig(.·n
Arbeitsgruppen liegt der Schwerpunkt auf Selbststämligkcit, die ausgebaut wird,
wenn sich die Seele in Richtung Niveau IV und Niveau V wciteremwickclr.
Ich hahe in den vorhergehenden Kapiteln bereits auf bestimmte Spezialisten
hingeu'iesen (in der Reihenfolge ihres Auftretens): Traummeister, Erlösunl!:smeister, I 1\..iter der Neutralität, Meister der Wiederauffrischung, Inkubator-Mütter, Archinrscclen, lierpflegerseclcn, musikalische Leiter und Hüu·r des Spiels. Dabei
scheinen sich bestimmte Bereiche zu überlappen. Die t Iüter des Spiels, die den .lnderen zeigen, wie man reist, kilnneo auch als Forscher nützlich sein, wenn c~ Ja rum
geht, neue Plätze für Ruhe und Erholung ausfindig 7.U machen, oder bei wichtigen
Aspekten des Energietraini ngs. In diesem Kapitel stelle icl1 Wl'iterc Spe:c:ialistcn vor.
Ich bin sicher, Jass die Leserinnen und Leser dadurch die Müglichkeit crhahl•n, für
sich selbst hcnuszufinden, welchem Bereich sie am ehesten zuneigen.
Es gibt offenbar keinen festgeschriebenen Weg, durch den eine Seele letztendlich zum Ratsmitglied wird. Die ~lit~lie(.ler des Ältestenrats sind offensichtlich auf
vielen Cebitren Spezialisten. Die meisten Menschen haben meines Erachtens dl·n
Eindruck, da.o;s es wohl die Lehrerführer sein dürften, die am ehesten für eine derani~e Position geeignet scheinen. Für den durchschnittlichen Klienten ist es seihstverständlich, dass ein Geistführer an der Spiti'.e der angestnbten Berufe steht. Dennoch ist diese Sichtweise nicht ganz objektiv, denn obwohl.11le meine Klienten über
führer vcrl.ügen, haben viele wenig Kontakt mit fortgeschrittenen Seelen, die sich
auf andere Gebiete spezialisiert haben. Für mich bedeutet das, dass meine Klienten
nicht in der Lage sind, eine Beschreibung anderer Spe7.ialisicrungsmö~lichkei~~:·n
der Seele zu liefern.
Wenn ich bei meinen Vorträgen den Bereich Spezialgebiet als Thema gewählt
habe, gibt es immer wieder Leute im Publikum, die der Auffassung sind, dass alle
Seelen da1.u auserkoren sind, Lehrerführer zu werden. In der Frühph.1se meiner
ForschungstJ.tigkeit war ich der gleichen Meinung gewesen. Doch dann wurde mir
bewusst, dass die Lehrtätigkeit in der geistigen Welt 7.war an erster Stelle steht, dies
jedoch noch lange nicht bedeutet, dass praktisch jede Seele zum Lehrer taugt. 0.1
der Unterricht für die Seelen von entscheidender Bedeutung ist, möchte ich nun eine Gruppe vorstellen, die ich bislang aus~cklammen habe.

Spezialisierung
Lehrer für die Kleinsten
In D1F REISE~ DER SEJ-.LE habe ich über die Tä.ti~keit von Nachwuchslehrern
und Studienräten berichtet, und meine Klienten haben die Tätigkeiten ihrer Geistführer dort ebenfalls beschrieben. Allerdings sind dabei fortgeschrittene Seelen zu
kurz gekommen, die eben erst ihre Rderend.u:c:eit begonnen haben. Es handelt sich

289

um die sogenannten Lehrer für die Kleinsten, denn die jungen Seelen, die sie unterrichten, habe-n mit ihren lnkamJ.tioncn noch nicht begonnen.
Im Anschluss J.n fal126 in KapitelS habe ich die Erinnerungen eint·r sehr jungen Seele auf der Erde zitiert (siehe S. 117), die berichtete, JJ.ss nach Jer Sd1a.ffung
einer neucn Seele Jicse nicht unmittelbJ.r einer physischen Inkarnation ausgesetzt
wird. Die Erde ist ein sehr schwieriges Pflaster für junge Seelen, sodass es am besten ist, wenn man ihnen als kürperlose Wesen ~cnügenJ Zeit ~iht, sich 7.unächst auf
das Leben hier vor7.ubereiren. Ein Klient schildert diesen Vorgang folgendermassen:

Ich erinnere mic:h nodJ an die Zeit, als iL-h t•ine SL·hr junge SL•L'It· u..·ar und zusammen mit ein pdar Freunden zum ersten .\lal <~u{ die Erde k,mJ. \hr
schu:ebcen als Geistu·en·n umber, um herauszufinden, iw.;.:it'<i.'L'il u·ir fähig
ii.'dren, um mithilft· unu·rcs l.ehrers anzupdsscn. Er har um bcigebrachr, dit>
m.rgnetiHht•n Schu:ingungen dieses Pldneten tmfzum:hmen, um sie milumeren c.•igem·n zu 'ö"'Crmischen. \t'ir mussr(·n t•rst ein Gcfiihl dafür cnr-.;:ickcln,
U'dS es bedeuten u.·ürde, hier in physischer Form inkdrniert zu 1t:in.
Ich bin überzeugt dJ.von, da:t~s Jie überwiegende Mehrheit meiner Klienten im Zu~e ihrer Lehrerausbildung danach trachtet, Geistführer 1:u werden. Der Grund dafür ist, dass sie ihre eigenen Führer verehren, Jic einen sehr starken Einfluss J.uf ihre ~e~enwänige Emwicklung ausüben, und sie nachahmen möchten. Natürlich
kann es sein, dass der Ehrgei7: einer Seele und die Zuweisung bestimmter SpeziJ.Igcbiete miteinander nicht hJ.rmonieren. Ein Lehrer muss sichgurmir anderen verständigen können. Dennoch kann es sein, dass jemand, der sehr geübt in der VcrstJ.ndigung mit anderen ist unJ !<iie entsprechend motivieren kann, trotzdL·m nicht
in der Lage ist, mit einem Seclengeist zu arbeiten, der \'Crsucht, viele menschliche
Egos in Jen für ihn vorgesehenen Körpern zu integrieren. Es kann viele Gründe
Jafür geben, warum ein Lehrer für die Kleinsten sich dagegen entscheidet, Führer
für eine solche durchschnittliche Seele 1:u werden. Die Arbeit mit einer Kinderseele ist eine Herausforderung, da viele junge Sc-elen offenbar nicht in der l.agc sind, in
ihren Inkarnationen weiterzukommen, sodass sie Nachhilfeunterricht benötigen.
ln Fall18 (siehe S. 139) ist bereits Jas Thema Lehrer und junge Seelen angl''H:hnittcn worden, und der folgende Fall baut auf diesen Ausführungen auf.
Bei meinen fort~eschriuenen Klienten muss ich darauf achten, den Anschluss
nicht zu verlieren, und es ist eine grossc Hilfe, sie bei ihrer Beschreibung der Rahmenbedingungen zum Thema Farben Jer Seele 7.U befrJ.~en. Der !\.lann in bll 55 ist
gerade dabei, Ni'"·eau IV 7.u erreichen, und hat soeben seinen Bericht über die Vielfalt gelb-blauer Lichtwesen in seiner eigenen, aus Jrei Seelen bestehenden Spezialgruppe abgeschlossen. Ich wollte gerJ.de das Thema wechseln, als mir eine Frage
einfid, die dem frage-Antwon-Spicl eine völlig neue Richtung gab.

Fall 55
Dr. N.: Siehst du hier auch noch andere f-arhen?

-'9"'

1\AI':Jr• II- DicS"c:lcundihrcWl·iU'r .. nl .... i~ldunjl,.

K.: Nein, es gibt elf Kinder- weissc Lichter-. die zu unserer Linken eine Gruppe

biiJen. Ihre Energie ist geringer. das Energiemuster kür7.er und 7iemlich zersplittert. Sie sind sehr lebhaft.
Anmerkung: Meu, K:1enr ger•c! O'l <1.eser S~elle ·n grosse Auf~eg~..<;lg. clc er erKQrlrl!P.
dcJss e,.,e dieser Seelen rm Jerz.gen leber> serr1 Krrd ,q lc'l r,es~ .hn jen Au~e,.,t>l1ck
auskosre'l. dann rnochtell .... ,. we1ter.

Dr. N.: Kannst du bei diesen elf Seelen Unterschiede in der Lidnintensitiit feststel-

len?
k.: Eigentlich nicht. Unschuldige und ängstliche Kinder weisen ein ~edämpftcs
Licht auf. Doch da.\·on ist keines hier zu sehen.
Dr. N.: In welcher Beziehung stehst du 7U diesen elf Seelen?
K.: Bei ihrer Ausbildung stehen mir 7:wei Kollegen zur Seite, die ich erst seit Kurzem kenne, da sie aus anderen Gruppen kommen.
Dr. N.: Habt ihr drei einen gemeinsamen I lintergrund auf der Erde, der euch auf
diese Lehraufgabe vorbereitet hätte?
K.: Nun, wir waren in unserem lct7.ten Leben so etwJ.!i wie Lehrer, Heili~e, Heiler
... Man braucht Einfühlungs'"crmögen und grossc Geduld bei dieser Art Arbeit.
{hält rnne ur•d (ügr nocr: hlflzu] Lehrer kC:lnnen durchaus auch etwas von ihren Schülern lernen.
Dr. N.: Da gebe ich dir Recht. Sag mir doch hitte, wo du und diese Kinder sich momentan in der geistigen Weh aufhalten.
K.: Man schickt uns zur Ausbildung in eine neutrale Zone, denn die Kinder würden
sich 1-u eingeschränkt fühlen, wenn sie sich in der Nähe einer normalen Klasse aufhalten.
Dr. N.: Was geht im Augenblick YOr sich?
K.: {lachend} Sie flitzen in der Gegend herum und trcihcn allerhand Schabernack.,
anstatt etwas zu lernen. Das wird sich ändern, sobald sie einmal anfan~en zu inkar.
meren.
'Y 3

Das nächste Zitat gibt gekürzt den fJ.II einer Frau wieder, die sich mit Seelen beschäftigt, die ihre Inkarnationen chen erst hcgonncn haben:

Ich habe alle Händt· voll zu tun mit m~inen sieben Faulpelun. In ihn•r
nächsun Inkam11tion möchten sie gerne Playboy und PltJygirl spielen. Sie
-:;.:ollen einfach Kinder bleibt•n, ohne sich dem Ernst des Lebens zu stellen. F.s
gibt nichts Schöneres für sie 11ls u:eltliche Vergniigungt•n, denn d11 muss man
sich nicht mit der Realität dHSf:inandcrsrtun. Am &J.·ichrigsten ist für sie, Jass
sie in ihrem ndchsttn Leben gut tJussehen. U!dnt, mein iiltt•rcr Geist/ührer,
h11t sie in meiner Obhut geLusen, und er m.Jcht sich rar. Ich muss genehen,
dass ich sehr nachsichtig bin. it:h verltJsse mich zumeist aufSanftht·it und Liebe. Einige meiner I.ehrerkollegen sagen, dass sit• durch mich hoffnungslos
'lJerdorben 'ü.:iirden. Ich u·eiss, dass ('S Lehrer gibt, die sich von solcht•n Schü-

291

lern frustrieren /11ssen und zu iibermiissiger Strenge greifen, besonders bei den
beg11bren. Der Rat imeressit•rt sich fiir meine Unterrichcsmethoden. Er möchlt' meine Theorien über Frrizügigkt·it t•mer Prüfung untt•rziehen. Meine Vorstellung von UnteTTU:ht beJtehr darin, dass dieH' Kz-nder t·ine sch"ellcre Entu.:icklung durchmilchen u·crden, sobald sie sich einmal eim·n Ruck gt•geben
haben, da ihr Selb5tbe--~·ltsszsein keinen Schaden genommen IMt, u·ie d1u bei
Bestrafu"gen mit zu frühl'n Rückschligen der Fall ge-.usen -r.::iin•.

Ethiker
Lange Zeit hielt ich den Ethikunterricht für einen Teil des gesamten Lehrplans, anstatt ihn als eigl"ncs Spezialgebiet zu betrachten. Im nächsten Fall geht es um einen
26-jährigL·n Mann aus Dctroit auf Ni ..·eau V, dessen Name in der geistigen Welt Andarado lautet. Anrangs wollte ich ihn davon ahbringen, eine ~piritucllc Rückführung bei mir 7.U machen. Normalerweise nehml' ich nämlich keine Klienten unter
drcissig. Ich glaube 1llcht, dass junge Menschen unter normalen Umständen schon
genügend Wegkreuzungen auf ihrem Lebensweg be"·ältigt hahcn. Es kann sein,
dass ihre GcJächtnishlockadC"n zu stark sind oJcr Jass ihre Geistführer während
der Hypnose I lindemisse auftürmen, weil sie das Gefühl haben, Jass ihre Schüler
noch nicht so weit sind, einen Blick auf bestimmte karmische Gegebenheiten zu
werfen. Andarado war eine Ausnahme, und ich freue mich heute, Jass er meine
Vorbehalte zerstreuen konnte.
Diesl·r Klient hatte mir elnen Brief geschrieben, in dem es hic:ss: -Ich möchte
gerne meine unsterbliche IJcmität kcnnenlernen, denn ich hahc schon seit Langem
das Gefühl, dJ.ss ich über Dinge Besl'heid weiss und f-ähigkeitcn besitze, die ühcr
das hinausgehen, was für mein Alter normal wäre.• Dcranige Sätze hörc ich \"OO
vielen jungen Leuten, doch nach einer Sitzung bei mir merken sie oft, dass ihr Entwicklungsstand nicht ihren Erwartungen entspricht. Auf diesen Klienten traf das
nicht zu. Als ich ihn kenncnlcrnte, fiel mir sofort seine Ernsthaftigkeit, Wachheit
und Eigenständigkeil auf, Eigenschaften, die ich hl·i jemandem seines Ahers ungewöhnlich fand.
Im Verlauf seiner Sitzung stellte sich heraus, dass Andarado zum ersten Mal
w.ihrcnd des Aufkommens der babylonischen Kultur auf Jer Erde inkarnicrle, was
in irdischen Zeitläuften gemessen für meine Begriffe bei einem blauen Licht. das
seine Entwicklungsstufe anzeigte, ziemlich spät war. Gernäss Sl'inen Worten begannen seine Inkarnationen auf einer anderen, dunklen, ruhigen Welt, auf der es intelligente, aber vcrhältnismässig emotionslose Lebensformen gab, die arn Aussterben
waren. Diese Welt hane sich der Vernunft und Logik \·erschrieben. Andarado bat
schliesslich darum, auf eine hellere Weh gehen zu dürfen, wo er in ein sensibleres
Wesen inkarniercn könn1e. Man schickte ihn auf Jie Erd'-··
'«'ährend wir seine früheren Erfahrungen als Lehrer in einem Unterrichtsraum
in Jer geistigen Weh durchgingen, kam ans I .icht, dass sich Andarado dafür interessierte, wie magnetische Energie das intelligente Verhalten auf bestimmten Wehen

]9]

K ~~·~rrL !I

l)it" .;;n-Ie unJ 1hn· \Vc-Lic-n·nl•'-'ickluu~,:

bccinnusscn kann. Seine letzte Aufgabe bestand Jarin, Gehirngewebe für ein kleines, katzenartiges Wesen zu schaffen. Andarado erläuterte: •Ich schaffe ein F.nergiegerüst, urn Verhahensmuster aufzuzeichnen und 7-U untersuchen. Dabei muss
ich aufpassen, dass ich nicht eine 12-Voh-Banerie an ein 6-Volt-System anschliesse.• Ich nahm an, sein Studienziel sei es, Meister des Entwurfs zu wL·rden. Doch ich
sollte eine Überraschung erleben.

Fall 56
Dr. N.: AndaraJo, wir haben über Jeine Arbeit in der geistigen Weh gesprochen. wo
du Schüler unterrichtest. Du hast auch etwas erzählt von deinen f-orschungcn auf
dem Gebiet der Energieschöpfung im Zusammenhang mit Gedankemurgängen hci
niederen Lebensformen. Ich zieh<.· daraus Jen Schluss, dass du dich auf eine Spezialistenlaufbahn als Lehrer oder Konstrukteur vorbereitest.
k.: {iachenö) Falsch geraten. Ich befinde mich in der Ausbildung 7.um Ethiker.
Dr. N.: So? Und was ist mit den eben erwähmen Bereichen. mit denen du dich bislang beschäftigt hast?
K.: Das waren quasi VorbereitungsstuJiengängc, um mich besser auf meine Arbeit
als Ethiker einzustimmen. Die Beschäftigung mit dem Moralkodex intelligenter
Wesen ist meine Leidenschaft.
Dr. N.: Aber gehört es nicht zu den Grundlagen der Arbeit .aller Lehrerführcr, sich
mit Moral, Wenvorstellungen und den gängigen Um~an~sformcn auseinanderzusetzen?
K.: Schon, doch die moralischen Prinzipien im Verhältnis zu objekti\"en Werten
sind deran grundle-gend für die Entwicklun~ Jes Menschen, dass man sich auf dieses Gebiet spezialisieren kann. In der Regel sitzt in jedem Ältestenrat ein Ethiker.
Dr. N.: Warum hast du so \'iel Zeit auf einer anderen \\'eh verbracht, ehe du auf die
Erde kamst?
K.: jeder Ethiker zieht einen Nutzen daraus, wenn er auf dem Gehi1..·t der Morah-or·
Stellungen anderer intelligenter Wesen beschlagen ist.
Dr. N.: Nun gut, was ich wissen möchte ist, wie \·icle Schülerseelen dir zugereilt
worden sind, als du zwischen deinen Lehen angcfanl';en hast, gernäss Jeiner wahren
Berufung zu arbeiten?
K.: Zunächst \\·aren es nur zwei.
Dr. N.: Ich nehme an, das waren sehr junge Sedcn?
K.: ja. doch das hat sich geänden, jetzt unterrichte ich 18 Seelen der Mittelstufe.
Dr. N.: Weshalb gestattet man dir, mit Wesen auf Niveau lll zu .arbeiten, obwohl du
doch deine lnkarnationL·n auf der Erde noch ~ar nicht abges~..·hlossen hast?
K.: Gena.u das ist Jcr Grund, weshalb man mich momentan mit dieser Aufgabe hetraut hat. Ich habe noch nicht genügend Erfahrung, um Jen ncH.:h nicht so weit entwickelten Seelen zu helfen, die in grossen Sch'\\•ierigkeiten sind. Man belastet mich
.aufgrund meiner mangelnden Erfahrung noch nicht mit wirklich schwierigen Fällen. Reiferen Seelen kann ich aber mit Rat und Tat zur Seite stehen, da ich vor noch
nicht allzu langer Zeit in derselben Situation gewesen war wie si1..·.

29J

Or. N.: Arbeitest du mit deinen Schülern sowohl in der ~eiSligen Welt als auch wenn
sie sich auf der Erde befinden?
K.: [ohne ZOge~nJ Nicht in den Phasen, in denen sie auf der Erde inkarniert sind.
Das ist Jas Vorrecht ihrer Lehrcrführcr. Ich arbeite nur in der geistigen Weh mit ihnen.
Or. N.: Inwiefern hancleh es sich bei der Ethik um einen Prüfstein für menschliche
Wesen?
K.: Weil es zumeist kein Problem für Menschen ist, moralis~.:hcs VL·rhahcn links liegen 1-u lassen und die eigenen Handlungsweisen zu rationalisieren.
Or. N.: Würdest du sagen, der Grund dafür ist Jcr, dass Jer Durchschnittsmensch
ganz pragmatisch die Auffassung vcnrin, das Ziel rechtfertige die Mind, wenn es
darum geht, individuell criolgreich zu sein?
K.: Ja, und das st.:h(:im für Jen Menschen den Gegenpol zum Uni\·ersalismus zu bilden.
Dr. N.: Siehst Ju irgendwelche Lüsungswcge im Konflikt zwischen Universalismus
und rücksichtslosem Individualismus. was unsere Einstellungen J.nbdangt?
K.: Sich für die Verbesserung der Weh einzusetzen würde schliesslich (i.lrauf hinauslaufen, der Intoleranz jenen gegenüber, die anders sind als wir selbst. eine Absage zu cneilen. Das Streben nach persönlichem Status und elitäres Gehabc sind die
Wurzel des Konflikts, Jenn diese Dinge werden mir Glück gleichgesetzt.
Dr. N.: Das heisst, in deinen Augen besteht das Dilemma in einem lnteressenkonflikt, weil Jas Streben nach pl•rstlnlichl·m Glück und die Verfolgung individueller
Ziele der Minderung des Leids dc:r Menschheit übergeordnet werden?
K.: Für \'iele auf diesem Planeten ist dies das Dilemma Jer Sdhstsucht.
Dr. N.: Kannst du dnu noch erv.·as mehr sagen? Soll das heissen, dass der Mensch
... on Natur aus selbstsüchtig ist und scines~leichen nicht als ~lciehhl'fl't'hti~t anerkennt?
K.: Das ist das Dilemma, in dem der Durchschnittsmensch steckt, auch wenn viele
sich einbildl·n, sie hätten keine Probleme mit übenriebcncr Sdbstbezogenheir. Das
ist die grosse Herausforderung für mich, wenn ich auf der Erde inkarnien.:, und Jas
macht meine Arbeit hier so schwicriv;. Was Moral und Ethik anhclangt, so besteht
die Lektion, die der Seele auf der Erde erteilt "'·ird, darin, in einen Körper hineingeboren zu werden, dessen lnstinktl'- also das eigentliche Wesen - gan7. auf das
Überleben des Einzelnen gerichtet sind. Die Not der anderen kommt erst an zweiter Stelle.
Dr. N.: Gibt es nil'hts am Menschen, das \"On Natur aus gut und mit dem Gewissen
einer Seele verbunden ist?
K.: Doch, natürlich. Das ist ein ~-ichtiger Bestandteil meines Spe7.ialgebiets, nämlich dieses Gute.: im Mc.:nschen zu entwickeln, soda.~s damit auf die schwieri~en Umstände auf der Erde rear;iert werden kann.
Dr. N.: Muss das Bedürfnis nach Selbstständigkeit unbedingt im Gegensat7. stehen
zu dem Bestreben, auch Jas Wohl der anderen im Auge 7.u haben?

