Fremdsprache Deutsch

Heft 26 I 2002
Zeitschrift für die Praxis des Deutschunterrichts

Motivation

INHALT Heft 26: Motivation
PETER BIMMEL: Zu diesem Heft GUDULA LIST: Motivation im Sprachunterricht HANS-JÜRGEN KRUMM: „Wie demotiviere ich richtig?“ ANNETTE BERNDT: Motivation ist nicht statisch – Motivation ändert sich Der Faktor Motivation als Kernkompetenz lebenslangen Fremdsprachenlernens ZOLTÁN DÖRNEY: Wie motiviere ich richtig? ANNELIEN HAITINK / JACQUES HAENEN: Kooperatives Lernen Teamlernstrategien und wie sie funktionieren können ANGELIKA RATHS: Der Fun-Faktor Oder: Zum 1x1 der didaktischen Verführung RAINER E. WICKE: Fenster im Fenster – Eine Stadt erzählt Fotos als Auslöser für einen fantasievollen und kreativen Deutschunterricht WILFRIED KRENN: Grammatik und Motivation – ein Widerspruch? Motivierungschancen und -strategien im Grammatikunterricht CAROLA MARX: „Wütend oder verträumt – die Gesichter der Alten Meister“ Deutsch lernen in der Gemäldegalerie am Kulturforum in Berlin Am Schwarzen Brett: Was motiviert, was demotiviert? – Schülerstimmen 46 ZSUZSA MARLOK: Vokabelkartei – einmal anders Vokabellernen in der Gruppe Ideenkiste Zwei Websites – Angelika Gröning: Fragebogen zur Motivation – Karin Vavatzanadis / Maria Schmidt: Der Geschichtenbaukasten – Gundula Meiritz: Papiermaché-Masken bauen im Sprachunterricht – Isabella Leibrandt: Eine Radiosendung selber machen – Elke Hughes / Margaret Brady: Debattierwettbewerb – JUMA Mach-mit!-Aktionen

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RUBRIKEN 40 57 58/59 60/61 62 63 64 Aktuelles Fachlexikon Bücher und Aufsätze zum Thema Rezensionen Gewusst wie, ... erklärt warum: Unsere Sprachecke Litfaßsäule Unsere Autorinnen und Autoren

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Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation, ISBN 978-3-19-149183-3, © Hueber Verlag 2007

IMPRESSUM
Zeitschrift für die Praxis des Deutschunterrichts herausgegeben vom Vorstand des Goethe-Instituts Inter Nationes und Peter Bimmel, Hans-Jürgen Krumm, Gerhard Neuner im Verlag Ernst Klett International-Edition Deutsch, Stuttgart Schriftleitung und Vertretung des Goethe-Instituts Inter Nationes: Kristina Pavlovic, Bereichsleiterin 325 Redaktionsbeirat des Goethe-Instituts Inter Nationes: Christa Ganterer, Eva Marquardt, Ralf Baltzer, Hilke Muselmann Korrespondierendes Mitglied: Diethelm Kaminski (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen) Verantwortlicher Heftherausgeber: Peter Bimmel Redaktion: Eva-Maria Jenkins Satz und Gestaltung: Peter Chalupnik Anzeigenleitung: Ernst Klett International-Edition Deutsch Druck: Ludwig Auer GmbH, Donauwörth Titelbild: Arbeiten von Schülerinnen und Schülern eines Deutschkurses (siehe S. 52 ff.) Themen der nächsten Hefte: • Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht • Europa • Schülerbegegnungen/Schüleraustausch Für FREMDSPRACHE DEUTSCH gibt es ein Jahresabonnement mit zwei regulären Heften zum Preis von Euro 15,00 zuzüglich Versandkosten, das Einzelheft kostet Euro 8,80 zuzüglich Versandkosten. © Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Auch unverlangt eingesandte Manuskripte werden sorgfältig geprüft. Unverlangt eingesandte Bücher werden nicht zurückgeschickt. Die als Arbeitsblatt oder Kopiervorlage bezeichneten Unterrichtsmittel dürfen bis zur Klassen- bzw. Kursstärke vervielfältigt werden. Adresse der Schriftleitung: Kristina Pavlovic Goethe-Institut Inter Nationes, Bereich 325 Postfach 190419, D-80604 München (Tel.: 089/1 59 21-295; mailto: pavlovic@goethe.de) Bezugsadresse: Ernst Klett International GmbH Klett Edition Deutsch Postfach 106016, D-70049 Stuttgart, (Tel.: 0711/6 66 40-0; Telefax: 0711/61 72 01) Tel/Fax der Redaktion: ++43/ 1/523 54 48 ISBN 3-12-675553-4 ISSN 0937-3160 Heft 26/2002

EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser, eine der von Lehrerinnen und Lehrern am häufigsten gestellte Frage lautet: „Was kann ich tun, um meine Schülerinnen und Schüler zu motivieren?“ Denn oft wird beklagt, dass die Lernenden im Unterricht nicht zu motivieren seien und bestenfalls eine passiv-konsumierende Haltung einnehmen würden. In diesem Heft möchten wir Ihnen Ideen geben und zeigen, welche Wege man beschreiten kann, um Schülerinnen und Schüler zu einer aktiven und engagierten Mitarbeit im Unterricht zu bewegen. Dabei geht es ebenso um den „fun-faktor“ beim Sprachenlernen, als auch um die verschiedenen Facetten der Motivation, die als eine der wichtigsten Voraussetzungen für lebenslanges Lernen gesehen wird. Rezepte, wie man Schülerinnen und Schüler ganz sicher motivieren kann, sind deshalb so schwer zu geben, weil Motivation immer nur ganz persönlich, in jedem einzelnen Lernenden selbst ihre Wirkung entfalten kann. Dennoch finden Sie in diesem Heft einige Antworten auf die Frage „Wie motiviere ich richtig?“ und ein Rezept, womit Sie Ihre Schülerinnen und Schüler ganz sicher demotivieren. Viele Schülerinnen und Schüler haben uns selbst erzählt, was sie persönlich als besonders motivierend oder demotivierend empfinden. Diese Schülerstimmen finden Sie am „Schwarzen Brett“ auf S. 44/45. Das Titelbild zeigt Masken, die Schülerinnen und Schüler in einem sicher sehr motivierenden Deutschkurs selbst gestaltet haben. Ihre

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Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation, ISBN 978-3-19-149183-3, © Hueber Verlag 2007

die man dazu als Lehrerin oder Lehrer hat. nicht überschätzen sollten. und wo die Lernenden vielleicht eher als im Klassenzimmer ohne Angst vor Fehlern in der Fremdsprache kommunizieren. Dieses Bedürfnis spiegelt eine Erkenntnis wider. 5 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. als ich ihr von unserem Vorhaben erzählte. die die Lernenden zum Sprechen bringen in einem Kontext. Annette Berndt betont in ihrem Aufsatz den Prozesscharakter von Motivation: Die Motive eines Lernenden. mit Begeisterung unterrichtet und eine angenehme. Abwechslungsreiche Grammatikarbeit ist das Thema von Wilfried Krenn. ihren eigenen Weg finden: Was passt zu mir? Was passt zu meinen Schülern? Trotzdem hoffen wir. wenn es um die Motivation der Lernenden geht. Angelika Raths betont. mit diesem Heft zumindest Ansätze zu einer praktisch brauchbaren Antwort auf die Frage „Wie motiviere ich meine Schülerinnen und Schüler?“ zu geben. wenn der Lehrer oder die Lehrerin ein gutes Verhältnis zu den Lernenden aufbaut. den Grammatikunterricht für die Lernenden ‘signifikanter’ erscheinen zu lassen. individuellen Vokabelkartei Vorteile hat. ISBN 978-3-19-149183-3. dass wir in diesem Heft seine Vorschläge für einen motivierenden Fremdsprachenunterricht veröffentlichen dürfen. dass sowohl die Lernenden als auch Lehrerin und Lehrer Spaß an den Lernmaterialien finden. die gegenüber der klassischen. In den meisten Beiträgen werden Vorschläge gemacht. 44/45. Sie betont dabei. © Hueber Verlag 2007 . Zsuzsa Marlok schließlich schlägt die Verwendung einer Gruppenwortschatzkartei vor. die die Lernenden dazu führen. Idiotensichere Rezepte für einen motivierenden Unterricht gibt es nicht. Die praktischen Möglichkeiten. Bei all dem sollten wir allerdings eins nicht vergessen: Wie attraktiv auch die Lerninhalte und wie abwechslungsreich auch die Arbeitsformen – sie greifen nur. wo nichts an Schule erinnert. immer das Gleiche: „Ich möchte lernen. wie wichtig es ist. was sie in der Fortbildung lernen möchten. jede Lehrerin muss seinen bzw. „Was motiviert dich beim Fremdsprachenlernen?“ „Was demotiviert dich?“ – Schülerantworten auf diese Fragen sammelte Kristina Pavlovic am „Schwarzen Brett“ auf S. Rainer Wicke berichtet von einem Unterrichtsprojekt mit Architekturfotos als attraktivem Anlass für Gespräche und kreative Schreibaufgaben. können sich im Laufe des Fremdsprachenlernprozesses ändern und lassen sich im Unterricht beeinflussen.Zu diesem Heft VON PETER BIMMEL „Ein Heft von FREMDSPRACHE DEUTSCH zum Thema ‘Motivation’? Wieso denn das? Handeln denn nicht alle Beiträge in dieser Zeitschrift immer von motivierenden Arbeitsweisen im Deutschunterricht?“ Diese Frage stellte eine Kollegin. das innerpsychische Geschehen bei Lernenden zu beeinflussen. Im vergangenen Jahrzehnt hat er mit einer Reihe von englischsprachigen Veröffentlichungen entscheidend zur Entwicklung der Motivationstheorie im Bereich des Fremdsprachenunterrichts beigetragen. Ebenfalls mit Bildern als Sprechanlass arbeitet Carola Marx in ihrem Aufsatz zum Deutschlernen im Museum: Hier sind es Gemälde. Warum also ein „Motivationsheft“? Der wichtigste Auslöser sind Erfahrungen in Fortbildungsseminaren in den verschiedensten Ländern: Von Seoul bis Asunción und von Chicago bis Moskau antworten Lehrerinnen und Lehrer auf die Frage. sind das Thema von Zoltán Dörnyei. Ihm geht es darum. So gehen Annelien Haitink und Jacques Haenen auf praktische Möglichkeiten des kooperativen Lernens ein. Er schlägt Präsentationstechniken vor. Welche Möglichkeiten haben Lehrerinnen und Lehrer eigentlich. auf die Motivation ihrer Lernenden einzuwirken? Und welche Grenzen sind diesem Wunsch gesetzt? In ihrem Einführungsbeitrag geht Gudula List aus psychologischer Perspektive auf die Komplexität des Themas „Motivation“ ein. die in vielen Varianten in der Fachliteratur zu finden ist: Die Lernermotivation ist eine der Hauptdeterminanten – wenn nicht die Hauptdeterminante – des Erfolgs beim Fremdsprachenerwerb. entspannte Arbeitsatmosphäre im Unterricht herzustellen weiß. die Attraktivität der Lerninhalte und -materialien zu erhöhen. Jeder Lehrer. die Fremdsprache zu lernen. Wir freuen uns. Die weiteren Aufsätze in diesem Heft lassen sich als einfallsreiche Versuche zur praktischen Ausarbeitung von Vorschlägen aus der Motivationstheorie lesen – jeweils mit unterschiedlichen Akzentsetzungen. Zentral in ihrem Aufsatz steht das Bestreben nach spannenden Inhalten und variationsreichen Arbeitsformen. dass die Lehrenden ihre Möglichkeiten. Sprache auf für sie ungewohnte Weise wahrzunehmen. wie ich meine Schülerinnen und Schüler motivieren kann“.

überall im Spiel. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch. von sich aus überzeugt sein könnten (oder sich davon überzeugen ließen). um die sozialen Zusammenhänge. Anspruchsniveau. Umgekehrt hat interessanter Unterricht generell große Chancen. Allerdings sind Motivationen. Dinge die ich für wichtig halte. mit ihren Techniken. personalize the learning process. die von den Lernenden um der Sache selber investiert werden. Ein Bild oder eine Wortkartei sind nie als solche motivierend und würden daher auch von der Motivationspsychologie so nicht in den Blick genommen werden. ISBN 978-3-19-149183-3. wohl in erster Linie dann. das sich im Innern ihrer Schülerinnen abspielt. was die . dass auf Lehrkräfte eine besondere Aufgabe zukommt. Aus psychologischer Sicht erscheint aber noch wichtiger die Konzentration auf das. wie die Angst des Elfmeterschützen vor dem Torwart: Wie ist es wohl zu schaffen. faszinierende Themen anzubieten. motivierend zu wirken. Hinzu kommt so etwas. von Materialien und spielt. so einzuschleusen. Sich dies zu vergegenwärtigen. dass die Dinge. wird er gewiss generell wenig motivierend sein. die schließlich aus all dem erwachsen. sich aufmerksam genau diesem vor-didaktischen Motivationsgeschehen im Einzelnen zuzuwenden. dass Schüler. Die Motivationspsychologie (einen leicht lesbaren Überblick bietet Rheinberg 1997) ist ein weites Feld. das sich ja in Es geht bei der Motivation immer um den Schülerinnen Wahrnehmungen und Bewertungen von und Schülern abVerhaltensweisen. das sind unzweifelhaft förderliche Tugenden.. sind es doch keineswegs alleine sie. und um die Konsequenzen für das Handeln. Es geht bei Angeboten durch einzelne Personen in der Motivation imihrem Lebenskontext. © Hueber Verlag 2007 Erfahrungen und die Geschichte dieser Personen. um Schüler didaktisch zu verführen. von Materialien und Angeboten durch einzelne Personen in ihrem Lebenskontext. die diese Sparte bereithält: Leistungsbereitschaft. . usw. wenn die Lehrperson ihr eigenes Interesse am Gegenstand und an seiner Vermittlung glaubhaft machen kann. Für all dies und mehr finden sich in diesem Heft reizvolle Beispiele. in denen Wahrnehmungen und Bewertungen geschehen. dass bei den Lernern ein Unbehagen nicht wirklich aufkommt? (Fremd)Sprachenlehrerinnen stehen da keineswegs allein. Materialien und Vorgehensweisen. Auch gute Ratschläge. Alle Kategorien. und dass Anstrengungen bei ihrer Aneignung keine Zumutung sein müssen. die sehr wohl intrinsische Motivationen befördern können. die ja immerhin eine kleine Biografie schon hinter sich haben. ungewöhnliche Lernorte zu nutzen. Anreizsysteme. wie sie sich für das Verhalten von Lehrpersonen etwa bei Dörnyei & Csizér (1998) finden (create a pleasant.. reichen bei aller lehrerseitigen Anstrengung nicht unbedingt an das Motivationsgeschehen selbst heran.. die im Unterricht anstehen. Sie brauchen nämlich ihre „Kunst des Lehrens“ nicht mit ungebührlichen Ansprüchen zu befrachten. in dem die Szenerie Unterricht explizit nur einen kleinen Raum einnimmt. Zielorientierung. die das Motivationsgeschehen in der Hand haben.). Was nun den Unterricht selbst angeht: Wenn er rundum langweilig ist. Aber nie werden Gegenstände oder Materialien an sich oder Ziele als solche von der Motivationspsychologie thematisiert. produziert manche Lehrerin höchst fantasiereiche „Lernwelten“. Es geht um die 6 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. also solche. natürlich auch in jedem Unterricht.Motivation im Sprachenunterricht VON GUDULA LIST Unsere Alltagskonzepte von „Motivation“ scheinen von der Spaßgesellschaft beflügelt zu werden. interessant und wichtig für sie sind. kann durchaus in gewissem Sinne eine Entlastung für einen Lehrer oder eine Lehrerin bedeuten. informationsreiche Materialien zu produzieren. also Antriebe. Medien geschickt einzusetzen. Um in der Schule Lernmotivation zu stiften. von denen ich aber annehme. Man scheint in den Schulen generell nicht so recht darauf zu bauen. Attributionen von Erfolg oder Misserfolg (führe ich sie auf eigenes Versagen oder auf äußere Umstände zurück?). internalisierte Bezugsnormen (messe ich mich am Leistungszuwachs anderer oder an meinem eigenen?). relaxed atmosphere in the classroom. nämlich die. beziehen sich auf innerpsychisches Geschehen in sozialen Konstellationen. dass sie für Schülerinnen wenig „fun“ bedeuten (Grammatik). auch wenn er in den unterschiedlichen Köpfen verschiedenartig verarbeitet wird. sich so oder so zu verhalten. mer um Wahrnehmungen und Bewertungen von Verhaltensweisen. make the language classes interesting.

