Edgar Cayce

Die Heilgeheimnisse
des Schlafenden Propheten
Krankheitssymptome und ihre Überwindung
zusammengestellt von Reba Arm Karp
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Baron von Koskull
Goldmann Verlag
Originaltitel: Encyclopedia ofHealing
Originalverlag: Warner Books, New York/N.Y.
Deutsche Erstausgabe
Der Goldmann Verlag
ist ein Unternehmen der Verlagsgruppe Bertelsmann
Made in Germany - 7/92 - 1. Auflage
© 1986 by Reba Ann Karp
Edgar Cayce readings © 1971 by Edgar Cayce Foundation
© der deutschsprachigen Ausgabe 1992 by
Wilhelm Goldmann Verlag, München
Umschlaggestaltung: Design Team, München
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
Druck: Graphischer Großbetrieb Pößneck GmbH
Ein Mohndruck-Betrieb
Lektorat: Brigitte Leierseder-Riebe
Herstellung: Stefan Bansen
ISBN 3-442-12105-1
Dieses Buch ist eine Dokumentation und keine Anleitung zur Selbst-
behandlung. Wer den Empfehlungen von Cayce folgen will, sollte das
nur unter ärztlicher Kontrolle tun.
Der besondere Dank des Verfassers gilt den Mitgliedern der For-
schungsgruppe des Heritage Store: Tom Johnson, Carol Baraff, Linda
Keener, Barbara Salerno, Lise Stryker, Earendil Spindelilus, Steve
Borgardus, Jane Gilbert und Bob Fears.
Inhalt
1 Einleitung ............................. 11
Edgar Cayce: eine kurze Biographie. . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Cayces Theorie über die Krankheitsursachen . . . . . . . . . . . . 13
II Verzeichnis der von Cayce behandelten Krankheiten ..... 23
~ k ~ ~ - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 2. 3
Alkoholismus . . . . . . . . . . . . . . . 26
Alzheimer Krankheit .......... .
Aphonie (Stimmlosigkeit) ....... .
Apoplexie (Schlaganfall) ........ .
Appendizitis (Blinddarmentzündung) .
Arteriosklerose (Arterienverkalkung) ..
Arthritis (Gelenkentzündung, Gicht) ..
Arthritis, Rheumatoide ......... .
Asthenie (Erschöpfungszustand) ... .
Asthma ................. .
Atrophie (Muskelschwund) ...... .
Bandscheibenleiden .......... .
Besessenheit .............. .
Bettnässen ............... .
Blasenstriktur ............ .
Blindheit ................ .
Blutarmut .... .
Brandwunden . . . . . . . . . . . . . .
Bronchitis ............... .
Bursitis (Schleimbeutelentzündung) ..
Colitis (allgemeine) ........... .
Colitis Ulcerosa ............. .
Dermatitis ............... .
Diarrhö ................. .
Dickdarmverstopfung ......... .
Druckgeschwüre ............ .
Ekzeme ................. .
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Emphysem _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 8 1
Enteritis (Entzündungen der Darmwand).. . . . . . . . . . . . 82
Enzephalitis (Hirnhautentzündung) . . . . . . . . . . . . . . . 83
Epilepsie (allgemein) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
Epilepsie bei Kindern. . . . . . . . . . . . . . . . . 90
Erkältungskrankheiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
Fehlgeburten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
Fettsucht (Übergewicht) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
Frakturen und Verstauchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
Furunkel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
Fußbeschwerden . . . . . . . .
Fußpilz ............. .
106
107
Gallenleiden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109
Gastritis und Verdauungsstörungen. . . . . . . . . . . . . . . . 110
Glatzenbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
Glaukom (Grüner Star) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
Gonorrhö bei Frauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
Gonorrhö bei Männern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
Grippe (Influenza) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
Hämophilie (Bluterkrankheit). . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
Hämorrhoiden ............... .
Harninkontinenz ......................... .
Hepatitis ............................. .
Herpes simplex und Mundgeschwüre .............. .
Herpes zoster (Gürtelrose) .................... .
Herzklappenfehler ........................ .
Herzjagen (krampfartig).
Heuschnupfen
Hirntumore . 0 • • • • • 0 • 0 0
Hodgkin Syndrom...... . . . . . . . . . ..... .
Hypoglykämie (Absinken des Blutzuckers unter Normalwerte) 0
Impetigo (Pustelflechte) . . . . . . . . . . . . . . .....
Ischias
Ischias und Rheumatismus 0 • • • •
Katarakt (Grauer Star) . . 0 • • • •
Kindstod, Plötzlicher (Krippentod)
Kurzsichtigkeit . 0 0 • 0 • •
Kolik 0
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Kopfschmerzen (allgemein) 159
Koronarthrombose (Blutgerinnsel in den Herzkranzge:fäßen) .. 161
Krampfadern 0 •
Brusttumore und Brustkrebs .
Gebärmutterkrebs
Hautkrebs
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Magen- und Darmkrebs...................... 173
Kropf.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
Lähmungen (allgemein) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177
Lähmungen - Wirbelverletzungen . . . . . . . . . . . . . . . . 179
Lähmungen - Gesichtslähmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
Laryngitis .................... .
Leberflecken und Warzen .......... .
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Leukämie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187
Lumbago (Hexenschuß)...................... 190
Lungenentzündung........................ 192
Lupus erythematodes (Schuppenbildung auf der Haut). . . . . 195
Lymphgef"äßentzündung...................... 196
Malaria . . . . . . . . . . . . . 197
Masern..................... 199
Meningitis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
Menopause . . . . . . . . . . . . . . . 202
Menstruationsschmerzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
Menstruationsstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
Mentale Störungen ......................... 209
Migräne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
Mongolismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214
Mumps ............................... 216
Muskeldystrophie (Muskelschwund) . . . . . . . . . . . . . . . 217
Myasthenie (krankhafte Muskelschwäche) . . . . . . . . . . . . 219
Narben. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220
Nasenkatarrh . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223
Nasenpolypen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225
Neuritis (Nervenentzündung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 226
Nieren (allgemein) ......................... 228
Nierensteine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231
Ödem (Gewebswassersucht) ................... 234
Ohrenabszesse ........................... 235
Oophoritis (Eierstockentzündung) ................ 237
Osteochondritis (Knochen- und Knorpelentzündung) . . . . . . 240
Osteomyelitis (Infektiöse Knochenentzündung) . . . . . . . . . 241
Parkinson-Krankheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242
Phlebitis (Venenentzündung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244
Polyzythämie (Vermehrung der roten Blutkörperchen). . . . . 247
Prostatitis (Entzündung der Prostata) . . . . . . . . . . . . . . . 248
Pruritus (Juckreiz) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 250
Psoriasis (Schuppenflechte) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 252
Pyorrhö (Zahnfleischschwund). . . . . . . . . . . . . . . . . . 255
Rheumatisches Fieber ....................... 256
9
Rippenfellentzündung .......... .
Säuglingspflege (allgemein) ....... .
Scharlach ................. .
Schlaflosigkeit .............. .
Schwangerschaft ............. .
Schilddrüse (Überfunktion) ....... .
Schilddrüse (Unterfunktion) ...... .
Skoliose (Verkrümmung der Wirbelsäule)
Sterilität bei Frauen ............ .
Sterilität bei Männern .......... .
Taubheit (Vorfall der eustachischen Röhre)
Taubheit, Nervöse ....... .
Tinnitus (Ohrensausen) .... .
Tonsillitis (Mandelentzündung) .
Tumore- Uterus ........ .
Vaginitis ............ .
Verhaltensstörungen bei Kindem
Windpocken
Wirbelsäule (allgemein) ....... .
Wirbelsäulenverletzungen (Steißbein)
Wundliegen (Dekubitus) ....... .
Xerodermie ( übertrockene Haut) . . .
Zirrhose ..... .
Zwölffingerdarmgeschwüre ....... .
Zysten (allgemein) ............ .
Zysten am Eierstock ........... .
111 Edgar Cayces Pharmakologie ..
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IV EdgarCayceswichtigsteTherapieformen-eineAuswahl-. 345
V Die Behandlungsmethoden von Edgar Cayce
auf dem Prüfstand medizinischer Forschung von heute ..... 365
10
I Einleitung
Edgar Cayce: eine kurze Biographie
Die Lebensgeschichte eines jeden Menschen beginnt gewöhnlich am
Tag seiner Geburt. Ganz anders jedoch bei Edgar Cayce.
Der medial veranlagte Edgar Cayce wurde am 18. März 1877 in
Hopkinsville, Kentucky, geboren. Er starb am 3. Januar 1945 in Virgi-
nia Beach, Virginia.
Das sind die statistischen Daten. Doch wie einer seiner Söhne, der
verstorbene Hugh Lynn Cayce, berichtet, ist sein Vater auf die Welt
gekommen, um seine medialen Fähigkeiten in unserem Zeitalter zu
demonstrieren. Diese Fähigkeit, im Zustand der Trance bestimmte
Aussagen zu machen, hatte er aus einer früheren Inkarnation in dieses
Leben mitgebracht.
Was also Edgar Cayce zu einem Medium hatte werden lassen, hatte
schon lange vor dem 18. März 1877 begonnen.
Bleiben wir jedoch innerhalb der relativ kurzen Zeitspanne zwi-
schen 1877 und 1945, dann begegnen wir einem Mann, der sein Leben
auf einer Farm in Kentucky als einziger Sohn von Leslie und Carrie
Cayce begonnen hatte. In seinem späteren Leben sollte Edgars Vater
zum Friedensrichter gewählt werden. In dieser Stellung erwarb er den
Titel eines Squire und hatte nur noch verhältnismäßig wenig Zeit, um
sich mit seinem empfindsamen heranwachsenden Sohn zu beschäfti-
gen.
Edgar, der ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Mutter hatte, ent-
wickelte im Lauf der Zeit auch enge Beziehungen zu seinem Groß-
vater Cayce, einem Wünschelrutengänger. Nach dem Tode des Groß-
vaters behauptete Edgar, dieser sei ihm zu wiederholten Malen er-
schienen, und diese Begegnungen seien :ftir ihn ebenso real gewesen
wie die mit den Kindern, die in seiner Phantasie zu ihm kamen, um mit
ihm zu spielen.
Für die Schule interessierte sich der junge Edgar kaum, stellte aber
eines Tages, nachdem sein Vater ihn mit dem Abhören der Hausauf-
gaben in unangenehmer Weise geplagt hatte, zu seiner Überraschung
fest, daß er den Inhalt einer Aufgabe aufnehmen oder lernen konnte,
wenn er sich das Buch beim Schlafen unter das Kopfkissen legte. Ein
kurzes Nickerchen genügte. Anschließend verbesserten sich seine
schulischen Leistungen deutlich.
Angeregt durch eine Predigt in der Kirche, verschwand er an einem
Sonntagnachmittag in den Wald, um in der Bibel zu lesen, und betete
um die Gabe, Kranke zu heilen. Während des Gebets hatte er die
Vision einer Lichterscheinung, die ihm sagte, sein Gebet sei erhört
worden. Er werde künftig Kranke heilen können, wenn er an seinen
regelmäßigen Gebeten festhielte.
Hugh Lynn Cayce berichtet, viele hätten die medialen Fähigkeiten
seines Vaters einem Unfall zugeschrieben, bei dem er als 15jähriger
von einem Baseball am Rückgrat getroffen worden war. Nach diesem
Zwischenfall hatte er seine normale Selbstbeherrschung verloren,
wurde laut und streitsüchtig, schrie herum und warf mit Gegenstän-
den um sich. Als der Squire nach Hause kam, schickte er seinen Sohn
ins Bett, wo er in eine Art Koma fiel. In diesem Zustand sagte er seinen
überraschten Eltern, wenn er je wieder normal werden sollte, dann
müsse man ihm eine Kompresse mit bestimmten Kräutern und feinge-
hackten Zwiebeln auf den Hinterkopf legen. Nachdem das geschehen
war, schliefEdgar ruhig ein, und als er am folgenden Morgen auf-
wachte, hatte er seinen normalen Gemütszustand wiedererlangt.
Trotz seiner gelegentlich paranormalen Verhaltensweisen als Kind
wurden Edgars mediale Fähigkeiten erst deutlich erkennbar, nach-
dem er zum jungen Mann herangewachsen war. Ausgelöst wurde
diese psychische Umstellung durch eine Kehlkopflähmung, durch die
er fast seine Stimme und seinen Job als Handelsreisender verlor. Da
die Ärzte die Ursache seiner Krankheit nicht diagnostizieren konn-
ten, konsultierte er einen Hypnotiseur. Als dieser ihn in Trance ver-
~ ~ t z t e , konnte Edgar die Ursache angeben. Es war eine nervliche
Uberanspannung, die zu einer Verspannung und einem Zusammen-
ziehen von Nerven und Muskeln im ganzen Körper geführt hatte.
Nach dieser Diagnose forderte Edgar den Hypnotiseur auf, er solle
ihm im hypnotisierten Zustand suggerieren, daß sich die Blutzirkula-
tion in seinen Stimmbändern verstärkte. Schon nach wenigen Minu-
ten rötete sich Edgars Hals, und als er aus der Trance erwachte, konnte
er wieder normal sprechen.
Anschließend stellte er fest, daß er mit seinen Fähigkeiten anderen
Menschen helfen konnte und sich damit das Versprechen erfüllte, das
ihm vor vielen Jahren im Wald gemacht worden war.
Es folgten viele Jahre, in denen er Menschen geholfen hat, während
er sich in einem von ihm selbst herbeigeführten Zustand der Trance
befand, in dem Edgar Zugang zu Informationen auf jedem nur denk-
baren Gebiet hatte. Diese Sitzungen wurden während der folgenden
12
40 Jahre mit der Hilfe seiner Ehefrau Gertrude und seiner Sekretärin,
Gladys Davis Turner, fortgeführt. Zunächst ging es dabei nur um
medizinische Probleme. Später, als sich weitere Bereiche seinen me-
dialen Fähigkeiten erschlossen, beschäftigte er sich auch mit Medita-
tion, Traumdeutung, der Frage der Reinkarnation und mit Weissagun-
gen.
Wir verfügen über mehr als 14 000 Aufzeichnungen seiner in Trance
getroffenen Aussagen, die bei der Cayce Foundation aufbewahrt wer-
den. Fast 9000 von ihnen beschäftigen sich mit medizinischen Themen.
Die ARE Clinic, In.c.....in Phoenix, Arizona, ist das einzige ganzheitli-
che Behandlungszentrum der Welt, wo die Heilverfahren und Medika-
tionen von Edgar Cayce angewendet werden, um die hergebrachten
medizinischen und chirurgischen Praktiken zu ergänzen. Die Klinik
wurde 1970 eingerichtet und wird von Dr. William und Dr. Gladys
McGarey geleitet.
Cayce hat gesagt: »Der Kreislauf der Evolution ist in eine Periode
eingetreten, in der sich die auf dieser Erde lebenden Individuen wie-
der zusammenschließen werden, um ihre Erfahrungen für die Erfül-
lung bestimmter Ziele gemeinsam zu nutzen.« (254/47)
Cayces Theorie über die Krankheitsursachen
Cayce hat bei all seinen Aussagen über die Behandlung von Krankhei-
ten ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, die Ursa-
che jeder Krankheit festzustellen. Daraus ergibt sich auch die Tat-
sache, daß sich Cayce darum bemüht hat, seinen Patienten neue
Lebensgewohnheiten und Einstellungen zu empfehlen, anstatt nur
etwas gegen die Krankheitssymptome zu unternehmen.
Die Hauptschwierigkeit bei der Analyse dieser Aufzeichnungen
ergibt sich aus deren Komplexität. Es zeigt sich zudem, daß viele
dieser Anweisungen Patienten gegeben wurden, die auch unter ande-
ren als den darin erwähnten Krankheiten litten. Diese Komplexität
erschwert gelegentlich ihre Interpretation.
Bei der Lektüre werden Sie feststellen, daß es bei den von Cayce
genannten Krankheitsursachen bestimmte Gemeinsamkeiten gibt -
mangelhafte Assimilation und unzureichende Elimination, ein Un-
gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt, Subluxationen und Funk-
tionsstörungen des Rückgrats, Funktionsstörungen des Nervensy-
Störungen bei der Drüsenfunktion, Streß,
Uberanstrengung oder Uberforderung der körperlichen Leistungsfä-
Karma, Verhaltensstörungen und Infektionen. Trotz dieser
Ahnlichkeit der Ursachen wurden die zur Behandlung dieser Störun-
gen vorgeschriebenen Therapien individuell auf die einzelne Person
und natürlich auch auf ihre Beschwerden zugeschnitten.
13
Im folgenden werden die in den Aufzeichnungen erwähnten häufig-
sten Krankheitsursachen kurz besprochen.
Mangelhafte Assimilation - Der normale Assimilationsvorgang sorgt
für die vollständige und dauernde Versorgung des Körpers mit den
Baustoffen und Energien, die für die ständige Erneuerung der Zellen
und des Gewebes notwendig sind. Zu einer mangelhaften Assimila-
tion kommt es, wenn auch nur ein für die Erneuerung von Zellen und
Geweben notwendiges chemisches Element dem Körper nicht zuge-
führt oder nicht angemessen genutzt und in die spezifischen Nähr-
stoffe verwandelt wird, welche die verschiedenen Arten von Zellen zu
ihrem Aufbau brauchen. Auf mangelhafte Assimilation zurückzufüh-
rende Krankheiten haben etwas mit einer unzureichenden Ernährung
zu tun und führen zum Abbau von Zellen.
Unzureichende Elimination - Die Tatsache, daß die unzureichende
Elimination in den Aufzeichnungen der Diagnosen von Cayce am
häufigsten als Ursache von Krankheiten genannt wird, zeigt die fun-
damentale Bedeutung einer ordnungsmäßig funktionierenden Elimi-
nation für die Erhaltung des physischen Gleichgewichts und der Ge-
sundheit. Werden die Eliminationsvorgänge in irgendeiner Weise be-
hindert, können daraus alle möglichen Krankheitssymptome entste-
hen. Die Aussagen von Cayce stimmen mit den von der medizinischen
Wissenschaft genannten Funktionen der Ausscheidungsorgane über-
ein, die, wenn sie sich im Gleichgewicht befinden, alle unerwünsch-
ten Substanzen wirksam und vollständig aus dem Körper entfernen.
Diese Systeme sind der Verdauungstrakt, die Nieren und die Blase, die
Poren der Haut und die Lungen. Wenn in einem dieser Systeme ein
Ungleichgewicht entsteht, das den Ausscheidungsvorgang verlang-
samt, erfolgt eine Ansammlung giftiger Abfallstoffe (Toxine), die alle
Teile und Systeme des Körpers gefährden können bis hinunter zu den
einzelnen Zellen, deren Erneuerung behindert wird.
Ernährung- Fastjede der 9000 von Cayce gestellten Diagnosen und
Verordnungen enthält Empfehlungen für die richtige Ernährung. Aus
dieser Fülle von Informationen geht deutlich hervor, daß die Ernäh-
rung eine wesentliche Voraussetzung für das körperliche Wohlbefin-
den oder die unvermeidbare Ursache für physische Störungen und
Erkrankungen sein kann. Obwohl er seine Patienten davor warnte, zu
»Fanatikern« oder »Sklaven starrer Diätvorschriften« zu werden, riet
Cayce ihnen immer wieder, seine Empfehlungen für eine gesunde
Ernährung gewissenhaft zu befolgen. Was der Körper braucht, sind
Nährstoffe - Kohlehydrate, Proteine, Mineralien und Vitamine - in
möglichst vollständiger Form, die leicht verdaulich sind und ohne
14
weiteres vom Organismus aufgenommen werden können, die Funk-
tionen der Ausscheidungsorgane unterstützen, für die Aufrechterhal-
tung des Gleichgewichts im Verdauungssystem sorgen und den Kör-
per mit dem für die Erneuerung der Zellen notwendigen Material
versorgen. Cayce wies insbesondere auf den Wert von frischem Obst
und Gemüse hin, die diesen Erfordernissen gerecht würden.
Störungen im Gleichgewicht des Säure-Basen-Gleichgewichts -
Der ganze Körper ist ständig darum bemüht, ein biochemisches
Säure-Basen-Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Um den Körper ge-
sund und am Leben zu erhalten, muß in der Zusammensetzung jeder
einzelnen Zelle das richtige Säure-Basen-Gleichgewicht bestehen. In
der Flüssigkeit zwischen den Zellen ist die Zusammensetzung aus
diesen beiden Elementen die Grundlage für die Weiterleitung der
positiven und negativen elektrischen Impulse von Zelle zu Zelle, die
zum Beispiel bei der Übertragung von Nervenimpulsen zwischen dem
Gehirn und dem Körper erfolgt. Elektrische Energie wird bei der
Oxidation der Nährstoffe des toxischen Materials in der zwischen den
Zellen befindlichen Flüssigkeit freigesetzt. Eine zu stark alkalisch
oder sauer reagierende Flüssigkeit behindert diese chemischen Vor-
gänge, hat eine Erhöhung der Toxizität zur Folge, erhöht die Anfällig-
keit für Krankheiten und verringert die im ganzen Körper zur V erfü-
gung stehenden Energiemengen.
Verrenkungen und Läsionen des Rückgrats - Eine spinale Subluxa-
tion ist eine partielle oder unvollständige Verschiebung eines oder
mehrerer Rückenwirbel. Eine spinale Läsion ist eine Verletzung des
Rückgrats mit einer Schädigung des Gewebes, die gewöhnlich mit
einer Subluxation verbunden ist. Subluxationen und Läsionen kön-
nen ähnliche schädliche Auswirkungen haben. Da von den Rücken-
wirbeln Nervenimpulse in praktischjeden Teil des Körpers ausgehen,
erzeugt ein mechanisches Trauma jeder der beiden Arten einen Druck
entweder auf die autonomen Ganglien oder direkt auf die Nervenre-
aktionen der Extremitäten. Damit werden die Nervenimpulse auf
bestimmte Körperregionen blockiert, die von diesen Nerven ausge-
hen. Zu den Folgen können die Verhinderung der ordnungsgemäßen
Ableitung von Körperflüssigkeiten, eine allmähliche V erlangsamung
des Kreislaufs oder lokale und sympathetische oder Reflexschmerzen
gehören. Subluxationen und Läsionen können daher die Ursache,
aber auch die Folge von übermäßigem physischem Streß sein. Typi-
sche Ursachen, die in den von Cayce gegebenen Anweisungen ge-
nannt werden, sind Verletzungen und Uberanstrengung.
15
Ungleichgewicht und Koordinationsstörungen des Nervensystems
- Die normalen Körperfunktionen sind abhängig von dem reibungs-
losen Funktionieren des Nervensystems bei der Erzeugung von Im-
pulsen und Energien, welche die bewußten Bewegungen und die
unbewußten Funktionen kontrollieren. Zu diesen Funktionen gehö-
ren die Atmung, der Herzschlag, die Zirkulation des Blutes und der
Lymphe, das richtige Funktionieren der Drüsen, die Verdauung, die
Assimilation der Nährstoffe und die Ausscheidung der vom Körper
nicht benötigten Stoffe. Dabei geht es um alle Aspekte der im Rahmen
des Stoffwechsels erfolgenden Erneuerung jeder lebenden Zelle. An-
dererseits verlangen die Nervenzellen selbst den reibungslosen Ablauf
dieser Vorgänge für ihre eigene Funktionsfähigkeit. Für die Gesund-
erhaltung des gesamten Nervensystems ist die Assimilation gewisser
notwendiger Nährstoffe ebenso erforderlich wie die durch die Drüsen
erfolgende Sekretion von Substanzen, die von allen Körperzellen
benötigt werden, um sich zu erneuern. Zu ihnen gehören auch die
Nervenzellen.
Das Nervensystem ist in drei Systeme untergliedert, das zerebrospi-
nale, das autonome und das sensorische System. Das zerebrospinale
System kontrolliert die bewußten Bewegungen; zu ihm gehören Ge-
hirn und Rückenmark sowie die bewußt kontrollierten Organe wie
zum Beispiel die Stimmbänder. Zum Rückgrat gehören von oben
nach unten sieben zervikale, 12 thorakale oder dorsale und fünf
lumbale Wirbel sowie die am Kreuzbein und Steißbein gelegenen
miteinander verwachsenen Segmente. Mit jedem Rückenwirbel sind
Ganglien verbunden, welche die Nervenimpulse in bestimmte Berei-
che des Körpers weiterleiten. Das autonome System reguliert »auto-
matisch« die Körperorgane, deren Funktionen nicht vorn Bewußtsein
kontrolliert werden. Dr. McGarey nennt dieses System »das Nerven-
system des Unbewußten«, während Cayce es als das »sympatheti-
sche« Nervensystem bezeichnet. Die medizinische Wissenschaft un-
terteilt dieses System in zwei weitere Teilbereiche; das sympathetische
und das parasympathetische System. Sie wirken als Kontrollsystem
zusammen, um dem Körper zu helfen, in ausgewogener Weise auf
extreme innere und äußere Anforderungen zu reagieren. Der sympa-
thetische Teil des Systems übt eine anregende Wirkung aus (indem es
etwa die Nebennieren veranlaßt, Adrenalin zu erzeugen), während
das parasympathetische System dafür sorgt, daß der Körper nicht zu
heftig auf äußere Reize reagiert.
Das sensorische System nimmt Informationen aus allen Körpertei-
len auf, so auch von den Sinnesorganen des Gesichts, Geruchs, Ge-
hörs, Geschmacks und Gefühls und leitet sie zum Gehirn weiter. Es
überträgt auch Botschaften vom Gehirn auf die motorischen Ner-
ven, welche die Bewegungen der Muskeln veranlassen. Ein motori-
16
scher Nerv und seine sich ausbreitenden Fasern kontrollieren unter
Umständen Tausende von Muskelfasern. Kurz gesagt, das harmoni-
sche Zusammenwirken der drei Nervensysteme ist für die Aufrechter-
haltung des physischen (und psychologischen) Wohlbefindens von
zentraler Bedeutung.
Unausgewogenheit und Koordinationsschwäche des Kreislaufsy-
stems- Der Blutfluß durch das System versorgt die Gewebe und
Organe mit Nährstoffen und ist an der Ausscheidung von Abfallpro-
dukten beteiligt. Zu einer Schädigung des Kreislaufsystems kommt es,
wenn das Blut nicht ungehindert in alle Körperteile gelangen kann,
was wiederum die Funktionsfähigkeit der betroffenen Körperregio-
nen einschränkt. Die Kontrolle des Kreislaufsystems als Ganzes liegt
bei dem vegetativen oder autonomen Nervensystem. Zu seinen Funk-
tionen gehören die Harmonisierung oder Koordinierung zwischen
dem tiefer und dem an der Oberfläche liegenden Kreislauf; die Erhal-
tung oder Kontrolle der Thrombozyten, welche die Blutgerinnung
regulieren, und die Erzeugung von Substanzen, welche für die Unver-
sehrtheit der Wände der Venen und Arterien sorgen.
Cayce hat festgestellt, daß eine ganze Reihe von Faktoren zu Kreis-
laufstörungenführen kann. Zu ihnen gehören Anhäufungen von To-
xinen oder vom Körper nicht verwertbaren Stoffen in der Leber, der
Milz oder der Bauchspeicheldrüse, die zu einer Reabsorption einiger
dieser Substanzen in das Blut führen könnten, was zu einer Blutver-
giftung führen würde; Störungen im Leberkreislauf selbst oder im
Zusammenwirken von Leber und Nieren, was zu zahlreichen ande-
ren miteinander in Beziehung stehenden Krankheitsursachen führen
kann; eine falsche Ernährung, welche die Funktionen des Ausschei-
dungssystems behindern und dazu führen kann, daß dem Körper
nicht alle notwendigen Nährstoffe zugeführt werden; physische oder
mentale Überbeanspruchung mit der Folge einer Verlangsamung oder
Behinderung des Kreislaufs und eine Verschiebung der Wirbel im
Rückgrat als Folge von Verletzungen, Streß oder anderer Faktoren
wie Druck, Subluxationen oder Läsionen an irgendeiner Stelle des
Rückgrats, wodurch sowohl die Nervenimpulse als auch der Kreislauf
in bestimmten Körperteilen beeinträchtigt werden können.
Funktionsstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Koordina-
tionsstörungen der Drüsen. Eine Drüse ist jedes Organ, das bestimmte
Elemente aus dem Blut entfernt und sie entweder in der Form einer
Substanz ausscheidet, die vom Körper gebraucht wird, wie das Adre-
nalin, oder als eine Substanz, die der Körper ausscheidet, wie der
Urin. Einige Drüsen haben Kanäle, durch welche sie diese Substanzen
in ein Organ entleeren. Andere haben keine solchen Gänge oder sind
endokrine Drüsen, die ihre Sekrete direkt in das Blut abgeben. Cayce
17
nennt sieben endokrine Drüsen, und zwar die Geschlechtsdrüsen, die
Leydig-Zellen, die Thymusdrüse und die Zirbeldrüse.
Im esoterischen Sinne sind die endokrinen Zentren nach Cayce der
Sitz des Seelengedächtnisses und des Karmas und damit der Lehren
aus der Vergangenheit, die wir für das Wachsturn der Seele brauchen.
Entsprechend betrachtet er diese Drüsen als die Zentren für die Er-
zeugung und Kontrolle der Energie, die wir für die Herstellung des
seelischen und körperlichen Gleichgewichts brauchen. Daraus ergibt
sich ihre große Bedeutung für die Gesundheit und das Gleichgewicht
auf vielen Ebenen.
Eine vitale Funktion der Drüsen ist die Absonderung von Substan-
zen, welche die Zellen für die eigene Erneuerung benötigen. Eine
Störung dieser Funktionen kann die verschiedensten Ursachen ha-
ben, die jeweils eine Prädisposition für bestimmte Arten von Gleich-
gewichtsstörungen erzeugen. Nach Cayce kann eine Störung des
Gleichgewichts in der Drüsenfunktion auf einen Mangel an Minera-
lien und Nährstoffen im Körper zurückgeführt werden. Dazu gehören
eine unzureichende Versorgung mit Jod, eines Minerals, das beson-
ders von der Schilddrüse gebraucht wird; ein Mangel an Gold, der zur
unzureichenden Versorgung mit einem Hormon führen kann, das für
die Nervenfunktionen notwendig ist, und ein Mangel an Vitaminen,
die eine anregende Wirkung auf das Drüsengewebe ausüben.
Streß, Überforderung und Überanstrengung- Nach Cayce ist eine
Überforderung des Körpers eine der Hauptursachen für eine YJelzahl
geistiger und körperlicher Störungen. Im allgemeinen sieht er Uberar-
beitung als Überforderung an, während ein Mangel an ausreichendem
Schlaf und Entspannung als Überanstr.engung bezeichnet wird. Es ist
verständlich, daß es leicht zu einer Uberforderung kommen kann,
wenn das System bereits aufgrund falscher Ernährung oder anderer
schon bestehender physischer Unausgewogenheiten geschwächt ist.
Hat Streß einen mentalen Ursprung, dann entstehen häufig Emotio-
nen wie Sorgen, Furcht und Zorn. Negative Emotionen können nach
Cayce zu extremen Ermüdungserscheinungen, verspannten Muskeln
und Problemen mit der Verdauung und den Funktionen der Ausschei-
dungsorgane führen.
Als Folge eines solchen Zustandes wird der Körper geschwächt und
von wichtigen Substanzen entleert, so daß schließlich vom Drüsensy-
stem erzeugte Toxine in die Lymphbahn fließen, die Eliminierungska-
näle blockieren und zu einer Erhöhung des Säurespiegels führen. In
diesem Zustand verringert sich die Widerstandskraft des Körpers und
Erkrankungen werden praktisch unvermeidbar.
18
Karma, innere Haltung und Emotionen - Die von Edgar Cayce in
der Trance gemachten Aussagen weisen deutlich darauf hin, daß
Krankheitsursachen und die Quellen der Gesundheit über das rein
Körperliche hinausgehen und in die mentalen und spirituellen
Aspekte des Selbst hineinreichen. Mentale Haltungen, Emotionen
und das Gesetz des Karmas beeinflussen Geist, Körper und Seele.
Im Mittelpunkt all dieser Aussagen steht das Konzept, nach dem jedes
menschliche Wesen die Verkörperung eines Geistes oder einer Seele
ist, eines Teils der Quelle allen Lebens und aller Gesundheit. In den
Aufzeichnungen der Aussagen von Cayce finden wir verschiedene
Bezeichnungen für diese Quelle: die schöpferische Kraft, die univer-
sellen Kräfte oder Gott. Jede einzelne Persönlichkeit, für die in diesen
Aussagen Empfehlungen gegeben werden, bezeichnet Cayce als »Ein-
heit«, als ein Wesen, das aus den drei Elementen Körper, Geist und
Seele besteht. Ebenso wie die Aussagen von Cayce die körperliche
Gesundheit als harmonisches, ausgewogenes Zusammenwirken zwi-
schen den einzelnen Elementen des physischen Körpers definieren,
so betonen sie die Notwendigkeit der Harmonie zwischen den drei
Aspekten des Selbst für die Gesundheit und deren Erhaltung und für
das Lindern krankhafter Zustände.
Cayce war überzeugt, daß Körper und Geist als Manifestationen der
Seele im Bereich des Materiellen entstehen, und zwar nicht nur ein-
mal, sondern in mehreren aufeinanderfolgenden Leben. Die Erfah-
rungen des Bewußtseins verschiedener Gehirne und Körper ermögli-
chen es der Seele, immer vollkommener die Übereinstimmung mit
ihrer spirituellen Quelle zu finden.
Nach den Aussagen von Cayce bezieht sich das Gesetz des Karmas
auf die Ursachen und Wirkungen von Gedanken, Gefühlen und Ta-
ten, besonders auf diejenigen, die aus einem Leben in das nächstfol-
gende fortwirken. »Karma ist das, was mitgebracht wird, während
Ursache und Wirkung nur in einer materiellen Erfahrung existieren
können.« (2981-21)
Bis eine Wesenseinheit die volle Übereinstimmung mit Gott er-
reicht, wirkt das Gesetz des Karmas von einem Augenblick zum an-
deren, von Stunde zu Stunde und von Leben zu Leben. Jede Erfah-
rung im materiellen Leben kann Karma erzeugen, und diesen Vorgang
hat Cayce auch als die » ständige Begegnung mit dem Selbst« bezeich-
net. Um die Bedeutung des Karmas zu erklären, hat Cayce auch oft die
folgende Bibelstelle aus Paulus zitiert: » ... denn was der Mensch sät,
das wird er ernten.«
Durch die »ständige Begegnung mit dem Selbst« und der Ernte
dessen, was gesät ist, erzeugen Handlungen und Störungen des Be-
wußtseins und des Geistes körperliche Krankheit. Die Auswirkungen
19
nen. Zorn führt zu Kopfschmerzen oder V erdauungsstörungen; die
Folge von Depressionen ist eine allgemeine Erschlaffung; Gefühlsstö-
rungen können Asthma auslösen. Cayce hat zahlreiche Beispiele da-
für genannt, in welcher Weise Haltungen und Gefühle auf den Körper
wirken:
Mit Sicherheit beeinflußt die innere Haltung oft den physischen
Zustand des Körpers. Niemand kann seinen Nächsten hassen,
ohne dadurch Magen- oder Leberbeschwerden zu bekommen.
Man kann nicht eifersüchtig sein und seinem Zorn nachgeben,
ohne Verdauungs- und Kreislaufstörungen zu bekommen.
4021-1)
Während der vergangeneu hundert Jahre hat die medizinische Wis-
senschaft immer deutlicher erkannt, welche Beziehungen zwischen
der geistigen Haltung und den Emotionen eines Menschen und seinen
körperlichen Erkrankungen bestehen, und diese Beziehungen gründ-
lich untersucht. Die Wissenschaft bezeichnet sie als »psychosoma-
tisch«, zusammengesetzt aus den griechischen Worten »Psyche«
(Geist) und »Soma« (Körper).
In den Aufzeichnungen der Aussagen von Cayce lesen wir, daß die
Ausscheidung von Sekreten durch die Drüsen auf Impulse erfolgen,
die von Emotionen und vom Nervensystem ausgelöst werden. Ärger,
Zorn, Streit, Haß, Selbstvorwürfe, feindliche Gefühle und damit ver-
bundene nervliche Anspannungen führen dazu, daß die Drüsen Gift-
stoffe freigeben, die wiederum in die Lymphbahn geraten, dort die
körperlichen Kräfte erschöpfen, die Eliminationen blockieren und so
einen Zustand herbeiführen, der das Auftreten körperlicher Krank-
heiten begünstigt. Aus dieser Sicht beeinflussen nichtmaterielle, gei-
stige Haltungen und Emotionen die Nerven und Drüsen als materielle
»Leitsysteme«, als die organische Verbindung zwischen den nicht-
physischen Aspekten des Selbst und dem physischen Körper. In den
Aussagen von Cayce werden Gefühle als »elektronische« Vorgänge
bezeichnet, als das »Glühen« des Lebens selbst, das durch den Körper
in das Nervensystem fließt und als schwingungsenergetische Kommu-
nikation zwischen Bewußtsein, Körper und Geist wirkt.
In der unauflöslichen Einheit von Körper, Geist und Seele betrifft
jede Erkrankung alle drei Aspekte eines Einzelwesens in einer »Be-
gegnung mit dem Selbst«. Selbst eine so verbreitete Krankheit wie die
gewöhnliche Erkältung verlangt eine Korrektur der geistigen Haltung,
eine Veränderung der Gefühle und kann uns eine spirituelle Lektion
erteilen:
20
man zornig wird. Man kann sich schwer erkälten, wenn man
jemanden beschimpft, auch wenn es die eigene Frau ist.
Statt zu schnüffeln, sehneuze dich! Anstelle böser Gedanken -
Liebe! (288-44)
Vielleicht sollten wir im Zusammenhang mit dem Karma auch über
Geburtsfehler sprechen. In seinen Diagnosen führt Cayce eine Reihe
von Erkrankungen, wenigstens zum Teil, aufvor oder während der
Geburt entstandene Defekte oder Schwächen zurück. In einzelnen
Fällen wird als Ursache für den Schaden die falsche Ernährung oder
eine negative innere Einstellung der Mutter während der Schwanger-
schaft angegeben.
In anderen Fällen wurden die Begriffe »angeborener Schaden« und
»Karma« so verwendet, daß sie gegeneinander austauschbar sind.
Damit soll gesagt werden, daß alle angeborenen Schwächen als durch
das Karma bedingte Probleme angesehen und behandelt werden soll-
ten. In einem solchen Licht gesehen könnte dieses Konzept dazu
beitragen, den Eltern das Schuldgefühl zu nehmen, das sie gewöhn-
lich gegenüber einem Kind empfinden, das mit einem Defekt geboren
wurde. Denn es würde heißen, daß das Kind (und die Eltern) aus
einem bestimmten Grund in diese Situation geraten sind, um in ihr die
Liebe, die Geduld und die Bereitschaft zum selbstlosen Dienen zu
fördern, die beim Aufziehen eines Kindes notwendig sind, das anders
ist als andere Kinder.
Infektionen - Sie werden als die Weitergabe einer Krankheit von
einem Organismus zum anderen oder mit dem Vorhandensein eines
einzelligen Mikroorganismus, einem Bakterium oder eines Pilzes im
Körper des Erkrankten erklärt. Hat sich ein geschwächter Körper eine
Infektion zugezogen, dann kann sich diese leicht ausbreiten, wenn
nichts dagegen unternommen wird.
Bei einer Erkältung sind diese Faktoren oft eine f ~ ~ s c h e Ernährung
im Zusammenwirken mit inneren Spannungen und Uberanstrengun-
gen, was zu einer allgemeinen Schwäche und dem Gefühl führt, nicht
im Vollbesitz all seiner Kräfte zu sein. Eine negative innere Haltung
und negative Gefühle überhaupt führen in diesem Zustand zu einer
weiteren Schwächung der Vitalkräfte. Das Säure-Basen-Gleich-
gewicht im ganzen Körper ist gestört, der Körper wird übersäuert;
daraus resultiert schließlich die Erkältung.
Ähnliche Kausalketten können den Körper nach Auffassung von
Cayce auch anfällig gegen andere Störungen machen. So hat Cayce
zum Beispiel einige Fälle von akuter Schleimhautentzündung des
Dickdarms auf Erkältung, Darmverstopfung und Darmgrippe zurück-
geführt, was wiederum zu lymphatischen Störungen führte. Syphilis
21
wurde auf eine Infektion mit Spirochäten zurückgeführt, die Pyorrhö
(starke Eiterung) auf einen besonderen Bazillus und Fußpilz auf die
Infektion mit einem bestimmten Pilz. Als Ursache der Sklerodermie
hat Cayce eine Infektion der Haut angegeben.
In Fällen, in denen eine Infektion geheilt worden war, hat Cayce
häufig festgestellt, daß Nachwirkungen zurückblieben, oft in der
Form einer besonderen Schwäche, die vorher nicht bestanden hatte.
Da diese Schwächen die Krankheitsanfälligkeit erhöhen konnten,
betonte er in seinen Empfehlungen, daß es außerordentlich wichtig
sei, alle Folgen einer Infektionskrankheit durch eine gründliche Be-
handlung endgültig zu beseitigen.
II Verzeichnis der von Cayce
behandelten Krankheiten
(in alphabetischer Reihenfolge)
Im folgenden bringen wir eine kurze Darstellung der mehr als 9000
medizinischen Diagnosen und Therapievorschläge aus den Akten der
Association for Research and Enlightenment. Bitte seien Sie sich
bewußt, daß die in diesem Buch enthaltenen Studien nicht als voll-
ständig angesehen werden dürfen. Vor der Anwendung einer Thera-
pie sollten Sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren.
Zudem wurden die Krankengeschichten, die den einzelnen schrift-
lichen medizinischen Aussagen folgen, den Aufzeichnungen direkt
entnommen und sind häufig unvollständig, weil es nicht möglich war,
Angaben über das Befinden der Patienten nach der Behandlung zu
bekommen. Das bedeutet aber nicht, daß keine günstigen Ergebnisse
erzielt worden sind. Sondern es zeigt nur, daß man den Kontakt mit
den Personen, welche die Anweisungen erhalten haben, nicht halten
konnte. Die Krankengeschichten sollen dem Leser Beispiele für typi-
sche Therapievorschläge bei bestimmten Erkrankungen geben.
Daten über Krankengeschichten aus neuerer Zeit, die von denen
zur V erfligung gestellt wurden, welche die in den Rundschreiben
enthaltenen Ratschläge erfolgreich befolgt haben, finden sich jedoch
an anderer Stelle in diesem Buch.
Absinken des Blutzuckers ---> Hypoglykämie
Akne
Akne ist eine Erkrankung der Haut, deren Symptome Rötungen,
Pickel und Mitesser im Gesicht sind, die gelegentlich auch am Hals,
an den Schultern und am Rücken auftreten. Obwohl Akne im allge-
meinen während der Pubertät auftritt, findet man sie häufig auch noch
bei Erwachsenen, wenn nicht rechtzeitig etwas dagegen unternom-
men wird. Eine der unangenehmen Nebenerscheinungen der Akne
sind die zurückbleibenden, oft tiefen Pockennarben, die auch nicht
verschwinden, wenn die Krankheit geheilt ist.
Edgar Cayce hat sich 37mal zur Behandlung der Akne bei 29 Patien-
23
ten geäußert, von denen die meisten Teenager oder Menschen zwi-
schen 20 und 30 Jahren waren.
In allen Fällen hat Cayce erklärt, die Akne werde (in 87 Prozent der
Fälle) durch eine mangelhafte Elimination ausgelöst, aber auch durch
nervöse und/oder Drüsenstörungen, welche die Eliminationen direkt
beeinflussen. Auch Kreislaufstörungen oder Mängel bei der Blutzu-
sammensetzung wie Eisenmangel wurden in fast 20 Prozent der Fälle
festgestellt.
Es folgt eine seiner Aussagen über die Akne und ihre Ursachen:
»Durch die Reaktionen in der Blutversorgung finden wir störende
Faktoren, bei denen es ein Ungleichgewicht bei den chemischen Re-
aktionen im ganzen System zur ordnungsgemäßen Assimilierung und
Elimination verbrauchter Energien gibt. Einige von ihnen sind de-
struktiv in ihren Reaktionen - wie es sich in der Art und Weise zeigt,
mit der es zu Störungen in den Eliminationen kommt, was zum
Beispiel dazu führt, daß der Körper versucht, Giftstoffe durch
Schweißabsonderung auszuscheiden; oder zu Rötungen, Pickeln und
Mitessern, die sich an diesem Teil des Systems bilden.« (1691-1)
Cayce glaubte, die Akne sei ein Symptom für die chemische Unaus-
gewogenheit im Körper, wo Blockierungen oder Störungen der regu-
lären Eliminationswege zu dem V ersuch führten, die Abfallstoffe
durch nicht dafür geeignete Kanäle in den Hautdrüsen auszuschei-
den.
Behandlung
Die Behandlung von Cayce konzentrierte sich in der Hauptsache
darauf, dem Patienten eine angemessene Diät zu verordnen. In 70
Prozent der Fälle gab er seinen Patienten Richtlinien für die richtige
Ernährung. Am häufigsten empfahl er, überwiegend alkalisch reagie-
rende Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, wie Zitrusfrüchte und ihre
Säfte, grünes Gemüse und Gemüsesäfte, Fisch, Geflügel, Lamm-
fleisch, Vollkorn-Weizenbrot, Vollkorn-Getreideflocken und Milch.
Zu den Nahrungsmitteln, die vermieden werden sollten, gehörten
rotes Fleisch, Schweinefleisch, gebratene oder fette Nahrungsmittel,
stärkehaltige Süßigkeiten, Schokolade, weiße Kartoffeln und Weiß-
brot. Einige Patienten wurden angewiesen, zweimal täglich ein Glas
Milch oder Tomatensaft mit Hefe zu trinken.
Für mehr als die Hälfte der Patienten empfahl er Rückenmassagen
zur Wiederherstellung des nervösen Gleichgewichts, die zunächst
zweimal wöchentlich erfolgen sollten. Ebenso häufig verordnete er
verschiedene Formen der Elektrotherapie, um ein besseres Gleich-
gewicht zwischen den Körperenergien herzustellen. Die am häufig-
sten empfohlene Methode war die Diathermie im niedrigen Frequenz-
24
bereich, gewöhnlich in Verbindung mit einer chiropraktischen Be-
handlung des Rückens. Gelegentlich empfahl er auch Bestrahlungen
mit ultraviolettem Licht.
Für fast 40 Prozent der Patienten verordnete er Kräuterpräparate,
die Stillingiatinktur, Klettenwurzelextrakt und Extrakt der Ampfer-
wurzel enthielten. Zur Anregung der Verdauung wurde in zwei Fällen
gelber Safrantee verordnet.
Für etwa 30 Prozent der Patienten wurde die Massage als ein wichti-
ger Teil der Behandlung bezeichnet. Cayce empfahl, den ganzen Kör-
per sanft zu massieren und dabei besonders die Partien beiderseits des
Rückgrats zu berücksichtigen. Bei der .. Massage wurde häufig die
Verwendung von Kombinationen aus 01 und anderen Substanzen
empfohlen wie Olivenöl, vermischt mit Myrrhenöl und Lanolin, Mi-
neralöl vermischt mit Rosenwasser und Pfefferminztinktur mit destil-
liertem Wasser.
Für 25 Prozent der Patienten verordnete er Hautkompressen mit
Substanzen wie bestimmten Seifen und Salben, Cremes, Zinksalbe
mit Balsam (hauptsächlich gegen Hautjucken) und Kampferöl.
Krankengeschichte
Ein 35jähriger Mann hatte über 20 Jahre lang erfolglos versucht, seine
schwere Akne zu heilen (Fall 5218), ausgelöst durch unzureichende
Eliminationen und Funktionsstörungen der Drüsen.
Die Behandlung begann mit einer Mixtur bestehend aus jeweils
einem Eßlöffel Schwefel, Rochellesalz und Kaliumbitartrat. Ein Tee-
löffel dieser Mixtur sollte täglich mit Wasser eingenommen werden.
Um den Zustand im dritten, vierten und sechsten Rückenwirbel, im
dritten Halswirbel und in den Lendenwirbeln zu korrigieren, sollten
im ganzen 12 osteapathische Behandlungen vorgenommen werden,
und zwar zweimal wöchentlich. Unmittelbar vor jeder osteapathi-
schen Behandlung sollte eine Diathermiebehandlung erfolgen.
Im Anschluß an die Serie der Rückgratkorrekturen sollte der Mann
wieder die aus Schwefel, Rochellesalz und Weinstein bestehende
Mixtur einnehmen und anschließend die Behandlung mit Diathermie
und Rückenmassage wiederholen. Der Patient berichtete später von
einer wesentlichen Besserung des Zustands seiner Haut, obwohl er
die ihm gegebenen Anweisungen nicht vollständig befolgt hatte.
25
Alkoholismus
Nach Auffassung von Edgar Cayce handelt es sich bei Alkoholismus
um ein Leiden, bei dem sowohl physische als auch psychologische
Faktoren eine Rolle spielen. Cayce war der Ansicht, daß es nicht
möglich sei, den Alkoholismus mit allgemein gültigen Behandlungs-
methoden zu bekämpfen.
Er betont jedoch, wie wichtig es sei, die Behandlung auf die Bedürf-
nisse des einzelnen abzustimmen, nennt aber gewisse allgemeine
Grundsätze, deren Beachtung es erleichtere, mit dem Problem fertig
zu werden.
Es liegen insgesamt 27 schriftliche Anweisungen für 23 Patienten
vor.
Wie bereits gesagt, hatten die Ursachen des Alkoholismus nach
Auffassung von Cayce physische und psychologische Dimensionen.
Physisch wurde das Verlangen nach Alkohol durch bestimmte Stö-
rungen wie Unausgewogenheiten im Adrenalsystem und Funktions-
störungen im Rückgrat verstärkt. Solange das Verlangen nach Alko-
hol durch einen physischen Zustand stimuliert wurde, sei es schwie-
rig, wenn nicht unmöglich, mit dem menschlichen Willen dagegen
anzugehen. Typische Symptome für die physische Belastung waren
Nervenanspannungen, reduzierte Assimilationen und Eliminationen,
Störungen der Drüsenfunktion, eine verringerte Resistenz gegen In-
fektionen, Störungen bei der Zirkulation zwischen Herz und Leber,
eine Belastung anderer Organe wie der Schilddrüse, der Milz und der
Nieren, toxische Substanzen im Blut und die Neigung zur Zucker-
krankheit.
Cayce maß den psychologischen Ursachen des Alkoholismus eine
ebenso große Bedeutung bei wie den physischen. Oft warnte er vor
dem übermäßigen Gebrauch von anregenden Mitteln, und gelegent-
lich betrachtete er solche Neigungen als karmische Natur und sah
darin ein aus einem vergangenen Leben mitgebrachtes Bedürfnis.
Behandlung
Die schriftlichen Anweisungen für die Behandlung des Alkoholismus
enthalten eine Reihe spezifischer Methoden, wenngleich viele dieser
Patienten auch noch mit anderen physischen Problemen zu kämpfen
hatten.
Zur Wiederherstellung des physischen Gleichgewichts sollte der
Patient in den meisten Fällen völlig auf den Alkoholkonsum verzich-
ten. Das wurde durch Cayces »Goldkur« erleichtert. Sie bestand aus
kleinen Dosen Goldchlorid, gewöhnlich in Verbindung mit Bromna-
trium, das in bestimmten Abständen, in Wasser gelöst, genommen
26
werden mußte. Die Goldkur erzeugte angeblich einen Brechreiz, so-
bald Alkohol getrunken wurde.
Die Anweisungen für den Gebrauch der Goldkur waren unter-
schiedlich. Eine einfache Kur für die Einnahme von Goldchlorid
allein bestand aus der Einnahme eines in Wasser aufgelösten Tropfens
während zwei Tagen, aus zwei Tropfen während weiterer zwei Tage,
drei Tropfen während der nächsten zwei Tage. Es folgten zwei Ruhe-
tage, und dann sollte die gleiche Kur wiederholt werden. Cayce sagte
den Patienten, der Brechreiz werde am Ende der zweiten Runde
auftreten.
Für Patienten, die Bromnatrium und Goldchlorid einnehmen soll-
ten, wurden die verschiedensten Dosierungen verordnet.
In einigen Anweisungen wurden auch andere Medikamente gegen
den Alkoholmißbrauch verordnet, die angeblich eine ähnliche Wir-
kung hatten. Ihre Zusammensetzung in den einzelnen Verordnungen
war unterschiedlich, aber sie alle sollten in der Form von Kapseln
eingenommen werden. In einem anderen Fall war es eine Kombina-
tion aus etwa einem Tropfen Eukalyptusöl, einem halben Tropfen
Terpentinöl und einem halben Tropfen Benzointinktur. Andere Kom-
binationen enthielten Eukalyptusöl, Benzointinktur, Valeriantinktur,
rektifiziertes Terpentinöl, Benzol und Kodein. Diese Kapseln wurden
gewöhnlich einzeln hergestellt und blieben nur kurze Zeit haltbar.
In einer Reihe von Fällen wurde auch eine Elektrotherapie empfoh-
len. Die am häufigsten verodnete Therapie war die Naßzellentherapie
mit Goldchlorid. Damit sollte der Wiederaufbau von Nervenverbin-
dungen gefördert werden, und das Gold sollte elektrische Schwingun-
gen im Körper auslösen.
Zu den Behandlungsmethoden gehörten auch Rückgratmassagen,
Diätvorschriften, eine Hydrotherapie, Gymnastik, die Einnahme von
Aufbaumitteln und verschiedene Methoden zur Reinigung des Kreis-
laufs und des Verdauungssystems. In den Diätvorschriften wurden
vor allem Obst und Gemüse, Fleisch, Geflügel, Lammfleisch und
Fleischbrühe Rindfleisch, Schweinefleisch und Nah-
rungsmittel, die zur Ubersäuerung des Körpers führten oder aus de-
nen sich Alkohol bilden konnte, sollten vermieden werden.
Zu den hydrotherapeutischen Maßnahmen gehörten gewöhnlich
Schwitzbäder und Darmspülungen. Empfohlen wurden auch Gym-
nastik im Freien und die Einnahme von Mitteln zur Stärkung der
Widerstandskraft wie Spurenelemente und Vitamine.
Die Behandlung auf mental-spiritueller Ebene wurde als ebenso
bedeutsam angesehen wie die physischen Behandlungsmethoden.
Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg einer jeden Behandlung
war nach Uberzeugung von Cayce, daß der Patient den aufrichtigen
Wunsch haben mußte, sich zu ändern. In manchen Fällen hielt er es
27
für angezeigt, den Alkoholiker zunächst in eine Institution einzuwei-
sen, wo die Entwöhnung beaufsichtigt werden konnte. Oft empfahl er
auch einen Wechsel der äußeren Umgebung und des Umgangs.
Sobald sich der Patient entschlossen hatte, das Trinken aufzugeben,
sollte er seine negativen Denkgewohnheiten aufgeben und sich statt
dessen an ein konstruktives Denken gewöhnen. So wurde dem Pa-
tienten empfohlen, alle negativen Gefühle wie Zorn, Haß und Selbst-
vorwürfe zu bekämpfen. Statt dessen sollte er eine positive Einstel-
lung zu den physischen Behandlungsmethoden gewinnen und sich
aktiv an der Therapie beteiligen. Kreative visuelle Vorstellungen er-
leichterten darüber hinaus den Aufbau positiver Erwartungen in
Richtung auf einen gesunden Geist und einen gesunden Körper.
Krankheitsgeschichte
Ein 38jähriger Alkoholiker, dessen Diagnose hieß, daß seine Alko-
holabhängigkeit nach Cayce mental und physisch begründet war,
begab sich in Cayces Behandlung (Fall2161). Mental fehlte es ihm an
Willenskraft; seine physische Abhängigkeit zu beherrschen. Physisch
war der Alkoholismus bei ihm durch die Blutzusammensetzung und
die dadurch beeinträchtigte Funktion der Drüsen begründet. Die all-
gemeine Belastung hatte zu einer Subluxation des sechsten und sie-
benten Rückenwirbels geführt, durch welche die Nervenimpulse auf
die Verdauungsfunktion gestört wurden und sich das Verlangen nach
Alkohol verstärkte.
Die Behandlung konzentrierte sich auf Maßnahmen gegen das Ver-
langen nach Alkohol und auf die Wiederherstellung des Gleich-
gewichts der Körperfunktionen. Zunächst wurden zweimal wöchent-
lich vorzunehmende Rückenmassagen verordnet, die acht- bis zehn-
mal durchgeführt werden sollten, um die Verschiebung der Rücken-
wirbel zu korrigieren und eine Koordination mit dem vierten Lenden-
wirbel, den Halswirbeln und dem übrigen Rückgrat herzustellen.
Während der gleichen Zeit wurden ein Tropfen mit 0,03 Gramm
Goldchlorid und etwa 0,1 Gramm Natrium verordnet, die fünfTage
lang morgens und abends in einem halben Glas Wasser eingenommen
werden sollten. Nach einer Ruhepause von fünfTagen sollte die
Behandlung mit radioaktiven Kompressen beginnen, und zwar mit
etwa 0,12 Gramm Goldchlorid in der für die Kompresse zubereiteten
Lösung. Diese Umschläge sollten zehn Tage lang jeden Abend 20
Minuten gemacht werden. In der übrigen Zeit sollte die Einnahme der
Gold- und Natriumdosen wiederaufgenommen werden, und diese
Maßnahmen sollten so lange weitergeführt werden, bis der Patient
kein Verlangen nach Alkohol mehr hatte. Bei der Diät wurde beson-
derer Wert auf rohes Gemüse und Karotten, Sellerie, Salat und Toma-
28
ten gelegt. Außerdem enthielt der Speisezettel gekochtes Gemüse,
Fisch, Geflügel und Lamm, aber kein Rindfleisch. Der Mann wurde
ausdrücklich darauf hingewiesen, daß er auf den Alkoholgenuß voll-
ständig verzichten müsse, denn nach dieser Behandlung und der
Einnahme von Goldchlorid könne das zu Erkrankungen führen. Psy-
chologisch empfahl Cayce dem Mann, seinen Willen zu stärken und
sich spirituellen Fragen zuzuwenden.
Einen Monat später berichtete die Mutter des Mannes, ihr Sohn
folge den Ratschlägen Cayces und sei schon nach der ersten Woche zu
einem neuen Menschen geworden. Zu der Zeit, als sie die Verbindung
zu Cayce aufnahm, hatte der Sohn wieder seine Arbeit aufgenommen
und fühlte sich wohl. Aus späteren Berichten geht hervor, daß er vom
Alkoholismus geheilt war.
Alzheimer Krankheit
Die Alzheimer Krankheit ist ein präseniler geistiger Verfall, ausgelöst
durch eine Kleinhirnrindensklerose. Es handelt sich dabei um den
Abbau oder Verlust geistiger Fähigkeiten wie des Denkvermögens,
des Gedächtnisses und des Willens, der vermutlich von einer organi-
schen Gehirnerkrankung verursacht wird. Charakteristische Sym-
ptome sind Bewußtseinsstörungen, Desorientierung, Apathie und
Empfindungslosigkeit verschiedenen Ausmaßes. Die Ursachen der
Alzheimer Krankheit sind nicht bekannt, und eine medizinische Be-
handlung bleibt gewöhnlich erfolglos.
Nach Cayce ist die Hauptursache der Alzheimer Krankheit die
mangelnde Koordination zwischen dem sympathischen und dem ze-
rebrospinalen Nervensystem. In einer der beiden Aufzeichnungen, in
denen diese Krankheit behandelt wird, hat Cayce die Störung auf
einen Schock zurückgeführt, den das Nervensystem erlitten hat und
der dazu führte, daß die von den zerebrospinalen Zentren ausgehen-
den Reflexe selbst einen Zustand erzeugt haben, der die Koordinie-
rung verhinderte.
Behandlung
In beiden Fällen empfahl er eine Naßzellenbehandlung, mit der die
Nervenkräfte des Körpers normalisiert und gestärkt werden sollten.
In beiden Fällen sollte auf die Naßzellenbehandlung eine sanfte Mas-
sage entlang den zerebrospinalen Zentren erfolgen, wobei eine aus
gleichen Teilen Olivenöl und Myrrhentinktur bestehende Mischung
zu verwenden sei.
29
Aphonie - Stimmlosigkeit
Die Aphonie ist der Verlust der Stimme als Folge von Erkrankungen
oder Verletzungen der Kehle oder der Stimmbänder.
16 Personen erhielten insgesamt 21 schriftliche Anweisungen zur
Behandlung dieses Leidens. Der erste war Edgar Cayce selbst, der
seine Tätigkeit als Medium in hypnotischer Trance begann. Damals
konnte er seine eigene schwere Erkrankung an einer Entzündung des
Kehlkopfes und der Stimmbänder diagnostizieren und Anweisungen
für eine Therapie geben.
Die häufigste Ursache der Stimmlosigkeit ist nach Aussage.g von
Cayce eine Störung des Nervensystems als Folge von Streß und Uber-
beanspruchung oder eine Rückgratverschiebung. Gelegentlich
kommt nach seiner Diagnose eine geringe Lähmung der Stimmbänder
oder anderer Teile des Sprachorgans hinzu. ..
In etwa 30 Prozent der Fälle war durch eine Ubersäuerung des
Körpers eine Erkältung oder eine Stauung im Nasen-Rachen-Raum
entstanden, die zur Verschlimmerung dieses Zustandes beitrug. In 25
Prozent der Fälle wurden Eliminationsstörungen und eine Ansamm-
lung toxischer Stoffe festgestellt, manchmal in Verbindung mit sol-
chen Stauungen.
Ein interessanter Faktor, in einem Viertel der Fälle, war psychologi-
schen Ursprungs. H ! ~ r handelte es sich um eine Unterdrückung von
Befürchtungen und Angsten, die sich im Verlust der Stimme manife-
stierte. Gelegentlich zeigten sich dabei auch psychische Unausgewo-
genheiten, ein Zustand, der als »Psychophonesie« bezeichnet wurde.
Behandlung
Für die Behandlung der Stimmlosigkeit empfahl Cayce in erster Linie
die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Koordination des
ganzen Nervensystems. In mehr als 60 Prozent der Fälle verordnete er
die chiropraktische Behandlung des Rückgrats, besonders im Bereich
der Halswirbel, wobei die Häufigkeit solcher Behandlungen oft nicht
vorgeschrieben wurde.
Für die Beseitigung von Giftstoffen aus dem Körper wurden Darm-
spülungen und Abführmittel wie zitronensaure Salze oder Olivenöl
empfohlen.
In mehr als 40 Prozent der Fälle verordnete er eine bestimmte Diät
oder Naturheilmittel zur Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleich-
gewichts im Körper. Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse und Meeres-
früchte wurden empfohlen, während Süßigkeiten und stärkehaltige
Nahrungsmittel vermieden werden sollten.
30
Krankheitsgeschichte
Fall294 war der von Edgar Cayce selbst, dessen Lautbahn als medialer
Diagnostiker begann, als er feststellte, daß er im Zustand einer von
ihm selbst herbeigeführten Trance in der Lage war, Krankheiten zu
diagnostizieren und die zur Behandlung dieser Krankheiten notwen-
digen Maßnahmen zu empfehlen.
Seine erste in Trance gegebene Anweisung zur Behandlung der
Stimmlosigkeit war das Ergebnis einer Sitzung mit einem Hypnoti-
seur, zu der er sich entschloß, nachdem er ein Jahr, mit 33, unter einer
schweren Laryngitis gelitten hatte. In seiner im Zustand der Bewußt-
losigkeit gegebenen Analyse, die er mit normaler Stimme vortrug,
schilderte er einen Zustand des nervösen Streß, der zu einer Anspan-
nung und Zusammenziehung der Nerven und Muskeln in seinem
ganzen Körper geführt hatte. Damit war der Blutkreislauf im Kehl-
kopf gehemmt worden, was schließlich zur Stimmlosigkeit führte.
Cayce machte dem Hypnotiseur den Vorschlag, er solle ihm in der
Trance befehlen, den Blutkreislauf im Bereich seiner Stimmbänder zu
verstärken. Der Hypnotiseur tat es, und nach wenigen Minuten, in
denen sich der Hals von Cayce stark rötete, befahl ihm der Hypnoti-
seur, den Kreislauf zu normalisieren. Als Cayce aus der Trance er-
wachte, k o n ~ t e er wieder normal sprechen.
Streß und Uberbeanspruchung führten bei Cayce im Alter von 4 7
Jahren noch einmal zum Verlust seiner Stimme. Diesmal besagten die
in der Trance gegebenen Anweisungen, daß er seinen Kreislauf stabili-
sieren, für einen geregelten Stoffwechsel sorgen und positiven Vor-
schlägen folgen solle, um geheilt zu werden. Doch die Schwächezu-
stände, die bei Cayce als Folge der Überbeanspruchung durch seine
Arbeit als Medium immer wieder auftraten, führten vier Jahre später
wieder zum Verlust seiner Stimme. Diesmal empfahlen die in der
Trance gemachten Aussagen osteapathische Manipulationen an je-
dem zweiten Tag mit dem Ziel, die Drüsentätigkeit und die Ausschei-
dung toxischer Stoffe anzuregen.
In seiner letzten Analyse zur eigenen Stimmlosigkeit gab Cayce im
Alter von 55 Jahren als Ursache für die Erkrankung mangelhafte
Eliminationen und eine Schädigung des Blutes durch Blutgifte an.
Zur Behebung dieser Störungen verordnete er sich eine ausgewogene
alkalische Diät und die abwechselnde Einnahme von Wismutmilch
und Magnesiamilch, gefolgt von einer Dosis Phenolphthalein als La-
xativ.
jedesmal folgte Cayce seinen eigenen Empfehlungen, bis er geheilt
war, obwohl er häufig Rückfälle erlitt. Das lag an der Überbeanspru-
chung durch seine Tätigkeit als Medium. Gegen Ende seines Lebens
schienen die Anfälle von Sprachlosigkeit das Alarmzeichen seines
31
Körpers zu sein, der ihm sagen wollte, er müsse einen kurzen Urlaub
nehmen.
Apoplexie - Schlaganfall
Edgar Cayce hat für 30 Patienten, die einen Schlaganfall erlitten
hatten, Anweisungen für eine Therapie gegeben, wenngleich diese
Anweisungen sich nicht speziell auf einen Herzanfall bezogen.
Ein Schlaganfall kann zu einer Gehirnblutung, zu einer teilweisen
oder vollkommenen Lähmung und in einigen Fällen zum Tode füh-
ren. Die Symptome können innerhalb von Sekunden, Minuten oder
Stunden ihren Höhepunkt erreichen. Die Symptome eines weniger
schweren Schlaganfalls sind zum Beispiel Sprachstörungen und teil-
weise Behinderungen des Denkens, der Bewegungen, der Gefühle
und des Sehvermögens.
In allen von Cayce gestellten Diagnosen gehörten Kreislaufstörun-
gen, begleitet von der Schwächung oder Zerstörung der Zellen in den
Wänden der Blutgefäße, die zur Bildung von Blutgerinnseln führten,
zu den auslösenden Ursachen. Unzureichende Eliminationen im
Rahmen des Stoffwechsels waren ein kritischer Faktor in etwa 35
Prozent der Fälle. Oft wurden solche Störungen in Verbindung mit
nervösem Streß, Überbeanspruchung und Muskel- und Nervenver-
spannungen festgestellt, manchmal auch im Zusammenhang mit
einer unzureichenden Nervenkoordination aufgrundvon Verschie-
bungen oder Läsionen der Rückenwirbel. Daß solche Komplikatio-
nen immer wieder in alldiesen Fällen diagnostiziert wurden, scheint
darauf hinzuweisen, daß Cayce glaubte, die Ursache von Schlaganfäl-
len habe etwas mit chemischen und Stoffwechselstörungen zu tun, die
sich schließlich auf das Herz und das Kreislaufsystem auswirken.
Behandlung
Cayce konzentrierte sich bei der Behandlung von Personen, die einen
Schlaganfall erlitten hatten, vor allem auf die allgemeine Wiederher-
stellung des körperlichen Wohlbefindens und die Umstellung auf eine
gesunde Lebensweise, um künftige Schlaganfälle zu vermeiden.
Am häufigsten empfahl er physiotherapeutische und elektrothera-
peutische Maßnahmen. Tägliche sanfte Ganzkörpermassagen, beson-
ders aber des Rückgrats und der Rückenmuskeln, der Gliedmaßen
und besonders der gelähmten Körperteile wurden in etwa 7 5 Prozent
der Fälle verordnet. Für die Massagen wurden oft Erdnußöl, Kiefer-
nadelöl, Olivenöl oder eine Kombination dieser Öle empfohlen. Die
anregenden Massagemittel enthielten Zedernholzöl, das Öl von Win-
tergrün, Benzointinktur, Sassafrasöl und Senföl. Zur Entspannung
32
der Muskeln und Anregung des Kreislaufs wurde die Verwendung
eines sanft wirkenden elektrischen Vibrators für günstig erachtet.
In etwa 40 Prozent dieser Fälle wurden die verschiedenen elektro-
therapeutischen Maßnahmen verordnet. Meist handelte es sich dabei
um die Naßzellentherapie. Diese Behandlungen sollten täglich auf die
Dauer von 15 bis 30 Minuten vorgenommen werden. Dazu sollte eine
Goldchloridlösung verwendet werden, manchmal aber auch abwech-
selnd eine Goldchloridlösung und Kampferspiritus. Cayce verordnete
aber auch radioaktive Packungen. Wie sie jedoch verwendet werden
sollten, wurde nicht im einzelnen erklärt.
Da Cayce auch chemische Funktionsstörungen feststellte, die zu
Eliminationsstörungen führten, verordnete er in fast 40 Prozent der
Fälle eine ausgewogene, stark alkalische Diät. Zu den empfohlenen
Nahrungsmitteln gehörten reichlich grünes Gemüse, Gemüsesäfte
und -suppen, Zitrusfrüchte und ihre Säfte. Für die schwereren Fälle,
bei denen es zu teilweisen oder vollständigen Lähmungen gekommen
war, wurde eine flüssige oder halbflüssige Diät aus Säften und Fleisch-
brühe verordnet. Schweinefleisch, Rindfleisch, stärkehaltige Nah-
rungsmittel und Stärke in allen Kombinationen waren zu vermeiden.
Da Cayce auch eine nervliche Koordinationsschwäche und nervö-
sen Streß als Ursachen oder belastende Faktoren bei Schlaganfällen
diagnostiziert hatte, verschrieb er für mehr als 20 Prozent der Fälle
eine osteapathische Behandlung. Anschließend daran sollten Massa-
gen durchgeführt werden.
In fast 20 Prozent der Fälle wurden Maßnahmen zur Förderung der
Elimination angeordnet, um eine Ansammlung toxischer Stoffe im
Körper abzubauen. In diesen Verordnungen wurden Laxativzilatone,
Salhepatica, Olivenöl sowie Klistiere und Darmspülungen erwähnt.
Besonderen Wert legte Cayce auf vollständige Ruhe und Entspan-
nung und den völligen Verzicht aufjede Arbeit während der Zeit der
Rekonvaleszenz.
Krankheitsgeschichte
Eine 57jährige Frau hatte einen zur Lähmung führenden Schlaganfall
erlitten, den Cayce auf ein Versagen der Blutgefäßwände im Kreislauf
zurückführte (Fall1187). Außerdem stellte er Verschiebungen im
neunten Rückenwirbel und in den Achsen der Lendenwirbel fest,
d ~ r c h die es zu einer Anzahl sympathetischer Störungen gekommen
set.
Die Frau erhielt fünf Anweisungen, mit denen eine Reihe verschie-
dener Therapien erläutert wurden. Beine und Füße sollten mit einer
Mischung aus Schafstalg, Kampferspiritus und Terpentinspiritus mas-
siert werden. Die Massagebewegungen sollten von oben nach unten
33
in der Richtung vom Rumpf zu den Füßen geführt werden. Zur Linde-
rung des Drucks im Dickdarm und im Verdauungstrakt verordnete er
Klistiere und eine chiropraktische Behandlung des Rückgrats (ohne
die Halswirbel).
In der zweiten von Cayce gegebenen Diagnose stellte er eine Besse-
rungfest, verordnete aber eine FortführungderMassagen und Klistiere.
Massiert werden sollten jetzt jedoch das Rückgrat, die Gliedmaßen
und die linke Seite. Die bei der Massage zu verwendt?.nde Lösung
bestand aus einer Mischung von weißem russischem 01, Olivenöl,
Myrrhentinktur, Zedernholzöl, Wintergrünöl und einer Benzointink-
tur. Mit anderen Anweisungen verordnete Cayce der Frau zusätzliche
osteapathische Korrekturen an den Lendenwirbeln und dem Kreuz-
bein. Ihre Diät sollte vor allem aus stark alkalischen Nahrungsmitteln
bestehen, in erster Linie aus Gemüse, Fruchtsäften, Rindfleischbrühe
und Proteinen, deren Wirkung durch stärkehaltige Nahrungsmittel
auszugleichen war.
Der Zustand der Frau besserte sich, und im Lauf der Zeit war sie in
der Lage, leichte gymnastische Übungen zu machen. Als besonders
günstig erwiesen sich mit ultraviolettem Licht.
Zur Uberraschung ihrer Arzte wurde die Frau vollständig geheilt. Sie
wurde 70 Jahre alt und erlitt bis zu ihrem Tod keinen Schlaganfall mehr.
Appendizitis - Blinddarmentzündung
Appendizitis ist eine Entzündung des Blinddarms. Sie tritt häufig in
akuter Form auf, und zwar mit deutlich spürbaren Symptomen. Das
sind Schmerzen im rechten Unterbauch, Appetitlosigkeit und Übel-
keit, geringes Fieber und eine Vermehrung der weißen Blutzellen.
Wenigstens 50 an Blinddarmentzündung erkrankte oder zu dieser
oder ähnlichen Krankheiten neigende Personen erhielten Therapie-
vorschläge von Cayce. Im folgenden werden die wesentlichen Aus-
sagen von 34 Diagnosen und Therapievorschlägen für 26 an Blind-
darmentzündung erkrankte Patienten zusammengefaßt.
Obwohl Cayce nicht in allen Fällen die Ursachen der Erkrankun-
gen genannt hat, wurde eine mangelhafte Ausscheidung von Gift-
stoffen bei mehr als der Hälfte der Patienten als Faktor erwähnt und
als entscheidend für das Entstehen der Blinddarmentzündung ange-
sehen. Cayce war der Ansicht, daß Funktionsstörungen in Ausschei-
dungsorganen zur Ansammlung von Toxinen im Blinddarm, dem
Anfangsteil des Dickdarms, führten.
Die beiden anderen am häufigsten genannten Ursachen waren
Kreislaufschwäche und spinale Subluxationen. In den meisten Fällen
wurde die Krankheit durch eine Kombination von zwei oder mehr
Faktoren ausgelöst.
34
Behandlung
Cayces Behandlungsmethoden bei Blinddarmentzündung reichten
von der Verabreichung eliminationsfördernder Mittel bis zur chirurgi-
schen Entfernung des Blinddarms. Obwohl die Ärzte in vielen Fällen
eine Operation empfohlen hatten, glaubte Cayce, daß sie bis auf drei
Fälle nicht notwendig sei, wenn die Patienten seine Anweisungen
sofort und gewissenhaft befolgten. Die Therapien von Cayce hatten
das Ziel, den Körper von Giftstoffen zu befreien, die Entzündung
abklingen zu lassen und den normalen Zustand im Darm wiederher-
zustellen. Er machte jedoch mehrere Patienten ausdrücklich darauf
aufmerksam, daß es notwendig sei, die Körpertemperatur sorgfältig zu
überwachen, da bei ihrem Ansteigen eine Operation erfolgen müsse.
Cayces Therapien konzentrierten sich vor allem auf eine Anregung
der Eliminationen, eine Umstellung der Diät, Kompressen, Massage
und eine chiropraktische Behandlung des Rückgrats.
Abführmittel, Darmspülungen und Klistiere und manchmal beides
wurden verordnet, um die Eliminationen anzuregen. Dabei wurden
jeweils verschiedene Mittel und Methoden verordnet, doch die am
häufigsten verschriebenen Abführmittel waren Olivenöl, Rizinusöl,
Wismutmilch und aus der Ambrosiapflanze hergestellte Laxative. Die
Ambrosiapflanze war nach seiner Auffassung für die Behandlung der
Blinddarmentzündung besonders gut geeignet und wurde im allge-
meinen in der Form eines Tonikums verabreicht. Zusammensetzung
und Dosierung wurden für jeden Patienten eigens vorgeschrieben.
Wenn die Krankengeschichte eines Patienten zeigte, daß dieser
unter Eliminationsstörungen litt, wurden Darmspülungen oder Kli-
stiere verordnet.
In mehr als 60 Prozent der Fälle empfahl Cayce eine bestimmte
Diät. Bei akuten Fällen sollte es eine flüssige oder halbflüssige Ernäh-
rung, vor allem aus Rindfleischbrühe, Frucht- und Gemüsesäften sein.
Um den Körper nicht noch mehr zu belasten, sollte eine leichte Diät
so lange eingehalten werden, bis der Patient beschwerdefrei war.
Anschließend wurden die Patienten auf eine weiche, alkalische und
leichtverdauliche Diät gesetzt, die allmählich durch Leber und andere
aufbauende Nahrungsmittel ergänzt werden sollte, wenn die Körper-
kräfte wieder zunahmen. Fleisch und Fett sollten nicht in größeren
Mengen gegessen werden. Gebratenes und Schweinefleisch waren
grundsätzlich zu vermeiden, oft über Zeiträume von sechs Monaten
bis zu zwei Jahren.
In neun Fällen wurden auch Umschläge der verschiedensten Art
empfohlen, am häufigsten Umschläge mit Rizinusöl, Epsomer Bitter-
salz und Trauben-Breiumschläge. Mit den Rizinuspackungen sollten
Stauungen im gesamten Magen-Darmbereich behoben werden.
35
Die im selben Bereich anzuwendenden Breiumschläge mit Wein-
trauben wurden so hergestellt, daß die Trauben zerquetscht und zwi-
schen zwei Stofflappen einen halben Zoll dick aufgetragen wurden.
Diese Umschläge sollten täglich zwei Stunden auf der behandelten
Stelle aufliegen, wobei der Traubenbrei einmal erneuert werden sollte.
(Es ist wichtig, daran zu denken, daß viele Ärzte der Auffassung sind,
beim Verdacht auf Blinddarmentzündung müsse es unter allen Um-
ständen vermieden werden, die Bauchgegend mit Hitze in V erbin-
dung zu bringen. Wenn der Patient das Gefühl hat, daß ein heißer
Umschlag ihm nicht bekommt, durften die Packungen mit Rizinusöl
ohne Heizkissen aufgelegt werden.)
In fast der Hälfte aller Fälle wurden Korrekturen am Rückgrat
empfohlen. Gelegentlich sollte zwar die ganze Wirbelsäule chiroprak-tisch behandelt werden, aber in den meisten Fällen sollte sich die
Behandlung auf die Lenden- und Rückenwirbel konzentrieren. Oft
wurden der vierte Lendenwirbel sowie der achte und neunte Rücken-
wirbel besonders genannt. Häufig wurde auch Ruhe verordnet.
Krankheitsgeschichte
Viele Personen mit Symptomen, die auf eine Blinddarmentzündung
schließen ließen, haben, nachdem sie die Anweisungen Cayces gewis-
senhaft befolgt haben, günstige Berichte über den Erfolg der Therapie
abgegeben. Acht von ihnen wurden vollständig wiederhergestellt,
ohne operiert werden zu müssen, und vier weitere berichteten, daß die
Symptome verschwunden seien. Diejenigen, die operiert werden
mußten, sind anschließend offenbar vollkommen genesen.
Arteriosklerose - Arterienverkalkung
Die Arteriosklerose ist die häufigste chronisch fortschreitende Dege-
neration der Arterien und führt zur allmählichen Verengung der Ge-
fäße bis zum vollständigen Verschluß. Diese Erkrankung kommt häu-
figer bei Menschen über vierzig und besonders bei Männern vor.
In 75 Prozent der Fälle, die Cayce behandelte, wurde als Hauptursa-
che Kreislaufschwäche erwähnt, die mit einer Verhärtung der Arte-
rienwände und hohem Blutdruck einherging. In etwa der Hälfte der
Fälle waren auch Eliminationsstörungen mit diesem Zustand verbun-
den, durch die es zur Anreicherung von toxischen Stoffen im Blut
kam. Eine Verlangsamung des Kreislaufs erhöhte die Konzentration
dieser Giftstoffe im Blut.
In sechs Fällen wurden spinale Subluxationen im Bereich der Rük-
ken- und Halswirbel festgestellt, die zu weiteren Gleichgewichtsstö-
rungen im Körperhaushalt führten. Andere diese Krankheit begünsti-
36
gende Faktoren waren nach Aussagen von Cayce körperliche Überbe-
anspruchung, eine falsche Ernährung und eine negative geistige Ein-
stellung.
Behandlung
Die von Cayce zur Behandlung der Arteriosklerose verordneten Maß-
nahmen waren Massage, eine Elektrotherapie und die Umstellung der
Diät. Jede dieser Maßnahmen wurde in etwa der Hälfte aller Fälle
verordnet.
Die Massagen mit Kakaobutter entlang der Wirbelsäule sollten von
oben (am Kopfbeginnend) nach unten durchgeführt werden. Gele-
gentlich wurde auch ein Kräutertonikum zur Anregung des Kreislaufs
empfohlen. In mehreren Fällen sollten nach der Massage heiße Pak-
kungen mit Epsomer Bittersalzen aufgelegt werden, um die Ausschei-
dung toxischer Stoffe zu beschleunigen, die sich im Körper angesam-
melt hatten.
Die von Cayce empfohlene Elektrotherapie bestand aus radioakti-
ven Packungen, der Naßzelle, gewöhnlich mit Gold und violetter
Bestrahlung. Sehr häufig wurde auch die zusätzliche Einnahme von
B-Vitaminen, besonders des Vitamins B 1, empfohlen. Daneben wur-
den eisen-, silizium- und phosphorhaltige Lebensmittel verordnet.
Auf gebratene Speisen und die meisten Fleischsorten sollte verzichtet
werden.
In 12 Fällen wurde eine chiropraktische Behandlung der Wirbel-
säule vorgeschlagen. Sie sollte sich in den meisten Fällen auf den 5., 6.,
7. und 9. Rückenwirbel und den 1. und 2. Halswirbel konzentrieren.
Um die Reinigung des Verdauungssystems zu unterstützen, wurden in
sieben Fällen Darmspülungen verordnet. In wenigen Fällen wurden
Gold- und Natriumdosen sowie eine Hydrotherapie erwähnt.
Krankheitsgeschichte
Wie bei anderen ernsten Erkrankungen litten viele Personen mit Arte-
riosklerose, die sich von Cayce beraten ließen, bereits an einem fortge-
schrittenen Stadium dieser Krankheit und hatten sich erfolglos nach
den orthodoxen medizinischen Heilverfahren behandeln lassen.
Doch in 30 Prozent der Fälle erlebten diejenigen, welche die Anwei-
sungen von Cayce befolgt hatten, eine teilweise oder vollständige
Wiederherstellung ihrer Gesundheit.
37
Arterienverkalkung ---> Arteriosklerose
Arthritis - Gelenkentzündung - Gicht
Amerikanische Rheumatologen haben etwa 100 verschiedene Typen
arthritischer Erkrankungen diagnostiziert. Dieser Ausdruck wird zur
Bezeichnung der verschiedenartigsten Erkrankungen des Muskel-
und Skelettsystems verwendet. Doch grundsätzlich bezeichnet man
eine Entzündung der Gelenke als Arthritis, und die häufigste Form
einer solchen Erkrankung ist die Osteoarthritis oder degenerative
Gelenkentzündung. Weniger häufig, aber mit stärkeren körperlichen
Behinderungen verbunden ist die rheumatoide Arthritis, sie ist mit
stärkeren Schmerzen verbunden und tritt gewöhnlich als chronische,
sich progressiv verschlimmernde Krankheit auf.
Obwohl es in einzelnen Fällen zu einer zeitweiligen Besserung des
Leidens gekommen ist, hat die moderne Medizin noch kein auf die
Dauer wirksames Heilverfahren gegen die Arthritis gefunden. Das
von den Ärzten am häufigsten verordnete Medikament zur Bekämp-
fung der Symptome der Arthritis ist Aspirin, das nicht nur schmerzlin-
dernd, sondern auch entzündungshemmend wirkt. Auch Cortison
wird Patienten verschrieben, die an Arthritis leiden, doch obwohl es
zum Abklingen der Symptome führt, zeigt dieses Mittel auf die Dauer
Nebenwirkungen. Unter anderem beeinträchtigt es die Funktionen
der Nebennieren und verringert die Widerstandsfähigkeit des Körpers
gegen Streß. Zudem intensivieren sich gewöhnlich die Symptome,
wenn das Cortison abgesetzt wird.
Der ermutigendste Aspekt der Arthritistherapie von Cayce ist, daß
sie auf Medikamente verzichtet. Sie beschränkt sich auf natürliche
Methoden wie eine bestimmte Diät, eine Hydrotherapie und Massage.
Besonders interessant ist es, daß Cayce auch eine Psychotherapie
empfiehlt und nicht nur die rein körperlichen Symptome berücksich-
tigt, weil er glaubt, daß es bei der Arthritis auch psychosomatische
Faktoren gibt.
In seinen Diagnosen der Arthritis spricht Cayce von sieben Katego-
rien dieser Krankheit. Das sind Assimilations- und Eliminationsstö-
rungen, Kreislaufstörungen, Störungen der Drüsenfunktionen, kar-
mische und psychologische Ursachen, Fehler bei vorangegangenen
Therapien, spinale Subluxationen und Verletzungen.
In sieben Prozent der Fälle wurden als Hauptursache Assimila-
tions- und Eliminationsmängel angegeben. In einem Prozent der Fälle
wurden Verdauungsstörungen als auslösender Faktor erwähnt. Zu
dieser Kategorie gehörten Symptome der Arthritis, die Funktions-
schwächen der Leber, der Nieren und/oder der Galle zugeschrieben
wurden.
38
Nach Cayce gibt es eine ganze Reihe von Eliminationsstörungen,
die mit der Produktion von zu viel Magensäure beginnen, die oft
durch unterdrückten Zorn und andere im Zusammenhang mit Streß
entstandene Emotionen ausgelöst wird. Die zuviel erzeugte Magen-
säure beeinträchtigte die Funktion des lymphatischen Systems, die
Leber verringerte ihre Aktivität und produzierte nicht die flir den
Verdauungsprozeß benötigten Enzyme.
Weniger häufig waren Assimilationsstörungen, welche die Wirkung
der Kräfte herabsetzte, die normalerweise gebraucht werden, um die
Organe zu normalen Eliminationen anzuregen. Nach den Aussagen
von Cayce wurden einige Nährstoffe im Verdauungssystem toxisch,
weil sie nicht richtig genutzt werden konnten. Dabei kam es gewöhn-
lich zu einer Darmverstopfung. Nicht ausgeschiedene toxische Stoffe
gerieten in die Blutbahn, führten zu weiteren Verdauungsstörungen
und zu einem den Körper schwächenden Kreislauf.
Cayce glaubte, die Störungen im Körper, die sich an diesem Punkt
entwickelten, stünden in Beziehung zu einem inneren Ungleichge-
wicht, das schon vor Eintreten der Eliminationsstörungen vorhanden
war.
Obwohl Kreislaufstörungen in 40 Prozent der Fälle als Nebenursa-
che flir das Entstehen der Arthritis genannt wurden, bezeichnete
Cayce sie nur bei einem Prozent aller Fälle als Hauptursache.
In acht Prozent der Fälle wurden Drüsenfunktionsstörungen als
erste Ursache der Arthritis genannt. In weiteren 29 Prozent der Fälle
wurden diese Störungen als Nebenursachen bezeichnet. Gelegentlich
wurden bestimmte Drüsen genannt, zum Beispiel die Schilddrüse und
die Nebennieren. Auch Koordinationsstörungen im Zusammenwir-
ken von Leber und Nieren wurden erwähnt. In vielen Fällen sprach
Cayce ganz allgemein von den Drüsen, der Wirksamkeit der Drüsen
oder von den Drüsensystemen.
Die spirituell orientierten Anweisungen Cayces stellten den Ver-
such dar, den ganzen Menschen durch therapeutische Verordnungen
flir Geist und Körper zu heilen. In der Anweisung 3196-1 wird gesagt,
daß das Festhalten an Haßgefühlen wesentlich zur Entwicklung der
Arthritis beigetragen habe. Im Fall3365 wurde dem Patienten gesagt,
wenn er wirklich darauf vertraue, daß Gott ihn heilen könne und er
keinen Groll gegen andere Menschen hegte, werde er sich besser
flihlen.
Eine weitere gelegentlich von Cayce erwähnte Ursache war die
vorherige ärztliche Behandlung, und zwar entweder eine Behandlung
der Arthritis oder irgendeiner anderen Störung, durch welche die
Krankheit nur verschlimmert worden sei. Bei der Arthritis wurden
Behandlungsfehler in 10 Prozent der Fälle als Hauptursache genannt.
Ein Beispiel für eine vorangegangene Behandlung mit negativen
39
Auswirkungen war ein 52 jähriger Mann, der einige Jahre vor der
Diagnose Cayces »präventive« Injektionen erhalten hatte (Falll619).
Cayce sagte ihm, diese Injektionen hätten Kreislaufstörungen ausge-
löst, die dann zu arthritischen Symptomen führten.
In einigen Anweisungen hielt es Cayce für richtig, die durch die
Arthritis ausgelösten Schmerzen zu bekämpfen, und verordnete an-
stelle von Aspirin ein nach seinen Anweisungen zusammengesetztes
Mittel. Die wirksamen Bestandteile dieses Mittels waren Benzoin-
tinktur, rektifiziertes Terpentinöl, Kanadabalsam und Eukalyptusöl.
In der Anweisung 120-3 warnte er jedoch davor, dieses Mittel am
gleichen Tag einzunehmen, an dem auch Aspirin verabreicht wurde
und die Dosis auf Dauer einzuschränken.
Eine weitere von Cayce angegebene erste Ursache der Arthritis
waren Verrenkungen und Verletzungen oder Verschiebungen der
Rückenwirbel. In den meisten Diagnosen wurden das Steißbein oder
der untere Teil der Wirbelsäule als Sitz der Störung bezeichnet.
Auch die Ernährung kann eine wichtige Rolle spielen. Nach Cayce
waren bestimmte Lebensmittel und andere Substanzen, zum Beispiel
alkoholische Getränke und Rohrzucker, schädlich. An Arthritis lei-
dende Personen sollten nach seiner Auffassung jede Überanstrengung
bei Sport und Gymnastik vermeiden, denn ein bereits unter Streß
stehender Organismus könne durch zu große körperliche Anstren-
gungen leicht überfordert werden. Schließlich hielt er auch eine nega-
tive innere Haltung für ungesund, besonders wenn die negativen
Gefühle verdrängt wurden und nicht zum Ausdruck kommen konn-
ten.
In der Anweisung für einen 44jährigen Mann (Fall 2768) stellte
Cayce als erste Ursache der Arthritis ein Ungleichgewicht im Assimi-
lierungs- oder Verdauungssystem fest, verbunden mit der Unfähigkeit,
im Körper angesammelte Giftstoffe auszuscheiden. Daneben war die
Koordination zwischen den Funktionen der Leber und der Nieren
mangelhaft. Beruhigungsmittel und andere Maßnahmen hatten zur
Ansammlung von Giftstoffen im Organismus beigetragen. Der da-
durch entstandene Druck behinderte die Beweglichkeit des Körpers
und verlangsamte den Kreislauf, was wiederum das Herz belastete.
Die Ansammlungen körperfremder Stoffe kristallisierten, besonders
in den Gliedmaßen, was Schmerzen verursachte und die körperliche
Widerstandsfähigkeit verringerte.
40
Behandlung
Mit seinen Behandlungsmethoden wollte Cayce die normalen Kör-
perfunktionen von an Arthritis erkrankten Patienten wiederherstel-
len und begann deshalb, die natürlichen Bemühungen des Organis-
mus, sich selbst zu heilen, mit sanften Mitteln anzuregen. Methoden
zur Linderung der Schmerzen hatten für ihn nur zweitrangige Bedeu-
tung, weil sie sich nur auf die Symptome der Krankheit konzentrier-
ten, ohne ihre Ursachen zu behandeln.
Die in den Anweisungen am häufigsten empfohlenen Behandlungs-
methoden waren die Verwendung von Atomidin, Epsomsalz-Bädern,
Darmspülungen, Massagen, chiropraktische Korrekturen der Wirbel-
säule und das Einhalten einer bestimmten Diät. Auf die Diät wurde
besonderer Wert gelegt, und zu den zu vermeidenden Nahrungsmit-
teln gehörten Weizenmehl und seine Produkte (Weißbrot, Nudeln
usw.), Gebratenes (mit Ausnahme von sehr knusprig gebratenem
Speck), kohlensäurehaltige Getränke, Bier und Schnaps (ein gele-
gentliches Glas Rotwein war erlaubt) und weiße Kartoffeln (eine
Ausnahme waren Kartoffelschalen). Zu vermeiden waren stärke- und
zuckerhaltige Nahrungsmittel (und zahlreiche süße Speisen), Kaffee
oder Tee mit Milch oder Sahne und Zitrusfrüchte oder Säfte mit
Getreideflocken oder Milchprodukten.
Eine typische Diät für an Arthritis leidende Personen bestand in der
Hauptsache aus Gemüse und Obst, Vollkorngetreide und leichten
proteinhaltigen Speisen. Häufig wurde eine Verringerung des Anteils
von Fleisch und Stärke verordnet, wobei Fleisch in manchen Fällen
für eine gewisse Zeit ganz verboten wurde. In schweren Fällen wurde
eine flüssige oder halbflüssige Ernährung verordnet, um die Verdau-
ungsorgane zu entlasten.
In 33 Prozent der Fälle wurden Massagen verordnet. Meistens soll-
ten sie im Anschluß an andere Maßnahmen wie zum Beispiel nach
Epsomsalz-Bädern vorgenommen werden. Gelegentlich wurde eine
Massage im Anschluß an ein Dampfbad oder einen Naßzellenum-
schlag empfohlen.
Für die Massagen verordnete Cayce besondere Öle. Manchmal
handelte es sich dabei um eine in bestimmter Reihenfolge durchzu-
führende osteapathische Massage. Dabei sollten die Gelenke sanft bis
an die Grenze ihrer Flexibilität bewegt werden, weniger flexible Teile
im Verlauf der Massage korrigiert werden. Cayce empfahl, den Körper
im Anschluß an die Epsomsalz-Bäder mit einem Handtuch abzurei-
ben. Die für die Behandlung der Arthritis besonders häufig verordne-
ten Öle waren eine Mischung, die zu gleichen Teilen aus Olivenöl und
Myrrhentinktur bestand. Eine weitere Mischung bestand zu gleichen
Teilen aus Erdnußöl und Olivenöl.
41
Bei der Massage sollte reichlich Öl verwendet werden. Die für die
Massagen verwendeten Lösungen enthielten zum Teil auch Lanolin,
Mineralöl, Kiefernnadelöl, Sassafrasöl, ein Präparat aus der Rinde des
Virginischen Zauberstrauchs, Wintergrünöl, Zedernholzöl, Senföl,
Kerosin und Benzointinktur.
Cayce empfahl, die für die Massage verwendete Lösung vor Ge-
brauch zu erwärmen. Das sollte die Absorption durch die Haut er-
leichtern. Darauf sollte eine Abreibung mit einer Lösung vorgenom-
men werden, die zu gleichen Teilen aus Strohblumen und Gelbwurz
bestand.
Die Massage sollte in festen, aber sanften Kreisbewegungen durch-
geführt werden, aber ohne die Muskeln zu quetschen. Die Hände
sollten in ruhigen Kreisbewegungen weich über die Haut gleiten.
Besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Bereich entlang des Hal-
ses und des Rückgrats und den Körperstellen, wo der Patient Schmer-
zen und Beschwerden empfand.
In 42 Prozent aller Verordnungen für Arthritis wurde die Verwen-
dung von Atomidin verschrieben. Außerdem wurde es in 54 Prozent
der Fälle verordnet, wo nur die Beteiligung einer Drüse diagnostiziert
worden war, und in 48 Prozent der Fälle, in denen Cayce die Beteili-
gung von Drüsen und Organen festgestellt hatte, und schließlich in 38
Prozent der Fälle, in denen die Drüsen gar nicht erwähnt wurden.
Wegen seines hohen Jodgehalts sollte das Atomidin nur unter Auf-
sicht eines Arztes und nur in genau vorgeschriebenen Dosen und
Behandlungszyklen genommen werden. Cayce erklärte, durch zuviel
Jod im Organismus könnte die Schilddrüse zu stark angeregt werden,
was sich auf den Körper schädlich auswirken würde.
Cayce verordnete im allgemeinen zur Behandlung der Arthritis
einen Tropfen Atomidin täglich über einen Zeitraum von fünf Tagen.
Anschließend sollte eine Pause von fünf Tagen folgen, nach der wie-
der fünf Tage lang ein Tropfen täglich eingenommen werden sollte.
Vor Wiederholung dieses Zyklus sollte eine Ruhepause von wiederum
wenigstens fünf Tagen eingehalten werden. Die täglichen Dosierun-
gen reichten von einem Tropfen über einen Zeitraum von fünf Tagen
bis zu acht Tropfen.
Die Anweisungen enthielten verschiedene Methoden, den Elimina-
tionsvorgang bei insgesamt etwa 3 7 Arthritispatienten direkt anzure-
gen. Die am häufigsten anzuwendenden Methoden waren Rizinusöl-
packungen (bei 79 Prozent aller Fälle), Klistiere (79 Prozent), Darm-
spülungen (21 Prozent) und Enosalze (drei Prozent).
Das für die Darmspülungen benutzte Wasser sollte Körpertempera-
tur haben, und am Schluß sollte dem Wasser ein Antiseptikum zuge-
fügt werden, etwa ein Eßlöffel Glykothymol auf einen Liter Wasser.
Auch Klistiere und Enosalze wurden empfohlen. Zur Wiederherstel-
42
lung des Gleichgewichts bei der Verdauung und im Stoffwechsel
wurden Rizinusölpackungen auf der Bauchdecke und bestimmte Do-
sen Olivenöl zum Einnehmen verordnet.
Wenn der Patient zu heftig auf die Darmspülungen und Klistiere
reagierte, sollten sanftere Methoden angewendet werden, etwa Bäder
mit Epsomsalz, Dampfbäder und eine Diät, die eine abführende Wir-
kung hatte.
Epsomsalz-Bäder, die während der Ruhepausen zwischen den
Zyklen der Atomidintherapie genommen werden sollten, wurden bei
34 Prozent der Arthritisfälle verordnet. Zur weiteren Anregung des
Kreislaufs empfahl Cayce häufig das Massieren oder Reiben der Extre-
mitäten im Bad.
Während des Bades sollte der Körper so weit wie möglich in das
Wasser eintauchen und 20 bis 30 Minuten in der Wanne bleiben,
während heißes Wasser nachgefüllt wurde, um die Temperatur kon-
stant zu erhalten oder sie allmählich zu erhöhen. Die Menge des im
Wasser aufzulösenden Salzes wechselte, aber im allgemeinen waren
es 450 Gramm Salz für jeweils acht Liter Wasser.
In 14 Prozent der Therapievorschläge für Arthritis wurden Epsom-
salz-Packungen verschrieben. Sie sollten- wenn notwendig- auf den
Körperstellen aufgelegt werden, wo der Patient die stärksten Schmer-
zen hatte, und zwar besonders vor den osteapathischen Regulierun-
gen zur Entspannung der Wirbelsäule. Die betroffenen Stellen durften
bis zu einmal täglich mit diesen Packungen behandelt werden.
In 27 Prozent der Anweisungen für die Behandlung der Arthritis
wurde eine Massage der Wirbelsäule empfohlen. Bei dieser Therapie
sollten die einzelnen Wirbel mit der Hand in die richtige Lage ge-
bracht werden. Die am häufigsten verschriebene Methode war die
Osteopathie, obwohl gelegentlich auch chiropraktische und neuropa-
thische Methoden verordnet wurden.
Bei Arthritis wurde in fast einem Fünftel der Anweisungen eine
psychologische Behandlung der Patienten zur Förderung der Heilung
empfohlen. Cayce glaubte, positives Denken könne weitere Auswir-
kungen des emotionalen Streß verhindern und öffne Körper und
Geist dem Einfluß der Quelle allen Heilens - die im spirituellen
Bereich liegt und die vereinigenden Naturkräfte aktiviert.
Cayce erinnerte die Personen, die Erleichterung ihrer physischen
Beschwerden suchten, daran, daß das Bewußtsein die Quelle der
9esundheit und auch der Krankheit ist und nur das Ego der Heilung
Im Wege stehe. Eine Demonstration des Glaubens stünde zum Bei-
spiel im Einklang mit jeder Behandlung, und der Heilung Suchende
müsse daran festhalten.
In 19 Prozent der Anweisungen für die Behandlung der Arthritis
wurden Dampfbäder empfohlen. Diese Bäder wirkten angeblich ent-
43
spannend auf den Körper und regten die Schweißdrüsen an, durch
welche Giftstoffe und andere nicht körpereigene Stoffe durch die
Poren ausgeschieden werden könnten. Dem zu verdampfenden Was-
ser sollten verschiedene Substanzen zugefügt werden, am häufigsten
ein Extrakt aus Hamamelisrinde. Andere Zusätze waren Atomidine,
Kiefernnadelöl, Epsomsalz und Kombinationen aus Hamamelis und
Jod, Kiefernnadelöl und Wintergrünöl oder Kiefernnadelöl und Ben-
zo intinktur.
Die ultraviolette Bestrahlung war eine weitere Behandlungsme-
thode, die Cayce zur Entspannung des Körpers, zur Kräftigung der
Nerven und zur Versorgung der wichtigsten Teile des Körpers mit
Sauerstoff empfahl. Sie sollte besonders über der Wirbelsäule und den
unteren Extremitäten angewendet werden, gelegentlich in Verbin-
dung mit anderen Therapien und Anwendungen. Die Behandlungs-
dauer variierte von anderthalb bis zu 30 Minuten und von täglich bis
zu alle zwei Wochen. Anstelle des ultravioletten Lichts wurden in
einzelnen Fällen auch Sonnenbäder verordnet.
In 14 Prozent der Behandlungsanweisungen bei Arthritis wurden
innerlich einzunehmende Dosen von Gold- und Natriumlösungen
verordnet. Am häufigsten waren es ganz geringe Mengen Goldchlorid
und doppelkohlesaures Natron in einem halben Glas Wasser, bei
einem Drittel der Fälle war es jedoch nur Bromnatrium.
Die Behandlung mit Gold und Natrium wurde stets in Verbindung
mit anderen therapeutischen Maßnahmen angeordnet, besonders mit
Massagen und Elektrotherapien. (Gold kann im Körper toxisch wir-
ken und sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt genommen
werden.)
In fünf Prozent der Fälle wurden als Teil der Therapie gymnastische
Übungen verordnet, obwohl Cayce davor warnte, den Körper zu stark
zu beanspruchen und die falschen Übungen zu machen, was zu Streß
und zur Belastung des Nervensystems führen und dauernde Schäden
verursachen könne. In einem Fall empfahl er dem Patienten, den
ganzen Körper mit Seesand zu bedecken, weil das Meer und die
Goldspuren im Sand günstig auf den Organismus wirkten. In einem
anderen Fall wurde Schwimmen im Meer besonders empfohlen.
Arthritis, Rheumatoide
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische systemische Entzün-
dungskrankheit mit unbekannter Ursache. Obwohl die rheumatoide
Arthritis zu jeder Zeit auftreten kann, beginnt sie gewöhnlich im Alter
zwischen 20 und 40 Jahren. Dabei kommt es zu charakteristischen
symmetrischen Anschwellungen der Gelenke, begleitet von Gelenk-
versteifung, Wärmeempfindlichkeit und Schmerzen.
44
Edgar Cayce hat für 11 Patienten mit rheumatoider Arthritis eine
Diagnose gestellt und Therapievorschläge gemacht. Der jüngste dieser
Patienten war 22, der älteste 72 Jahre alt.
In sieben Fällen wurde eine Koordinationsschwäche der Drüsen als
Hauptursache für die Arthritis angegeben, und zwar als Folge ungenü-
gender Hormonsekretionen, die wiederum auf eine Kreislaufschwä-
che, den Kalziumgehalt im Blut und die Absorption von Mineralien
aus der Nahrung zurückgeführt wurden. In sechs Fällen wurden Stö-
rungen im Stoffwechsel als Ursache angegeben, die wiederum zu einer
Ansammlung von Giftstoffen im Körper geführt hatten. Damit wurde
der Organismus schließlich so stark belastet, daß sich eine Arthritis
entwickeln konnte. In vier Fällen wurden Verschiebungen in der
Wirbelsäule, besonders im unteren Teil des Rückgrats genannt. Eine
Assimilationsschwäche wurde in drei Fällen als zusätzlicher Bela-
stungsfaktor angegeben.
Behandlung
Die von Cayce für Patienten mit rheumatoider Arthritis verordneten
Therapien unterschieden sich nur geringfügig. Für 10 Patienten wur-
den Diätvorschriften angegeben. Dabei wurde besonders die Notwen-
digkeit betont, alkalisch reagierende Nahrungsmittel zu sich zu neh-
men. Cayce verordnete reichlich rohes Gemüse, insbesondere Kohl,
Kresse, Sellerie, Karotten und grüner Salat. Eine Mahlzeit täglich
sollte aus einer Kombination dieser Gemüse und Salate bestehen;
Blattgemüse war gegenüber dem Wurzelgemüse vorzuziehen. Vor
allem kam es darauf an, daß die Ernährung bestimmte Mineralien
enthielt wie Magnesium, Silizium und Jod. Lebensmittel, welche diese
Mineralien enthalten, sind Hummer, Krabben, Pilze, Zwiebeln, To-
maten, Ananas, Muscheln, Knoblauch, Birnen, Zitrusfrüchte, Eigelb,
Spinat, Mandeln, Walnüsse, Roggen, Vollkornweizen, Weintrauben,
Gerste, Kirschen, Stachelbeeren, Hafer, Zwetschgen, grobgemahle-
ner Weizen, Äpfel, Naturreis, Rosenkohl, Blumenkohl, Grünkohl,
Senf, Radieschen und Blaubeeren. Außerdem wurden Lammfleisch
und Geflügel empfohlen, aber halbrohes Fleisch und gebratene oder
stärkehaltige Lebensmittel sollten vermieden werden. In zwei Fällen
wurde Wild als zulässige Fleischnahrung erwähnt.
Neun Personen wurden Massagen verordnet. Bei diesen Massagen
sollte in vielen Fällen eine Mischung aus Olivenöl und Erdnußöl
verwendet werden. Die Gliedmaßen und Gelenke sollten besonders
gründlich massiert werden.
In sieben Fällen wurden verschiedene Formen der Elektrotherapie
verordnet, und bei ernsten Erkrankungen, bei denen eine Schädigung
der Nerven erkennbar war, sollte die Naßzellentherapie die Verjün-
45
gung des Gewebes fördern. Bestrahlungen mit violettem Licht und
radioaktive Umschläge wurden jeweils zweimal verschrieben.
In fünfFällen wurde eine Hydrotherapie verordnet, am häufigsten
in der Form von Bädern mit Epsomsalz. Diese Bäder dienten der
Entspannung des Körpers und der Linderung der Schmerzen. Für vier
Personen verschrieb Cayce das Einnehmen von Atomidin zur Behe-
bung von Koordinationsschwächen der Drüsen. In vier Fällen wurde
Goldchlorid verordnet; einmal allein und in drei Fällen kombiniert
entweder mit Bromnatrium oder NatriumBicarbonat. Letzteres sollte
das Nervensystem stärken.
Zur Linderung der Schmerzen in den erkrankten Gelenken verord-
nete Cayce in einigen Fällen auf die Gelenke aufzulegende Packun-
gen. In einem Fall enthielten diese Packungen Epsomsalz, im anderen
Rizinusöl und Glykothymol.
Krankengeschichte
Nur drei Patienten mit rheumatoider Arthritis haben die Anweisun-
gen von Cayce befolgt. Zwei von ihnen berichteten, daß sich ihr
Zustand gebessert habe, im dritten Fall wurde keine Besserung festge-
stellt. Einer der beiden ersten Fälle war eine 72jährige Frau (Fall120),
die sieben verschiedene Behandlungsvorschläge für die rheumatoide
Arthritis erhielt. Nach Cayces Diagnose hatte sich der Kreislauf durch
Druck auf die Wirbelsäule und Stoffwechselstörungen verlangsamt,
was sich negativ auf die Nerven auswirkte, die zu den erkrankten
Gelenken führten, was dort arthritische Symptome auslöste.
Mit der ersten Therapieanweisung schlug Cayce der Frau vor, um-
zuziehen. Diese Anweisung enthielt darüber hinaus Diätvorschriften,
mit denen vor allem Lebensmittel verordnet wurden, die viel Magne-
sium, Silizium und Schwefel enthielten.
Die Patientin sollte sofort mit osteopathischen Regulierungen ent-
lang der ganzen Wirbelsäule beginnen. Bei der Behandlung sollten
auch die besonders weiten Blut- und Lymphkapillaren berücksichtigt
werden, und zwar jeweils drei Minuten, insbesondere im Brachialzen-
trum und im unteren Lendenzentrum.
In der zweiten Anweisung wurde der Frau zur Linderung der Be-
schwerden für mindestens jeden zweiten Tag eine Bestrahlung mit
violettem Licht verordnet. Anderthalb oder zwei Stunden vor jeder
Bestrahlung sollte sie geringe Dosen von Brom-Natrium- und
Goldchloridlösungen einnehmen.
Zur gleichen Zeit sollten die Manipulationen an der Wirbelsäule
einmal wöchentlich vorgenommen werden, und zwar in Verbindung
mit feuchter Wärme. Anstelle von Aspirin verordnete Cayce eine Mi-
schung aus Eukalyptusöl, rektifiziertem Terpentinöl und Benzosol in
46
Sirup zur Linderung der Schmerzen. Zur Entspannung des Körpers
verordnete er Schwitzbäder mit Hamamelis.
Mit der dritten Behandlungsvorschrift verordnete er mit Epsomsal-
zen saturierte Packungen. Diese Packungen waren unmittelbar auf die
schmerzenden Gelenke und Glieder aufzulegen. In der gleichen An-
ordnung empfahl er die Naßzellentherapie und regelmäßige Bewe-
gung im Freien, um die Frau der ultravioletten Sonnenbestrahlung
auszusetzen, welche die Heilung begünstigen sollte.
Asthenie - Erschöpfungszustand
Edgar Cayce hatte erkannt, daß die Asthenie, ein durch Lethargie und
Erschöpfung gekennzeichneter Zustand, der sich auch durch Ruhe
nicht bessert, sowohl durch psychische als auch durch organische
Faktoren verursacht werden kann.
Die psychischen Ursachen der Asthenie können Depressionen,
Angstzustände und Herzneurosen sein. Zu den organischen Ursa-
chen gehören Blutarmut, Störungen im Blutkreislauf und im Stoff-
wechsel und übermäßiger Gebrauch von schmerzstillenden Medika-
menten, um nur einige zu nennen.
Cayce hat für sieben an Asthenie leidendeMännerund Frauen
Diagnosen gestellt und Therapievorschläge gemacht. Bei allen hatte
die Erkrankung offenbar etwas mit Verletzungen der Wirbelsäule
oder Druck auf die Wirbelsäule zu tun, was wiederum die Funktionen
verschiedener Organe beeinträchtigte. Die am häufigsten durch die-
sen Zustand verursachten Beschwerden wirkten sich in den Drüsen,
im Blutkreislauf und im Stoffwechsel aus.
Außerdem stellte Cayce fest, daß geistige und körperliche Erschöp-
fungszustände zum Entstehen der Asthenie beitragen konnten. Er
glaubte, in vielen Fällen sei beides für die Schwächung des Nervensy-
stems verantwortlich, die wiederum diesen Zustand begünstigte.
Behandlung
Die Behandlungsvorschläge für die Asthenie waren in keinen zwei
Fällen die gleichen, obwohl Cayce in fast jedem Fall besonderen Wert
auf Korrekturen und Massage bestimmter Teile der Wirbelsäule legte.
Gewöhnlich sollte bei den Massagen Erdnußöl oder Hamamelisöl
verwendet werden. In den beiden Fällen, in denen die Asthenie durch
Rückgratverletzungen verursacht war, verordnete er zweimal wö-
chentlich vorzunehmende Wirbelsäulenkorrekturen, bis eine Besse-
rung des Zustands festgestellt werden konnte.
In fünf Fällen war nach Cayce richtige Ernährung ausschlaggebend
für die Heilung. Besonders empfohlen wurden Gemüse, Obst, Fisch,
47
Wild und Nahrungsmittel, die bestimmte Mineralien enthielten. Auf
feines Gebäck, Torten, Weißbrot, Kartoffeln und gebratene oder fet-
tige Speisen sollte verzichtet werden.
Vier dieser Patienten wurden ausdrücklich darauf hingewiesen, daß
sie für einen geregelten Stuhlgang sorgen müßten. Hierzu wurden
Laxative wie Rizinusöl, Feigensirup und Enosalze empfohlen. Gele-
gentlich verschrieb Cayce auch Darmspülungen.
Für den Aufbau der Nerven und zur allgemeinen Stärkung des
Organismus verordnete er in drei Fällen eine Elektrotherapie- die
violette Bestrahlung, Kurzwellenbestrahlung mit ultraviolettem Licht
und die radioaktiven Umschläge.
Krankengeschichte
Einer der Patienten war ein 72jähriger Mann (Fallll9), der über
geringe Vitalität und verlangsamte Reaktionen klagte. Cayce diagno-
stizierte alte Verletzungen des siebenten, achten und neunten Rük-
kenwirbels. Diese Verletzung hatte zu Verdauungs- und Stoffwechsel-
s.törungen geführt. Außerdem befand sich der Mann aufgrund einer
Uberproduktion von Zucker an der Grenze einer Diabetes.
Er erhielt zwei Behandlungsanweisungen. In der ersten wurde ihm
für zwei bis drei Monate völlige Ruhe verordnet. Zu der Therapie
gehörten Manipulationen der Wirbelsäule an jedem zweiten Tag und
strukturelle Korrekturen einmal wöchentlich. Zur Anregung seiner
Verdauung sollte er täglich einen aus der Ambrosiapflanze hergestell-
ten Tee trinken. Der Speisezettel sollte vor allem aus alkalisch reagie-
renden Nahrungsmitteln bestehen, die einen hohen Kalzium- und
Natriumgehalt hatten. Verzichten sollte er aufalle stärke- und zucker-
haltigen Speisen.
Cayce sagte voraus, der Mann könne innerhalb von 90 bis 120
Tagen völlig wiederhergestellt werden, wenn er seinen Empfehlungen
folgte. Der Patient ließ sich in die Klinik von Cayce aufnehmen, um
sich dort behandeln zu lassen, und anschließend berichtete er, die
»vollkommene Wiederherstellung« seiner Gesundheit.
Ein anderer Fall, eine 34jährige Frau, die unter körperlicher Schwä-
che und Angstgefühlen litt (Fall5522). Ihre Stoffwechsel- und Assimi-
lationsstörungen wurden auf extreme Nervenanspannung und Koor-
dinationsstörungen im Nervensystem zurückgeführt.
Ihr wurde eine 26 Tage dauernde Behandlungsreihe verordnet mit
täglichen spinalen Manipulationen und Massagen und häufigen Ga-
ben eines Kräutertonikums. Dieses Tonikum war eine Mischung aus
einfachem Sirup, einem Auszug aus der Rinde der Wildkirsche, Sarsa-
parillsirup, Stillingiatinktur, Rhabarbersirup, Sassafrasöl, Chinarin-
denelixier, Kapsikumtinktur, Tolubalsam und KornalkohoL
48
Die Diät sollte aus alkalisch reagierenden Nahrungsmitteln und
Fleischbrühe zur Kräftigung des Organismus bestehen. Gelegentlich
sollten zur Reinigung des Darmtrakts Darmspülungen vorgenommen
werden.
Schon nach der ersten Behandlungsreihe besserte sich ihr Zustand.
Asthma
Asthma ist eine durch eine verbreitete Verengung der Luftwege ge-
kennzeichnete Lungenkrankheit, deren Schwere sich in kurzen Zeit-
abständen verändern kann. Zu den auslösenden Faktoren kann unter
Umständen eine Allergie gehören.
Die Symptome sind Husten, schleimiger Auswurf, pfeifende At-
mung und Verengung der Bronchien. Diese Symptome können zu
unterschiedlich starken Beschwerden führen - von leichten bis zu
lebensbedrohenden.
Cayce hat für 23 Asthmapatienten Diagnosen gestellt und Behand-
lungsvorschläge gemacht.
Bei seinen Diagnosen hat er festgestellt, daß Asthma seinen Ur-
sprung in neurologischen Reizen hat, die entweder durch Läsionen
und Verwachsungen in den Bronchien und im Kehlkopf oder durch
einen Druck auf die autonomen Ganglien und ihre Verbindungen mit
dem zerebrospinalen System verursacht werden. Mit anderen Worten,
er glaubte, daß im allgemeinen auch der Zustand der Wirbelsäule an
der Erkrankung beteiligt sei, und zwar hauptsächlich im Bereich der
Rücken- und Halswirbel. Die Schädigung der Wirbelsäule kann die
Folge akuter Verrenkungen sein oder auch nicht.
Außerdem glaubte Cayce, daß eine Verschiebung der Wirbel ge-
meinsam mit gewissen plötzlich eingetretenen belastenden Faktoren+
wie Streß oder falsche Ernährung die Bronchien veranlassen könnte,
sich zu verengen, was zu einem Asthmaanfall führen würde. Dabei
käme es häufig zu einem Blutandrang und einer Anhäufung toxischer
Substanzen, die von den Lungen nicht vollständig ausgeschieden
worden seien. Das wiederum verursache eine sympathetische Reak-
tion in den Nieren und in der Leber.
Behandlung
Bei Asthma begannen die Therapien im allgemeinen mit spezifischen
Korrekturen der Wirbelsäule zur Entspannung des Körpers, der Lö-
sung von Läsionen und der Korrektur von Verrenkungen der Wirbel.
Mit diesen Maßnahmen sollten die Bronchien von dem dort entstan-
denen Druck befreit und entspannt werden.
Die Behandlung sollte durch die Einhaltung bestimmter Diätvor-
49
schriftenunterstützt werden, zu denen in den meisten Fällen der
Verzicht auf Süßigkeiten oder auf mit Zucker gesüßte Speisen verord-
net wurde. Auch auf schwerverdauliche Nahrungsmittel wie Rind-
fleisch, Gebratenes und große Mengen stärkehaltiger Speisen sollte
der Patient verzichten, ebenso auf bestimmte sauer reagierende Ge-
richte. Cayce verordnete eine den Organismus aufbauende Diät, die in
der Hauptsache aus Gemüse, Obst und Meeresfrüchten bestehen
sollte.
Zur Öffnung der Bronchien und zur Schleimlösung wurde gewöhn-
lich ein lnhalationsmittel auf Alkoholbasis verordnet. Im allgemeinen
enthielt es Eukalyptusöl, Benzointinktur, Terpentinöl, Kanadabal-
sam, Kiefernnadelöl und Tolubalsam-Tinktur. Vor Gebrauch sollte
die Lösung kräftig geschüttelt und die Dämpfe sollten durch Nase und
Mund eingeatmet werden.
In Fällen, wo Drüsenstörungen festgestellt worden waren oder wo
der Patient an einem Kalzium- oder Jodmangel litt, empfahl Cayce die
innerliche Einnahme kleiner Dosen dieser Elemente. Gegen Jodman-
gel wurde Atomidin oder Calcidin (Kalziumjod) verordnet.
In einigen Anweisungen wurde die Notwendigkeit erwähnt, den
Stoffwechsel anzuregen, und dazu wurden Darmspülungen und Ab-
führmittel verordnet.
Bei einzelnen Patienten empfahl Cayce auch einen Klimawechsel.
Das war entweder ein trockenes, wärmeres Klima, Meeresluft oder ein
Höhenklima. Manchmal erwähnte er auch psychologische Faktoren
und sagte, eine positivere innere Einstellung werde die Heilung unter-
stützen und beschleunigen.
Krankengeschichte
Auf die Bitte der Mutter eines lljährigen Mädchens, das schon im
Alter von drei Jahren unter Asthmaanfällen litt (Fall3053), diktierte
Cayce drei Behandlungsanweisungen. Seine Diagnose ergab Subluxa-
tionen im zweiten, dritten und vierten Rückenwirbel, die nach seiner
Meinung das Asthma ausgelöst hatten. Die Subluxationen hatten die
Nervenimpulse zur Luftröhre, den Bronchien und den am Stoffwech-
sel beteiligten Drüsen negativ beeinflußt.
Nach Auffassung von Cayce führten die Stoffwechselstörungen zur
Verstopfung, die zusammen mit den Störungen bei den Ausscheidun-
gen von Blutgiften aus den Atmungsorganen eine Ansammlung von
Toxinen im Blut bewirkten, welche auch die Funktionen der Leber
beeinträchtigten.
Um hier Abhilfe zu schaffen, empfahl Cayce zunächst eine Reihe
von osteapathischen Korrekturen, die entspannend wirken sollten.
Nachdem diese Korrekturen vorgenommen worden waren, wurde zur
50
Anregung des Organismus und der Drüsentätigkeit ein Tropfen Ato-
midin in einem halben Glas Wasser verordnet.
Um die Alkalireserve des Körpers stabil zu halten, verordnete Cayce
die Einnahme von Glyko-Thymolin, und zwar dreimal wöchentlich
jeweils sechs Tropfen in einem halben Glas Wasser.
Um die Entgiftung des Organismus zu unterstützen, verschrieb er
zwei Laxative. Das eine bestand aus Senna und Kürbiskernen in
Alkohol und das andere war Caldwells Pepsinsirup, ein ebenfalls auf
Sennabasis hergestelltes Laxativ.
Um die Atmung während der Asthmaanfälle zu erleichtern, wurde
eine Dampfinhalation vorgeschlagen. Die Lösung dafür bestand aus
einem Teelöffel Eukalyptusöl und einem halben Teelöffel Benzain-
tinktur in kochendem Wasser.
Die Diät des Kindes sollte aus alkalisch reagierenden Speisen beste-
hen. Auf Süßigkeiten sollte verzichtet werden. Besonders zu beachten
war die Zusammensetzung der Speisen. Zweimal wöchentlich sollte
eine Mahlzeit mit Meeresfrüchten zubereitete werden. Geflügel und
Lammfleisch sollten nur selten auf dem Speisezettel erscheinen. Da-
gegen sollte täglich frisches Gemüse gegessen werden.
Atrophie- Muskelschwund
Die Muskelatrophie ist eine Störung, bei der sich das Muskelgewebe
mit den dazugehörigen Nerven zurückbildet oder in seiner Entwick-
lung gehemmt wird. Diese Störung kann erblich oder erworben sein
und ist oft ein Symptom für eine ernstere Erkrankung wie die progres-
sive Muskelatrophie, die Myasthenia gravisoder verschiedene For-
men chronischer Muskelkrämpfe. Die progressive Form der systema-
tischen Muskelatrophie kann zur völligen Lähmung und zum Tode
führen.
Insgesamt hat Cayce 21 Behandlungsanweisungen für 17 Personen
mit Muskelatrophie und damit zusammenhängende Störungen gege-
ben. Der jüngste dieser Patienten war 17, der älteste 70 Jahre alt.
In fünf Fällen wurden Wirbelsäulenverkrümmungen angegeben,
die mit einer Verlangsamung der zu den Muskeln führenden Nerven-
impulse einhergingen und schließlich zum Muskelschwund führten.
Ein eng damit in Zusammenhang stehender Faktor war in fünfFällen
eine Kreislaufstörung. In zwei Fällen wurden Infektionen erwähnt,
welche direkt das Wachstum von Knochen und Muskeln beeinträch-
tigt hatten.
51
Behandlung
Am häufigsten wurden Massagen empfohlen, und für 13 Personen
verordnete Cayce dazu Öl in verschiedener Zusammensetzung, unter
anderem eine Kombination aus Olivenöl, Erdnußöl und Lanolin.
In 11 Fällen wurden elektrotherapeutische Maßnahmen verordnet,
und die am häufigsten empfohlene Methode war die Naßzelle zur
Wiederherstellung geschädigter Nervenverbindungen. Gelegentlich
wurden auch radioaktive Umschläge und andere Maßnahmen er-
wähnt.
11 Personen erhielten Anweisungen für eine geeignete Ernährung.
Ihnen wurde vor allem vitaminreiche Kost verordnet wie frisches
Obst und Gemüse. Zur Blutbildung wurde Rindfleischbrühe empfoh-
len. Als Ergänzung des Speisezettels sollten zusätzlich Kalkpräparate
und Vitamine genommen werden.
Krankengeschichte
Vier der zehn Personen, die über die Wirkung der therapeutischen
Maßnahmen berichteten, meldeten eine Besserung ihres Zustandes.
Die anderen befolgten die Anweisungen von Cayce nicht oder nur
teilweise.
Einer von denen, die Cayces Ratschläge mit einem günstigen Ergeb-
nis befolgten, war ein Mann in mittleren Jahren (Fall 849), der von ihm
einen Behandlungsvorschlag erhalten hatte. Er litt an einem langsa-
men Muskelschwund im rechten Bein und in der rechten Hüfte. Nach
Cayces Diagnose war die Ursache der Erkrankung die zu intensive
Behandlung einer Knieverletzung, mit der der Kreislauf im ganzen
Organismus gestört worden war.
Zunächst wurden spinale Manipulationen verordnet, und zwar in
den Bereichen des Kreuzbeins, des Steißbeins und der unteren Rük-
kenwirbel. Zusätzlich sollten die Gliedmaßen, die Füße, das Gebiet
der Lendenwirbel und des Steißbeins mit einer Kombination aus
Schafstalg, Terpentinspiritus, Kampferspiritus, Benzaintinktur und
Sassafrasöl massiert werden. Anschließend sollte ein erhitztes Fla-
nelltuch auf die schmerzenden Stellen gelegt werden.
Außerdem verordnete Cayce eine alkohohlfreie Diät aus blutbil-
denden und den Organismus aufbauenden Speisen, ergänzt durch das
die Verdauung anregende Mittel Ventriculin ohne Eisen.
Die regelmäßige Anwendung der radioaktiven Packung wurde im
Rahmen einer längeren Therapie verordnet.
Bandscheibenleiden
In jeder der drei von Edgar Cayce gegebenen Behandlungsanweisun-
gen, bei denen es um die Bandscheiben ging, hatte sich die betreffende
Person eine Verletzung der Bandscheiben zugezogen, was zu den
verschiedensten sympathetischen Störungen im ganzen Organismus
geführt hatte. Angesichts der Besonderheiten und der speziellen Aus-
wirkungen jeder Verletzung bringen wir hier eine Zusammenfassung
von zwei Behandlungsanweisungen in Form einer Krankenge-
schichte.
Krankengeschichte 1
Ein 32jähriger Mann klagte über Spannungen in Gliedern und Schul-
tern und einen dumpfen Schmerz im ganzen Körper (Fall2005).
Cayce stellte eine zirkulare spinale Läsion im Bereich des Steißbeins
und eine laterale spinale Läsion im dritten und vierten Rückenwirbel
fest.
Der Druck im Steißbein und entlang der oberen Lendenachse be-
einträchtigte die zerebrospinalen Nervenimpulse zum Drüsensystem.
Als Folge der Drüsenfunktionsstörungen veränderte sich von Zeit zu
Zeit das Verhältnis der Zahl der roten und weißen Blutzellen, was
wiederum zu Störungen in vielen Organen führte.
Für einen Zeitraum von sechs bis zehn Wochen wurden hydrothe-
rapeutische Maßnahmen verordnet. Auf heiße und kalte Duschen
sollte ein Dampfbad mit einem Teelöffel Atomidin auf einen Liter
kochendes Wasser in der Dampfkammer genommen werden. Für die
ersten Dampfbäder verlangte die Therapie die Auflage eines dicken
mit einer Epsomsalzlösung getränkten Handtuchs auf das Steißbein
und anschließend eine sanfte Massage mit einem Massageöl, das aus
gleichen Teilen Olivenöl und Myrrhentinktur bestand d.
Um die Entgiftung des Organismus zu unterstützen, wurde eine
reichlich Obst und Gemüse enthaltende Diät empfohlen. Für den
Abend verordnete Cayce eine leichte Gymnastik, etwa das Strecken
und Schwingen der Gliedmaßen.
Der Mann vertraute den Anweisungen, die ihm besser gefielen als
die Ratschläge der Ärzte, die er bis dahin konsultiert hatte. Er riet auch
seinem Bruder, sich von Cayce beraten zu lassen.
Krankengeschichte 2
Der andere Fall war ein 38jähriger Polizist (Fal14020), der Cayce
sagte, er fürchte seine Stelle zu verlieren, da er bei seiner Arbeit unter
starken Rückenschmerzen litte. Die Ärzte an der Mayaklinik hatten
eine Bandscheibenverschiebung festgestellt, Cayce dagegen war der
Ansicht, daß eine unzureichende Entgiftung des Organismus und
Stoffwechselstörungen die Bewegungsnerven und die Muskelkraft
der Extremitäten geschwächt hätten.
Als hydrotherapeutische Maßnahmen empfahl Cayce für die fol-
genden drei Wochen einmal wöchentlich ein mildes Dampfbad und
eine gründliche Massage. Nach einer dreiwöchigen Ruhepause sollte
diese Behandlung wiederholt werden. Daneben verordnete er eine
Kurzwellentherapie im Bereich der oberen Rückenwirbel, der Len-
denwirbel und des Kreuzbeins.