]94

II. Ar Irr 1 ll - n;,,; Sn·lc unJ ihr..- W..-itc-r..-ntu·i..:klun~

K.: Individuelle Ideale und Wenvorstellungen können dazu führen, Jass die Gesells~;haft

als Ganzes im Gleichgewicht ist, vorausgesetzt, wir sind in vollständi~ern
Kontakt mit der Rechtschaffenheit des Seelengeistes als 7.enrraler Kraft des Selbst.
Dr. N.: Welcher Rat wäre am hilfreichsten für deine Schüler, bevor sie auf die Erde
gehen?
K.: {i('msend} Sie sind wie Rennpferde, also ermahne ich sie, geduldig zu sein und
sich zu zügeln. Der Energieanteil, der dafür \'erwendet wird, den menschlichen
Körper zu beherrschen, muss sorgfähig eingeteilt werden. Sie sind in der Phase, in
der sie lernen müssen, ethisches Verhalten fein auszutarieren. Wenn sie in einer
~robstofnichcn Weh wie der Erde Iehen, müssen sie sich Ja\·or hüten, von ihr absorbicn zu werden, um ni,ht untcrzu~chen.
1t

.~

Nach dieser Sitzung dachte ich darüber nach, wie viele Physiologen der Ansicht
sind, dass der mcnschlicht.· Sinnesapparat aufgrund unserer primitiven Ursprünge
überentwickelt sei. Seit der Steinzeit benutzt der Mensch den Angriff oder die
flur.:ht als Überlebensstrategic. Wir stehen in unserer Evolution an einem Punkt, an
dem das Gehirn nach wie vor keine vollständige Kontrolle übt.·r unsere körperlichen Reaktionen besit:r.t. Wird der emotionale Stress 7.U gross, neigen wir 7.U irrationalem Verhalten. C. G. Jung sagt dazu sinngemäss, dass das Rationale und das
Irrationale nebenelnandcr existierten, dass ~:in gesunder Mensch die Wirk weise beider Kräfte in sich seihst erkenne und dass wir unscrl' Neurosen und körperlichen
Gebrechen als unbewusste Wenmuster betrachten sollten.
Die meisten ~·1enschen machm zu Beginn ihres Lebens jede Menge dumme
Fehler und ~·erden erst gegen Ende des Lebens etwas klüger. Der Sinn und Zwcr.:k
immer neuer WicJcrgcbuncn besteht darin, dass wir eines Ta~es schon früh:r.eiti~
die richtigen Enucheidungen treffen und von Anfang an ein produkti\'tS Leben
lühren. Dabei lassen wir uns häulig von unserem E~o leiten und vergessen, Jass
das, was für uns gut ist, im Allgemeinen auch anderen guttut. Leider hatte der Philosoph Imm.mucl Kant Recht, als er sagte: ·Wenn wir an Jie U nstcrblichkeit der
Seele ~Iauben, geschaffen \'On einer göttlichen Quelle, so sct7.t dies freien Willen
\'Oraus. der nicht unbedingt moralisches Verhalten miteinschliesst. •
Der Bedarf an bhikcrst.•clcn ist sehr gross. Es gibt triftige Gründe Ja für, dass die
Handlungen man~;her Menschen negati\"e Resultate :r.eitigen, wenn beispielsweise
eine unterentwickelte Seele in Koexistenz lebt mit einem gestörten menschlichen
Gl·ist. Aufgrund dieser Bedingung kann der freie Wille, mit dem sich auch positi\'e
Entscheidungen treffen liesscn, eingeschränkt werden. Ich hahc aber versucht zu
i'.eigcn, dass die Seele in der geistigen Weh dieses Argument als Ausrede dafür, dass
sie die Emotionen des ihr zugeteilten Kürpers nicht beherrsr.:hte, nicht akzepticn.
Wenn wir t.·int.· positiv<.· Enrwicklung anstreben, besteht die beste l.iJsung für alle darin, den Pro7.ess fortwährender Evolution nicht 7.U unterbrechen. Ehe unsere
Geistführer ihr jet1.iges Potenzial erreichten, waren sie in der gleichen Situation wie
wir heute. Wir erhalten viele Körper :r.ugeteih. und alle sind unvollkommen. Anstatt sich zwanghalt auf einen Körper zu konzentrieren, der uns nur für ein Lehen

29l

zur Verfügung !iteht, sollten wir uns auf die Weiterentwicklung unseres Seelenselbst
konzentrieren und auch unserer spirituellen Kraft vertrauen. Wenn wir uns daran
halten, werden "-'ir die Fähigkeit entwickeln, eine Bindung mit anderen einzugehen, sodass wir schlicsslich Jas Oilcmma der moralischen Unterscheidungen
durchbrechen können, wie im let7-ten fall ;6 geschildert wurde.

Die Harmonisicrer der Seele
Dabei handelt es sich um eine breit gestreute Gruppe nm SpC?iJiistcn, die sich in
\·ide Untergruppen gliedert. Doch bei meiner Arbeit mit so vielen Menschen erkenne ich auch, dass es trotz aller Spe:tialgcbiete eine Verbindung und gcgcnseiti~e
Abhängigkeit zwischen allen Seelen gibt. Die in diesem Abschnitt beschriebenen
Seelen inkarnieren häufig in Bereichen der KommunikJtion, wobei sie in \'ielerlei
Rollen schlüpfen. Wenn es sich um körperlose Wesen handelt, so arbeiten sie auf
der Erde, um beeinträchtigte Energien wiederherzusteiJen. \'<'enn sie inkarniert
sind, kann es sich um Suatsmänner, Propheten, Bmcn mit ungewöhnlichen Nachrichten, Unterhändler, Künstler, Musiker oder Schriftsteller handeln. In der Regel
sind sie d.unit beschäftigt, die Energien Hln Ereignissen auf der Erde zu houmonisieren, bei denen mensL·hliche Beziehungen eine Rolle spielen. Es kann sich um
Personen des öffentlichen oder privaten Lebens handeln, die ihre Akti\'itiiten hinn:r den Kulissen enrfalten. Wir haben es hier nicht mit Heilern im traditionellen
Sinne der Einzelarbeit am Menschen zu tun, denn Harmonisiererseden sind in
~rösseren Zusammenhängen täti~, um negati\'e Energien zu zerstreuen.
In meinem ersten Buch DIE REISE:" DEH. Sl·.EI.E finden sich Berichte über die
Weisen - sehr weit entwickelte Set•lcn, die nach wie vor auf der Erde inkarnieren,
obwohl dies für ihre persönliche W'citcrentwicklung nicht mehr erforderlich wäre.
Wie ich in Erfahrung gebracht habe, handelt es sich dabei um Sprachkundige auf
sehr hohem Niveau, die die fähigkeit besit7.cn, Wörter in Schwingungstönen aus7.udrücken, die einen tiefen Eindruck auf Jen Zuhörer machen. Auf~abc dieser Wesen ist es, der !\.·1enschheit auf einer sichtbaren Ebene zu helfen. Sie ziehen es \"Or,
unauffällig und ausserhalb des Rampenlichts der ÖffcntlichkL·it zu bleiben. Nach
meinen Erkenntnissen gibt es nicht viele von diesen Seelen. Diese sehr ~·eit entwickelten, alten Seelen gelten als aktive Beobachter der Geschehnisse Juf Jer Erde. Sie
berichten über Tcmlen7.en im Zusammenhang mit der Menschheit, die ihrer Ansicht nach besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Aus diesem Grunde ordne ich sie
der Gruppe Jer Harmonisiercrseclcn zu.
Laut meinen Klienten sind diese Weisen in gewisser Weise mit einer anderen
Gruppe von Spezialisten der ~eisti~en Welt verbunden, die sie als .. Beobachter• hezeichnen. Diese Wesen inkarniercn nicht, sondern erhalten aus vielen Quellen Informationen über Jie Lebensbedingungen auf der Erde und auf t~.ntlercn Wcltt·n.
Ich besitze so gut wie keine Informationen über sie. Das wcnigt·, das ich über sie
weiss, stammt von ein paar Klienten, die mir dariiher aufgruntl ihrer Ausbildung
zum Harmonisierer etwas sagen konnten. Ein Beobachter dürfte wohllnformarionen an anden· I larmonisicrer weitergeben, die damit betraut sind, die Auswirkun]96

gen verschiedener Kräfte zu mildern, durch die auf der Erde Unruhe gestiftet wird.
Im folgenden fall geht es um eine Seele auf Niveau V namcns Larian, der ~cradc
seine Ausbildung als Harmnnisierer ahsolvien.

Fall 57
Or. N.: Luian, könntest du mir erklären, was es mit deiner Auf~ah1.· auf sich hat und
was du genau machst?
K.: Ich bin 7.war blutiger Anfänger, aber ich will es versuchen. Um den Menschen
zu helfen, lerne ich, die disharmonischen Energien auf der F.rde auszugleichen.
Dr. N.: Heisst das, du beschäftigst dich mit geophysikalischen Elementen auf Jer
Erde, etwa Stürmen, Feuer oder Erdbeben?
K.: Ich habe Freunde, die sich damit auscinandersctzen, doch ich habe damit nichts
7.U tun.
Dr. N.: Gut, bevor wir uns mit deinen Aufgaben beschäftigen: \X'as lernen deine
Freunde?
K.: Sie sorgen dafür, dass die nach Naturkatastrophen auftretenden negativen folgen, die eine grosseMenge negativer Eneq~ie erzeugen, abgeschwächt w1.·rden.
Dr. N.: Warum sorgen di1.• Kräfte, die es in der geistigen Welt gibt, nicht einfach dafür, dass si~:h diese Naturkatastrophen erst gar nicht ereignen, sodass vielen Menschen von vornherein Leidcrspan wird?
K.: [schJrrelr den Kopf] Dann wären es keine Naturkatastrophen mehr, Jic aber als
Teil der Lehensbedingungen auf der Erde angelegt sind. Harmonisiererscelen mischen sich nicht in Wirkweisen der Kräfte ein, selbst wenn sie die Fähigkeit dJZu
hätten, die ihnen jedoch gernäss meinem Eindruck fehl!.
Dr. N.: Worin besteht ihre Aufgabe dann?
K.: Den Samen kohärenter Energie in die gestöne Eneq~ie hinein7.utragen, um ~ros­
se Men~en negativer Energie zu neutralisieren. Sie nutzen dabei Polarit::it und Magnetkräfte, um den Menschen 7.U helfen. [grr•1se'1d_l Wir nennen sie die Staubsauger.
Dr. N.: Gut, und was ist nun deine Aufgabe in diesem Zusammenhang?
K.: Ich hoffe Einfluss nehmen zu können auf Katastrophen. für die unmittelbar der
Mensch selbst verantwonlich ist.
Dr. N.: Wie viele weitere Schüler gehören zu deiner Gruppe?
K.: Vier.
Dr. N.: Arbeitet ihr daran, zukünftige Kriege :1-u verhindern?
K.: [beunruh1g:] Ich glaube, du verstehst nicht, worauf ich hinaus will. Bei unserer
Ausbildung geht es nicht darum, in den Gehirnen jener Leute herum7.upfuschen,
die den Menschen Leid verursachc=n.
Dr. N.: Weshalb nicht? WillstJudamit sagen, dass du in deiner Eigenschaft als Har·
monisierersecle nicht das Bedürfnis hast, Einfluss auf einen Psychopathen lla llitlcr zu nehmen, der \'Oll seiner Zerstörungswut bes1.·ssen ist?
K.: Der Geist eines Psychopathen ist vernünftigen Argumenten nicht zugänglich.
Ich werde dazu ausgebildcl, in der Umgehung besonnener Köpfe für positive Energie 7.U sorgen, damit diese den Dingen ein anderes Gesi~:ht g1.·ben können.
297

Dr. N.: Bedeutet das nicht ein Herumpfuschen am freien Willen, an Ursache und
Wirkung und am Gesamtkomplex karmiseher Einllüssc?
K.: [PGuse] Die erforderlichen Bedingungen für die Entfahun):; von Ursache und
Wirkung sind bereits in Gang gesetzt. Indem '9.'ir Wellen aus positiver Energie an
die richtigen Adressaten senden, wollen wir dem rationalen Denkt'n mehr Platz
einräumen. Wir bieten keine Lösungen an, sondern eine gelassene Atmosphäre, in
der ein Dialog möglich ist.
Dr. N.: Nun, ich habe den Eindruck, dass du zwischen 1.wei Stühlen sitzt und nicht
weisst, w.ls du tun sollst.
K.: Dann kann ich mich dir nicht richtig versrändlich machen. Vielleicht hilft es,
wenn ich erläutere, was ich momentan tue. Meine Ausbildung besteht d.1rin, mei·
nen Encrgit.•slrahl so aus7.urichten, dass ich die Krähe negativer menschlicher Energie, wie sie tagtäglich auf der F.rde erzeugt wird, aullöscn und neu strukturieren
kann. Stell dir einen Staudamm vor, mit dem Wasser ):;esammeh wird, um Jas darunter liegende Tal fruchtbar machen zu können.
Dr. N.: Ich bin 7.war immer noch nicht genau im Bilde, doch fahre ruhi~ fon.
K.: [RNiuldtR} Ich begebe mich in einen grosscn Kuppclbau, um don mit meiner
kleinen Gruppe zu üben. Wir h.1ben eine sehr versicne Lclm:rin namcm Arlctt, die
sofort merkt, wenn wir Fehler machen. llier üben wir uns in der Kunst, disharmonische Schwingungen auszugleichen. Ziel dieser Übung ist es, grosse Massen gestörter Energiefelder auf der Erde in Ordnung zu hrin):;cn.
Dr. N.: Was passiert in dem Kuppclbau?
K.: Er ist die geometrische Grundlage für bestimmle Schwingun~en und lmen:alle,
um aus grossen Gruppen unberechenbare menschliche Gedankenwellen zu simulieren. Dass heisst, man bringt es absichtlich in Unordnung, damit wir für einen
Ausgleich und neue Harmonie sorgen können.
Dr. N.: I Im ... um so dafür zu sorgen, dass harmonische Ged.1nken besser ausgedrückt werden können?
K.: Richtig: Gedanken und Kommunikation. Wir beschäftigen uns auch mit Stimmlagen und analysieren deren Ht.•deutungen, denn auch die künnen ne):;.ativc Auswirkungen haben. Wir wollen jenen helfen, die sich sdbst helfen möchten- ohne uns
jedoch direkt einzumischen.
Dr. N.: Gut, wenn du einmal eine "oll ausgebildete Harmonisicrersecle sein wirst,
welche Macht steht dir Jann zur Verfügung?
K.: Wir werden Absender gereinigter Energie sein, um auf brciu~·r Basis der Desillusionierung einen Riegel vorzuschieben. Die Melodie einer Harmonisiererscclc erfüllt die Korridore der Erde mit Zuversichtlichkeit. Wir sind Boten der Hoifnung .

.., ..

;

Nachdem ich den Berichten einer ganzen Reihe von Harmonisicrcrseelcn zugehört
habe, bin ich zu der Auffassung gelangt, dass jene spirituellen Meister, die dieses
Labor des Chaos namens Erde geschaffen haben, die Maschinerie nicht bloss in
Gang gesetzt und sich dann schlicht und einfach davongemacht haben. Es gibr sehr
wohl höhere Wesen, denendarangelegen ist, Jass wir ühcrlehen, und die uns des298

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S

Oie Seele und ihre

\l:'cirercnrv.:i.:kluu~

halb im Au~e behalten. Daran habe ich, ganz offen gesagt. die meiste Zeit meines
Lebens selbst nicht geglaubt. Es gibt, so höreich immer wieder von den Hannonisicrcrseclen, ein gemeinsames Thema. Sie möchten den Menschen die Mittel J.n die
H.1nd geben, um sich selbst helfen zu künnen, doch sie sind nicht unser Gt.·wisscn
und misC"hcn sich nicht in unseren freien Willen ein. Wir "'Urden deshalb geschaffen und auf die Erde geschickt, um unsere Probleme innerhalb der Matrix einer intelligenten Lebensform 7.U lösen, die sich schwierige U mweltbcdingungen ausgesucht hat und sich wohl mit Leid, aber auch mit Schönheit und vielversprechenden
Möglichkeiten auseinandersct:tcn muss. Es gilt, dieses Gleichgewicht in unserer
Alltagsrealität zu erkennen. Ein altes chinesisches Sprichwort lautet: •Sorgfältig
zählen wir unsere Qualen, verschwenden jedoch kaum einen Ged.1nken an die Segnungen, die uns 7.Uteil werden.•

Die Meister des Entwurfs
Während es sich auch bei diesem Thema um ein breit gefächertes Spczial);ehict han·
delt, sind die Haupt\·ertretcr in 7.wei wichtigL· Untergruppen einteilhar. Im Rahmen
einer geophysikalischen Umwelt finden sich Konstrukteure reiner Materie, ahL·r
auch jene. die unter denselben Bedingungen Lebewesen schaffen können. Die wenigen Meister des Fnrwurfs, auf die ich während meiner Arbeit gestossen bin, befinden sich in der Ausbildun~ und beschäftigen sich mü "l"ätigkeiten innerhalb eines
physischen Unin~rsums, wobei es sich häufig um unbewohnte Planeten handelt,
die sich in der Abkühlungsphase befinden und Jus Sternen entstanden sind. jene
Seelen, die sich mit der Schaffung von Lehensformen beschäftigen, suchen sich
Welten aus, auf denen sich neu es Leben entwickelt.
Ich werde mich nun 7,unächst mit den Tätigkeiten der Konstrukteure von Materie befassen, die darin ausgebildet werden, Energie für den Entwurf gcolo~ischer
Formationen einzuset:tcn. für mich sind das Raumeister der Topografie, die mit
den Elememen arbeiten, aus denen die Oberfläche unseres P\;meten besteht. Da~u
gehören etwa Berge oder Wasserflächcn, aber auch die Atmosphäre und das Klima.
Auch wenn diese dabei mit Seelen 7.usammenarbciten, die quasi als Landschaftsgänner Pnanzcn, Bäume und Lebewesen schaffen, gilt diese Arbeit dennoch als eigenständige schöpferische l.eis[Ung. Zumeist beginnt ein Konnrukteur in der geistigen Welt seine Arbeit damit. Dinge zu schaffen, die ihm bereits hebnnt sind.

Fall 58
Dr. N.: Wie viele Sl·clcn gehörten zu deiner ursprünglichen Clustergruppe?