gleich ßen. also insgesamt die Register in der Ausgangssprache zur Verfügung sind. dass Schülerinnen und Schü. Dann ler ihren je unterschiedlichen Lebens.Kapital an metasprachlichem Interesse und an soziachologie sein. Wohl den Menschen.Deutsch“ zu entwerten. in der man sich einrichtet. Risikobegen offenbaren. © Hueber Verlag 2007 . und auf Eigeninitiative und Kooperationsbereitschaft reitschaft und Neugier die Art. und zwar je nach Verarbeitung und Bewertung dieser persönlichen Lerngeschichte mit guten oder weniger guten Vorzeichen. die sich in der Entwicklung herausbilden und irgendwann stabil und verlässlich die „Person“ ausmachen. Mit Selbstkonzepten bezeichnet man die Gesamtheit des Wissens. wie die Lernentfalten. zu bereichern und zu verändern.Unlust und manche Klage in der Lehrerschaft sich in stufen von Lernenden. Die Psychologie arbeitet seit einiger Zeit vermehrt mit diesem Begriff. Personen durch die Aufzählung eines Bündels von Eigenschaften und Leistungen zu kennzeichnen. auch einer ersten. hinreichende Vielfalt vorfinden: Je reichhaltiger die Stile. die Schüler entwickeln. desto mehr Flexibilität in der Gestaltung von Interaktionen wird sich auch für weitere Sprachen ergeben (List & List 2001). die meiner Einschätzung nach lehrerinnen einen Blick und ein Gehör für die eigeneine spezifische Bedeutung für den Fremdspra. die schon in ihrer angestammten Sprache. in dem Schülerinnen und Schüler jene chenlernens. die alle Lehrenden so entschieden dagegen können es bewünschen. Die Persönlichkeit erscheint damit als etwas. nicht mehr wie in der Vergangenheit so intensiv mit denen der Identität oder der Persönlichkeit. die eine Person bei anderen auslöst und die wiederum in Form direkter und indirekter Botschaften an das Subjekt zurückgelangen. also derjenigen. Nicht nur bereitet die Lernge- Darstellung des „Selbst“ Im Fremdsprachenunterricht. richtsform. hat Chancen. bereits auf einer Spracherfahrungsbiografie auf. er wird auch nicht weiter generell von ler Flexibilität anzusammeln und wird sich neuen Motivation im Unterricht handeln. Und würde ein Fach „Deutsch als Zweitsprache“ hierzulande sich intensiver als bisher auf die HerFremdsprachenunterricht und ausforderungen des multilingualen Alltags an deutSpracherfahrungen schen Grundschulen einstellen. spielt die Spracherfahrung einer Schülerin eine ganz entscheidende Rolle für ihr MotivatiFremdsprachenlernen und die onsgeschehen.die Feinde des SpraSchüler von ihren inneSoziale Aufmerksamkeit schafft ein gutes ren VerarbeitungsvorgänKlima.würde man Spracherfahrungen von Kindern mit nicht deutscher Familiensprache willkommen heirungshintergrund in den Unterricht mitbringen. Auch in jedem Fremdsprachenunterricht. dass sie in Deutschland fremde Sprachen unterrichde“ Prosodie) und das „Interesse“.Sprachen eher neugierig und bereitwillig zuwenden. Wer aber viele Sprachspiele schon in der eigenen den so entschieden wünschen. Dialekte. Stattdessen werden die Kognitionen für wirksam gehalten. Varianten. Man ist davon abgekommen.sprachlichen Gewohnheiten und Kompetenzen ihrer chenunterricht haben: Die Sprachbiografie. ISBN 978-3-19-149183-3. Das gilt ebenso für den Fall. statt sie als Last beim Erlernen des „richtigen auf welcher Altersstufe und gleich in welcher Unter. der kann zwar mit Kooperationsbereitschaft entfalten. die alle Lehren. so könnte manche Es gilt für jedes Klassenzimmer und für alle Alters.angenehme Experimentierfreude verwandeln.und Erfah. Darüber hinaus baut aber schon jeglicher Kontakt mit einer fremden Sprache. spielt die Spracherfahrung der Schülerinnen und Schüler eine ganz entscheidende Rolle für ihr Motivationsgeschehen. dass Selbstdarstellung (vor allem bezogen auf die „frem. in dem Schülerinnen jene Eigeninitiative und und sich selbst wenig variiert. ten. schichte in einer fremden Sprache die Zugänge zum Lernen nächster Sprachen vor. ein bedeutsames kann und soll nicht ein Extrakt der Motivationspsy.sie im Ausland Deutsch beibringen wie für den Fall. denn sie müssen in diesem Unterricht ja nun anders „klingen“. ohne dass sie „unterrichtet“ wird. Dieser kleine Einleitungstext zum Themenheft Umgebung kennt. Vielmehr möch.Beharrlichkeit auf manchen Feldern viel erreichen. Es ist also durchaus ratsam. um dessen Konzepte über das eigene Selbst zu formen. Soziale Aufmerksamkeit schafft ein gutes die Muster der sprachlichen Interaktion mit anderen Klima. Wer immer am gruppe beobachtend und selben Ort verbleibt und reagierend miteinander umgeht. gleich auf welcher Altersstufe und Unterrichtsform. Sesshaftigkeit und Selbstgenügsamkeit sind Manche Schülerinnen und Schüler überfällt der Unterricht in einer Fremdsprache als eine regelrechte Bedrohung ihres Selbstkonzepts. flügeln. das in Interaktionen konstruiert und 7 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. das eine Person über sich selber besitzt (Filipp 1994). dass Fremdsprachente ich mich auf die Erörterung weniger Gesichtspunkte beschränken.

durch wechselseitige Selbstdarstellung und soziale Kognition in beständiger Dynamik begriffen ist. die Handlungen und damit letztlich die soziale Wirkung lenken. dass Schülerinnen. Das kann Spaß bereiten. Selbstdarstellung (keineswegs ist mit diesem wichtigen psychologischen Konstrukt die steuerbare und kommerziell rentable Anleitung zur Selbst-Stilisierung gemeint) wird auf diese Weise zum unweigerlichen Medium für Selbsteinschätzungen. ihre Lage. die sonst weitreichende Folgen haben könnten. Atkinson. der UnterrichtsgeDas kann Spaß bereiten. der indessen wenig Beachtung durch die Wissenschaften erfährt. auch mit dem schulischen Fremdsprachenlernen gut zurechtkommen müssen. eine Besonderheit auf: Er involviert die Person auf 8 Motivation sehr persönliche Weise. weil er ihren Klang verändert. dass ein fremder Akzent die Einschätzungen und Bewertungen der Person durch Mitglieder der Zielsprachgemeinschaft insgesamt und weitgehend unabhängig von den übermittelten Inhalten negativ beeinflusst (Cargile & Giles 1997). assoziiert mit dem Buchtitel „Die Leistungsgesellschaft“ (Orig. denen man sich am liebsten entzieht. wie sie das tut. die auf andere Personen ausgeübt wird (Mummendey 1995). Zwei Amerikaner haben den Weg für zahllose Untersuchungen bereitet: David McClelland. Das Erlernen dieser Melodie in der frühen Kindheit ist ein elementarer Bestandteil des Spracherwerbs. Es gibt Nachweise darüber. ängstigen und Situationen heraufbeschwören. Für die paraverbalen. die wiederum die Motivationen. vor allem ihre Melodie (Eckert & Laver 1994). Leistungsmotivation spielt seit den späten fünfziger Jahren des gerade vergangenen Jahrhunderts eine Schlüsselrolle in der westlichen Psychologie.und nonverbaler Art ein mindestens ebenso großes Gewicht wie die Inhalte. die in anderen Leistungsbereichen gut dastehen. Kein Wunder. Fremde Sprachen zu lernen fordert rezeptiv Auf jeden Fall weist und aktiv das Einlassen auf neue Melodien. ISBN 978-3-19-149183-3. dass gerade diese Parameter subtile sozialpsychologische Wirkungen entfalten können. die mit dem wieder verstärkt ins Spiel kommenden Begriff des Interesses verbunden sind. an die fremde Sprachmelodie in eher sanfter Weise heranzuführen. Ihre Rahmenbedingungen erhält sie durch die typische Prosodik der ersten Sprache. Die Vermeidung von sozialem Druck und ein sensibles Korrekturverhalten können Kränkungen vermeiden helfen. was eine Person wem gegenüber in welcher Absicht und an welchem Ort äußert. Die Stimme ist der Kernbereich der Selbstihre Lautstärke und darstellung einer Person. Jedoch dürften für den Fremdsprachenunterricht eher neuere Ansätze von spezifischem Interesse sein. Solche Vorgehensweisen fördern Spiel. Natürlich ist sprachliche Interaktion hierbei von besonderer Wichtigkeit: Entscheidend für soziale Einschätzungen ist. Aber so viel ist klar: Sie sind aufs engste mit dem (ungesteuerten!) Erlernen der syntaktischen und morphologischen Regeln einer Sprache verkoppelt. über die nachfolgend einige wenige Andeutungen gemacht werden. Denn sofern er präparieren soll auf interkulturelle Kommunikation. Als Lernziel ernst nehmen sollte man im Fremdsprachenunterricht allerdings unbedingt die Arbeit an Prosodie und Akzenten. als riskantes Experiment mit dem eigenen Selbst lustvoll erlebt. Es kann aber auch als bedrohlich aufgefasst werden. hat gewiss ganz generell ihre Relevanz für jeden Unterricht behalten. Lehrkräfte müssen aufmerksam auf solche Sachverhalte sein. liche Medium. Klang. Und für dieses Wie haben Botschaften para. genstand (lebende) aber auch als bedrohlich aufgefasst werden. Auch gibt es Möglichkeiten. Die klassische Leistungsmotivationsforschung. assoziiert mit dem „Risikowahlmodell“ des leistungsorientierten Verhaltens. die sprachliche Äußerung gestaltenden Botschaften ist die menschliche StimDie Stimme hat für einen Menschen me das hauptsächgeradezu die Qualität eines Fingerabdrucks. © Hueber Verlag 2007 . ihr sie ist ihm unverwechselbar zu Eigen. die ja möglicherweise so brisant für sie selbst nicht erscheinen mag. in Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. muss bedacht werden.und Risikofreude und können langsam die zeitweise Entfremdung vom gewohnten Klang bewirken. denn sie gehören in der Regel wohl zu den hiervon gerade nicht so deutlich betroffenen Personen. sie ist ihm unverwechselbar zu Eigen. Es ist daher nicht ohne weiteres zu erwarten. Fremdsprache gegenüber anderen Gegenständen. und vor allem. die übermittelt werden. Die Stimme hat für einen Menschen geradezu die Qualität eines Fingerabdrucks. 1961). denn wir wissen sehr wenig über die zugrunde liegenden Vorgänge.W. Zumindest sollten sie sich die Problematik bewusst machen. Leistungsmotivation und Interesse: Die Bedeutung des spezifischen Lerngegenstands Fremdsprache „Leistung“ und „Interesse“ sind wichtige Konzepte der Motivationspsychologie. als riskantes Experiment mit dem eigenen Selbst lustvoll erlebt werden und so etwas wie Schauspieltalente mobilisieren. Die Stimme entpuppt sich so als Kernbereich der Selbstdarstellung einer Person. etwa Mathematik oder Geographie. wenn etwa zunächst die eigene Sprache mit dem Akzent der angestrebten Sprache intoniert wird. und J. Fremde Sprachen zu erlernen fordert rezeptiv und aktiv das Einlassen auf neue Melodien.