Die von ihm vorgeschlagene Diät bestand unter anderem aus Mee-
resfrüchten, Geflügel, Lammfleisch und rohem Gemüse. Zur Verbes-
serung der Verarbeitung von Zucker durch das Verdauungssystem
empfahl Cayce etwa einmal monatlich im eigenen Saft gekochten
Topinambur. Konfekt und Süßigkeiten sollten gemieden werden, aber
natürliche Süßstoffe wie Honig waren erlaubt.
Obwohl der Polizist berichtete, sein Zustand habe sich nach den
von Cayce Y.erordneten Maßnahmen gebessert, vertraute er der Dia-
gnose der Arzte an der Mayaklinik mehr und sagte, nach seiner
Ansicht sei Cayces Diagnose falsch gewesen.
Besessenheit
66 Diagnosen und Behandlungsanweisungen von Edgar Cayce be-
schäftigen sich mit verschiedenen Formen der Besessenheit bei 32
Personen. In etwa der Hälfte der Fälle handelte es sich um Halluzina-
tionen und Schreckensvisionen. In anderen Fällen hatten die unter
diesen mentalen Störungen leidenden Patienten die physische, men-
tale und emotionale Kontrolle so weit verloren, daß sie als geistes-
krank angesehen und in Irrenanstalten eingeliefert worden waren. Zu
den Symptomen in diesen Fällen gehörten hysterisches Lachen oder
Weinen, das Hören von Stimmen, plötzlich auftretende und unkon-
trollierbare Wutanfälle und schwere Depressionen.
Vier dieser Menschen waren so sehr dem Alkohol verfallen, daß es
ihnen unmöglich war, auf das Trinken zu verzichten. Alle diese Men-
schen hatten weitgehend die physische, mentale und emotionale
Kontrolle über sich selbst verloren, litten an Verfolgungswahn und
hatten das Gefühl, sich selbst und anderen entfremdet zu sein.
Cayce glaubte, die Besessenheit habe mentale, psychologische (spi-
54
rituell-emotionale) und physiologische Ursachen, und bringt das in
der folgenden Aussage zum Ausdruck: »Aus der Perspektive des
Psychiaters würde man das als einen gestörten Geisteszustand be-
zeichnen. Pathologisch wären es Geistesstörungen. Analytisch gese-
hen würde man es als Verdrängung bezeichnen. Der Psychologe
würde diese Zustände als Befangenheit bezeichnen oder als die Akti-
vität kosmischer Kräfte, die sich im materiellen Sinn durch die Unfä-
higkeit manifestieren, geistige Vorstellungen mit der physischen
Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen.« (5506-1) In den mei-
sten Diagnosen von Besessenheit hat Cayce sich darum bemüht, die
physiologischen und psychologischen Dimensionen des Leidens zu
berücksichtigen.
In fast zwei Dritteln aller Fälle stellte er eine deutliche Koordina-
tionsschwäche zwischen dem zerebrospinalen und dem sympathi-
schen Nervensystem fest. Zu den Faktoren, welche diese Unausgewo-
genheiten beeinflußten, gehörten spinale Subluxationen, Verletzun-
gen und Drüsenfunktionsstörungen. Bei sieben anderen Personen
war die Besessenheit als Folge von psychischen Experimenten aufge-
treten, bei denen sich die Betroffenen negativen psychischen Einflüs-
sen und dem mentalen Eindringen schädlich wirkender nichtinkar-
nierter Einheiten (das waren Seelen im Zustand zwischen zwei Inkar-
nationen) geöffnet hatten. Cayce erklärte, diese Personen seien be-
sonders sensibel und spirituell entwickelt, hätten sich jedoch ohne die
notwendige Anleitung und Vorbereitung zu intensiv mit spirituellen
Ideen und Praktiken beschäftigt.
Cayce erklärte, die übersinnlichen oder Drüsenzentren dieser Per-
sonen seien durch intensive Konzentration und zuviel Meditation zu
stark angeregt worden und damit empfänglich für übersinnliche Ein-
flüsse gemacht worden. Interessanterweise behauptete er, in einigen
dieser Fälle sei das Nervenzentrum, das den Sexualtrieb des Men-
schen durch die Nebennieren und die Keimdrüsen beherrscht, an
diesem Vorgang beteiligt.
Daß diese (unteren) Zentren zu stark angeregt worden seien, habe
zu einer Störung des Gefühlslebens geführt und diesen Personen den
Eindruck vermittelt, daß sie von schreckenerregenden Wesen ange-
griffen oder bedroht würden. Das habe sich in einem außergewöhn-
lich starken Geschlechtstrieb oder in Zornesausbrüchen und Aggres-
sivität manifestiert. In einigen Diagnosen sprach Cayce von einer
negativen inneren Haltung, negativen Gefühlen und karmischen Um-
ständen, die dazu geführt hätten, daß diese Personen unter den glei-
chen Wahnvorstellungen litten, wie sie diese in vergangenen Leben
bei anderen Personen geweckt hätten.
55
Behandlung
Bei der Behandlung der Besessenheit war es nach Auffassung von
Cayce wichtig, den Fluß positiver, gesunder »Schwingungen« in Geist
und Körper zu wecken. Gebet, Meditation und Bibellesen waren die
am häufigsten empfohlenen Methoden, die heilenden Einflüsse krea-
tiver Kräfte wirksam werden zu lassen. Die betroffenen Personen und
ihre Farnlien sollten sich der eigenen göttlichen Kräfte in ihrem Inne-
ren bewußt werden und erkennen, daß eine Heilung in erster Linie
durch diese Kräfte bewir.kt werden konnte. Zugleich wurden sie ange-
wiesen, sich von ihren Angsten zu befreien, das Gefühl, verfolgt zu
werden und alle Selbstvorwürfe aufzugeben und sich auf diese Weise
von den Schwächen und der Verwundbarkeit zu lösen, die es ermög-
lichten, daß negative Kräfte außerhalb ihrer selbst ihre geistige Hal-
tung beeinflußten. Wenn Cayce den Patienten empfahl, die Bibel zu
lesen, nannte er oft ganz bestimmte Bibelstellen. In wenigen Fällen
riet Cayce diesen Personen, die Hilfe eines professionellen Hypnoti-
seurs in Anspruch zu nehmen, der sie dabei unterstützen könne, mit
dem eigenenUnbewußten ins reine zu kommen.
Ebenso wichtig war die Wiederherstellung einer normalen Koordi-
nation der Nervenimpulse auf physischer Ebene. Das sollte in 23
Fällen durch tägliche elektrotherapeutische Maßnahmen erreicht
werden. Am häufigsten verordnete Cayce die Naßzelle mit Gold, die
Bestrahlung mit violettem Licht und die radioaktive Kompresse.
Zweimal verschrieb er Diathermiebehandlungen.
In 15 Fällen verordnete Cayce spinale Manipulationen, gewöhnlich
zwei- bis dreimal wöchentlich über einen Zeitraum von mehreren
Wochen. In einzelnen Fällen sollten diese Korrekturen unmittelbar
vor den elektrotherapeutischen Maßnahmen vorgenommen werden.
In 12 Fällen verordnete Cayce Massagen der Wirbelsäule oder des
ganzen Körpers mit verschiedenen Ö lmischungen. Am häufigsten war
es eine Mischung aus Erdnußöl und Olivenöl oder aus Olivenöl und
Myrrhentinktur. Die täglichen Massagen sollten wenigsten 20 Minu-
ten dauern und nach den elektrotherapeutischen Maßnahmen oder
den Wirbelsäulenkorrekturen vorgenommen werden.
Gegen den durch die nervösen Störungen verursachten physischen
Streß verschrieb er gelegentlich auch andere äußerliche Anwendun-
gen, unter anderem Packungen mit Rizinusöl und Glyko-Thymolin
und eine Einreibung mit einer Mischung aus Schafstalg, Kampferspi-
ritus und Terpentinspiritus. ~ ü r diese Packungen und Einreibungen
sollte in allen Fällen heißes 01 verwendet werden.
In sieben Fällen verordnete Cayce eine Umstellung der Ernährung
auf mehr alkalisch reagierende Speisen wie Obst und alle Arten von
Gemüse. Die einzigen erlaubten Fleischsorten waren Meeresfrüchte,
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Geflügel und Lammfleisch. Auf gebratene Speisen, alkoholische Ge-
tränke und stärkehaltige Speisen sollte unter allen Umständen ver-
zichtet werden.
Krankengeschichte
Die Patientin war eine 32jährige Malerin (Fall 1789), die in eine
Nervenheilanstalt eingeliefert worden war, weil sie an schweren De-
pressionen litt, die von plötzlichen unkontrollierbaren hysterischen
Anfällen begleitet wurden. Ihr Leiden war auf zwei Ursachen zurück-
zuführen. Ein Mann hatte versucht, sie in brutaler Weise zu vergewal-
tigen, und bei dem Versuch, sich zu wehren, hatte sie sich das Steiß-
bein gebrochen. Das hatte zu schweren Nervenstörungen und einem
extremen emotionalen Trauma geführt. Nun zeigte sie Symptome der
Besessenheit.
Cayce gab der Patientin neun Behandlungsanweisungen, einige
davon während der Zeit ihres Aufenthalts in der Heilanstalt. Darin
riet er ihr dringend, die Anstalt so bald wie möglich zu verlassen, denn
er glaubte, die dort herrschende Atmosphäre würde sich auf ihren
Zustand außerordentlich schädlich auswirken und zu weiteren emo-
tionalen Störungen führen.
Daraufkehrte die Frau nach Hause zurück, wo sie von einer Pflege-
rin versorgt wurde. In seinen Anweisungen erklärte Cayce, es käme in
erster Linie darauf an, sie liebevoll zu behandeln, mit ihr zu beten und
ihr das Gefühl zu geben, von ihren Mitmenschen verstanden zu wer-
den. Zur Heilung der Wirbelsäulenverletzung ließ sie eine Reihe
osteapathischer Korrekturen im Bereich des Kreuzbeins und des
Steißbeins vornehmen. Nach drei oder vier solcher Korrekturen ver-
ordnete ihr Cayce für den Zeitraum von sechs Wochen tägliche, 30
Minuten dauernde Behandlungen mit der Naßzellenkompresse mit
Gold. Die kleine Kupferplatte sollte auf den neunten Rückenwirbel
und die größere Nickelplatte auf den Nabel aufgelegt werden.
Nachdem die Behandlung einige Wochen gedauert hatte, zeigten
sich die ersten Erfolge. Die Naßzellenbehandlung wurde daraufhin
auch auf die Ruhepausen ausgedehnt und intensiviert. Nach den
Naßzellenkompressen sollten dreimal wöchentlich Ganzkörpermas-
sagen mit Erdnuß- und Olivenöl vorgenommen werden.
Aus den über den Zustand der Frau vorliegenden Berichten geht
hervor, daß sie keinen Rückfall erlitten hat und in den Jahren nach
Abschluß der von Cayce empfohlenen Behandlung wieder erfolgreich
als Künstlerin arbeiten konnte.
Der Eindruck, er habe mehrfach seinen Körper verlassen, veran-
laßte einen 25jährigen Mann (es war der Fall436), Cayce um Hilfe zu
bitten. Cayce gab ihm vier Anweisungen, in denen er das Wesen dieses
57
Phänomens erklärte und sagte, wie es sich vermeiden ließe. Der junge
Mann hatte sich zu intensiv mit spirituellen Praktiken beschäftigt und
dabei seine physischen und mentalen Kapazitäten überbelastet. So
hatten sich bestimmte Drüsenzentren geöffnet, was es nichtinkarnier-
ten Einheiten ermöglichte, von ihm Besitz zu ergreifen. Außerdem
stellte Cayce einen Koordinationsmangel zwischen den einzelnen
Nervenzentren fest, was bei diesem Mann zu Sinnestäuschungen
geführt hatte.
Cayce erklärte, der junge Mann müsse die Dynamik der Meditation
besser verstehen lernen, die er, ohne es zu wissen, mißbraucht habe.
Zur Harmonisierung seiner Meditationstechniken gab ihm Cayce
einige in einen klaren Wortlaut gefaßte hilfreiche Gedanken.
Zur Koordinierung der Nervenzentren verordnete er osteapathi-
sche Korrekturen und tägliche radioaktive Kompressen mit Gold.
Zum Einnehmen verschrieb er ihm einen Passionsblumenextrakt und
empfahl ihm, zur allgemeinen Kräftigung des Körpers die Diät mit
Rindfleisch, Eisen und einem Weintonikum zu ergänzen. Die Nerven-
zentren in der Wirbelsäule und im Kopf sollten mit einem elektrischen
Vibrator massiert werden.
Anschließend berichtete der Patient 436, die Anweisungen von
Cayce hätten ihm geholfen, und er sei jetzt in der Lage gewesen, seine
spirituellen Praktiken fortzusetzen, ohne dabei durch übersinnliche
Wahrnehmungen gestört zu werden.
Mehr als ein Drittel der Personen, die den Anweisungen Cayces
gefolgt waren, berichteten von einer positiven Wirkung seiner Thera-
pie und sagten, sie seien von den Symptomen der Besessenheit befreit
worden.
Bettnässen
Bettnässen oder Enuresis kommt meist nur bei Kindern vor, die im
allgerneinen tagsüber ihre Blasentätigkeit durchaus beherrschen kön-
nen, aber nachts ins Bett urinieren. In den meisten Fällen geschieht
das unbewußt, solange das Kind noch nicht gelernt hat, beim Bedürf-
nis zu urinieren aufzuwachen. Man glaubt, das Bettnässen habe eher
psychologische als physische Ursachen.
Edgar Cayce hat für sechs Kinder sieben Behandlungsmethoden
gegen das Bettnässen vorgeschlagen. Diese Jungen und Mädchen
waren ein bis 12 Jahre alt. In keinem dieser Fälle konzentrierten sich
die Behandlungsvorschläge allein auf das Bettnässen, und oft war es
auch nicht das Hauptproblern.
Cayce führte das Bettnässen in erster Linie auf psychologische
Ursachen zurück und sah es als Folge der fehlenden Koordination
zwischen dem bewußten und dem unbewußten Willen. Das zeigte
58
sich besonders deutlich beim Fall eines lljährigen Jungen (Fall2779),
der in diesem Alter wieder angefangen hatte, ins Bett zu urinieren.
Cayce glaubte, die Sache habe karmische Gründe und das Kind erlebe
die Folgen eines Verhaltens in einem vergangeneu Leben, in dem es
als Pfarrer im frühen Amerika psychisch labile Kinder dazu verurteilt
hatte, im Wasser untergetaucht zu werden.
Behandlung und Krankengeschichten
In allen Fällen empfahl Cayce den Eltern, den Kindern unmittelbar
vor dem Einschlafen gut zuzureden. Er wies besonders darauf hin,
daß ihre Worte positiv und konstruktiv sein und sie es vermeiden
sollten, sich irgendwie negativ zu äußern.
In zwei Fällen verordnete Cayce eine Regulierung der Wirbelsäule-
in einem Fall zweimal wöchentlich im Bereich des neunten und sie-
benten Rückenwirbels. Damit würde, wie er meinte, »ein großer
Druck von den Nieren oder der Aktivität der Reaktion der Bauchspei-
cheldrüse genommen werden«.
Drei dieser Kinder wurden nach den vorliegenden Berichten »ge-
heilt«, und bei einem weiteren zeigte sich zumindest eine teilweise
Besserung.
Blasenstriktur
Die krankhafte Verengung eines Kanals, eines Duktus oder eines
Hohlorgans, die durch die Bildung von Narbengewebe oder die Abla-
gerung krankhaften Gewebes verursacht wird, bezeichnet man als
B Iasenstriktur.
Edgar Cayce hat nur für zwei Personen mit Blasenstriktur eine
Behandlungsanweisung gegeben.
Cayce führte dieses Leiden in der Hauptsache auf Streß und eine
Belastung durch andere Krankheiten zurück, daneben aber auch auf
Angstzustände, Stoffwechselstörungen und die Folgen vorangegange-
ner Behandlungen.
Behandlung
Zur Behandlung von Blasenstrikturen verordnete Cayce verschie-
dene Therapien. Im Fall einer 65jährigen Frau (Falll746) legte er
besonderen Wert auf eine Umstellung der Diät. Unter anderem sollte
sie dreimal wöchentlich Artischocken essen. Daneben verschrieb er
ihr verdünntes Atomidin.
Für einen anderen Fall, einem 63jährigen Mann (Fall2504), verord-
nete Cayce Rizinusöl-und Senfpackungen. Außerdem sollte er ein
59
erbsengroßes Stück Baumharz langsam kauen und im Mund zerge-
hen lassen. Heiße U ruschläge mit Schweineschmalz und Terpentin
sollten am Hals und über der Blase angelegt werden. Zur Anregung
des Stoffwechsels verschrieb er in einer weiteren Anweisung Klistiere.
Blinddarmentzündung- Appendizitis
Blindheit: Verlust der Sehkraft
Edgar Cayce hat insgesamt 53 Behandlungsanweisungen für 29 Perso-
nen gegeben, die an Sehschwäche litten oder ihr Sehvermögen ganz
verloren hatten.
Im allgemeinen gingen dem Verlust des Sehvermögens nach Auffas-
sung von Cayce die gleichen physischen Störungen voraus wie bei
anderen Augenerkrankungen. Verschlimmert wurde dieser Zustand
insbesondere durch eingeklemmte Nerven als Folge von Druck auf
die Wirbelsäule, durch Stoffwechselstörungen, Kreislaufstörungen,
eine Ansammlung von Giftstoffen oder Entzündungen im Organis-
mus und durch vorgeburtliche und karmisch bedingte Störungen.
Behandlung
Cayce glaubte, das Sehvermögen ließe sich wenigstens zum Teil wie-
derherstellen, wenn der Sehnerv nicht vollkommen atrophiert oder
verödet war.
Die am häufigsten - in Dreiviertel aller Fälle - verordnete Behand-
lungsmethode bestand aus Korrekturen und Massagen der Wirbel-
säule. Sie konzentrierten sich in erster Linie auf die Rücken- und
Halswirbel. Fast ebenso häufig wurden elektrotherapeutische Maß-
nahmen empfohlen, am meisten in Form der Naßzelle mit Gold oder
der violetten Bestrahlung über der Wirbelsäule oder den Augen. Au-
ßerdem wurden auch Behandlungen mit einem elektrischen Vibrator,
der Radiumkompresse und verschiedenen anderen Methoden emp-
fohlen.
In etwas mehr als einem Drittel der Fälle wurde die Umstellung der
Diät verordnet. Dabei wurde besonderer Wert auf die Ausgewogen-
heitder Ernährung und die Verwendung alkalisch reagierender Spei-
sen gelegt. Zu weiteren Empfehlungen gehörten Abf"ührmittel, Kli-
stiere, Schwitzbäder, Kräutertonika, Kompressen mit geriebenen Kar-
toffeln und milde wirkende Antiseptika zur Reinigung der Augen.
60
Krankengeschichte
Die meisten Personen, die Behandlungsanweisungen wegen des
Nachlassens oder des Verlusts ihres Sehvermögens erhielten, sind
diesen Anweisungen nicht gefolgt oder haben keine Berichte über die
Wirkung der verordneten Therapien gegeben. Einige konnten jedoch
eine Besserung ihres Allgemeinzustandes, nicht aber ihres Sehvermö-
gens feststellen.
Von den drei Fällen, über die berichtet wird, daß sich das Sehver-
mögen gebessert habe, ist einer besonders bedeutsam. Es war ein
Kleinkind mit einem angeborenen Glaukom, das zunächst als völlig
unheilbar angesehen wurde (Fall 4061). Nach einem Monat Behand-
lung wurde festgestellt, daß sich der Zustand des Kindes stetig verbes-
serte. Nach etwa fünf Wochen war das Kind sehr viel ruhiger gewor-
den, und die zunächst verhärteten Augäpfel hatten eine normale,
weichere Konsistenz angenommen. In dem zweiten Bericht hieß es,
das Kind habe im rechten Auge 10 Prozent und im linken 15 bis
20 Prozent der normalen Sehkraft erlangt. Weitere Berichte im Ver-
lauf der folgenden Jahre besagten, daß sich die Wahrnehmung von
Licht, Gegenständen und Farben ständig verbessert habe.
Blutarmut
Wenn wir von Blutarmut sprechen, dann meinen wir im allgemeinen
einen Zustand, in dem die Zahl der roten Blutzellen geringer ist als
normal, obwohl es mehrere Typen von Blutarmut gibt. Ein Mangel an
roten Blutkörperchen ist der eine Typus, ebenso auch ein Mangel an
Hämoglobin oder sogar eine Verringerung der im Körper vorhande-
nen Blutmenge. Typische Symptome sind Kurzatmigkeit, Blässe,
Schlaffheit und EnergiemangeL 14 Personen im Alter von vier bis 54
Jahren haben von Edgar Cayce insgesamt 15 Anweisungen zur Be-
handlung der Blutarmut erhalten. In 13 Fällen von Blutarmut stellte
Cayce eine Unausgewogenheit im Kreislauf, verbunden mit Stoff-
wechselstörungen fest. Verschiedene Verdauungsstörungen behin-
derten häufig die Produktion von Blutzellen, was zu einer Verringe-
rung der roten Zellen und gelegentlich auch zu einer Verringerung der
weißen Zellen führte.
In acht Fällen wurde als eine der Hauptursachen für die Blutarmut
eine mangelhafte Elimination genannt, die zu einer Ansammlung
toxischer Stoffe, zur Übersäuerung und zu Infektionen führen konnte,
die wiederum die Assimilationen und den Kreislauf beeinträchtigten.
Rückgratverschiebungen, die in acht Fällen erwähnt wurden, konn-
ten das Leiden verschlimmern, weil dadurch die Nervenimpulse zu
den Verdauungsorganen abgelenkt wurden, was wiederum den Kreis-
61
lauf behinderte. Ein damit eng zusammenhängender Faktor war in
sieben Fällen ein Koordinationsmangel zwischen dem zerebrospina-
len und dem sympathischen Nervensystem. Andere Faktoren, die
diesen Zustand gelegentlich verschlimmerten, waren Unausgewogen-
heiten der Drüsenfunktionen, Infektionen, Verletzungen und vorge-
burtliche Faktoren.
Behandlung
Die erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung, die Cayce
allen bis auf einen Patienten verordnete, war die Umstellung auf eine
ausgewogenere Ernährung, die den Körper kräftigen sollte. Insbeson-
dere empfahl er frisches Gemüse, den Saft von Zitrusfrüchten, Leber
in Maßen, Meeresfrüchte und Fische, Rindfleischbrühe, Milch, Voll-
korngetreideund andere nervenstärkende und blutbildende Nah-
rungsmittel. Gebratenes, kohlensäurehaltige Getränke und Weißbrot
wurden nicht erlaubt.
In neun Fällen wurde eine Elektrotherapie verordnet, mit der der
Kreislauf angeregt werden sollte. Am häufigsten wurden radioaktive
Kornpressen und Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht empfohlen.
In den Anweisungen für mehr als die Hälfte der Fälle wurde eine
chiropraktische Behandlung des Rückgrats verordnet, die sich oft auf
den unteren Teil des Rückens konzentrieren sollte. Aber auch die
Funktionen an anderen Stellen sollten koordiniert werden. Ebensooft
wird die Einnahme blutbildender Mittel empfohlen wie Codiron,
Adiron und Ventriculin.
Um die Körperausscheidungen anzuregen, wurden Darmspülun-
gen, Einläufe und Laxative wie Magnesiamilch verordnet. In sechs
Fällen empfahl Cayce Massagen des Rückgrats und/oder des Unter-
leibs mit Olivenöl, Erdnußöl und anderen Substanzen. In einzelnen
Fällen sollten Kräutertonika und Atomidin innerlich genommen wer-
den, und es wurden den Patienten bestimmte Inhalationsmittel emp-
fohlen.
Krankengeschichte
Obwohl in der Mehrzahl der Fälle keine Berichte über Heilungser-
folge vorliegen, stellten 30 Prozent der Patienten eine Verbesserung
des Gesundheitszustandes fest, und einige hatten das Gefühl, voll-
kommen geheilt worden zu sein.
Ein Beispiel war ein 16jähriger Mann (Fall 1796), bei dem Cayce
Blutarmut feststellte, die nach seiner Diagnose durch Läsionen im
ganzen Nervensystem verursacht worden war, die zunächst zu Kreis-
laufstörungen in der Rücken- und Halsregion. geführt hatten. Die
62
Folge dieser Kreislaufstörungen waren unzureichende Eliminationen
und eine ungenügende Umsetzung der mit der Nahrung aufgenomme-
nen Stoffe in körpereigene Substanzen. Auf diese Weise wurde der
Kreislauf beeinträchtigt, was schließlich zur Blutarmut führte. Zu der
Blutarmut war ein Katarrh hinzugekommen, der sich negativ auf die
Sinnesorgane auswirkte.
Die erste Therapie für den jungen Mann bestand aus einer Reihe
von 10 bis 15 osteapathischen Regulierungen, mit denen die Aus-
scheidung toxischer Stoffe aus dem Körper angeregt und normalisiert
werden sollte. Aus ähnlichen Gründen empfahl Cayce die Einnahme
eines Eßlöffels Magnesiamilch, und zwar mindestens dreimal wö-
chentlich.
Die Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht sollten jeweils nach der
dritten und vierten osteapathischen Regulierung erfolgen. Zusätzlich
sollte der Rücken entlang des Rückgrats zwei- oder dreimal wöchent-
lich vor dem Zubettgehen unter ultraviolettem Licht leicht massiert
werden. Diese Massagen sollten jeweils drei Minuten dauern und vom
Bereich der Schädelbasis bis zum unteren Ende des Rückgrats, an der
Vorderseite des Halses und auf der Brust durchgeführt werden.
Fünf Tage lang sollte der Patient vor dem Frühstück einen Tropfen
Atomidin in einem halben Glas Wasser einnehmen und anschließend
eine Pause von fünf Tagen einlegen. Der junge Mann befolgte die
Anweisungen von Cayce und berichtete eine wesentliche Besserung
seines Gesundheitszustands und eine Zunahme seiner Vitalität.
Bluterkrankheit ----> Hämophilie
Blutkrebs ---> Leukämie
Brandwunden
Zur Behandlung von Brandwunden hat Edgar Cayce sieben Behand-
lungsanweisungen gegeben, drei für Kinder und eine für einen Er-
wachsenen, die alle schwere Verbrennungen oder Verbrühungen
durch Unfälle mit heißem Metall, Feuer oder kochendem Wasser
erlitten hatten. Die hier verordneten Therapien stimmten weitgehend
überein, denn Cayce hielt in diesen Fällen eine Behandlung der gan-
zen Person für notwendig und nicht nur die Versorgung des geschä-
digten Gewebes.
In drei von vier Fällen betonte Cayce, daß es notwendig sei, für ein
ordnungsgemäßes Funktionieren der Ausscheidungsorgane zu sor-
gen, damit es nicht zu einer Gerinnung des verbrannten und zerstör-
ten Zellgewebes und den bei der Verbrennung entstandenen Toxinen
im Körper käme. Als wichtig bezeichnete er auch eine richtige Ernäh-
63
rung mit aufbauenden Nährstoffen. Besonders empfahl er Obst, Voll-
kornflocken, Brot aus Vollweizenmehl und eisenhaltige Speisen wie
Fleischsaft. Auf Süßigkeiten und stärkehaltige Lebensmittel sollten
die Patienten verzichten.
Die richtige Versorgung der Brandwunden hielt er für besonders
wichtig und empfahl, dafür einen Arzt in Anspruch zu nehmen. Gele-
gentlich verordnete Cayce zwischen dem täglichen Anlegen der Ver-
bände Einreibungen mit Unguentin auf die verbrannten Stellen und
die Behandlung des Gebiets um die Wunden mit Kampferöl. Damit
sollte das Festkleben der Verbände an der Haut vermieden werden.
In einer Anweisung verschrieb er das Auftragen einer Salbe aus
gebranntem Alaun und/oder erhitztem Alaunpulver, Kampferspiritus
und Schafstalg um die Brandwunde vor Anlegen des Verbandes. Die
Brandwunde selbst sollte mit einer antiseptischen Lösung gereinigt
werden. Für die Reinigung und die Entfernung des Narbengewebes
hielt er Unguentin und Kampferöl für gut geeignet.
Krankengeschichte
Ein achtjähriger junge war in ein Kaminfeuer gefallen und hatte dabei
auf der linken Seite vom Fußgelenk bis zur Hüfte schwere Verbren-
nungen erlitten (Fall487). In den ersten beiden Behandlungsanwei-
sungen betonte Cayce die Notwendigkeit, für einen geregelten Stoff-
wechsel zu sorgen. Er verschrieb kleine tägliche Dosen Calomel,
Alophen oder Phenolax und anschließend geringe Dosen Castoria.
Die Behandlung der Brandwunden sollte ein Arzt übernehmen, der
täglich die Verbände wechselte.
Nach der Reinigung der Brandwunde empfahl Cayce das Auftragen
von Unguentin oder einer sehr milden antiseptischen Quecksilber-
bichloridlösung. Um das Ankleben des Verbandes zu verhindern,
empfahl er, auf die Haut um die Brandwunde Kampferöl aufzutragen.
Die empfohlene Diät sollte reichlich Obst, Rindfleisch, Hühner-
fleisch, Fisch, Milch und blutbildende Speisen enthalten, von Süßig-
keiten und Konfekt riet er ab.
In der dritten Anweisung stellte er eine Besserung im Zustand des
jungen fest, aber auch eine Zunahme toxischer Substanzen im Blut,
die anzeigte, daß man für eine Verbesserung des Stoffwechsels sorgen
mußte. Cayce verordnete die Fortführung der bisherigen Behandlung
und jeweils anschließend die Verabreichung einer nicht zu großen
Dosis salzhaltiger Laxative sowie jeden Abend eine Massage der Wir-
belsäule.
Drei Monate nach der ersten Diagnose konnte der junge ohne
Krücken gehen und sich schmerzfrei bewegen. Das linke Bein heilte
völlig aus und mußte später nicht mehr behandelt werden.
64
Bronchitis
Eine Entzündung der Luftröhre, der Lungen und der Bronchien mit
Fieber, Atemnot, langen Hustenanfällen und akuten Brustschmerzen
bezeichnet man als Bronchitis. Nach den Aussagen von Edgar Cayce
wird dieses Leiden nicht nur durch eine örtliche Belastung der At-
mungsorgane durch toxische Stoffe verursacht, sondern ist die Folge
einer toxischen Belastung und einer Störung des organischen Gleich-
gewichts im ganzen Körper.
In den Aufzeichnungen von Edgar Cayce gibt es 45 Anweisungen
für die Behandlung der Bronchitis.
Als typische Ursache für die mit der Bronchitis einhergehende
Toxämie bezeichnete er Störungen bei der Ausscheidung von Gift-
stoffen durch die Lungen und die Verdauungsorgane im Zusammen-
wirken mit Kreislaufstörungen.
In typischen Fällen führten die spinalen Probleme zu einer Schwä-
chung der die Lungentätigkeit und die Ausscheidungsorgane anre-
genden Nerven, was zu einer Ansammlung toxischer Substanzen im
Lungenkreislauf führte. Diese Organe seien dann nicht mehr in der
Lage, das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, und schwäch-
ten damit den Leberkreislauf Wenn dies geschah, entstand eine Koor-
dinationsschwäche zwischen dem Kreislaufvon Blut und Lymphe,
was wiederum die Ausscheidung von Giftstoffen behinderte und in
vielen Fällen auch zu Stoffwechselstörungen führte.
Behandlung
Cayce behandelte die Bronchitis sowohllokal als auch mit Medika-
menten, die der Patient einnehmen sollte. In den meisten Behand-
lungsanweisungen verordnete er ein Inhalationsmittel zur Anregung
des Kreislaufs, als Antiseptikum und zur Schleimentfernung aus den
Lungen und Atemwegen.
In fast jedem Fall wurden Anweisungen für die Umstellung der
Ernährung gegeben. Während die Infektion abklang, sollte der Patient
auf eine den Organismus reinigende und kräftigende Diät achten. Das
waren vor allem flüssige und halbflüssige Speisen, besonders Obst,
Obst- und Gemüsesäfte und Wasser. Zur Kräftigung des Organismus
wurden (anstelle von Fleisch) konzentrierte Rindfleischbrühe, die
Vitamine A und D und leichtverdauliche Proteine (Getreideflocken,
Nüsse und Meeresfrüchte) empfohlen.
Besonderen Wert legte Cayce auch auf die Anregung der Ausschei-
dungen und die Alkalisierung des Organismus. Zur Reinigung des
Organismus wurden am häufigsten Klistiere, Darmspülungen, Ab-
führmittel und gelegentlich entsäuernde Mittel verschrieben. Wichtig
65
waren auch Massagen mit Olivenöl, Erdnußöl und Lanolin zur Stüt-
zung des Kreislaufs und Verbesserung des Muskeltonus.
Gelegentlich verschrieb Cayce auch eine Elektrotherapie, am häu-
figsten die violette Bestrahlung. Sie sollte im Bereich der Halswirbel,
der ganzen Wirbelsäule und/oder am Kopf, im Nacken und auf der
Brust angewendet werden, und zwar mit einer Schwammkompresse
an den empfindlichen Stellen.
Krankengeschichte
Eine 45jährige Frau bat um eine Anweisung nicht nur gegen ihre
Bronchitis, sondern auch gegen ihr Asthma und Gallenbeschwerden
(Fall4252).
In seiner Diagnose erklärte Cayce, die Eliminationsstörungen seien
die Ursache ihrer Erkrankung. Auch das zerebrospinale System und
verschiedene Organe des Ausscheidungssystems seien beteiligt. Die
Komplikationen in den Atmungsorganen seien durch spinale Sublu-
xationen und eine mangelhafte Versorgung des Bluts mit Sauerstoff
aufgrund der Eliminationsstörungen verursacht worden.
Das Inhalationsmittel, das er ihr für eine Therapie empfahl, war eine
Lösung auf Alkoholbasis, die vorher gut geschüttelt werden und dann
durch Nase und Mund inhaliert werden sollte.
Die Diät der Frau sollte aus blutbildenden und alkalisch reagie-
renden Speisen bestehen. Obstsäfte, Nüsse und konzentrierte Rinder-
brühe wurden als besonders zuträglich für den Organismus empfoh-
len. Zur Anregung des Kreislaufs wurden Einreibungen mit Salz ver-
ordnet, denen eine sanfte osteapathische Manipulation folgen sollte.
Diese therapeutischen Maßnahmen sollten drei Wochen lang täglich
vorgenommen werden.
Die vorliegenden Berichte besagen, daß ein gewisser Fortschritt
erkennbar gewesen sei, es jedoch zu periodischen Rückfällen kam,
sobald die Frau den Anordnungen Cayces nicht in allen Punkten
folgte. Trotzdem bat sie zu einem späteren Zeitpunkt um weitere
Behandlungsanweisungen und erfreute sich bis zu ihrem Tode 1974
guter Gesundheit.
Bursitis - Schleimbeutelentzündung
Bursitis ist eine Entzündung einer der mit Flüssigkeit gefüllten Mem-
branen zwischen beweglichen Teilen des Körpers wie Sehnen, Bän-
dern, Knochen und Gelenken.
14 Personen im Alter zwischen 20 und 71 Jahren erhielten eine
Behandlungsanweisung für Schleimhautentzündung und verwandte
Störungen.
66
Im allgemeinen hielt Edgar Cayce die Schleimhautentzündung für
die Folge einer chemischen Unausgewogenheit im Organismus, die
mit dem Stoffwechsel im Zusammenhang stand. Eine solche Unaus-
gewogenheit war nach seiner Auffassung für die Ansammlung die
Schleimhaut reizende Stoffe in den Schleimbeuteln verantwortlich.
In mehr als 60 Prozent der Fälle gab Cayce Störungen in den Aus-
scheidungsorganen als Hauptursache an. Diese Störungen führten zu
einer Vermehrung von Giftstoffen im allgemeinen Kreislauf und einer
Ansammlung von Kalzium oder anderen Substanzen in den Schleim-
beuteln, welche die Bewegung der Gelenke hemmten und daher zu
Entzündungen führten. Ein häufig in mehr als 40 Prozent der Fälle
erwähnter Faktor waren Kreislaufstörungen, die entweder die Ursa-
che oder das Ergebnis der Stoffwechselstörungen waren. Aus diesem
Grunde verlangsame sich der Blutkreislauf in den Extremitäten und
behindere zusätzlich das Ausscheiden von Toxinen.
Ein weiterer belastender Faktor war, wie Cayce in mehreren Fällen
e r k l ~ r t e , eine Assimilationsstörung, die gelegentlich in Verbindung
mit Ubersäuerung genannt wurde. Andere Faktoren, die in zwei Fäl-
len angegeben wurden, waren spinale Subluxationen im Bereich der
Rücken- und Halswirbel, Überbeanspruchung_ des Organismus und
eine Verletzung, die manchmal die Folge der Uberanstrengung war
wie etwa im Fall eines Tennisspielers, der zu lange und zu intensiv
gespielt hatte.
Behandlung
Die von Cayce verordneten Therapien für Personen mit Schleimbeu-
telentzündung sollten vor allem das Gleichgewicht im Organismus
wiederherstellen und die Schmerzen lindern, bis der Zustand weniger
akut wurde. In 60 Prozent der Fälle verordnete Cayce eine Umstellung
der Diät und legte besonderen Wert auf alkalisch reagierende Nah-
rungsmittel wie Obst, Gemüse und ihre Säfte.
Auch mäßige Mengen von Nahrungsmitteln wie Vollkorngetreide-
flocken, Milch, Suppen, Brühe und Rindfleischsaft wurden empfoh-
len. Fleisch sollte nur sehr wenig gegessen werden, und dann nur in
der Form von Fisch, Geflügel oder Rindsleber. Aufrotes Fleisch,
gebratene Speisen, Fett, Zucker und aus weißem Mehl hergestellte
Produkte sollten die Patienten verzichten.
Besonders empfohlen wurden Medikamente zur Anregung der
Ausscheidungsorgane, um den Organismus von Toxinen und sauren
Substanzen zu befreien. Dazu verordnete Cayce Darmspülungen und
die verschiedensten Abführmittel. In mehr als 40 Prozent der Fälle
wurden Massagen empfohlen, die manchmal mit Erdnußöl und ande-
ren Substanzen vorgenommen werden sollten. Mit den Massagen
67
sollten der Kreislauf und der Stoffwechsel angeregt und die Beschwer-
den in den Schleimbeuteln gelindert werden.
In fast 30 Prozent der Fälle verordnete Cayce heiße Packungen auf
den erkrankten Stellen zur Schmerzlinderung. Drei Personen verord-
nete er Packungen mit Epsomsalz. Ein Patient sollte Glyko-Thymolin-
packungen bekommen. In 30 Prozent der Fälle wurden auch hydro-
therapeutische Maßnahmen verschrieben. Das waren Dampfbäder
oder andere, besonders verordnete Bäder und Duschen.
Zwei Personen empfahl Cayce spinale Manipulationen und eine
Elektrotherapie. Ebenfalls für zwei Personen verschrieb er Atomidin
und Acigest, ein Mittel zur Alkalisierung des Organismus und zur
Unterstützung des Verdauungsvorgangs.
Krankengeschichte
Etwa die Hälfte der Personen, die Behandlungsanweisungen für
Schleimbeutelentzündungen bekamen, berichteten von einer deutli-
chen Besserung. Zu ihnen gehörte auch eine 5ljährige Frau (Fall
3012), die eine Anweisung bekommen hatte. Ihr Zustand war danach
auf eine Verkalkung der Gelenke zurückzuführen, die erhebliche
Schmerzen in den Extremitäten verursachte.
Zuerst sollte sie Atomidin innerlich nehmen- jeden Morgen einen
Tropfen in einem halben Glas Wasser über einen Zeitraum von zehn
Tagen. Während dieser Zeit wurde sie angewiesen, keine Getränke
mit Kohlensäure und keinen Alkohol zu trinken. Nach Beendigung
der zehn Tage dauernden Atomidintherapie sollte sie mit hydrothera-
peutischen Maßnahmen beginnen. Das waren Dampfbäder mit Ha-
mamelis, und nach jedem Dampfbad sollte sie sich heiß und kalt
abduschen und anschließend gründlich mit einer Kombination aus
Erdnußöl und Kiefernnadel öl einreiben. Diese Behandlung sollte ein-
mal wöchentlich für einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen
vorgenommen werden. Während dieser Zeit sollte mindestens eine
Darmspülung erfolgen.
Zum Abschluß der hydrotherapeutischen Maßnahmen sollte sie
die Einnahme des Atomidins fortsetzen, und zwar jeweils fünf Tage
mit einer dazwischenliegenden Ruhepause von ebenfalls fünf Tagen.
Für die Ernährung empfahl Cayce, bei den Mahlzeiten möglichst oft
auch Gemüse zu essen. AufFleisch und fettige oder gebratene Speisen
sollte sie verzichten.
Nachdem die Frau den Anweisungen gefolgt war, berichtete sie, daß
sie völlig geheilt und ihr Körper wieder vollkommen funktionsfähig
se1.
68
Colitis -allgemein ->Entzündung der Schleimhaut des
Dickdarms
Colitis ist eine Entzündung des Dickdarms, durch die der Körper
seine Fähigkeit verliert, die Nahrung in körpereigene Stoffe umzu-
wandeln. Eine Diarrhö treibt die Nahrung so rasch durch den Magen-
Darmkanal, daß nicht genügend Zeit für die Verdauung bleibt, und
das führt zu einer allgemeinen Schwächung des Organismus.
Sechs Personen im Alter von einem Monat bis zu 65 Jahren erhiel-
ten jeweils eine Behandlungsanweisung für Colitis. In vier dieser Fälle
wurde als Ursache eine entzündliche Blutstauung im Magen-Darm-
kanal festgestellt, die zweimal als Darmgrippe bezeichnet wurde. Die
Patienten litten unter Fieber, und die Schleimhaut des Dickdarms war
entzündet. Diese Belastung des Magen-Darmkanals verhinderte den
normalen Stoffwechsel und führte zum Entstehen der Colitis.
Andere Ursachen, die jeweils einmal genannt wurden, waren eine
Verletzung des Magens und der Lebergegend, die zur übermäßigen
Schleimbildung im Magen-Darmkanal führte. Auch Wirbelverschie-
bungen verursachten nervöse Störungen und behinderten die Umset-
zung der aufgenommenen Nahrung in körpereigene Stoffe. Mangel-
hafte Durchblutung spielte in drei Fällen eine Rolle, und spinale
Probleme, die das Nervensystem beeinflußten, gehörten in zwei Fäl-
len zu den die Erkrankung auslösenden Faktoren.
Behandlung
Die von Edgar Cayce gegen Colitis verordneten Maßnahmen waren
im allgemeinen die gleichen. Ein wichtiger Teil der Behandlung be-
stand in jedem Fall aus einschränkenden Diätvorschriften. Die Eltern
der beiden Kinder, für deren Colitis er Behandlungsanweisungen
gegeben hatte, wurden angewiesen, den Kindern eine Zeitlang nur
wenig zu essen zu geben, um die Darmwege zu entlasten und ihre
Reinigung zu ermöglichen.
Im übrigen verordnete Cayce eine Ernährung mit aufbauenden
Nahrungsmitteln wie Obst, Fruchtsäften, Gemüse, kleinen Mengen
leichter Fleischsorten und Rindfleischsaft, der als Medikament ge-
nommen werden sollte.
In fünf Fällen empfahl er spinale Manipulationen, und zur Anre-
gung der Ausscheidungsorgane sollten die Korrekturen entlang der
ganzen Wirbelsäule vorgenommen werden. Aufgrund der Aussagen
von Cayce über die Ursachen der Colitis verdienten der achte und
neunte Rückenwirbel wahrscheinlich besondere Aufmerksamkeit.
Um den Zustand des Magen-Darmkanals zu normalisieren, wurden
in drei Fällen Kräutertonika verschrieben. Jedes dieser Präparate
69
sollte Ginseng enthalten. Gelegentlich wurden auch andere Maßnah-
men zur Anregung der Verdauung empfohlen.
Dreimal erwähnte Cayce Packungen, Massagen und Abführmittel.
In zwei Fällen empfahl er Kompressen mit gequetschten Trauben.
Dazu sollte eine dicke Schicht gequetschte Trauben auf einem Stück
Gaze mehrere Stunden auf den Bauch gelegt werden. In einem dritten
Fall verordnete Cayce eine Glyko-Thymolinpackung auf dem Bauch.
In zwei Fällen sollte der Rücken entlang der Wirbelsäule und in
einem dritten der Bauch massiert werden. Diese Massagen sollten
entweder mit Olivenöl oder mit Erdnußöl vorgenommen werden. Sie
sollten dazu beitragen, den Körper zu entspannen und es dem Orga-
nismus erleichtern, seine Vitalität wiederzugewinnen. Zur besseren
Entgiftung des Organismus verordnete Cayce häufig Klistiere oder
Darmspülungen, und mit diesen Maßnahmen sollte der Dickdarm
gereinigt und etwas gegen den Blutandrang und die Reizungen der
Schleimhäute unternommen werden.
Krankengeschichte
Eine typische Anweisung für die Behandlung der Colitis gab er einer
50jährigen Frau (Fall 5057). Als Ursache ihrer Erkrankung bezeich-
nete er eine Darmgrippe, mit welcher die Lymphbahnen im gesamten
Magen-Darmkanal infiziert worden waren. Darüber hinaus waren ihr
Dickdarm und der obere Teil des Dünndarms entzündet, was zeitwei-
lig zum Ansteigen der Temperatur führte. Darüber hinaus war der
Organismus durch eine Anämie geschwächt worden.
In ihrem Fall verschrieb Cayce zunächst ein Kräutertonikum aus
einem Aufguß von wildem Ginseng, wildem Ingwer, Pepsinlaktat und
GetreidealkohoL Dieses Medikament sollte jeweils zehn Tage mit
fünftägigen Pausen genommen werden, bis die Flasche aufgebraucht
war.
Wenigstens einmal wöchentlich sollte eine Kompresse aus zer-
quetschten Weintrauben auf den Bauch aufgelegt werden. Die Trau-
ben sollten über einem Stück Gaze einen Zoll dick aufgetragen wer-
den und liegenbleiben, bis sie getrocknet waren (etwa vier Stunden).
Beim Auftreten von Krämpfen im Magen-Darmkanal und im Dick-
darm sollte ein Tonikum aus Alaunwurzel, Sirup und Getreidealkohol
oder Roggenwhiskey eingenommen werden.
Die Patientin sollte auf alle stärkehaltigen Speisen verzichten. Emp-
fohlen wurden kleine Mengen Meeresfrüchte, Süßwasserfisch, Geflü-
gel und Lammfleisch sowie Wurzelgemüse. Zur Entspannung wurden
Massagen verordnet.
Die Frau befolgte die Anweisungen von Cayce, wir wissen aber
nichts über den Erfolg dieser Behandlung. Sie ist jedoch von vier
70
Personen mit Erfolg angewendet worden, die alle über gute Ergeb-
nisse berichteten. Weitere Berichte sagen, die in dieser Anweisung
gegebenen Vorschläge seien auch von anderen Personen befolgt wor-
den, die darauf eine wesentliche Besserung ihres Zustands feststellen
konnten.
Colitis Uleerosa
Colitis Ulcerosa ist eine Entzündung, deren Ursachen nicht bekannt
sind. Die Symptome sind blutiger Stuhl mit Krämpfen im Unterbauch,
Fieber und Gewichtsverlust. Anstelle von Durchfall kann auch Stuhl-
verstopfung auftreten. Patienten mit Colitis Ulcerosa neigen zu einem
zeitweiligen Nachlassen der Krankheitserscheinungen oder zur Ver-
schlimmerung ihres Zustands.
Cayce hat acht Personen mit Colitis Ulcerosa und ähnlichen Stö-
rungen jeweils eine Behandlungsanweisung gegeben. Die Patienten
waren 20 bis 60 Jahre alt. Bei den meisten nannte er als Ursache der
Erkrankung eine Überaktivität des Lymphkreislaufs, durch welche
eine zu starke Schleimbildung im Magen-Darmtrakt entstanden sei,
welche die Schleimhäute reizte und zu Entzündungen führte. Als
auslösender Faktor nannte er in der Hälfte der Fälle eine Darmgrippe.
Eine unzureichende Entgiftung des Organismus war häufiger die
Folge als die Ursache der Colitis, und oft war der Magen so stark in
Mitleidenschaft gezogen, daß nur wenige Nährstoffe verdaut und in
körpereigene Substanzen umgewandelt werden konnten. In zwei Fäl-
len trugen auch Verrenkungen der Wirbelsäule und nervöse Störun-
gen zur Verschlimmerung der Krankheit bei.
Behandlung
Zur Behandlung der Colitis verordnete Cayce überall fast die gleichen
Maßnahmen. In jedem Fall empfahl er verschiedene Versionen eines
speziellen Kräutertonikums, das die Umwandlung der aufgenomme-
nen Nahrung in körpereigene Stoffe unterstützen sollte. Das am häu-
figsten verschriebene Präparat war eine Mischung aus wildem Gin-
seng, wildem Ingwer und einem Elixier aus Pepsinlaktat, dem manch-
mal auch Stillingiaöl zugesetzt wurde.
Für sieben Patienten verordnete er eine Umstellung der Diät, um
den Heilungsprozeß zu fördern. Im allgemeinen empfahl Cayce alka-
lisch reagierende, leichtverdauliche Speisen wie Fleischsäfte, rohes
Gemüse, Obst und gelegentlich Gerichte wie Malzmilch, Sahnequark
und Pfeilwurz. Auf Süßigkeiten, Fett, die meisten stärkehaltigen Spei-
sen und rotes Fleisch sollte zur Vermeidung einer Übersäuerung des
Organismus wenigstens zeitweilig verzichtet werden.
71
In drei Fällen verordnete Cayce spinale Manipulationen zur Anre-
gung der Ausscheidungsorgane und des Kreislaufs und zur Entspan-
nung des Körpers. Die Korrekturen der Wirbelsäule sollten vor allem
in der Mitte des Rückens vorgenommen werden. In drei Fällen sollte
mit Darmspülungen eine Reinigung des Magen-Darm-Kanals von
Schleim und toxischen Stoffen erreicht werden. Zweimal verschrieb
er neuropathische Massagen, einmal mit Olivenöl und Myrrhentink-
tur.
Krankengeschichte
Vier Patienten mit Colitis befolgten die Anweisungen von Cayce und
berichteten über die Ergebnisse. Bei drei Patienten hatte sich der
Zustand wesentlich gebessert.
Eine Patientin, die über positive Auswirkungen der von Cayce
verordneten Maßnahmen berichtete, war eine 51 jährige Frau, die eine
Behandlungsanweisung für chronische Colitis erhalten hatte (Fall
5215). Nach der Diagnose war eine Darmgrippe die Ursache von
Störungen im Magen-Darmkanal gewesen, die wiederum die normale
Entgiftung des Organismus behindert hatte. Dieser Zustand führte zu
einer Entzündung des Dickdarms und der sich daraus entwickelnden
Colitis. Die mangelhafte Entgiftung hatte auch zu Nervenstörungen
und Arthritis in den Extremitäten geführt.
Gegen die Entzündung des Magen-Darmkanals hatte Cayce zu-
nächst ein Kräutertonikum verschrieben. Es bestand aus einem Auf-
guß von wildem Ginseng und wildem Ingwer gemischt mit einem
Elixier aus Pepsinlaktat und Alkohol.
Zusätzlich verordnete Cayce 16 bis 24 osteapathische Manipulatio-
nen. Die Korrekturen sollten entspannend wirken, im Bereich der
Lendenwirbel und des Kreuzbeins vorgenommen werden und dann
die Koordination des sechsten Rückenwirbels mit dem zweiten und
dem Bereich der Halswirbel bewirken.
Die Ernährung der Patientin sollte aus alkalisch reagierenden und
leichtverdaulichen Speisen bestehen und möglichst wenig Zucker
enthalten. Essig sollte wegen seiner säurebildenden Eigenschaften
unter allen Umständen vermieden werden.
Um die Entgiftung des Körpers zu unterstützen, verordnete Cayce
Darmspülungen, und zwar zunächst mit Wasser, Salz und Natrium-
karbonat und dann mit Glyko-Thymol in als Antiseptikum.
Nach einmonatiger Behandlung berichtete die Frau von einer Bes-
serung ihres Zustands.
72
Dermatitis
Dermatitis ist eine Entzündung der Haut, gekennzeichnet durch Rö-
tungen, Schwellungen und Jucken. Viele Formen der Dermatitis
scheinen allergische Reaktionen zu sein und werden entweder von
inneren oder äußeren Reizen ausgelöst.
In seinen Diagnosen spricht Cayce davon, daß diese Hautentzün-
dung gewöhnlich durch eine mangelhafte Entgiftung des Organismus
entsteht; die im Darm vorhandenen Toxine dringen in die Blutbahn
ein und werden durch die Haut ausgeschieden. In jedem Fall gab
Cayce eine falsche Ernährung als Ursache der mangelhaften Entgif-
tung an. In seiner Behandlungsanweisung für den Falll573 heißt es,
die Diät sei »wie schon gesagt der Hauptgrund ftir diese Störung«.
Nur in einem Fall war die Hautreizung eine psychologische und keine
physiologische Reaktion.
Behandlung
Die meisten von Cayce verordneten Maßnahmen richteten sich auf
eine Harmonisierung des Organismus durch die Behandlung des Ma-
gen-Darmtrakts. Die Diätvorschriften verlangten grundsätzlich den
Verzicht aufrotes Fleisch, Süßigkeiten, Salz, gebratene Speisen, Fett
und die meisten Obstsorten. Meeresfrüchte, Geflügel, Lammfleisch,
grünes Gemüse, Vollkorngetreide und Fleischbrühe wurden beson-
ders empfohlen.
Zur Anregung der Entgiftung des Organismus verordnete Cayce die
Einnahme von Enosalzen oder Abführtabletten, aber auch Klistiere
oder Darmspülungen. In vier Fällen sollten die entzündeten Hautstel-
len mit Körperpuder behandelt werden, der Zinkstearat und Balsam
enthielt.
In einigen Anwendungen wurden spinale Manipulationen beson-
ders vom siebenten bis zum neunten Rückenwirbel und an den Hals-
wirbeln empfohlen. In allen Fällen wurde darauf hingewiesen, daß die
Behandlung nichts nützen werde, wenn die empfohlene Diät nicht
eingehalten würde.
Krankengeschichte
In den vier Anweisungen für eine 22jährige Frau (Fall480) erklärte
Cayce, ihr Körper versuche, die darin gesammelten Giftstoffe über die
Atmungsorgane und die Schweißdrüsen auszuscheiden.
Außerdem sagte er, der Hautausschlag »entsteht nach unserer Fest-
stellung durch die Nahrung, die für den Organismus ungeeignet ist«.
Deshalb müsse insbesondere auf die Ernährung geachtet werden. Er
73
empfahl alkalisch reagierende Speisen und riet zum Verzicht auf rotes
Fleisch, Zucker und Fett. Die entzündeten Hautstellen sollten mit
einem Puder aus Zinkstearat und Balsam behandelt werden, um den
Juckreiz zu lindern.
Die Frau berichtete, sie habe die für die Ernährung und die Behand-
lung des Ausschlags gegebenen Anweisungen befolgt, und der Juck-
reiz habe nachgelassen.
Diarrhö
Diarrhö ist eine vermehrte Häufigkeit des Stuhlgangs mit flüssigem
Stuhl. Edgar Cayce hat für vier Personen fünf Behandlungsanweisun-
gen gegeben.
Nach seiner Diagnose wurde die Diarrhö durch eine zu starke
Durchblutung des Verdauungstrakts gekennzeichnet. Die Hauptursa-
che waren Verdauungsstörungen und Stoffwechselstörungen.
In zwei Fällen war die Diarrhö als Folge von Operationen aufgetre-
ten. Weitere Nebenursachen waren laxierende Substanzen in der
Nahrung, schlechte Zähne, nervöse Störungen und Spannungen, eine
falsche Ernährung und eine mangelhafte Entgiftung des Organismus.
Behandlung
Obwohl Cayce Diarrhö mit den verschiedensten Maßnahmen zu be-
kämpfen suchte, legte er stets ein besonderes Gewicht darauf, die
Verdauung anzuregen, die Lebenskraft zu stärken und den Kreislauf
zu stützen. Bei der Ernährung empfahl er besonders alkalisch reagie-
rende, aufbauende und leichtverdauliche Speisen wie Obst und Obst-
säfte (Birnen und Zitrusfrüchte), rohes und gekochtes Gemüse und
leichtverdauliches Protein (Muschelsuppe, Fisch, Geflügel und Rind-
fleisch). In einem Fall riet er von zuviel Stärke und in einem anderen
von Kombinationen aus Zucker und Stärke, gebratenen Speisen,
Kohlensäure enthaltenden Getränken und hochprozentigem Alko-
hol ab.
Außerdem verordnete er noch andere Maßnahmen zur Verbesse-
rung des V erdauungsvorgangs. Das waren unter anderem Safran- und
Kamillentee, Alaunwurzel (vor den Mahlzeiten zu kauen), Al-Caroid
(zu den Mahlzeiten) und Olivenöl. In zwei Fällen verordnete er eine
Kombination aus Pepsintaktat-Elixier und Wismutmilch in Wasser.
Zur Unterstützung des Stoffwechsels und zur Entgiftung des Organis-
mus wurden in je einem Fall Darmspülungen und Packungen mit
Rizinusöl erwähnt.
Gelegentlich empfahl er, zu den Mahlzeiten Eisenpräparate zu neh-
men., die leicht vom Organismus aufgenommen wurden. In einer
74
Behandlungsanweisung wird das Medikament Adiron und in einem
anderen Codiron erwähnt. Außerdem empfahl er Rindfleischextrakt
und bestimmte Obstsorten wie Birnen und Zitrusfrüchte. Um den
Organismus mit dem notwendigen Phosphor zu versorgen, verschrieb
er in einem Fall Muschelsuppe.
Zur Anregung des Kreislaufs und Entspannung des Körpers er-
wähnte Cayce zweimal spinale Korrekturen und Massagen. Diese
Korrekturen sollten in einem Fall nur gelegentlich vorgenommen
werden, in wenigstens drei oder vier Fällen in einer ganzen Behand-
lungsreihe. Die Massagen waren Teil allgemeiner hydrotherapeuti-
scher Maßnahmen. In einem besonderen Fall waren es Güsse mit
heißem und kaltem Wasser. Zwei Patienten riet er, eine positive in-
nere Haltung einzunehmen. So sagte er einer Frau, sie solle sich des
Lebens freuen, und einer anderen riet er, sie solle sich darauf konzen-
trieren, anderen zu helfen.
Krankengeschichte
Eine 67jährige Frau hatte sich Diarrhö aufgrund einer falschen Ernäh-
rung zugezogen (Fall2085). Zu viele stärke- und zuckerhaltige Spei-
sen hatten den Blutdruck, das Herz, die Leber, die Gallengänge, die
Bauchspeicheldrüse und die Nieren b e ! ~ s t e t . Diese falsche Ernährung
hatte im Zusammenwirken mit einer Uberbeanspruchung des Orga-
nismus zu, wie Cayce glaubte, nur vorübergehenden Verdauungsstö-
rungen geführt, die sich durch die richtigen Maßnahmen ohne weite-
res beseitigen ließen.
Zur Behandlung verschrieb Cayce für den ersten Tag eine Diät, die
nur aus Obst und Obstsäften bestehen sollte. Das sollten vor allem
Zitrusfrüchte und anderes leichtverdauliches Obst sein. Die für die
weitere Diät verordneten Speisen waren Topinambur (dreimal wö-
chentlich und gekocht in einem besonderen geschmacksneutralen
Pergamentpapier), rohes und gekochtes Gemüse und Hülsenfrüchte
(Bohnen, Linsen und Blattgemüse) und leichtverdauliches Protein
(Fisch und Geflügel). In einigen Fällen verordnete er auch einstündige
Rizinusölpackungen über der Leber an zwei oder drei Tagen in der
Woche. Um die Entgiftung des Organismus zu verbessern und Span-
nungen zwischen Leber und Herz abzubauen, wurden drei oder vier
Wirbelsäulenkorrekturen empfohlen. Dabei sollten die unteren Hals-
wirbel und die oberen Rückenwirbel besonders beachtet werden.
Zur Unterstützung des Stoffwechsels verschrieb Cayce das tägliche
Einnehmen eines Teelöffels Wismutmilch mit zehn Tropfen Pepsin-
laktat-Elixier in einem Glas Wasser.
75
Dickdarmverstopfung
Dickdarmverstopfung ist eine Kotstauung im Magen-Darmkanal, die
zu ernsteren Störungen führen kann, zum Beispiel der Entzündung
eines Divertikels (einer Ausstülpung der Darmwand) oder einer Toxä-
mie.
Edgar Cayce hat für 30 Personen im Alter von sechs bis 75 Jahren
Behandlungsanweisungen für Dickdarmverstopfungen gegeben. Die
Ursache war in den meisten Fällen eine Störung der Ausscheidungs-
organe, die zu Kotstauungen im Dickdarm und als deren Folge zu
Blutstauungen und Toxizität führte. In 50 Prozent der Fälle waren
Durchblutungsstörungen im Bereich des Magen-Darmtrakts ein wei-
terer belastender Faktor, durch den der Dickdarm geschwächt wurde,
der Ausscheidungsprozeß sich verlangsamte, so daß es zu einer weite-
ren Anhäufung von Giftstoffen im Körper kam.
In 30 Prozent der Fälle wurden Verrenkungen der Wirbelsäule und
eine Inkoordination zwischen dem sympathischen und zerebrospina-
len Nervensystem als weitere Ursache festgestellt. In einigen Fällen
führte Cayce diese Störungen auf eine längere Belastung der Nerven
und persönliche Sorgen zurück. Fast ebenso häufig bezeichnete er die
Ansammlung von Toxinen als Folge von Stoffwechselstörungen, die
durch falsche Gewohnheiten entstanden waren.
In 20 Prozent der Fälle stellte er Drüsenstörungen fest. Zu den
anderen gelegentlich erwähnten belastenden Faktoren gehörten
Darmgrippe oder andere Infektionen, Verkrümmungen der Wirbel-
säule, eine negative innere Haltung und eine Überbeanspruchung des
ganzen Organismus.
Behandlung
In 80 Prozent der Fälle empfahl Cayce zunächst eine sanfte Anregung
der Ausscheidungsorgane zur Behebung der unmittelbar auftreten-
den Beschwerden. Fast ebenso häufig verschrieb er Abführmittel so-
wie Darmspülungen und Klistiere. Beide Maßnahmen waren in vielen
Fällen Teil eines ganzen Behandlungsprogramms. Zu den oft empfoh-
lenen Abführmitteln gehörten Castoria, Präparate aus der Ambrosia-
pflanze, Olivenöl und salzige Laxative. In einigen Fällen sollten
pflanzliche und mineralische Laxative abwechselnd eingenommen
werden.
In 75 Prozent der Fälle wurde eine Umstellung der Ernährung
empfohlen und wurden bestimmte Speisen verboten. Die typische
Diät sollte in erster Linie aus alkalisch reagierenden und leichtverdau-
lichen Speisen bestehen. Oft verordnete Cayce eine flüssige oder
halbflüssige Diät bis zum Abklingen der Darmbeschwerden. Dabei
76
sollten die Patienten viel Wasser trinken, aber aufkeinen Fall zu viel
essen.
In mehr als 50 Prozent der Fälle wurden Manipulationen der Wir-
belsäule verordnet, wobei der mittlere und untere Teil der Wirbel-
säule oder die Rücken- und Lendenwirbel besonders zu beachten
waren.
Oft empfahl er auch zum Abbau von Spannungen im Unterbauch
Packungen mit Rizinusöl und/oder Epsomsalzen, am häufigstenje-
doch die Rizinusölpackungen. In 30 Prozent der Fälle wurden Mas-
sagen mit den verschiedensten Massageölen verschrieben. Zu ihnen
gehörten Kakaobutter, eine Mischung aus Erdnußöl, Olivenöl und
Lanolin und eine Mischung aus Kiefernnadelöl und Wintergrünöl.
Bei einigen Patienten sollten besonders die Bauchmuskeln massiert
werden.
In mehr als 20 Prozent der Fälle wurden hydrotherapeutische
Maßnahmen verordnet, und zwar vor allem Schwitz- und Dampfbä-
der. In drei Fällen, in denen die Patienten unter heftigen Schmerzen
litten, empfahl Cayce das Auftragen einer Mischung aus Laudanum-
tinktur auf die Bauchdecke, bis die anderen Maßnahmen zu wirken
begannen. Zusätzliche elektrotherapeutische Maßnahmen wurden
in vier Fällen verordnet, Ruhe in drei Fällen und die Verwendung
von Calcidin und Kräutertonika in zwei.
Krankengeschichte
Für die Hälfte der Fälle liegen keine Berichte über die Ergebnisse der
von Cayce empfohlenen Behandlung vor. Doch 12 der 13 Personen,
die Berichte abgegeben haben, sprachen von positiven Ergebnissen.
Ein 48jähriger Mann klagte über eine ganze Reihe von Symptomen,
unter anderem Atemnot, Bauchschmerzen, Schmerzen in der Herzge-
gend, die bis in seinen Arm ausstrahlten, und Brennen im Gesicht, im
Kopfund im Hals (Fall644). Als das größte Problem dieses Mannes
betrachtete Cayce die mangelhafte Entgiftung als Folge negativer Ein-
wirkungen auf das zerebrospinale System am achten und neunten
Rückenwirbel. Diese Einwirkung führte zu einer ungleichmäßigen
Durchblutung des oberen und des unteren Teils des Körpers. Die
langsameren Impulse im Unterkörper führten zu Stauungen im Blind-
darm, dem querliegenden Teil des Dickdarms und im aufsteigenden
Dickdarm. Dadurch entstand eine akute Störung in den Lebergängen
und eine noch langsamere Durchblutung und verlangsamte Ausschei-
dung durch den Verdauungstrakt Zusätzlich verursachte der Druck
auf die Wirbelsäule Verzögerungen bei der Verdauung und ein Völle-
gefühl im Magen, und zwar unabhängig davon, wieviel der Mann
gegessen hatte.
77
Die von Cayce verordnete Behandlung begann damit, daß der Pa-
tient drei Tage lang alle zwei Stunden einen viertel bis einen halben
Teelöffel Olivenöl einnahm. Das Öl sollte die Darmwege gleitfähig
machen und von den Verdauungssäften aufgenommen werden. Nach
den ersten drei Behandlungstagen sollten über einen Zeitraum von
drei bis fünf Tagen Rizinusölpackungen jeweils für drei Stunden über
dem Blinddarm und der Leber aufgelegt werden. Damit sollte die
Entzündung bekämpft und dem Organismus geholfen werden, sich
selbst zu heilen.
Um den Lymphkreislaufund die Ausscheidungsorgane anzuregen,
ohne den Blinddarm und andere Kanäle und Drüsen zu reizen, emp-
fahl Cayce dem Patienten, Simon's Liver Regulator einzunehmen.
Nachdem er dieses Präparat zwei bis drei Tage jeweils viermal täglich
eingenommen hatte, sollte er ein gründliches Klistier bekommen.
Um die Stauungen im Gesicht, Kopf und Hals abzubauen, verord-
nete Cayce drei bis sechs osteapathische Korrekturen im Bereich der
Rückenwirbel, um sie der Lage der Halswirbel anzupassen. Während
dieser Zeit verschrieb er eine halbflüssige Diät mit alkalisch reagie-
renden Speisen und das weitere Einnehmen kleiner Dosen Olivenöl.
Das Öl sollte zwei bis drei Tage genommen und nach einer Pause von
zwei bis drei Tagen wieder eingenommen werden. In der Anweisung
hieß es, das Einnehmen des Olivenöls in dieser Folge könne beliebig
lange fortgesetzt werden.
In einem Bericht über den Zustand des Mannes hieß es, er habe
»seine Anweisungen befolgt und damit 1 OOprozentige Erfolge er-
zielt... denn die Symptome verschwanden wie vorausgesagt«.
Down Syndrom---> Mongolismus
Druckgeschwüre
Druckgeschwüre entstehen als Folge einer schlechten Durchblutung
und Ernährung des Gewebes bei längerer Bettlägrigkeit.
Edgar Cayce hat sieben an solchen Beschwerden leidenden Perso-
nen Behandlungsanweisungen gegeben.
Als Hauptursache in sechs Fällen nannte Cayce eine mangelhafte
Durchblutung an den wundgelegenen Stellen als Folge des ständigen
Kontakts mit dem Bett. In einem Fall wurden auch Stoffwechselstö-
rungen als Ursache der Druckgeschwüre angegeben.
In fünfFällen wurde eine äußerliche BehanHlul!g verschrieben. Am
häufigsten wurde Ichthyolsalbe empfohlen, i emzelnen Fällen aber
auch Kampferöl und Iodex.
In zwei Fällen sollte die Durchblutung mit Massagen der Hautpar-
tien neben den Bettgeschwüren angeregt werden. Für die Massage
78
wurde eine Lösung aus Myrrhentinktur und Olivenöl verordnet.
In zwei Fällen empfahl Cayce spinale Manipulationen, die sich auf
die Hals-, Rücken- und Lendenwirbel konzentrieren sollten.
Eierstockentzündung---> Oophoritis
Ekzeme
Das Ekzem ist eine akute oder chronische, nicht ansteckende Entzün-
dungserkrankung der Haut, gewöhnlich gekennzeichnet durch ver-
schiedene Kombinationen juckender Ausschläge. Das Jucken kann
sehr unangenehm sein und lange dauern und führt häufig zu emotio-
nalen Störungen.
Edgar Cayce hat acht erwachsenen Personen im Alter von 20 bis 50
Jahren insgesamt 15 Behandlungsanweisungen für Ekzeme gegeben.
Das Entstehen von Ekzemen führte Cayce auf Koordinationsstö-
rungen der Ausscheidungsorgane zurück, die eine Übersäuerung des
Darmtrakts verursacht hatten, wodurch toxische Substanzen in den
Blutkreislauf gelangt waren. Das zwang den Organismus, diese Toxine
durch die Schweißdrüsen und die Hautporen auszuscheiden.
Zu den Faktoren, die diesen Zustand häufig verschlimmerten, ge-
hörten eine mangelnde Koordination zwischen dem inneren und
äußeren Kreislauf, spinale Subluxationen und Drüsenstörungen. In
einigen Fällen führte Cayce Ekzeme auf heißes Wetter und allergische
Reaktionen zurück. Der Ausschlag an den Händen eines Patienten
war zum Beispiel teilweise durch den Aluminiumstaub in der Fabrik
verursacht worden, in der er arbeitete.
Behandlung
In vielen Fällen behandelte Cayce Ekzeme nach den gleichen Metho-
den. In sieben von acht Fällen bestand ein wesentlicher Teil der
Behandlung aus der Umstellung der Nahrung. Die dazu gegebenen
Anweisungen waren im großen und ganzen die gleichen wie bei den
meisten Patienten. Es sollte dabei besonders auf alkalisch reagie-
rende, aufbauende und verdauungsfördernde Speisen geachtet wer-
den. Drei Personen riet Cayce, kein Bier und keine kohlensäurehalti-
gen Getränke zu trinken, denn er glaubte, solche Getränke trügen zu
Koordinationsstörungen im Organismus bei.
In fünf Fällen verordnete Cayce spinale Manipulationen zur Kor-
rektur von Wirbelverschiebungen, die das Entstehen von Ekzemen
begünstigten. Andere Maßnahmen richteten sich in der Hauptsache
auf eine Regulierung des Stoffwechsels und die äußerliche Behand-
lung der Ekzeme.
79
Zur Anregung der Verdauung verschrieb Cayce in vier Fällen Sa-
frantee. Ebenso häufig verordnete er einen Tee oder ein Tonikum aus
der Königskerze und zur äußerlichen Anwendung eine Lösung zur
Reinigung der Haut und für Umschläge. Drei Patienten verschrieb er
ein Kräutertonikum, und in zwei dieser Fälle bestand das Tonikum
aus Malvenwurzel, Klettenwurzel, Schlangenwurz, Buccoblättern,
Podophyllin, Ambrosia, Holunderblüten, Roggenwhiskey und Tolu-
balsam.
Zur Anregung der Entgiftung des Organismus wurden in der Hälfte
der Fälle Darmspülungen verordnet. Dreimal verschrieb Cayce ein
laxierendes Pulver, das er als Blutreinigungsmittel bezeichnete. Es
bestand zu gleichen Teilen aus Schwefel, Weinstein und Rochellesalz.
Auch andere Abführmittel wurden empfohlen.
Zur äußerlichen Behandlung verordnete Cayce verschiedene Sal-
ben, um zu verhindern, daß die Haut austrocknete oder rissig wurde.
Zur Linderung des Juckreizes verschrieb er jeweils zweimal Cuticura-
seife, Ray's Ointment, Glyko-Thymolin und einen Puder aus Zink-
stearat und Balsam.
Krankengeschichte
Eine 44jährige Frau litt unter Fußpilz und einem Ekzem, als sie Cayce
bat, ihr zu helfen (Fall2332). Als Ursache für ihre Erkrankung nannte
er eine »Ablenkung« (vielleicht eine Blockierung in den Nerven oder
im Kreislauf) als Folge von Wirbelverschiebungen im Bereich der
Lendenwirbel, des Kreuzbeins und des Steißbeins. Dazu kamen Drü-
senstörungen, besonders in den Nebennieren. Diese Funktionsstö-
rungen in den unteren Extremitäten hatten zu Entzündungen und
Durchblutungsstörungen im äußeren Kreislauf geführt, die sich in der
Form des Ekzems und des Fußpilzes äußerten. Zudem fehlte es an
einer normalen Koordination ihrer Ausscheidungsorgane, der Orga-
nismus war durch Toxine belastet und das Nervensystem sowie der
Kreislauf in Mitleidenschaft gezogen.
Cayce verordnete eine Reihe von wenigstens sechs bis acht Korrek-
turen im Bereich des unteren Teils der Wirbelsäule. Bei jeder zweiten
Behandlung sollten auch Korrekturen am ersten Halswirbel und am
dritten und neunten Rückenwirbel vorgenommen werden. Jeden
Abend vor dem Zubettgehen sollte die Frau 30 bis 50 Gramm Königs-
kerzentee trinken. Dazu sollten 60 Gramm frische Blätter mit einem
Liter Wasser aufgebrüht werden. Der Rest des Tees durfte nicht länger
als zwei Tage aufbewahrt werden. In der Ernährung sollte die Frau auf
gebratene Speisen, Kartoffeln, Weißbrot und Rindfleisch verzichten.
Empfohlen wurden reichlich Gemüse, besonders Kürbis, Karotten
und eßbarer Eibisch. Getrocknete Bohnen, Wurzelgemüse und Obst
80
sollten nur gelegentlich gegessen werden (obwohl in anderen Fällen
Obst besonders empfohlen wurde).
In seiner Anweisung riet Cayce davon ab, verschiedene Typen säu-
rebildender Speisen wie Pfirsiche und Tomaten zu mischen. Ale, Bier
und kohlensäurehaltige Getränke waren zu vermeiden, wenngleich
mit Wasser verdünnter Coca-Cola-Sirup als für die Nieren günstig
genommen werden durfte. Zur Linderung des Juckreizes auf den vom
Ekzem befallenen Hautpartien empfahl Cayce das Auftragen eines
Präparats, das aus gleichen Teilen Olivenöl und Erdnußöl bestand.
Nach den vorliegenden Berichten wurden das Ekzem und der Fußpilz
mit dieser Therapie »geheilt«.
Emphysem
Das Emphysem ist gekennzeichnet durch ein anormales Vorhanden-
sein von Luft im Gewebe. Die Symptome sind gewöhnlich eine pfei-
fende Atmung, Kurzatmigkeit und Brustschmerzen. Häufig ver-
schlimmert sich der krankhafte Zustand durch einen Husten und eine
Infektion der Atmungsorgane.
Edgar Cayce hat einer Person im Alter zwischen 31 und 33 Jahren
drei Anweisungen für die Behandlung von Emphysemen gegeben. Bei
Beginn der Erkrankung stellte er nervöse Störungen fest, welche, wie
er meinte, »die Lebenskraft in den Lungenschlagadern schwächte«.
Behandlung und Krankengeschichte
Zunächst verschrieb Cayce ein Medikament zur Unterstützung der
Lungentätigkeit und zur Schmerzlinderung. Das Präparat, das über
einen Zeitraum von fünf Tagen genommen werden sollte, bestand aus
kanadischem Balsam, rektifiziertem Terpentinöl und Benzosol. Da-
neben empfahl er Massagen des zerebrospinalen Systems mit einer
Kombination aus Olivenöl und Myrrhentinktur. Die Ernährung sollte
leicht sein und aus künstlich vorverdauten Speisen bestehen, um
sofort vom Organismus aufgenommen zu werden.
Nach Erhalt der ersten Anweisung teilte der Patient mit, daß er sich
massieren ließe und eine Besserung festgestellt habe. Mit der zweiten
Anweisung verschrieb Cayce ein auf Getreidealkoholbasis hergestell-
tes Inhalationsmittel für die Lungen. Es enthielt Eukalyptusöl, Kreo-
sot, Fichtenbalsam, Benzointinktur, Terpentinöl und Tolubalsam. Zur
Anregung der Verdauung verschrieb er ein Kräutertonikum aus der
Rinde der wilden Kirsche und anderen Bestandteilen. Wenn notwen-
dig, sollten Klistiere verabfolgt und die Massagen sollten fortgesetzt
werden. Die Diät sollte reichlich Gemüse enthalten.
Die dritte Anweisung empfahl im allgemeinen eine Fortführung der
81
bisherigen Therapie. Der Patient befolgte die Ratschläge von Cayce
und berichtete von ausgezeichneten Erfolgen: »Im ganzen geht es mir
sehr viel besser.«
Enteritis - Entzündungen der Darmwand
Enteritis ist eine chronische entzündliche Erkrankung, die im allge-
meinen bei jungen Erwachsenen vorkommt und leichte bis schwere
Komplikationen zeigen kann. Die Krankheit ist gekennzeichnet
durch abwechselnde Verschlimmerungen und Besserungen. Die
Symptome sind Schmerzen im rechten Unterbauch, Durchfälle und
erhöhte Temperaturen.
Edgar Cayce hat drei Behandlungsanweisungen für die Enteritis
gegeben.
Obwohl die Krankheit in jedem einzelnen Fall durch andere Ursa-
chen ausgelöst wurde, stellte Cayce bei allen drei Patienten vor allem
eine mangelhafte Entgiftung des Organismus, Kreislaufstörungen und
eine mangelnde Koordination zwischen dem sympathischen und dem
zerebrospinalen Nervensystem fest, in zwei Fällen aber auch Verren-
kungen der Wirbelsäule.
In einem Fall war die erste Ursache der Enteritis ein Schlag an die
Seite des Patienten, durch den er sich innere Verletzungen zugezogen
hatte (Fall 533). Bei einem anderen Patienten diagnostizierte er eine
als Folge einer Operation entstandene Sepsis (Fall 805-1 ). Läsionen
im Bereich des Dickdarms hatten hier zu Verengungen geführt und
die Ausscheidungen blockiert. Im dritten Fall war die Enteritis die
Folge einer Nervenstörung in den Ausscheidungsorganen, die
Krämpfe im Dickdarm verursachten, die zu einer Verstopfung und
einer Entzündung des Darmtrakts geführt hatten (Fall 562).
In allen drei Fällen waren Giftstoffe in den Kreislauf gelangt, da im
Verlauf der Verdauung Toxine vom Organismus absorbiert worden
waren. Das behinderte weiterhin die Funktionen der Ausscheidungs-
organe und belastete schließlich die Wirbelsäule und verursachte
Läsionen, deren Folge eine Störung bei der Koordination der Nerven-
funktionen war.
Behandlung
In jedem Fall betonte Cayce in seinen Anweisungen für die Behand-
1 ung der Enteritis die Bedeutung einer richtigen Diät. Besonders sollte
darauf geachtet werden, daß die Speisen zu 80 Prozent alkalisch und
zu 20 Prozent sauer reagieren sollten. Außerdem wurde der Patient
angewiesen, täglich sechs bis 16 Gläser Wasser zu trinken.
Zur Stärkung des Körpers empfahl er Eierspeisen, Ei mit Bier,
82
Rindfleischextrakt und Obstsäfte. Zur Anregung des Kreislaufs und
zur Entspannung des Körpers wurden in allen drei Fällen Massagen
verordnet, spinale Manipulation aber nur in zwei. Um die Ausschei-
dung von Giftstoffen zu erleichtern, verordnete Cayce in zwei Fällen
leichte Klistiere und kleine Dosen Olivenöl. Zweimal empfahl er
Packungen mit Rizinusöl oder Epsomsalz, um die Anhaftungen oder
Läsionen im Darmtrakt aufzulösen.
Zur Linderung der Schmerzen verordnete Cayce in zwei Fällen das
Einpinseln des Bauchs mit einer Tinktur aus Laudanum und Akonit
vor dem Auflegen der Packungen. Nach der dritten Anweisung sollte
der Bauch mit Olivenöl und Myrrhentinktur gebadet werden. In zwei
Fällen wurde besonders darauf hingewiesen, daß der Körper zur Wie-
dergewinnung der Vitalität Ruhe brauche.
Entzündung der Kehlkopfschleimhaut- Laryngitis
Enzephalitis - Hirnhautentzündung
Die von einem Virus verursachte Enzephalitis ist eine Entzündung
des Gehirns mit Fieber, Unwohlsein, einer Versteifung des Halses,
Halsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In einem späteren Stadium
kann es zur geistigen Erstarrung, zum Koma und zu Krämpfen kom-
men.
Cayce hat für vier Kinder und einen Erwachsenen Behandlungsan-
weisungen für die Enzephalitis gegeben. Die sich in diesen Fällen
zeigenden Symptome waren häufige Krämpfe und Fieber.
Drei Fälle von Enzephalitis wurden aufVerletzungen zurückge-
führt, obwohl das in zwei Fällen nicht sofort zu erkennen war, weil die
Krankheit erst nach längerer Zeit auftrat. Das geschah zum Beispiel
bei einem 15jährigen Mädchen, das von der Erkrankung ohne Vor-
warnung überrascht wurde (Fall3401). Das Mädchen war am Tage vor
der Erkrankung noch vollkommen gesund, hatte aber am nächsten
Tag bereits hohes Fieber und war nicht mehr in der Lage, das Bett zu
verlassen. Ein anderer Fall, ein einjähriger Junge, zeigte in den fünf
Monaten, nachdem er zweimal hintereinander gestürzt war, keinerlei
Anzeichen einer Belastung (Fall 2999). Der dritte, eine 22jährige Frau,
war noch sieben Monate nach einem Unfall bewußtlos (Fall 2042).
In vier der fünfFälle betrachtete Cayce Wirbelsäulenverschiebun-
gen als Ursache für die Erkrankung. Die allgemeinen Problemberei-
che lagen zwischen dem ersten und vierten Halswirbel, im Bereich der
Lendenwirbel und des Steißbeins und gelegentlich an den Nerven-
zentren der Rückenwirbel. Durch eine Ablenkung der normalen Ner-
venimpulse zu den verschiedenen Körperteilen erzeugten diese Ver-
schiebungen Koordinationsstörungen zwischen dem zerebrospinalen
83
und dem sympathischen Nervensystem, wie sie sonst als Folge von
Druck auf das Gehirn auftreten. In zwei dieser Fälle wurden auch
Drüsenstörungen festgestellt.
In diesen vier Fällen von Enzephalitis waren die Heilungsaussich-
ten gut. Den fünften Fall betrachtete Cayce jedoch anders. Ein zwei-
jähriges Mädchen war seit der Geburt kränklich gewesen (Fall3555).
In seiner Diagnose sprach Cayce in diesem Fall von karmischen
Ursachen und einem Zustand, der sich durch eine physische Behand-
lung nicht bessern ließe.
Behandlung
Um den Druck zu nehmen und die normale Koordination der Nerven
wiederherzustellen, verordnete Cayce in vier Fällen spinale Manipu-
lationen in kurzen Zeitabständen. Im Fall der Frau, die nach einem
Unfall das Bewußtsein verloren hatte, verordnete er Manipulationen
am ersten und zweiten Halswirbel und an den unteren Lendenwir-
beln, um das Bewußtsein zu wecken.
Für den Fall2999, den einjährigen Jungen, empfahl Cayce eine
»magnetische« Behandlung, die gleichzeitig mit den Korrekturen er-
folgen sollte, und zwar sobald sich die Krämpfe ankündigten. (Diese
Maßnahmen werden in der Krankengeschichte detaillierter beschrie-
ben). Zur Stabilisierung der Nerven verordnete er zweimal die Naß-
zellenbehandlung mit Gold. In einer dritten Anweisung heißt es, daß
mit der Naßzelle später begonnen werden könne, vorausgesetzt, die
Krämpfe hatten aufgehört.
Zweimal verordnete er die Einreibung der Wirbelsäule mit Glyko-
Thymolin- in einem Fall während einer sanften Massage und im
anderen in der Form von Packungen im Lalctealbereich, im Nacken
und am oberen Teil der Wirbelsäule. In einem Fall sollte bei der
Massage Kakaobutter verwendet werden, und zwar entlang der Wir-
belsäule, wobei die Massage am Kopf beginnen sollte. In zwei Anwei-
sungen verordnete Cayce eine Diät mit blutbildenden und nervenstär-
kenden Speisen.
Bei der karmisch bedingten Erkrankung erklärte Cayce, die einzige
Behandlung, mit der man dem Kind helfen könne, wäre eine Injektion
mit 0,00405 Gramm Atropin in den unteren Teil der Wirbelsäule.
Damit sollte verhindert werden, daß sich Wasser im Gehirn sammelte.
Er warnte jedoch vor der Möglichkeit, daß die Injektionen zu Schädi-
gungen führen könnten, wenn nicht besondere Vorsichtsmaßnahmen
getroffen würden. Deshalb sei es vielleicht am besten, auf diesen
Behandlungsversuch zu verzichten. In zwei Fällen wies er ausdrück-
lich auf den Wert des Gebets hin. Einem Elternteil sagte er: » Beten Sie
nicht für den Körper in der einen Richtung, während Sie gleichzeitig
84
die Kinder eines Nachbarn in der anderen Richtung behandeln«
(3401-1 ), und der Mutter eines anderen Kindes (161) sagte er, »beten
Sie wie ein Gewitter! «
Krankengeschichte
Die Berichte über den Erfolg der Behandlung von Enzephalitis besa-
gen, daß die Anweisungen in zwei Fällen nicht befolgt und in einem
Fall eine deutliche Besserung festgestellt wurde.
Ein einjähriger Junge hatte sich zunächst ganz normal entwickelt
(Fall2999). Im Alter von drei Monaten fiel er zweimal kurz hinterein-
ander auf den Boden, ohne daß irgendwelche Verletzungen zu erken-
nen waren. Doch zwei Monate später begann er, sich nicht wohl zu
fühlen, und eine Woche später war er schwerkrank und zeigte keine
Reaktionen. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo die Sym-
ptome einer Lungenentzündung und einer spinalen Meningitis be-
gleitet von Krämpfen und hohen Temperaturen festgestellt wurden.
Sein Zustand war monatelang sehr ernst, besserte sich aber dann. Das
Kind war jedoch bei weitem noch nicht normal. Die Behandlung
durch einen Chiropraktiker hatte einen gewissen Erfolg gebracht.
Cayce führte die Erkrankung auf die Verletzungen zurück und
beschrieb ihre Auswirkung als eine Zerschlagung des Nervenge-
flechts in mehr als einem Zentrum entlang der Wirbelsäule. Dadurch
war die Koordination zwischen dem zerebrospinalen und dem sym-
pathischen Nervensystem gestört worden, und die vom Willen be-
herrschten Reaktionen waren in den Ganglien zu unfreiwilligen Re-
aktionen geworden, besonders in der Lendenachse und im ersten bis
zum zweiten Halswirbel.
Cayce verordnete Massagen der Wirbelsäule mit reichlich Glyko-
Thymolin am Abend vor dem Zubettgehen. Jeden Morgen nach dem
Baden sollte wieder eine Massage erfolgen, diesmal mit Kakaobutter,
und zwar mit kreisförmigen Bewegungen vom Kopf ausgehend bis
zum neunten Rückenwirbel und dann vom Steißbein hinauf bis an
dieselbe Stelle. Alle drei bis fünf Tage sollten außerdem Wirbelsäulen-
korrekturen vorgenommen werden.
In der zweiten Behandlungsanweisung stellte Cayce eine gewisse
Besserung, aber auch eine größere Belastung fest, während der Orga-
nismus sich darum bemühte, den Zustand zu normalisieren. Die bis-
herige Behandlung sollte fortgesetzt werden, und die Korrekturen
sollten sich besonders auf den Lalctealbereich der Wirbelsäule kon-
zentrieren. Bei Beginn von Krämpfen sollte ein nasses Tuch auf den
oberen Teil der Wirbelsäule unmittelbar unterhalb des Kopfes gelegt
werden. Nachdem die Krämpfe sich gelegt hatten, sollte eine Naßzel-
lenbehandlung erfolgen.
85
Eine untypische Behandlungsmethode wurde mit einer Reihe »ma-
gnetischer« Heilungssitzungen verordnet, die Cayce wie folgt be-
schrieb: »Legen Sie die rechte Hand unter die rechte Seite des Körpers
und die linke Hand auf die gleiche Seite auf den Körper. Diese magne-
tische Behandlung sollte auch in dem Bereich erfolgen, wo die sekun-
dären Nervenkräfte, die zu den Sinnesorganen fließen, mit dem zere-
brospinalen System verbunden sind. Das wird dazu beitragen, den
Organismus zu beruhigen. Dabei sollte die rechte Hand zwischen den
Schultern und die linke Hand auf oder über das Brustbein gelegt
werden.«
Um die beste Wirkung zu erzielen, sollten die Hände sehr rein sein
und vor der Behandlung gründlich aneinander gerieben werden, denn
das Ziel dieser Maßnahme sei es, »die Schwingungen aus dem Körper
des Behandelnden durch den Körper des Kindes zu leiten«. Diese
Form der »Handauflegung« sollte mehrmals täglich und jedesmal nur
wenige Minuten geübt werden, und zwar wenn sich eine Neigung zu
Krämpfen zeigte wie etwa während der Korrekturen der Wirbelsäule.
Es zeigte sich, daß die Mutter diese Behandlung nur zeitweilig vor-
nehmen konnte, weil sie ihre Nerven zu sehr beanspruchte.
Das Kind reagierte positiv auf diese Therapie, die Koordination
seiner Nerven besserte sich zusehends, und die Krämpfe hörten prak-
tisch auf. Obwohl das Kind praktisch blind und taub geworden war,
schien Cayce zu glauben, die Blindheit und Taubheit im Lauf der Zeit
heilen zu können.
Weitere Behandlungsanweisungen wurden jedoch nicht erbeten.
Epilepsie - allgemein
Epilepsie ist ein chronisches Nervenleiden, für das der Volksglaube
die verschiedensten Deutungen hat, von der Dämonenbesessenheit
bis zum Wahnsinn. In Wirklichkeit ist es jedoch eine Störung der
Funktionen des Gehirns, gekennzeichnet durch periodisch auftre-
tende Anfälle. Bei den dadurch verursachten Reaktionen kann es
auch zu einer Überbelastung des sympathischen Nervensystems füh-
ren, die zeitweilig die vollkommene Ausgewogenheit oder Koordina-
tion zwischen dem sympathischen und dem zerebrospinalen Nerven-
system verhindern. Auf diese Weise entsteht die spasmodische Reak-
tion an der Hirnbasis oder an den Verbindungen, wo diese Systeme
die Verbindung zum Gehirn herstellen. (2153-1)
In 16 Fällen wurde das Leiden nach den Aussagen von Cayce aber
auch durch spinale Subluxationen und Läsionen verursacht. Obwohl
die Wirbel im unteren Teil der Wirbelsäule gegenüber dem Lakteal-
dukt häufig beteiligt waren, könnten solche Verschiebungen in jedem
Teil des Rückgrats entstehen. Sie erzeugten einen Druck auf die obe-
86
ren Halswirbel, was die zum Gehirn führenden Nervenimpulse behin-
dern und zu epileptischen Anfällen führen könne. In diesen Fällen
seien diese Wirbelverschiebungen auf Verletzungen oder vor der Ge-
burt wirksam gewordene Faktoren zurückzuführen.
Solche Verletzungen wirkten sich in 16 Fällen in einer ganz beson-
deren Weise aus; eine Verletzung im Bereich der Hals- oder der
Lendenwirbel erzeugte einen Reflex im oberen Teil der Wirbelsäule.
Ob nun diese Verletzung bei der Geburt erlitten wurde, wie das in vier
Fällen der Fall war, oder im späteren Leben, das Ergebnis waren stets
langdauernde Verwachsungen und Verschiebungen, die sich auf die
Gehirntätigkeit auswirkten.
Als weitere Ursache wurden auch Eliminationsstörungen genannt,
durch die sich das Leiden in 11 Fällen verschlimmerte. Cayce glaubte,
eine Darmträgheit könne zu einer Ansammlung von Toxinen im Orga-
nismus fuhren und dann die Nerven und Drüsen reizen. In zehn
Fällen sprach er von Störungen im Nervensystem, am häufigsten von,
Koordinationsstörungen zwischen den zerebrospinalen und den sym-
pathischen Nervenimpulsen einschließlich der zum Gehirn fuhren-
den. Auch hier waren Wirbelsäulenverschiebungen häufig ein Teil des
Problems.
In neun Fällen glaubte Cayce festgestellt zu haben, daß die Epilep-
sie wenigstens teilweise karmischen Ursprungs sei, und sagte, die
physische Prädisposition zur Epilepsie sei schon bei der Geburt vor-
handen gewesen oder zu diesem Zeitpunkt entstanden, weil es für die
Entwicklung der Seele notwendig war.
In acht Fällen sprach er von vorgeburtlichen Faktoren, und dazu
gehörte auch die falsche Ernährung der Mutter. Manchmal sagte
Cayce den Eltern, die Tatsache, daß sie ein epileptisches Kind hätten,
habe auch mit ihrem eigenen Karma etwas zu tun. Dieser Situation
könnten sie am besten dadurch begegnen, daß sie das Kind mit beson-
derer Sorgfalt und Liebe aufzögen.
Behandlung
Die von Cayce für Epileptiker empfohlenen Therapien waren einan-
der im allgemeinen sehr ähnlich. In 25 Fällen verordnete er eine ganz
bestimmte Ernährung. Besonderen Wert legte er dabei auf leichte,
alkalisch reagierende Speisen, die reichlich Mineralien und Vitamine
enthielten und leicht vom Organismus aufgenommen wurden. Dazu
gehörten Obst und Gemüse und ihre Säfte. Erzeugnisse aus Vollkorn-
getreide, Nüsse, Milchprodukte, Meeresfrüchte und leichtere Fleisch-
sorten durften in mäßigen Mengen gegessen werden. Wegen ihrer
schädlichen Wirkungen auf das Nervensystem und das Herz sollte auf
gebratene Speisen und fettes Fleisch verzichtet werden.
87
In 26 Fällen verordnete Cayce spinale Manipulationen, gewöhnlich
in der Form osteapathischer Korrekturen. Die Bereiche, die auf diese
Weise behandelt werden sollten, waren von Fall zu Fall verschieden,
aber oft waren es der erste, zweite und dritte Halswirbel, weil von hier
die Nervenimpulse ausgingen, die das Gehirn kontrollierten. Cayce
glaubte, durch diese Korrekturen könnten die spinalen Läsionen ge-
heilt und die richtige Lage und Koordination mit dem Nervensystem
wiederhergestellt werden. Deshalb verordnete er oft eine längere
Reihe solcher Maßnahmen. Zur Heilung der Läsionen im Bereich des
Laktealdukts und zur Entspannung der Nerven empfahl Cayce für 21
Patienten Packungen, gewöhnlich mit Rizinusöl. In den meisten Fäl-
len bestanden die Packungen aus mehreren Schichten Flanell, die mit
warmem Öl getränkt werden sollten. Sie wurden täglich flir eine
Stunde auf den Bauch gelegt und mit einem elektrischen Heizkissen
warm gehalten. Neben den Packungen sollte Olivenöl eingenommen
werden. Die Stellen, an denen die Packungen aufgelegt wurden, soll-
ten anschließend mit in Wasser aufgelöstem Natriumcarbonat abge-
waschen werden.
Zur Wiederherstellung der Koordination des Nervensystems und
zur Verbesserung des Kreislaufs empfahl Cayce außerdem verschie-
dene elektrotherapeutische und heliotherapeutische Maßnahmen,
und zwar in 14 Fällen. Am häufigsten waren es die Naßzelle und die
radioaktive Kompresse. Gelegentlich verschrieb er aber auch Bestrah-
lungen mit violettem und ultraviolettem Licht.
13 Patienten sollten ein Tonikum oder einen Tee aus den Blättern
der Passionsblume trinken. Das Tonikum sollte als Beruhigungsmittel
wirken, die Nerven stärken und die Koordination ihrer Funktionen
wiederherstellen. Am häufigsten verschrieb er jedoch den Tee oder
Infusionen. Die Infusionsflüssigkeit sollte aus einer Gallone getrock-
neter Blüten und Früchte der Passionsblume so lange in zwei Gallo-
nen destilliertem Wasser gekocht werden, bis die Hälfte der Flüssig-
keit, wenn sie abgegossen wurde, verdampft war. Diese Flüssigkeit
sollte dann mit einem halben Liter Getreidealkohol gemischt werden.
Davon waren täglich drei Eßlöffel zu den Mahlzeiten einzunehmen.
15 Patienten verordnete er Massagen entlang der Wirbelsäule und an
anderen Körperstellen zur Reduzierung der Läsionen. Wo eine be-
stimmte Zusammensetzung des Massagemittels vorgeschrieben
wurde, enthielt es in den meisten Fällen Erdnußöl, Olivenöl und/oder
Kakaobutter.
Zur Reinigung des Organismus und zur Verringerung des Drucks
auf die Wirbelsäule wurden in 14 Fällen Maßnahmen zur Förderung
des Stuhlgangs verschrieben. Gewöhnlich waren es Klistiere und
Darmspülungen oder pflanzliche Abführmittel wie Castoria und Oli-
venöl.
88
Bei zwei ungewöhnlichen und nur zweimal verordneten Behand-
lungsmethoden wurden Salz und Eis verwendet. Bei der ersten sollte
eine Messerspitze Salz auf die Zunge gelegt werden, um den Körper zu
entspannen und das Auftreten eines epileptischen Anfalls zu verhin-
dern. Das Eis sollte an der Schädelbasis aufgelegt werden, um die
Schwere des Anfalls zu reduzieren: Diese Maßnahme hat sich als
besonders erfolgreich erwiesen.
Krankengeschichte
Angesichts der Tatsache, daß die Epilepsie eine sehr ernste Erkran-
kung ist und es dabei häufig zu Komplikationen kommt, war die Zahl
der Fälle, bei denen über Erfolge der Behandlungsmethoden von
Edgar Cayce berichtet wurde, außerordentlich hoch. Bei fast der
Hälfte der Patienten wurde von einer völligen Heilung oder einer
wesentlichen Besserung ihres Leidens berichtet. Die anderen gaben
entweder keine Berichte ab oder hatten die Anweisungen Cayces
nicht in allen Einzelheiten befolgt.
In der Krankengeschichte eines jungen Mädchens, für das Cayce im
Alter zwischen 12 und 14 Jahren 12 Behandlungsanweisungen für die
Epilepsie gegeben hatte, wird von einer wesentlichen Besserung ge-
sprochen (Fall 2153 ). Als Ursache ihres Leidens stellte er eine Läsion
an der Wirbelsäule fest, die den Bereich ihrer Milchdrüsen in Mitlei-
denschaft gezogen, die Nervenimpulse zum Gehirn behindert und die
epileptischen Anfälle verursacht hatte. Die Läsion war, wie Cayce
behauptete, bereits vor der Geburt im Mutterleib entstanden.
In der ersten Behandlungsanweisung verordnete Cayce das Aufle-
gen heißer Rizinusölpackungen über der Leber. Damit, sollten die
Ausscheidungen reguliert und die Heilung der Läsion unterstützt
werden. Zur gleichen Zeit sollte das Mädchen einen Eßlöffel Rizinus-
öl einnehmen und zu einer späteren Zeit am gleichen Tag einen
Eßlöffel Olivenöl. Einmal wöchentlich sollte der ganze Bereich der
Wirbelsäule mit einer Mischung aus Erdnußöl und Olivenöl massiert
werden. Vor dem Einschlafen sollte die Patientin eine Messerspitze
Salz auf die Zunge nehmen.
Für die Ernährung empfahl Cayce Obst und Gemüse und eine an
den Vitaminen B, B 1, A, C und D reiche Kost. Auf Süßigkeiten sollte
verzichtet werden. Die zweite Anweisung verordnete die weitere An-
wendung der Packungen, nach denen der Bauch mit einer lauwarmen
Lösung Natriumcarbonat in Wasser abgewaschen werden sollte.
Nun sollten auch osteapathische Korrekturen beginnen, und zwar
entlang der ganzen Wirbelsäule. Zur Beruhigung der Nerven und zum
Abbau der Heftigkeit der Anfälle verschrieb Cayce ein Passionsblu-
mentonikum, das aus Wasser, den Blüten und Früchten der Passions-
89
blume und Getreidealkohol hergestellt war. Wenn sich ein neuer
Anfall ankündigte, sollte als vorbeugende Maßnahme Eis auf den
ersten, zweiten und dritten Halswirbel gelegt werden.
In der gleichen Anweisung gab Cayce weitere Empfehlungen für die
Diät. Zum Frühstück sollte das Mädchen Obst und Sojamilch zu sich
nehmen, zum Mittag frischen Salat und am Abend Fisch, Geflügel
oder Lammfleisch mit gekochtem Gemüse.
In den folgenden acht Behandlungsanweisungen verordnete er die
Fortsetzung der bisherigen Therapien und wies besonders auf die
Notwendigkeit hin, eine positive innere Haltung einzunehmen und
an einen guten Ausgang der Behandlung zu glauben. Daneben wur-
den gelegentlich gründlichere Massagen und eine mehr alkalische
Diät verordnet.
In der elften Behandlungsanweisung empfahl Cayce, die Massagen
von einer Masseurin vornehmen zu lassen. Zur Förderung der Aus-
scheidung von Toxinen, die sich im Organismus angesammelt hatten,
wurde Petrolagar verordnet, und Cayce wies noch einmal darauf hin,
daß auf alle Süßigkeiten und Kohlensäure enthaltende Getränke zu
verzichten sei.
In der letzten Behandlungsanweisung empfahl er eine Naßzellen-
behandlung mit Kampferspiritus. Die Knie und die unteren Gliedma-
ßen sollten außerdem mit Salz und reinem Apfelessig massiert wer-
den. Das sollte zur Unterstützung des Nervensystems bei der Heilung
der Läsionen geschehen.
Nachdem das Mädchen diesen Anweisungen zwei Jahre lang ge-
folgt war, konnte eine wesentliche Besserung festgestellt werden. Das
Kind nahm eine sehr viel positivere Einstellung zum Leben ein, und
die Häufigkeit der Anfälle hatte abgenommen.
Epilepsie bei Kindern
Edgar Cayce hat für vier Kinder mit epileptischen Symptomen wie
unkontrollierbare Zuckungen und eine mangelhafte Koordination
der Muskeln Behandlungsanweisungen gegeben. Zwei dieser Kinder
konnten aufgrund des Koordinationsmangels zwischen Gehirn und
Stimmbändern nicht sprechen, und keines von ihnen konnte ein
normales Leben führen.
In allen Fällen war dieser Zustand auf Funktionsstörungen des
Nervensystems zurückzuführen, die zu Koordinationsmängeln zwi-
schen Nerven und Muskeln geführt hatten. In zwei Fällen sprach
Cayce insbesondere von einer» Stauung« der pneumagastrischen und
perineuralen Nerven, zu der es bei Beginn der Anfälle kam.
Zwei Kinder hatten prä- oder postnatale Hirnschäden erlitten, den
einen als Folge einer schweren Steißgeburt und den anderen bei
90
einem neurochirurgischen Eingriff im dritten Lebensjahr. Im dritten
Fall wurden spinale Läsionen in den Hals- und Rückenwirbeln festge-
stellt, und im letzten Fall war ein auslösender Faktor ein Koordina-
tionsmangel zwischen den hypogastrischen, den pneumagastrischen
und den perineuralen Nerven.
Behandlung
Bei epileptischen Symptomen gab Cayce häufig besondere Anweisun-
gen für spinale Manipulationen in den betreffenden Bereichen der
Wirbelsäule, die in den meisten Fällen zweimal wöchentlich während
verschieden langer Zeiträume vorzunehmen waren. In drei Fällen
verordnete er elektrotherapeutische Maßnahmen; in zwei Fällen war
es die Naßzellenbatterie. In drei Fällen verordnete er außerdem 15
Minuten dauernde Massagen der Wirbelsäule mit der Hand oder
einem elektrischen Vibrator.
Wichtig für eine n o r m a l ~ Entwicklung des Kindes waren in fast
allen Fällen gymnastische Ubungen in frischer Luft und im Sonnen-
schein. Er überließ es den Eltern zu entscheiden, ob ein Arzt bei dieser
Behandlung hinzugezogen werden sollte.
Den Eltern von drei Kindern riet er, diesen hilfreiche und positive
Hinweise zu geben, wenn sie sich in einem innerlich gelösten Zustand
befanden. Cayce verschrieb in zwei Fällen ein Passionsblumenpräpa-
rat als mildes Beruhigungsmittel, das nach dem Bericht für den Fall
146 eine ausgezeichnete Wirkung gehabt hatte.
Krankengeschichte
Für einen 11jährigenjungen, der unter schweren Anfällen litt und
aufgrund von nervösen Koordinationsstörungen, die durch einen un-
gewöhnlichen Druck auf die Hypophyse ausgelöst worden waren,
nicht mehr sprechen konnte, gab Cayce fünf Behandlungsanweisun-
gen (Fall161). Dabei machte er vage Andeutungen hinsichtlich des
Gehirnschadens, der als Folge einer Operation und Injektion am
Gehirn des Kindes im Alter von drei Jahren entstanden war. Die
darauf folgenden nervösen Koordinationsmängel hatten zu den Stö-
rungen im Lymph- und Blutkreislaufund zu Stoffwechselstörungen
beigetragen. Außerdem litt das Kind an einem asthmatischen Atem.
Cayce verordnete die tägliche, 30 Minuten dauernde Anwendung der
Naßzelle, wobei die positive Anode an der Schädelbasis und die
negative in der Nabelgegend aufgelegt werden sollte.
Außerdem empfahl er tägliche spinale Manipulationen und Gym-
nastik im Freien. Gegen die Stoffwechselstörungen sollte das Kind ein
Präparat aus Wismutmilch und Pepsin einnehmen.
91
In der vierten Anweisung stellte Cayce fest, daß die Behandlung
nicht wie vorgeschrieben erfolgt war. Außerdem sagte er den Eltern,
sie sollten das Kind entlang der Wirbelsäule mit einem Schwamm
zuerst mit Wasser und dann mit Alkohol abwaschen.
In der fünften Anweisung stellte Cayce eine Besserung im körperli-
chen Befinden des Kindes fest. Aber sechs Jahre später wurde berich-
tet, daß man seinen Anweisungen nicht mehr gefolgt und der Junge im
Alter von 17 Jahren gestorben sei. Obwohl über diesen Fall nichts
Positives zu berichten war, kamen günstige Berichte von anderen
Personen, welche die Behandlungsvorschläge von Cayce befolgt hat-
ten.
Erkältungskrankheiten
Eine Erkältungskrankheit ist eine von einem Virus verursachte Infek-
tion der oberen Luftwege, die oft auftritt, nachdem der Erkrankte
niedrigen Temperaturen, Feuchtigkeit oder Zug ausgesetzt worden ist.
Cayce hat für die Behandlung von 152 Personen im Alter von sechs
Wochen bis 74 Jahren 279 Anweisungen für die Behandlung von
Erkältungskrankheiten gegeben. Dabei diagnostizierte er zahlreiche
Ursachen und die Erkrankung begleitende Symptome und verordnete
eine Vielzahl verschiedenster Maßnahmen. Obwohl er bei seinen
Behandlungsvorschlägen weitgehend auf die Bedürfnisse der einzel-
nen Personen einging, wurden bestimmte Empfehlungen so häufig
wiederholt, daß sie als allgemeingültige Behandlungsmethode ange-
sehen werden können.
Die Hauptursachen in 138 Fällen waren Infektionen, entzündlicher
Blutandrang und/oder Entzündungen. Im allgemeinen entwickelte
sich der Blutandrang in den Schleimhäuten des Gesichts, des Kopfes,
der Luftröhre, der Bronchien und der Lungen und führte zur Behin-
derung der Atmung, zu Kopfschmerzen, tränenden Augen und Hals-
schmerzen. In 18 Fällen wurde ein entzündlicher Blutandrang auch
an anderen Stellen festgestellt, so etwa in den Lymph- und Blutbah-
nen, im Nervengeflecht und in den Verdauungsorganen.
In 18 Fällen wurde eine unzureichende Entgiftung des Organismus
als Ursache genannt. Dieser Umstand führe zu einer Ansammlung
von Toxinen im Organismus, zur Übersäuerung des Körpers, zur
Verlangsamung des Kreislaufs und zu entzündlichem Blutandrang.
Ein zur unzureichenden Entgiftung des Organismus führender Faktor
waren in 59 Fällen Kreislaufstörungen. In 37 Fällen zeigten sich als
Folge der Kreislaufstörungen aucp Stoffwechselstörungen.
In 45 Fällen stellte Cayce eine Uberbeanspruchung der Nerven und
des ganzen Körpers fest, was die Widerstandskraft gegen Ansteckun-
gen verringerte oder den Organismus ganz allgemein geschwächt
92
hatte. In 27 Fällen waren Wirbelverrenkungen und Läsionen zusätz-
lich belastende Faktoren, und in 23 Fällen stellte Cayce nervöse Stö-
rungen fest, die oft in engem Zusammenhang mit spinalen Problemen
standen.
In 16 Fällen war eine unausgewogene Ernährung die Hauptursache
für das Auftreten von Erkältungskrankheiten. Eine falsche Zusam-
menstellung der zuviel Süßigkeiten und Stärke und zu-
viel Fleisch trugen zur Ubersäuerung des Organismus bei. In 35 Fällen
stellte Cayce die Übersäuerung als einen wesentlich an der Entste-
hung von Erkältungskrankheiten beteiligten Faktor fest.
In 15 Fällen sprach er von der negativen Haltung und den negativen
Gefühlen der Patienten. Das ist insofern interessant, als Cayce nur in
16 Fällen das Klima, niedrige Temperaturen und Zugluft für das Ent-
stehen von Erkältungskrankheiten verantwortlich machte. Andere
von Cayce erwähnte belastende Faktoren waren Drüsenstörungen in
12 Fällen, vor- oder nachgeburtliche Faktoren in drei Fällen, Verlet-
zungen im späteren Leben in 12 Fällen, Störungen im Blut und in der
Lymphe in neun Fällen, Toxine und Bazillen in jeweils vier Fällen und
Belastung durch das Rauchen, Immunschwäche und nasse Füße in
zwei Fällen.
Behandlung
In 115 Fällen verordnete Cayce eine Umstellung der Ernährung, wo-
bei nach Möglichkeit alkalisch reagierende Speisen gegessen werden
sollten. Zwar wurden oft Fleischsäfte zur Stärkung und Blutbildung
empfohlen, aber auf Fleisch sollte verzichtet werden. Geringe Mengen
Fisch, Geflügel, Wild oder Lammfleisch waren erlaubt. Zum Früh-
stück empfahl Cayce Zitrusfrüchte und -säfte, Toast aus Vollkornwei-
zenbrot, Getreideflocken und Milch (dabei sollte auf Kombinationen
aus Zitrusfrüchten, Getreideflocken und Milch verzichtet werden).
Grünes Blattgemüse und rohes Gemüse wie Karotten, Sellerie und
Petersilie wurden besonders für die Mittagsmahlzeiten empfohlen.
Als für die Blutreinigung besonders wichtig wurden Gemüse wie
Salat, Sellerie und Grünkohl bezeichnet.
Milchbecher mit Ei, ein Brei aus Weizen, Milch, Rosinen, Eidotter
und Zucker und Rotwein mit dunklem Brot wurden in einzelnen
Fällen als kleine Zwischenmahlzeit am Nachmittag empfohlen. Die
Abendmahlzeit sollte in vielen Fällen zum größten Teil aus gekochtem
Gemüse bestehen.
Patienten, die an einer besonders starken Erkältung litten oder
schnell gesund werden wollten, empfahl Cayce häufige kleine Mahl-
zeiten, die in der Hauptsache aus flüssigen oder halbflüssigen Speisen
bestehen sollten. Obst und Obstsäfte, Fleischsaft und Fleischbrühe,
93
Malzmilch, Milchbecher mit Ei, Haferschleim, Graupensuppe,
weichgekochte Eier und heiße Limonade gehörten zur halbflüssigen
Diät.
Während der Zeit der Genesung von Erkältungskrankheiten sollte
auf gebratene Gerichte, Fleischfett, stärkehaltige Speisen, Kombina-
tionen von Getreideflocken und Zitrusfrüchten, Natriumbenzoat als
Konservierungsmittel, Stärke, schwerverdauliche Speisen und in
einigen Fällen auf alle Süßigkeiten und süße Speisen außer Honig
und Obst verzichtet werden. Kaffee und Tee wurden gewöhnlich in
geringen Mengen erlaubt, ebenso auch gewisse Nachspeisen wie Eis-
creme.
Zur Reinigung des Organismus empfahl Cayce, große Mengen pu-
res Wasser zu trinken. Um die Verdauung zu fördern, sollten die
Speisen gründlich gekaut werden. Schließlich hielt er es für unbe-
dingt notwendig, beim Essen für eine gute Stimmung zu sorgen. Bei
mehreren Gelegenheiten sagte Cayce, es sei besser, gar nicht zu essen
als in schlechter oder aufgeregter Stimmung und wenn man sehr
müde oder in großer Eile sei.
Hier zeigt sich deutlich, daß es Cayce vor allem darauf ankam,
durch die Menge und Art der Ernährung dafür zu sorgen, daß die
Verdauungswege gereinigt wurden, damit der Körper auf dem nor-
malen Weg alles toxische und unverdauliche Material ausscheiden
konnte. Weitere Maßnahmen sollten den Stoffwechsel anregen, die
Entspannung der Muskulatur fördern und zur geregelten Verdauung,
Atmung und Entschleimung beitragen, damit der Organismus seine
ganze Kapazität für die Heilung einsetzen konnte.
Eine weitere Behandlungsmethode, die in 92 Fällen verordnet
wurde, bestand in Massagen und Einreibungen verschiedener Kör-
perteile mit den verschiedensten Substanzen, um die Haut geschmei-
dig zu machen und auch das tieferliegende Gewebe günstig zu beein-
flussen. Das zum Abbau von Stauungen am häufigsten verschriebene
Präparat bestand aus gleichen Teilen Schafstalg, Terpentinspiritus
und Kampferspiritus. Andere Massagemittel waren Kampferöl, Senf-
öl, Myrrhentinktur mit Olivenöl, Kakaobutter, Getreidealkohol (bei
hohem Fieber), Benzointinktur, Erdnußöl, Kerosin, Hamamelistink-
tur und Kiefemnadelöl.
Im Vordergrund einer jeden Therapie standen alle Maßnahmen zur
Förderung der Entgiftung des Organismus. Sie wurden in 91 Fällen
beschrieben. Die Erhaltung der Funktionsfähigkeit aller Ausschei-
dungsorgane sollte die Reinigung des Organismus erleichtern und
dem entzündlichen Blutandrang wirksam begegnen. Es wurden so-
wohl innere wie äußere Methoden verordnet (Abführmittel sowie
Darmspülungen und Klistiere). In den meisten Fällen sollte das für die
Darmspülungen und Klistiere benutzte Wasser Glyko-Thymolin ent-
94
halten. Das am häufigsten empfohlene Abführmittel war Fletcher's
Castoria. Oft verschrieb Cayce (für Erwachsene) im Abstand von
jeweils einer halben Stunde einen halben Teelöffel, manchmal bis die
ganze Flasche geleert war. Andere Laxative waren Feigensirup, Ma-
gnesiamilch, Wismutmilch und Simmon's Li ver Regulator, ein aus der
Ambrosiapflanze hergestelltes Präparat. In wenigstens einem Fall
wurde dem Patienten gesagt, er solle es vermeiden, das gleiche Ab-
führmittel mehrmals nacheinander zu nehmen. Am zweithäufigsten,
jeweils für acht Patienten, wurden spinale Manipulationen sowie
Tonika und andere ähnliche Präparate verordnet (abgesehen von den
verdauungsfördernden Mitteln).
Die an der Wirbelsäule vorgenommenen Korrekturen sollten Span-
nungen beheben, um den Kreislauf und die Ausscheidungsorgane
anzuregen und damit den Blutandrang schneller abzubauen. In eini-
gen Fällen sollten diese Korrekturen zunächst mit sanften Massagen
beginnen, um nach einer kurzen Ruhepause mit größerer Intensität
fortgesetzt zu werden. Die Häufigkeit solcher Manipulationen vari-
ierte von zwei- bis dreimal monatlich bis zu drei- oder sogar fünfmal
wöchentlich, und zwar jeweils für eine begrenzte Zeit.
Zur Stärkung des Organismus und Unterstützung des natürlichen
Heilungsprozesses wurde das Einnehmen von Tonika und anderen
Präparaten verordnet. Am häufigsten, und zwar in 20 Fällen, war das
ein Hustensirup oder ein schleimlösendes Mittel. Einer Person, die
unter Atemnot litt, verschrieb Cayce ein Präparat aus Honig, Wasser,
Getreidealkohol, Sirup aus der Rinde des wilden Kirschbaums, wei-
ßen Andornsirup, Rhabarbersirup und Sirup aus wildem Ingwer. Ge-
gen Halsschmerzen verordnete Cayce in einem anderen Fall ein Prä-
parat aus Wasser, Honig, Apfelschnaps, Andornsirup, Brechwurzsi-
rup und Chloroform.
Ein Präparat zur Reinigung der Verdauungswege und Linderung
von Reizungen der Schleimhäute im Hals und Nasen-Rachen-Raum
bestand aus destilliertem Wasser, der wilden Ginsengwurzel, getrock-
neten indischen Steckrüben, Holunderblüten, Gelbwurz mit Rüben-
zucker in Wasser aufgelöst, Stillingiatinktur, Kapsikumtinktur und
GetreidealkohoL
Zur Behandlung eines rauben Halses und zur Senkung des Fiebers
in einem anderen Fall bestand das verordnete Tonikum aus einfachem
Sirup, weißem Andornsirup, Brechwurzsirup, Sennasirup und Apfel-
schnaps.
Calcidin, ein Kalzium-Jodersatz, wurde 13 Personen verschrieben.
In 11 Fällen sollte Olivenöl eingenommen werden. Aspirin verord-
nete Cayce nur in neun Fällen. Weniger orthodoxe Mittel waren der
Saft gedämpfter Zwiebeln, Sirup aus Meerzwiebeln, Calcios und Chi-
ninpräparate.
95
Daneben verordnete Cayce für 4 7 Personen die verschiedensten
Packungen. Im allgemeinen sollte die Packung aus drei- bis viermal
zusammengefaltetem Stoff bestehen, der mit den gewünschten Flüs-
sigkeiten getränkt wurde. In einigen Verordnungen schrieb Cayce
aber auch ein anderes Verfahren vor.
Die Packungen sollten im allgemeinen für eine bestimmte Dauer
aufgelegt werden, von einer halben Stunde bis zur ganzen Nacht. Das
hing sowohl von der Art der Packung als auch von den Bedürfnissen
des Patienten ab. Gelegentlich sollte die Packung auch mit einer
Wärmflasche warm gehalten werden, zum Beispiel wenn es sich um
eine Rizinusölpackung handelte. Packungen mit zerstoßenen Wein-
beeren sollten bei Zimmertemperatur aufgelegt und nach einer be-
stimmten Zeit wieder entfernt werden.
Bei Erkältungskrankheiten wurde keiner besonderen Packung der
Vorzug gegeben. Acht Personen verordnete Cayce Bauchpackungen
mit Rizinusöl, wobei anschließend die Haut an der Stelle, auf der die
Packung gelegen hatte, mit Wasser abgewaschen werden sollte, in
dem Backpulver aufgelöst war. Entzündungshemmende Packungen
und Packungen gegen Blutandrang wurden mit einer Mischung aus
Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus hergestellt und in
sieben Fällen verordnet. Sechs Personen verordnete Cayce Packun-
gen aus gehackten Zwiebeln und gelbem Maismehl, für fünf Personen
Packungen mit Glyko-Thymolin.
In vier Fällen verschrieb Cayce Packungen mit heißem Salz und
Epsomsalzen. Für andere Packungen verschrieb er gelegentlich Senf
oder Senföl, Ben-Gay, Eis und Atomidin. Auf welche Körperteile die
Packungen gelegt werden sollten, hing von den Bedürfnissen des
einzelnen und der Art der Packung ab. Die Auflagen erfolgten im
allgemeinen auf dem Gesicht, dem Hals, dem Bauch und auf den
Lendenwirbeln.
39 Personen verordnete er elektrotherapeutische oder heliothera-
peutische Maßnahmen, dazu eine Hydrotherapie und die Verdauung
fördernde Maßnahmen. Zu den heliotherapeutischen Maßnahmen,
die in mehr als der Hälfte dieser Fälle verordnet wurden, gehörten das
ultraviolette Licht, das infrarote Licht oder die Sonnenlampe, und
zwar jeweils nur für kurze Dauer. Die Elektrotherapie wurde mit
radioaktiven Kompressen, der Naßzelle und dem elektrischen Vibra-
tor durchgeführt. In einigen Fällen wurden verschiedene elektrothe-
rapeutische Maßnahmen verordnet.
Als Hydrotherapie bezeichnete Cayce verschiedene Maßnahmen,
bei denen Wasser verwendet wurde. In 12 Fällen verschrieb er heiße
Bäder, in 11 Schwitzbäder und in 11 weiteren heiße Bäder in Senf-
wasser, Fußbäder und das Abwaschen mit einem Schwamm. Fünf
Personen wurden angewiesen, die verschiedensten Dampfbäder zu
96
nehmen, zum Beispiel mit Hamamelis. Gelegentlich verschrieb er
auch Sitzbäder, »trockene« Bäder in warmer Luft und Bäder in kal-
tem Wasser (zur Senkung des Fiebers). Mit diesen Maßnahmen sollte
der Kreislauf angeregt und der Organismus durch die Hautporen von
Giftstoffen gereinigt werden.
Die verschiedenen verdauungsfördernden Maßnahmen sollten in
erster Linie dem überforderten Magen-Darm-Kanal helfen, die Nah-
rung zu verdauen und die Nährstoffe in körpereigene Substanzen zu
verwandeln. Viele dieser Substanzen wirkten darüber hinaus alkali-
sierend und unterstützten den Organismus dabei, so weit alkalisch zu
werden, daß sich die Erkältungsviren nicht mehr vermehren konnten.
Die verdauungsfördernden Mittel, die am häufigsten verschrieben
wurden, waren Backpulver in Wasser (in 12 Fällen), Citrocarbonat (in
neun Fällen) und Safrantee (in sieben Fällen). Gelegentlich wurden
zu diesem Zweck auch Ulmenwasser und pepsinhaltige Präparate
verschrieben.
Um die Atmung zu erleichtern sowie gegen andere Symptome ver-
schrieb Cayce 31 Personen verschiedene äußerlich anzuwendende
Mittel. Das waren unter anderen Ben-Gay, Kakaobutter, Cocachinin
und die Salbe aus Schafstalg, Terpentin und Kampferspiritus. Acht
Personen wurde verordnet, mit antiseptischen Lösungen wie Glyko-
Thymolin und Listerin zu gurgeln. Vier sollten die geschwollenen
Partien des Gesichts mit Ichthyol oder Mono-Ichthyolat einreiben.
Zwei Patienten sollten bei Ohrenschmerzen einige Tropfen Olivenöl
in die Ohren einträufeln.
Bei Atemschwierigkeiten als Folge von Entzündungen in den Na-
sengängen oder Bronchien empfahl Cayce in 28 Fällen verschiedene
Inhalationstherapien. Die Inhalationslösungen sollten auf Alkohol-
basis hergestellt werden. In dem Alkohol sollten geringe Mengen von
schleimlösenden Mitteln wie Eukalyptusöl, Benzoin, Tolubalsam,
rektifiziertes Kreosot, rektifiziertes Terpentinöl und Kanadabalsam
enthalten sein. Die Lösungen mußten in einer dunklen Glasflasche
aufbewahrt und die Dämpfe durch einen Schlauch eingeatmet wer-
den. Nach einer anderen Methode sollte die Lösung in sehr heißes
Wasser geschüttet werden, um die Dämpfe zu inhalieren. Gelegent-
lich erwähnte Cayce auch aus diesen Lösungen hergestellte Sprays
und die Verwendung von Zerstäubern.
Wenn Substanzen wie narkotische Schmerzmittel oder gefährliche
Drogen wie Strychnin und Chloroform verschrieben wurden, riet
Cayce den Patienten, einen Arzt hinzuzuziehen. Das geschah bei 18
Patienten. Grundsätzlich wurde die Konsultation eines Arztes emp-
fohlen, wenn der Zustand der Patienten besonders ernst war oder sie
sich einer besonderen Behandlung unterziehen mußten. Zu den übri-
gen Maßnahmen, die Cayce bei Erkältungskrankheiten verordnete,
97
gehörten in 4 7 Fällen Ruhe für Körper und Geist, in 17 Fällen leichte
gymnastische Übungen und in 23 Fällen das Warmhalten des Kör-
pers, besonders der Füße. 16 Personen riet er, die Füße trocken zu
halten.
Außerdem empfahl er sieben Personen, mehr Zeit im Freien zu
verbringen, drei sollten sich vor Nachtluft oder kalter Luft hüten und
größere Menschenansammlungen meiden. Zwei Personen wurde der
Aufenthalt in größeren Höhen empfohlen, zwei sollten in eine an-
dere Gegend und in ein gesunderes Klima ziehen und zwei mehr Zeit
in der Sonne verbringen. In zwei Fällen hatte Cayce gegen mäßiges
Rauchen nichts einzuwenden, in einem anderen empfahl er dem
Patienten besondere Atemübungen.
17 Personen erhielten die Anweisung, eine konstruktivere innere
Haltung zu wahren oder einzunehmen. Einem Patienten sagte er, er
sollte beten und sich geistig beschäftigen. Weiche Bedeutung Cayce
der praktischen Spiritualität beimaß, zeigt sich darin, daß er einer
Person riet, »das Gleichgewicht zwischen Denken und Handeln zu
wahren« (826-7), und einer anderen sagte er, sie solle »gut sein und
sich mit nützlichen Dingen beschäftigen« ( 1683-1 0).
Fehlgeburten
Edgar Cayce hat zehn Frauen 31 Behandlungsanweisungen gegeben,
die entweder eine Fehlgeburt gehabt oder ihn gebeten hatten, ihnen
zu sagen, was sie vorbeugend dagegen unternehmen sollten. Die in
den Anweisungen erteilten Ratschläge waren für beide Personengrup-
pen etwa die gleichen.
Cayce stellte bei sechs Frauen, die entweder eine Fehlgeburt hinter
sich hatten oder damit rechneten, Störungen in den Beckenorganen
fest, besonders im Uterus. In einigen dieser Fälle war der Uterus
geknickt und befand sich in einer für eine Geburt ungünstigen Lage.
In anderen Fällen diagnostizierte er Störungen an anderer Stelle wie
zum Beispiel im Nervensystem oder bei den Verdauungsorganen, die
sich nachteilig auf die Beckenorgane auswirkten. Auch Muskel-
schwäche im Bereich des Beckens und des Bauchs wurden als poten-
tielle Ursachen für einen Abgang genannt.
Behandlung
In allen zehn Fällen verordnete Cayce spinale Manipulationen und
Massagen zur Entspannung und Kräftigung des Körpers. Bewegung in
frischer Luft und entsprechende Ruhepausen waren nach seiner Auf-
fassung außerordentlich wichtig für einen günstigen Verlauf der
Schwangerschaft. Ganz besonders empfahl er Spaziergänge bei son-
98
nigem Wetter. Die schwangeren Frauen solltenjedoch nicht zu lange
stehen oder sich körperlich überanstrengen.
Unter anderem empfahl Cayce auch Spülungen mit Atomidin und
Glyko-Thymolin. Dazu sollte ein Eßlöffel der betreffenden Lösung in
einem Liter körperwarmem Wasser verwendet werden. Wenn er es
für notwendig hielt, die Ausscheidungsorgane anzuregen und das
Basen-Säure-Gleichgewicht im Organismus zu regulieren, empfahl
Cayce im allgemeinen den Verzicht auf Schweinefleisch, gebratene
Speisen und anregende Getränke wie Kaffee oder Tee. Die Schwan-
geren solltenjedoch reichlich Gemüse und Obst essen und viel Was-
ser trinken. In einigen Fällen wurden aufbauende Nährstoffe, wie sie
in Codiron, Calcios, Rindfleisch und einem Eisen- und Weintonikum
enthalten sind, zur Stärkung und Erhöhung der Vitalität verschrie-
ben.
Für ganz wesentlich hielt Cayce die Grundeinstellung dieser Frauen
zum Austragen und Aufziehen von Kindern. Er war der Auffassung,
daß es notwendig sei, »im eigenen Selbst zu entscheiden, ob die
körperlichen Kräfte fähig oder bereit sind«, und zu erkennen, daß
»die Entstehung, der Wunsch im Selbst vorhanden sein muß«.