K.: 21 ... wobei wir mittlerweile in alle Winde zerstreut sind.
Dr. N.: lleisst das, du h.1St nicht mehr viel Komakt mit der ursprünglichen Gruppe?
K.: [nothcJenkkh} Nl·in ... darum geht es nicht ... wir sind eben nur nicht mehr zusammen. Wir arbeiten nicht mehr als Team. [mrt freutldkhf" Mierw} Ich trefft.· mich

bei anderen Gelegenheiten mit meinen alten heunden.
Dr. N.: Sind Mitglieder J.Us der alten Gruppe bei dir?
K.: Drei ... und 7.wei sind zurückgchlichen.
199

Dr. N.: Wie ... iele Seelen sind deinerneuen Gruppe 7.ugeteilt worden?
K.: Zurzeit acht, und '\\'ic wir gchön haben, soll noch eine da7.ukommen.
Dr. N.: Ich würde gerne wissen, wie sich dieser Wandel \'ollzogc:n hat. Kannst du mir
schildern, wie du die l.oslösun~ aus deiner ursprünglichen Gruppe empfunden
hast?
K.: [Ionge PGuse} Nun, 7.unächst fiel mir auf, dass ein anderer Geistführer immer
häufiger in unseren Unterricht kam. Sein Name ist lia.atak. Er wurde \'On meinem
Führer Eirow ein~eladen, um uns eine Zeit lang zu beobachten.
Dr. N.: Kam Baatak rein zufällig die ganze Zeit über in euren Unterricht?
K.: Nein, er kam nur, wenn wir gerade etwas schufen.
Dr. N.: Und womit wan ihr in jener Phase gerade beschäftigt?
K.: Es ging um die Verwendung \·un Energie bei der llerstcllung \'On Dingen. Als
Bildhauer schaffe ich gerne Dinge, die \'On Nut7.en sind.
Dr. N.: Ich nrstche ... ich werde später darauf zurückkommen. Hat Baatak während seiner Besuche aktiv bei euren Gruppenaktivitäten teilgenommen?
K.: Nein, er war nur Beobachter. Seinem wachsJmen Auge entging wähn:nJ der
Bauphasen nichts, was wir taten. Gelegentlich stellte er bestimmte Fra~en, etwa wie
die Arbeit, mit der wir uns gerade beschäüigten, voranging oder ob wir das Gefühl
hauen ... dass wir uns damit identifizieren konnten.
Dr. N.: Wie war deine Einstellung zu Baatak 7.U dieser Zeit?
K.: F.r war mir sofort sympathisch. Ich glaube, er hat gemerkt, dass ich voll hinter
dem stand, was wir taten.
Dr. N.: Wie ging es mit dir und Ba.ua.k weiter?
K.: Nach einer Weile fdre• ,o..·e.•rere., Leben] wurden einige weni)!;c von uns ausgesucht, mit ihm zusammen in eine neue Gruppe zu gehen, die gerade gebildet wurde. Ich erinnere mich, dass ich H yaß[h gerne dabei gehaht hätte ... um mit ihr ZUsammensein zu können.
Dr. N.: Was bedeutet dir Hvanth?
K.: Sie ist meine Seelengefährtin.
Dr. N.: Und hat sie dich in die neue Gruppe begleitet?
K.: Nein, Hranth hat sich nicht besonders viel aus dieser Arbeit gemacht ... sodass
sie sich einer anderen Gruppe anschloss, die neu gebildet wurde.
Dr. N.: Was gefiel Hyanth nicht an deinerneuen Gruppe?
K.: Lass es mich so .ausdrücken: Ich schnitze und forme Energie gerne und c:xperimenticre mit Jen ßt:ziehun~en zwischen Ebenen und geometrischen Figuren als
Baublöcke der Materie.
Dr. N.: Und H\'anth?

K.: [srolz] Sie beschäftigt sich lieber mit dem Entwurf jener Dinge, die die Umwelt
verschönern, sodass etwas gedeihen kann. Sie ist eine begnadete Landschaftst;ärtnerin. Während es mir nicht schwerfälh, einen passenden Bergrücken zu entwerfen,
ist sie mehr an den Pflanzen und Bäumen interessiert, die dort wachsen würden.

JOO

Dr. N.: Damit ich dich richtig \"erstehe: Du begibst dich einfach in eine physische
Weh und schaffst dort Ber~e, während jemand wie l-tvJ.nth sich auf Lebensformen
wie Bäume konzentriert?
K.: NL·in, wir arbeiten mit physischen \'\'ehen, die die ~eolo~ischen Kräfte hcr\'or·
bringen und in Bewegung setzen, die den Berg schliesslich entstehen lassen. Meine
Konstruktionen müssen nicht belebt :;ein. Und I Innth schaHtauch keinen Wald
mit ausgewachsenen Bäumen für Welten, auf denen es Leben gehen könnte. Vielmehr entwerfen ihre Leute die Zellen, aus denen schliesslich jene Bäume hervorgc·
hen, die sie sich vorgestellt haben.
Dr. N.: Heisst das. dass deine Gruppe und die Gruppe ,·on I Iyanth \'Oneinander getrennt sind?
K.: [t1e( seu(Lerrd) Nein, sie arbeitet in unmittelbarer Nachbarschah.
Dr. N.: Wie fühh es sich an, in einer neu (:;ehildeten Gruppe zu sein?
K.: Ich glaube, so richti~ werde ich von meinen alten frcunJcn nie getrennt sein.
Wir haben uns in vielerlei Hinsicht ~etenseitig eq~änzt und in J.JI unseren Leben
über Tausende von Jahren hinweg gegenseitig unterstützt. Jetzt ... nun, die neue
Mischung ist etwas merkwürdig. Was unsere alten Gruppen anbelangt, sind wir alle derseihen Auffassung. Jeder hat einen anderen Hintergrund unJ :tndL-rL' Erfahrungen gemacht, wir müssen uns erst daran gewöhnen.
Dr. N.: Würde es zu weit gehen, wenn ich sage, Jass L'S :~.wischen den MitglieJcrn
deiner ncuen Seelengruppe Riva1itäten gibt?
K.: [Rr.nsend) Allerdings ... wir alle sind von dem Wunsch beseelt, 7.um Ganzen beizutragen, indem wir einander helfen. Die Neckereien aus unserer ursprünglichen
Gruppe gehören der Veq~an);enhcit an. llicr herrscht mehr Ernsthafligkeit. jeder
bringt seine eigenen Begabungen, Vorstellungen und Geptlogenhcitcn mir. Wir erkennen, dass Baatak dabei ist, eine einheitliche Gruppe zu bilden, unJ wir lernen
gerade, den Fähigkeiten der anderen grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist eine Ehre, dieser Gruppe anzugehören, wir haben aber immer noch Schwächen.
Dr. N.: Was ist denn deine Schwäche?
K.: Ich habe An~:;st dan)r, mit meiner Kraft zu experimentieren. Ich 7.iehe es \'01", in
gewohntem Rahmen zu arbeiten, wo ich wt_•iss, Jass ich etwas Vollkommenes
schaffen kann. Einer meiner Freunde ist das genaue Gegenteil. Jedoch erschafft er
etwas wirklich ToiiL·s und kommt dann mit ir~endeiner \'errückten Idee, sodass eine Atmosphäre entsteht, in der keine Lebensform atmen kann. F.r verheddert sich
in komplizierten Plänen, die seine Fähigkeiten übersteigen.
Dr. N.: Kannst du mir schildern, wie du selbst ein Projekt in dl·r Klasse angehst?
K.: Ich visualisiere zuerst das, was ich haben möchte. Um eine klare Blaupause zu
erhalten, mache ich mir im Kopf ein genaues Bild davon. In der ncucn Gruppe geht
es darum, Jic richtige Energie innerhalb eines grossen Massstabes richtig umzusetzen. Beim Unterricht mit Eirow ging es um Einzelteile, während BaatJ.k darauf
achtet, dass aJies ein zusammenhängendes Ganzes bildet.
Dr. N.: Das heisst, der Zusammenhang der Encr~icclcmcntc ist sowohl für die Form
als auch für die Ausgewogenheit deiner Arbeit von Bedeurung?
301

K.: Absolm! Der Prozess wird durch Lichtenergie in Gang gesetzt, doch der Ent-

wurf muss harmonisch sein und sollte sich in die Praxis umsetzen lassen. ibekornmr
emen Lachanfall}
Or. N.: Worüber la~.:hst du?

K.: Mir ist gerade ein gemeinsames Projekt mit Hyanth eingefallen. Es war in unse-

rer Freizeit. Hya.mh und ich zogen uns gegenseitig auf, weil wir uns zu wichtig
nahmen. Sie wollte wissen, ob ich in der Lage sei, eine kleine Version der s~.:h(inen
Kirche 1.u schaffen, in der wir in einem unserer früheren gemeinsamen Leben geheiratet hauen. Ich war damals Steinmet7. p;ewesen. [•m rr~•u('to!rerl'r"en Frnnkre1ch}
Dr. N.: Hast du die Herausforderung angenommen?
K.: [immer noch luchenci) ja, aber unter Jcr ßcJin~ung, dass sie mir hilft.
Dr. N.: War das fair? Ich meine, sie ist keine Konstrukteurin.
K.: Das slimmt schon. Trotzdem erklärte sie sich bereit, die Bunq;l3sfenster und die
Skulpturen, die ihr so gefallen hatten, zu reproduzieren. Sie war auf Schönheit aus
uml ich auf funktionalität. Welch ein Chaos! Ich vcrwcnJctc zunachst nache Energiestrahlen für die Wände, und es ging auch ganz gut bei den Verbindungsbögen,
doch die Gewölbe und die Kuppel waren eine Katastrophe. Ich musste Baatak zu
Hilfe rufen, und er brachte die Dinge ins Lot.
Dr. N.: Aber ist das nicht Jlles nur EinbiiJung? [e1r:e Frage r:l1E> ,Cf1 be; solcf"e,., Sch,JcierunRen häu(1g srellej
K.: [lachend) Bist du dir da so sicher? Das Gebäude wird so lange da sein, u·ie wir

wollen, dass es für uns da ist.
Dr. N.: Und dann?
K.: Wird es vers,hwinden.
Dr. N.: Wie weir bist du mit deinen Studien?
K.: Momentan sch.1ffe ich Energieteilchen für felsformationen, wie sie auf einem
Planeten vorkommen.
Dr. N.: Legst du darauf momentan dein Haup1augcrunerk?
K.: Nein, ich muss nJch wie vor Juf mich .11lcin gestellt mit \·ielen kleineren Topografiemodellen experimentieren, um 1.u lernen, wie ich sämtliche Elemente der ~1a­
terie inte~rieren kann. Ich mache \'iele Fehler, ~eniesse aber die Aushildun~. Es
daucn nur sehr lange.
• •
Woher hat die Seele die Macht, solche Figurationen aus Materie 7.U schaffen? Meine Klienten sagen, sie verfügt über unentwickehe Fähigkeiten. die von den Lehrern
als unminelbare Quelle genähn werden. Sie sinll dl·r Auffassung, dass diese Meister ihre M.1cht von einem höheren Wesen erhalten. Dennoch ist auch in der gewöhnlichen Seele etwas von dieser grösscrcn Macht zu spüren. Ich hJbe Jahre damit 1.ugebracht, mir Fragen über diese Schöpfungsphasen zu stellen, während ich
gleich1.eilig versuchte, die bruchstückhaften Informationen über den Kosmos auszuwerten, die mir die Meister des Enrwurfs zukommen liesscn. Ich hin 1.u Jer
Schlussfolgerung gelangt, Jass intelligeme Energiewellen subatomare Teikhen

302

schaifcn und dass es die Schwingungsfrequcm: dieser Wellen ist, die dJfür 'ioq:;t,
dass die Materie auf die gewünschte Weise reJ.gien.
Die Astronomen sind von der Tatsache faszinien, dass e" eine unbekJ.nnte Energieforrn gibt, die :tur Gesamtdichte unseres Universums beiträgt, indem sie gegen
die Gravitation wirkt und den leeren Raum J.usdehnt. Ich habe bereits erwähnt.
dass eine musikalische Resonan:t intelligenter Energiewellen eine Rolle in der Kosmologie 7.U spielen scheim. Viele meiner Klienten erklären, dass die I larmonien mit
•rhythmischen Werten von Energienoten, die in einer Verhälmismässigkeit zueinander stehen• verbunden sind. Jene Klienten, die als Konstrukteurseden tätig
sind, sagen, dJ.ss diese Schöpfungen in Verbindung stehen mit der Bildung •!!,eometrischcr Formen, die als e!J.slische Muster lliessen• und zu den Bausleinen eines lebendigen Uni\"ersums gehören. Die geometrische Struktur des Raums ist anband
des Zitats eines Klienten aufS. 129 sowie in FJ.II -1-1 (siehe S. 225) beispielhaft verdeutlicht worden.
Die Meister des Entwurfs haben enormen Einfluss auf Schilpfungs\·orgän~e.
Wie mir berichtet wurde, sind sie in der La~c, U nivcrsen miteinander zu '"erbinden,
die offenbar keinen Anfang und kein Ende haben, und dabei ihre Ziele im Rahmen
unendlich vielfähiger Umweltbedingungen :tu realisieren. Ziehl man daraus logische Schlussfolgerungen, würde das bedeuten, dass diese Meisrcr - oder besser
Grossmeister - in der Lage sein müssen, die wirbelnden Gaswolken galaktischer
Materie 7.U schaffen, was gan7. am Anfang der Entwicklung der Sterne, Planeten
und des gesam1en Lebens in unserem Universum stand.
Ich bin überzeugt, dass hinter der Schaffung aller belebten und unbcleb1en Objekte intelligentes Denken steht. Diese Beobachtung stammt \"On Seelen. die ihre
Lichtenergie benutzen, um die Moleküle und Zellstrukturen lebendi~er Materie zu
erdenken, zu entwerfen und ansebliessend so zu manipulieren, dass diese physische
Eigenschaften besitzen. Au'i dem letzten Fall wurde ersichtlich, dass die Seele von
Hyanth ausgewachsene Bäume in der geistigen Welt schuf, um festzustellen, nh Jas
fertige Prndukr den Ansprüchen genügte. Dann \"ollzog sie die Entwicklungsschritte rückwärts, ging bis zu den Keimlingen und sogar Zellen des 8J.umes 7.Urück. Dies ist einer der Prozesse ~ur Schaffung \"On funktioneller Matc:ric. Ein weiteres Beispiel für diese Art Energietraining habe ich in Faii3S (siehe S. 182) ~ege­
ben, bei dem es um die Schaffung und Veränderung \"On Mäusen ging.
Auch im nächsten Fall geht es um Seelen, die sich mit lebenden Organismen beSt:häftigen. Es handelt sich hier um Biologen und Bounikcr der geistigen Weh, nach
denen auf Milliarden von Planeten aussecirdische Lebensformen existieren. h:h habe ein umfangreiches Archi\' mit Aussagen \"On Seelen, die auf anderen Welten inkarnien haben, sowie von Seelen, die eine Vielzahl von merkwürdigen Welten bereist haben, und zwar sowohl zu Studienzwecken als auch zur Erholung 7.wischen
ihren Leben auf der Erde.

JOJ

Fall

5~

Dies ist ein fall der besonderen An und bcs~häftigt sich mit einer Konstrukteurseele namcns Kala. Im Laufe der Sitzung berichtete mir die Klicntin über einen
Auftrag auf einem anderen Planeten, bei dem es darum ging, Probleme im Ökosystem 7.U lösen, was nicht durch evolutionäre Anpassung aus der Weh gl·schafft werden konnte. ßislang war ich noch nie mit einem Fall konfrontiert worden, bei dem
eine Seele auf einen Planeten zurückkehren würde, um an den dort herrschenden
Bedingungen Veränderungen vorzunehmen, denn das würde ja bedeuten, dass der
urspriinglichc Entwurf fehlerhaft gewesen war. Es war eine aufschlussreiche Erfahrung für mich, dass es sich bei Kalas Experiment um eine Veränderung der Molekularstruktur auf chemischer Ebene im Zusammenhang mit einem Lebewesen und im
Rahmen eines kontrollierten Experiments handelte.
Wenn Klienten über ihre Erfahrung mit Lebensformen auf anderen Planeten berichten, bin ich immer neugierig, um welche Galaxis es sich handelt, und ich frage
nach der Grösse des Planeten, seiner Umlautbahn, seiner Entfernung vom Zentralgestirn, seiner atmosphärische Zusa.mmensetzun~, seiner Gra\'itation und Topografie. Da ich in meiner Freizeit Amateurastronom bin, haben solche fragen natürlich einen besonderen Reiz für mich. ~ichtsJestotrotz ist es für viele Klient('n langweilig, darauf Antworten zu geben, die für sie uninteressant sind und \'Om
cigenllichen Thema ablenken. Das uns bekannte Universum umfasst I 00 Milliarden Galaxien. Jede dieser silbrigen Inseln, jeweils I.iehtjahre von der anderen entfernt, bewegt sich im dunklen Meer des Raums und enthält ~·1illiarden von Sonnen,
zu denen natürlich auch Planeten gchüren, auf denen es durch.1us Lehen gehen
könnte. Da meine Fragen zu dl·n Gegebenheiten im All für die meisten meiner
Klienten in Hypnose keine Bedeutung haben und weil die Wdten, die sie mir schildern, sehr weit entfernt \'On der Erde sind, gehe ich in der Regel einfach weiter, anstatt die Sitzung unnötig zu \'erzügern.
Kala versuchte mir klarzumachen, dass ihre Reise im Rahmen ihrer Ausbildungsklasse sie auf einen Planeten führte, der •sehr weit \'On der F.rde entfernt• ist.
Sie nannte diese Weh Jaspear und beschrieb sie als Doppelstern-System, das um einen •hcisscn gelben Stern in der Nähe· kreist, •während es in grösscrer Entfernung
noch einen dunklen roten und ~rösseren Stern• gibt. Ausserdcm berichtete sie, jaspcar sei etwas grössl·r als die Erde, die Ouane dort seien jedoch etwas kleiner. Zudem herrsche dort ein halbtropisches Klima, und der Planet werde \"On \'ier Monden begleitet. Mit etwas Überrl·Jungskunst gelang es mir, Kala dazu zu bewegen,
mir ihre Arbeit mit einem seltsamen Geschüpf 7,U schildern, Jas Tieren auf der Erde auf merkwürJigc Weise glich.
ln der Regel rücken Klienten, die sich schon auf anderen Planeten aufgehalten
haben, nur sehr widerwillig mit Informationen darüber heraus, da diese wohl nicht
für jedermann verständlich sind. Ich habe darauf bereits an früherer Stelle hin~e­
wiesen. Sobald Klienten das Gefühl haben, es wäre besser, über das ihnen im jctzi~en Leben offenbarte \X'isscn Stillschweigen zu be~·ahren, geben sie keinen Ton

J 04

mehr von sich. Das gilt besonders im Zusammenhang mir ausserlrdischen Kulturen. Ich bin natürlich enttäuscht, wenn mir mitgeteilt wirJ: • Weder du noch ich
sollen etwas über solche Planeten wissen. • Kab erläuterte ich, wie wichri~ es für
uns beide wäre, ihren Fähigkeiten als Seele näher auf den Grund zu gL·hen, und dass
ich nicht hloss ein neugieriger hagesteUer sei. Eine weirere wirkun~s\·olle Hypnosetechnik, die ich in einer solchen Situation gelegentlich einsetze, um den Widerstand des Klienten, mir Informationen über andere w·ehen zu gehen, zu umgehen,
besteht in der Frage: ·Hast du irgendwelche ausserirdischen Lebensformen kennengelernt., für die Ju dich sehr interessierst?• Dieser Frage können \·iele Seelen. ob
ihre Reise nun dem Zwecke der Arbeit oJer Jer Erholung diente, nicht widerstehen.

.,

. '~

Dr. N.: Kai~ ich "·ürdc mich gerne eingehender mit dem beschäftigen, was du mir

über deine Aufgaben auf Jaspeon mit~etcih hast. kh glaube, ~o kann ich Je in Spezialgebiet besser \'Crstehcn. Lass uns doch bine mit deiner Klasse beginnen und damit, was es mit dem Jonigcn Projekt auf sich hat.
K.: Sechs von uns wurden ausgc"-·ählt, um mit einigen erfahrenen Meistern des Entwurfs zu arbeiten, und zwar auf einer Welt, wo eine unkontrollierbar gcwordene
Vegetation das gesamte Nahrungsangebot der kleinen Landtiere gefährdete.
Dr. N.: Das heisst, es geht bei diesem Problem vorwiegend um das Ökosystem?
K.: Ja, die Rebengewächse ... es geht um einen üppig wuchernden weinrebenani~en
Strauch. Sein Wachstum ist so rasant, dass andere Nahrungspflanzen absterben.
Und die Fauna auf Jaspear har kaum noch Weiddlächc.
Dr. N.: Und diese RebcngL·wächse eignen sich nicht zum Verzehr?
K.: Nein, deshalb wurden wir mit dieser Auf};ahe heauftrJgt.
Dr. N.: [erwas voreJI,gJ ... Um dieses Unkraut dort auszurotten?
K.: Nein, es handelt sich um endemische Pllanzcn.
Dr. N.: Gut, was war dann euer Auftrag?
K.: Ein Tier zu schaffen, das die Weinreben ver7.ehren würde, um so dem unkontrollierten Wuchern dieser Pflanze Einhalt zu gebieten, weil sie Jen anJt·rcn Pllanzen ihren Lebensraum nimmt.
Dr. N.: Welches 1ier?
K.: [lachend] Es heisst Rinucula.
Dr. N.: Und wie soll das an~csichts eines Tieres funktionieren, Jas auf JJspeJr nicht
heimisch ist?
K.: Indem wir anhand einer bereits existierenden kleineren vicrfüssigen Tierform
einen Mutamen schaffen, der dann rasch wächsr.
Dr. N.: Bist du in der Lage, den };enctischen Code der DNA eines 1ieres zu \"erändern, um ein neues zu schaffen?
K.: Allein kann ich das nicht. Uns stehen die kombinierte Energie einer Ausbildungsklasse 1.ur Verfügung sowie die fähigkciten der beiden erfahrenen Entwurfsmeister, die uns auf dieser Reise begleitet haben.