dem subjektiv erwartete Wahrscheinlichkeiten von seit einiger Zeit bemüht sich die pädagogische PsyErfolg und Misserfolg und antizipierte Freude über chologie erneut um begriffliche Klärungen und angeErfolg bzw. antizipierter Ärger über einen Misserfolg reicherte Modelle (Krapp 1992, Schiefele 1986, Schiemiteinander verrechnet wurden, um konkretes fele & Wild 2000). Auch der Begriff der „intrinsischen“ Verhalten vorherzusagen und um Tüchtigkeitsein- Motivation (Deci & Ryan 1985) gewinnt dabei an schätzungen für eine Person zu ermitteln. Heinz Schärfe (Krapp 1999). Diese verstärkte Bemühung Heckhausen hat (beginnend 1963) viel dazu beige- um die Verschränkung von Motivationen und Sachtragen, diese Art der Persönlichkeitsforschung in bezügen, die hiermit zum Ausdruck kommt, trägt Deutschland zu etablieren. Seine Definition von Leis- erfreulicherweise dazu bei, die Motivationspsycholotungsmotivation ist hier klassisch geworden: „... das gie „lebendiger“ zu machen, sie näher auf die SubBestreben, die eigene Tüchtigkeit in all jenen Tätig- jekte zu beziehen. Vermeintlich allgemein wirksame keitsbereichen zu steigern oder möglichst hoch zu und überall anwendbare Prinzipien wie motivierenhalten, in denen man einen Gütemaßstab für ver- de Aufbereitung des Materials, Stimuluspräparation (didaktisch-methodische bindlich hält“ (HeckhauEine wichtige Rolle für die Motivation Arrangements) oder sen 1965, 604). Aufgabenspielen die Beziehungen der Lernenden (irgendwie organisierte) schwierigkeit, also die zur Sache, also die Interessen des Bekräftigung für Leistung Herausforderung an die Subjekts. büßen demgegenüber eigene Tüchtigkeit, muss einiges von ihrem Nimdemnach vom Betroffenen einschätzbar sein nach Güte und nach Menge, bus ein. Aufgewertet finden sich dagegen Fragen und eine Leistung muss der eigenen Tüchtigkeit nach der Spezifik von Lerngegenständen und ihrem zugeschrieben werden können, nicht etwa dem Einfluss auf die Entwicklung von Motivation. Glück. Diese Leistung wiederum ermittelt sich im Was also zeichnet Fremdsprachen als LerngegenVergleich mit anderen, also durch die Orientierung an den sozialen „Bezugsnormen“. In psychologischen stände aus, dass sie Motivationen nicht nur dank Laboratorien sind unzählige Wettkampfsituationen guten Unterrichts als Mittel zum Zweck des ungeentwickelt worden, vom Turmbauen mit Klötzen störten Arbeitens in einer Klasse entstehen lassen, oder Ringen für Vorschul- und Schulkinder bis zu sondern sich selbst als Gegenstand des Interesses komplizierten Problemlösungsaufgaben für Erwach- darstellen können? Was kann Lernende dazu brinsene. Da es jedoch dabei immer um Absicherung der gen, sich die Motivation zum Erwerb von Sprachen Theorieelemente durch quantitativ belegte Signifi- wirklich zu Eigen zu machen? Beweggründe für das kanzen ging, geriet ein Kerngedanke eher aus dem Sprachenlernen lassen sich mannigfaltig ins Feld Blick, nämlich dass die Aufgabenfelder, für die man führen: Über die eigenen Sprachgrenzen hinaus „einen Gütemaßstab für verbindlich hält“, der freien Kontakte suchen und kommunizieren zu können, Wahl der einzelnen Subjekte unterliegen müssen. von „Fremden“ so viel erfahren zu wollen, dass man Leider hat sich auch bei der seit Jahrzehnten ver- die Befangenheit in eigenen Gewohnheiten überbreiteten Anwendung dieser Theorie im Unterrichts- denken kann (List 1997). Natürlich auch: Qualifikageschäft die Thematik der „Gütemaßstäbe“ auf tionen zu erwerben, mit denen sich LebensperspekQuantitäten reduziert, nämlich auf Noten im Prü- tiven eröffnen, die Abiturnote für das Studium der fungssystem, damit auf bezifferbare Endpunkte Wahl zu präparieren, Geschäfte machen zu wollen des eigentlich interessanten Motivationsgeschehens. mit anderen Ländern. Warum nicht? Wo die Lernenden freiwillig zum Unterricht komPrüfaufgaben, die zu den Noten führen, werden zudem von Lehrkräften vorgegeben, sind also fremd men, gar für ihn bezahlen, dürfte der Anreiz des Spraformuliert und können damit gar nicht ohne weite- chenlernens auf ein wie immer hergeleitetes, jedenres als selbst gewählt erlebt werden, wie die Theorie falls voraussetzbares Interesse stoßen, das sich genedas eigentlich verlangt. Die Sachlage ist ganz dazu rell mit didaktischen Motivierungsbemühungen gut angetan, in der Grundlagenforschung ebenso wie in in Einklang bringen lässt. Die oben verhandelten Proder didaktischen Anwendung, eine entscheidende blemfelder der vorgängigen Spracherfahrungen und Variable des an sich so interessanten Leistungsmoti- der Selbstkonzepte verdienen freilich auch hier Aufvationskonzepts zu vernachlässigen, nämlich die merksamkeit. Mehr noch davon ist aber wohl im curBeziehung der Lernenden zur Sache, also die Inter- ricular vorgegebenen Schulunterricht gefordert, wo eher eine zwangsweise Verpflichtung auf Gegenstänessen des Subjekts. Das eher alteuropäische Konzept des „Interesses“ de herrscht. Hier dürfte sich für eine günstige Beeinhat seinerseits seit eh und je gerade den Gegenstand flussung von Interesse und Lernmotivationen nicht von Lernbemühungen ins Blickfeld geschoben. Und zuletzt das niederschlagen, was den Lehrkräften 9
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melte Wissen umzugeselbst als bedeutsam am „Interessant“ erscheinen fremde Sprachen, stalten und zu bereiFremdsprachenlernen wenn sie nicht als ein beliebiger weiterer erscheint. Denn diese Code für die bisherigen Äußerungsbedürfnisse chern. Der Fremdsprawerden ja auf Grund angeboten werden, sondern neugierig machen chenunterricht hat daher auf ganz andere Perspektiven. eine große Chance. Er ihrer eigenen Mehrsprakann an die Eigensprachchigkeits-Sozialisation jeweils persönliche Konzepte über Sinn und Zielvor- erfahrung der Lernenden anknüpfen und Kontraste gaben des Fremdsprachenunterrichts an Schulen anbieten, die nicht nur Zugang zu Neuem verspreausgebildet haben. Und diese Konzepte dürften chen, sondern auch das bisher Selbstverständliche, Bestand haben über wechselnde Stimmungen und die eigene Sprache, auf neue Weise zu verstehen. „Interessant“ können für Schülerinnen und Schüler Konjunkturen der Fachdidaktik hinweg. Auf die Vorbilder, die Lehrpersonen auf diese Wei- fremde Sprachen vor allem dann erscheinen, wenn se mit ihren persönlichen Konzepten, ihren „subjek- sie nicht als ein beliebiger weiterer Code für die bistiven Theorien“ über Fremdsprachenlernen darstel- herigen Äußerungsbedürfnisse und die eigene kultulen, werden Schüler und Schülerinnen, die ja ihre relle Praxis angeboten werden, sondern neugierig eigene Spracherfahrungsgeschichte und eigene Ein- machen auf ganz andere Perspektiven, neue Gestellungen zu Fremdsprachen mitbringen, gewiss sprächspartner und andere Kulturen. uneinheitlich reagieren. Das ist im Grunde keine ungünstige Konstellation, legt sie doch auf Seiten der Lehrkräfte eine Orientierung an individuellen Bezugsnormen nahe, weniger am sozialen Bezugsnormensystem der Klasse. Damit gälte die Aufmerksamkeit den jeweiligen Lernfortschritten einzelner Literaturverzeichnis: Schüler, nicht deren Stellung im Leistungsgefälle der Gruppe. Individuelle Bezugsnormenorientierung begünstigt allemal die Abnahme von Ängstlichkeit und Unlust am Schulunterricht. Sie wirkt der Tendenz entgegen, Unterschiede zwischen Schülern auf Faktoren zurückzuführen, die weder vom Lehrer noch von den Schülerinnen beeinflussbar sind, wie Begabung oder häusliches Milieu (Heckhausen & Rheinberg 1980). Damit wird ein Klima gefördert, in dem niemand glaubt, Lernen spielt sich immer auf einer Basis schon wegen zu geringer vorhandenen Wissens ab. Was zu fremd und Fähigkeiten keine nicht anschließbar an dieses Wissen ist, weckt keine Neugier; was allzu wenig Neuheit bietet, Fortschritte machen zu können, und niedas langweilt und reizt nicht zum Lernen. mand für sich beschließt, dass Anstrengung sich nicht mehr lohne, weil man ohnehin an der Spitze liegt. Die Orientierung am Subjekt und an seinen Interessen und Erfolgen entspricht einer Auffassung vom Lernen und von dem, was es in Gang setzt, die inzwischen Allgemeingut ist (Holzkamp 1995): Interessant, also zur Aufnahme von Neuigkeiten anregend, ist, was auf der Schwelle zwischen Vertrautem und Neuem liegt. Lernen spielt sich immer auf einer Basis schon vorhandenen Wissens ab. Was allzu fremd und gar nicht anschließbar an dieses Wissen ist, weckt keine Neugier; was allzu wenig Neuheit bietet, das langweilt und reizt zum Lernen nicht. Die Menschen sind offenbar darauf eingestellt, mit dem, was sie an Erfahrungen angesammelt haben, auf die Suche nach Neuem zu gehen, um so das schon angesam10
Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation, ISBN 978-3-19-149183-3, © Hueber Verlag 2007
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GLOSSE

„Wie demotiviere ich richtig ?“
VON HANS-JÜRGEN KRUMM

Fragt man Schüler, die nach ein oder zwei Jahren Deutsch eher zu den schwachen gerechnet werden oder nach Auskunft ihrer Lehrer nicht viel Lust haben mitzumachen, woran das denn ihrer Meinung nach liegt, so erzählen sie Misserfolgserlebnisse. Dabei kommt heraus, dass Sprachunterricht gerade am Anfang systematisch zur Demotivierung beitragen kann. Hier einige Zitate, die man immer wieder hören kann, und die wichtigsten Regeln, wie man als Lehrer seine Schülerinnen und Schüler so richtig zu demotivieren vermag.

1. „Deutsch ist eine besonders schwierige Sprache!“ Nur wer stets aufpasst, alle Hausaufgaben erledigt und immer fleißig ist, wird es schaffen, diese schwere Sprache zu lernen. Deutsch ist eben keine Sprache für jeden, sondern nur für die intelligenten und fleißigen Schüler, das muss man ihnen in jeder Stunde sagen. 2. „Fehler sind schlimm!“ Fehler zeigen, dass man nicht aufgepasst oder nicht richtig gelernt hat oder den Lehrer ärgern will. Das hat sofort eine Rüge oder einen Minuspunkt zur Folge. Es ist besser, den Mund zu halten, als einen Fehler zu machen. Deshalb sollen alle Schülerinnen und Schüler dazu angehalten werden, gut zu überlegen, bevor sie den Mund aufmachen. 3. „JEDER Fehler muss (sofort) korrigiert werden!“ Deutschunterricht zielt auf die korrekte Beherrschung der deutschen Sprache. Wenn sich doch einmal Fehler einschleichen, so besteht die Gefahr, dass diese sich einprägen. Jeder Fehler sollte daher auf der Stelle korrigiert werden, und zwar so, dass die ganze Klasse mitbekommt, dass das falsch war. 4. „Ein bisschen Spott und Gelächter beflügeln den Lerneifer!“ Bei Schülern, die zu viele Fehler machen oder nicht aufpassen, kann ein wenig Spott den Lerneifer beflügeln. Wenn die ganze Klasse über einen Schüler lacht, so wird dieser sich beim nächsten Mal gewiss mehr Mühe geben. 5. „Keine Experimente!“ Schüler sollten auf Deutsch nichts lesen, sprechen oder schreiben, was nicht zuvor vom Lehrer gründlich vorbereitet wurde. Unterricht ist schließlich keine Reise ins Unbekannte, sondern der systematische Aufbau von den kleinen zu den größeren sprachlichen Einheiten.

6. „Was im Buch steht, ist wichtig!“ Lehrwerkautoren haben sich viel Mühe mit der Entwicklung einer systematischen Progression gegeben. Lehrende sollten darauf achten, dass sich die Lernenden nicht vom Lehrbuch entfernen und eventuell Wörter gebrauchen und Sätze versuchen, die noch nicht dran waren. 7. „Schüler müssen nicht alles wissen!“ In Lehrplänen und Lehrbüchern haben sich kluge Menschen viele Gedanken über die Ziele des Deutschunterrichts und den Weg dorthin gemacht. Es ist Zeitverschwendung, Schülern die Lernziele einer Unterrichtseinheit zu erläutern. Solange die Schüler nicht wissen, wohin die Reise geht, sind sie gezwungen, wach zu bleiben und aufzupassen. 8. „Eine Sprache muss man alleine lernen!“ Da schließlich jeder eine Sprache alleine können muss, sollte die Zusammenarbeit von Schülern verhindert werden. Gruppenarbeit führt nur dazu, dass die schwächeren Schüler ihre Schwächen nicht bemerken und die Faulen sich drücken können. 9.„Die Muttersprache hat im Deutschunterricht nichts zu suchen!“ Beim Deutschlernen sollte jeder Gebrauch der Muttersprache – oder auch anderer Sprachen, die die Lernenden beherrschen – verhindert werden, damit sich alle auf Klang und Struktur der deutschen Sprache konzentrieren. Wenn jemand trotz aller Mühen des Lehrers auf Deutsch etwas nicht versteht, ist er oder sie wahrscheinlich nicht intelligent genug für das Deutschlernen. 10. „Ruhe muss sein im Deutschunterricht!“ Im Sprachunterricht kommt es auf Details an, auf Aussprache, Intonation, auf die unscheinbaren Endungen etc. Damit alle verstehen, was gesagt wird, ist absolute Ruhe im Klassenraum das oberste Gebot.

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Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation, ISBN 978-3-19-149183-3, © Hueber Verlag 2007

weil sie keine russi- sche Tastatur gehabt hat. wir haben nur Texte gelesen oder auswendig gelernt. und da habe ich gedacht. Ich habe im Wintersemester mit Unicert I angefangen und dann in den Winterferien praktisch selbstständig für ein Jahr nachgearbeitet – auf jeden Fall habe ich selbstständig gelernt und dann die Prüfung abgelegt und bin jetzt im Unicert II Türkisch.“ Zweite Fremdsprache Englisch „Mit Englisch habe ich keine positive Erfahrung gemacht. habe auch selbstständig was dazugelernt und auch noch extra Leistungskurse in diesem Fach belegt.“ (Anastasia. die hat Abitur in Amerika gemacht und von daher habe ich mit ihr auf Englisch kommuniziert. dass es DAAD-Stipendien gibt. hat mir gar nicht gefallen. ISBN 978-3-19-149183-3. dass ich mit dem Englischen anfange. die in Deutschland waren und von daher war es sehr interessant und unser Fachbereich war sehr stark.Motivation ist nicht statisch – Motivation ändert sich Der Faktor Motivation als Kernkompetenz lebenslangen Fremdsprachenlernens VON ANNETTE BERNDT Motivation und Lernbiografie Betrachtet man die Lernbiografien von Fremdsprachenlernern. Ich habe praktisch ein Jahr gespart. dass dem Faktor Motivation aus der Lernersicht sehr große Bedeutung zugemessen wird. die E-Mails geschrieben. zur Zeit. ich habe sie sehr gemocht als Persönlichkeit. weil ich das lernen sollte. und von unserem Fachbereich gab es schon ein paar Studenten. ehrlich gesagt. weil ich das für meine Staatsprüfung brauche – und natürlich im Hinterkopf hatte ich den Gedanken: Englisch ist eine Sprache. und immer wieder wollte ich meinen Eltern beweisen. dass ich eine richtige Entscheidung getroffen habe. nur. Jetzt. Und dann habe ich mich beworben für einen Studienplatz an der Uni. weil die Lehrerin ganz sympathisch war. Englisch und Türkisch im Laufe ihrer Schul. die ich mir ausgedacht habe. Zur Zeit spreche ich mehr oder weniger gut vier Sprachen: Russisch ist meine Muttersprache. wobei ich den Unterrichtsentwurf mache und er dann praktisch nur die Übungen. Als Beispiel möchte ich die Transkription eines Interviews mit einer russischen Studierenden anführen.“ Dritte Fremdsprache Türkisch „Vor einem Jahr habe ich mit dem Türkischen angefangen. mal sich hinzusetzen und nicht nur in der Rolle der Lehrenden zu sein. was wir im Deutschunterricht gemacht haben. bin ich in der zweiten Stufe. obwohl. mit mir macht. ich brauche nur dieses Zertifikat. Ich habe das gelernt. so findet man. weil mein Freund aus der Türkei kommt. ich habe mit 19 erst angefangen mit dem Englischen und das hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Außerdem hatten wir Muttersprachler als Lehrer. und das macht eigentlich auch keinen Spaß. Unicert II mache ich. und das hat eigentlich ganz gut geklappt. als ich 10 Jahre alt war und das war ganz normal wie alle Kinder in Russland in der vierten Klasse war ich. dann Englisch und jetzt bin ich beim Türkischen. so dass wir ganz tolle Professoren gehabt haben. mit der man was anfangen kann und die dann sicherlich im Leben nutzvoll ist. 22 Jahre) 12 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. © Hueber Verlag 2007 . Mit Deutsch habe ich angefangen. seine Freunde. Und meistens macht mein Freund mit mir Übungen. und ich wusste. und das war auch sehr interessant. und obwohl meine Eltern eigentlich dafür waren.und Studienzeit. Und das macht eigentlich sehr viel Spaß. und das hat auch sehr stark motiviert. Erste Fremdsprache Deutsch „Zur Zeit studiere ich in Kassel. und das war so der einzige Motivationspunkt im ganzen Englischlernen. und da stand die Frage: Entweder Deutsch oder Englisch. An der Uni war ich eigentlich ganz doll motiviert. da wollte ich Germanistik studieren. Das macht ganz viel Spaß. im Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache im Masterprogramm. weil wir haben gar nicht kommuniziert. als meine erste Fremdsprache habe ich Deutsch gelernt. die ganze Umgebung Türkisch spricht. habe ich trotzdem Deutsch gelernt. dass ich das unbedingt lernen muss. Da habe ich Deutsch gewählt. In dem Interview berichtet sie von den wechselnden Motivationen beim Erlernen der Fremdsprachen Deutsch. Und außerdem: Meine Schwester.