(140-33).
Krankengeschichte
Die Patientin, eine 38jährige Frau, die eine Fehlgeburt hinter sich
hatte und fürchtete, auch ihr nächstes Kind zu verlieren, bat Cayce um
seinen Rat (Fall4280). Er stellte Läsionen und Verletzungen im Bek-
kenbereich fest, durch die nach seiner Meinung künftige Schwanger-
schaften gefährdet werden konnten, und verschrieb deshalb osteapa-
thische Manipulationen, besonders in der Leistengegend und am
Bauch zur Stärkung der Fähigkeit, das Kind auszutragen.
Die Diät der Frau sollte hauptsächlich aus Fisch, Geflügel und
Qemüse bestehen. Der Verzehr von schwerverdaulichen Speisen und
Apfeln sowie das Trinken von Tee und Kaffee sollten eingeschränkt
werden. Gegen die am Morgen auftretende Übelkeit verordnete Cayce
vor dem Essen ein Glas Milch, vermischt mit einer geringen Menge
Kalkmilch.
Nach dem vorliegenden Bericht erlebte die Frau einige Monate
später eine normale Geburt.
99
Fettsucht - Übergewicht
Wenn das Gewicht als Folge einer Ansammlung von Fett den norma-
len Wert, der dem Alter, Geschlecht und der Größe der Person ent-
spricht, um mehr als 20 Prozent übersteigt, kann es zu Herz- und
Kreislaufproblernen und Atembeschwerden kommen, und der Zu-
stand kann sogar zum Tode führen.
Die Ursachen einer Fettsucht können zu reichliches Essen und
Stoffwechselstörungen sein. Weitere belastende Faktoren sind zu
reichlich genossene Fette und zuckerhaltige Speisen.
Edgar Cayce hat 120 Behandlungsanweisungen für die Fettsucht
gegeben. Als Hauptursache nannte er in 96 Fällen Drüsenstörungen.
In 88 Fällen war die Fettsucht die Folge einer falschen Ernährung, und
in 54 Fällen war eine Kreislaufschwäche ein belastender Faktor.
Behandlung
Für 102 Personen empfahl Cayce eine Umstellung der Ernährung, die
gewöhnlich aus reichlich Obst und Gemüse und deren Säften beste-
hen sollte.
Hier empfahl Cayce vor allem Grapefruitsaft, denn er glaubte, damit
werde der Körper am besten mit dem notwendigen Zucker versorgt,
ohne daß eine Gewichtszunahme zu befürchten sei. 30 bis 120
Gramm Grapefruitsaft, oft mit Wasser verdünnt, 30 Minuten vor jeder
Mahlzeit würden im Lauf der Zeit die Verdauung normalisieren und
dafür sorgen, daß die Speisen vom Organismus nicht in einem über
das normale hinausgehenden Maß in Fett verwandelt würden.
Mehreren Personen empfahl er besonders den Verzehr von Topi-
nambur. Gebratene und stärkehaltige Speisen sowie Zucker waren
grundsätzlich verboten. 91 Personen verschrieb Cayce verdauungs-
fördernde Mittel, am häufigsten Al-Caroid und Kaldak. In 80 Fällen
verordnete er eine Elektrotherapie, am häufigsten die radioaktive
Kompresse.
62 Personen sollten zur Entgiftung des Organismus außerdem
Darmspülungen vornehmen lassen. In 60 Fällen verschrieb Cayce
Massagen mit den verschiedensten Ölen und Ölmischungen. 48 Per-
sonen verordnete er spinale Manipulationen, vor allen Dingen im
unteren Bereich der Wirbelsäule. 48rnal verschrieb er bestimmte To-
nika, deren Zusammensetzung sichjeweils nach den Bedürfnissen
des einzelnen richtete.
100
Krankengeschichte
81 unter Fettsucht leidende Personen, die Behandlungsanweisungen
von Cayce erhalten hatten, berichteten, daß ihre Befolgung günstige
Auswirkungen gehabt habe. Zwei dieser Berichte von Personen, bei
denen Cayce verschiedene Ursachen für die Fettsucht diagnostiziert
hatte, werden im folgenden zitiert:
Der erste Fall, eine 25jährige Frau, erhielt eine Behandlungsanwei-
sung für Fettsucht. (Patientin 2579). Ihr Zustand war die Folge einer
Drüsenstörung. Außerdem diagnostizierte Cayce eine Gleich-
gewichtsstörung bei den Nervenimpulsen, welche die Versorgung des
Organismus mit Blut regulierten.
Die Frau wurde angewiesen, zunächst fünf Tage lang jeden Morgen
vor dem Frühstück einen Tropfen Atomidin in einem halben Glas
Wasser einzunehmen. Nach einer Ruhepause von fünfTagen sollte sie
die Atomidinbehandlung wiederholen. Diese Therapie sollte wenig-
stens fünfmal durchgeführt werden.
Nach Beendigung des Atomidinzyklus sollte die Frau drei Tage lang
jeden Abend einen Tropfen einer Goldchloridlösung und zwei Trop-
fen einer Natriumlösung in einem halben Glas Wasser einnehmen.
Zur Herstellung der Goldlösung sollten 0,0648 Gramm Goldchlorid
in 30 Gramm destilliertem Wasser aufgelöst werden. Die zweite Lö-
sung bestand aus 0,19 Gramm in 30 Gramm aufgelöstem Bromna-
trium. Nach einer Ruhepause von drei Tagen sollte die Frau die Lö-
sung an drei folgenden Tagen einnehmen und diese Therapie wenig-
stens fünfmal wiederholen.
Nach dieser medikamentösen Behandlung verordnete Cayce we-
nigstens einmal wöchentlich vorzunehmende leichte Diathermiebe-
handlungen und Ganzkörpermassagen. Das Massagemittel bestand
aus 30 Gramm erhitztem Olivenöl, 30 Gramm Myrrhentinktur und 60
Gramm Erdnußöl, wobei die Bestandteile in dieser Reihenfolge zu-
sammengegossen werden sollten. Das Öl sollte besonders in die Ge-
lenke, in den Nacken und in den Bereich über dem Zwerchfell ein-
massiert werden.
Die Frau sollte in ihren Speisezettel den lauchblättrigen Bocksbart
aufnehmen, da diese Pflanze gewisse Salze enthält, die geeignet sind,
Sehnenverhärtungen aufzulösen. Da die Patientin auch an Allergien
litt, sollte sie auf bestimmte Kombinationen von Speisen verzichten,
zum Beispiel durfte sie Tomaten mit Kartoffeln essen, nicht aber mit
Mais, Erbsen oder Bohnen. Auf alle stärkehaltigen und gebratenen
Speisen sollte sie verzichten. Cayce sagte ihr, bis zum Beginn der
Elektrotherapie und der Massagen werde sie keine wesentliche Besse-
rung ihres Zustands feststellen können, sie solle jedoch Geduld haben
und seine Anweisungen gewissenhaft befolgen.
Über das Ergebnis der Behandlung liegt für die Patientin 2579 kein
Bericht vor.
Ein zweiter interessanter Fall war der einer 55jährigen Frau (Patien-
tin 1183). Sie litt unter den verschiedensten Beschwerden, und Cayce
sagte ihr, »eine bestimmte Form des Blutplasmas ist nicht ordnungs-
gemäß zusammengesetzt ... Das ist in erster Linie die Folge einer
Störung im Drüsensystem. Denn die Stoffwechselvorgänge sind nicht
normal... Die Koordination ist nicht normal und ausgewogen«
(1183-2).
Als Folge der Kreislaufschwäche hatten sich Giftstoffe in ihrer
Luftröhre, im Kopf und im weichen Gewebe des Gesichts angesam-
melt, die zu vorübergehenden Schwellungen der Gelenke, Muskeln
und Sehnen geführt hatten.
Um die Drüsenfunktion zu stabilisieren, verordnete Cayce eine
bestimmte Diät, die mit einem Frühstück begann, das aus Roggenbrot-
toast, einem Ei (vor allem dem Eigelb) oder Getreideflocken bestand.
Die Frau sollte jedoch nicht am gleichen Tag Getreideflocken essen,
an dem sie Grapefruit- oder Orangensaft getrunken hatte. Das Mittag-
essen sollte nur aus einem rohen, frischen Gemüsesalat bestehen, zu
dem, wenn gewünscht, eine Brühe getrunken werden durfte. Abends
bestand der Speisezettel aus Fisch, Geflügel oder Lammfleisch mit
Gemüse. (Zwei Blattgemüse solltenjeweils zusammen mit Erbsen,
Bohnen oder Linsen und drei Blattgemüse mit jeweils einem Wurzel-
gemüse gegessen werden.)
Rosinen und Feigen sollten ebenfalls zu dieser Diät gehören, um die
Schwingungskräfte im Organismus anzuregen und die Wirkung der
osteapathischen Korrekturen zu erhöhen, die ebenfalls vorgenom-
men werden sollten. Traubensaft sollte am Abend oder unmittelbar
vor der Abendmahlzeit zu einer Scheibe Knäckebrot getrunken wer-
den. Diese Diät sollte nicht nur dazu beitragen, das Übergewicht
abzubauen, sondern der Traubensaft sollte auch die Blutbildung för-
dern. Zur Harmonisierung des Kreislaufs verordnete Cayce die radio-
aktive Kompresse. Sie sollte täglich 30 Minuten bis zu einer Stunde
aufgelegt werden, und zwar während einer Ruhepause und gleichzei-
tig mit Meditationsübungen, die eine allgemeine Harmonisierung auf
mentaler, physischer und spiritueller Ebene bewirken sollten.
Cayce verordnete auch osteapathische Korrekturen der Wirbel-
säule, warnte aber ausdrücklich davor, die von ihm empfohlenen
therapeutischen Maßnahmen zu übertreiben. Die Korrekturen soll-
ten über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen vorgenommen und
dann eine Woche unterbrochen werden, um sie für eine Woche bis zu
zehn Tagen wiederaufzunehmen und dann erneut zu unterbrechen.
Die radioaktive Kompresse sollte einen Monat lang regelmäßig aufge-
legt werden. Dann sollte die Therapie für zwei Wochen unterbrochen
102
und anschließend für die Dauer eines Monats wiederaufgenommen
werden.
Anschließend berichtete die Frau, sie führe »die therapeutischen
Maßnahmen wie angewiesen durch, und Dr .... hat gesagt, es ginge ihr
sehr gut«.
Frakturen und Verstauchungen
Frakturen und Verstauchungen sind Verletzungen der Muskeln, Bän-
der und Knochen. Die Schwere der Frakturen reicht von feinen Rissen
im Knochen bis zu Trümmerbrüchen, bei denen gesplitterte Knochen
aus der Haut herausragen. Verstauchungen sind das Ergebnis des
Verdrehens eines Gelenks, bei dem es zu einem teilweisen Riß der
Bänder kommt. Dabei können bläuliche oder rote Verfärbungen auf-
treten, und zwar als Folge gerissener Blutgefäße.
Edgar Cayce hat für 34 Personen im Alter von 14 bis 83 Jahren
insgesamt 4 7 Behandlungsanweisungen für die verschiedensten Ar-
ten von Frakturen und Verstauchungen gegeben.
Behandlung
Die für die Behandlung von Knochenbrüchen und Verrenkungen
empfohlenen Maßnahmen waren in allen Fällen etwa die gleichen. In
23 Fällen verordnete Cayce Massagen oder Packungen der verletzten
Körperteile. Für die Packungen wurde häufig eine Lösung aus Apfel-
essig und Salz verschrieben, mit der ein Stück Stoff getränkt und auf
die verletzte Stelle gelegt werden sollte.
Oft war es auch eine Mischung aus Olivenöl und Myrrhentinktur
oder eine aus anderen Bestandteilen zusammengesetzte ölige Flüssig-
keit. In der Anweisung 326-5 verordnete Cayce ein Massagemittel,
das sich ganz allgemein günstig bei Rückenschmerzen, Verstauchun-
gen, Verrenkungen und Prellungen auswirken werde. »Vermische 30
Gramm Olivenöl mit 60 Gramm russischem weißen Öl, 15 Gramm
Benzointinktur, 180 Gramm Kerosin, 15 Gramm Hamamelisöl und
0,62 ml SassafrasöL«
In 12 Fällen verordnete er zur Beschleunigung der Heilung ver-
schiedene elektrotherapeutische Maßnahmen, am häufigsten die Be-
strahlung mit violettem Licht, gelegentlich aber auch ultraviolette und
infrarote Bestrahlungen.
Zehn Personen gab er Ratschläge für die Ernährung, um den Körper
mit den für die Heilung notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Oft
wies er darauf hin, daß die Speisen reichlich Mineralien und beson-
ders Kalzium, Eisen und Phosphor enthalten sollten. Daneben ver-
ordnete er eine blutbildende Diät mit frischem Obst, Obstsäften, Sel-
103
lerie, grünem Salat und Karotten. Rindfleisch und gebratene Speisen
sollten unbedingt vermieden werden.
In sieben Fällen verordnete Cayce spinale Manipulationen zur Un-
terstützung der Koordination des Organismus und zur Anregung der
natürlichen Heilkräfte. In vier Fällen verschrieb er Kompressen mit
Quecksilberchlorid und Jod. Ebenso häufig wurden Maßnahmen zur
Anregung der Ausscheidungsorgane empfohlen wie Klistiere, Magne-
siamilch und örtliche Packungen mit Substanzen wie Königskerzen-
tinktur. In zwei Fällen empfahl Cayce einen chirurgischen Eingriff.
Gelegentlich verordnete er ausdrücklich Ruhe, aber auch gymnasti-
sche Übungen und sagte, daß in diesen Fällen besonders darauf zu
achten sei, Ruhe und Bewegung harmonisch aufeinander abzustim-
men.
Krankengeschichte
Fürall diese Fälle liegen außerordentlich positive Berichte vor. 17
Personen stellten fest, daß die Befolgung der von Cayce erteilten
Anweisungen zu günstigen Ergebnissen geführt hätte.
Ein interessanter Fall (1771) betraf eine 24jährige Frau, die für die
Behandlung einer Verletzung, die sie bei einem Unfall davongetragen
hatte, bei dem sie sich die Kniescheibe gebrochen und das Knie
verstaucht hatte, zwei Behandlungsanweisungen bekam.
In der ersten riet Cayce der Patientin, das verletzte Knie ein- oder
zweimal täglich mit feuchter Hitze zu behandeln. Außerdem sollte das
Knie mit einer Lösung aus Apfelessig und Salz massiert werden. Für
den Fall, daß die Massage zu schmerzhaft war, riet er zu Infrarotbe-
handlungen am zweiten oder dritten Tag. Außerdem warnte er vor
einer Überanstrengung des Knies.
In der zweiten Anweisung für die Frau verschrieb Cayce eine Ölmi-
schung, die jeden Morgen in das Knie einmassiert werden sollte. Die
Mischung bestand aus 120 Gramm Erdnußöl, 60 Gramm Kiefern-
nadelöl, 30 Gramm Sassafrasöl und einem Eßlöffel Lanolin.
Die Frau befolgte die Anweisungen Cayces und berichtete später,
die Schmerzen hätten nachgelassen, und die Verletzung heile gut.
Furunkel
Ein Furunkel ist die äußerst schmerzhafte entzündliche Quellung
eines Haarfollikels, die einen Abszeß bildet. Typische Symptome sind
die Rötung der Haut, das Anschwellen der betroffenen Stelle und ihre
Empfindlichkeit.
Für 31 Personen wurden 3 8 Anweisungen zur Behandlung von
Furunkeln und ähnlichen Abszessen gegeben. Sie waren 21 Monate
104
bis 68 Jahre alt. In mehr als acht Prozent der Fälle waren Stoffwechsel-
störungen die Hauptursache für das Entstehen der Furunkel. In
15 Prozent der Fälle waren außerdem Störungen im lymphatischen
und Leberkreislauf weitere Ursachen.
Behandlung
In 20 Fällen verordnete Cayce eine Umstellung der Ernährung. Auf
Fett, Zucker, gebratene Speisen und die meisten Fleischsorten sollte
verzichtet werden, während Gemüse, Obst, den Aufbau der Zellen
begünstigende Nahrungsmittel und viel Wasser empfohlen wurden.
In 16 Fällen verordnete Cayce die verschiedensten Methoden zur
Anregung des Stoffwechsels. Häufig verschrieb er die Anwendung
eines Abführmittels mit blutreinigender Wirkung, das aus gleichen
Teilen Weinsteinsäure, Rochellesalz und Schwefel bestand. Manch-
mal wurden auch andere Methoden zur Anregung des Stuhlgangs
empfohlen wie Feigensirup, Klistiere und Darmspülungen, und in
fünfFällen waren es Kräutertonika.
Um den Organismus zu entspannen und den Kreislauf anzuregen,
wurden in 14 Fällen spinale Manipulationen empfohlen. Sie sollten
sich auf die Lendenwirbel, den neunten Rückenwirbel und die Hals-
wirbel konzentrieren.
In zehn Fällen wurden verschiedene typische Lösungen verschrie-
ben, für gewöhnlich, um die Furunkel auszutrocknen. Dazu gehörten
Wegerichsalbe, Epsomsalzlösungen, Quecksilberchlorid, Jodverbin-
dungen und Kampferspiritus.
Zehn Personen verordnete Cayce Massagen und Einreibungen. Die
dabei zu verwendenden Substanzen waren vor allem Olivenöl mit
Myrrhentinktur und Kakaobutter.
In neun Fällen wurden zur Anregung des Kreislaufs verschiedene
Formen der Elektrotherapie verordnet. Das waren am häufigsten die
Bestrahlung mit violettem Licht, die radioaktive Kompresse oder der
elektrische Vibrator, der entlang der Wirbelsäule anzuwenden war.
Krankengeschichte
Aus den uns vorliegenden Berichten geht hervor, daß etwa die Hälfte
der Personen, die Anweisungen für die Behandlung von Furunkeln
erhalten hatten, ihnen gefolgt war und eine spürbare Besserung fest-
stellen konnte. Eine 34jährige Frau, die eine Anweisung zur Behand-
lung eines Furunkels erhalten hatte (Fall 1747), berichtete, daß sie
»vollkommen geheilt« worden sei.
Die Frau sollte zweimal wöchentlich mit osteapathischen Manipu-
lationen und einmal wöchentlich mit einer Hydrotherapie behandelt
105
werden. Außerdem sollte sie etwa zweimal monatlich eine Darmspü-
lung im oberen Bereich des Dickdarms in Verbindung mit Dampfbä-
dern vornehmen lassen, wobei entweder Kiefernnadelöl oder das Öl
der Gaultherie benutzt werden sollte.
Ihre Diät sollte aus aufbauenden Nahrungsmitteln wie grünem Ge-
müse, Fisch, Geflügel und Lammfleisch zur Versorgung des Organis-
mus mit Protein bestehen. Kein fettes Fleisch und keine stärkehaltigen
Nahrungsmittel!
Fußbeschwerden
Unter dieser Überschrift fassen wir eine Reihe von Problemen mit den
Füßen und Beinen zusammen, zu denen Cayce um Behandlungsan-
weisungen gebeten wurde. Neun Personen im Alter zwischen 12 und
72 Jahren erhielten insgesamt zehn Diagnosen und Anweisungen zur
Behandlung von Fußleiden.
Es handelte sich in diesen Fällen um Schwellungen, Ballenentzün-
dungen, Hühneraugen, Wundsein und Hornhaut. Diese Leiden konn-
ten nach Cayce auf innere und äußere Einwirkungen oder auf beides
zurückgeführt werden. In vier Fällen konnten diese Leiden auf Funk-
tionsstörungen der Ausscheidungsorgane zurückgeführt werden, die
zur Ansammlung von Flüssigkeit in den Füßen, Fußgelenken und
Unterschenkeln geführt hatten. In einigen Fällen war mangelhafte
Durchblutung ein belastender Faktor. Die häufigste von außen wir-
kende Ursache waren zu enge Schuhe, die die Durchblutung behin-
derten, wodurch sich Hornhaut bildete.
Behandlung
Die von Cayce verordneten Maßnahmen richteten sich vor allem auf
die Wiederherstellung einer normalen Durchblutung der Füße. In
sechs Fällen verordnete er Massagen der Füße oder der Unterschen-
kel sowie anderer Körperstellen. Gegen Schwellungen und andere
Beschwerden sollten verschiedene Substanzen an den betroffenen
Stellen in die Haut einmassiert werden. Die Zusammensetzung dieser
Substanzen wurde für jeden Fall besonders vorgeschrieben.
In drei Fällen verordnete Cayce Fußbäder mit verschiedenen Lö-
sungen. Ebensooft verschrieb er spinale Manipulationen zur Verbes-
serung der Durchblutung von Beinen und Füßen und zur allgemeinen
Entspannung des Körpers. Er empfahl aber auch andere Maßnahmen
für die Fußpflege. So riet er zum Beispiel, die Füße trocken zu halten,
nicht dem Zug auszusetzen, richtig passende Schuhe zu tragen, die
nicht zu eng sein und keine hohen Absätze haben sollten.
106
Krankengeschichte
Typisch war der Fall einer Frau, der Cayce eine Behandlungsanwei-
sung für geschwollene Unterschenkel und Füße gab (Patientin 623).
Ihre Beschwerden waren nach seiner Ansicht auf einen Druck in der
Wirbelsäule, eine unzureichende Entgiftung des Organismus, Verdau-
ungsstörungen und Funktionsstörungen der Leber zurückzuführen.
Cayce verordnete eine Massage der Füße mit einer Mischung aus
Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus. Spinale Manipula-
tionen sollten die Durchblutung in den unteren Extremitäten anregen
und zweimal wöchentlich, im ganzen 15 Mal vorgenommen werden.
Außerdem verordnete Cayce eine ausgewogene und vor allem aus
alkalisch reagierenden Speisen bestehende Diät.
Über den Erfolg der Behandlung in diesem Fallliegen zwar keine
Berichte vor, wohl aber von f"ünf anderen Personen. Vier von ihnen
hatten eine Besserung ihres Zustandes festgestellt, nachdem sie die
Ratschläge von Cayce befolgt hatten.
Fußpilz
Es gibt zwei Formen dieser Erkrankung, eine akute und eine chroni-
sche. Die erstere ist gekennzeichnet durch kleine Bläschen an den
Seiten der Füße und zwischen den Zehen, begleitet von roten Haut-
flecken. Im allgemeinen sind diese Bläschen bakteriell infiziert. Das
erkrankte Gewebe wird weich und kann aufplatzen. Auf den trocke-
nen geröteten Stellen bilden sich oft Schuppen.
Augenscheinlich gibt es Menschen, die besonders anfällig für Fuß-
pilz sind. Die Faktoren, die solche Infektionen begünstigen, sind
offensichtlich eng zusammenstehende Zehen, die sich beim Stehen
nicht spreizen, und die Neigung zu Schweißfüßen. Zur Standardbe-
handlung gehören heute Fußbäder mit pilzabtötenden Substanzen
und die Entfernung abgestorbener oder kontaminierter Haut nach
den Fußbädern. Bei zu Fußpilz neigenden Personen sind Rückralle
relativ häufig.
Cayce hat für 13 Personen mit Fußpilz Behandlungsvorschläge
gemacht. In allen Fällen war diese Erkrankung nur eines der Probleme
und gewöhnlich nicht einmal das Hauptproblem, für das Abhilfe
gesucht wurde. Die Anweisungen konzentrierten sich auf drei wich-
tige auslösende Faktoren. Das waren Rückgratverkrümmungen, eine
falsche Diät und Stoffwechselstörungen.
In wenigstens zehn Fällen wurden Rückgratverkrümmungen fest-
gestellt. Daraus ergäben sich Kreislaufstörungen in den Beinen und
Füßen, was wiederum den Widerstand gegen Infektionen schwäche.
In vielen Fällen empfahl Cayce diesen Patienten, ihre Eßgewohn-
107
heiten umzustellen. Besonders wies er darauf hin, daß auf säurebil-
dende Nahrungsmittel, zu denen auch Fleisch und Stärke oder Zuk·er oder Alkohol enthaltende Speisen gehörten, verzichtet werden
müsse.
Verletzungen des Rückgrats sowie Beschwerden über Rücken-
schmerzen, besonders in der unteren Wirbelsäule, könnten nach
Cayce ein Hinweis auf eine spinale Läsion sein. In diesen Fällen
handle es sich am häufigsten um Beschwerden im Bereich der Len-
denwirbel und des Steißbeins.
Behandlung
In den von Cayce gestellten Diagnosen über die Ursachen der Erkran-
kung an Fußpilz wurden fünf bei der Behandlung zu ergreifende
Maßnahmen genannt. Das waren die spinale Manipulation, eine Um-
stellung der Diät, die Verbesserung des Stoffwechsels, die Elektrothe-
rapie und das Auflegen von Packungen oder Umschlägen. Jede dieser
Maßnahmen war auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abge-
stimmt und berücksichtigte die bei ihm festgestellten Koordinations-
störungen und Unausgewogenheiten.
In einigen Fällen wurden für die Füße und Fußgelenke verschie-
dene Massagepräparate angegeben. Für zwei Patienten verschrieb
Cayce eine Mischung aus gleichen Teilen Olivenöl und Myrrhentink-
tur. Das Öl sollte erhitzt werden, bevor es mit der Myrrhentinktur
vermischt wurde. Diese Lösung sollte gründlich in die Zehen, den
Spann und die Fußsohle einmassiert werden.
Für acht Personen wurde eine Umstellung der Ernährung angeord-
net. Besonders zu beachten war danach die Ernährung mit alkalisch
reagierenden Speisen wie Gemüse und Obst, und zwar roh und ge-
kocht. Zur Versorgung des Organismus mit Protein wurde Fisch,
Geflügel und Lammfleisch empfohlen. Rindfleisch sollte nur selten
und Schweinefleisch gar nicht gegessen werden. Zudem sollten die
Patienten auf trockene Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen, auf
Kartoffeln und schwerverdauliche Speisen wie Makkaroni mit Käse
verzichten. Zu den anderen unverträglichen Nahrungsmittelkombi-
nationen gehörten Zitrusfrüchte mit Getreideflocken und Kaffee oder
Tee mit Milch oder Sahne. Süße Speisen, in Fett gebratene Gerichte,
Bier und Ale und kohlensäurehaltige Getränke waren streng verbo-
ten.
In vier Fällen wurden Darmspülungen, Klistiere und eine laxie-
rende Diät verschrieben. Ebenso häufig wurden verschiedene Formen
der Elektrotherapie verordnet, besonders die Bestrahlung mit violet-
tem Licht. Damit sollte der Kreislauf im allgemeinen und in bestimm-
ten Bereichen des Organismus angeregt werden.
108
Gallenleiden
Die Gallenblase, ein birnenförmiges Organ unter der Oberfläche des
rechten Leberlappens, dient der Aufnahme und Sekretion von Galle
und Schleim. Die meisten Gallenleiden einschließlich von Gallenstei-
nen sind das Ergebnis der Bildung von Cholesterol- oder Cholesterin-
kristallen und anderen in der Galle enthaltenen Elementen.
Verdauungsstörungen und Funktionsstörungen der Ausschei-
dungsorgane sind nach Auffassung von Cayce die häufigsten Ursa-
chen von Gallenleiden. Als zweiten auslösenden Faktor nannte er
einen Koordinationsmangel im Nervensystem und im Kreislauf. Ganz
allgemein seien Störungen in der Bauchspeicheldrüse, der Milz und
im Gallengang die Folge einer unzureichenden Versorgung der Ner-
ven und des Blutes mit Nährstoffen.
Behandlung
In elf der 14 Behandlungsanweisungen verordnete Cayce das Einneh-
men kleiner Mengen Olivenöl in verhältnismäßig kurzen Zeitabstän-
den während des ganzen Tages und daneben mehrmals in der Woche
das Auflegen von Rizinusölpackungen. Damit sollten die Ausschei-
dungsorgane in ihren Funktionen angeregt, die Gallensteine verklei-
nert und ihr Durchgang durch die Gallengänge erleichtert, die Ab-
sorption durch die Milchgänge verbessert und die Durchblutung der
Leber normalisiert werden. In neun Fällen verordnete er Korrekturen
der Wirbelsäule zur besseren Koordinierung der Nervensysteme. In
der gleichen Zahl von Anweisungen empfahl Cayce Darmspülungen
oder Klistiere zur Anregung des Stuhlgangs und zur beschleunigten
Entgiftung des Organismus.
Zusätzlich empfahl er häufig eine Umstellung der Diät, wobei die
Patienten vor allem viel Flüssigkeit zu sich nehmen sollten. In vier
Fällen empfahl er verschiedene Formen der Massage, aber nur in
einem Fall riet er zu einer Operation.
Krankengeschichte
Bei einer 38jährigen Frau führte Cayce das Gallenleiden auf »Läsio-
nen im letzten Rückenwirbel und im ersten Lendenwirbel« zurück
(Fall 1857). »Das waren die Ursachen der Störungen in diesem Orga-
nismus, und zwar im Zusammenwirken mit einer schon bei der Ge-
burt bestehenden Entzündung. Diese Läsionen hatten mit diesen
Vorgängen im Organismus im rechten Teil des Bauchraums zu Ver-
wachsungen des Bindegewebes geführt.«
Diese Verwachsungen hatten, wie Cayce glaubte, Störungen im
109
Gallengang und im Bereich der Leber sowie im Blinddarm, im Dick-
darm und in den Beckenorganen verursacht. In der Anweisung wurde
gesagt, daß ein chirurgischer Eingriff nicht notwendig sein werde,
wenn Maßnahmen getroffen würden, welche die Verwachsungen auf-
lösten und die normalen Reaktionen in der Leber, im Gallengang, in
der Bauchspeicheldrüse und in der Milz auslösten.
Eine wichtige Maßnahme war das Auflegen von Rizinusölpaclcun-
gen in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen dreimal wöchentlich
für jeweils eine Stunde. Die Packungen sollten auf dem unteren Teil
des Leberbereichs aufgelegt werden. Nachdem diese Packungen drei-
mal aufgelegt worden waren, sollten am darauffolgenden Tag zur
Unterstützung der Funktionen der Ausscheidungsorgane zwei Teelöf-
fel Olivenöl eingenommen werden. Am gleichen Tag sollte die Patien-
tin eine Darmspülung vornehmen lassen, um Stauungen im Blind-
darm und im aufsteigenden Teil des Dickdarms zu verhindern.
Für die Tage, an denen keine Rizinusölpaclcungen aufgelegt wur-
den, verordnete Cayce Massagen mit einer Mischung aus gleichen
Teilen Olivenöl und Erdnußöl unter besonderer Berücksichtigung des
Bauchs und des Zwerchfells, aber auch der ganze übrige Körper sollte
massiert werden.
Nach Beendigung der Behandlungsreihe mit den Rizinusölpaclcun-
gen verordnete Cayce osteapathische Korrekturen zur Lösung der
Bindegewebsverwachsungen und zur Leerung des Gallengangs. Als
Teil der Diät wurde besonders Topinambur empfohlen.
Ein Jahr später berichtete die Frau, die Rizinusölpaclcungen hätten
ihr geholfen. Doch 30 Jahre später sagte sie, ihre Gallenblase sei im
Anschluß an diese Behandlung chirurgisch entfernt worden, sie
glaube jedoch, die Operation hätte vermieden werden können, wenn
sie auch weiterhin den Behandlungsanweisungen von Cayce gefolgt
wäre.
Gastritis und Verdauungsstörungen
Verdauungsstörungen sind die Unfähigkeit des Organismus, die Nah-
rung richtig zu .yerdauen. Die üblichen Symptome sind unter anderem
Sodbrennen, Ubelkeit, Blähungen, Krämpfe, ein schlechter Ge-
schmack im Mund, Erbrechen und Durchfall. Verdauungsstörungen
können auch ein Begleitsymptom anderer Krankheiten sein. Oft zei-
gen Verdauungsstörungen und Blinddarmentzündung die gleichen
Symptome.
Gastritis ist eine Entzündung der Magenwände und kann typische
Symptome zeigen, von der Appetitlosigkeit bis zu Magenblutungen.
Bei der chronischen Gastritis können es aber auch nur sehr milde
oder gar keine Symptome sein.
Cayce hat 83 Personen im Alter von neun Monaten bis zu 74 Jahren
insgesamt 109 Behandlungsanweisungen für Verdauungsstörungen
oder Gastritis gegeben.
Eliminationsstörungen waren die Hauptursache der Verdauungs-
störungen und wurden in 48 Fällen festgestellt. Nach Cayce wurden
die Darm- und Magenwände als Folge der unzureichenden Ausschei-
dung von Giftstoffen durch den Magen-Darm-Kanal gereizt, was wie-
derum zu Verdauungsstörungen und der Ansammlung weiterer Gift-
stoffe führte. Die Folge konnten weitere Probleme mit den Verdau-
ungsorganen sem.
Ein belastender Faktor war in 40 Fällen eine Koordinationsschwä-
che des Nervensystems, und zwar gewöhnlich als Folge von Wirbel-
verschiebungen. Das behinderte die normalen Funktionen des Ma-
gens, der oft mit der Produktion von zuviel Magensäure reagierte.
In 29 Fällen waren Kreislaufstörungen eine weitere Ursache, die
möglicherweise auf die Ansammlung von Giftstoffen im Organismus
und die daraus entstehende Überladung der Ausscheidungswege zu-
rückzuführen waren. In einigen Fällen trat neben den Verdauungsstö-
rungen und der Gastritis auch eine Blutarmut oder die Neigung zur
Blutarmut auf.
In sieben Fällen stellte Cayce Unausgewogenheiten in den Drüsen-
funktionen als belastenden Faktor fest. Obwohl nur in wenigen Fällen
eine falsche Diät mit diesem Leiden in Verbindung gebracht wurde,
zeigen die zahlreichen in den Anweisungen enthaltenen Diätvor-
schriften, daß die Ernährung oft ein wichtiger Faktor war. Gelegent-
lich werden auch Verwachsungen und Läsionen im Magen und im
Darmkanal erwähnt.
Behandlung
In 54 Fällen konzentrierten sich die Behandlungsanweisungen auf
eine Umstellung der Ernährung. Cayce hatte zwar festgestellt, daß die
meisten dieser Personen sich mit einer unter gewöhnlichen Umstän-
den ganz normalen Kost ernährten, hielt jedoch eine Umstellung der
Diät für notwendig, um etwas gegen ihre gegenwärtigen Beschwerden
tun zu können. So verordnete er leichtverdauliche Speisen, die reich-
lich Vitamine und Mineralien enthielten. Die Betonung lag dabei auf
frischem Obst und Gemüse sowie etwa Rindfleischextrakt zur Ver-
vollständigung des Speisezettels. Außerdem riet er diesen Patienten,
die Mahlzeiten pünktlich zu einer bestimmten Zeit einzunehmen und
darauf zu achten, daß sie nicht zuviel und nicht zuwenig aßen.
In 37 Fällen wurden spinale Manipulationen verordnet. Diese Kor-
rekturen sollten sich auf die Rückenwirbel konzentrieren, von denen
die Nervenimpulse zum Magen und zum Darmtrakt ausgingen.
In 34 Fällen wurden Maßnahmen zur Anregung der Ausschei-
dungsorgane verschrieben, um den Organismus von überschüssigen
Toxinen zu reinigen und die Verdauungsorgane zu entspannen. Am
häufigsten waren dies Darmspülungen und Klistiere. Ebensooft ver-
schrieb Cayce aber auch Abführmittel wie Wismutmilch und/oder
Castoria. Gelegentlich wurden sowohl Medikamente zum Einneh-
men als auch äußerliche Anwendungen verordnet.
Therapeutische Maßnahmen wurden in 28 Fällen verschrieben, am
häufigsten die radioaktive Kompresse und der elektrische Vibrator.
In 24 Fällen verordnete Cayce verdauungsfördernde Mittel. Aci-
gest, Al-Caroid, Ulmenwasser, Safrantee, Pepsin und Olivenöl wur-
den jeweils mehrmals erwähnt. Diese Präparate sollten der Beruhi-
gung der Magenwand dienen und den Stoffwechsel sowie die Aus-
scheidung von Giftstoffen anregen.
17 Personen sollten sich massieren lassen, um damit zur Entspan-
nung des Organismus beizutragen und die normalen Funktionen der
verschiedenen Organe zu unterstützen. Zu den empfohlenen Massa-
gemitteln gehörten Olivenöl oder eine Mischung aus Schafstalg,
Kampfer und Terpentin.
In 15 Fällen verschrieb Cayce auf dem Bauch aufzulegende Packun-
gen. Am häufigsten waren es Rizinusöl-oder verschiedene Salzpak-
kungen, aber auch Packungen mit zerquetschten Weintrauben und
Glyko-Thymolin wurden genannt.
Neun Personen verschrieb Cayce die verschiedensten Kräuterto-
nika zur Anregung der Verdauung und anderer Funktionen sowie zur
Wiederherstellung der Spannkraft des Organismus. In acht Fällen
empfahl er zur Entspannung des Körpers entweder allgemeine oder
besondere hydrotherapeutische Maßnahmen. Jeweils in drei Fällen
verschrieb er Atomidin und Calcios. Weitere Anweisungen betrafen
die heilende Wirkung der körperlichen R u h ~ \ des Sonnenlichts, der
frischen Luft und maßvoller gymnastischer Ubungen.
Krankengeschichte
Zwar haben die meisten Patienten, die sich für die Behandlung ihrer
Magenbeschwerden von Cayce beraten ließen, keine Erfolgsberichte
abgegeben, aber immerhin berichteten 22 von ihnen, daß sich ihr
Zustand gebessert habe.
Ein interessanter Fall, über den kein Bericht vorliegt, war der eines
41jährigen Mannes, der drei Anweisungen zur Behandlung einer aku-
ten Gastritis erhielt (Patient 5545). Nach der Diagnose von Qayce
führten Stoffwechselstörungen und Kreislaufstörungen zur Uber-
säuerung des Magens, was wiederum Läsionen in der Magenwand zur
Folge hatte.
Zur Wiederherstellung des Basen-Säure-Gleichgewichts wurde
der Mann angewiesen, seine Diät auf alkalisch reagierende und
leichtverdauliche Speisen umzustellen. AufKaffee und Tee sollte er
verzichten.
Mit der zweiten Anweisung empfahl er ihm spinale Manipulatio-
nen, vor allem im Bereich des vierten, siebenten und achten Rücken-
wirbels zur Harmonisierung der Magentätigkeit Zur Anregung der
Ausscheidungsorgane sollte er täglich einen Teelöffel russisches wei-
ßes Öl und einen Teelöffel Petrolagar einnehmen.
Die erste Anweisung besagte, daß die oben genannte Therapie
fortgesetzt und, wenn gewünscht, Darmspülungen vorgenommen
werden sollten.
Gehirnhautentzündung ---> Enzephalitis
Gelbsucht ---> Hepatitis
Gicht- Arthritis
Glatzenbildung
Es gibt sieben verschiedene Typen der Glatzenbildung, zu der es bei
Männern und bei Frauen kommen kann. Statistische Erhebungen
haben ergeben, daß mehr als 75 Prozent der männlichen Bevölkerung
an Glatzenbildung verschiedenen Ausmaßes leiden. Man nimmt an,
daß diese Erscheinung in den meisten Fällen aufErbanJagen zurück-
zuführen ist, aber der Haarausfall kann auch durch hormonelle De-
fekte, Diätfehler, Streß, Blutarmut, bestimmte Medikamente und die
falsche Behandlung der Kopfhaut begünstigt werden.
Edgar Cayce hat ftir 65 Personen, die an Haarausfall litten, 95
Behandlungsvorschläge gemacht. Darin verweist er auf Behandlungs-
methoden, mit denen der Haarausfall rückgängig gemacht oder ihm
vorgebeugt werden kann.
Etwa einem Drittel dieser Personen sagte er, daß eine Schwächung
der Drüsentätigkeit, besonders der Schilddrüse, die Ursache des
Haarausfalls sei. Mehr als ein Viertel der Diagnosen wiesen darauf
hin, daß Kreislaufstörungen entweder allein oder im Zusammenwir-
ken mit Drüsenstörungen den Haarausfall verursacht hatten.
Behandlung
Für Personen mit Haarausfall verordnete Cayce die verschiedensten
Behandlungsmethoden. Sie richteten sich nach dem Ausmaß des
Haarverlusts und seinen Ursachen. In den meisten Fällen verschrieb
er lokale Anwendungen, eine Umstellung der Diät oder innerlich zu
nehmende Medikamente.
Am häufigsten empfahl er die äußerliche Behandlung mit einer aus
20prozentigem Getreidealkohol, weißer Vaseline und Rohöl beste-
henden Lösung.
Die typische Behandlung bestand aus einem 30 bis 40 Minuten
dauernden Einmassieren kleiner Mengen Rohöl in die Kopfhaut.
Anschließend sollte die Kopfhaut mit der Alkohollösung gereinigt
und eine kleine Menge weiße Vaseline einmassiert werden.
Bei Schuppenbildung wurde in einigen Fällen Listerin zur Einrei-
bung verschrieben. Die am häufigsten empfohlenen Shampoos waren
Kiefernteershampoo oder eine Mischung aus gleichen Teilen Olivenöl
und Palmoliveshampoo.
Um die Durchblutung der Kopfhaut anzuregen, wurde in acht Fäl-
len die Bestrahlung mit violettem Licht und in zwei Fällen die Ver-
wendung eines elektrischen Vibrators empfohlen. In zahlreichen Fäl-
len wurde als indirekte Behandlung die chiropraktische Korrektur der
Wirbelsäule (mit einer gleichzeitigen Massage) verschrieben.
Zum Einnehmen wurde am häufigsten Atomidin verordnet, um die
Drüsentätigkeit und damit auch den Haarwuchs anzuregen. Die am
meisten verschriebene Dosierung war täglich fünf Tage lang ein Trop-
fen in einem halben Glas Wasser vor dem Frühstück mit einer an-
schließenden Pause von fünf Tagen, nach denen die gleiche Menge an
den folgenden fünf Tagen noch einmal eingenommen werden sollte.
Danach zwei Wochen Pause. Der Behandlungszyklus konnte auf
diese Weise über sechs Monate wiederholt werden.
In der Ernährung sollte auf jodhaltige Kost geachtet werden. Am
häufigsten wurden die Schalen irischer (gewöhnlicher weißer) Kar-
toffeln und/oder das Wasser verschrieben, in dem diese Kartoffeln
(oder ihre Schalen) gekocht worden waren. Damit sollten die natürli-
che Haarfarbe wiederhergestellt sowie die Drüsentätigkeit und das
Wachstum der Haare angeregt werden. Wegen ihres Jodgehalts wur-
den ganz besonders Fische und Meeresfrüchte empfohlen.
Krankengeschichte
Ein 32jähriger Mann (Fall1467) erhielt 19 verschiedene Behand-
lungsanweisungen in der Zeit zwischen seinem 32. und 39. Lebens-
jahr. Nach Cayce litt er unter den Auswirkungen einer Verletzung der
Wirbelsäule vom dritten Rückenwirbel bis zum zweiten und dritten
Halswirbel und dem dadurch entstandenen Druck auf die Nerven, der
die Durchblutung der Kopfhaut behinderte. Außerdem war es in den
äußeren Blutgefäßen zu einem Stau von Giftstoffen gekommen, weil
der Organismus diese Stoffe nicht ausscheiden konnte. Dazu kam
eine Schilddrüsen-Schwäche.
Für die Kopfhaut verordnete Cayce Massagen mit Vaseline und eine
anschließende Reinigung mit einer 35prozentigen Getreidealkohollö-
sung. Als der Haarausfall damit nicht beseitigt werden konnte, wur-
den weitere äußere Behandlungsmethoden verschrieben, darunter
die abwechselnde Behandlung mit alkalischen und sauren Antisep-
tika wie Listerin und Fitch's Scalp Tone. Alle zehn Tage sollte die
Kopfhaut mit Seife und Wasser massiert und anschließend zur Anre-
gung der Durchblutung der Kopfhaut mit einem Shampoo gewaschen
werden, das Chinin enthielt. Später wurde ein Olivenölshampoo
empfohlen, um das Haar geschmeidig zu machen.
Zur Anregung der Tätigkeit der Schilddrüse wurden eine Aufbau-
diät und die Einnahme von Atomidin verschrieben. Auch die Diät
spielte bei dieser Therapie eine besonders wichtige Rolle. Sie sollte
reichlich Meeresfrüchte, rohes Gemüse, Zitrusfrüchte und abführen-
des Obst wie Pflaumen oder Feigen enthalten.
Glaukom - Grüner Star
Das Glaukom, die zweithäufigste Ursache der Blindheit, tritt in zwei
Formen auf. Gewöhnlich ist es das Weitwinkelglaukom ohne
Einengung des Kammerwinkels. Das zweite ist das akute Engwinke I-glaukom, das Schmerzen verursacht und das Gesichtsbild ver·
schwammen erscheinen läßt.
Edgar Cayce hat 14 Personen in verschiedenen Stadien dieser Au-
genkrankheit 17 Behandlungsanweisungen gegeben.
Als häufigste Ursache für das Entstehen eines Glaukoms gibt Cayce
eine Drüsenfunktionsstörung an, besonders Störungen in den Funk-
tionen der Nebennieren. Außerdem spricht er von Toxinen oder »in-
fektiösen Kräften« im Organismus, der Ablenkung normaler Nerven-
impulse zu den Augen, gewöhnlich aufgrundvon Wirbelverschiebun-
gen, Kreislaufstörungen und einem Versagen der Ausscheidungsor-
gane, Nieren- und Leberstörungen und einem allgemeinen Kräfte-
schwund im Organismus. In zwei Fällen hatte das Glaukom nach
seiner Ansicht zum Teil karmische Ursachen, das heißt eine angebo-
rene Neigung zu dieser Krankheit.
Nach Cayce konnten diese Faktoren entweder einzeln oder im
Zusammenwirken zu Stoffwechselstörungen, Kreislaufstörungen
und/ oder zur Behinderung der Nervenimpulse zu den Augen und zu
Unwohlsein, manchmal Entzündungen und einem fortschreitenden
Abnehmen der Sehkraft führen.
Behandlung
Die von Cayce zur Behandlung des Glaukoms gegebenen Anweisun-
gen waren in fast allen Fällen die gleichen. Für alle Patienten bis auf
einen wurden spinale Manipulationen in der Form von Massagen
oder osteapathischen Maßnahmen verordnet. Sie sollten sich auf den
Bereich der Hals- und Rückenwirbel konzentrieren, und anschlie-
ßend sollten die betreffenden Körperstellen bei einzelnen Patienten
mit heißen Kompressen erwärmt werden.
In etwa der Hälfte der Fälle empfahl Cayce hydrotherapeutische
Maßnahmen. Dazu gehörten (gewöhnlich feuchte) heiße Kompres-
sen auf bestimmten Stellen der Wirbelsäule, Schwitzbäder (trockene
Hitze, gelegentlich aber auch mit durch kochendes Wasser erzeugtem
Dampf), Dampfbäder mit Substanzen wie Atomidin und Hamamelis,
Darmspülungen und Abbrausen mit heißem und kaltem Wasser.
In etwa einem Drittel der Fälle wurden verschiedene elektrothera-
peutische Maßnahmen verordnet, für die jeweils besondere Anwei-
sungen gegeben wurden. Am häufigsten waren es die radioaktive
Kompresse, die Erlanger-Therapie und die Naßzellenkompresse oder
manchmal auch nur »schwache elektrische Schwingungen«. Häufig
verordnete Cayce auch eine besondere Diät, die Karotten und andere
Gemüse in rohem und gekochtem Zustand enthalten sollte.
Krankengeschichte
Typisch waren die für den Fall698, einen erwachsenen Mann, verord-
neten therapeutischen Maßnahmen. Er sollte wenigstens einmal mo-
natlich ein Dampfbad mit Atomidin und einer Temperatur von nicht
mehr als 36 Grad Celsius nehmen. Damit sollten die Ausscheidungs-
organe angeregt, Druck abgebaut und die Drüsentätigkeit im Organis-
mus verbessert werden. Später sollten für das Dampfbad Eukalyptus,
Wintergrün und Kiefernnadelöl verwendet werden.
Nachjedem Dampfbad sollte eine Massage mit einer Mischung aus
Nujol, Hamamelis, Benzaintinktur und Sassafrasöl vorgenommen
werden, und zwar besonders im Bereich der Halswirbel, der oberen
Rückenwirbel und der Lendenwirbel. Zu allen hydrotherapeutischen
Maßnahmen gehörten auch weit hinaufreichende Darmspülungen zur
Senkung des Blutdrucks.
Die Diät sollte vorwiegend alkalisch sein, durfte kein fettes oder rotes
Fleisch enthalten, und die Speisen sollten Phosphor, Gold und Sili-
zium enthalten, das waren zum Beispiel Karotten, lauchblättriger
Bocksbart, Kürbis, die Schalen weißer Kartoffeln und eßbarer Eibisch.
Zu der Therapie gehörten außerdem radioaktive Kompressen.
Gonorrhö bei Frauen
Gonorrhö ist eine ansteckende Entzündung der Genitalschleimhäute
und wird in den meisten Fällen durch Geschlechtsverkehr übertra-
gen. Die Symptome sind unter anderem Schmerzen und Brennen
während des Wasserlassens und Schleimabsonderungen. Es kann
auch zu anderen Komplikationen wie einer Vaginitis kommen.
Cayce hat fünf mit Gonorrhö infizierten Frauen 12 Behandlungsan-
weisungen gegeben. Vier von ihnen sagte er, ihre Erkrankung sei zum
Teil oder allein auf ihre falsche innere Einstellung oder ihre negativen
Gefühle zurückzuführen. So erklärte er zum Beispiel in einer Behand-
lungsanweisung für den Fall272, daß die Ursachen der Erkrankung
»sowohl physisch als auch psychopathologisch« seien. In der Anwei-
sung schilderte er die physische Entwicklung der Krankheit und ihre
enge Beziehung zu einer negativen inneren Haltung.
In etwa der Hälfte der Fälle enthielt das Blut Bakterien, die norma-
lerweise auf dem Verdauungsweg hätten ausgeschieden werden kön-
nen, aber bei der Gonorrhö hatten sich diese Bakterien auf den
Kreislauf ausgebreitet und zu Komplikationen wie Leberstauungen
und einer Übersäuerung der Nieren geführt.
Behandlung
Zu den Maßnahmen für die Behandlung der Gonorrhö, die von Cayce
empfohlen wurden, gehörten im allgemeinen Duschen und Sitzbäder,
eine Nahrungsumstellung und eine Änderung der inneren Haltung. In
etwa der Hälfte der Fälle zog Cayce als Alternative chirurgische Ein-
griffe in Betracht, wenn die Krankheit virulenter zu werden drohte,
sagte aber nicht, wie diese Eingriffe aussehen sollten. Wahrscheinlich
dachte er an Erweiterung oder Kürettagen. In den meisten Fällen
verordnete er jedoch Duschen. Dazu empfahl er in vier von fünf
Fällen stark verdünntes Kreolin als Antiseptikum. In der Hälfte der
Fälle wurde zum gleichen Zweck Duschen mit verdünntem Atomi-
din verordnet. Einige Frauen wurden angewiesen, abwechselnd ver-
schiedene Lösungen zum Duschen für die Reinigung und Alkalisie-rung der Vagina zu verwenden.
In 75 Prozent der Fälle wurden Sitzbäder verordnet. Die fur das Bad
verschriebene Lösung bestand in den meisten Fällen aus Myrrhen-
tinktur, die mit Storaxbalsam, Tolubalsam oder Aloe in Wasser aufge-
kocht werden sollte. Zur Anregung der Drüsentätigkeit empfahl
Cayce in der Hälfte der Fälle die Einnahme von Atomidin. Zwei
Patientinnen verschrieb er zur besseren Heilung die Bestrahlung mit
violettem Licht. Die Diät sollte ausgewogen sein und aus alkalisch
reagierenden Speisen bestehen. Fleisch, Fett und Meeresfrüchte soll-
ten vermieden und der Verzehr von Süßigkeiten und stärkehaltigen
Speisen eingeschränkt werden.
Krankengeschichte
Einer 32jährigen, an Gonorrhö erkrankten Frau, die Cayce um eine
Diagnose und um die Bestätigung ihres Verdachts gebeten hatte, daß
ihr Mann ein Verhältnis mit ihrer Schwester habe, gab er acht Be-
handlungsanweisungen. Die erste Anweisung für den Fall272 be-
schäftigte sich in erster Linie mit ihrem Zustand und erklärte, daß ihre
innere Haltung einen wesentlichen Einfluß auf die Erkrankung ge-
habt habe: »Hier finden wir das Vorhandensein schwerer Sorgen,
und darauf haben sich im Körper die geistigen Kräfte der Aggression,
der Unzufriedenheit und der Ablehnung einzelner Personen gestaut
und einen Zustand erzeugt, der schädigend wirkt.« Eine Verschie-
bung des vierten Lendenwirbels habe diese Unausgewogenheit da-
durch verstärkt, daß die Ausscheidungen aus den Beckenorganen
beschleunigt worden seien.
Cayce empfahl der Frau, ihre innere Haltung zu ändern und nach-
sichtiger zu werden. Er verschrieb ihr ein Kräutertonikum zur Beruhi-
gung und Harmonisierung der Nerven sowie zur Veränderung der
Schwingungskräfte in ihrem Organismus. Osteapathische Korrektu-
ren sollten in den Bereichen der Halswirbel, der oberen Rückenwirbel
und der Lendenwirbel vorgenommen werden.
In der zweiten Behandlungsanweisung verordnete er zweimal täg-
lich vorzunehmende Spülungen mit stark verdünntem Lysol oder
einem Antiseptikum mit ähnlichen Eigenschaften. Um die Absonde-
rungen zu verringern, sollten der untere Teil der Wirbelsäule und die
Schamgegend mit ultraviolettem Licht bestrahlt werden. Von nun an
sollte ein neues Kräutertonikum verwendet werden, das die Reini-
gung des Organismus erleichterte. Bei der Ernährung sollte die Frau
auf Fleisch, Fett und fettige Speisen verzichten. Der Hauptteil der
Mahlzeiten sollte aus Gemüse bestehen, besonders aus Hülsenfrüch-
ten und Blattgemüse.
In den folgenden Anweisungen riet Cayce zu einer Ausschabung,
um die Beschwerden zu lindern. Duschen mit Kreolin (ein halber
Teelöffel aufvier Liter Wasser) und dann mit Atomidin (30 Gramm auf
300 Gramm Wasser) sollten die Infektion bekämpfen. Atomidin sollte
auch innerlich genommen werden, und zwar zweimal täglich fünf bis
acht Tropfen in einem halben Glas Wasser. Gelegentlich verordnete
Cayce auch Abführmittel.
Aus den anschließenden Berichten geht hervor, daß sich der Ge-
sundheitszustand der Frau allmählich besserte, und in ihrem letzten
Brief schreibt sie, in ihrer inneren Haltung habe sich eine dramatische
Veränderung zum Positiven vollzogen.
Gonorrhö bei Männern
Gonorrhö ist eine ansteckende Geschlechtskrankheit mit einer Ent-
zündung der Schleimhäute in den Genitalien. Bei Männern ist die
Krankheit gekennzeichnet durch Brennen beim Urinieren und einen
serösen oder milchigen Ausfluß. Nach wenigen Tagen nehmen die
Schmerzen zu, und der Ausfluß verstärkt sich, wird gelb und kann
manchmal Blut enthalten.
Cayce hat neun erkrankten Männern 18 Behandlungsanweisungen
gegeben, die sich hauptsächlich mit den therapeutischen Maßnah-
men beschäftigten. Nach seiner Diagnose war die Ursache der Er-
krankung in jedem Fall eine Infektion im Genitalbereich. In vielen
Fällen waren durch diese Infektion toxische Substanzen ins Blut und
in die Lymphdrüsen gelangt, was zu Verdauungsstörungen und zu
Koordinationsstörungen zwischen dem zerebrospinalen und dem
sympathischen Nervensystem geführt hatte. Außerdem traten häufig
als Folge der Schmerzen beim Urinieren und von Verengungen der
Harnröhre oder des Blasenausgangs Probleme beim Wasserlassen auf.
Behandlung
Die in sieben Fällen wichtigste Behandlungsmethode waren Spülun-
gen des Penis mit einer Harnröhrenspritze. Diese Maßnahme sollte
mehrmals wöchentlich getroffen werden, um die Blase und den Be-
reich der Prostata zu reinigen und Verengungen in der Harnröhre
vorzubeugen. Die dazu verwendete Lösung bestand meist aus in de-
stilliertem Wasser aufgelöstem Atomidin. Gewöhnlich waren es sie-
ben bis zehn Tropfen Atomidin auf 30 Gramm Wasser.
In den meisten Fällen wurden strenge Diätvorschriften gegeben.
Verboten waren Rind- oder Schweinefleisch, Fett, stärkehaltige Le-
bensmittel wie Weißbrot, weiße Kartoffeln und Reis. Besonders emp-
fohlen wurden Obst und grünes Blattgemüse. Fur die Dauer der Be-
handlung sollten die Patienten auf das Rauchen und auf alkoholische
Getränke verzichten.
Massagen und Einreibungen mit Erdnußöl, Olivenöl und Alkohol
sowie Schwitzbäder sollten in zahlreichen Fällen zur Entspannung
des Körpers und zur Entgiftung des Organismus vorgenommen wer-
den.
In vier Anweisungen verordnete Cayce verschiedene Kräutertonika
aus der Ampferwurzel, Buccoblättern, Klettenwurzelöl, Schmerwurz-
öl und Tolubalsam. Diese Tonika sollten mehrmals täglich in kleinen
Mengen genommen werden, um die allgemeine Reinigung des Orga-
nismus und die Verdauung zu unterstützen.
Die innere Haltung wurde als besonders wichtig für die Heilung
und Verhinderung der Gonorrhö bezeichnet. Cayce sagte dem Patien-
ten 849, die Gesundheit ließe sich wiederherstellen »durch eine sau-
bere Lebensführung, körperlich und geistig, und durch das Bemühen
um Selbsterkenntnis ... um sich rein und unbefleckt von der Welt zu
halten«.
Krankengeschichte
Ein 35jähriger Mann litt als Folge einer Gonorrhö unter einem
schlechten Gesundheitszustand (Patient 2317). Sein Blut war in Mit-
leidenschaft gezogen worden, und die Krankheit hatte Kreislauf- und
Nervenstörungen verursacht sowie eine Unausgewogenheit zwischen
den Funktionen des zerebrospinalen und des sympathischen Nerven-
systems, die wiederum den ganzen Organismus belastete.
Zur Behandlung verordnete Cayce tägliche Penisspülungen mit
einem Teelöffel Atomidin auf60 Gramm destilliertes Wasser. Zusätz-
lich sollte der Patient jeden Morgen drei Tropfen in Wasser aufgelöstes
Atomidin einnehmen. Dazu verschrieb Cayce als Maßnahme gegen
die Infektion ein Kräutertonikum, von dem täglich viermal jeweils ein
Teelöffel eingenommen werden sollte. Das Tonikum bestand aus
Ampferextrakt, Klettenwurzelöl, der Rinde des Gelbholzbaumes,
Fenchel, Schmerwurz, Buccoblättern, Holunderblüten und Tolubal-
sam. Zur Reinigung des Dickdarms von Toxinen, die durch das Toni-
kum in den Verdauungstrakt befördert worden waren, empfahl Cayce
gelegentliche Darmspülungen.
Obwohl dieser Patient keinen Bericht über den Erfolg dieser Be-
handlung abgab, schrieb ein anderer Patient (391 ), der sechs Behand-
lungsanweisungen erhalten hatte, seine Symptome seien nach der
Befolgung der Empfehlungen Cayces verschwunden.
120
Grippe- Influenza
Grippe ist eine durch ein Virus verursachte Infektionskrankheit. Zu
den Symptomen gehören im allgemeinen Fieber, Schüttelfrost, Hu-
sten, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und gelegentlicher Brech-
reiz.
Cayce hat für 13 Personen im Alter von drei bis 75 Jahren insgesamt
23 Behandlungsanweisungen für grippeähnliche Erkrankungen gege-
ben.
In all diesen Fällen war eine Virusinfektion die unmittelbare Ursa-
che der Erkrankung. Zu den weiter erwähnten Ursachen gehörten
Faktoren, welche die Widerstandsfähigkeit des Organismus so weit
verringerten, daß das Grippevirus im Körper wirksam werden konnte.
In acht Fällen sprach Cayce von Unausgewogenheiten im Kreislauf
und in den Ausscheidungsorganen. Gewöhnlich hatten Blutstauun-
gen in der Leber und im Lymphsystem, die durch Kreislaufstörungen
entstanden waren, zu Druck und Reizungen der Schleimhäute ge-
führt. Die Folge waren die erhöhte Produktion von Lymphe, eine
Infektion und Fieber.
Störungen im Verdauungstrakt führten zu einer Ansammlung von
Toxinen im Dickdarm und im Blut. Dadurch entstanden Blutstauun-
gen und eine Überforderung des Blutkreislaufes. Auch Stoffwechsel-
störungen und Wirbelverschiebungen konnten belastende Faktoren
sein. Wenn solche Faktoren sich häuften, entstand eine Situation,
welche die Vermehrung von Bakterien begünstigte, was wiederum zu
Fieber und zahlreichen anderen für eine Grippe typischen Sympto-
men führte.
Außerdem setzten sich Bakterien in der Luftröhre und im Bereich
der Brust fest und belasteten die Atmungsorgane. Dadurch kam es zu
einer Verschleimung von Nase und Lungen und einem starken Hu-
stenreiz.
Behandlung
Die von Cayce zur Behandlung der Grippe verordneten Maßnahmen
richteten sich vor allem darauf, den Blutandrang zu reduzieren und
die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen Infektionen zu stärken.
In allen bis auf zwei Fällen gab Cayce auch Anweisungen für die
Umstellung der Diät. Dabei empfahl er flüssige und halbflüssige Spei-
sen, um den Organismus möglichst wenig zu belasten, bis die unange-
nehmsten Auswirkungen der Infektion erfolgreich bekämpft waren.
Die Diät für diese Patienten bestand fast ausschließlich aus Obst und
Obstsäften (besonders Zitrusfrüchten), Gemüse und Gemüsesäften,
Rindfleischextrakt und Eigelb gemischt mit etwas Alkohol und Milch.
In weniger schweren Fällen konnten auch andere leichtverdauli-
che, aufbauende Speisen gegessen werden, solange die Diät vor allem
aus alkalisch reagierenden Substanzen bestand. Diese Diät enthielt
Vollkornflocken, Leber, Meeresfrüchte und Eier. Verzichtet werden
sollte auf andere Fleischsorten, Fett, größere Mengen Süßigkeiten
und stärkehaltige Gerichte.
Um die Stauungen im Organismus abzubauen und die Ausschei-
dung von Giftstoffen anzuregen, verordnete Cayce in 11 Fällen die
verschiedensten Maßnahmen. Am häufigsten verschrieb er Klistiere
oder Darmspülungen und das Abführmittel Castoria. Dieses Mittel
sollte während des ganzen Tages häufig in kleinen Dosen eingenom-
men werden, bis sich der Erfolg einstellte.
Sechs Patienten wurden angewiesen, spinale Manipulationen vor-
nehmen zu lassen, um den Kreislauf zu regulieren und die Tätigkeit
der Nieren und des Dickdarms anzuregen. Diese Manipulationen
sollten sich vor allem auf den Bereich der Rücken- und Halswirbel
konzentrieren. Die ebenso häufig verordneten Massagen sollten den
gleichen Zwecken dienen.
Um den Blutandrang zu reduzieren, sollten die Füße und Unter-
schenkel in zwei Fällen mit einer Mischung aus Schafstalg, Kampfer-
spiritus und Terpentinspiritus eingerieben werden.
Fünf Personen verordnete Cayce verschiedene Inhalationsthera-
pien. Dabei sollten Inhalationsmittel auf Alkoholbasis, Sprays und
Dämpfe aus einer »Kruppschale« eingeatmet werden. Die Inhalatio-
nen sollten schleimlösend wirken, den Blutandrang abbauen und den
Hustenreiz lindern. Kräuterpräparate zur Linderung des Hustenrei-
zes und zur Schleimlösung wurden in zwei Fällen verordnet. Zwei
andere Personen wurden angewiesen, eine Mischung aus Eiweiß,
Zitronensaft, Honig und Glyzerin einzunehmen.
In vier Fällen verordnete Cayce Packungen an verschiedenen Kör-
perstellen. In einem Fall sollten Packungen mit Epsomsalz auf den
Bauch gelegt werden und in einem anderen auf den oberen Teil des
Rückens. In einem Fall empfahl Cayce Zwiebelkompressen aufHals
und Brust, in einem anderen sollten diese Kompressen im Nacken, auf
den Hinterkopf und die Magenhöhle aufgelegt werden. Diese Kom-
pressen, die wenigstens zwei bis drei Stunden liegenbleiben sollten,
bestanden aus einer einen viertel oder einen halben Zoll dicken
Schicht roh geriebener Zwiebeln in einem Stoffsack Anschließend
durfte der Patient ein Bad nehmen.
Für drei Patienten verschrieb Cayce Hydrotherapien, zweimal in
der Form heißer Bäder mit Senfwasser für die Füße und die Unter-
schenkel zur Anregung der Durchblutung. Gelegentlich verordnete er
auch andere Maßnahmen wie Calcidin, Safrantee, eine Elektrothera-
pie und Natriumbicarbonat in Wasser. In einigen Anweisungen gab
122
Cayce den Patienten auch allgemeine Verhaltensregeln und riet
ihnen, sich warm zu halten, Zug zu vermeiden, für warme und trok-
kene Füße zu sorgen und sich bis zur vollständigen Genesung mög-
lichst ruhig zu verhalten.
Nachwirkungen
Grippe ist gekennzeichnet durch das plötzliche Einsetzen von Fieber,
Schüttelfrost, Unwohlsein, Husten und allgemeiner körperlicher
Schwäche. Sie kann den Körper so nachhaltig schädigen, daß sich die
Genesung bei einzelnen Patienten verzögert.
Edgar Cayce hat 11 Personen insgesamt 12 Anweisungen für die
Behandlung der Nachwirkungen einer Grippe gegeben. Bei zehn
dieser Fälle wurde als das Hauptproblem eine Störung bei der Durch-
blutung der Leber genannt, welche die Produktion von Lymphe un-
terbrochen hatte, ein Vorgang, der schon beim ersten Grippeanfall zur
Schwächung des Organismus beigetragen hatte.
Eliminationsstörungen, die zu der Zunahme von Giftstoffen im
Körper geführt hatten, wurden in allen außer drei Fällen erwähnt. Bei
sieben Personen wurden als ein damit im Zusammenhang stehender
Faktor Stoffwechselstörungen festgestellt. In seinem geschwächten
Zustand konnte der Körper die ihm mit dem Essen zugeführten Nähr-
stoffe nicht verwerten, was zu einer weiteren Schwächung des Orga-
nismus führte.
In vier Fällen litten die Patienten außerdem unter den Folgen spina-
ler Subluxationen. Läsionen und Druck im Bereich der Rücken- und
Halswirbel behinderten die Weiterleitung der Nervenimpulse und
verursachten weitere Störungen im Kreislauf.
Behandlung
Die von Cayce verordneten Maßnahmen hatten vor allem den Zweck,
die Widerstandsfähigkeit des Körpers zu erhöhen. In zehn Fällen
verordnete Cayce die Umstellung der Diät auf aufbauende und alka-
lisch reagierende Speisen wie Obst, Gemüse und ihre Säfte. Vollkorn-
erzeugnisse, Eigelb, Meeresfrüchte und leichte Fleischsorten wurden
ebenfalls empfohlen, während Schweinefleisch, stärkehaltige Spei-
sen, Weißbrot und gebratene Speisen vermieden werden sollten.
In acht Fällen verordnete Cayce Maßnahmen zur Reinigung des
Darmtrakts von Toxinen und anderem belastendem Material. Am
häufigsten verschrieb er Darmspülungen und Klistiere, gelegentlich
aber auch Abführmittel.
In sieben Fällen ordnete er spinale Manipulationen an, vor allem
um den Druck im Bereich der Leber und der Nieren zu verringern. In
123
den Anweisungen für zwei Personen wurden spezifische osteapathi-
sche Massagen zur Entspannung des ganzen Körpers verschrieben.
Zur Stimulation des Kreislaufs empfahl Cayce in vier Fällen elektro-
therapeutische Maßnahmen. In der Hälfte dieser Fälle waren das
radioaktive Kompressen.
Auch Kräutertonika wurden viermal verschrieben. Diese Tonika
sollten den Stoffwechsel anregen und den Organismus ganz allgemein
stärken. Sie enthielten verdauungsfördernde Stoffe wie wilden Gin-
seng und wilden Ingwer.
Grauer Star---> Katarakt
Grüner Star Glaukom
Gürtelrose---> Herpes zoster
Hämophilie - Bluterkrankheit
Hämophilie ist eine Blutkrankheit, die dadurch gekennzeichnet ist,
daß sich die Blutungen nach einer Verletzung längere Zeit nicht
stillen lassen. Die Ursache ist ein chemischer Defekt im Blut, der die
normale Blutgerinnung verhindert.
Obwohl Hämophilie im allgemeinen als Erbkrankheit angesehen
wird, hat Cayce keine Erbfaktoren als Ursache angegeben. In seinen
beiden Diagnosen für an Hämophilie leidende Personen führte er sie
auf Stoffwechselstörungen zurück, verursacht von einem chemischen
Defekt, oder auf »den Mangel an den Stoffen im Blut, die zum Aufbau
der Gefäßwände und ihre Haltbarkeit notwendig sind ... Wenn es
also zu Prellungen oder Verletzungen des Körpers kommt, bilden sich
blutunterlaufene Stellen oder Blutgerinnsel« (2769-1 ).
Obwohl man also heute der Auffassung ist, daß die Hämophilie
gewöhnlich in bestimmten Familien vererbt wird, glaubte Cayce, daß
sie heilbar sei, und verordnete für solche Patienten zwei spezifische,
wenn auch verschiedene therapeutische Maßnahmen.
Behandlung und Krankengeschichte
Die erste Anweisung gab er für einen zehn Monate alten Jungen, der
schon nach leichten Prellungen blau-schwarze Flecken bekam. Zur
Behandlung verschrieb er kleine Mengen Blutpudding aus Kalbsleber
und die Naßzellenkompresse. Diese Kompresse sollte 20 Minuten
aufgelegt werden, und zwar täglich abwechselnd zwischen Lösungen
mit Goldchlorid, Kampferspiritus und Atomidin, und jedesmal sollten
die Metallplatten an anderen Stellen aufgelegt werden.
124
Aus den vorliegenden Berichten geht hervor, daß seine Anweisun-
gen nicht befolgt wurden, weil der Vater des Kindes glaubte, eine
solche Behandlung würde nichts nützen.
Der Fall 2832 war eine 30jährige Frau. Für sie verschrieb Cayce eine
wöchentliche Hydrotherapie mit Dampfbädern und einer anschlie-
ßenden gründlichen Massage mit einer Mischung aus Olivenöl, Erd-
nußöl und Lanolin. Diese Behandlung sollte über einen Zeitraum von
vier oder fünf Wochen vorgenommen und dann drei oder vier Tage
unterbrochen werden. Anschließend verordnete Cayce osteapathi-
sche Korrekturen zur Beseitigung eines Drucks auf die Wirbelsäule,
der sich als Folge der Erkrankung entwickelt hatte.
Außerdem empfahl er Gymnastik im Freien und eine ausgewogene
Diät mit reichlich Zitrussäften, rohem Gemüse, Fisch, Geflügel und
Lammfleisch. Außerdem sollten die Speisen die Vitamine A, D und
B 1 sowie Eisen enthalten.
Über den Erfolg dieser letzten Therapie liegen keine Berichte vor.
Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind vergrößerte Venen im Gewebe des Mastdarms
oder um den After. Sie können durch zu große Anstrengung bei der
Entleerung, bei trockenem Stuhl oder in der Schwangerschaft durch
den Druck entstehen, den ein vergrößerter Uterus auf den Mastdarm
ausübt. Auch Leberstörungen können zu diesem Leiden beitragen.
Die Symptome sind gewöhnlich Schmerzen und Beschwerden beglei-
tet von Juckreiz und manchmal sogar Blutungen aus dem Mastdarm.
Edgar Cayce hat für 94 Personen mit Hämorrhoiden insgesamt 126
Behandlungsanweisungen gegeben. Diese Personen waren 17 bis 78
Jahre alt. Der Hauptfaktor war, wie Cayce feststellte, in 67 Fällen
Eliminationsstörungen. In seinen Diagnosen führte er das Entstehen
von Hämorrhoiden häufig auf eine Störung im Dickdarm zurück,
4.urch welche die Vermehrung von Giftstoffen im Körper zu einer
Ubersäuerung geführt hatte. Als weitere Ursache nannte er in 25
Fällen Kreislaufstörungen als Folge der Belastung des Organismus
durch diese Toxine.
In 18 Fällen glaubte er, daß spinale Probleme, meist in der Form von
Subluxationen, zum Entstehen der Hämorrhoiden beigetragen hät-
ten. In 15 Fällen waren Stoffwechselstörungen die Ursache, und eine
Unausgewogenheit in den Drüsenfunktionen, von der oft auch Nie-
ren und/oder Leber betroffen waren, hatte in neun Fällen zum Entste-
hen von Hämorrhoiden geführt. Die Drüsenstörungen führten bei
Männern zu einer Vergrößerung der Prostata, und dadurch verstärkte
sich nach Ansicht von Cayce der Druck auf die Venen im Bereich des
Mastdarms.
125
In sieben Fällen erwähnte er eine allgemeine Schwächung des Or-
ganismus und die Auswirkungen von Verletzungen im unteren Be-
reich der Wirbelsäule. In sechs Fällen hatten auch emotionale
Schwierigkeiten zum Entstehen der Hämorrhoiden beigetragen.
Behandlung
Die zur Behandlung von Hämorrhoiden verordneten Maßnahmen
waren in allen Fällen fast die gleichen. Zur Linderung der Schmerzen
und gegen die Schwellung verordnete Cayce in 65 Fällen eine äußerli-
che Behandlung, am häufigsten mit einem Präparat, das als Tim be-
zeichnet wurde. Es enthielt Jod, Benzoin, Butterfett und Tabak. In
weiteren 17 Anweisungen verordnete er eine Mischung aus Karbol-
säure (Phenol), Mineralöl und Glyzerin. In sechs Anweisungen ver-
schrieb er die sogenannte Pazosalbe (Pazo Ointment). In einzelnen
Fällen, in denen die Patienten unter besonders starken Schmerzen
litten, empfahl er ein Präparat aus Akonit (Eisenhut) und Laudanum.
Für 52 Patienten verordnete Cayce eine Umstellung der Ernährung.
Insbesondere sollten wegen ihrer abfuhrenden Wirkung reichlich
Obst und Gemüse gegessen werden. Wichtig war außerdem, daß die
Diät aus alkalisch reagierenden und aufbauenden Nahrungsmitteln
bestehen sollte, zum Beispiel aus Vollkorngerichten und Rindfleisch-
extrakt.
In 19 Fällen wurden Maßnahmen zur Anregung der Ausschei-
dungsorgane empfohlen, darunter Darmspülung, Klistiere und milde
Abfuhrmittel wie Olivenöl, Castoria und Enosalze.
Zur Regulierung des Kreislaufs und Normalisierung der Nervenim-
pulse wurden in 34 Fällen Wirbelsäulenkorrekturen verordnet, oft im
unteren Teil des Rückgrats.
In 25 Fällen sollten der Kreislauf und die Funktionen der inneren
Organe durch Massagen angeregt werden. In vielen Fällen wurde eine
Mischung aus Lanolin, Olivenöl und Erdnußöl oder aus Olivenöl und
Myrrhentinktur als Massageöl verordnet. ..
In 23 Anweisungen empfahl Cayce gymnastische Ubungen. Außer
in drei Fällen war es die folgende: Stellen Sie sich barfüßig aufrecht
hin, heben Sie langsam die Hände über den Kopf und richten Sie sich
gleichzeitig allmählich auf die Zehen auf. Dann beugen Sie sich nach
vom, bis Sie mit den Händen nach Möglichkeit den Boden berühren
können.
In den meisten Verordnungen sollte diese Übung jeden Morgen und
jeden Abend nackt ausgeführt werden. Cayce erklärte die Wirksam-
keit dieser Übungen damit, daß dabei die inneren Organe weit genug
angehoben würden, um einen großen Teil des Drucks auf den Unter-
bauch zu nehmen.
126
20 Personen verschrieb er hydrotherapeutische Maßnahmen zur
Anregung des Kreislaufs und zur Förderung der Ausscheidung von
Toxinen durch die Hautporen. Hier wurden am häufigsten Dampfbä-
der und Sitzbäder genannt.
19 Personen sollten elektrotherapeutische Maßnahmen vorneh-
men. Am häufigsten wurde die Bestrahlung mit violettem Licht ver-
schrieben, manchmal mit einer in den After einzuführenden Lampe.
19 Personen verschrieb er verdauungsfördernde Mittel wie ein Pep-
sinlaktat, Acigest und Safrantee, um die Fähigkeit des Körpers zu
erhöhen, Nährstoffe in körpereigene Stoffe umzuwandeln.
In 16 Fällen wurden Packungen verordnet, aber nur sechs waren
besonders für die Behandlung der Hämorrhoiden bestimmt. Die an-
deren sollten daneben vorhandene Beschwerden lindern. Zu den
ersten sechs gehörten vier Epsomsalzpackungen auf dem unteren Teil
des Rückens. In zwei Fällen waren es Eispackungen im Bereich des
Afters.
Harninkontinenz
Harninkontinenz ist die Unfähigkeit, den Urin zu halten, und kann
durch Streß, eine überdehnte, schwache Blase oder andere Ursachen
entstanden sein. Cayce hat fünf Personen, die daran litten, fünf Be-
handlungsanweisungen gegeben. Die meisten von ihnen waren ältere
Menschen.
Edgar Cayce erklärte diese Blasenschwäche von Fall zu Fall ver-
schieden. In zwei Fällen hatte eine falsche Diät zur Übersäuerung und
Ansammlung von Zucker im Organismus geführt und in einem Fall
eine Verengung der Harnröhre verursacht. In zwei anderen Fällen sah
Cayce die Ursache in einer Behinderung der Nervenfunktionen als
Folge von Wirbelverschiebungen oder von chemischen Reaktionen
im Organismus, welche die Funktion der Nerven beeinträchtigten. In
einem anderen Fall hatte sich ein 72jähriger Mann dieses Leiden
durch Verspannungen im Genitalbereich zugezogen.
Behandlung
Cayce hat die Harninkontinenz fast nur mit einer Umstellung der
Diät, Massagen und Manipulationen und heißen Packungen behan-
delt.
Diätvorschriften fanden sich in jeder Behandlungsanweisung, und
darin wurden zucker- und stärkehaltige Speisen sowie Schweine-
fleisch und gebratene Speisen grundsätzlich verboten. Dagegen soll-
ten die Mahlzeiten Salat, Sellerie, Karotten, rote Bete, Gemüsesuppen
und Gelatine enthalten.
127
In vier der fünf Fälle verordnete er spinale Manipulationen oder
Massagen zur Entspannung und Regulierung der Ausscheidungsor-
gane. In ebenso vielen Anweisungen sagte er den Patienten, wie die
verschiedenen heißen Packungen hergestellt und angewendet werden
sollten. Dabei handelte es sich hauptsächlich um mit Glyko-Thymolin
oder Rizinusöl getränkte Packungen, die auf den Unterbauch oder
den Genitalbereich aufgelegt werden sollten, um den Druck auf die
Blase zu lindern. In zwei Fällen verschrieb er Darmspülungen und das
Einnehmen von Olivenöl.
Krankengeschichte
Der Fall 5146 war eine 54jährige Frau, der es wegen des ständigen
Drangs, urinieren zu müssen, nicht mehr möglich war, ihre Freunde
zu besuchen oder sich auch nur für kurze Zeit aus der Wohnung zu
entfernen.
Nach Cayces Diagnose wurden ihre Beschwerden durch eine Über-
säuerung aller Ausscheidungswege _yerursacht, die durch falsche Eß-
gewohnheiten entstanden war. Die Ubersäuerung erzeugte Störungen
im Magen und im Darmtrakt, die wiederum die Nieren belasteten, in
denen es deshalb zu einer Überaktivität gekommen war. Außerdem
stellte Cayce spinale Subluxationen vom fünften bis zum neunten
Rückenwirbel fest.
Alle Süßigkeiten wie Kuchen, Torten und Gebäck sollten gemieden
werden. Er verordnete der Frau heiße Rizinusölpackungen über Le-
ber und Bauch, die drei Tage lang täglich eine Stunde aufgelegt wer-
den sollten. Anschließend sollte eine heiße Glyko· Thymolinkom-presse im Genitalbereich sowie im Bereich der Nieren und der Blase
angelegt werden. Schließlich sollte die Frau stündlich einen Teelöffel
Olivenöl einnehmen, bis es zu einer Entleerung durch den Verdau-
ungskanal kam.
Zur Wiederherstellung des Basen-Säure-Gleichgewichts im Orga-
nismus sollte sie täglich drei Gläser Wasser mit jeweils fünf Tropfen
Glyko-Thymol in trinken. Zur Beseitigung der Wirbelverschiebungen
verordnete er spinale Korrekturen.
Hepatitis
Hepatitis ist eine durch eine Infektion verursachte Leberentzündung,
zu der es auf verschiedene Weise kommen kann, zum Beispiel durch
verunreinigte Nahrung oder durch Bluttransfusionen. Zu den Sym-
ptomen gehören Appetitlosigkeit, Übelkeit, Fieber, Druckempfind-
lichkeit im Bereich der Leber und eine Vergrößerung der Leber. Wenn
die Hepatitis länger andauert, kann sich daraus eine Gelbsucht mit
128
einem rapiden Gewichtsverlust und einer erheblichen Schwächung
des Organismus entwickeln. Zwar gibt es zwei verschiedene Typen
der Hepatitis, es ist uns aber heute kaum noch möglich, aus den
Anweisungen von Cayce zu schließen, um welche Typen es sich je-
weils gehandelt hat.
Edgar Cayce hat 13 an Hepatitis erkrankten Personen 14 Behand-
lungsanweisungen gegeben. Sie standen im Alter von einem bis zu 68
Jahren. Als Ursache wurden in fünf Fällen Eliminationsstörungen
angegeben, die häufig zu einer Verlangsamung der Leberfunktionen
führten, aus der sich dann die Hepatitis entwickelte. Eine Entzün-
dung der Gallenblase, die zu Stoffwechselstörungen führte, wurde in
vier Fällen als Ursache angegeben. Durchblutungsstörungen im Be-
reich der Leber wurden in einem Fall und eine Unausgewogenheit in
den Drüsenfunktionen in einem anderen erwähnt.
Behandlung
Die im allgemeinen verordneten Maßnahmen richteten sich zunächst
auf eine Anregung der Ausscheidungsfunktionen und bestanden aus
den verschiedensten Packungen, die jeweils in acht Fällen verordnet
wurden. Mit beiden Maßnahmen sollte die Leber entgiftet werden.
Am häufigsten verordnete Cayce Packungen mit Rizinusöl, einmal
aber auch mit den Blättern der Königskerze. Die Packungen sollten
auf den Unterbauch und die Nierengegend aufgelegt werden. Zur
Anregung der Ausscheidung von Toxinen verschrieb Cayce Darmspü-
lungen oder tiefe Klistiere mit verschiedenen Salz- und Natriumlö-
sungen. Zuletzt sollte der Dickdarm mit einem Teelöffel Glyko· Thy·molin auf einen Liter Wasser g e r e i n i ~ werden. ln einigen Fällen
verordnete Cayce auch Abführmittel und Tonika. Eines der empfohle-
nen Abführmittel war »so viel Castoria, daß es gründlich wirken kann:
alle halbe Stunde ein halber Teelöffel, bis die oberen Darmwege
gründlich gereinigt sind«.
In sechs Fällen verordnete Cayce eine Umstellung der Diät auf
alkalisch reagierende Speisen, besonders Obst, Gemüse und ihre
Säfte. Der Fleischgenuß sollte verringert und manchmal ganz vermie-
den werden mit Ausnahme von Rindfleischextrakt In einigen Fällen
verordnete Cayce künstlich vorverdaute Speisen, bis der Organismus
die Umwandlung der Nährstoffe in körpereigene Stoffe selbst bewälti-
gen konnte.
Sechs Personen verschrieb Cayce Ganzkörpermassagen mit den
verschiedensten Substanzen wie Kakaobutter und Mischungen aus
verschiedenen Ölen .. Mit den Massagen sollte die Durchblutung in der
Lebergegend angeregt und sollten die Leber und die in ihrer Nähe
liegenden Organe von Toxinen gereinigt werden.
129
Krankengeschichte
Fünf der 13 Patienten, die Anweisungen zur Behandlung der Hepatitis
erhalten hatten, berichteten, daß sie den Ratschlägen von Cayce ge-
folgt waren und gute Ergebnisse damit erzielt hätten. Negative Be-
richte liegen nicht vor.
Besonders interessant war der Fall einer 60jährigen Frau (Fall
3670). Eine Entzündung der Gallenblase wurde als Hauptursache
angegeben. Sie hatte Stoffwechselstörungen zur Folge, die den Orga-
nismus schwächten.
Cayce verordnete aus drei bis vier Schichten mit heißem Rizinusöl
getränktem Flanellstoff bestehende Packungen, die täglich morgens,
nachmittags und abends jeweils eine Stunde über Galle und Leber
aufgelegt werden sollten, bis sich der Zustand des Patienten gebessert
hatte. Ein elektrisches Heizkissen sollte die Packung warm halten.
Nachjeder Packung sollte eine neuropathische oder osteapathi-
sche sanfte Massage erfolgen. Mit diesen Massagen sollte nicht die
Wirbelsäule korrigiert werden, sondern sie sollte nur zur Entspan-
nung dienen. Anschließend sollte auch der Bauch, besonders im
Bereich der Gallengänge, leicht mit Kakaobutter massiert werden.
Nach der ersten Packung sollte die Patientin einen halben Teelöffel
Olivenöl einnehmen, und zwar stündlich einmal, solange sie wach
war. Die ganze Therapie mit den Packungen, Massagen und dem
Olivenöl sollte so lange fortgesetzt werden, bis der Organismus sich
gereinigt hatte.
Außerdem verordnete Cayce eine aufbauende Diät mit Gemüse,
Hühnersuppe und Rindfleischsaft Auf Reis sollte verzichtet werden,
aber wenn gewünscht, durfte die Hühnersuppe mit Gerstengrütze
gekocht werden. Die Suppe durfte auch Kartoffeln, Karotten und rote
Bete enthalten. Rote Betensaft wurde besonders empfohlen. Kaffee
und Tee waren erlaubt, aber nur ohne Milch.
Aus den anschließenden Berichten entnehmen wir, daß die Patien-
tin und ihre Familie die Anweisungen von Cayce befolgt hatten und
sie von der Gallenentzündung und der sich daraus entwickelnden
Hepatitis vollkommen geheilt wurde.
Herpes simplexund Mundgeschwüre
Edgar Cayce hat 16 Behandlungsanweisungen für 13 Personen mit
Mundgeschwüren und je eine Behandlungsanweisung für zwei Perso-
nen mit Herpes simplex gegeben. Ersteres sind schmerzhafte Ge-
schwüre um den Mund oder auf den Lippen. Herpes simplex ist eine
Virusinfektion mit häufig auftretenden Läsionen, die überall auftreten
kann, am häufigsten aber auf den Lippen, dem Mund und den Genita-
130
lien. Da die Symptome beider Krankheiten ähnlich sind, besprechen
wir sie hier im gleichen Abschnitt.
In allen Fällen von Mundgeschwüren und Herpes simplex stellte
Cayce andere organische Probleme fest, die den Organismus für Rei-
zungen im Bereich des Gesichts prädisponiert hatten. Im allgemeinen
glaubte Cayce, mit solchen Erkrankungen versuche der Körper, po-
tentiell ernstere Leiden zu umgehen, und sie entstünden gewisserma-
ßen als Warnsignale.
Er glaubte, alle erkrankten Personen litten unter V erdauungsstö-
rungen und Störungen bei der Ausscheidung toxischer Stoffe, was zur
Übersäuerung des Organismus beigetragen habe. In zehn Fällen wur-
den die Wunden im Gesicht auf den Rückstau der Magensäure in die
Speiseröhre und den Mund zurückgeführt, wo diese Säure die
Schleimhäute gereizt habe. Als Ursachen der Verdauungsstörungen
wurden in sieben Fällen spinale Subluxationen oder Läsionen ange-
geben, welche besonders im Bereich der Leber zu Koordinationsstö-
rungen geführt hätten. In vier anderen Fällen wurden Toxine im Blut
und Störungen bei deren Ausscheidung als Ursache für die Verdau-
ungsstörungeil genannt. In einigen Fällen bezeichnete Cayce auch
einen Blutandrang als auslösenden Faktor.
Behandlung
In sieben Fällen wurde eine Umstellung der Nahrung angeordnet.
Dazu sollten diese Personen mehr alkalisch reagierende Nahrungs-
mittel zu sich nehmen wie rohes und gekochtes Blattgemüse und
Zitrusfrüchte sowie Fisch, Geflügel, Lammfleisch und Vollkornflok-
ken. Verzichtet werden sollte auf fette und stärkehaltige sowie säure-
bildende Speisen.
In zehn Fällen verschrieb Cayce zur Entspannung beitragende Ma-
nipulationen und/ oder Massagen und Einreibungen hauptsächlich
im Bereich des Rückens und der Wirbelsäule, um eine Verschiebung
der Wirbel zu korrigieren und die Ausscheidungsorgane anzuregen.
Für die Massagen sollten die verschiedensten Substanzen verwendet
werden. Zur Beseitigung von Blutstauungen wurde zweimal eine Mi-
schung aus Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus verord-
net. In drei Fällen verschrieb Cayce besondere osteapathische Kor-
rekturen von Rückenwirbelverschiebungen und Läsionen.
Zur Beseitigung örtlicher Beschwerden verschrieb er für sieben
Patienten das Ausspülen des Mundes mit alkalischen Antiseptika wie
Lavoris oder verdünntes Glyko-Thymolin oder Atomidin. Daneben
empfahl er Kompressen mit Karbolvaselin, unverdünntem Ipsab,
einer Laudanum-Aconit-Kombination und Kampfer.
Außerdem verordnete Cayce alkalisierende Medikamente zum Ein-
nehmen wie geringe Dosen Glyko-Thymolin in Wasser, Bisodol und
Al-Caroid. In sechs Fällen erwähnte Cayce Methoden zur Anregung
der Entgiftung des Körpers. Am häufigsten wurden Castoria, Darm-
spülungen und besonders zubereitete Präparate, die in einigen Fällen
aus Kräutern hergestellt werden sollten, verschrieben. Sie sollten in
wechselnden Zeitabständen verabreicht werden, um die Entgiftung
des Organismus anzuregen. In drei Fällen wurde eine Hydrotherapie
verschrieben, und zwar auch um die Ausscheidung von Giftstoffen
und den Kreislauf anzuregen. Ebenso häufig wie eine Hydrotherapie
wurden Packungen auf die Bauchgegend angeordnet, und zwar mit
Rizinusöl, Glyko-Thymol in, Essig und Salz.
Krankengeschichte
Bei einem 34jährigen Mann führte Cayce dessen Mundgeschwüre auf
eine Übersäuerung des Organismus zurück (Fall2462). Die auslö-
sende Ursache seien spinale Läsionen im Bereich der Rückenwirbel
und des unteren Teils der Wirbelsäule, welche die Impulse für den
Kreislauf blockierten und zu einer Ansammlung von Giftstoffen im
Organismus geführt hätten.
Zu der verordneten Behandlung gehörten osteapathische Korrek-
turen über einen Zeitraum von zehn Tagen. Besonders erwähnt wur-
den der fünfte, sechste, achte und neunte Rückenwirbel und der
Bereich des Steißbeins und des Kreuzbeins. Nach der dritten Behand-
lung der Wirbelsäule sollte eine umfassende hydrotherapeutische Be-
handlung beginnen. Dazu gehörten ein Schwitzbad, eine Darmspü-
lung, heiße und kalte Brausebäder und eine gründliche Massage der
ganzen Wirbelsäule mit Erdnußöl und einer anschließenden Abrei-
bung mit Alkohol. Nach einer Ruhepause von zehn Tagen sollten
sechs weitere Korrekturen der Wirbelsäule vorgenommen werden.
Nach der Hauptmahlzeit sollte der Patient täglich einen Teelöffel
Al-Caroid in Wasser einnehmen und anschließend zwei ganze Gläser
Wasser trinken. Einmal monatlich sollte er lithiumhaltiges Mineral-
wasser trinken.
Der Speisezettel sollte täglich wenigstens einmal rohes Gemüse
enthalten. Verzichten sollte der Patient auf kohlensäurehaltige Ge-
tränke, gebratene Speisen, süßes Gebäck und Kuchen. Erlaubt war
allerdings ein gelegentliches Stück Obstkuchen. Für die örtliche Be-
handlung sollte ein alkalisches Antiseptikum verwendet werden wie
Glyko-Thymolin oder Lavoris.
In einem anschließenden Bericht hieß es, daß der Patient 2462 von
einer Besserung seines Zustandes berichtet hatte, obwohl zur Zeit
dieses Berichts noch keine vollständige Heilung eingetreten war. Wei-
tere Berichte liegen uns nicht vor.
132
Herpes zoster - Gürtelrose
Gürtelrose oder Herpes zoster ist gekennzeichnet durch Schmerzen
entlang einer Nervenbahn und eine anschließende schmerzhafte
Bläschenbildung. Sie tritt gewöhnlich bei Erwachsenen auf, und in
seltenen Ausnahmefällen erwirbt der Patient nach Überwindung der
ersten Erkrankung eine lebenslange Immunität.
Edgar Cayce hat zehn Personen mit Gürtelrose 11 Behandlungsan-
weisungen gegeben. Als Ursache für die Gürtelrose nannte er eine
Virusinfektion und warnte, daß die Krankheit bei älteren oder stark
geschwächten Personen zum Tode führen könne. Bei allen bis auf
zwei Patienten nannte er Eliminationsstörungen als Hauptursache. In
sechs Fällen sagte er, daß Kreislaufstörungen für das Entstehen der
Gürtelrose mitverantwortlich seien, und in drei Fällen stellte er einen
Koordinationsmangel zwischen dem sympathischen und dem zere-
brospinalen Nervensystem fest.
Behandlung
Die am häufigsten verordneten Maßnahmen sollten die Funktionen
der Ausscheidungsorgane normalisieren. Zu ihnen gehörten das Trin-
ken von Tee aus Wassermelonenkernen, das Einnehmen von süßem
Salpetergeist, von Olivenöl, einer blutreinigenden Mischung aus Ro-
chellesalzen, Weinsteinsäure und Schwefel sowie anderer Abführmit-
tel. In drei Fällen verschrieb Cayce Darmspülungen.
Außerdem verordnete er verschiedene äußerlich anzuwendende
Präparate, und sehr häufig empfahl er gegen die Hautreizungen einen
Körperpuder, der Zinkstearat und Balsam enthielt. Vor seiner An-
wendung sollte auf die betroffenen Hautstellen ein Eisbeutel aufgelegt
oder diese mit warmem Sodawasser abgewaschen werden. Zum glei-
chen Zweck verordnete Cayce aber auch andere Lösungen.
In sechs Fällen empfahl er eine alkalisch reagierende, leichtverdau-
liche Diät. Bei diesen Beschwerden sollte der Speisezettel nach Mög-
lichkeit in der Hauptsache aus Obst, Zitrussäften, rohem und gekoch-
tem Gemüse und deren Säften bestehen. Verzichtet werden sollte auf
Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch, den gleichzeitigen Verzehr von Zitrus-
früchten und Getreideflocken und auf Äpfel.
Fünf Patienten empfahl Cayce spinale Manipulationen im Bereich
der Rücken- und Halswirbel, um diese Teile der Wirbelsäule auf den
unteren Teil des Rückgrats einzurichten. Gewöhnlich verschrieb er
zwei bis sechs Korrekturen in einem Zeitraum von mehreren Wochen.
Gelegentlich wurden. auch Massagen verordnet. Sie sollten ein- oder
zweimal wöchentlich vorgenommen werden.
133
Krankengeschichte
Die Patienten mit Gürtelrose haben zahlreiche Berichte über den
Erfolg der empfohlenen Behandlung abgegeben, aber nur wenige von
ihnen lassen eindeutige Schlüsse zu. Obwohl die meisten Patienten
nur von Teilerfolgen berichteten oder behaupteten, die von Cayce
verordneten Maßnahmen hätten ihnen keine Besserung gebracht,
hatten sie die Anweisungen nicht vollständig oder nicht richtig be-
folgt.
Ein Fall, der auf die Behandlung ansprach, war ein 60jähriger Mann
(322), der eine Behandlungsanweisung für Gürtelrose bekommen
hatte. Als Ursache diagnostizierte Cayce Eliminationsstörungen und
Kreislaufstörungen.
Zu den von ihm verordneten Maßnahmen gehörten eine alkalisch
reagierende Diät._rnit dem Verzicht auf Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch
und besonders Apfel; spinale Korrekturen im Bereich der oberen
Rückenwirbel und zur Unterstützung der Funktionen der Ausschei-
dungsorgane empfahl Cayce kleine Dosen süßen Salpetergeist (drei
bis fünf Tropfen zwei- bis dreimal täglich). Die gereizte Haut sollte mit
einem Puder behandelt werden, der Zinkstearat und Balsam enthielt.
Der Mann befolgte die Anweisungen von Cayce und berichtete, er
sei vollständig von seinem Leiden geheilt worden. Die von Cayce
empfohlene Diät gefiel ihm so gut, daß er sie einigen seiner Freunde,
die auch an Gürtelrose litten, empfahl. Das war unter anderem eine
Frau, die seinem Rat folgte und eine Besserung feststellte, bis sie eines
T.ages Apfelmus aß und feststellen mußte, daß sich der Genuß von
Apfeln negativ auf den Verlauf dieser Krankheit auswirkt.
Herzklappenfehler
Edgar Cayce hat vier Erwachsenen und zwei Kindern Behandlungs-
anweisungen für von ihm diagnostizierte Probleme mit den Herzklap-
pen oder den Klappen der großen Arterien gegeben. In drei dieser
Anweisungen warnte er davor, daß man mit dem Auftreten solcher
Fehler rechnen müsse, während sie in den übrigen drei Fällen bereits
akut waren.
Zu den Symptomen, die im allgerneinen bei diesem Leiden auftra-
ten, gehörten Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und Schwin-
del. In den meisten Fällen klagten die Patienten auch über andere
Beschwerden, die manchmal die gleichen Ursachen hatten. Während
sich das Leiden in jedem einzelnen Fall in einer spezifischen Weise
manifestierte, gab es Ähnlichkeiten bei den Ursachen und bei den von
Cayce empfohlenen therapeutischen Maßnahmen. In fast allen Fällen
hielt er das Leiden für heilbar.
134
Die häufigste und in fünfFällen erwähnte Ursache von Herzklap-
penfehlern waren Kreislaufstörungen. In mehreren Fällen war es eine
mangelhafte Durchblutung der Leber. In vier Fällen zeigten sich
Funktionsstörungen in den Ausscheidungsorganen, was aufgrundder
im Blut vermehrt vorhandenen Toxine den Kreislauf belastete.
Drei der sechs Patienten litten an Koordinationsstörungen im Ner-
vensystem, besonders zwischen dem sympathischen und dem zere-
brospinalen Nervensystem. Diese Koordinationsstörungen drückten
sich in zwei Fällen in der Form von Beschwerden im Rückenmark aus.
Bei einem Patienten waren diese Beschwerden durch Läsionen ausge-
löst worden, und beim anderen war es zu einem Stau im Bereich des
Steißbeins gekommen.
In zwei Fällen glaubte Cayce, Koordinationsstörungen in der Leber
und den Nieren festgestellt zu haben, und meinte, in einem dieser
Fälle seien sie die Hauptursache des Leidens. Bei zwei Fällen spielten
Stoffwechselstörungen eine Rolle, obwohl aus den Unterlagen nicht
hervorgeht, ob sie die Ursache oder das Ergebnis anderer Störungen
waren. In zwei weiteren Fällen sprach Cayce von Problemen auf der
mentalen und spirituellen Ebene. Einmal spielten dabei Angstzu-
stände eine Rolle, und im anderen Falle erklärte er diese Probleme als
»Teil der Entwicklung der Persönlichkeit«.
Behandlung
Zur Behandlung von Herzklappenfehlern verordnete Cayce im allge-
meinen etwa die gleichen Maßnahmen. In allen sechs Anweisungen
wurde eine Umstellung der Diät gefordert. Fünfmal empfahl er eine
alkalisch reagierende Standarddiät, bestehend aus frischem rohem
Gemüse sowie Fisch, Geflügel und Lammfleisch. Auf gebratene Spei-
sen, weißes Mehl und Zucker sollte verzichtet werden. Einem Patien-
ten verordnete er für die Dauer der Behandlung eine halbflüssige Diät.
In vier Behandlungsanweisungen und damit am zweithäufigsten
wurden Eliminationsstörungen als Krankheitsursache angegeben. In
drei Fällen verordnete Cayce Darmspülungen oder Klistiere, in einem
die Einnahme von Enosalzen. Viermal wurden auch Massagen ver-
ordnet, oft im Bereich der Hals- und Rückenwirbel. In den meisten
Fällen sollten die Massagen mit Erdnußöl vorgenommen werden.
Einer Patientin verordnete Cayce anstelle von Massagen spinale Ma-
nipulationen im Bereich der Rückenwirbel.
Zweimal verschrieb er Packungen, einmal mit Glyko-Thymolinan
der Schädelbasis, ein anderes Mal mit Rizinusöl über dem Bereich der
Leber und der Gallengänge. Zwei andere Patienten sollten Dampfbä-
der mit Atomidin nehmen. Ein Patient sollte bei dem Dampfbad eine
Mischung aus Hamamelis und Atomidin verwenden. Zweimal ver-
135
ordnete Cayce elektrotherapeutische Maßnahmen, einmal in der
Form von Bestrahlungen mit violettem ~ i c h t und einmal mit der
Naßzellenkompresse. Auch gymnastische Ubungen wurden zweimal
empfohlen, und in drei Anweisungen wurde darauf hingewiesen, daß
es notwendig sei, eine positive innere Haltung einzunehmen.
Krankengeschichte
Drei der sechs Patienten, die Behandlungsanweisungen von Cayce
erhalten hatten, berichteten von positiven Ergebnissen.
Besonders interessant war der Fall eines 66jährigen Mannes, der
unter Schwindel und Schwächeanfällen litt und zwei Anweisungen
erhalten hatte (Fal13036). Zwar zeigten sich bei ihm noch keine
deutlichen Anzeichen für einen Herzklappenfehler, aber Cayce
warnte ihn und sagte, dieses Leiden könne sich entwickeln und zu
einem Herzschlag führen.
Als Hauptursache für den Zustand des Mannes nannte er Stoff-
wechselstörungen und Eliminationsstörungen, durch die das Blut
»vergiftet« worden sei. Diese Störungen hatten, wie Cayce sagte, die
Funktionen des Nervensystems negativ beeinflußt und zu Bewe-
gungs- und Bewußtseinsstörungen geführt.
Er empfahl dem Mann, » soweit wie möglich auf Beruhigungsmittel
und Medikamente zu verzichten«. Außerdem verordnete er ihm eine
alkalisch reagierende Diät. Außerdem solle er nicht zu reichliche
Mahlzeiten zu sich nehmen, weil das die Verdauung und die Aus-
scheidungsorgane negativ beeinflussen werde.
Um die Verdauung anzuregen, verordnete Cayce ihm die Einnahme
von Enosalzen. Der Mann sollte jeden Morgen vor dem Frühstück
drei bis fünf Tage lang einen Teelöffel in einem Glas Wasser nehmen
und dasselbe nach einer Pause von fünf bis sechs Tagen wiederholen.
Zur Anregung des Kreislaufs, zur Entgiftung des Organismus und
zur allgemeinen Entspannung verordnete er ihm milde Dampfbäder
mit zwei Teelöffeln Atomidin auf 120 Gramm Wasser. Auf die wö-
chentlichen Dampfbäder sollte eine gründliche Einreibung mit einer
Mischung aus drei Teilen Kiefemnadelöl und einem Teil Olivenöl
erfolgen.
Der Patient 3036 berichtete, sein Zustand habe sich nach der Befol-
gung der Anweisungen von Cayce gebessert, da er jedoch immer noch
an Schwindelanfällen litt, bat er um weitere Anweisungen. Nun riet
ihm Cayce, die Dampfbäder und Massagen fortzusetzen, und sagte:
»Seien Sie geduldig, haben Sie Verständnis. Nutzen Sie Ihre Fähigkei-
ten konstruktiv, wenn sich Ihr Zustand weiter bessern soll.«
136
Herzjagen (krampfartig)
Das krampfartige Herzjagen ist eine starke und rasche Beschleuni-
gung des Herzschlags und des Pulses, die plötzlich auftreten kann. In
den 26 Behandlungsanweisungen für 16 Personen mit diesem Leiden
nannte Cayce die verschiedensten Symptome, die alle etwas mit
Kreislaufstörungen und/oder nervösen Störungen zu tun hatten.
In wenigstens fünfFällen war das Leiden auf Funktionsstörungen
der Ausscheidungsorgane zurückzuführen, die zur Ansammlung von
Giftstoffen im Blut geführt hatten. In fünf anderen Fällen diagnosti-
zierte Cayce spinale Subluxationen oder Läsionen, durch welche die
Weitergabe der Nervenimpulse zum Herzen gestört worden war. In
drei Fällen stellte er eine Blutarmut fest, und in zwei weiteren hatte
eine schwere Nervenbelastung zu Unregelmäßigkeiten im Herzschlag
und im Puls geführt.
Behandlung
Die therapeutischen Maßnahmen waren in allen Fällen etwa die
gleichen. Besonderen Wert legte Cayce auf eine Umstellung der Diät,
die in neun Fällen verordnet wurde. Dazu empfahl er Obst und Ge-
müse (besonders roh), Fisch, Geflügel und Lammfleisch. Auf anderes
Fleisch und gebratene Speisen sollte verzichtet werden.
In acht Fällen hielt er eine Reihe von wenigstens drei oder vier
Korrekturen der Wirbelsäule für notwendig, um den Druek auf das
Rückenmark zu verringern, der nach seiner Ansicht zur Beschleuni-
gung der Herztätigkeit und anderen Beschwerden geführt hatte.
In sieben Fällen verordnete er Massagen zur Entspannung des
Organismus und zur Anregung eines normalen Kreislaufs. In zwei
Fällen empfahl er Erdnußöl für die Massagen und in einem weiteren
verordnete er für einen Teil der Massagen den elektrischen Vibrator.
In sieben Fällen verschrieb er eine Elektrotherapie, besonders mit
der radioaktiven Kompresse, in zwei weiteren Fällen eine Kurzwel-
lendiathermie. Wie oft und wie lange diese Maßnahmen zu ergreifen
waren, wurde hier nicht gesagt.
Zur Behandlung der Störungen in den Ausscheidungsorganen ver-
schrieb Cayce in sechs Fällen verschiedene therapeutische Maßnah-
men wie Darmspülungen in regelmäßigen Zeitabständen, und zwar
mehrmals wöchentlich bis zu einmal alle sechs Wochen. Zur Anre-
gung der Ausscheidungsorgane verordnete er Tee aus Psylliumsamen,
Olivenöl oder eine Mischung aus Wismutmilch und Magnesiamilch.
In drei Fällen verschrieb er hydrotherapeutische Maßnahmen wie
Schwitz- und Dampfbäder sowie Abreibungen. Damit sollte die Aus-
scheidung von Giftstoffen durch die Haut verbessert werden.
137
Krankengeschichte
Insgesamt fünf Personen berichteten über gute Erfolge der von Cayce
verordneten therapeutischen Maßnahmen, darunter eine Frau, die
seine Anweisungen nur teilweise befolgt hatte. Im übrigen berichteten
zwei Personen, sie hätten diese Anweisungen nicht befolgt, weil an-
dere Patienten keine positive Reaktion festgestellt hätten
Für den Fall279, einen 31jährigen Mann, der unter periodischen
Anfällen von Herzjagen litt, gab Cayce acht Behandlungsanweisun-
gen. Als Ursachen für sein Leiden stellte Cayce Blutarmut und spinale
Subluxationen fest. Darüber hinaus litt der Fall279 ständig unter
Angstzuständen und Sorgen, die seine Furcht vor dem plötzlichen
Auftreten von Herzjagen noch vergrößerten. Zu dem Zeitpunkt, als
der Mann seine erste Behandlungsanweisung von Cayce erhielt,
wurde er bereits osteapathisch behandelt. Cayce verschrieb ihm zu-
sätzlich eine Reihe von Darmspülungen, die mehrere Wochen im
Abstand von jeweils zwei Wochen vorgenommen werden sollten.
Diese Therapie sollte so lange beibehalten werden, bis das körperliche
Wohlbefinden des Patienten wiederhergestellt war. Außerdem riet
ihm Cayce, sich keine unnötigen Sorgen in geschäftlichen Dingen zu
machen, die bisher wesentlich zu seinem Unwohlsein beigetragen
hatten. Gegen die vorhandenen Verdauungsstörungen, die als Folge
eines Zustands aufgetreten waren, riet er dem Patienten, gelegentlich
einen Tee aus Psylliumsamen zu trinken.
Nachdem dieser Patient die Anweisungen von Cayce befolgt hatte,
berichtete er, daß er sich viel besser fühle. Er hielt sichjedoch nicht an
die vorgeschriebene Diät und nahm deshalb an Gewicht zu, was
später zu weiteren Komplikationen führte.
Heuschnupfen
Heuschnupfen ist eine akute allergische Reaktion auf Pollen oder
andere die Schleimhäute reizende Stoffe. Die Ursache sind häufig
wiederholte Erkältungskrankheiten in der Kindheit, und die Sym-
ptome sind Nasenausfluß, wässerige, juckende Augen und häufiges
Niesen. Es kann auch zu asthmatischen Beschwerden kommen
Acht Personen im Alter von fünf bis 64 Jahren erhielten jeweils eine
Behandlungsanweisung für Heuschnupfen.
Edgar Cayce stellte fest, daß die häufigste Ursache des Heuschnup-
fens, und zwar in sieben der acht Fälle, Wirbelverschiebungen oder
Subluxationen waren, gewöhnlich im Bereich der Rücken- oder Hals-
wirbel. Diese Störungen reizten die Schleimhäute in der Luftröhre
und in den Nasengängen, beeinträchtigten den Lymphkreislaufund
machten den Körper »sehr empfänglich für Entzündungen als Reak-
138
tion auf Pollen, Staub und Gerüche, denn sie legten sich besonders auf
die Geruchsorgane und den Lymphkreislauf«. (5039-1)
Andere belastende Faktoren waren eine in vier Fällen festgestellte
Kreislaufschwäche, welche die Widerstandsfähigkeit des Organismus
gegen Infektionen verringerte, und Stoffwechselstörungen, die den
Körper dadurch schwächen konnten, daß der Organismus nicht mit
den notwendigen Nährstoffen versorgt wurde.
Behandlung
Die Methoden zur Behandlung des Heuschnupfens waren im allge-
meinen die gleichen. In sieben Fällen, in denen die Patienten unter
starken Beschwerden litten, verordnete Cayce Inhalationen. Die In-
halationsmittel waren Präparate aus Getreidealkohol, dem kleine Do-
sen schleimlösende Substanzen beigemischt wurden wie Eukalyptus-
öl, rektifiziertes Terpentinöl, Benzointinktur, Kiefernnadelöl und To-
lubalsam.
Zur Korrektur der Wirbelverschiebungen und Heilung der Läsio-
nen sowie zur Entspannung der Nervenzentren wurden in sechs Fäl-
len spinale Manipulationen verordnet. Sie sollten sich in fast allen
Fällen auf die Rückenwirbel konzentrieren, aber auch die korrekte
Lage der anderen Wirbel wiederherstellen.
Für sechs Patienten verordnete Cayce auch eine aus leichtverdauli-
chen und aufbauenden, alkalisch reagierenden Speisen bestehende
Diät. Der Speisezettel sollte aus Obst und Gemüse sowie leichtver-
daulichen Proteinen (Fisch, Geflügel und Lammfleisch) bestehen. Zu
vermeiden waren stärkehaltige Lebensmittel und Süßigkeiten. In zwei
Fällen wurden Darmspülungen und in einem Fall ein Klimawechsel
empfohlen.
Einem Patienten verschrieb Cayce ein Tonikum, das im Frühjahr
aus den zarten jungen Blättern der Ambrosiapflanze hergestellt wer-
den sollte. Die Blätter sollten in einem Liter destilliertem Wasser so
lange gekocht werden, bis die Hälfte des Wassers verdampft war. Der
Rest wurde durch ein Sieb gegossen und mit Kornalkohol ( 15 %) zur
Konservierung vermischt. Von diesem Tonikum sollte in den Mona-
ten Juli und August täglich ein halber Teelöffel eingenommen werden,
um eine Immunität gegen die Einwirkung von Pollen herzustellen.
139
Hexenschuß --->Lumbago
Hirntumore
Ein Tumor ist eine abnorme Masse von Zellen, die immer größer wird
und unabhängig von den sie umgebenden Strukturen wächst. Edgar
Cayce hat 16 Anweisungen fiir die Behandlung von Hirntumoren
gegeben, sechs davon für die gleiche Person.
Am häufigsten führte Cayce Hirntumore auf einen trägen Kreislauf
zurück, der es verhinderte, daß Teile des Hirns ausreichend mit Sauer-
stoff versorgt wurden. Die Kreislaufschwäche behinderte auch das
normale Ausscheiden von Nebenprodukten der Zellen und das Her-
anführen der die Krankheit bekämpfenden Lymphozyten. Eine unzu-
reichende Koordination der N erventätigkeit, Funktionsstörungen in
den Drüsen, Stoffwechselstörungen, psychologische Faktoren und
eine falsche Ernährung wurden als weitere Ursachen genannt.
Behandlung
Die in fast der Hälfte der Fälle empfohlene Behandlungsmethode
waren Massagen. In vier Anweisungen wird besonders darauf hinge-
wiesen, daß dabei eine reibende Bewegung vorn Kopf in Richtung auf
die unteren Extremitäten erfolgen soll. Für das Massageöl wurden
verschiedene Kombinationen angegeben. In zwei Anweisungen be-
stand es aus gleichen Teilen Olivenöl und Myrrhentinktur. Daneben
wurden eine Umstellung der Diät, eine Sonnentherapie und eine
Elektrotherapie (mit der Naßzelle oder der radioaktiven Kompresse)
verschrieben.
Krankengeschichte
Für eine 25jährige Frau (Fall673) war die Behandlung in vielerlei
Hinsicht repräsentativ für die Behandlungsmethoden in den Anwei-
sungen für die Mehrheit der an Hirntumoren leidenden Personen.
Ihre ersten Symptome, die plötzlich begannen, waren doppeltes
Sehen, Übelkeit, starke Kopfschmerzen und Schwindel. Nach einem
zwei Wochen dauernden Aufenthalt im Krankenhaus wurde der Zu-
stand der Frau als ein inoperabler und unheilbarer Hirntumor diagno-
stiziert. Wenige Monate später konnte sie den linken Arm und das
linke Bein nicht mehr bewegen.
Cayce stellte fest, der Tumor sei durch eine ernste Komplikation von
Faktoren verursacht worden, gegen die physisch ohne äußerste Ge-
duld und Ausdauer nur wenig getan werden konnte. Die Patientin
hatte den Glauben und das Vertrauen zu einem Freund verloren.
140
Diese physisch durch die Wirkung von Giften im Organismus kompli-
zierte Enttäuschung hatte zu einem Nervenzusammenbruch geführt,
und die Patientin hatte zeitweilig jede Kontrolle über ihre Emotionen
verloren. Außerdem hatten toxische Stoffe im Blut eine Entzündung
des Lymphsystems und eine Versteifung der Sehnen verursacht. An-
dere zu dem physischen Koordinationsverlust führende Ursachen
waren Drogenmißbrauch und Hypnose, die zu einer Vermehrung der
Giftstoffe im Organismus geführt hatten.
Cayce behandelte die psychologischen Aspekte des Leidens dieser
Frau dadurch, daß er ihr spirituelles Bewußtsein anregte. Dazu ge-
hörte die Aktivierung ihres Willens, sich von Zwangsvorstellungen zu
befreien, um wieder ein sinnvolles Leben zu führen. Jeden Abend vor
dem Zubettgehen sollte ihr ganzes zerebrospinales System massiert
werden, und zwar mit einem Massagemittel, das aus gleichen Teilen
Olivenöl und Myrrhentinktur bestand. Außerdem wurde ihr eine
besondere Diät verschrieben.
Später begab sie sich in die Behandlung eines Neurologen.
Hodgkin Syndrom
Das Hodgkin Syndrom ist gekennzeichnet durch vergrößerte, verhär-
tete und nichtempfindliche Lymphknoten. Es ist ein lokalisiertes Lei-
den, das dazu neigt, sich auf die benachbarten lymphatischen Struktu-
ren auszubreiten. Symptome wie Fieber, starke Schweißabsonderung
und Erschöpfungszustände treten gewöhnlich erst später auf.
Cayce führte die Krankheit in seinen Diagnosen für sechs Patienten
häufig auf eine Unausgewogenheit der Drüsenfunktionen zurück, die
sich auf den Lymphkreislauf und die Ausscheidungsorgane negativ
auswirkte. Drei Patienten hatten in der Jugend oder schon vor der
Geburt Wirbelsäulenverletzungen erlitten, die nach Cayce sowohl die
Koordination der Nerven als auch die Drüsenfunktionen störten. In
anderen Fällen veranlaßte ein chemisches Ungleichgewicht im
Lymphsystem die Überproduktion von lymphatischem Gewebe.
Behandlung
Die von Cayce für die Behandlung des Hodgkin Syndroms angeord-
neten Maßnahmen unterschieden sich in den einzelnen Fällen erheb-
lich voneinander. Am häufigsten empfahl er jedoch Korrekturen der
Wirbelsäule oder Massagen, wenn sich der betreffende Patient eine
Wirbelsäulenverletzung zugezogen hatte. Damit sollten die Nerven-
funktionen verbessert werden. Zwei Patienten verordnete er Bestrah-
lungen mit ultraviolettem Licht, in einem Fall durch ein grünes Glas,
um die Milz zur Produktion von mehr roten Blutzellen anzuregen.
In zwei Fällen verschrieb er zur Wiederherstellung der Vitalität des
Bluts eine stark eisen- und proteinhaltige Diät. Für die Ernährung
empfahl er Zitrusfrüchte, Rindfleisch, Eisen- und W eintonika, Rind-
fleisch- und Leberextrakt
Für besonders wichtig hielt er die innere Haltung des Patienten. Mit
einer positiven Haltung sollte der Organismus bei der Wiederherstel-
lung eines normalen Zustands unterstützt werden.
Krankengeschichte
Die Empfänger von fünf Behandlungsanweisungen für das Hodgkin
Syndrom gaben anschließend Erfolgsberichte ab. Zwei von ihnen
sprachen von einer Besserung ihres Zustands nach Beginn der Be-
handlung, aber sie beide und noch zwei andere starben bereits wenig
später. Ein Patient zeigte keine Besserung, obwohl wir nicht wissen,
ob er die Behandlungsanweisungen befolgt hat.
Dabei muß jedoch beachtet werden, daß sich das Hodgkin Syn-
drom bei den meisten Patienten, die Cayce um Hilfe gebeten hatten,
bereits in einem fortgeschrittenen Zustand befand. Die Behandlung
schien die Zerstörerische Wirkung der Krankheit nur zu verzögern,
nicht aber zu verhindern oder zu heilen.
In einem Fall ging es um einen 30jährigen Mann, der mit einer
bösartigen Anämie zu Cayce gekommen war, die sich rasch zu einer
Leukämie entwickelte. Aus Cayces Diagnose für den Fall2621 ging
hervor, daß eine chemische Unausgewogenheit eine chemische Reak-
tion im Organismus ausgelöst hatte, welche die Drüsenfunktionen
beeinflußte. Die in den Drüsen und den Lymphbahnen dadurch er-
zeugten Auswirkungen waren die des Hodgkin Syndroms.
Zu den von Cayce verordneten Maßnahmen gehörte das Einneh-
men eines Teelöffels Rindfleischextrakt in Abständen vonjeweils zwei
Stunden und die Bereicherung der Diät durch einen Leberextrakt
oder einen Leberpudding. Außerdem verordnete er eine tägliche fünf
Minuten dauernde Bestrahlung mit kurzwelligem ultraviolettem
Licht durch eine grüne Glasscheibe. Einmal wöchentlich sollte der
Patient heiße und kalte Duschen und Sitzbäder nehmen.
Zur Anregung der Drüsenfunktionen sollte täglich ein Tropfen Ato-
midin in einem halben Glas Wasser eingenommen werden. Diese
Dosierung sollte jeden Tag um einen Tropfen erhöht werden, bis es im
ganzen fünf Tropfen waren. Nach einer Pause von fünf Tagen sollte die
gleiche Therapie, beginnend mit einem Tropfen, wiederholt werden.
Cayce erklärte, mit dieser Therapie könne der Zustand des Patien-
ten gebessert werden, »wenn der Körper und die Menschen in seiner
Umgebung jene zuversichtliche Gebetshaltung einnehmen, mit der
die Kräfte und die Fähigkeiten des Körpers genutzt werden, und zwar
142
in einer spirituellen, geistig konstruktiven Art und Weise im Umgang
mit anderen« (2621-2).
Obwohl der Patient 2621 schließlich am Hodgkin Syndrom starb,
hat er Cayce in zahlreichen Briefen mitgeteilt, daß er sich als Folge der
von Cayce vorgeschlagenen Behandlung besser fühle.
Hypoglykämie - Absinken des Blutzuckers
unter Normalwerte
Hypoglykämie ist eine Verringerung des Blutzuckers und etwa das
Gegenteil der krankhaften Vermehrung des Blutzuckers, wie sie für
den Diabetes charakteristisch ist. Beide Zustände stehen jedoch in
einem engen Zusammenhang, und die Hypoglykämie kann einem
Diabetes vorausgehen.
Zu den Symptomen der Hypoglykämie gehören Schwächezu-
stände, Depressionen, Nervosität, Kopfschmerzen, Herzjagen,
Schwindel, Angstzustände und Reizbarkeit.
Edgar Cayce gab vier Personen mit den verschiedensten Sympto-
men der Hypoglykämie fünfBehandlungsanweisungen. Die Patienten
standen im Alter zwischen fünfund 95 Jahren. Als Hauptursache
stellte Cayce in zwei Fällen Kreislaufstörungen fest. Eine Infektion
des Blutes, Stoffwechselstörungen und eine Prostataerkrankung wur-
den als weitere belastende Faktoren genannt.
Behandlung
Drei Patienten verordnete Cayce eine Umstellung der Diät. Wegen des
Gehalts an natürlichem Zucker empfahl er frisches Obst und Gemüse.
Auf gebleichten Zucker sollte verzichtet werden. Einem Patienten
verschrieb Cayce zusätzlich das Vitamin B 1.
In den einzelnen Fällen unterschieden sich die von Cayce verordne-
ten therapeutischen Maßnahmen wesentlich voneinander, da sie auf
die Bedürfnisse des einzelnen abgestimmt werden sollten. Zu ihnen
gehörten Darmspülungen, eine Elektrotherapie, Massagen, Präpa-
rate, die Pflanzenasche enthielten, Gymnastik und Bewegung an der
frischen Luft.
Krankengeschichte
Eine typische Krankengeschichte war die des Falles 440, eines 23jäh-
rigen Mannes, der eine Behandlungsanweisung für seine Hypoglykä-
mie bekam. Nach Cayces Diagnose war die Ursache der Erkrankung
die unzureichende Blutgerinnung als Folge von Harnstoff im Blut.
Er verordnete dem Patienten eine Umstellung der Diät und wies ihn
143
an, jeden Morgen nach dem Aufstehen ein halbes Glas Wasser zu
trinken. Das Wasser sollte so heiß sein, daß er es nur in kleinen
Schlucken trinken konnte. Das Frühstück sollte aus Zitrus- und Trau-
bensaftmit trockenem oder mit Butter bestrichenem Toast bestehen,
aber auch Eier, frisches Obst oder Kompott waren erlaubt.
Zu Mittag sollte der Patient grünen Salat essen, und dabei kam es
darauf an, daß der Salat gründlich gekaut wurde. Vor oder nach der
Mahlzeit sollte er Milch trinken.
Zu jeder Abendmahlzeit sollte er gutgekochtes Gemüse essen, dazu
auch Geflügel oder Lammfleisch. Auf Rindfleisch sollte der Patient
verzichten, Rindfleischextrakt wurde jedoch empfohlen, ebenso Ge-
müsesuppen.
Als Zwischenmahlzeiten waren mit Rübenzucker oder Saccharin
hergestellte Süßspeisen erlaubt, ebenso Schokolade, Schokoladen-
creme oder Konfekt mit Nüssen.
Daneben verordnete Cayce dem Patienten radioaktive Kompressen
zur Regulierung des Kreislaufs und Darmspülungen zur Entgiftung
des Organismus.
Über den Erfolg dieser Therapie liegen keine Berichte vor.
Impetigo - Pustelflechte
Die Pustelflechte ist eine akute, entzündliche Hautkrankheit, gekenn-
zeichnet durch Hautgeschwüre. Sie wird gewöhnlich durch eine Sta-
phylokokkeninfektion verursacht und oft von einem Kind zum ande-
ren übertragen. Das einzige Symptom ist Juckreiz.
Zur Behandlung der Pustelflechte hat Cayce nur eine Anweisung
gegeben, und zwar im Fall 305 für einen zweijährigen Jungen, der an
einer Mandelentzündung und an einer Pustelflechte litt. Sein Arzt
glaubte, er habe nur noch 30 Tage zu leben. Nach Cayces Diagnose
war das Kind unterernährt und wurde nicht mit allen Nährstoffen
versorgt, die sein Organismus brauchte.
Deshalb war eine Umstellung der Diät ein wesentlicher Teil der
Therapie. Auf Schweinefleisch, Rindfleisch und gebratenes Fleisch
sollte verzichtet werden, nicht aber auf den Extrakt aus magerem
Rindfleisch. Süßigkeiten waren nur in ganz geringen Mengen erlaubt.
Behandlung und Krankengeschichte
Der tägliche Speisezettel sollte wie folgt aussehen: Zum Frühstück
durfte das Kind alle Arten Zitrussäfte bekommen, nicht aber in der
Kombination mit Getreideflocken oder Milch. Pflaumen- oder Rha-
barbersaft mit trockenen Getreideflocken waren erlaubt. Geschlage-
nes Eigelb und geröstetes dunkles Brot gehörten ebenfalls zum Früh-
144
stück. Wenn er es wollte, durfte der Junge im Lauf des Vormittags mit
einem Eigelb und wenigen Tropfen Apfelbrandy verquirlte Malz-
milch trinken.
Das Mittagessen sollte aus den Säften frischgekochten Gemüses
wie Spinat, Karotten, Kohl, Steckrüben, Bohnen und Linsen beste-
hen. Das Gemüse sollte in einem Papierbeutel gekocht und dann
entsaftet werden. Mit dem Gemüsesaft sollte der Junge Vollkornwei-
zenbrot und möglichst viel Milch bekommen. Eine Zwischenmahl-
zeit am Nachmittag sollte aus Malzmilch oder Obst und Obstsäften
aller Art bestehen mit Ausnahme von Bananen und Äpfeln. Süßig-
keiten waren verboten. Das Abendessen sollte aus dem vom Mittag-
essen übriggebliebenen gekochten Gemüse bestehen, am besten
ohne Fleisch. Wenn das Kind nach Fleisch verlangte, dann sollte es
Lammfleisch mit Erbsen, Karotten und Zwiebeln sein. Andere er-
laubte proteinhaltige Speisen waren Fisch, Hirn, Kutteln und
Schweinsfüße.
Zur medikamentösen Behandlung verschrieb Cayce unter anderem
täglich morgens vor dem Frühstück einen Tropfen Atomidin in einem
halben Glas Wasser und vor dem Zubettgehen zwei Tropfen in einem
halben Glas Wasser.
Zweimal täglich sollte außerdem ein eisenhaltiges verdauungsför-
derndes Mittel eingenommen werden, aber nicht mit Milch.
Jeden Abend sollte das Kind mit einem Massagemittel massiert
werden, das sich wie folgt zusammensetzte: zwei Eßlöffel geschmol-
zener Schafstalg, ein Eßlöffel Kampferspiritus, ein Eßlöffel Terpentin-
spiritus, ein Teelöffel Benzaintinktur und ein halber Teelöffel Mine-
ralöl oder Kerosin. Die Mischung war jedesmal vor Gebrauch umzu-
rühren und in einem geschlossenen Glasbehälter aufzubewahren. Sie
sollte beiderseits des Rückgrats vom Steißbein bis zur Schädelbasis,
unter den Armen, auf der Brust, in den Leisten und in den Bauch über
dem aufsteigenden Dickdarm von der Leber abwärts einmassiert wer-
den. Cayce erklärte, bei sorgfältiger Durchführung dieser Therapie
könnten der Hautausschlag und die Mandelinfektion des Kindes ge-
heilt werden.
In einem 24 Jahre später abgegebenen Bericht der Eltern hieß es,
nachdem ihr Sohn zunächst einige gesundheitliche Probleme gehabt
habe, sei er zu einem 1,83 Meter großen jungen Mann herangewach-
sen und wiege jetzt 91 Kilo.