JOj

Dr. N.: Du setzt deine Energie also dafür ein, die Molekularstruktur eines Organismus 7.U verändern, um die natürliche Auslese zu um~c:hen?
K.: Ja, wir bestrahlen die Zellen einer Gruppe dieser kleinen Tiere. \X'ir sorgen für
eine Mutation der existierenden Spezies und machen sie '"icl grösser, damit sie überleben kann. Da wir keine Zeit haben. die natürliche Auslese ab7.uwartcn, beschleunigen wir das Wachstum des \"icrbeini);en Tieres.
Dr. N.: Beschleunigst du auch das Wachstum der Mutation, sodass das Rinucula sofort aufraucht, oder sorgst du dafür, Jass Jas Tier selbst grösscr wird?
K.: Beides-wir wollen, dass das Rinucula grilsser wird und dass dieser cvolutionäre Wandel innerhalb einer Generation stattfindet.
Dr. N.: Wie lange dauert das gemessen in irdischen Jahren?
K.: [Pcuse] Nun ... c:twa 50 Jahre ... was für uns wie ein Tag ist.
Dr. N.: Was hast du mit dem kleinen Tier gemacht, aus dem das Rinucula entstehen
wird?
K.: Die Beine und den l>ehaartcn Kürper bssen wir so, wie sie sind- doch Jas Geschöpf selbst wird grüsser sein.
Dr. N.: Wie sieht nun ein fertiges Rinucula aus?
K.: [!achenCJ Es hat eine ... grosse gebogene Nase, die bis zu den Mundwinkeln
reicht ... grosse Lippen ... kräftige Kiefer ... eine breite Stirn ... es ist ein Vierbeiner mit Hufen. Etwa von der Grösse eines Pferdes.
Dr. N.: Du sagtest, das Fell des ursprünglichen Tieres sei beibehalten worden?
K.: Ja, das Rinucula hat ein langes rotbraunes Fell.
Dr. N.: Und sein Gehirn- ist es grösser oder kleiner als das eines Pferdes?
K.: Das Rinucula iS[ klüger als ein Pferd.
Dr. N.: Klingt wie eine Geschichte aus einem Kinderbuch.
K.: [grrnsend] Deshalb macht es ja auch so viel Spass, sich dJs Tier vorzustellen.
Dr. N.: Hat sich das Rinucula auf Jaspear bewährt?
K.: Ja, denn es ist um ein Vicliachcs grösser als das ursprUngliehe Tier und weist einige Veränderungen auf, erwa den gewaltigen Kiefer und mehr Körperkraft. Und
Jas Tierchen frisst, was das Zeug hält! Es ist ein friedfertiges Wesen, ohne natürliche Feinde, aber mit gewaltigem Appetit, wie Jas ursprün~lichc Tier. Genau das
hatten sich die Konstrukteure vorgestellt.
Dr. N.: Wie sieht es mit der Fonpnani",ung .1us? Ist mit raschem Nadw.-uchs zu rechnen?
K.: Nein, d.1s dauert seine Zeit. Deshalb mussten wir eine grossc Zahl von Rinuculas schaffen, nachdem wir die gewünschten gcnctischl·n Ei~enschaften programmiert hatten.
Dr. N.: Wcisst du, wie dieses Experiment ausgcgangl'n ist?
K.: Auf Ja!>pe.lT herrscht jetzt ein grösseres Gleichg(:wicht zwischen Jen Pflanzenfressern. Wir waren nämlich auch um das Wohl der anderen "Iiere besorgt. Da.s unkontrollierte Wachstum der Weinreben konnte gestoppt werden.
Dr. N.: Gibt es Pläne, auf jaspear auch hoch entwickelte Lebensformen einzuführen
-geht es let7.tlich darum?
)06

K-'l':ltl !I- L>ie Seele und ihre

\V~·ii('H'Ill"-a·klun~

K.: Vielleicht planen die Älteren das ... doch mir ist nichts davon bekanm.

Die Forscher
r=ür mich sind die meisren derjenigen, die zwis~.:hen ihn.:n Leben ausserhalb der
geistigen Welt Erfahrungen in unterschiedlichen Umgehungen sammeln, eine Art
Furschersecle. Es kann sich dabei um Seelen handeln, für deren persönliche Entwicklung es erforderlich ist, intensi\'c Erfahrungen auf \"erschiedencn Wehen zu
machen, oder einfach um Reisende auf Urlaub. kh habe ausserdcm mit Klicntm
gearbeitet, die 7.wischen ihren Leben kurzfristi~ Aufträge übernehmen. die mit
Reisen ,·erbunden sind. Forscherseclen, die sich in Ausbildung befinden, unternehmen in unserem Universum Reisen in physische und geistige Wehen und gelangen
dabei sogar in andere Dimensionen. Aufgrund der Berichte, die ich dazu erhalten
habe, handelt es sich bei einer forscherseelc, die voll ausgebildet ist, um ein hoch
spe7.ialisiencs, nichtinkarniertes Wesen, das Ausschau hält nach geeigneten Ausbildungsplät7.en für weniger erfahrene Seelen, um diese schliesslich donhin zu bringen. In ethischer Hinsicht leisten sie daher Aufklärungsarbeit.
Allem Anschein nach reist eine Secle ''on einem Punkt zu einem anderen, ohne
einen Zwischenaufenthalt einzulegen, wenn sie sich als Wesen, das nach wie vor auf
der Erde inkarniert, aus der geistigen Weh in andere Örtlichkeiten aufmachr. Gcmäss den Aussagen meiner Klienten empfindet sie diese Reisen weder als lang noch
als kurz. Die beiden fol~enden Zitate mögen dies nrdeutlichen:

De,. Schrill von dt•r geistigen in eine physische Welt ist, als u·ürdt• sich eint• Tiir
öffnen, die den Blick auf eine Art Gang oder Ri1h,.e freigibt, die auf jeder Seite vorbeihuRht. Dann üffnet sich eim· <L'eitere portaliilmli,he Tür, und H·hon
ist man da.
U''enn ich über eine andere Dimension in t•ine geistlgt• \t'elt gelange, birr ich eine Art Reibungst·h·ktrizitiit, die durch einen Fenuehbildschinn in m.:~gm·u­
sche Zonen }7iesst, deren Struktur alf) n·inen Gedanken beneht. Die z..,.;.
sehenräume bestehen aus rit•sigen pulsie,.enden Energr-efeldem. Die KrtJfl dieser Energie spüre ich deutlicher, als ":emr ich mich in ein marerlellt•s
Universum begebt•, denn um t·inen leichten Durchtritt zu garamieretJ, müssen u:ir unSt•,.e Schu·ingungsresonanz an die bestehenden Bedingungen anpassen. Dabei mOchte it·h meine Energie festh.tlcen, damit icb nicht '<-'erloren
gehe. DieSt· Reisen vollziehen sich fast im Bruchteil einer Sekundt·.
Die meisten der Seelen, die andere Welten erforschen, werden \'On einem Lehrer
angeleitet. Darüber hinaus hat sich herausgestellt, dass es sich bei den Seelen, die
zwischen den Dimensionen reisen, nicht unbt.-dingt um fortgeschrittene Wesen
handeln muss. ~'ir erinnern uns an das Beispiel mit dem Versteckspiel. Offenbar
handelt es sich um abenteuerlustige Seelen, die gerne reisen unJ Gefallen finden an
neucn Umgehungen SO\\'ie neuen Formt·n des Sdhsrausdrucks. Man hat mir über
Existenzbedingun~en berichtet, bei denen intelligente Wesen im Inneren eines Ma-

)07

terieblocks leben, der so dicht ist, dassergrosse Ähnlichkeit mit Silber und Blei hat.
Andere berichten über Bereiche, die innerhalb eines Kristallturms als glän7.cnde
Glasoberflächen erscheinen. Es ~ibt physisc;:he Wehen aus Feuer, Wasser, Eis oder
Gas, auf denen alle möglichen intelligenten Lehensformen gedeihen. Die Sphären,
innerhalb derer sich die Forscherseelen bewegen, haben eine hc1le, pastcllfarbcne
oder dunkle Umgehung. Doch die dunklen Lebensräume weisen keineswegs jene
Düsterkeit auf, die man gemeinhin mit Orten des Unheils assoziiert.
forscherseclen betonen während ihrer Keist.•n weni~er die Polaritat zwischen
Helligkeit und Dunkelheit, sondern 1\-·eisen auf andere Erscheinungen hin. Dazu
gehören beispielsweise unstete oder ruhige Umgehungen, eine geringe oder hohe
Dichte, physische oder geistige Domänen und Zustände, die am besten als •gereinigte• oder als •ungereinigtc I ntclligen7.• beschrieben werden könnten. Die Seele,
die sich in verschiedene Bereiche des kosmischen Beu'Ussrseins begibt, muss lernen,
innerhalb dieser Grenzen ihre Energie an die dort herrschenden Bedingungen anzupassen. Oie t-=ührer der 1-=nrschcrseclen nehmen diese unter Umständen aur kurze Besuche in höhere Dimensionen mit, um deren Bew-usstsein zu heben. laut vieler meiner Klienten dauern diese Reisen nicht sehr lange, wodurch wahrscheinlich
vermieden werden soll, dass jüngere Seelen überbeansprucht werden.
Unter der Überschrift •Frcizeitakti\·itäten in der geistigen Welt• (siehe S. 263)
habe ich im letzten Kapitel darauf hingewiesen, dass die Reisen der Seele häufig mit
einem Arbeitsurlaub verbunden sind. Für Seelen von der Erde ~eht die Reise dabei
in der Regel auf physische Welten, wobei der Aufenthalt gemessen in irdischer Zeit
nur wenige Tage bis Hunderte von Jahren betragen kann. Ich erhalte sehr viele Informationen über andere Wehen anhand der Gespräche über diese Reisephasen, die
zwischen den Leben stattfinden. Meine Hypnoseklienten sind in der Regel nicht so
verkrampft, wenn sie mir ihre Reisen in andere Welten in Einzdheiten beschrei·
ben-wie im nächsten Fall:

Fall 60
Dr. N.: Womit beschäftigst du dich hauptsächlich zwischen deinen Leben, wenn du
nicht gerade karmische Lektionen mit deiner Seelengruppe diskutierst?
K.: Nun ... ich unternehme Reisen ... aber die sind sehr persönlich. Ich glaube, ich
sollte besser nicht darüber sprechen .. .
Dr. N.: Ich möchte nicht, dass du dich unbehaglich fühlst, wenn du mir Dinge erzählst. die du deiner Meinung nach besser (ür dich behalten solltest. [P()use] Gibt es
irgendeinen exotischen Ort, an den du zwischen deinen Leben reist und an den du
angenehme Erinnerungen hast?
K.: [ohne zu Zögern t..·nrj rr:-c e,'r:e.-n bre/le'1 L(;cile!nJ Oh, ja- nach ßrooel.
Dr. N.: {d1e Sr,n-1me se"kend} Ist das eine Weh, .1uf der du inkarnierst?
K.: Ncin, ich bleibe eine Seele, denn ich gehe nur don-hin, um meinen Geist aurzu(rischen ... und es macht Spass, hierher zu kommen, denn es ist wie auf der Erde,
nur dass die Menschen fehlen.

308

Dr. N.: {bef'ui-JigencJ] Verstehe, du reist also hauptsächlich, um Ruhe und Erholung
zu finden. Erzähl mir doch etwas über die Gegebenheiten auf Broocl im Vergleich
1.ur Erde.
K.: Der Planet ist kleiner als die Erde und kühler, weil die Sonne weiter weg ist. Es
gibt don Bcrge, Bäume, Blumen und Süsswasser, aber keine Meere.
Dr. N.: Wer bringt dich donhin?
K.: ... Ein Meisternavigatornamens Jhumu.
Dr. N.: Handelt es sich dabei um eine forscherseelc, die sich auf Reisen spezialisien
hat, oder ähnelt sie dL·inem eigenen Führer?
K.: Jhumu ist in der Tat eine rorscherseele, nur wir nennen sie Na\'igatorl'll. [PoJt.se;
Wenn sie wollen, können unsereführeruns jedoch begleiten.
Dr. N.: Alles klar. Kommst du in der Regel alleine oder mit anderen Mitgliedern deiner Seelengruppe hierher?
K.: Wir kilnnten alleine hierher kommen, doch in der Regel bringen die Navigatoren einige Mitglieder anderer Gruppen mit.
Dr. N.: Was hältst du vonjhumu?
K.: [emspanncer] Er spielt gerne die Rolle des Reiseleiters für diejenigen \'Oll uns, die
ihre gewohnten Akti\'itäten eine Zeit lang unterbrechen. Er sagt, es erweitere unseren Horizont.
Dr. H.: Das klingt interessant. Ich wciss, dass du gerne erzählen milchtest, warum es
so "icl Spass macht, dort zu sein, aber lass mich zunächst einige Fragen zur rauna
auf diesem Planeten stellen.
K.: Nun ... es gibt keine hsche, keine Früschc, keine Schlangen und keine Amphibien.
Dr. N.: Und warum nicht, was ml·inst du?
K.: {häl;: e!wQs vervmn .w1e] Ichweisses nicht ... vielleicht weil diejenigen von uns,
die hierher kommen, ein ganl: besonderes Landtier sehen möchten ... das p1ull lflnp]

Dr. H.: [suunelche!rd) Kannst du Jich an dieses Tier erinnern?
K.: {fachend] Unser Lieblingstier ... das ArJer. Sieht aus wie ein kat1.enaniger kleiner Bär. {legt dte Arme Li 'Tl den ODerkOrDer] Es ist ein wunderbares, pelziges, k.nudJeligcs und fricdvolles Geschöpf, ganl: anders als die Tiere, die wir kennen.
Dr. N.: Was meinst du damit?
K.: Das Arder ist sehr intelligent und :r.änlich.
Dr. H.: Wie lässt sich seine lntclligen;r. mit der unseren \'erglcichen?
K.: Ich weiss nicht so recht, wie ich das sagen soll. Es ist nicht klüger oder dümmer
als wir Menschen ... sondern einfach anders.
Dr. N.: Worin besteht der I lauptuntcrschied?
K.: Srreitereien oder Konkurrenzkämpfe untereinander sind ihnen absolut unbekannt. Deshalb werden ·v.'ir ja an einen so friedfertigen Ort gebracht- das macht
Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Erde, Jenn so könnte sie auch werden,
wenn wir uns Zusammenreissen würden.
Dr. H.: Was machen du und Jeinl· Freunde auf Broocl?
309

K.: Wir spielen ~erne mit diesen sanften Wesen, die ein Gespür für Seelen von der

Erde 7.U haben scheinen, die der Ruhe bedürfen. Bis :t.u einem bestimmten Grad
materialisieren wir unsere Energie, um mit den An.lcrs Kontakt auf:t.unchmcn.
Dr. N.: Kannst du das etwas genauer erklären?
K.: Nun ... wir nehmen durchsichtige mensd1liche Formen an, um sie in den Arm
nehmen zu können. Wir schlüpf~:n in ihren Kopf ... ganz unirdisch und subril.
Nach einem anstrengenden Leben auf einer Welt wie der Erde können sie uns so
heilen. Oas Arder ist ein sanftes Wesen, das uns Anregun~en ~ibt, zu überlegen,
welche Müglichkeiten es mit dem menschlichen Körper gibt .

.,.

,:

Die äusseren Bedingungen im Rahmen \'On Ruhe und Erholung spielen bei diesen
Reisen mindestens eine genauso grosse Rolle wie die Eigenschaften der fremden
Lebensformen, auf die die Seele stösst. In Hypnose spüren meine Kliemen eine
grosse Sympathie für die unberührten Planeten, die der Erde :t.war ähneln, auf denen es aber keine Menschen gibt. f"ür sie handelt es sich bei dicsl·n Ortl'n um ganz
spc1-ifischc Spielplätze. Die Zahl jener Klienten, die sich an solche Reisen in geistiJ!;e Welten erinnern kann, ist nicht so hoch. Und das ist nichts Ungewöhnliches. Wir
sind Wesen, die an helles Licht und physische Dimensionen gl·wöhnt sind. Das folgende Zitll liefen ein weiteres Beispiel für Jen Kontakt mit einer Lehensform rein
1-um Zwecke der Erholung:

Die Reisenden nehmen um mir"'" den Ort, u:o die Quigleys lebe11. Sie si11d
etU'd so groH i:.i.'ic eine Bisdmrdlle, von kräftigc•m 8.2u, .2ber recht kuschclig.
und die Vorderseiu des Kopfes erinnert an einen Ddphin. D.2s Quiglc)· h,rt
grom.> rund.: Ohrw "nd gaad,· dbstt:ht!ndt: Schnurrha<Jrf!. St·in !mdligt!IIZquotient enrspn.cht in er-..:·.2 dem eines klugen Hundes. Es si11d dnschmiegsdme
11ncl glückliche Tiere, die uns liebe11. Ihr Planet ist ein alte5, mystiKhes Land
mit sanftt•n Hügdkettl"n 11nd Tdlem, u·o zahllose ßlume11 blühen u11d kh·ine
z.2rte Bäume u·achsen. Es ist sehr hell hier, und es gibt im Landesinneren eine:n Siiss<.4·tJssersee. ln dieser \t'clt des 'i.mllkommencn Friedrm geben u·ir um
der Emsp11tmung u11d dem Spiel hin.
Wenn wir uns im Traum als Riesen, Zwerge oder als Wt:sen erleben, die Jen Körper
eines WasSl'r- od,·r Luftwesens hesiut:n, könnte das darauf hindeuten, dass wir uns
unbewusst an frühere Inkarnationen auf anderen Welten erinnern. Es kann natürlich auch sein, dass ~:ir bei einem Besuch ir~endeiner cxO[ische Weil mit solchen
Wesen in Berührung gekommen sind. Und auch viele merk wüTdige Gestalten unserer Mythologie künntcn ihren Ursprun~ in solchen Erinnerun~en haben. Darüber hinaus sei daran erinnert, dass die meisten Menschen Träume haben, in denen
sie Oiegen können. Doch dürhe sich das mehr auf unsere Erinnerungen beziehen,
dass wir als körperlose Wesen, als freie Seele herumschweben konnten, und nicht so
sehr darauf, dass wir in einem früheren Leben fliegen konnten.
Der nächste Fall schildert auszugsweise die Geschichte einer Hybridseclc. Die·
sesThemawurde bereits in Kapitcl4 angeschnitten (siehe S. 98). Im folgenden ZiJ/0

tat, hci dem es um eine sehr lieh ~cwonnene Erinnerun~ ~cht, wurde es Jem Klienten ganz nostalgisch zumute. Gele~entlid1 berichtet eine I lybridseelc JarühL·r, dass
sie \'On einer rorschcrsec:le zwisl:hen ihren leben J.uf eine ähnliche \Velt gl·bracht
wurde wie jene, die sie bei ihrer ersten physischen Inkarnation aufgesul:ht hatte.
Z,..,:üdJt:n meinen /.eben auf der Erde besuchr ich eine \t'.asser-..:·clt namrns
Amurium, u·o es n.ac:h eim·m schu·ierigen Lebe11 an LAnd 5ehr ruhig zugeht.
Anturium bestt·ht nur aus einer einzigen Landmasse etu•,, -..·on der Grösse lslands. Ich komme mit ei" paar meiner Freunde, die auch t•mc \lorlil'bc für
\t'asscr h.aben. Em Forscherführer, der sich hic•r ausk,·nm, bringt JttlS hierher.
\t'ir gescllt•n uns ZJI den Kratens, die an W:'ale erinnern. E) sind teleparbische
und langlebige \t'esen, denen l's nichts ausmacht, dass u·ir eint• Zeit lang geütige Vt·rbindung mit ihnen aufnehmt•n. Gell'gL·ntlich -.:ersammeln sie sich an
bestimmten Örtlichkeiten, um reh·pathisch Komakt aufzunehmen mir inrelligemen Lebensformen im \t4sser, die auf zu·t•i anderen P/,meten angL•siedelt
sind- auf Sternen in der galaktischen .'l.tJchbarsdJaft >tmn Anrurium. W'as idJ
tJn diesem Ort so schiitu, ist die Einheit und Harmonie d~s Denkem mit den
Kralf:m, ein Erlebnis, durch das ml'in Geist verjiingt &nrd und das mich,",
meinen Ursprungsplanet~n erinnert.