Ein Motiv ist auch. So war im Jahre 1950 eine wegweisende Studie von Mowrer erschienen. Hier ein kurzes Zitat aus dieser Studie in deutscher Übersetzung: „Damit ein Fremdsprachenlerner erfolgreich sein kann. „dass es im Leben nützlich sei und dass man damit etwas anfangen könne“. Im weiteren Schulverlauf ist Anastasia stark intrinsisch motiviert – trotz eines wenig motivierenden Unterrichts. ist das Erlernen 13 „persönliche Anerkennung“ „berufliches Fortkommen“ Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Englisch wird in extrinsischer Motivation auf eine Prüfung hin gelernt. das aber in der Lehrerbildung als Vermittlungsinhalt für motivierenden Unterricht schwer zu instrumentalisieren ist. muss er psychisch dazu bereit sein.bzw. Motivation wird hier offenbar konstruiert über die Funktionen von Einstellungen und Orientierungen gegenüber dem Land und seinen Sprechern. begründet sich im bikulturellen Kontext der Erhebungsorte (Kanada). Bezüglich des Englischen wirkt sich die Motivation. In den Kategorien des Motivationsmodells von Gardner (1960) würde man Anastasia als instrumental motiviert bezeichnen: Das Englischlernen dient als Mittel zum Zweck beruflichen Fortkommens. in der die Wichtigkeit der emotionalen Identifikation und der Wille zur Integration mit der sprechenden Gruppe beim L1-Erwerb. eher mäßig auf die Leistung aus. nachgewiesen wurde. 3 ). also beim Muttersprachenlernen. Gardner und Lambert differenzieren hier zwischen zwei Arten der Motivation und somit auch zwischen zwei Arten von Motiven. die der Lerner der fremden Kultur und deren Sprechern entgegenbringt. Die Einstellungen. dürfte dies ein bedenkenswerter Faktor sein. denn wo Zweisprachigkeit zum kulturellen Inventar eines Landes gehört.“ (Gardner/Lambert 1972. Diese Erkenntnisse versuchten Gardner und Lambert dann auf den L2. der sich auf das Lesen und Auswendiglernen von Texten beschränkt. Dass Gardner und Lambert in ihrer Studie gerade das integrative Motiv als Prädiktor erfolgreichen Fremdsprachenlernens hervorheben. ISBN 978-3-19-149183-3. Gardner markiert auch den Beginn der fremdsprachlichen Motivationsforschung im Jahre 1960 mit einer Dissertation zum Thema „Motivational variables in second-language acquisition“. die ihm fremden Verhaltensweisen der Zielsprachengruppe anzunehmen. dass sie ihren Eltern ihre Leistungsfähigkeit beweisen will. Die „sympathische Lehrperson“ ist ein Motiv. aus denen heraus Fremdsprachen gelernt werden: Das integrative Motiv: Der Lerner sucht nach Integration in den Kontext der Zielsprache. Auffallend ist. da es direkt auf Persönlichkeitsmerkmale der Lehrer verweist und auf diese dann im Sinne von Persönlichkeitsbildung einwirken müsste. Ihr Erkenntnisinteresse lag eindeutig bei Einstellungen der Lernenden und nicht bei kognitiven Variablen wie beispielsweise der Sprachlerneignung (language learning aptitude). das man besonders bei Kindern und Jugendlichen häufig antrifft. das besonders bei Kindern und Jugendlichen zu Leistungen anregt: Der Wunsch nach persönlicher Anerkennung. Das instrumentelle Motiv: Die Fremdsprache ist Mittel zum Zweck beispielsweise des beruflichen Fortkommens. dass sich ihr Erkenntnisinteresse stark an die Sozialpsychologie und an die Ergebnisse der Forschungen zum Erstsprachenerwerb anlehnte.bzw. ein Motiv. und trotz der Entfernung von Deutschland.Motivation ändert sich im Laufe des Lernens Ganz deutlich zeigt sich in der Sprachlernbiografie von Anastasia der Prozesscharakter von Motivation: Im Alter von 10 Jahren entscheidet sie sich für die deutsche Sprache. „Learning theory and personality dynamics“. scheint wesentlich für den Erfolg beim Erlernen der Fremdsprache verantwortlich zu sein. © Hueber Verlag 2007 . Bedenkt man jedoch die zentrale Stellung des Lehrers im Unterricht. Zweitsprache mit dem Titel „Attitudes and motivation in second „sympathische Lehrperson“ language learning“. Fremdsprachenerwerb allgemein zu übertragen. Im Jahre 1972 folgte eine mit Lambert zusammen verfasste empirische Querschnittstudie zum Erwerb des Französischen als Fremd. weil die Lehrerin „sympathisch“ ist.

c) der gesellschaftliche Erwartungsdruck. In der Motivationsforschung wird diese Motivation extrinsisch genannt. sich in den türkischen Freundeskreis zu integrieren. Sozialer Integrationswille und der direkte Kontakt zur Zielsprache sind hier ganz sicher als Garant für Lernerfolg zu werten.der zweiten Landessprache auch eine der Grundlagen der soziokulturellen Identifikation. da sie kaum authentische Kontakte zum Zielland haben. wo im Grunde noch wenig Vorerfahrungen und damit Einstellungen oder bestimmte Motive aus entwicklungspsychologischen Gründen vorhanden sein können. ISBN 978-3-19-149183-3. und auch die früheren Lernerfahrungen eine positive Einstellung hervorgerufen hatten (vgl. sich einer späten Lernsituation auszusetzen. Das bedeutet. dem von außen ein Lernziel gesetzt wird. dass sie auch von außen und vor allem dann auch durch den Fremdsprachenunterricht selbst beeinflusst werden können. wonach die deutsche Sprache bei Lernern ab 60 über das gesamte Leben hinweg durchwegs positiv besetzt war. Er versucht dabei. Die Gründe für diese Haltung liegen meines Erachtens im Lernkontext: a) die prüfungsbetonte Lerntradition. Für sie besteht deshalb die Hauptmotivation zum Lernen in der Hoffnung auf Prüfungserfolg und gute Noten“ (Chan. um auf längere Sicht erfolgreich sein zu können? Eines der wichtigsten Charakteristika des Motivationskontruktes im Blickwinkel lebenslangen Lernens ist dann auch dessen Flexiblisierung hin zu einer prozessualen Sicht: Motivation ist nicht statisch. dass gerade durch den Prozess des Fremdsprachenlernens und durch den unterrichtlichen Kontext bestimmte Einstellungen und Motivationen – im positiven und auch negativen Sinne – entwickelt werden. nämlich den Ansprüchen eines auf Leistung orientierten Schul. die Kausalhypothese von Gardner/Lambert umzukehren. das sich in seinen Charakteristika mit dem Lernprozess entwickelt und daher selbst auch Prozesscharakter hat: Muss ein extrinsisch motivierter Lerner. wie man am Beispiel der Lernbiografie von Anastasia nachvollziehen kann. fasst man Motivation als ein Konstrukt auf. wobei die Unterscheidung intrinsisch vs. Hermann postuliert das Gegenteil. in einer Altersstufe also. An diesem Punkt setzt Hermanns „Resultativhypothese“ (Hermanns 1980)an. Deutschlernende in Singapur zeichnet also weniger eine integrative Motivation aus. Der Verfasser des Artikels schreibt zu den Rahmenbedingungen des Deutschunterrichts in Singapur: „Leistungsorientierung“ „Die Mehrzahl der Studienanfänger in Singapur weist eine auffällig leistungsorientierte Lernhaltung auf. nach der bestimmte Einstellungen und Orientierungen den Lernerfolg in der Fremdsprache bestimmen. Berndt 2001). ob sie die mühsam erworbenen Sprachkenntnisse jemals außerhalb des Klassenzimmers anwenden können. wo diese Sprache gesprochen wird? Integrative Motive können dort kaum der Motor zum Erlernen der deutschen Sprache sein. 42). Diese Situation ist durchaus vergleichbar mit der Motivation Anastasias zum Erlernen der türkischen Sprache: Ihr großer Lernerfolg – sie hat das Lernpensum von zwei Jahren in einigen Monaten absolviert – gründet in ihrer Absicht. nicht im Laufe des Lernprozesses intrinsisch motiviert sein.und Ausbildungssystems. An dieser Stelle sei an einen Artikel von Chan in der Sondernummer „Fremdsprachenlerntheorie“ von FREMDSPRACHE DEUTSCH (1995. Kennzeichnend für den empirischen Hintergrund der Resultativhypothese ist die Beobachtung des frühen Fremdsprachenlernens im Kindergarten und in den ersten Schuljahren. © Hueber Verlag 2007 . b) die vorausgegangenen schulischen Erfahrungen. Vielmehr gilt es. Die Deutschlernenden wissen mangels authentischer Kommunikationssituationen häufig nicht recht. sondern die für die Motivation verantwortlichen Motive ändern sich im Laufe des Fremdsprachenlernprozesses. Eine Bestätigung hierfür kann man auch in der Motivationsforschung zum Fremdsprachenlernen im Seniorenalter finden. von Anfang an vorhanden oder eben auch nicht vorhanden. Wie sieht es aber aus mit dem Fremdsprachenlernen in großer Entfernung vom Zielland. nämlich. Im Deutschunterricht wird diese Lernhaltung zudem noch durch die große geografische Distanz zum Zielsprachenland begünstigt. 42-50) erinnert. extrinsisch unscharf ist. Die scheinbare Widersprüchlichkeit der Hypothesen von Gardner/Lambert und Hermann kann beispielsweise in ihrer Fixierung auf bestimmte Altersstufen der Lerner aufgelöst werden. einem von außen gegebenen Motiv gerecht zu werden. Letztendlich lassen sich die beiden Hypothesen zu „frühe Sprachlernerfahrungen“ 14 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Nur so haben die Lerner auch im höheren Alter noch die Motivation.

sie sind oft aber kein motivationaler Motor auf die längere Sicht des Fremdsprachenlernprozesses. Marion/Burden. S. Sprenger. durch die Vermittlung des Werkzeuges also. Stuttgart: Klett Edition Deutsch Dörnyei. Königs 2000. Chan. beurteilen. Robert. Der Freund. New York: Ronald Press 1950.a. Robert. nur so kann der Lerner selbstverantwortlich auf Lernsituationen reagieren. ISBN 978-3-19-149183-3. Gerhard. ob ein Lerner sich motiviert einer Lernsituation stellt und sie erfolgreich besteht – oder noch krasser. Eingelöst wird dieses Desiderat in der Unterrichtsrealität über die Bewusstmachung und Vermittlung von Lernstrategien. Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen. Mowrer. die motivierenden Unterricht charakterisieren und wie Lehrer und Lerner darauf einwirken können. Strategisches Wissen ist auch die Basis der oft eingeforderten Autonomie des Fremdsprachenlerners im Prozess lebenslangen Fremdsprachenlernens. Diese sind eher als Katalysator von Motivation zu werten und als kurzfristige Interventionen geeignet. Nur so kann Strategieanwendung im Fremdsprachenunterricht auf lange Sicht als motivierendes Metawissen den Lernerfolg unterstützen. 15 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Gisela: Attitudes and Success in Children´s Learning of English as a Second Language: The Motivational versus the Resultative Hypothesis. Reinhard K. Gardner. Annette: Fremdsprachengeragogik. Strategienvermittlung ist nämlich nur dann sinnvoll. Frankfurt am Main: CampusVerlag 1995. Fremdsprache Türkisch. ob er sich im Laufe des Lebens überhaupt noch einer formellen Lernsituation aussetzt.42-50. In: INFO DAF 28/2001 (1). auch Seite 16 f. Das Konzept der Selbstverantwortung scheint in der Trias „Lebenslanges Lernen“. Diss.htm Gardner. Günther / Haudeck. Frank G. Motivationen älterer Fremdsprachenlerner. Königs. Williams. „Einstellungen gegenüber der zielsprachlichen Kultur“. Wallace E. Wie bei der Sprache selbst muss das deklarative Wissen prozeduralisiert werden (vgl. Sie stellt sich als autonome Lernerin dar. In: ENGLISH LANGUAGE TEACHING JOURNAL 34/1980. In: ZEITSCHRIFT FÜR FREMDSPRACHENFORSCHUNG. Orval Hobart: Learning Theory and Personality Dynamics: Selected Papers. Robert: Motivational Variables in Second-Language Acquisition. fungiert einzig als sprachliche Bewusstmachung und Vermittlung von Lernstrategien Kontrollinstanz. dass es über lange Zeit Teil des zu vermittelnden Lernstoffs sein und auch geübt werden muss. „Motivation“ und „Autonomie“ ein tragender Faktor zu sein. Cambridge: Cambridge University Press 1997. die in späteren Jahren entscheiden. MA: Newbury House 1972. S. Methodisch-didaktische Konsequenzen Es stellt sich nun die Frage.linguanet. 8-23. McGill University 1960. wenn nicht Verantwortung für die eigene Motivation?“ Selbstverantwortung für das eigene Lernen Literaturverzeichnis: Berndt.247-254. S. das das Lernen erleichtert. der Türkisch als Muttersprache hat. die ihren Unterricht selbst entwirft. Im ersten Moment erscheint dies als weitere Belastung des Fremdsprachenlernprozesses – auf die längere Sicht des Fremdsprachenlernens aber. Auf: www. Zoltán: Motivational Strategies in the Foreign Language Classroom. bei dem sich die vier Faktoren „Motivation“. Beide verweisen auf die Wichtigkeit von Kognitivierung im Sinne einer Bewusstmachung deklarativen und prozeduralen Wissens und berühren damit einen der Schwerpunkte der aktuellen Fremdsprachendidaktik. Spiele.: München/Berlin: Langenscheidt 2001. wie sie durch die Vision der lebenslangen Perspektive eröffnet wird. und seit einiger Zeit auch die Neuen Medien. schafft die Vermittlung von Lernstrategien eine verlässliche Basis für weitere Fremdsprachenlernsituationen. Hrsg.: Das Prinzip Selbstverantwortung: Wege zur Motivation. Rowley. 12) in dem Sinne. „Lernerfahrungen“ und „Lernerfolg“ gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen.: Attitudes and Motivation in Second Language Learning. Als Lernexpertin in Sachen Fremdsprachen verfügt sie über das notwendige Metawissen und. Lambert. © Hueber Verlag 2007 . Dem Lernen im Laufe des Lebens scheint aber gerade die Zukunft zu gehören. lehren. welche methodischdidaktischen Schlussfolgerungen gezogen werden können.): „Was soll denn Selbstverantwortung anderes heißen.: Perspektive 2000 und darüber hinaus. in dem immer wieder das Stichwort der „Lernenden Gesellschaft“ fällt. So meint Sprenger in seinem Bestseller „Das Prinzip Verantwortung: Wege zur Motivation“ (1995.uk/research/resfor3/dornyei2. wie die theoretischen Erkenntnisse für die Unterrichtspraxis letztendlich verwertet werden können.: Psychology for Language Teachers: a Social Constructivist Approach. Dieses Rückkoppelungsmodell verweist auf den schwerwiegenden Einfluss früher Sprachlernerfahrungen in den ersten Schuljahren. L.3-14. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Kognitivierung ist der Lernprozess in der 3. Die Rolle von Lernstrategien im Fremdsprachenunterricht. Hermann.27-50.org.einem Rückkoppelungsmodell zusammenfassen. S. was nicht ohne weiteres natürlich ist – sie setzt es auch ein. denn hier werden die Einstellungen geprägt. wenn es um die motivatorische Aufbereitung von Unterricht geht. Dörnyei (1999. in diesem Heft) und Williams & Burden (1997) haben jeweils Kriterienkataloge erstellt. S. vgl. 1999. 36 f. 8 (1)/1997. Wai Meng: Deutsch lernen in Singapur – nur um der Prüfung willen? In: FREMDSPRACHE DEUTSCH „Fremdsprachenlerntheorie“ (Sondernummer 1995). glaubt man den aktuellen Statuten des „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ (2001). wenn die vermittelten Strategien auch im Einsatz geübt werden. werden genannt. Helga / Schnaittmann. wie ihn Anastasia in dem Interview berichtet. In: FluL (29)/2000. vom GoetheInstitut Inter Nationes in Kooperation mit dem Europarat u. Überlegungen zur Fremdsprachendidaktik und Sprachlehrforschung. Nold.

Unsicherheiten über die eigene Kompetenz und Leistungsfähigkeit zu beseitigen. indem Sie vergleichbare Beispiele für Erfolg nennen. positive Erfahrungen mit der Zielsprachenkultur zu sammeln. die motivierende Elemente in ihre Unterrichtsplanung integrieren wollen. indem Sie Filme oder Fernsehsendungen zeigen. dass Sie ihnen vertrauen und an ihre Fähigkeiten glauben. Ermutigung und Bestätigung. die Zusammenhänge zwischen Aufwand und Ergebnis richtig zu erkennen. Die Ebene der Lernenden Tragen Sie zur Entwicklung des Selbstbewusstseins ihrer Schülerinnen und Schüler bei. aber auch ungewöhnliche und exotische Zusatzmaterialien. Organisieren Sie Treffen im eigenen Land. um frustrierende Erfahrungen auszugleichen. Sprechen Sie offen über ihre eigenen Erfahrungen beim Fremdsprachenlernen und verschweigen Sie Ihre eigenen Schwächen dabei nicht. was sie in der Fremdsprache können und nicht. Helfen Sie ihnen. Lernergruppe und Lernsituation besser oder schlechter funktionieren können. Unterstützen Sie die positive Selbstwahrnehmung der Lernenden. Helfen Sie den Schülerinnen und Schülern. die Zoltán Dörnyei in mehreren englischsprachigen Veröffentlichungen vorstellt. sich selbst realistische Teilziele zu setzen. die Ebene der Lernenden und die Ebene der Lernsituation. Misserfolge können oft kontrollierbaren Faktoren wie unzureichendem Einsatz (falls zutreffend). Ein konkretes Ziel könnte es beispielsweise sein. Videos usw. was sie nicht können. Unterrichtsspezifische Motivationsfaktoren: Stellen Sie den Lernplan auf Basis einer Bedarfsanalyse auf und beteiligen Sie die Lernenden an der Planung des Kursprogramms. Tonbandaufnahmen. Dadurch vermitteln Sie ihnen das Gefühl. Es sind keine „Goldenen Regeln“.Wie motiviere ich richtig? Die folgenden Vorschläge sind eine Zusammenfassung von dreißig Motivierungsstrategien. Zeigen Sie.) verwenden. Missverstehen der Aufgabe oder der Einsatz ineffektiver Strategien zugeschrieben werden anstelle reiner Unfähigkeit. die je nach Lehrerpersönlichkeit. Solche Ziele können sehr gut in einen persönlichen Lernplan aufgenommen werden. sondern eher Hinweise auf Strategien. die für die Lernenden naheliegend sind. Sparen Sie nicht mit Lob. indem Sie authentische Materialien (Texte. Welche Strategie(n) passt (passen) zu Ihnen und zu Ihren Lernergruppen? Probieren Sie doch mal die eine oder andere Strategie aus! Viel Erfolg! matik und Wortschatz bestimmt wird. Fördern Sie Kontakte ihrer Schülerinnen und Schüler mit Muttersprachlern. dass Fehler ein Teil des Lernprozesses sind und der Erfolg von Kommunikation nicht ausschließlich von Gram16 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Erhöhen Sie die Attraktivität der Lerninhalte. erfolgreich zu sein und etwas erreichen zu können. Schulreisen ins Ausland. ISBN 978-3-19-149183-3. Sie beruhen zum einen Teil auf Praxiserfahrungen des Autors und zum anderen Teil auf Erkenntnissen der Lernpsychologie.oder E-Mail-Freundschaften. Weisen Sie darauf hin. Bieten Sie gegebenenfalls einfachere Aufgaben an. Diskutieren Sie die Auswahl des Lernmaterials (Lehrwerk und Zusatzmaterial) mit den Lernenden und besprechen Sie dessen starke und schwache Seiten: Bietet es nützliche Inhalte? Ist es attraktiv gestaltet? Ist es interessant? . Dennoch bietet die Aufzählung einen guten Ausgangspunkt für Lehrerinnen und Lehrer. eine bestimmte Anzahl Vokabeln pro Woche zu lernen. Austauschprogramme oder Brief. Die Ebene der Sprache Bieten Sie ihren Lernenden viele Möglichkeiten. Betonen Sie. Fordern Sie die Lernenden auf. © Hueber Verlag 2007 Die Ebene der Lernsituation 1. Dörnyei unterscheidet drei Ebenen: die Ebene der Sprache. Lieder behandeln oder Muttersprachler einladen.