145
Ischias
Der Ischias ist gekennzeichnet durch Schmerzen entlang des Ischias-
nervs im Beinaufgrund einer Entzündung oder Verletzung des Nervs.
Andere Symptome sind ein Gefühl der Taubheit, des Kribbelns und
der Empfindsamkeit, das sich über den Nerv auf die Muskeln über-
trägt, und in einigen Fällen ein Muskelschwund.
Edgar Cayce betrachtete den Ischias als symptomatisch für andere
Probleme und nannte als Ursachen in erster Linie spinale Subluxatio-
nen, Eliminationsstörungen oder beides. Nach Auffassung von Cayce
wirkten Subluxationen im Bereich der Lendenwirbel, des Kreuzbeins
und des Steißbeins auf die Basis des Ischiasnervs, behinderten die
Einwirkungen desNervsauf die Extremitäten und führten häufig zu
Muskelverspannungen, die bei einer Bewegung der Beine Schmerzen
verursachten. In manchen Fällen ließen sich diese Beschwerden auf
eine Verletzung zurückführen, aber auch auf einen inneren, durch
eine Toxämie verursachten Streß.
Wenn die Ursache Eliminationsstörungen waren, dann waren diese
häufig die Folge einer zu säurehaltigen Diät, einer Stuhlverstopfung
und einer körperlichen oder emotionalen Überanstrengung. Cayce
glaubte daher, daß eine daraus entstehende Ansammlung von Toxi-
nen die Nerven belaste und nun die normalen Nervenimpulse durch
die Extremitäten abgelenkt würden, um in einigen Fällen den Druck
auf die Wirbelsäule zu verstärken und zu anderen Beschwerden zu
führen.
Als weitere Ursachen fiir den Ischias nannte er einen Blutstau,
Infektionen, eine negative Haltung, Erschöpfungszustände und Drü-
senfunktionsstörungen.
Behandlung
Cayce war überzeugt, daß sich der Ischias heilen ließe, vorausgesetzt,
die Patienten befolgten gewissenhaft seine Anweisungen. Seine The-
rapie konzentrierte sich auf die Anregung der Ausscheidungsorgane,
die Stärkung der Nerven und der allgemeinen Vitalität, Korrekturen
der Wirbelsäule und Linderung der Schmerzen.
Zur Anregung der Ausscheidungsorgane verordnete Cayce ver-
schiedene Kräutertonika, Darmspülungen und Klistiere sowie pflanz-
liche als auch mineralische Laxative. Zweimal verordnete er Packun-
gen mit Rizinusöl und hydrotherapeutische Maßnahmen, besonders
Schwitzbäder. In mehr als der Hälfte der Anweisungen empfahl er
eine blut- und nervenstärkende nahrhafte Diät, die zum größten Teil
aus alkalisch reagierenden Speisen bestehen sollte. Hier nannte er
besonders frisches und rohes Gemüse, Obst und Obstsäfte sowie
146
Fleischextrakt und Fleischbrühe. Außer in schweren Fällen durften
geringe Mengen Fleisch wie Fisch, Geflügel, Lammfleisch, Leber und
Wild sowie stärkehaltige Speisen und Zucker gegessen werden. Auch
geringe Mengen Honig waren erlaubt. Zur Stärkung der Vitalität
verschrieb er in manchen Fällen Kräutertonika.
Zur Stärkung der Nerven und Anregung der Vitalkraft im Organis-
mus verordnete er in erster Linie elektrotherapeutische Maßnahmen.
In fast der Hälfte aller Anweisungen für Ischias nannte er die verschie-
densten Methoden. In der Reihenfolge der Häufigkeit waren es die
Naßzellen, gewöhnlich mit Gold, die Bestrahlung mit violettem Licht,
die ultraviolette Bestrahlung und die Diathermie.
In mehr als der Hälfte der Fälle verschrieb er zudem Korrekturen
der Wirbelsäule. In den meisten Fällen sollten sie im unteren Teil des
Rückens vorgenommen werden, um auf sanfte Weise allmählich die
nervliche Spannung zu lösen und die volle Funktionsfähigkeit der
ganzen Wirbelsäule wiederherzustellen. Oft empfahl er eine Reihe
von Korrekturen, die zunächst allgemein entspannend wirken und
dann allmählich intensiviert werden sollten. In einigen Fällen sollten
diese Korrekturen mit anderen therapeutischen Maßnahmen koordi-
niert werden. Das waren Behandlungen mit Hitze, Massagen, hydro-
therapeutische Maßnahmen und Diathermie. In einzelnen Fällen ver-
ordnete er nur Massagen.
Obwohl gelegentlich auch Medikamente wie Aspirin verschrieben
wurden, legte Cayce größeren Wert auf von außen wirkende Maßnah-
men zur Linderung der Schmerzen, vor allen Dingen mit in die Tiefe
wirkender Hitze zur Entspannung und Auflösung des Blutstaus. Am
häufigsten empfahl er heiße Salzpackungen über dem unteren Teil des
Rückens und dem Ischiasnerv, wo Nerv und Sehnen Schmerzen
verursachten. Die heißen Packungen bestanden entweder aus gro-
bem, trockenem Tafelsalz oder aus in Wasser aufgelöstem Epsomsalz.
Die Salzpackungen wurden entweder allein verschrieben oder zur
besseren Absorption anderer Substanzen. In einigen Anweisungen
empfahl er Glyko-Thymolinpackungen mit erhitztem Salz. In einer
Anweisung verschrieb er drei Umschläge mit Königskerzenblättern
im Rücken und auf dem Bauch.
Krankengeschichte
In einer für ihn typischen Diagnose führte Cayce die Ischiasschmer-
zen auf eine Verletzung der unteren Rückenwirbel zurück, durch
welche die Koordination zwischen dem sympathischen und dem ze-
rebrospinalen Nervensystem gestört worden war. Damit war die Ver-
dauung behindert worden, was zu einer allmählichen Ansammlung
von Toxinen im Organismus geführt hatte. Die sympathischen Nerven
147
hatten mit Läsionen im Bereich der Lendenwirbel reagiert. Die Folge
bei dem Patienten 5017 war ein Druck auf die Ischiasnerven gewesen,
der schließlich zu ihrer Entzündung geführt hatte.
Die Behandlung des Patienten 5017 begann Cayce mit einer Reihe
sanfter osteapathischer Korrekturen, mit denen der Blutstau in be-
stimmten Bereichen abgebaut werden sollte. Nach drei oder vier
dieser Korrekturen sollten zusätzlich warme Kompressen aufgelegt
werden. Daneben empfahl Cayce Darmspülungen, die so lange wie-
derholt werden sollten, wie sich Schleim im Stuhl zeigte.
Gegen die Schmerzen verordnete Cayce Glyko-Thymolinpackun-
gen, die mit heißem Salz abgedeckt und vom neunten Rückenwirbel
abwärts aufgelegt werden sollten.
Nach den ersten acht bis zehn Korrekturen sollte der Patient die
Behandlung für einen Monat unterbrechen (aber die anderen Anwei-
sungen weiter befolgen). Anschließend sollte er eine zweite Reihe von
acht Korrekturen vornehmen lassen. Diesmal verschrieb Cayce dem
Patienten zusätzlich das Vitamin-B-Komplex, das in bestimmten Zeit-
abständen eingenommen werden sollte.
Ischias und Rheumatismus
Ischias wird oft als eine Form des Rheumatismus angesehen, eine
schmerzhafte Erkrankung, bei der die Gelenke sich versteifen und
entzünden. Beim Ischias ist der Ischiasnerv, der an der Basis der
Wirbelsäule beginnt und durch das Bein verläuft, direkt betroffen.
Starke Schmerzen in den Hüften, dem unteren Teil des Rückens und
in den Beinen können zu Lahmheit und sogar dazu führen, daß der
Patient nicht mehr gehen kann. Weitere Beschwerden sind ein Gefühl
der Taubheit, des Kribbelns und der Schmerzempfindlichkeit des
Nervs. Schließlich kann dieser Zustand zu einer allgemeinen Schwä-
chung der Muskeln führen, die von diesem Nerv versorgt werden.
Insgesamt hat Cayce 66 Personen mit Ischias 82 Behandlungsan-
weisungen gegeben. Bei einigen dieser Patienten hatte er lediglich die
Neigung zum Ischias festgestellt. Alle Behandlungsanweisungen für
Patienten mit rheumatischem Ischias und etwa die Hälfte der Anwei-
sungen für Ischiaspatienten wurden als Grundlage für diese Studie
herangezogen. Dabei ergaben sich 30 typische Behandlungsanwei-
sungen. Da Ursachen und Therapie für beide Kategorien so ähnlich
sind, wird das Problem hier als ein Thema behandelt.
Cayce bezeichnete diesen Zustand als eine ernste Koordinations-
störung zwischen dem Ischiasnerv und dem zerebrospinalen Nerven-
system, welche die Koordination der Muskeln der unteren Gliedma-
ßen beeinträchtige. Das wiederum betrachtete er als eine Auswir-
kung von Wirbelverschiebungen im Bereich der Lendenwirbel, des
148
Kreuzbeins und des Steißbeins, die zu einer Blockierung der Basis des
Ischiasnervs geführt habe. Das behindere die Nervenimpulse zu den
Extremitäten zeitweilig so erheblich, daß dadurch schmerzhafte Mus-
kelverkrampfungen in den Beinen entstünden.
Probleme im unteren Teil der Wirbelsäule könnten eine ganze Reihe
auslösender Ursachen haben. Obwohl Verletzungen eine von ihnen
sein könnten, sei es im allgemeinen ein Übermaß an Toxinen im
Organismus als Folge von Funktionsstörungen in den Ausschei-
dungsorganen, Blutstau, Infektionen oder damit im Zusammenhang
stehenden Faktoren. Eine Ansammlung von Toxinen im Darmtrakt
oder in den Ausscheidungsorganen habe einen Druck auf die Wirbel-
säule zur Folge und lenke die normalen Nervenimpulse durch die
Extremitäten ab. Wo es sich um eine Blockierung der Ausscheidungs-
organe handle, bestehe oft ein enger Zusammenhang mit Faktoren
wie einer aus sauer reagierenden Speisen bestehenden Diät, Stuhlver-
stopfung, Überanstrengung und allgemeiner Schwäche.
In zwei Fällen diagnostizierte Cayce als Ursache für die allgemeinen
Beschwerden eine negative innere Haltung.
Behandlung
Cayce sagte, wenn seine Behandlungsanweisungen gewissenhaft be-
folgt würden, ließe sich der rheumatische Ischias wesentlich bessern,
wenn nicht sogar völlig heilen. Seine Therapie konzentrierte sich in
der Hauptsache auf Korrekturen der Wirbelsäule, eine Umstellung
der Diät, die Wiederherstellung normaler Nervenfunktionen und der
allgemeinen Vitalität, die Anregung des Kreislaufs und der Funktio-
nen der Ausscheidungsorgane sowie eine Linderung der Schmerzen
bis zum Ende der Therapie.
In 18 Fällen verschrieb er spinale Manipulationen, die sich im
allgemeinen auf den Bereich der Lendenwirbel, des Kreuzbeins und
des Steißbeins konzentrieren sollten, die sanfte und allmähliche Wie-
derherstellung normaler Nervenfunktionen und eine allgemeine Kor-
rektur der Wirbelsäule. Dabei verordnete er oft eine Reihe von Kor-
rekturen, die sowohl eine Entspannung als auch eine Wiederherstel-
lung der normalen Lage der einzelnen Wirbel bewirken sollte. In
einigen Fällen sollten diese Maßnahmen mit anderen Therapien
koordiniert werden, und zwar mit heißen Packungen, Hydrotherapie
und Massage.
Fast ebensooft wies Cayce auf die Bedeutung einer gesunden Diät
hin. Dabei empfahl er insbesondere leichtverdauliche, abführende,
alkalisch wirkende, blutbildende und zur Stärkung der Nerven geeig-
nete Speisen. Insbesondere nannte er rohes und gekochtes frisches
Gemüse, Obst und Obstsäfte, Erzeugnisse aus Vollkorngetreide,
149
Fleischextrakt und Fleischbrühe. Stärkehaltige Speisen, Süßigkeiten
und Rindfleisch sollten nur mäßig, in extremen Situationen aber gar
nicht gegessen werden. Fisch, Geflügel, Lammfleisch, Leber und Wild
waren erlaubt, Schweinefleisch und gebratene Speisen dagegen ver-
boten.
In 14 Fällen empfahl Cayce zur Stärkung der Nerven elektrothera-
peutische Maßnahmen der verschiedensten Art, darunter die Naß-
zelle, die radioaktive Kompresse oder Bestrahlungen mit violettem
Licht. Auch mit diesen Maßnahmen sollten der Kreislauf angeregt
und der ganze Organismus revitalisiert werden.
In 12 Fällen verordnete Massagen sollten ebenfalls den Kreislauf
anregen. Wenn sie am Abend vorgenommen würden, hätten sie eine
entspannende, den Schlaf fördernde Wirkung. Ebenso wie die Wirbel-
säulenkorrekturen sollten sich die Massagen vor allem auf den Be-
reich der Lendenwirbel, des Kreuzbeins, der Hüften und der unteren
Gliedmaßen konzentrieren. Die Massagen sollten in vielen Fällen in
Verbindung mit anderen Maßnahmen wie Wirbelsäulenkorrekturen,
Hydrotherapie, Elektrotherapie und Packungen erfolgen. Ebenso
empfahl Cayce häufig Maßnahmen zur Anregung der Ausscheidungs-
organe, um den Organismus von Giftstoffen zu befreien. Dazu verord-
nete Cayce zum Beispiel Abführmittel auf pflanzlicher Basis, Eno-
salze, Rochellesalze oder Gallensalz sowie Klistiere und Darmspülun-
gen. Oft sollten die Patienten abwechselnd pflanzliche und minerali-
sche Laxative verwenden. Auch die in einigen Fällen verordneten
Kräutertonika konnten eine milde abfuhrende Wirkung haben und
den Stoffwechsel anregen. Zur Alkalisierung des Organismus verord-
nete Cayce zweimal Natriumbicarbonat in Wasser.
Zur Schmerzlinderung verschrieb er die verschiedensten heißen
Packungen gegen Blutandrang und zur Entspannung der Muskulatur
in den von Schmerzen befallenen Körperteilen. Das waren in den
meisten Fällen heiße Salzpackungen auf dem unteren Teil des Rük-kens und auf schmerzenden Nerven und Sehnen. Entweder bestan·
den diese Packungen aus erhitztem, grobem, trockenem Tafelsalz
oder aus einem in eine heiße, gesättigte Epsomsalzlösung getauchten
Tuch. Die Salzpackungen konnten entweder allein angewendet wer-
den oder zur Unterstützung der Absorption anderer Substanzen wie
Glyko-Thymol in. Zweimal verschrieb Cayce auch Schlammpackun-
gen und Packungen mit Rizinusöl auf dem Bauch.
In drei Fällen verordnete er eine weitere Maßnahme zur Linderung
akuter Schmerzen. Dazu sollte der untere Teil des Rückens mit einer
Mischung aus Opiumtinktur und Aconit bepinselt werden. Anschlie-
ßend konnten auf die gleiche Stelle heiße Salzpackungen aufgelegt
werden.
In mehreren Fällen verordnete Cayce auch hydrotherapeutische
150
Maßnahmen. Das waren meist Schwitzbäder, manchmal gefolgt von
heißen Bädern oder Einreibungen.
In zwei Fällen empfahl er den Patienten, ihre innere Haltung zu
korrigieren. Einer von ihnen wurde angewiesen, anderen Menschen
gegenüber weniger kritisch zu sein. Dem anderen sagte er, er müsse
bereit sein, anderen ihre Fehler zu vergeben.
Juckreiz Pruritus
Katarakt- Grauer Star
Der graue Star ist eine teilweise oder vollständige Trübung der kristal-
linischen Linse des Auges oder seiner Kapsel. Während sich diese
Trübung verstärkt, erreicht allmählich immer weniger Licht die Re-
tina. Das Ausmaß des Verlusts an Sehkraft entspricht der Dichte des
grauen Stars.
Cayce hat für 19 Personen mit dem grauen Star 26 Behandlungsan-
weisungen gegeben.
Nach seiner Ansicht wird der graue Star durch nicht ausgeschiede-
nes Material verursacht, das sich um die Augen und in den Reflexzen-
tren der Augen anhäuft. Im Lauf der Zeit können diese Anhäufungen
die Bildung eines das Auge trübenden Films verursachen.
Er sagte, diese Anhäufungen seien die Folge von zwei Hauptursa-
chen. Die erste und bei weitem häufigste sei das Unvermögen, die von
ihm so bezeichneten » Verweigerungskräfte« auszuscheiden, die im
Verlauf des normalen Gebrauchs der Augen entstehen. Da die Mus-
keln im Organismus in jedem Augenblick Energie verbrauchen, er-
zeugen sie gewisse Abfälle, die vom Organismus ausgeschieden wer-
den müssen. Deshalb glaubte er, es sei unvermeidlich, daß sich in
einem Organismus mit Kreislaufstörungen allmählich solche Abfälle
ansammelten.
Die zweite Hauptursache wurde oft mit Druck auf die Wirbelsäule
in Verbindung gebracht, der die Nervenimpulse zum gesamten senso-
rischen System behindern könne. Andere Ursachen waren ein Blut-
stau oder eine Entzündung der Schleimhäute und Augenverletzun-
gen, die jedoch nur in wenigen Fällen erwähnt wurden.
Behandlung
Bei seinen Forschungen hatte Cayce geglaubt festzustellen, daß der
graue Star gemeinsame Ursachen habe, die sich leicht behandeln
ließen, vorausgesetzt, der Sehnerv war noch nicht atrophiert. Die
Behandlungsmethoden waren immer die gleichen.
Die häufigste Empfehlung - in fast drei Viertel der Fälle - war die
Behandlung des Rückgrats in der Form von Manipulationen, Massa-
gen oder einer Kombination beider Methoden. In der Hälfte der Fälle
wurden verschiedene Formen elektrotherapeutischer Maßnahmen
verordnet. Am häufigsten erwähnt wurde die Bestrahlung mit violet-
tem Licht. Sie sollte auf die Wirbelsäule und/oder die Augen gerichtet
werden. Die schwachen elektrischen Schwingungen der Erlanger-
Methode, die direkt auf die Augen gerichtet werden sollten, und die
Bestrahlung mit ultraviolettem Licht waren weitere Maßnahmen der
Elektrotherapie.
Für etwa ein Drittel der am grauen Star leidenden Personen wurde
eine ausgewogene Diät verschrieben. Gelegentlich verordnete Cayce
auch eine Hydrotherapie und, wenn notwendig, Kartoffelkompres-
sen.
Eine Staroperation wurde nur in drei Fällen empfohlen. Hier hielt
Cayce den richtigen Zeitpunkt und die Vorbereitungen für außeror-
dentlich wichtig. Die gesamte Behandlung konzentrierte sich auf die
Kräftigung des Organismus und das Verringern von Druck, um eine
vollständige Heilung zu erleichtern. In zwei anderen Fällen hielt es
Cayce für besser, auf eine Operation zu verzichten, und seine Maß-
nahmen richteten sich darauf, den Körper zu entgiften, und zwar
durch Absorption und die natürlichen Ausscheidungskanäle. Die Be-
handlung sollte allmählich den Druck auf die Augen nehmen, den
Kreislauf anregen und eine Entgiftung des ganzen Organismus in
Gang setzen.
Krankheitsgeschichte
Der Fall5451, ein erwachsener Mann, erhielt sieben Behandlungsan-
weisungen. Ihm wurden osteapathische Korrekturen verschrieben,
wobei besonders der erste und zweite Rückenwirbel, der dritte, vierte
und fünfte Halswirbel und die Tränengänge in der oberen Gesichts-
hälfte berücksichtigt werden sollten.
Vor den Manipulationen wurden Schwitzbäder verordnet, um den
Körper gründlich zu entspannen.
Außerdem sollten die Verbindungen zwischen dem sympathischen
und dem zerebrospinalen Nervensystem im Bereich der Rücken- und
Halswirbel jeweils drei bis 15 Minuten bestrahlt werden, und zwar ein
um den anderen Tag abwechselnd mit violetten Bestrahlungen von
zwei bis sieben Minuten Dauer. Wenn notwendig sollte die Tätigkeit
der für die Ausscheidung von Giftstoffen verantwortlichen Organe
angeregt werden. Zur Reinigung der Augen wurden auch Kartoffel-
verschrieben. Nach den Reinigungsmaßnahmen sollten
bestimmte Ubungen mit den Augen vorgenommen werden.
Leider haben die meisten Personen, die um Behandlungsanweisun-
152
gengebeten hatten, diese nicht befolgt oder nichts über die Ergebnisse
berichtet. Aber zwei Personen berichteten von beeindruckenden Er-
folgen.
Da war einmal ein dreijähriges Mädchen, das sich versehentlich das
Auge mit einem Büchsenöffner verletzt hatte (Fall 2178). Dabei war
ein Metallsplitter ins Auge geraten und hatte das Auge gereizt. In
seiner Diagnose sagte Cayce, die durch diese Verletzung entstandene
Entzündung werde im Lauf der Zeit zu einer Gerinnung an den
Schleimhäuten führen und einen Katarakt entstehen lassen.
Er erklärte jedoch, daß der Splitter wahrscheinlich herausgespült
werden könne und eine Operation sich daher vermeiden lassen
würde. Der anschließende Bericht sagt, das Cayces Anweisungen
dazu beigetragen hatten, das Entstehen des grauen Stars in einem
Auge zu vermeiden. Schon nach wenigen Tagen der Behandlung hatte
sich der Zustand des Auges gebessert.
Der Fall1861, ein blindgeborener Mann Mitte 30, wendete sich an
Cayce mit der Bitte, ihm zu helfen. Nach den in einer Reihe von
Anweisungen empfohlenen Behandlungen konnte er schließlich gut
genug sehen, um mit einer starken Brille zu lesen.
Kindstod, plötzlicher - Krippentod
Der Krippentod ist der plötzliche, unerwartet eintretende Kindstod
bei Säuglingen. Obwohl es darüber die verschiedensten Theorien gibt,
ist die Ursache für den Krippentod noch nicht eindeutig geklärt.
Edgar Cayce hat sich verschiedentlich über den Krippentod geäu-
ßert und die verschiedensten Erklärungen dafür abgegeben. Eine von
ihnen besagt, daß der Krippentod kein Zufall war, sondern ein Wil-
lensakt der Seele dieses Kindes, den Körper zu verlassen.
Cayce hat diese Aussagen allerdings im Zusammenhang mit Dia-
gnosen ftir lebende Erwachsene gemacht und sagt in den Behand-
lungsanweisungen 136-1 und 1648-2, daß diese Personen in früheren
Inkarnationen nur »kurze Zeit« auf der Erde gelebt haben, das heißt,
sie seien plötzlich und rasch als Säuglinge gestorben. In jedem dieser
Fälle habe die Inkarnation der Seele die Möglichkeit gegeben, ftir
kurze Zeit die Erfahrung des Lebens auf materieller Ebene zu machen.
Aus diesem »kurzen« Erlebnis gewann der Patient 136 »das Bewußt-
sein der Ebene, auf der sein Wesenskern sich im Fleisch manifestieren
kann«. Ähnlich war auch der Patient 1648 nur ftir eine kurze Zeit
wiedergeboren worden, weil »die Seele danach verlangte, sich durch
das Dasein auf materieller Ebene auszudrücken ... Damit die Bezie-
hung des Selbst zum Ganzen bewußt wird, mußte sie auf geistiger
Ebene, im Bewußtsein und in der Wahrheit erfahren werden«. Daraus
folgt, daß Cayce diese Inkarnation für notwendig hielt, damit die Seele
153
sich ihrer Beziehung zum Ganzen bewußt wird. Sobald dies gesche-
hen war, hatte sie keine weitere Ursache mehr, auf irdischer Ebene zu
existieren. Auf metaphysischer Ebene hatte der kurze Aufenthalt auf
der Erdetrotz der Tragik, die mit dem physischen Tod verbunden ist,
eine ganz bestimmte Bedeutung.
Eine zweite von Cayce genannte Ursache für den Krippentod war,
daß die Seele die irdische Ebene verlassen habe, nachdem sie erkannt
hatte oder zu der Überzeugung gekommen war, daß die gegenwärtige
Inkarnation für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse ungeeignet war. In
den Anweisungen 480-3 7 und 480-44 erklärt Cayce den Eltern von am
Krippentod gestorbenen Säuglingen auf die Frage nach den Ursachen
für diesen plötzlichen Tod: »Die Seele zog es vor, bei ihrem Schöpfer
zu bleiben.« Offenbar glaubte Cayce, daß die Seele die freie Wahl
hatte, die physische Ebene zu verlassen, nachdem sie erkannt hatte,
daß diese neue Umwelt nicht ihren Erwartungen entsprach.
Eine ähnliche Entscheidung war auch in der vergangeneu Inkarna-
tion eines 12jährigen Jungen getroffen worden, des Patienten 1177.
Ironischerweise erkannte Cayces Frau durch die Aussagen über die
vorige Inkarnation des Jungen, daß der Säugling Cayces eigener Sohn,
Milton Porter Cayce, gewesen war. Er wurde 1911 geboren und starb
im gleichen Jahr. Über das Leben dieses Säuglings sagte Cayce aus,
daß das Kind in seiner vorigen Inkarnation nur zwei Monate gelebt
und die Seele die irdische Ebene verlassen habe, weil die Umstände
für ihre weitere Entwicklung ungünstig gewesen seien. Außerdem sei
die Seele geistig noch nicht für einen weiteren Aufenthalt auf dieser
Erde vorbereitet gewesen, »denn es bestand ein zu großer Abstand
zwischen dem Bewußtsein und der Erfahrung während der Zeit der
Schwangerschaft, als daß die Seele im Bereich dieses neuen Bewußt-
seins hätte bleiben können«.
Auch eine Aussage über das Leben der Patientin 2390, einer jungen
Frau, die im vergangeneu Leben Edgar Cayces ältere Schwester gewe-
sen und im Alter von zweieinhalb Jahren gestorben war, betraf ein
Mitglied seiner Familie.
Ihre Seele hatte die neuen Erfahrungen in der physischen Welt als
beunruhigend und unerwünscht empfunden, und deshalb siechte der
Säugling bis zu seinem frühen Tod allmählich dahin. Cayces Mutter
erinnerte sich noch an den Tod des Kindes und berichtete, als es zehn
Tage alt gewesen sei, habe der Vater sich betrunken, und das habe auf
das kleine Mädchen so abstoßend gewirkt, daß es von diesem Tag an
nicht mehr das gleiche Kind gewesen sei. Das Gefühl der Enttäu-
schung habe schließlich das Verlangen des Kindes zerstört, in dieser
Familie weiterzuleben. Cayce erwähnte auch, daß die Frau in ihrer
gegenwärtigen Inkarnation immer noch Männer verabscheute, die
tranken. Sie habe sichjedoch entschlossen, wieder als Tochter eines
154
Alkoholikers geboren zu werden, weil sie lernen wolle, mit dieser
Situation fertig zu werden.
Die Behandlungsanweisung 3391-1, in der es nicht in erster Linie
um den Krippentod geht, enthält eine interessante Aussage hinsicht-
lich der Eltern solcher Kinder. Cayce hat diese Anweisung den Eltern
eines zweijährigen Jungen gegeben, der an Krebs starb. Er erklärte, die
Krankheit sei »Teil des Karmas dieser Seele«, und der Tod sei eine
gnädige Fügung, denn er habe dem Kind ein Leben als Invalide er-
spart. Außerdem sei es auch das Karma der Eltern, das zu dem Verlust
des Kindes geführt habe, denn sie müßten aus diesem Tod bestimmte
Lehren ziehen.
Cayce, der wußte, wie schwierig es war, seine Vorstellungen zu
akzeptieren, versuchte die Empfänger seiner Anweisung 1648-2 zu
ermutigen, wenn er ihnen sagte: »Es ist möglich, Seine Wege zu
erforschen. Obwohl materialistische Menschen sie oft mißverstehen
werden, wird der spirituelle Geist die Wahrheit als etwas erkennen,
das seinem eigenen Wesen entspricht.«
Kurzsichtigkeit
Die Kurzsichtigkeit ist ein Defekt des Sehvermögens, bei dem die von
einem entfernten Objekt ausgehenden Lichtstrahlen sich in einem
Brennpunkt vereinigen, bevor sie die Retina erreichen.
Edgar Cayce hat 14 kurzsichtigen Personen Behandlungsanwei-
sungen gegeben.
Die am häufigsten von Cayce angegebene Ursache für die Kurzsich-
tigkeit war eine Überbeanspruchung der Augen, des Nervensystems
und/oder des ganzen Organismus. Manchmalließ sich diese Bela-
stung auf Verletzungen, Drüsenstörungen und Blutandrang zurück-
führen. Häufig waren auch Belastungen und Verletzungen der Wir-
belsäule beteiligt, e n t w e . ~ e r als auslösende Ursachen oder als Folgen
anderer Faktoren. Eine Uberanstrengung der Nerven im Zusammen-
wirken mit Einwirkungen auf das Zentralnervensystem konnten
Kreislaufstörungen, Eliminationsstörungen und Stoffwechselstörun-
gen sowie eine Toxämie auslösen, die wiederum die Sehkraft behin-
derten.
Behandlung
Cayce erklärte wiederholt, daß die Sehkraft nach der Behandlung der
Ursachen der Kurzsichtigkeit nach einer gewissen Zeit wesentlich
verbessert werden könne, und zwar so weit, daß der Betreffende auf
das Tragen einer Brille verzichten könne.
Am häufigsten verordnete Cayce spinale Manipulationen und/oder
155
Massagen, und z ~ . a r in allen bis auf einen Fall. Dazu empfahl er sehr
oft gymnastische Ubungen, besonders unter Einbeziehung des Kopfes
und des Halses. Aber auch andere gymnastische Übungen, nach Mög-
lichkeit in frischer Luft, wurden für die oberen und unteren Teile des
Körpers empfohlen.
In acht Fällen verordnete er eine Umstellung der Diät und elektro-
therapeutische Maßnahmen, die letzteren als Bestrahlung der Wirbel-
säule, des Gesichts oder der Augen mit violettem Licht. Zweimal
verschrieb er eine Diathermie. Außerdem sollten die Patienten darauf
achten, daß die Augen nicht überanstrengt und keinem sehr starken
oder sehr schwachen Licht ausgesetzt wurden. Wenn notwendig, soll-
ten dunkle Brillengläser getragen werden, deren Lichtdurchlässigkeit
gegebenenfalls geändert werden müsse.
Krankengeschichte
Die vorliegenden Erfolgsberichte sind nicht sehr detailliert, aber in
einem Fall der progressiven Kurzsichtigkeit hatte sich das Sehvermö-
gen allmählich gebessert, und bei drei Personen war sogar eine sehr
deutliche Besserung eingetreten. Außerdem liegen drei Berichte vor,
nach denen die gymnastischen Übungen mit Hals und Kopf einen
deutlichen Erfolg gebracht hatten. In zwei Fällen konnten die Patien-
ten anschließend auf das Tragen einer Brille verzichten.
Typisch war der Fall3549, eine 34jährige Frau, die nicht nur kurz-
sichtig war, sondern auch an Arthritis und Neuritis litt. Nach der
Diagnose von Cayce hatten Eliminationsstörungen die Koordination
zwischen der Durchblutung an der Oberfläche des Körpers und im
inneren Organismus gestört, was die Nerven belastete und zu einer
Ansammlung von Giftstoffen im Körper führte. Das hatte zum Entste-
hen der Neuritis und Arthritis geführt und auch andere Bereiche des
Organismus wie die Augen schwer belastet.
Cayce verordnete für die ersten Monate eine Reihe hydrotherapeu-
tischer Maßnahmen, darunter zwei gründliche Darmspülungen. An-
schließend sollten diese Darmspülungen, wenn notwendig, in regel-
mäßigen Zeitabständen erfolgen. Zu der Therapie gehörten außerdem
Massagen, die nach einer bestimmten Ruhepause vorgenommen wer-
den sollten.
Die Ernährung sollte aus reichlich frischem rohem Gemüse wie
Sellerie, Kopfsalat, Karotten, Radieschen, Zwiebeln, dem Grün der
Senfpflanze und Wasserkresse bestehen. Eine Mahlzeit sollte jeden
Tag vor allem aus diesen Gemüsen bestehen. Zudem empfahl Cayce
reichlich Salzwasserfisch, verbot aber den Genuß von rotem Fleisch
und Zucker.
Er glaubte, wenn die Belastung des Organismus durch die Gift-
156
stoffe beseitig würde, werde das die Sehkraft verbessern, ebenso mor-
gens und abends regelmäßig durchzuführende gymnastische Übun-
gen mit Kopf und Hals. Er sagte, diese Therapie werde nach sechs
Monaten zu einer Besserung führen.
Nach drei Monaten berichtete die Patientin, daß ihr allgemeiner
Gesundheitszustand sich gebessert habe. Auch ihre Sehkraft besserte
sich, so daß sie täglich zeitweilig völlig normal sehen konnte. Sechs
Monate später berichtete sie von weiteren Fortschritten. Aber nach
zwei Jahren war ihre Kurzsichtigkeit noch nicht ganz behoben.
Kolik
Koliken oder Leibschmerzen kommen gewöhnlich bei weniger als
drei Monate alten Säuglingen vor. Typische Symptome sind regelmä-
ßiges langes Schreien, meist am Abend, eine Überdehnung der Bauch-
wand und starke Blähungen. Man nimmt an, daß Koliken sowohl
emotionale als auch physische Ursachen haben.
Im ganzen hat Cayce 23 Behandlungsanweisungen für 16 an Kolik
leidende Kinder gegeben. Sie waren sechs Tage bis 18 Monate alt, die
meisten jedoch drei Monate oder jünger. Die häufigste Ursache der
Kolik in diesen Fällen war eine unzureichende Entgiftung des Orga-
nismus aufgrund einer falschen Ernährung. Zu dieser Gruppe gehör-
ten Kinder, die sowohl mit der Flasche als auch mit Muttermilch
ernährt wurden.
Das Problem bestand oft darin, daß der Nahrung die notwendigen
Nährstoffe fehlten. Bei dem mit Muttermilch aufgezogenen Säugling
war die Ernährung der Mutter falsch. Ein anderes Problem war die
Zusammenstellung von Speisen, die in schädlicher Weise aufeinander
reagierten wie etwa Orangensaft und Milch, was zu Verdauungsstö-
rungen und Entzündungen des Magen-Darm-Kanals führen kann.
Ein anderer wichtiger Gedanke, der in Cayces Aussagen zur Kolik
zum Ausdruck kam, war der, daß das emotionale Klima bei den
Mahlzeiten die Fähigkeit, die Nahrung zu verdauen, wesentlich be-
einflußte. Cayce erklärte, das treffe sowohl für Erwachsene als auch
für Kinder zu.
Nach Auffassung von Cayce führte eine falsche Ernährung gewöhn-
lich zu einer unzureichenden Entgiftung des Organismus, was wie-
derum zu einer Unausgewogenheit zwischen den Verdauungs- und
Ausscheidungsorganen führen konnte. Das wiederum verursachte
eine Ansammlung von Stoffen im Organismus, die diesen belasteten.
Es entstanden Toxine, die eine Entzündung des Dickdarms bewirk-
ten, gelegentlich aber auch Hautausschläge.
In einem Drittel der Aussagen Cayces zu diesem Problem trugen
Entzündungen im Organismus zur Entstehung der Kolik bei. Das
157
waren zum Beispiel Erkältungen und Blutandrang. Sie führten zu
einer Unausgewogenheit im V erdauungssystem, die sich dann zu
einer Kolik entwickelte.
Behandlung
Die meisten von Cayce empfohlenen Maßnahmen glichen sich ir-
gendwie. Für alle diese Säuglinge wurde eine leichtverdauliche Er-
nährung empfohlen. Mütter, die ihre Säuglinge an der Brust ernähr-
ten, wurden angewiesen, auf blähende Speisen wie Kohl und starke
Gewürze zu verzichten. Natürlich war für diese Mütter eine ausgewo-
gene Diät notwendig.
Für die Flaschenkinder wurde Carnationmilch verschrieben (wahr-
scheinlich handelte es sich um Dosenmilch). Bis zum Alter von fünf
oder sechs Monaten sollten die Säuglinge keinen Orangensaft bekom-
men. In einem Fall sagte Cayce, Haferflocken und Karotten seien
leichtverdauliche Nahrungsmittel. Oft wurden bestimmte Vitamine
und Mineralien verschrieben, jedoch von Fall zu Fall in verschiedener
Zusammensetzung.
Außer in zwei Fällen wurde ein mildes Medikament zum Einneh-
men verschrieben. Am häufigsten waren es ein oder zwei Tropfen
Glyko-Thymolin in Wasser. Damit sollten die Darmtätigkeit angeregt
und der Organismus alkalisiert werden. Oft empfahl Cayce auch
kleine Dosen Castoria, die mehrmals täglich eingenommen werden
sollten, um die Verdauung anzuregen und auf sanfte Weise die Entgif-
tung des Organismus zu fördern. In neun Fällen sollte der Babynah-
rung Kalkmilch, ein mildes Entsäuerungsmittel, in geringen Dosen
beigefügt werden. Gelegentlich empfahl er darüber hinaus auch die
Beimischung von Zimtwasser und anderen die Verdauung fördern-
den Substanzen. In den wenigen Fällen, in denen auch ein Hautaus-
schlag auftrat, empfahl Cayce zur Anregung der Verdauung auch
gelben Safrantee.
Für sieben Säuglinge wurden Massagen zur Entspannung des Kör-
pers und Regulierung des Kreislaufs empfohlen. Diese Massagen soll-
ten entweder mit Kakaobutter oder mit Kampfer enthaltendem Oli-
venöl vorgenommen werden. Dieses Massageöl war sanft beiderseits
der Wirbelsäule und über dem Zwerchfell einzumassieren. Wenn der
Säugling an einem Hautausschlag litt, verschrieb Cayce verschiedene
reizmildernde Präparate, unter anderem Salben und Körperpuder, die
Zink und Balsam enthielten.
Wie bei vielen anderen Erkrankungen wies er besonders darauf hin,
wie wichtig es sei, bei der Versorgung kleiner Kinder eine positive
Haltung einzunehmen. Er glaubte, wenn die Gefühle der Eltern posi-
tiv seien, werde die Behandlung sich günstig auf das Kind auswirken.
15 8
Aus den anschließenden Berichten geht hervor, daß mehr als die
Hälfte der Eltern Cayces Anweisungen befolgt hatten und feststellen
konnten, daß sich der Zustand ihrer Kinder wesentlich gebessert
hatte.
Krankengeschichte
Der Fall928 war ein drei Wochen altes, an Kolik leidendes Mädchen.
Als Ursache wurden Stoffwechselstörungen angegeben, die dazu ge-
führt hatten, daß die für die Verdauung notwendigen Enzyme nicht in
genügender Menge produziert wurden.
Als erste Maßnahme verordnete Cayce einen Teelöffel in Wasser
aufgelöste Kalkmilch nach jeder Mahlzeit. Außerdem sollte einmal
täglich nach dem Füttern ein in Wasser aufgelöster Tropfen Glyko-
Thymolin verabreicht werden. Dazu kamen ganz geringe Dosen Ca-
storia.
Ein- oder zweimal täglich sollte die Wirbelsäule mit Kakaobutter
massiert werden. Um den Bauch warm zu halten, sollte er mit einem
Flanellstreifen umwickelt und vorher mit einer Salbe bestrichen wer-
den, die zu gleichen Teilen aus Schafsnierenfett und Olivenöl bestand.
Die Eltern befolgten die Anweisungen; die Kolik verschwand.
Kopfschmerzen - allgemein
Für 15 unter Kopfschmerzen leidende Personen verfaßte Cayce 1 7
Behandlungsanweisungen. Abgesehen von Migräne waren nach Auf-
fassung von Cayce die drei häufigsten Ursachen eine nervöse Koordi-
nationsschwäche, Verdauungsstörungen und Blutarmut.
In sieben Diagnosen stellte er als Krankheitsursache eine man-
gelnde Koordination zwischen dem sympathischen und dem zerebro-
spinalen Nervensystem fest. Dieser Koordinationsmangel war nach
Cayce auf spinale Subluxationen oder Läsionen zurückzuführen, wel-
che die Nervenimpulse zu bestimmten Körperbereichen blockierten
und auf diese Weise die Kopfschmerzen auslösten.
Sechs Diagnosen konzentrierten sich auf V erdauungsstörungen,
aber nur insoweit, als diese Störungen sich entweder auf die Durch-
blutung des Gehirns oder die Koordination zwischen dem zerebrospi-
nalen und dem sympathischen Nervensystem auswirkten. In allen
sechs Fällen stellte Cayce Giftstoffe und Schleim als Folge einer
schlechten Verdauung oder einer Stoffwechselstörung im Verdau-
ungstrakt fest. Die Toxine waren in die Blutbahn geraten und hatten
die Kopfschmerzen verursacht.
In einem Fall er einen durch Toxine belasteten Blut-
kreislauf als Folge einer Ubersäuerung im Verdauungstrakt und in den
159
für den Stoffwechsel verantwortlichen Organen. Diese toxischen Sub-
stanzen waren vom Blutkreislauf absorbiert worden. Außerdem
neigte der Patient zur Blutarmut. In einem anderen Fall hatten sich
toxische Substanzen im Magen gestaut, und zwar als Folge der abnor-
malen Lage des Magenausgangs, wo die Verdauungssäfte fermentie-
ren. Die Kopfschmerzen waren daher nicht nur die Folge von Kreis-
laufstörungen, sondern auch von Verdauungsstörungen, welche den
Kreislauf direkt beeinflußten.
In vier Fällen wurde Blutarmut als Ursache angegeben. In einigen
dieser Fälle hatte die Anämie zu einer Schwächung der Vitalität und
einer mangelhaften Durchblutung des Gehirns geführt, was sich wie-
derum in Kopfschmerzen auswirkte.
Behandlung
Die bei Kopfschmerzen am häufigsten empfohlenen Maßnahmen
waren eine Umstellung der Ernährung, spinale Manipulationen, Mas-
sagen und Darmspülungen. Die Diätvorschriften glichen den auch in
anderen Fällen von Cayce verordneten, und es wurde auch hier be-
sonderer Wert auf die Ausgewogenheit der Ernährung mit alkalisch
reagierenden und aufbauenden Speisen gelegt.
In mehr als der Hälfte aller Fälle empfahl Cayce osteapathische
Korrekturen, um den Zustand der Wirbelsäule zu verbessern. In fünf
Fällen verordnete er spinale Massagen mit einer Mischung aus Erd-
nußöl und Olivenöl. Gelegentlich sollte dazu ein elektrischer Vibra-
tor zur Anregung des Kreislaufs verwendet werden.
In fast der Hälfte der Behandlungsanweisungen verschrieb Cayce
Darmspülungen. Damit sollte der Darmtrakt von Schleim und Toxi-
nen gereinigt werden. In drei Fällen verschrieb er die Einnahme von
Al-Caroid zur Alkalisierung des Organismus.
Gegenüber einigen Patienten betonte Cayce die Notwendigkeit
einer gesunden Einstellung zum Leben für die Überwindung körperli-
cher Beschwerden. »Denken Sie an das Spirituelle und Mentale bei
allen kreativen Tätigkeiten. Ihre Grundlage ist die spirituelle Haltung.
Das Mentale ist die aufbauende Kraft.« ( 514 7-1)
Krankengeschichte
Der Fall2045 war eine 58jährige Frau, die an Blutarmut und an einer
Neigung zur Toxizität des Blutes litt. Cayce stellte fest, daß sich ihr
Magenausgang gesenkt hatte und sich deshalb in diesem Teil des
Magens durch Fermentation Toxine bildeten. Außerdem behinderte
eine spinale Läsion in den oberen Rückenwirbeln die normale Durch-
blutung des Gehirns.
160
Dagegen wurden für einen Zeitraum von 12 bis 14 Wochen zweimal
wöchentlich vorzunehmende spinale Korrekturen und eine Diät ver-
ordnet, die vor allem Gemüse wie Topinambur und lauchblättrigen
Bocksbart enthalten sollte. Gelegentlich sollten auch Darmspülungen
vorgenommen werden. Cayce riet der Frau, einmal wöchentlich vier
Caroid- und Gallensalztabletten zu den Mahlzeiten einzunehmen, bis
sich die Funktionen ihrer Ausscheidungsorgane normalisiert hatten.
Aus dem vorliegenden Bericht geht hervor, daß die Frau die von
Cayce verordneten Korrekturen der Wirbelsäule nicht wie verordnet
vornehmen ließ und ihre Galle später entfernt werden mußte. Sie
hatte jedoch andere Behandlungsanweisungen befolgt und befand
sich im Alter von 77 Jahren angeblich »bei bester Gesundheit«.
Koronarthrombose - Blutgerinsel in den
llerzkranzgefäßen
Die Koronarthrombose wird verursacht durch Blutgerinnsel in den
Herzkranzgefäßen und führt zu einem plötzlichen vollständigen Ver-
schluß der Lichtungseinengung. Im allgemeinen tritt sie in einer Arte-
rie mit Arteriosklerose auf.
Insgesamt hat Cayce 43 Behandlungsanweisungen für Personen mit
Koronarthrombose oder solchen gegeben, die zu dieser Erkrankung
neigten. Hier behandeln wir die Fälle von 12 Personen im Alter von 38
bis 64 Jahren, für die insgesamt 20 Behandlungsanweisungen für die
Koronarthrombose gegeben wurden.
Die Hauptursache fiir gas Entstehen der Thrombose bei diesen
Patienten war eine durch Uberbeanspruchung entstandene Kreislauf-
schwäche. In jedem einzelnen Fall stellte Edgar Cayce eine Unterbre-
chung des Kreislaufs zwischen Herz und Leber fest, die, wie er in einer
Anweisung erklärte, »eine Thrombose erzeugte; das heißt eine Ver-
härtung der Wände der Arterien, durch welche das venöse Blut von
der Leber zum Herzen fließt«.
»Dadurch entsteht in einem Teil des Herzens ein Blutstau und in
der anderen Herzkammer eine Blutleere.« (1187 -12)
Nach Aussagen von Cayce wurde dieser Zustand in 60 Prozent der
Fälle durch Funktionsstörungen der Ausscheidungsorgane verur-
sacht. In den meisten Fällen lag das an Funktionsstörungen im Dick-
darm, die dazu führten, daß sich hier Giftstoffe ansammelten und
einen Druck auf das Kreislaufsystem ausübten.
In 30 Fällen stellte er auch einen Druck auf die Wirbelsäule fest, und
zwar gewöhnlich im Bereich der Rücken- und Halswirbel, gelegent-
lich aber auch im unteren Teil der Wirbelsäule.
In wenigen Fällen führten Stoffwechselstörungen im Verdauungs-
trakt dazu, daß dem Körper nicht genügend wichtige Nährstoffe zuge-
führt wurden. Die nicht richtig verdaute Nahrung verursachte Enzym-
veränderungen und Verdauungsstörungen. Ein weiterer belastender
Faktor war die Überbeanspruchung des Organismus.
Behandlung
Bei der Behandlung der Koronarthrombose lag der Schwerpunkt auf
der Entgiftung des Organismus. In jedem einzelnen Fall wurde eine
Umstellung der Diät verordnet. Fleisch, besonders Rindfleisch, und
gebratene Speisen sowie Fett wurden verboten. In den meisten Fällen
empfahl Cayce Fisch und Geflügel, Gemüse, Obst und Obstsäfte.
In 75 Prozent der Fälle wurden zur Entspannung bestimmter Kör-
perregionen osteapathische Korrekturen verordnet. Am häufigsten
waren es die Bereiche des vierten, fünften, sechsten und siebenten
Rückenwirbels, des zweiten und dritten Halswirbels, der Lendenwir-
bel und des Kreuzbeins.
Zur Erleichterung des Stuhlgangs sollten in 70 Prozent der Fälle
Darmspülungen und Klistiere vorgenommen werden. Dabei sollten
salz- und natriumhaltige Lösungen, denen auch Glyko-Thymolin bei-
zumischen war, verwendet werden.
In 40 Prozent der Fälle wurden Massagen verordnet. Auch sie soll-
ten der Entspannung und der Verbesserung der Körperfunktionen
dienen. Zur Anregung der Körperfunktionen wurden Massagemittel
wie Olivenöl mit Myrrhentinktur und Benzaintinktur verschrieben.
Zur Anregung des Kreislaufs verordnete Cayce für die gleiche Zahl
von Patienten eine Elektrotherapie, in den meisten Fällen die radioak-
tive Kompresse. Für vier Personen verordnete er Ruhe und für zwei
eine Hydrotherapie.
Krankengeschichte
In allen Fällen, in denen über die Ergebnisse der von Cayce empfohle-
nen Behandlung berichtet wird, bestätigten die Patienten entweder
eine wesentliche Besserung ihres Zustands oder die vollständige Hei-
lung.
Ein Beispiel war der Fall1141, ein 55jähriger Mann, dem Cayce eine
Behandlungsanweisung für die Koronarthrombose gegeben hatte.
Der Patient, der an Kurzatmigkeit, Verdauungsstörungen und ande-
ren Beschwerden litt, hatte zunächst einen Herzspezialisten konsul-
tiert, der sein Leiden als Koronarthrombose diagnostizierte.
Doch Cayce sagte, seine Symptome seien die Folge einer unzurei-
chenden Entgiftung des Körpers, die zu Kotstauungen im Dickdarm
und einer Ansammlung von Toxinen im Blutkreislauf geführt habe.
Das wiederum habe die Belastung seines Herzens verursacht.
162
Cayce verordnete sofort tief in den Darmtrakt hineinreichende
Klistiere und Darmspülungen. Dem Wasser sollten zunächst Salz und
Natriumbicarbonat beigerügt werden, und das Spülwasser sollte
Glyko-Thymolin enthalten. Acht Tage nach der ersten Darmspülung
sollte der Patient 1141 eine zweite und 24 Tage später eine dritte
Spülung erhalten. Die letzte Darmspülung sollte 30 Tage nach der
dritten vorgenommen werden.
Nach den Mahlzeiten sollte der Mann zwei oder drei Tage geringe
Dosen Al-Caroid einnehmen, später nur nach der Abendmahlzeit.
Nach Abschluß dieser Behandlungsreihe solltenjeden zweiten Tag
Caroid und Gallensalze (ein Laxativ) eingenommen werden.
Nach den oben genannten Maßnahmen sollte der Patient eine
Stunde vor dem Zubettgehen eine radioaktive Kompresse auflegen.
Auch osteapathische Korrekturen wurden empfohlen. Sie sollten im
Bereich der Rücken- und Halswirbel vorgenommen werden, aber
auch im Bereich der Lendenwirbel, des Steißbeins, des Kreuzbeins
und des Dünndarmplexus. Bei der Ernährung sollte der Patient auf
Weißbrot, irische Kartoffeln und getrocknete Bohnen verzichten. Da-
bei wurden Obst, Obstsäfte und Gemüse dringend empfohlen. Nach-
dem der Patient 1141 die Behandlungsvorschriften von Cayce befolgt
hatte, berichtete er, er sei »vollständig wiederhergestellt«.
Krampfadern
Krampfadern sind erweiterte oder vergrößerte Venen als Folge der
Ausdehnung oder des Zerreißens der Zellen, aus denen die Venen-
wände bestehen. Krampfadern treten im allgemeinen in den unteren
Extremitäten aufund werden gewöhnlich auf Durchblutungsstörun-
genund/oder auf Unregelmäßigkeiten im Blutdruck zurückgeführt.
Dabei nehmen die Venen eine blauschwarze oder purpurne Färbung
an und treten deutlich hervor. Krampfadern treten am häufigsten bei
Frauen auf, die schon schwanger gewesen sind.
Edgar Cayce hat33meist älteren Frauen insgesamt 34 Anweisun-
gen gegeben, die sich zum Teil oder ausschließlich auf die Behandlung
von Krampfadern bezogen.
Nach den Diagnosen von Cayce war das Auftreten von Krampf-
adern jeweils auf einen oder mehrere belastende Faktoren zurückzu-
-führen. In der Hälfte der Fälle waren Durchblutungsstörungen und
Probleme mit dem Blutdruck die Hauptursachen. Die Durchblu-
tungsstörungen gingen oft auch mit nervösen Koordinationsstörun-
gen einher, die durch einen Druck auf die Wirbelsäule oder durch
Subluxationen verursacht wurden. Dadurch waren die N ervenim-
pulse zu den Beinen blockiert worden, wodurch die Durchblutung
der unteren Extremitäten verlangsamt wurde.
163
In fast 40 Prozent der Fälle führten Eliminationsstörungen zu einer
weiteren Belastung des Kreislaufs und einer Ansammlung von Toxi-
nen, welche die Venenwände schwächten und schließlich zu ihrer
Erweiterung führten. In 20 Prozent der Fälle stellte Cayce Infektionen
fest, die ebenfalls auf die Belastung des Organismus mit Toxinen
zurückzuführen waren.
Behandlung
Zur Behandlung von Krampfadern verordnete Cayce in den meisten
Fällen die gleichen therapeutischen Maßnahmen. In fast 40 Prozent
der Fälle empfahl er spinale Manipulationen zur Beseitigung der
Blockierung von Nervenimpulsen zu den unteren Gliedmaßen. Im
allgemeinen sollten diese Korrekturen über einen Zeitraum von meh-
reren Wochen etwa zweimal wöchentlich vorgenommen werden. In
35 Prozent der Fälle verordnete Cayce Massagen, manchmal mit einer
Mischung aus verschiedenen Ölen wie Erdnußöl oder Olivenöl und
Myrrhentinktur. Zur Normalisierung der Durchblutung in den unte-
ren Gliedmaßen sollten sich die Massagen auf die Füße, die Fußge-
lenke und die Beine konzentrieren.
In mehr als 30 Prozent der Fälle sollten die Patientinnen täglich
Königskerzentee trinken oder andere Kräuterpräparate einnehmen.
In 25 Prozent der Fälle verordnete Cayce feuchte Kompressen aus den
frischen Königskerzenblättern, welche auf die vergrößerten Venen
aufgelegt werden sollten.
Mehr als 25 Prozent der Patientinnen empfahl Cayce das Tragen
elastischer Strümpfe, besonders wenn die Beine belastet werden muß-
ten. Diese Strümpfe sollten eine weitere Ausdehnung der Venen als
Folge einer verstärkten Durchblutung der unteren Gliedmaßen ver-
hindern und sie stützen. Zur Sicherstellung des normalen Funktionie-
rens der Ausscheidungsorgane und um den Körper mit den notwendi-
gen Nährstoffen zu versorgen, verschrieb Cayce in 20 Prozent der
Fälle eine alkalisch reagierende Diät.
Krankengeschichte
Nur vier der 33 Personen, denen Cayce Anweisungen für die Behand-
lung von Krampfadern gegeben hatte, berichteten über den Erfolg der
Behandlung. Drei von ihnen sprachen von positiven Ergebnissen,
und eine erklärte, ihr Zustand habe sich nicht gebessert, wir dürfen
aber vermuten, daß diese Patientin die Anweisungen nicht befolgt hat.
Ein interessanter Fall war der einer 54 jährigen Frau (der Patientin
243), deren linkes Bein geschwollen war und noch starke Schmerzen
verursachte, nachdem sie die ersten beiden Anweisungen erhalten
164
hatte. Nach Cayces Diagnose war die Ursache ihrer Erkrankung eine
Kreislaufschwäche, durch welche die Venen an der Oberfläche des
Beins geschädigt worden waren. Als Folge einer zu langsamen und
ungenügenden Durchblutung des unteren Teils des Körpers waren
außerdem Eliminationsstörungen aufgetreten.
Cayce riet der Frau, elastische Strümpfe zu tragen, besonders wenn
sie sich viel bewegen mußte. Für die Diät verordnete er alkalisch
reagierende Speisen, und außerdem verschrieb er ihr Massagen für
den Rücken, die Beine und den Bauch.
Die Frau hat die Anweisungen Cayces offenbar befolgt und damit
gute Ergebnisse erzielt. Doch neun Jahre später traten neue Krampf-
adern auf, und sie bat ihn um weitere Anweisungen. Diesmal stellte
Cayce fest, daß ein Druck im Bereich der unteren Lendenwirbel die
Durchblutung der unteren Gliedmaßen hemmte. Aufgrund der
Durchblutungs- und Eliminationsstörungen war eine Ubersäuerung
in den Nieren erfolgt.
Diesmal bestand die Therapie aus einer Reihe osteapathischer Kor-
rekturen. Die Patientin wurde außerdem angewiesen, täglich einen bis
anderthalb Liter Königskerzentee zu trinken. Der Tee sollte jeden Tag
neu aufgebrüht werden.
Außerdem verordnete Cayce feuchte Kompressen mit Königsker-
zenblättern, die unmittelbar auf die Krampfadern aufgelegt werden
sollten. Die Füße und Beine der Frau sollten mit schwachem schwar-
zen Kaffee massiert werden, der aus Kaffeesatz hergestellt war.
Diese Anordnungen wurden befolgt, und wieder waren die Ergeb-
nisse positiv. Zu einer späteren Zeit entwickelten sichjedoch neue
Komplikationen, und auch die Krampfadern begannen der Frau Be-
schwerden zu verursachen.
Krebs
Brusttumore und Brustkrebs
Edgar Cayce hat 15 Behandlungsanweisungen für B.rustkrebs und
zehn für Brustturnare gegeben. Angesichts der großen Ahnlichkeit der
Ursachen und der Behandlung beider Erkrankungen sind hier die
Daten zusammengefaßt worden.
Die Diagnosen für sechs der 13 betroffenen Frauen zeigten das
Vorhandensein toxischer Elemente und destruktiver »Stimmungen«
im Blut. Aufgrund der in den meisten Fällen vorliegenden Stoffwech-
selstörungen sammelten sich Toxine in den Lymphdrüsen, besonders
in den Brustdrüsen. In zwei anderen Fällen wurde ein Hormonman-
gel als Ursache der Tumore oder Krebsgeschwüre in den Brüsten
festgestellt, und zweimal fand Cayce eine chemische Unausgewogen-
165
heit im Blut- in einem Fall als Folge eines Überschusses an Kalium-
karbonat, der nach seiner Auffassung für die Bildung von Brusttumo-
ren verantwortlich war.
Behandlung
Obwohl die Behandlungsanweisungen für beide Erkrankungen sich
niemals genau glichen, läßt sich doch eine deutliche Ähnlichkeit
erkennen. Der Schwerpunkt lag auf der Diät, der Elektrotherapie und
Einreibungen.
In zehn Fällen von Brustkrebs oder Tumoren sollte die Diät vor
allem aus Speisen bestehen, die alkalisch reagierten. Auf stärkehal-
tige, fette oder gebratene Gerichte und Fleisch mit Ausnahme von
Meeresfrüchten oder Hühnerfleisch in bestimmten Fällen sollte ver-
zichtet werden. Besonders empfohlen wurden Paranüsse und Man-
deln, die nach seiner Ansicht für die Krebsverhütung wichtige Stoffe
enthielten.
Ein wesentlicher Teil der Behandlung bestand aus einer Licht- und
Elektrotherapie, besonders mit ultraviolettem Licht. Die übliche An-
weisung besagte, daß 0,09 Gramm animated ash (Pflanzenasche)
etwa 15 Minuten vor der Behandlung mit Wasser eingenommen wer-
den sollten. Die Lichtquelle sollte 38 bis 40 Zoll vom Körper entfernt
aufgestellt werden. Um Hautrötungen zu vermeiden, wurde empfoh-
len, eine grüne Glasscheibe etwa 18 Zoll vom Körper entfernt aufzu-
stellen, durch die das Licht fallen sollte. In einigen Fällen wurden
andere Formen der Elektrotherapie in Verbindung mit der ultraviolet-
ten Bestrahlung verordnet.
In sechs Fällen verschrieb Cayce verschiedene Substanzen für Ein-
reibungen, die täglich in und um die Brust sanft einmassiert werden
sollten. Am häufigsten waren es Kakaobutter oder eine Mischung aus
Pflanzen- oder Kohlenasche mit Iodex. In vier Fällen wurde aus-
drücklich darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, für eine geregelte
Ausscheidung von Giftstoffen zu sorgen.
Um die Drüsentätigkeit anzuregen, wurde in drei Fällen in verschie-
denen Dosierungen in Wasser aufgelöstes Atomidin verschrieben, das
ein- oder zweimal täglich eingenommen werden sollte.
Krankengeschichte
Für den Fall4438, eine Frau mit einem nichtbösartigen Tumor in der
linken Brust, hat Cayce fünf Behandlungsanweisungen gegeben. Da-
nach hatte ein zu hoher Kaliumgehalt des Blutes eine chemische
Reaktion in den Drüsen verursacht, die zu einer Ansammlung von
auszuscheidenden Stoffen in den Lymphdrüsen der Brust führte.
166
In seiner ersten Anweisung verordnete Cayce dreimal wöchentlich
vorzunehmende ultraviolette Bestrahlungen. Diese 30 Minuten dau-
ernde Behandlung sollte beginnen, nachdem die Frau 0,018 Gramm
Pflanzenasche mit Wasser eingenommen hatte. Die starke Lampe
sollte in einer Entfernung von 38 bis 40 Zoll aufgestellt werden (die
schwächere Handlampe in einer Entfernung von 34 Zoll), und zwar
so, daß das ultraviolette Licht direkt auf den dritten, vierten und
sechsten Rückenwirbel fiel. Zu beachten ist hier, daß dieses Licht fast
immer auf bestimmte Stellen des zerebrospinalen Systems und nicht
auf die Brust gerichtet werden mußte.
Zur Reinigung der Drüsen verordnete Cayce acht Tropfen Atomi-
din, die zehn Tage lang zweimal täglich in einem Glas Wasser einge-
nommen werden sollten. Anschließend sollte eine Ruhepause von
fünf Tagen eingelegt und die Behandlung mit den gleichen Intervallen
drei bis vier Monate fortgesetzt werden.
Für die Einreibung verordnete er eine Mischung aus sieben Gramm
Iodex und 0,018 Gramm Pflanzenasche. Nach einer sanften täglichen
Massage sollte die Brust mit einem leichten Verbandstoff und, wenn
vorhanden, Kaninchenfell bedeckt werden. In diesem Fall hielt er
eine gut ausgewogene Diät für besonders wichtig, denn wenn der Fett-
und Proteingehalt im Blut nicht abgebaut werden könnte, werde es
unter Umständen als Folge der Aufnahme der Iodex-Asche-Salbe in
den Organismus zu einer schädlichen chemischen Reaktion kommen.
Die Diät sollte vor allem reichlich grünes Gemüse und Nüsse enthal-
ten. Fleisch, Fett oder ölige Speisen waren verboten, Wurzelgemüse
war nur in geringen Mengen erlaubt.
In der zweiten Anweisung wies Cayce die Frau darauf hin, daß sie
seine Behandlungsanweisungen nicht gewissenhaft genug befolgte.
Unmittelbar vor Eintreffen der dritten Behandlungsanweisung be-
richtete der Ehemann der Frau, daß sie sich besser fühle, die Brust
jedoch geschwollen sei und aus kleinen Rissen in der Haut Flüssigkeit
austräte. Wieder wies Cayce darauf hin, wie wichtig es sei, seine
Anweisungen in allen Punkten gewissenhaft zu befolgen, was hier
nicht geschehen war. Er verordnete eine Verlängerung der Bestrah-
lung auf weitere zehn zu jeweils 15 Minuten vor der Einnahme der
Pflanzenasche. Das Einreibungsmittel sollte in seiner Zusammenset-
zung verstärkt werden, und zwar durch die Beimischung von weiteren
0,048 Gramm Asche und 14 Gramm Iodex. Außerdem verordnete er
ein pflanzliches Abführmittel aus Podophyllin, Leptrandrin, Sangui-
naria, Cascarilltonikum und Senna.
Nach Erhalt der dritten Behandlungsanweisung berichtete die
Frau, unter ihrem linken Schultergelenk habe sich eine schmerzhafte
Verdickung gebildet, welche die Bewegungen des Armes behinderte.
Cayce erklärte, dies sei die Folge der Bewegung und des Wachstums
167
eines Sarkoms in den Lymphknoten unter dem Arm. Er verordnete
Einreibungen mit einer Salbe aus Wegerichblättern und -wurzeln, die
mit Butterschmalz oder dicker Sahne gekocht worden waren.
In der fünften Anweisung riet er der Patientin zu einem chirurgi-
schen Eingriff, falls nicht bald eine Besserung eintrat.
Berichte über die weitere Entwicklung dieses Falls liegen uns nicht
vor.
Doch von den 13 Frauen mit Brusttumoren oder Krebs, die sich an
Cayce gewandt hatten, berichteten fünf nicht über den Erfolg seiner
Behandlungsvorschläge, und zwei befolgten sie nicht. Aber die sechs
Frauen, welche die Anweisungen Cayces befolgten, erzielten gute
Erfolge, unter ihnen zwei, welche die »vollständige Heilung« vom
Brustkrebs und/oder Brusttumor meldeten.
Gebärmutterkrebs
Von den sechs Erkrankungen an Gebärmutterkrebs, über die es Aus-
sagen von Edgar Cayce gibt, wurde nur in drei Fällen davon gespro-
chen, daß sie von »destruktiven Kräften« oder schädlichen Organis-
men verursacht worden seien, die in den Uterus und den Beckenbe-
reich eingedrungen seien, gesundes Gewebe zerstört und bösartige
Zellen erzeugt hätten. Insgesamt gibt es von Cayce 20 Behandlungs-
anweisungen für Gebärmutterkrebs, in den meisten Fällen für Frauen,
die sich erst an Cayce gewandt hatten, als die Bösartigkeit ihres
Leidens bereits erkannt worden war. Deshalb sprach er im allgemei-
nen nicht mehr über die Ursachen, sondern richtete seine Aufmerk-
samkeit darauf, den Patientinnen Erleichterung zu verschaffen, wenn
er sie schon nicht heilen konnte.
Behandlung
Die meisten Empfehlungen konzentrierten sich auf elektrotherapeu-
tische Maßnahmen mit Röntgenstrahlen und ultraviolettem Licht.
Beides wurde in zwei Anweisungen erwähnt, außerdem aber auch die
Therapien mit Radium und Radioaktivität. Die Länge und Intensität
dieser Behandlungen hingen von der Schwere der Erkrankung und
dem Zustand der Patientinnen ab.
Häufige Spülungen mit verdünntem Atomidin, Glyko-Thymol in,
Creolin oder Lysol wurden in vier Anweisungen verordnet. Die übli-
che Verdünnung von Atomidin oder Glyko-Thymolin war ein Teelöf-
fel auf einen Liter warmes Wasser. Lysol und Creolin sollten viel
stärker verdünnt werden.
Zur Linderung lokaler Schmerzen wurden heiße Packungen ver-
ordnet. Dabei sollten heiße Epsomsalze, heißes Salz oder ein Brei aus
16 8
Wegerichblättern auf den Bauch oder über die Gebärmutter bezie-
hungsweise über dem Steißbein aufgelegt werden.
In zwei Fällen wurde eine bestimmte Diät verordnet, die leichtver-
daulich sein und aus nahrhaften Speisen bestehen sollte. Zweimal
wurden Abführmittel verordnet. Gelegentlich betonte Cayce, daß
eine positive innere Einstellung besonders wichtig sei. Die Patientin-
nen wurden ermutigt, zuversichtlich zu sein und sich um ihren Zu-
stand keine Sorgen zu machen, denn »die Sorgen um diesen Zustand
und dessen Ergebnis erzeugen ebenso viel Leiden wie der Zustand
selbst«. (4741-1)
Krankengeschichte
Da der Krebs im Fa11468 schon in sein Endstadium getreten war,
bemühte sich Cayce darum, ihn erträglicher zu machen und Schmer-
zen zu lindern.
Unter Aufsicht eines Arztes verordnete er die tägliche Anwendung
von Eukalyptusöl, rektifiziertem Terpentinöl, kanadischem Balsam
und Kodein in kleinen Dosen. Um die weitere Ausbreitung der Krank-
heit zu verhindern, sollte die Frau einen über den anderen Tag 0,024
Gramm Pflanzenasche einige Minuten vor der Bestrahlung mit violet-
tem Licht einnehmen, die auf die oberen Rückenwirbel gerichtet
werden und zwei bis drei Minuten dauern sollte.
Gelegentliche Spülungen mit ein bis drei Tropfen Lysol oder drei bis
zehn Tropfen Glyko-Thymolin in einem Liter Wasser sollten den
Vaginalbereich vor Infektionen schützen.
Ein Bericht über den Erfolg der Behandlung liegt nicht vor.
Hautkrebs
In 17 Diagnosen und Behandlungsanweisungen ging es um acht Fälle
mit Hautkrebs. Die meisten dieser Patienten litten unter Juckreiz,
Ausschlägen oder Blasen am Kopf und im Gesicht oder um offene
schmerzende Wunden.
Von allen Krebsarten ist der Hautkrebs der häufigste und der am
leichtesten heilbare. Es gibt drei Haupttypen des Hautkrebses. Das
sind der basale Zellenkrebs, der schuppenförmige Zellenkrebs und
das bösartige Melanom, an dem fünf Prozent aller an Hautkrebs
leidenden Personen erkrankt sind.
Für das Entstehen des Hautkrebses gab Edgar Cayce in jedem
einzelnen Fall eine andere Ursache an. So erwähnte er Stoffwechsel-
störungen, Funktionsstörungen der Schilddrüse, Infektionen und
Quecksilbervergiftungen. In jedem Fall beeinträchtigten die daraus
resultierenden inneren Störungen schließlich den Kreislauf an der
169
Körperoberfläche und die Drüsensekretionen in den verschiedenen
Hautschichten. In einem anderen Fall wurde der Hautkrebs durch eine
alte Lippenverletzung ausgelöst, bei der die Lippenmuskeln geschädigt
worden waren. Die Folge war die Entwicklung veränderter Hautzellen,
die von dem umgebenden normalen Gewebe nicht vertragen wurden.
Behandlung
Die Empfehlungen für die Behandlung des Hautkrebses waren
ebenso unterschiedlich wie seine Ursachen. In vier Fällen empfahl
Cayce eine Elektrotherapie in der Form von Radiumkompressen,
einer Infrarotbestrahlung, einer ultravioletten Bestrahlung und einer
violetten Bestrahlung. Die letzteren beiden sollten nach dem Einneh-
men geringer Mengen von Kohlen- oder Pflanzenasche vorgenom-
men werden.
In drei Fällen verordnete Cayce eine strikte rein alkalische Diät,
bestehend aus Obst und Gemüse, gelegentlich aber auch aus Fisch,
Geflügel, Lammfleisch, Vollkornweizenbrot und Getreideflocken.
Rotes Fleisch, Zucker, gebratene und fettige Speisen und größere
Mengen sauer reagierender Lebensmittel waren in allen Fällen nicht
erlaubt.
Wegerichsalbe aus zerkleinerten Wegerichblättern, die in Sahne
gekocht waren, wurde in zwei Fällen zum direkten Auftragen auf die
vom Krebs befallenen Hautteile verschrieben. In zwei Fällen verord-
nete er des Rückens und der Wirbelsäule mit verschie-
denen Oien. Damit sollten Muskeln und Nerven angeregt und ent-
spannt werden. In zwei weiteren Fällen verordnete Cayce Königsker-
zentee und Abführmittel.
Krankengeschichte
In der Mehrheit der Fälle liegen keine Berichte über die Erfolge der
Behandlung vor. Doch in einem Fall wurde eine Besserung festge-
stellt, in einem anderen, es war der Fall 4907, wurde die völlige
Heilung gemeldet.
Bei diesem Fall handelte es sich um einen 17jährigen Mann, der an
einem Hautkrebs an den Lippen litt. Cayce verordnete ihm die tägli-
che Einnahme von 0,012 Gramm Pflanzenasche mit Wasser und eine
anschließende, drei bis fünf Minuten dauernde Bestrahlung des Ober-
körpers mit violettem Licht. Außerdem sollte der Mann sich in erster
Linie mit alkalisch reagierenden Speisen ernähren und auf stärkehal-
tige Nahrungsmittel verzichten.
Der Mann folgte den Anweisungen von Cayce und berichtete eine
völlige Heilung.
170
Lungenkrebs
Edgar Cayce gab sieben an Lungenkrebs erkrankten Personen im
Alter zwischen zehn und 60 Jahren Behandlungsanweisungen. Die
üblichen Symptome dieser Krankheit waren Kurzatmigkeit, Erschöp-
fungszustände und akute Schmerzen in den Lungen und in der Brust.
In fünf Fällen äußerte sich Cayce nicht über die Ursache des Kreb-
ses, sondern sprach von Mikroben im Blut oder im Organismus oder
von gefährlichen Bazillen. Auch sagte er nicht, woher oder wie diese
Mikroorganismen in den Körper gelangt seien, außer in zwei Fällen.
Bei dem einen handelte es sich um ein junges Mädchen, das zufällig
eine Messingnadel eingeatmet hatte, durch die ihre Atemwege verletzt
worden waren. Im zweiten Fall hatte der Erkrankte eine schwere
Erkältung hinter sich, die eine Entzündung der Atemwege und im
Anschluß eine Ansammlung von Flüssigkeiten in den Lungen verur-
sacht hatte.
In fast allen Fällen war die Atmung stark erschwert, und dadurch
entstanden Reflexzustände in ganzen Organismus. Die Unfähigkeit
der Lungen, das durchlaufende Blut mit Sauerstoff anzureichern,
erzeugte ein Gefühl extremer Schwäche und eines Mangels an Vitali-
tät. Einige Personen hatten Stoffwechselstörungen, was die Fähigkeit
des Organismus, die Bakterien auszuscheiden, zusätzlich schwächte.
Behandlung
Um die Atmung zu erleichtern, verschrieb Cayce in sechs Anweisun-
gen Inhalationen. Am häufigsten wurde die Inhalation von Apfel-
branntweindämpfen empfohlen. Dabei sollte ein angekohltes Eichen-
faß zur Hälfte mit Apfelbranntwein gefüllt und erhitzt werden, so daß
die Dämpfe sich in dem leeren Teil des Fasses sammelten. Cayce
erklärte, das Inhalieren der Dämpfe über zwei- oder dreimal täglich
werde die Atmung erleichtern und dem Organismus helfen, die Gift-
stoffe auszuscheiden.
Ein anderes gelegentlich empfohlenes Inhalationsmittel bestand
aus kleinen Mengen von rektifiziertem Öl oder Terpentin, Kiefernna-
delöl und Eukalyptusöl, gelöst in aus Getreide gebranntem Alkohol.
Die Hälfte dieser Patienten wurden angewiesen, täglich 0,09 Gramm
Pflanzenasche einzunehmen und anschließend den Rücken in Höhe
der Lungen ultraviolett oder violett zu bestrahlen. Cayce glaubte, das
Licht dieser Strahlen werde die Asche veranlassen, im Blut zu reagie-
ren und die Vernichtung der Krebszellen zu bewirken. Die Bestrah-
lungen sollten gewöhnlich nicht länger dauern als wenige Minuten
und waren angeblich am wirksamsten wenige Minuten nach dem
Einnehmen der Asche. In einem Fall wurde eine Einreibung des
erkrankten Bereichs mit einer Salbe aus Iodex vermischt mit Asche
empfohlen, um die Schmerzen zu lindern. Ein Drittel der Patienten
wurde angewiesen, eine bestimmte Diät einzuhalten. Empfohlen wur-
den in den meisten Fällen Nahrungsmittel, welche die Ausschei-
dungsorgane anregten und für einen geregelten Stoffwechsel sorgten
wie grünes Blattgemüse, Fisch, Geflügel, Leber, Gelatine und dunkles
Brot. Nur kleine Mengen rotes Fleisch waren zulässig, Schweine-
fleisch war verboten.
Personen, deren Zustand sich schon in einem fortgeschrittenen
Stadium befand, wurden angehalten zu beten und ihr Bewußtsein auf
die Heilung zu konzentrieren, indem sie eine positive Haltung ein-
nahmen. Einem Patienten sagte Cayce, »das Bewußtsein von der
Gegenwart des Göttlichen muß im eigenen Selbst geweckt werden,
wenn die destruktiven Kräfte in die Flucht geschlagen werden sollen«.
Krankengeschichte
In vier Fällen liegen entweder keine Berichte vor, oder die Berichte
zeigen, daß die Anweisungen nicht befolgt wurden. Obwohl zwei
Personen in einem ernsten Zustand bald nach Erhalt der Anweisun-
gen starben, wurde über sie berichtet, sie hätten nach der Durchfüh-
rung der von Cayce verordneten Behandlungen gewisse Anzeichen
der Besserung gezeigt.
In einem Fall, in dem eine Frau die Behandlungsanweisungen ge-
wissenhaft befolgte, erlebte sie eine bemerkenswerte Besserung ihres
Zustandes, der es ihr erlaubte, wieder zu arbeiten und ein normales
Leben zu führen, obwohl sie sich in einem ernsten Zustand befand.
Ein anderer Fall, bei dem keine positiven Ergebnisse eintraten, war
der Falll 070, ein 48jähriger Mann. Cayce führte seinen Lungenkrebs
auf Infektionen im weichen Gewebe der Kehle, der Lungen und
anderer Körperteile zurück. Die Atmung des Mannes war stark behin-
dert, ebenso auch die Funktionen der Bauchspeicheldrüse und der
Leber, was wiederum zu Störungen in den Ausscheidungsorganen
führte. Die Ärzte hatten diesen Fall als unheilbar diagnostiziert.
Die Behandlung sollte 26 bis 36 Tage dauern. 0,09 Gramm Pflan-
zenasche sollte täglich mit Wasser genommen werden. Jeden zweiten
Tag sollte eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht drei bis ftinf
Minuten nach der Einnahme der Asche vorgenommen werden. Die
Verwendung einer kurzwelligen Quecksilber- oder Quarzlampe
wurde ebenfalls empfohlen, und die Lampe sollte 36 bis 40 Zoll vom
Körper entfernt gehalten werden. Dabei sollte der zerebrospinale
Bereich über den Lungen anderthalb bis zweieinhalb Minuten den
Strahlen ausgesetzt sein.
Sobald die Behandlung mit der Asche und dem ultravioletten Licht
172
begonnen hatte, sollte der Mann möglichst oft den Dampf von Apfel-
branntwein in einem verkohlten Eichenfaß inhalieren, dessen Fas-
sungsvermögen etwa dreimal so groß sein sollte wie das Volumen des
Branntweins. Um mehr Dampf zu erzeugen, sollte das Faß an einem
heißen Ort aufgestellt sein und jedesmal wieder verschlossen werden.
Um die Ausscheidungsorgane anzuregen, wurden wenn notwendig
Darmspülungen verordnet. Obwohl der Fall 1070 gedrängt wurde,
sich eine zweite Behandlungsanweisung für die Zeit nach den ersten
36 Tagen der Behandlung geben zu lassen, wurde berichtet, daß er die
Hoffnung aufgab und die Behandlung nicht fortsetzte.
Magen- und Darmkrebs
Krebs ist die allgemeine Bezeichnung für verschiedene Typen eines
bösartigen, anormalen Gewebewachstums, wobei die neuen Zellen in
das sie umgebende Gewebe eindringen und sich schließlich auch in
andere Körperregionen ausbreiten. Beim Magenkrebs kommt es zu
Symptomen im oberen Magen-Darm-Bereich mit Gewichtsverlust bei
Personen, die mehr als 40 Jahre alt sind, sowie zu Anämie und Blut im
Stuhl.
Cayce hat für 13 Personen, die an Magen- oder Darmkrebs litten,
Behandlungsanweisungen gegeben.
Zur Behandlung der Krebsgeschwüre verordnete Cayce eine Kom-
bination heilender Maßnahmen. In den meisten Fällen befand sich
der Krebs schon im fortgeschrittenen Stadium, und deshalb hieß es in
den Anweisungen, daß die verordneten Therapien nicht geeignet
seien, die Erkrankung zu heilen, sondern nur das Leben zu verlängern
und die Schmerzen zu lindern.
In einem Drittel der Fälle wurden Stoffwechselstörungen entweder
als Hauptursache oder als belastender Faktor angegeben. Ein Viertel
der Patienten litten angeblich an Assimilationsstörungen, oft kombi-
niert mit §törungen in den Ausscheidungsorganen. In einigen Fällen
war eine Ubersäuerung des Organismus die Hauptursache der Krebs-
erkrankung. Leider handelte es sich bei allen Patienten um Personen
im fortgeschrittenen Stadium dieser Erkrankung, die zu spät um Be-
handlungsanweisungen gebeten hatten. 12 dieser Patienten starben
sechs Monate nach Erhalt ihrer letzten Behandlungsanweisung, und
ein Patient wurde davon unterrichtet, daß er schon bei Erhalt seiner
Anweisungenjederzeit mit dem Tode rechnen müsse. Nur über einen
einzigen Patienten liegt ein Bericht vor, nach dem er sich drei Jahre
später einer guten Gesundheit erfreute.
173
Behandlung
In mehr als der Hälfte der Behandlungsanweisungen Cayces für Ma-
gen- und Darmkrebs wurde das Einnehmen von Pflanzenasche, oft
kombiniert mit ultravioletten Bestrahlungen, verschrieben. Damit
sollte die Sauerstoffaufnahme des Organismus angeregt werden, da-
mit das Blut dem ganzen Körper neue Lebenskraft zuführen könne.
Die Dosierungen für die Asche schwankten zwischen 0,012 und 0,024
Gramm. Die Asche sollte täglich zweimal in einem Glas Wasser einge-
nommen werden. Die ultravioletten Bestrahlungen sollten zunächst
30 Minuten und später zwei bis drei Minuten dauern.
In der Hälfte aller Fälle hatte Cayce Stoffwechselstörungen festge-
stellt und eine Umstellung der Diät verordnet. Im allgemeinen emp-
fahl er leichtverdauliche Speisen und Rindfleischsäfte. Um die Aus-
scheidung von Giftstoffen anzuregen, wurden in den Anweisungen
Klistiere, Abführmittel oder Darmspülungen verschrieben. In einigen
Fällen wurden zur Unterstützung des Stoffwechsels Rizinusölpak-kungen empfohlen, entweder allein oder kombiniert mit Epsomsalz-
packungen.
In einem Viertel der Fälle verschrieb Cayce spinale Manipulationen
oder Massagen, in zwei Dritteln verschiedene aus Kräutern herge-
stellte Medikamente. Ulmenwasser und/oder Safrantee wurden we-
gen ihrer antiseptischen und den Magen beruhigenden Eigenschaften
in fünfFällen verschrieben. Zweimal empfohlen wurden Wismut- und
Kalkverbindungen zur Anregung der Verdauung sowie eine Kombi-
nation aus Kalkmilch, Zimtwasser, Bromkalium und Jodkalium gegen
Brechreiz und Übelkeit.
Zur Verlängerung des Lebens empfahl Cayce den Patienten, sich
positive bildliehe Vorstellungen zu machen, zu beten, zu meditieren
und Handauflegungen.
Krankengeschichte
Der Fall2512, eine Frau, der vor acht Monaten ein bösartiges Ge-
wächs aus dem Mastdarm chirurgisch entfernt worden war, erhielt im
Verlauf von acht Tagen zwei Behandlungsanweisungen. In der ersten
wurde erklärt, daß ihre Erschöpfungszustände und ihre Atemlosigkeit
Reflexreaktionen auf den toxischen Zustand ihres Organismus seien.
Die Schädigung des Blutes durch Blutgifte war die Folge der Blockie-
rung des Magen-Darm-Kanalsaufgrund von Schleimbildung im gan-
zen Dickdarm. Dieser Umstand zusammen mit einer Leberstörung
und einer Funktionsstörung in den Gallengängen hatten die Leberzir-
kulation aus dem Gleichgewicht gebracht.
Um der Patientin Erleichterung zu verschaffen, sollten heiße Pak-
174
kungen mit Rizinusöl über der Leber und der rechten Seite der Ma-
gengegend drei Tage lang täglich eine Stunde aufgelegt werden. Zur
Anregung der Ausscheidungsorgane sollte die Frau am Abend des
dritten Tages zwei Eßlöffel Olivenöl einnehmen. Am folgenden Tag
sollte eine allgemeine hydrotherapeutische Behandlung beginnen, zu
der auch eine Darmspülung gehörte. Nach einer Ruhepause von zehn
Tagen sollte diese Therapie alle zehn Tage wiederholt werden, bis kein
Schleim mehr im Dickdarm festzustellen war. Für die Ernährung
empfahl Cayce reichlich frisches grünes Gemüse, besonders mit
einem hohen Gehalt an Vitamin B 1.
Die zweite Behandlungsanweisung für diese Frau erfolgte auf be-
sondere Fragen hinsichtlich der Ursache, der Heilungsaussichten und,
des Zustandes des bösartigen Tumors. Hier wurde als auslösende
Ursache eine chemische Unausgewogenheit genannt, die sich beson-
ders an einer Stelle bemerkbar machte und als Folge von unspezifi-
schen Einflüssen zur Entstehung des bösartigen Gewächses geführt
hatte.
In dieser Anweisung empfahl Cayce die Fortführung der hydrothe-
rapeutischen Maßnahmen in Verbindung mit ultravioletten Bestrah-
lungen durch eine grüne Glasscheibe. Die Darmspülungen sollten mit
einer schwachen Salznatriumlösung vorgenommen werden. Zur Er-
nährung verordnete Cayce Rindfleischsäfte, Zitrusfrüchte, B-Vit-
amine und gelbes Gemüse. Wenn notwendig sollten zur Linderung
der Schmerzen auch Narkotika genommen werden.
Am Ende der Anweisung erklärte Cayce, die vorgeschlagenen Maß-
nahmen würden die Krankheit nicht heilen, sondern nur zur Verlän-
gerung des Lebens beitragen. Die Frau starb sieben Tage nach Emp-
fang der letzten Behandlungsanweisungen.
Kropf
Ein Kropf ist die anormale Vergrößerung der Schilddrüse am unteren
Teil des Halses. In vielen Teilen der Welt wird der Kropf durch Jod-
mangel verursacht.
In der Diagnose des Falles 3797-1 definierte Edgar Cayce diesen
Zustand als »die Verstopfung der Drüsen durch Sekrete, die nicht
durch die natürlichen Dinge ausgeschieden worden waren, weil das
Zentrum, von dem aus dieser Ausscheidungsprozeß reguliert wird,
ungenügend angeregt worden ist«.
Insgesamt hat Cayce für 13 Personen 18 Behandlungsanweisungen
für den Kropf gegeben.
In neun Fällen führte er das Entstehen dieses Leidens auf Kreislauf-
störungen zurück. Im allgemeinen ging er nicht im einzelnen auf die
Kreislaufprobleme ein, aber in einzelnen Fällen führte er die daraus
175
entstehenden Störungen im Nervensystem und in der Drüsentätigkeit
auf Funktionsstörungen im Blutkreislauf zurück. Im Fall 850 hatte die
mangelhafte Versorgung des Bluts in den Lungen mit Sauerstoff zu
einer nervösen Störung geführt, die ihrerseits eine Drüsenstörung
verursachte. Auch im Fall 4600 wurde durch eine Stoffwechselstö-
rung im Blut eine nervöse Reaktion in Gang gesetzt, die zu einer
Unausgewogenheit in den Drüsenfunktionen führte. Fünf Diagnosen
sprachen von einer mangelhaften Entgiftung des Organismus, und
vier weitere erwähnten einen Mangel an Spurenelementen wie Jod,
Kalzium und Eisen als ursächliche Faktoren.
Behandlung
In fast allen Fällen empfahl Cayce zur Behandlung des Kropfs Korrek-
turen an der Wirbelsäule zur Wiederherstellung einer normalen Koor-
dination der Nervenfunktionen. Für 11 Patienten verschrieb er elek-
trotherapeutische Maßnahmen, gewöhnlich in der Form der Bestrah-
lung mit violettem Licht oder der radioaktiven Kompresse, in zwei
Fällen war es die Naßzellenkompresse.
Für zwei Drittel der Patienten verordnete er eine Umstellung der
Diät. Sie sollte im allgemeinen Obst, rohes und gekochtes Gemüse
und leichte proteinhaltige Speisen enthalten. Auf gebratene Speisen
und Schweinefleisch sowie auf mehr als zwei stärkehaltige Speisen
bei einer Mahlzeit wie Kartoffeln, Weißbrot und Spaghetti sollte ver-
zichtet werden. In einigen Fällen wies Cayce darauf hin, daß nur
jodhaltiges Salz für die Zubereitung der Mahlzeiten verwendet wer-
den sollte. Sechs Patienten verschrieb er Atomidin in verschiedenen
Dosen zur Reinigung der Drüsen und zur Wiederherstellung des
Gleichgewichts in den Drüsenfunktionen.
In drei Fällen sprach Cayce über die Notwendigkeit der Selbsthei-
lung durch eine positive innere Haltung und spirituelle Einstellung
zur Erzeugung gesunder Schwingungen innerhalb und außerhalb des
Organismus.
Krankengeschichte
Als Folge eines Jodmangels und eines Überschusses an Kalium im
Blut hatte sich die Schilddrüse einer 50jährigen Frau vergrößert. Die
Symptome im Fall 813 zeigten deutlich die Folgen einer solchen
Schilddrüsenvergrößerung - Müdigkeit, allgemeine Schwäche, ver-
langsamte Koordination der Nerven und sensorische Störungen.
Die Behandlung begann mit einem Tropfen Atomidin in einem
halben Glas Wasser, das morgens und abends eingenommen werden
sollte. Die Dosis sollte sich täglich um einen Tropfen erhöhen, und
176
zwar bis es am zehnten Tag zehn Tropfen waren. Darauf war eine
Ruhepause von drei Tagen einzulegen. Während dieser Pause empfahl
Cayce allabendliche violette Bestrahlungen mit der Handlampe im
Bereich des Halses und der Schlüsselbeine.
Nach der zweiten Behandlungsreihe mit Atomidin und violettem
Licht verordnete er gründliche osteapathische Manipulationen, die
dreimal wöchentlich vorgenommen werden sollten. Das geschah zur
Ableitung von Flüssigkeiten aus dem Bereich der Halswirbel und der
oberen Rückenwirbel und zur Anregung des Stuhlgangs. Nachdem
diese Manipulationen zwei Wochen vorgenommen worden waren,
sollte eine einwöchige Ruhepause eingelegt werden. Anschließend
sollten die Manipulationen in den gleichen Zeitabständen wiederholt
werden. Während diese Korrekturen durchgeführt wurden, sollte das
Atomidin weiter genommen werden, aber die Bestrahlungen mit vio-
lettem Licht wurden für diese Zeit untersagt.
Die Patientin wurde angewiesen, bei ihrer Ernährung besonders auf
Speisen zu achten, die reichlich Eisen, Jod und Silizium enthielten
dabei aber auf Süßigkeiten und stärkehaltige Nahrung zu verzichten.
In den folgenden Berichten erklärte sie, sie glaube nicht daran, daß
die Behandlung etwas zu ihrer »vollkommenen Genesung« beigetra-
gen habe, die sie nach ihrer Meinung den religiösen Gesängen und
den Meditationsübungen zu verdanken hatte, mit denen sie zugleich
mit der Behandlung begonnen hatte. Es ist jedoch interessant, daß
drei andere Personen berichteten, nach der Befolgung der Empfeh-
lungen von Cayce sei ihr Kropfleiden vollständig geheilt worden.
Lähmungen - allgemein
Edgar Cayce hat zehn Männern und Frauen, die an den verschieden-
sten Formen von Lähmungen litten, insgesamt 19 Behandlungsanwei-
sungen gegeben. Bei den Lähmungen handelte es sich um ein Gefühl
der Taubheit in den Gliedern bis zum völligen Verlust der Bewegungs-
möglichkeiten der Gliedmaßen.
Die Diagnose in diesen Fällen war stets die gleiche; die Lähmung
war durch eine Läsion (Verletzung) oder Subluxation der Wirbel-
säule verursacht, durch welche die Nervenimpulse zu den motori-
schen Neuronen der Glieder abgelenkt worden waren. Bei allen
Patienten stellte Cayce zudem Koordinationsmängel im sympathi-
schen Nervensystem und Verdauungsstörungen fest, die er alle auf
eine Blockierung der Nervenimpulse zurückführte. In drei Fällen
waren die Störungen im Nervensystem durch Verletzungen entstan-
den, die sich die betreffenden Personen bei Unfällen zugezogen hat-
ten. In zwei Fällen hatten Infektionen im Bereich des Beckens zu
einem Druck auf den unteren Teil der Wirbelsäule geführt.
177
Behandlung
Zur Behandlung von Lähmungen verordnete Cayce grundsätzlich die
gleichen Maßnahmen, deren Ziel es war, nach Möglichkeit die nor-
male Weiterleitung der Nervenimpulse wiederherzustellen. Ohne
Rücksicht auf das Ausmaß der Nervenschädigungen betrachtete
Cayce keinen Fall als hoffnungslos, und sogar bei dem Patienten 724,
der sich beim Tauchen einen Halswirbelbruch zugezogen hatte, sagte
Cayce, eine Verbesserung im peripheren Nervensystem sei möglich,
obwohl der Fall technisch »hoffnungslos« sei.
Da die Nervenfunktionen von winzigen elektrischen Impulsen aus-
gelöst werden, konzentrierte sich Cayce bei seiner Behandlung auf
das Heilen der elektrischen Kräfte im Organismus. In allen Fällen
verordnete er Massagen zur Entspannung und Regeneration der Ner-
ven, besonders beiderseits der Wirbelsäule. Für die täglichen Massa-
gen wurden häufig Mischungen aus Zedernholzöl, Senföl und wei-
ßem russischem Öl verschrieben.
In 80 Prozent der Fälle verordnete Cayce eine Elektrotherapie. 60
Prozent der elektrotherapeutischen Maßnahmen bestanden in der
Anwendung der Naßzellenbatterie mit Goldchlorid, gelegentlich ab-
wechselnd mit Kampferspiritus oder Silber. Für die einzelnen Patien-
ten wurde die Lage der Metallplatten je nach Diagnose genau be-
stimmt. Die Naßzellentherapie sollte abends für eine bestimmte
Dauer angewandt werden, gewöhnlich gefolgt von einer Massage.
In 80 Prozent der Fälle verordnete Cayce eine ganz bestimmte Diät
aus alkalisch reagierenden, blutbildenden Nahrungsmitteln. Im allge-
meinen gehörten Fisch, Geflügel, Lammfleisch und gelegentlich auch
das Fleisch innerer Organe dazu. Außerdem sollte die Diät reichlich
grünes Blattgemüse, Zitrusfrüchte und ihre Säfte, Vollkorngetreide
und Gemüsesuppen enthalten, die aus Sellerie, Karotten, Zwiebeln,
Porree und Wurzelgemüse hergestellt sein sollten. Auf stärkehaltige,
gebratene oder fette Speisen sowie auf Süßigkeiten sollte verzichtet
werden.
Zu den übrigen empfohlenen Maßnahmen gehörten, je nach dem
Zustand des Patienten, spinale Manipulationen, die in drei Fällen
verordnet wurden, und heiße Packungen mit Epsomsalz oder
Schlamm, die Cayce für zwei Patienten verschrieb. Der wichtigste Teil
der Therapie waren jedoch Massagen und elektrotherapeutische
Maßnahmen.
17 8
Krankengeschichte
Die Patientin 724 war eine 20jährige Frau, der Cayce glaubte helfen zu
können, »obwohl wir einen Zustand festgestellt haben, den man
normalerweise als hoffnungslos bezeichnen würde«. Sie hatte sich
eine Verletzung an der Schädelbasis zugezogen, wo der Schädel mit
dem ersten Halswirbel verbunden ist. Obwohl Cayce in seiner Dia-
gnose das Ausmaß ihrer Lähmung nicht erwähnte, lösen Läsionen in
den Halswirbeln im allgerneinen eine Lähmung aller vier Gliedmaßen
aus.
Ein Unfall beim Tauchen hatte vor einigen Jahren einen Halswirbel-
bruch verursacht und dazu geführt, daß mehrere spinale Nerven,
welche den Bewegungsapparat kontrollieren, kaum oder gar nicht
mehr reagierten.
Der von Cayce verordnete, 30 Tage dauernde Behandlungszyklus
begann mit der Naßzellenanwendung, wobei abwechselnd jeden
zweiten Tag für die jeweilige Dauer von 20 Minuten Goldchlorid- oder
Silbernitratlösungen verwendet werden sollten. Nach der Naßzellen-
auflage sollte das zerebrospinale System in seiner ganzen Länge mas-
siert werden. Die Massage sollte mit einer Mischung aus Mineralöl,
Fichtennadelöl, Zedernholzöl und Sassafrasöl erfolgen, die in zwei
Litern bleifreiem Benzin aufzulösen war.
Die Diät der Patientin sollte vor allem aus blut- und nervenbilden-
den Speisen bestehen wie frischem Obst und Gemüse, Nüssen, Leber,
Kutteln und Schweinsfüßen.
Über den Erfolg der Behandlung im Fall 724 liegen keine Berichte
vor. Vier gelähmte Patienten, die Behandlungsanweisungen von
Cayce erhalten haben, berichteten jedoch, die Bewegungsfähigkeit
ihrer gelähmten Glieder sei nach der von Cayce verordneten Therapie
vollständig wiederhergestellt worden.
Lähmungen - Wirbelverletzungen
Edgar Cayce hat neun Personen mit schweren spinalen Lähmungen
insgesamt 34 Behandlungsanweisungen gegeben. In den meisten Fäl-
len handelte es sich um Patienten, die von der Gürtellinie abwärts
gelähmt waren, die unteren Gliedmaßen nicht mehr bewegen konn-
ten und in diesen Gliedmaßen auch keine Empfindungen mehr hat-
ten. In all diesen Fällen war die Lähmung durch eine schwere Verlet-
zung der Wirbelsäule bei einem Autounfall oder einem Sturz verur-
sacht.
Die meisten Personen, die Cayce um eine Behandlungsanweisung
gebeten hatten, waren junge Männer und Frauen, die schon seit meh-
reren Jahren als Folge von Verletzungen gelähmt waren, die sie sich als
179
Kinder beim Spiel zugezogen hatten. Obwohl es sich um Verletzungen
an verschiedenen Stellen der Wirbelsäule handelte, waren in jedem
Falle die Nerven geschädigt worden, die zu den unteren Gliedmaßen
führten. In zwei Fällen war das Rückgrat an drei Stellen gebrochen.
Behandlung
In allen Fällen waren die von Cayce vorgeschlagenen Behandlungs-
methoden sehr ähnlich. Dabei bemühte er sich insbesondere darum,
die Nervenimpulse durch elektrotherapeutische Maßnahmen anzure-
gen und durch Massagen für die Entspannung des ganzen Organis-
mus zu sorgen. In vier Fällen verordnete Cayce die Naßzelle mit einer
Lösung aus Goldchlorid, manchmal aber auch mit Silbemitrat Das
war die am häufigsten verschriebene Therapie.
Es ist interessant, daß Cayce in zwei der vier Fälle die Kupfer- und
Nickelplatten an die einander gegenüberliegenden Extremitäten auf-
legen ließ, wie es auch bei der radioaktiven Anwendung üblich war.
Die Behandlung mit der Naßzelle sollte jeweils 20 bis 30 Minuten
dauern und täglich oder mehrmals wöchentlich je nach der Schwere
der Lähmung vorgenommen werden. In manchen Fällen verordnete
er auch Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht, mit violettem Licht,
mit sinusförmigem Wechselstrom und mit der radioaktiven Auflage.
In acht Fällen verordnete er sanfte Massagen der Extremitäten und
des Rückens unmittelbar nach den elektrotherapeutischen Maßnah-
men. Für besonders wichtig zur Entspannung des Organismus und
Anregung der gelähmten Muskeln und Nervenzentren hielt er die
Zusammensetzung der für die Massage verwendeten Oie. Am häufig-
sten waren es Mischungen aus Erdnußöl, Olivenöl und Lanolin und
Olivenöl und Myrrhentinktur. In einigen Fällen wurden auch stärker
wirkende Präparate verordnet. Dazu gehörten (bleifreies) Benzin mit
Zedernholzöl, Senföl und Sassafrasöl sowie das schwere Mineralöl
Nujol gemischt mit Fichtennadelöl, Sassafrasöl, Erdnußöl und Oli-
venöl.
In der Hälfte der Fälle empfahl Cayce eine Diät aus alkalisch reagie-
renden Speisen, die aus Obst und Gemüse, Fisch, Geflügel und
Lammfleisch bestehen sollte. Abgeraten wurde von gebratenen Spei-
sen und in einzelnen Fällen von rohen Äpfeln.
Vier Personen, die noch in der Lage waren, sich mit Krücken oder
Beinschienen zu bewegen, empfahl er den häufigen Aufenthalt in
(rischer Luft und leichte Gymnastik im Freien. Dabei sollten sie jede
Uberanstrengung vermeiden, die sich negativ aufMuskein und Ner-
ven auswirken würde.
Etwa der Hälfte der gelähmten Personen sagte Cayce, daß es drin-
gend notwendig sei, eine positive innere Haltung einzunehmen. Diese
180
positive Haltung werde ebensoviel zur Genesung beitragen wie jede
körperliche Behandlung. Optimismus, Ausdauer und Geduld seien
eine wichtige Voraussetzung für die Heilung. In einigen Fällen sprach
Cayce davon, daß die Lähmung den davon Betroffenen eine karmi-
sche Lektion erteilen solle: »Aber seien Sie sich der Tatsache bewußt,
daß es das Selbst ist, dem Sie begegnen.« ( 1212-6)
In drei Fällen verordnete Cayce sanfte spinale Manipulationen zur
Erleichterung des Drucks auf die Wirbelsäule und zur Entspannung
von Muskeln und Nerven.
Krankengeschichten
Die Berichte über die Erfolge der von Cayce empfohlenen therapeuti-
schen Maßnahmen waren unterschiedlich. Im Fall des Patienten mit
den schweren Wirbelsäulenbrüchen schien seine Therapie nicht ge-
holfen zu haben. In zwei Fällen sind seine Anweisungen augenschein-
lich nicht befolgt worden, aber in drei anderen wurde eine wesentli-
che Besserung festgestellt.
Der Fall1215 war ein 16jähriger Junge, der vor einem Jahr beim
Tauchen eine schwere Wirbelsäulenverletzung davongetragen hatte
und seitdem gelähmt war. Cayce gab diesem Patienten zehn Behand-
lungsanweisungen und diagnostizierte in einer 11. Aussage die Le-
bensumstände des jungen Mannes. Dabei kam er zu dem Schluß, daß
die Lähmung karmisch bedingt und das Leiden eine für die Seele
notwendige Erfahrung sei. Der junge Mann habe in einem vergange-
nen Leben als aggressiver römischer Soldat Vergnügen am Leiden
anderer empfunden. Deshalb sei es für seine Seele notwendig, in der
gegenwärtigen Inkarnation die wahre Bedeutung und den Wert des
Leidens in der Form einer schweren körperlichen Behinderung ken-
nenzulernen.
In der gleichen Aussage erklärte Cayce aber auch, daß der junge
Mann viele positive Eigenschaften besaß. Er sei außerordentlich wil-
lensstark und verfüge über eine starke Entschlußkraft sowie die Ge-
duld und Ausdauer, die Cayce für eine Heilung für so notwendig hielt.
Er sagte der Mutter des jungen Mannes, »Ihnen ist eine große Seele
anvertraut worden, die anderen viel geben kann«. ( 1215-4)
Zur physischen Behandlung empfahl Cayce die täglich einstündige
Anwendung der radioaktiven Kompresse. Nach jeder Behandlung
sollten Rücken und Gliedmaßen sanft mit einer Mischung aus Mine-
ralöl, Zedernholzöl, Fichtennadelöl, Gaultherienöl, Kampferlösung,
Sassafrasöl und Benzaintinktur eingerieben werden. Nach der Mas-
sage sollte das Öl mit einer schwachen Lösung Natriumbikarbonat
abgewaschen werden.
In der zweiten Behandlungsanweisung für den Fall1215 verordnete
Cayce ein neues, aus Olivenöl und Myrrhentinktur bestehendes Mas-
sagemitteL Außerdem stellte er fest, daß der junge Mann wenige
Wochen nach dem Beginn der Behandlungen anfangen könne, ortho-
pädische Schienen zu benutzen. Um seinen Organismus auf die Bes-
serung des Allgemeinzustands vorzubereiten, sollte sich der Patient
positive Vorstellungen von seinem Zustand machen. Cayce sagte ihm,
er solle sich vorstellen, daß sich der Zustand seiner Gliedmaßen
ständig bessere und die Beine mit Hilfe der Schienen immer bewegli-
cher würden.
In den folgenden Anweisungen verordnete Cayce sanfte osteapa-
thische Manipulationen, bei denen darauf geachtet werden sollte, daß
die verletzten Teile der Wirbelsäule nicht gereizt wurden. Nach einer
Behandlungsdauer von wenigen Monaten ließ sich eine deutliche
Besserung im Zustand des jungen Mannes beobachten.
Zwei Jahre später berichtete seine Mutter, daß er seine Gliedmaßen
vielleichter bewegen könne. Doch im Alter von 19 Jahren wurde er
ungeduldig und lehnte das weitere Anlegen der radioaktiven Kom-
pressen ab, obwohl Cayce die Fortführung dieser Therapie dringend
empfohlen hatte. Es lag dem jungen Mann viel daran, endlich selb-
ständig zu werden, deshalb ging er nach Kalifornien und besuchte
dort eine Schule für Behinderte.
Obwohl Cayce erklärte, daß die Unterbrechung der Behandlung
den Patienten mehrere Jahre der Besserung seines Zustands gekostet
hatte, war er als Folge der Behandlung schließlich doch in der Lage,
ein selbständiges Leben zu führen. Im Alter von 23 Jahren konnte er
zwar noch immer nicht ohne Krücken gehen, zeigte aber angesichts
der Schwere seiner Verletzungen eine bemerkenswerte Besserung
seines Zustands.
Lähmungen - Gesichtslähmung
Eine Lähmung ist der Verlust der motorischen Funktionen oder des
Gefühls, verursacht durch eine Verletzung der Nerven oder die Zer-
störung von Neuronen. Eine Gesichtslähmung erstreckt sich auf die
Gesichtsmuskulatur, die den Gesichtsausdruck bestimmt.
In den drei Diagnosen, die Edgar Cayce für von einer Gesichtsläh-
mung betroffene Personen gegeben hat, bezeichnete er als Hauptursa-
chen Stoffwechselstörungen und Eliminationsstörungen, die zu Stau-
ungen in den Verdauungs- und Ausscheidungsorganen geführt hat-
ten. In jedem Fall war das Ergebnis ein Koordinationsmangel zwi-
schen dem sympathischen und dem zerebrospinalen Nervensystem.
Als andere Ursachen nannte Cayce Kreislaufstörungen, eine negative
innere Haltung der Patienten, emotionale Unausgewogenheit und
Infektionen.
182
Behandlung
Cayce hat den unter Gesichtslähmung leidenden Personen verschie-
dene Behandlungsanweisungen gegeben. So verordnete er in einem
Fall Bestrahlungen mit violettem Licht zur Wiederherstellung des
Gleichgewichts zwischen dem sympathischen und dem zerebrospina-
len Nervensystem. Neben der Elektrotherapie verschrieb er diesem
Patienten ein Sedativum aus Kampfer, Augenbutter, kochsalzhalti-
gem Eisen und Morphinsulfat. Die Behandlung sollte gegen die
Gleichgewichtsstörungen im Nervensystem und im Kreislauf wirken
und das kribbelnde Gefühl in den Lippen, in der Zunge, den Finger-
spitzen und den Fußsohlen beseitigen. Cayce wies besonders auf die
Notwendigkeit hin, eine ausgewogene innere Haltung zu bewahren.
Einem anderen Patienten verschrieb Cayce Wirbelsäulenkorrektu-
ren zur Anregung des Stoffwechsels und zur Koordinierung der Ner-
venzentren im sympathischen und zerebrospinalen Nervensystem.
Nach den Wirbelsäulenkorrekturen sollte ein geistiger Heiler nach
wenigstens zehn aufeinanderfolgenden Behandlungen seine Hände
auf die Wirbelsäule und die rechte Seite des Patienten auflegen.
Krankengeschichte
Die Patientin war eine 63jährige Frau, deren Gesichtslähmung indi-
rekt auf einen Blutstau in der Leber zurückgeführt wurde (Fall3395).
Die so entstandene mangelhafte Entgiftung des Organismus hatte zu
einem Stau im Verdauungstrakt geführt, der wiederum die Nervenim-
pulse zu den gelähmten Gesichtspartien blockierte.
Die von Cayce für diese Frau verordnete Therapie sollte längere Zeit
in Anspruch nehmen und mit der Auflage von einstündigen heißen
Rizinusölpackungen auf dem Bauch an drei aufeinanderfolgenden
Tagen in der Woche beginnen. Mit dieser Maßnahme sollten der
Blutstau in der Leber abgebaut und die Milchgänge angeregt werden,
um Stoffwechsel und Entgiftung des Organismus zu normalisieren.
Nachjeder Packung sollte die Patientin einen Teelöffel Olivenöl ein-
nehmen und die Dosis im Verlauf von vier Wochen bis auf eine halbe
Teetasse erhöhen.
Nach der ersten Behandlungsreihe mit Rizinusölpackungen und
dem Einnehmen von Olivenöl sollte die Frau ein leichtes Schwitzbad
mit Hamamelis nehmen. Zur Koordinierung der Nervenfunktionen
und Verbesserung des Kreislaufs sollte sie mit erhitztem Olivenöl,
Myrrhentinktur und flüssigem Lanolin massiert werden.
Nach einer Behandlungsdauer von vier Wochen verordnete Cayce
eine drei Wochen dauernde Diathermiebehandlung, der eine längere
Ruhepause folgen sollte. Anschließend sollte die obige Therapie wie-
183
derholt werden. Außerdem empfahl Cayce der Frau, regelmäßig zu
meditieren und zu beten.
Nach dem vierten Behandlungszyklus schrieb die Patientin ihm
einen Briefund berichtete, sie habe seine Anweisungen gewissenhaft
befolgt, und ihr Zustand habe sich wesentlich gebessert.
Laryngitis
Die Laryngitis ist eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut als
Folge einer bakteriellen oder oralen Infektion, die zu einem teilweisen
oder vollständigen Verlust der Stimme führt. Heiserkeit ist das Haupt-
symptom.
Cayce hat vier Personen jeweils eine Behandlungsanweisung für die
Laryngitis oder damit im Zusammenhang stehende Beschwerden ge-
geben. Diese Patienten waren 25 bis 59 Jahre alt. Er sah im Verlust der
Stimme eine Nebenwirkung von Stauungen und Infektionen im gan-
zen Organismus, die so akut geworden waren, daß auch Bronchien
und Kehlkopf in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Eine Hauptursache war in allen Fällen eine mangelhafte Entgiftung
des Organismus, wodurch der ganze Leberkreislauf verlangsamt und
überfordert wurde, was wiederum zu einer Ansammlung von Gift-
stoffen in der Blutbahn führte. Als Folge reagierte der Organismus mit
Stauungen und Fieber, und im Lauf der Zeit entzündeten sich die
Luftröhre und der Kehlkopf. Gelegentlich spielten dabei auch Stoff-
wechselstörungen eine Rolle. Als einen weiteren Faktor erwähnte
Cayce eine Überaktivität der Patienten, durch welche der körperei-
gene Widerstand gegen Infektionen geschwächt worden war.
Behandlung
Die von Cayce empfohlenen therapeutischen Maßnahmen für Patien-
ten mit Laryngitis konzentrierten sich darauf, den Organismus von
den Kräften zu befreien, welche die Infektion verursacht hatten. In
allen Fällen verschrieb er ein Inhalationsmittel zur Linderung der
Reizungen in Luftröhre und Nasengängen, zur Erleichterung der At-
mung und zur Schleimlösung. Die Inhalationsmittel sollten in der
Regel auf Getreidealkoholbasis hergestellt werden, in einem Fall ver-
ordnete er allerdings einen Spray. Diese Lösungen enthielten Euka-
lyptus oder Benzointinktur, Kiefernnadelöl oder andere Substanzen.
In drei Fällen verschrieb er zur Anregung des Kreislaufs und der
Entgiftung des Organismus hydrotherapeutische Maßnahmen. Zwei
Patienten wurden angewiesen, die Füße und unteren Gliedmaßen in
heißem Senfwasser zu baden, zu dessen Herstellung ein halber Teelöf-
fel Senfpulver in vier Liter Wasser verrührt werden sollte.
184
In einem Fall verordnete er Massagen für die Füße und in einem
anderen für den oberen Teil der Wirbelsäule. In die Füße sollte eine
Mischung aus Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus ein-
gerieben werden.
In zwei Fällen verschrieb er Abführmittel und eine besondere Diät.
Die Abführmittel waren Pflanzenpräparate, und die Korrekturen der
Wirbelsäule sollten vorgenommen werden, um den Körper zu ent-
spannen. Für alle Patienten empfahl er eine alkalisch reagierende und
aufbauende Diät. Besonders sollte darauf geachtet werden, daß die
Nahrungsmittel, aus denen die Speisen zubereitet wurden, eine gelbe
Farbe hatten.
Krankengeschichte
Drei der vier Personen, denen Cayce Behandlungsanweisungen für
die Laryngitis gab, haben seine Ratschläge befolgt, und sie alle berich-
teten anschließend von einer Besserung ihres Zustands.
Ein besonderer Fall war die Patientin 1100, eine 41jährige Frau, die
eine Anweisung zur Behandlung ihrer Laryngitis bekommen hatte.
Ihr Zustand wurde auf einen durch Eliminationsstörungen und zu
geringe Abwehrkräfte gegen Infektionen verursachten Blutandrang
zurückgeführt. Cayce sagte dazu: »Das sind akute Zustände, erzeugt
durch eine allgemeine Schwächung ... entstanden aus Aktivität und
Unterkühlungaufgrund von Blutandrang, was schließlich die infek-
tiösen Kräfte in der Luftröhre, den Bronchien und dem Kehlkopf
aktiviert hat.« (11 00-7)
Cayce verordnete zunächst heiße Senfbäder für die Füße und unte-
ren Gliedmaßen und anschließend Einreibungen mit einer Kombina-
tion aus Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus.
Um die Atmung durch Nase und Luftröhre zu erleichtern, verord-
nete er einen Inhalationsspray aus 15 Gramm Getreidealkohol, 54
Gramm destilliertem Wasser, 0,3 cm 3 Eukalyptusöl, 0,12 cm 3 rektifi-
ziertem Terpentinöl und 0,6 cm3 Benzointinktur. Diese Mischung
sollte alle zwei bis zweieinhalb Stunden mit Hilfe eines Zerstäubers
inhaliert werden und werde, wie Cayce behauptete, der Patientin
innerhalb von 24 Stunden Erleichterung verschaffen.
Außerdem verschrieb er Atomidin in Wasser, beginnend mit einem
Tropfen am Morgen und zwei Tropfen am Abend und dann während
der nächsten zwei Tage täglich so viele Tropfen mehr, bis am Morgen
des dritten Tages drei und am Abend fünf Tropfen genommen wurden.
Dann sollte eine Pause von einem Tag erfolgen und der Viertages-
zyklus noch einmal. beginnen.
Für die Diät empfahl Cayce der Frau Eier, Weizenvollkornbrot und
Gemüse. Zur Ergänzung der Ernährung sollte die Frau Valentines
185
Leberextrakt und zur Stützung der Leberfunktionen Caroid und Gal-
lensalztabletten einnehmen.
Zur Harmonisierung des gesamten Organismus verschrieb Cayce
spinale Manipulationen. Sie sollten sich auf den Bereich der oberen
Rückenwirbel und der Halswirbel konzentrieren und Korrekturen
um den Kopf, im Nacken, an den Ohren und am Nervus vagus vor-
nehmen.
Nachdem die Frau die Anweisungen von Cayce befolgt hatte, be-
richtete sie über eine sofortige Besserung ihres Zustands.
Leberflecken und Warzen
Leberflecken und Warzen sind Gewächse auf der Haut, die als dunkle
Flecken oder hautfarbige Erhöhungen auftreten. Während Leberflek-
ken im allgemeinen harmlos sind, können sie manchmal bösartig
werden, während Warzen im allgemeinen gutartig sind und leichter
behandelt werden können. Warzen werden, wie man weiß, im allge-
meinen von einem Virus verursacht, während Leberflecken andere
Ursachen haben. Edgar Cayce hat 16 Personen, die sich um ihre
Leberflecken oder Warzen Sorgen machten, insgesamt 17 Behand-
lungsanweisungen gegeben.
Wie Gladys Davis Turner, seine Sekretärin, die gewöhnlich die
Anweisungen stenographisch aufnahm, berichtet, hatte Cayce im be-
wußten Zustand seine eigenen Methoden, Warzen zu entfernen. »Ed-
gar Cayce hat häufig Menschen, die ihn besuchten, von ihren Warzen
befreit. Dabei pflegte er die Warze zu reiben und der betreffenden
Person zu sagen, sie solle die Warze vergessen. Schon nach wenigen
Tagen war sie verschwunden, ohne daß die betreffende Person wußte,
wann oder wie das geschehen war. Edgar Cayce erklärte das mit einer
Art Elektrizität, die seine Hände erzeugten. Er sagte, viele Menschen
hätten diese Fähigkeit.«
Cayce hat zwar nur selten besondere Gründe für das Entstehen von
Leberflecken oder Warzen angegeben, aber aus seinen Anweisungen
können wir entnehmen, daß ein nicht ganz normaler Gesundheitszu-
stand ein belastender Faktor war.
In der Anweisung für eine Person mit Warzen erklärte er: » Es ist die
Anhäufung gewisser Kräfte in den Zellen, die versuchen, selbständig
zu wirken. Oder, wie wir sehen, ist jedes Atom des Körpers ein ganzes
Universum oder ein selbständiges Element. Entweder fügt es sich ein
oder erzeugt Zerstörerische Kräfte durch die Aktivität des Ausschei-
dungssystems; und während es wächst, sammelt es diese Dinge um
sich und wird nicht absorbiert. Dann tritt es in der Form von Leber-
flecken und Warzen in Erscheinung.« (759-9)
186
Behandlung
Die für die Behandlung von Warzen und Leberflecken vorgeschlage-
nen Maßnahmen waren in allen Fällen etwa die gleichen. In 11 Fällen
bestand die Behandlung in der Hauptsache aus dem Einreiben eines
Präparats in die Haut an der Stelle, wo sich der Leberfleck oder die
Warze befand. Dazu wurde am häufigsten Rizinusöl entweder rein
oder mit Backpulver gemischt verordnet.
Andere Einreibungen, die jeweils in einem Fall verschrieben wur-
den, waren eine Mischung aus Backpulver und Kampferspiritus, eine
20prozentige Hydrochloridsäure und eine Alaunwasser enthaltende
Lösung. In zwei Fällen empfahl er die Entfernung des Gewächses mit
einer elektrischen Nadel durch einen Arzt. Ebenfalls in zwei Fällen
riet er zu einer Umstellung der Ernährung.
Leibschmerzen - Kolik
Leukämie
Leukämie, eine Form des Blutkrebses, ist eine Erkrankung des blutbil-
denden Gewebes, gekennzeichnet durch eine starke Vermehrung ent-
arteter weißer Blutzellen. Die Symptome sind Anämie, allgemeine
Schwäche, Gelenkschmerzen und geschwollene Lymphknoten.
Edgar Cayce hat 25 Personen, die entweder an Leukämie litten oder
die Veranlagung hatten, daran zu erkranken, Behandlungsanweisun-
gen gegeben. Wir beschäftigen uns im folgenden mit der Behandlung
von zehn Personen aus den verschiedensten Altersgruppen von der
frühen Kindheit bis ins reife Erwachsenenalter. Für sie liegen insge-
samt 13 Behandlungsanweisungen vor. Als eine der Hauptursachen
für ihre Erkrankung bezeichnete Cayce in etwa der Hälfte der Fälle
Kreislaufstörungen als Folge von Infektionen, Anämie oder chemi-
scher Unausgewogenheiten. Bei 15 Prozent der Patienten spielte auch
eine mangelhafte Entgiftung des Organismus eine Rolle, die zu einer
Ansammlung von Giftstoffen im Blut geführt hatte. In einer Diagnose
sagte Cayce, die Leukämie sei die Folge »einer Unausgewogenheit der
chemischen Kräfte im Organismus, die im Blutsystem so aktiv auf den
Stoffwechsel eingewirkt hat, daß das Plasma zerstört wurde, von dem
man sagen könnte, es umhülle die roten Blutzellen. Es ist daher ein
Zustand des Plasma oder die Unfähigkeit des Hämoglobins, im
Plasma die Gerinnungsstoffe zu erzeugen- oder das weiße Blut ist so
stark mit dem roten Blut vermischt, daß das Plasma zerstört wird.«
(2699-1)
Gelegentlich erwähnte Cayce auch Drüsenstörungen. In einigen
Fällen stellte er eine Vergrößerung der Milz fest, welche die roten
187
Blutzellen erzeugt, und diagnostizierte eine wesentliche Verringerung
in der Zahl der roten Zellen als Folge von Funktionsstörungen in der
Milz.
Behandlung
Die von Cayce zur Behandlung der Leukämie verordneten Maßnah-
men waren im allgemeinen ganz einfach. In etwa 60 Prozent der Fälle
verschrieb er verschiedene elektrotherapeutische Behandlungsme-
thoden, darunter die ultraviolette Bestrahlung mit einer Quecksilber-
quarzlampe, die N aßzellenkompresse, die radioaktive Kompresse,
den Radiumwickel und die Bestrahlung mit infrarotem Licht. Die
ultraviolette Bestrahlung sollte durch eine »heilende« grüne Glas-
scheibe vorgenommen werden, die als Filter wirkte. Dieser Glasfilter
sollte 14 Zoll und die Lampe 40 Zoll vom Körper entfernt aufgestellt
werden. Das Licht sollte auf den Rücken, besonders im Bereich der
Rippen und der Milz fallen. Für einen Patienten ordnete er an, diese
Behandlung jeden zweiten Tag vorzunehmen.
In 50 Prozent der Fälle empfahl er eine aus aufbauenden Speisen
bestehende Diät. Dazu gehörten Leberextrakt, Kalbsleber, Rind-
fleischextrakt, frischer Orangensaft und rohes Gemüse. Diese Speisen
enthielten nach seiner Auffassung wichtige, blutbildende Nährstoffe
und sollten täglich gegessen werden.
In 40 Prozent der Fälle empfahl Cayce Bluttransfusionen. Damit
sollte dem Körper ungesundes Blut entnommen und frisches, norma-
les Blut zugeführt werden.
In 30 Prozent der Fälle verordnete Cayce die verschiedensten Injek-
tionen, unter anderem mit Atropin, Leberextrakt sowie Jod- und Salz-
lösungen. In schweren Fällen sollten sowohl Injektionen als auch
Transfusionen vorgenommen werden.
Für die gleiche Zahl von Patienten verschrieb er Atomidin zum
Einnehmen. Die typische Dosis waren drei bis fünf Tropfen in einem
Glas Wasser, und zwar jeweils fünfTage hintereinander.
Krankengeschichte
Bei den meisten Leukämiepatienten, die Behandlungsanweisungen
von Cayce erhielten, war die Krankheit bereits weit fortgeschritten,
und nach den vorliegenden Berichten waren die Ergebnisse fast im-
mer negativ. Doch einer von ihnen berichtete von einer Besserung,
nachdem er den Empfehlungen von Cayce gefolgt war. Die Ärzte
hatten bei ihm eine lymphatische Leukämie diagnostiziert, und nach
ihrer Prognose hatte er noch zwei Monate zu leben. Cayce war dage-
gen überzeugt, daß die Krankheit nicht tödlich enden müsse, und
18 8
sieben Monate nach Empfang der Anweisungen war er noch am
Leben, wenngleich er noch mit gewissen Problemen zu kämpfen hatte
(3616).
Ein gut dokumentierter, von Cayce behandelter Leukämiefall war
ein 14jähriger Junge, der eine Behandlungsanweisung erhielt. Die
medizinische Diagnose für den Fall2488 war eine akute lymphatische
Leukämie mit einer chronischen Milzvergrößerung. Cayce diagnosti-
zierte die Krankheit, wenigstens in diesem Stadium, als eine Anämie
und nicht als eine echte Leukämie. Er sagte, wenn seine Anweisungen
genau befolgt würden, könne die Unausgewogenheit der Blutzusam-
mensetzung korrigiert werden, vorausgesetzt, die Transfusionen er-
wiesen sich nicht als schädlich, sondern als nützlich. In seiner Anwei-
sung hatte er Bedenken wegen der Qualität der Transfusionen geäu-
ßert und darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, sehr genau auf den
Typus des für die Transfusion benutzten Blutes zu achten, da die
erwünschte Wirkung nicht eingetreten war.
Zur Unterstützung der positiven Wirkung der Bluttransfusionen
sollte der Junge mit kurzwelligem ultravioletten Licht bestrahlt wer-
den, und zwar im Bereich der Rippen und der Wirbelsäule. Diese
Bestrahlungen sollten nicht länger als eine Minute dauern, und zwi-
schen der Bestrahlungslampe und dem Körper des Patienten sollte
eine grüne Glasscheibe aufgestellt werden.
Um den Organismus strukturell zu unterstützen und die Anämie zu
bekämpfen, sollten nach den Bestrahlungen spinale Manipulationen
durchgeführt werden. Außerdem verordnete Cayce Ruhe und ver-
schrieb dem Kind soviel Orangensaft und Leber oder Leberextrakt,
wie es verdauen konnte. Cayce glaubte, daß die in den Speisen enthal-
tenen Nährstoffe besser vom Organismus verarbeitet würden als die
mit Vitaminen oder Injektionen verabreichten.
Auf die Frage, ob eine von den Ärzten in Erwägung gezogene
Therapie mit Phosphor dem Kind etwas nützen werde, sagte Cayce,
sie sollte nur im äußersten Notfall angewendet werden, wenn die
Temperatur ansteige oder sich die weißen Blutzellen wesentlich ver-
mehrten.
Obwohl die Mutter des Kindes mit den Anweisungen Cayycs durch-
aus zufrieden war, hatte sich die Zahl der weißen Blutzellen am
nächsten Morgen erhöht, und die Ärzte begannen mit der Phosphor-
therapie. Sie waren aber auch bereit, den Empfehlungen Cayces im
Hinblick auf die Bestrahlungen und die Diät zu folgen.
Nach einigen Tagen wurde berichtet, der Junge sei aufgestanden
und ginge im Zimmer herum. Das Krankenhaus meldete jedoch spä-
ter, das Kind habe aufkeine Therapie positiv reagiert und sei zwei
Wochen später gestorben.
189
Lumbago- Hexenschuß
Lumbago ist ein Sammelbegriff für rheumatische Schmerzen im unte-
ren Teil des Rückens oder im Bereich der Lendenwirbel. Insgesamt 23
Männerund Frauen im Alter von 21 bis 80 Jahren, die an solchen
Beschwerden litten, haben Edgar Cayce um Rat gefragt. In zwei Drit-
teln seiner Diagnosen nannte Cayce als Ursache für die Lumbago eine
mangelhafte Entgiftung des Organismus als Folge von Verdauungs-
störungen. Cayce glaubte, wenn der Organismus nicht in der Lage sei,
Giftstoffe auszuscheiden, käme es zu einer Ansammlung von Harn-
stoff im Blut, die sich negativ auf den Kreislauf zwischen Leber und
Nieren auswirkte. Die daraus resultierenden Störungen und die Not-
wendigkeit, die Toxine auszuscheiden, erzeugten starke Schmerzen
im Bereich des unteren Teils des Rückens.
In sieben Fällen, in denen Eliminationsstörungen als Krankheitsur-
sache diagnostiziert wurden, handelte es sich um eine Harnstoffver-
giftung. Bei vielen an Lumbago leidenden Personen stellte man auch
eine verhältnismäßig geringe Zahl von roten Blutzellen fest. Das
heißt, sie litten an einer Anämie, und das führte zu einer Schwächung
und Überbeanspruchung des Organismus.
Die Toxizität des Blutes war in vier Fällen ein den Organismus
belastender Faktor und wurde auf eine Störung im Basen-Säure-
Gleichgewicht zurückgeführt. In drei Fällen waren spinale Läsionen
oder Verletzungen der unteren Lendenwirbel die Ursache für einen
Druck und eine Verspannung der unteren Rückenmuskulatur.
Behandlung
In zwei Dritteln der Fälle verordnete Cayce Abführmittel wie Rizinus-
öl, Alophen, Enosalze, Magnesiamilch und Ölivenöl. In einigen Fäl-
len verschrieb er zur Reinigung des Darmtrakts auch Darmspülungen.
Zur Unterstützung der Funktionen der Ausscheidungsorgane emp-
fahl Cayce 11 Personen eine Umstellung der Diät. Hier verschrieb er
vor allem frisches Obst und Gemüse, Getreideflocken und Weizen-
oder Roggenbrot Mehreren Personen riet er dringend, alkalisch re-
agierende Nahrungsmittel in ihren Speisezettel aufzunehmen.
Schweinefleisch und tierisches Fett sollten vermieden und sonstiges
Fleisch sowie stark gewürzte Speisen nur in ganz geringen Mengen
gegessen werden.
In mehr als der Hälfte aller Behandlungsanweisungen für Lumbago
empfahl Cayce Massagen und Manipulationen in dem Bereich, wo die
Beschwerden auftraten, um die Rückenschmerzen zu lindern und
etwas gegen die Stauungen im Unterbauch zu tun. Oft sollte der
schmerzende Teil des Rückens mit einer Mischung eingerieben wer-
190
den, die aus gleichen Teilen Schafstalg, Kampferspiritus und Terpen-
tinspiritus bestand. Nach der Einreibung sollte eine heiße Salzpak-
kung aufgelegt werden. In acht Fällen gab Cayce besondere Anwei-
sungen für die Herstellung heißer Packungen, die entweder mit Rizi-
nusöl oder der oben genannten Mischung getränkt und auf die
schmerzende Stelle aufgelegt werden sollten.