Offenbar besitzen die Kratens die Fähigkeit, ihre Gedanken in form ~ehündeher
Gedankenstrahlen von Amurium auf andere Welten 7.U schicken, und zwar weil sie
die Punkte des ZusammenRusses innerhalb Jes magnetischen Energiegürtels kennen, der ihren Planeten umgibt. Offcnhar verleihen diese Vertexgchiete, \'Cr~leil:h­
bar den Ley-Linicn auf der Erde (vgl. S. 112), Jen rclcpathischen Fähi~;keiten Jcr
Kratcns zusätzlichen Auftrieb und dienen als l.eirwege zur Verbcsserun~ der interstellaren Kommunikation. Aufgrund dieses Falles sowie Hundener anden:r bin il:h
zu der Schlussfolgerung gelan~;t. dass alles auf Jer Erde und im Universum mittels
Gedankenwellen in die geisti~;c Weh hinein unJ aus ihr heraus miteinander verbunden ist. Das künnte auch für andere Dimensionen in unserer Nähe gehen. Di~· \'ielfältigcn Entwicklungswege der Intelligenz auf allen Ebenen der Materie Hrkörpern ein Ordnungssystcm, das auf einem Plan des universalen Bewusstseins beruht.
Im letzten Kapitel ging es darum, dass das eine oder andere Spiel zu Ausbildungszwecken für Seelen verwendet wird, die gerne reisen. Talentiertere Seelen
wiJmen sich dabei der Reise zwischen den Dimensionen. Einer meiner Klienten,
der sich in der Ausbildung zur Forscherseele befand, sa~te: • Wenn ich ein Forscher
werden wolle, so sagte man mir, müsste ich viele Realitäten erleben und zunächst
auf physische Welten gehen. Erst dann würde ich in geistige Welten vorsrossen und
7.wischen den Dimensionen hin unJ herreisen können.• Um den Leserinnen und
Lesl•rn das Leben zwischen den Dimensionen etwas nähcr7.ubringcn, ha.be ich den
ungewöhnlichen Fall eines japanischen Klienten ausgewählt, der mir in Hypnose
mitteilte, dass seine Seele aus einer anderen Dimension stammte. Sein Name in der
geistigen Weh lautet Kanno.

J/1

J'all61
Bei Kanno handelt es sich um einen japanischen WisscnschJftlcr, Jcr ,·or Jahren in
die Vereinigten Staaten kam, um sich beruflich weiterzubilden. Heute arbeitet er
am liebsten zurückgezogen in einem Laboratorium. Sein Immunsystem ist geschwächt, ein Problem, mit Jcm "iclc Hybridseelen zu kämpfen haben. Diese Menschen leiden darunter, dass sie noch zu wenig Erfahrung mü dem menschlichen
Kürper haben und zu viele Eindrücke aus ihren früheren Existenzen auf fremden
Wehen mit sich herumtragen. Wil· bereits erwähnt, kann es \'iclc Generationen von
irdischen Inkarnationen benötigen, hnor die Hybridseele die Erinnerung an alte
Körperenergiemuster tilgen kann.
Zu Beginn unserer Sitzung führe ich Kanno wie üblich in die Zeit zurück, als er
sich mx:h im Muucrlcib befand. Dies ist ein guter Ausgangspunkt für einen spirirudlcn Rcinkarnationstherapeuten, um das GC'spräch mit der Seele eines Klienten
zu beginnen. Zuerst berichtet mein Klient, dass er seiner bevorstehenden Geburt
mit Sorge entgegensehe, was mit sein..-m ersten und bislang einzigen früheren Leben auf der Erde zusammenhängt, Jas sich vor etw .1 300 Jahren in Indien abspiehe.
Ich gehe mit ihm seine Todesszene in Indien durch, dann Wl'Chseln "V.·ir über in die
geistige \l'eh. Das Gespräch setzt an dem Punkt ein, als Kanno seine r-ührerin Phinus trifft.
Dr.
K.:
Dr.
K.:

N.: Was sa~t Phinus zu dir?

.

•Willkommen zu Hause, wie ist es dir ergangen?•
N.: Was erwiderst du darauf?
Noch furchtbarer ging es 'V.'ohl nicht?
Dr. N.: Teilt sie deine Meinung ül>er dieses Leben in Indien?
K.: Phinus erinnert mich daran, dass ich mich freiwillige bereit erklärt hanc, ein
schwieriges erstes Leben auf der Erde zu führen, d.t ich die \'olle L.tst eines zcrstÜ·
rerischcn Planeten spüren wollte. Ich gehörte zu den Ärmsten der Armen und lebte in unbeschreiblichen Verhältnissen.
Dr. N.: Wolltest du in deinem ersten Lehen auf der Erde tatsächlich so \'iel Leid auf
dich nehmen?
K.: Es war ein entsetzliches Leben, und ich bin nicht besonders j!;Ut damit zurechtgekommen. Als eine kinderlose Familie mir gegen meinen \l:'illen meine Tochter
wegnahm und dem Besitzer der I lütte, in der ich lebte, Geld dafür ~;ab, versank ich
in tiefste Verz wci nung. {Kaf'l r'IO Wird öussersr (!l')r., h: ~ unC er Je b r e,..., or/Ofi :]/ (j!e A .lgenb.liCI<e unm1ttelbar nach se1nerr' Tod] \Vo zum

Teufel bin ich h;er e;genthch? Jfen-

5chen, die ihre Kinder verkauft•n.'
Dr. N.: [an d1ese.-n P:.mkr wussre rc" f'IOCh r:rch~s dao·on. dcss Ka.-,no e.'le Y 1 ·~•röeele
rsr. sodass 1ch dre f(J:scher SchltJsse zo~] Es hört sich so an, als sei das für eine neue

Seele auf der Erde eine sehr schwierige erste Inkarnation gewesen.
K.: Wer sa~t, dass ich eine neue Seele hin?

J/2

1\

li'll~l !I-

Die S<.·cl<.· und ihr ..·

\V<.·itc-ro:nt·~vi~·klun"

Dr. N.: EntschuiJigc bitte, Kanno. Ich habe angenommen, dass du erst deine n~:cite

Inkarnation auf der Erde durchmachst.
K.: D.1s stimmt schon, aber ich stamme aus einer andt.•rcn Dimension.
Dr. N.: f . . ,rd neflhör:g] Aha, und was kannst du mir Jarübcr sagen?
K.: In dieser Dimension gab es keine physischen Wehen, wie ihr sie habt. Meine Inkarnationen fanden in einer geistigen Weh statt.
Dr. N.: Wie hast du dort ausgesehen?
K.: Ich haue einen in die Länge gezogenen flicssenden Körper- schwamnunig, ohne Skclettstruktur. Wir waren eher durchsichtige Wesen aus silbrigem Licht.
Dr. N.: f last du einem bestimmen Geschlecht den Vorzug gegeben?
K.: Wir waren alle Hermaphroditen.
Dr. N.: Erkläre mir biue den Unterschied zwischen einer Reise in die Dimension,
aus der du ursprünglich stammst, im Gc~ensatz zu einer Reise in umer U ni\·c-rsum.
K.: Bewegung bedeutet in meiner Dimension, als gingL' man Jurch weiche, durchsichtige Glühfäden aus Licht hindurch. Wenn man euer Universum betrin, meint
man sich durch einen undurchdringlich Jichten, feuchten Nebel hinJun.:hkämpfcn
zu musscn.
Dr. N.: Verglichen mit deiner lleimat, wie war Jas für Jich, zum ersten ~l:tl auf der
Erde zu sein?
K.: Als habe man Beton an den füssen. Das Erste, was man hier spürt, ist Jie
Schwere der dichten Energit.' im Vergleich zu einer geistigen Wclt. [Pouse] Doch es
ist nicht nur die Schwere- es ist die Rohheit, Grobheit ... dieses Leben in lnJien
hat mir wirklich schwer 7.U):;eSetzt.
Dr. N.: Geht es dir jerzt besser- hast du dich akklimatisiert?
K.: {ur:schrVss,~:J Bis zu einem gewissen Grad. Es ist nach wil· vor 1.icmlich schwieng ...
Dr. N.: Das spüre ich. Welche Eigenschaft des menschlichen Gehirns hercitl't dir die
grössten Schwierigkeiten?
K.: [brüsO:} Ah- dieses impulsi\·e Verhalten- die physischen Reaktionen auf Din~e
- ohne an.tlycisL·hcs Denken. Aussecdem läuft man hier Gefahr, sich mit den falschen Leuten einzulassen ... Verrat ... das packe ich einfach nicht.
Dr. N.: [Kcmno le,det unter Schwe1ssrwsbrL;cnen. ~oda~~ rc.;, 1hn ZCJero;r bN~JI·n~e. ehe ~<:r
forr{ahren] Erzählt.· mir etwas über deine geistige Weh. Hat sie einen Namen?
K.: [Pause] Ich kann ihren Klang mit meiner Stimme nicht nachmachen. [er.r:-:C'rr
SICh} Wir schweben in einem Meer aus sanhen geistigen Schwingungen ... sanft ...
spielerisch ... ganz anders als auf Jer Erde.
Dr. N.: Warum bist du dann hicrhergekommen?
K.: {rref seu(zend) Ich befinde mich in der Ausbildung zum Forschcrlehrer. Die
meisten meiner Kameradt.•n begnügen sich damit, sich .auf eine Dimension zu konzentrieren. Ich habe Phinus schliesslich wissen lassen, dass ich meine Erfahrungen
\'erticfcn müchte, und zwar auf einer Welt in einer \'ÖIIig anderen Existenzzonc, auf
der man es nichc leicht hat. Sie er1.ählte mir von einem älteren Kollegen, der ihr eine andere Dimension empfahl, wo es eine anstrengende ph~·sischc Weh gibt, die im
J/J

Ruf steht, dynamische und cinsichts\'olle Seelen hL·r.·orzuhringen [m1r emel7' düsreren lachen]- \'urausgcsetzt, man üherlcln die Lektion. Das war die Erde.
Dr. N.: Hattest du das Gefühl gehabt, du hättest dich auch anders entscheiden können?
K.: (zucK! C!e Achseln} In solchen Siruationen werden dir nicht viclc Möglichkeiten
angeboten. L.Jut Phinus würde ich nach Beendigung meiner Aufgabe .1uf der Erde
Stärken entwickelt haben, wie sie meinen Freunden, die sich \'Or solchen Welten
hüteten, \'Orenthalten blieben. Sie sagte, die Erde sei sehr interessant. Darauf habe
ich mi~.:h dann eingelassen.
Dr. N.: I lat dich einer deinerfreundein unsere Dimension beglcitl.'t?
K.: Nein, ich war der EinziJ,;e, der sich dafür entschied, hierher zu kommen, wobei
ich mich fast geweigert hätte, ein zweites Mal zu kommen. Meine Gefährten hahen
mich für tapfer. Wenn ich mich bewähre, kann ich meine Aufgabe als Reisender gut
erfüllen.
Dr. N.: Bleiben wirdoch bei diesem Thema, Kanno. Als Reisender zwischen den Dimensionen weisst du \'ermutlich, ob es um unser physisches Universum herum eine endliche Zahl \'On Dimensionen gibt.
K.: [lcp•durj Keine Ahnung.
Dr. N.: f'.·crs·ci"r.,gJ Nun, ist deine Dimension der unseren benachb.Jrt?
k.: Nein, ich muss drei weitere Dimensionen durchqueren, bevor ich die Erde erreiche.
Dr. N.: Es würde mir sehr helfen, wenn du beschreiben könntest., was du heim
Durchqueren dieser Dimensionen, die du j:~ bereits kennst, siehst.
K.: Die erste Dimension ist eine Sphäre vollerfarbenund gewaltiger Explosionen
aus Licht, Klang und Energie ... ich glauhe, sie ist immer noch im Entstcht·n ht·griffen. Die nächste ist schwarz und leer- wir nennen sie die ungenutzte Sphäre. Dann
~iht es t•inc wundcrsehilne Dimension, in der sich sowohl physische als auch geis·
1ige ~'dten befinden, die aus zarter Emotion, sanften Elementen und scharfem
Denken bestehen. Diese Dimensillll ist meiner eiJ,;.:nen unJ .1uch eurem Uni\'Crsum
überlegen.
Dr. N.: Das ist jetzt auch dein Universum, Kanno. Dauert die Durchquerung aller
vier Dimensionen lange?
K.: Nein, es geht schnell- wie wenn Luftpartikel einen Filter durch~·anJern.
Dr. N.: Kannst du mir etwas über den Bau dieser Dimensionen im Verhältnis zur
geistigen Welt sagen? Du hast sie als Sphären bezeichnet. Damit sollten wir beginnen.
K.: [.'c:')ge Pc.;se} Viel kann ich nicht erzählen. Alles iu ... kreisförmig um das Zentrum Jcr geistigen \\'eh herum angeordnet. jedes dieser Uninrsen ist offenbar eine
Sphäre, die wie durch eine Kette mit der nächsten verbunden ist.
Dr. N.: {cJu ke;r·e we11e·en ln{orrnorlonen 1,1 Dekormr:en ~md_l Wie kommst du jellt in
unserem Universum zurecht, Kanno?
K.: [sich d1e St1•r: i-:_rar.ze:ld] Besser. Ich lerne gerade, wie ich meine Energie mittels eines steten und positiven Stroms entladen kann, ohne meine F.nergiercser\'cn 7.u erJ/4

schüpfen. Das hilft mir dabei, über lange Zeit hinwe~ von l\.·1enschen getrennt zu
sein. Ich hoffe, dass ich mich nach ein paar weiteren Lehen weiterentwickelt habe.
aber ich freue mich wirklich d.uauf, meine Inkarnationen auf der Erde bald ahschliessen :ru können.
y:

Hin1.ufügen möchte ich noch, dass diese Art Ausbildung auch die Vermittlung von
Kenntnissen über die Struktur intelligenter Energie umfasst. Leider muss ich mich
damit begnügen, nicht mehr in Erfahrung bringen zu können über die l::igenschaflen dieser Energie. Bruchstückhahe Informationen stammen von Seelen, die Erfahrungen auf physischen Welten sammeln konnten, welche gleichzeitig g(.·islij:;cr Natur sind, wie das folgende Zitat :reigt:

\t'ir besuchen die vu/kanisc:ht· Gasu:elt -.~nn Crion, um durch Animi/arion zu
lcrnt•n. F.s isr t•im· geistige \T-'elr mir äum:rlich ph)'sischen l:.'•gemchafren. UnSl're Forscln·rgruppe treibt blasenförmig in Form von flüssiger Energie in einem .tft•t•r aus Gascerkhen. W'ir sind metamorphe Gestalten, die ihre· Form
verlindern und zu jenen ti:in:r.igen \t''esen können, deren Leb,•n sich um dds
reine Denken ht•rum zentriert. Im Gegensatz zur Erde herrsdn hier absolute schwr-ngungsrniüsige Einheitlichkeil.

Seelen, die zwischen den Dimensionen unterwegs sind, erklären. dass sie sich offenbar inner- und ausserhalh gekrümmter Bereiche bewcgcn, die dun;h Zonen miteinander verbunden sind, wekhe durch kon\'ergicrcndc Schwingungsanpassungen
geöffnet und geschlossen werden. Seden, die in dL·r Ausbildung zum Forscher ~ind,
mUssendiese Fähi~keit erst erlernen. Aussecdem geht aus den mir \'Orlicgenden Berichten hcr\'or, dass sich Reisende zwischen den Dimensionen auch Kenntnisse J.neignen müssen über die Oberflächengrenzen \'On Zonen, die die U ni\'ersen quasi
miteinander ..·crbinden- wie Wanderer, die zwischen einzelnen Bergketten W'egmarkierungen nachgehen müssen. Die Seelen sprechen Jahei über PunktL', Linien
und Oberflächen im MuhirJ.um, Jie- jedenfalls, was die physischen Universen an~eht- grösserc strukturelle Einheiten anzeigen. kh denke, dass Dimensionen mit
geometrischer Struktur 1 Iyperräume benötigen, die ihnen Halt geben. Doch da die
Forscherseelen in bestimmten Arten von Hyperräumen derart schnell unterwegs
sind, hat es für mich den Anschein, dass da.s Wesen von Geschwindigkeit, Zeit und
Richtung der Reise kaum festgelegt werden kann. Bei dieser Ausbildung muss es
sich in der 'Eu um erwas Aussergewöhnliches handeln.

JIJ

KAI'ITJ-'(_ 9

Der Kreis des Schicksals

Wir werfen einen Blick auf unser
zukünftiges Leben
f)c r 0 )'[ .. ur d l' 111 wir unser 7.ukünftigcs Lehen wählen, wird als Bereich
mit hoch konzentrienen Kraftfeldern aus glühenden Enerp;icbildschirmen wahr~e­
nommen. Wie ich in KapitelS im Abschnin .. Die Bibliothek der Lebensbüchcr•
(siehe S. I -12) bereits dargcl(:gt habe, wird di'-·se Lokalität, an der wir unsere Wahl
treffen, als Kreis des Schicksals bezeichnet, wo wir 7.um crst'-·n Mal unseren nächsten Körper erblicken. Die meisten Klienten sehen ein rundes, i..iberkuppcltcs Theater, in dem sich riesige p.anoram.aanige Bildschirme bciinden, die \"Offi Boden bis
zur Decke reichen und von denen sie \'ollständig umgeben sind, während sie selbst
sich in einem abp;edunkclten Aufenthaltsraum befinden. Ander'-· erblicken diese
Bildschirme auf zwei oder drei Seiten, während sie auf einer Art Podest stehen oder
sirzen. Vondon kann die Seele 7U diesen Bildschirmen .tutblicken, sie in Auj!;enhöhe betrachten oder auf sie hinunterschauen, wobei diese im Gegensatz zu anderen
Studienzentren der geistigen Weh gewalti~e Ausmasse haben. In dies'-'m Kreis <ipiclen sich zuki..inftigc Szenen ab, mit Menschen und Ereignissen, mit denen sich die
Seele im nächsten Leh'-·n auseinandersetzen muss. Einige Klienten berichteten, dass
jeder Bildschirm bestimmte Sequenzen aus der Kindheit, Jugend, der Zeit als Er·
wachst•ner und aus d'-·m Alter des gewählten Körpers widerspiegeh, andere erzählten, dass auf sämtlichen Bildschirmen immer die gleiche Szene zu sehen isr.
Der Bildschirmraum ist so ausgelegt, dass der Bctr J(.;hter die Mö~lichkeit hat,
wie in den spirituellen Bibliotheken en"\'Cder als Beobachter oder .tls Teilnehmer
die llandlung zu verfolgen. Allem Anschein nach entscheiden sich mehr Menschen
dafür, bei der Auswahl ihres Lehens den Kreis 7.U betr('t(•n, während das bei den
Bildschirmen in anderen Studienzentren nicht der fall ist. Sie milchten wenigstens
bruchsti..ickhaft zukünfti~e Erei~nisse in bestimmten Körpern erleben, b'-·vor sie ci·
m· Entscheidung treffen. Es bleibt der jeweiligen Seele selbst i..ibc-rlassen, ob sie die
Szenerie betreten möchte oder liehcr nur zuschaut. ~-'ie hci den kleineren Konsolen weist der Kreis ebenso Kontrollpulte und Hcbdvorrichrungen auf, um das Geschehen steuern 7.u kilnnL·n. Die Bctcili~ten nennen diesen Vor~an~ ·Abtasten der
Zeitlinien•, und fongeschrittem·re Seelen hcricht'-·n. da ...s sie in der Lage sind, den
Ablauf der vor ihnen stattfindenden Ereignisse im Geiste zu kontrollieren. Dabei
lassen sich auch bestimmtC' Sequenzen dieser Ereignisse anhalten, wenn diL· Seele
Teile eines zuki..inftigen Lchem. gcnauer unter die Lupe nehmen möchte.