so dass es nicht zum Wettbewerb kommt. 2. Vergrößern Sie das Interesse und Engagement der Lernenden für die Aufgaben. Die Zeugnisnote sollte das Produkt eines persönlichen. LANGUAGE TEACHING RESEARCH. Passen Sie die Aufgaben an den Interessenbereich der Lernenden an und sorgen Sie dafür. sich Aufgaben und Aktivitäten für ihre Mitschüler auszuden- Literaturverzeichnis: Dörnyei. Fördern Sie die Autonomie der Lernenden. Versuchen Sie. indem Sie abwechslungsreiche und herausfordernde Lernaktivitäten wählen. löst das Befriedigung und Stolz aus. wie z. Fordern Sie sie beispielsweise auf. anstatt die eines „Lehrmeisters“. indem Sie die Interaktionsart wechseln oder die Lernenden sich ab und zu bewegen lassen. 17 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Anmerkung Die Veröffentlichung dieser deutschsprachigen Überarbeitung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Zoltán Dörnyei. Stellen Sie von Zeit zu Zeit die Fortschritte der Schülerinnen und Schüler in Form von Grafiken dar und feiern Sie den gemeinsamen Lernerfolg. Fallen. Lehrerspezifische Motivationsfaktoren: Übernehmen Sie im Lernprozess der Lernenden die Rolle des Organisators. in welchem auch die Lernenden selbst ihre Lernerfolge einschätzen.B. vorgetragen oder vorgespielt werden können.B. Zoltán: Motivational Strategies in the Language Classroom. Dörnyei. 203-229. sondern besser unter vier Augen erfolgen.) austauschen können. Zögern Sie auch nicht. Konzentrieren Sie sich auf den Fortschritt im Lernprozess und den Wert des Lernerfolgs und nicht zu sehr auf die Fehler. ken. verhandelnden Gespräches zwischen Lehrer (Lehrerin) und Schüler (Schülerin) sein. MODERN LANGUAGE JOURNAL. indem Sie ihnen die Wahl zwischen alternativen Möglichkeiten zur Erreichung des Lernziels lassen. Dazu tragen vor allem Teamspiele im Unterricht sowie gemeinsame Unternehmungen außerhalb der Schulzeit. die sichtbare Ergebnisse hervorbringen. 78/1994. die Probleme. sondern das Produkt der Gruppe. Organisieren Sie öfter kooperatives Lernen in der Klasse: Die Lernenden arbeiten dann in Gruppen. Ängste. Aufgaben zu stellen. Beziehen Sie die Lernenden in die Verantwortung für die Organisation ihres Lernprozesses mit ein. Beurteilungen sollten nicht öffentlich. Stellen Sie Aufgaben. 3. Kata: Ten Commandments for Motivating Language Learners: Results of an Empirical Study. Beurteilung hat oft eine negative Auswirkung auf die intrinsische Motivation. Übrigens: Manche Aktivitäten dürfen auch ein offenes Ende haben. und Spannungselemente beinhalten.Wecken Sie Neugier und Aufmerksamkeit und versuchen Sie. Durchbrechen Sie von Zeit zu Zeit den statischen Charakter einer Stunde. Konzentrieren Sie sich deshalb auf individuelle Erfolge und Fortschritte und vermeiden Sie jeglichen expliziten oder impliziten Vergleich von einzelnen Lernenden mit anderen Schülerinnen oder Schülern. Dörnyei. bei denen Fantasie und Gefühle der Lernenden angesprochen werden. dass möglichst jede Aktivität etwas Neues oder Besonderes zu bieten hat. Überraschen Sie ihre Schüler durch unerwartete oder ungewöhnliche Verhaltensweisen und Aktionen. 273-284. Cambridge: Cambridge University Press 2001. 2(3)/1998. Denken Sie zum Beispiel an spielerische Aufgaben wie Puzzles oder Aufgaben. Dadurch stimulieren Sie das zielgerichtete Lernen der ganzen Gruppe. Zoltán. Hindernisse. ein harmonisches Verhältnis zu ihren Schülerinnen und Schülern aufzubauen. Vor allem bei Projektarbeit können die Lernenden Funktionen mit Verantwortung übernehmen. & Csizér. © Hueber Verlag 2007 . damit der Unterricht nicht zur Routine wird. Ihr Feedback sollte motivierend und eher informierend als kontrollierend sein. Fördern Sie den Zusammenhalt der Gruppe und das gegenseitige Verständnis durch Lernaktivitäten. Minimalisieren Sie Kontrolle und Druck von außen (z. so dass sie nicht ununterbrochen sitzen. Wenn diese Ergebnisse dann in der Klasse gezeigt. Gruppenspezifische Motivationsfaktoren: Sprechen Sie mit den Lernenden über die Gruppenlernziele und fragen Sie sie von Zeit zu Zeit. bei denen die Schülerinnen und Schüler sich kennen lernen und authentische persönliche Informationen oder Erfahrungen (Gefühle. in welchem Maße sie sich diesen Zielen annähern. Drohung oder Strafe). Zoltán: Motivation and Motivating in the Foreign Language Classroom. Die Übersetzung und Überarbeitung ist von Katja Sund. beurteilt wird nicht primär die Leistung eines Einzelnen. diese zu erhalten. ISBN 978-3-19-149183-3. bei. Wünsche etc. Ausflüge.

Ganz hinten. nennt sich kooperatives Lernen. sie sollten ihre Briefe („nur zur Sicherheit“) doch noch mal dem Lehrer vorlegen. eine effektive und natürliche Arbeitsweise. hat die Hauptmerkmale des kooperativen Lernens in vier Empfehlungen zusammengefasst (Kasten 1). Jetzt legen sie sich ihre Konzepte vor. entspannte Arbeitsatmosphäre herzustellen. 18 Motivation Anforderungen an Teamaufgaben Kagan (1994). eine sichere.“ Die anderen lachen.. Klasse stehen. ein amerikanischer Experte in diesem Bereich. Sie schreiben eine E-Mail an einen deutschen Briefpartner. Eine meint. ISBN 978-3-19-149183-3. was sie in einem Kassettenbrief an eine deutsche Briefpartnerin über ihren Tagesablauf sagen könnten. Auf dem Blatt Papier entsteht ein Assoziogramm. Positive gegenseitige Abhängigkeit Die Schülerinnen und Schüler müssen einen Grund haben. sondern auch auf die Arbeitshaltung und die Motivation der Lernenden. die die Schülerinnen und Schüler in den letzten Wochen hergestellt haben. persönliche Erfahrungen austauschen oder Mitschülern Fachinhalte erklären. 2001) haben darüber hinaus gezeigt. 1996) haben gezeigt. wenn sie über Inhalte diskutieren. Individuelle Verantwortlichkeit Jeder Schüler. Gleichwertiger Beitrag Alle Beiträge sind gleichwertig und erkennbar. 3. Sie reden darüber. die für Schülerinnen und Schüler motivierend ist und dazu beiträgt. dass Schülerinnen und Schüler besonders viel lernen. dass diese Art des Lernens positive Auswirkungen haben kann – und zwar nicht nur im kognitiven Bereich. ist für die Lehrerinnen und Lehrer nicht immer Kasten 1 Einige Grundprinzipien für „kooperatives Lernen“ 1. die für die Lernenden inhaltlich interessant.Kooperatives Lernen Teamlernstrategien und wie sie funktionieren können VON ANNELIEN HAITINK UND JACQUES HAENEN Freitagmorgen. Forschungsergebnisse (Slavin. sitzen eine Schülerin und ein Schüler. dass sie das Beste aus sich selbst und aus anderen hervorholen. Was dabei geübt wird? Nicht nur Deutsch. „Die interessiert sich vielleicht viel mehr dafür. 2. dass Haschischrauchen bei uns erlaubt ist. andere um Feedback bitten. die kurz vorher in Zweiergruppen an einem Brief gearbeitet haben. am Computer. © Hueber Verlag 2007 . in Anlehnung an Kagan 1994 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. In der Unterrichtsstunde selbst besteht die Arbeit der Lehrerin/des Lehrers vor allem darin. müssen Lehrer oder Lehrerin sich entsprechende Aufgabenstellungen ausdenken. Was sich hier abspielt. An den Wänden hängen Wandzeitungen und Gedichte. dritte Stunde. motivierend und funktional sind. Einer von ihnen meint. Vorne sitzen drei Mädchen und ein Junge mit einem großen Blatt Papier und Filzschreibern. sondern auch soziale Fertigkeiten wie: sich gegenseitig anhören. Die Lehrerrolle besteht beim kooperativen Lernen vor allem darin. Aufgaben. ob das wirklich stimmt. Simultane Interaktion Alle Teams arbeiten gleichzeitig und nutzen die Unterrichtszeit effektiv. bevor sie verschickt werden. Andere Studien (Marzano et al. Die neunte Klasse einer Amsterdamer Realschule hat Deutsch. Sie fragen sich. Und wenn das Lehrwerk keine passenden Aufgaben für kooperatives Lernen bietet. Diese Empfehlungen im Einklang mit dem Lehrbuch in die Unterrichtsplanung einfließen zu lassen. bedeutungsreich. kontrollierbaren Beitrag zur Entstehung dieses gemeinsamen Endproduktes liefern. um zusammenzuarbeiten. die Aktivitäten der Lernenden zu strukturieren und zu begleiten. jede Schülerin muss einen individuellen. Sie kommen nur durch Kooperation zu ihrem Ziel oder Endprodukt. An einem anderen Tisch sitzen vier Schüler. es würde eine gleichaltrige deutsche Schülerin vielleicht gar nicht besonders interessieren. welche Schulfächer in den Niederlanden auf dem Programm einer 9. was ihre Briefpartnerin daran eigentlich interessant finden könnte. anderen Feedback geben oder sich gegenseitig helfen. 4.

zeichnet sich durch zwei Merkmale aus. welches die Geschichte interessant genug finden muss. die eigenen Leistungen zu verbessern. um zu üben und Hilfe oder Feedback zu bekommen.B. Tiefenlernen ist das Gegenteil von oberflächlichem Lernen. der Lehrerin besprochen werden können. was ihnen hilft. welche sie auch in anderen Schulfächern oder außerhalb der Schule nutzen können. ein Video. bei denen die Lernenden zusammenarbeiten müssen. So können z. das extrinsisch motivierte Lernen für eine Klassenarbeit. dass sie das Ergebnis ihrer Arbeit einem interessierten Publikum vorstellen werden. Meistens bietet das Lehrwerk nur wenige Aufgaben. Ein weiterer Vorteil ist. die mit einer Präsentation der Ergebnisse außerhalb der Klasse enden. Die Palette möglicher (Zwischen-)Produkte ist breit: eine Idee. die nicht mehr als 20 Minuten der Unterrichtszeit in Anspruch nehmen. Produkte sind z. Darüber hinaus muss eine gute Aufgabe bestimmten Anforderungen entsprechen. ein Bericht usw. dass sie voneinander lernen und das von den anderen übernehmen. Ausdrücke übernehmen. wie sie selbst den Stoff zu etwas Neuem verarbeitet haben. Sie beschäftigen sich bewusst und intensiv mit sich selbst. Eine Aufgabe. sondern die Herausforderung. Schreibfertigkeiten. Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler zeigen. die kooperatives Lernen fördert. eine Broschüre. die (vorläufigen) Ergebnisse von kommunikativen Aufgaben. sehr nützlich im Fach Deutsch sein. was in vielen Lehrwerken nicht der Fall ist. ein Kassettenbrief. ein Gedicht. Ein interessanter und attraktiver Inhalt spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die verwendete Sprache. den sie in ihrer Arbeit sehen.B. ein Lied. arbeiten die Schülerinnen und Schüler sowohl gemeinsam als auch individuell an Teilaufgaben oder Zwischenprodukten. welche die Schülerinnen und Schüler gemeinsam bearbeitet haben und die untereinander oder mit dem Lehrer bzw. Durch den Nutzen. dennoch ist die Note nicht der wichtigste Motivationsfaktor. also passender Wortschatz. Zwischen. Grammatik und Rechtschreibung. ein Rap. ein Sketch.einfach. Bei dieser Art der Präsentation und des Austauschs spielen auch Kreativität. setzt sogenanntes Tiefenlernen ein (Biggs & Moore. Aber auch bei kurzen Aktivitäten. Die Schülerinnen und Schüler können also ihre Talente zeigen und auf ihre Person aufmerksam machen. Die kommunikativen Teilziele der Aufgabe müssen zu einem Endprodukt führen. um seine Meinung dazu zu äußern. 1993). kombinieren oder strukturieren und eigene Ideen entwickeln. Solche Produkte können einige Arbeitswochen in Anspruch nehmen oder sind das Ergebnis einer 10bis 20-minütigen Unterrichtsaktivität. ein Spiel. Sensibilität fürs Publikum und der Umgang mit Medien eine Rolle.und Endprodukte Die soziale Komponente des Lernens ist besonders wichtig beim Entwerfen längerfristiger Aufgaben. Textteile kategorisieren. Auch die Art des sozialen Kontakts beim Lösen der Aufgabe spielt beim kooperativen Lernen eine große Rolle: Die Lernenden arbeiten auf eine Präsentation ihrer Zwischen. Dabei entwickeln sie Fertigkeiten. ISBN 978-3-19-149183-3. Tiefenlernen Warum ist der soziale Kontext so wichtig? Deutschlernende engagieren sich eher für eine Aufgabe. ein Plan. mit anderen und mit der Sprache. die zurückschreiben und auf den Inhalt reagieren. deren Ergebnisse sie regelmäßig ihren Teams oder der ganzen Gruppe vorstellen. ist offensichtlich. eine Meinung. wenn sie wissen. weil der Unterricht lebendiger wird und es in der Klasse auch um sie selbst geht. Kassettenbriefe oder E-Mails zum Beispiel richten sich an reale Personen. Die Aufgabe muss inhaltsreich und authentisch sein. damit verschiedene Fertigkeiten geübt werden können. 2.B. Nachrichten. sie in eigene Worte fassen. Wenn sie dafür Lob und positives Feedback bekommen. eine Behauptung. Für die Lernenden sind diese Seiten des kooperativen Lernens attraktiv. wenn die Lernenden Informationen verarbeiten. wie z. die in anderen Schulfächern erworben wurden. Durch kooperatives Arbeiten können sie ihr Denken und Handeln im Vergleich mit anderen auf die Probe stellen und die Anwesenheit der Mitlernenden nutzen. wirkt das wiederum motivierend. eine Zeitung. 1. Dass solche Schreibprodukte letztendlich auch von der Lehrerin oder vom Lehrer beurteilt werden. ein Kalender. bis etwas Neues entsteht.und Endprodukte für ein interessiertes Publikum hin. indem sie für ein echtes Leserpublikum schreiben. Das Schreiben einer Geschichte zum Beispiel lernen sie. sich etwas für andere (für Mitlernende) oder jemanden außerhalb der schulischen Umgebung auszudenken. eine Speisekarte. Deshalb fühlen sie sich verantwortlich und beschäftigen sich ernsthaft mit der Lösung der Aufgabe. 19 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Tiefenlernen findet statt. eine Problemstellung. über welches die Lernenden ihre erworbenen Kenntnisse austauschen und dadurch vertiefen können. © Hueber Verlag 2007 .