Zur Linderung der Schmerzen im unteren Rücken verordnete
Cayce in neun Fällen elektrotherapeutische Maßnahmen. Gewöhn-
lich waren die Bestrahlungen mit violettem oder ultraviolettem
Licht.
Daneben wies Cayce ausdrücklich auf die große Bedeutung der
inneren Haltung hin und sagte, »die richtige innere Haltung und die
allgemeinen geistigen Kräfte müßten im harmonischen Einklang mit
allem sein, was zu konstruktiven Beziehungen führt, damit ein besse-
res Gleichgewicht gehalten werden kann« (348-19).
Krankengeschichte
Zwei Krankengeschichten zeigen deutlich, wieviele verschiedene the-
rapeutische Maßnahmen zur Behandlung solcher Beschwerden von
Cayce vorgeschlagen wurden. Es handelte sich dabei um einen 59jäh-
rigen Mann und eine 39jährige Frau.
Nach der Diagnose von Cayce litt der erstere, es war der Fall379, an
einer Lumbago als Folge von Eliminationsstörungen. Sie hatten zu
Störungen bei der Durchblutung der Leber und zur Ansammlung von
Harnsäure im Blut geführt.
Der Mann wurde angewiesen, bei jedem Schmerzanfall an Rücken
und Bauch einen heißen Rizinusölwickel anzulegen und gleichzeitig
zur Unterstützung der Ausscheidungsorgane einen Eßlöffel Olivenöl
einzunehmen. Außerdem verordnete ihm Cayce, zur Unterstützung
der Drüsenfunktionen und der Ausscheidungsorgane täglich oder alle
zwei Tage eine rohe Topinamburknolle zu essen.
Nach sieben Monaten meldete der Mann, die von Cayce verordne-
ten Maßnahmen hätten sich günstig ausgewirkt.
Die zweite Patientin (1955), die 39jährige Frau, hatte Durchblu-
tungsstörungen zwischen dem oberen und unteren Bereich der Leber,
wodurch ein Druck auf die dort liegenden Nerven und Schmerzen im
unteren Teil des Rückens entstanden.
Zunächst verordnete Cayce eine Umstellung der Diät auf Gemüse,
Fisch, Geflügel, Lammfleisch und Weizen- oder Roggenbrot Nicht
erlaubt waren Schweinefleisch, Fett und stärkehaltige Speisen. In
größeren Zeitabständen sollte die Patientin Darmspülungen vorneh-
men lassen. Cayce empfahl auch allabendliche Bestrahlungen mit
einer violetten Handlampe beiderseits der Wirbelsäule. Zur Anregung
der Nierentätigkeit sollte die Patientin zweimal wöchentlich einen
Tee aus Wassermelonenkernen trinken. Dazu sollte ein halber Teelöf-
fel zerstoßener Melonenkerne mit einem halben Liter kochendem
Wasser aufgebrüht werden. Schließlich verordnete Cayce eine Reihe
von Wirbelsäulenkorrekturen.
Einige Monate später berichtete die Frau, sie habe das Gefühl,
vollständig von ihrer Lumbago geheilt zu sein.
Lungenentzündung
Lungenentzündung ist eine verbreitete, aber gefährliche Krankheit.
Es ist eine gewöhnlich durch eine Infektion verursachte Entzündung
der Lungen und der Atemwege. Ihre häufigsten Symptome sind Fie-
ber, Schüttelfrost, Brustschmerzen und ein rauher Husten. Edgar
Cayce hat 21 an Lungenentzündung erkrankten Personen in verschie-
denen Stadien dieser Krankheit 38 Behandlungsanweisungen gege-
ben.
Als häufigste Ursache für das Entstehen einer Lungenentzündung
diagnostizierte Cayce Erkältungen und entzündlichen Blutandrang,
wodurch die Widerstandskräfte des Organismus geschwächt wurden,
so daß sich die Bakterien vermehren konnten, welche die Lungenent-
zündung verursachen. Als Folge kommt es zu einer Reizung und
Entzündung der Atemwege in den Lungen und Bronchien, wodurch
der Körper zusätzlich geschwächt wird.
In sieben Fällen trugen Eliminationsstörungen zum Entstehen der
Lungenentzündung bei. Andere sich negativ auswirkende Faktoren
waren in einigen Fällen eine Kreislaufschwäche und emotionaler
Streß.
Behandlung
Für Patienten mit Lungenentzündung hat Cayce die verschiedensten
therapeutischen Maßnahmen verordnet. In 14 Fällen verschrieb er
eine Umstellung der Diät, um die Genesung zu beschleunigen. Im
allgemeinen sollte die Diät in erster Linie aus alkalisch reagierenden
Speisen bestehen und leicht verdaulich sein. In einigen Fällen verord-
nete er bis zur Überwindung der kritischen Phase eine halbflüssige
Diät. Besonders erwähnt wurden Obst und Gemüse und ihre Säfte
sowie Rindfleischextrakt und Fleischbrühe. Als besonders nahrhaft
sah Cayce Eigelb mit Milch und ein wenig Alkohol (Whiskey oder
Apfelschnaps) an.
12 Personen wurden angewiesen, durch besondere Maßnahmen
die Ausscheidungsorgane anzuregen, um den Oragnismus von allen
toxischen Stoffen zu reinigen. In fünf Fällen verordnete Cayce Casto-
192
ria mit Feigensirup. Daneben verschrieb er gründliche Klistiere,
Darmspülungen und »Simmons' Liver Regulator« (ein aus der Am-
brosiapflanze hergestelltes Präparat).
Gegen den Blutandrang und die Entzündung sowie zur Erleichte-
rung des Atmens empfahl Cayce Packungen und Kompressen. Acht
Personen verschrieb er Kompressen mit zerquetschten gekochten
Zwiebeln, die auf die Kehle, die Brust und den Bauch aufgelegt wer-
den sollten. Bei anderen sollte eine besondere Schlammpackung mit
der Bezeichnung Antiphlogistin und eine Mischung aus Schafstalg,
Terpentinspiritus und Kampferspiritus in gleicher Weise aufgelegt
werden. In einigen Fällen verordnete Cayce einem Patienten abwech-
selnd verschiedene Packungen.
11 Personen verschrieb er zur Anregung der Durchblutung Massa-
gen für verschiedene Körperteile, zum Beispiel für die Füße und die
Wirbelsäule. Um das Fieber zu senken, empfahl er, die Wirbelsäule
mit Alkohol einzureiben.
Dazu verordnete er gelegentlich auch Kombinationen aus verschie-
denen Substanzen, zum Beispiel aus Olivenöl und Myrrhentinktur
oder Schafstalg, Terpentin und Kampferspiritus.
In sieben Fällen empfahl er den Patienten zur Linderung der
Schmerzen und gegen die Entzündung der Luftwege sowie zur
Schleimlösung Inhalationen. Als Inhalationsmittel verordnete er in
den meisten Fällen Alkohol mit Eukalyptus oder Benzoin. Manchmal
schlug er vor, diese Substanzen in kochendes Wasser zu schütten,
damit die Patienten die Dämpfe einatmen konnten.
Zur Entgiftung des Organismus und zur Stärkung der Widerstands-
kräfte gegen Infektionen verschrieb Cayce in sechs Fällen Meerzwie-
belsirup und für andere Patienten Kräutertonika, Zwiebelsaft und
Glyko-Thymolin zum Einnehmen.
In schweren Fällen von Lungenentzündung empfahl Cayce den
Patienten absolute Ruhe in einer ruhigen Umgebung. In einer Anwei-
sung hieß es, der Körper solle warm und feucht gehalten werden, in
einer anderen empfahl Cayce, die Füße warm zu halten. Wenn not-
wendig, sollte ein Arzt konsultiert werden.
Krankengeschichte
Nach den uns vorliegenden Berichten hat sich der Zustand von 17
Patienten, welche die Anweisungen von Cayce befolgten, entweder
wesentlich gebessert, oder sie konnten vollständig geheilt werden. Ein
Patient glaubte allerdings, die Ratschläge von Cayce hätten ihm nichts
genützt.
Der Patient 1208, ein 15 Monate alter Junge, erhielt vier Behand-
lungsanweisungen für Lungenentzündung. Nach der Diagnose von
193
Cayce hatte sich das Kind eine starke Erkältung zugezogen, die zu
einem Blutstau in den Bronchien und zur Entzündung der Atemwege
führte.
Um das Atmen zu erleichtern, verschrieb Cayce dem Kind in seiner
ersten Anweisung ein Inhalationsmittel aus 30 Gramm Benzointink-
tur, 15 Gramm Eukalyptusöl und siebeneinhalb Gramm Terpentinöl.
Ein Teelöffel dieser Mischung sollte so oft in kochendes Wasser ge-
schüttet werden, wie es notwendig war, die Luft mit den auf die
Atemwege wirkenden Dämpfen zu füllen.
Zur Anregung der Nervenimpulse zu den Atemwegen und zur Er-
leichterung der Beklemmungen in der Brust empfahl Cayce osteapa-
thische Korrekturen im Bereich der Rückenwirbel und 10 bis 15
Tropfen Meerzwiebelsirup, die alle zwei bis drei Stunden eingenom-
men werden sollten. Für den Fall, daß diese Maßnahmen nicht halfen,
sollte ein Arzt konsultiert werden.
Die Anweisungen wurden jedoch befolgt, und der Zustand des
jungen besserte sich. Mit der zweiten Anweisung verordnete Cayce
geringe Dosen Castoria, vermischt mit ein wenig Feigensirup zur
Unterstützung der Funktionen der Ausscheidungsorgane. Außerdem
sollte das Kind zweimal täglich zur Entgiftung des Magen-Darm-
Kanals fünf Tropfen Glyko-Thymol in einnehmen.
Zum Abbau der Blutstauungen sollten Kehle und Brust mit einer
Eukalyptussalbe eingerieben werden, und für die Füße und andere
Körperteile verordnete Cayce Massagen mit einer Mischung aus
Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus.
Der Zustand des kleinen Patienten besserte sich, und mit einer
dritten Anweisung empfahl Cayce die Fortführung der oben verordne-
ten Massagen. Um die Ausscheidungen über die Nieren anzuregen,
verschrieb er dem Kind ein bis drei geringe Dosen Salpeterspiritus.
Außerdem sollte das Kind täglich ins Freie gebracht und der Sonne
und frischer Luft ausgesetzt werden.
Zunächst hatte man den Eindruck, daß der Patient vollkommen
geheilt sei, aber nach drei Monaten erlitt der junge einen leichten
Rückfall. In einer vierten und letzten Anweisung verschrieb Cayce
Vaselin zum Einreiben gegen das Wundwerden der Nüstern. Zum
Abbau der Stauungen sollten die Bereiche über der Leber, der Milz
und dem Dickdarm mit dem auf der Basis von Schafstalg hergestellten
Massagemittel eingerieben und eine Zeitlang mit einem warmen Fla-
nelltuch zugedeckt werden.
Für die Diät empfahl Cayce Obst, Gemüse, Eigelb und reichlich
Zitrussäfte. Zur Anregung der Verdauung verschrieb er eine Mi-
schung aus Kalkmilch und Zimtwasser. Zur Reinigung der Verdau-
ungswege empfahl Cayce schließlich ein Klistier mit in Wasser aufge-
löstem Glyko-Thymolin.
194
Nach Befolgung dieser Anweisungen wurde das Kind wieder voll-
kommen hergestellt.
Lupus erythematodes - Hautschuppenbildung
Lupus erythematodes ist eine oberflächliche, lokalisierte Schuppen-
bildung auf der Haut. Bei der milden Form dieser Krankheit, dem
sogenannten Lupus discoides, entstehen auf der Gesichtshaut ein-
zelne oder mehrere rote Plaquen. Von dem Lupus erythematodes
visceralis können die verschiedensten organischen Systeme befallen
werden, er tritt hauptsächlich bei jungen Frauen auf. Zu den Sympto-
men gehören Fieber, Appetitlosigkeit, Unwohlsein und Gewichtsver-
lust. Der Verlauf der Krankheit ist gekennzeichnet durch periodisches
Aufflackern der Symptome und ein darauffolgendes Nachlassen. Da-
bei kann es sich um eine ungefährliche und vorübergehende Störung,
aber auch um eine schwere Erkrankung mit tödlichem Ausgang han-
deln.
Edgar Cayce hat nur eine Behandlungsanweisung für den Lupus
erythematodes gegeben, und zwar für die Patientin 5283, eine 44jäh-
rige Frau. Als Hauptursache diagnostizierte er eine Störung in den
Ausscheidungsorganen, die zu einer Anhäufung von Giftstoffen ge-
fuhrt hatte. Daneben stellte er Koordinationsstörungen zwischen
dem Lymphkreislaufund bestimmten Bereichen des Zentralnerven-
systems fest, die zur Bildung von Flüssigkeit unter der Haut geführt
hatte.
Die Frau zeigte unter anderem die folgenden Symptome: Hautbla-
sen und Flecken, Übelkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Schwächegefühl
und Schwindel, Verdauungsstörungen, Eliminationsstörungen, gele-
gentlicher Husten, Nachlassen der Sehschärfe und Druck auf die
Trommelfelle in den Ohren.
Behandlung und Krankengeschichte
Die Behandlung bestand zunächst aus einer Elektrotherapie mit dem
sinusförmigen oder Kurzwellengerät und sollte einmal wöchentlich
vorgenommen werden, um die Entleerung der Gallenblase zu erleich-
tern, die Nierentätigkeit anzuregen und dem Organismus neue Ener-
gien zuzuführen. Zur Anregung des Kreislaufs verordnete Cayce dar-
über hinaus zweimal wöchentlich vorzunehmende osteapathische
Maßnahmen.
Als die Verdauung anregendes Mittel verschrieb er der Frau eine
Mischung aus drei bis fünfTropfen Pepsintaktat-Elixier und einem
halben Teelöffel Wismutmilch in einem halben Glas Wasser. Dieses
Medikament sollte einmal täglich eingenommen werden. Wenn die
195
Verdauungsstörungen einen oder zwei Tage danach nicht behoben
waren, sollte eine Darmspülung und eine Umstellung der Ernährung
erfolgen.
Cayce wies die Frau ausdrücklich darauf hin, daß sie an einer
ernsten Krankheit litt und sich deshalb um eine positive innere Ein-
stellung bemühen müsse. Sie solle sich weniger Sorgen machen und
mehr darum bemühen, anderen und sich selbst »kreativ zu helfen«.
Nach einem Monat berichtete die Frau, sie habe die Anweisungen
befolgt, und ihr Allgemeinzustand habe sich gebessert.
Lymphgefaßentzündung
Sechs Personen mit Lymphgefäßentzündung haben von Edgar Cayce
Behandlungsanweisungen erhalten.
In praktisch allen Fällen diagnostizierte er eine mangelhafte Entgif-
tung des Organismus, Stoffwechselstörungen und Durchblutungsstö-
rungen in den von der Krankheit betroffenen Körperregionen. In
einigen Fällen wurden diese Störungen durch eine Unterbrechung der
Nervenimpulse verursacht, die wiederum auf Wirbelverschiebungen
und dabei eingeklemmte Nerven zurückzuführen waren. In den ande-
ren Fällen wurden die Ursachen nicht im einzelnen genannt, aber
Eliminationsstörungen, »verdünntes« Blut und eine falsche Ernäh-
rung waren häufig erwähnte belastende Faktoren.
Behandlung
Obwohl die Krankheit immer wieder auf ähnliche Ursachen zurück-
geführt wurde, waren die von Cayce vorgeschlagenen therapeuti-
schen Maßnahmen von Fall zu Fall oft ganz verschieden. In der Hälfte
der Fälle legte er besonderen Wert auf die Alkalisierung des Organis-
mus und empfahl dazu, mehr Obst und Gemüse, weniger stärke-
haltige Speisen und nichts Gebratenes zu essen.
In drei Fällen verordnete Cayce elektro- oder heliotherapeutische
Maßnahmen, wenn auchjedesmal in einer anderen Form. Das waren
entweder der radioaktive Umschlag, die Bestrahlung mit ultraviolet-
tem Licht oder die Bestrahlung mit violettem Licht.
In anderen Anweisungen verordnete er Korrekturen in den Berei-
chen der Wirbelsäule, wo er Wirbelverschiebungen festgestellt hatte,
in wieder anderen verschrieb er sanfte Massagen des Rückens und der
Wirbelsäule, die meist täglich vorgenommen werden sollten.
Als Abführmittel verschrieb er Olivenöl, Magnesiamilch und nicht
näher bezeichnete pflanzliche oder mineralische Laxative. Er verord-
nete aber auch die verschiedensten Kräuterpräparate und Packungen.
In einem Fall empfahl er eine Hydrotherapie mit der Elliottmaschine.
196
Krankengeschichte
Obwohl sich die Behandlungsmethoden bei den einzelnen Patienten
voneinander unterschieden, war der Fall2643 besonders interessant.
Hier handelte es sich um eine 34jährige Frau, die als Folge einer
früheren Rückenverletzung an einer Lymphangitis im Verdauungs-
trakt litt. Zu den für sie verordneten therapeutischen Maßnahmen
gehörten auch heiße Rizinusölpackungen, die drei Tage lang täglich
eine Stunde auf den Bauch aufgelegt werden sollten. Am dritten Tag
sollte die Frau anschließend drei Eßlöffel Olivenöl einnehmen. Nach
einem Ruhetag verschrieb Cayce eine Reihe osteapathischer Korrek-
turen, die besonders am sechsten und siebenten Rückenwirbel und
am Steißbein zweimal wöchentlich vorgenommen werden sollten.
Anschließend daran sollte die Therapie mit den Packungen und der
Einnahme von Olivenöl wiederholt werden. Zur Aufrechterhaltung
der Ausscheidungsvorgänge empfahl Cayce zwei Darmspülungen im
Lauf der zwei Wochen dauernden osteapathischen Korrekturen.
Es ist bemerkenswert, daß die Frau, die außerdem an der Hodgkin-
Krankheit litt, nach Beendigung der von Cayce verordneten Thera-
pien berichtete, sie sei vollständig von beiden Krankheiten geheilt
worden.
Andere, meist positive Berichte liegen für zwei weitere Fälle vor.
Der eine war ein 17jähriger junger M a ~ _ n , der an einer schweren
Lymphangitis litt, die zu heilen auch den Arzten an der Mayo-Klinik
nicht gelungen war. Der junge Mann war als Folge von Lymphstauun-
gen im Gesicht, Kopfund in den Augen erblindet. Nachdem er die
Anweisungen von Cayce befolgt hatte, wurde sein Sehvermögen wie-
derhergestellt, wenngleich er anschließend nicht mehr sehr lange
gelebt hat.
Malaria
Malaria ist eine fieberhafte Infektionskrankheit und wird im allgemei-
nen durch den Stich einer infizierten weiblichen Anophelesmücke
übertragen. Die Symptome sind Fieberanfälle mit Schüttelfrost und
Schweißausbrüche. Die Anfälle erfolgen in bestimmten Zeitabstän-
den. Es kommt dabei außerdem zur allgemeinen Schwächung des
Organismus, Anämie und einer Vergrößerung der Milz. Wird der
Patient mit gegen die Malaria wirkenden Medikamenten behandelt,
ist die Prognose für die meisten Malariainfektionen günstig, auch
wenn es zu Komplikationen kommt.
Vier Personen erhielten insgesamt neun Behandlungsanweisungen
für die Vorbeugung und Behandlung der Malaria.
Als Ursache nannte Edgar Cayce im allgemeinen eine Infektion mit
197
dem Malariabazillus. Doch nach seiner Meinung wurde der Organis-
mus durch andere Umstände, die den körpereigenen Widerstand ver-
ringerten wie Eliminationsstörungen, Kreislaufstörungen und eine
Unausgewogenheit der Drüsentätigkeit gegen solche Infektionen an-
Hillig gemacht.
Behandlung
Für die Behandlung der Malaria empfahl Cayce unter anderem Mas-
sagen, mit denen verschiedene Wirkungen erzielt werden sollten.
Einreibungen mit Kakaobutter oder Erdnußöl wurden verordnet, um
den Körper zu entspannen und den Kreislauf anzuregen. In einem Fall
verschrieb er Einreibungen mit einer Mischung aus 30 Gramm Kakao-
butter und 0,35 Gramm Chinin beiderseits der Wirbelsäule zur Ab-
wehr der Mücken, eine Maßnahme, die nach den vorliegenden Be-
richten einen hundertprozentigen Erfolg hatte.
Für die Dauer der Fieberanfälle verordnete er drei Patienten eine
Diät, die in der Hauptsache aus halbflüssigen Speisen bestand. Beson-
ders empfohlen wurden Obstsäfte und Gemüsesuppen. Schweine-
fleisch und gebratene Speisen waren ausdrücklich verboten.
Andere therapeutische Maßnahmen waren eher den Bedürfnissen
der einzelnen Patienten angepaßt. Zweimal empfahl Cayce Maßnah-
men zur Anregung der Eliminationen, und andere Behandlungsme-
thoden wurdenjeweils nur einmal verschrieben.
Krankengeschichte
Der Fall60S war einjunges Mädchen, das im Alter zwischen drei und
16 Jahren fünf Anweisungen zur Behandlung der Malaria erhielt. Ihre
Symptome waren am häufigsten Fieber und Brechreiz, wobei sich
gelegentlich neben der Luftröhre große Schwellungen bildeten.
Nach der ersten Diagnose hing ihre Erkrankung mit Eliminations-
störungen zusammen. Nach der Feststellung von Cayce war die
Durchblutung der Leber gestört, und auch die Nebennieren waren
außerordentlich stark belastet.
Um das Fieber zu senken, wurden spinale Manipulationen und
Massagen mit Kakaobutter verschrieben, und zwar insbesondere im
Bereich der unteren Lendenwirbel und des Kreuzbeins. Zur Behand-
lung der Leber und Anregung der Verdauung wurde Castoria ver-
schrieben. Zur Stärkung des Organismus empfahl Cayce Gemüsesup-
pen und Hühnerbrühe.
In späteren Anweisungen verordnete er weitere Massagen und Kor-
rekturen der Wirbelsäule und machte Vorschläge für eine Umstellung
der Diät. Dazu verschrieb er neue Abführmittel, etwa eine Kombina-
198
tion aus Schwefel, Weinstein und Epsomsalzen. Im Lauf der Zeit
empfahl er außerdem Ventriculin mit Eisen (als Ergänzung der Diät),
Grove's Chili Tonic und Rizinusölpackungen zur Reinigung der Gal-
lengänge. Gelegentlich verordnete er auch die Einnahme von Atomi-
din.
In den 13 Jahren, in denen die Patientinden Anweisungen von Cayce
folgte, zeigte sich eine allmähliche Besserung ihres Zustandes, und im
Alter von 16 Jahren zeigten sich keine Malariasymptome mehr.
Zwei andere Personen, die den Anweisungen Cayces gefolgt waren,
äußerten sich zufrieden über den Erfolg seiner Behandlungsmethoden.
Mandelentzündung- Tonsillitis
Masern
Masern sind eine ansteckende Viruserkrankung, die am häufigsten
bei Kindern vorkommt. Sie ist gekennzeichnet durch einen roten
Ausschlag, der im Gesicht und Hals beginnt und sich allmählich auf
andere Körperteile ausbreitet. Weitere Symptome sind Fieber und
Husten.
Cayce hat acht Personen im Alter von zwei bis 31 Jahren zehn
Behandlungsanweisungen für Masern gegeben.
In fünfFällen diagnostizierte er infektiöse Kräfte in den Lymphdrü-
sen als Ursache der Erkrankung. Obwohl er nichts Näheres über die
Infektion sagte, erklärte er in seinen Behandlungsanweisungen, daß
Viren und Infektionen sich nur im Körper ausbreiten können, wenn
eine Übersäuerung des Organismus vorliege. Deshalb habe auch in
diesen Fällen eine Übersäuerung den Organismus empfänglich für die
Masern gemacht.
In zwei anderen Fällen war die Ansammlung von Giftstoffen als
Folge von Störungen in den Ausscheidungsorganen ein wesentlicher
Faktor. Cayce behauptete sogar, der Hautausschlag könne als das
Ergebnis eines Versuchs des Körpers angesehen werden, die Infektion
durch die Kapillare in der Haut loszuwerden.
Behandlung
Für die Behandlung der Masern empfahl Cayce in allen Fällen die
gleichen Maßnahmen und legte besonderen Wert auf Kräutertees zur
Anregung des Stoffwechsels und der Ausscheidungsorgane. Mit Mas-
sagen sollten das Fieber gesenkt und der Kreislauf angeregt werden,
außerdem empfahl er eine ausgewogene Diät, bestehend aus leicht-
verdaulichen und laxierend wirkenden Speisen.
In sechs Anweisungen empfahl er den Patienten, häufig, aber in
199
verschiedenen Zeitabständen Safran- oder Kamillentee zu trinken.
Als Massagemittel verschrieb er die verschiedensten Ölkombinatio-
nen. Gewöhnlich sollten Rücken und Wirbelsäule massiert werden.
Das am häufigsten verordnete Massagemittel bestand aus gleichen
Teilen Schafstalg, Kampferspiritus und Terpentinspiritus. Zur Fieber-
senkung verordnete er in einigen Fällen leichte Einreibungen mit
Alkohol.
Zur Verdauungsförderung und um den Organismus zu alkalisieren,
sollten die Patienten für die Dauer der Krankheit mit einer halbflüssi-
gen Diät ernährt werden. Dazu empfahl Cayce besonders Gemüse-
säfte, einen gutgekochten Haferbrei oder andere aus gequetschten
Getreidekörnern bestehende Speisen. Auf schwere und zu reichliche
Mahlzeiten sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.
In drei Fällen verschrieb er das Abführmittel Castoria und anschlie-
ßend Laxative wie Enosalze, um den Magen-Darmtrakt gründlich zu
remtgen.
In einigen Fällen warnte Cayce vor den Nachwirkungen der Ma-
sern, die sich sehr schädlich auswirken könnten, wenn nicht auf eine
völlige Genesung der Patienten geachtet würde. Oft verordnete er
Bettruhe und sagte, die Patienten dürften keinem Zug ausgesetzt,
müßten warm und trocken gehalten werden und sollten, solange die
Masern andauern, helles Licht meiden.
Krankengeschichte
Ein 23jähriger Mann erhielt zwei Behandlungsanweisungen für einen
schweren Masernfall, der augenscheinlich durch Komplikationen
nach einer schweren Erkältung und Mandelentzündung ausgelöst
worden war (Patient 487). Hier bestand die Gefahr, daß sich die
Infektion in den Bronchien und im Kehlkopf festsetzen und zu einer
ernsten Erkrankung der Bronchien führen werde.
Zur Anregung der Ausscheidungsorgane verschrieb Cayce das
mehrmalige Einnehmen von Castoria und eine gründliche Reinigung
des Darmtrakts mit Enosalzen oder Gallensalz. Außerdem sollte der
Patient wegen der antiseptischen Wirkung auf den Verdauungstrakt
täglich Safrantee trinken. Zur Entlastung der Nieren verordnete
Cayce Massagen mit einer Mischung aus Schafstalg, Kampferspiritus
und Terpentinspiritus und anschließend Packungen auf dem unteren
Teil des Rückens zur Entlastung der Nieren.
Der Mann sollte nicht nur für einen geregelten Stuhlgang sorgen,
sondern sich auch bis zu seiner völligen Genesung nur in gedämpftem
Licht aufhalten und Kälte und Feuchtigkeit meiden.
200
Meningitis
Die spinale Meningitis ist eine Entzündung der Meninges, der Hirn-
und Rückenmarkshäute. Zu den Symptomen gehören Fieber, Schüt-
telfrost, Kopfschmerzen, Brechreiz, geistige Verwirrung sowie
Schmerzen im Rücken, im Bauch und in den Extremitäten.
Edgar Cayce hat vier an Meningitis leidenden Personen fünf Be-
handlungsanweisungen gegeben.
In einer seiner Diagnosen hat er die Ursachen der Meningitis aus-
fuhrlieh besprochen und sie als ein Eindringen von Parasiten von
außerhalb des Körpers beschrieben, welche die Nervenzentren im
Rückenmark angriffen. In dieser Diagnose spricht er von Parasiten,
»die sich der Nervenkräfte bemächtigen oder von ihnen leben oder
Substanzen in den Körper gelangen lassen, die durch den Geruchs-
sinn oder durch die Nüstern in der Luft, die in die Lungen eingesogen
wird, in den Organismus gelangen« ( 4814-1 ).
In den anderen drei Fällen bezeichnete er die Ursache der Erkran-
kung als eine Schädigung der Nerven in der Wirbelsäule durch infek-
tiöse Kräfte. Drei der vier Patienten waren Kinder unter zehn Jahren.
Behandlung und Krankengeschichte
In der Behandlungsanweisung 4814-1 geht Cayce näher auf die Be-
handlungsmethoden ein. Er glaubte, »eine Wirkung kann nur durch
eine Kraft erzielt werden, die auf das Nervensystem wirkt, ohne dabei
eine Schädigung der Zellen hervorzurufen«. Deshalb war er der An-
sicht, daß eine Entspannung der Wirbelsäule und der Muskeln für den
Erfolg einer Behandlung entscheidend wichtig sei. Das könne am
besten durch Massagen der Wirbelsäule erreicht werden, die in drei
der vier Fälle verordnet wurden. Die Massagemittel waren unver-
dünntes Glyko-Thymolin, verdünntes Atomidin, Kakaobutter und
eine Mischung aus Mineralöl, Zedernholzöl, Senföl, Sassafrasöl und
Benzointinktur. Bei zwei Patienten sollte eine Entspannung des Kör-
pers durch sanfte spinale Manipulationen und Korrekturen bewirkt
werden.
Zur Fiebersenkung verordnete Cayce kalte Packungen an der Schä-
delbasis und auf dem Kopf. In einer Behandlungsanweisung sagte er,
diese Maßnahme werde auch günstig gegen Anfälle von Muskel-
krämpfen wirken.
Leider war die Krankheit bei den meisten Patienten, denen Cayce
seine Anweisungen gab, schon weit fortgeschritten. Eines der Kinder
starb, bevor die verordneten therapeutischen Maßnahmen ergriffen
werden konnten.
In einem anderen Fall wurde jedoch von einer Besserung des
201
Patienten nach der Behandlung berichtet, ein Abschlußbericht liegt
aber nicht vor.
Menopause - Zeitpunkt der letzten Menstruation
Edgar Cayce hat 26 Anweisungen für die Behandlung von Frauen zum
Zeitpunkt der Menopause gegeben. Die Menopause tritt gewöhnlich
im Alter zwischen 45 und 50 Jahren ein.
Die Anweisungen betrafen 14 Frauen im Alter von 38 bis 68 Jahren.
Häufig auftretende Symptome waren fliegende Hitze, Erschöpfungs-
zustände, Nervosität, Schlaflosigkeit und Muskelschmerzen.
In alldiesen Fällen stellte Cayce Drüsenstörungen fest. Diese Stö-
rungen betrafen häufig die Schilddrüse. Andere Störungen, die das
körperliche Unwohlsein auslösten, waren nervöse Koordinationsstö-
rungen, Eliminationsstörungen, Stoffwechselstörungen, Kreislaufstö-
rungen und Überanstrengung des Organismus. In sieben Fällen stellte
Cayce nervöse Koordinationsstörungen fest, gewöhnlich im Zusam-
menhang mit Wirbelverschiebungen. Eliminations- und Stoffwech-
selstörungen diagnostizierte er jeweils in fünf von sieben Fällen. Die
dadurch erzeugten Stauungen im Bauchraum sowie Kreislaufstörun-
gen und Überbeanspruchung des Organismus wurdenjeweils in sechs
Fällen festgestellt. Gelegentlich erwähnte Cayce auch eine falsche
Ernährung und eine allgemeine Schwächung des Organismus als
belastende Faktoren.
Behandlung
In zehn Fällen verordnete Cayce elektrotherapeutische Maßnahmen,
und zwar für fünfPatientinnen Bestrahlungen mit violettem Licht, für
drei eine Diathermie und für zwei die radioaktive Kompresse. Die
Behandlungsanweisungen gingen sehr detailliert auf die Bedürfnisse
der einzelnen Patientinnen ein, aber alle diese Maßnahmen sollten
den Kreislauf verbessern, die Funktionen des Nervensystems normali-
sieren und entspannend wirken.
Für fast ebenso wichtig hielt Cayce die Korrekturen der Wirbelsäule
und die Befolgung seiner Diätvorschriften. Die spinalen Korrekturen
wurden verordnet, um bestehende Störungen zu beseitigen und das
Gleichgewicht zwischen dem zerebrospinalen und dem sympathi-
schen Nervensystem herzustellen. In jedem einzelnen Fall wurden
spezifische Anweisungen gegeben, aber oft sollte die allgemeine chi-
ropraktische Behandlung der Wirbelsäule in erster Linie entspannend
wirken. In fünfFällen wies Cayce besonders daraufhin, daß die
Patientin vor und nach den chiropraktischen Korrekturen ruhen und
sich entspannen sollte.
202
Für die Harmonisierung des Organismus betrachtete Cayce eine
ausgewogene Diät als entscheidend wichtig. Großen Wert legte er auf
Obst und Gemüse. Anstelle von rotem Fleisch empfahl er Fisch und
Geflügel. Auftierische Fette sollte ganz verzichtet werden, ebenso auf
stark gewürzte Speisen, gebratenes Fleisch, stärkehaltige Speisen und
größere Mengen Alkohol.
Für zwei Frauen verordnete er eine verdauungsfördernde Diät. In
einem Fall überließ er der Patientin die Wahl zwischen drei Diäten-
der Apfeldiät, der Traubendiät und der Zitrusdiät. In jedem Fall sollte
die Frau eine Zeitlang nur Obst und viel Wasser zu sich nehmen. In
einer Anweisung verordnete er für den Abend des letzten Tages dieser
Diät einen halben Teelöffel Olivenöl zur Reinigung des Organismus
und zur Verhinderung von Blähungen.
In sechs Fällen verschrieb er für die Harmonisierung der Drüsen-
funktionen Atomidin und Tonicin. Zur Harmonisierung der Drüsen-
funktionen empfahl er gelegentlich auch Calcios und Goldchlorid mit
Bromnatrium. Gegen die fliegende Hitze verschrieb er zweimal Kräu-
tertonika. Beide enthielten Baldriantinktur, Chinarindenelixier, Ka-
liumjodid und Bromkalium. Das eine Präparat enthielt darüber hin-
aus auch Kapsicumtinktur. Zweimal empfahl er Injektionen mit
männlichem Hormon unter der Aufsicht eines Arztes.
Gelegentlich verschrieb Cayce auch psychotherapeutische Maß-
nahmen, gewöhnlich in der Form von Massagen im Bereich des Zen-
tralnervensystems, bei denen in einem Fall Erdnußöl verwendet wer-
den sollte. Für zwei Patientinnen verordnete er gegen Beschwerden
im Unterleib Glyko-Thymolinpackungen. Im Anschluß an die Pak-
kungen sollte in einem Beutel erhitztes grobes Salz auf die schmerzen-
den Stellen gelegt werden.
Für vier Patientinnen verordnete Cayce hydrotherapeutische Maß-
nahmen in der Form von Schwitz- und Dampfbädern. Gegen Be-
schwerden im Beckenbereich empfahl er in einem Fall Sitzbäder mit
Epsomsalz.
Viele Frauen wies er auf die Notwendigkeit einer harmonischen
und positiven emotionalen Haltung hin und riet ihnen, sich bei Spa-
ziergängen an frischer Luft zu entspannen. Einer Frau wurde empfoh-
len, während der Arbeit leise zu singen.
Krankengeschichte
Die Patientin 1540 bekam zwischen ihrem 42. und 44. Lebensjahr vier
Behandlungsanweisungen gegen Beschwerden bei der Menopause.
Cayce führte diese Beschwerden auf Drüsenstörungen und Wirbelver-
schiebungen zurück. Die Funktionsstörungen der Drüsen wurden
nach seiner Auffassung dadurch verursacht, daß bestimmte Substan-
203
zen in einer zu geringen Menge vom Organismus aufgenommen wur-
den, während andere in zu großen Mengen vorhanden seien.
Das Ziel der von Cayce empfohlenen Maßnahmen war die Stär-
kung des körpereigenen Widerstands und die Verbesserung der Koor-
dination zwischen Nerven und Drüsen. In der ersten Anweisung
verordnete er einen Tropfen Atomidin, der zur Anregung der Becken-
organe über einen Zeitraum von zehn Tagen jeden Morgen vor dem
Frühstück in einem halben Glas Wasser eingenommen werden sollte.
Nach einer Ruhepause von drei Tagen sollte die Frau fünf Tage lang
täglich Calcios und nach einer weiteren fünftägigen Ruhepause fünf
Tage lang Atomidin einnehmen. Diese Behandlungsserie sollte, falls
notwendig, ein- oder zweimal wiederholt werden. Während der glei-
chen Zeit sollte eine der Entspannung dienende gründliche osteapa-
thische Behandlung vorgenommen werden, die sich insbesondere auf
das Steißbein, den vierten Lendenwirbel, den dritten, vierten, neun-
ten, elften und zwölften Rückenwirbel und den ganzen Bereich der
Halswirbel konzentrieren sollte.
Die Frau wurde angewiesen, nicht zu viele Süßigkeiten zu essen.
Dagegen sollte sie etwa eine halbe Stunde vor jeder Mahlzeit und vor
dem Zubettgehen mit einem Drittel Wasser verdünnten Grapefruitsaft
trinken.
Hormoninjektionen und Pillen wurden nicht verordnet, weil der
Organismus nicht imstande sei, die Hormone zu assimilieren und
diese Maßnahme gelgentlieh eher schadete als nützte. Zur Anregung
der Hormonerzeugung empfahl er dagegen das Einnehmen von Toni-
cin, aber frühestens zehn Tage nach der Atomidinkur.
In der nächsten Behandlungsanweisung stellte Cayce fest, daß
seine Anweisungen nicht gewissenhaft befolgt worden waren, wo-
durch das Nervensystem belastet worden sei. Die Frau klagte über
Kopfschmerzen und Augenschmerzen. Nun verordnete er spinale
Manipulationen, die über einen Zeitraum von vier Wochen zweimal
wöchentlich vorgenommen werden sollten. Nach einer Ruhepause
von zwei bis drei Wochen sollten diese Manipulationen wiederholt
werden. Während der Dauer dieser Manipulationen sollte jeweils an
jedem zweiten Tag ein halber Teelöffel Tonicin eingenommen werden.
Nach der ersten Woche, in der die Manipulationen vorgenommen
worden waren, verschrieb Cayce Bestrahlungen mit violettem Licht,
und zwar sollte am ersten Tag die rechte Hand, am zweiten Tag der
linke Fuß, am dritten Tag die linke Hand und am vierten Tag der rechte
Fuß bestrahlt werden. Diese Bestrahlungen sollten zehn Tage lang
täglich erfolgen. Anschließend sollte mit einerneuen Bestrahlungsse-
rie angefangen werden, und zwar zunächst mit einer Dauer von zwei
und später von drei Minuten.
Für die Diät der Frau empfahl er reichlich Gemüse und Obst,
204
erlaubte aber auch gelegentlich mageres, gut durchgebratenes Roast-
beef. Zum Frühstück sollte die Frau Getreideflocken essen, im übri-
gen aber auftierische Fette und kohlensäurehaltige Getränke verzich-
ten.
Zur Harmonisierung ihrer emotionalen Haltung empfahl ihr Cayce,
Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Menschen zu entwickeln, har-
monisch mit ihnen zusammenzuleben und sich mit spirituellen Fra-
gen zu beschäftigen.
Den Menschen im Umkreis der Patientin 1540 riet Cayce, sie sollten
versuchen, ihre körperlichen und emotionalen Schwierigkeiten zu
verstehen. Besonders wichtig sei es, daß sich die Frau viel im Freien
aufhielte, körperlich und geistig mit ihrer Umwelt auseinandersetzte
und die innere Ruhe bewahrte.
In der vierten und letzten Behandlungsanweisung stellte Cayce eine
Besserung fest und empfahl der Frau, auch weiterhin das Tonicin zu
nehmen und für den Zeitraum von acht Wochen zweimal wöchent-
lich Korrekturen der Wirbelsäule vornehmen zu lassen. Außerdem
sollte sie jeden Abend vor dem Zubettgehen eine radioaktive Kom-
presse auflegen. Für das seelische Gleichgewicht hielt Cayce eine
spirituell andächtige Haltung für besonders wichtig.
Menstruationsschmerzen
Edgar Cayce hat 14 Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, die an
Menstruationsschmerzen oder Krämpfen litten, 27 Behandlungsan-
weisungen gegeben. Zu den anderen von ihm diagnostizierten und
behandelten Menstruationsbeschwerden gehörten Kopfschmerzen,
Schmerzen im unteren Bereich des Rückens und Brechreiz.
Für diese Menstruationsbeschwerden hat er die verschiedensten
Ursachen genannt. Gewöhnlich standen sie im Zusammenhang mit
dem Nervensystem, den Drüsen und den Ausscheidungsorganen. In
sieben Fällen waren die Unterleibsorgane direkt betroffen, entweder
handelte es sich um eine Gebärmuttersenkung, Verklebungen in der
Scheidenwand, oder die Störungen in diesen Organen waren durch
Verletzungen verursacht worden. In fünf anderen Fällen hatten Elimi-
nationsstörungen zu Blutstauungen im Unterleib geführt. In zwei
Fällen der schmerzhaften Menstruation waren durch Wirbelsäulenlä-
sionen die zu den Unterleibsorganen führenden Nervenimpulse ge-
stört und waren die direkte Ursache für die bei der Menstruation
auftretenden Schmerzen.
205
Behandlung
Bei der Behandlung der schmerzhaften Menstruation legte Cayce
besonderen Wert auf die Regulierung der Wirbelsäule. In vielen Fällen
wurden Wirbelverschiebungen als Ursache für die falsche Lage der
Unterleibsorgane verantwortlich gemacht. In zehn Fällen verordnete
er daher spinale Manipulationen. Die Anweisungen für diese Mani-
pulationen waren gewöhnlich sehr detailliert und richteten sich in
erster Linie auf die Koordinierung der Lendenwirbel und der Wirbel-
säule im Bereich des Kreuzbeins.
In sieben Fällen empfahl Cayce eine ausgewogene Diät, die in der
Hauptsache aus alkalisch reagierenden, blutbildenden Speisen mit
einem hohen Protein- und Eisengehalt bestehen sollte. Dabei sollte
auf zuviel Fleisch, Stärke und Zucker verzichtet werden.
Gegen bei der Menstruation auftretende Krämpfe empfahl Cayce
verschiedene auf den Bauch und den unteren Teil des Rückens aufzu-
legende Packungen. Auf häufigsten waren es trockene heiße Packun-
gen mit grobem Salz oder feuchte Packungen mit Epsomsalz.
Für vier Patientinnen verordnete er elektrotherapeutische Maßnah-
men. Das waren in diesen Fällen wöchentlich einmal durchzufüh-
rende Bestrahlungen mit violettem Licht und einem in die Vagina
einzuführenden Bestrahlungsapparat Diese Bestrahlungen durften
jedoch nicht während der Periode erfolgen.
Um den Vaginalbereich rein zu halten und Infektionen zu vermei-
den, verordnete Cayce in drei Fällen Spülungen mit verdünnten Ato-
midinlösungen. Die Lösung bestand gewöhnlich aus einem Teelöffel
Atomidin in einem Liter warmem Wasser.
Krankengeschichte
Bei einer 35jährigen Frau (Patientin 2330) diagnostizierte Cayce Eli-
minationsstörungen, Verklebungen und Läsionen in den Unterleibs-
organen, die eine normale Dränage während der Menstruation behin-
derten und zu den Menstruationsbeschwerden geführt hatten. Die
Frau erhielt drei Anweisungen für eine Reihe spezifischer Maßnah-
men. Sechs osteapathische Korrekturen, bei denen der Plexus iliaci
besonders berücksichtigt werden sollte, waren zweimal wöchentlich
durchzuführen, gefolgt von zwei oder drei der Entspannung dienen-
den Behandlungen. Anschließend sollte eine neue Serie von Korrek-
turen erfolgen, während gleichzeitig zweimal wöchentlich Atomidin-
spülungen vorzunehmen waren. Dazu sollte in einem Liter warmem
Wasser ein Teelöffel Atomidin aufgelöst werden.
Nach der zweiten Serie der Wirbelsäulenkorrekturen empfahl
Cayce die Bestrahlung mit violettem Licht unter Verwendung eines in
206
die Vagina einzuführenden Spezialgeräts. Die Bestrahlung sollte wö-
chentlich einmal zweieinhalb bis drei Minuten vorgenommen wer-
den, aber nicht während der Menstruation. Um die besten Ergebnisse
zu erzielen, empfahl Cayce die Bestrahlungen nach den Wirbelsäulen-
korrekturen und vor den Spülungen.
Etwa sechs Monate später erhielt die Frau eine zweite Diagnose von
Cayce, aus der hervorging, daß sie an Gebärmuttertumoren litt. Au-
ßerdem hatte Cayce festgestellt, daß die von ihm empfohlenen thera-
peutischen Maßnahmen nicht gründlich genug durchgeführt worden
waren. Er sagte, es sei notwendig, im Bereich der Lendenwirbel und
des Kreuzbeins neue Korrekturen vorzunehmen, und zwar sechs Kor-
rekturen in einer Woche.
Dazu verordnete er weitere Atomidinspülungen mit warmem Was-
ser und einige Bestrahlungen mit violettem Licht. Die Frau wurde
angewiesen, keine Stärkehaitigen Speisen oder Käse zu essen und
jeden Tag mehrere Gläser Traubensaft zu trinken. Zur Anregung der
Ausscheidungsorgane sollte sie jeden Tag mehrere Teelöffel Olivenöl
einnehmen.
In der dritten Behandlungsanweisung stellte Cayce fest, daß die
Frau seinen Empfehlungen nicht gefolgt war und ihr Zustand wieder
der gleiche sei wie vor Beginn der Behandlung. Es hätten sich neue
Störungen in den Ausscheidungsorganen und im Bereich der unteren
Wirbelsäule ergeben. Ein Jahr später wurde ihr ein aus faserigem
Bindegewebe bestehender Tumor chirurgisch entfernt.
Vier Patientinnen berichteten jedoch von ausgezeichneten Erfol-
gen der von Cayce empfohlenen therapeutischen Maßnahmen. Eine
Frau hatte zum Beispiel vor der Konsultation von Cayce keine Kinder
bekommen können, gebar jedoch wenige Jahre nach Befolgung seiner
Empfehlungen zwei Kinder. Für die meisten anderen Fälle liegen
keine Berichte vor.
Menstruationsstörungen
14 Frauen im Alter zwischen 13 und 38 Jahren erhielten 15 Behand-
lungsanweisungen für Menstruationsstörungen. Die häufigsten Be-
schwerden bezogen sich auf Unregelmäßigkeiten des Menstruations-
zyklus.
In der Hälfte seiner Diagnosen führte Cayce die Menstruationsstö-
rungen auf Koordinationsmängel im Nervensystem zurück, die durch
Wirbelsäulenläsionen, -Verschiebungen oder -Verletzungen verur-
sacht waren. Bei vier Patientinnen diagnostizierte er Mängel in der
Blutzusammensetzung wie eine zu geringe Anreicherung mit Sauer-
stoff oder eine Anämie. Beides führte zu Blutandrang und Druck in
den Beckenorganen sowie Drüsenstörungen, die in fast allen Fällen
207
Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus verursachten. Außer-
dem stellte er häufig Eliminationsstörungen und Stoffwechselstörun-
gen fest.
Behandlung
Für jeden dieser Fälle verordnete Cayce besondere therapeutische
Maßnahmen, und seine Anweisungen waren für keine zwei Fälle
genau die gleichen. Am häufigsten, und zwar in 11 Fällen, empfahl er
Manipulationen oder Korrekturen an der Wirbelsäule zur Entlastung
des Nervensystems und Beseitigung von Wirbelverschiebungen. Für
sieben Patientinnen empfahl er eine Umstellung der Diät auf alkalisch
reagierende Speisen wie rohes und gekochtes Gemüse sowie Zitrus-
früchte und -säfte. Besonders dringend empfahl er Fisch, Geflügel und
Lammfleisch, und zwar sowohl gegrillt als auch gekocht. Verzichten
sollten die Patientinnen auf Weißbrot, Kartoffeln, süßes Gebäck, koh-
lensäurehaltige Getränke und gebratene Speisen.
Bei sechs Frauen enthielten die Empfehlungen besondere Anwei-
sungen für die Einnahme verschiedener Tonika, mit denen in den
meisten Fällen die Blutbildung angeregt werden sollte. Das waren
unter anderem ein Leberextrakt, ein Tonikum aus Rindfleischextrakt,
Eisen und Wein und Ventriculin. In fünf Fällen verschrieb Cayce
elektrotherapeutische Maßnahmen, und zwar meist in der Form der
violetten Bestrahlung oder der radioaktiven Kompresse.
In vier Fällen verordnete Cayce Tonicin oder Atomidin zur Regulie-
rung der Funktionen der Schilddrüse und anderer Drüsen. Die Frauen
sollten vor dem Einsetzen der Periode zweimal täglich geringe Dosen
Tonicin oder einen Tropfen Atomidin in einem halben Glas Wasser
einnehmen. Außerdem verordnete Cayce für drei Patientinnen drei-
mal wöchentlich vorzunehmende Vaginalspülungen mit Atomidin,
und zwar sollte dazu ein Teelöffel Atomidin in einem oder in andert-
halb Litern körperwarmem Wasser aufgelöst werden.
Krankengeschichte
Die Anweisung 625-1 wurde einer 18jährigen Frau mit einem abnor-
mal häufigen Menstruationszyklus gegeben. Eliminationsstörungen
und Stoffwechselstörungen hatten zu einer Ansammlung von Gift-
stoffen im Blut geführt. Dadurch hatten sich die Eierstöcke vergrößert
und Störungen in den Drüsen und Organen des Beckenraums erge-
ben.
Als besonders wichtigen Teil der Therapie verordnete Cayce für
diese Frau eine spezifische Diät. Zum Frühstück sollte die Frau Ge-
treideflocken oder frisches Obst, Obstsäfte oder trockenes, getoaste-
208
tes Vollkornweizenbrot essen. Eine Mahlzeit sollte jeden Tag nur aus
rohem grünem Gemüse, die Hauptmahlzeit dagegen aus gekochtem
Gemüse mit gegrilltem oder gekochtem Fleisch bestehen. Kohlensäu-
rehaltige Getränke sollten vermieden werden. Die Patientin sollte
zwei- oder dreimal wöchentlich osteapathische Korrekturen vorneh-
men lassen, um das Nervensystem im Lendenbereich mit dem Ner-
vensystem in neunten Rückenwirbel zu koordinieren und die Lage
des Steißbeins zu korrigieren.
Obwohl kein Abschlußbericht über den Erfolg dieser Therapie vor-
liegt, schrieb die Mutter der jungen Frau Cayce später einen Brief, in
dem sie sich lobend über seine Therapien äußerte.
Mentale Störungen
Dieser Abschnitt gründet sich auf die Forschungen des Psychologie-
professors James C. Windsor, der mehr als 350 Behandlungsanwei-
sungen untersucht hat, die Edgar Cayce Personen mit geistigen Stö-
rungen gegeben hat. Obwohl mentale Störungen zur Zeit von Cayce
meist als Geisteskrankheiten diagnostiziert wurden, verwendet man
heute für die verschiedenen Arten von Verhaltensstörungen differen-
ziertere Begriffe wie Schizophrenie, panisch depressives Verhalten,
Paranoia usw.
Personen mit solchen mentalen Störungen zeigen jedoch alle ähnli-
che Symptome wie Störungen des Denkvermögens, Desorientierung
in Zeit und Raum, Entziehungserscheinungen und autistisches Ver-
halten, extreme Stimmungen, Halluzinationen und Wahnvorstellun-
gen.
Wir müssen hier darauf hinweisen, daß viele Personen mit mentalen
Störungen, denen Cayce helfen sollte, sich in einem so ernsten Zu-
stand befanden, daß man seine Hilfe als letzte Möglichkeit ansah, sie
vielleicht heilen zu können. Einige von ihnen waren schon seit Jahren
in Heilanstalten untergebracht.
Zur Illustration der diagnostischen Methoden von Cayce haben wir
dieser Darstellung die Daten einer ausgewählten Gruppe von 32
Patienten mit mentalen Störungen zugrunde gelegt. Die Hauptursa-
che für die Erkrankung in diesen Fällen waren nach Cayce physische
Störungen, durch welche dann das körperliche und emotionale
Gleichgewicht verlorenging. In wenigstens der Hälfte der 32 Fälle
manifestierten sich diese Störungen im Nervensystem, entweder als
blockierte Nervenimpulse oder als Koordinationsmängel zwischen
dem zerebrospinalen und dem sympathischen (autonomen) Nerven-
system.
Sogar für einige Fälle von Halluzinationen stellte Cayce eine physi-
sche Ursache fest. Er nannte die Halluzinationen synaptische Funk-
209
tionsstörungen, die dazu führten, daß das Zentralnervensystem Bot-
schaften empfing, die nicht von den Sinnesorganen ausgingen. Andere
an mentalen Störungen beteiligte Faktoren waren Drüsenstörungen
(ein wesentlicher Faktor) und negative Emotionen.
In wenigstens neun der 3 2 Fälle führte er die Drüsenstörungen auf
Ursachen wie vorgeburtliche Entwicklungsstörungen, Infektionen,
Verletzungen und nervöse Koordinationsstörungen zurück. In seinen
Diagnosen nannte er häufig die Zirbeldrüse und erwähnte gelegentlich
auch das Genitalsystem. Cayce war der Auffassung, daß die Zirbel-
drüse sowohl mit dem vegetativen als auch mit dem Zentralnervensy-
stem verbunden ist und dabei koordinierende Funktionen übernimmt.
In wenigstens sieben der 32 Diagnosen nannte Cayce Faktoren im
Zusammenhang mit der geistigen Haltung. Das waren nervöse Span-
nungen, emotionaler Streß und Überbeanspruchung. Er erklärte, sie
seien wenigstens zum Teil verantwortlich für physische Koordina-
tionsstörungen. In einer Diagnose heißt es, daß »jedes Individuum, das
in seinem Körper destruktive Gedanken hegt, sich selbst für dies oder
jenes verurteilt, Koordinationsstörungen zwischen dem sympathi-
schen und dem zerebrospinalen Nervensystem erzeugen wird, wenn es
zu keinen normalen Reaktionen kommt« (5380-1).
Behandlung
Obwohl die von Cayce zur Behandlung von Geisteskrankheiten vor-
geschlagenen Methoden viele gemeinsame Elemente zeigen, wurde
jede Therapie für den einzelnen Patienten zugeschnitten. Die Be-
handlungsanweisungen betonen ausdrücklich, daß es notwendig sei,
sie bis in das kleinste Detail zu befolgen. Außerdem wird besonders
darauf hingewiesen, daß der Behandelnde aufrichtiges Mitgefühl für
den Patienten empfinden müsse. Die folgenden Angaben über die
Behandlungsmethoden hat Dr. Windsor aus einer Anzahl von Anwei-
sungen zusammengestellt.
In den meisten Fällen wurden elektrotherapeutische Maßnahmen
verordnet, besonders in der Form der Naßzelle oder der radioaktiven
Kompresse. Die Naßzelle, die für die meisten Fälle verschrieben
wurde, wirkte nach Auffassung von Cayce verjüngend auf das Ner-
vensystem und sollte gründsätzlich mit Goldchlorid angewendet wer-
den. Die radioaktive Kompresse wurde vor allem den Patienten emp-
fohlen, die ihre beruhigende Wirkung brauchten.
Andere häufig vorgeschlagene Behandlungsmethoden waren spi-
nale Manipulationen und Massagen mit Substanzen wie Olivenöl,
Erdnußöl und Lanolin. Außerdem verschrieb Cayce je nach den Be-
dürfnissen der einzelnen Patienten die verschiedensten Medika-
mente.
210
Krankengeschichte
Die Patientin 3950 war eine 30jährige Frau. Ihre mentalen Störungen
wurden vorgeburtlichen Zuständen zugeschrieben, die, wie Cayce
glaubte, die Drüsen negativ beeinfluß hatten, welche die Nervenim-
pulse koordinierten. Die vom Gehirn aufgenommenen Nervenim-
pulse wurden so verzerrt, daß eine normale mentale Reaktion nicht
möglich war. Wegen der nervösen Koordinationsstörungen litt die
Frau abwechselnd unter Depressionen und extremer Nervosität.
Cayce wollte mit seinen therapeutischen Maßnahmen die Drüsen-
funktionen dadurch anregen, daß er die Voraussetzungen für eine
ausgewogene und normale Funktion des Organismus schuf.
Der Befreiung des Körpers von seinen Verunreinigungen sollte der
milde elektrische Reiz der Naßzellenkompresse dienen. Dabei sollte
die Kupferplatte zunächst auf den unteren Teil der Wirbelsäule aufge-
legt und dann im Lauf der Zeit nach oben verschoben werden, so daß
sie einen Tag fünf Minuten im Bereich der Lendenwirbel, am nächsten
fünf Minuten auf den Rückenwirbeln lag usw. Wenn diese Therapie
beendet war, sollte sie wiederholt werden, und zwar nunjeweils für
die Dauer von sieben Minuten.
Wegen der Unreinheiten, die von den Atmungsorganen ausgeschie-
den wurden, wurden Salzbäder oder Hamamelisbäder verschrieben.
Abführmittel sollten zur Reinigung des Darmtrakts und der Nieren
genommen werden. Während der Organismus gereinigt wurde, sollte
die Naßzellenkompresse jeweils täglich 30 Minuten aufgelegt werden,
und zwar mit dazwischenliegenden Ruhepausen von drei bis fünf
Tagen.
Es liegt über den Erfolg der Behandlung dieser Frau kein Bericht
vor. Andere Berichte sagen jedoch, wenn die Behandlungsanweisun-
gen gewissenhaft befolgt wurden, hätte man eine Besserung im Zu-
stand der Patienten feststellen können.
Migräne
Eine Migräne- sich periodisch wiederholende Kopfschmerzen- ist
gekennzeichnet durch plötzliche starke Kopfschmerzen mit voraus-
gehenden oder gleichzeitigen sensorischen Störungen und anschlie-
ßender Schläfrigkeit. Manchmal gehen den Kopfschmerzen kurzzei-
tige Depressionen, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit oder Appetitlosigkeit
voraus. Man glaubt, daß es zu Migräneanfällen kommt, wenn Ausdeh-
nung und Zusammenziehung von Blutgefäßen im Kopf gestört wer-
den. Die Migräne beginnt oft schon in der Kindheit und kommt bei
Frauen häufiger vor als bei Männern.
Edgar Cayce hat für 21 Patienten, die meisten von ihnen waren
Frauen, die an Migräneanfällen litten, 26 Behandlungsanweisungen
gegeben.
Bezeichnenderweise betrachtete er die Migräne nur als Symptom
für andere innere Störungen. Die meisten Patienten, die ihn um Hilfe
baten, hatten auch andere gesundheitliche Probleme, die nach Auffas-
sung von Cayce oft die gleiche Ursache hatten wie die Migräne. Die.
häufigste, in 13 Fällen angegebene Ursache war eine Koordinations-
störung zwischen dem zerebrospinalen und dem vegetativen Nerven-
system aufgrund von Wirbelverschiebungen, welche in fast allen an-
deren Systemen und Organen Störungen verursacht hatten.
Zwei andere in acht Fällen angegebene gemeinsame Ursachen wa-
ren Eliminationsstörungen und in sieben Fällen Stoffwechselstörun-
gen. Bei fünf Patienten wurden alle drei gleichzeitig diagnostiziert.
Ein weiterer belastender Faktor waren in zehn Fällen Kreislaufstö-
rungen. In sechs Fällen war es eine allgemeine organische Schwäche,
gelegentlich wurden aber auch Drüsenstörungen und eine negative
innere Haltung erwähnt.
Nach Auffassung von Cayce wurde die Migräne häufig durch Stau-
ungen im Dickdarm ausgelöst, die ihrerseits einen Druck auf die
sympathischen Nervenzentren und Teile der Wirbelsäule ausübten.
Zudem glaubte Cayce, diese Stauungen würden durch eine falsche
Diät, Drüsenstörungen, Stoffwechselstörungen und nervösen Streß
verursacht. In wenigen Fällen waren spinale Subluxationen eher die
Ursache als die Folge nervöser Verdauungsstörungen und anderer
oben erwähnter Faktoren. So glaubte Cayce, daß die Migräne in den
meisten Fällen die Folge von Stauungen im Dickdarm und nervösen
Störungen war, die wiederum zu Kreislaufstörungen und der An-
sammlung von Giftstoffen im Blut führten.
Behandlung
Die von Cayce für unter Migräne leidende Personen verordneten
therapeutischen Maßnahmen waren fast immer die gleichen. Er be-
tonte, seine Therapien sollten »konsequent und ausdauernd« ange-
wendet werden, um das Gleichgewicht bei den chemischen Reaktio-
nen im Organismus wiederherzustellen. In 11 Fällen verordnete er
eine Umstellung der Diät, spinale Manipulationen und elektrothera-
peutische Maßnahmen.
Bei der Diät empfahl er besonders blutbildende und nervenstär-
kende Speisen wie Gemüse, besonders grünes Blattgemüse, Obst und
Vollkornerzeugnisse. Auf Weißbrot, stärkehaltige Speisen, gebratene
Speisen, Zucker, rotes Fleisch und kohlensäurehaltige Getränke
sollte verzichtet werden.
Die spinalen Manipulationen sollten gewöhnlich in bestimmten
212
Bereichen vorgenommen werden. Die am häufigsten verordnete elek-
trotherapeutische Maßnahme war die radioaktive Kompresse. Mit ihr
sollte der Kreislauf verbessert werden.
In zehn Fällen verordnete Cayce Darmspülungen, Klistiere und
sanfte Abführmittel wie Olivenöl. Besonders wichtig war die Reini-
gung des Dickdarms von Schleim und unverdaulichen Speiseresten.
In einigen Fällen empfahl er den Patienten, sich röntgen zu lassen,
damit festgestellt werden konnte, wo sich verhärtetes Material festge-
setzt hatte.
Sechs Personen verschrieb er darüber hinaus hydrotherapeutische
Maßnahmen wie Schwitzbäder und alkalisierende und verdauungs-
fördernde Mittel wie Al-Caroid, Glyko-Thymolin und Olivenöl. In
fünfFällen verschrieb er das Auflegen von Packungen, gewöhnlich in
der Form heißer Rizinusölpackungen auf dem Bauch. In vier Fällen
verordnete er Massagen, zweimal mit Kakaobutter.
Die Verwendung von Beruhigungsmitteln lehnte Cayce im allge-
meinen ab, weil er glaubte, daß sie den Zustand des Patienten ver-
schlimmern könnten. Einigen Personen sagte er, daß sie unter Um-
ständen zunächst den Eindruck haben könnten, die empfohlenen
Maßnahmen verschlimmerten ihren Zustand anstatt die Beschwer-
den zu lindern, wenn sie seine Therapie jedoch konsequent fortsetz-
ten, werde eine Besserung eintreten.
Krankengeschichte
Zwar liegen zahlreiche Berichte über die Behandlungsergebnisse bei
Migräne vor, die meisten sind jedoch nicht schlüssig. Viele Patienten
berichteten zwar von Teilerfolgen der Behandlungsmethoden von
Cayce, aber nur wenige hatten seine Anweisungen konsequent be-
folgt.
Die Patientin 3326 war ein 13jähriges Mädchen, das über starke
Kopfschmerzen klagte. Sie erhielt eine Behandlungsanweisung, in der
Cayce ihren Zustand auf eine Allergie in den Verdauungsorganen
zurückführte, durch welche eine Entzündung im Darmtrakt entstan-
den war, die den Kreislauf belastete.
Dagegen verschrieb Cayce Dickdarmspülungen über einen gewis-
sen Zeitraum, währenddessen das Mädchen auf Süßigkeiten und
besonders auf Schokolade, Kleie und Roggen sollte. Emp-
fohlen wurden Pflaumen, Zwetschgen, gekochte Apfel, rohes Gemüse
wie Kresse, Sellerie, Kopfsalat und Karotten in Gelatine. Besonders
wichtig war es, daß die Patientin täglich sechs bis acht Glas Wasser
trank. Milch durfte die Patientin in Verbindung mit Weizenkeimen
und gekochten Vollkorngetreideflocken zu sich nehmen.
Zur Reinigung des Dickdarms von Schleim verordnete Cayce min-
213
destens vier oder fünf Klistiere. Sie sollten zur gleichen Zeit vorge-
nommen werden wie die Darmspülungen oder zehn Tage bis zwei
Wochen vor- oder nachher. Während dieser Zeit sollte eine entspan-
nende osteapathische Behandlung erfolgen, wobei besonders darauf
zu achten war, daß eine Läsion zwischen dem sechsten und siebenten
Rückenwirbel verringert wurde. Cayce warnte ausdrücklich davor,
dem Mädchen irgendwelche Beruhigungsmittel zu geben, da diese
seinen Zustand nur verschlimmern würden.
Augenscheinlich wurden die Anweisungen in diesem Fall befolgt,
denn die Mutter berichtete, ihre Tochter habe im Lauf von mehreren
Monaten nur noch zwei Migräneanfälle gehabt, und das schien zu zei-
gen, daß sich ihr Zustand bessere.
Mongolismus
Mongolismus oder Down Syndrom ist eine geistige Behinderung un-
terschiedlichen Ausmaßes. Die mongoloide Person ist gewöhnlich an
der Form ihres Gesichts zu erkennen. Sie hat einen flachen Kopf, eine
flache Sattelnase, ist klein von Wuchs und hat zusammengekniffene
Augen. Der typische Mongoloide zeigt einen Mangel an Aufmerksam-
keit und Initiative.
Edgar Cayce hat für sechs an dieser Behinderung leidende Kinder
im Alter zwischen zwei und 20 Jahren jeweils eine Behandlungsan-
weisung gegeben.
Edgar Cayce sah im Mongolismus eine Art der geistigen Behinde-
rung, die durch eine Reihe physiologischer Faktoren entsteht. Auf
physischer Ebene bezeichnete er den Mongolismus in drei Fällen als
einen schweren Koordinationsmangel zwischen dem sympathischen
und dem Zentralnervensystem, und zwar aufgrund vorgeburtlicher
Nachlässigkeit. Als Folge dieses Verhaltens waren die Drüsenfunktio-
nen, besonders die der Wachstums- und reproduktionsfördernden
Drüsen, erheblich aus dem Gleichgewicht geraten und hatten die
körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigt.
Interessanterweise führte er den Mongolismus in drei der sechs
Fälle auf karmische Ursachen zurück. Cayce glaubte, die mit dem
Mongolismus verbundenen Beeinträchtigungen sollten die Seele leh-
ren zu wachsen und sich durch die Schwierigkeiten auf materieller
Ebene weiterzuentwickeln. In seinen Anweisungen kam deutlich zum
Ausdruck, daß die Entwicklung der Seele gefördert werden könne,
wenn die behinderte Person von denen, die sie pflegten, mit Liebe und
Aufmerksamkeit behandelt würde, denn auch ihre Aufgabe sei ihnen
von ihrem Karma bestimmt.
In einer Anweisung erklärte Cayce: »Hier haben wir eine Einheit,
die ihrem eigenen Selbst begegnet. Diese (Mißbildungen) sind nicht
214
(erwünscht), und doch dienen sie der Entfaltung und Entwicklung
dieser seelischen Einheit ... Hier finden wir eine individuelle Einheit,
geboren nicht nur als Aufgabe für die Eltern, sondern sie ist sowohl
eine Aufgabe für die Eltern als auch für die Einheit selbst« (5335-1 ).
Behandlung
Für die Behandlung a l l ~ _ r mongoloiden Patienten sollten die Eltern
ihrem Kind mit einem Ubermaß an Liebe und Fürsorge begegnen.
Obwohl Cayce glaubte, daß in fünf von den sechs Fällen die Möglich-
keit einer Besserung bestünde, forderte er die Eltern auf zu bedenken,
daß dazu viel Geduld und Ausdauer erforderlich sei.
Bei der Behandlung des Mongolismus legte er außerdem besonde-
ren Wert auf elektrotherapeutische Maßnahmen, die in vier Fällen
verordnet wurden. In drei Fällen empfahl er Massagen.
Krankengeschichte
Um zu zeigen, welche verschiedenen therapeutischen Maßnahmen
Cayce für mongoloide Personen empfahl, gehen wir im folgenden auf
vier Fälle ein.
Die Anweisung für den Fall1105, einen 11jährigenjungen, empfahl
die Anwendung der radioaktiven Kompresse mit Goldchlorid. Die
Verbindungen sollten täglich eine Stunde zwischen den einander
gegenüberliegenden Extremitäten und dem Bereich des Nabels herge-
stellt werden. Cayce sagte voraus, die Erfolge würden nach zwei bis
dreieinhalb Jahren feststellbar sein. Für diese Fälle liegen jedoch keine
Erfolgsberichte vor. Für die Patientin 1153, ein fünfjähriges Mädchen,
verordnete er das Auflegen der Naßzellenkompresse für täglich 20
Minuten. Die kleine Kupferplatte sollte auf das Brachialzentrum und
die große Mittelplatte über den Milchgängen aufgelegt werden. Für
die Kompresse sollte täglich zwischen einer Goldchloridlösung und
Atomidin abgewechselt werden. Bei Verwendung des Atomidins
sollte die kleine Kupferplatte auf das Nervengeflecht im Bereich der
Lendenwirbel aufgelegt werden. Jeder Behandlung sollte eine gründli-
che Massage mit Olivenöl folgen.
Für die Patientin 5335, eine 20jährige Frau, verordnete Cayce die
Naßzelle mit Goldchlorid, die vor dem Schlafengehen eine Stunde
lang aufgelegt werden sollte. Die kleine Kupferplatte sollte dabei auf
dem Nervengeflecht am neunten Rückenwirbel liegen. Unmittelbar
nach der Behandlung mit der Naßzelle sollte die Patientin mit Oli-
venöl und Erdnußöl massiert werden. Nach dreimonatiger Behand-
lung konnte keine Besserung festgestellt werden, und augenschein-
lich haben die Eltern sie nicht fortgesetzt.
215
Für die Patientin 1104, ein achtjähriges Mädchen, verordnete
Cayce die allabendliche Behandlung mit der radioaktiven Kom-
presse für die Dauer von 45 bis 60 Minuten. Anschließend sollte das
Kind mit einer Mischung aus Olivenöl, Rizinusöl und Petroleum
oder Erdöl massiert werden. In dem Bericht über den Erfolg dieser
Behandlung heißt es, daß sie vor dem Schlafengehen beruhigend auf
das Kind gewirkt habe.
Mumps
Mumps ist eine akute, durch ein Virus verursachte Infektionskrank-
heit, gekennzeichnet durch schmerzhafte, geschwollene Speicheldrü-
sen und Fieber. Die Inkubationszeit beträgt 14 bis 21 Tage. Komplika-
tionen kommen bei Kindern selten vor, und der gesamte Verlauf der
Infektion ist selten länger als zwei Wochen.
Edgar Cayce hat für zwei Kinder und eine 38jährige Frau mit
Mumps oder ähnlichen Drüseninfektionen jeweils eine Behandlungs-
anweisung gegeben.
In jedem Fall war an der Ansteckung mit dieser Krankheit irgend-
eine Drüsenstörung beteiligt. In einem Fall war sie dadurch verursacht
worden, daß die Drüsen beim Ausscheiden von Giftstoffen aus dem
Organismus versagten.
Behandlung
Jedem Patienten wurde zur Beschleunigung der Genesung eine Um-
stellung der Diät verordnet. Sie sollte aus leichtverdaulichen, nahrhaf-
ten und gelegentlich halbflüssigen Speisen bestehen wie Milch,
Milchtoast, Fruchtsäften und reichlich Wasser. In allen drei Fällen
empfahl Cayce Massagen für Hals und Wirbelsäule und in einem Fall
außerdem in der Magengegend. Zweimal verordnete er zum Abbau
von Blutandrang als Massagemittel eine Mischung aus Schafstalg,
Terpentinspiritus und Kampferspiritus. Mit den Massagen sollte der
Körper entspannt, der Kreislauf angeregt und sollten die Funktionen
der Ausscheidungsorgane unterstützt werden. In zwei Fällen wurden
auch Abführmittel verschrieben.
Alle Patienten wurden angewiesen, zur Linderung der Beschwer-
den und Beschleunigung der Genesung den Körper ruhigzuhalten.
216
Krankengeschichte
Der Patient 1208 war ein sechsjähriger Junge mit einem akuten
Mumps. Er hatte Fieber, war reizbar und hatte Magenbeschwerden.
Cayce verordnete dem Kind Ruhe und Massagen für Rücken und
Hals zwischen den Schulterblättern mit einer Mischung aus Schafs-
talg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus.
Abends sollte der gleiche Bereich und außerdem der Bereich um die
Ohren (gegen Ohrenschmerzen) mit einem in Kerosin getauchten
Flanelltuch abgerieben werden.
Die Diät sollte alkalisch und aufbauend sein. Süßigkeiten waren
untersagt.
Mundgeschwüre --->Herpes simplex
Muskeldystrophie - Muskelschwund
Muskeldystrophie ist eine progressive Erbkrankheit, gekennzeichnet
durch Muskelschwund und Versteifung der Muskulatur. Zwar sind
viele Formen dieser Abnutzungskrankheit erblich und zeigen sich
schon unmittelbar nach der Geburt, aber die Muskeldystrophie kann
auch bei älteren Menschen auftreten.
Edgar Cayce hat neun Personen im Alter zwischen sieben und 54
Jahren, die an Muskeldystrophie litten, zehn Behandlungsanweisun-
gen gegeben.
In jedem Fall führte er die Krankheit, wenigstens zum Teil, entwe-
der aufkarmische Faktoren oder auf Drüsenstörungen zurück. Im
allgemeinen geht aus seinen Diagnosen hervor, daß Abnutzungs-
krankheiten die Folge von Drüsenstörungen oder einem chemischen
Ungleichgewicht im Körper sind, wodurch die Nervenimpulse ge-
schwächt wurden.
Obwohl Cayce den Patienten in seinen Anweisungen im allgemei-
nen Mut machte, sagte er ihnen sehr deutlich, daß die Behandlung
lange Zeit, vielleicht sogar Jahre, in Anspruch nehmen werde, wenn
der Abnutzungsprozeß rückgängig gemacht und eine deutliche Besse-
rung erzielt werden sollte. Deshalb riet er ihnen, eine spirituelle Ein-
stellung gegenüber dem Leben zu gewinnen. Wenigstens drei Perso-
nen sagte er, sie dürften die Hoffnung nicht aufgeben, müßten Geduld
haben und versuchen, das Wesen dieser karmisch bedingten Krank-
heit zu erkennen. In sechs Fällen bezeichnete er das Karma als die
direkte Ursache der Erkrankung und erklärte ausdrücklich, daß die
Muskeldystrophie und wahrscheinlich auch andere Abnutzungs-
krankheiten auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene ver-
erbt werden könnten. In seinen Diagnosen behauptete er immer wie-
217
der, daß das Karma direkt über die Drüsentätigkeit wirke. Karmische
Situationen bezeichnete er ganz allgemein als Chancen für das See-
lenwachstum der Eltern des Patienten ebenso wie für die erkrankten
Personen selbst.
Vorgeburtliche Faktoren, die in zwei Fällen als Hauptursache ge-
nannt wurden, betrachtete er ebenfalls als karmisch, aber auch Verlet-
zungen, zu denen es in einem von zwei Fällen bei der Geburt gekom-
men war. Wenn das der Fall war, glaubte Cayce, die Krankheit solle
den davon Betroffenen eine bestimmte Lehre erteilen. In einer Anwei-
sung zu diesem Thema sagte er: »Bei der Analyse des hier vorliegen-
den Zustands finden wir viel Vorgeburtliches, nicht aber was man als
die Sünden der Väter bezeichnen könnte, auch nicht als die Sünden
der betroffenen Einheit selbst, sondern vielmehr daß die Einheit
durch diese Erfahrung mit Geduld und Ausdauer etwas lernen sollte«
(3681-1).
Cayce war der Auffassung, in karmischen Situationen komme es
ganz entscheidend auf die innere Haltung der beteiligten Person oder
Personen an. Das kam auch in einer Erklärung von Cayce gegenüber
einigen Personen, die ihn um Hilfe gebeten hatten, zum Ausdruck.
Hier sagte er, sie könnten gesund werden, wenn sie es nur wollten.
Nach seiner Ansicht hatte jeder, der sich um die spirituelle Seite des
Lebens bemühte und versuchte, anderen Menschen zu helfen, diese
Entscheidung getroffen.
Behandlung
Die von Cayce vorgeschlagenen physischen Behandlungsmethoden
waren bei diesen Patienten im allgemeinen die gleichen. In jedem Fall
verordnete er eine Elektrotherapie zur Stärkung der Nerven und um
den Prozeß des Muskelschwunds aufzuhalten und umzukehren. Bis
auf zwei Fälle verschrieb er für alle Patienten die Naßzelle, gewöhn-
lich mit Goldchlorid. Das Goldchlorid sollte jedoch abwechselnd mit
anderen Substanzen wie Silbernitrat und Kampferspiritus verwendet
werden.
Zur Anregung der Nervengeflechte und Wiederherstellung der Re-
aktionsfähigkeit der geschwächten Muskeln empfahl er allen Patien-
ten, sich massieren zu lassen. Die Massagen sollten täglich an der
Wirbelsäule, den unteren Gliedmaßen und in anderen Körperberei-
chen vorgenommen werden, meist unmittelbar nach der elektrothera-
peutischen Behandlung. Als Massagemittel verschrieb er gewöhnlich
eine Mischung aus Erdnußöl, Olivenöl und Lanolin, zweimal aber
auch Kakaobutter.
In fünf Fällen gehörte eine Umstellung der Diät zur Behandlung. Sie
sollte vor allem aus aufbauenden Nahrungsmitteln bestehen, die
218
reichlich die Vitamine A, D und B enthielten. Wenigstens einem
Patienten verordnete er Vitaminpräparate.
Zur Regeneration der geschwächten Nervenkräfte und Drüsen-
funktionen verordnete er zwei Patienten kleine Mengen Goldchlorid
und Brom- oder Natriumbicarbonat zum Einnehmen. In zwei Fällen
empfahl er außerdem spinale Manipulationen.
Krankengeschichte
Drei Patienten befolgten die von Cayce gegebenen Anweisungen und
gaben Berichte über die Ergebnisse dieser Behandlung ab. Bei zwei
von ihnen hatte sich der Zustand gebessert, der dritte konnte keine
Besserung feststellen.
Einer von ihnen war der Patient 3649, ein neunjähriger Junge, der
eine Behandlungsanweisung für Muskeldystrophie erhalten hatte.
Vorher war er in die Mayo-Klinik eingewiesen worden, wo die Ärzte
eine hypertrapbische Muskeldystrophie festgestellt hatten. Sie konn-
ten jedoch keine wirksame Therapie vorschlagen. Der Bruder des
Jungen litt an der gleichen Krankheit.
Cayce glaubte, die Erkrankung sei karmischen Ursprungs. Die phy-
sische Ursache war nach seiner Auffassung eine Verletzung, die er bei
der Geburt davongetragen hatte.
In seiner Anweisung verordnete Cayce die tägliche Auflage der
Naßzellenkompresse für die Dauer von 30 Minuten. Anschließend
sollte das Kind beginnend an der Schädelbasis die Wirbelsäule hinun-
ter bis zu den Fußsohlen mit Kakaobutter massiert werden.
Nachdem diese Maßnahmen eine Zeitlang durchgeführt worden
waren, berichtete der Vater des Jungen: »Nachdem wir den Jungen
eine Zeitlang so behandelt haben, geht es ihm schon etwas besser.«
Myasthenie - krankhafte Muskelschwäche
Myasthenie ist eine chronische, fortschreitende Muskelerkrankung,
die gewöhnlich im Gesicht und am Hals beginnt. Sie zeigt sich als
Muskelermüdung mit folgender Schwäche und Lähmung.
Für diese Erkrankung hat Edgar Cayce einem 36jährigen Mann
zwei Behandlungsanweisungen gegeben. Darin erklärte er, daß die
Myasthenie durch Drüsenfunktionsstörungen ausgelöst wird und
führte sie in diesem Fall nicht nur auf besondere vorgeburtliche Fakto-
ren, sondern auch auf »einen Mangel an Drüsentätigkeit im ganzen
Körper zurück, der das Plasma behindert, das den strukturellen Teil
der Muskel- und Sehnenkräfte des Körpers bildet« (2207-1 ).
219
Behandlung und Krankengeschichte
Die Behandlung konzentrierte sich vor allem auf die Reinigung der
Drüsen und die Wiederherstellung des Gleichgewichts ihrer Funktio-
nen. Unmittelbar nach Neumond sollte der Patient 2207 zehn Tage
lang jeden Morgen vor dem Frühstück einen Tropfen Atomidin in
einem Glas Wasser einnehmen. Am 11. Tag sollte er zum Mittag 30
Gramm frischen Karottensaft und zum Abendessen 30 Gramm ge-
kochten Roten Betesaft trinken. Diese Säfte sollten bis zum nächsten
Vollmond jeden Tag getrunken werden. Anschließend sollte der Pa-
tient zehn Tage lang die gleichen Dosen Atomidin einnehmen wie zu
Beginn der Therapie. (Das Atomidin und die Säfte sollten niemals am
gleichen Tag genommen werden.) Damit diese Behandlung Erfolg
habe, mußte sie, wie Cayce sagte, wenigstens vier bis sechs Monate
durchgeführt werden.
In der zweiten Anweisung wies Cayce noch deutlicher auf die
Bedeutung der Atomidinbehandlung hin und verlängerte sie auf 15
aufeinanderfolgende Tage.
Aus dem Erfolgsbericht geht hervor, daß der Mann den Behand-
lungsanweisungen gewissenhaft gefolgt war und im Hinblick auf den
Kreislauf und den Stoffwechsel eine gewisse Besserung eingetreten
war. Doch einige Jahre nach Erhalt der zweiten Behandlungsanwei-
sung berichtete der Patient 2207, er habe die Behandlung nicht fortge-
setzt und sei deshalb leider nicht in der Lage, ihren Wert zu beurteilen.
Narben
In den 34 Anweisungen, die Edgar Cayce für die Behandlung von
Narben bei 31 Personen gegeben hat, handelte es sich um zwei ver-
schiedene Typen von Narben. Einmal waren diese Narben durch
Fleischwunden bei Operationen, Verbrennungen oder Verletzungen
entstanden. Zum zweiten handelte es sich um innere Narben, verur-
sacht durch Gewebewucherungen im Körper. Für die Behandlung
von durch Fleischwunden entstandene Narben empfahl Cayce eine
äußerliche Behandlung mit den verschiedensten heilenden Ölen.
Ganz anders ging er jedoch bei der Behandlung von Narbenwuche-
rungen im Inneren des Körpers vor. Aus diesem Grund gehen wir auf
die Behandlung der beiden Typen von Narben hier in zwei voneinan-
der getrennten Abschnitten ein.
220
Behandlung (äußere Narben)
Für die Behandlung äußerer Narben empfahl Edgar Cayce in allen 18
Fällen die gleichen Maßnahmen und verordnete einfache, äußerlich
anzuwendende Mittel, die wenigstens zweimal täglich sanft in das
Narbengewebe einmassiert werden sollten.
In fast 75 Prozent der Fälle bestand dieses Präparat aus Kampferöl,
das entweder allein oder zusammen mit anderen Ölen angewendet
werden sollte. Am häufigsten empfohlen wurden Pflanzenöl oder eine
Mischung aus Erdnußöl und Lanolin. In einigen wenigen Anweisun-
gen empfahl Cayce andere Substanzen wie etwa erhitztes Olivenöl
und Myrrhentinktur, Olivenöl und Kakaobutter oder Pflanzenöl und
Unguentin. Aber immer wieder sagte Cayce, Kampferöl sei am besten
geeignet »für die Behandlung von Narben oder Narbengewebe in
allen Bereichen des Körpers« (1566-4).
In einigen Fällen sagte Cayce, das Heilen von Narben habe etwas
mit ihrem karmischen Ursprung zu tun. So erklärte er zum Beispiel
zwei Frauen, bei denen das Gesicht durch Narben entstellt war, daß
sich bei ihnen eine negative geistige Haltung in einem vergangeneu
Leben jetzt auf physischer Ebene manifestierte.
Aber in allen Fällen sagte er, daß es möglich sei, Narben zu heilen
und der Haut nahezu ihren natürlichen Zustand zurückzugeben.
Dazu sei es notwendig, die von ihm vorgeschlagene Behandlung
gewissenhaft und mit viel Geduld und Ausdauer vorzunehmen.
Behandlung (innere Narben)
In 13 Fällen handelte es sich um die Bildung von Narbengewebe in
sensiblen Bereichen im Inneren des Körpers. Die Ursachen für das
Entstehen solcher Narben waren nach Cayce Kreislaufstörungen
und/oder nervöse Störungen oder Drüsenfunktionsstörungen. Das
Narbengewebe in den Bronchien wurde im Fall3661 zum Beispiel auf
die Ablenkung von Nervenimpulsen durch die Halswirbel oder die
oberen Rückenwirbel zurückgeführt, womit die Durchblutung der
Bronchien und der Luftröhre blockiert wurde, was zu »einer Verdik-
kung der Gewebewände« geführt hatte. In einigen Fällen entstand
durch die Bildung von Narbengewebe im Körper eine Blockierung
des Kreislaufs und anderer Systeme. In einem Fall hatte das Entstehen
von Narbengewebe an den Halswirbeln dazu geführt, daß die betref-
fende Person fast erblindete.
Zur Behandlung innerer Narben verordnete Cayce in fast allen
Fällen Massagen und/oder spinale Manipulationen. Die Massagen
sollten sich in diesen Fällen auf die Nervenzentren konzentrieren
oder mit Hilfe eines elektrischen Vibrators vorgenommen werden. In
221
mehr als 40 Prozent der Anweisungen verordnete Cayce außerdem
Packungen mit heißem Epsomsalz oder Rizinusöl. Manchmal ge-
nügte auch feuchte Hitze an den Körperstellen, unter denen sich das
Narbengewebe im Inneren des Körpers befand. In mehr als 30 Prozent
der Fälle verschrieb Cayce elektrotherapeutische Maßnahmen, ge-
wöhnlich mehrmals wöchentlich vorzunehmende Bestrahlungen mit
violettem Licht. In 25 Prozent der Fälle waren gelegentliche Darm-
spülungen und die Verabreichung von pflanzlichen Laxativen ein
wichtiger Teil der Behandlung. Mit diesen Maßnahmen und mit einer
in mehr als 15 Prozent der Fälle verordneten alkalischen Diät sollte
für einen Abbau des Narbengewebes im Organismus gesorgt werden.
Krankengeschichte
Es folgen zwei Krankengeschichten: in der einen geht es um innere
Narben, in der anderen um äußere.
Die äußeren Narben hatte sich ein einjähriges Mädchen zugezogen.
Das Kind hatte sich mit kochendem Wasser übergossen und dabei das
Gesicht, den Bauch und die Füße schwer verbrüht. Nachdem Cayce
den Eltern gesagt hatte, wie sie die Brandwunden behandeln sollten,
erläuterte er ihnen eine zehn Tage bis zwei Wochen dauernde Thera-
pie zur Heilung der Narben. Die Behandlung bestand aus einer tägli-
chen sanften Massage der vernarbten Stellen mit einer Mischung aus
Unguentin, Pflanzenöl und Kampferöl.
Zwar reagierten die Eltern zunächst nicht auf die zweite Behand-
lungsanweisung, setzten sich aber zwei Jahre später mit Cayce in
Verbindung und baten ihn, ihnen zu sagen, was sie gegen die starken,
an den verbrühten Stellen zurückgebliebenen Narben unternehmen
sollten. Diesmal empfahl Cayce eine Massage mit reinem Kampferöl
oder einer Mischung aus Kampferöl, Erdnußöl und Lanolin.
Einige Zeit später berichteten die Eltern, daß alle Narben ver-
schwunden seien.
Bei dem zweiten Fall handelte es sich um einen 51 jährigen Mann
(Fall 1940), der als Folge innerer Narben und einer Störung der nor-
malen biochemischen Vorgänge im Körper unter einem allgemein
schlechten Gesundheitszustand litt.
Hier betonte Cayce die Notwendigkeit, die Funktionen der Aus-
scheidungsorgane zu verbessern. Dazu verordnete er gelegentliche
Darmspülungen und eine Umstellung der Diät, die reichlich rohes
Gemüse und Salate enthalten sollte. Auf gebratene Speisen sollte der
Patient verzichten. Zur Ergänzung der Diät sollte er täglich Codiron
einnehmen. Daneben empfahl Cayce neuropathische Korrekturen,
Massagen, und die Auflage heißer und kalter Decken auf den Körper,
um das Narbengewebe aufzulösen und es zu ermöglichen, daß es sich,
222
angeregt von der Tätigkeit der Muskeln und Nerven, von den Stellen
ablöste, mit denen es verwachsen war.
Nasenkatarrh
Ein Katarrh ist eine Schleimhautentzündung mit einer übermäßigen
Schleimabsonderung.
12 Männer, Frauen und Kinder, die an einem Katarrh des weichen
Gewebes im Gesicht und Kopf, besonders in den Nasengängen litten,
erhielten 14 Behandlungsanweisungen. In den meisten Fällen waren
die Symptome Schwindel, Nasenverstopfung, eine starke Schleimab-
sonderung aus der Nase und ein Summen im Kopf.
In fünfFällen führte Cayce die Störung auf eine falsche Blutzusam-
mensetzung zurück, in vier Fällen aufNervenstörungen, die sich auf
die Sinnesorgane auswirkten. Der Zustand des Bluts wurde durch
Durchblutungsstörungen im Kopf verursacht, die dazu führten, daß
sich im weichen Gewebe des Gesichts und der Kehle Schleim ansam-
melte. Die Durchblutungsstörungen wurden in zwei Fällen durch eine
Anämie verursacht, und die falsche Zusammensetzung des Blutes
selbst war in zwei anderen Fällen die auslösende Ursache.
Bei fünf Patienten hatten Probleme in der Wirbelsäule, gewöhnlich
in den Rückenwirbeln, die Nervenimpulse zum weichen Gewebe im
Gesicht verändert. Das wiederum führte zu einer Behinderung der
Durchblutung, welche die Ansammlung von Schleim in den Nasen-
höhlen ausgelöst hatte. In vielen Diagnosen sagte Cayce, daß der
Schleim, der aus der Kehle und den Nasenhöhlen in den Verdauungs-
trakt geriete, die Verdauung ernsthaft behinderte. Außerdem be-
hauptete Cayce, die sympathetischen Vorgänge bei der Durchblutung
seien in vielen Fällen durch eine fehlerhafte Übertragung von Nerven-
impulsen entstanden und umgekehrt.
Behandlung
In den meisten Fällen wurden ähnliche therapeutische Maßnahmen
verordnet. Für 11 Patienten verschrieb er eine Umstellung der Diät,
die meist zum großen Teil aus alkalisch reagierenden Speisen wie
Zitrusfrüchten, Gemüse und Gemüsesäften, Fisch, Geflügel und
Lammfleisch bestehen sollte. Rotes Fleisch, stärkehaltige Speisen wie
Kartoffeln, Gebratenes und Konfekt sollten nicht gegessen werden.
Oft empfahl Cayce, anstelle von Weißbrot Vollkomweizenbrot zu
essen.
Sechs Anweisungen enthielten das Rezept für ein Inhalationsmittel
aus reinem Getreidealkohol und verschiedenen schleimlösenden
Substanzen. Die Lösung sollte in einer kleinen Flasche stark geschüt-
223
telt werden. Zweimal täglich sollten die Dämpfe durch einen kleinen
Schlauch zuerst mit einem und dann mit dem anderen Nasenloch und
am Schluß mit dem Mund eingeatmet werden.
Sechs Anweisungen enthielten die Empfehlung für osteapathische
Korrekturen der Wirbelsäule. Gewöhnlich sollten sie einmal jede
oder jede zweite Woche vorgenommen werden, wobei zwischen Be-
handlung und Ruhe verschieden lange Pausen einzulegen waren. Um
für eine normale Dränage in den Knochenhöhlen des Gesichts zu
sorgen, empfahl Cayce in den meisten Fällen Korrekturen der Rük-
ken- und Halswirbel.
Drei Personen verordnete er hydrotherapeutische Maßnahmen.
Dazu gehörte gewöhnlich ein Schwitzbad, gefolgt von einer gründli-
chen Abreibung und Massage mit Alkohol oder einer Mischung aus
gleichen Teilen Erdnußöl und Olivenöl. Der Behandlungszyklus be-
gann mit zwei Schwitzbädern und Massagen in der Woche für einen
Zeitraum von mehreren Wochen. Nach einer einwöchigen Pause
sollten diese Maßnahmen drei oder vier Wochen lang einmal wö-
chentlich wiederholt werden.
Bei fünf Personen war es notwendig, für die Ausscheidung der
Giftstoffe zu sorgen, die sich im Organismus angesammelt hatten.
Drei von ihnen verordnete Cayce ein- oder zweimal monatlich eine
Darmspülung, zwei anderen verschrieb er, gelegentlich einen Teelöf-
fel Castoria einzunehmen.
Krankengeschichte
Obwohl in den meisten Fällen von Nasenkatarrh keine Berichte über
den Erfolg der von Cayce empfohlenen therapeutischen Maßnahmen
vorliegen, wurden bei vier Personen günstige Erfolge erzielt. Eine
dieser Personen war ein sechsjähriges Mädchen.
Für dieses Kind gab Cayce die Behandlungsanweisungen 628-2 und
628-3. Das Mädchen wachte jeden Morgen mit einer laufenden Nase
auf. Cayce erklärte, eine Störung im zweiten und dritten Rückenwir-
bel beeinträchtige die Durchblutung des Kopfes und verursache eine
Ablenkung des Blutkreislaufs durch die Kehle, wo starke Schleimab-
sonderungen festgestellt wurden. Er empfahl, alle drei oder vier Tage
Korrekturen an den zerebrospinalen Nervenzentren vorzunehmen,
nach der dritten oder sechsten Behandlung eine Ruhepause einzule-
gen Ufld dann die Korrekturen drei- oder viermal zu wiederholen. Um
eine Ubersäuerung des Organismus zu verhindern, verordnete Cayce
dem Mädchen eine alkalisch reagierende Diät.
Außerdem verschrieb er das Rezept für ein Inhalationsmittel, das
morgens und abends verwendet werden sollte.
Zwei Monate nach Empfang der Behandlungsanweisungen berich-
224
tete der Vater des Mädchens, daß die Behandlung seiner Tochter
geholfen habe.
Nasenpolypen
Nasenpolypen sind kleine Gewächse in der Schleimhaut der Nasen-
höhlen oder im oberen Teil der Luftröhre. Wenn sie groß genug sind,
können sie die Atmung behindern.
Edgar Cayce hat vier Behandlungsanweisungen für Nasenpolypen
gegeben; die Ursachen waren von Fall zu Fall verschieden. In einer
Diagnose sah er die Polypen als das Symptom für eine nervöse Stö-
rung und riet dem Patienten, sie chirurgisch entfernen zu lassen. Doch
in zwei anderen Fällen führte er die Polypen auf Verdauungsstörun-
gen zurück, die ihrerseits Eliminationsstörungen und Stoffwechsel-
störungen verursacht hatten. In einem der beiden Fälle gab Cayce
einer falschen Ernährung die Schuld. Im anderen war es eine Verlet-
zung, die der Patient auf der rechten Seite des Rückens erlitten und die
zu einer Veränderung der Lage des Magens geführt hatte. Dadurch
waren Verdauung und Stoffwechsel schwer geschädigt worden. In
beiden Fällen glaubte Cayce, eine Vermehrung und Ausbreitung von
Bakterien feststellen zu können, die der Organismus nicht ausschei-
den konnte und die nun die Bildung der Polypen verursacht hatten.
Behandlung und Krankengeschichte
Für an Nasenpolypen leidende Personen schlug Cayce die verschie-
densten therapeutischen Maßnahmen vor. Die Patientin 349, eine
junge Frau, deren Verdauung durch eine unregelmäßige und unausge-
wogene Ernährung in Unordnung geraten war, wurde angewiesen,
täglich drei Mahlzeiten in regelmäßigen Abständen zu essen. Sie
sollten aus reichlich Blattgemüse und anderem Gemüse wie Kohl,
Sellerie und Kopfsalat bestehen. Anstelle von Weißbrot sollte sie
Roggenbrot, Grahambrot oder Vollkornweizenbrot essen und auf
Essig und andere saure Gewürze verzichten. Fisch und Geflügel wa-
ren erlaubt. Als Inhalationsmittel gegen die Polypen verschrieb Cayce
ein Präparat aus gleichen Teilen Natriumbicarbonat, Weinsteinsäure
und Salz, aufgelöst in warmem Wasser. Cayce glaubte, die Heilung
könnte durch spinale Manipulationen im Bereich der Hals- und Rük-
kenwirbel unterstützt werden.
In ihrem anschließenden Bericht meldete die Frau, daß sich ihr
Zustand einige Wochen nach Erhalt der Anweisungen und dem Be-
ginn der Behandlung gebessert habe.
Die für den Fall5511 empfohlenen therapeutischen Maßnahmen
konzentrierten sich auf die Wiederherstellung der natürlichen Lage
225
des verschobenen Magens, durch die es zu ernsten Verdauungs-,
Stoffwechsel- und Eliminationsstörungen gekommen war. Chiroprak-tische oder osteapathische Korrekturen zur Koordination der zere-
brospinalen Nervenzentren wurden vorgeschlagen, und zwar beson-
ders im Bereich der unteren Halswirbel sowie der oberen und mittleren
Rückenwirbel. Daneben verordnete Cayce Massagen des Sonnenge-
flechts und der Nabelgegend mit einem elektrischen Vibrator.
Schließlich äußerte Cayce die Ansicht, daß die Entfernung der
Polypen durch Bestrahlungen mit violettem Licht in nicht genau
festgelegten Zeitabständen erleichtert werden würde, und zwar sollten
sich diese Bestrahlungen auf die Fußsohlen und Handflächen richten.
In der zweiten Anweisung für den Fall 5511 warnte er die Patientin
davor, zu essen, wenn sie nervös oder erregt sei, und riet ihr, nur in
einem völlig entspannten Zustand zu essen.
Aus dem anschließenden Erfolgsbericht geht hervor, daß die Pa-
tientin 5511 nach Befolgung der Behandlungsanweisungen von
Cayce eine wesentliche Besserung ihres Zustandes feststellen konnte.
Neuritis -Nervenentzündung
Neuritis ist eine Nervenentzündung, die dauernde und oft starke
Schmerzen in bestimmten Körperteilen und eine langsam fortschrei-
tende Muskelschwäche zur Folge hat. In extremen Fällen kann es zu
Lähmungen und Störungen des sensorischen Nervensystems kom-
men.
Zehn Personen im Alter zwischen 22 und mehr als 60 Jahren, die
Symptome einer Neuritis oder ähnlicher Leiden zeigten, erhielten
insgesamt 22 Behandlungsanweisungen.
In 90 Prozent dieser Fälle bezeichnete Cayce Eliminationsstörun-
gen als Ursache von Nervenreizungen, die schließlich zur Neuritis
führten. Nach seiner Ansicht kam es als Folge von Störungen in den
Ausscheidungsorganen im Verdauungstrakt zu einer Ansammlung
von Toxinen im Organismus. Diese Giftstoffe verunreinigten das Blut,
das die Nerven versorgte, und führten zu Reizungen und Entzündun-
gen.
In fast ebenso vielen Fällen bestand ein Koordinationsmangel zwi-
schen dem zerebrospinalen und dem sympathischen Nervensystem
als Folge von spinalen Problemen. Cayce glaubte, ein mit zuviel Gift-
stoffen belasteter Organismus, ein emotionales Ungleichgewicht, In-
fektionen, Überanstrengungen und Wirbelverschiebungen könnten
die Nerven so stark reizen, daß es zu einer Neuritis kam. Ein Anzei-
chen für diese Unausgewogenheit war es, daß die bei dieser Krankheit
auftretenden Schmerzen nur auf einer Seite des Körpers zu spüren
waren.
226
In drei Fällen war eine Kreislaufschwäche ein weiterer belastender
Faktor, und gie im Organismus angesammelten Giftstoffe sowie eine
allgemeine Uberbeanspruchung wirkten sich zusätzlich negativ auf
den Kreislauf aus.
In zwei Fällen hatten Wirbelverschiebungen einen Druck auf die
Nerven ausgeübt, was zu der Entzündung führte.
Behandlung
Obwohl bestimmte therapeutische Maßnahmen in all diesen Fällen
empfohlen wurden, empfahl Cayce für alle an Neuritis leidenden
Patienten eine jeweils ganz individuelle Behandlung. Bei jedem
Patienten wurde eine Maßnahme verordnet, mit der die Entgiftung
des Organismus angeregt werden sollte. Das konnten Klistiere, Darm-
spülungen und milde wirkende Abführmittel wie Enosalze und Casto-
ria sein. In einigen Fällen empfahl Cayce verdauungsfördernde Präpa-
rate wie Kräutertonika und Glyko-Thymolin. Sie wurden verabreicht,
um das Basen-Säure-Gleichgewicht im Organismus herzustellen.
Sechs Personen empfahl Cayce, ihre Nahrung umzustellen, vor
allem auf alkalisch reagierende Speisen wie rohes Obst und Gemüse.
Fleisch sollte, wenn überhaupt, nur wenig gegessen werden, obwohl
er Rindfleischextrakt dringend empfahl. Ein Patient sollte sich zur
Reinigung des Verdauungstrakts eine Zeitlang nur von Äpfeln ernäh-
ren.
Zur Anregung des Kreislaufs wurden in vier Fällen Massagen mit
einem anschließenden leichten Schwitzbad verordnet. Ebenso vielen
Patienten verschrieb Cayce verschiedene elektrotherapeutische Maß-
nahmen. In drei Anweisungen empfahl er Packungen, zweimal mit
Epsomsalzen zur Entspannung der Nerven und Schmerzlinderung.
Ebensooft verordnete er Korrekturen der Wirbelsäule, in einem Fall
im Zusammenwirken mit Wärme.
Krankengeschichte
Für die Patientin, eine mehr als 60 Jahre alte Frau (Fall424), gab Cayce
zwei Anweisungen zur Behandlung der Neuritis. Zunächst litt sie
gleichzeitig an Neuritis, einer Toxämie und Schlaflosigkeit. Das alles
war nach Auffassung von Cayce die Folge einer Verlangsamung des
Kreislaufs und von Eliminationsstörungen. Diese Störungen hatten
zu einer Entzündung der Nervengeflechte geführt, die in der linken
Seite ihres Körpers Schmerzen und eine Behinderung der Beweglich-
keit verursacht hatte.
Zur Anregung der Verdauung und der Eliminationen verordnete
Cayce der Frau ein Kräutertonikum, das aus der Rinde der wilden
227
Kirsche, Sarsaparillewurzel, Chinarinde, Eschenrinde, Alraunwurzel
und Buccoblättem bestand. Der Bereich der Lendenwirbel und die
unteren Gliedmaßen sollten mit einer Mischung aus Kampfer, Senföl
und Zedernholzöl massiert werden.
Zur Entgiftung des Körpers verordnete Cayce Klistiere. Gegen die
Schlaflosigkeit und zur Anregung des Kreislaufs verschrieb er die
radioaktive Kompresse.
In der zweiten Anweisung verordnete Cayce anstelle der ersten
Kräutermischung zwei andere Tonika. Das eine bestand aus Eukalyp-
tusöl, rektifiziertem Terpentinöl, Benzointinktur, einer Essenz aus
wildem Ingwer und Alkohol. Die Bestandteile des anderen waren
Sarsaparillesirup, Stillingiatinktur, Feuerkolbenessenz, Rhabarbersi-
rup und GetreidealkohoL
Zur Anregung der Verdauung sollte die Patientin viel rohes Obst
und Gemüse essen. AufWeißbrot und rotes Fleisch sollte die Patientin
verzichten, weil dadurch die Säurebildung im Organismus angeregt
wurde.
Nachdem die Patientin 424 den Anweisungen Cayces gefolgt war,
berichtete sie, ihr Zustand habe sich ein wenig gebessert, die Sym-
ptome der Neuritis seienjedoch noch nicht verschwunden.
Sechs andere Personen berichteten, daß sich ihr Zustand gebessert
habe, nachdem sie die Anweisungen Cayces befolgt hätten, und alle
stellten zumindest eine geringe Besserung fest.
Nieren - allgemein
Die Nieren, zwei bohnenförmige Organe, deren jedes nicht größer ist
als eine menschliche Faust, haben die Funktion, die normale Konzen-
tration der Zusammensetzung des Blutes durch die Ausscheidung von
Wasser und Abfallprodukten zu regulieren. Sie enthalten etwa eine
Million Nephronen, die ständig den Spiegel verschiedener Mineralien
überwachen. In diesen Nephronen vollzieht sich das Filtern, das
Ausscheiden und das Reabsorbieren. Überschüssiger Zucker, Amino-
säuren und Harnstoff, die Endprodukte der Proteinproduktion, gehö-
ren zu den Substanzen, welche durch die Nieren gefiltert werden.
Die Diagnosen und Behandlungsanweisungen von Edgar Cayce
beschäftigen sich an Hunderten von Stellen mit Nierenleiden. Die
Cayce-Forschung über allgemeine Funktionsstörungen der Nieren
konzentriert sich auf 49 seiner Behandlungsanweisungen für 37 Per-
sonen im Alter zwischen vier und 72 Jahren.
Als Hauptursache für Nierenleiden (und oft auch für Leberleiden)
nennt er in 27 Fällen Funktionsstörungen der Ausscheidungsorgane.
In 17 Fällen bezeichnet er spinale Subluxationen, meist im Bereich
der Lenden-, Rücken- oder Halswirbel als einen belastenden Faktor.
228
Diese Subluxationen oder Wirbelverschiebungen behinderten die zu
den Nieren gehenden Nervenimpulse und deren Durchblutung.
In 11 Fällen wurden Kreislaufstörungen als weiterer Faktor festge-
stellt. In neun Fällen werden Stoffwechselstörungen erwähnt, die zu
einer mangelhaften Versorgung der Nieren mit Nährstoffen führten,
was wiederum ein Versagen der Nierenfunktionen zur Folge hatte.
Siebenmal erwähnt Cayce Drüsenstörungen, und zwar besonders bei
der Schilddrüse, der Zirbeldrüse und der Prostata.
In vier Fällen führte eine allgemeine organische Schwäche auch zur
Schwächung der Drüsenfunktionen. In drei Fällen nannte Cayce eine
Neurasthenie oder Nervenerschöpfung, innere Infektionen und Ver-
letzungen durch äußere Einwirkung als Ursachen einer Nierener-
krankung, gelegentlich aber auch andere Faktoren wie Tuberkulose,
Bronchitis und Störungen im Bereich des Beckens.
Behandlung
Die für die Behandlung dieser Personen empfohlenen Maßnahmen
waren im allgemeinen die gleichen. In 26 Fällen verordnete Cayce
spinale Manipulationen. Oft mußten die Korrekturen an der ganzen
Wirbelsäule vorgenommen werden, wenngleich die Rückenwirbel,
die Lendenwirbel und das Kreuzbein meist besonders erwähnt wur-
den.
In 22 Fällen empfahl Cayce eine besondere Diät in der Absicht, dem
Körper die Nährstoffe zuzuführen, die zum Aufbau des Organismus
benötigt wurden, ohne die Ausscheidungsorgane zu stark zu belasten.
So sollte die Diät vor allen Dingen aus frischem Obst und Gemüse
bestehen. Daneben durften die Patienten Erzeugnisse aus Vollkornge-
treide, Rindfleischextrakt, Wein mit dunklem Brot zu sich nehmen
und sollten viel Wasser trinken. In fünfFällen empfahl Cayce Topi-
namburknollen wegen ihres Insulingehalts.
14 Personen verschrieb er heiße Packungen zur Anregung des
Kreislaufs, zur Schmerzlinderung und zur Entgiftung des Organis-
mus. Die Packungen sollten in den meisten Fällen auf den unteren Teil
des Rückens oder auf den Bauch aufgelegt werden. Am häufigsten
waren es Packungen mit heißem Salz, oft kombiniert mit Glyko-
Thymolin, Natriumbicarbonat oder einer Mischung aus Schafstalg,
Terpentinspiritus und Kampferspiritus. Die Dauer und Häufigkeit
dieser Anwendungen wechselte von Fall zu Fall.
12 Personen verordnete Cayce Massagen zur Anregung des Kreis-
laufs und der Ausscheidungsorgane. Dabei sollten die verschieden-
sten Substanzen in die Haut eingerieben und gelegentlich anschlie-
ßend heiße Packungen aufgelegt werden. Für vier Patienten ver-
schrieb er zur Regulierung der Nierenfunktionen eine Kombination
229
aus Schafstalg, Kampferspiritus und Terpentinspiritus, die im Bereich
der unteren Wirbelsäule und/oder über den Nieren einmassiert wer-
den sollte.
Zur weiteren Anregung des Kreislaufs empfahl er in 11 Fällen eine
Elektrotherapie, am häufigsten die Bestrahlung mit violettem Licht
und radioaktive Kompressen.
Zur Beschleunigung der Entgiftung des Organismus verordnete er
fünf Patienten Darmspülungen, Klistiere und Abführmittel. In jeweils
acht Fällen waren das ein Tee aus Wassermelonenkernen und Kräu-
tertonika. Der Tee aus Wassermelonenkernen regte angeblich die
Nierenfunktion an, wirkte harntreibend und eignete sich besonders
gut für die Behandlung von Nierenleiden. Für die Herstellung der
Kräutertonika empfahl er unter anderem das ätherische Öl aus der
Sassafraswurzel, Wacholderbeeren und
In vier Fällen verordnete Cayce gymnastische Ubungen, in drei
Fällen Atomidin. Jeweils zwei Patienten verschrieb er Aspirin, Glyko-
Thymolin und lithiumhaltiges Mineralwasser.
Krankengeschichte
Zehn der 14 Personen, die sich zu den Erfolgen der von Cayce vorge-
schlagenen Behandlung äußerten, berichteten über eine Besserung
ihres Zustands. Das traf auch für den Fall916 zu, einen 50jährigen
Mann, nachdem er zwei Anweisungen zur Behandlung einer Nieren-
entzündung erhalten hatte.
Darin wurden Massagen im Bereich der unteren Wirbelsäule mit
einer Mischung aus Schafstalg, Terpentin und Kampferspiritus ver-
ordnet. Anschließend sollten auf den massierten Bereich heiße Salz-
packungen aufgelegt werden. Diese Packungen sollten mit einem
Heizkissen warm gehalten werden, um die Absorption des Massage-
mittels zu fördern. Mit dieser Behandlung wollte Cayce die Ausschei-
dung von nichtkörpereigenen Stoffwechselprodukten anregen, die
sich in den Nieren angesammelt hatten. Zur Anregung der Ausschei-
dungsorgane sollten zudem »ein-, zwei- oder dreimal« Darmspülun-
gen vorgenommen werden.
Die Diät des Mannes sollte aus leichtverdaulichen, nahrhaften
Speisen bestehen. Dazu gehörten insbesondere auch Rindfleischex-
trakt und geschlagenes Eigelb.
Nachdem der Mann die in der ersten Anweisung von Cayce erhalte-
nen Ratschläge befolgt hatte, berichtete er von ausgezeichneten Er-
gebnissen. Dreieinhalb Jahre später bat er um eine zweite Anweisung,
weil er einen Rückfall erlitten hatte. Diesmal verordnete Cayce einen
Tee aus Wassermelonenkernen zur Reinigung der Nieren. Dazu sollte
ein gehäufter Teelöffel gemahlener Kerne in 60 Gramm Wasser ge-
230
kocht werden. Daneben verschrieb er eine osteapathische Behand-
lung.
Zwar liegen für den Erfolg der zweiten Behandlungsreihe keine
Berichte vor, aber wie wir wissen, starb der Mann etwa drei Monate
später.
Nierensteine
Edgar Cayce hat acht Personen Behandlungsanweisungen für Nieren-
steine gegeben, die sich aus Ablagerungen in den Nieren bilden. Wenn
die Steine zu groß werden, um durch die Harnleiter zwischen Niere
und Blase und aus der Blase durch die Harnröhre ausgeschieden zu
werden, verursachen sie starke Schmerzen und Reizungen. Gewöhn-
lich werden sie operativ entfernt.
Nach Auffassung von Cayce wurden Nierensteine als Folge von
Kreislaufstörungen zwischen Leber, Nieren und anderen Organen
verursacht. In der Häfte der Fälle seien Wirbelverschiebungen an
dieser Entwicklung beteiligt, besonders im Bereich zwischen dem
siebenten und zehnten Rückenwirbel. In einem Fall war durch eine
Verletzung in diesem Bereich eine Läsion entstanden, und in zwei
Fällen hatten sich die Nierensteine als Folge auf eine saure Reaktion
im Blut aufbestimmte Speisen gebildet. In einer weiteren Diagnose
sagte Cayce, die Tatsache, daß die Speisen in einem Aluminiumkessel
gekocht worden seien, habe zur Bildung der Steine beigetragen.
Behandlung
Die von Cayce empfohlenen Behandlungsmethoden zielten vor allem
darauf ab, die Entzündung in der Nierengegend zu beheben und die
Nierensteine so weit aufzulösen, daß sie ausgeschieden werden konn-
ten. Nur einem der acht Patienten, die ihn um Rat gefragt hatten,
empfahl Cayce eine Operation, denn er hielt chirurgische Eingriffe
nur für notwendig, wenn der Patient Fieber hatte, was auf eine Infek-
tion schließen ließ.
Obwohl sich die von ihm gegebenen Empfehlungen in den einzel-
nen Fällen voneinander unterschieden, wurden bestimmte Maßnah-
men in allen Fällen verordnet. Am häufigsten verschrieb er vollstän-
dige Ruhe, bis die Steine ausgeschieden waren und sich die Körper-
funktionen wieder normalisiert hatten. Bis dahin verordnete er eine
halbflüssige, leichtverdauliche und aufbauende Diät. Dazu gehörten
Obstsäfte, Gemüsebrühe und Rindfleischextrakt Sobald der Stein
ausgeschieden war, verordnete er die auch in anderen Fällen von ihm
bevorzugte Diät.
Häufig verschrieb er auch feuchte Terpentinumschläge über den
231
Nieren oder dem Bauch. Damit sollten Schmerzen gelindert und die
Auflösung der Steine gefördert werden. In drei Fällen sollten die
Umschläge über den Nieren und in einem anderen über dem Unter-
bauch liegen. In zwei Fällen sollten die Umschläge zweimal wöchent-
lich für die Dauer von mindestens einer Stunde angelegt werden. In
einem anderen Fall waren es Dauerumschläge, die jedoch häufig
gewechselt werden sollten.
Für diese Umschläge sollten mehrere Schichten Flanellstoff in hei-
ßem Wasser eingeweicht werden, das mit Terpentinspiritus versetzt
war. Die Zusammensetzung des Wassers wechselte von 22 Gramm
Terpentinspiritus auf anderthalb Liter Wasser bis zu fünf Tropfen auf
einen Liter Wasser.
In zwei Fällen verordnete Cayce Umschläge mit den Blättern der
Königskerze und Terpentinspiritus. Einer dieser Patienten sollte die
Umschläge ständig abwechseln, während der andere stündlich zu
wechselnde Königskerzenumschläge 12 Stunden lang auflegen sollte.
Für die Königskerzenumschläge sollten die Blätter der Pflanze zersto-
ßen und naß in einem Gazesack aufgelegt werden. Ein Patient sollte
zweimal täglich 30 Gramm Königskerzentee trinken. Dazu sollte ein
Teelöffel Königskerzenblüten mit einem halben Liter Wasser über-
brüht werden.
In einigen Fällen waren osteapathische Manipulationen und Mas-
sagen ein wichtiger Teil der Behandlung. Die Korrekturen der Wirbel-
säule sollten nach den bewährten Methoden vorgenommen werden
und sich besonders auf den Bereich der Rückenwirbel, der Lenden-
wirbel und des Kreuzbeins konzentrieren. Cayce verordnete diese
Maßnahmen ein- oder mehrmals am Tage bis einmal wöchentlich,
wobei die Zeitabstände immer größer werden durften, wenn sich der
Zustand der Patienten besserte.
Die Massagen sollten an der Wirbelsäule in Höhe der Nieren oder
im Bereich zwischen dem achten und dem 12. Rückenwirbel erfolgen.
In zwei Fällen verordnete Cayce die gleichen Massagen vor dem
Zubettgehen, und zwar mit einem Massagemittel, das zu gleichen
Teilen aus Schafstalg, Terpentinspiritus, Kampferspiritus und Benza-
intinktur bestand. Anschließend sollte der massierte Rücken eine
Stunde lang mit einem Tuch bedeckt werden, auf dem ein Heizkissen
lag, damit das Massagemittel von der Haut absorbiert werden konnte.
Es gab auch noch andere therapeutische Maßnahmen, die aber
weniger häufig verordnet wurden. Zweimal verschrieb Cayce Packun-
gen mit Rizinusöl und den Tee aus Wassermelonenkernen, den er als
besonders geeignet für die Behandlung von Nierenerkrankungen
hielt. Gelegentlich verordnete er aber auch die radioaktive Korn-
presse, eine Diathermiebehandlung, Dampfbäder, Coca-Colasirup,
Sennatee und ein Kräutertonikum.
232
Krankengeschichte
Die Patientin 1054, eine 37jährige Frau, erhielt für die Behandlung
von Nierensteinen zwei Anweisungen von Edgar Cayce. In der ersten
diagnostizierte er eine Verletzung, die im Bereich des achten, neunten
und zehnten Rückenwirbels zu einer Läsion geflihrt hatte. Diese
Läsion wirkte sich nachteilig auf die Nierenfunktionen aus, und als
Folge von Kreislaufstörungen in diesem Bereich hatten sich Ablage-
rungen gebildet.
Ihre Symptome waren Blasenschmerzen, die sich manchmal bis auf
die Nieren ausdehnten, und ein unangenehmes Gefuhl im ganzen
Bauchraum verursachten. Als Folge ihrer Nierenprobleme entwik-
kelte sich außerdem eine Toxämie, die zu gelegentlichen Herzrhyth-
musstörungen und anderen Beschwerden führte.
Ihre Behandlung begann mit Korrekturen an der Wirbelsäule, die
zunächst einen Monat lang einmal wöchentlich erfolgen sollten.
Während dieser Zeit sollte sie täglich etwa 30 Gramm Tee aus Wasser-
melonenkernen trinken. Vor dem Zubettgehen sollte sie sich wäh-
rend des gleichen Monats im Bereich zwischen dem achten und 12.
Rückenwirbel massieren lassen, und zwar mit einer Mischung, die zu
gleichen Teilen aus Schafstalg, Terpentin, Kampferspiritus und Ben-
zaintinktur bestand. Von diesem Massagemittel sollte nur soviel auf-
getragen werden, wie die Haut absorbieren konnte. Anschließend
sollte der massierte Bereich eine Stunde lang mit einem Flanelltuch
und einem Heizkissen bedeckt werden.
Nach dem ersten Monat sollte die Frau eine Ruhepause von drei bis
vier Tagen einlegen und die therapeutischen Maßnahmen noch ein-
mal beginnen, wobei sich die Zahl der Wirbelsäulenkorrekturen auf
zwei- bis dreimal wöchentlich erhöhen sollte.
Cayce verschrieb ihr auch für die Dauer dieses zweiten Monats
einmal wöchentlich milde Diathermiebehandlungen, wobei die Dia-
thermieplatten auf dem vierten Rückenwirbel und dem Bereich der
Milchgänge aufgelegt werden sollten. Außerdem sollte die Patientin
täglich sechs Gläser Wasser trinken und sehr genau auf ihre Diät
achten. Besonders empfohlen wurden Birnen und Weintrauben. Zwi-
schen der ersten und der zweiten Behandlungsanweisung sagte die
Frau der Familie Cayce, ihr Zustand habe sich augenscheinlich nicht
gebessert. Sie gab jedoch zu, die Anweisungen nicht so genau befolgt
zu haben, wie sie es hätte tun sollen.
In der zweiten Behandlungsanweisung stellte Cayce fest, daß die
Patientin Stoffwechselprobleme hatte, die Kotstauungen im Dick-
darm verursacht hatten. Das war nach seiner Ansicht der Grund
dafür, daß sie keine Besserung ihres Zustandes feststellen konnte.
In der neuen Anweisung verordnete er wieder zweimal wöchentlich
233
vorzunehmende Korrekturen der Wirbelsäule, die sich besonders auf
den Ischiasnerv oder die Nervenzentren der Wirbelsäule konzentrie-
ren sollten. Zudem verschrieb er eine Fortsetzung der Einreibungen
mit dem in der ersten Anweisung genannten Präparat. Dazu empfahl
Cayce eine Reihe von Rizinusölpackungen, die einmal wöchentlich
40 Minuten lang über der Leber und dem Dickdarm aufgelegt werden
sollten.
Ödem- Gewebswassersucht
Ein Ödem ist gekennzeichnet durch die Ansammlung einer klaren,
wässerigen Flüssigkeit im Gewebe und den Hohlräumen des Körpers
mit der daraus resultierenden Schwellung dieser Bereiche.
Edgar Cayce hat für neun an Ödemen leidende Personen 12 Be-
handlungsanweisungen gegeben. Die Patienten waren 30 bis 74 Jahre
alt.
Nach Cayce waren in sechs Fällen Kreislaufstörungen die Hauptur-
sache der Erkrankung. In jedem einzelnen Fall wirkten sich die Kreis-
laufstörungen in verschiedener Weise aus. Die Symptome waren ho-
her Blutdruck, Krampfadern, Störungen im Lymphkreislaufund ein
vergrößertes Herz.
Fünf Personen litten an einer mangelhaften Entgiftung des Organis-
mus, die durch Kreislaufstörungen verursacht sein konnte. In vier
Fällen wurden die Erkrankung eines periphären oder Hirnnervs und
eine mangelhafte Koordination der Nerven als belastender Faktor
genannt. In allen Fällen stellte Cayce eine Ansammlung von Toxinen
im Kreislauf fest, die dazu geführt hatte, daß überschüssige Flüssigkeit
nicht ausgeschieden wurde.
Behandlung
Für die Behandlung von Ödemen oder Wassersucht, wie er das Leiden
nannte, verschrieb Cayce das homöopathische Mittel Cimex Lectula-
rius und riet den Patienten, einen homöopathischen Arzt zu konsul-
tieren. In den Anweisungen hieß es, daß dieses Medikament anstelle
von Atropin genommen werden könne, das anregend auf den Kreis-
lauf wirkt.
Um den Körper zur Ausscheidung der Flüssigkeit im Gewebe und
der darin enthaltenen Giftstoffe anzuregen, verordnete Cayce in fünf
Fällen Darmspülungen und Klistiere. In einem Fall verschrieb er auch
Kräutertees aus den Blättern der Königskerze, aus Senna und Wasser-
melonenkernen, welche den Kreislauf normalisieren sowie Leber und
Nieren anregen sollten.
In vier Fällen verordnete er eine Umstellung der Diät und legte
234
dabei besonderen Wert auf leichtverdauliche Speisen. Dazu gehörten
Gemüse, Obst und ihre Säfte sowie Rindfleischextrakt, Meeresfrüchte
und Yoghurt. Verzichtet werden sollte auf größere Mengen Fett,
Fleisch und auf gebratene Speisen. Um die Ausscheidung der über-
schüssigen Flüssigkeit anzuregen und die Koordination zwischen
dem zerebrospinalen und dem autonomen Nervensystem wiederher-
zustellen, verordnete Cayce in drei Fällen spinale Manipulationen.
Dabei sollte im allgemeinen die ganze Wirbelsäule behandelt werden,
wenngleich in jedem Fall bestimmte Bereiche besonders angegeben
wurden.
In drei Fällen empfahl er außerdem verschiedene elektrotherapeu-
tische Maßnahmen und in zwei Fällen Massagen.
Behandlung
Vier Personen, die Cayce um Behandlungsanweisungen für Ödeme
gebeten hatten, folgten seinen Vorschlägen und berichteten anschlie-
ßend über die Ergebnisse der Therapie. Sie alle stellten eine Besserung
ihres Zustands fest. Das trafbesonders im Fall eines 63jährigen Man-
nes zu, des Patienten 420, der eine Behandlungsanweisung für Was-
sersucht (Ödem) bekommen hatte. Er klagte außerdem über Schlaf-
störungen, litt an einer Neuritis und an Brustschmerzen.
Der Mann (Fall420) wurde angewiesen, einen homöopathischen
Arzt zu konsultieren. Außerdem verordnete Cayce ihm Darmspülun-
gen zur Entgiftung des Organismus. Zweimal wöchentlich sollten
osteapathische Korrekturen vorgenommen werden, und zwar unter
besonderer Beachtung der oberen LendenwirbeL Ein Tee aus Wasser-
melonenkernen sollte die Ausscheidung der Flüssigkeit aus dem Ge-
webe erleichtern. Seine Ernährung sollte aus Gemüse, Obst und Mee-
resfrüchten bestehen. AufFett sollte er verzichten.
Er befolgte die Anweisungen von Cayce und berichtete über posi-
tive Erfolge. Seine Symptome verloren sich allmählich und ver-
schwanden schließlich ganz.
Ohrenabszesse
Edgar Cayces Behandlung ftir Ohrenabszesse, die Vereiterung des
inneren oder äußeren Ohrs, konzentrierte sich auf die Beseitigung
innerer Störungen, die nach seiner Auffassung die Abszesse verur-
sachten. Im Gegensatz zu den traditionellen medizinischen Behand-
lungsmethoden, die in der Verabreichung von Antibiotika und örtli-
chen Maßnahmen zur Beseitigung der Infektionen bestehen, beur-
teilte Edgar Cayce Ohreninfektionen als symptomatisch für tieferlie-
gende Störungen.
235
In den meisten Fällen mit Ohrenabszessen sah er die Ursache vor
allem in der Ansammlung von Giftstoffen im Organismus, die wie-
derum auf ein Versagen der Ausscheidungsorgane zurückgeführt wur-
den. Cayce stellte jedoch fest, daß die mangelhafte Entgiftung bereits
allgemeine Störungen verursacht hatte, bevor sich die Infektion im
Ohr festsetzte. In neun der 16 Behandlungsanweisungen wurde fest-
gestellt, daß der Ohrenabszeß etwas mit Kreislaufstörungen zu tun
hatte, die durch einen Koordinationsmangel zwischen dem Lymphsy-
stem und dem Blutkreislauf entstanden waren.
Außerdem konnte das Problem in fast der Hälfte dieser Fälle auf
Stoffwechselstörungen zurückgeführt werden, die nach Cayces Auf-
fassung durch eine mangelhafte Entgiftung und eine falsche Ernäh-
rung entstanden waren. Drei andere Personen hatten Schwierigkei-
ten, die im direkten Zusammenhang mit der Koordination zwischen
dem autonomen Nervensystem und dem zerebrospinalen Nervensy-
stem standen. In drei Fällen war das Basen-Säure-Gleichgewicht des
Organismus gestört.
Behandlung
Cayce behandelte einen Ohrenabszeß gewöhnlich sowohl äußerlich
als auch mit Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen und verord-
nete dazu Therapien zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheits-
zustandes des Patienten.
Dazu verschrieb er die verschiedensten Behandlungsmethoden. In
einem Fall sollte das Ohr von außen morgens mit reinem Öl oder
Kampferöl und abends mit Rizinusöl massiert werden.
In einem anderen Fall sollte das Ohr mit einer Mischung aus St. Ja-
cobsöl und einem milden Antiseptikum gereinigt werden, um die
Infektion zu bekämpfen. Für einen dritten Fall, ein 18 Monate altes
Kind mit einem infizierten rechten Ohr und der Neigung zu Erkäl-
tungskrankheiten, verschrieb Cayce eine Mischung aus einem Teil
Olivenöl und zwei Teilen St. Jacobsöl. Einen Tropfen dieser erwärm-
ten Mischung sollte das Kind vor dem Zubettgehen in das äußere Ohr
bekommen. Nach dem Aufwachen am nächsten Morgen sollte das
Ohr mit einem alkalischen Antiseptikum ausgewaschen werden. (Da
sich die ursprüngliche Rezeptur des St. Jacobsöls inzwischen geändert
hat und ein Bestandteil nicht mehr darin enthalten ist, sollte es heute
nicht mehr für die Behandlung von Ohrenentzündungen benutzt
werden.)
Krankengeschichte
Ein Beispiel dafür, daß Cayce viele Krankheiten mit einer ganzheitli-
chen Methode behandelte, findet sich in der Anweisung 3116-1 für
eine 33jährige Frau, die ein eiterndes Ohr hatte und bei der die Gefahr
bestand, daß sie aufgrundvon hohem Fieber taub werden könnte.
Nach Cayces Diagnose litt die Frau an Verdauungsstörungen und
einer Lymphinfektion, weil der Ausfluß aus Nase, Ohren und Hals
über den Verdauungstrakt in den Organismus gelangt war und das
Zentralnervensystem sowie den Kreislauf schädigte.
Nach einer ersten Darmspülung wurde sie angewiesen, eine Woche
hydrotherapeutische Maßnahmen zu ergreifen, und zwar in der Form
von Dampf- und Sitzbädern sowie scharfen Duschen. Nach der zwei-
ten Woche sollte eine weitere Serie von Darmspülungen, hydrothera-
peutischen Maßnahmen und Massagen folgen.