J/6

Ich kann nicht oft genug be(Onen, Jass alle meinr Klienten das Gefühl haben,
dass das, was sie zu sehen bekommen, 7.u ihrem Nutzen so daq:;estellt wurde, auch
dass sie wenig Kontrolle über das haben, was sie etwa in der Bibliothek anschauen
können. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass sie bei diesem Blick in die Zukunft mehr von einem Hq;angcnen denn ..-on einem zukünftigen Leben erblicken.
Da.s kann jedoch durch den Zeitpunkt der Berichterstauun).; so sein, denn wenn ich
mit dem Klienten arbeite, sind jene Jahre ja langst \"orbei. Entscheidend beim Betrachten eines neuen Lebens scheint die Zeit zwischen dem achten und dem 20. Lebensjahr zu sein, da in dieser Phase die ersten wichtigen Weggabelungen zu meistern sind. Viele Klienten berichten, dass sie bestimmte Jahre in fast allen Einzclh~.:i­
tcn erblicken, während andere Teile ihres zukünhi~en LL·bens völlig fehlen.
Offenbar bieten die Kontrollpulte hier keinen Zugriff, doch meinen Klienten
macht das nichts aus. Ausscrdem glaube ich, dass Juch die momentane Erinnerungsblockade eine Rolle spielt. Ein 49-jähriger Mann crkläne das so: ·Man hat
mir meinen gegenwänigL·n Körper im Alter von vier, 16 und 2H Jahren ge7.Cigt,
doch ich habe den Eindruck. Jass der Blick auf Jas, was i(h danach gesehen h.1bc,
dann blw.::kiert wird.•
Während der Betrachtung bewegt sich der Bildschirm wie die Oberfläche \'Oll
Wasser auf und ab. Eine Frau drückte ihre Erfahrungen in metaphorischer rorm
foiJ;endermassen aus:

Sobald die Bildsc-hirme lebendig u•t•rdt•n, iihnt:ln sie cim·m dreidimmsionalen
Unten.:asseraquari"m. \t1t•nn ich dorr ein Lt·ben betrd<.·hte, dann i~l das so, 41~
'ii)iirde ich einen riefen Atemzug nehmen 1md untC'rra"chen. Jfc·nschen, Orte,
Ereignisse- alles sdJ'l.<:ebt blitzartig an deinem inneren Auge -;.•orbci, als ·••.:iirest J" am Ertrinken. Dann tauchst du 'ii.:ieda an dit· Ob,·rfltichc auf \X'enn
man eine einulne Szene des Lebc•ns, das dir gezeigt u.:ird, überprüft, spicgdt
sie die Momcme u·1dcr, dir man in der Llge ist, lfntt•r \t'aHl'r z" blcibt•n.
In gewisser Weise gehören das Aufdecken der Erinnerungen des Klienten an sein
letues Erlebnis im Kreis des Auswahlraums und deren Deutung hinsic.:htlich der
Wahl des neuen Kilrpers zu den heilsamsten und informati\'sten Aspekten meiner
Hypnosesitzungen. Sobald ein Klient in diesen Kreis zurückkehrt, wird meine klinische Arbeit in erheblichem Masse unterstützt, da dies \'Oll grosser Bcticutung für
sein gegenwäniges Leben ist. Indem ich den Leserinnen und Lesern ein umfassenderes Bild dieses Vorgangs liefere, hoffe ich, dass die Bedeutun~ eines jedes ncucn
Lehens, für das wir uns entscheiden, besser gewürdigt werden kann.
Dieses Kapi1el beschreibt unter anderem eine letzte Sonderform von Seelen, die
ich nehen den bereits behandelten noch vorstellen möchte. F.s geht um die Meister
der Zeit, die sich als Koordinatoren vergangener, gegenwäni~er und zukünfti);;er
Zeitlinien für Menschen und Ereignisse verstehen. Sie sind sehr geschickte Experten, die offensichtlich die direkte Verantwortung für den Ablauf der Präsentationen
in unserem Kreistheater tragen. Diese Meister sind Mit~licder einer An Planungs-

J/1

gilde, zu der Geistführer, Archivare und Mitglieder des Ältestenrats ~chören, die
alle beim Entwurf unserer Zukunfr eine Rolle spielen.
Ein hoher Prozentsatz meiner Klienten bekommt diese Meister Jer Zeit nie zu
Gesicht. Manche KlientL'n haht•n das Gefühl, ganz allein im Kreis des Auswahlraums zu sein, abgesehen von demjenigen, der Jen • Projektor• bedient. Andere betreten Jen KrL•is mit ihrem führcr- oder unter Umständen mit einem Miq:~lic.•J des
Ältestenrats-, der ihnen als Einziger bei der Auswahl eines neucn Lebens helfend
und beratend zur Seite steht. Was ihren cigc.·ncn Hcitrag anbdan~t. so haben sich
viele Seelen bereits vorher Gedanken über ihre nächste Reinkarnation gemacht. Ihre Geistführer und Ratsmitglieder waren ihnen dabei behilfli..::h, entsprechende
Überlegungen anhand von fragen zu konkretisieren, sodass ihnen klarer werden
konnte, worum es in ihrem nächsten Leben gehen sollte und wd..::hc Art menschlichen Wesensam besten zu ihnen passen würde. Dennoch sind siL· beim Betreten des
Auswahlraumes nicht wirklich auf die dort gebotenen Alternativen \"Orbercitet.
Die durchschnittliche.· Sc.·cle empfindet hier eine Art Staunen, ja so~ar eine ~cwissc
Form der Furcht.
Hei Jen Meistern der Zeit scheint es sich um Schanenfi~uren im I lintergrunJ zu
handeln, Jic \"On den uns begleitenden Geistführern oHcnbar konsultiert werden
können. Während der Betrachtung ihres zukünftigen Lebens sind meine Klienten
jedoch nicht gehalten, mit diesen Wesen Kontakt aufzunc.·hmen, falls sie überhaupt
wahrgenommen werden. Diesbezü~lich fällt mein nächster fall au~ Jem R.1hmen.

Fall 62

Dr. N.: Bine beschreibe mir, was du sic.·hst, W(.·nn du Jen Raum für die \\':~hl deines
neuen Lebens betrittst.
K.: Zwei Wesen kommen nach \"Ornc, um mit meinem führer Fyurn zu arbeiten. J::r
scheint sie gut zu kennen.
Dr. N.: Triffst du sie hier vor jedem neuen Leben?
K.: Nein, nur wenn das nächste Leben besonders sch9.·ierig '\\'erden wird - das
heisst, wenn ich Jic Qual der Wahl zwischen verschiedenen Körpern habe.
Dr. N.: Meinst du anzahlmässig mehr Kürper als üblich oder Körper, die unterschiedlich \·icle Probleme bereiten?
K.: Hm ... in der Regel kann ich nur zwischen zwei Körpern wählen, was es c.·infacher iür mich macht.
Dr. N.: Kennst du die Namen der hciden Spezialisten, Jic mit 1-'yum sprechen?
K.: [z:Jckr ..;nr:...n.·g ar.Jf semern Stuhl her~.-m] \\'o denkst du hin! Das geht mich überhaupt nichts an. Es herrscht hier keine ... Vertr3ulichkeit mit diesen Zeitmeistern
... deshalb ist ja Fyum bei mir.
Dr. N.: Ich \'erstehe. Versuch doch bitte, so ~enau wie möglich l.U beschreiben, was
dir diese Meisrcr der Zeit anbieten.
K.: [erHsponnter} Gut. Nummer eins sieht aus wie ein Mann und hat ein entschiedenes Auftreten. Ich weiss, er möchte, dass ich einen hcstimmtc.·n Ki:lrpcr wähle, näm-

J/8

lieh denjenigen, der mir am nÜizlichstcn sein wird. Dieser Körper wird mir ein Maximum an Erfahrung liefern, die ich im nächsten Leben brauchen werde.
Dr. N.: Oh ... sind das nicht eher ruhi~e und unaufdringlicht.· W'rsen?
K.: Nun ... das ist schon rich1ig, aber während des Auswahlprozesses ~ib1 es immer
eim·n Körper, den die Planer favorisieren, weil sie ihn für den ambestengeeigneten
halten. Dieser wird von ihnen ins rechte Licht gerückt. [Pause] Alle wissen, dass ich
das erste Mal eine \'('ahlmiiglichkeit habe, und man milchte, dass ich eine fruchtbare Wahl treffe.
Dr. N.: Das habe ich auch schon gehört. Möchtest du mir nicht etwas über Nummer
1.wei erzählen?
K.: [hicheind) Es ist ein feminines und weiche!> Wesen ... und wesentlich flexibler.
Sie möchte, Jass ich den Körper ak7.erticrc. da es angenehm sein wird, ihn zu bewohnen. Sie hat ein \·crhindliches Wesen, wendet sich an Nummer eins und sagt zu
ihr, dass ich genügend Zeit haben werde, meine Lektionen 7.u lernen. Ich habe das
Gt'fühl, dass die beiden ein Team zu meinem Nutzen bilden.
Dr. N.: Wie bei einem Verh6r, bei dem einer den guten und der andere den bösen
PoliziSien spieh?
K.: {lachf'nd} Ja, vieHeich I ... damit ich in beiden Lagern einen fürsprechcr habe,
während Fyum den Mittelweg beschreitet.
Dr. N.: fyum ist also eine Art Schiedsrichter?
K.: Hm ... nein, eigentlich nicht. Fyum ist bei meinen Überlegungen weder nachsichlig noch strcn~. Es wird mir ganz deutlich gernach1, Jass die W.1hl des Körpers
gan7. allein mir obliegt, Ja ich ja d.:unit leben muss. [picrzr '711/ e·~err LGci-Jen "'erc..:s}
Hey. das war ein Wonspiel.
Dr. N.: In der Tat. Mit dieser Wahl müssen wir tatsächlich leben. Erklär mir doch
bine noch, bC\'or wir weitermdchen, was es mit der Auswahl für dein \"eq~an~~nes
Lehen auf sich haue.
K.: In meinem letzten Leben schlur; ich einen schwierigen Weg ein und war in Jen
Körper einer hau geschlüpft. die zwei Jahre nach ihrer Hochzeil sterhcn würde.
~lcin damaliger Ehemann sollte spüren, wie es ist, wenn man jemanden verliert,
Jen man sehr lieb1, da er eine karmische Schuld aus seinem vorhcri~cn Lehen .ah7utragen hatte.
Dr. N.: F.s war also klar, dass genau dieser Körper jung sterben würde, wobei die t.•igt.·ntliche frage lautete, ob du die Seele sein würdest, dil· diesen Körper auswähh?
K.: Ja, so künnte man Jas sar;cn.
Dr. N.: Gut, bitte weiter. Schildere mir die Umstände deines Todes als junge Frau in
jenem Leben.
K.: Im Raum mit den Bildschirmen sah ich drei ToJesmü~lichkeitl·n, und sie betrafen mein Leben auf einer Ranch bei Amarillo in Texas. Enrweder würde ich an einer ,·erirrtcn Kugel sterben, die während eines Kampfes zwischen zwei betrunkenen Männcrn abgefeuert wurde, oder nach einem S1urz \"On einem scheuenden
Pferd, oder ich würJc in einem Fluss enrinken.
Dr. N.: Gab es auch eine Müglichkeit zu überleben?
J/9

K.: [Po:;se) Eine geringe, doch damit wäre die Absicht, die mit der w·ahl dieses Kör-

pers verbunden war, hinfällig gewesen.
Dr. N.: Nämlich wekhe?
K.: Mein Seclengefährte und ich harren uns dafür emschicdcn, auf Jic!ocr R;m..:h als
Mann und Frau :tu leben, da er die Lektion benötigte. Die anderen KOrper lehnte
ich ab. Ich wolhe ihm helfen.
Dr. N.: Was ist in dir vorgegangen, während du diese drei Todesmöglichk(:itcn abwägtest?
K.: Ich wählte natürlich die Kugel. Die Art meines Todes spielte keine grosse Rolle.
Entscheidend war der rnit meinem frühen ToJ zusamrm:nh.ängcnde Sinn hinter der
ganzen Sache.

..,_ ,·

Manche Leserinnen und Leser fragen sich vielleicht, welche Verbindungen es gibt
zwischen den Gesetzen des Karmas unJ zukünftigen Möglichkeiten und W'ahrschcinlichkeiten. Karma be1.ieht sich nicht nur auf unsere Taten, sondern h.n auch
eine innere Dimension, durch die unsere Gedanken, Gefühle und Motintionenim Zuso1mmenhan~ mit Ursache und Wirkung - widcrgespiq~eh werden. Karma
bedeutet mehr als rechtes Handeln gegenüber anderen, es impli1.ierr auch die cntspn:..:henJe Absicht. Während die Zeitlinie für die frau in Arnarillo aller Wahrscheinlichkeit nach sehr kurz sein würde, war ihr früher Tod nicht von \'Ornhercin
festgelegt. Eine Variable dieses Szenarios w;~.r Jie Art der Seele, die diesen Körper
bewohnen würde. Obwohl sich die Seele genau für diesen Körper entschiedl•n hatte unJ mit einem kurzen Leben rechnen musste, sind bestimmte Elemente des freien Willens zu berücksichtigen. kh erfuhr, dass es nil·ht hundertprozentig fest~elegt
war, dass die junge Frau an der nrirrten Kugel sterben "'-ürdc, die sie traf, als sie auf
der anderen Strassenseite des Saloons stand, wo das Duell stattfand. Als ich fragte,
ob sie nicht auch einen anJcn:n Tag hätte wählen kilnnen, um nach Amarillo zu
fahren und Vorrä.te zu besorgen, meinte sie: •Ja, aber etwas ;twan~ mich, ~enau zu
der Zeit in die Sudt zu gehen, und ich war schon drauf und dran. l't\vas anderes zu
m;~.chcn, ohne l:U wissen warum.• Eine andere Seele hätte sich ,·ielleidn im letzten
Moment anders entschieden. wärl· nil·ht gegangen und härte auch nicht ~ewusst,
warum.

Zeitlinien und die Wahl des Körpers
Obwohl die Zeit ausserhalb unseres physischen Körpers kaum eine Rolle spielt,
werden wir doch Tag für Tag Zeuge, Jass wir sell>st und alles um uns herum J.her
werden. Wir Iehen auf einem Planeten, der ein Zentralgestirn umkreist, das auch
ständig älter wird. Zurn Zyklus Jes Lebens gehört die Bewegung der Zeit, und die
Zeitlinien der Realität unserer Dimension werden offenbar "·on fongeschrittenen
Wesen bccintluss4 die es reinkamierenden Seelen ermöglichen, die Vergangenheit
zu analysieren und einen Blick in die Zukunft zu werfen. In spirituellen Bibliotheken und Studienzentren können wir uns Alternativen zu unsl·ren Handlungen an310

schauen, die wir bereits in früheren Leben hätten nutzen können, und uns so mit
dem • Was wäre wenn ... ?· unserer Vergangenheit heschähir;en. Die Lehre vom
freien Willen besagt, dass die Ereignisse der Vergangenheit nicht zwingend unausweichlich waren. Das Schick5al schreibt nicht \'Or, Jass eine bestimmtt· Situation ein
bestimmtes Ende nehmen muss. Wir sind keine Marionetten. Wenn die Vergangenheit \'Orbei iSI, erhalten in unserem Universum die Ja7.ugehörigen Ereignisse unJ
Menschen Ewigkeilscharakter und werden für immer in spirituellen Bibliotheken
aufhl·wahn. Da Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der chronologischen Zeit
in der geistigen Welt immer die }elZlult bedeuten, wie wird dann die kommende
Zeit im Auswahlkreis 1.ukünftiger Leben behandelt?
In KapitelS habe ich mich im Abschnitt •Was ist echte Realität?• (siehe S. ISS)
über die verschiedenen Müglichkeiten ausgelassen, wie sich dasselbe Ereignis in para11elen Universen abspielen kann. Im llinblick auf physi~che Universen läuft diese H:--pothesc darauf hinaus, dass Planeten wie die Erde im seihen Zeitrahmen dupliziert werden und als in Bewegung befindliche Teilchenwellen der Lichteneq~ic
gleichzeitig existieren könnten. Universen könnten parallele, übergeordnete und
koexistente Realitäten innerhalb derselben Dimension sein - oder etwas anderes,
nicht Vorstellbares. Unabhängig von Jen räumlichen Gegebenheiten werden Zeit
und Ereignisse durch Prüfer der Erde aus der wahren Realität der geistigen W"elt
nachvollzogen, angehalten sowie vorwärts und rückwärts bewegt. Bei den Haupt·
strecken, Jie ich Grundlinien nenne, handelt es sich um die Wahrscheinlichkeiten
zukünftiger Ereignisse in bestimmten Körpern, Jie uns o1ls Möglichkeiten präsentiert werden, damit wir sie im Auswahlkreis überprüfen können.
Die Wellen \'ergangener Ereignisse existieren unauslöschlich weiter, etwa in den
spirituellen Bibliotheken, doch wenn Ge~enwart und Zukunft ebenfalls in der
jet7.t7.eit existieren, wie kann dann die Zukunft \'crändert werden, wenn das bei Jer
Vergangenheit nicht mö~lich ist? Handelt es sich hier um ein Paradoxon der Unmöglichkeit? Die Quantenmechanik \'ertritt die These, Jass Lichtteilchen an einem
Punkt \'Crschwinden und unmittelbar darauf an einem anderen wieder auftauchen
können. Wenn jedes Ereignis in der Zeit entlang einem sanften Wogen nm Wahrscheinlichkeilen und Möglichkeiten existiert, ist es dann auch wahrscheinlich, dass
ein \'ergangenes Ereignis bestimmte ewige Eigenschaften erhält, während zukünftige Geschehnisse nach wie vor im Fluss und offen für Veränderun~en sind? Meiner Ansicht nach \'erhält es sich talSächlich so.
Dennoch glaube ich- da ich jetzt schon jahrelang Leuten l:Uhüre, Jie mir etwas
über die Wahl eines zukünftigen Lebens berichten -,dass die Alternativen für ein
solches Leben nicht unbegrenzt sind. Denn duu besteht keine Notwendigkeit.
Um Lehren aus dieser Lektion zu ziehen, müssen die Möglichkcitl'n nur eine genügend grosse Bandbreite aufweisen. Sn berichtete Amy in fall29 (siehe S. 1-48) im
Zuge ihres Rückblicks auf ein vergangenes Leben, dass die Ahernati\'en zu ihrem
Seihsirnord nach einer bestimmten Zeitperiode aus der Liste der Möglichkeiten
\'erschwanden.