die sie Mitschülern oder anderen Personen stellen. Sprechen und Schreiben. In der simultan in Zweiergruppen arbeitenden. führt zu einem Schema. eine Sprechzeit von etwa einer Viertelstunde pro Schüler(in) ist aber durchaus zu realisieren. Hören. 5 Persönliche Erfahrungen austauschen Bei diesen meist sehr offenen Aufgaben sprechen die Lernenden über sich selbst und teilen sich gegenseitig ihre Erfahrungen mit. um mehr über das Thema in Erfahrung zu bringen.. Da die Schülerinnen und Schüler sowieso miteinander über ihre Erlebnisse. Denkbar wäre zum Beispiel. einer Tabelle oder Ähnlichem. 1996) wird die Bedeutung eines breiten und vielfältigen Sprachangebots im Fremdsprachenunterricht betont... Das Ergebnis ist ein Untersuchungsplan. während die andere Hälfte zuhört. In vielen aktuellen Studien (Willis. die Präsentation der Ergebnisse und die Reflexion über die einzelnen Arbeitsphasen und die Zusammenarbeit. Dabei werden folgende mentale Handlungen ausgeführt: Handlungen oder Ereignisse chronologisch ordnen.Kasten 2 Aufgabentypen Sechs Aufgabentypen 1 Sammeln und ordnen . reden wollen. ergänzen. über die Herangehensweise verhandeln. ist das Drei-Schritte-Interview (Kasten 3). aber bei diesen Tätigkeiten können bestimmte mentale Handlungen ausgeführt werden. Die Lernenden führen die Aufgaben abwechselnd in Zweier. vor allem nach dem Wochenende oder nach den Ferien. In ihrer Struktur entsprechen die Aufgaben den Prinzipien kooperativen Lernens.. bei denen die Lernenden verschiedene Handlungen ausführen: planen. Wichtig dabei ist. dass jeder Schüler. zu zweit oder im Team. über Alternativen nachdenken. Bei allen Aufgabentypen geht es um das integrierte Üben der Fertigkeiten Lesen. begründen.: Brainstorming in der Klasse. 3 Vergleichen . Dabei können Lernende einander helfen. Kriterien aufstellen oder andere Aktivitäten.B. Wenn aufgrund der präsentierten (Zwischen-)Produkte deutlich ist. einer Grafik. Die Übersicht wurde zum Teil von Willis (1996) übernommen. bei dem die Lernenden nur selten zu Wort kommen bzw.. Auch sind alle Lernenden gleichzeitig beschäftigt. können Lehrer oder Lehrerin Aufgaben auswählen oder anpassen. im Gegensatz zum herkömmlichen Unterricht. Dabei müssen sie Texte auswählen. logisch denken. ein Bericht über die Ausführung der Untersuchung.. Solche Projekte werden oft mit viel Begeisterung ausgeführt und sind ein gutes Aushängeschild für die Schule. durchschnittlich höchstens anderthalb Minuten Sprechzeit. weil abwechselnd die eine Hälfte der Klasse das Wort führt. in welcher sechs Aufgabentypen mit jeweils unterschiedlichen Endprodukten genannt werden (Kasten 2). dabei bringen die Lernenden ihr Vorwissen und ihre Erfahrung ein. von Texten unterschiedlicher Textsorten und dabei Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausstellen. 18) genannt werden: Es gibt ein gemeinsames Ziel und gegenseitige Abhängigkeit. einfachere Aufgaben für Anfänger. dass sie „drankommen“. komplexere Aufgaben für Fortgeschrittene. einem Diagramm. welche Fertigkeiten die Lernenden bereits beherrschen und welche noch nicht. für den er oder sie individuell verantwortlich ist. 6 Kreative Aufgaben Hierunter fallen verschiedene kleinere oder größere Projekte. denken sich Fragen zum Lernstoff aus. 20 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. 4 Untersuchungen ausführen Hierbei handelt es sich um komplexe Aufgaben. vergleichen. z. jede Schülerin. Endprodukte können ein Theaterstück. jede Schülerin einen gleichberechtigten Beitrag liefert. kooperativen Klasse würde sich diese Zeit auf 22 Minuten erhöhen. lang darauf warten müssen. © Hueber Verlag 2007 . In einer frontal gehaltenen Unterrichtsstunde von 45 Minuten in einer 30-köpfigen Klasse hätte jeder Schüler. ISBN 978-3-19-149183-3. Zusammenfassungen schreiben. bei denen bestimmte Fertigkeiten noch intensiver trainiert werden. einer Rangliste. Ein Beispiel für eine oft verwendete und leicht einsetzbare Teamlernstrategie. Hypothesen aufstellen. Natürlich vergeht noch Zeit durch Arbeitsanweisungen und Organisation. dass zu einem Thema aus dem Lehrbuch anhand der Liste von Willis passende Aufgaben zusammengestellt werden. die anderen Klassen oder den Eltern gezeigt werden. bei denen die Lernenden innerhalb und außerhalb des Unterrichts zusammenarbeiten. Dabei werden folgende mentale Handlungen ausgeführt: auswählen und kombinieren von Texten und Textteilen. eine Ausstellung oder ein Videofilm sein. über Synthese nachdenken und die Ergebnisse präsentieren. kombiniert man hier das Nützliche mit dem Angenehmen.oder Viererteams aus. Informationen nach Themen oder nach selbst erdachten Kategorien ordnen. Sie führen also persönliche Gespräche in der Zielsprache. welche simultane Interaktion fördert. Keiner darf also Arbeit auf andere abschieben. ausführen. führt zu einer Aufstellung von Wörtern und Assoziationen zu einem bestimmten Thema oder zu einem Gedankenschema. Bei der Auswahl passender Aufgaben kann man sich auf eine Übersicht von Willis (1996) stützen. 2 Ordnen und sortieren . Simultane Interaktion ist vor allem im Sprachunterricht wichtig. Unterschiede feststellen. kombinieren. die zu einer Gruppenuntersuchung gehören. Gemeinsamkeiten suchen. Sammeln und ordnen muten fantasielos an. eine Rangfolge für persönlich oder allgemein bedeutungsvolle Informationen aufstellen. wie sie in Kasten 1 (S.

„Mein Leben zu Hause und in der Schule“ oder „Das bin ich“ ersetzt werden. und am Ende der Stunde: „Was habt ihr in dieser Stunde gelernt. Sie üben sich dabei im Umgang mit Audiogeräten. Die Schülerinnen und Schüler können ihre persönlichen Erfahrungen mit Deutschlernenden aus anderen Ländern vergleichen.B. Wir finden einen Vorschlag zu Beginn des Kapitels: ein Aufruf zu einer Kassettenbrief-Aktion des Jugendmagazins „Juma“ (Abb.Kasten 3 Das Drei-Schritte-Interview In einem Drei-Schritte-Interview tauschen die Lernenden Informationen aus. über ihren Schulalltag: den Stundenplan. der andere dagegen) oder beim Interview die Rolle einer Romanfigur übernehmen. planen. Zur Einführung kann der Lehrer/die Lehrerin das Vorwissen erfragen: „Was wisst ihr schon über dieses Thema?“. können Lehrer oder Lehrerin die Zwischenschritte in Form von Aufgaben und Zwischenprodukten festlegen. z. Erster Schritt: Die Vierergruppe besteht aus zwei Paaren. Sie tragen selbst die Verantwortung dafür. Die Lernenden müssen am Ende des Kapitels in der Lage sein. Vielleicht möchten sie dann lieber eine Videokassette aufnehmen anstelle einer Kassette. Über die Form des Endprodukts lässt sich grundsätzlich verhandeln. sich kreative Varianten für ihr Produkt ausdenken und eine Antwort aus dem Ausland erhalten. weil die Lernenden während ihrer Arbeit ja auch noch auf andere Ideen kommen können. Vorläufig ist das anvisierte Endprodukt deshalb. 21 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Ein Kassettenbrief bietet viele Lernmöglichkeiten. weil ein Entwurf des österreichischen Maler-Architekten Hundertwasser für die „kunterbunte“ Gestaltung einer Schule vorgestellt wird) Kontakte mit Altersgenossen im Ausland knüpfen und mit ihnen zum Thema „Schule“ Informationen austauschen. die Wohnumgebung. beziehen. Wenn der Brief einen persönlicheren Anstrich bekommen soll. in jedem Paar gibt es einen Befrager und einen Befragten. denen das Endprodukt entsprechen muss. Nachdem ein vorläufiges Endprodukt bestimmt ist. ISBN 978-3-19-149183-3. vergleichen. z. die Haustiere oder die Familie berichtet. Darüber hinaus trainieren sie kognitive Fertigkeiten wie Brainstorming. aber auch auf persönliche Themen. 4). Literatur. die Fächer und die Noten. dass diese Zeit eingehalten wird. das im schulischen Deutschunterricht in den Niederlanden häufig verwendet wird. wie setzt ihr dieses Wissen ab jetzt ein. wobei ihnen verschiedene Hilfsmittel (z. über diese Dinge zu informieren und ihre Meinung zu äußern. Dritter Schritt: Die Mitglieder des Vierer-Teams berichten sich gegenseitig. die nahe am Stoff liegen. 32 Ein Brief für die „Villa Kunterbunt“ In dem Lehrwerk „Neue Kontakte“. Grammatik oder die Hausaufgaben. Urlaubsgeschichten) können auch Denkfertigkeiten geübt werden. die Lehrer. © Hueber Verlag 2007 . sollen die Lernenden im Kapitel „Villa Kunterbunt“ (so heißt das Kapitel.B. in der Produktion gesprochener Sprache in einer authentischen Situation. oder sie möchten lieber via E-Mail Kontakt aufnehmen. (Kasten) 4: Aus: „Neue Kontakte“. reflektieren und mit Feedback umgehen. Das Interview kann sich auf den Unterrichtsstoff. Textteile auswählen. meistens nicht. könnte das Thema „Schule“ beispielsweise durch „Lernen“. was sie erfahren haben. Abb.B. Wörterbuch) zur Verfügung stehen. Die Lernenden müssen dann verschiedene Auffassungen verteidigen (einer ist dafür. kategorisieren. Textbuch S. Für jeden Schritt haben die Lernenden immer gleich viel Zeit. Zweiter Schritt: Die Rollen innerhalb eines Paares werden getauscht. Dann wird über Hobbys. Dies funktioniert am besten in Vierergruppen. über die inhaltlichen Kriterien. wollt ihr noch mehr wissen?“ Neben dem Austausch von Erfahrungen (Filmtipps. Im Sinne des kooperativen Lernens muss nun zuerst ein Endprodukt festgelegt werden.

geht durch die Klasse. Kreativität. Kasten 5 Aufgaben Die Lernenden machen im Team ein Brainstorming zum Thema „Lernen“ oder „Mein Leben“. Auf diese Weise können auch Lernende. Spencer: Cooperative Learning. Während sie in der ersten Phase die Lernenden motivieren. beginnt die Phase des Austauschs und Vertiefens. empfiehlt es sich. kooperativer Unterricht gliedert sich also in drei Phasen: 1. Auch muss gesichert werden. VA: ASCD 2001. Jane: A Framework for Task-Based Learning. Marzano. Kagan. umso mehr eigenes Wissen und eigene Erfahrungen können die Lernenden einfließen lassen. Beurteilung Die Lernenden revidieren den Brief aufgrund des Feedbacks. dass die „trockene Schule“ sich bald in eine lebendige „Villa Kunterbunt“ verwandelt. Annelien: Teamleren op school en in de klas. CA: Resources for Teachers 1994. Alexandria. / Pickering. Da es sich bei dem Lehrwerk „Neue Kontakte“ um ein Anfängerlehrwerk (Grundstufe) handelt. Biggs.die Vielfalt der Inhalte Inhalte in einer Reihenfolge Die Rolle der Lehrerin.und Endprodukte informieren. Orientierung (Motivation und Instruktion der Lernenden) 2. Leiden: SMD 1998. in diesem Fall der Brief fertig gestellt ist. Willis. Feedback in Hinblick auf die Inhalte: wie detailreich und vielfältig sind diese? Kurze simultane Präsentationen von zwei Zweiergruppen untereinander. äußere Form. den Lernenden möglichst viel Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu geben. Robert E. gibt Tipps und Feedback als Ermutigung.: The Process of Learning. ihre Zusammenarbeit usw. Textbuch 1. John B. Lehrer/Lehrerin beobachtet. inspirieren und über die Zwischen.: Classroom Instruction that Works. Jeder Schüler. eventuell können bestimmte Schritte gezeigt oder das Vorwissen der Lernenden aktiviert werden. schreibt nun einen eigenen Brief. des Lehrers Zum Abschluss noch einige Bemerkungen zur Rolle der Lehrenden. ermutigt usw. Vielfalt des Wortschatzes. Anhand der Kriterien „interessant. in der alle gerne miteinander wohnen. ihre Ideen verwirklichen. Lisse: Swets & Zeitlinger 1996. den Kassettenbrief zunächst schriftlich vorzubereiten. Beate / Wegdam. Ein solcherart aufgabenorientierter. simultane Gruppenpräsentation Lehrer/Lehrerin gibt mit Blick auf die Endbeurteilung Feedback auf den Brief hinsichtlich Einfühlungsvermögen. in der sich die Lernenden des Gelernten bewusst werden und durch Feedback und zusätzliche Informationen ihr neu erworbenes Wissen beurteilen und evaluieren. haben sie während der selbständigen Arbeit der Lernenden vor allem eine begleitende. denken gemeinsam über die Form und den Inhalt der Endversion nach. Die Lernenden entwerfen zu zweit einen Konzeptbrief und können Hilfe suchen im Textbuch. © Hueber Verlag 2007 . dass die Arbeitsanweisungen deutlich genug sind und verstanden werden. zeigt Kasten 5. die an einem autonomen Produkt arbeiten. dazu kommen auch Reflexionen über das Produkt (Brief) und den Prozess (ihre Arbeitsweise. jede Schülerin. / Pollock Jane E. New York: Prentice Hall 1993. denn in die Verantwortung einbezogene Lernende. Wenn das Endprodukt.). ausführen. Groningen: Wolters-Noordhoff 1998. Dies sollte allerdings das Hauptanliegen jedes Unterrichts sein. Wer kooperatives Lernen ins Zentrum des Unterrichts stellt. Bert / Müller-Karpe. Produkte und Feedback Gedankenschema oder Wortigel mit Inhalten. San Juan Capistrano.den Informationswert der verschiedenen Inhalte für Lernende in den Niederlanden und in anderen Ländern . und Briefkonventionen. wird die Erfahrung machen. um darüber zu schreiben“ und „für deutsche Lernende interessant zu wissen“ wählen die Lernenden Inhalte aus und bringen diese in eine Reihenfolge. denen das Thema Schule weniger liegt. Jacques / Haitink. Aufgabenzyklus (planen. die anderen geben Ratschläge und Ermutigung. Robert: Neue Kontakte. ISBN 978-3-19-149183-3. zeigt sich interessiert. Verwendung von Standardausdrücken. motivieren sich selbst. Wie dabei kooperatives Lernen realisiert werden kann. hilft gelegentlich mit kleineren Korrekturen.: Education for All.Je breiter das Thema gefasst ist. die Entscheidungsfindung. Slavin. Edinburgh Gate: Longman 1996. bei ihrem Lernpartner und dem Lehrer/der Lehrerin. Unterschiede zum ersten Konzept. Robert J. bereiten eine Gruppenpräsentation vor. Phillip J. Haenen. Ihre Assoziationen und Ideen schreiben sie mit Filzstift auf ein großes Blatt Papier. Bei der Präsentation der Endprodukte gibt der Lehrer/die Lehrerin auf einfühlsame Weise sein Feedback zu den Vorgehensweisen der Lernenden und zu den Ergebnissen. im Wörterbuch. Literaturverzeichnis: Das Lehrwerk: Haak. Debra J. über die geschrieben werden kann Feedback im Hinblick auf . und präsentieren der Lernaufgabe) 3. moderierende Rolle: Er oder sie tritt mit den Lernenden in Dialog. 22 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. / Moore. Austausch und Vertiefung (das Gelernte reflektieren und auswerten) Ziel dieses dreischrittigen Aufbaus ist es.