Cayce riet der Frau außerdem, einen Osteopathen zu konsultieren,
der sich auf die Behandlung von Ohren, Nase und Luftröhre speziali-
siert hatte, und von ihm osteapathische Korrekturen im Bereich der
Rücken- und Halswirbel vornehmen zu lassen.
Cayce verordnete der Frau eine ausgewogene Diät, die aus sauer
und alkalisch reagierenden Speisen bestehen sollte, die viel B-Vit-
amine enthielten.
Ohrensausen ---> Tinnitus
Oophoritis - Eierstockentzündung
Die Oophoritis, die Entzündung eines Eierstocks, kann sich auch auf
beide Eierstöcke und die Eileiter ausdehnen. Zu den Symptomen
gehören Beschwerden oder Schmerzen auf einer oder beiden Seiten
der unteren Bauch- und Beckenregion begleitet von W asserverhal-
tung, Kopfschmerzen und Brechreiz. Oft kommt es auch zu einem
Fluor vaginalis.
Edgar Cayce hat 12 Patientinnen mit Oophoritis 33 Behandlungs-
anweisungen gegeben. Er führte diese Erkrankung auf einen Blutstau
in den Eierstöcken oder Eileitern zurück und war der Auffassung, daß
die Oophoritis auch etwas mit dem allgemeinen Zustand anderer
Ausscheidungsorgane zu tun habe. Deshalb waren Eliminationsstö-
rungen ein wichtiger Faktor beim Entstehen dieser Beschwerden.
Andere Ursachen waren entweder Funktionsstörungen der Nieren
oder der Blase. In der Hälfte der Fälle wurden Nieren- oder Leberpro-
bleme mit der Eierstockentzündung in Verbindung gebracht.
Behandlung
Die therapeutischen Maßnahmen bei Oophoritis konzentrierten sich
in erster Linie auf Korrekturen der Wirbelsäule, die verordnet wurden,
um die Ausscheidungsorgane anzuregen und den Druck zu beseiti-
gen, der durch eine anormale Lage eines Organs entstanden war. In
der Hälfte der Fälle verschrieb er den Frauen lokale Anwendungen
zur Reduzierung von Entzündungen im Bereich des Beckens. Sie
bestanden aus einer oder mehreren Maßnahmen wie Epsomsalzpak-
kungen, Glyko-Thymolinpackungen, Packungen mit grobem Salz,
feuchter Hitze oder Terpentinwickeln. Für Einreibungen in den Fäl-
len, wo an den Geschlechtsorganen Erkältungen oder ein Blutan-
drang festgestellt wurden, verordnete Cayce Einreibungen mit einer
Mischung aus Schafstalg, Kampfer und Terpentin, gelegentlich auch
mit anderen Substanzen. Sie sollten auf dem ganzen Bauch, beson-
ders aber auch über den Nieren einmassiert werden.
In einem Drittel der Fälle verschrieb Cayce zusätzliche Spülungen
mit Atomidin. Dazu sollte eine schwache Lösung aus einem Breivier-
tel Teelöffel Atomidin auf anderthalb Liter Wasser verwendet werden.
In einem Fall sollte abwechselnd mit dieser und mit einer Glyko-
Thymolinlösung gespült werden.
In vielen Fällen wies Cayce ausdrücklich daraufhin, daß genau auf
den V er lauf der Therapie geachtet werden müsse, denn »zwar können
diese Beschwerden auch ohne chirurgische Eingriffe geheilt werden,
doch falls das Leiden wieder akut wird - mit erhöhter Körpertempe-
ratur-, dann würde es notwendig sein, operativ einzugreifen, um eine
Infektion um den Hohlraum zu vermeiden, in dem sich die Därme
und der untere Teil des Magens befinden; um eine Verklebung oder
Entzündung des Bauchfells oder eine ähnliche Reaktion zu verhin-
dern« (313-12).
In einem Viertel der Fälle verschrieb Cayce auch Atomidin zum
Einnehmen, um die Drüsentätigkeit anzuregen.
Krankengeschichte
Eine Frau, die über Schmerzen im rechten Bauchraum geklagt hatte,
wo nach Aussage ihres Arztes Eileiter und Eierstöcke lagen, erhielt
von Cayce drei Diagnosen und Behandlungsanweisungen. Nun hatte
sie um eine nochmalige Bestätigung seiner Diagnose gebeten.
In der ersten Diagnose des Falles 715 sprach Cayce von »einem
Blutstau in Form einer Neuralgie des Uterus« und fügte hinzu, der
ganze Organismus sei durch diesen Zustand in Mitleidenschaft gezo-
gen, und auch in Magen und Leber sei ein Blutandrang festzustellen.
Cayce empfahl die tägliche Anwendung der Elliottmaschine, mit
238
der warme Spülungen vorgenommen wurden. Daneben verordnete er
tägliche Einreibungen des Bauches mit Terpentinspiritus, Erdöl, Ben-
zaintinktur und Sassafrasöl, außerdem heiße Salzpackungen auf dem
Bauch und im Rücken. Auf diese Anwendungen sollten alle zwei bis
drei Tage Atomidinspülungen vorgenommen werden. Während der
Menstruation war die Behandlung zu unterbrechen.
Außerdem sollte die Patientin fünfTage langjeweils vor dem Früh-
stück einen Tropfen Atomidin einnehmen und nach eintägiger Pause
die fünf Tage dauernde Therapie wiederholen. Daneben empfahl ihr
Cayce tägliche Spaziergänge.
In der zweiten Diagnose stellte er eine Besserung im Allgemeinzu-
stand der Patientin fest, ermahnte sie jedoch zur Vorsicht, um zu
vermeiden, daß die Eileiterentzündung bösartige Formen annahm.
Die Therapie wurde jedoch gegenüber der ersten Anweisung umge-
stellt. Zur Vorbeugung gegen Infektionen sollte die Patientin jetzt
wenigstens dreimal wöchentlich Atomidinspülungen vornehmen.
Über dem Zentralnervensystem, an Kehle und Nacken, über dem
Zwerchfell und dem Unterbauch sollten Einreibungen mit einem
elektrischen Vibrator vorgenommen werden. Für die Einreibungen
sollte die Frau eine Mischung aus russischem weißem Öl, Kohleöl und
Sassafrasöl verwenden.
Für die Diät verordnete Cayce Zitrussäfte zum Frühstück sowie
Fleischbrühe, frisches rohes grünes Gemüse und leichtverdauliche
Fleischsorten wie Geflügel, Lammfleisch oder Fisch zur Hauptmahl-
zeit. Zwischen den Mahlzeiten empfahl er Milch mit Schokolade und
Eigelb.
Mit der dritten Diagnose stellte Cayce fest, daß der Blutandrang in
den Beckenorganen immer noch Probleme verursachte. Doch auf-
grund der Besserung des Allgemeinzustandes der Patientin wurde die
Therapie erneut umgestellt.
Die bereits verordnete Diät sollte streng eingehalten werden. Dazu
sollte die Patientin dreimal wöchentlich V entriculin mit Eisen einneh-
men. Außerdem verordnete er ein Kräutertonikum, »das in Zusam-
menarbeit mit dem sympathischen Nervensystem blutbildend wirken
soll, besonders im Hinblick auf die im Becken liegenden Organe«.
Dieses Tonikum bestand aus einer Ginsengtinktur, Stillingiatink·tur, Rübensaft und Toluextrakt. Von diesem Präparat sollte die Patien·
tinvor jeder Mahlzeit einen Teelöffel einnehmen.
Jeden zweiten Tag sollte sie eine Atomidinspülung vornehmen. Zur
Schmerzlinderung sollte sie abends Packungen mit Epsomsalz aufle-
gen, und zwar über dem Bauch oder auf dem Rücken, und die Packun-
gen sollten mit einem Heizkissen warm gehalten werden.
Nach Ablauf eines Monats berichtete die Patientin, sie habe die
Anweisungen gewissenhaft befolgt und fühle sich sehr viel besser als
239
seit langer Zeit. Ein Jahr später schrieb sie, sie habe aus finanziellen
Gründen die Behandlung nicht fortsetzen können, habe sich einige
Male erkältet und sei nun schwer erkrankt.
Im Verlauf der folgenden acht Jahre erhielt die Frau weitere Be-
handlungsanweisungen, und im Lauf der Zeit hörten die Beschwer-
den im Beckenraum auf.
Osteochondritis - Knochen- und Knorpelentzündung
Die Osteochondritis ist eine ernste Erkrankung, gekennzeichnet
durch eine Entzündung von Knochen und Knorpel. Sie wird oft mit
Rheumatismus verwechselt. Im fortgeschrittenen Stadium führt sie zu
Deformationen des Skeletts und zu starken Behinderungen.
Edgar Cayce hat einer Frau insgesamt 32 Behandlungsanweisungen
für eine Osteochondritis gegeben. Seine Diagnosen und Anweisungen
erfolgten zwischen ihrem 19. und 27. Lebensjahr. Die von Cayce
genannte Hauptursache der Erkrankung war eine Entzündung im
Hüftknochen, die ihrerseits durch eine Hüftverrenkung verursacht
worden war. Die Folge waren eine Vergrößerung des rechten Ober-
schenkelknochens und eine Durchblutungsstörung. Im weiteren Ver-
lauf der Krankheit verkürzte sich das rechte Bein gegenüber dem
linken um fünf Zoll, was wiederum zu einer Verkrümmung des Rück-
grats führte. Die Ärzte hatten ihre Krankheit als Rheumatismus dia-
gnostiziert und als unheilbar bezeichnet.
Behandlung und Krankengeschichte
Mit der ersten Anweisung verordnete Cayce der Patientin hohe Dosen
Kohlenasche, und zwar sollte sie mindestens einmal täglich 0,9
Gramm in 28 Gramm destilliertem Wasser einnehmen. Zusätzlich
sollte sie vom Schlüsselbein bis hinunter zum Knie und dann wieder
vom Knie nach oben mit ultraviolettem Licht bestrahlt werden. Diese
Behandlung führte zu einer allmählichen Besserung ihres Zustandes,
doch nun wurde die Patientin, es war der Fall 409, zu einer intensive-
ren Behandlung in die Cayce-Kiinik von Virginia Beach eingewiesen.
Mit den folgenden zehn Anweisungen, die während ihres Klinik-
aufenthalts gegeben wurden, verordnete Cayce die Fortrührung der
oben genannten therapeutischen Maßnahmen und darüber hinaus
Bestrahlungen mit einer Glühlampe und infrarotem Licht. Daneben
verschrieb er häufige Massagen, meist unter Verwendung einer Mi-
schung aus Olivenöl, Myrrhentinktur und Sassafrasöl.
In einer weiteren Anweisung verordnete er intensive Manipulatio-
nen der Wirbelsäule, besonders in den Bereichen der Lendenwirbel,
des Kreuzbeins und der unteren Rückenwirbel. Diese Wirbelsäulen-
240
korrekturensollten über mehrere Monate fortgesetzt werden. In der
gleichen Anweisung verschrieb Cayce zur Anregung der Ausschei-
dungsorgane das Mittel Petrotagar und für die Entgiftung des Magen-
Darm-Kanals Glyko-Thymolin. Zur Anregung der Verdauung emp-
fahl er eine alkalisch reagierende Diät. Später sollten zur Entspan-
nung der Bänder Packungen mit Epsomsalz und Kompressen mit den
Blättern der Königskerze aufgelegt werden. Für die Entgiftung des
Organismus empfahl Cayce Natriumbicarbonat. Außerdem sollte die
Patientin mit gymnastischen Übungen beginnen.
Nach einer Behandlungsdauer von neun Monaten erhielt die Pa-
tientin 409 weitere Behandlungsanweisungen. Danach durfte sie die
Klinik verlassen, sollte sich aber jeden zweiten Tag in der Klinik
behandeln lassen. Diesmal wies Cayce besonders auf die Notwendig-
keit hin, eine positive spirituelle und geistige Haltung einzunehmen.
Bisher hatte sich ihr Zustand ständig gebessert, allerdings konnte sie
nur mit Hilfe von Krücken gehen. Weitere Anweisungen empfahlen
eine Fortsetzung der bisherigen Behandlung. Nach einigen Rück-
schlägen berichtete die Patientin von einer weiteren Besserung ihres
Zustands.
Die Erfolge der von Cayce verordneten Therapie waren durchaus
beeindruckend, wenn man bedenkt, daß der Zustand der Patientin
vor der Kontaktaufnahme mit Cayce von ihren Ärzten als unheilbar
bezeichnet worden war, die erklärt hatten, daß sie für den Rest ihres
Lebens bettlägerig bleiben werde. Am Ende ihrer stationären Behand-
lung konnte sie ohne fremde Hilfe und ohne Krücken gehen und so
die Klinik verlassen.
Osteomyelitis - Infektiöse Knochenentzündung
Die Osteomyelitis ist eine akute oder chronische infektiöse Knochen-
entzündung. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere des ein-
zelnen Falles und kann einen chrirurgischen Eingriff oder die Ver-
wendung von Antibiotika erforderlich machen.
Insgesamt hat Cayce drei Personen mit Osteomyelitis vier Behand-
lungsanweisungen gegeben. In zwei Fällen führte er die Infektion auf
die falsche Behandlung einer Knochenverletzung oder eines Kno-
chenbruchs zurück. Im dritten Fall diagnostizierte er einen schweren
Fall von Knochenkrebs in der Wirbelsäule. Doch in allen drei Fällen
wies er darauf hin, daß sich die Erkrankung im Lauf der Zeit allmäh-
lich entwickelt hatte, weil eine Knochenverletzung nicht richtig aus-
geheilt war, und sagte, die Osteomyelitis hätte vermieden werden
können, wenn die Verletzung von Anfang an richtig behandelt wor-
den wäre.
241
Behandlung
In allen drei Fällen betonte er die Notwendigkeit der Wiederherstel-
lung des Basen-Säure-Gleichgewichts im Organismus, die dazu bei-
tragen werde, die Entzündung zu beseitigen, die durch eine Übersäue-
rung entstanden sei. Dazu empfahl er eine hauptsächlich aus Gemüse,
Gemüsebrühe und blutbildenden Substanzen wie Fleischextrakt be-
stehende Diät.
In zwei Fällen empfahl Cayce einen chirurgischen Eingriff, voraus-
gesetzt, daß der Blutgerinnungsfaktor normalisiert würde. In der An-
weisung 3775-1 erläuterte er im einzelnen ein Verfahren, das er als
»Trepanation« bezeichnete. Dabei sollte der Knochen unter Verwen-
dung von Karbolsäure angebohrt, ausgekratzt und dann wieder ver-
schlossen werden. Dabei sollten Teile des Knochenmarks entfernt
werden, die andernfalls zur Ausbreitung der Entzündung führen wür-
den.
In zwei Fällen empfahl Cayce eine besondere Therapie. Sie sollte
nach gründlichen Wirbelsäulenkorrekturen vorgenommen werden,
wobei die besten Erfolge nach seiner Ansicht in einem Fall mit der
Naßzelle mit Gold und im anderen mit einer künstlichen Höhen-
sonne erzielt werden könnten. In den anderen Fällen schlug er andere
therapeutische Maßnahmen vor.
Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit ist eine durch eine Versteifung der Musku-
latur und ein nicht kontrollierbares Zittern gekennzeichnete Läh-
mung. Die Symptome verstärken sich im Lauf der Zeit, und die Krank-
heit tritt gewöhnlich bei älteren Menschen auf und beginnt meist nach
Vollendung des 50. oder 60. Lebensjahres.
Von den 34 Männern und Frauen, die Cayce wegen dieser Krank-
heit konsultierten, waren wenigstens 21 älter als 50 Jahre. Die von
ihnen erwähnten Symptome waren eine teilweise oder fast vollstän-
dige Lähmung, eine allgemeine Schwäche, eine Verzerrung der Sin-
neswahrnehmungen und ein praktisch ständiges unkontrollierbares
Zittern.
Cayce hat insgesamt 4 7 Diagnosen und Behandlungsanweisungen
für die Parkinson-Krankheit gegeben. In 13 Fällen führte er sie auf
einen Koordinationsmangel und Störungen im Nervensystem zurück.
Er glaubte, die Parkinson-Krankheit werde dadurch verursacht, daß
die Funktionsfähigkeit der Nerven in einem ohnedies geschwächten
Körper nachließe, was zu dem Verlust der Fähigkeit führe, die vom
qehirn ausgehenden Impulse normal weiterzuleiten und zu koordi-
meren.
242
Cayce erklärte: »Das Versagen der Nervenenergien und die Unfä-
higkeit, die motorischen Reaktionen normal weiterzuleiten, werden
ausgelöst durch die infektiösen Kräfte, welche die Impulse angreifen,
wie sich das in den motorischen Zentren zeigt. Das wirkt sich ... auf
das Stoffwechselsystem und die Nervenkräfte aus ... durch ihre Unfä-
higkeit, auf dem Weg über den Stoffwechsel die erforderliche Energie
in den Nervenkräften zu erzeugen« (1870-1 ).
Die »infektiösen Kräfte« wurden in mehreren Diagnosen erwähnt,
und das sollte bedeuten, daß der durch das Fehlen notwendiger Ele-
mente geschwächte Organismus den Angriff von Bakterien nicht ab-
wehren kann. Es ist interessant festzustellen, daß das Blut der Patien-
ten in wenigstens drei Fällen körperfremde metallische Elemente wie
zum Beispiel Quecksilber enthielt, die wesentlich zur Behinderung
der Nervenfunktionen beitrugen.
In weiteren zehn Fällen wies Cayce in seinen Diagnosen auf Funk-
tionsstörungen bei der Sekretion der Drüsen hin. In den meisten
Diagnosen erklärte er, daß die Nervenstörungen das unmittelbare
Ergebnis der Unfähigkeit der Drüsen seien, für die Vitalität und Rege-
neration des Organismus notwendige Elemente zu erzeugen. In der
Anweisung 754-1 antwortete Cayce auf die Frage nach der Ursache
der Erkrankung: »Die Drüsensekretionen sind gestört, und das hat in
den Nervenzentren für ihre Reaktionen die Koordination zwischen
dem sympatischen und dem zerebrospinalen System behindert.«
In mehreren Fällen erwähnte er auch die Rolle des Karmas, der
inneren Haltung und der Emotionen der betroffenen Personen. Eini-
gen von ihnen sagte Cayce, ihre negative Haltung habe zur Entwick-
lung der Parkinson-Krankheit beigetragen. Einem Mann wurde ge-
sagt, er habe in einem vergangeneu Leben seine kreativen Fähigkeiten
mißbraucht. Deshalb seien ihm in der gegenwärtigen Inkarnation die
Körperfunktionen genommen worden, die er für den kreativen Pro-
zeß der Regeneration der Nervenzellen brauche.
Im Fall 3100 erläuterte Cayce einen positiven Aspekt der Erkran-
kung: »Das Selbst erhält hier eine Chance ... nicht nur sich selbst zu
interpretieren, zu verstehen und zu helfen, sondern auch etwas zum
Wohlbefinden in allen Entwicklungsstadien bei dem Bemühen um
physische, mentale und spirituelle Hilfe beizutragen.«
Behandlung
Die von Cayce empfohlenen therapeutischen Maßnahmen richteten
sich in erster Linie darauf, die Nerven anzuregen und zu entspannen,
um eine bessere Koordination zu ermöglichen. In 26 Fällen verord-
nete er elektrotherapeutische Maßnahmen, in 18 von ihnen war das
die Naßzellenkompresse. Meist sollte die Naßzelle täglich 20 bis 40
243
Minuten aufgelegt werden. An jedem zweiten Tag verordnete er dafür
die Verwendung von Goldchlorid. An den anderen Tagen waren es
Lösungen mit Atomidin, Kampferspiritus und Silbernitrat In sieben
Fällen sollte abwechselnd Gold und Kampfer und in vier Fällen
Silbernitrat verwendet werden. Andere Formen der Elektrotherapie
waren die radioaktive Kompresse, Bestrahlungen mit ultraviolettem
Licht und mit violettem Licht. Sie sollten in fast allen Fällen täglich
vorgenommen werden.
Die in 25 Fällen verordneten Massagen bildeten außerdem einen
wichtigen Teil der Behandlung. In jedem Fall sollte die Massage der
täglichen elektrotherapeutischen Behandlung folgen. Dabei kam es in
erster Linie auf eine gründliche Massage der Wirbelsäule, des Rük·kens, der Schultern und der Gliedmaßen mit den verschiedensten
Massagemitteln an. Am häufigsten empfahl Cayce Mischungen aus
Erdnußöl und Olivenöl, Olivenöl und Myrrhentinktur oder Präparate
aus Substanzen wie Mineralöl, Zedernholzöl, Sassafrasöl und Hama-
melis.
In der Hälfte der Fälle empfahl er eine Diät aus alkalisch reagie-
renden Speisen. Das waren vor allem grünes Blattgemüse, Vollkorn-
weizen und andere Erzeugnisse aus Vollkorngetreide, Zitrusfrüchte
und ihre Säfte und reichlich Meeresfrüchte. Zu verzichten war auf
stärkehaltige, gebratene und fette Speisen und alles Fleisch außer
Wild und Lammfleisch.
Zu den hydrotherapeutischen Maßnahmen gehörten Dampfbäder,
heiße und kalte Duschen und in sechs Fällen gelegentliche Darmspü-
lungen. Mit diesen Maßnahmen sollte der Kreislauf angeregt und die
Entgiftung des Organismus gefördert werden.
In fünf Fällen erwähnte Cayce spinale Manipulationen zur Verrin-
gerung des Drucks in der Wirbelsäule und zur Wiederherstellung
einer besseren Koordination der N ervenfunktionen.
Daneben empfahl er den innerlichen Gebrauch von Atomidin, Kal-
dak, Calcidin oder unter Aufsicht eines Arztes zu verabreichende
Medikamente. Schließlich wies Cayce besonders darauf hin, daß es
notwendig sei, die Therapie durch Meditation und Gebet zu unter-
stützen, denn so werde der Patient die Bedeutung seiner Krankheit
besser begreifen und mit ihr fertig werden können.
Phlebitis - Venenentzündung
Die Phlebitis ist die Entzündung einer Vene und gekennzeichnet
durch die Bildung von Krampfadern beziehungsweise die Erweite-
rung und Knotenbildung in einem Teil einer Vene. Die Phlebitis kann
zur Bildung eines Blutgerinnsels führen, durch das die Vene blockiert
wird.
244
Edgar Cayce hat sechs Personen mit Venenentzündung und ähnli-
chen Beschwerden sieben Behandlungsanweisungen gegeben. Die
erkrankten Personen gehörten allen Altersstufen von der frühen
Kindheit bis zum Alter von 73 Jahren an.
Als Hauptursache nannte Cayce Störungen im Kreislauf. In vier
Diagnosen sprach er von Infektionen und Blutstauungen sowie von
einer Überbeanspruchung des Lymphkreislaufs. In drei Fällen spiel-
ten auch Eliminationsstörungen und Probleme mit der Wirbelsäule
eine Rolle, besonders im unteren Teil der Wirbelsäule. In zwei Fällen
stellte Cayce auch eine körperliche Überbeanspruchung und Unaus-
gewogenheiten bei den Drüsenfunktionen fest.
Behandlung
Zur Behandlung der Venenentzündung verordnete Cayce die ver-
schiedensten therapeutischen Maßnahmen. In vier Fällen verschrieb
er eine Umstellung der Diät, die vor allem aus alkalisch reagierenden,
leichtverdaulichen Speisen wie Obst und Gemüse bestehen sollte. Auf
Fleisch sollte verzichtet werden, oder die Patienten sollten nur sehr
geringe Mengen Fleisch essen.
Als besondere Maßnahme gegen die Entzündung der Venen ver-
ordnete er drei Patienten die verschiedensten Packungen und Kom-
pressen. In zwei Fällen waren es Kompressen mit Blättern der Königs-
kerze. Kompressen mit Wegerich und Epsomsalz wurden jeweils ein-
mal verordnet. Cayce verschrieb aber auch noch andere äußerliche
Anwendungen.
Einige therapeutische Maßnahmen wurden jeweils zweimal ver-
ordnet. Spinale Manipulationen und Massagen sollten zur Entspan-
nung des Organismus und zur Verbesserung des Blutkreislaufs vorge-
nommen werden.
Elektrotherapeutische Maßnahmen wie Bestrahlungen mit violet-
tem Licht sollten den Kreislauf an der Oberfläche des Körpers anre-
gen. Mit hydrotherapeutischen Maßnahmen sollten die Ausschei-
dungsorgane angeregt und die Ausscheidung von Giftstoffen durch
die Hautporen gefördert werden. Zum Abbau von Schwellungen wur-
den homöopatische Medikamente empfohlen. In einer Behandlungs-
anweisung erwähnte Cayce besonders das Medikament Cimex Lectu-
larius.
245
Krankengeschichte
Drei der sechs an Venenentzündung leidenden Personen, die Edgar
Cayce um seinen Rat gebeten hatten, berichteten über positive Ergeb-
nisse der Behandlung. Doch die Krankengeschichte des Falles 944,
über den kein Abschlußbericht vorliegt, hat insofern einen positiven
Aspekt, als eine andere Person den für diesen Patienten gegebenen
Anweisungen folgte und damit eine wesentliche Besserung ihres Zu-
standes erzielen konnte.
Die Patientin 944 war eine 65jährige Frau, die eine Behandlungsan-
weisung von Cayce erhielt. Als Ursache ihrer Venenentzündung dia-
gnostizierte er einen Blutstau als Folge einer starken Belastung ihres
Organismus mit toxischen Substanzen. Außerdem stellte er Subluxa-
tionen im Bereich des Steißbeins fest. Neben der Venenentzündung
hatten sich an den Extremitäten der Frau auch offene wunde Stellen
gebildet.
Zunächst verordnete Cayce das Einnehmen von Al-Caroid nach
den Mahlzeiten. Damit sollte der Organismus entgiftet und alkalisiert
werden. Nach der Einnahme von Al-Caroid an zwei aufeinanderfol-
genden Tagen und zwei Ruhetagen sollten das Medikament und Gal-
lensalztabletten eine weitere Woche lang in der gleichen Weise einge-
nommen werden. Anschließend verordnete Cayce eine Reihe von
Darmspülungen.
Nach Abschluß der einwöchigen Behandlung sollte mit Massagen
des unteren Teils der Wirbelsäule begonnen werden, und zwar mit
einer Kombination aus Schafstalg, Terpentinspiritus, Kampferspiritus
und Benzointinktur. Nach den Massagen sollten heiße Epsomsalz-
packungen auf die untere Wirbelsäule aufgelegt werden.
Zur Stärkung des Nervensystems und zur Anregung des Kreislaufs
empfahl Cayce Bestrahlungen mit violettem Licht. Sie sollten jeden
Abend vorgenommen werden und fünfbis zehn Minuten dauern. Die
Diät sollte aus alkalisch reagierenden Speisen bestehen und reichlich
Obst und Gemüse, aber nur sehr wenig stärkehaltige Speisen und
Fleisch enthalten.
Die wunden Stellen auf der Haut sollten mit einer Mischung aus 28
Gramm Iodex und 0,65 Gramm Pflanzenasche behandelt werden. Auf
die infizierten wunden Stellen sollte außerdem Cuticurasalbe aufge-
tragen werden. Schließlich empfahl Cayce der Patientin, über den
entzündeten Venen elastische Stützstrümpfe zu tragen.
246
Polypen - Nasenpolypen
Polyzythämie -Vermehrung der roten Blutkörperchen
Die Polyzythämie ist eine starke Vermehrung der roten Blutzellen und
des roten Farbstoffs im Blut. Zu den Symptomen können eine starke
Rötung der Lippen, der Fingernägel und der Schleimhäute sowie
Kopfschmerzen, Bewußtseinsstörungen, Verlust der Hörfähigkeit,
Jucken und Schmerzen in den Zehen- und Fingernägeln gehören.
Edgar Cayce hat vier Personen im Alter zwischen 11 und 65 Jahren
Anweisungen zur Behandlung der Polyzythämie gegeben. Als Haupt-
ursache nannte er Stoffwechselstörungen, und zwar in drei Fällen. Bei
zwei Personen führte das zu einer Uberaktivität der Schilddrüse.
Andere belastende Faktoren waren nervöse Störungen, eine Unausge-
wogenheit der Drüsentätigkeit und Kreislaufschwäche.
Cayce verordnete zur Behandlung der Polyzythämie vor allem eine
Umstellung der Diät und Kräutertonika, und zwar jeweils in drei
Fällen. Für die Diät empfahl er Obst, Gemüse und geringe Mengen
proteinhaltiger Speisen, während auf Zucker und Stärke verzichtet
werden sollte. In einem Fall verordnete Cayce Fruchtsäfte und Wasser
zur Erneuerung des verlorenen Blutplasmas und zur Verringerung der
Anzahl der roten Blutzellen. Zur Reinigung des Organismus und zur
Blutbildung verschrieb er verschiedene Kräutertonika. In zwei Fällen
verordnete er elektrotherapeutische Maßnahmen.
Krankengeschichte
Es liegen zwei Berichte von Personen vor, die Behandlungsanweisun-
gen für eine Polyzythämie erhalten hatten. In einem Fall hatte die von
Cayce vorgeschlagene Therapie dem Patienten geholfen, aber die
zweite Patientin berichtete, sie habe die Anweisungen nicht befolgt.
Positiv waren die Behandlungsergebnisse im Fall674. Der Patient
war ein lljähriger Junge, der eine Behandlungsanweisung erhalten
hatte. Nach der Feststellung von Cayce hatte eine Verletzung der
Rückenwirbel zu einer Subluxation geführt, durch welche die Schild-
drüse zur Überaktivität veranlaßt worden war. Als Folge traten Stö-
rungen in den Funktionen der Leber und eine Überaktivität der Nie-
ren auf, und das führte zu einer starken Vermehrung der roten Blutzel-
len.
Zur Normalisierung der Funktionen der Schilddrüse und der Blut-
zusammensetzung verordnete Cayce zwei Kräutertonika. Das eine
Tonikum war ein Salbeiwasser, und das andere enthielt Klettenwur-
zelöl, Stillingiatinktur, Ambrosia, Honig und Alkohol.
Daneben verordnete Cayce zweimal wöchentlich über einen Zeit-
247
raum von vier Wochen vorzunehmende spinale Manipulationen, be-
sonders im Bereich der Rückenwirbel. Nach einer einwöchigen Ruhe-
pause sollten die Wirbelsäulenkorrekturen über mehrere Wochen
fortgesetzt werden. Nach einer zweiten Ruhepause verordnete Cayce
weitere therapeutische Maßnahmen.
Die Diät des jungen sollte Zitrusfrüchte oder Getreideflocken zum
Frühstück, rohes Gemüse zum Mittagessen und gekochtes Gemüse
mit Fisch, Geflügel oder Lammfleisch zur Hauptmahlzeit am Abend
enthalten. Auf Zucker und stärkehaltige Speisen sollte verzichtet
werden. Nachdem der junge die Anweisungen einen Monat lang
befolgt hatte, besserte sich sein Zustand zusehends.
Prostatitis- Entzündung der Prostata
Prostatitis ist eine Infektion der Prostata. Im allgemeinen ist sie ein
Hinweis auf andere Infektionen wie einer Urethritis oder einer akuten
Infektion der unteren Harnwege. Die Symptome sind unter anderem
Schmerzen im Bereich des Damms, starker Harndrang, Fieber und
Harnröhrenausfluß.
Insgesamt hat Cayce 12 Männer im Alter von 28 bis 72 Jahren 16
Behandlungsanweisungen für Prostatitis und damit im Zusammen-
hang stehende Infektionen gegeben.
Als Hauptursache nannte Edgar Cayce in allen Fällen Eliminations-
störungen, besonders im Bereich der Nieren und der Blase. Die Infek-
tion begann oft mit einer Zystitis, die sich ausbreitete und zu einem
Druck auf die Prostata führte. Gelegentlich trugen zu der Infektion
auch Störungen im Leberkreislauf bei.
Behandlung
Cayce kam es bei der Behandlung der Prostatitis in erster Linie darauf
an, für eine gut funktionierende Dränage zu sorgen und etwas gegen
die Entzündung zu unternehmen. In den Behandlungsanweisungen
für acht Personen empfahl er eine alkalisch reagierende und nahrhafte
Diät. Die erkrankten Männer sollten auf Schweinefleisch und alle
Speisen verzichten, welche die Nieren reizen könnten wie Alkohol,
Gewürze und kohlensäurehaltige Getränke.
In sieben Fällen verordnete er hydrotherapeutische Maßnahmen.
Für vier Patienten war es die Elliott-Therapie. In andern Fällen sollte
die Hydrotherapie dazu beitragen, den Organismus zu entspannen
und die Ausscheidung von Giftstoffen durch die Hautporen anzure-
gen. In den meisten Fällen sollte die Hydrotherapie die Patienten zum
Schwitzen anregen, nur in einem Fall verschrieb er dem Patienten
Bäder mit Epsomsalz.
248
In sieben Fällen verordnete Cayce Massagen, entweder zur Anre-
gung des Kreislaufs oder zur Entspannung bestimmter Körperpartien.
Als Massagemittel empfahl er gelegentlich eine Mischung aus Erd-
nußöl und Olivenöl.
In fünfFällen verschrieb Cayce spinale Manipulationen oder Pak-
kungen. Die Wirbelsäulenkorrekturen sollten sich häufig auf den
unteren Teil des Rückens konzentrieren, wo die Spannungen am
häufigsten auftraten, und sie sollten die Ausscheidungsorgane anre-
gen und den Druck auf die Prostata verringern. Am häufigsten verord-
nete er Packungen mit Glyko-Thymolin, Kochsalz oder Epsomsalz,
und zwar im allgemeinen über der Schamgegend oder dem unteren
Teil der Wirbelsäule. In vier Fällen verordnete er elektrotherapeuti-
sche Maßnahmen, davon zweimal die radioaktive Kompresse.
Krankengeschichte
Nur vier der von Cayce beratenen Patienten befolgten seine Anwei-
sungen, und sie alle berichteten von einer Besserung ihres Zustands.
Aber der Patient, über dessen Krankengeschichte hier berichtet wird,
befolgte die Anweisungen nicht, weil sie ihm angeblich nicht gefielen.
Der Fall5162 war ein 45jähriger Mann, der eine Behandlungsan-
weisung für die Prostatitis erhielt. Cayce stellte einen Blutstau im
querliegenden und nach unten führenden Mastdarm fest und diagno-
stizierte Diätfehler und Eliminationsstörungen, alles Faktoren, wel-
che die Infektion begünstigt hatten.
Um eine weitere Belastung der Prostata zu vermeiden, riet Cayce
dem Mann zunächst, eine Zeitlang auf jeden Geschlechtsverkehr zu
verzichten. Gegen Schlaflosigkeit und zum Abbau von Spannungen
sollte der Patient sich mit der Elliottmaschine behandeln lassen. Ein-
mal sollte gleichzeitig mit der Anwendung dieses Geräts eine Darm-
spülung vorgenommen werden, um den Darmtrakt von Toxinen zu
reinigen. Daneben verordnete Cayce hydrotherapeutische Maßnah-
men wie Dampfbäder, denen eine sanfte Wirbelsäulenmassage folgen
sollte, die sich auf bestimmte Wirbel konzentrierte, um die Koordina-
tion des Nervensystems zu verbessern und die Entgiftung des Körpers
zu erleichtern.
Für die Diät empfahl Cayce besonders grünes Blattgemüse. Auf
stark gewürzte Speisen, kohlensäurehaltige Getränke und andere
Substanzen, welche die Ausscheidungsorgane reizen könnten, sollte
verzichtet werden.
249
Pruritus - Juckreiz
Pruritus ist eine Hautreizung mit jucken an bestimmten Stellen oder
einem allgemeinen Gefühl des Stechens und Brennens.
Edgar Cayce hat 26 Personen insgesamt 35 Anweisungen zur Be-
handlung des Juckreizes gegeben. In den meisten Fällen nannte er die
verschiedensten Ursachen, die besonders die Nerven, den Kreislauf
und die Verdauung betrafen. In 14 Fällen wurde der Pruritus auf
Eliminationsstörungen zurückgeführt.
Nach Cayce waren der Juckreiz und die Hautausschläge das Ergeb-
nis der Versuche des Organismus, Giftstoffe über die Haut auszu-
scheiden. Er erklärte, unter normalen Verhältnissen würden solche
Giftstoffe systematisch auf dem Wege über die Ausscheidungsorgane,
die Atemwege und die Schweißdrüsen ausgeschieden. Aber wenn die
Ausscheidungsorgane unter Streß gerieten, würden diese Stoffe toxi-
scher und erzeugten Hautreizungen.
In der Anweisung 304-23 sagte er:» Wenn der Organismus versucht,
diese Gifte auszuscheiden, dann entsteht eine Reizung der Epider-
mis.«
Bei acht Personen wurde der Juckreiz auf Wirbelsäulenverschie-
bungen oder Störungen im Nervensystem zurückgeführt, bei denen
die Nervenimpulse auf den Kreislauf oder die Verdauungsorgane ab-
gelenkt würden. Dabei entstünden Schwierigkeiten zwischen dem
Leberkreislauf und dem Kreislauf unmittelbar unter der Haut, was zu
Reizungen und Juckreiz führe.
In den übrigen vier Fällen waren die Hauptursache Drüsenstörun-
gen, besonders Funktionsstörungen der Lymphdrüsen.
Behandlung
Gegen den Juckreiz empfahl Cayce eine ganzheitliche Behandlungs-
methode, die sich darauf richtete, die dahinterliegenden Ursachen
und nicht nur die oberflächlichen Störungen zu beseitigen. Am wich-
tigsten war es ihm dabei, das Gleichgewicht und die Harmonie in allen
Körperfunktionen herzustellen und aufrechtzuerhalten.
In jedem Fall verordnete er eine ganze Reihe von therapeutischen
Maßnahmen und empfahl etwa zwei Dritteln der zu behandelnden
Personen spinale Manipulationen zur Anregung der Ausscheidungs-
organe, zur Korrektur der Wirbelverschiebungen und zum Abbau von
dadurch entstandenem Druck. Diese Maßnahmen waren etwa zwei-
mal wöchentlich vorzunehmen oder, wenn notwendig, mit anderen
therapeutischen Maßnahmen zu koordinieren.
In etwa der Hälfte der Fälle verschrieb Cayce eine ausgewogene
Diät, die vor allem aus alkalisch reagierenden Speisen bestehen sollte.
250
Dabei empfahl er in erster Linie rohes grünes Blattgemüse, Zitrus-
früchte und ihre Säfte, Nüsse, Eigelb und Vollkornerzeugnisse. Zu
dieser Diät sollten außerdem Fisch, Geflügel, Lammfleisch und gele-
gentlich Leber oder Kutteln gehören. Nicht zu empfehlen waren stär-
kehaltige oder zuviel Kohlehydrate enthaltende Speisen wie Weißbrot
und Kartoffeln. Schweinefleisch und alle gebratenen und fetthaltigen
Speisen sollten vermieden werden.
In 13 Fällen verordnete er Abführmittel und Darmspülungen und
gab dabei natürlichen Abführmitteln wie Olivenöl oder einer Kombi-
nation aus Schwefel, Weinstein und Rochellesalz den Vorzug.
In 11 Fällen verordnete er Massagen, gewöhnlich nach den Wirbel-
säulenkorrekturen oder einer Hydrotherapie. 11 Personen verordnete
er außerdem eine elektrotherapeutische Behandlung. Dabei ver-
schrieb er am häufigsten und in dieser Reihenfolge die radioaktive
Kompresse, Diathermie und Bestrahlungen mit violettem Licht. Gele-
gentlich verordnete er auch Kräuterpräparate und die Diät ergän-
zende aufbauende Stoffe.
In etwa einem Drittel der Fälle sollten die juckenden Hautstellen
auch äußerlich behandelt werden. Zu den dafür verordneten Lösun-
gen gehörte das Präparat D.D.D. als Salbe oder Puder und ein Körper-
puder, der Zinkoxyd und Balsam enthielt. Gelegentlich verschrieb
Cayce auch hydrotherapeutische Maßnahmen wie Sitzbäder,
Schwitzbäder und Dampfbäder zur Anregung und Harmonisierung
des Kreislaufs.
Krankengeschichte
Die meisten Patienten mit Pruritus haben keine Berichte über den
Erfolg der von Cayce empfohlenen Behandlung abgegeben. Aber acht
Personen waren Cayce für seine Ratschläge und Hilfe außerordent-
lich dankbar.
Ein typischer Fall betraf einen 45jährigen Mann, der unter ständi-
gem jucken und Kribbeln unter der Haut litt. In den beiden seinen
Zustand betreffenden Diagnosen gab Cayce als Grund eine Kreislauf-
störung infolge von nervösen Koordinationsstörungen an. In der er-
sten Anweisung verordnete er eine allgemeine osteapathische Be-
handlung, Einreibungen und eine alkalische Diät, die aus Obst, Ge-
müse, Eigelb, Fisch, Geflügel oder Lammfleisch bestehen sollte.
Der Mann, es war der Fal1436, berichtete, daß sich sein Zustand
besserte, sobald er die Anweisungen von Cayce befolgte, der Juckreiz
aber wieder auftrat, wenn er von der vorgeschriebenen Diät abwich.
In der zweiten Anweisung betonte Cayce noch einmal die Notwendig-
keit einer alkalischen Diät und verschrieb kleine täglich einzuneh-
mende Dosen Olivenöl zur Anregung der Verdauung und kleine,
251
dreimal täglich zu nehmende Mengen Safrantee. Die osteapathischen
Korrekturen sollten weiterhin vorgenommen werden. Zur äußerli-
chen Behandlung empfahl er Zinkoxyd mit Balsampuder. Diesmal
berichtete der Mann, er habe die Anweisungen befolgt, und der Juck-
reiz sei endgültig verschwunden.
Psoriasis- Schuppenflechte
Schuppenflechte ist eine Hautkrankheit, gekennzeichnet durch wein-
rote Läsionen, bedeckt mit dicken, trockenen, mattsilbernen Schup-
pen. Es ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die in Schüben
zum Ausbruch kommt und sich dann wieder zeitweilig bessert. Die
Schuppenflechte tritt häufig an der Kopfhaut und den Extremitäten
auf, wo die Haut immer wieder gedehnt wird.
Edgar Cayce hat insgesamt 54 Behandlungsanweisungen für die
Schuppenflechte gegeben. Hier beschäftigen wir uns mit den F or-
schungsergebnissen bei 19 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren, die
insgesamt 29 Behandlungsanweisungen erhielten. Als Hauptursache
stellte Cayce bei all diesen Patienten Eliminationsstörungen fest, und
zwar im Zusammenhang mit einer Schwäche der Darmwände. Die
anormal dünnen Darmwände erlaubten es, daß Toxine in den Blut-
kreislauf gelangten, was wiederum zu Störungen an der Hautoberflä-
che führte. In acht Fällen stellte Cayce als zusätzliche Belastung
Kreislaufstörungen fest. In fünf Fällen waren es Wirbelverschiebun-
gen, in erster Linie im Bereich der Rückenwirbel, die sich nachteilig
auf den Kreislauf und die Funktionen der Ausscheidungsorgane aus-
wirkten und damit zum Entstehen der Schuppenflechte beitrugen.
Behandlung
Die verordneten Therapien richteten sich darauf, die überschüssigen
Toxine aus dem Körper auszuscheiden und den Zustand der Darm-
wände zu normalisieren. In 16 Fällen verordnete er eine Umstellung
der Diät auf alkalisch reagierende, leichtverdauliche Speisen, die den
Dickdarm nicht reizten. Die Diät sollte in der Hauptsache aus Obst,
Gemüse und deren Säften bestehen. Süßigkeiten, Weißbrot, fette und
gebratene Speisen sowie Alkohol waren verboten.
15 Patienten verschrieb Cayce verschiedene Kräuterpräparate. Sie
sollten den Verdauungsvorgang erleichtern und den Darmtrakt stär-
ken. Zu diesem Zweck verordnete er in erster Linie Safrantee (eine
Messerspitze Safran auf eine Tasse kochendes Wasser) und Ulmen-
wasser (eine Messerspitze pulverisierte Ulmenrinde auf ein Glas kal-
tes Wasser). In einzelnen Fällen verschrieb er den Patienten auch
Kräutertonika, Königskerzentee und Salbeiwasser.
252
Um Kreislaufund Nervenimpulse aufeinander abzustimmen, ver-
ordnete er in zehn Fällen spinale Manipulationen. Sie sollten entwe-
der an der ganzen Wirbelsäule oder in bestimmten Bereichen vorge-
nommen werden, oft am unteren Teil der Wirbelsäule. In drei Fällen
verschrieb Cayce Ganzkörpermassagen, mit denen der gleiche Zweck
erfüllt werden sollte.
In acht Behandlungsanweisungen empfahl er Abführmittel, elek-
trotherapeutische Maßnahmen und eine äußerliche Behandlung der
Hautläsionen. Zur Entgiftung des Körpers verschrieb er am häufig-
sten Darmspülungen, verordnete gelegentlich aber auch ein Präparat
aus Schwefel, Weinstein und Rochellesalzen. Zu den elektrothera-
peutischen Maßnahmen, mit denen vor allem der Kreislauf angeregt
werden sollte, gehörten die Bestrahlung mit violettem Licht, mit ultra-
violettem Licht und die radioaktive Kompresse. Für die äußerliche
Behandlung der geschädigten Haut verschrieb er die verschiedensten
Präparate, in keinem Fall die gleichen. Es waren unter anderem Cuti-
curasalbe, Resinol, eine zweiprozentige Tetrachlorkohlenstofflösung
in Alkohol, Rizinusöl, Lenoir's eczema remedy, Carbolvaseline, Ray's
Ointment und Ray's Solution. In vier Fällen verordnete er hydrothera-
peutische Maßnahmen zur Anregung des Kreislaufs und der Aus-
scheidung von Toxinen. Zur Verbesserung des Zustands der Därme
verschrieb er drei Patienten bestimmte Mengen Olivenöl zum Einneh-
men.
Krankengeschichte
Acht der 19 Personen, deren Erkrankung die Grundlage für diese
Darstellung bildet, folgten den von Cayce gegebenen Anweisungen.
Sechs von ihnen berichteten von einer Besserung ihres Zustandes,
während zwei andere keine Besserung feststellen konnten. Zu denen,
deren Zustand sich gebessert hatte, gehört die Patientin 2455, eine
28jährige Frau, die vier Behandlungsanweisungen für die Psoriasis
erhalten hatte. Cayce führte ihren Zustand auf Durchblutungsstörun-
gen in den Ausscheidungsorganen zurück, die als Folge einer Strepto-
kokkeninfektion im Blut eingetreten waren. Auf diese Weise waren
Toxine an die Oberfläche der Haut gelangt und hatten das Entstehen
der Läsionen verursacht. Ein weiterer belastender Faktor war ein
Koordinationsmangel im Drüsensystem.
Auf ihre Frage, ob die Psoriasis vollkommen geheilt werden könne,
sagte Cayce: »Vor allem liegt es an der Diät. Es gibt eine Heilungsmög-
lichkeit, aber die Heilung erfordert Geduld und Ausdauer - außerdem
aber auch richtiges Denken« (2455-2).
Unmittelbar vor den täglichen Mahlzeiten sollte die Patientin 60
Gramm Traubensaft in 30 Gramm kaltem Wasser trinken. Auf kohlen-
253
säurehaltige Getränke, Weißbrot und gebratene Speisen sollte sie
verzichten.
Daneben empfahl Cayce eine Reihe von drei bis vier der Entspan-
nung dienende osteapathische Korrekturen, die sich auf die Halswir-
bel und den Bereich der oberen Rückenwirbel konzentrieren sollten.
Korrekturen im Bereich der Lendenwirbel und des Kreuzbeins sollten
ebenfalls der Entspannung dienen.
Gleichzeitig mit den ersten Wirbelsäulenkorrekturen sollte die Frau
ein Präparat aus Schwefel, Weinstein und Rochellesalzen einnehmen.
Dieses Präparat sollte über eine unbestimmte Zeit täglich zur Reini-
gung des Organismus von Toxinen eingenommen werden.
Nach Beendigung der Wirbelsäulenkorrekturen verschrieb Cayce
eine Reihe hydrotherapeutischer Maßnahmen. Dazu gehörten
Schwitzbäder mit Hamamelis und den sich dabei entwickelnden
Dämpfen. Anschließend verordnete er eine gründliche Ganzkörper-
massage und Einreibungen mit einer Mischung aus Olivenöl und
ErdnußöL Die Schwitzbäder und Massagen sollten für die Dauer von
fünf Wochen einmal wöchentlich vorgenommen werden.
In der zweiten Anweisung für diese Frau empfahl Cayce eine Wie-
derholung der in der ersten Anweisung verordneten therapeutischen
Maßnahmen. In der Diät sollte sie besonders darauf achten, daß sie
reichlich die Vitamine B 1 und B4 enthielt. Das traf vor allem für alle
gelben Nahrungsmittel zu wie Karotten und gelbes MaismehL Zwei-
oder dreimal wöchentlich sollte die Patientin gelben Safrantee und
zweimal wöchentlich Königskerzentee trinken.
Zur Linderung der Hautreizungen empfahl Cayce der Frau die
äußerliche Anwendung von Cuticurasalbe und abends nach dem Bad
mit ResinoL Zur Heilung der Hautläsionen verordnete er Bestrahlun-
gen mit violettem Licht, und zur Erleichterung der Ausscheidung von
Toxinen sollten ein- oder zweimal wöchentlich Klistiere vorgenom-
men werden.
In der dritten Anweisung verordnete Cayce vor allem die Behand-
lung der Psoriasis auf dem Kopf mit Carbolvaseline. Die anderen
betroffenen Hautstellen sollten mit Rizinusöl und Backpulver behan-
delt werden. Daneben empfahl er Darmspülungen, Massagen mit
Erdnußöl und das Trinken von Obst- und Gemüsesäften. Die vierte
Anweisung enthielt keine weiteren Vorschläge.
Die Frau befolgte die Anweisungen von Cayce und stellte eine
ständige Besserung des Zustandes ihrer Haut fest. Schließlich heilte
die Schuppenflechte ab, und es traten keine neuen Hautreizungen
auf, solange sich die Patientin an die Diätvorschriften von Cayce hielt.
Bei Verstößen dagegen, bei Nervosität und emotionaler Unausgewo-
genheit konnte es zu Rückschlägen kommen.
254
Pustelflechte -->Impetigo
Pyorrhö - Zahnfleischschwund
Die Pyorrhö ist eine Entzündung der Zahnalveolen, gekennzeichnet
durch Zahnfleischschwund und -bluten. Wenn nichts dagegen unter-
nommen wird, können sich die Zähne im Zahnbett lockern.
Edgar Cayce hat 30 Personen im Alter zwischen 21 und 65 Jahren 42
Behandlungsanweisungen für die Pyorrhö gegeben. In einigen dieser
Fälle diagnostizierte er Schwierigkeiten, die den Organismus für eine
Infektion des Zahnfleisches prädisponiert hatten. Wie Cayce erklärte,
könnten gewisse Umstände im Mund das Wachstum eines bestimm-
ten Bazillus begünstigen, der Zahnfleisch und Zähne angriff. Dieser
Bazillus fände zunächst einen Nährboden auf dem Film, der sich auf
der Oberfläche der Zähne bildete. In seiner Diagnose sagte Cayce, der
Film entstünde durch die Reste von stark gekochten und weichen
Speisen. Wenn diese Speisereste sich auf den Zähnen zersetzten,
käme es dort zu einer Übersäuerung im Mund anstelle des normaler-
weise alkalischen Zustandes. Die Ubersäuerung verringere den Wi-
derstand gegen die das Zahnfleisch angreifenden Bazillen, die sich
schon in dem auf den Zähnen liegenden Film angesiedelt hätten.
Wenn der Patient nun sehr heiße Speisen oder Getränke zu sich
nehme, verringere sich der Widerstand des Zahnfleischs und der
Zähne noch mehr. Cayce behauptete, der Bazillus gliche in seiner
äußeren Form etwa einer Wanze, habe jedoch längere Beine.
In seiner Diagnose hieß es außerdem, daß sich im Organismus des
Patienten als Folge einer Schwäche der Ausscheidungsorgane gekop-
pelt mit einer Kreislaufschwäche und einer Stoffwechselschwäche
Toxine angesammelt hätten und der Mund ebenso wie andere Organe
oder Gelenke nun besonders empfänglich für die Einwirkung von
Bakterien geworden sei. Kurz gesagt, als Folge der Übersäuerung
hatte sich die Widerstandskraft des Organismus verringert.
Behandlung
Zur Vorbeugung und Behandlung der Pyorrhö verordnete Cayce im
allgemeinen die gleichen therapeutischen Maßnahmen. In allen bis
auf zwei Fälle verschrieb er das Medikament Ipsab, das in das Zahn-
fleisch einmassiert werden sollte. Die wichtigsten Bestandteile von
Ipsab waren Jod, Pfefferminzöl, Salz und Eschenrinde. (Die amerika-
nischen Indianer verwendeten die Eschenrinde zur Linderung von
Zahnschmerzen). Cayce glaubte, das Mittel werde die Bazillen abtö-
ten, und mit der Massage werde das Zahnfleisch gekräftigt und die
Durchblutung angeregt.
255
Daneben empfahl er, Zähne und Zahnfleisch kräftig zu bürsten und
mit Salz und Soda zu massieren, den Mund mit Glyko-Thymolin und
anschließend mit reinem Wasser auszuspülen und die Zähne, falls
notwendig, von einem Zahnarzt behandeln zu lassen.
13 Patienten verschrieb er eine Umstellung der Diät, die reichlich
rohes Gemüse enthalten sollte. Auch andere alkalisch reagierende
Speisen wurden empfohlen, während auf rotes Fleisch, gebratene
Speisen, Zucker und Fett weitgehend verzichtet werden sollte.
Sieben Patienten verordnete er spinale Manipulationen, bei vielen
im Bereich der Rückenwirbel. Sechs Patienten verschrieb er eine
hydrotherapeutische Behandlung, am häufigsten in der Form von
Schwitzbädern mit Hamamelis. In sechs Fällen verordnete Cayce eine
Reinigung der Darmwege mit Darmspülungen.
In vier Fällen verordnete Cayce das Einnehmen von alkalisch wir-
kenden Medikamenten wie Glyko-Thymolin (jeden Morgen drei bis
fünfTropfen in einem halben Glas Wasser). Mehreren Personen emp-
fahl er, einen Zahnarzt aufzusuchen.
Rheumatisches Fieber
Das rheumatische Fieber ist eine ernste Erkrankung, die hauptsäch-
lich bei Kindern und Personen im Alter unter 50 Jahren vorkommt.
Die Symptome sind eine schmerzhafte Entzündung im Bereich der
Gelenke, hohes Fieber und eine Entzündung der Herzmuskeln oder
Herzklappen.
Edgar Cayce hat sechs Personen im Alter zwischen sieben und 40
Jahren 11 Behandlungsanweisungen für rheumatisches Fieber gege-
ben. Typisch in allen Fällen war das Vorhandensein von Streptokok-ken im Blut und in der Lymphe. Die Folge war eine Infektion der
Drüsen sowie eine Überbelastung von Muskeln und Nerven. In fast
allen Fällen war die Vermehrung der Bakterien im Organismus durch
ein Versagen der Ausscheidungsorgane ermöglicht worden.
Behandlung
Obwohl sich die Behandlungsmethoden in den einzelnen Fällen stark
voneinander unterschieden, legte Cayce in vier Fällen besonderen
Wert auf eine leichtverdauliche Diät und andere Maßnahmen zur
Anregung der Ausscheidungsorgane. Um die im Organismus vorhan-
denen Giftstoffe ausscheiden zu können, sollten die Patienten Darm-
spülungen vornehmen lassen und Abführmittel wie Castoria und Wis-
mutmilch einnehmen. Außerdem sollte die Diät dieser Patienten
leichtverdauliche Speisen enthalten, besonders Suppen, gekochtes
und rohes Gemüse, Vollkornerzeugnisse und Zitrusfrüchte. In drei
256
Fällen empfahl Cayce gründliche Massagen der Wirbelsäule und des
Rückens mit einer Lösung aus Getreidealkohol und Kakaobutter. In
anderen Fällen verordnete er gelegentlich Kräutertonika, Atomidin
oder Epsomsalz, eine Diathermiebehandlung oder Rotlichtbestrah-
lungen.
Krankengeschichte
Bei der Patientin, einem siebenjährigen Mädchen (Fall 281 0), wurde
die Erkrankung an rheumatischem Fieber auf eine Eliminations-
schwäche zurückgeführt, die zu einer Streptokokkeninfektion und
einem Druck auf die Wirbelsäule geführt hatte. Cayce verordnete dem
Kind eine Kräutertinktur aus Podophyllin, Leptandrin und Sanguina-
ria. Dieses Medikament sollte an drei aufeinanderfolgenden Abenden
in Form einer Kapsel eingenommen werden. Anschließend sollte das
Mädchen so lange das Abführmittel Castoria einnehmen, bis wenig-
stens dreimal eine gründliche Stuhlentleerung erfolgt war. Danach
sollte das Kind eine reichliche Dosis Gallensalz bekommen.
Außerdem sollten Wirbelsäule und Rücken zweimal täglich gründ-
lich mit einer Lösung aus Getreidealkohol und Kakaobutter eingerie-
ben werden. Die empfohlene Diät bestand aus Hühnerfleisch und
Hühnerbrühe, Obst, Getreideflocken und Gemüse. Das Obst sollte
jedoch erst verabreicht werden, nachdem die Behandlung mit Casto-
ria beendet war.
Die Eltern des Kindes befolgten die Anweisungen und berichteten,
ihre Tochter sei soweit genesen, daß sie wieder am Schulunterricht
und sogar am Sport teilnehmen könne.
Rippenfellentzündung
Die Pleuritis oder Rippenfellentzündung ist eine Entzündung der
Pleura und gewöhnlich begleitet von Schmerzen verursachenden
Atembeschwerden, Husten und Fieber.
Edgar Cayce hat drei Personen mit Rippenfellentzündung jeweils
eine Behandlungsanweisung gegeben. Diese Personen waren 28 bis
64 Jahre alt. Als Ursachen diagnostizierte Cayce bei zwei von ihnen
Verklebungen am Rippenfell, die in einem Fall auf einen Lungenkol-
laps und im anderen auf Flüssigkeit in den Lungen zurückzuführen
waren, die sich dort als Folge von Erkältungen gesammelt hatte. Die
dritte Person litt an einer zu starken Durchblutung, welche die Funk-
tionsfähigkeit der Lungen beeinträchtigte, und außerdem an den Fol-
gen einer Wirbelsäulenverletzung im Bereich der Rückenwirbel.
Die für die Behandlung dieser drei Personen gegebenen Anweisun-
gen waren etwa die gleichen. In zwei Fällen waren sie sogar praktisch
257
identisch. Hier verordnete Cayce Glyko-Thymolin und Acigest zur
Alkalisierung des Organismus und Verbesserung der Verdauung. Als
Ergänzung der Diät sollten diese Patienten Calcios einnehmen.
Schließlich verschrieb er Inhalationen unter Verwendung eines Ap-
felschnapsfasses und empfahl eine Diät mit reichlich rohem Gemüse.
Andere Maßnahmen wurden in keinem Fall mehr als einmal angeord-
net.
Krankengeschichte
Zwei der Patienten mit Rippenfellentzündung berichteten über gute
Erfolge der von Edgar Cayce empfohlenen Therapie. Im Fall 5097
handelte es sich um eine 28jährige Frau, der Cayce eine Anweisung
gegeben hatte. Etwa zwei Jahre zuvor war sie an einer beiderseitigen
Lungentuberkulose erkrankt, die zum Kollaps der einen Lunge ge-
führt hatte. Als Folge dieses Lungenkollapses war die Lunge mit dem
Rippenfell verwachsen. Das hatte die Lunge geschwächt und ihre
Widerstandskraft gegen Infektionen verringert.
Als erste Maßnahme verordnete Cayce dieser Frau Inhalationen mit
Apfelschnaps aus einem angekohlten Eichenfaß. Das Faß sollte er-
hitzt werden, um so die zu inhalierenden Dämpfe zu erzeugen. Dane-
ben verordnete Cayce der Patientin dreimal täglich jeweils drei Trop-
fen Glyko-Thymolin. Dieses Medikament sollte antiseptisch wirken
und die Infektion bekämpfen. Calcios sollte als zusätzlicher Nährstoff
die Diät ergänzen und zunächst mehrmals wöchentlich, dann aber
täglich genommen werden. Zweimal wöchentlich sollte die Frau
einen Teelöffel Acigest in roher Milch einnehmen. Damit sollte die
Verdauung angeregt werden. Als harntreibendes Mittel verordnete
Cayce geringe Mengen Coca-Cola-Sirup in Wasser.
Die Diät der Frau sollte viel Eigelb, rohes Gemüse, Obst wie Pflau-
men, Birnen und gebratene Äpfel enthalten. Außerdem empfahl
Cayce Fisch, Geflügel und Lammfleisch, das allerdings nicht gebraten
sein sollte.
Zur Unterstützung der schrittweisen Genesung verordnete Cayce
jeden Morgen und Abend durchzuführende gymnastische Übungen.
Sie sollten damit beginnen, daß sich die Patientin mit seitlich herab-
hängenden Armen aufstellte und dann die Arme zunächst bis zur
Schulterhöhe und dann über den Kopf hob. Mit dieser Übung sollte
die kollabierte Lunge gehoben und die Verwachsung mit dem Rippen-
fell allmählich gelöst werden.
In ihrem Schlußbericht schrieb die Frau: »Was mich betrifft, so
habe ich während der vergangenen Monate spürbare Veränderungen
erlebt. Ich fühle das und befreie mich geistig von meiner inneren
Trägheit.«
258
Säuglingspflege- allgemein
Die 85 von Cayce gegebenen Anweisungen zur Säuglingspflege be-
handeln Probleme und Fragen, mit denen es fast alle Eltern im ersten
Lebensjahr ihres Kindes zu tun haben. Diese Ratschläge wurden für
31 Kinder im Alter von einem bis zu fünf Jahren erteilt. Sie litten an
Beschwerden wie Erkältungen, Fieber, Verdauungsstörungen und
Blähungen, Störungen beim Zahnen und Hautausschlägen.
Ob es sich hier um Koliken, Verdauungsstörungen, Erkältungen
oder Fieber handelte, in mehr als der Hälfte der Anweisungen wurden
die Beschwerden oder Erkrankungen auf falsche Ernährung oder das
Fehlen lebenswichtiger Nährstoffe in der Nahrung zurückgeführt.
Fast alle diese Störungen waren die Folge einer Übersäuerung des
Organismus, und bei Kolik oder Verdauungsstörungen stellte Cayce
häufig fest, daß das Kind überfüttert und zugleich unterernährt war.
Deshalb legte er einen besonderen Wert auf die Diät und die Eßge-
wohnheiten, ebenso aber auch auf eine Regulierung des Stoffwechsels
zur Vermeidung einer Anhäufung von Giftstoffen im Körper.
In 26 Fällen gab er besondere Anweisungen für die Zusammenstel-
lung der Diät und das Füttern. Die Säuglinge sollten jeweils nicht
mehr bekommen als sie wirklich essen wollten. Die Mahlzeiten soll-
ten morgens, nachmittags und abends verabreicht werden. Darüber
hinaus durften am späten Vormittag und am Nachmittag kleine Zwi-
schenmahlzeiten gegeben werden, um für einen gleichmäßigen Appe-
tit zu sorgen. Speisen, die reich an alkalisch reagierenden Nährstoffen
sind, wurden wie folgt aufgeführt: Frisches Obst mit Ausnahme von
Äpfeln und Bananen wurden besonders empfohlen, obwohl in den
ersten Lebensmonaten Obstsäfte, besonders geringe Mengen Oran-
gensaft, vorzuziehen seien. Der Saft von Zitrusfrüchten und Getreide-
flocken sollte nicht während der gleichen Mahlzeit gegeben werden.
Dringend empfohlen wurden gekochte Frühstücks-Getreideflocken,
in erster Linie Haferflocken aus gequetschtem Hafer. In manchen
Fällen empfahl Cayce auch Weizenvollkornbrot oder Grahambrot,
am besten geröstet und mit Butter bestrichen, dazu geschlagenes
Eigelb.
An Gemüse empfahl er besonders das über dem Boden wachsende,
entweder gekocht, in Form von Gemüsesaft oder in Suppen. Außer-
dem waren Kartoffeln, Steckrüben, rote Bete und ihre Säfte erlaubt.
Auch Fleischsäfte wurden empfohlen, besonders in Fällen, wo die
Speisen der Säuglinge nicht genügend Nährstoffe enthielten. Außer
Fisch, Geflügel und Lammfleisch sollte die Ernährung fleischlos sein.
Auf Süßigkeiten und gebratene oder fette Speisen sollte verzichtet
werden.
Cayce legte besonderen Wert darauf, daß die Nahrung des heran-
259
wachsenden Säuglings ausreichend Silizium, Eisen, Jod und Kalzium
enthielt. Mit Kalzium, dem wichtigsten Baustoff für das Wachsturn
und die Entwicklung der Knochen und Zähne, wird der Körper am
besten durch Milch versorgt.
In seinen Anweisungen erwähnte Cayce außer der Muttermilch
Trockenmilch, Buttermilch, kondensierte Milch und Bulgarische
Milch. In Fällen, in denen die Muttermilch nicht ausreichte, riet
Cayce, sie durch Mellin's Food zu ersetzen.
Für besonders wichtig hielt es Cayce, daß bei der Säuglingspflege
auf einen geregelten Stoffwechsel geachtet wurde. Deshalb gab er
auch sehr genaue Anweisungen für die Anwendung sanft wirkender
Mittel zur Anregung des Stoffwechsels. In den meisten Fällen empfahl
er Fletcher's Castoria und gelegentlich auch Feigensirup, Pepsinsirup
und Magnesiamilch.
Der Säugling sollte halbstündlich oder stündlich wenige Tropfen
Castoria einnehmen, bis das Verdauungssystem normal arbeitete. An-
schließend sollten mehrmals am Tag einige in einem Teelöffel Wasser
aufgelöste Tropfen Glylco-Thymolin gegeben werden, bis man im
Stuhl des Kindes den Geruch des Mittels wahrnehmen konnte. Diese
doppelte Behandlung diente nach seiner Ansicht dazu, zunächst den
Magen-Darm-Kanal von seinem Inhalt zu befreien und anschließend
das Verdauungssystem zu reinigen und zu In einigen
Fällen verordnete Cayce zur Verhinderung der Ubersäuerung des
Organismus auch einige Tropfen Glyko-Thymolin mehrmals täglich,
die in Wasser oder Milch aufgelöst werden sollten. In fünf Behand-
lungsanweisungen verordnete er schließlich Klistiere mit warmem
oder kühlem Wasser und einem oder zwei Tropfen Glylco-Thymolin,
um den Ausscheidungsvorgang anzuregen.
Um Blähungen zu verhindern und die Verdauung zu erleichtern,
verschrieb er in einigen Fällen die Anwendung von verdünntem Zimt-
wasser und einer Kalkmilchlösung. Die übliche Dosierung waren
einige Tropfen dieser Lösungen in einem Teelöffel, die in Milch oder
Fruchtsaft verrührt gegeben werden sollten. Gelegentlich verordnete
er auch einen Teelöffel Kalkmilch aufgelöst in der Trinkmilch des
Kindes.
In 23 Fällen wurden Massagen oder Einreibungen verordnet. Sie
sollten nach dem abendlichen Bad mit verschiedenen Substanzen
vorgenommen werden. Das waren Kakaobutter, Erdnußöl und Oli-
venöl, Olivenöl und Myrrhentinktur oder eine Mischung aus gleichen
Teilen Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus. Die Einrei-
bungen sollten den Kreislauf anregen und den Körper entspannen.
Zur Senkung des Fiebers bei Erkrankungen sollte der Rücken nach
dem abendlichen Bad mit Getreidealkohol eingerieben werden.
In den Anweisungen wurden die verschiedenen Zusatznährstoffe
260
für die Erhaltung der Gesundheit und den Aufbau des Organismus
empfohlen. Als Kalziumpräparat verordnete Cayce gelegentlich Cal-
cios, mit dem zweimal wöchentlich eine Scheibe Weizenvollkornbrot
oder ein Vollkornkeks bestrichen werden sollte. Andere aufbauende
Tonika, welche vom Körper benötigte Substanzen enthielten wie Cal-
cidin, Ventriculin, Lebertran oder Heilbuttöl wurden ebenfalls gele-
gentlich verschrieben. Sie sollten die Resistenz des Säuglings gegen
Krankheiten stärken und bei akuten Erkältungskrankheiten helfen.
Gegen Blutstauungen und entzündete Hautpartien verschrieb
Cayce in sieben Fällen bestimmte Packungen. Mit Karbol gemischtes
Vaseline, mit Kampfer versetztes Öl und Kampfereis wurden verord-
net, um die Beschwerden bei Lippenherpes, Hautausschlag oder
Schürfwunden zu lindern. Besonders empfohlen für Hitzepickel und
andere Hautreizungen wurde ein Pulver, das Zinkstearat und nach
Möglichkeit auch Balsam enthielt. Gegen Blutstauungen empfahl
Cayce ein Eimeibemittel, das zu gleichen Teilen aus Kampfer, Terpen-
tin und Schafstalg bestand.
In fünfFällen hatten die Mütter von Säuglingen um die Angabe
eines Mittels gegen das schmerzhafte Zahnen gebeten. Hier empfahl
Cayce in den meisten Fällen die Gaumensalbe Ipsab, die wöchentlich
ein paarmal mit Watte in den entzündeten Gaumen einmassiert wer-
den sollte. Dieses Mittel sollte nicht nur die Beschwerden lindern,
sondern auch die Speicheldrüsen mit Salz, Kalzium und Jod versor-
gen, Substanzen, die der Körper, wie Cayce behauptete, beim Zahnen
brauchte. Außer lpsab verordnete Cayce manchmal, den Gaumen
eine Woche lang mit einer Salznatriumlösung oder einem Stück Eis zu
behandeln. Außerdem sollte dem zahnenden Kind eine geschälte
rohe Karotte zum Kauen gegeben werden.
Scharlach
Scharlach ist eine akute, durch Streptokokken verursachte Infek-
tionskrankheit mit einem tiefroten Ausschlag an verschiedenen Kör-
perstellen, an denen sich die Haut anschließend in Form von Schup-
pen löst. Häufige Symptome sind Brechreiz, schmerzhafte Drüsen-
schwellungen- besonders im Bereich des Halses und der Ohren-
und der Blutstau in der Luftröhre und den Bronchien.
Cayce hat fünf Kinder im Alter unter 12 Jahren insgesamt sieben
Behandlungsanweisungen für Scharlach gegeben.
Seine Anweisungen sagen mehr über die sofortige Behandlung als
über die Ursachen der Krankheit aus. Die am häufigsten erwähnte
Ursache war jedoch das Auftreten eines infektiösen Bazillus im Kör-
per, der das Entstehen von Toxinen und einer Entzündung im Blut-
und Lymphkreislauf verursachte. Cayce erklärte, der Scharlach ent-
261
stünde durch »eine Entzündung des Lymph- und Ausscheidungs-
kreislaufs durch infektiöse Kräfte, welche den Kreislauf behindern,
ein Ansteigen der Temperatur bewirken und auf diese Weise die ein-
zelnen Organe schädigen« ( 415-2).
Behandlung
Für die Behandlung der an Scharlach erkrankten Personen betonte
Cayce die Notwendigkeit, die Körpertemperatur zu senken und zu
stabilisieren und für das gute Funktionieren der Ausscheidungsor-
gane zu sorgen. In jedem einzelnen Fall verordnete er Massagen der
Wirbelsäule oder der Luftröhre und der Brust. Sie sollten mit einer
Mischung aus gleichen Teilen Schafstalg, Terpentinspiritus und
Kampferspiritus vorgenommen werden, der entweder Menthol oder
Benzaintinktur oder beides hinzugefügt werden sollte. In drei Fällen
ließ sich das Fieber durch warme Waschungen mit einem Schwamm
und sanften Einreibungen der Wirbelsäule mit Getreidealkohol oder
einer Mischung aus Hamamelistinktur und Alkohol erreichen. Wäh-
rend des akuten Stadiums der Krankheit sollten die Patienten mit
einer halbflüssigen Diät oder mit Obst, Obstsäften und Gemüse sowie
blutbildenden Speisen ernährt werden.
In zwei Fällen empfahl Cayce gegen die Entzündung der Luftröhre
und der an den Ohren liegenden Drüsen starke Atomidindosen. Diese
Behandlung sollte jedoch nicht länger als für die Dauer einiger Tage
vorgenommen werden. Zur Anregung der Verdauung verschrieb er in
zwei Fällen Castoria, Meerzwiebelsirup oder Magnesiamilch.
Krankengeschichte
Im folgenden geht es um den schwersten Fall einer Scharlacherkran-
kung und deshalb auch um die detaillierteste für diese Krankheit
gegebene Behandlungsanweisung von Cayce. Der Patient 1519 war
ein 12jähriger Junge, für den drei Behandlungsanweisungen vorlie-
gen. Als Ursache nannte Cayce ein massenhaftes Eindringen von
Bakterien in den Organismus. Außer an hohem Fieber litt der Junge
an einem Blutstau in den Bronchien, den Lungen und der Luftröhre.
In der ersten Anweisung verordnete Cayce dem Patienten Ruhe und
sagte, vor allem sollten ihm die Füße warm gehalten werden. Um das
Fieber zu senken, verschrieb er ihm ein warmes Bad und eine an-
schließende Massage im Bereich der Luftröhre, des Bauchs und der
Fußsohlen mit einer Mischung aus Schafstalg, Terpentinspiritus und
Kampferspiritus. Um das Fieber zu senken, sollten seine Schläfen mit
Getreidealkohol abgerieben werden.
Bis zur Überwindung der akuten Phase der Krankheit sollte der
262
Patient nur flüssig und mit Zitrussäften ernährt werden. Um den
Organismus mit den notwendigen Mineralien zu versorgen, verord-
nete er dem Kind in einem Glas Wasser aufgelöste Calcidintabletten.
Die Tabletten sollten einzeln und in kurzen Zeitabständen eingenom-
men werden. Gegen die Beschwerden in den Bronchien verordnete er
Inhalationen.
In der zweiten Anweisung stellte Cayce bereits eine Besserung fest.
Zur Anregung der Verdauung sollte nun anstelle der Calcidintabletten
verdünnter Meerzwiebelsirup eingegeben werden. Wenn notwendig
sollte der Junge auch Magnesiamilch einnehmen oder Klistiere be-
kommen.
Mit der dritten Anweisung stellte Cayce fest, daß mehr gegen eine
mögliche Drüseninfektion unternommen werden müsse. Das Fieber
hatte sich wieder verstärkt, und die Drüsen an einem Ohr waren
geschwollen und verursachten Ohr.enschmerzen. Zur Linderung die-
ser Schmerzen sollte ein Tropfen 01 in das Ohr geträufelt und es mit
einer warmen Kompresse abgedeckt werden. Gegen den Blutstau in
der Luftröhre und in der Brust verschrieb Cayce eine Massage mit
einer Mischung aus Wintergrünöl, Fichtennadelöl und Sassafrasöl.
Zwei- bis dreimal täglich sollte der Patient jeweils zehn bis 20 Tropfen
Meerzwiebelsirup einnehmen. Zur Anregung des Kreislaufs verord-
nete er Einreibungen der Beine mit Senföl, beginnend an den Füßen
hinauf zu den Knien. Sobald die Entzündung in den Bronchien und
im Kopf zurückgegangen war, sollte das Kind zweimal täglich sechs in
Wasser aufgelöste Tropfen Atomidin einnehmen.
Über den Erfolg der Behandlung in diesem Fallliegen keine Be-
richte vor, aber in zwei anderen Fällen wird von einer vollkommenen
Heilung berichtet. Über den Erfolg der Therapie in den restlichen
Fällen gibt es keine schriftlichen Unterlagen.
Schlaflosigkeit
Die meisten Menschen leiden irgendwann einmal an Schlaflosigkeit.
Das kann physische oder emotionale Ursachen haben, aber auch die
Folge einer Kombination verschiedener Faktoren sein. Am häufigsten
sind Sorgen und Ängste die Ursachen der Schlaflosigkeit. Andere
Faktoren können die Unverträglichkeit gewisser Speisen, zuviel Licht
oder auch der Zustand des Bettes sein. Koffeinhaltige Getränke wie
Tee, Kaffee und Cola können ebenfalls zu Schlafstörungen führen.
In den Behandlungsanweisungen von Edgar Cayce wird die Schlaf-
losigkeit mehr als 3 50mal erwähnt. In diesem Abschnitt werden die
Erfahrungen von 72 Personen im Alter zwischen vier und 78 Jahren
zusammengefaßt, die insgesamt 79 Behandlungsanweisungen zu die-
sem Thema erhielten. Natürlich litten einige dieser Personen auch an
263
anderen körperlichen Beschwerden, was die Auffassung bestätigt,
daß die Schlaflosigkeit das Vorhandensein anderer krankhafter Zu-
stände anzeigt.
In einem Fall empfahl Cayce der unter Schlaflosigkeit leidenden
Person, die Zeit, in der sie nicht schlafen könne, sinnvoll zu nutzen.
Der Patient 2051 fragte: »Weshalb kann ich nach vier Uhr morgens
nicht mehr schlafen, und was kann ich dagegen unternehmen?«
Cayce antwortete: »Das ist eine Gewohnheit und zum Teil eine
physische Reaktion. Man sollte nicht versuchen, etwas dagegen zu
unternehmen, sondern die Zeit nutzen. Wenn du aufwachst, ver-
wende wenigstens die ersten 30 Minuten zur direkten Meditation
darüber, was du nach dem Willen deines Herrn an diesem Tag tun
solltest. Du wirst bald erfahren, daß du anschließend noch länger als
eine Stunde schlafen kannst.«
Die Schlaflosigkeit konnte in den einzelnen Fällen die verschieden-
sten Ursachen haben. Bei etwa einem Drittel der darunter leidenden
Personen waren es vor allem emotionale Probleme. In den anderen
Fällen waren es sowohl emotionale als auch physische Faktoren.
Die physischen Ursachen konnten neben anderen eine Diabetes,
die Menopause, Arthritis, Nachwirkungen einer Operation und Krebs
sein. Die körperlichen Beschwerden wurden in den meisten Fällen
durch Stoffwechselstörungen und eine mangelhafte Entgiftung des
Organismus ausgelöst. Diese Funktionsstörungen führten zu einer
übermäßigen Ansammlung von Giftstoffen im Körper, die sich oft
störend auf das Nervensystem auswirkten und deshalb zur Schlaflo-
sigkeit führten. In acht Fällen wurde die Schlaflosigkeit durch einen
Druck auf die Wirbelsäule ausgelöst.
Behandlung
Bei der Behandlung von unter Schlaflosigkeit leidenden Personen
berücksichtigte Cayce in erster Linie ihre körperliche und emotionale
Verfassung. Die Behandlungsmethoden richteten sich nach den Be-
dürfnissen des einzelnen, und man kann nicht sagen, daß sie sich
gezielt gegen die Schlaflosigkeit richteten. Was die äußeren Anwen-
dungen betrifft, so verordnete Cayce am häufigsten elektrotherapeuti-
sche Maßnahmen, und hier war es in 21 von 25 Fällen die radioaktive
Kompresse. Damit sollten der Kreislaufund das Nervensystem har-
monisiert werden, um eine bessere Entspannung des Organismus zu
ermöglichen. Nach Auffassung von Cayce verstärkte sich diese Wir-
kung, wenn die Kompresse während der Zeit der Meditation aufgelegt
wurde. Wegen seiner entspannenden Wirkung verordnete er in eini-
gen Fällen auch den elektrischen Vibrator.
In 32 Fällen empfahl Cayce eine Umstellung der Diät. Obwohl viele
264
dieser Empfehlungen zur Entspannung des Organismus beigetragen
haben mögen, weil die von Cayce genannten Speisen leichter verdau-
lich waren, hat er nur in einem Fall ein Getränk empfohlen, mit dem
das Einschlafen erleichtert werden sollte. Das war ein Glas warme
Milch mit einem Teelöffel Honig vor dem Zubettgehen.
In 23 Fällen verschrieb er spinale Manipulationen zur Entspannung
der Muskeln beiderseits der Wirbelsäule. Zum gleichen Zweck wur-
den in 20 Fällen Massagen verordnet. Zum Einreiben in die Haut
empfahl er die verschiedensten Substanzen, darunter Erdnußöl(. ein
Präparat das Schafstalg enthielt sowie andere aus verschiedenen Oien
bestehende Kombinationen.
Zur Entgiftung des Organismus schlug er in neun Fällen Maßnah-
men zur Anregung der Ausscheidungsorgane vor. Das waren Darm-
spülungen, Klistiere und Abführmittel.
In sieben Fällen verschrieb er verdauungsfördernde Mittel wie Al-
Caroid und Natriumcarbonat. Beide trugen nach seiner Meinung
auch zur Entspannung des Organismus bei. Andere indirekt wirk-
same, in fünf Fällen erwähnte Maßnahmen waren das Einnehmen
von Atomidin, verschiedene Packungen und hydrotherapeutische
Maßnahmen.
Um den Körper zu ermüden und das zu steigern,
empfahl Cayce zehn Personen gymnastische Ubungen. Der nichtphy-
sische Aspekt der Schlaflosigkeit wurde ebenfalls beachtet und für
außerordentlich wichtig gehalten. So hielt es Cayce für notwendig,
etwas für die spirituelle Entwicklung zu tun und empfahl in zehn
Fällen die Meditation und das Bibellesen; in zwei Fällen waren es
mentale Übungen.
Schlaganfall ---> Apoplexie
Schuppenflechte---> Psoriasis
Sch""angerschaCt
Insgesamt 78 Anweisungen beschäftigen sich mit dem Gesundheits-
zustand von 29 Frauen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren in ver-
schiedenen Stadien der Schwangerschaft. Viele dieser Frauen erhiel-
ten zwei oder mehr Anweisungen.
Die Anweisungen sagen im allgemeinen etwa das gleiche für die
Pflege und Ernährung von Mutter und Kind während dieser Zeit aus.
Die Anweisungen gehen auf praktisch alle Phasen der Schwanger-
schaft ein und behandeln sowohl die normale als auch eine gelegent-
lich vorkommende abnormale Entwicklung der Schwangerschaft.
265
Behandlung
Edgar Cayce führte die sogenannte Morgenübelkeit, unter der viele
Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft leiden, auf
die radikalen Veränderungen im Körper der werdenden Mutter zu-
rück. Er hielt dieses Unwohlsein für eine normale Erscheinung und
verordnete dagegen in den meisten Fällen ein Beruhigungsmittel für
den Magen, das von Fall zu Fall eingenommen werden sollte. Das
Präparat, das auch gegen Seekrankheit und ähnliche Beschwerden
verschrieben wird, bestand aus Kalkwasser, Zimtwasser und einer
schwachen Lösung Jodkalium und Kaliumbromid.
In einigen Fällen sollte auf das Jodkalium verzichtet werden, in
anderen bestand die Mischung nur aus gleichen Teilen Kalkmilch und
Zimtwasser. Auf jeden Fall sollte das Mittel nur in sehr geringen
Mengen verabreicht werden, und in einem Fall hielt Cayce es sogar für
schädlich.
Einigen schwangeren Frauen empfahl Cayce, nur Kalkmilch mit
Wasser oder gemischt mit anderen Substanzen einzunehmen. In drei
Fällen sollte die Kalkmilch mit Kuhmilch gemischt werden.
Andere Flüssigkeiten, die gegen den Brechreiz wirkten, waren Zi-
tronensaft, Orangensaft, frischer Traubensaft und manchmal Coca-
Cola-Sirup in Wasser. Zwei Frauen riet er, morgens nicht zu früh
aufzustehen und erst am frühen Vormittag zu frühstücken.
Den meisten schwangeren Frauen, im ganzen waren es 22, riet
Cayce, die Diät umzustellen, und zwar auf alkalisch reagierende,
nahrhafte und blutbildende Speisen wie Obst, Gemüse, Milch, Voll-
kornerzeugnisse, Meeresfrüchte und leichte Fleischsorten wie Geflü-
gel und Leber.
In einigen Fällen empfahl Cayce Lebensmittel, die lebenswichtige
Spurenelemente enthielten wie Kalzium, Chlor, Jod, Eisen, Kalk,
Phosphor und Silizium oder Vitamine wie B, A und D. Das waren
unter anderem Karotten, Sellerie, Kohl, Topinambur, Kürbis, Boh-
nen, lauchblättriger Bocksbart, Zwiebeln und grüner Salat. Die am
häufigsten empfohlenen Obstsorten waren Zitrusfrüchte, Traubensaft
und Melonen. In einigen Fällen riet er den Frauen, reichlich reines
Wasser zu trinken.
In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollte auf kohlensäu-
rehaltige Getränke, Alkohol und Kaffee verzichtet werden. Während
der zweiten drei Monate durften Rotwein (mit Schwarzbrot), Kaffee
und Tee in sehr geringen Mengen genossen werden.
Für gesunde schwangere Frauen empfahl Cayce im allgemeinen
keine Ergänzung der Diät durch zusätzliche Nährstoffe. Um jedoch
den besonderen Bedürfnissen der Schwangeren gerecht zu werden,
riet er zehn schwangeren Frauen das Einnehmen von Calcios, ein
266
Mittel, das besonders leichtverdauliches Kalzium enthält. Dazu sagte
er: »Calcios versorgt den Körper am besten mit dem notwendigen
Kalzium. Es läßt sich leichter assimilieren und ist für Schwangere
besser verträglich als alle anderen Kalziumprodukte, die heute ange-
boten werden« (951-7).
Calcios hat etwa die Konsistenz von Erdnußbutter. Die Frauen
sollten etwa soviel Calcios zu sich nehmen, wie man braucht, um
einen Keks aus Vollkornweizen dünn zu bestreichen. Calcios wurde
meist für schwangere Frauen während der letzten sechs Monate der
Schwangerschaft verordnet und sollte zweimal wöchentlich zur Mit-
tagsmahlzeit genommen werden.
In drei Fällen verschrieb Cayce geringe Dosen Atomidin, um den
zusätzlichen Bedarf des Organismus an Jod zur Anregung der Drüsen
zu befriedigen. Gelegentlich empfahl er zur Anreicherung der Diät
auch Weizenkeimöl, Adiron, weiße Lebertrantabletten, Ventriculin
(ohne Eisen) und Codiron.
In vielen Anweisungen wies er ausdrücklich darauf hin, wie wichtig
es sei, während der Schwangerschaft eine mütterliche Haltung einzu-
nehmen, weil sich das günstig auf Charakter und Temperament des
Kindes auswirken werde. Immer wieder empfahl er den werdenden
Müttern, eine lebensbejahende, konstruktive Haltung einzunehmen,
allen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, sich keine Sorgen um die
Zukunft zu machen und jede Aufregung zu vermeiden.
Cayce ermahnte die schwangeren Frauen, eine spirituell positive
Haltung einzunehmen, und erklärte das in einer seiner Anweisungen
wie folgt: »Entwickeln Sie eine mütterliche Haltung, aus der man
erkennen kann, daß jeder, der einer Seele den Eintritt in die materielle
Welt ermöglicht, um dort aktiv zu werden, den besonderen Vorzug
und die Gelegenheit hat, den schöpferischen Kräften aktiv Ausdruck
zu verleihen, so daß mit der Entwicklung dieser Seele in der materiel-
len Welt nicht nur Freude, Frieden und Harmonie in der Erfahrung
dieser Seele ermöglicht werden, sondern sie den Menschenkindern
eine zusätzliche Möglichkeit gibt, die Liebe Gottes zum Ausdruck zu
bringen« (575-1 ).
Cayce war überzeugt, daß die innere Haltung der schwangeren Frau
auch die Haltung des Kindes beeinflußt. Einer Frau sagte er, der Typ
der lebendigen Einheit, die durch sie den Eintritt in die materielle Welt
sucht, werde durch die Art der Interessen bestimmt, die sie selbst
während der Schwangerschaft zeigt, seien diese Interessen nun künst-
lerischer, mechanischer oder finanzieller Art. Anderen Ehepaaren
wurde gesagt, sie sollten sich innerlich darauf vorbereiten, daß aus
ihrem Kind eine große Seele werden könne, die für viele ein Segen
sein werde.
Für wie bedeutsam er Schwangerschaft und Mutterschaft hielt,
267
brachte Cayce mit den folgenden Worten zum Ausdruck: »In letzter
Analyse gibt es nichts Höheres als die Mutterschaft. Alles, was eine
Mutter tut, muß sich darauf richten, den Sinn des Lebens zu erfül-
len ... Denn in allem, was wir der Welt geben können, ist die Entwick-
lung einer Seele aufmaterieller Ebene eine Vermehrung der schöpferi-
schen Kräfte des Universums« (140-15).
In 17 Fällen empfahl er den schwangeren Frauen spinale Manipula-
tionen, die er für außerordentlich wichtig hielt für die Harmonisie-
rung und Entspannung des gesamten Organismusangesichts derbe-
sonderen Anforderungen, die eine Schwangerschaft für den Körper
bedeutet. Dabei kam es ihm in erster Linie darauf an, den Kreislauf
anzuregen, die Bauchmuskeln und die Muskulatur entlang der Wir-
belsäule zu stärken, den ganzen Körper zu entspannen und spezifi-
sche Unausgewogenheiten zu korrigieren.
Die Wirbelsäulenkorrekturen sollten sich in erster Linie auf den
Bereich der Lendenwirbel, des Kreuzbeins und des Steißbeins kon-
zentrieren. Die Rückenwirbel und die Halswirbel seien erst in zweiter
Linie zu berücksichtigen. Zwar unterscheiden sich die einzelnen An-
weisungen in diesem Punkt oft voneinander, aber im allgemeinen
empfahl Cayce, die Wirbelsäulenkorrekturen während einer gesun-
den Schwangerschaft ein- oder zweimal monatlich vornehmen zu
lassen. In einer Anweisung heißt es, wenn die Manipulationen regel-
mäßig durchgeführt würden, werde die Schwangerschaft zu einer
Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands fuhren.
Im allgemeinen handelte es sich dabei um osteapathische Korrek-
turen, gelegentlich empfahl Cayce aber auch neuropathische Korrek-
turen. Er war überzeugt, daß osteapathische Korrekturen der Wirbel-
säule während der Schwangerschaft für Mutter und Kind von großem
Nutzen seien, und riet mehreren Frauen, zur Entbindung in eine
osteapathische Klinik zu gehen.
Fast ebenso häufig wie osteapathische Manipulationen wurden
Massagen empfohlen, und zwar manchmal in Verbindung mit Wirbel-
säulenkorrekturen, aber häufiger an deren Stelle. Mit den Massagen
wollte Cayce das gleiche erreichen wie mit den anderen Korrekturen.
Im allgemeinen sollten sie am Abend oder während der Nachmittags-
ruhe vorgenommen werden. Das konnte täglich oder auch weniger
häufig geschehen. In manchen Fällen verordnete er die Massagen für
ganz bestimmte Körperbereiche wie den unteren Teil der Halswirbel-
säule, die unteren Gliedmaßen oder den Bauch. Ein typisches Massa-
gemittel bestand aus Olivenöl, Myrrhentinktur, Erdnußöl und Kakao-
butter.
Für das Wohlbefinden der werdenden Mutter hielt es Cayce für
unbedingt notwendig, daß körperliche Bewegung und Ruhe im richti-
gen Verhältnis zueinander standen. Sie sollte sich deshalb täglich viel
268
im Freien aufhalten und spazierengehen. Die Länge der Spaziergänge
sollte sich nach dem Zustand der Schwangerschaft, dem körperlichen
Zustand der werdenden Mutter und dem Wetter richten. Auch wenn
sie wenig Neigung verspürte, sich körperlich zu betätigen, sollte sie
sich soviel wie möglich im Freien aufhalten, besonders bei warmem
Wetter.
Außerdem empfahl er bestimmte gymnastische Übungen. Dazu
gehörten Bewegungen mit Kopf und Hals, das Aufrichten der Zehen
und Beugen des Oberkörpers von der Gürtellinie nach vorn, kreisför-
mige Bewegungen mit den unteren Gliedmaßen, Rudern, Schwim-
men und Tanzen. Alle diese Übungen sollten mit Maßen, aber regel-
mäßig vorgenommen werden.
Als besonders wichtig bezeichnete er das Einhalten bestimmter
Ruhepausen während der Schwangerschaft. Dabei warnte er vor jeder
Überanstrengung, auch bei der Hausarbeit. Unter allen Umständen zu
vermeiden seien heftiges Ziehen und Stoßen, Klettern, rasches Trep-
pensteigen und Hinunterlaufen, das Heben schwerer Gegenstände
und langes Stehen. Das galt auch für die Zeit unmittelbar nach der
Entbindung. Als schädlich sah Cayce auch jede mentale und emotio-
nale Belastung wie Sorgen jeder Art und zuviel Aufregung an.
In einigen Fällen empfahl Cayce den Schwangeren, die Ausschei-
dungsorgane sanft anzuregen, und zwar vor allem in der Form von
Klistieren, Darmspülungen oder milden Abfuhrmitteln wie Magnesia-
milch oder Präparaten auf der Basis von wie zum
Beispiel Castoria. Dabei warnte er vor einer Uberbeanspruchung der
Nieren, besonders im vierten bis sechsten Schwangerschaftsmonat
und empfahl bestimmte Speisen wie Wassermelonen, Kohl, Knollen-
gemüse sowie Tee aus Wassermelonenkernen, Coca-Cola-Sirup in
Wasser und reichlich reines Wasser. Während der letzten drei
Schwangerschaftsmonate sollten allerdings harntreibende Mittel ver-
mieden werden, weil sich das schädlich auf die Nieren auswirken
könnte.
Er gab den Frauen aber auch verschiedene andere Ratschläge zur
Erleichterung der Schwangerschaft. Einige wurden angewiesen, ge-
gen Ende der Schwangerschaft elastische Bauchbinden zu tragen,
und andere sollten sich die Zähne in Ordnung bringen lassen. In
mehreren Fällen verschrieb er die verschiedensten Kräutertees wie
Tee aus Wassermelonenkernen für die Nieren, Tee aus Kleeblättern
zur Stärkung der Milchdrüsen, Tee aus Wegerich als Vorbeugung
gegen die Tumorbildung, Kamillentee, Safrantee und Tee aus den
Blättern der amerikanischen Ulme zur Förderung der Verdauung,
Königskerzentee zur Stärkung der Venen und Tee aus weißem An-
dorn.
In keinem Fall hat Cayce einer Schwangeren irgendwelche Medika-
269
mente oder Sedative verordnet. Auch elektrotherapeutische Maßnah-
men wurden nicht empfohlen, obwohl in einem Fall die radioaktive
Kompresse gegen Schlaflosigkeit verschrieben wurde. Allen werden-
den Müttern riet Cayce in der Anweisung 301-6, den neugeborenen
Säugling selbst zu ernähren, »wie es jede normale Mutter tun sollte«,
soweit sie gesund war und genügend Milch hatte, um das Kind zu
ernähren. Hier erwähnte er nur drei Ausnahmen - einmal bis zur
Umstellung der Diät der Mutter und die anderen beiden Male auf-
grund des Gesundheitszustandes und vielleicht auch das Alter der
Mutter.
MonatlicherAblauf
13 schwangere Frauen im Alter von 16 bis 37 Jahren erhielten insge-
samt 30 Anweisungen von Cayce. Dabei ging es hauptsächlich um die
richtige Ernährung, das körperliche Wohlbefinden und die Notwen-
digkeit, während der Schwangerschaft eine positive innere Haltung
einzunehmen.
In mehr als Dreiviertel der Anweisungen wies Cayce auf die Bedeu-
tung der richtigen Ernährung für Mutter und Kind hin und empfahl
eine Diät, die reichlich Kalzium, Phosphor und Silizium enthielt, was
für eine gesunde Entwicklung der Knochen und Muskeln unerläßlich
sei. Im einzelnen ging es um die folgenden Empfehlungen:
Kalzium: Lauchblättriger Bocksbart, Karotten, Kartoffelschalen,
Mandeln und Haselnüsse, Steckrüben, Petersilie, Pastinakwurzeln,
Rotkohl, Spinat, Haferflocken, Vollkornweizen, Vollkornroggen,
Heilbutt, Käse, Zwiebeln, Knoblauch, Rharbarber, Milch, rohe Kohl-
blätter.
Phosphor: Rohes Eigelb, Vollkornweizen, Mandeln, Walnüsse,
Fisch, Muscheln, Gerste, Roggen, Erbsen, Linsen, roher Weißkohl,
Milch, Haferflocken, lauchblättriger Bocksbart, Hirn, Leber, Lamm-
fleisch oder geschmorte Nieren.
Silizium: Haferflocken, Spinat, Äpfel, Gerste, Eigelb, Erdbeeren,
Erbsen, Feigen, Ziegenmilch, Bucheckern, Weintrauben, Mandeln,
Nüsse, Eßkastanien, Karotten, Weizenflocken, Naturreis, Roggen,
Pfirsiche, Kirschen, Vollkornweizen, Spargeln, Kohl, Stachelbeeren,
Endivien, Rotwein mit Schwarzbrot, Pumpernickel, Vollkornweizen-
brot, mit Sauerteig hergestelltes Roggenbrot
Nach Auffassung von Cayce eignete sich eine aus den oben genann-
ten Lebensmitteln bestehende ausgewogene Diät, die zudem Hühner-
fleisch, anderes Geflügel, Zitrusfrüchte und Zitrussäfte enthielt, be-
sonders gut für schwangere Frauen.
Der wichtigste Bestandteil der Diät war Kalzium, und fünf Frauen
verordnete er, fünfmal wöchentlich zur Versorgung des Organismus
270
mit genügend Kalzium einen dünn mit Calcios bestrichenen Keks zu
essen. Die Frauen sollten besonders darauf achten, daß die Speisen
die richtigen Mengen Kalzium und Kalk enthielten.
In zwei Dritteln der Anweisungen gab Cayce Empfehlungen für die
geeignete Gymnastik und bezeichnete dabei das Spazierengehen als
die für schwangere Frauen ambestengeeignete gymnastische Übung.
Das Arbeiten in gebückter Haltung, das Heben schwerer Gegen-
stände und alle zu raschen Bewegungen bezeichnete er ebenso wie zu
langes Stehen als in diesem Zustand gefährlich. Wichtig sei es auch,
die Füße warm und trocken zu halten und sich vor Erkältungen zu
hüten.
Cayce empfahl auch Gegenmaßnahmen gegen die üblichen
Schwangerschaftsbeschwerden wie Brechreiz und Schwindel wäh-
rend der ersten Schwangerschaftsmonate, eine Überbelastung von
Nieren und Blase und Stuhlverstopfung.
Zur Entlastung der Nieren empfahl Cayce, Wassermelonen zu essen
oder einen Tee aus Wassermelonenkernen zu trinken, um die Blasen-
tätigkeit anzuregen. Die üblichen Abführmittel empfahl er nur selten,
verordnete aber in einzelnen Fällen Sennesblättertee, bei hartnäcki-
ger Stuhlverstopfung aber auch Magnesiamilch oder Fletcher's Casto-
ria. In zwei Fällen empfahl er Darmspülungen, wies aber daraufhin,
daß es kaum Schwierigkeiten mit der Verdauung geben werde, wenn
die schwangere Frau sich an die von ihm verordnete Diät hielte,
besonders wenn sie reichlich rohes und frisches Gemüse aß. Gegen
den Brechreiz empfahl er im allgemeinen Kalkmilch oder einige Trop-
fen Kalkmilch in einem Glas Kuhmilch.
In etwa der Hälfte der Fälle verordnete er Massagen und Wirbel-
säulenkorrekturen, um den Druck von der Wirbelsäule und dem
unteren Teil des Rückens zu nehmen, wo sich bei einigen Frauen
gegen Ende der Schwangerschaft stärkere Schmerzen einstellten. In
etwa der Hälfte aller Fälle verordnete er eine leichte abendliche Mas-
sage beiderseits der Wirbelsäule und an den unteren Gliedmaßen mit
Erdnußöl oder Olivenöl zur Entspannung der Muskulatur und zur
Anregung des Kreislaufs. Für die letzte Zeit der Schwangerschaft
empfahl er den Frauen, sich häufig hinzulegen und die Füße hochzu-
lagem.
Die geistige Haltung der werdenden Mutter war nach Auffassung
von Cayce für den störungsfreien Verlauf der Schwangerschaft ebenso
wichtig wie für die Entwicklung der inneren Haltung des Kindes.
Deshalb empfahl er der Schwangeren, ihre Mitmenschen nach Mög-
lichkeit nicht zu kritisieren, sich nicht nervös machen zu lassen und
eine ruhige, positive Haltung zu bewahren, weil das sich auch auf die
Entwicklung des Kindes auswirken werde.
In den Anweisungen entwickelte Cayce im Zusammenhang mit der
271
Schwangerschaft eine ungewöhnliche Idee - daß nämlich die Anla-
gen und Charaktereigenschaften des Kindes am stärksten durch das
Denken und V erhalten der Mutter beeinflußt werden, besonders
während des dritten und vierten Schwangerschaftsmonats. Bei meh-
reren Gelegenheiten wies Cayce darauf hin, daß die Mutter, wenn sie
wünscht, daß das Kind eine besondere Anlage entwickelt, sich mit
entsprechenden Ideen beschäftigen und sich diesen Einflüssen aus-
setzen soll. Wenn sie sich zum Beispiel viel mit klassischer Musik
beschäftigt, werde das Kind später ein besonderes Verständnis für
klassische Musik entwickeln, oder »wenn du eine technische Bega-
bung fördern willst, dann denke an technische Dinge und beschäf-
tige dich damit« (2803-6). Außerdem würde die Haltung der Mutter
einen entscheidenden Einfluß auf die Haltung des Kindes haben,
und eine tolerante, liebevolle Mutter würde das Kind in diesem
Sinne beeinflussen, während eine kritische, leicht reizbare Mutter
dem Kind auch diese Eigenschaften weitergeben würde. In der An-
weisung 2803-6 heißt es: »Die spirituellen Kräfte- die das Leben
ausmachen - werden auf das Kind übertragen und beeinflussen
seine Haltung und sowohl seine geistigen als auch seine physischen
Fähigkeiten.«
Ein typischer Fall
Eine 32jährige Frau (Fall 540) erhielt im ersten und dritten Schwan-
gerschaftsmonat die Anweisungen 540-6 und 540-7. Sie hatte zu Be-
ginn der Schwangerschaft an Brechreiz und Stuhlverstopfung gelit-
ten, und Cayce empfahl ihr, gegen den Brechreiz Kalkmilch zu neh-
men und gegen die Stuhlverstopfung ihre Diät umzustellen. Magne-
siamilch und Fletcher's Castoria sollte sie nur nehmen, wenn es unbe-
dingt notwendig war.
Cayce empfahl ihr eine ausgewogene Diät, die unter anderem Was-
sermelonen, Kürbis, Butterbohnen und Zwiebeln enthalten sollte.
Daneben riet ihr Cayce, eine leichte Bauchbinde zu tragen, die jedoch
keinen zu starken Druck auf den Bauch ausüben sollte. Besonders
wichtig sei eine optimistische, positive innere Haltung.
In der zweiten Anweisung empfahl er der Frau, zur Versorgung des
Organismus mit Kalzium mehr rohe Milch zu trinken und darauf zu
achten, daß die Diät genügend Silizium und Eisen enthielt. Für eine
geregelte Verdauung sollte sie Tee aus Wassermelonenkernen trinken.
Auf gebratene Speisen sollte sie verzichten. Wenn notwendig sollte sie
osteapathische Korrekturen vornehmen lassen.
Die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen bis zur Geburt
eines gesunden Jungen.
Die Erfolgsberichte anderer Frauen zeigten, daß sie gesunde Kinder
272
zur Welt brachten, wenn sie die Anweisungen Cayces befolgten. Nur
in wenigen Fällen kam es zu Komplikationen während der Geburt.
Schilddrüse - Überfunktion
Die Überfunktion der Schilddrüse wird durch eine übermäßige Sekre-
tion oder Überaktivität der Schilddrüse verursacht. Die Symptome
sind unter anderem innere Unruhe, Reizbarkeit und plötzlicher Ge-
wichtsverlust trotz eines guten Appetits.
Edgar Cayce hat neun Personen mit einer Überfunktion der Schild-
drüsen 14 Behandlungsanweisungen gegeben.
In den meisten seiner Diagnosen stellte er eine chemische Unausge-
wogenheit in der Blutzusammensetzung fest, die zu Drüsenstörungen
geführt hatte. In drei dieser Fälle bezog sich diese Unausgewogenheit
inbesondere auf einen zu starken Kaliumgehalt im Blut und einen
JodmangeL In drei anderen Fällen waren die Ursachen Wirbelver-
schiebungen oder Verletzungen der Wirbelsäule, welche die zu den
Drüsen führenden Nervenimpulse behinderten.
Alle Patienten litten an psychischen Störungen als Reaktion auf die
Überaktivität der Schilddrüse. Am häufigsten wurde das Nervensy-
stem belastet, was wiederum den Stoffwechsel behinderte. Hinzu
kamen Kreislaufstörungen, die sich auf den Blutdruck auswirkten
und die Toxizität des Blutes erhöhten. Wo Wirbelsäulenverletzungen
oder Wirbelverschiebungen für die Funktionsstörungen der Schild-
drüse verantwortlich waren, wirkte sich das auch auf den Kreislauf
und die Funktionen der Ausscheidungsorgane aus.
Behandlung
In den meisten Anweisungen verordnete Cayce spinale Manipulatio-
nen und/oder Massagen zur Beseitigung des Drucks auf die Nerven-
zentren. In sieben Fällen verordnete er eine Umstellung der Diät und
empfahl insbesondere rohes und gekochtes Gemüse, Zitrusfrüchte
und deren Säfte sowie Fisch, Geflügel, Lammfleisch, Hirn und Leber.
Zur Reinigung der Drüsen verschrieb er in mehr als der Hälfte der
Fälle Atomidin. Die meisten Patienten sollten abwechselnd fünf Tage
lang täglich einen Tropfen in einem halben Glas Wasser einnehmen
und anschließend eine Pause von vier bis fünf Tagen einlegen, nach
der die gleiche Therapie zu wiederholen war.
Zur Anregung der Drüsentätigkeit verschrieb Cayce in vier Anwei-
sungen elektrotherapeutische Maßnahmen wie die N aßzelle, Be-
strahlungen mit ultraviolettem Licht und die radioaktive Kompresse.
Drei Patienten mit Verdauungsstörungen wurden angewiesen, zur
Reinigung des Dickdarms und des Verdauungstrakts ein- oder zwei-
273
mal monatlich Darmspülungen vorzunehmen oder sich Klistiere ver-
abreichen zu lassen.
Einige Anweisungen enthielten auch spirituelle Ratschläge. In der
Anweisung 726-1 heißt es, »innerhalb des Selbst muß das gefunden
werden, was den Aufbau dessen veranlaßt, was geistig, physisch und
spirituell für den Körper notwendig ist, um unter diesen Umständen
die ihm angemessene Rolle zu spielen«.
Krankengeschichte
Fall 2568 war ein 59jähriger Mann, bei dem die Überaktivität der
Schilddrüse zu einer Wucherung im Gesicht geführt hatte. N . ~ c h der
Diagnose von Cayce enthielt sein Blut zuviel Kalium, was die Uberak-
tivität der Schilddrüse und des Stoffwechsels verursacht hatte und
nun Störungen bei der Durchblutung der Leber und im Blutaustausch
zwischen Herz und Lungen auslöste. Wirbelverschiebungen zwi-
schen dem vierten und sechsten Rückenwirbel hatten Koordinations-
störungen in den Nervensystemen verursacht, welche die Funktionen
der Ausscheidungsorgane behinderten.
Cayce verschrieb osteapathische Korrekturen im Bereich der Rük-
ken- und Lendenwirbel sowie wöchentliche Dampfbäder mit Hama-
melis und Kiefernnadelöl mit anschließenden Massagen. Zur Anre-
gung der Eliminationen verordnete er im ersten Monat der Behand-
lung zwei Darmspülungen. Der Patient wurde außerdem angewiesen,
seine Diät auf Obst und Gemüse sowie Fisch, Geflügel und Lamm-
fleisch umzustellen und keine gebratenen Speisen zu essen.
Den Bericht über den Erfolg der Behandlung verfaßte ein Freund
des Patienten 2568, der schrieb, nach der Behandlung habe der Mann
noch eine Reihe von Jahren in guter Gesundheit gelebt.
Schilddrüse - Unterfunktion
Der Hypothyroidismus ist ein Mangel an Schilddrüsenhormonen, der
sich auf alle Körperfunktionen auswirken kann. Die Symptome sind
unter anderen allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Stuhlverstopfung,
Anämie und trockene, gedunsene Haut. Edgar Cayce hat 11 an einer
Unterfunktion der Schilddrüse leidenden Personen zehn Behand-
lungsanweisungen gegeben. In sieben Fällen führte er die Erkrankung
auf eine Unausgewogenheit der chemischen Bestandteile des Blutes
zurück, am häufigsten auf einen Überschuß an Kalium und einen
JodmangeL Er wies besonders auf die Bedeutung des Jods hin und
sagte, es sei »eines der vier für die normale Tätigkeit des Körpers
notwendigen Grundelemente« (2072-6). Nach seiner Ansicht war das
Jod für das normale Funktionieren der Schilddrüse unerläßlich.
274
In den meisten Fällen reagierte der Körper auf die Unterfunktion
der Schilddrüse mit anderen physiologischen Störungen. Zu ihnen
gehörten Eliminationsstörungen, Koordinationsstörungen der Ner-
venkräfte, Kreislaufstörungen, Verdauungsstörungen und Atembe-
schwerden. Diese Belastungen des Organismus wirkten sich auf das
Nervensystem aus und verursachten eine nervöse und emotionale
Empfindlichkeit.
Behandlung
In sechs Fällen verordnete Cayce elektrotherapeutische Maßnahmen.
Das waren am häufigsten Bestrahlungen mit violettem Licht zur Anre-
gung der Drüsenfunktionen im Bereich des Halses.
Für fünf Personen verschrieb er eine Umstellung der Diät und
verordnete dazu reichlich rohes und gekochtes Gemüse, Obst- und
Gemüsesäfte, Zitrusfrüchte, Fisch, Geflügel und Lammfleisch.
In mehr als der Hälfte der Fälle empfahl Cayce osteapathische
Korrekturen oder Massagen der Wirbelsäule mit Erdnußöl und Oli-
venöl zur Entspannung der Nerven und Muskeln. Die Hälfte dieser
Personen sollten zur Anregung der Schilddrüse Atomidin einnehmen.
Meist war es ein Tropfen Atomidin in einem halben Glas Wasser, der
täglich vor dem Frühstück fünf Tage lang genommen werden sollte.
Nach einer Pause von weiteren fünfTagen sollte die Einnahme wie-
derholt werden. In zwei Fällen verschrieb Cayce das Einnehmen von
Schilddrüsenhormon unter Aufsicht eines Arztes.
Vielen Patienten sagte er, für den Erfolg der Behandlung sei es
wichtig, daß sie eine positive Haltung sich selbst und anderen gegen-
über einnähmen.
Krankengeschichte
Falll247, eine erwachsene Frau, litt unter Eliminationsstörungen und
ständiger körperlicher Erschöpfung. Cayce führte diesen Zustand auf
eine Unausgewogenheit im Verhältnis zwischen Kalium und Jod im
Blut zurück. Dadurch sei eine Koordinationsstörung zwischen dem
zerebrospinalen und dem sympathischen Nervensystem entstanden,
welche sich störend auf die der Leber ausgewirkt habe.
Die sich daraus ergebende Uberbeanspruchung der Nebennieren,
welche an der Steuerung der Funktionen der Milz beteiligt sind, führte
zu Stoffwechsel- und Eliminationsstörungen. Den Mangel an Vitalität
führte Cayce auf eine Verlangsamung des Stoffwechsels zurück, die
durch das Fehlen gewisser Elemente im Blut verursacht worden sei.
Cayce verordnete die Naßzellenkompresse mit Goldchlorid für
zweimal 28 Tage mit einer dazwischenliegenden Pause von fünf bis
275
zehn Tagen. Während der ersten zehn bis 15 Tage der Behandlung
sollte die Naßzelle täglich 20 Minuten und anschließend jeweils 30
Minuten aufgelegt werden. Nach jeder Behandlung sollte eine gründ-
liche Ganzkörpermassage erfolgen, und zwar mit einer Mischung aus
Olivenöl, Mineralöl, Kiefernnadelöl, Benzointinktur, Öl der Gaulthe-
rie und Öl der SassafraswurzeL Nach einer Pause von fünfbis zehn
Tagen sollte die Frau Atomidin einnehmen, und zwar täglich einen
Tropfen in einem halben Glas Wasser. Nach der Atomidinbehandlung
sollte eine weitere fünftägige Ruhepause folgen.
Nach der zweiten Serie der Naßzellentherapie und Massage wurde
die Patientin 124 7 angewiesen, reichlich mit Seetang und Meersalz
gewürzte Meeresfrüchte zu essen. AufWeißbrot und Kartoffeln sollte
verzichtet werden. Außerdem verordnete Cayce tägliche Bestrahlun-
gen im Bereich des sympathischen Nervensystems mit violettem
Licht. Diese Bestrahlungen sollten vor dem Zubettgehen für die
Dauer von fünf bis sieben Minuten vorgenommen werden. Die Lampe
sollte dabei in einer kreisförmigen Bewegung vom Kopf abwärts über
den Körper geführt werden. Zur Verbesserung der Entgiftung des
Organismus verschrieb er alkalische, die Ausscheidungsorgane anre-
gende Präparate wie Magnesiamilch und häufige leichte Klistiere.
Skoliose -Verkrümmung der Wirbelsäule
Skoliose ist eine abnormale seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule.
In acht der 13 Fälle, in denen Cayce Behandlungsanweisungen für die
Skoliose gegeben hat, kam es besonders im unteren Teil der Wirbel-
säule zu solchen Verkrümmungen, besonders am Steißbein. Insge-
samt liegen uns 15 Behandlungsanweisungen für dieses Leiden vor.
Cayce betrachtete die Skoliose sowohl als Ursache wie als Auswir-
kung anderer organischer Störungen. In wenigstens sechs Fällen wa-
ren Subluxationen, Läsionen oder ein starker Druck auf die Wirbel-
säule verantwortlich für die verschiedenstens sympathischen Störun-
gen im Kreislauf, in den Eliminationen oder im Stoffwechsel. In vier
Fällen hatten Eliminationsstörungen die Voraussetzungen für eine
Skoliose geschaffen oder bereits verursacht, und zwar als Folge von
Muskelverspannungen beiderseits der Wirbelsäule. In drei Behand-
lungsanweisungen hat Cayce keine Ursachen für die Wirbelsäulen-
verkrümmung genannt.
276
Behandlung
Zur Behandlung der Skoliose verordnete Cayce vor allem Korrektu-
ren der Wirbelsäule mit dem Ziel, die einzelnen Wirbel in die richtige
Lage zu bringen. Für zehn Patienten verordnete Cayce sanfte spinale
Manipulationen, wobei er jedesmal sagte, ob sie von einem Chiro-
praktiker, einen Neurapathen oder einem Osteopathen vorgenom-
men werden sollten. In zwei Fällen durften einfache Manipulationen
der Muskulatur an der Wirbelsäule von einem Freund oder einem
Familienangehörigen vorgenommen werden.
In sechs Fällen standen Massagen der Wirbelsäule und des Rückens
im Mittelpunkt der Therapie. Gewöhnlich sollten auf diese Massagen
Wirbelkorrekturen folgen, in zwei Fällen sollten die Patienten an-
schließend ein heißes Bad nehmen. In den meisten Anweisungen
wurden als Massagemittel Erdnußöl, Olivenöl und Myrrhentinktur
oder Kakaobutter angegeben.
In fünf Fällen verordnete Cayce eine Umstellung der Diät auf reich-
lich Gemüse, besonders grünes Blattgemüse, Zitrusfrüchte und Voll-
kornerzeugnisse. Gelegentlich erwähnte er dabei auch gekochten
Fisch, Geflügel, Lammfleisch und in einigen Fällen Rindfleisch.
In fünf Anweisungen sagte Cayce, für die Wiederherstellung einer
gesunden Energieverteilung im Körper könnte die Anwendung elek-
trischer Schwingungen nützlich sein. Die radioaktive Kompresse, die
Naßzellenkompresse und die Bestrahlung mit violettem Licht wurden
jeweils einmal verschrieben, während zwei andere Anweisungen eine
nicht näher beschriebene Form elektrischen Schwachstroms emp-
fahl. Möglicherweise war damit die Naßzellenkompresse gemeint.
Bei vier Patienten, einer davon war ein fünf Monate alter Säugling,
hielt Cayce heiße Bäder und/oder über Nacht auf die Wirbelsäule
aufzulegende heiße Packungen für besonders wichtig. Diese Packun-
gen sollten entweder mit Glyko-Thymolin oder einer Mischung aus
Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus getränkt sein.
Krankengeschichte
Da sich die von Cayce empfohlenen Manßnahmen in den einzelnen
Fällen wesentlich voneinander unterschieden, geben wir im folgen-
den eine Zusammenfassung von zwei Krankengeschichten.
Der Patient 1503, ein 27jähriger Mann, litt an einer Skoliose am
Steißbein, die einen starken Druck auf die Lendenwirbel und das
ganze zerebrospinale System ausübte. Daneben stellte Cayce Drüsen-
störungen fest.
Er verordnete dem Mann täglich spinale Korrekturen über einen
Zeitraum von sechs Wochen, die jedoch nur von einem Chiroprakti-
277
ker oder einem Neurapathen vorgenommen werden sollten. Nach
einer Ruhepause von zwei Wochen sollte die gleiche Behandlung über
weitere sechs Wochen noch einmal vorgenommen werden. Daneben
verschrieb ihm Cayce die radioaktive Kompresse, die täglich 30 bis 40
Minuten lang aufgelegt werden sollte. Zur Diät empfahl er ihm Rind-
fleisch, Fisch, Milch, Vollkornweizenbrot und Gemüse. Auf städte-
haltige Speisen sollte der Mann verzichten.
Der Fall4529 war eine an Skoliose leidende Patientin. Als Ursache
nannte Cayce Eliminationsstörungen, die zu einer Muskelkontraktur
in der Steißbeingegend geführt hatten. Ihr empfahl er, jede Woche ein
Dampfbad zu nehmen und sich anschließend den Rücken mit reinem
Getreidealkohol und Olivenöl massieren zu lassen. Nachdem diese
Behandlung drei bis vier Wochen gedauert hatte, sollte die Patientin
4529 neuropathische Behandlungen zur Korrektur der Verspannun-
gen und des Drucks in der Wirbelsäule vornehmen lassen.
Über den Erfolg der von Cayce empfohlenen Therapie in diesen
beiden Fällen liegen keine Berichte vor.
Sterilität bei Frauen
18 Frauen, die nicht schwanger werden konnten, haben von Edgar
Cayce Behandlungsanweisungen für die Sterilität bekommen. In je-
dem Fall war er überzeugt, daß die Sterilität als Folge von Unausgewo-
genheiten im FOrtpflanzungssystem des Organismus heilbar sei.
Die in seinen Diagnosen am häufigsten genannten Ursachen waren
Faktoren, welche die Drüsenfunktionen und die Funktionen der Fort-
pflanzungsorgane beeinträchtigten. Oft waren es Koordinationsstö-
rungen zwischen dem sympathischen und dem zerebrospinalen Ner-
vensystem, Drüsenfunktionsstörungen und Eliminationsstörungen,
welche zu Unregelmäßigkeiten beim Eisprung und bei den Menstrua-
tionszyklen führten. Einige Frauen klagten über Unregelmäßigkeiten
bei der Menstruation und andere Beschwerden sowie über Sterilität.
In wenigstens acht Fällen handelte es sich um eine Kombination von
wenigstens zwei der oben genannten Beschwerden.
Behandlung
Zur Wiederherstellung einer normalen Koordination der Nervensy-
steme und der richtigen Lagerung der Beckenorgane verordnete
Cayce in 14 Fällen osteapathische Korrekturen, die gewöhnlich über
einen Zeitraum von mehreren Wochen ein- oder zweimal wöchent-
lich vorgenommen werden sollten.
In 11 Fällen verschrieb Cayce bestimmte Medikamente. Das waren
entweder Kräuterpräparate, Atomidin oder eine Mischung aus
278
Goldchlorid und Bromnatrium in Wasser (die auch Männem mit dem
gleichen Problem verordnet wurden). Die Kräuterpräparate enthiel-
ten die verschiedensten Bestandteile, darunter Chinarindenelixier,
Baldriantinktur und Ginsengtinktur. In drei Fällen, in denen Atomi-
din verordnet wurde, sollte es abwechselnd mit einer Reihe osteapa-
thischer Behandlungen oder anderen Medikamenten genommen
werden. Eine typische Dosis für Gold und Natrium war ein Tropfen
einer Goldlösung von 0,064 Gramm auf28,35 Gramm in einem hal-
ben Glas Wasser, die mindestens einmal täglich genommen werden
sollte.
In fünf Fällen verschrieb Cayce eine Umstellung der Diät auf alka-
lisch reagierende und blutbildende Speisen. Fette Speisen, Fleisch
und Stärke sollten so wenig wie möglich gegessen werden, um eine
Übersäuerung des Organismus zu verhindern.
Um den Kreislaufund die Schwingungen im Organismus zu stabili-
sieren, verordnete Cayce in fünf Fällen elektrotherapeutische Maß-
nahmen, am häufigsten in Form der radioaktiven Kompresse und der
Naßzelle (in einem Fall sollte beides gleichzeitig angewandt werden).
Die elektrotherapeutischen Maßnahmen waren jedoch kein Haupt-
bestandteil der Behandlungen, sondern wurden im allgemeinen für
die Ruhepausen zwischen anderen längeren Behandlungsreihen ver-
ordnet.
Krankengeschichte
Im Fall 2432, bei einer 30jährigen Frau, wurde die Sterilität auf Drü-
senstörungen und Koordinationsstörungen zwischen dem sympathi-
schen und dem zerebrospinalen Nervensystem zurückgeführt. Cayce
verschrieb der Frau einen Behandlungszyklus, in dessen Verlauf sie
fünf Tage lang Atomidin einnehmen sollte. Nach einer Ruhepause von
drei Tagen sollte sie die gleiche Dosis Atomidin für weitere fünf Tage
einnehmen, wieder eine Ruhepause einlegen und dann den ganzen
Zyklus wiederholen. Die Dosierung war ein Tropfen auf ein halbes
Glas Wasser, der jeden Morgen vor dem Frühstück eingenommen
werden sollte.
Während der Ruhepausen sollten wöchentlich zwei osteapathische
Korrekturen vorgenommen werden, und zwar besonders im Bereich
des vierten Lendenwirbels, des neunten Rückenwirbels und der bra-
chialen und Kreuzbeinzentren. In der ersten Behandlungsreihe soll-
ten insgesamt 12 Wirbelsäulenkorrekturen erfolgen. Anschließend
sollte die Frau täglich einen Tropfen verdünntes Goldchlorid und
zwei Tropfen verdünntes Bromnatrium in einem halben Glas Wasser
einnehmen. Ebenso wie bei der Behandlung mit Atomidin sollte diese
Behandlungsreihe fünf Tage dauern und drei Tage ausgesetzt werden.
279
Anschließend sollte anstelle des Goldchlorids und Bromnatriums
die obengenannte Dosis Atomidin eingenommen werden, und diese
ganze Reihe von Maßnahmen sollte drei- bis fünfmal wiederholt
werden.
Zum Abschluß sollten zehn weitere osteapathische Korrekturen
vorgenommen werden. In der Diät sollte die Patientin auf Süßigkeiten
und stärkehaltige Speisen wie Kartoffeln, Kuchen und Brot verzich-
ten. Ein wesentlicher Teil der Diät sollte dagegen aus Obst, Nüssen
und Gemüsen bestehen.
Über den Erfolg der Behandlung im Fall 2432 liegt kein Bericht vor,
und obwohl in den meisten Fällen nur unvollständige oder gar keine
Berichte abgegeben wurden, erfuhr Cayce von fünf Frauen, daß sie
nach Befolgen seiner Anweisungen schwanger geworden waren und
ein Kind geboren hatten.
Sterilität bei Männern
Edgar Cayce hat sieben Männern jeweils eine Behandlungsanweisung
gegeben, dabei die Ursache ihrer Zeugungsunfähigkeit genannt und
Vorschläge für eine Behandlung gemacht.
In diesen Anweisungen wurde die Sterilität im allgemeinen auf eine
Drüsenfunktionsstörung zurückgeführt und in allen Fällen als heilbar
bezeichnet. In den meisten Fällen klagten dieseMännerauch über
andere Beschwerden, zum Beispiel Eliminationsstörungen, nervösen
Streß und Kreislaufstörungen.
Behandlung
Bei der Behandlung der Sterilität legte Cayce großen Wert auf Kräu-
tertonika und bestimmte Medikamente. Mit ihnen sollten die Drüsen
gereinigt und eine normale Drüsensekretion angeregt werden. In drei
Fällen verordnete Cayce ein Tonikum, das aus destilliertem Wasser,
Goldchiarid und Natriumbicarbonat bestand. Einige Tropfen dieses
Präparats sollten zweimal täglich mit Wasser genommen werden.
Andere von ihm verschriebene Tonika enthielten die verschiedensten
Kräuterextrakte - Sarsaparille, kanadischen Balsam, »yellow dock
root«, Klettenwurzel und andere. Daneben verordnete er Weizen-
keimöl, Codiron und »Grove's Tasteless Chili Tonic« zur Verbesse-
rung der Drüsenfunktionen.
Um etwas gegen die durch die Drüsenstörungen verursachte Ner-
venbelastung zu unternehmen, verordnete Cayce für vier der Männer
wöchentliche spinale Manipulationen. Weitere Maßnahmen waren
die Alkalisierung des Organismus durch eine Umstellung der Diät, das
Einnehmen von Abführmitteln oder Darmspülungen.
280
Krankengeschichte
Die ausführlichste Behandlungsanweisung gab Cayce für den Fall
2548, einen 36jährigen Mann. Seine Zeugungsunfähigkeit wurde ver-
ursacht durch Toxine im Blut, die wiederum zu Drüsenstörungen
geführt hatten. Cayce verschrieb ein Kräuterpräparat aus destilliertem
Wasser mit »yellow dock root«, Klettenwurzel, Eschenrinde, Bucco-
blättern, Alraunenwurzel, Holunderblüten, Getreidealkohol und To-
lubalsam.
Die Diät sollte vor allem aus Speisen bestehen, die reichlich Vit-
amin B enthielten, sowie aus Obst, Getreideflocken, Gemüse und
Milch. Auf Fleisch oder gebratene Speisen sollte verzichtet werden.
Außerdem sollte der Mann dreimal wöchentlich einen mit Calcios
bestrichenen Keks essen. Nach einer Ruhepause von drei Tagen soll-
ten zweimal wöchentlich osteapathische Korrekturen, besonders im
Bereich der Lendenwirbel und des Kreuzbeins, vorgenommen wer-
den. Zur gleichen Zeit sollte der Mann »Grove's Tasteless Chili To-
nic« und Bromchinintabletten einnehmen. Die Therapie sollte dann
mit einer gründlichen Darmspülung beendet werden.
Über den Erfolg der von Cayce verschriebenen Maßnahmen gegen
die Sterilität liegen keine Berichte vor.
Stimmlosigkeit ---> Aphonie
Taubheit: Vorfall der Eustachischen Röhre
Ein Vorfall der eustachischen Röhre kann zur Gehörlosigkeit führen.
Edgar Cayce hat für 23 Personen im Alter zwischen 24 und 75 Jahren
insgesamt 32 Behandlungsanweisungen für dieses Leiden gegeben.
Die Hauptursache bei 16 dieser Fälle war nach seiner Diagnose eine
Kreislaufstörung. Viele dieser Personen litten an einer Anämie und/
oder einer Kreislaufstörung im Lymphsystem. Häufig waren die er-
krankten Ohren auch entzündet und zeigten einen PilzbefalL Da-
durch wurde die eustachische Röhre geschwächt und schließlich
geknickt.
In zehn weiteren FäJlen war die Hauptursache eine Stoffwechsel-
störung, die zu einer Ubersäuerung des Organismus führte, der da-
durch anfällig für Infektionen wurde, die schließlich im Ohr auftraten.
Eine unzureichende Entgiftung des Körpers trug in fast der gleichen
Zahl der Fälle zu der Übersäuerung bei. In einer Diagnose sagte Cayce
über die Ursache der Erkrankung: »Diese Auswirkungen im Kreislauf
deuten wieder auf eine Subluxation im Bereich der oberen Rücken-
und Halswirbel hin, was sich auf die Durchblutung im Bereich des
Ohrs negativ auswirkt. Das Gewebe im Kopf wird geschwächt, die
281
eustachische Röhre, der Hohlraum und das weiche Gewebe im Ge-
sicht sind an dieser Entwicklung beteiligt, so daß alle Teile des sensori-
schen Organismus zeitweilig unter dieser Kreislaufschwäche leiden«
(651-1 ).
In vier Fällen sprach Cayce von einer Infektion oder einem Ekzem,
was eine Reizung in der eustachischen Röhre hervorrief. Dieser Zu-
stand führte zu einer Entzündung und schließlich zum Kollaps der
Röhre.
Behandlung
Die wichtigste von Cayce für dieses Leiden in 21 Fällen verordnete
Behandlung war eine Form lokaler Manipulationen, die er als »Fin-
gerchirurgie« bezeichnete. Damit sollten die Verklebungen in der
eustachischen Röhre selbst gelöst werden. Ein in dieser Technik be-
sonders ausgebildeter Osteopath mußte diese Aufgabe übernehmen,
um befriedigende Ergebnisse zu erzielen. Außerdem gehörten zu die-
ser Therapie häufig auch allgemeine Korrekturen.