J]/

Die Planer beschäftigen sich mit dem •WJ.S wäre wenn ... ?• unseres Lebens. Die
Meister der Zeit und andere wissen um Erl·ig;nisse, die sich im Gesamtschema der
Dinge noch gar nicht ereignet haben, und auch, wie hoch dil· Wahrscheinlichkeit
ist, dass es tonsächlich so kommen wird. Im Auswahlkreis umersw.::hen wir nicht lediglich andere Zeitlinien zukünftiger Ereignisse, sondern schauen uns die Körper
~enauer an, die diese Erlebnisse haben werden. Diese Kürper werden in etwa die
gleichen Zeitrahmen hineingeboren. Das Betrachten jener En:ignissc, die sich
höchstwahrscheinlich zutragen werden und die mit diesen Körpern in Zus.J.mmenhang stehen, ist in etwa so, als verfolge man eine rilmvorschau.
Beim Anschauen jener spezifischen Szenen, die uns die Meister der Zeit gestatten, hat die eine oder andere Seele das Gefühl, Teilnehmer einer St:hachp.utic zu
sein. von der nicht alle möglichen Züge, die zum erwünschten Ziel führen, bekannt
sind. ln der Regel blickt die Seele über eine Basislinie oder auch Kreislinie, wie
manche Klienten sie nennen, auf Teile eines zukünftigen Lebens. Die Kreislinie
verkörpert dabei Jen wahrst:heinlit:h~ten Verlauf eines Lebem für jeden untersuchten Körper. Die Seele, die sich auf eine Inkarnation vorbereitet, weiss, dass ein einziger Zug, eine winzige Veränderung in dem Spiel, das sie beob.J.chtet, das Ergebnis
verändern kann. Ich finde es fas1.inierend, dass der Seele in den meisten fällen keine eindeutigen Resultate, die möglich wären, gezeigt werden. Sie weiss auch, dass
auf dem Schachbrcu des Lebens \·iele andere Züge möglich sind, die dessen Verlauf
an jedem beliebigen Punkt des Spiels \·erändern können. Und genau das iS[ es, was
das Spiel für die meisten Seelen interessant macht. Veränderungen im Leben hängen
von unserem freien Willen ab, erwas Bestimmtes zu runoder 7U lassen. Dies" Kausalität bildet einen Teil der karmischen Gesetzmässigkeiten. Karm.J. bedeutet Möglichk('it, hat aber auch mit innerer Kraft und Ausdauer zu tun, denn zu diesem
•Spiel• gehören Rückschläge und Verluste ebenso wie persönliche Erfolge.
Die Berichte meiner Hypnoseklienten über das, was sich in den Bildschirmräumen abspielt, decken sich weitgehend. Ihre Schilderungen dessen, was sie don sehen, sind schier unglaublich. Trotzdem ist es während dc~ Aufenthahs im Kreis
nicht möglich, einen Blick auf Ereignisse zu werfen, die über die unmittelbar
nächste Lebensspanne der für sie vorgesehenen Körper hinausgelu~n würden. Das
würde nämlich die An und Weise trüben, wie die Seele das Leben empfindet, das
sie gerade sieht. Wenn it:h mit:h n.J.ch die~er Praxis in der spirituellen Welt richte,
ziehe ich es vor, abgesehen von der Arbeit in diesen Bildschirmräumen, in Hypno·
sc keinen Blit:k in die Zukunft zu werfen. Gelegentlich berichtet ein Klient über ein
kur7.7.citiges Aufblitzen vnn Szenen, bei denen t'r Teilnehmer eines zukünftigen Ereignisses ist, etwa als Besatzungsmitglied eines Raumschiffes, vorausgesetzt, das
Gespräch dreht sich um etwas ausserhalb des Kreises. In der Regel begnüge ich
mich mit diesen Informationen. Ausserdem ist dieses Aulblitzen zukünftiger Existenzen sehr unzuverlässi~, da unter Umständen nur eine einzige Möglichkeit wahrgenommen wird, die sich, wenn die Zeit tatsächlich gekommen isr, verändern
könnte, da ja eine ganze Reihe neuer Umstände und Entscheidungen aufgetreten

322

sein könnte, welche ihren Ursprung in den Zeitlinien jener Phase haben, die überhaupt erst ;tU diesen Ereignissen geführt hat.
Die Bildschirmräume sind nützlich für jene Seelen, die Vorbehalte dagegen haben, im nächsten Leben eine Verpflichtung l'inzugehen. Das Betrachten bestimmter Aspekte ihrer Zukunft lässt bei vielen das Vertrauen wachsen. Dennoch haben
sich zaghafte Seelen gerniss ihren eit;enen Worten v;eweigcn. in diese Bildschirme
hineinzugehen, um dnn unmittelbar neue Körper auszuprobieren, da sie Angst davor hatten, die Nerven zu verlieren, wenn es darum ging, einen schwierigen Lt.•bensnrtrag zu akzeptieren. Nach unt.·rschrockenercn Seelen dient dieser Raum dazu, das genauc Gegenteil zu bewirken, da man ja die Möglichkeit erhält, das Terrain
zu testen, anst31t einfach ins kalte Wasser :tu springen.
Ein rypisches Beispiel für jemanden, der sich auf einen Test vorbcreitl't, ist die
Wahl eines homosexuellen Körpers. Da die Neigung eines Menschen, homosexuell
oder lesbisch 7.U werden, im Wesentlichen biologisch geprägt und nicht Jas Ergebnis der So?.ialisation ist, gibt es zwei entscheidende Gründe dafür, warum sich die
Seele für einen entsprechenden Körper entscheidet. \Vie bereits erwähnt, w:ihlen
\'iele Seelen auf Niveau I und Niveau II einen Kürper mit einem bestimmten Ge·
schlecht, und zw:~r in etwa 7S Prozent der Fälle, da sie gerne entweder männlich
oder weiblich sind. Ich habe festgestellt, dass meine homo!lcxucllen und lcshisch(.·n
Klienten damit begonnen haben, die 'Wahl ihres Geschlechts zu \'erändern, was auf
eine höher cnrwickclre Seele schliessen lässt. Eine f\.1öglicllkeit. diesen Über~an~ in
einem bestimmlcn Leben in die Wege zu leiten, besteht darin, in den Körper eines
homosexuellen Mannes oder einer lesbischen Frau zu schlüpfen. Damit kann für
sie ihr gegenwärtiges eigenes Geschll·cht weni~cr vertraut sein als der Körper des
anderen Geschlechts, etwa wenn ein homosexueller Mann das Gefühl hJ.t, dass er
sich eigentlich im Körper einer Frau befindet.
Der zweite und wesentlich wichtigere Faktor, warum sich eine Seele ,·ur c.lem
jetzigen LchL·n dafür entscheidet, schwul oder lesbisch zu werden, besteht darin,
sich bewusst ein Leben in einer Gesellschaft ausgesucht zu haben, die Schwulen
und Lesben mit Vorurteilen begegnet. Bei vielen meiner schwulen und lesbischen
Klienten handelt es sich in der Regel nicht um junge, um·rfahrene Seelen. Wenn sie
sich öffentlich zu ihren Neigungen bekennen, bedeutet das, dass sie sich für ein Leben cnts,hieden haben, in dem sie in eim·r Gesellschaft grgen d(.•n Strom schwimmen, Jie sehr starrl' ~eschlechtsspezifische Rollen festgelegt hat. Ihre Aufgabe besteht darin, trotz der ablehnenden llaltun~ der Öffentlichkeit Selbstwengefühl
und eine ci~cne Identität zu findl•n. Dazu ist Mut und Entschlossenheit erforderlich, Eigenschaften, auf die ich während c.lcr llypnose stossL", sobald ich mit ihnen
in den Raum ;tUrückgehe, in dem sie sich dieses Leben ausgesuc-ht haben.
Ein Beispiel: Ich hatte einmal einen schwulen männlichen Klienten. Jer früher
als Kaiserin in China gelebt haue. Nach einer langen Wartezeit war dieses Leben
nun die erste Reinkarnation seit jenem Leben, in dem Luxus und Macht eine ~ros­
se Rolle gespielt hauen. Diese Sech: namens Jamona schilderte mir, dass er als Kaiserin im Kürper einer ausgesprochenen Schönheit gelebt hatte, die die teuersten JuJlj

welen trug und ''On vorne und hinten bedient wurde, ganz wie es ihrem Rang entsprach. Es war ein \'On Selbstgefälligkeit, mangelndem Vl.'nrauen ~e~l.'nüber sämtlichen Untergebenen im Rahmen eines in1rigan1cn Hofstaats und von Verherrlichung durch ihre Lakaien charakterisiencs Lehen gewesen. t-:ür Jamonas jetziges
Leben sunden drei Möglichkeiten zur Wahl. Der Klient beschrieb seinen Enl·
schluss rolgendcrmassen:

Bel dt•n drei Möglichkeilen handdte es sich 11m z.._.,.; Frauen und um einen
gut ausH·hc·nden jungc•n Mann, dcr, su 'ü:urde mir mitgeteilt, -im lnnert>n eim.' Frau sei•. Eine der Frauen u·ar sehr m.1gcr, sah fast zerbrechlü-h aus und
'i.i.'ürdc· das ruhige• Lc·ben eim•r hingebungrvollen Gattin und Murcer leben.
Die andere Frau harte ein schickes Äusseres, u::ar c•im· durchaus auffiillige ErSL"heinung, c·ine schillernde Figt~r, und emotional unn.,hbar. Ich c·ntschicd
mich für den Jlann, da ich mich so mit dc·m Leben eines Homosexuellen diiScintJndcrsctzcn musste. Ich w;.·usste, dass u·enn ich das Gefühl der Achtung
durch die· Gesellschafe übcro:indc·n kiinntc, -..:äre dies ein Ausgleich zu meinem Leben als verherrlichte Kaiserin.
lJie Wahlmö,;lichkeiten entsprachen dem, was üblich war. Die atuaktivc Lebedame
wäre nur die Fortsetzung des Lehens einer Person gewesen, Jie sehr egozentrisch
war und von allen beneidet wurde. Die Hausfrau wäre keine schlechte Wahl ~ewe­
sen. Diese konventionelle Existenz hätte Jamona die Möglichkeit gegeben, Demut
zu lernen und den Herausforderungen des Lebens in ärmlichen Umständen zu begegnen. Doch .auch diese Kandidatin war eine f-rau, und Jamona wollte die Reihe
der \'ielen weiblichen Inkarnationen durchbrechen.
Laut Jamon.a war die Entscheidung, in die Rolle eines Homosexuellen zu
schlüpfen, die schwierigste für ihn gewesen, auch wenn er im Gegensatz zu der
frau, die in nnrm.alen finanziellen Verhältnissen lebte, materiell sehr ~ut gestellt
war. Bei der 7.u treffenden Wahl erhalten wir keine Beratung, doch ältere Seelen
spüren, d3ss es häurig eine sehr Hrlockende Möglichkeit gibt, die für uns keine besondere Herausforderung darstellen würde. Jamona wusste. Jass dies die Lebedame war. Er traf seine Entscheidung. nicht weil er dnu gedrängt wurde, den auffälligsten Kandidaten, also den 1-lomosexucllcn, zu wählen, sondern weil die damit
\'erbundene Auigabe ganz klar die schwierigste war: ·Ich hin in meinem Leben mit
\'ielen Menschen 7.usammengetroffen, die mich mit Entrüstung, ja sogar Verachtung behandelt haben. Ich brauchte diesl' Erfahrung, diskriminiert zu werden, dieses Gefühl der Unsicherheit und Verletzlichkeit.•
Bei der Wahl des Körpers ist mir aufgefallen, dass fort~eschrittenere Seelen in
Jer La~e sind, innerhalb der dargestellten Zeitphasen klare Vergll.'iche zwischen
den ihnen angebotenen Kilrpern anzustellen. Ausserdcm hat sich herausgestellt,
dass weniger weit entwickelte Seelen den Körper akzeptieren, den sie ihrer Aufrassung nach akzeptieren sollten, weil sie damit am besten fahren würden. Sie \'enrauen dem Auswahlprozess ml.'hr als sich sclbs(. Ein Klient schilderte das so: •Für
mich ist die Wahl eines neuen Körpers wie das Anprobieren eines nl.'uen An1.ugs

\'On der Stange, den du einfach so in der Hoffnung kaufst, Jass er schon passen
wird.•

Die Meister der Zeit
Nur alle paar Jahre stosse ich auf einen in Ausbildung befindlichen Meister der
Zeit. Wenn mir dann einer über Jen \l'eg läuft, so behandle ich ihn wie einen
Schatz, den es zu hüten gilt. Da es auch andere Sonderformen gibt, die mit Zeitlinien z.u tun haben, muss ich mich davor hüten, während der Hypnosesitzung voreilige Schlüsse zu ziehen. So helfen beispielsweise die Archinre der Seele dabei, ihre
vergangeneo Leben sowie alternative Zeitlinien, die mit jenen Ereignissen in Verbindung stehen, herauszusuchen. In diesem Sinne sind sie eigendich mehr Historiker und Chronisten und weniger Meister der Zeit, die sich m<.·hr damit bcschäftit:;en, Zeitlinien der unmittelbaren Zukunh für die Körper ausfindig zu machen, die
für das neue Leben zur Wahl stehen. Ich glaube, dass es hier wie bei den anderen
Sonderformen auch zu Überschneidungen kommt,u·obei \'icle Meister an derzeitlichen Koordination für die Seelen arbeiten, die ihrer Dienste bedürfen. Deshalb
werfen meine Klienten diese häufig in einen Topf und nennen sie einfach Planer.
Es gibt vieles, das die Meister der Zeit in Ausbildung noch nicht wissen, oder
zumindest behaupten sie Jas. Wenn ich die esoterischen Aspekte einer Sonderform
der Seele untersuche, ist es notwendig, dass ich trenne zwischen Jen normalen Blockaden bei Einzelheiten, die mich nichts angehen, und zwischen dem, was ein fongeschrittencr Klient tatsächlich nicht weiss. Manche Leserinnen und Leser wundern siC"h vidlcicht, warum iC"h in den bislang geschilderten 1-'ällen nicht auch die eine oder andere wiC"htige zusätzliche Frage gestellt habe. Nun, das habe ich
wahrsC"heinli,h getan, aber keine Antwort erhalten. Gelegentlich fördern sowohl
der Auszubildende als auch ich Informationen zutage, die zunächst unbeabsichtigt
gegeben werden, dann aber immer weitere Kreise ziehen. So war es im Fall einer
Seelenamens Obidorn, der im gegenwärtigen Leben als Ingenieur arbeitet. Das Gespräch beginnt an einem denkwürdigen Punkt während unserer Sitzung.

Fall 63
Dr. N.: Obidom, kannst du mir sagen, welche von Jen Dingen, die du zwischen deinen Leben machst, die grösste Herausforderung für dich als Seele darstellt?
K.: Ich beschäftige mich mit der Zeit .J.uf dem PI.J.neten Erde.
Dr. N.: Zu welchem Zweck?
K.: Ich mOChte es in dieser Kunst zur Meisterschaft bringen ... die Zeitlinien bereisen ... die Sequenzen be~rcifen, die für Menschen gelten, die in einer physischen
Welt leben. Und den Planern dabei helfen, die Seele bei der Ausw.J.hl ihrer Leben zu
untrrstutz.cn.
Dr. N.: MaC"hst du fonschrine?
k.: [seufzend) Nur sehr langsam, ich bin ein Anfänger und brauche viele Mentoren.
Dr. N.: Warum bist du für diese Ausbildung ausgewählt worden?
J]J

K.: Das ist sehr schwierig für mich zu erklären, denn ich glaube, dass ich nicht son-

derlich für diese Kunst geeignet bin. Ich nehme an, es begann damit, dass ich gerne
Energien manipuliere und mir das im Unterricht relativleichtgefallen ist.
Dr. N.: Nun, gilt denn das nicht für viele andere Seelen auch, dil· in ihren Klassen
Dinge herstellen, indem sie Energie manipulieren?
K.: {begmnr ,'angsam aufzurauen] Das ist etwas anJeres, wir sind nicht ... auf die
gleiche Art schöpferisch.
Dr. N.: Worin besteht der Unterschied 7.U deiner Arbeit?
K.: Wer mit Zeit arbeiten will, muss die Manipulation des Raumes beherrschen.
Man beginnt die Arbeit an Modellen unJ wendet sich dann er!rlt den realen Gegebenheiten zu.
Dr. N.: Welche An von Modellen?
K.: [venri:Jumt} Oh ... ein grossc:s ausgetrocknetes Hecken ... mit wirbelnder flüssiger Eneq~ie darin ... die in jenen Lücken dünner wird, in denen bestimmte Szenen
für uns häppchenweise simuliert werden ... die Lücken geöffnet ... man sieht Neonröhren mit fluktuierendem Licht ... in die man hinein kann. [hdH 'l'le,~ F.s ist
wirklich schwer zu crkiJ.ren.
Or. N.: Schon gut, Obidom. Ich würde gerne wissen, wo du momentan arbeitest,
wer dich unterrichtet und was es mit den praktischen Fähigkeiten auf sich hat,
wenn man ein Meister der Zeit werden will.
K.: [gcsammelr} Unsere Ausbildung rindet in einem Tempel statt. [W''l5["ld,: Wir
nennen ihn den Tempel der Zeit- unsere Lehrer unterrichten uns Jon in dl·r Anwendung von Energicsequen7.en für Ereignisse.
Or. N.: Was sind Sequenzen?
K.: Zeitlinien existieren als Energiesequenzen von Erei~nissen in Bewegung.
Dr. N.: Wie manipulierst du Eneq~ie in den Zeitlinien?
K.: Zeit wird dadurch manipuliert, Jass man Ener~ieteilchcn 1.usammcndrückt und
wieder in die Linge zieht, und zwar innerhalb eines gemeinsames fcldcs. und dessen Fluss reguliert ... \\rie beim Spielen mit Gummibändern.
Dr. N.: K.mnst du Ereignisse in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft verändern? Meinst du das mit Manipulation?
K.: [.·onge Pcu:,ej Nein, ich kann die Energiesequenzen nur überwachen. Wir sind so
etwas wie ... die Autobahnstreifc, die sich in die Sequem:en hinein- unJ wieder hinausbet:;ibt - die Sequcnn·n sind für uns Strassen -, indem wir schndler und langsamer werden. Beim Zusammenziehen wird unsere Geschwindigkeit schneller, bei
der Ausdehnung werden wir langsamer. Das Gleiche gilt fUr Ereignisse und Menschen, die auf den Sequenzen als Punkte auf der Strasse erscheinen. Wir sl·haffcn
nichts. Wir klinken uns nur als Beobachter ein.
Dr. N.: Und wer hat diese Zeitsequenzen geschaffen?
K.: [•·erdrgerrj \X'oher soll ich das wissen? Ich hin Joch schon froh, wenn ich innerhalb des Svstems zurechtkomme.
Dr. N.: War nur eine Frage, Obidom. Du ma~:hst deine Sache sehr gut. Was ist Jeinc
Aufgabe als Meister der Zeit in Ausbildung?

J26

K.: Wir werden jeweils einem Ereignis zugereilt ... die Wahlmöglichkeiten, die der

betreffende Mensch um Jas Ereignis herum trifft, sind alle von Bedeutun~. Die
praktischen Anwendungen dessen, was wir tun, beziehen sich auf menschliche Gedanken- und Handlungsströme, die sich in einem Fluss der Zeit \'ercinigcn.
Dr. N.: Derartige Ereignisse würde ich als Handlun~spassa~en und Erinnerungen an
diese Handlungen bezeichnen.
K.: Das sehe ich auch so. Energieteilchen haben in der Tat mü Erinnerun~ zu tun.
Dr. N.: Inwiefern?
K.: Energie ist die Trägeein des Denkens und der Erinnerung innerhalb dieser Sequenzen, und diese geratl·n niemals in Vergessenheit. Der Kanal, mit dem Zeit
wahrgenommen 9oird, beginnt mit dem Denken- der Formung einer Vorstellung-,
es folgt das Geschehen und schliesslich die t:rinnerung an das Geschehen.
Dr. N.: Wie wird alles das in den Sequenzen fcstgehalten?
K.: Durch den Schwingungstun jedes aufgezeichneten Eneq~ieteilchens. Das ist es,
was wir zurückholen.
Dr. N.: Können diese Sequenzen in allen möglichen verschiedenen Realitäten existieren?
K.: [Pause] Ja ... sie überschneiden einander und gehen ineinander über ... Das ist
es, was die Suche so interessant macht, wenn man die Fähigkeit besitzt, sie zu finden. Alle Dinge und Geschehnisse kt)nncn beobachtet und zu Studien7.wecken
wiedergewonnen werden.
Dr. N.: Bitte erkläre mir das näher, Obidom.
K.: Es gibt vieles, über das ich dir nichts erzählen kann. Zu den Energieteilchen, die
Teil der Ursache für bestimmte Ereignisse in der Zeit sind, gehören Schwingungsmuster mit vielen alternativen Möv;lichkeiten. All diese früheren menschlichen Leben sind für uns wertVolle Informationen für zukünftige Inkarnationen.
Dr. N.: Was denkst du über alterna.ti\'e Möglichkeiten zu bestimmten Ereignissen?
K.: [lange Pause] Wir untersuchen das, was produktiv isr. Erei~nissc- schlechu\
bessere, die besten- werden so lange dur~hgespielt, bis sie aufhören, produktiv zu
sein. [11ef seu{zcrJd] für mich isr das jedenfalls alles noch Neuland. Ich beschäftigte
mich bisher mit den vergangeneo Szenen dessen, WJs sich ereignet hat.
Dr. N.: Willst du damit sagen, dass alles, was in der Zeit existieren kann, nicht not·
wendigerweise existiert, wenn aus seinem Vorhandensein keine Lehren gelogen
werden können?
K.: [Pause] Ah ... ja, Entseheidungssituationcn, die einander ähneln, erfordern
leicht unterschiedliche Lösungen, und nach einer Weile sind die Unterschiede so
gering geworden, dass sie als Lektionen keinen produktiven Wert mehr hätten.
Dr. N.: Deinen Schilderungen entnehme ich, Jass du momentan nicht sehr vielmit
zukünftiger Zeit 7.U run hast. Wie siehst du selbst deine Rolle?
K.: Ich sehe mich eigentlich mehr als Archäologen in der Zeit. Meine Aufgabe ist es,
Menschen und Ereignisse in Vergangenheit und Gegenwart 7-U untersuchen. Die
Zukunft ist unscharf ... die Scqucn:1.cn sind unklar ... nein, momentan ich bin ein
Archäologe der Zeit.

J27

Dr. N.: Wann haben deine Studien auf diesem Sektor wirklich begonnen?
K.: Als meine Klasse für die Ausbildung im Tempel zusammengestellt wurde.