Die den Stoff beherrschten und uns das Gefühl gaben. dass ich Motivation eigentlich gleichsetze mit Freude und Lust. ob Unterrichtsmaterial motiviert? Am konkreten Beispiel der Entstehung zweier Hörspiele für den Deutschunterricht der Versuch. das Programmieren vom Videorekorder. muss Motivation. wann mir Unterricht Spaß gemacht hat. Der Fun-Faktor 25° im Schatten. Was macht Motivation aus? Ich merke. Müde von der Arbeit schleppe ich mich zum Unterricht. erst trickreich mobilisieren. Motivierendes Material soll zum Lernen verführen.am Ball’. ISBN 978-3-19-149183-3. Tai Chi. Ich liege im Garten. was wir lernen müssen – Gift für Motivation. Paradiesisch. Das Telefon. Eine ewige Herausforderung für alle.Der Fun-Faktor Oder: Zum 1x1 der didaktischen Verführung VON ANGELIKA RATHS Ein freier Tag. Der Spaß am Erfolg (auch ist er manchmal noch so klein) ist größer als der Frust. gibt Energie für Anstrengungen und wappnet gegen Enttäuschung. Leichter gesagt als getan. wo möglich. meine High-heels in die Ecke schleudern. strahlender Sonnenschein – herrlich! Warum um Himmels willen sitze ich am Computer und ringe mit diesem Artikel? Weil ich es will. Viele lernen eine Fremdsprache schließlich nicht. Seufzend stemme ich mich aus dem Liegestuhl. Die Ausstrahlung des Unterrichtenden war wesentlich. laufen. Keine leichte Aufgabe. dass ich auch nach 25 Jahren noch gerne unterrichte. meinen Tanzpartner möchte ich ab und zu würgen. Wer zum Lernen zwingt. Diese Konnotation ist eine mögliche. Andere schreiben vor. Es ist eine persönliche. die Unterricht geben. lässt Zeit vergessen. motivierendes Material für‘s Hörverständnistraining im Anfängerunterricht zu entwickeln. was wir lernen wollen. mich zu erinnern. die ihr Fach mochten und uns. Bei allem. keine zwangsläufige. Ein Schwindel erregend dynamischer Mitarbeiter des Goethe-Instituts Lissabon fragt. die sonst von selber da ist. bleiben wir . ob das Mathematik war oder Französisch. probieren Sie aus. den Fun-Faktor im Unterricht ernst zu nehmen und. Seit fünf Jahren lerne ich argentinischen Tango. Motivierendes Material kann dabei helfen. Tango-tanzen oder zum Beispiel guten Sprachunterricht geben. Lust macht Flügel. Muss natürlich nicht sein. weil sie es selber unbedingt wollen oder im täglichen Leben brauchten. Nette Lehrer und Lehrerinnen. Ich plädiere aus persönlicher Überzeugung dafür. ob ich Lust habe. die dafür sorgen. Habe ich Zeit? Nein. Bin ich Masochist? Nein. Institutionalisiertes Lernen ist überwiegend fremdbestimmt. diese Faktoren zu illustrieren. 23 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. sondern Menschen. Es spielte keine Rolle. Die Freude an der Sache überwiegt. Von da an kreisen die Gedanken. Lehrerlust Ich versuche. Inspiration und positive Einstellung steckten an. zu erhöhen. Dabei fallen mir keine Materialien ein. auch wenn es Mühe kostet: sprechen. Welche Faktoren bestimmen. Habe ich Lust? Ja. Trotzdem mache ich weiter. ob’s funktioniert. Es sind die lustvollen Momente. © Hueber Verlag 2007 . Wenn Sie Lust haben. Also mach ich ’s. dass wir auch was konnten.

Anders liegt die Sache. und eh man sich ’s versieht. Es interessiert mich nicht die Bohne. was Große höchstens denken. Meine Entscheidung fällt: ein Hörspiel aus dem Alltag – Landeskunde implizit –. © Hueber Verlag 2007 . und was macht nun . mehr Frauen als Männer – im Ausgleich zu vielen Unterrichtsmaterialien. Der Alltag ist aufregend genug. in der man immer wieder abbrechen und Tage später neu anfangen muss. aber was wird der rote Faden für die Story? Welches Thema interessiert beinah jede/n. die sich verändern und entwickeln – die emotionale Dynamik des Zwischenmenschlichen. dass Gerda Meier allergisch ist gegen Citrusfrüchte. eine Erwachsene (mehr als genug) und. Aber nicht zu schwer. ein Junge. Da liegt eine wichtige Aufgabe der Lehrerausund -fortbildung. da kocht das Stimmungsbarometer . aber eine Schwäche für den Obsthändler hat. Menschen jedenfalls mit Eigenschaften und Fehlern. nur im Unterricht kommt es chronisch zu kurz. oder Bösewichte. wie in so vielen Familien auf der Welt). Inhalte – auf der Suche nach der magischen Formel Um nicht zu verzweifeln. Material zu entwickeln.Als Autorin mache ich mir nichts vor: Das tollste Material zündet nicht. Solche. unabhängig von Alter. das denen. sondern auch für Lehrer und Lehrerinnen. Anne und ihre Mutter („Lehrerin. Ein Spagat für Autoren. Tja. eine kleine Schwester mit großer Klappe. Ein Erfolgsrezept. sagt man. bin ich selbst. und die kleine Schwester pfuscht dazwischen. sich in der fremdsprachlichen Wirklichkeit zurechtzufinden. Eigentlich ideal für die Unterrichtssituation. einfache Sprache und viel Redundanz. 16. Ich finde es spannend zu sehen. was so motiviert wie Erfolgserlebnisse. ob eine Frau Meier auf dem Wochenmarkt ein Kilo Apfelsinen kauft. die ich von . Girl meets boy (um bei der gängigsten Kombination zu bleiben) und die Inspiration beginnt zu sprudeln: Nina trifft Leo. in denen männliche Wesen noch immer hartnäckig dominieren (Raths 1994). Wenige Hauptpersonen. Damit wird die Zielgruppe größer und meine Aufgabe komplexer: schreiben nicht nur für Jugendliche zwischen 14 und 18. Geschlecht und sozio-kulturellem Hintergrund? Musik? Politik? Sport? Natürlich – die Liebe. die Jugendliche und Erwachsene ernst nehmen. versuche ich ’s andersrum: Diejenige. Klappt es oder klappt es nicht? Woran denkt man bei der ersten Verabredung? Erinnern Sie sich? Was soll man anziehen? Rückt der Vater das Auto heraus? Warum ausgerechnet an diesem Tag ein Pickel! Und was. die sich noch zu sagen traut. sonst hilft man Lernenden nicht. möglichst auch Freude macht. Schon vor 30 Jahren war die Faustregel meines Mentors: Mindestens einmal in jeder Unterrichtsstunde sollte gelacht werden. denn es gibt weniges. Verfolgt man menschliche Beziehungen über einen längeren Zeitraum.ungefähr allen’ Spaß? sen möchte. Muss gar nicht das große Drama sein. Beziehungen und Gefühle. dem Jung und Alt bis an die Suchtgrenze erliegen.. wenn’s still wird? Mut zur Lücke – kein dickes Ei als Stolperstein Welche Sprache? Authentisch soll sie sein. lacht man über sich selber – ein altes Geheimnis der Lebenskunst. wenn man genau hinsieht. teilt die Ereignisse in kleine Episoden mit offenem Ende. Aber trotzdem ganz o. Dazu eine Portion Humor. Die Personen fangen an zu leben. Ein Thema.. Was macht mir denn Spaß? Es muss um etwas gehen. was zwischen Menschen passiert. 19 (Jugendliche orientieren sich gerne an ein.“. Also: Basiswortschatz. wenn ich weiß. um Himmels willen. wenn der Lehrerin die Sympathie für die Lernenden und die Begeisterung für den Stoff fehlt. Morgens im Badezimmer tritt man sich auf die Füße. das Menschen rund um den Globus bewegt. zwei Jahre älteren). aber auch konfrontieren mit unbekannten Wörtern und Wendungen. aber dafür Individuen. mit denen Lernende und Unterrichtende sich identifizieren können: ein Mädchen. bei dem man wis24 Motivation Nina. die mir sympatisch sind. ISBN 978-3-19-149183-3. dann ergibt sich die magische Formel von Serien und Soaps. Nicht weil sie Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation.allen’ am besten kenne. Um Menschen. Ja. man will schließlich nicht entmutigen. die unterrichten.k. Aber ich kann versuchen. also muss ich ungefähr für alle schreiben-– Kleinkinder ausgenommen. Die gibt’s in allen Altersgruppen. wie ’s weitergeht. Das alte Dilemma des Anfängerunterrichts: Inhalte. in denen ich etwas von den dunklen Winkeln meiner eigenen Seele wiedererkenne. deren (Fremd-)Sprachvermögen erheblich eingeschränkt ist. Die Einstellung und Ausstrahlung der Unterrichtenden kann ich vom Schreibtisch kaum beeinflussen. zum Aufmischen. O-Ton Nina) leben zu dritt (der Vater wohnt woanders.

Weiterhören. Sie selber möchte Cola. schneiden. das möglichst wenig Vorbereitung erfordert. auch wenn man etwas nicht verstanden hat. sehen. Variation – Lehrer beim Balanceakt Oberstes Gebot: Arbeitsformen müssen abwechslungsreich sein.wichtig wären. Macht nichts. „Du wirst zu dick“. Motivation zu fördern? 25 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Als Autorin versucht man. steht plötzlich strahlend – „Hallo. vielleicht bleiben Lehrer oder Lehrerin die einzigen. Es ist nur eine. Nicht nur zur Auflockerung. desto größer die Chance. lesen. kleben. Nina!“ – die kleine Schwester neben ihr. schafft es nicht. die methodisch . Erst wissen. Die Wahl der Arbeitsschritte wird natürlich mitbestimmt von didaktischen Entscheidungen fürs Hörverstehenstraining: Kontextwissen und Wortschatz vorab aktivieren (wie in der echten Kommunikationssituation von selbst gegeben). zum Beispiel kopierfertigen Arbeitsblättern. Die beiden Schwestern sind inzwischen vier Jahre älter (16 und 20) und stehen sich an Schlagfertigkeit in nichts mehr nach: Nina bittet die Mutter. Titanic-Poster oder deutsches Brötchen – alles musste bis ins Detail stimmen. Auch für die Zeichnerin Lian Ong wurden die Personen zu Persönlichkeiten: Welche Frisur. Stille und Geräusch – je mehr Variation.an die Hand’ nehmen. verbalen Scharmützel müssen nicht um jeden Preis verstanden werden. dass unterschiedliche Lernertypen lustund sinnvoll zum Zuge kommen. Welche Arbeitsweisen helfen. „Ach du dickes Ei! Das darf nicht wahr sein! Anne! Was machst du denn hier?!“ (Raths 1997. Nicht mitlesen lassen (Dahlhaus 1994). Lassen Sie sich bloß nicht hinreißen. kommentiert Anne. der Intonation und dem eigenen Erfahrungshintergrund das Entsetzen der großen Schwester. sondern auch für visuelle Lernertypen und zur Information übers Setting der Kommunikationssituation. Den Balanceakt zwischen dem. die Kluft zwischen fremdbestimmtem Lernen und Lust zu überbrücken. schreiben. Als Nina sich zum ersten Mal mit Leo im Schwimmbad verabredet hat.Ach du dickes Ei’ nicht kennt. Der Fun-Faktor von Inhalten ist eine Sache. Diese kleinen. Nina: Lüg nicht. Mit übersichtlichem Arbeitsmaterial. kann niemand den Unterrichtenden abnehmen. Besser. sondern um den Schreck vorm Unbekannten zu verlernen. die sich amüsieren. motivierend damit zu arbeiten. Für die Illustratorin landeskundliche Maßarbeit: ob Teenie-Zeitschrift oder Milchtüte. 70) Auch wer den Ausdruck .. was didaktisch wünschenswert und praktisch machbar ist. sondern von der Aufgabenstellung bestimmt. sprechen. und die Ergebnisse der modernen Lernforschung bestätigen: Das alte Postulat war goldrichtig (Bimmel/Rampillon 2001). Schokolade mitzubringen. eine andere. Der Schwierigkeitsgrad wird nicht in erster Linie vom Text. Ersetzen Sie den Terror der . Lehrerinnen und Lehrer in dieser ständigen Herausforderung zu unterstützen. „Hilft das gegen Pickel?“ pariert die große Schwester (Raths 2000. © Hueber Verlag 2007 . Kein Arbeitsblatt ohne Zeichnung. mit einem möglichst hohen Anteil von Lerneraktivität. 54). Hören.richtigen’ Antwort durch den Spaß am Rätseln und Kombinieren. du kannst doch manchmal auch ganz nett sein? (Raths 2000. Im zweiten Hörspiel (Raths. dann hören (sonst testet man Gedächtnisleistung statt Hörverstehen). Das proklamieren Didaktiker schon lange. in der Kleingruppe oder der ganzen Klasse. Lohnt auch. Anne: Wieso. 2000) liegen Tempo und sprachliche Anforderungen etwas höher.. Sie trainieren. Allein arbeiten oder zu zweit. einen Hörtext Wort-für-Wort zu sezieren – das sichere Todesurteil für Lernfreude. Kleidung passt zu wem? Wie sieht Annes Zimmer vier Jahre später aus? Die Telefonrechnungen sind stille Zeugen unserer intensiven Zusammenarbeit. Eins aber ist sicher: Wer nicht abstimmt auf die aktuelle Situation. ISBN 978-3-19-149183-3. versteht aus dem Kontext. die große Linie und/oder spezifische Informationen herauszuhören. Vielleicht fällt der Groschen beim zweiten oder dritten Hören. Beide fantasieren über eine Kontaktanzeige für die Mutter: Anne: Attraktive Mathematiklehrerin mit zwei fantastischen Töchtern . 53). malen. was man als Information heraushören soll.

They would have to videotape short scenes from the plot and splice them together in a 30 or 60 second commercial. Lesen. Many of them got their family members to say some things in German. Oder das erste Hörspiel in der Lerngruppe. das zweite außerhalb des Abb. die dazugehörigen Hörübungen oder EXTRA-Aufträge (Internet. It’s a great activity. and they are very excited about getting their T-shirts. was in der neuen Folge passieren könnte -– eine fantastische Form einzustimmen. sodass eine persönliche Beziehung zum Lernstoff entsteht. Rollenspiele) individuell oder gruppenweise selbstständig ausführen (und eventuell in der Klasse präsentieren) lassen. ist es wunderbar. Geben Sie Ihrer Lerngruppe die Zeit. Kreativität – nichts ist heilig Um eine Brücke zwischen Unterrichtsmaterial und Lerngruppe schlagen zu können. Aufgrund von Rückmeldungen zum ersten Hörspiel sind die Arbeitsblätter fürs zweite angepasst. It was the students’ idea. Evaluative Fragen und fakultative Zusatzaufgaben werden systematisch integriert (Abb. Zum Beispiel die Hörspiele in der Klasse behandeln. © Hueber Verlag 2007 . kritisch mit eigenen Erfahrungen zu vergleichen. Wenn Anne sich dazu äußert. wenn die Mutter am Wochenende gerne etwas mit der ganzen Familie unternehmen möchte. Eine Schweizer Klasse führt das Hörspiel als Theaterstück vor den Eltern auf. 2: Raths 2000. Einige Beispiele dafür aus der Arbeit mit den beiden Panik-Hörspielen: Eine amerikanische Lehrerin kombiniert „Keine Panik!“ mit Literaturunterricht: „I am using the topic of romantic love to present some literature (poetry and short stories) at the same time. erst in Kleingruppen fantasieren und (vor)spielen. 2). bevor sie die nächste Folge präsentiert. Natürlich dürfen Diskussionen hierüber – wenn nötig – in der Muttersprache geführt werden.lebendig werden. I was thinking about having them use our TV studio and make a commercial. wenn Unterrichtende kreativ mit dem vorgegebenen Material umgehen.“ Eine niederländische Kollegin lässt ihre Lernenden. ob Lügen legitim ist. pretending that Keine Panik! is a movie of the week. zum Hören zu motivieren und gleichzeitig andere Fertigkeiten zu üben.’“ Eine Kollegin erwägt eine unkonventionelle Alternative für den klassischen Test: „Instead of a test. Stellung zu nehmen. selbstständig mit dem Material arbeiten zu lassen. Nachdenken über Inhalte ist erwünscht. Eine amerikanische Lehrerin lässt Szenen zuhause nachspielen. Wie Sie bei Frage 13* sehen. werden die Lernenden nach ihrer Meinung gefragt. I love listening to them and their families. ISBN 978-3-19-149183-3. Wenn Ihr Unterrichtsmaterial diesen Bezug nicht selber herstellt.“ Reklame für den Deutschunterricht – warum nicht? Erwägen Sie auch.“ Die Lernerschaft entwickelt eigene Ideen: „In my 3rd year class we are having KEINE PANIK! T-shirts (like the one Leo wears). S. tun Sie es. Den Bezug herstellen zum eigenen Leben. Im Gespräch über eigene Auffassungen und Erfahrungen kann Lernstoff 26 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. 22-25. aufnehmen und aktiviert dabei sogar das soziale Umfeld: „I’m in the process of grading tapes they just made. Schreiben. wie Anne ihren Job als Babysitterin ausübt – die Lernenden werden aufgefordert.