Um den Kreislauf anzuregen und die Nerven zu stärken, verordnete
Cayce für 15 Personen elektrotherapeutische Maßnahmen, und zwar
je nach den Erfordernissen in den einzelnen Fällen verschiedene
Formen. Am häufigsten waren es in dieser Reihenfolge Bestrahlungen
mit violettem Licht, radioaktive Kompressen und die Naßzellenthera-
pte.
Neun Personen erhielten Anweisungen für die Ernährung, bei der
es vor allem darauf ankam, daß die Speisen alkalisch reagierten wie
Obst und Gemüse. Schwerverdauliche Fleischsorten waren verboten,
aber gelegentlich wurde Rindfleischextrakt als Tonikum empfohlen.
Um etwas gegen die Übersäuerung des Organismus und für die
Ausscheidung von Giftstoffen zu tun, verschrieb Cayce in zehn Fällen
die Verdauung anregende Mittel und Abführmittel wie Enosalze und
N atriumpräparate.
Drei Personen verordnete er Massagen, besonders im Bereich der
Hals- und Rückenwirbel. Damit sollten die Entspannung von Nerven
und Muskeln gefördert und der Kreislauf angeregt werden. Ebenso
häufig empfahl er warme Packungen mit Glyko-Thymolin. Sie sollten
unterhalb des Ohrs aufgelegt werden, um das Abfließen von Flüssig-
keiten anzuregen. In einigen Fällen empfahl er Entspannungsübun-
gen und Meditation zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im
Organismus, um Infektionen zu bekämpfen.
282
Krankengeschichte
Berichte über den Erfolg der Behandlung liegen nur für sechs Fälle
vor. Drei Patienten berichteten von einer nur geringen oder gar keiner
Besserung, während drei andere von günstigen Ergebnissen sprachen.
Ein Fall, in dem eine Besserung des Zustands festgestellt wurde, war
der Fall 3105, eine 7 5jährige Frau, die für Gehörlosigkeit beider Ohren
aufgrund eines Vorfalls der eustachischen Röhren eine Behandlungs-
anweisung erhielt. Die Hauptursache für dieses Leiden sah Cayce in
einer Störung der Nervenimpulse zum sensorischen System, und zwar
als Folge von Verschiebungen des dritten und des vierten Rückenwir-
bels. Nach Cayces Diagnose hatte eine mangelhafte Durchblutung zu
einer Entzündung der Ohren geführt, die wiederum einen Kollaps der
eustachischen Röhren bewirkt hatte.
Er hatte der Patientin die osteapathische Fingerchirurgie verordnet,
mit der die Verklebungen in den Ohren gelöst und die Hörfähigkeit
wiederhergestellt werden sollte. Außerdem sollten täglich Glyko-Thy-
molinpackungen aufgelegt werden. Sie bestanden aus drei oder vier
Schichten Baumwollstoff, der mit Glyko-Thymolin getränkt war, und
sollten unter und neben den Ohren eine Stunde lang liegenbleiben.
Anschließend sollten das Gesicht, der Nacken, die Ohren und die
Rückenwirbel mit einem elektrischen Schwammvibrator behandelt
werden. Die Frau sollte täglich während einer Meditation über die
Bibel eine radioaktive Kompresse auflegen.
Nachdem sie den Anweisungen Cayces gefolgt war, hatte sich ihr
Zustand gebessert.
Taubheit, Nervöse
Die nervöse Taubheit ist eine Gehörlosigkeit, die entweder auf ner-
vöse Störungen zurückzuführen oder eine konduktile Gehörlosigkeit
ist, die durch Flüssigkeit im Mittelohr verursacht wird.
11 Personen im Alter von sechs bis 70 Jahren erhielten insgesamt 13
Behandlungsanweisungen für eine nervöse Taubheit und damit im
Zusammenhang stehende Störungen.
Als Hauptursache wurde in fast 70 Prozent der Fälle eine mangel-
hafte Entgiftung des Organismus genannt. Dadurch entstünden ein
allgemeiner Blutandrang und gelegentlich katarrhalische Entzündun-
gen im Körper, die sich in der eustachischen Röhre manifestierten und
einen Druck auf den Gehörnerv ausübten, der zur Verminderung der
Hörfähigkeit führte. In 50 Prozent der Fälle waren nervöse Störungen,
die zum Teil auf Wirbelverschiebungen zurückgeführt werden konn-
ten und die sensorischen Nerven im allgemeinen, besonders aber den
Gehörnerv behinderten, eine weitere Ursache. Auch eine Kreislauf-
283
schwäche, welche zu einer unzureichenden Versorgung des Organis-
mus mit Lymphe und Blut führte, trug in 35 Prozent der Fälle zum
Entstehen der Erkrankung bei. Infektionen im inneren Ohr sowie
mentale und emotionale Ursachen wurden in zwei Fällen angegeben.
Behandlung
Edgar Cayce empfahl für die Behandlung der nervösen Taubheit in
70 Prozent der Fälle Massagen. Damit sollte die Durchblutung entlang
der Wirbelsäule und/oder im Gesicht und über den eustachischen
Röhren angeregt werden. In etwa 60 Prozent der Fälle verordnete er
spinale Manipulationen im Bereich der Hals- und Rückenwirbel.
Etwa 40 Prozent der für die Behandlung notwendigen Zeit sollte für
elektrotherapeutische Maßnahmen aufgewendet werden, am häufig-
sten in der Form der Naßzelle mit Goldchlorid.
Etwa 30 Prozent der Patienten wurden angewiesen, ihre Diät umzu-
stellen, vor allem empfahl Cayce leichtverdauliche, alkalisch reagie-
rende Speisen wie Obst, Gemüse und deren Säfte. Zur Reinigung des
Verdauungstrakts verordnete er in zwei Fällen Darmspülungen.
Für besonders wichtig für die Behandlung des ganzen Menschen
hielt er eine positive innere Haltung des Patienten. Einem von ihnen
gab er den folgenden Rat: »Wer zweifelt, daß die richtigen Maßnah-
men die besten Erfolge haben werden, ist schon unterlegen. Geben Sie
nicht anderen die Schuld für das, was geschieht oder geschehen
könnte. Tun Sie selbst physisch, mental und spirituell das Richtige,
dann werden Sie die besten Erfolge haben« (5203-1).
Krankengeschichte
Vier der 11 Patienten berichteten über den Erfolg der Behandlung.
Drei von ihnen sprachen von guten Ergebnissen, während der vierte
die von Cayce gegebenen Anweisungen augenscheinlich nicht befolgt
hatte. Wir geben im folgenden eine Zusammenfassung von zwei der
vier vorliegenden Berichte.
Der Fall l 090 war ein sechsjähriger Junge, für dessen nervöse Taub-
heit eine Behandlungsanweisung gegeben wurde. Im Alter von fünf
Monaten hatte er einen Keuchhusten durchgemacht, und als er älter
wurde, entwickelte sich eine Schwerhörigkeit, die ihn beim Sprechen-
lernen behinderte. Bei Beginn der Behandlul);g nach den Anweisun-
gen von Cayce hatte man ihn bereits von 23 Arzten untersuchen und
behandeln lassen, die alle behaupteten, die Gehörnerven seien als
Folge der Belastung durch den Keuchhusten zerstört worden, und er
werde nie wieder richtig hören können.
Doch Cayces Prognose für das Kind war sehr viel ermutigender. Der
284
Junge war bereits chiropraktisch behandelt worden, und Cayce stellte
fest, daß er mit dieser und anderen therapeutischen Maßnahmen die
realistische Hoffnung habe, seine Hörfähigkeit zurückzugewinnen.
In seiner Diagnose sagte Cayce, ein Blutandrang im Milchduktus des
Bauchraums sei die Ursache der Taubheit. Um den Blutandrang zu
verringern, verordnete er heiße Packungen mit Rizinusöl über dem
Bereich des Milchduktus, und zwar für die Dauer von zwei bis vier
Wochen viermal wöchentlich (statt dessen könnte auch derselbe Be-
reich in den gleichen Zeiträumen mit Rizinusöl massiert werden).
Diese Maßnahmen sollten bis zu einer Dauer von vier Wochen fortge-
setzt werden, und nach einer Ruhepause von zwei oder drei Wochen
sollte eine neue Behandlungsreihe beginnen. Für die Ernährung emp-
fahl Cayce blutbildende und leichtverdauliche Speisen.
Nachdem diese Behandlung eine Zeitlang durchgeführt worden
war, berichtete der Chiropraktiker des Jungen über die bei ihm erziel-
ten Fortschritte: »Nach einer mehrwöchigen Behandlung konnte der
Patient Geräusche hören und Worte wiederholen, während er sich von
mir abwendete, um zu vermeiden, daß er sie mir von den Lippen ablas.«
Im Fall5182 handelte es sich um einen 70jährigen Mann, der eine
Behandlungsanweisung für nervöse Taubheit erhielt. Der Verlust der
Hörfähigkeit wurde in erster Linie auf eine katarrhalische Erkran-
kung der eustachischen Röhren und den dadurch verursachten Druck
auf die Gehörnerven zurückgeführt, der die Taubheit und Geräusche
im Kopf zur Folge hatte.
Cayce verordnete eine Naßzellenbehandlung mit Goldchlorid. In
Verbindung mit jeder Naßzellenbehandlung und zum Abbau des
Blutandrangs sollte die ganze Wirbelsäule massiert werden.
Der Mann hat offenbar die Anweisungen Cayces befolgt und be-
richtete, er habe eine allgemeine Besserung seines Zustands feststel-
len können, obwohl er immer noch unter den Geräuschen im Kopf
litte.
Tinnitus- Ohrensausen
Tinnitus ist das Gefühl, in den Ohren oder im Kopf Geräusche zu
hören, was sowohl objektiv richtig sein kann (wenn diese Geräusche
auch von dem untersuchenden Arzt gehört werden) oder nur von der
betreffenden Person so empfunden wird. In einem kleinen Prozent-
satz der Fälle hat der Tinnitus korrigierbare Ursachen wie Ohren-
wachs, eine Mittelohrentzündung oder hohen Blutdruck. Doch bei
einigen an solchen Beschwerden leidenden Personen läßt sich kaum
etwas dagegen unternehmen. In manchen Fällen werden Geräte ein-
gesetzt, die mit einem beruhigenderen Geräusch das Ohrensausen
übertönen.
285
Edgar Cayce hat sieben Personen mit Ohrensausen im Lauf der Zeit
11 Behandlungsanweisungen gegeben.
Am häufigsten führte er diese Beschwerden auf Kreislaufstörungen
zurück. Nach seinen Diagnosen können besonders im äußeren Ge-
hörgang als Folge von Durchblutungsstörungen im Kopf und im Ge-
sicht Läsionen entstehen. Als belastende Faktoren nannte er außer-
dem eine mögJiche Toxämie, Blutstau und psychologische Faktoren
(Sorgen und Angste usw. ), aber in der Hauptsache waren die Ursa-
chen Durchblutungsstörungen, gelegentlich begleitet von spinalen
Subluxationen. Einige der in diesen Fällen genannten Begleitsym-
ptome waren ein Druck in den Ohren, Geräusche im Kopf, Schwerhö-
rigkeit, ein Druck auf die eustachische Röhre, eine Verstopfung der
Ohren durch Ohrenwachs, Ohrenschmerzen, ein Jucken in den Oh-
ren und ein allgemeiner Erschöpfungszustand als Folge von Schlaflo-
sigkeit.
Behandlung und Krankengeschichte
Sieben Personen erhielten 11 ausführliche Behandlungsanweisungen
für den Tinnitus. In fünf Fällen empfahl Cayce osteapathische Kor-
rekturen, besonders im Bereich der Hals- und Rückenwirbel. In eini-
gen Fällen verordnete er auch Ganzkörpermassagen zur Anregung
des Kreislaufs sowie zur Koordinierung der Funktionen des sympathi-
schen und des zerebrospinalen Nervensystems. Außerdem verschrieb
er hydrotherapeutische Maßnahmen, besonders in der Fqrm von
Schwitzbädern. In einigen Fällen empfahl er gymnastische Ubungen
mit Kopfund Hals zur Förderung der Durchblutung in diesen Berei-
chen. Bei wenigen Patienten, bei denen die eustachische Röhre
schwer geschädigt war, riet er zu einem chirurgischen Eingriff.
Die Symptome von zwei Personen, denen Edgar Cayce Anweisun-
gen zur Behandlung eines Tinnitus gegeben hatte, waren, wie er sagte,
sensorische Reaktionen auf übersinnliche Erfahrungen. Er riet ihnen,
mit einer regelmäßigen Meditationspraxis zu beginnen und ihre über-
sinnlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Die in diesen Anweisungen verordnete Diät sollte im allgemeinen
hauptsächlich aus rohem Obst und Gemüse sowie - mit Ausnahme
von Fisch und Geflügel - aus nur wenig oder gar keinem Fleisch
bestehen. In einem Fall, bei dem der Tinnitus auf eine Toxämie zu-
rückzuführen war, verordnete Cayce eine strenge Diät mit nicht mehr
als 20 Prozent Säuregehalt Dabei sollten täglich Weintrauben geges-
sen werden.
Von den sieben an Tinnitus leidenden Personen befolgte eine nicht
die von Cayce gegebenen Anweisungen. Vier von ihnen schickten
keine Berichte über den Erfolg der Behandlung. Zwei schrieben je-
286
doch, sie seien durch die in den Anweisungen empfohlene Therapie
»geheilt« worden. Ein Patient berichtete außerdem, Cayces Therapie
habe seine Blindheit »geheilt«.
Tonsillitis- Mandelentzündung
Tonsillitis ist in den meisten Fällen auf eine Streptokokkeninfektion
zurückzuführen. Die Symtome sind Halsschmerzen, Fieber, Schüttel-
frost, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und geschwollene gerötete
Mandeln.
Obwohl die Mandelentzündung im allgemeinen als Kinderkrank-
heit angesehen wird, kommt sie auch bei Jugendlichen und Erwachse-
nen vor.
Cayce hat 37 Personen in 51 Behandlungsanweisungen die Ursa-
chen der Mandelentzündung erläutert und ihnen gesagt, welche Maß-
nahmen dagegen ergriffen werden können. Die Tonsillitis wird auch
in zahlreichen anderen Anweisungen erwähnt. Etwa die Hälfte der
Patienten, über deren Erkrankung hier berichtet wird, waren 17 Jahre
alt oder älter.
Ursachen und Behandlung
Als Ursachen der Mandelentzündung nannte Edgar Cayce in den
meisten Fällen spinale Subluxationen oder Läsionen, Eliminations-
störungen und Kreislaufstörungen. In vielen Fällen stellte er ein ge-
meinsames Auftreten dieser Ursachen fest. Außerdem glaubte Cayce,
daß es nicht zu Infektionen kommen könne, wenn im Organismus ein
normales Basen-Säure-Gleichgewicht bestünde.
Bei seinen Behandlungsvorschlägen für die Mandelentzündung be-
rücksichtigte Cayce stets die Schwere der Erkrankung. Wenn es sich
um eine akute Mandelentzündung handelte, empfahl er die Entfer-
nung der Mandeln, nachdem der Patient auf den chirurgischen Ein-
griff vorbereitet war, und in 40 Prozent der Fälle empfahl er die sofor-
tige oder spätere chirurgische Entfernung der Mandeln. Aber in den
Fällen, in denen er nicht von der Möglichkeit sprach, die Mandeln
operativ zu entfernen, gab er den Patienten zahlreiche andere Anwei-
sungen zur Erleichterung der Beschwerden und Heilung der Krank-
heit.
In 60 Prozent der Fälle verordnete er häufig vorzunehmende spi-
nale Manipulationen, die sich besonders auf die Halswirbel und die
oberen Rückenwirbel konzentrieren sollten. Mit diesen Manipulatio-
nen sollte die Wirbelsäule nicht nur entspannt und die Wirbel in die
richtige Lage gebracht werden, sondern Cayce wollte damit auch die
natürliche Dränage der Luftröhre anregen, um eine weitere Ansamm-
287
lung von Toxinen im Lymphgewebe zu verhindern. Vor den chirurgi-
schen Eingriffen empfahl er in fast allen Fällen solche Manipulatio-
nen, um sicherzustellen, daß das infizierte Gewebe vor der Entfer-
nung der Mandeln entgiftet wurde. Bei einigen Patienten verbesserte
sich der Zustand daraufbin soweit, daß sich die Operation erübrigte.
In mehr als 25 Prozent der Behandlungsanweisungen verordnete
Cayce Massagen und Einreibungen. Sie sollten mit den verschieden-
sten Substanzen vorgenommen werden, unter anderem mit Alkohol
und Kakaobutter. Für besonders wichtig hielt er Massagen im Bereich
der Luftröhre und des Halses, verordnete aber auch Ganzkörpermas-
sagen. Der Mutter eines neun Monate alten Mädchens sagte Cayce,
die Vergrößerung der Gaumen- und Rachenmandeln des Kindes
könne durch Massagen des Halses und der Halswirbel verhindert
werden.
In 25 Prozent der Fälle verordnete Cayce Maßnahmen zur Anre-
gung der Ausscheidungsorgane, und um den Organismus von toxi-
schen Substanzen zu befreien, verschrieb er salzhaltige Abführmittel,
Klistiere oder Darmspülungen. Für 22 Prozent der Patienten verord-
nete der eine alkalische Diät und empfahl dazu Zitrusfrüchte und ihre
Säfte, grünes Gemüse sowie andere alkalisch reagierenden Speisen.
Fleisch und stärkehaltige Speisen sollten diese Patienten gar nicht
oder nur in ganz geringen Mengen zu sich nehmen. In mehreren
Fällen verordnete Cayce eine halbflüssige Diät und blutbildende Spei-
sen wie Leberextrakt Damit sollte die Entgiftung des Körpers geför-
dert und der Organismus gekräftigt werden.
Einigen Patienten verschrieb Cayce Kräuterpräparate, und zwar am
häufigsten Podophyllum mit Leptandrin und Sanguinaria, gelben Sa-
fran in einem Tee und Gartensalbei mit Chinarindenelixier sowie
andere Kräuter. Diese Präparate sollten regelmäßig und jeweils zur
gleichen Tageszeit eingenommen werden.
Gegen Reizungen der Atmungsorgane verordnete er Lavoris,
Glyko-Thymolin und andere alkalische Antiseptika zum Gurgeln. In
einem Fall verschrieb er gegen die Halsentzündung eine Glyko-Thy-
molinpackung über die Luftröhre.
Tumore - Uterus
Edgar Cayce hat insgesamt 73 Behandlungsanweisungen für Gebär-
mutterturnare gegeben. Das sind Ansammlungen von Fettgewebe, das
sich an den Eileitern oder an der Gebärmutterwand festsetzt. Die
Behandlungsanweisungen für Gebärmutterturnare wurden für zehn
Frauen gegeben, und eine von ihnen bekam im ganzen für diese wie
auch für andere Beschwerden 60 Anweisungen. In drei Fällen wurde
nichts über die Ursachen gesagt, denn es handelte sich um bösartige
288
Geschwüre, die so bald wie möglich chirurgisch entfernt werden
sollten. In den übrigen Fällen nannte Cayce als Ursachen für das
Entstehen der Tumore Störungen innerhalb des Organismus.
In vier Fällen erwähnte er Eliminationsstörungen bei der Menstrua-
tion, wodurch die Lymphdrüsen verstopft worden waren, was wie-
derum zu einer Ansammlung von Lymphe im Uterus geführt hatte.
Andere belastende Faktoren waren Koordinationsstörungen zwi-
schen den einzelnen Drüsen und das Fehlen bestimmter Elemente im
Blut. In zwei Fällen waren Verwachsungen und Läsionen in den
Beckenorganen für das Entstehen der Gebärmutterturnare verant-
wortlich.
Behandlung
Cayce paßte seine Behandlungsmethoden jeweils den Bedürfnissen
der einzelnen Patienten an. In fünf Fällen verordnete er eine alkalisch
reagierende Diät, die in der Hauptsache aus rohem und gekochtem
Gemüse, Zitrusfrüchten, Fisch, Geflügel und Lammfleisch bestand.
Verzichten sollten sie auf gebratene Speisen, Fett, Stärke und Zucker.
In fünf Fällen verschrieb er spinale Korrekturen, mit denen der
Druck auf die Beckenorgane abgebaut werden sollte. Diese Maßnah-
men sollten sich in erster Linie auf die Lendenwirbel und den Bereich
des Kreuzbeins konzentrieren, die direkt mit den Beckenorganen
verbunden sind.
Ebenfalls in fünfFällen verordnete er verschiedene Formen der
Elektrotherapie, am häufigsten die Bestrahlung mit violettem Licht
unter Verwendung eines in die Scheide einzuführenden Geräts und
die radioaktive Kompresse.
Spülungen mit stark verdünnten Atomidin- oder Creolinlösungen
wurden vier Frauen verschrieben. Die übliche Atomidindosis war ein
Teelöffel auf einen Liter warmes Wasser. Oft verschrieb er auch Laxa-
tive wie Olivenöl, Serutan oder Epsomsalz zur Anregung der Aus-
scheidungsorgane. In einigen Fällen verordnete Cayce auch Massa-
gen und sanfte Einreibungen mit Olivenöl.
Krankengeschichte
Die Patientin war eine 35jährige Frau (Fall2330) mit einer Gebärmut-
tersenkung, die zur Bildung von Verwachsungen und Läsionen in der
Gebärmutterwand beigetragen und Menstruationsbeschwerden so-
wie Stauungen in der Gebärmutter verursacht hatte. Die Frau bekam
zur Behandlung ihres Zustands eine Reihe von drei Anweisungen.
Dabei verschrieb Cayce sechs osteapathische Korrekturen, die
zweimal wöchentlich vorgenommen werden sollten, wobei das Steiß-
289
bein, das Kreuzbein und die Lendenwirbel besonders zu berücksichti-
gen waren. Einmal wöchentlich, am besten einen Tag nach den Korrek-
turen, sollte die Frau wenige Minuten die Bestrahlung innerhalb der
Vagina mit violettem Licht und anschließend eine Spülung mit einer
Lösung aus einem Teelöffel Atomidin in einem Liter warmem Wasser
vornehmen. Nach Befolgung dieser Anweisungen konnte eine allge-
meine Besserung festgestellt werden.
Mit der zweiten Anweisung verschrieb er der Frau weitere sechs bis
acht wöchentlich vorzunehmde spinale Manipulationen im Bereich
der Lendenwirbel und des Kreuzbeins. Dazu kamen weitere Spülun-
gen mit Atomidin, während die violette Bestrahlung noch einmal alle
zehn Tage vorgenommen werden sollte. Während der Menstruation
sollten diese beiden Maßnahmen ausgesetzt werden.
In der Diät sollte die Frau auf stärkehaltige Speisen, Fett und Käse
verzichten, aber reichlich Zitrusfrüchte und Traubensaft trinken. Zur
Anregung der Ausscheidungsorgane sollte sie drei- bis viermal täglich
einen halben bis einen ganzen Teelöffel Olivenöl einnehmen.
Der Zustand der Frau besserte sich offenbar zeitweilig, aber zwei
Jahre nach Erhalt ihrer ersten Behandlungsanweisungen machten sich
die Symptome wieder bemerkbar, und sie berichtete, daß sie Probleme
in der Menstruationsperiode und mit ihren Ausscheidungsorganen
hatte. Mit einer dritten Anweisung verordnete ihr Cayce fünfbis sechs
weitere osteapathische Korrekturen in der Woche im Bereich der
Lendenwirbel, des Kreuzbeins und der unteren Rückenwirbel. Außer-
dem sollten einmal wöchentlich die Bestrahlungen mit violettem Licht
und die Spülungen mit verdünntem Atomidin oder Glyko-Thymolin
(ein Eßlöffel auf einen Liter warmes Wasser) vorgenommen werden.
Ein Jahr nach Empfang dieser Anweisung wurde berichtet, daß der
Patientin ein aus faserigem Bindegewebe bestehender Tumor von der
Größe einer Grapefruit operativ entfernt worden war. Eine Freundin
berichtete, die Frau habe die Anweisungen Cayces nicht befolgt und
ihren Zustand vernachlässigt.
Vaginitis
Vaginitis ist eine Entzündung der Vagina, gekennzeichnet durch star-
ken Juckreiz und/oder Ausfluß. Edgar Cayce hat sieben Frauen und
einem Säugling 20 Behandlungsanweisungen für die Vaginitis gege-
ben.
Nach diesen Anweisungen wurde Vaginitis entweder durch eine
mangelnde Koordination der Nervensysteme, welche die Beckenor-
gane und Drüsen negativ beeinfluß.te, oder durch Eliminationsstörun-
gen verursacht, welche zu einer Ubersäuerung des ganzen Organis-
mus geführt hatten.
290
Behandlung
Obwohl Cayce für die Vaginitis keine einheitliche Therapie entwik-
kelte, legte er besonderen Wert auf innerliche Behandlungsmethoden.
Häufig verordnete er spinale Manipulationen. Mit ihnen sollten Sub-
luxationen und Verklemmungen korrigiert werden, die für Koordina-
tionsstörungen des Nervensystems verantwortlich waren, und das
sollte wenigstens einmal wöchentlich geschehen.
In vier Fällen verordnete Cayce häufige Spülungen mit Lösungen
aus Glyko-Thymolin (ein Eßlöffel auf einen Liter körperwarmes Was-
ser) oder Atomidin (ein Teelöffel auf einen Liter körperwarmes Was-
ser).
In drei Fällen verschrieb er eine Umstellung der Diät auf alkalisch
reagierende Speisen. Dabei sollte unter allen Umständen auf Fleisch,
gebratene und stärkehaltige Speisen verzichtet werden.
In zwei Fällen verordnete er Rindfleischextrakt und Ventriculin.
Außerdem hielt er die Bestrahlung mit violettem Licht in diesen
Fällen für günstig.
Krankengeschichte
Die Patientin 538, eine 43jährige Frau, erhielt 13 Anweisungen für die
Behandlung wiederholt auftretender Beschwerden in der Form eines
Ausschlags an der Vagina, der einen starken Juckreiz verursachte. Die
Frau erhielt damit die ausführlichsten und detailliertesten Anweisun-
gen von allen an Vaginitis leidenden Patientinnen.
Nach der Diagnose von Cayce war die Vaginitis als Reaktion auf ein
Medikament entstanden, welches der Patientin zur Behandlung eines
anderes Leidens verschrieben worden war. Durch das Einnehmen
dieses Medikaments war eine chemische Unausgewogenheit im Orga-
nismus entstanden, die sich auf die Durchblutung der Haargefäße
besonders in den Beckenorganen auswirkte. Das führte zu Elimina-
tionsstörungen und einem heftig juckenden Ausschlag im Bereich der
Vagina.
Zur Anregung der Ausscheidungsorgane verordnete Cayce das täg-
liche Einnehmen von Kohletabletten und geringer Dosen Enosalz.
Daneben verschrieb er häufige Spülungen mit einer Lösung aus Ka-
liumpermanganat und wenigen Tropfen Myrrhentinktur. Außerdem
sollte die Frau jeden zweiten Tag Sitzbäder mit in Wasser aufgelösten
geringen Mengen dieser Substanzen und einer kleinen Dosis Tolubal-
sam nehmen. Schließlich verschrieb er auch Bestrahlungen mit violet-
tem Licht unter Verwendung eines in die Vagina einzuführenden
Geräts.
Nach Erhalt der zweiten Anweisung zeigte sich eine gewisse Besse-
291
rung, worauf Cayce zweimal wöchentliche Spülungen mit schwachen
Lösungen Glyko-Thymolin oder Lavoris verordnete. In den folgen-
den Anweisungen empfahl er eine Alkalisierung des Organismus
durch die Diät, die reichlich Orangen- und Zitronensaft enthalten
sollte.
Daneben empfahl er eine Reihe von drei bis fünf spinalen Manipu-
lationen unter besonderer Berücksichtigung der Lendenwirbel. An-
stelle der innerlich vorzunehmenden Bestrahlung mit violettem Licht
sollte nun diese Bestrahlung äußerlich über dem zerebrospinalen
System, dem Unterbauch und dem Zwerchfell erfolgen. Diese Be-
strahlungen sollten zweimal wöchentlich für die Zeit von jeweils 15
Minuten vorgenommen werden.
Nachdem sich ihr Zustand zunächst gebessert hatte, erlebte die
Patientin einen Rückfall mit einem erneuten Auftreten der Vaginitis.
Darauf verordnete Cayce die radioaktive Kompresse, bei der die Pole
auf das Schambein und den vierten Lendenwirbel aufgelegt werden
sollten. Die Kompresse sollte in einem Viertagesrhythmus mit dazwi-
schenliegenden Pausen täglich jeweils 30 Minuten liegenbleiben, und
diese Therapie sollte so lange fortgesetzt werden, bis die Hautreizun-
gen verschwunden waren. In späteren Anweisungen verordnete
Cayce zur Linderung des Juckreizes die äußerliche Anwendung von
Vaseline, D.D.D.-Salbe, Cuticura und Kampferöl.
Die Patientin berichtete, daß die Vaginitis zunächst noch ein paar
Mal aufgetreten sei, ihr Zustand sich aber bei Befolgung der Anwei-
sungen wesentlich gebessert habe und sie schließlich völlig geheilt
worden sei.
Venenentzündung---> Phlebitis
Verdauungsstörungen ---> Gastritis
Verhaltensstörungen bei Kindern
Edgar Cayce wurde häufig von Eltern aufgesucht, die sich von ihm in
Erziehungsfragen beraten ließen. Obwohl es sich bei diesen Proble-
men meist um Reizbarkeit und Nervosität der Kinder handelte, waren
es Schwierigkeiten der verschiedensten Art, vom Ungehorsam bis
zum chronischen Lügen, um die es bei diesen Gesprächen ging.
Die Eltern von sechs Kindern ließen sich zu gewissen Verhaltens-
störungen beraten, und in einem siebenten Fall wurde Cayce ganz
allgemein gefragt, nach welchen Grundsätzen man bei der Kinder-
erziehung vorgehen solle, um die geistigen Anlagen junger Menschen
zu fördern.
Nach Cayces Aussagen waren es die verschiedensten Ursachen, die
292
zu Erziehungsschwierigkeiten führten. In sieben Fällen waren es ner-
vöse Störungen, bei denen im allgemeinen das zerebrospinale N er-
vensystem beteiligt war. Zwei Kinder litten an Funktionsstörungen
der Drüsen und zwei an Kreislaufstörungen. In ~ i n e m Fall hatten die
Probleme ausschließlich karmische Ursachen. Uber die Einzelheiten
des Karmas dieses Kindes wurde jedoch nichts gesagt. In einem ande-
ren Fall wurde das Karma als ein weiterer belastender Faktor genannt.
Wenn Cayce über die Gründe der Verhaltensstörungen sprach, riet
er den Eltern häufig, die Kinder aus einer neuen Perspektive zu sehen
und zu erkennen, daß sie in natürlicher Weise auf die Lebensum-
stände reagierten und ihr Verhalten nicht anormal oder durch irgend-
welche Funktionsstörungen verursacht sei. So war zum Beispiel das
Verhalten im Fall 566, es war ein sechsjähriges Mädchen, zunächst als
anormal angesehen worden, doch Cayce stellte fest, daß das Kind nur
auf »bestehende Belastungen« (emotionale?) und »vorhandene phy-
sische Kräfte« reagierte.
Cayce riet den Eltern ganz allgemein, über die Schwierigkeiten
eines Verhaltensproblems hinauszusehen und zu erkennen, daß es
der notwendige Ausdruck von Kräften sei, die in der Entwicklung des
Kindes zum Ausdruck kamen. Im Hinblick auf das chronische Lügen
im Fall566 sagte Cayce: »Dieses (Belügen) des Körpers ist Ausdruck
der Wirklichkeit; es sind keine Unwahrheiten. Wenn der Körper stän-
dig durch etwas belastet wird, was anderen als unwahr erscheint,
dann baut er sich ... einen Selbstschutz auf und nicht Verständnis,
und der Körper wird immer störrischer; er fühlt immer deutlicher, daß
er nicht verstanden wird, und das Gefühl, daß er übertreiben muß,
daß er sich ausdehnen muß und daß seine Bedürfnisse in jeder Hin-
sicht berücksichtigt werden müssen, wird immer stärker! « (566-7). In
einem anderen Fall ging es um ein rebellisches und vergeBliches Kind.
Cayce sagte den Eltern, der Grund, weshalb die meisten Menschen
vergessen, sei »etwas in ihnen selbst, ihr ganzes inneres Bewußtsein
hat sich aufgelehnt, und sie sind bereit zu vergessen« (5022-1 ). Mit
anderen Worten, Cayce betrachtete diese Verhaltensweise als direkte
Reaktion auf die Lebensbedingungen des Kindes und nicht als ein
unbeeinflußtes Phänomen.
Behandlung
Zum Umgang mit Verhaltensproblemen empfahl Cayce ein ganzheit-
liches V erfahren, bestehend aus einer Physiotherapie und Maßnah-
men im Bereich der emotionalen, mentalen und spirituellen Aspekte
der Situation. Die am häufigsten verordnete Physiotherapie, die in
vier von sechs Fällen angewendet werden sollte, war ein tägliches Bad
zur Entspannung des Körpers und Öffnung der Poren, dem eine
293
tägliche Rückenmassage mit Kakaobutter, Olivenöl oder eine Mi-
schung aus Erdnußöl, Olivenöl und Lanolin folgen sollte. Im einzel-
nen wurden für die Massage die folgenden Anordnungen gegeben:
1. Verteilen Sie eine geringe Menge Öl über die ganze Oberfläche des
Rückens. Beginnen Sie auf einer Seite des Körpers, während die
Hände rechtwinklig zur Wirbelsäule liegen. Dann streichen Sie mit
einer Hand nach oben über den Rücken. Wenn Sie nun die Hand
wieder zurückgleiten lassen, streichen Sie mit der anderen Hand nach
oben und erzeugen damit ein gleichzeitiges Ziehen und Schieben.
Setzen Sie diese aufwärts und abwärts gerichtete Bewegung eine
Zeitlang fort und tun Sie dann auf der anderen Seite das gleiche.
2. Reiben Sie mit Daumen und Fingerspitzen in kleinen Kreisen auf
beiden Seiten entlang der ganzen Wirbelsäule (nicht aber unmittelbar
auf der Wirbelsäule). Beschreiben Sie die Kreise auf der rechten Seite
im Uhrzeigersinn und auf der linken Seite gegen den Uhrzeiger. Arbei-
ten Sie dabei von oben nach unten entlang der Wirbelsäule.
3. Beenden Sie die Massage, während Sie neben dem Kopf des Kin-
des stehen. Legen Siebeide Hände mit gespreizten Fingern auf die
Schultern am oberen Ende des Rückens. Dann lassen Sie die Hände
den ganzen Rücken bis zum Beginn der Hüften hinuntergleiten, die
Daumen unmittelbar neben der Wirbelsäule. Üben Sie dabei einen
gewissen Druck aus, als wollten Sie etwas aus dem Rücken heraus-
quetschen.
In vielen Fällen verlangte Cayce, daß die Eltern das Kind massierten
und nicht eine Krankenschwester oder ein Masseur. Er begründet
diese Anweisungen damit, daß die Schwierigkeiten der Kinder nicht
nur bei diesen zu suchen seien, sondern daß Eltern und Kinder in
dieser Therapie die Möglichkeit erkennen sollten, zusammenzuwir-
ken.
In einem Fall sagte Cayce den Eltern, » (die Verhältnisse) sind weit-
gehend davon abhängig, daß die Beteiligten gewillt sind, sich als
Einheit zu erkennen und zu sehen, welche Verpflichtungen und Mög-
lichkeiten der jeweils andere hat, die Einheit herzustellen. Und die
Verantwortlichen ... sollten ihre Erfahrungen in die gleiche Richtung
wirken lassen und zeigen, welche Möglichkeiten und Verpflichtungen
es sind, die zu dieser Einheit führen. Denn mit einem solchen paralle-
len Bemühen wird der Sinn dessen, was diejenigen erfahren, die so oft
geneigt sind, solche Störungen als Zufall oder als etwas Unvermeidli-
ches anzusehen, besser verstanden werden« (2153-2).
Zu den anderen von Cayce verordneten physiotherapeutischen
294
Maßnahmen gehörten spinale Manipulationen, radioaktive Kom-
pressen und Packungen mit Rizinusöl. Ein Psychiater in Kalifornien,
ein Mitglied der Association for Research and Enlightenment (Gesell-
schaft für Forschung und Aufklärung), hat gesagt, es sei »unglaub-
lich«, wie günstig Rizinusölpackungen bei der Behandlung von gei-
stesgestörten und behinderten Patienten wirkten. Eine Studie der
ARE empfiehlt die Auflage von Rizinusölpackungen fünfmal wö-
chentlich.
Um das Gefühl der inneren Harmonie bei den Kindern zu fördern,
riet Cayce den Eltern in vier von sechs Fällen, ihren Kindern vor dem
Einschlafen gut zuzureden. In einigen Fällen schlug er vor, das Kind
gleichzeitig zu massieren oder ihm eine Rizinusölpackung aufzule-
gen, da er glaube, daß beide Maßnahmen der Entspannung dienten
und das Einschlafen erleichterten.
Die Vorteile dieses Verfahrens erläuterte Cayce wie folgt: »In dem
Zustand, wenn der Körper das Bewußtsein im Schlaf verliert, läßt sich
die Seele ... durch Eingebungen beeinflussen, die sich dann im wa-
chen Bewußtsein oder im physisch normalen Körper auswirken.
Das Gedächtnis schärft sich dann und bewahrt diese als die Ideen und
Ideale einesjeden Elements der Aktivitäten des Körpers« (5747-1).
Die Vorstellungen sollten in dem Kind während des Einschlafens
geweckt werden. Den Eltern eines Kindes sagte er, sie sollten bei der
Vorbereitung zu dem Gespräch die folgenden Worte sagen: »Himmli-
scher Vater! In Deiner Gnade und in Deiner Liebe sei jetzt bei uns
gegenwärtig, während wir Körper und Geist dieses Deines Kindes
anleiten wollen, in Deinem Dienst ein besseres Werkzeug zu werden.«
Die Eltern sollten das Kind beim Namen nennen und ihm dann
folgendes sagen: »Dein inneres Selbst, deinunbewußtes Selbst, dein
überbewußtes Selbst wird dem Willen Gottes des Vaters folgen, damit
du zu einem besseren Werkzeug wirst, das Ihm auf dieser Erde dienen
kann« (4058-1).
Da die beim Einschlafen gegebenen Ermahnungen befolgt werden
könnten, hielt es Cayce für wichtig, daß diejenigen, die solche Ermah-
nungen aussprachen, es in einer liebevollen und positiven inneren
Haltung täten. Er sagte den Eltern, sie sollten die Vorschläge, die sie
ihren Kindem machten, so formulieren, daß sie ihren jeweiligen Be-
dürfnissen entsprächen. Die von Cayce vorgeschlagenen Gespräche,
welche die Eltern mit ihren Kindern kurz vor deren Einschlafen
führen sollten, waren nach seiner Ansicht kein Versuch, das Verhal-
ten der Kinder direkt zu beeinflussen. Sie sollten die Kinder nur daran
erinnern, daß sie in ihrem innerstenKernspirituelle Wesen sind.
Die Eltern eines Kindes wurden angewiesen, die Träume des Kindes
aufzuschreiben, wenngleich augenscheinlich nicht der Versuch un-
ternommen wurde, sie zu deuten. Diese Maßnahme sollte nur dazu
295
dienen, sich eine Vorstellung über ihre Entwicklung während der
Behandlung machen zu können, um Veränderungen in ihren Gefüh-
len und in ihrer Einstellung festzustellen. Cayce warnte die Eltern
davor, dem Kind zu sagen, daß seine Träume aufgeschrieben wurden,
begründete diese Warnung aber nicht.
In allen Fällen, in denen es um Verhaltensstörungen bei Kindern
ging, sprach Cayce auch über die Haltung der Eltern. Besonderen
Wert legte er auf ihre Geduld, ihre Güte und ihr Verständnis. Die
Eltern sollten aufrichtig und bereit sein, einander in dieser Situation
zu »begegnen« und die Probleme des Kindes als ihre eigenen zu
betrachten. Um sich inspirieren zu lassen, sollten die Eltern Bibelstel-
len wie 2. Moses 19,5 und 5. Moses 30 sowie die Geschichten von
Hanna und Elkana lesen.
Verstauchungen ---> Frakturen
Warzen---> Leberflecken
Windpocken
Windpocken sind eine ansteckende Viruserkrankung, mit der sich in
den meisten Fällen Kinder in einem frühen Lebensalter infizieren. Die
Krankheit ist nicht besonders gefährlich und zeigt Symptome wie
leichtes Fieber und Hautausschlag. Ebenso wie bei einigen anderen
häufig vorkommenden Kinderkrankheiten wird der Organismus
durch eine einmalige Erkrankung gegen weitere Ansteckungen im-
mun.
Edgar Cayce gab für einen sechsjährigen, akut an Windpocken
erkrankten Jungen, eine Behandlungsanweisung. Dazu erklärte er,
die vorgeschlagenen Maßnahmen seien die für diesen Fall geeigneten,
äußerte sich aber nicht im einzelnen zu dem Fall. Er wies nur darauf
hin, daß es notwendig sei, für die Entgiftung des Körpers zu sorgen
und darauf zu achten, daß sich das Kind nicht erkältete. Aus diesem
Grund sollte die Ernährung aus alkalisch reagierenden Speisen beste-
hen, und alle säurebildenden Lebensmittel seien zu vermeiden.
Wirbelsäule - allgemein
Eine Wirbelsäulenverrenkung oder -verletzung war die Ursache unge-
zählter Symptome, die Cayce von seinen Patienten genannt wurden.
Aus seinen Anweisungen sehen wir, daß Läsionen und Narbenge-
webe, die sich im Lauf der Jahre nach einer Wirbelsäulenverletzung
bilden, die Nervenenden einklemmen können und damit die Funk-
tion der Nerven behindern.
296
Einige der in Cayces Diagnosen erwähnten Symptome, die durch
eine Verrenkung oder Verletzung der Wirbelsäule verursacht werden,
sind heiße oder kalte Schauer, besonders im Ruhezustand; Müdigkeit;
»Beschwerden« in der Leber, der Bauchspeicheldrüse und im oberen
Bereich der Darmwege; N in Armen und Beinen;
Schmerzen des Ischiasnervs; Uberfunktion von Nieren und Blase;
Stuhlverstopfung; Kopfschmerzen; Nervosität; Schlafstörungen; Völ-
legefühl im Magen und Blähungen sowie Sterilität.
Behandlung
In den meisten Fällen verordnete Cayce gegen Beschwerden in der
Wirbelsäule osteapathische Manipulationen. In fünfvon sechs An-
weisungen verschrieb er diese Korrekturen. Wenn die Verletzung der
Wirbelsäule schon längere Zeit zurücklag, verordnete er Massagen
mit Öl, elektrotherapeutische Maßnahmen und Packungen zur Anre-
gung des Kreislaufs, zur Auflockerung alten Narbengewebes und zur
Entgiftung des Organismus.
In einem Fall verordnete Cayce heiße Kompressen mit einer gesät-
tigten Lösung Epsomsalz auf der verletzten Stelle, die möglichst lange
liegenbleiben und wirken sollten. Anschließend sollten sanfte ostea-
pathische Korrekturen und eine Massage mit Olivenöl und Erdnußöl
vorgenommen werden.
Ein anderer Patient sollte zur Entspannung der Wirbelsäule heiße
Glyko-Thymolinpackungen auflegen und sich anschließend mit Oli-
venöl und Erdnußöl massieren lassen. Osteapathische Manipulatio-
nen sollten erst nach Beendigung einer Reihe von 20 Packungen
vorgenommen werden.
Die von Cayce empfohlene Diät sollte reichlich rohes Gemüse und
Obst enthalten. Besonders wichtig war es, für das normale Funktio-
nieren der Ausscheidungsorgane zu sorgen, und in mehreren Anwei-
sungen verordnete Cayce auch Darmspülungen.
Wirbelsäulenverletzungen - Steißbein
Edgar Cayce hat 17 erwachsenen Männern und Frauen, die sich das
Steißbein bei einem Sturz oder einem anderen Unfall verletzt hatten,
22 Behandlungsanweisungen gegeben. Als Folge dieser Verletzungen
waren verschiedene Beschwerden aufgetreten, darunter Kopfschmer-
zen, Schmerzen im Bereich der unteren Wirbelsäule, Störungen bei
den Sinneswahrnehmungen und Verdauungsstörungen.
Schwächen bei der Koordination zwischen dem zerebrospinalen
und dem sympathischen Nervensystem wurden als weitere Ursache
für eine ungenügende Durchblutung der Leber und der Beckenorgane
297
diagnostiziert. Die Anweisungen ließen erkennen, in welcher Weise
die Nervensysteme und andere organische Systeme voneinander ab-
hängig sind, und diese Erkenntnis führte zu einer ganzheitlichen
Behandlungsmethode.
Behandlung
Cayce konzentrierte sich bei der Behandlung dieser Verletzungen auf
die Korrektur der Wirbelverschiebungen im Bereich des Steißbeins,
des Kreuzbeins und der Lendenwirbel, um die Koordination der Ner-
ven wiederherzustellen und den Druck im unteren Teil der Wirbel-
säule abzubauen. In 16 von 17 Fällen verordnete er daher osteapathi-
sche oder chiropraktische Manipulationen der Wirbelsäule. Sie wa-
ren mehrmals wöchentlich vorzunehmen, gewöhnlich in einem Zeit-
raum von 16 bis 20 Wochen.
In fast einem Viertel der Fälle verschrieb Cayce Massagen oder
Einreibungen für den Rücken zur Entspannung der Muskulatur. Da-
mit sollte der ganze zu behandelnde Bereich entspannt werden, damit
die Manipulationen erfolgreich vorgenommen werden konnten. In
anderen Fällen sollten auf den unteren Teil des Rückens und den zu
manipulierenden Bereich vor dieser Behandlung heiße, feuchte Um-
schläge aufgelegt werden.
Zur Wiederherstellung des Gleichgewichts der Nervenfunktionen
verordnete Cayce in 42 Prozent der Anweisungen elektrotherapeuti-
sche Maßnahmen. In vier Fällen wurden besonders die Naßzelle und
die radioaktive Kompresse erwähnt, die typischerweise mehrmals
wöchentlich abends für die Dauer von 30 bis 60 Minuten aufgelegt
werden sollten. Cayce erwähnte auch andere elektrotherapeutische
Maßnahmen wie die » Abrams radionie machine« und eine Diather-
miebehandlung, ohne sich jedoch im einzelnen dazu zu äußern.
Zur Harmonisierung der Nervenfunktionen verschrieb er außer-
dem verschiedene Tonika. In mehr als einem Fünftel seiner Anwei-
sungen empfahl er ein Kräutertonikum, bestehend aus der Rinde des
wilden Kirschbaums, Sarsaparillewurzel, »yellow dock root« und
»black root«. In einer Behandlungsanweisung verordnete er Gold
und Natrium in Wasser.
In 17 Prozent der Fälle verschrieb Cayce Darmspülungen und Kli-
stiere, um die Ausscheidungsorgane anzuregen, die wegen der man-
gelhaften Durchblutung der Beckenorgane blockiert waren.
Krankengeschichte
Zu den Personen, denen die Anweisungen Cayces geholfen hatten,
gehörte die Patientin 4033, eine 62jährige Frau, die über starke
Schmerzen in einem Bein von der Hüfte bis zum Knie klagte. Diese
Schmerzen glichen den bei Ischias auftretenden Beschwerden, unter
denen sie schon seit Jahren litt. Fünf Ärzte hatten diese Beschwerden
nicht diagnostizieren können.
Zu ihren Symptomen gehörten Kopfschmerzen und das Gefühl
eines Blutstaus im Kopf.
Cayce diagnostizierte bei ihr eine alte Verletzung am unteren Ende
der Wirbelsäule, durch welche Läsionen im Steißbein und im neunten
Rückenwirbel entstanden waren. Die Behinderung der Nervenim-
pulse hatte den Leberkreislauf stark belastet, was sich wiederum auf
die Funktionen der Leber und der Nieren auswirkte. Außerdem stellte
Cayce ein allgemeines Ungleichgewicht zwischen dem zerebrospina-
len und dem sympathischen Nervensystem fest.
Hier verordnete er zweimal wöchentlich vorzunehmende osteapa-
thische Manipulationen, vor denen jeweils eine heiße, feuchte Kom-
presse zur Entspannung der Muskulatur auf den unteren Teil der
Wirbelsäule aufgelegt werden sollte. Diese Behandlung sollte über
einen Zeitraum von 16 bis 18 Wochen durchgeführt werden. Zur
allgemeinen Entspannung verschrieb Cayce ein Bromide enthalten-
des Sedativum und Massagen.
Nach den osteapathischen Korrekturen sollte jeweils eine Diather-
miebehandlung die Nervenimpulse durch den Bereich der Lenden-
wirbel und im neunten und dritten Halswirbel koordinieren. Ihre Diät
sollte die Patientin mit Speisen bereichern, die für den Aufbau der
Nerven wichtig waren. Das waren vor allem Meeresfrüchte, Leber,
Rindfleisch und rohes Gemüse.
In der zweiten Anweisung für diese Frau stellte Cayce fest, daß sich
ihr Zustand nach der Befolgung der zunächst gegebenen Anweisung
gebessert hatte. Wenn notwendig, sollten die osteapathischen Kor-
rekturen und die Kurzwellenbehandlung von Fall zu Fall wiederholt
werden.
Nach Empfang der zweiten Anweisung berichtete die Frau, sie sei
vollständig von ihrem Leiden geheilt. Auch vier andere Patienten
berichteten von einer völligen Heilung. Zwei Patienten befolgten ihre
Anweisungen nicht, und ihr Zustand verschlimmerte sich im Lauf der
Jahre.
Wundliegen - Dekubitus
Zu dieser Art Geschwürsbildung der Haut kommt es als Folge chroni-
scher örtlicher Druckwirkung über Knochen und Knorpel, besonders
bei älteren Menschen bei längerer Bettlägerigkeit. Cayce hat vier
Personen, die sich an den Beinen wundgelegen hatten, zehn Behand-
lungsanweisungen gegeben. Zwei von ihnen litten außerdem an
Krampfadern.
In allen vier Fällen war die Ursache des Dekubitus eine Kreislauf-
schwäche. Bei drei Patienten war ein belastender Faktor innere Span-
nungen und Sorgen. Bei zwei Personen kamen Funktionsstörungen
der Ausscheidungsorgane hinzu, und die Kombination von Kreislauf-
und Eliminationsstörungen veranlaßte den Organismus, die Toxine
durch die Haut auszuscheiden, was zu Hautreizungen führte. In zwei
Fällen entstanden dadurch, daß der Organismus den mit der Nahrung
aufgenommenen Zucker nicht verarbeiten konnte, Unreinheiten im
Blut und Kreislaufstörungen. Ein Patient hatte Probleme mit der Wir-
belsäule, die den Blutkreislauf und die Verdauung beeinträchtigten
und zu einer Übersäuerung führten. Die Folge dieser Übersäuerung
war, daß sich wunde Stellen auf der Haut bildeten.
Behandlung
Edgar Cayce hat das Wundliegen meist äußerlich behandelt. Zur
Linderung der Schmerzen und besseren Heilung der Wunden verord-
nete er zum Beispiel das Auflegen von Königskerzenblättern auf die
wunden Stellen. Dazu wurden zwei oder drei grüne Blätter mit hei-
ßem Wasser übergossen und dann direkt auf die Haut aufgelegt. Die
gleiche Methode wendete er auch bei Personen an, die an Krampf-
adern litten. In einer Behandlungsanweisung empfahl er dem Patien-
ten, die zu behandelnde Stelle vor und nach dem Auflegen der Königs-
kerzenblätter mit Glyko-Thymolin einzureiben.
In anderen Fällen verordnete Cayce D. D. D. und Iodex als Antisep-
tika. Einem Patienten verschrieb er eine Kombination aus Iodex und
Pflanzenasche, aber dieses Mittel erwies sich als zu stark wirkend,
und in späteren Anweisungen verordnete er nur noch Iodex allein.
Xerodermie - übertrockene Haut
Xerodermie ist gekennzeichnet durch eine trockene, raube und
schuppende Haut.
Edgar Cayce hat zwei Personen im Alter von 21 und 65 Jahren drei
Behandlungsanweisungen für die Xerodermie gegeben. Für beide
Patienten diagnostizierte er als Ursache Eliminationsstörungen, die
300
zu einer Ansammlung von Giftstoffen und Übersäuerung des Organis-
mus geführt und den Körper geschwächt hatten. Andere belastende
Faktoren waren spinale Subluxationen, Kreislaufstörungen und Blut-
andrang.
Behandlung
Als erstes verordnete Cayce eine Umstellung der Diät auf alkalisch
reagierende Speisen, hauptsächlich Obst und Gemüse. Außerdem
empfahl er, die betroffenen Körperstellen mit Olivenöl und Myrrhen-
tinktur oder Rizinusöl und Erdnußöl zu massieren. Beide Patienten
wurden außerdem angewiesen, ein auf Alkoholbasis hergestelltes In-
halationsmittel zu benutzen, das schleimlösende Substanzen wie Eu-
kalyptusöl enthielt.
Krankengeschichte
Cayces Behandlungsanweisungen wurden nur von der Patientin 1771
befolgt, einer 21jährigen Frau, die zwei Anweisungen zur Behandlung
der Xerodermie bekommen hatte. Außer der Übersäuerung ihres Or-
ganismus wurden als weitere belastende Faktoren spinale Subluxatio-
nen im Bereich der Hals- und Rückenwirbel und Eliminationsstörun-
gen festgestellt.
Als erste Maßnahme verordnete Cayce osteapathische Korrektu-
ren, die sich auf den Bereich der Lendenwirbel, des Kreuzbeins und
des Steißbeins konzentrieren sollten, um die Wirbel im unteren Teil
der Wirbelsäule in die richtige Lage zu bringen. Zehn solcher Behand-
lungen wurden vorgesehen.
Gegen den Blutandrang sollte die Patientin häufig inhalieren. Das
Inhalationsmittel sollte aus reinem Getreidealkohol, Eukalyptusöl,
Benzointinktur, rektifiziertem Terpentinöl, kanadischem Balsam und
Tolubalsam bestehen.
Auf Speisen, die Zucker und Stärke enthielten, sollte die Patientin
verzichten, aber reichlich alkalisch reagierende Speisen wie Obst und
Gemüse zu sich nehmen. Außerdem empfahl Cayce gymnastische
Ubungen für die Füße und eine im Freien vorzunehmende Gymna-
stik, bei der die Muskeln im Bereich des Zwerchfells kreisförmig
bewegt werden sollten.
In der zweiten Behandlungsanweisung verordnete er die Fortset-
zung der in der ersten empfohlenen Therapie. Gegen Reizungen der
Fußballen verschrieb er allabendliche Massagen mit einer Mischung
aus Olivenöl und Myrrhentinktur.
Die Frau befolgte die Anweisungen Cayces und berichtete zehn
Monate später, sie sei »vollkommen geheilt« worden.
301
Zirrhose
Zirrhose ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung der
Leber, gekennzeichnet durch eine Atrophie der Zellen und eine Zu-
nahme des Bindegewebes.
Edgar Cayce hat für fünf an Zirrhose leidende Personen sechs
Behandlungsanweisungen gegeben. Die meisten von ihnen oder sie
alle waren in ihren 50er und 60er Jahren.
Die Ursache der Erkrankung, die Cayce bei allen gemeinsam fest-
stellte, war eine mangelhafte Entgiftung des Organismus, durch die in
einigen Fällen das Zusammenwirken aller Ausscheidungsorgane ge-
stört worden war. In drei Fällen war Blutarmut ein begleitendes Sym-
ptom. Eine Toxämie wurde bei zwei dieser Patienten festgestellt. Im
übrigen waren die Symptome und die mit ihnen verbundenen Störun-
gen von Fall zu Fall verschieden.
Behandlung
Gegen die Zirrhose entwickelte Cayce zwei deutlich verschiedene
Therapieprogramme. In drei Anweisungen empfahl er die im Grunde
gleichen Methoden zur Verbesserung der Entgiftung des Körpers und
Anregung der Leberfunktionen, die in erster Linie aus Packungen mit
Rizinusöl, dem Einnehmen von Olivenöl, Darmspülungen oder Kli-
stieren und einer geeigneten Diät bestanden. In zwei Fällen verschrieb
er auch spinale Manipulationen. Die diese Therapien begleitenden
Maßnahmen waren verschieden.
Bei zwei Personen bestand die ganze Behandlung aus der Verabrei-
chung von jeweils verschiedenen Kräuterprä paraten, das eine war ein
Kräutertonikum, das etwa dem »Frühlingstonikum« aus der Anwei-
sung 5450-3 entsprach, mit einem Zusatz von Salbeiwasser. In der
zweiten Anweisung verordnete er ein anderes Kräutertonikum und
ein Laxativ aus Senna, Faulbaumrinde, Lakritzensaft und gelbem
Safran.
Krankengeschichte
Der Fall1648, eine 48jährige Frau, bat Cayce um Rat wegen der
verschiedensten körperlichen Beschwerden. Die Erkrankung ihrer
Leber war begleitet von Störungen bei der Ausscheidung von Gift-
stoffen, von einer Toxämie, einem erhöhten Harnsäuregehalt des Blu-
tes, einer Dermatitis, Kurzatmigkeit, Schleimbildung im Darm, ge-
schwollenen Augen, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen. Cayce sah
in alldiesen Symptomen Begleiterscheinungen der Zirrhose oder
deren Folgen. Ihre Erkrankung war nach seiner Ansicht in der Haupt-
302
sacheauf die Nachwirkungen einer Grippe zurückzuführen, bei der
das Fieber den Kreislauf im oberen Teil der Leber gestört und zu
Verhärtungen im rechten Leberlappen geführt hatte.
Cayce verordnete allabendliche Massagen vom unteren Rippenbo-
gen bis in die Leistengegend mit einer Mischung, die aus gleichen
Teilen Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus bestand. Au-
ßerdem empfahl er für die Dauer von zwei Wochen und an zwei
Abenden jeder Woche Rizinusölpackungen vor dem Zubettgehen.
Diese Packungen sollten jedesmal wenigstens ein oder zwei Stunden
liegen bleiben.
Nach der dritten oder vierten Packung sollte die Frau zwei Eßlöffel
Olivenöl einnehmen. Zwei Tage später sollten osteopathische Mani-
pulationen beginnen, vor allem im Bereich der oberen Rücken- und
der Halswirbel.
Sie sollten entweder in Abständen von zwei Tagen oder zweimal
wöchentlich vorgenommen werden. Zur gleichen Zeit wurden auch
Bauchmassagen empfohlen, um die Entleerung des Dickdarms anzu-
regen. Nach dreimaliger Wiederholung der Massagen sollte eine
Dickdarmspülung erfolgen. Anschließend verschrieb Cayce eine
zweiwöchige Ruhepause, nach der die ganze Behandlungsreihe wie-
derholt werden sollte, diesmal zur Korrektur der Lendenwirbel und
des Steißbeins, aber auch der bei der ersten Behandlungsreihe korri-
gierten Wirbel.
Die Diät sollte reichlich Obst und frisches rohes Gemüse enthalten.
Auf gebratene und stärkehaltige Speisen sowie Fleisch sollte die Frau
verzichten. Um den Körper mit Protein zu versorgen, sollten nach
einiger Zeit auch Nüsse in den Speisezettel aufgenommen werden.
Gegen die Schlaflosigkeit, die er auf Nervenstörungen zurückführte,
empfahl Cayce radioaktive Kompressen.
Wenige Tage nachdem sie die Anweisungen von Cayce erhalten
hatte, berichtete die Frau, er habe ihre Symptome richtig beschrieben,
und sie werde mit der vorgeschlagenen Therapie beginnen. Nach ein
paar Wochen schrieb sie, sie habe die Hälfte des Therapieprogramms
hinter sich und fühle sich bereits wie neugeboren.
Zwölffingerdarmgeschwüre
Zwölffingerdarmgeschwüre sind gekennzeichnet durch oberflächli-
che wunde Stellen auf der Schleimhaut, die gewöhnlich im Zwölffin-
gerdarm entstehen, dem ersten Teil des Dünndarms zwischen dem
Magen und dem mittleren Teil des Dünndarms.
Edgar Cayce hat acht Personen mit Zwölffingerdarmgeschwüren
insgesamt 15 Behandlungsanweisungen gegeben. In wenigstens vier
dieser Fälle führte er das Entstehen der Geschwüre auf eine allge-
303
meine Schwäche des Organismus zurück. Eine Kreislaufschwäche
und emotionale Probleme wie Existenzsorgen wurden in drei Fällen
genannt. Weitere belastende Faktoren waren Erkältungen und Elimi-
nationsstörungen. In zwei Fällen waren die Patienten außerdem an
Krebs erkrankt.
Behandlung
Bei der Behandlung von Zwölffingerdarmgeschwüren konzentrierte
sich Cayce zunächst auf die Alkalisierung des Organismus und die
Behandlung von Magenbeschwerden sowie die Anregung der Aus-
scheidungsorgane und die Kräftigung des Allgemeinzustandes. In je-
weils wenigstens 50 Prozent der Fälle verordnete er vor allem Mas-
sage, spinale Korrekturen und eine Umstellung der Diät. Die empfoh-
lene Diät war charakteristisch für die Behandlungsanweisungen im
allgemeinen und sollte vor allem aus alkalisch reagierenden Speisen
bestehen. Oft empfahl Cayce den Patienten auch, reichlich Wasser zu
trinken. Drei Patienten verordnete er reinigende Kräutertonika, Rizi-
nusölpackungen zur Anregung der Ausscheidungsorgane, Ulmen-
wasser (pulverisierte Ulmenrinde in Wasser) zur Förderung der Ver-
dauung, elektrotherapeutische Maßnahmen, Darmspülungen und
Klistiere. Jeweils zweimal wurden zur Behandlung von Zwölffinger-
darmgeschwüren Al-Caroid, hydrotherapeutische Maßnahmen und
Pflanzenasche erwähnt.
Krankengeschichte
Die drei Anweisungen für den Patienten 1724, einen 40jährigen
Mann, zeigten, daß seine Beschwerden die Folge von Nachwirkungen
einer Darmgrippe waren, welche die Durchblutung besonders im
Darmtrakt negativ beeinflußt hatte. Weitere belastende Faktoren wa-
ren Sorgen und Erkältungen.
Um den Organismus zu alkalisieren, verschrieb Cayce dem Patien-
ten ein in Wasser aufzulösendes, die Übersäuerung hemmendes Pul-
ver. Außerdem sollten die Ausscheidungsorgane mit monatlichen
Darmspülungen, anderen hydrotherapeutischen Maßnahmen und
einer Elektrotherapie angeregt werden. Diese therapeutischen Maß-
nahmen wurden nicht im einzelnen erläutert, sollten sich aber auf den
Magen und die Wirbelsäule konzentrieren. Daneben empfahl Cayce
dem Mann eine ausgewogene Diät, bei der auf säureerzeugende Obst-
sorten, Weißbrot, Fleisch und gebratene Speisen verzichtet werden
sollte.
Mit der zweiten Anweisung empfahl er dem Patienten, auch weiter-
hin das säurehemmende Mittel einzunehmen und die Zahl der Darm-
304
spülungen auf zwei oder drei zu erhöhen, und zwar zehn Tage vor
Wiederaufnahme der monatlichen Behandlungsreihe. Für die Diät
verordnete Cayce weniger Zucker, keine Kokosnüsse, keine Konser-
ven, keinen Pudding und keinen Alkohol. Coca-Cola mit kohlensäu-
rehaitigern Wasser wurde in diesem Falljedoch empfohlen. Nach den
Darmspülungen sollte der Patient spinale Korrekturen zur Koordinie-
rung des sympathischen und des zerebrospinalen Nervensystems vor-
nehmen lassen. Sie sollten sich insbesondere auf den neunten Rücken-
wirbel, die Halswirbel und die oberen Rückenwirbel konzentrieren.
Nach Erhalt der dritten Anweisung schrieb der Mann an Cayce, er
hielte die Anweisungen für richtig, und sein Zustand habe angefangen
sich zu bessern.
Zahnfleischschwund ---> Pyorrhö
Zysten - allgemein
Eine Zyste ist ein Hautsack, der eine Flüssigkeit oder anderes Material
enthält. Sie befindet sich entweder unmittelbar unter der Hautoberflä-
che oder irgendwo im Inneren des Körpers.
Edgar Cayce hat 24 Personen mit Zysten 33 Behandlungsanweisun-
gen gegeben. Zwei Drittel von ihnen waren Frauen.
In etwa der Hälfte seiner Diagnosen nannte Cayce als Ursache
einen Lymphstau, durch den in verschiedenen Körperregionen Zy-
sten entstanden waren. In einem Viertel der Fälle hatten eine unzurei-
chende Entgiftung des Organismus und eine Kreislaufschwäche zur
Bildung der Zysten beigetragen. Einem Drittel der Patienten sagte
Cayce, eine Operation werde notwendig sein, wenn die Zyste den
Organismus als Ganzes zu sehr belasten würde.
Behandlung
Bei der Hälfte der Fälle empfahl Cayce eine lokale Massage. Für
Hautzysten sollte eine Mischung aus Rizinusöl und Backpulver direkt
in die betroffene Stelle einmassiert werden. Für Zysten am unteren
Teil der Wirbelsäule empfahl er eine Mischung aus jeweils 26 Gramm
Kodex und 0,31 Gramm Pflanzenasche zum Einreiben. Für mit Lym-
phe oder Fett gefüllte Zysten war es eine Einreibung mit einer Mi-
schung aus Schafstalg, Kampfer und Terpentin und ein daran an-
schließendes heißes Bad.
Zur Anregung der Entgiftung des Organismus und des Kreislaufs
sowie zur Unterstützung der Behandlung anderer Beschwerden wur-
den in einem Drittel der Fälle osteapathische Korrekturen verordnet.
Weniger häufig verschrieb Cayce hydrotherapeutische Maßnahmen
305
und Darmspülungen. Er machte das vom Zustand des ganzen Orga-
nismus abhängig. Eine richtige Diät hielt er für die Behandlung von
Zysten für sehr wichtig. Die Ernährung sollte zum größten Teil aus
grünem Blattgemüse bestehen. Auch Meeresfrüchte wurden empfoh-
len. Auf rotes Fleisch, Schweinefleisch und stärkehaltige Speisen
sollte verzichtet werden.
Krankengeschichte
Fall 3247, eine 38jährige Frau, die wegen einer chronischen Cystitis
und vorangegangener Operationen, nach denen Blase und Magen
zusammengewachsen waren, Cayce um seine Hilfe gebeten hatte,
erhielt zwei Behandlungsanweisungen.
In der ersten Anweisung erklärte Cayce, nach den Operationen
habe sich ein Narbengewebe gebildet, in dem die Zysten entstanden
seien. Da es sich um sehr viel Narbengewebe handele, könnte eine
neue Operation notwendig werden, wenn die von ihm vorgeschlage-
nen therapeutischen Maßnahmen keine Wirkung zeigten. Außer der
Zystenbildung im Narbengewebe hätten auch Verschiebungen im
achten und neunten Rückenwirbel und im dritten Halswirbel den
Kreislauf beeinträchtigt und Störungen im Ausscheidungssystem be-
wirkt. Cayce verordnete wöchentliche hydrotherapeutische Maßnah-
men, unter anderem ein mildes Schwitzbad, gefolgt von einem
Dampfbad, heiße und kalte Duschbäder und eine Einreibung. Nach-
dem die Frau mit dieser Therapie begonnen hatte, sollten sechs Kor-
rekturen der Wirbelsäule vorgenommen werden. Anschließend sollte
der Bauch mit einem Massagemittel massiert werden, das aus gleichen
Teilen Olivenöl und Erdnußöl bestand. Cayce schlug auch vor, den
erkrankten Bereich mit einer Salbe aus zwei Messerspitzen Backpul-
ver und einem Teelöffel Rizinusöl zu massieren. Das sollte jedoch erst
geschehen, nachdem die oben verordnete Behandlung beendet war.
In der zweiten Anweisung erklärte Cayce, es gebe immer noch
Störungen im ganzen Bauchbereich. Deshalb sollten wöchentlich an
vier bis fünfTagen Rizinusölpackungen aufgelegt werden. Nachjeder
Packung sollte der ganze Bauch massiert werden.
Nach Beendigung jeder Reihe von fünf Packungen sollte die Patien-
tin drei bis vier Tage lang täglich kleine Dosen Olivenöl einnehmen.
(Hormoninjektionen mit Theelin und Östrogen sollten nicht mehr
vorgenommen werden, weil Cayce glaubte, diese Stoffe würden im
Organismus Depots bilden.) Zur Zeit der letzten Anweisung sah es
immer noch so aus, als werde die Frau operiert werden müssen.
Es war die letzte Behandlungsanweisung für die Patientin, und da
ein Bericht von ihr nicht vorliegt, wissen wir nichts über die Ergeb-
nisse der Behandlung.
306
Zysten am Eierstock
Eine Eierstockzyste ist eine dünnwandige Höhlung oder ein Haut-
sack, der flüssiges oder halbflüssiges Material enthält und sich neben
oder am Eierstock befindet. Solche Zysten können Bauchschmerzen
und eine Unterbrechung der periodischen Menstruation bewirken,
und zwar je nach dem Typ und der Lage der Zyste.
Cayce hat sechs Frauen im Alter von 28 bis 54 Jahren mit Zysten in
den Eierstöcken und den Eileitern zwölf Behandlungsanweisungen
gegeben.
Bei 60 Prozent der Patientinnen mit Eierstockzysten diagnostizierte
Cayce eine mangelhafte Entgiftung des Organismus, Blutandrang und
eine Unausgewogenheit im Nervensystem. Im allgemeinen führte eine
mangelhafte Entgiftung zu einer Ansammlung von Giftstoffen im Or-
ganismus und besonders im Bereich des Beckens. Unter bestimmten
Voraussetzungen verbreiten sich die Bakterien in allen Beckenorga-
nen, infizieren die Eierstöcke und führen zur Entstehung der Zyste. In
drei Fällen war auch eine Neuralgie ein belastender Faktor, in einem
anderen waren es nervöse Störungen.
Behandlung
Edgar Cayce hat für die Behandlung von Eierstockzysten die verschie-
densten Therapien verordnet, je nach der Art der Schwere der Erkran-
kung. Am häufigsten verschrieb er zur Linderung der Schmerzen,
gegen den Blutandrang und die örtliche Infektion Duschen und das
Auflegen von Packungen. FünfFrauen sollten mit verdünnten Atomi-
din- und Glyko-Thymolinlösungen duschen oder diese Medikamente
abwechselnd brauchen.
In fünfFällen wurde auch das Auflegen heißer Bauchpackungen
verordnet. Die für diese Packungen am häufigsten empfohlenen Sub-
stanzen waren Rizinusöl, Glyko-Thymolin und eine Mischung aus
Schafstalg, Terpentinspiritus und Kampferspiritus.
Für jeweils die Hälfte der Fälle verordnete er eine Umstellung der
Diät, spinale Manipulationen, Abführmittel und Massagen. Obwohl
sich die Anweisungen im einzelnen voneinander unterschieden,
sollte die Nahrung alkalisch, aufbauend und leicht verdaulich sein.
Die Manipulationen wurden verschrieben, um die Koordination des
Nervensystems zu verbessern. Sie sollten vor allem im Bereich der
Hüften und der Lenden vorgenommen werden. Am häufigsten wur-
den Darmspülungen zur Förderung der Entgiftung des Organismus
und die Massagen zur Entspannung des Körpers und Verbesserung
des Kreislaufs empfohlen, letztere mit den verschiedensten Substan-
zen. Zwei Patientinnen empfahl er eine elektrotherapeutische Be-
307
handlungmit violetter Bestrahlung, und in einem dritten Fall sollte
die Patientin Sonnenbäder nehmen. Einer anderen Frau riet er, einen
Gynäkologen zu konsultieren, und einer anderen, sich in ein Kran-
kenhaus einweisen zu lassen, wenn ihr Zustand sich verschlechtern
sollte.
111 Edgar Cayces Pharmakologie
Aeigest
Acigest ist eine 1 Oprozentige Salzsäurelösung, die pro Kubikzentime-
ter 11,88 mg Kaliumjodid enthält. Edgar Cayce hat es zur Verdauungs-
förderung verschrieben. Dabei sollte es in jedem Fall mit roher Milch
eingenommen werden. Da man in den meisten westlichen Industrie-
nationen rohe Milch nur unter Schwierigkeiten kaufen kann, ist auch
die Verwendung von Acigest als Medikament in der von Cayce ver-
ordneten Zusammensetzung nicht mehr möglich, und der Hersteller
hat das Mittel vom Markt genommen.
Aene Lotion
Dieses Präparat ist von Edgar Cayce nur einmal verordnet worden,
und zwar zur Behandlung von Akne narben. Es wird nicht von jedem
vertragen, wenngleich seine Beliebtheit vermuten läßt, daß es auch
anderen geholfen hat.
Das Präparat besteht aus Olivenöl mit Kampfer, Hamamelis und
dem Mineralöl Nujol. Es wirkt antiseptisch und adstringierend. Nach
der Anweisung von Cayce sollte die Haut zunächst gründlich gerei-
nigt werden, bevor das Mittel in die vernarbten Stellen einmassiert
wurde.
Al-Caroid
Dieses entsäuernde Mittel wurde in etwa 180 Anweisungen für die
Behandlung einer Übersäuerung des Organismus, von Koordina-
tionsstörungen zwischen Stoffwechsel und Eliminationen, von Ver-
dauungsstörungenund Toxämie sowie ähnlichen Beschwerden wie
Stoffwechselstörungen, Eliminationsstörungen und Blähungen ver-
ordnet. Das Mittel steht in der von Cayce bevorzugten Pulverform
nicht mehr zur Verfügung (siehe Bisodol).
Alpineray-Rinoray
Das waren Markennamen für Höhensonnenlampen, die heute nicht
mehr erhältlich sind. An ihrer Stelle gibt es heute andere Lampen,
oder man kann den Körper dort, wo eine Höhensonnenbestrahlung
verordnet ist, auch dem natürlichen Sonnenlicht aussetzen.
Anti-Nausea Formula
Dieses gegen Brechreiz anzuwendende Mittel enthielt Kalkwasser,
Jodkalium und Bromkalium. Cayce hat es gegen Brechreiz, bei Luft-
und Seekrankheit, in der Säuglingspflege und gegen Brechreiz bei
Schwangeren verordnet. In etwa einem Viertel der ungefähr 90 An-
weisungen wird nicht gesagt, daß das Präparat Jodkalium und Brom-
kalium enthalten soll.
Bei Arthritis anzuwendendes Massagemittel
Cayce hat an Arthritis leidenden Personen häufig Massagen verord-
net. Ein dafür geeignetes Massagemittel beschreibt er in der Anwei-
sung 3363-1, und dieses Mittel enthält Nujol, Olivenöl, Erdnußöl,
Fichtennadelöl, Sassafrasöl und Lanolin. In den Anweisungen wird
auch gesagt, daß regelmäßige wöchentliche Massagen mit Erdnußöl
allein vorbeugend gegen Arthritis und Rheumatismus wirken könn-
ten.
In einer Anweisung heißt es, daß Olivenöl eines der wirksamsten
Mittel zur Anregung der Muskeltätigkeit oder der Tätigkeit der
Schleimhäute ist. In etwa 25 Prozent der bei Arthritis anzuwendenden
Massagemittel wurde Fichtennadelöl erwähnt, und in zehn Prozent
dieser Mittel war auch Sassafrasöl enthalten.
Aspirin
In 42 Behandlungsanweisungen verordnete Cayce das gelegentliche
Einnehmen kleiner Dosen Aspirin. In den meisten Fällen sollte das
Mittel beruhigend wirken und wurde am häufigsten bei Erkältungen,
Blutandrang, Eliminationsstörungen, Kopfschmerzen, Fieber und ar-
thritischen Beschwerden verschrieben. Edgar Cayce sagte mehr als
einmal, Aspirin sei eines der am wenigsten schädlichen Beruhigungs-
mittel und es sei zur Schmerzlinderung besser geeignet als irgendwel-
che Narkotika.
Aspirin sollte stets in geringen Mengen und nur dann genommen
werden, wenn es notwendig war, nicht aber in regelmäßigen Abstän-
den. Die Dosierungen reichten von einer halben bis zu zwei Tabletten
310
zu 0,125 Gramm. In der Hälfte der Fälle sollte Aspirin gleichzeitig mit
anderen Substanzen eingenommen werden. Das waren zum Beispiel
Natrium-Pfefferminztabletten zur Neutralisierung der sauren Reak-
tion von Aspirin oder in Kombination mit verdauungsfördernden
oder Abführmitteln wie Alophen.
Aspirinersatz
Als Ersatz für Aspirin verordnete Edgar Cayce Präparate, die einige
Tropfen von Substanzen wie Benzointinktur, rektifiziertes Terpentin-
öl, kanadischen Balsam, Eukalyptusöl oder Eukalyptol und Benzosol
enthielten. Am häufigsten waren es die ersten vier genannten Be-
standteile, und in der Anweisung 4983-1 gibt Cayce eine Erklärung
ihrer Wirkung auf den Organismus: »Wenn man diese Substanzen
innerlich nimmt, dann wirken sie antiseptisch, schleimlösend und
anregend auf die Verdauungsorgane; sie wirken besonders durch die
Leber, den Zwölffingerdarm und die Bauchspeicheldrüse und regen
dazu die Ausscheidungen durch die Aktivität der Nieren an.«
Athlete's Foot Lotion
Dieses äußerlich anzuwendende Mittel gegen Fußpilz wird in der
Behandlungsanweisung 291-1 erwähnt. Das Präparat enthält Nujol,
Hamamelis, Sassafrasöl und Kerosin.
Atomidin
Edgar Cayces Atomidin, das er als »atomares Jod« bezeichnet, ist ein
Jodkonzentrat, das, wie er behauptete, wirksamer ist als alle anderen
Formen von Jod, das Gewebe aber weniger reizt. Deshalb glaubte
Cayce, diese Substanz könne nicht nur äußerlich als Antiseptikum
verwendet, sondern auch in geringen Dosierungen eingenommen
werden. Ein Tropfen Atomidin enthält etwa das Sechsfache des Min-
destbedarfs eines menschlichen Organismus an Jod. Atomidin darf
nicht als ein Medikament in den Handel kommen, das, außer unter
Aufsicht eines Arztes, für den innerlichen Gebrauch geeignet ist, weil
die amerikanischen Gesetze in jüngster Zeit den höchstzulässigen
Jodgehalt einer Dosis jedes Medikaments oder jeder die Nahrung
ergänzenden Substanz auf 225 Prozent des täglichen Minimalbedarfs
eines Erwachsenen festgesetzt haben.
Edgar Cayce hat das Atomidin in 830 Behandl\l.ngsanweisungen für
eine große Anzahl von Erkrankungen erwähnt. Außerlieh angewen-
det hielt er das Atomidin für ein wirksames Antiseptikum bei der
Behandlung von Verletzungen, Verbrennungen und Infektionen der
Haut. In einigen Fällen verordnete er sogar seine Verwendung in
unverdünntem Zustand, in anderen sollte es nur verdünnt angewen-
det werden, um empfindliches Gewebe nicht zu schädigen.
Innerlich verordnete Cayce das Atomidin in verschieden starken
Dosen je nach Art und Schwere der Erkrankung. Dabei sollte das
Atomidin in Zyklenjeweils mehrere Tage hintereinander genommen
und anschließend für eine bestimmte Zeit abgesetzt werden. Ein typi-
scher Zyklus bestand aus fünf Tagen, an denen jeweils ein Tropfen
täglich einzunehmen war. Darauffolgten zunächst eine Ruhepause
von fünf Tagen und dann weitere fünf Tage, an denen die gleiche
Menge einzunehmen war. Nach einer zweiwöchigen Ruhepause
konnte der ganze Zyklus, wenn gewünscht, wiederholt werden.
Atomidin wurde verordnet für Drüsenstörungen, zur weiblichen
Hygiene, bei Geschlechtskrankheiten, Arthritis, Durchblutungsstö-
rungen, Stoffwechsel- und Eliminationsstörungen, Asthma, im Rah-
men der Zahnbehandlung und in der Physiotherapie. In der Behand-
lungsanweisung 808-5 wurde Atomidin zur Vorbeugung gegen die
Grippe verschrieben.
Nicht immer hielt Cayce die innerliche Anwendung von Atomidin
ftir angezeigt. In einigen Fällen war es nicht notwendig, den Körper
mit zusätzlichem Jod zu versorgen, wenn dies schon auf andere Weise
geschah. Außerdem sollte Atomidin niemals gleichzeitig mit anderen
jodhaltigen Substanzen eingenommen werden wie etwa Vitaminprä-
paraten oder Mineralien, die Jod enthielten. Dazu gehörten auch
Tabletten aus Seetang, Calcios und die Formel636.
Besonders muß davor gewarnt werden, Atomidin innerlich in zu
großen Dosen zu nehmen, besonders in Fällen, wo es die Herztätig-
keit zu stark anregen könnte. Zuviel Jod kann zu einer zu starken
Stimulierung der Schilddrüse führen, was Nervosität, Schlaflosigkeit,
Hautrötungen sowie eine Erhöhung der Pulsfrequenz zur Folge haben
kann.
B-Battery
Die B-Battery oder Trockenzelle wird etwa in 50 Behandlungsanwei-
sungen erwähnt, und zwar als Ersatz für die Naßzelle und die radioak-
tive Kompresse. Diese Trockenzelle wurde in den dreißiger und vierzi-
ger Jahren in den meisten Eisenwarengeschäften verkauft, wird aber
heute nicht mehr hergestellt.
Benzosol
Benzosol ist eine altmodische Bezeichnung für Guajakol-Benzoat
und besteht aus etwa gleichen Teilen Benzainsäure und Guajakol. In
einigen Anweisungen wird dieses Präparat als Bestandteil von Inhala-
tionsmitteln und von Kapseln erwähnt, die zur Anregung der Atmung
innerlich genommen werden sollen. Dieses Präparat ist heute nicht
mehr im Handel erhältlich.
Bisodol
Bisodol wird in etwa 20 zur Behandlung von Verdau-
ungsstörungen aufgrundvon Ubersäuerung und diese Störungen be-
gleitende Symptome wie Blähungen, Völlegefühl und Kopfschmerzen
verordnet.
Produkte mit der Markenbezeichnung Black and White
Von den zu Lebzeiten von Cayce erhältlichen Erzeugnissen mit der
Markenbezeichnung Black and White stehen heute nur noch zwei zur
Verfügung, die Seife und die Salbe. Die Cold Cream, die Reinigungs-
creme, die Tagescreme und die Bleichcreme sind nicht mehr erhält-
lich.
Boncilla-Packungen und -Schlamm
Anstelle der Boncilla-Tonerde, die Cayce in acht Behandlungsanwei-
sungen für Gesichtspackungen verordnete, läßt sich auch Schlamm
verwenden. Die Hauptbestandteile der Boncilla-Tonerde war eine
bestimmte Tonsorte, die sogenannte Fuller's Earth Somerset. Diese
Tonerde enthält ganz bestimmte Mineralien. Sie kam nur in einer
bestimmten Gegend Englands vor, das dortige Vorkommen ist aber
heute vollständig abgebaut.
Diese Schlamm-Packungen waren als Teil einer Behandlung für
zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden auf die verschiedensten
Körperteile aufzulegen. Zu den Erkrankungen gehörten Hautpro-
bleme, spinale Läsionen und Subluxationen und Lähmungserschei-
nungen.
Caleidin
Calcidin war eine Markenbezeichnung für ein aus Kalzium und Jod
bestehendes Präparat, das 15 Prozent Jod enthielt. Es wurde sowohl
wegen seines Jodgehalts als auch wegen seines Kalziumgehalts ver-
ordnet, und zwar als schleimlösendes Mittel bei einer schweren Bron-
chitis.
Edgar Cayce hat Calcidin in etwa 130 Anweisungen für die Behand-
lung von Lungenerkrankungen, besonders von Asthma und Tuberku-
lose, bei Erkältungen und Blutstau sowie bei Husten und Bronchitis
verordnet.
Calcidin wird heute nicht mehr hergestellt. Es gibt jedoch immer
noch Präparate, die Kalzium und Jod enthalten und in ihrer Wirkung
ähnlich sind wie Calcidin.
Caleios
Edgar Cayce hat Calcios in etwa 200 Behandlungsanweisungen ver-
schrieben. Zu seiner Zeit wurde dieses Präparat aus pulverisierten
Hühnerknochen hergestellt und so zubereitet, daß das darin enthal-
tene Kalzium leicht verdaut und vom Organismus aufgenommen wer-
den konnte.
Gegenwärtig ist ein Ersatz dafür ein einheitliches und sterilisiertes
Knochenmehl. Calcios ist proteinreich und jodhaltig.
Cayce hat Calcios zur Ergänzung der Diät bei Tuberkulose, Stoff-
wechselstörungen, in der Schwangerschaft und bei Drüsenstörungen
verordnet.
Calcios enthält als Verdauungsenzym pankreatisches Polypeptid
und Salzsäure. Calcios wirkte nach Ansicht von Cayce verdauungs-
fördernd und erleichterte die Verwertung der Nährstoffe durch den
Organismus.
Calomel
Calomel ist eine andere Bezeichnung für Quecksilber-Chlorid, ein
weißes, geschmackloses Pulver, das früher als starkes Abführmittel,
als Blutreinigungsmittel und gegen die Syphilis verwendet wurde.
Edgar Cayce hat es etwa 25 Personen verordnet, am häufigsten als
Wurmmedizin und Abführmittel.
Caroid-Abführtabletten
Caroid-Abführtabletten sind aus dem Präparat Caroid + Bile Salts
entwickelt worden, einem Mittel, das in etwa 90 Behandlungsanwei-
sungen verordnet wurde. Heute enthält das Präparat nur zwei der fünf
Substanzen, aus denen es ursprünglich bestand. Das sind Phenol-
phthalein, eine Substanz mit abführender Wirkung, und Cascara sa-
grada, eine abführend wirkende Pflanze.
Das ursprüngliche Caroid + Bile Salts wurde vor allem bei Elimina-
tionsstörungen und Toxämie verordnet. Es diente zur Anregung der
Leber, des Gallengangs, der Milz, der Bauchspeicheldrüse und des
Dickdarms.
Da das heutige Präparat nur zwei der ursprünglichen Bestandteile
enthält, hat es nicht mehr so viele V erwendungsmöglichkeiten. Das
neue Präparat ist nur noch ein Abführmittel. Wie bei allen solchen
Präparaten sollten auch Caroid-Abführtabletten nicht über längere
Zeit eingenommen werden, weil sich der Organismus dann an Laxa-
tive gewöhnt und davon abhängig wird. In den Anweisungen heißt es,
daß das Mittel allmählich wieder abgesetzt werden soll.
Carronöl
Carronöl ist heute nicht mehr im Handel erhältlich. Es war ein Einrei-
bemittel, das aus gleichen Teilen Kalkmilch und Leinöl bestand. Man
bezeichnete es auch als »Kalkeinreibung«. Es wurde zunächst in der
schottischen Stadt Carron hergestellt, wo die Arbeiter in den dortigen
Eisenwerken es zur Behandlung von Brandwunden verwendeten. In
den Behandlungsanweisungen von Cayce wird es als Bestandteil von
drei Massageölen genannt.
Castoria (Fleteher's)
Castoria ist ein mildes Abführmittel und besteht aus Sennaextrakt in
einem Sirup. Cayce hat es in etwa 150 Anweisungen für Kinder und
Erwachsene zur Anregung des Stuhlgangs verordnet.
In den Anweisungen erklärt er, daß die aktiven Bestandteile des
Castoria vom Organismus absorbiert und die Verdauung anregen
würden. Dabei würden die Leberlappen geschmeidig gemacht, die
Gallenfunktion angeregt und der ganze Darmtrakt gereinigt werden.
Diese Art der Reinigung würde den Organismus kaum belasten.
Cayce hielt die Anwendung von Castoria für nützlich in Organis-
men, in denen sich Toxine gestaut hatten.
Chininsalbe und Kakaobutter
Dieses Präparat wurde während des Zweiten Weltkriegs einemjungen
Stabssergeanten in der amerikanischen Luftwaffe verschrieben, der
Edgar Cayce um eine Diagnose und Behandlungsanweisung gebeten
hatte. Eine seiner Fragen lautete: »Ist bei mir eine Spur von Malaria
festzustellen, und wie kann ich einer Infektion vorbeugen?«
Cayce antwortete: »Massieren Sie die Wirbelsäule gelegentlich mit
Kakaobutter; nehmen Sie dazu 30 Gramm Kakaobutter und vermi-
schen Sie diese gut mit 0,35 Gramm Chinin. Die Massage soll entlang
der Wirbelsäule, unter den Armen und in der Leiste vorgenommen
werden. Sie werden es damit nicht nur vermeiden, von Mücken gesto-
chen zu werden, sondern auch nicht an Malaria erkranken. Hier
werden Einflüsse wirksam sein, die dafür sorgen, daß der Körper sich
auf die Unendlichkeit einstellt« (5188-1 ).
Dieses Präparat ist nicht im Handel erhältlich, kann aber selbst
hergestellt werden, indem man 30 Gramm Kakaobutter mit einer
0,35-Gramm-Kapsel Chininsulfat vermischt.
Cimex Leetutarios (Die Bettwanze)
In diesem Zusammenhang zeigt sich, daß auch das scheinbar nutz-
loseste Lebewesen einen gewissen Wert haben kann. Die Substanz,
die in den Anweisungen etwa zehnmal für die Behandlung von Öde-
men, Venenentzündung und Nierenentzündung verordnet wird, ist
ein aus Bettwanzen hergestelltes homöopathisches Medikament. Der
Cimex Lectularius, das ist der wissenschaftliche Name für die Bett-
wanze, wurde hauptsächlich gegen Venenentzündung, geschwollene
Füße und Fußgelenke sowie Schwellungen an den unteren Extremitä-
ten durch die Infiltration des Gewebes mit Lymphflüssigkeit ver-
schrieben. Edgar Cayce hatte festgestellt, daß diese Substanz die
Schwellungen abklingen ließ und eine Nebennierenreaktion auslöste,
die sich günstig auf das Herz auswirkte. Das homöopathische Medi-
kament sollte allerdings nur unter Aufsicht eines Arztes verwendet
werden.
Coca-Cola-Sirup
Coca-Cola-Sirup in Wasser aufgelöst wirkt alkalisierend und harn-
treibend. Cayce hat es in etwa 25 Fällen verordnet, meist gegen Nie-
ren- und Blasenstörungen.
Cayce sagte dazu: »Coca-Cola ist mit Sicherheit gut für die Nieren,
wenn man es aber nimmt, soll man den Coca-Cola-Sirup in Wasser
verwenden- was allerdings nicht sehr gut schmecken wird« (2332-1 ).
316
Cayce verordnete also den reinen Coca-Cola-Sirup. Eine typische
Dosis bestand aus 15 bis 30 Gramm Sirup in einem Glas Wasser. Diese
Mischung sollte nicht mehr als zwei- oder dreimal wöchentlich einge-
nommen werden.
Codiron
Edgar Cayce hat Codiron in mehr als 100 Fällen als Ergänzung zur
Diät verschrieben. Wegen seiner aufbauenden Eigenschaften wurde
es oft bei allgemeiner körperlicher Schwäche, Stoffwechsel- und Eli-
minationsstörungen, Anämie, Toxämie und Blutandrang verordnet.
Wahrscheinlich war dieses nicht mehr im Handel erhältliche Präpa-
rat eine Mischung aus Lebertran und Eisen. Später wurde es umbe-
nannt und hieß dann Adiron.
Dickdarmspülungen
In sehr vielen Anweisungen verordnete Cayce verschiedene Metho-
den zur Reinigung des Dickdarms. Am häufigsten verschrieb er Spü-
lungen und Klistiere. Damit sollte die Wirkung von anderen therapeu-
tischen Maßnahmen erhöht werden, und zwar sowohl bei der Hei-
lung von Krankheiten als auch zur allgemeinen Stärkung der körperli-
chen Gesundheit und Ausgewogenheit der Körperfunktionen.
Im allgemeinen verordnete Cayce die Darmspülungen, wo er sie für
notwendig hielt, und zwar zweimal wöchentlich bis einmal alle sechs
Monate, durchschnittlich jedoch einmal alle sechs Wochen. Gele-
gentliche Darmspülungen sollte im Grunde jeder vornehmen lassen.
Dabei sollte das verwendete Wasser Körpertemperatur haben, und
bei der ersten Spülung sollten zwei Liter Wasser einen Teelöffel Back-
pulver enthalten. Bei der letzten Spülung sollten vier Liter Wasser
einen Eßlöffel Backpulver oder einen Liter Glyko-Thymolin enthal-
ten.
Mit diesen Spülungen sollten nicht die Ursachen der jeweiligen
Beschwerden bekämpft werden, sondern sie sollten vorgenommen
um den Darmtrakt zu reinigen und Reizungen und Druck zu
verrmgern.
Diathermie
Die Diathermie ist eine Tiefenerwärmung des Körpers durch elektro-
magnetische Schwingungen im Diese Form
der Elektrotherapie wurde früher oft von Arzten und Krankenhäu-
sern angewendet.
317
Es gibt drei Formen der Diathermie, die Kurzwellentherapie im
Hochfrequenzbereich, die Langwellentherapie, die mit einer gemä-
ßigten Hochfrequenz arbeitet, und als neueste Form die Mikrowellen-
diathermie, die sich mit einem einzigen Strahl und einer äußerst
hohen Frequenz elektromagnetischer Energie aus einer bestimmten
Entfernung auf den zu behandelnden Körperbereich richtet. Zu Leb-
zeiten von Cayce kannte man offenbar schon die Langwellen- und die
Kurzwellentherapie. Weil die konventionelle Form der Langwellen-
diathermie den Empfang von Radiowellen stört, sind die damit arbei-
tenden Geräte aufgrund einer internationalen Vereinbarung um 1954
aus dem Handel genommen worden.
Cayce bezeichnete die Diathermie als » Tiefentherapie« und verord-
nete sie in insgesamt 110 Behandlungsanweisungen. Sie wurde ange-
wendet in Fällen, in denen die Koordination zwischen dem autono-
men und dem zerebrospinalen Nervensystem gestört war, außerdem
bei spinalen Subluxationen oder Wirbelverschiebungen, bei Drüsen-
störungen, bei Kreislaufstörungen und bei Eliminationsstörungen.
Dog-On-Foot
Dog-On-Foot war eine Fußsalbe, die in drei Fällen gegen Fußpilz
verordnet wurde. Sie enthielt Salicylsäure, Benzainsäure und eine
Substanz mit der Bezeichnung »tymic acid«. Anstelle dieser Salbe
lassen sich wahrscheinlich auch Ray's Ointment und Cayce's athlete's
foot Iotion verwenden.
Dover's Powder
Dover's Powder ist ein schweißtreibendes und ein Beruhigungsmittel
und wird in den Anweisungen flir 45 Personen verordnet. Es ist
rezeptpflichtig und enthält Brechwurz und Opium. Brechwurz ist ein
schleimlösendes, schweißtreibendes und verdauungsförderndes Mit-
tel; Opium ist ein Narkotikum, das Schmerzen lindert und einschlä-
fernd wirkt.
Cayce verordnete Dover's Powder in erster Linie als Bestandteil in
besonderen abführenden Kräuterpräparaten und als Beruhigungsmit-
tel.
Edelsteine und Mineralien
Edgar Cayce glaubte, daß Edelsteine und Halbedelsteine auf mentaler
und spiritueller Ebene sowie auf das körperliche Wohlbefinden gün-
stig wirken könnten.
In einer Anweisung riet er dem Patienten, ein Stück Karbonstahl in
318
der Hosentasche zu tragen, und behauptete, sein Einfluß werde den
Mann vor Erkältungskrankheiten, Blutandrang und Schleimhautrei-
zungen schützen.
In einigen Anweisungen empfahl er Lapislazuli wegen seiner ge-
sundheitsfördernden und kräftigenden Wirkung auf den Körper. Der
Stein sollte nach Möglichkeit direkt auf der Haut getragen werden.
Elektrischer Vibrator
In etwa 375 Anweisungen verordnete Cayce im Rahmen der verschie-
densten Therapien Massagen mit einem elektrischen Vibrator. Dieses
Gerät wurde vor allem dafür verwendet, die Durchblutung in be-
stimmten Bereichen des Körpers anzuregen, die Muskulatur zu ent-
spannen und das Gleichgewicht in der Oberflächendurchblutung her-
zustellen. Auch Personen, welche die Kopfhaut wegen Haarausfalls
mit Rohöl einrieben, verwendeten den Vibrator.
Cayce verordnete den Vibrator am häufigsten bei Subluxationen
der Wirbelsäule, das heißt bei noch nicht vollständigen Wirbelver-
schiebungen oder Verstauchungen und sagte dazu: »Um Unregelmä-
ßigkeiten im Organismus zu korrigieren, müssen wir nur die Schwin-
gungen erzeugen, die notwendig sind, um den Druck von den Nerven
zu nehmen, der durch die Muskelkräfte ausgeübt wird; dann werden
wir diesen Organismus korrigieren und mit den normalen Kräften
versorgen« ( 4101-1 ).
Einreibemittel zur Anregung der Eliminationen
Dieses Kräutertonikum wurde in einer Anweisung einer Frau mit
hohem Blutdruck verordnet. Cayce führte ihre Beschwerden auf Eli-
minationsstörungen zurück, durch die es zu einer Anreicherung von
Toxinen im Blut und zu hohem Blutdruck gekommen war.
Das Tonikum sollte die Ausscheidungsorgane anregen und den
Blutdruck normalisieren. Cayce erklärte: »Damit sollen die Ausschei-
dungen durch die Nieren in Gang gebracht werden, damit der ganze
Organismus besser funktionieren kann und die Müdigkeit verschwin-
det.« Das Mittel werde »den Organismus ins Gleichgewicht bringen
und dem Körper seine ganze Kraft zurückgeben« ( 4288-1 ).
Das Präparat enthält Sarsaparillewurzel, die Rinde vom wilden
Kirschbaum, Klettenwurzel, Alaunwurzel, Buccoblätter, Getreideal-
kohol und Tolubalsam.
319
Elixier aus PepsinJaktat
Cayce verschrieb Pepsin hauptsächlich zur Anregung der Verdauung
und des Stoffwechsels, bei Stoffwechselstörungen, Übersäuerung des
Organismus, Toxämie und Schleimhautentzündung des Dickdarms.
Elliott-Therapie
Mit dieser Technik sollten bestimmte Körperstellen unter Verwen-
dung von Wasser stark erhitzt werden, und zur Zeit von Cayce wurde
sie zur Behandlung von Entzündungen im Bereich des Beckens und
der Prostata angewendet, und zwar über das Rektum und die Vagina.
Die Elliott-Maschine bestand aus einem Behälter, in dem Wasser
erhitzt wurde, einer mit einem Motor angetriebenen Pumpe sowie
einem Ventilationsregulierungsmechanismus, mit dem Temperatur
und Wasserdruck reguliert wurden. Dazu wurden Applikatoren aus
Gummi in die Vagina und das Rektum eingeführt, mit denen das
erhitzte Wasser unter einem Druck von drei bis vier Pfund, soweit das
für den Patienten verträglich war, in den Körper geleitet wurde. Die
Temperatur lag zunächst etwas über der Körpertemperatur und stieg
dann auf 40 bis 55 Grad Celsius an. Die Behandlung dauerte gewöhn-
lich eine halbe Stunde und wurde dreimal wöchentlich vorgenom-
men. Dieses Gerät wird heute nicht mehr verwendet. (Siehe Bestrah-
lung mit violettem Licht.)
Enosalze
In den etwa 170 Behandlungsanweisungen, in denen Cayce Enosalze
verschrieb, empfahl er gelegentlich die verschiedensten Fruchtsalze
(Zitronensäure). Heute ist aber nur noch eine Art Zitronensäure im
Handel erhältlich.
Erlanger-Therapie
Das war eine Methode, Sehschwächen elektrisch zu behandeln, über
die wir nur noch wenig wissen. Edgar Cayce sprach davon, daß der
elektrische Strom »direkt in den Augapfel« geleitet werden sollte.
Einmal bezeichnet er ihn als einen schwachen galvanischen Strom. In
einer anderen Anweisung verordnete er die Erlanger-Therapie zur
Anregung der Nerven und Nervenzentren in der Wirbelsäule, welche
die optischen Impulse weiterleiten. Daraus können wir entnehmen,
daß er mit dieser Methode den Sehnerv anregen wollte. Heute wird
diese Methode nicht mehr angewendet. (Siehe Bestrahlung mit violet-
tem Licht.)
320
Fowler's Arsenlösung
Fowler's Arsenlösung ist eine Kalium-Arsenverbindung, die ein Pro-
zent Arsentrioxid enthält. Dieses Präparat wurde früher zur Behand-
lung von Leukämie und anderen Krankheiten wie Malaria, Veitstanz
und Hautkrankheiten verwendet.
Edgar Cayce hat das Präparat in 14 Behandlungsanweisungen für
11 Personen verordnet. Augenscheinlich betrachtete er es als Blutrei-
nigungsmittel bei Eliminationsstörungen, Koordinationsstörungen
zwischen Stoffwechsel und Elimination und Kreislaufschwäche. In
diesen Fällen ging es häufig auch um Dermatitis und andere Hautpro-
bleme.
Da Arsen in größeren Mengen giftig ist, verordnete Cayce nur ganz
geringe Mengen in bestimmten Zeitabständen. Er erklärte dazu: »Wie
man weiß, ist Arsen ein langsam wirkendes Gift, wenn es so wie hier in
kleinen Mengen genommen wird, es ist aber auch ein Element, das auf
die Verdauungskräfte im Zwölffingerdarm und besonders auf die
Milchdrüsen wirken wird« (394-1 0).
Fußsalbe (555-5)
Eine für einen Mann gegen einen infizierten Fuß verordnete Salbe
enthielt 120 Gramm Mineralöl, 60 Gramm Hamamelis, 3 Gramm
Alkohol und eine geringe Menge Sassafrasöl. Die Bestandteile sollten
gut miteinander vermischt und jeweils in nur kleinen Mengen aufge-
tragen werden. Cayce empfahl, an den Hüften zu beginnen und die
Beine bis zu den Füßen hinunter mit der Salbe einzureiben. Erbe-
hauptete, diese Salbe sei gut für jeden, der lange stehen müsse.
Ginseng
In etwa 35 Anweisungen verordnete Cayce wilden Ginseng. Dieses
Kraut wurde in keinem Fall allein verschrieben, sondern immer zu-
sammen mit anderen Kräutern wie etwa im Rezept 636 und dem
Tonikum gegen Dickdarmentzündung. Cayce betonte jedesmal, daß
es wilder Ginseng sein müsse, und sagte: »Wilder Ginseng ... (ist)
wesentlich wirksam für den Fluß der Vitalität innerhalb des Organis-
mus. Er elektrifiziert die vitalen Kräfte selbst« ( 404-4).
321
Glyko-Thymolin
Nach Angaben des Herstellers wird Glyko-Thymolin heute nach den
geltenden Bestimmungen für den Vertrieb von Medikamenten nur
noch als kosmetisches Mundspülmittel verkauft. Früher verwendete
man es zur Behandlung von Verschleimung und Raucherhusten, Ent-
zündung der Mundschleimhaut, zur Reinigung von künstlichen Ge-
bissen, bei schlechtem Mundgeruch, oberflächlichen Verletzungen,
Allergien, bei der Säuglingspflege, der weiblichen Hygiene, bei durch
Giftefeu verursachtem Ausschlag, bei Nesselfieber, Insektenstichen
und Sonnenbrand. Nach Aussagen des Herstellers hat sich das Rezept
seit der Zeit von Cayce nicht geändert, wohl aber das Etikett.
In den Anweisungen wird Glyko-Thymolin 810mal erwähnt, zum
Beispiel als Antiseptikum bei der Behandlung von Darmkrankheiten,
zur Behandlung ermüdeter oder gereizter Augen, bei Packungen zur
Behandlung anderer Beschwerden wie bei Nierenproblemen, Erkran-
kungen der Beckenorgane, bei Wirbelsäulenproblemen, Verletzun-
gen und Verschleimungen der Nasengänge.
Goldchlorid
Goldchlorid - Cayce hat es in einigen Fällen als Natriumgoldchlorid
bezeichnet- ist eine Lösung aus Goldchlorid, das in destilliertem
Wasser aufgelöst wird. Am häufigsten wurde es in Verbindung mit der
radioaktiven Kompresse und der Naßzellenkompresse verordnet.
Aus vielen Anweisungen läßt sich entnehmen, daß es Cayce für am
günstigsten hielt, wenn das Goldchlorid über die oben genannten
Kompressen schwingungsmäßig wirkte und nicht injiziert oder einge-
nommen wurde. Doch in etwa 190 Behandlungsanweisungen verord-
nete Cayce auch geringe Mengen Goldchlorid zum Einnehmen mit
Bromnatrium oder Natriumbicarbonat in Wasser.
Am häufigsten wurden die Gold-Natrium-Lösungen bei Arthritis
verordnet. Da Goldchlorid in größeren Mengen giftig ist, empfahl
Cayce, vor Einnahme dieses Mittels einen Arzt zu konsultieren.
Heliotherapie
Als Heliotherapie bezeichnete Cayce jede Behandlung, bei der ver-
schiedene Arten von Licht oder Strahlungsenergie verwendet wur-
den. Kurzwelliges ultraviolettes und infrarotes Licht sind Komponen-
ten des natürlichen Sonnenlichts, und beide Bestrahlungsarten wer-
den häufig in den Anweisungen verordnet. Cayce glaubte an die
gesundheitsfördernden Eigenschaften der mit Maßen angewendeten
Sonnenbestrahlung und verordnete die Heliotherapie aus ähnlichen
322
Gründen. Das natürliche Sonnenlicht wurde in manchen Fällen be-
vorzugt, und die Behandlung mit künstlichem Licht wurde als der am
besten geeignete Ersatz angesehen. In solchen Fällen sollte das künst-
liche Licht nur an Tagen angewendet werden, an denen der Körper
nicht der Sonne ausgesetzt werden konnte, weil das Wetter es nicht
zuließ.
Die Behandlung mit kurzwelligem ultraviolettem Licht wurde für
mehr als 1 00 Patienten verordnet, am häufigsten bei Tumoren und in
Fällen, wo mit einer bösartigen Erkrankung gerechnet werden mußte.
Die gleiche Behandlung verschrieb Cayce auch bei spinalen Subluxa-
tionen und Läsionen, bei einer Unausgewogenheit der Blutzusam-
mensetzung wie etwa bei Blutarmut, bei Tuberkulose, Eliminations-
störungen, Toxämie, Arthritis, allgemeinen Schwächezuständen und
Verletzungen.
Etwas mehr als 100 Patienten verschrieb er Bestrahlungen mit infra-
rotem Licht, und zwar bei den verschiedensten Erkrankungen wie
Verletzungen, Stoffwechselstörungen, Durchblutungsstörungen,
Knochenerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und bei
allgemeiner Schwäche.
»Honeyida«-Wasser und Plutowasser
Zwei Mineralsalze, die in den Anordnungen erwähnt und als Laxative
verordnet wurden, waren Honayadi (in den Aufzeichnungen der Aus-
sagen von Cayce wird es Honeyida geschrieben) und Plutowasser.
Ersteres war ein den Organismus reinigendes Mineralwasser aus Un-
garn (Cayce sagte, es käme aus Osterreich), das nach dem Ort seines
Ursprungs so genannt wurde. Das Plutowasser kam aus dem French
Liek Springs Hotel, French Liek, Indiana, und hieß zunächst French
Liek W ater. Diese beiden Mineralwasser sind heute nicht mehr im
Handel erhältlich.
Hustensirup (2431-29)
Cayce verordnete diesen Sirup gegen den Hustenreiz in den Lungen
und Luftwegen sowie zur Schleimlösung.
Das Präparat enthielt einen Sirup aus der Rinde des wilden Kirsch-
baums, Andornsirup, Rhabarbersirup, ein Elixier aus wildem Ingwer,
Honig und AlkohoL Cayce sagte dazu: »Das Einnehmen dieser Stoffe
gegen Erkältungen und Blutandrang- die in der Kirschrinde und im
Andorn enthalten sind - wird nicht nur die Verdauung, sondern auch
die Durchblutung im oberen Teil des Kopfes und in den Bronchien
anregen und damit für eine bessere Durchblutung in der Luftröhre
und in der Mundschleimhaut sorgen« (808-3).
323
Ichthyol
Ichthyol ist eine besondere Abart der Substanz Ichthamol und wird
aus einer bestimmen Art Asphalt gewonnen. Man verwendet es als
Antiseptikum bei Hautkrankheiten, und Cayce verordnete das Ich-
thyol25mal, besonders gegen Wundliegen und Sklerodermie sowie
bei Ekzemen, Dermatitis, Hautjucken und Infektionen.
Inhalationsmittel (2186-1)
In etwa 225 Behandlungsanweisungen gibt Cayce Rezepte für die
Herstellung von Inhalationsmitteln zur Behandlung von Atemstörun-
gen, zum Beispiel bei Asthma, Bronchitis, Husten, Erkältungskrank-
heiten, Emphysemen, Heuschnupfen, Pleuritis, Lungenentzündung,
Nasenverschleimung, Nasennebenhöhlenentzündung und Tuberku-
lose. Die Zusammensetzung dieser Mittel war je nach dem einzelnen
Fall verschieden.
Die meisten Inhalationsmittel bestanden aus reinem Getreidealko-
hol mit geringen Mengen schleimlösender Substanzen wie Eukalyp-
tusöl, rektifiziertem Terpentinöl, Benzointinktur, Tolubalsam, Kreo-
sot und Fichtennadelöl. Die Dämpfe dieser Lösungen sollten nach
Bedarf inhaliert werden.
Die in den Anweisungen erwähnten Inhalationsmittel waren aus
pflanzlichen Stoffen hergestellt. Die Dämpfe wirkten am besten,
wenn sie regelmäßig mehrmals am Tage inhaliert wurden. Dabei sollte
darauf geachtet werden, daß nur die Dämpfe und nicht die Flüssigkeit
inhaliert wurden.
Innerclean
Innerclean, ein aus Kräutern hergestelltes Abführmittel, wurde in
etwa 25 Behandlungsanweisungen verordnet, um die Funktionen der
Ausscheidungsorgane anzuregen. Die Bestandteile dieses Präparats
blieben über etwa 55 Jahre die gleichen. Erst 1977 sahen sich die
Hersteller aufgrund gesetzlicher Bestimmungen gezwungen, das bis
dahin in diesem Mittel enthaltene Agar-Agar (eine aus Meeresalgen
gewonnene Pflanzengelatine) und irisches Moos nicht mehr zu ver-
wenden.
324
Iodex
Das von Cayce verschriebene Iodex ist eine jodhaltige Salbe. Diese
Salbe wurde etwa 13mal gegen Furunkel, Karbunkel, Dermatitis, Prel-
lungen, Ekzeme und Dekubitus verschrieben. In einer Anweisung
wird gesagt, daß diese Salbe bei Prellungen schmerzlindernd wirkt.
Ipanazahnpasta
Zwar mag die Ipanazahnpasta auch heute noch im Handel erhältlich
sein, aber die von Edgar Cayce in 17 Behandlungsanweisungen emp-
fohlene Art dieser Zahnpasta ist es nicht. Sie enthielt Eschenrinde,
eine Substanz, die nach Ansicht von Cayce heilend auf das Zahn-
fleisch wirkte.
lpsab
Ipsab wird in etwa 70 Behandlungsanweisungen verordnet, und zwar
als Vorbeugung und zur Heilung eitriger Parodontose. Cayce sagte
dazu: »Der Zahnfleischschwund und die Neigung zur Vereiterung des
Zahnbetts können durch die regelmäßige Massage der Zähne und des
Zahnfleischs mit Ipsab verhindert werden. Diese Beschwerden kön-
nen auch gelegentlich örtlich von Zahnärzten behandelt werden -
sowie mit kleinen Wattepfropfen, die mit Ipsab getränkt und an den
Zahnhälsen aufgelegt werden« (3696-1 ).
In vielen Anweisungen, in denen Ipsab verordnet wurde, sagte
Cayce auch, wie es hergestellt werden könne, wobei sich das Rezept
von Fall zu Fall änderte. Einige Male sollte das Medikament eine Paste
sein, in den meisten Fällen war es jedoch eine Flüssigkeit, und Cayce
verschrieb dafür ein besonderes Rezept. Wenn gewünscht, ließ sich
die Paste ganz einfach dadurch herstellen, daß man der Flüssigkeit
eine ausreichende Menge Salz hinzufügte.
Kaldak
Edgar Cayce hat in etwa 80 Anweisungen Kaldak zur Ergänzung der
Diät verschrieben. Zunächst sollte es bei allgemeiner Schwäche und
bei Patienten mit Anämie, Arthritis und Stoffwechselstörungen ver-
wendet werden. Als Tonikum verordnete Cayce Kaldak zur Vermeh-
rung der roten Blutzellen, da Kaldak Eisen, Phosphate, Silizium und
B-Vitamine enthielt. Dieses Präparat wurde von der Kal Dak Com-
pany in Lansing, Michigan, hergestellt. Heute ist es nicht mehr im
Handel erhältlich. An seiner Stelle könnte ein Sirup, der B-Vitamine
und Eisen enthält, verwendet werden.
325
Kamille
Edgar Cayce hat die Kamille häufig als geeignetes Mittel zur Anregung
der Verdauung verschrieben. Sie wird in etwa 20 Anweisungen er-
wähnt, in denen es um die Behandlung von Magengeschwüren, Pso-
riasis, Verdauungsstörungen und anderen Beschwerden geht. Oft
sollte Kamillentee abwechselnd mit anderen Tees wie etwa Safrantee
und Ulmenwassertee getrunken werden. Diese Kräutertees regten
nach Auffassung von Cayce die Verdauung an und wirkten beruhi-
gend auf die Verdauungsorgane.
Kalkwasser
Kalkwasser ist ein mildes Entsäuerungsmittel. Es ist eine gesättigte
Lösung aus Kalziumhydroxid in Wasser. Cayce hat es in etwa 125
Anweisungen verordnet, entweder allein oder in der Kombination mit
anderen Substanzen. (Siehe Zimtwasser.)
Die Königskerze
Die Königskerze wird in den Behandlungsanweisungen von Edgar
Cayce etwa 50mal erwähnt. Für besonders wirksam hielt er die Blätter
dieser Pflanze zur Behandlung von Krampfadern. Sie konnten entwe-
der frisch oder getrocknet verwendet werden, aber wenn eine dieser
Arten vorgeschrieben war, dann sollten die Patienten dabei bleiben.
In einer Anweisung wird Königskerzentee im Zusammenwirken
mit täglichen Spaziergängen verordnet, um die durch eine Schwan-
gerschaft verursachte Schwellung der Gliedmaßen zu reduzieren.
Dieser Tee wurde aber auch zur Anregung des Kreislaufs und der
Nierentätigkeit verschrieben. Außerdem wurden Königskerzenblät-
ter für Breikompressen verwendet. Einige Patienten mit Krampfadern
sollten diese äußerliche Anwendung mit dem Trinken von Königsker-
zentee verbinden.
Flüssiges Lanolin
Lanolin in flüssiger Form wurde in etwa 165 Behandlungsanweisun-
gen, aber nie allein verschrieben. Es sollte vielmehr kombiniert mit
anderen Substanzen zu Massagen und Einreibungen verwendet wer-
den. So ist es in zahlreichen Lösungen zur Hautpflege, zur Behand-
lung vonNarben und zur Massage bei Arthritis enthalten.
In einer Behandlungsanweisung erklärt Cayce, daß Lanolin die
Haut glättet und kombiniert mit anderen Ölen Hautreizungen verhin-
dert.
326
Laudanum und Akonit
Laudanum und Akonit sind rezeptpflichtige Medikamente. Ersteres
ist eine Opiumtinktur, das zweite eine sehr giftige Droge, welche die
Herztätigkeit, die Atmung und den Kreislauf dämpft. Sie wirkt
schweißtreibend, fiebersenkend und harntreibend. Cayce verordnete
diese Substanzen nur zur äußerlichen Anwendung. In etwa 80 Be-
handlungsanweisungen verschrieb er Mischungen beider Substanzen
in Einreibungen zur zeitweiligen Linderung starker chronischer
Schmerzen.
Listerio
Listerin ist ein bekanntes Antiseptikum und enthält heute Alkohol,
Thymol, Eukalypustöl, Methy lsalizil, Menthol und Benzoesäure. Es
wird für die Mundhygiene und zur äußerlichen Anwendung bei klei-
nen Verletzungen, Hautabschürfungen, Insektenstichen und infek-
tiösen Kopfschuppen verwendet.
Edgar Cayce hat das Listerin in 16 Anweisungen zur Behandlung
des Haars und der Kopfhaut und gegen Kopfschuppen verschrieben,
deren Entstehen er auf eine mangelhafte Durchblutung zurückführte.
Lithiumwasser
Lithium ist ein leichtes, chemisch aktives Metall, das schon im alten
Griechenland therapeutisch verwendet wurde. Dort enthielt das Was-
ser einiger Mineralquellen, das angeblich beruhigend auf Wahnsin-
nige wirkte, einen hohen Prozentsatz an Lithium.
Cayce verordnete Lithiumwasser oder mit Lithiumsalz angereicher-
tes Wasser vor allem zur Reinigung der Nieren. In den etwa 40 Anwei-
sungen zur Behandlung in diesem Bereich erklärte Cayce, daß sich
dieses Wasser besonders zur Behandlung von Eliminationsstörungen
und Toxämie eignet.
Damals wurde zur Herstellung von Lithiumwasser eine Lithiumta-
blette in einem Glas Wasser aufgelöst. Diese Menge sollte gelegentlich
oder in bestimmten Zeitabständen wie einmal monatlich, einmal wö-
chentlich oder jeden zweiten Tag eingenommen werden. Bei einem
Patienten mit starken Geschwüren und einem anderen mit Schuppen-
flechte sollte dieses Wasser entweder Ulmenrinde, Lithium oder Ul-
menrinde und Lithium oder Safran enthalten.
327
Magnesiamilch
Magnesiamilch besteht aus in Wasser aufgelöstem Magnesiumoxyd
und wird als Entsäuerungs- und Ahnihrmittel verordnet. Cayce hat
die Magnesiamilch in mehr als 170 Behandlungsanweisungen für
diese beiden Zwecke verschrieben. Es gibt eine ganze Reihe von
pharmazeutischen Fabriken, die Magnesiamilch herstellen.
Mandeln
Cayce erklärte, daß Mandeln als Nahrungsmittel nir einen gesunden
Stoffwechsel notwendige Elemente enthalten, und zwar Phosphor
und Eisen in einer Kombination, die leichter vom Körper aufgenom-
men wird als die in anderen Nüssen enthaltenen Nährstoffe. Außer-
dem enthalten Mandeln Kalium, Kalzium, Natrium, Magnesium und
Schwefel. Sie sind reich an Protein und ungesättigtem Fett und stärker
alkalisch reagierend als alle anderen eßbaren Nüsse.
Am bekanntesten ist die Aussage von Cayce, daß sich Mandeln
ausgezeichnet zur Vorbeugung gegen Krebs eignen. Drei Personen
sagte er, wenn sie täglich eine bis drei Mandeln äßen, würden sie nicht
an Krebs erkranken, weil ein Vitamin in den Mandeln den Widerstand
des Organismus gegen alle Form dieser Krankheit stärken werde.
Mandeln wurden wegen ihres Eisengehalts auch gegen Blutarmut
verordnet, und in einer Behandlungsanweisung heißt es, daß Unrein-
heiten der Haut vermieden werden könnten, wenn man täglich eine
oder zwei Mandeln äße.
In den Anweisungen waren die überall erhältlichen süßen, nicht
aber die bitteren Mandeln (giftig!) gemeint.
Massagemittel (1968-7)
Eine Anweisung enthielt das Rezept nir ein Hautpflegemittel, das zu
den am häufigsten verwendeten Präparaten gehört, die nach Anwei-
sungen von Cayce hergestellt wurden. Er selbst behauptete, eine gele-
gentliche Massage mit diesem Mittel werde die Durchblutung der
Haut anregen und dazu beitragen, daß sie schön bleibt und sich keine
Unreinheiten entwickeln.
Ursprünglich enthielt das Mittel Erdnußöl, Olivenöl, Lanolin und
Rosenwasser. Das im Handel erhältliche Hautpflegemittel hat die
gleiche Zusammensetzung mit Ausnahme des Rosenwassers und
einer Anreicherung mit geringen Mengen Vitamin E. Man hat auf das
Rosenwasser verzichtet, weil es leicht verdirbt und, wenn es mit Ölen
gemischt wird, diese schneller ranzig werden.
Myrrhentinktur und Olivenöl
Myrrhentinktur ist eine alkoholische Lösung und enthält Myrrhe,
einen wohlriechenden Extrakt aus dem Harz von Bäumen, die an der
Küste des Roten Meeres wachsen. In einigen Anweisungen wird
Myrrhentinktur zum Einnehmen verschrieben, häufiger aber als Be-
standteil eines Massagemittels. Cayce glaubte, die Myrrhe sei gut für
die Muskeln und rege, wenn sie von den Hautporen absorbiert wird,
die oberflächliche Durchblutung an. Er erklärte: »Myrrhentinktur
wirkt auf die Hautporen, indem sie eindringt und dafür sorgt, daß die
geschädigten Teile (in diesem Fall waren es Narben) besser durchblu-
tet werden« ( 440-3).
In einigen Fällen sollte die Myrrhentinktur auch bei Dampfbädern
verwendet werden. Zur Massage wurde die Myrrhentinktur als Be-
standteil von fast allen Massagemitteln in der Kombination mit Oli-
venöl verschrieben. Dazu sollte die Myrrhentinktur erhitzt und mit
der gleichen Menge Olivenöl vermischt werden. Da sich diese Mi-
schung, wenn sie einmal erhitzt war, nicht länger als ein paar Tage
hält, sollten jedesmal nur geringe Mengen dieses Mittels hergestellt
werden.
Nujol
Das ist ein besonders schweres Mineralöl, das in der Medizin als
Abführmittel verwendet wird. Es ist eine Mischung aus flüssigen Koh-
lenwasserstoffen, die aus Petroleum gewonnen wird und bei Zimmer-
tern peratur geruch- und geschmacklos ist.
Edgar Cayce hat diese Substanz für den äußerlichen und nicht für
den innerlichen Gebrauch verordnet - als Bestandteil von Massage-
mitteln. Nujol wurde in den Behandlungsanweisungen nir 62 Perso-
nen verschrieben. Eine ähnliche Substanz, russisches weißes Öl, das
heute nicht mehr erhältlich ist, verordnete Cayce 162 Personen. Da in
einigen Anweisungen Nujol als Alternative zu russischem weißem Öl
genannt wird, werden diese Empfehlungen hier zusammengefaßt.
Die Massagemittel, die schweres Mineralöl enthielten, wurden bei
der Behandlung der verschiedensten Beschwerden angewendet. Am
häufigsten waren es spinale Subluxationen, Lähmungen, Bewegungs-
behinderungen, Multiple Sklerose, Eliminationsstörungen, nervöse
Koordinationsschwächen, Parkinson, Drüsenstörungen, allgemeine
Schwäche, Kinderlähmung, Neuritis und Probleme mit den Füßen.
Occy-Crystine
Occy-Crystine ist ein Abführmittel, das in 24 Behandlungsanweisun-
gen verordnet wurde. Es ist eine Kombination aus Natrium Thiosulfat
und Magnesiumsulfat (Epsomsalze) und hat eine reinigende und al-
kalisierende Wirkung.
Diese Substanz wurde am häufigsten zur Anregung der Funktionen
der Ausscheidungsorgane, zur Verbesserung des Stoffwechsels und
zur Stabilisierung des Basen-Säure-Gleichgewichts im Körper ver-
schrieben. Cayce war der Ansicht, daß diese drei Funktionen in einer
engen Beziehung zueinander stehen.
Occy Crystine sollte im allgemeinen so lange genommen werden,
bis der Organismus gründlich gereinigt und alkalisiert worden war.
Gewöhnlich sollte das Mittel über einen Zeitraum von mehreren
Tagen einmal täglich morgens vor dem Frühstück genommen werden.
Olivenöl
Das Olivenöl, ein aus reifen Oliven gepreßtes leichtes Öl, hat im Lauf
der Geschichte die verschiedensten Verwendungsmöglichkeiten ge-
funden, so etwa als nahrhaftes Lebensmittel, als Abführmittel, zur
äußerlichen Behandlung von Wunden und Verbrennungen, als Be-
standteil von Einreibungsmitteln, als Brennstoff, als Kosmetikum und
zur Herstellung von Seife. In der Medizin wurde Olivenöl früher zur
Behandlung von Gallensteinen und als Wurmmittel verwendet.
Cayce hat Olivenöl für den innerlichen und den äußerlichen Ge-
brauch verordnet. Als Nahrungsmittel und innere Medizin hat er es
fast 500mal verschrieben. Er verordnete es als Abführmittel, weil er
überzeugt war, das Olivenöl sei besonders gut für die Ernährung des
Verdauungssystems geeignet.
Als Medikament zum Einnehmen empfahl er es für die verschieden-
sten Krankheiten, so etwa zur Behandlung der Gallenblasenentzün-
dung, bei Stoffwechselstörungen, Toxämie, Epilepsie, Erkrankungen
der Verdauungsorgane und der Leber, bei inneren Verwachsungen
und Verletzungen, bei Stuhlverstopfung, allgemeiner Schwäche und
Übersäuerung des Organismus.
Die äußerliche Anwendung von Olivenöl wurde fast 900mal ver-
ordnet. Damit war es das in den Behandlungsanweisungen am häufig-
sten empfohlene Massageöl. Nach Aussagen von Cayce ist Olivenöl
nicht nur geeignet, die Haut geschmeidig zu machen, sondern es ist
auch »eines der wirksamsten Mittel zur Anregung der Muskeltätigkeit
oder der Tätigkeit der Schleimhäute, mit denen der Körper behandelt
werden kann« ( 440-3).
330
Passionsblumenextrakt
Ein aus den Ranken der Passionsblume hergestellter wässeriger Ex-
trakt wurde in mehr als 90 Anweisungen verschrieben.
Edgar Cayce betrachtete dieses Präparat als das beste Beruhigungs-
mittel bei Epilepsie und verordnete es auch bei nervösen Koordina-
tionsstörungen. Er sagte dazu: »Die Passionsblume wirkt auf das
sympathische Nervensystem. Sie wirkt gegen den Blutandrang, der
durch die Koordinationsstörungen an der Schädelbasis erzeugt wird,
und zwar, wie schon gesagt wurde, durch die Verkrümmungen in der
Wirbelsäule und die in diesem Bereich entstandenen Verwachsun-
gen« (2153-5).
Cayce behauptete, der Passionsblumenextrakt mache nicht süchtig,
und verordnete ihn deshalb sehr oft anstelle von Beruhigungsmitteln
wie Phenobarbital und Dilantin. Er hielt die Passionsblume auch zur
Behandlung der Durchblutung der Muskulatur und der Kapillarge-
fäße für besser geeignet, solange eine vernünftige Diät eingehalten
wurde, die dafür sorgte, daß es zu keinen Stuhlverstopfungen kam.
Cayce wies ausdrücklich darauf hin, daß der Passionsblumenextrakt
nicht gleichzeitig mit anderen Beruhigungsmitteln eingenommen
werden sollte.
In anderen Behandlungsanweisungen ging er näher auf die Wir-
kungen der Passionsblume ein und sagte, sie beeinflusse das sympa-
thische Nervensystem, helfe, die Impulse zwischen den Drüsen an der
Schädelbasis und dem Nervenzentrum im Unterbauch zu normalisie-
ren, welches die Verdauung und den Stoffwechsel reguliere. Zugleich
wirke der Passionsblumenextrakt auf die Blutbildung, die Gallen-
gänge und bestimmte Bereiche entlang der Wirbelsäule.
Radioaktive Kompresse oder Scheinwiderstandsgerät
In den Behandlungsanweisungen wird die radioaktive Kompresse
oder das Scheinwiderstandsgerät etwa 450mal erwähnt. Dochtrotz
dieser Bezeichnungen hat es nichts mit Radioaktivität zu tun, zumin-
dest nicht nach den Begriffen der Wissenschaft in unserem heutigen
Atomzeitalter. Die Bezeichnung »radioaktiv« ist vielleicht dadurch
entstanden, daß die Schwingungen, die theoretisch zwischen dem
Gerät und dem Körper erzeugt wurden, mit Radiowellen verglichen
werden konnten.
Die radioaktive Kompresse, über deren Zusammensetzung in den
Anweisungen detaillierte Angaben enthalten sind, erzeugt selbst kei-
nen elektrischen Strom, obwohl Cayce behauptete, daß sie die elektri-
schen Energien im Körper beeinflußte. Edgar Cayce hat sie verordnet,
um den Kreislauf zu verbessern und die Funktionen des Nervensy-
331
stems zu normalisieren und damit zur Entspannung des Körpers
beizutragen. Sie wurde häufiger zur Vorbeugung als zur Heilung ern-
ster Krankheiten eingesetzt, obwohl zu den so behandelten Krankhei-
ten die folgenden gehörten: Nervöse Spannungen und Koordina-
tionsmängel, Koordinationsschwächen im Kreislauf, Schlaflosigkeit,
Neurasthenie, allgemeine Schwäche, nervöse Spannungen, abnor-
male Kinder, Taubheit, Fettleibigkeit und Arthritis.