Dr. N.: Wie viele Seelen gehören zu deiner Klasse?
K.: Wir sind sechs ... {närr mne und (Li~t dann hmzu] und haben uns don kennengelernt.
Dr. N.: Erzähl mir etwas über deine Ausbildung. Die musst du doch noch in guter
Erinnerung haben.
K.: Ich wurde auf eine Wehnamens Galath geschickt. Es ist l'inl' physische Wclt, die
in geografischer Hinsicht der Erde ähnelt. Es gab dort früher einmal eine 1-lochkultur, technisch sehr weit entwickelt, und die Galathincr waren in der Lat:;c, andere
Planeten zu besuchen, was sie letztlich in den Ruin getrieben hat. Jetzt gibt es dort
keine hoch entwickelten intelligenten Lehensformen mehr.
Dr. N.: Ich verstehe nicht, warum du auf eine tote Welt geschickt u-urdest.
K.: Sie ist nicht tot., sondern vielmehr unbewohnt. Als wir im Rahmen unserer Ausbildung don ankamen, nahmen wir eine transparente Gestalt an, die der humanoiden Erscheinungsform der alten Galathiner ähnelte. [~ochenl1]
Dr. N.: Er7.ähle mir ern·as von ihnen.
K.: Mir ist eben eingefallen ... es ""aren gelbgrüne Leute, sehr gross und genenschlank, scheinbar ohne Gelenke ... sie hatten grosse Fan·uenaugcn wie Insekten.
Dr. N.: Was für Menschen waren das?
K.: Die Galathiner waren klug, aber leichtsinnig - wie wir auch. Sie hielten sich
schlicsslich für unbesiegbar.
Dr. N.: Zu welchem Zweck hat man euch denn auf diesen Planeten geschickt? Gibt
es da überhaupt noch etwas?
K.: Allerdings! Ihre Zeitlinien sind nach wie vor da. Wir sind zu Übun~szwecken
dort, um uns an die alte Geschichte dieses Oncs an7.ukoppcln. Es ist eine Art exotischer Welt mit ramponierten Raumstationen, die den Planeten nach wie vor umkreisen. Die Landmasse ist mit Behausun~en von gewaltiger Ausdehnung übersät,
die jetzt leer sind und \'erfallen ... Pflanzen überwuchern ihre früheren Hallen des
Lernens, verrottende Spuren dieser einst blühenden Kultur finJen sich überall ...
Dr. N.: Und was genau machst du mit deinen fünf Klassenkameraden auf diesem
Planeten?
K.: Wir strahlen unsere Energie ab ... und schweben durch die Korridore ihrer vergangeneo Zeiten. Einer der Lehrer hilft uns Jabei, unsere Schwingungen so an7.upassen, dass wir uns in bestimmte Phasen der galathinischen Geschichte einklinken
können. Leider gelingt uns das nur bruchstückhaft, weil uns noch die Übun~ fehlt
... doch bestimmte Szenen ihrer prachtvollen Vergangenheit sind lebendig.
Dr. N.: Das heisst, nichts, was jemals war, geht wirklich verloren?
K.: Richtig, denn obwohl die Galathiner verschwunden sind, lebt alles, was siegemacht haben, in gewisser Weise fon ... ihre Triumphe ... ihr Niedergang ... wir
künnten aus ihren Fehlern lernen. Ich kann Ein7.clnc 7.urückholen, wie sie in bestimmten Augenblicken gesprochen ... was sie gedacht haben, bevor sie von einem
fremden Volk besiegt wurden und sich deren Kultur andernorts anpassen mussten.
328

Die Galathiner hatten eine musikalische Sprache, die nach wie vor ihre abgetakelten Raumschiffe umkreist und die verlassenen Strassen durchtönt.
Dr. N.: Worin besteht das Ziel deines Weges, Ohidom?
K.: Wenn ich die Sache besser beherrsche, werde ich als Berater für Jie Planer arbeiten, die am Entwurf für bestimmte Siruacionen der Menschen arbeiten ... den Forschern in der Bibliothek helfen ... bei der Koordination der Wahlmö~lichkeiten in
der Sphäre des Lebens {df'S Kre,ses] helfen-erwas in der An.
Or. N.: Obidom, ich möchte dir eine persönliche frage stellen. W'cnn ich als Seele etwas Zeit zwischen meinen Leben hiine, könnte ich dann in meine Heimatstadt reisen, wie sie damals war, als ich ein Junge war, und mich selbst, meine Familie und
meine heunde im Rahmen von Szenen crlehen, die in der Vergangenheit spielen?
Damit meine ich nicht, all das in der geistigen Weh neu zu erschaffen, sondern
wirklich als körperloses Wesen auf die Erde zurückzukehren, so, wie du nach Galath gegangen bist.
K.: [löche1nd) Ich glaube schun ... wobei du allerdings Unterstützung nm einem talcmicncn Lehrer bräuchtest, sonst würde es nicht klappen. Und bilde dir blass
nicht ein, du könntest ein wenig an der Origin.tlsune herumbasteln und etwas \'erändern. (sardon1sch] Vergiss nicht. du wärst ja ein Gespenst!

Der freie Wille
Während einer meiner Vorträge im kanadischen Vancou\"er stand eine verzweifelte
hau auf unJ rief laut: .. Jhr New-Age-Gurus sa~t uns, dass \vir einerseits einen freien Willen hätten, um Entscheidungen im Leben treffen zu künncn, während wir
auf der anderen Seiteaufgrund von karmischen Gegebenheiten aus früheren I.cben
einem bereits festgelegten Plan folgen müssten. Ja, was denn nun!? In meinem Leh~.·n gibt es keinen freien Willen, denn ich bin Krähen ausgelicfen, (lie ich nicht
steuern kann. Mein Leben ist ein einziges Jammertal.• Im Anschluss an meinen
Vortrag setzte ich mich einige Minuten lang n~.·hcn die Frau, und sie erzähhc mir,
dass ihr 19-ji:ihrigcr Sohn vor Kurzem bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen sei.
Für die meisten Menschen sind freier Wille und Schicksal gegensätzliche Kräfte.
Sie erkennen nicht, dass das Schicksal für die Summe unserer Taten aus zahllosen
Inkamacionen besteht, die Tausende von Jahren überspannen. In alldiesen Leben
hatten wir freie Entscheidungsmöglichkeiten. Unser gegenwärtiges Leben spiegelt
alle nrgangenen Erfahrungen wider, seien ("S angenehme oder unangenehme. Wir
sind daher das, was wir wegen unserer früheren Entscheidungen geworden sind.
Hin:w kommt die Tatsache, dass wir uns unter Umständen freiwillig in Situatinn~.·n
gebracht haben, in denen geprüft wird, wie wir auf Ereignisse im jet7.igen Leben
reagieren, die \'Om Bewusstsein nicht wahrgenommen werden. Auch hier spielen
individuelle Entscheidungen eine Rolle. Es gibt viele Gründe, sich einen bestimmten Körper auszusuchen. Wie die Mutter aus Vancou\'cr 7.ugah, war der jun~c Mo-

329

torradfahrerein Geschwindigkeitsfanatiker, der sich seinen Kick durch die mit der
Raserei verbundenen Gefahren holte.
Da im letzten Abschnitt über die Zeit die Tür für 7.ukünhige \Vahrscheinlichkeiten und Mö~lichkeiten auf~etan wurde, halte ich es nun für angebracht, die
übergreifenden Aspekte des freien Willens Nw.as näher zu untersu~.·hcn. Reinkarnation wäre sinnlos, wenn das gesamte Lehen vorbestimmt wäre. In meinen Ausführungen über die Zeitlinien habe ich die These aufgestellt, dass die Zukunft in \'iclen
Realitäten existieren kann. Menschen, die Vorahnungen über die Zukunft h.abcn,
können richtig oder falsch liegen. Hat heispidswcisc jemand ~eschen, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort getötet wird, und das ist
dann nicht eingetreten, könnte diese potenzielle Kausalität b~..Jcuten, dJss es sich
nur um die schlimmste der gegebenen Möglichkeiten gehandelt hat.
Ein Argument für die deterministische Betrachtungsweise wäre, d.1ss entweder
ein Schöpfer oder eine Gruppe untergeordneter Gottheiten für den Planeten Erde
verantwortlich ist und dafür, Jass dort Menschen leben, die Krankheit und
Schmerz erleiden, Hunger und Angst erdulden müssen. 'W'ir Iehen in einl·r Weh der
Erdbeben, Wirbelstürme, Überschwemmungen, Feu~.·rsbrünste und anderer Naturk.austrophen, auf die wir keinen Eintluss haben. Ich habe immer wieder ~csa~4
Jass die S~.·~.·len die Erde für ein sehr schwierig~:s Terrain halten. Die wichti~ste Lektion, dil· es auf der Erde zu lernen gih. besteht (brin, sowohl kollckti,·e als auch inJ.i,·icludle Zerstörungskräfte im Leben zu meistern, daraus gestärkt her..-onugehen
und sich weiterzucntwickdn.
Im Wesentlichen kommen wir mit dem auf die Erde, was wir brauchen, um für
uns selbst sorgen zu können. Auch wenn KJrma gelegentlich al~ ~trafcnder Faktor
gesehen wird, gibt es Joch so etw.as wie ausgleichende Gerechtigkeit, die \Vir in unserem Schmerz unter Umständen nicht erkennen. Ang,st entsteht dann. wenn wir
uns \"On unserer spirituellen Kraft ahlösl'n. Viele der zukünfti~l·n llc:rausforclerungen waren uns bereits ,·or diesem Leben bebnm, und es gab gute Gründe, uns für
sie zu entscheiden. Unfälle hält die Seele nicht für Zufall, wie ich versucht habe in
\"iclcn Schilderungen zu 7.eit:;cn, etwa in fall62 (siehe S. 31 R), in dem die Frau aus
Amarillo erschossen wird. Der reim· Wille unseres wahren Selbst hat die Kraft, insbesondere bei wiJrigt:n Umständen unseren Charakterschwächen Paroli 7U bieten.
Es liegt ganz an uns selbst, uns nach einer Katastrophe wieJcr aufzurappeln- wenn
wir nur bereit sind, die Veranrwonung dafür zu übernehmen.
Wichtiger als J.ic Herausforderungen, Jenen wir uns im Leben :tu stellen haben,
ist unsere Reaktion darauf und wie ~vir mit Jen Konsequenzen umg,ehen. Oies ist
Jic wichtigste Ursache für bewusste Amnesie. Ich habe angedeutet, dass der Seele
in der Regd nicht alle Altern.ati\'Cn 7U den wahrscheinlichen Erei~nisscn im nächsten Leben gezeigt werden. Auch dafür gibt es gute Gründe, obwohl manche Men·
sehen sich spontan an bestimmte Dinge aus der g,eisti~cn Weh erinnern. Erst durch
Jie Amnesie wird freier Wille und Selbstbestimmung überh.1upt möglich, und 7war
ohne die Behindl·rungcn durch unbewusste Rückblenden, die um Jaran erinnern
würden, was wir im Bildschirmzimmer gesehen hahl·n. Zwar bckomml'n wir dort
JJO

nur einen Ausschnitt dessen zu sehen, was unser jeweils folgendes Leben ausm.tchen wird, dennoch haben meine fälle geuigt, dass wir nach Voll('ndung des entsprechenden Lebens die Möglichkeit erhalten, uns alle wichtigen Ahern.niven dazu anzuschauen. l:::s folgt ein kur7.es, aher sehr anschauliches Reispicl für den freien
Willen, aus dem ersichtliL-h wird, dass sogar eine nicht inkarnierte Seele von einer
plötzlichen Emscheidun~ überrasehr Wt'rden kann, die das wahr,.cheinliche Resultat 7.U Hrändern vermag.
Ich habe mit einem Klienten gearbeitet, der I 863 in der Schlacht von Gettyshurg
als eben erst angemusterter Rekrut getötet wurde. Er hiess john und lebte in cinn
kleinen Siedlung in der Nähe von Gcuysburg. Trotz seines zarten Ahns von 16
Jahren hatten er und seine Liebste namens Rose ernsthaft vor, zu heiraten. Am
Abend vor der dreitägigen Schlacht kam ein Ofiizicr der U nions3.fmee in das Dorf,
um einen jun~cn Mann zu suchen, der gut genug reiten konme, um BotschaftL·n 7.u
übcnnincln und kein Soldat war. Aufgrund seines jugendlichen Altcrs und \Veil er
auf derfarmseiner Mutter gcbraw,;ht wurde, hatte john l'igl·ntlich nicht \'Or, in den
Krieg zu ziehen. Der Offizier traf auf john, erklärte ihm rasch die Dringlichkeit der
SituJ.tion und versprach, dassjohn nach der Schlacht nicht mehr gehraucht werden
würde.john 9-'J.r ein guter Reiter und erklärte sich bereit, den Auftrag 1:u übernehmen, da •ich die ChJ.ncc lür ein Jerarti~es Abenteuer nicht ungenutzt \·orübcrge·
hen lassen wollte•. Er musste sofort losrciten, ohne sich verabschieden zu können.
john fand am nächsten Tag den Tod.
So~ar als er ühcr seinem Kürper schwebte, konnte John nicht glauben, dass er
sich selbst totamBoden liegen sah. Nach seiner Rückkehr in die ~eisti~e Welt wurde John von Rose erwartet- dass hcisst von jL·ncm Teil ihres Wesens, den sie nicht
auf die Erde mirgenommen hatte. Als sie John sah, rief Rose aus: • WJ.s rnach!!t du
denn hier!? Wir wollten doch heirJ.ten! .. Die beiden ScciL·n~cfährten erkannten sofon, dass john einen Weg eing,esehlagen hatte, der von dem Leben, das er J.uch hJtte führen können, abwich. Doch wie dem auch sei, jeder Weg ist nm l·inem hestimmten karmischen Nutzen, was auch für johns Episode in der Armee gilt.
Ich frJ.gte diesen Klienten, ob man ihm im Bildschirmraum Ausseimine gezeigt
hätte von dl·m, was sich bei Gettysburg ercigm•n v.iirde. Er erwiderte: •Nein, es
reichte mir zu sehen, was sich bis zum Alter von 16jahrcn zutragen würde, denn
it:h wusste, es ~ab gute GrünJe dafür, mir nur das zu ?.eigen, was ich vor diesem Leben wissen musste. Ich vertraue auf die Entscheidungen meiner Geistführer.• Man
hat J.lso john, Jen Kindersold:uen, nicht ~l'Zci~t - nicht, dass er hei c;eny ... hur~
srerhcn künme. Das ist für solche Fälle sehr charakteristisch.
Was ist nun aber mit jenen f-ällen, bei denen ein vor7.eitiger Tod von so ~rosser
Wahrscheinlichkeit ist, dass für die Planer die Norwendigkeit besteht, uns die Entscheidung einzur;iumen, freiwillig in diesen Körper zu schlüpfen, um per~ünlichen
Nut7.en aus dieser Erfahrung ziehen zu können? lch kcnm· Rückführungsthcrapeutcn, die mit zahlrcit:hen sehr mutigen Seelen gearbeitet haben, die sich freiwilli~
bereit erklärten, als Opfer des Holocaust in Na7.idemschland zu dienen. Auch ich
hatte einige solcher Fälle. Vielleicht auch dcshJ.Ib. weil sehr viel"· dieser Seelen aus
331

den früheren Todesla~ern jet7.t ein neues Leben in Amerika führen. F.s stehen uns
Wahlmöglichkeiten für alle Arten von Katastrophen zur Verfügun~. Seelen wt:rdcn
gelegenilich auch auf vor ihnen liegende Ereignisse vorbereitet, indem sie quasi eine Generalprobe absokicren, wie aus folgcndl·r Schildcrun~ her\'orgcht:

Ich erinnere mich d.Jr,m, an einer grosscn Gruppe L:on Sct·h·n voriibergegan·
gcn zu sein, die in einer Art Amphitheater 'i.!ersammdt u·.tr und sich 'i:orbcrci·
rete. Die Seelen hörten einem Rcdna zu, der ihnt·n den \l't•rt dc5 Lebem
schildercc, obu·uiJ/ sie nur kurze Zeic auf der Erde 7.Jerbringen •-.;:ürdcn. Alh·
h<Jtten sich bereit erklärt, Opfer cim·r Katastrophe zu sein, bt·i der sie getÖCt>t
71-'crden u:ürden. Man u•it>$ sie an, sich geistig vorzubereiten und dit• Zeit, die
ihnen zugt•tcilr ...:·ar, so optimal 11-·ic• möglich zu nutun. \t'enn sie 'i.i:olltt·n,
dan11 u·ürde ihr darauffo/ger~des /.eben 'i.!id länger dauern.

Fall 64
Es geht hier um einen Fall von Euthanasie, in den eine Klicntin naml•ns Sandy verwickelt war. Sie ist ein weiteres Beispiel für einen Fall, bei dem den Hauptakteuren
eines zukünftigen Lebens die Todess7.Cnc gezeigt wird. Wie häufig bei Seelen, die
schon vor einem neuen Leben ihren späteren Tod sehen, ist Fn:iwilligkcit ein Teil
des Vertrags. Während des Vorgesprächs erfuhr ich, dass Sandy eine enge Hindung
zu ihrem Bruder Keith haue und dass sie Mitglieder einer grossen Familie waren.
Als ältere Schwester hane sie sich um ihn wie eine Mutter gekümmert. Keith war
ein Hitzkopf. der als Teenager häufig sein Leben aufs Spiel setzte, indem er schnelle Autos fuhr und oft mit dem Gesetz in Konnikt geriet. Sandr haue den Eindruck,
Keith lebe so, als sehne er sich nach dem Tod. Ausserdcm habe Keith aufgrund seines kapriziösen Lebensstils immer wieder anJeren ~lenschen wehgetan, doch er
habe ein gutes Herz und seine Leidenschaft, das Leben tagtä~lich bis zur Neige
auszukosten, sei ansteckend.
Sandy hatte schon immer eine Vorahnung, dass ihr Bruder jung sterben würde.
Als Keith 27 Jahre alt war, diagnostizierte man bei ihm A.myotrophe Lateralsklerose, an der er zwei Jahre später starb. Bei der ALS handelt es sich um eine dcgenerati\'c Erkrankung des motorischen Bewegungsapparats, die innerhalb weniger Jahre
in eine Muskelatrophie mündet. Gegen F.nde ihres Leben müssen \'iclc Patienten
künstlich beatmet werden, und sie erhalten grossc Dosen \'On Morphium, um die
grauenhaften Schmerzen zu bekämpfen.
Als Sandy während ihrer Sitzung zu ihrer Geistgruppe vorsticss, stellten wir
fest, dass die beiden Geschwister Begleiterseelen waren. Keith war der Witzbold
der Gruppe, der über Jahrhunderte hinweg den Gefühlen anderer keine besonders
grossc Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Im Zuge \'On Gesprächen mit seinem
Geistführer und Mitgliedern der Gruppe erkanme Keith, dass es für sein Weiterkommen entscheidend war, sich in Demut zu üben. Da er kein Kind \'On Traurigkeit war, bat Keith um ein Leben, in dem ihm eine schwierige Aufgabe );estclh werden würde, um diese Lektion in einem Mallernen zu können, ansrau sie auf \·iclc
JJ2

K \f·l~ll

'I-

Der Kreis des

S..::hick.~J.h

Leben zu \'erteilen. Man machte ihn darauf aufmerksam, dass diese An der Beschleunigung sehr belastend sein kann. Keith sa~te, er sei dazu bereit. Und so
schluckte er die bincrc Pille. Im Auswahlkreis suchte er sich freiwillig einen athle·
tischen Körper aus, der durch ALS \"Ollständig lahm gelegt werden würde. Gemäss
Sandy gab es dabei einen Augenblick, in dem ihren Bruder fast der Mut verliess.
Das folgende Protokoll der Sitzung mit Sandy beginnt ~enau hier:

.....

Dr. N.: Erzähle mir bitte so viel du k.mnst über Keiths Reaktion auf Jen ihm angebotenen Kürpcr.
K.: {ernst} Man machte ihn auf das Schlimmste gefasst- er sah seinen Körper \·or
und nach der Krankheit. Wie er seine Sclhstst.lndigkcit verlieren würde, wie er \·on
uns abhängig werden würde. Nichts wurde ihm vorenthalten. Keith sah, dass l'r 1.u
Beginn der Krankheit viel Selbstmitleid und Reue empfinden würde, dann schreckliche Wut, doch er würde etwas lernen, ~·enn er zu kämpfen an(ingc.
Dr. N.: [z·t•tsci-Jer, der Gegenwart und der ge,sttgen We:t t->m urd her sprrr1genC] Und?
Hat er etwas gelernt?
K.: Oh ja. Als sein Ende nahte, wurde Keith ruhig, und er konnte das, was wir für
ihn uten, annehmen und würdigen.
Dr. N.: Gibt es irgendctwas, das du erklären möchtest und das im Zusammenhang
:r.u den Vorbereitungen steht, die Keith für sein Leben mit dir ~etroffen hat?
K.: [nacn emer langen Pause drückt 1hr Ges~chr Zusttmmung aus] Ich werde es erzählen. Es wird mir gunun, darüber zu sprechen ... ich habe es no..:h nie jemandem erzählt. [beglflnr zu wemen: 1Ch helfe 1h' dabe1. den Faden ntchr zu .,-e,!tere'~)
Dr. N.: Wir müssen das nicht machen, wenn es für dich zu schmerzhaft ist.
K.: Nein, i