In besonderen Fällen enthielt ein Gefäß zu Heilzwecken Substan-
zen wie Goldchlorid, Silbernitrat, Eisentinktur, Kampferspiritus, Jod-
tinktur und Atomidin. Dieses Gefäß wurde an das Gerät angeschlos-
sen. Man glaubte, auf diese Weise gewisse in der Lösung enthaltene
lebensnotwendige Stoffe dem Organismus zuführen zu können.
Zudem glaubte Cayce, die radioaktive Kompresse könne den Kör-
per mit neuer Energie versorgen, das Gedächtnis stärken und den
ganzen Organismus mit den kreativen Kräften in Einklang bringen.
Die Anweisungen betonten, daß die radioaktive Kompresse wei-
sungsgemäß verwendet werden solle, und dazu gehöre auch die rich-
tige innere Einstellung.
Die Verwendung von Radiowellen
Die Verwendung von Radiowellen hat Cayce in mehr als 40 Behand-
lungsanweisungen erwähnt und bezog sich dabei auf eine umstrittene
Methode zur Diagnose und Behandlung von Krankheiten mit Gerä-
ten, die zu Lebzeiten von Edgar Cayce unter den Bezeichnungen
Oscilloclast, Abrams Machine und (Cold's) Etheronics bekannt wa-
ren. Entwickelt hatte sie ein Dr. med. Albert Abrams in San Franziska,
der sich viele Jahre mit Forschungsarbeiten beschäftigt hatte, die
darauf gerichtet waren, nach wissenschaftlichen Methoden eine
»elektromagnetische« Basis zur Erforschung von Gesundheit und
Krankheit zu schaffen.
Das von Abrams entwickelte Gerät, im Volksmund wurde es als
»die schwarze Schachtel« bezeichnet, konnte angeblich durch den
Kontakt mit dem Patienten oder nur mit einem Tropfen Blut des
Patienten Krankheiten diagnostizieren. Es konnte sogar über größere
Entfernungen Krankheiten heilen, indem es Impulse von Radioener-
gie aussendete, die jeweils so abgestimmt waren, daß eine bestimmte
Krankheit günstig dadurch beeinflußt wurde.
Die von Abrams entwickelte elektromagnetische Theorie entsprach
in vieler Hinsicht der Betrachtungsweise von Cayce, der das Leben in
seinem Wesen als Manifestation von Schwingungsenergie oder elek-
trischer Energie sah. Er hat häufig erklärt, »das Leben und seine
Manifestationen in der Materie kommen aus einer elektronischen
Energie« ( 440-16). Cayce setzte sich dafür ein, die Verwendung von
332
Radiowellen zu erforschen und weiterzuentwickeln und als Hilfe zur
Wiederherstellung körperlicher Gesundheit zu verwenden, beson-
ders bei Patienten, die unter Nervenstörungen litten.
Radiumkompressen
Edgar Cayce hat 160 Patienten Radiumkompressen verordnet. Mit
dieser Therapie wollte er die heilenden Eigenschaften des radioakti-
ven Elements Radium zur Wirkung bringen. Die Kompresse wurde
um den Körper gewickelt, gewöhnlich im Bereich des Solarplexus,
und konnte während des Tages, in der Nacht oder auch 24 Stunden
lang getragen werden, wenn es für notwendig gehalten wurde. Dane-
ben verschrieb Cayce auch die sogenannte Degnen's Lens. Das waren
Augengläser, die zur Behandlung von Blindheit und anderen Augen-
krankheiten eingesetzt wurden. Beide Vorrichtungen enthielten Ra-
dium und konnten, wenn die Strahlung nachließ, neu aufgeladen
werden, indem man die Vorrichtungen dem starken Sonnenlicht aus-
setzte.
Die Firma, die diese Vorrichtungen herstellte, existiert nicht mehr,
und die Radiumkompresse sowie die Degnen's Lens sind nicht mehr
im Handel erhältlich. Allerdings wird das Radium auch noch heute
zur Behandlung von Krebs und Hautkrankheiten eingesetzt. Der Her-
steller und Cayce glaubten jedoch, daß es für das Radium auch viele
andere Anwendungsmöglichkeiten gebe, und empfahlen es zur Be-
handlung allgemeiner Schwächezustände, spinaler Subluxationen,
der Toxämie und einiger Formen des Krebses sowie anderer Ge-
schwüre und Augenkrankheiten. In seinen Behandlungsanweisun-
gen erklärt Cayce zudem, das Radium rege die Blutbildung an, habe
eine verjüngende Wirkung auf die Nerven und stimuliere die elektri-
schen Schwingungen im Körper.
Cayce erklärte: »In diesem Körper erzeugen die höheren Schwin-
gungen, die von der Radiumkompresse ausgehen, eine perfekte Koor-
dination im ganzen Organismus, geben den physischen Kräften des
Körpers neues Leben und regen zur Blutbildung an. Damit wird es
den mentalen und spirituellen Kräften ermöglicht, im Körper wirksam
zu werden« (4735-1).
Ray's Ointment und Ray's Liquid
Die Präparate mit dem Markennamen Ray's wurden von dem Chemi-
ker Thomas Ray Wirsing aus Roanoke, Virginia, hergestellt, und zwar
für Personen, denen Cayce besondere, von ihm entwickelte Heilmittel
verordnet hatte. Diese Medikamente wurden in etwa 15 Behand-
lungsanweisungen verschrieben, vor allem zur Behandlung von Ekze-
333
men, Fußpilz, Dermatitis und dem durch Giftefeu erzeugten Aus-
schlag. In den meisten Fällen wurde die Salbe verordnet. Die flüssige
Lösung wurde gegen den Giftefeu-Ausschlag und in einem Fall zur
Behandlung von Fußpilz verschrieben.
Die Salbe enthält Salizylsäure, Phenol, Zinkoxydsalbe, Fichten-
teersalbe, Resorcin, Schwefelsalbe, Petrolatum und Lanolin.
Rizinusöl
Palma Christi ist eine andere Bezeichnung für Rizinusöl. Cayce hat für
dieses Öl die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten genannt, es
aber nur selten als Abführmittel verschrieben. Auch sonst verordnete
er es kaum zum innerlichen Gebrauch, sondern riet in einigen Fällen
sogar dringend davon ab. Er sagte:» Rizinusöl innerlich genommen ist
ebenso wie gewisse andere Abführmittel nur ein stark wirkendes
Laxativ. Deshalb wirkt Rizinusöl, das aus Packungen absorbiert wird,
besser, als wenn man es innerlich nimmt« (1433-6).
Zur äußeren Anwendung wird Rizinusöl jedoch in einer großen
Zahl von Fällen verordnet. So verschreibt Cayce Rizinusöl und Back-
pulver zum Beispiel zur äußerlichen Behandlung von Hornhaut an
den Füßen, Leberflecken, eingewachsenen Zehennägeln und War-
zen. In etwa 50 Anweisungen wird Rizinusöl für Massagen bei Horn-
haut, Krebs (Haut und Brust), Zysten, entzündeten Fußballen, Ich-
thyosis, Leberflecken, Tumoren und Warzen verschrieben.
Am häufigsten verordnete Cayce allerdings Rizinusöl in der Form
von Packungen, und zwar bei Gallenblasenentzündung, Elimina-
tionsstörungen, Epilepsie, verschiedenen Leberleiden und Skleroder·mie. Außerdem verordnete Cayce dieses Öl zur Behandlung von
Kopfschmerzen, Blinddarmentzündung, Arthritis, Koordinationsstö-
rungen zwischen Stoffwechsel und Eliminationen, Schleimhautent-
zündung des Dickdarms, Fieber, Darmstörungen, Koordinationsstö-
rungen zwischen den Nervensystemen, Neuritis und Toxämie.
In der folgenden Anweisung erläutert Edgar Cayce genauer die
richtige Anwendung der Packungen: »Man erhitze das Öl. Dann
tauche man zwei, drei oder vier Schichten Flanell in das Öl, wringe es
aus und lege es direkt auf den Körper. Diese trockene Hitze (die
warme Kompresse) soll etwa eine Stunde, solange die Packungen auf
dem Körper liegen, einwirken können. Anschließend bade man den
Körper mit einer schwachen Backpulverlösung, um ihn von den sau-
ren Substanzen und natürlichen Sekretionen zu reinigen, die er aus-
scheidet« ( l 034-l ).
Rizinusölpackungen sollten im allgemeinen auf die rechte Bauch-
seite aufgelegt werden, und zwar in bestimmten Zyklen, zum Beispiel
jeweils an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit dazwischenliegenden
334
Pausen von drei bis vier Tagen. Die Packungen sollten am Nachmittag
oder beim Zubettgehen aufgelegt werden und anderthalb Stunden
liegenbleiben. Am dritten Tage eines jeden Zyklus sollte im allgemei-
nen eine bestimmte Dosis Olivenöl eingenommen werden.
Rohöl
Die Anweisungen von Edgar Cayce lassen darauf hoffen, daß es mög-
lich sein wird, mit einer sicheren und natürlichen Methode dem
Haarausfall vorzubeugen und ihn zu behandeln. Cayce berücksich-
tigte sowohl die innerlichen als auch die äußerlichen Aspekte der
Ursachen und der Behandlungsmöglichkeiten der Glatzenbildung in
insgesamt 92 Anweisungen für 65 Personen.
Zur äußerlichen Anwendung wurde am häufigsten eine Mischung
aus Rohöl, Vaseline und verdünntem Getreidealkohol (im allgemei-
nen war es eine 20prozentige Lösung) verordnet. In einigen Fällen
wurde eine ausalldiesen Substanzen bestehende Mischung ver-
schrieben, und in anderen waren sie einzeln anzuwenden.
Außerdem verordnete Cayce auch Fichtenteerseife (oder Sham-
poo), Olivenölshampoo oder Listerin und für Frauen mit Haarausfall
Schweineschmalz. Die Verwendung von Listerin und der Alkohollö-
sungen wurde in vielen Fällen besonders für Personen mit Kopfschup-
pen verschrieben.
In der Anweisung 636-1 heißt es, daß die Kopfhaut zwei- oder
dreimal monatlich mit Rohöl eingerieben werden sollte, und zwar
nach der Behandlung mit der Mischung aus Rohöl, Vaseline und
20prozentigem GetreidealkohoL In dieser Anweisung verordnete
Cayce auch eine stark jodhaltige Diät zur Anregung der Schilddrüse.
Safran
Gelber oder amerikanischer Safran (Carthamus tinctorius) wird
manchmal als natürliches Färbemittel, aber auch zum Würzen von
Speisen verwendet. Safran wurde etwa 190mal als Mittel zur Verdau-
ungsförderung verschrieben. Cayce erklärte: »Diese Eigenschaften
(des Safrans in Wasser) als Tonikum zur Anregung des Stoffwechsels
erzeugen und erhalten mit den Verdauungskräften die geeigneten
Reaktionen zur Verhinderung von Beschwerden, wie dies für solche
Fälle schon angedeutet worden ist« (556-16).
Die Häufigkeit und Dauer der Einnahme von Safrantee waren von
Fall zu Fall verschieden. Für einen Patienten wurde der Tee für eine
unbestimmte Zeit zur täglichen einmaligen oder zweimaligen Ein-
nahme verordnet. Ein anderer Patient wurde angewiesen, ihnjeweils
mehrere Tage hintereinander zu trinken und zwischendurch Ruhe-
335
tage einzulegen, bis sich der Zustand der Verdauungsorgane sichtlich
gebessert hatte.
Salz und Kelpsalz
Kelpsalz wird in etwa 30 Behandlungsanweisungen erwähnt, und in
vielen dieser Fälle wurde als Ersatz daflir » Tiefseesalz« genannt.
Beide Salze enthalten zahlreiche Spurenelemente, besonders Jod.
Kelp wird aus Meeresalgen gewonnen. Seesalz wurde seinerzeit direkt
aus Seewasser gewonnen und nicht aus Salzablagerungen auf dem
Festland.
In den Anweisungen heißt es, daß Kelpsalz zum Würzen von Spei-
sen (hier werden Maisbrot und Gemüse erwähnt) die Nahrung mit
wertvollen Elementen anreichern und damit den Körper stärken
würde. Kelpsalz und Meersalz wurden nicht nur flir den allgemeinen
Gebrauch empfohlen, sondern auch in Fällen, in denen ein Jodman-
gel im Organismus festgestellt wurde.
Salz sollte auch in der Physiotherapie angewendet werden, zum
Beispiel in der Form heißer Salzpackungen, die in etwa 80 Anweisun-
gen zur Schmerzlinderung im Beckenbereich und bei anderen Be-
schwerden verordnet wurden. Gelegentlich verordnete Cayce auch
Kompressen mit Salz und Apfelessig zur Behandlung von Verstau-
chungen und Prellungen. Oft verschrieb Cayce auch ein Zahnpulver,
das aus gleichen Teilen Salz und Backpulver bestand.
Süßer Nitratgeist
Süßer Nitratgeist ist Äthylnitrit in Alkohol gelöst und wird auch als
Nitratgeist oder Nitratäthergeist bezeichnet. Dieses Präparat hat
Cayce für die Behandlung von fast 60 Personen verordnet, in erster
Linie bei Nieren- und Blasenproblemen. Es sollte vor allem harntrei-
bend und reinigend wirken, und »gelegentlich eingenommen wird es
die Tätigkeit der Nieren und der Blase regulieren« (601-25).
Das Präparat ist im Handel nicht mehr erhältlich. Ein Ersatz könnte
der Tee aus Wassermelonenkemen sein, welche Nitrat enthalten.
Tanninsäure
Tanninsäure ist eine gelbliche, entzündungshemmende Substanz, die
aus den verschiedensten Pflanzen gewonnen wird. Sie wird zwar vor
allem zum Gerben und Färben verwendet, hat aber auch medizinische
Anwendungsbereiche, unter anderem zur Behandlung von Brand-
wunden. Tanninsäure wurde in zwei Fällen zur örtlichen Behandlung
von Verbrennungen im Gesicht und an den Augen verschrieben.
336
TIM ( 1800-20)
TIM ist ein in etwa 50 Anweisungen vor allem Ilir die Behandlung von
Hämorrhoiden verordnetes Präparat, das aber auch für Hautreizun-
gen wie Pruritus, Ekzeme, Abschürfungen und Furunkel verschrieben
wurde. In einigen Fällen hat Cayce auch Anweisungen für die Herstel-
lung dieses Präparats gegeben, dessen Zusammensetzung aber von
Fall zu Fall verschieden war. Für den allgemeinen Gebrauch enthielt
es Jod und Benzoin auf einer Basis von Butterfett und Tabak.
Tonicin
Tonicin wurde in etwa 60 Anweisungen verschrieben, vor allem bei
Drüsenstörungen und Beschwerden in den »Fortpflanzungsorga-
nen«, etwa bei der Menopause und bei Beschwerden im Bereich der
Beckenorgane. Dieses Präparat, das nicht mehr im Handel ist, wurde
auf Anforderung von der Firma Reed and Carnrick hergestellt. Zwar
wissen wir nicht, welches seine Bestandteile waren, aber in einer
Anweisung heißt es, das Mittel sei aus »Drüsensekreten« oder »Drü-
senreaktionen« hergestellt worden. Das Medikament »Formula 636«,
ein Drüsentonikum, könnte vielleicht an seiner Stelle verwendet wer-
den.
Topinambur
Der Topinambur ist eine amerikanische Sonnenblume, die von eini-
gen amerikanischen Indianern angebaut wurde. Er hat kleine Wurzel-
knollen, die aussehen wie roher Ingwer. Die Topinamburknollen ha-
ben eine ähnliche Konsistenz wie Karotten, schmecken süß und nach
Nüssen und haben weniger Kalorien als Kartoffeln. Daß Topinambur
in Amerika Jerusalemer Artischocken heißen, leitet sich angeblich
von dem italienischen Wort »giragale« her, das soviel bedeutet wie
»zur Sonne«.
Cayce empfahl dieses Gemüse zur Verbesserung des Stoffwechsels
und zur Anregung der Ausscheidungsorgane sowie anstelle von Insu-
lininjektionen für Diabetiker. Um eine zu starke Stimulierung der
Schilddrüse zu vermeiden, sollten Kinder nur kleinere Topinambur-
knollen essen.
Nach Auffassung von Cayce ließ sich der Topinambur am besten in
Salaten oder gekocht verwenden, und in einigen Anweisungen ver-
ordnete er, daß die Knollen abwechselnd in beiden Formen zubereitet
werden sollten. Zum Kochen sollten die Knollen in Papier eingewik-
kelt werden, und ein Stück von der Größe eines Hühnereis war die
richtige Menge, die ein Erwachsener bei einer Mahlzeit essen sollte.
337
Ulmenwasser
Edgar Cayce hat in etwa 125 Behandlungsanweisungen Ulmenwasser
verordnet, vor allem für Personen mit Stoffwechselstörungen, Schup-
penflechte und Magengeschwüren. Zu seiner Herstellung wird eine
Messerspitze pulverisierte Ulmenrinde in ein Glas kaltes Wasser ge-
tan, das fünf Minuten später getrunken werden soll. Cayces Anwei-
sung lautete: »Stellen Sie das Ulmenwasser nicht her, wenn Sie es
nicht sofort trinken wollen, denn es wird leicht ranzig« (348-6).
Die Ulmenrinde sollte auf die Magen- und Darmwände heilend
wirken.
Ultraviolettes Licht
Edgar Cayce hat gelegentlich die Verwendung eines kurzwelligen
ultravioletten Lichts verordnet, das nicht mit dem langwelligen Licht
verwechselt werden darf. Für diese Bestrahlungen empfahl Cayce
häufig eine Quecksilberquarzlampe der Firma Burdick. In den mei-
sten Fällen sollte der Patient durch eine einen Viertelzoll dicke grüne
Glasscheibe vor den ultravioletten Strahlen geschützt werden.
Ein Hersteller dieses Glases ist heute nicht bekannt, obwohl es
noch Lampen zur Bestrahlung mit ultraviolettem Licht gibt, die man
ausleihen kann. Ein Ersatz für diese Behandlung ist das natürliche
Sonnenlicht. In einer Anweisung wird gesagt, daß die Ultraviolettbe-
strahlung weniger häufig erfolgen müsse, wenn natürliches Sonnen-
licht zur Verfügung steht. (Siehe auch Heliotherapie.)
Vakzine
Cayce hat in seinen Behandlungsanweisungen die Fragen von mehr
als 50 Personen nach dem Wert von Schutzimpfungen beantwortet. Es
handelte sich dabei um Kinder und um Erwachsene. Wir müssen hier
jedoch bedenken, daß Cayce bei seiner Beurteilung von dem damali-
gen Wissensstand auf diesem Gebiet ausgegangen ist und nicht die
heutigen fortschrittlichen Techniken und Möglichkeiten berücksich-
tigen konnte.
Auf die Frage, in welchem Alter man mit den Schutzimpfungen
beginnen sollte, sagte er, das sollte im allgemeinen nicht in einem zu
frühen Alter geschehen. Ausnahmen finden wir in wenigen Anwei-
sungen im Hinblick auf die Schutzimpfung gegen Diphtherie. In
einem Fall sollte sie im Alter von acht Monaten, und zwar in äußerst
geringen Dosen, und in zwei Fällen mit neun Monaten oder später
vorgenommen werden.
Im Fall eines neun Monate alten Kindes sagte Cayce, es solle nicht
33 8
geimpft werden, bevor sich nicht die Zähne entwickelt hätten. Er
erklärte, »Angesichts der Störungen, die durch das Härten im Orga-
nismus entstehen oder durch die Notwendigkeit, daß der Organismus
bestimmte Elemente bilden muß, würden diese Impfungen oder Seren
den ganzen Organismus belasten und zu einer Deformierung der
Zähne fuhren. Das kann man in vielen Fällen beobachten, wo sehr
junge Kinder auf diese Weise behandelt worden sind. Sollten sie
solchen Einflüssen ausgesetzt worden sein, dann könnte es notwen-
dig werden, vorbeugende oder Notmaßnahmen zu ergreifen. Unter
allgemeinen oder normalen Umständen wäre es sehr viel besser, die
Impfungen erst in späteren Jahren vorzunehmen« (299-2).
Cayce empfahl in vielen Fällen, Kinder erst mit viereinhalb Jahren
oder noch später zu impfen. Schutzimpfungen gegen Windpocken,
Diphtherie und Keuchhusten wurden ftir einige Kinder im Alter von
sieben und acht Jahren empfohlen.
Über den Nutzen von Schutzimpfungen sagte Cayce: »Das ist das
Beste, was man über Schutzimpfungen sagen kann - daß sie die
Giftstoffe im Organismus freisetzen und, wenn alle Vorsichtsmaßnah-
men getroffen werden, vor Drüsenstörungen schützen. Wenn diese
Giftstoffe freigesetzt sind und der Organismus in der Lage ist, sie
normal auszuscheiden, normalisiert sich auch der Stoffwechsel. Diese
Möglichkeit sollte genutzt werden« (5566-3).
Valentine's Leberextrakt
Valentine's Leberextrakt ist ein flüssiger Extrakt aus der eßbaren
Leber von Säugetieren. Er wird seit 1929 von der Schulmedizin zur
Behandlung der bösartigen Anämie und damit im Zusammenhang
stehender Mangelerkrankungen verwendet. Sein besonderer Wert
liegt darin, daß er den Organismus mit B-Vitaminen versorgt.
In der normalen Zusammensetzung wird Valentine's Leberextrakt
in etwa 50 Behandlungsanweisungen erwähnt. Edgar Cayce bezeich-
nete dieses Präparat als blutbildend und kräftigend und verordnete es
vor allem bei Anämie und allgemeinen Schwächezuständen.
Valentine's Leberextrakt ist auch in der Formula 636 enthalten.
Ventriculin
Ventriculin wird in etwa 55 Anweisungen verordnet, Ventriculin mit
Eisen in etwa 40. Beide Präparate wurden bis Mitte oder Ende der
1950er Jahre von der Firma Parke-Davis hergestellt. Diese Substanz
wird aus dem Magengewebe von Schweinen gewonnen und wurde
verordnet, um die Bildung von Retikulozyten anzuregen ( vonjungen
roten Blutzellen). Der Hersteller empfahl das Ventriculin als beson-
339
ders geeignet zur Behandlung der bösartigen Anämie. Das oral einzu-
nehmende V entriculinpulver wurde von Cayce vor allem bei Anämie,
aber auch bei zahlreichen anderen Beschwerden verordnet, so etwa
für Patienten, die an Sklerodermie litten.
Bestrahlung mit violettem Licht
Das Gerät, mit dem die Bestrahlung mit violettem Licht vorgenom-
men wurde, war zur Zeit von Cayce ein Hochspannungsgerät mit
niedriger Amperezahl, das statische Elektrizität erzeugte. Heute be-
zeichnet man es ganz allgemein als Hochfrequenzgerät Es erzeugt
etwa 50 000 Volt mit nur wenigen Milliampere. Seine Frequenz von
mehr als einer Million Schwingungen pro Sekunde macht es zu einem
sanft wirkenden Diathermiegerät, mit dem eine therapeutische Erhit-
zung des Gewebes unter der Haut möglich ist.
Das Bestrahlungsgerät ist ein in der Hand zu haltendes elektrisches
Gerät mit einer Vakuum-Glasröhre oder »Elektrode«. Der elektrische
Strom erzeugt Hochfrequenzschwingungen mit dunkelvioletter
Farbe.
Cayce erwähnt die violette Bestrahlung etwa 925mal und verordnet
sie gegen ein weites Spektrum von Erkrankungen. In erster Linie
sollte damit die Durchblutung der Körperoberfläche angeregt werden.
Nach Cayce hatte diese Bestrahlung auch zusätzliche heilende Wir-
kungen. Ihre Anwendung wirkte schlaffördernd, kräftigend, elimina-
tionsfördernd, nervenberuhigend und allgemein harmonisierend.
Die Bestrahlung mit violettem Licht wurde bei Erkrankungen der
Augen wie grauem Star, Blindheit und Kurzsichtigkeit sowie bei Hä-
morrhoiden, Anämie, Arthritis, Erkrankung der Beckenorgane und
ähnlichen Störungen verordnet, um nur einige Anwendungsbereiche
zu nennen. Über die Behandlung der Anämie sagte Cayce: »Um den
Organismus zu diesem Zeitpunkt in einen besseren Zustand zu ver-
setzen, sollten wir die Manipulationen mit den Händen vornehmen
und nicht mit den Schwingungskräften arbeiten, dabei aber doch die
elektrischen Kräfte einsetzen, die bei der Anwendung der violetten
Bestrahlung freiwerden, um die Durchblutung zu fördern, die durch
die Nervenreaktion im und durch das Gewebe in den äußeren Berei-
chen ebenso wie in dem tieferliegenden Gewebe erfolgt. Dazu soll der
Bauch sehr gründlich bestrahlt werden, um die Funktion der Leber,
der Milz und des Verdauungstrakts anzuregen« (979-3).
Wie lange die einzelne Bestrahlung dauern sollte, wurde von Fall zu
Fall vorgeschrieben, und zwar jeweils eine bis zu zehn Minuten.
Einem Patienten sagte Cayce, eine gute Sache dürfe nicht übertrieben
werden, und anderthalb Minuten täglich würden ausreichen.
340
Vitamine
Edgar Cayce betrachtete die Vitamine als »das, woher die Drüsen jene
notwendigen Einflüsse zur Versorgung mit Energie nehmen, um es
den verschiedenen Organen des Körpers zu ermöglichen, sich zu
erneuern« (2072-9). Das Einnehmen von Vitaminen wurde in mehr
als 300 Anweisungen empfohlen. In den meisten Fällen sollten diese
Substanzen dem Körper allerdings in ihrer natürlichen Form zuge-
führt werden, das heißt in der Nahrung.
Die Form, in der er seinen Patienten die Vitamine verordnete, war in
den einzelnen Fällen verschieden. Manchmal nannte er bestimmte
Vitamine, die er in dem einzelnen Fall für besonders wichtig hielt, und
empfahl zugleich eine Reihe von Nahrungsmitteln, die sie enthielten.
In anderen Fällen nannte er nur die benötigten Vitamine, ohne zu
sagen, wo sie enthalten waren. Außerdem gab er seinen Patienten
auch häufig genaue Diätvorschriften, ohne die Vitamine zu erwäh-
nen, wenngleich aus seinen Empfehlungen zu ersehen war, mit wel-
chen Substanzen der Organismus versorgt werden sollte.
Wo Cayce Vitaminpräparate verschrieb, tat er es nur für eine be-
grenzte Zeit, denn sie sollten nur einen bestimmten Mangel ausglei-
chen und die Fähigkeit des Körpers anregen, diese Vitamine selbst zu
synthetisieren und den Organismus damit zu versorgen. Deshalb soll-
ten Vitamine grundsätzlich in Zyklen eingenommen werden, in deren
Verlauf regelmäßige Ruhepausen einzulegen waren.
Die am häufigsten verschriebenen Vitamine waren die B-Vitamine.
Sie wurden insgesamt etwa ISOmal verordnet. Cayce schätzte die B-
Vitamine deshalb besonders, weil er glaubte, sie versorgten den Orga-
nismus mit Lebensenergie. Das Vitamin B 1 bezeichnete er einmal als
das »Gymnastik- oder Energievitamin«.
Das Vitamin D wurde in mehr als 40 Behandlungsanweisungen
verordnet und auch als wertvolle Quelle der Lebensenergie angese-
hen, um den körpereigenen Widerstand gegen Infektionen zu stärken.
Das Vitamin D war nach der Auffassung von Cayce entscheidend am
Aufbau und der Erhaltung von Zähnen und Knochen beteiligt.
Das Vitamin A wurde fast ebenso häufig verschrieben wie das
Vitamin D, und zwar ebenfalls als Energiequelle. Nach Cayces Auffas-
sung war es ein »Sonnenscheinvitamin«, das besonders für die Ge-
sundherhaltung der Augen und der Nieren wichtig war. Auch der an
A- und D-Vitaminen reiche Lebertran wurde mehr als 1 OOmal emp-
fohlen.
Es überrascht uns, daß Cayce das Vitamin C nur etwas mehr als
zehnmal verschrieben hat, obwohl die Nahrungsmittel, die es enthal-
ten, in seinen Diätvorschriften sehr häufig verordnet wurden. Er hielt
das C-Vitamin für ein Element, das die Nerven stärkt und ihnen
341
Vitalität verleiht, die strukturellen Teile des Organismus gesund und
leistungsfähig erhält und » die notwendigen Einflüsse auf alles ausübt,
was sich im ganzen Körper bewegt, ob es nun die Muskeln oder
Sehnen, eine Reaktion des Herzens, eine Nierenkontraktion, die
Kontraktion der Leber, das Öffnen und Schließen des Mundes, die
Bewegungen der Augenlider, die Tätigkeit der Speicheldrüsen oder
die Gesichtsmuskeln sind« (2072-9).
In einigen Fällen bevorzugte Cayce aus mehreren Vitaminen zu-
sammengesetzte Präparate, die den Organismus in ausgewogener
Weise mit den notwendigen Substanzen versorgten, ohne daß es zu
einer Überdosierung kam.
Wassermelonenkern-Tee
Der Tee aus Wassermelonenkernen wurde aus getrockneten und zer-
quetschten Wassermelonenkernen hergestellt und in etwa 75 Be-
handlungsanweisungen verordnet. In den Anweisungen hieß es, daß
dieser harntreibende Tee die Ausscheidung von Toxinen aus dem
Organismus fördern werde. Außerdem sei er geeignet, in den Bauch-
organen angesammeltes Wasser zu entfernen, zur Heilung von Nie-
ren- und Blasenentzündungen beizutragen, Beschwerden in den
Eierstöcken zu lindern und gegen eine Uberlastung der Nieren wäh-
rend der Schwangerschaft und nach der Geburt zu wirken. Zu dem
letzteren Problem erklärte er: »Die Entbindung sollte, wie wir feststel-
len, normal sein, es wird aber zu Schwierigkeiten in den Nieren
kommen, wenn nicht die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergrif-
fen werden, um ihre Aktivitäten zu normalisieren. Deshalb wäre es
angezeigt, schon bald nach der Geburt sehr kleine Mengen Tee aus
Wassermelonenkernen zu trinken« (951-7).
Zur Herstellung dieses Tees sollte ein Teelöffel getrockneter und
zerquetschter Wassermelonenkerne mit einem halben Liter kochen-
dem Wasser aufgebrüht werden. Anschließend sollte der Tee etwa 15
Minuten ziehen. Er sollte einmal wöchentlich oder häufiger getrun-
ken und alle paar Tage frisch aufgebrüht werden.
Weizenkeimöl
Weizenkeimöl wird in etwa 25 Behandlungsanweisungen zur Ergän-
zung der Diät empfohlen. Dieses Öl ist besonders wertvoll, weil es das
VitaminE enthält. Cayce verordnete es zur Behandlung der Arthritis
und physischer Veränderungen der Fortpflanzungsorgane, zum Bei-
spiel in der Menopause.
Edgar Cayce glaubte, Weizenkeimöl in geringen Dosen sei gut für
die Nerven und für den Energiehaushalt des Körpers. Im allgemeinen
342
genügten ein bis zwei Tropfen täglich, die in bestimmten Zyklen
genommen werden sollten.
Wismutmilch
Dieses verdauungsfördernde Mittel ist eine Kombination aus Wismut-
hydroxid und Wismutkarbonat Cayce h a t ~ ~ in fast 275 Behandlungs-
anweisungen verordnet, vor allem um bei Ubersäuerung des Organis-
mus die Verdauung anzuregen, aber auch bei Schwierigkeiten beim
Stoffwechsel und der Ausscheidung von Toxinen, bei Gallenblasen-
entzündung, Dickdarmentzündung, Magen- und Darmbeschwerden,
Leberproblemen und Toxämie.
Im allgemeinen sollte die Wismutmilch zusammen mit anderen
therapeutischen Maßnahmen (etwa zur Alkalisierung oder zur Anre-
gung der Ausscheidungsorgane) genommen werden und wurde oft
auch mit anderen Substanzen kombiniert.
Zilatone
Dieses Abführmittel wird in etwa 80 Behandlungsanweisungen gegen
Eliminationsstörungen und damit im Zusammenhang stehende Lei-
den wie Gallenblasenentzündung, Funktionsstörungen in den Aus-
scheidungsorganen, Toxämie und Leberstörungen verordnet. Das
Präparat besteht aus einem die Verdauung anregenden Gallensalz,
abführend wirkendem Faulbaumrindenextrakt, Pancreatin, das bei
verschiedenen Verdauungsstörungen wegen seiner enzymatischen
Wirkung verwendet wird, dem Laxativ Phenolphthalein, dem aus
Tieren gewonnenen verdauungsfördernden Protein Pepsin und dem
gegen Blähungen verwendeten Kapsikum. Seit jener Zeit hat sich an
der Zusammensetzung dieses Präparats nichts geändert. Interessan-
terweise wird in einigen Anweisungen gesagt, das Zilatone enthielte
ein mildes, die Herztätigkeit anregendes Mittel. Damit ist vielleicht
das Kapsikum gemeint.
Zimtwasser
Zimt ist die getrocknete Rinde des in Ceylon und China vorkommen-
den Cinnamomum. Es wird verwendet zur Anregung der Verdauung
und als aromatische Würze. Zimt enthält ein sich leicht verflüchtigen-
des Öl, welches der wirksame Bestandteil des Zimtwassers ist.
Zimtwasser wurde in mehr als 90 Behandlungsanweisungen ver-
ordnet, und zwar zur Behandlung von Stoffwechselstörungen, Ver-
dauungsstörungenund Brechreiz. Fast in allen Fällen sollte es gleich-
zeitig mit Kalkmilch und sehr oft auch mit Jodkalium und/oder Brom-
343
kaliumgenommen werden. Cayce behauptete, Kalkmilch und Zimt-
wasser eigneten sich besonders zur Anregung der Verdauung.
N Edgar Cayces wichtigste
Therapieformen - eine Auswahl
Behandlung zur Anregung der Ausscheidungsorgane
Edgar Cayce hielt Eliminationsstörungen für ein häufig auftretendes
Problem. Zu ihrer Behandlung hat er die verschiedensten Therapien
verordnet. Dazu gehörten Klistiere, Darmspülungen, Abführmittel,
harntreibende Mittel, Diätvorschriften, Gymnastik, Massagen, spi-
nale Manipulationen, hydrotherapeutische Maßnahmen und Pak-kungen.
Cayce glaubte, daß sich Eliminationsstörungen auf den ganzen
Körper auswirken, denn der Magen-Darm-Kanal, Dünndarm und
Dickdarm, Leber, Nieren, Schweißdrüsen und die Atmungsorgane
sind wesentlich an der Ausscheidung von Ballaststoffen und Toxinen
beteiligt. Wenn sich nichtausgeschiedene toxische Stoffe im Magen-
Darm-Kanal ansammeln, dann belasten sie schließlich auch den Blut-
kreislauf. Das führt zu dessen V erlangsamung und weiteren V er-
schlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes.
Deshalb wies Cayce immer wieder auf die Bedeutung der normalen
Funktionen aller Ausscheidungsorgane für die Erhaltung eines guten
Allgemeinzustandes hin. Er glaubte sogar, bei einem normalen Funk-
tionieren der Ausscheidungsvorgänge und des Stoffwechsels könnte
das Leben wesentlich verlängert werden.
Das war ein Grund, weshalb die Anregung der Ausscheidungsor-
gane nur ein Teil seiner Therapien bei der Behandlung von Krankhei-
ten war. Cayce erklärte, es sei falsch, Eliminationsstörungen nur mit
Stuhlverstopfung gleichzusetzen. Die Eliminationen könnten auch in
anderen Körperteilen behindert werden, selbst wenn die Darmentlee-
rung regelmäßig erfolgte.
Zur inneren Reinigung verordnete er sehr oft Klistiere und Darm-
spülungen. Mit den ersteren sollte der Inhalt der unteren Darmwege
entfernt werden, während die letzteren für die Reinigung des oberen
Teils des Darmtrakts sorgten.
Spülungen des Dickdarms werden mit körperwarmem Wasser vor-
genommen, das auch andere Bestandteile enthalten kann. In einer
345
Behandlungsanweisung sagt Cayce, gelegentliche Spülungen des
Dickdarms könnten jedermann empfohlen werden. Er warnte aber
davor, diese Spülungen zu häufig vorzunehmen. Unter normalen
Umständen sollte eine solche Spülung alle zwei bis drei Monate
erfolgen. Zunächst sollten dem Spülwasser kleine Mengen Salz und
Natrium zugefügt werden, und das letzte Ausspülen sollte mit einem
Zusatz von Glyko-Thymolin erfolgen. Diese Substanzen wurden gele-
gentlich auch für Klistiere empfohlen.
Cayce glaubte, Darmspülungen und Klistiere sorgten für eine nor-
male Darmentleerung und trügen mit geringem Aufwand dazu bei, das
Gleichgewicht zwischen Stoffwechsel und Eliminationen aufrechtzu-
erhalten. Er verordnete sie bei den verschiedensten Beschwerden, so
etwa bei inneren Blutungen, Zystitis, Krampfadern, Erkältungen,
Dickdarmentzündung und Stuhlverstopfung.
In zahlreichen Behandlungsanweisungen verordnete Cayce auch
Abführmittel. Damit sollte nicht nur die Darmentleerung gefördert
werden, sondern die Abführmittel förderten nach seiner Auffassung
auch die Verdauung und den Stoffwechsel. Die Laxative und ihre
Dosierungen entsprachen im einzelnen Fall den besonderen Bedürf-
nissen des Patienten. So verbesserte zum Beispiel ein Präparat, das
Schwefel, Weinstein und Rochellesalz enthielt, die Durchblutung in
den Verdauungswegen und wirkte anregend auf Leber, Nieren und
Atmungswege. Dieses Präparat wurde bei Akne, Schuppenflechte
und Fettleibigkeit verordnet. Andere Abführmittel sollten gegen Säu-
rebildung und Blähungen sowie allgemein therapeutisch günstig wir-
ken.
Cayce verordnete sowohl pflanzliche als auch mineralische Laxa-
tive, und um Reizungen zu vermeiden, sollten sie in vielen Fällen
abwechselnd verwendet werden. Zu den pflanzlichen Laxativen ge-
hörten Kräuterpräparate, die entweder in den Apotheken erhältlich
waren oder nach einem in den Behandlungsanweisungen gegebenen
Rezept hergestellt werden sollten. Eines der für den allgemeinen Ge-
brauch empfohlenen Kräuter war Senna, das auch in dem Laxativ
Castoria enthalten ist. Als milde wirkendes Abführmittel wurde Oli-
venöl besonders häufig verordnet, ebenso Feigensirup, Zilatone, In-
nerclean und Ambrosiatonika.
Milde wirkende harntreibende Mittel wurden verschrieben, um den
Organismus von überschüssigem Wasser zu befreien, ihn zu alkalisie-
ren und um die Nieren anzuregen und zu reinigen. Am häufigsten
waren das der Tee aus Wassermelonenkernen und Coca-Cola-Sirup in
Wasser. Den Tee aus Wassermelonenkernen verschrieb Cayce zur
Vorbeugung und Behandlung der Zystitis sowie anderer Nieren- und
Blasenstörungen. Dazu erklärte er, daß Wassermelonenkerne ein Ni-
trat enthalten, das sich dazu eignet, die Nierengänge zu reinigen.
346
Coca-Cola-Sirup in nichtkohlesäurehaltigem Wasser betrachtete
Cayce als Medikament und nicht als Getränk. Er verordnete es bei
Nieren- und Blasenstörungen und auch bei anderen Erkrankungen.
Zur Reinigung der Nieren verschrieb er auch Lithiumwasser, zu des-
sen Herstellung geringe Mengen Lithiumsalz in Wasser aufgelöst wer-
den. Zur Gesunderhaltung der Nieren empfahl Cayce zudem häufig,
täglich viel Wasser (sechs bis acht Gläser) zu trinken, und schließlich
verschrieb er Wasser sogar als Laxativ.
Obwohl Cayce in vielen Fällen Abführmittel verordnet hat, gab er
einer verdauungsfördernden Diät auf die Dauer den Vorzug. Dazu
gehörten reichlich Obst (besonders Feigen und Pflaumen), Gemüse
und Vollkornerzeugnisse. Für Personen, bei denen eine radikalere
innere Reinigung angezeigt war, empfahl er eine Obstdiät mit Äpfeln
und Zitrusfrüchten.
Daneben verordnete er eine Reihe von äußerlichen Behandlungs-
maßnahmen zur Anregung des Kreislaufs und Förderung der Aus-
scheidung von Toxinen. Das waren Gymnastik, Massage, spinale Ma-
nipulationen, hydrotherapeutische Maßnahmen und Packungen.
Körperliche Bewegung hielt Cayce für außerordentlich wichtig,
denn sie fördert die Ausscheidung von Giftstoffen durch die Hautpo-
ren. Außerdem glaubte er, die rhythmische Bewegung beim Gehen
wirke sich günstig auf die Darmtätigkeit aus.
Massagen betrachtete er als eine passive Form der Gymnastik, denn
sie regten die Muskeln und den Kreislauf an, was wiederum die
Ausscheidung durch die Hautporen begünstigte. Die Wirkung von
Massagen erhöhte sich nach seiner Auffassung durch die Verwendung
von Ölen als MassagemitteL
Spinale Manipulationen wurden dort verordnet, wo Subluxationen
oder Läsionen der Rückenwirbel die Nervenimpulse behinderten und
damit auch die Durchblutung und die Eliminationen in bestimmten
Körperteilen. In einigen Fällen wurden Manipulationen am unteren
Teil der Wirbelsäule besonders verschrieben, um die Reinigung des
Organismus über die Ausscheidungsorgane zu fördern.
Hydrotherapeutische Maßnahmen sollten die Schweißdrüsen an-
regen, um Toxine durch die Poren der Haut auszuscheiden. Hier gab
es verschiedene Formen wie Schwitzbäder, Dampfbäder und Strudel-
bäder.
Für besondere therapeutische Zwecke wurden Packungen ver-
schrieben, wobei Packungen mit Rizinusöl die Ausscheidungsorgane
anregen und die Tätigkeit der Bauchorgane verbessern sollten.
Gleichzeitig mit den Packungen verordnete Cayce meist Olivenöl
zum Einnehmen. Rizinusölpackungen wurden besonders bei Epilep-
sie, aber auch bei anderen Störungen verordnet.
347
Diätvorschriften
In den meisten Behandlungsanweisungen hat Cayce Empfehlungen
für eine gesunde Diät gemacht und gesagt, nach welchen Grundsätzen
die Ernährung für kranke und gesunde Menschen gestaltet werden
sollte.
Nach Auffassung von Cayce war eine falsche Diät eine der Hauptur-
sachen von Erkrankungen. Ein wesentlicher Aspekt der Diät war für
Cayce die Erhaltung des normalen Basen-Säure-Gleichgewichts im
Organismus. Eine solche Diät sollte 80 Prozent alkalisch wirkende
Speisen und nur 20 Prozent säurebildende Speisen enthalten. Er
glaubte, eine in erster Linie alkalische Diät stärke die körpereigene
Widerstandskraft gegen Krankheiten und erleichtere die Entgiftung
des Organismus. Er glaubte sogar, ein genügend alkalisch eingestellter
Körper könne nicht an einer Erkältung erkranken.
Grundsätzlich gehören zu den alkalisch reagierenden Lebensmit-
teln alle Gemüse und ihre Säfte, Obst und Obstsäfte und Milch. Die
Liste der säurebildenden Lebensmittel enthält andererseits in der
Hauptsache stärkehaltige und proteinhaltige Speisen. Dazu gehören
Getreide und ihre Erzeugnisse (Getreideflocken, Brot, Nudeln, Reis
usw.), einige Hülsenfrüchte, Eier, Nüsse, Fleisch, Geflügel, Fisch und
Zucker.
Am besten kann man den Körper mit ausreichend alkalisch wirken-
den, nahrhaften und ballastbildenden Stoffen versorgen, wenn man
täglich rohen Gemüsesalat ißt. Diesen Salat sollte man am besten zur
Mittagsmahlzeit essen, die mit Suppe, Brot oder Keksen ergänzt wer-
den könnte. Zur Blutreinigung empfahl Cayce reichlich grünen Salat
und Kohl. Andere rohe Gemüse wie Karotten, Sellerie und Paprika
enthalten ebenfalls wichtige Nährstoffe. Oft verordnete Cayce Gela-
tine zur besseren Ausnutzung der in den Gemüsesalaten enthaltenen
Nährstoffe. In einigen Anweisungen verordnete Cayce auch die Säfte
roher Gemüse wie Karotten und rote Bete.
Auch gekochtes Gemüse wurde häufig verordnet und sollte im
allgemeinen der Hauptbestandteil der Abendmahlzeit bilden. Für be-
sonders nahrhaft hielt Cayce grünes Blattgemüse (Grünkohl, Spinat,
Steckrübenblätter und Beteblätter) und gelbes Gemüse (Karotten,
Kürbis, Mais und Süßkartoffeln). Doch grundsätzlich sollte unter nor-
malen Umständen alles verfügbare gekochte Gemüse gegessen wer-
den, obwohl nicht jedes Gemüse alkalisch reagiert.
Im allgemeinen empfahl Cayce, das Gemüsegericht aus drei über
der Erde gewachsenen und einem im Boden gewachsenen Knollenge-
müse zusammenzustellen. Besonders empfahl er an' der Pflanze ge-
reifte Tomaten, Topinambur und zur Blutreinigung gekochte Zwie-
beln und rote Bete. Das Gemüse sollte am besten gedämpft werden,
348
um seine Säfte und wichtigen Nährstoffe zu erhalten. Auch die Säfte
waren Teil der Mahlzeit.
Die meisten Obstsorten und ihre Säfte sind alkalisch mit Ausnahme
von Preiselbeeren, Zwetschgen und großen Pflaumen. Zitrusfrüchte
und ihre Säfte wurden besonders empfohlen, vor allem Orangensaft
Zum Frühstück empfahl Cayce häufig Obst (Pflaumen, Aprikosen
usw.). Manchmal wurden auch Birnen, Weintrauben (besonders die
Sorte Concord), alles gelbe Obst (Pfirsiche, Zuckermelonen) und
Wassermelonen empfohlen.
Generell hielt Cayce alle Obstsorten für bekömmlich, nur manch-
mal riet er von rohen Äpfeln (die meist gekocht werden sollten) und
Bananen, die nicht an der Staude gereift waren, ab. Das Obst sollte
zum Frühstück und als Zwischenmahlzeit gegessen werden.
Häufig empfiehlt er Milchgetränke wie Ovomaltine, Malzmilch,
Milch mit Ei und warme Milch mit Honig vor dem Schlafengehen.
Interessanterweise wirkt Honig alkalisch, wenn er nicht als Waben-
honig gegessen wird.
Aber auch die säurebildenden Lebensmittel sind für die Erhaltung
eines guten Gesundheitszustandes notwendig, und ihre Bedeutung
darfnicht ignoriert werden. Außerdem braucht der Körper bei kaltem
Wetter und schwerer körperlicher Arbeit Stärke und Protein. Für das
Frühstück empfahl Cayce besonders Erzeugnisse aus Vollkorn in der
Form von Toast, warmen oder kalten Getreideflocken und Pfannku-
chen. Brot und Kekse durften natürlich auch zu anderen Tageszeiten
gegessen werden. Die am häufigsten erwähnten Getreidearten waren
Weizen, Hafer, Maismehl, Roggen, Gerste, Buchweizen und Reis.
Nudeln wurden weniger oft empfohlen. Kartoffeln, Bohnen und Erb-
sen sollten nur in geringen Mengen gegessen werden und nach Mög-
lichkeit frisch geerntet sein. Aber Kartoffelschalen und das Wasser, in
dem die Kartoffeln oder die Schalen gekocht worden waren, hielt
Cayce für wertvoll wegen ihres Jodgehalts.
Fleisch sollte nur mäßig gegessen werden und wurde meist in der
Form der »leichteren Fleischsorten« erwähnt wie Geflügel und
Lammfleisch. Rind- und Schweinefleisch waren nach Auffassung von
Cayce nicht so gut für die menschliche Ernährung geeignet. Dagegen
hielt er alle Meeresfrüchte wegen ihres Jodgehalts für besonders wert-
voll, weil damit nach seiner Ansicht die Drüsenfunktionen normali-
siert würden. Leber und andere Innereien wurden manchmal als
blutbildende Nahrungsmittel empfohlen. Den meisten Menschen
empfahl Cayce, Rindfleisch nur selten oder gar nicht zu essen. Auf
Schweinefleisch sollte grundsätzlich verzichtet werden.
Wenn Cayce bestimmte Speisen ablehnte, die er für gesundheits-
schädlich hielt, dann ging es ihm oft um die Herstellung des Säure-
Basen-Gleichgewichts. So lehnte er Bier und Schnaps, kohlesäure-
349
haltige Getränke, alle in der Pfanne gebratenen Speisen, tierisches
Fett, Essig, weißes Mehl und raffinierten Zucker, aus Zucker und
Stärke zusammengesetzte Speisen wie Kuchen und Torten und große
Mengen anregender Getränke wie Kaffee und Wein ab.
Was nun das Würzen von Speisen betrifft, so gab er Meersalz wegen
seines Jodgehalts gegenüber anderen Salzen den Vorzug. Zur Erhal-
tung der Nährstoffe in den Speisen sollten diese erst nach dem Ko-
chen und nicht während des Kochens gesalzen werden. Dann durfte
man auch ein wenig Butter hinzufügen. Auf schwarzen Pfeffer sollte
man grundsätzlich verzichten. Auch andere Gewürze wurden im all-
gemeinen nicht empfohlen, ebenso Essig wegen seiner starken Säure.
Zum Süßen von Speisen empfahl Cayce vor allem Honig, aber auch
rote Bete, Weintrauben und braunen Rohrzucker, doch sollten alle
Gerichte nur mäßig gesüßt werden.
Für besonders wichtig hielt es Cayce, daß dem Organismus genü-
gend Flüssigkeit zugeführt wurde. So sollte jeder täglich sechs bis acht
Gläser Wasser trinken, um die Ausscheidung von Giftstoffen durch
die Nieren zu unterstützen. Außerdem empfahl er, jeden Morgen nach
dem Aufstehen zum Reinigen der Nieren ein halbes oder ein Breivier-
tel Glas lauwarmes Wasser zu trinken. Allgemein sollten große Men-
gen Wasser am besten zwischen den Mahlzeiten und nicht während
der Mahlzeiten getrunken werden.
Ein von vielen Ernährungswissenschaftlern oft übersehener
Grundsatz, der jedoch in den Anweisungen von Cayce immer wieder
zum Ausdruck kommt, betrifft die Bekömmlichkeit oder die schädli-
che Wirkung bestimmter Kombinationen von Speisen. Eine beson-
ders gesundheitsfördernd wirkende Kombination war eine geringe
Menge Rotwein mit dunklem Vollkornbrot. Sie sollte gewöhnlich am
Nachmittag zwischen den Mahlzeiten genommen werden, und zwar
zur Blutbildung.
Zitrusfrüchte und ihre Säfte sollten nicht zusammen mit Getreide-
flocken, Milch oder Milchprodukten gegessen werden. Cayce glaubte,
Zitrusfrüchte seien bekömmlicher, wenn sie gleichzeitig mit Eiern
und vielleicht Reiskeksen gegessen würden. Anderes Obst und seine
Säfte durften allerdings zusammen mit Milch und Getreideflocken
serviert werden.
In einigen Fällen empfahl Cayce eine Diät, unter ande-
rem die Apfeldiät, bei der drei Tage lang nur rohe Apfel gegessen und
sehr viel Wasser getrunken werden sollten. Der Sinn dieser Diät war
eine gründliche Reinigung des Darmtrakts. Während dieser drei Tage
durften unter Umständen geringe Mengen Tee oder Kaffee getrunken
werden. Am Abend des dritten Tages sollte man eine halbe Tasse
Olivenöl trinken, um die Ausscheidung von Toxinen aus dem Orga-
nismus zu beschleunigen.
350
Gegen die Fettleibigkeit verordnete er, eine halbe Stunde vor den
Mahlzeiten und vor dem Zubettgehen ein wenig verdünnten Tran-
bensaft zu trinken. Damit sollte das Verlangen nach Süßigkeiten
gestillt werden, ohne dem Körper fettbildende Stoffe zuzuführen. Bei
akuten Krankheiten verordnete Cayce eine alkalisch reagierende,
leichtverdauliche flüssige oder halbflüssige Diät. Für zur Blutarmut
neigende Personen verordnete er Orangensaft, Leber oder Leberex-
trakt und Rindfleischextrakt
Eine etwas eigenartige Haltung nahm Cayce hinsichtlich der Ver-
wendung von Vitaminen ein und erklärte, unter normalen Umstän-
den seien diese Substanzen in den Speisen enthalten. Wo es notwen-
dig sei, zusätzliche Vitamine zu verabreichen, sollten sie nur eine
bestimmte Zeit lang in geringen Dosen genommen werden. Dazwi-
schen sollte man längere Ruhepausen einlegen, die Vitamine aber
niemals ständig zu sich nehmen. Damit werde man es dem Körper
ermöglichen, diese Nährstoffe richtig auszunutzen, ohne soweit von
ihnen abhängig zu werden, daß der Körper sie nicht mehr selbst
erzeugen könne.
Fasten
Fasten bedeutet den vollständigen oder teilweisen Verzicht auf das
Essen. Edgar Cayce empfiehlt in seinen Behandlungsanweisungen
das Fasten sowohl zur Heilung des Körpers als auch zur spirituellen
Harmonisierung. Cayce war überzeugt, daß wirkliches Fasten eine
Angelegenheit des Bewußtseins sei und man dazu das Ego ausschal-
ten solle, um zu einer besseren Leitung für kreative und spirituelle
Energien zu werden.
Für Cayce war das Fasten auf physischer Ebene eine Therapie, mit
der der Körper entgiftet werden konnte und alle Organe und Systeme
im Körper zum natürlichen Zusammenwirken gebracht wurden. Er
verordnete das Fasten zur Behandlung der Folgen einer falschen
Ernährung, von Stoffwechselstörungen, Eliminationsstörungen und
Koordinationsstörungen zwischen dem sympathischen und dem ze-
rebrospinalen Nervensystem. Die Apfeldiät war eine von ihm emp-
fohlene Methode zur Entgiftung des Organismus.
Andere damit im Zusammenhang stehende Gründe waren Kreis-
laufstörungen und die Belastung des Kreislaufs durch Giftstoffe, eine
Unausgewogenheit im Basen-Säure-Gleichgewicht, Drüsenfunk-
tionsstörungen und Blutandrang. Da Cayce glaubte, die Diät sei für
viele physische Störungen verantwortlich, war das Fasten die geeig-
nete Methode, dieses Gleichgewicht im Organismus wiederherzustel-
len. Cayce sagte dazu: »Fasten bedeutet (anzunehmen), was der Mei-
ster uns gegeben hat; den Verzicht auf unsere eigenen Vorstellungen
351
von dem, was oder wie wir es tun sollten, um es dem GEIST zu
überlassen, die Führung zu übernehmen. Ihr müßt die WAHRHEIT
über das Fasten begreifen: Zu große Nachgiebigkeit gegenüber den
Bedürfnissen des Körpers beleidigt das Selbst ebenso wie jede andere
zu große Nachgiebigkeit. Aber das wahre Fasten bedeutet, das Selbst
vonjedem Gedanken daran zu befreien, was WIR getan hätten, um
Kanäle dafür zu werden, was ER, der Herr, auf dieser Erde durch uns
getan hätte« (295-6).
Heilkräuter und Tonika
Für die Behandlung zahlreicher Krankheiten verordnete Edgar Cayce
sehr oft Erzeugnisse aus Heilkräutern. Dabei hat er bestimmte Kräuter
besonders bevorzugt. Einige von ihnen sind schon lange im Ge-
brauch, während andere uns recht ausgefallen erscheinen. Hier be-
schäftigen wir uns mit einigen der Kräuter, die am häufigsten verord-
net wurden und über deren inneren Gebrauch Edgar Cayce sich am
ausführlichsten geäußert hat. Einige von ihnen sollten in der Form
von Tee und andere als Tonika verwendet werden, die aus vier bis acht
verschiedenen Kräutern hergestellt werden konnten. Zu den oft ver-
schriebenen Kräutern gehören die Königskerze, die vor allem zur
Herstellung von Tee verordnet wurde, besonders bei der Behandlung
von Krampfadern. Ambrosia wurde als Abführmittel, verdauungsför-
derndes Mittel und Tonikum verschrieben. Gelber oder amerikani-
scher Safran wurde als verdauungsförderndes Mittel verschrieben,
ebenso auch die Kamille. Salbeiwasser war ein Tonikum zur Anre-
gung des Stoffwechsels. Die Passionsblume, die in den Anweisungen
auch als bittere Maiblume bezeichnet wird, wurde als krampflösendes
Mittel verschrieben.
Andere häufig verordnete pflanzliche Heilmittel waren Senna und
Ulmenrinde. Ersteres empfahl Cayce als mildes Abführmittel. Medizi-
nisch regt Senna die Darmtätigkeit an, ist ein wirksames Wurmmittel
und wirkt harntreibend. Nach Auffassung von Cayce ist Senna mehr
als ein Abführmittel, denn es regt die Tätigkeit der Nieren, der Leber
und vielleicht auch noch anderer Organe an.
Senna wurde als Tee und als Bestandteil verschiedener Abführmit-
tel verordnet. Ein Präparat aus Sennaschoten, Kürbiskernen, Rochel-
lesalz, Alkohol und Honig empfahl er für Personen jeden Alters als
gutes EntgiftungsmitteL
Senna wurde in zahlreichen Behandlungsanweisungen für die ver-
schiedensten Beschwerden verschrieben. In einigen Fällen von Tox-
ämie sollte Senna den Lymphfluß durch die Verdauungswege verstär-
ken und so zur Reinigung des Organismus beitragen. Bei einem
Patienten mit einer Entzündung der Harnblasenschleimhaut sollte
352
Senna die Verdauung anregen und dabei die Durchblutung der Leber
fördern.
Eine pflanzliche Substanz, die Cayce häufig verordnet hat, war die
innere Rinde der amerikanischen Ulme. Sie wirkt entzündungshem-
mend und läßt sich zu diesem Zweck auch äußerlich anwenden.
Cayce verordnete die Ulmenrinde aber auch innerlich, um den Magen
zu beruhigen und die Verdauung zu fördern. Das geschah vor allem
bei Stoffwechselstörungen, Schuppenflechte und Magengeschwüren.
In einigen Fällen sollten Rindenstücke gekaut und im Mund aufgelöst
werden. Am häufigsten verschrieb Cayce eine Messerspitze pulveri-
sierte Ulmenrinde in einem Glas kühlem Wasser, das drei Minuten in
Wasser aufgelöst werden sollte, bevor es getrunken wurde. Das Ul-
menwasser konnte einmal täglich genommen werden, oder das Rin-
denpulver konnte, wenn es notwendig war, jedem Trinkwasser zuge-
setzt werden.
In seinen Anweisungen verschrieb Cayce die verschiedensten
Kräutertonika zur Behandlung von Dickdarmentzündung. Diese To-
nika enthielten meistens den Extrakt von wildem Ginseng, wildem
Ingwer, Baldrian, Stillingia und andere pflanzliche Substanzen.
Hydrotherapie
Edgar Cayce hat in seinen Anweisungen die verschiedensten hydro-
therapeutischen Maßnahmen empfohlen, von einfachen Bädern bis
zu Schwitzbädern. Mit hydrotherapeutischen Maßnahmen - das sind
Behandlungsmethoden, bei denen Wasser verwendet wird - sollen
der Kreislauf angeregt und die Ausscheidung von nichtkörpereigenen
Stoffen unterstützt werden, in erster Linie über den aus den Hautpo-
ren austretenden Schweiß.
Cayce hielt die von ihm verordneten hydrotherapeutischen Maß-
nahmen auch für eine sanfte Methode zur Anregung der Ausschei-
dungsorgane, bei der eine geringere Gefahr bestand, den Organismus
aus dem Gleichgewicht zu bringen, als bei vielen anderen Methoden.
Nach Auffassung von Cayce war diese Therapie nicht nur zur Behand-
lung von Krankheiten geeignet, sondern diente auch der Aufrechter-
haltung eines guten Gesundheitszustands.
Zu den von Cayce verordneten Hydrotherapien gehörten Bäder mit
Epsomsalz, Sitzbäder, andere Bäder, heiße und kalte Duschen, innere
Spülungen, Schwitzbäder, Dampfbäder und Bäder, bei denen ätheri-
sche Öle verdampft wurden. Wir werden diese Methoden im folgen-
den noch näher erläutern. Auch Klistiere und Dickdarmspülungen
könnte man als hydrotherapeutische Maßnahmen ansehen, wir be-
sprechen sie jedoch in der Kategorie der Eliminationshilfen.
353
Bäder mit Epsomsalz: Bei dieser Therapie legt sich der Patient in sehr
heißes Wasser, das mit Epsomsalz angereichert worden ist, und bleibt
20 bis 30 Minuten darin liegen. Auf acht Liter Badewasser kam nach
den Empfehlungen von Cayce im allgerneinen ein Pfund Epsornsalz.
Während der Bäder sollte ständig heißes Wasser nachgegossen wer-
den, um die Temperatur möglichst hoch zu halten, ohne den Patienten
dabei zu schwächen. Für jedes Bad sollte frisches Wasser genommen
werden, denn das Salz entzog dem Körper Toxine. Bei Arthritis, zu
deren Behandlung Cayce häufig Epsornsalzbäder verordnete, sollten
die Extremitäten während des Bades gerieben werden, um den Kreis-
lauf stärker anzuregen. Häufig verschrieb er nach dem Bad eine Ganz-
körpermassage. Vor der Massage sollte das Epsomsalz mit reinem
Wasser abgespült werden.
Sitzbäder: Bei diesen Bädern sollte das Wasser 42 bis 48 Grad Celsius
haben. Mit dieser Therapie sollte eine Verstärkung der örtlichen
Durchblutung erreicht werden. Der Patient saß bei diesen Bädern nur
bis zu den Hüften im Wasser. Sie wurden gelegentlich zur Behandlung
von Entzündungen der Harnblasenschleimhaut und bei Hämorrhoi-
den verordnet.
Andere Bäder: Das waren am häufigsten Fußbäder, die gegen Blutan-
drang und eine Reihe anderer Beschwerden verordnet wurden. Für
die Fußbäder sollte entweder nur heißes Wasser genommen werden,
dem gelegentlich aber auch andere Substanzen zuzufügen waren.
Hier verschrieb Cayce zum Beispiel Senfpulver wegen seiner anregen-
den Wirkung. Auch bei Vollbädern konnten dem Badewasser die
verschiedensten Substanzen beigefügt werden.
Heiße und kalte Duschen: Diese Therapie, die Cayce manchmal als
heiße und kalte Nadelduschen bezeichnete, war nur ein Teil einer
hydrotherapeutischen Gesamtbehandlung. Der Zweck dieser Du-
schen war es, den Kreislauf anzuregen und dem Körper das Gefühl zu
geben, er werde mit Energie aufgeladen, ohne daß dabei die Nerven zu
sehr gereizt wurden, was manchmal bei heißen Duschen geschehen
kann. Dabei sollten Brausen mit feinen Löchern verwendet werden,
durch die das heiße oder kalte Wasser abwechselnd unter starkem
Druck ausgesprüht wurde.
Spülungen: Hier handelte es sich um eine Therapie für Frauen, bei der
die Vagina im Rahmen hygienischer Maßnahmen oder gegen Infek-
tionen mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten ausgespült wurde. Die
dem Wasser beizufügenden Substanzen waren in den meisten Fällen
Glyko-Thymolin, eine alkalische Flüssigkeit, die gegen starke
354
Schleimbildung wirkt, und Atomidin, ein Antiseptikum, das Cayce
gegen Entzündungen und Reizungen der Drüsen im Genitalbereich
verordnete. Im allgemeinen sollte auf acht Liter körperwarmes Wasser
ein Eßlöffel Glyko-Thymolin oder ein Teelöffel Atomidin kommen.
Oft sollten diese beiden Lösungen abwechselnd verwendet werden.
Diese Spülungen wurden bei vielen verschiedenen Störungen im Bek-
kenbereich verordnet, zum Beispiel zur Behandlung von Entzündun-
gen der Harnblasenschleimhaut und der Eierstöcke.
Für eine Patientin mit Harnblasenschleimhautentzündung begann
die Behandlung Cayces mit einem milden Schwitzbad, bei dem trok-
kene Hitze verwendet wurde. Anschließend sollte Hamamelis für ein
Dampfbad in kochendes Wasser geschüttet werden. Darauf folgte
eine Dusche mit heißem und kaltem Wasser und schließlich eine
gründliche Abreibung mit einer Mischung aus Olivenöl und Fichten-
nadelöl.
Schwitzbäder: Für diese Therapie verwendete Cayce die verschieden-
sten Ausdrücke, die mehr oder weniger austauschbar sind. In jedem
Fall sollte der Patient dabei zum Schwitzen gebracht werden. Tech-
nisch konnte dies entweder mit trockener oder nasser Hitze (Dampf)
geschehen. Cayce bevorzugte jedoch deutlich die feuchte Hitze und
hat daher im allgemeinen entsprechende Schwitzbäder verordnet.
Dampfbäder: Damit waren im allgemeinen die oft von Cayce verord-
neten Schwitzbäder gemeint. Oft sollten kleine Mengen verschiede-
ner Substanzen dem Wasser zugefügt werden, die dann verdampfen
und die gewünschte Wirkung erzeugen sollten. Die für diesen Zweck
vorgeschriebenen Substanzen waren unter anderem Hamamelis, Ato-
midin, Wintergrün, Fichtennadelöl und Epsomsalz. Jede hatte ihren
bestimmten Verwendungszweck Hamamelis wurde zum Beispiel am
häufigsten bei Arthritis verschrieben.
Bei dieser Form der Hydrotherapie saß der Patient in einem Kasten,
der bis auf den Kopf den ganzen Körper umschloß. Bei diesem
Dampfbad im Kasten waren 43 Grad Celsius die höchstzulässige
Temperatur. Manchmal wurden auch niedrigere Temperaturen ange-
geben. Diese Schwitzbäder dauerten im allgemeinen etwa zehn Minu-
ten. Wenn die Schwitzbäder aus irgendwelchen Gründen nicht in
einem Kasten genommen werden konnten, dann wurden gelegentlich
Alternativen vorgeschlagen. Dabei sollte der Patient etwa in einem
engen, geschlossenen Raum auf einem Schemel sitzen und mit einer
Plastikhülle zugedeckt werden. Zur Erzeugung des Dampfes konnte
ein flaches Gefäß mit kochendem Wasser oder eine heiße Metallplatte
verwendet werden.
Wenn Cayce eine Hydrotherapie bei hoher Temperatur verordnete,
355
wurde der Patient gelegentlich darauf aufmerksam gemacht, daß eine
zweite Person den Vorgang überwachen müsse für den Fall, daß dem
Patienten selbst schwindlig wurde, in Ohnmacht fiele oder die Hitze
sonst nicht vertragen konnte. Experten warnen vor der Hydrotherapie
bei großer Hitze für ältere oder körperlich schwache Personen oder
für Patienten mit hohem Blutdruck und Herzbeschwerden.
Alle hydrotherapeutischen Maßnahmen wurden im allgemeinen
gleichzeitig mit anderen Therapien verordnet und sollten oft deren
Wirksamkeit erhöhen. Dabei handelte es sich besonders häufig um
Massagen und Manipulationen, denn Cayce betrachtete die entspan-
nende Wirkung der Hydrotherapie als ideale Vorbereitung für solche
Behandlungen.
Cayce verordnete hydrotherapeutische Maßnahmen als Teil von
Therapien bei einer Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten. Bei
Arthritis verschrieb er zum Beispiel sehr häufig eine Behandlungs-
reihe, zu der eine Atomidintherapie, Bäder mit Epsomsalz und Massa-
gen gehörten.
Hypnose
Edgar Cayce bezeichnete die Hypnose als »die Unterjochung des
Mental-Physischen« ( 4506-2) oder »die Unterjochung der normalen
Aktivität des Körpers« (567-2), als einen Zustand, der als Reaktion
auf Anregung anderer oder auf Anregungen des Selbst erreicht wird.
Cayce hat in mehr als 25 Behandlungsanweisungen Hypnose und
Suggestion zur Unterstützung der Heilung der verschiedensten physi-
schen und mentalen Probleme empfohlen. Im allgemeinen sollte die
Hypnose von einem berufsmäßigen Hypnotiseur vorgenommen wer-
den, der Betreffende könne sich aber auch selbst die Anregungen
geben oder sie sich von einem Familienangehörigen geben lassen.
Cayce wies aber ausdrücklich darauf hin, daß die Hypnose oder
Suggestion nur mit den besten Absichten für das Wohlbefinden des
Betreffenden vorgenommen werden sollte. Er warnte ausdrücklich
vor jeder Überheblichkeit des Hypnotiseurs, wie sie oft gerade bei
solchen Menschen zu beobachten sei, die es verstehen, andere zu
manipulieren. Seine Behandlungsanweisungen waren daher sehr prä-
zise, und in einem Fall erklärte er, die Hypnose dürfe nur von »einem
der Menschen vorgenommen werden, die selbst ein reines Gewissen
haben« ( 4506-1 ).
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hypnose waren das auf-
richtige V erlangen zu heilen, Ruhe und eine meditative Atmosphäre.
Im allgemeinen sollte die Hypnose nach dem Zubettgehen vorgenom-
men werden, kurz vor dem Einschlafen des Hypnotisierten (oft war
das ein Kind). Für Cayce selbst, der an Kopfschmerzen litt, sollten die
356
folgenden Worte mehrmals wiederholt werden: »Der Kreislaufwird
sich beruhigen, um alle Verspannungen in allen Teilen des Körpers
zu lösen ... « (294-4).
In der Behandlungsanweisung 146-3 empfahl Cayce der Mutter
eines taubstummen, epileptischen Kindes, ihr Kind sanft zu massie-
ren und dabei zu sagen, daß diese Störungen beseitigt werden wür-
den und das Kind nach einiger Zeit vollkommen geheilt sein werde.
Cayce riet ihr, folgende Worte zu wiederholen: »Möge das Selbst, das
Ich zu seinen Möglichkeiten und seinen Verantwortlichkeiten erwa-
chen, damit du auf das, was ichjetzt sage, im normalen Wachzustand
in der gleichen liebevollen Haltung reagierst, die ich dir gegenüber
einnehme.« Eine wörtliche Wiederholung dieser Sätze war dabei
nicht notwendig, sondern die betreffende Person hatte die Freiheit,
diese Gedanken mit eigenen Worten zum Ausdruck zu bringen. Das
Wichtigste für Cayce war jedoch, »sich stets an das innerste Wesen
zu wenden« (146-3) und dabei keine andere Absicht zu verfolgen als
dem anderen Menschen zu helfen.
Der Zustand des zu hypnotisierenden Patienten sollte bei der Ent-
scheidung, ob hier mit Hypnose oder Suggestion gearbeitet werden
sollte, immer ausschlaggebend sein. In vielen Behandlungsanwei-
sungen riet Cayce entschieden von der Hypnose im Rahmen der
Behandlung ab, weil der Patient für diese Therapie mental nicht
geeignet sei.
Kompressen und Breiumschläge
Kompressen und Breiumschläge sind äußerliche Anwendungen zur
Linderung örtlicher Schmerzen, Schwellungen oder Beschwerden.
Da sie ähnliche Anwendungsbereiche haben, hat Edgar Cayce gele-
gentlich beide Bezeichnungen für die gleiche Maßnahme verwendet.
Eine Kompresse ist nach allgemeinem Verständnis ein weiches
Tuch, das in eine heiße, oft mit einem Medikament versetzte Flüssig-
keit getaucht und, nachdem es ausgewrungen worden ist, auf den
Körper aufgelegt wird, um Schmerzen zu lindern. Ein Breiumschlag
besteht aus der weichen, feuchten Masse einer bestimmten Substanz,
die auf einen schmerzenden oder entzündeten Körperteil aufgelegt
wird. Um reizlindernd zu wirken und die Absorption der heilenden
Substanzen durch die Haut zu erleichtern, wird der Umschlag manch-
mal von außen erhitzt.
In den Behandlungsanweisungen von Cayce werden Kompressen
und Breiumschläge der verschiedensten Art verordnet, von denen wir
hier nur einige nennen wollen.
Am häufigsten hat Cayce Königskerzenkompressen verschrieben,
aber technisch sind es eigentlich Breiumschläge, denn dabei werden
357
die Königskerzenblätter verwendet und nicht die Flüssigkeit, in der
sie aufgeweicht sind. Die frischen Königskerzenblätter werden dazu
zerstoßen und in einem Glasgefäß mit heißem Wasser übergossen.
Dann werden sie auf die erkrankte Stelle gelegt und mit einem Stück
Gaze oder Stoff bedeckt, um sie dort festzuhalten. Dauer und Häufig-
keit dieser Therapie wechselten.
Korrekturen der Wirbelsäule
Edgar Cayce hat in seinen Behandlungsanweisungen oft mechanische
Manipulationen der Rückenwirbel und gelegentlich auch anderer
Skeletteile verordnet, um in bestimmten Körperteilen das Gleich-
gewicht und die Normalität wiederherzustellen.
Die Osteapathie und die Chiropraxis sind zwei therapeutische Me-
thoden für die Behandlung der Wirbelsäule. Obwohl es Unterschiede
bei der Ausbildung von Osteopatikern und Chiropraktikern gibt, wie
dies auch bei den verschiedenen Schulen des gleichen Berufs vor-
kommt, sind die Behandlungsmethoden in vieler Hinsicht sehr ähn-
lich.
Den spinalen Manipulationen liegt die Erkenntnis zugrunde, daß
durchjeden einzelnen Wirbel in der Wirbelsäule die Nervenbahnen
zu bestimmten Körperbereichen gehen. Wenn ein Wirbel aus seiner
natürlichen Lage verschoben ist, kann dies die normalen Nervenim-
pulse blockieren, was zu Durchblutungsstörungen und Beschwerden
in dem Bereich führt, der normalerweise von diesen Nerven versorgt
wird, aber auch in der Wirbelsäule selbst. Eine Wirbelverschiebung in
einem Teil der Wirbelsäule kann auch zu Problemen in anderen Wir-
beln und zu verstärkten Muskelverkrampfungen führen. Der Zweck
der spinalen Manipulationen ist es daher, die Wirbel in ihre richtige
Position zu bringen und so zur Linderung der Schmerzen und zur
Lösung der Verkrampfung an der Stelle beizutragen, wo diese entstan-
den sind.
Spinale Korrekturen sind von Cayce in mehr als zwei Dritteln der in
diesem Buch besprochenen Krankheiten als Teil der von ihm empfoh-
lenen Therapien verordnet worden. Diese Therapien sollten gewöhn-
lich über einen bestimmten Zeitraum hinweg zyklisch vorgenommen
werden, und zwar mit jeweils festgelegten dazwischenliegenden Pau-
sen. Sie wurden in allen Fällen in Verbindung oder abwechselnd mit
anderen Behandlungsmethoden verschrieben. Das konnten Bestrah-
lungstherapien, Hydrotherapien, heiße Auflagen, Massagen oder
elektrotherapeutische Maßnahmen sein.
Bei chronischen oder ernsten Erkrankungen sollten die Wirbelsäu-
lenkorrekturen allmählich beginnen und erst bei fortschreitender
Heilung intensiviert werden, um Kreislauf und Nerventätigkeit anzu-
35 8
regen. In den Anweisungen sagte Cayce, zu Beginn ließe sich unter
Umständen der Druck auf die Wirbelsäule verringern, aber ein
Gleichgewicht beim Fluß der Nervenimpulse könne nicht erreicht
werden, bevor es gelungen sei, die einzelnen Wirbel im Verlauf einer
längeren Behandlungszeit in die richtige Lage zu bringen. Aus diesem
Grund verordnete er oft eine ganze Behandlungsreihe.
Spinale Korrekturen können weitreichende Auswirkungen auf den
ganzen Organismus haben. In den Anweisungen erklärt Cayce, diese
Maßnahmen könnten strukturelle Abnormalitäten (Subluxationen)
in der Wirbelsäule korrigieren, das Nervensystem anregen und har-
monisieren, die Durchblutung verstärken, die Aktivitäten der einzel-
nen Organe koordinieren, den Organismus entspannen, die Heilung
von Verletzungen fördern und den Stoffwechsel sowie die Tätigkeit
der Ausscheidungsorgane anregen.
Spinale Manipulationen konnten angeblich auch dazu führen, daß
sich häufige Massagen erübrigten, wenngleich gelegentlich auch eine
osteapathische Massage verordnet wurde (die zum Teil aus Wirbel-
säulenkorrekturen und zum Teil aus Massage bestand).
Cayce erklärte, daß spinale Manipulationen ein wesentlicher Teil
der Behandlung zahlreicher verschiedener Erkrankungen sein könn-
ten. Zu ihnen zählten innere Blutungen, Anämie, Krampfadern, Ar-
thritis, Diabetes, Epilepsie, Angina, Wasserkopf, Dickdarmentzün-
dung, Stuhlverstopfung, Asthma, Emphysem, Fettleibigkeit und Na-
sennebenhöhlenentzündung.
Massage
Edgar Cayce hat in seinen Behandlungsanweisungen sehr häufig
Massagen zur Verbesserung des Allgemeinzustandes und zur Heilung
verordnet. Die Massage gehörte zu den am häufigsten empfohlenen
Behandlungsmethoden zur Anregung des Kreislaufes, zur Verbesse-
rung der Dränagen, wo es notwendig war, etwas gegen einen Blutan-
drang zu unternehmen, und zur Schmerzlinderung und Lösung von
Spannungen, besonders in den Muskeln entlang der Wirbelsäule.
Diese Therapie wurde auch verordnet, um den Muskeltonus zu
verbessern und die Drüsentätigkeit anzuregen.
Je nach den besonderen Bedürfnissen des Patienten konnten Mas-
sagen entspannend oder anregend wirken und entweder eine Korrek-
tur der Wirbelsäule begleiten oder manchmal auch bewirken. Aus den
Anweisungen können wir entnehmen, daß eine Massage als sanfte
Form einer Manipulation angesehen werden darf, und in einigen
Fällen verschrieb Cayce eine Kombinationstherapie, die er als ostea-
pathische Massage bezeichnete. Wenn eine Abreibung verordnet
wurde, dann war das unter Umständen als kurze und anregende
359
Behandlungsmethode zu verstehen, während Massagen entspannend
und lindernd wirken sollten.
In den meisten Fällen empfahl Cayce Ganzkörpermassagen unter
besonderer Berücksichtigung des zerebrospinalen Bereichs, wo der
Kreislauf die Nervenimpulse zu den verschiedenen Körperteilen und
Organen beeinflußt. Cayce war der Auffassung, daß eine Anregung
des Kreislaufs entlang der Wirbelsäule durch Massagen die normalen
Nervenfunktionen förderte. Zum Beispiel bei Personen mit einem
Blutandrang im Kopf sollte der Bereich der Halswirbel besonders
intensiv massiert werden.
Um den Blutkreislauf im ganzen Körper zu normalisieren, sollte die
Massage fast in allen Fällen in Richtung auf das Herz erfolgen. Ausge-
nommen waren Fälle, in denen der Patient eine innere Blutung (einen
Hirnschlag) erlitten hatte und einige Arthritisfälle, wo die Massage
vom Herzen in Richtung auf die Extremitäten erfolgen sollte. Bei der
Massage der Wirbelsäule empfahl Cayce häufig kreisförmige Bewe-
gungen.
Im allgemeinen waren Massagen nur Teil einer umfangreicheren
Therapie und sollten gewöhnlich zyklisch und oft abwechselnd mit
anderen Behandlungsmethoden vorgenommen werden. Wenn die
letzteren nur die mit der Massage zu erreichenden Wirkungen verstär-
ken sollten, dann waren es gewöhnlich Wirbelsäulenkorrekturen so-
wie hydrotherpeutische und elektrotherapeutische Maßnahmen oder
die Anwendung von Hitze. Eine Massage konnte die Wirkung einer
Wirbelsäulenkorrektur dadurch erhöhen, daß die verspannte Musku-
latur an den durch Streß verschobenen Wirbeln entspannt wurde.
Eine Massage konnte auch im Anschluß an Hydrotherapien wie
Schwitzbäder, Dampfbäder oder Strudelbäder wirksam sein. Wärme-
behandlungen konnten in der Form der verschiedensten Packungen
vor und nach einer Massage vorgenommen werden. In einigen Fällen
wurden entspannende Abreibungen nach dem Auflegen von Kom-
pressen wie der radioaktiven Kompresse oder der Naßzelle verordnet.
Ein wichtiger Aspekt der Massagen waren die vielen verschiedenen
Öle und anderen Substanzen, die dabei verwendet wurden. Einige
dieser Öle hatten nicht nur die Aufgabe, die Haut feucht und ge-
schmeidig zu halten, sondern dienten auch bestimmten therapeuti-
schen Zwecken. Sie sollten zum Teil den Kreislauf oder die Funktio-
nen bestimmter Organe anregen, zum Teil gegen Reizungen wirken
oder dem Körper Energie zuführen. Das am häufigsten verordnete Öl
war Erdnußöl, das entweder allein oder zusammen mit anderen Sub-
stanzen verwendet werden sollte. Das geschah besonders zur Vorbeu-
gung und Behandlung von Arthritis. Aber auch Olivenöl und Lanolin
wurden oft erwähnt, und so war die Mischung aus Olivenöl, Erdnußöl
und Lanolin die für Massagen am häufigsten verschriebene.
360
Cayce empfahl auch andere Massagemittel zur Behandlung be-
stimmter Beschwerden. Das tat er zum Beispiel in zwei Behandlungs-
anweisungen mit dem Rezept für die Behandlung von Rückenschmer-
zen, Verstauchungen, Zerrungen, Schwellungen, Prellungen und
Krampfadern. Es war eine Mischung aus Olivenöl, Nujol, Hamamelis,
Benzointinktur, Sassafrasöl und Kerosin. Ein Massagemittel, das häu-
fig gegen Blutstau und Nierenprobleme verordnet wurde, enthielt zu
gleichen Teilen Schafstalg, Kampferspiritus und Terpentinspiritus.
Zur Behandlung von Arthritis verschrieb er oft eine Mischung aus Mi-
neralöl, Olivenöl, Erdnußöl, Fichtennadelöl, Sassafrasöl und Lano-
lin. Eine Mischung aus Olivenöl und Myrrhentinktur wurde für eine
Reihe anderer Beschwerden verschrieben, und ein Massagemittel aus
Olivenöl mit Kampfer eignete sich besonders für die Behandlung von
Narben. Viele Massagemittel wurden nur einmal verordnet, und die
Anweisungen für ihren Gebrauch waren in jedem einzelnen Fall ganz
detailliert.
Nicht jedes von Cayce verordnete Massagemittel war jedoch ein Öl.
Ein ungewöhnliches Einreibungsmittel bestand aus Salz, mit dem der
ganze Körper eingerieben werden sollte. Diese Art der Massage wurde
manchmal für die Behandlung der Syphilis verordnet. Sie sollte einem
Dampfbad mit Wintergrünöl vorausgehen.
Die für die jeweilige Massage benötigte Menge Öl sollte in eine
Untertasse gegossen werden. Auf diese Weise wurde das übrige Öl
nicht mit der Haut in Berührung gebracht. Nach der Massage sollte
das Öl in den meisten Fällen nicht abgewaschen werden, damit es von
der Haut absorbiert werden konnte. Anschließend durfte es mit einem
Handtuch, mit Alkohol oder mit Wasser abgewischt werden. Cayce
empfahl seinen Patienten dringend, nach der Massage eine Ruhe-
pause einzulegen. Am besten eignete sich für die Massagen daher die
Zeit unmittelbar vor dem Zubettgehen, denn Cayce glaubte, eine
gründliche Massage sei ein viel besseres Schlafmittel als jedes Medi-
kament.
Für eine Reihe von Patienten verordnete Cayce Massagen mit
einem elektrischen Vibrator. Er glaubte, mit dem Vibrator ließen sich
die gleichen Wirkungen erzielen wie mit der Hand. Nach den Aus-
sagen von Cayce konnten Massagen mit dem Vibrator entlang der
Wirbelsäule wesentlich zur Korrektur von Wirbelverschiebungen bei-
tragen. Außerdem meinte er, der Vibrator könne die örtliche Durch-
blutung anregen und ins Gleichgewicht bringen, die Koordinierung
von Stoffwechsel und Eliminationen unterstützen sowie zur Koordi-
nierung des Nervensystems beitragen.
361
Packungen
Cayce hat in seinen Anweisungen für die Behandlung der verschie-
densten Krankheiten und Beschwerden immer wieder Packungen
verordnet, bei denen manchmal die ausgefallensten Substanzen ver-
wendet werden sollten.
Am häufigsten verschrieb er Packungen mit Rizinusöl, Epsomsalz,
reinem Salz, Salz mit Apfelessig und Glyko-Thymolin. Obwohl jede
Packung ihren eigenen Verwendungszweck hatte, sollten sie ganz
allgemein die Absorption heilender Substanzen in den Organismus
erleichtern, den Patienten beruhigen, Schmerzen lindern, den Kreis-
lauf anregen und gegen Blutandrang wirken.
Rizinusöl: Diese Packung besteht aus drei bis vier mit heißem Rizi-
nusöl getränkten Schichten Baumwoll- oder WollflanelL Die Pak-
kung sollte auf den Bauch gelegt und mit einem Stück Plastik oder
festem Stoff abgedeckt werden, um das Durchsickern des Öls in die
Leib- und Bettwäsche zu verhindern. Die Packung sollte gewöhnlich
mit einem elektrischen Heizkissen warm gehalten Wt?_rden. Edgar
Cayce erklärte, die Hitze verstärke die Absorption des Ols durch die
Hautporen, und deshalb wurden die Patienten oft angewiesen, die
Packungen möglichst heiß zu halten. Nachjeder Packung sollte die
Haut mit einer schwachen Lösung Natriumbikarbonat gereinigt wer-
den.
Rizinusölpackungen sollten in den meisten Fällen beim Zubettge-
hen aufgelegt werden und etwa anderthalb Stunden liegenbleiben,
und zwar jeweils drei Tage hintereinander mit dazwischenliegenden
dreitägigen Pausen. Am dritten Tag der Behandlungsreihe verordnete
Cayce oft die Einnahme einer bestimmten Dosis Olivenöl zur Unter-
stützung des Ausscheidens von Giftstoffen.
Cayce erklärte, die Rizinusölpackungen hätten eine sanft anre-
gende Wirkung auf die Ausscheidungsorgane und trügen dazu bei,
daß sie normal arbeiteten. Augenscheinlich wurden durch sie auch
die Lymphdrüsen angeregt, was wiederum den Kreislaufverstärkte
und die Entgiftung des Organismus intensivierte. Im allgemeinen
wurden Rizinusölpackungen bei Eliminationsstörungen, Störungen
der Koordination zwischen Stoffwechsel und Eliminationen und
Koordinationsstörungen des Nervensystems verordnet. Gelegentlich
verschrieb Cayce diese Packungen aber auch bei bestimmten Krank-
heiten, zum Beispiel bei Epilepsie. In einigen Fällen wie etwa bei
Sklerodermie sollten die Packungen an anderen Körperstellen aufge-
legt werden als auf den Bauch. Während der Menstruation oder wäh-
rend einer drei Tage dauernden Apfeldiät sollte auf die Rizinusölpak-
kungen verzichtet werden.
362
Epsomsalz: Für diese Packung wird ein grobes Handtuch in eine
gesättigte Epsomsalzlösung getaucht und dann so heiß wie möglich auf
den zu behandelnden Körperteil aufgelegt. Um die Packung warm zu
halten, sollte sie mit einem weiteren Handtuch abgedeckt werden und
dann so lange liegenbleiben, bis sie abgekühlt war. Epsomsalzpackun-
gen wurden im allgemeinen zur Schmerzlinderung und zur Anregung
der Durchblutung in bestimmten Körperpartien verordnet. Heiße Pak-
kungen wurden auch zur Schmerzlinderung bei Arthritis und Schleim-
beutelentzündung verwendet. Bei der Behandlung der Arthritis wur-
den Epsomsalzpackungen gelegentlich zur Entspannung der Wirbel-
säule vor manuellen Wirbelsäulenkorrekturen empfohlen.
Packungen mit reinem Salz: Dazu wurde ein Stoffbeutel mit Salz
gefüllt und dann vor dem Gebrauch im Ofen erhitzt, wobei darauf zu
achten war, daß der Beutel nicht angesengt wurde. Ebenso wie die
Epsomsalzpackungen waren die heißen Salzpackungen zur Schmerz-
linderung auf die betroffenen Körperstellen aufzulegen. Bei der Be-
handlung von Entzündungen der Blasenschleimhaut sollte in einigen
Fällen je eine Salzpackung auf den unteren Teil der Wirbelsäule und auf
den Bauch aufgelegt werden, und zwar nach einer Massage mit einer
Mischung aus Schafstalg, Terpentinspiritus, Kampferspiritus und Ben-
zointinktur. Auf diese Weise sollte das heiße Salz die Absorption des
Massagemittels durch die Haut erleichtern, die Durchblutung anregen
und einen örtlichen Blutandrang abbauen.
Salz und Apfelessig: Diese Mischung wurde entweder für Packungen
oder Einreibungen bei der Behandlung von Prellungen, Verrenkungen
und Sehnenrissen verordnet. Dazu sollte entweder das Salz mit Essig
angefeuchtet oder der Essig mit Salz gesättigt werden. Bei der Behand-
lung von Knochenbrüchen und Verstauchungen wurden die Packun-
gen mit Salz und Essig vielleicht am häufigsten verordnet. Eine Person
mit einem gebrochenen Knie wurde angewiesen, es abwechselnd mit
der Lösung aus Salz und Essig und einer Mischung aus verschiedenen
Ölen einzureiben.
Glyko-Thymolin: Glyko-Thymolin ist ein Mundwasser und wird zur
Behandlung von Verschleimungen angewendet, hatte aber auch noch
zahlreiche andere Anwendungsbereiche und wurde von Cayce bei
einer großen Anzahl von Krankheiten und Beschwerden verordnet.
Für die Packungen sollte gewöhnlich ein Stück Stoff mit Glyko-
Thymolin getränkt und dann auf die betreffende Körperstelle aufgelegt
werden. In einigen Fällen sollte die Packung erhitzt, in anderen nur
warm gehalten werden. Dazu war ein elektrisches Heizkissen oder eine
andere Wärmequelle zu benutzen.
363
Zur Behandlung von Mandelentzündung und Nasennebenhöhlen-
entzündung verordnete Cayce das Auflegen einer nicht erhitzten
Glyko-Thymolinpackung. Dazu sollten zwei oder drei Stücke Baum-
wollstoff mit Glylco-Thymolin getränkt und dann um das Gesicht und
den Hals gewickelt werden. Einem an einer Schleimhautentzündung
des Dickdarms erkrankten Kleinkind verordnete Cayce eine Glyko-
Thymolinpackung, die zwei- oder dreimal täglich auf den Bauch auf-
zulegen war, und zwar so heiß, wie das Kind es aushalten konnte. Die
Packung sollte jeweils so lange liegenbleiben, bis sie abgekühlt war.
Nach den vorliegenden Berichten wurde damit eine rasche Besserung
bewirkt.
Gegen die bei einer Entzündung der Harnblasenschleimhaut auf-
tretenden Beschwerden empfahl Cayce einem Patienten, Glylco-Thy-
molinpaclcungen auf den Genitalbereich aufzulegen und sie mit einer
heißen Salzpackung warm zu halten. Bei Erschöpfungszuständen
konnten Glyko-Thymolinpackungen auch auf die Augen aufgelegt
werden. Dazu wurde allerdings verdünntes Glyko-Thymolin verord-
net.
V Die Behandlungsmethoden
von Edgar Cayce auf dem Prüfstand
medizinischer Forschung von heute
Der folgende Abschnitt über die Behandlungsmethoden von Edgar
Cayce heute behandelt einige gegenwärtig geltende medizinische
Theorien und Meinungen, die mit den Grundsätzen übereinstimmen,
die Cayce vertreten hat, als er noch am Leben war.
Die in diesem Abschnitt erwähnten Forschungsarbeiten und For-
schungsergebnisse versuchenjedoch nicht, die Richtigkeit der Thera-
pien von Cayce nachzuweisen.
Alkohol
»Alkohol mäßig genossen ist gut für die meisten Körper. Aber zu
große Mengen ... (können) zu einem langsamen Blutandrang im Be-
reich der Leber führen. Aber alkoholische Getränke am Abend- sehr
gut« (877-13).
An anderer Stelle sagt Cayce, täglich ein oder zwei Gläser Rotwein
als Nahrungsmittel seien bekömmlich, aber zuviel starke alkoholi-
sche Getränke könnten verheerende Auswirkungen auf den Fluß der
Magensäfte haben (875-1 ).
Die Empfehlung von Cayce, ein- oder zweimal täglich Wein zu
trinken, ist Gegenstand von Forschungen des Arztes Dr. Brian Misha-
ra und seiner Kollegen von der medizinischen Fakultät der Universität
Harvard, die berichtet haben, wo ältere Patienten in einem Pflegeheim
täglich ein oder zwei Gläser Schnaps, Wein oder Bier trinken dürften,
würden sie freundlicher und seien aktiver und glücklicher. Sie schlie-
fen besser und klagten weniger über ihren Gesundheitszustand und
die Lebensumstände.
Wie Dr. Mishara in der Zeitschrift Moneysworth vom März 1978
schreibt, begannen die Patienten in dieser Studie, »ihr Leben und ihre
Verantwortlichkeiten besser zu beherrschen und höhere Anforderun-
gen an ihre Umwelt und aneinander zu stellen«.
In der Zeitschrift Executive Fitness vom 24. März 1979 werden die
Ergebnisse des zweiten Berichts der amerikanischen Regierung über
Alkohol und Alkoholismus veröffentlicht, der zeigt, daß mäßige Trin-
365
ker länger leben als Abstinenzler und diese länger leben als starke
Trinker.
Der Bericht enthielt auch die Ergebnisse einer Studie von Artbur
L.Kiazki am Kaiser-Permanent Medical Center in Oakland, Kalifor-
nien. Hier wurde festgestellt, daß von 120 000 Versuchspersonen dieje-
nigen, die mäßig Alkohol tranken, um 30 Prozent weniger zu Herzan-
fällen neigten als Abstinenzler.
Obwohl man sagen könne, daß Abstinenzler weniger zum Alkoho-
lismus neigen als mäßige Trinker, meint Professor William J. Darby, ein
Biochemiker von der Vanderbilt University und Präsident der Nutri-
tion Foundation ofNew York, hier ginge es um etwas anderes: »Es
häufen sich die Hinweise darauf, daß der mäßige Alkoholgenuß die
Menge der High Density Lipoproteins - HDL - (Lipoproteine hoher
Dichte) im Blut erhöht.« Und das ist nach diesem Artikel gut, denn die
HDL tragen dazu bei, die Arterien von Cholesterol zu reinigen.
»Er ist zwar nicht die am stärksten wirkende Droge der Welt«, fügt
Dr. Jonathan 0. Cole, der Chef der Psychopharmakologie am McLean
Hospital in Massachusetts hinzu, »aber ich glaube, der Alkohol hat
eine milde, Ängste abbauende, die Stimmung hebende Wirkung auf
sehr viele Menschen.«
Trotz der Ängste abbauenden Wirkung des Alkohols war Cayce der
Auffassung, daß einige Menschen gar keinen Alkohol vertragen könn-
ten. Er erklärte, bei einigen könne der Alkohol die Aura im Körper
schwächen und das Individuum der Besessenheit öffnen. Weil dem
Körper Energien genommen würden, werden in solchen Fällen, wie er
glaubte, niedrige Geisteswesen angezogen.
In fast allen Nervenheilanstalten gibt es Patienten, die Amok laufen,
wenn sie Alkohol trinken, schreibt Dr. Frederick Gibbs, Professor
emeritusfür Neurologie an der Universität von Illinois im National
Medical Bulletin vom Januar 1979. Im gleichen Artikel bemerkt Dr.
Alberto A. Marianacci, ebenfalls ein emeritierter Professor der Neuro-
logie, der eine Methode zur Feststellung der Unverträglichkeit von
Alkohol entwickelt hat: »Die Person, die nach Alkoholgenuß aggressiv
wird, ist eine wandelnde Zeitbombe.«
Alzheimer Krankheit
»Koche nicht in Gefäßen aus Aluminium, sondern in Emaille oder
Glas. NICHT in Aluminium, denn dann wird das Aluminium zum Gift
für den Organismus. Verwende kein Aluminium in irgendeiner Form,
wenn es mit der Nahrung für diesen Körper in Berührung kommt«
(1223-1).
In dem internen Informationsblatt des Huxley Instituts vom Januar
1980 berichtete Dr. A. Hoffer, ein Psychiater, der orthomolekulare
366
Medizin und Psychiatrie praktiziert, daß in den Gehirnen von Patien-
ten, die an einer Nervenerkrankung, welche zur Senilität führt, oder
an der Alzheimer Krankheit litten, ein hoher Aluminiumspiegel fest-
gestellt wurde.
Die Verfasser eines Artikels in der Zeitschrift Science vom 18. April
1980, dem Organ der National Association for the Advancement of
Science, berichteten ebenfalls, ihre Feststellungen schienen zu bewei-
sen, daß es eine ursächliche Verbindung zwischen Aluminium und
der Schädigung von Gehirnzellen gibt. Das Forscherteam kam von
dem University ofVermont College ofMedicine und dem National
Institute of Enviromental Health Science.
Auch das New England Journal of Medicine veröffentlichte den
Brief eines Lesers, der berichtete, wenn er während seiner Studienzeit
in billigen Aluminiumtöpfen kochte, habe er an den Wänden des
Topfes Anzeichen einer Korrosion und weißliche pulverförmige Abla-
gerungen an den korrodierten Stellen bemerkt. Sein Rat: Wirf alle
Aluminiumtöpfe und -pfannen fort.
Arthritis
Als Ursachen der Arthritis nennt Edgar Cayce in seinen Behandlungs-
anweisungen Assimilations- und Eliminationsstörungen, Kreislauf-
störungen, Drüsenstörungen, karmische und psychologische Fakto-
ren, vorangegangene Therapien sowie Subluxationen und Verletzun-
gen der Wirbelsäule.
In 37 Prozent der als Arthritis diagnostizierten Fälle nannte er
Assimilations- und Eliminationsstörungen als Hauptursache. Cayce
glaubte, durch Eliminationsstörungen entstünde eine Übersäuerung
des Organismus, die wiederum die Funktionen des Lymphsystems
beeinträchtige. Daraufbin würden die Funktionen der Leber einge-
schränkt, und sie könne nicht die Enzyme produzieren, die für die
Verdauung benötigt werden.
Assimilationsstörungen führen zu einer Abnahme der aufbauenden
Kräfte, die normalerweise die Funktionen der Ausscheidungsorgane
anregen. Deshalb vertrat Cayce die Meinung, daß gewisse Nahrungs-
mittel im Organismus giftig werden, weil sie nicht richtig ausgenutzt
werden können. Die im Normalfall auszuscheidenden, verbrauchten
Stoffe gelangten wieder in den Kreislauf, was zu einer Belastung des
Bluts durch Toxine führe.
Zu den Nahrungsmitteln, auf die verzichtet werden sollte, gehörten
nach Auffassung von Cayce Rindfleisch und gebratene Speisen, und
medizinische Forschungsergebnisse aus jüngster Zeit zeigen, daß eine
fettarme Diät zu einer Abnahme von Gelenkentzündungen beitragen
kann.
367
Dr. Charles F. Lucas, der Cheffür Endokrinologie und Stoffwechsel
an den Harper-Grace Hospitals, Detroit, hat berichtet, daß eine wenig
tierisches Fett enthaltende Diät die Schmerzen bei der rheumatoiden
Arthritis lindert. Er sagt: »Einige unserer Patienten, die dieser Diät
gefolgt sind, berichteten, daß Schmerzen und Steifheit fast ver-
schwanden. Die Schwellung der Gelenke ging deutlich zurück.«
Die Erkenntnisse von Cayce werden außerdem durch eine Studie
der medizinischen Fakultät an der Wayne State University in Detroit,
Michigan, bestätigt. In einem Artikel der Zeitschrift Clinical Re-
search, Bd. 29, Nr. 4 aus dem Jahr 1981 heißt es: »Eine fettfreie Diät
hat bei sechs Patienten mit rheumatoider Arthritis eine vollständige
Heilung bewirkt.«
In 14 Prozent seiner Behandlungsanweisungen für Arthritis verord-
nete Cayce außerdem das Einnehmen von Gold-Natrium-Lösungen.
In einer Ausgabe der Zeitschrift Health heißt es in einem Artikel über
Apherese, eine Blutreinigungstechnik, mit der einige Ärzte die rheu-
matoide Arthritis behandeln, daß die beeindruckendsten Ergebnisse
der Apherese bei Patienten erzielt wurden, die auch »lange Zeit wir-
kende Medikamente wie Goldlösungen« einnahmen.
In einem Prozent der Behandlungsanweisungen wurden auch Ko-
bra- und Bienengift als schmerzlindernde Mittel verordnet. Obwohl
diese Therapie recht unorthodox ist, hat sich die medizinische Wis-
senschaft in jüngster Zeit dafür als eine mögliche Behandlungsme-
thode der Arthritis interessiert.
In seiner Anweisung 3561-1 sagt Cayce, das Bienengift erzeuge eine
Immunität gegen gewisse Gifte und rege die Tätigkeit der Lymphdrü-
sen an, wenn hier Funktionsstörungen bestehen. Im Rahmen dieser
Behandlung müßten die Gliedmaßen und Gelenke des Patienten
nach der Injektion des Bienengifts gründlich massiert werden. In
jüngster Zeit in Großbritannien angestellte Versuche unterstützen die
Auffassung von Cayce, denn dabei hat man im Bienengift eine entzün-
dungshemmende Substanz festgestellt. Diese Substanz ist offenbar
ungiftig und hat keine schädlichen Nebenwirkungen erzeugt. In den
Vereinigten Staaten hat man feststellen können, daß in schmerzende
Gelenke injiziertes Bienengift die natürliche Cortisonbildung in den
Knochen aktiviert und auf diese Weise die Schmerzen bei Arthritis
und Rheumatismus lindert.
In Indien und in Belgien werden Versuche mit Kobragift angestellt.
Doch angesichts der offensichtlichen Gefährlichkeit des Kobragifts
hat man sich auf wenige V ersuche beschränkt und dabei äußerste
Vorsicht walten lassen.
368
Innere Haltung und Emotionen
Die Medizin beginnt jetzt allmählich, die Theorie zu akzeptieren, daß
Menschen an Kummer sterben können, obwohl die Forschung noch
nicht bewiesen hat, wie es geschieht. Doch in einer jüngst durchge-
führten Studie am Mt. Sinai Hospital in New Y ork, über die in B eha-
vioral Kinesiology Report berichtet wird, wurde festgestellt, daß
sechs verwitwete Männeraufgrund einer verringerten Lymphozyten-
aktivität stärker durch Infektionen gefährdet waren. Die Wirksamkeit
der Lymphozyten hängt von der Gesundheit und Aktivität der Thy-
musdrüse ab, die negativ auf emotionalen Streß reagiert.
Cayce hat oft von der Notwendigkeit gesprochen, die Emotionen
ebenso wie die Diät zu harmonisieren. In vielen Behandlungsanwei-
sungen für körperliche Beschwerden empfahl er eine Korrektur der
inneren Haltung. Magengeschwüre, erhöhter Spannungszustand der
Muskulatur, Asthma und hoher Blutdruck sind nur einige der körper-
lichen Leiden, bei denen die Medizin jetzt einen Zusammenhang mit
dem emotionalen Zustand des Patienten erkannt hat.
Die Medizin erklärt, emotionale Störungen könnten den Magen
veranlassen, das Hormon Gastrin auszuscheiden, das dann in den
Blutstrom gelangt. Dieses Hormon veranlaßt den Magen, größere
Mengen Salzsäure zu erzeugen. Ein Übermaß an Salzsäure reizt die
Magenwände und kann dort zu Entzündungen führen.
Cayces Theorie über die Auswirkungen der inneren Haltung und der
Emotionen sind auch durch eine Studie bestätigt worden, in der mehr
als 1000 Erwachsene Informationen über hohen Blutdruck erhielten.
Sie wurden aufgefordert, sich an Vorträgen und Diskussionen zu
beteiligen und erhielten schriftliche Informationen per Post. Anschlie-
ßend verglich man ihren Zustand mit dem einer Kontrollgruppe, die
keine besonderen Informationen erhalten hatte. Das Ergebnis zeigte,
daß Unwissenheit Glückseligkeit bedeutet, denn der Personenkreis,
der nicht zuviel über die möglichen Auswirkungen hohen Blutdrucks
wußte, hatte im Durchschnitt einen niedrigeren Blutdruck.
Die ZeitschriftA merican Health (November-Dezember 1983) be-
richtet in einem Artikel mit der Überschrift »Die Anatomie des La-
chens«, daß »das Lachen Streß, Ängste, Depressionen und Schmer-
zen verringern kann ... Vielleicht lösen wir beim Lachen das Aus-
scheiden von Enzymen aus, welche die Verdauung fördern und unter
Umständen sogar als natürliches Abführmittel wirken.«
Cayce glaubte, der Körper sei der Tempel des lebendigen Gottes und
solle physisch und mental als solcher behandelt werden. Er sagte:
»Bewahre die geistige Haltung im Einklang mit der konstruktiven
Kraft, die dich erkennen läßt, daß der Körper nicht nur gut ist, son-
dern auch einem guten Zweck dient« (902-2).
369
Nach Cayce sind nicht nur die geistige Haltung und die Emotionen
wichtig, sondern auch die Liebe. Er glaubte, der plötzliche Krippen-
tod habe etwas mit einem Mangel an Liebe zu tun, der die Seele
veranlasse, den Körper zu verlassen.
In einem Artikel der Zeitschrift Psychology Today (Mai 1981) wird
die Auffassung vertreten, daß die Emotionen einer Mutter in der
Schwangerschaft unmittelbare und Langzeitauswirkungen auf das
Kind haben.
Mit diesem Thema beschäftigt sich auch das vor einiger Zeit er-
schienene Buch The Secret Life ofthe Unborn Child von Thomas
Verny und John Kelly (1982), das darauf hinweist, daß sogar ein vier
oder fünf Monate alter Fötus empfänglich für die Erfahrungen der
Mutter ist und auf sie reagiert.
Blindheit- Ursachen
Edgar Cayce hat 29 Personen mit verschieden stark geminderter Seh-
kraft 53 Behandlungsanweisungen gegeben. Im allgemeinen führte er
den Verlust der Sehkraft auf die verschiedensten organischen Störun-
gen zurück, unter anderem auf Kreislaufschwäche. Im März 1981
berichtete die Zeitschrift Discovervon Forschungsergebnissen, nach
denen geschädigte Blutgefäße die Ernährung des Auges blockieren
und dadurch die Sehkraft beeinträchtigen können.
Außerdem sagte Cayce, man dürfe die Augen nicht direktem Licht
aussetzen. Nach einem Bericht vom Vitamin Center of Eye Research
»kann Licht, das in die Augen scheint, eine fotochemische Reaktion
auslösen, bei der Chemikalien entstehen, die die Augenlinse schädi-
gen, was in Laboratoriumsversuchen nachgewiesen worden ist«.
Nach dem Artikel hat der Direktor für Augenforschung an der Univer-
sität von Maryland, Dr. Shambhu D. Varma, diesen Nachweis er-
bracht.
Brustkrebs
Eine der Ursachen für zahlreiche Erkrankungen, besonders aber für
Krebs, sind nach den Aussagen von Cayce Eliminationsstörungen.
Obwohl seine Diagnose damals als etwas unorthodox angesehen
wurde, war sie nicht neu, denn schon Anfang des 20. Jahrhunderts
führten die Ärzte viele Erkrankungen auf Stuhlverstopfung zurück,
denn sie glaubten, dabei sammelten sich unverdaute toxische Stoffe
im Darmtrakt an, die schließlich in den Blutstrom gelangten.
Man wendete sich jedoch wieder von dieser Theorie ab, als es der
Forsc);mng nicht gelang, ihre Richtigkeit zu bestätigen. Jetzt haben
zwei Arzte an der Universität von Kalifornien festgestellt, daß Frauen,
370
die nur wenige Male in einer Woche Stuhlgang haben, viermal häufi-
ger an Brustleiden erkranken als Frauen, die täglich einmal oder
häufiger Stuhlgang haben.
Die Ärzte Niebolas L. Petraskis und Eileen B. King haben mehr als
5000 Frauen untersucht. Dr. Petraskis schreibt in The Lancet: »Wir
haben nur bei fünf Prozent der Frauen, die einmal täglich Stuhlgang
haben, abnormale fehlentwickelte Zellen festgestellt, während zehn
Prozent der Frauen, die seltener als einmal täglich Stuhlgang haben,
diese Abnormalität zeigen ... « Er fügt jedoch hinzu, dieses Ergebnis
dürfe bei Frauen mit Stuhlverstopfung nicht dazu führen, daß sie
glaubten, an Brustkrebs erkrankt zu sein.
Krebs: Diät
Einige Forscher berichten, in einigen Fällen ließe sich eine Erkran-
kung an Krebs durch die richtige Diät vermeiden. Die Speisen, auf die
man nach ihrer Ansicht verzichten sollte, werden auch in den Be-
handlungsanweisungen von Edgar Cayce häufig als gesundheitsge-
fährdend erwähnt. Zu ihnen gehören gebratene oder fette Speisen,
Rindfleisch und stark gewürzte Gerichte.
Empfohlen hat Cayce dagegen Obst und Gemüse - kurz gesagt eine
alkalische Diät.
Einige im Rahmen der neueren Forschung durchgeführte Studien
zeigen, daß Personen, deren Diät reich an Vitamin A ist, seltener an
Lungenkrebs erkranken. Auch das National Cancer Institute kommt
zu einem ähnlichen Ergebnis. Die dortigen Forschungen zeigen, daß
man mit verschiedenen Vitamin-A-Präparaten die Umbildung von
menschlichen und tierischen Zellen in Krebszellen im Reagenzglas
verhindern kann.
Die Zeitschrift Vegetarian Times vom November 1982 berichtet
von einer anderen Studie, nach der Tiere, die mit erhitzten Pflanzenö-
len gefüttert wurden, bösartige Tumore entwickelten, während andere
Fette nicht diese Wirkung hatten.
Ein Artikel in Reader's Digest vom Februar 1983 mit der Über-
schrift »Endlich eine Anti-Krebsdiät« berichtet, »nach Studien in den
verschiedensten Teilen der Welt ist die Zahl der Erkrankungen an
Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Prostatakrebs bei Personen, die viel
Gemüse essen, wesentlich niedriger«.
Ähnlich glaubte auch Cayce, der nicht immer eine Immunisierung
gegen ansteckende Krankheiten befürwortete, daß »wenn der Orga-
nismus alkalisch gehalten wird - besonders mit Salat, Karotten und
Sellerie - diese Diät im Blut einen Zustand erzeugen wird, der den
Menschen immunisiert« ( 480-19).
Was nun die Ernährung mit Fleisch betrifft, so gab Cayce seinen
371
Patienten den Rat, »auf zuviel schweres und nicht ganz gares Fleisch
zu verzichten. Essen Sie reichlich Gemüse aller Art. An Fleisch sollte
Fisch, Geflügel und Lammfleisch der Vorzug gegeben werden; ande-
res Fleisch nicht so oft« (1710-4).
Das National Research Council Committee der amerikanischen
Akademie der Wissenschaften sagte dazu: Nahrungsmittel mit einem
hohen Gehalt an Karotin (dunkelgelbes Obst und Gemüse und dun-
kelgrünes Blattgemüse) oder Vitamin A verringern das Krebsrisiko.«
Fachleute warnen jedoch davor, über längere Zeit hohe Dosen Vit-
amin A zu nehmen, weil diese toxisch werden können.
Über die Ernährung mit Gemüse sagte Cayce, man solle »wenig-
stens zu einer Mahlzeit täglich eine gewisse Menge rohes Gemüse
essen, und zwar Kohl, Salat, Sellerie, Karotten, Zwiebeln oder ähnli-
ches. Tomaten eignen sich für die menschliche Ernährung zu der Zeit,
in der sie reif werden.«
»Essen Sie reichlich Gemüse, das über dem Erdboden wächst, und
zwar mindestens das Dreifache von dem, was in der Erde wächst. Zu
jedem Knollengemüse nehmen Sie wenigstens ein Blattgemüse«
(2602-l).
Ein Arzt bei der staatlichen Behörde für die Vorbeugung gegen
Krebs sagt, er lege Wert darauf, daß in seiner Familie täglich entweder
rohe oder gekochte Karotten gegessen werden, ein Gemüse, das
Cayce für besonders wertvoll hielt, der empfahl, man solle besonders
»den oberen Teil der Karotte essen. Auch wenn die Karotte dort härter
ist und vielleicht weniger gut schmeckt, befinden sich dort die energie-
reichen Stoffe« (3051-6).
Diät: Ernährung
In den Jahren seit dem Tod von Edgar Cayce hat die Wissenschaft
zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, welche die Richtigkeit der in
seinen Anweisungen enthaltenen Diätvorschriften bestätigen. Dort
hat Cayce seinen Patienten auch häufig empfohlen, sich drei Tage lang
nur von rohen Äpfeln zu ernähren.
Das in den Äpfeln enthaltene Pektin ist nach neuesten Erkennt-
nissen außerordentlich wertvoll für die Reduzierung des Cholesterin-
spiegels im Blut, weil es die Absorption von Fetten blockiert, und
wenn Bakterien, welche eine Diarrhö verursachen, im Verdauungs-
trakt mit Pektin in Berührung kommen, werden sie ausgeschieden.
Die medizinische Forschung hat festgestellt, daß 15 Gramm Pektin,
die einmal täglich von Versuchspersonen eingenommen wurden, den
Cholesteringehalt im Blut um 13 Prozent verringerten und die Menge
der Ausscheidungen um 35 Prozent erhöhten. Die Apfeldiät war nur
eine von Cayce empfohlene Methode zur Ausscheidung von Fett und
372
Cholesterin aus dem Körper. In fast allen Behandlungsanweisungen
hat Cayce eine Umstellung der Diät empfohlen und besonders auf die
Notwendigkeit hingewiesen, auf Süßigkeiten, fette und gebratene
Speisen zu verzichten. In den vergangeneo 25 Jahren hat die wissen-
schaftliche Forschung die schädlichen Auswirkungen einer solchen
Ernährung nachgewiesen. Fettreiche Speisen wie fettes Rindfleisch
verlangsamen die Ausscheidungen, verhindern die richtige Umwand-
lung anderer Nahrungsmittel in körpereigene Substanzen und wirken
sich hemmend auf den Kreislauf aus. Diese Probleme können einzeln
oder insgesamt zu zahlreichen Erkrankungen des Organismus beitra-
gen.
1980 brachte das New England Journal of Medicine einen Bericht
über eine Studie unter der Leitung von Richard Shekelle vom Rush-
Presbyterian-St. Luke's Medical Center in Chicago. 1957 wurden
1900 Männer im Alter zwischen 40 und 55 Jahren von Ernährungs-
wissenschaftlern aufgefordert, über ihre Eßgewohnheiten zu berich-
ten. Zu Beginn der Befragung wurde der Cholesterinspiegel in ihrem
Blutserum gemessen. Den höchsten Cholesterinspiegel hatten die
Personen mit der fettreichsten Diät. Die Ernährungswissenschaftler
interessierten sich bei ihren Feststellungen nicht nur für die Ernäh-
rung dieser Männer zu Hause, sondern auch für das, was die Ver-
suchspersonen außerhalb des eigenen Hauses aßen.
Ein Jahr später wurden die Untersuchungen wiederholt. Dabei
teilte man die Männer in drei Gruppen je nach ihrem Fettkonsum und
dem festgestellten CholesterinspiegeL 19 Jahre danach war die Sterb-
lichkeit bei der Gruppe, die den höchsten Cholesterinspiegel gezeigt
hatte, um 30 Prozent höher als bei den anderen.
Bei seinen Anweisungen hat sich Cayce auch mit dem Genuß von
Eiern beschäftigt. Er empfahl, weichgekochte Eier zu essen, aber nur
das Eigelb. Diese Empfehlung wurde Ende der fünfziger Jahre durch
eine Studie bestätigt, in der festgestellt wurde, daß gebratene oder
hartgekochte Eier bei Kaninchen den höchsten Cholesterinspiegel
erzeugten, weichgekochte den niedrigsten. Zudem weiß man, daß das
Eiweiß viel Albumin enthält, eine schwerverdauliche Substanz.
Diät: Feigen
Edgar Cayce hat einmal von einer Mumie geträumt, die lebendig
wurde und alte ägyptische Aufzeichnungen für ihn übersetzte. Sie
enthielten das Rezept für eine sogenannte »spirituelle Speise«, die aus
schwarzen oder assyrischen Feigen, assyrischen Datteln und einer
Handvoll gemahlenem Getreide oder Weizenschrot bestand, die zu-
sammen gekocht werden sollten.
Die moderne Wissenschaft hat festgestellt, daß die Zirbeldrüse
373
durch die chemische Reaktion eines Enzyms auf die Chemikalie Sero-
tonin das Hormon Melatonin erzeugt. Dieses Hormon verzögert die
sexuelle Entwicklung und fördert die Intelligenz.
Man hat festgestellt, daß Feigen viel Serotonin enthalten. Es ist
interessant, daß an dem Feigenbaum (Ficus religiosa), unter dem
Gautama Buddha fast 30 Jahre gesessen hat, Feigen wachsen, die der
Meister während dieser Jahre gegessen hat.
Diät: Roastbeef
Edgar Cayce hat empfohlen, auf rotes Fleisch zu verzichten, beson-
ders auf nicht durchgebratenes rotes Fleisch: »Man vermeide rotes
oder halbrohes Fleisch - wenngleich GUT gegartes Fleisch nicht
schädlich ist - außer Schweinefleisch« ( 641-5).
In einem Vortrag, den William B. Knight von einer Firma aus New
Jersey, die Nahrungsmittel herstellt, auf der 62. Jahreskonferenz der
Central Atlantic States Association ofFood and Drug Offleials am
24. Mai 1978 in Ellenville, New Y ork, gehalten hat, sagte er, daß nicht
durchgebratenes Roastbeef im Sommer 1977 die Ursache von mehr
als 100 nachgewiesenen und vielleicht Tausenden nicht nachgewiese-
nen Salmonelleninfektionen gewesen ist (eine Nahrungsmittelvergif-
tung durch Salmonellenbakterien). Um einer Wiederholung vorzu-
beugen, »verbot das amerikanische Landwirtschaftsministerium über
Nacht die Herstellung von für den Verkauf bestimmtem Roastbeef,
das bei der Zubereitung nicht durch und durch auf eine Temperatur
von mindestens 65 Grad Celsius erhitzt worden war«.
Diät: Zucker
Die vielleicht am häufigsten befolgte Anweisung von Edgar Cayce ist
seine Empfehlung für eine Grunddiät, nach der 80 Prozent der tägli-
chen Nahrung aus alkalisch reagierenden Speisen wie Obst, Gemüse,
das über und unter der Erde wächst, allen möglichen Säften, einigen
Milchprodukten und etwa acht Gläsern Wasser bestehen sollen. 20
Prozent der Ernährung sollten aus säurebildenden Speisen wie Voll-
korngetreideflocken, Fleisch wie Geflügel, Fisch oder Lamm und
dunklen Brotsorten bestehen.
Käse, ungeschälte Kartoffeln, Pudding als Nachspeise, Kompott,
Eiscreme oder Kekse sollten etwa dreimal wöchentlich gegessen wer-
den. Auf Speisen, die sehr viel Zucker enthielten, sollte ganz verzich-
tet werden.
In den letzten Jahren hat sich die medizinische Wissenschaft inten-
siv mit der Frage nach dem Wert des Zuckers beschäftigt. Der britische
Ernährungswissenschaftler, Dr. John Yudkin, erklärt, daß »man heute
374
vermutet, der zunehmende Zuckerkonsum in den reichen Ländern
stünde in einem ursächlichen Zusammenhang mit einer Zahl von
Phänomenen, die eng mit dem Gesundheitszustand der westlichen
Völker in heutiger Zeit verbunden sind. Dazu gehören die Beschleu-
nigung des Wachstums, der Diabetes mellitus, die arterioskleroti-
schen Erkrankungen der Herzkranzgefaße, die Fettsucht, Gallen-
steine, Hautkrankheiten, Erkrankungen der Mundschleimhaut, die
Karies, Magengeschwüre und Unausgewogenheiten im Hormon-
haushalt«.
Nach einem Bericht des Optometrikers und Ernährungswissen-
schaftlers Ben C. Lane an die Optical Society of America kann der
Verzehr von übermäßig großen Mengen Zucker die Kurzsichtigkeit
verstärken. Man weiß heute, daß der Verzehr von raffinierten Kohle-
hydraten wie Zucker und zu lange gekochtem Protein zum Verlust
von Chrom und Kalzium im Organismus führt. Dr. Lane hat einen
Zusammenhang zwischen dem Mangel an diesen Spurenelementen
und der Kurzsichtigkeit entdeckt.
Eine andere Studie der Ärzte Dr. Ringsdorf, Dr. Cheraskin und Dr.
Ramsay von der Abteilung für orale Medizin an der medizinischen
Fakultät der Universität von Alabama hat gezeigt, daß Zucker die
Abwehrkräfte des Körpers gegen bakterielle Infektionen verringert.
Eine der Hauptaufgaben der weißen Blutzellen ist die Vernichtung in
den Körper eingedrungener Bakterien. Die Blutzellen umschließen
diese Mikroorganismen und vernichten sie mit Hilfe einer chemi-
schen Reaktion. Diese Schutzfunktion wird, wie man festgestellt hat,
um 50 Prozent oder mehr verringert, wenn der Blutzuckerspiegel sich
durch den Genuß von 680 Gramm gesüßten alkoholfreien Getränken
erhöht (April 1979, VIM News Letter).
In einem 1979 von den Prince William Extension Services veran-
stalteten Vortrag zu dem Thema der allgemeinen Gesundheitsgefahr-
dung sagte Dr. Howard Lutz, nach seinen Untersuchungen »war die
Unausgewogenheit des Säure-Basen-Verhältnisses in der Diät die
Hauptursache der meisten Erschöpfungssymtome und des >Mangels
an körpereigenem Widerstand< etwa bei wiederholten Infektionen«.
Einen Bericht über diesen Vortrag brachte die Zeitschrift Preventive
Medicine Forum. Diese Unausgewogenheit im Säure-Basen-Verhält-
nis wurde von Cayce in seinen Behandlungsanweisungen wiederholt
erwähnt und häufig als Ursache bestimmter Krankheiten bezeichnet.
375
Diät: Wild
»Anstelle von Rindfleisch sollten wir Geflügel, Fisch und Lamm-
fleisch den Vorzug geben. Wildgeflügel wäre natürlich am besten«
(1153-1).
Der Anthropologe und Pharmakologe Dr. Orville H. Miller an der
Universität von Südkalifornien interessierte sich als Wissenschaftler,
aber auch persönlich für die medizinische Folklore der amerikani-
schen Indianer, der Afrikaner und Asiaten, als er in den sechziger
Jahren nach einem Heilmittel für die Akne seines Sohnes suchte.
Nach seinen Feststellungen sind Mucopolysaccharide (MPS) we-
sentliche Faktoren bei der Ernährung wildlebender Tiere. Im weite-
sten Sinne gehören zu den MPS alle schleim- oder gelantineartigen
Polysaccharide. Sie finden sich in allen Körperflüssigkeiten wie etwa
im Bindegewebe, in den Sehnen, den Zellenwänden, den Blutgefä-
ßen, in den Gelenken, in den Zwischenwirbelscheiben, der Schleim-
haut, der Oberhaut u.s.w.
Nachgewiesenermaßen lassen sich die im Fleisch wildlebender
Tiere enthaltenen Mucopolysaccharide pharmakologisch vielfältig
verwenden, so zur Behandlung von Infekten, zur Anregung der Er-
zeugung von Antikörpern, zur Erhöhung der Widerstandskraft gegen
Toxine, zur Behandlung der Arteriosklerose und der Sklerodermie
und zur Verbesserung des Tonus der Gesichtshaut, um nur einige zu
nennen.
Elimination
Das National Institute an Aging und das National Digestive Diseases
Clearinghause haben die Auffassung vertreten, die Amerikaner soll-
ten es »wenn irgend möglich vermeiden, Abführmittel zu nehmen«.
Die Fachleute empfehlen, gegen Stuhlverstopfung frisches Obst zu
essen und viel Flüssigkeit zu trinken. Sie sagen, Abführmittel stören
den normalen Rhythmus des Organismus.
Die Fachleute der staatlichen Gesundheitsbehörden erklären, es sei
leicht, von Abführmitteln abhängig zu werden, was dazu führe, daß
»die natürliche Aktivität der Muskeln beim Stuhlgang beeinträchtigt
wird
Cayce, der die Auffassung vertrat, daß ein normales Funktionieren
der Ausscheidungsorgane für die Gesunderhaltung des Körpers au-
ßerordentlich wichtig sei, hat gesagt: »Regeln Sie (Ihre) Eliminatio-
nen wenn möglich besser durch die Diät als durch das Einnehmen
von Abführmitteln. Wenn sich das aber nicht anders erreichen läßt,
nehmen Sie ein Abführmittel, aber wechseln Sie zwischen pflanzli-
chen und mineralischen Abführmitteln ab. Aber diese (Eliminations-
376
problerne) lassen sich besser in den Griff bekommen, wenn man
reichlich rohes Gemüse und weniger Fleisch ißt« (3381-1 ).
Körperliche Bewegung und Gymnastik
Der Chef der Abteilung für Endokrinologie und Metabolismus an der
medizinischen Fakultät der Universität von Kalifornien, Dr. Grant
Gwinup, hielt das Gehen für »die gymnastische Übung, die alles
leistet«. Edgar Cayce hat das Spazierengehen aus verschiedenen
Gründen empfohlen. Dazu gehörten die Verbesserung der Stim-
mungslage ebenso wie die Anregung der Herz- und Lungentätigkeit
Das Gehen sei eine gymnastische Übung für jedermann, bei welcher
der Körper unter normalen Umständen weder überanstrengt noch
verletzt werden kann, wie das bei anderen Sportarten, wenn sie über-
trieben werden, leicht geschieht.
Cayce hat gesagt: »Einen Teil des Körpers, der das nicht braucht,
zum Nachteil eines anderen zu überanstrengen, bedeutet eine Behin-
derung und keine Förderung durch Bewegung und Gymnastik. Gym-
nastik ist wunderbar und notwendig, und nur wenige treiben sie so
intensiv und systematisch, wie es notwendig wäre. Gebrauchen Sie
Ihren gesunden Menschenverstand. Gebrauchen Sie Ihre Urteils-
kraft« (283-1 ).
1950 begonnene Forschungen zeigten, daß zwischen körperlicher
Bewegung und Herzkrankheiten ein Zusammenhang besteht. Der
britische Forscher Prof. J. N. Morris stellte fest, daß Menschen, die
spazierengingen, weniger Herzanfälle hatten als andere, die es nicht
taten.
Auf einer drei Tage dauernden Konferenz über den Wert körperli-
cher Bewegung für ältere Menschen, die 1980 an den N ationallnsti-
tutes of Health in Bethesda, Maryland, abgehalten wurde und an der
Ärzte aus allen Teilen der Welt teilnahmen, kam man zu dem Schluß,
daß das Spazierengehen für ältere Menschen die sicherste und wirk-
samste Form der Gymnastik ist.
Hämophilie - Bluterkrankheit
In seinen Behandlungsanweisungen für Patienten, die an der Bluter-
krankheit litten, sagte Cayce, daß die Hämophilie auf einen chemi-
schen Defekt im Blut zurückzuführen ist, der eine wirksame Blutge-
rinnung verhindert.
In der Zeitschrift Bestways vom September 1979 heißt es, »das
Vitamin K ist ein wesentliches Element bei der Erzeugung von Pro-
thrombin, eines der Blutgerinnungsfaktoren, die von der Leber er-
zeugt werden.« Das VitaminK wird im Dickdarm erzeugt, und jede
377
Beeinträchtigung dieses Vorgangs durch die Bakterien im Darmtrakt
oder eine Lebererkrankung, die verhindern, daß das Vitamin K absor-
biert wird, könne Blutungen verursachen, hieß es in dem Bericht.
Massage
Massagen waren häufig Teil der Behandlung zahlreicher Krankheiten,
zum Beispiel gegen Schluckauf, zur Stärkung des Gedächtnisses, zur
Beseitigung von Narbengewebe und als eine Therapie ohne Medika-
mente, um nur einiges zu nennen.
Zu seiner Empfehlung, möglichst auf Medikamente zu verzichten,
sagte er: »Denn die Hydrotherapie und die Massage sind sowohl
Präventivmaßnahmen als auch Heilverfahren. Das Reinigen des Or-
ganismus erlaubt den Körperkräften, normal zu funktionieren und
damit Gifte auszuscheiden. Es wirkt zudem gegen Blutstau und an-
dere Störungen, die andernfalls den ganzen Körper in Mitleidenschaft
ziehen würden« (257-254).
DasNational Capital A rea Chapter der A merican Massage and
Therapy A ssociation hat erklärt, daß »die Massage die Verdauung
und die Ausscheidungsorgane anregen oder den Körpertonus wieder-
herstellen kann. Als Alternative zu einer medikamentösen Behand-
lung kann die Massage Streß abbauen, gegen Erschöpfungszustände
wirken, Spannungen beruhigen und abbauen und die Entspannung
fördern«.
Die Association erklärt zudem, eine