Unterrichts bearbeiten lassen. erfreut nicht nur den DaF-Lehrer. ISBN 978-3-19-149183-3. dass es wenig Lernstoff gibt. 27 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. aber mit der rest von die Erzählung schliesse ich die Bedeutung. 25-26. Nr. Literaturverzeichnis: Bimmel. dass nicht zuletzt meine eigene Lustlosigkeit ein guter Indikator ist für die Notwendigkeit.. It was on my level and I could understand what the characters were saying. Barbara: Fertigkeit Hören. sondern als treibende Kraft einer effektiven Didaktik. Stimmen aus der Praxis Lehrerstimmen: . Berlin und München: Langenscheidt 2000. © Hueber Verlag 2007 . and they are equally enjoying it (USA) Althoug I personally think it is a kind of a silly story.. Ute: Lernerautonomie und Lernstrategien. Raths. echtes Interesse an dem Fortgang der Geschichte bei KursteilnehmerInnen aller Altersstufen (Iran) Currently I am using the tape with an adult evening class . Ralf: Keine Panik – ein neues Hörspiel für Deutschlerner... mit denen Lehrerinnen und Lehrer nach persönlichem Ermessen. Fernstudieneinheit 23. Vergnügen nicht als Luxus zu sehen. Unterrichtsmaterialien sollten Bausteine sein. Deutsch. In: DaFSzene Korea. Wenn die Fragen auf dem Arbeitsblatt langweilig werden. 287-289. . Ich wage zu behaupten. the kids seem to like it. (USA) . Lassen Sie sich nicht terrorisieren von Curricula. Raths. Angelika: Ein bisschen Panik.. Berlin und München: Langenscheidt 2000. dass es sich lohnt.. Am eigenen Leib erfahre ich.. Peter & Rampillon. Raths. Angelika: Passt Ihnen diese Brille? In: ZIELSPRACHE DEUTSCH.. der unverzichtbar ist.. Oder jeweils die erste Hälfte gemeinsam und die zweite Hälfte im Selbststudium. weil Nina Sachen erlebt was ich verstehe . sehr schwer. 7/1998.. In: INFO DAF. wiedererkennen diesen Geschichten aus mein eigen Familie . Ewers. Dahlhaus. Fernstudieneinheit 5.. sondern löst auch bei der Lernerschaft die erhoffte Reaktion aus (Korea) . formulieren Sie gemeinsam neue.. Nr.4/1994.. Nehmen Sie den Fun-Faktor auch für sich selber ernst! Die Reaktionen aus der Praxis bestärken in der Überzeugung. auch für koreanische Studenten nicht zu „kindisch” (Korea) Ich finde es auch toll das ich etwas lustigs horen kann in ein andere Sprache.. Zuweilen . Erfahrung hat mich gelehrt. Nehmen Sie sich die Freiheit. Davon profitiert heute auch mein Tanzpartner. Angelika: Keine Panik! Berlin und München: Langenscheidt 1997. Ich schalte den Computer aus und schwebe zur Tangostunde. 222-230... Nina ist auch entspannung nach einer schweren Stunde. etwas im Unterricht zu ändern. Berlin und München: Langenscheidt 1994. Unterricht so einzurichten.. dass Sie und Ihre Lerngruppe Freude daran haben und behalten. aber dass finde ich nicht so schlimm. Ich kann mich gut hineinversetzen in der Geschichte. Heike: Keine Panik.. die Internetauftragen finde ich sehr toll. wie viel Energie positive Rückmeldungen freisetzen können. E-Mails von Lernenden an die Autorin: I liked the storyline because it was really cute . April/Juni 2000. Neigung und Kapazitäten frei hantieren. Oft begreife ich Worten nicht.

um die Lernenden behutsam an Formen des offenen Lernens heranzuführen (Wicke 1997. die vielen historischen Gebäude zu sanieren. Der bereits erwähnte Artikel aus der Süddeutschen Zeitung wurde den Schülern einer besonders guten elften Klasse parallel zu dem Projekt als häusliche Lektüre aufgegeben. dass die Stadt – wie in einem Artikel der Süd28 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. WICKE Optisch aufbereitet und mit der Unterstützung durch Bilder kann der Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht motivierender. lustvoller und vor allem auch authentischer und effektiver gestaltet werden.Fenster im Fenster – Eine Stadt erzählt Fotos als Auslöser für einen fantasievollen und kreativen Deutschunterricht VON RAINER E. ISBN 978-3-19-149183-3. 10). dass die Lernenden mit Hilfe von Fotos zu Gestaltungsformen angeregt werden können. geschmackvollen. wird deutlich. Türme. Im folgenden Beitrag wird gezeigt. machten von alternativen Möglichkeiten keinen Gebrauch. Nach relativ kurzer Zeit konnte ich auf ca. dass seit der Wende Anfang der neunziger Jahre ein Bauboom begonnen hat. © Hueber Verlag 2007 . Wie mir von Brünner Bürgern bestätigt wurde. bei der Wahl ihrer Präsentationsformen griffen die Lernenden aber fast ausschließlich auf die traditionelle Verschriftlichung zurück. Bei Stadtrundgängen beeindruckte mich immer wieder die faszinierend vielseitige und interessante Architektur der Stadt Brno. Fresken und Zinnen laden zum Träumen und zur Herstellung von fantasievollen Zusammenhängen ein (Wer mag dort gewohnt haben? Wer lebt heute in den Räumen? Warum hat man diesen Anstrich gewählt? Was bedeuten die Skulpturen und Fresken? Woran erinnert mich dieses Haus? usw. sechzig repräsentative Fotos. Ich begann die interessantesten Fassaden und -ausschnitte zu fotografieren.). ein Mini-Projekt durchzuführen. 112). aber auch fantasiereichen Neubauten widerspiegelt. Daher entstand schon früh der Gedanke. Anhand eines Unterrichtsversuchs in den Klassen neun bis dreizehn in Brno in der Tschechischen Republik. z. Juli 2000. so dass Einzelheiten bei der späteren Verwendung im Unterricht leicht identifizierbar waren. es jedoch nicht gewohnt waren. fächerübergreifend. Arbeitsaufträge wurden zwar sehr gewissenhaft erledigt. bemüht man sich heute nicht nur. die für die Verwendung in dem geplanten Projekt geeignet waren. projektorientiertem Lernen motiviert werden. projektorientiert und kooperativ zu arbeiten. wie jugendliche Schülerinnen und Schüler durch die Arbeit mit einer Collage und Fotos zu ihrer eigenen Stadt zu kreativem und fächerübergreifendem. Erker. während nüchternere Plattenbauten und moderne Hochhäuser ebenfalls ihren Reiz haben. dass die Schüler der einzelnen Klassen über ausgezeichnete Deutschkenntnisse verfügten. darüber hinaus ist im Stadtbild deutlich festzustellen. deutschen Zeitung lapidar geschrieben wurde – „keine Prachtbauten besitzt“ und eine langweilige „Industriestadt durch und durch ist“ (SZ 19.B. der sich in zahlreichen modernen. Die ausgewählten Fotos wurden mit Hilfe eines Farbkopierers in einem örtlichen Copy-shop auf DIN A-4-Format vergrößert. die den fremdsprachigen Deutschunterricht um eine künstlerisch-ästhetische Komponente bereichern und die Lernenden gleichzeitig zum Verfassen von kreativen Texten motivieren. in den anderen Lern- Vorbereitung des Projektes Im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht an einem Gymnasium in Brno konnte ich feststellen. durch das auf dem Balkon abgestellte Fahrrad oder ein mit auffallend vielen Pflanzen und Blumen dekoriertes Fenster inmitten der sonst so trist wirkenden Häuserfront. Es stimmt keineswegs. zurückgreifen. an dem zwei Lehrer beteiligt waren.

65 –77).gruppen wurden die wesentlichen Aussagen kurz als Thesen vorgestellt. dass dieser von den Schülern nicht im Sinne der traditionellen präzisen inhaltlichen und formalen Analyse bearbeitet werden. ISBN 978-3-19-149183-3. fast schon als antik zu bezeichnenden Fensterrahmen von einer örtlichen Recycling-Firma. Dabei wurde davon ausgegangen. rimentieren in der fremden Sprache motivieren können. sondern dass er sie zu assoziativem Denken und zum Interagieren mit den Inhalten herausfordern sollte. Am besten dafür geeignet erschien mir Ilse Aichingers Das Fenster-Theater (siehe Kasten unten) inklusive der bereits in einer Publikation des GoetheInstitutes München vorliegenden Didaktisierung. Ihre eigenen Arbeiten sollten in den Mittelpunkt des Unterrichtes gerückt und zum Lerngegenstand werden. der sich zur Einführung in die Thematik eignete. 1: „Fenster-Collage“ Brno . wie er an seinem Wohnungsfenster ein absurdes Verhalten an den Tag legt. die eine fantasievolle Interpretation ermöglichen (Goethe-Institut 1984. indem sie ihren Mitschülern 29 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation.a. sondern dass dieser für ein über der Frau wohnendes – am Fenster in seinem Bett stehendes – kleines Kind Theater gespielt hat. Die didaktischen Fähigkeiten der Lernenden sollten gefördert werden. die Lernenden zum Sammeln von Informationen anzuregen. Die hinzugerufene Polizei stellt am Ende der Geschichte fest. Im Rahmen der Vorbereitung besorgte ich mir ebenfalls einen alten. Ein weiteres wichtiges Ziel bestand darin. in dem die ausgewählten Fotos zu einer Collage zusammengestellt wurden. © Hueber Verlag 2007 Abb. dass scheinbar alltägliche Dinge durch ein begleitendes Aufgabenangebot auch zum kreativen ExpeIn Das Fenster-Theater beschreibt Ilse Aichinger wie ein alter Mann von einer gegenüber wohnenden Frau dabei beobachtet wird. in einen Teppich hüllt. kreativen Bearbeitung von Fotos sollte die Neugier der Schüler geweckt und ihnen gezeigt werden. wobei mir wichtig war. Vor allem sollte die Auseinandersetzung mit dem Text bei den Lernenden Neugier wecken und sie zum eigenverantwortlichen Aushandeln von Bedeutung und zum Experimentieren in der Fremdsprache motivieren. sich einen Turban um den Kopf wickelt und sogar zeitweilig auf dem Kopf steht. Gleichzeitig suchte ich nach einem kurzen literarischen Text. indem er sich u. Ausgehend von der Möglichkeit der fantasievollen. die einen direkten Zusammenhang zu der Lebenswelt der Lernenden herstellen und ihr Vorwissen aktivieren sollten. Die Negativschilderung ihrer Heimatstadt in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung sollte die Schüler zusätzlich provozieren und sie zu einer kontrastiven Darstellung anregen. dass die Lernenden gleichzeitig mehr oder weniger Verantwortung für die Organisation und den Ablauf des Unterrichts übernehmen konnten. dass es sich bei dem älteren Herrn keineswegs um einen Psychopathen oder Exhibitionisten handelt. denn in dieser Geschichte geht es zentral um Beobachtungen aus einem Fenster. S. Zielsetzungen Als Ausgangspunkt des Projekts wurden Fotos aus Brno ausgewählt. die bei der Bearbeitung verwendet werden konnten.

kann man Dinge real oder abstrakt sehen. das den Menschen in ihrem Leben neue Möglichkeiten eröffnet. dass diese nicht eingesehen werden konnte. wurde sehr allgemein beantwortet. dass auf der Collage auch Gebäude aus Brno zu finden seien. aus einem oder in ein imaginäres Fenster zu schauen: Fortsetzung der Arbeit mit der Collage und den Einzelfotos Nach der Bearbeitung der Geschichte wurden die Folie mit dem imaginären Fenster und die dazu gehörigen Schülervorschläge erneut mit dem Auftrag präsentiert. die sie aufforderte. sie scharten sich noch dichter um die Collage und fanden nun schnell heraus. könne es sich nur um die Stadt handeln. Die Schüleräußerungen wurden unkommentiert gesammelt und auf einer Folie fixiert. da ihr die Architektur dort als recht vielfältig bekannt wäre. da ich erst vor kurzer Zeit aus der Bundesrepublik gekommen sei. indem alte und neue Gebäude stark miteinander kontrastieren. warum die Identifikation ihnen zunächst so große Schwierigkeiten bereitet habe. Die anschließende Arbeit mit dem Fenster-Theater von Ilse Aichinger eignete sich hervorragend für die Vorbereitung der Projektarbeit. genauer zu beschreiben. ISBN 978-3-19-149183-3.B. was man bei einem Blick in ein Fenster sehen kann.oder Einblick zu modifizieren. In einer elften Klasse charakterisierte ein Schüler das Fenster z. Bei der Zusammenstellung der einzelnen Bildausschnitte hatte ich darauf geachtet. aber auch Park. einen möglichen Aus. Eine Mitschülerin vertrat dagegen die Ansicht. da sie den Schülern einen Freiraum zur kreativen Interpretation der Handlung und zum Experimentieren in der 30 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Jetzt wurden alle neugierig. Das Fenster wurde jetzt umgedreht und die Schüler erhielten Gelegenheit. Weitere Beispiele wurden genannt. auf die Collage zuzugehen und diese ausführlich zu betrachten. dass die architektonische Vielfalt im Stadtbild von Brno betont wurde. und erklärte. Ein Schüler der elften Klasse vertrat die Ansicht. dass es sich um eine deutsche Stadt handelte. jetzt spontan als „das Fenster zur Zukunft“. indem zum Beispiel „eine Familie“ oder „ein Kinderzimmer“ usw. in andere Fenster – wenn auch nur imaginativ – hineinzusehen. mir zu sagen in welcher Stadt die Fotos aufgenommen wurden. Häufig griffen die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Schilderung automatisch auf die Sicht aus dem Fenster des Klassenraumes oder auf den Blick aus ihrem eigenen Zimmer zu Hause zurück. Straßenszenen oder der dichte Verkehr auf den Ausfallstraßen. Es kommt auf die Fantasie an. weil der Titel der Geschichte dem Inhalt bis zum Schluss nicht eindeutig zuzuordnen ist und den Lesern erst am Ende buchstäblich „ein Licht aufgeht“. Offensichtlich betrachteten viele Lernende es als indiskret.“ Zu Beginn der Stunde hatte ich bereits das alte Fenster mit der Collage so an die Tafel gelehnt. Die Aufforderung. Während der Betrachtung nutzte ich die Collage als Gesprächsanlass: Ich bat die Schüler. wo ich bisher meinen Wohnsitz hatte. dass es nur Prag sein könnte. Fremdsprache bot – nicht zuletzt deswegen. Projektverlauf: Einstimmung auf das Thema Zu Beginn des Projekts wurden die Lernenden zunächst mit einer Folie konfrontiert. genannt wurden. Sieh aus dem Fenster oder sieh in das Fenster: Was siehst du? Wo ist das Fenster? Wo bist du? Erwartungsgemäß erzeugte dieser Arbeitsauftrag zunächst Verblüffung und die ersten Antworten kamen mehr oder weniger zögerlich. © Hueber Verlag 2007 . dass viele und sogar alle Bildausschnitte aus Brno stammten. Eine Schülerin fasste die Ergebnisse wie folgt zusammen: „Wenn man aus einem Fenster oder in ein Fenster sieht.und Gartenszenen wurden genannt.ihre individuelle Bearbeitung – unter anderem durch die Wahl einer geeigneten Präsentationsform – verständlich machen und diese kommentieren mussten. Auf meine Frage. Kurz darauf deutete jedoch ein anderer Schüler auf das in einem Ausschnitt abgebildete Stadttheater Brno und wies mit Erstaunen darauf hin.

wie (fehlende) Blumen im oder vor dem Fenster. Karton. Bei diesem offensichtlich ungewohnten Arbeitsauftrag ging es mir darum. ihre Eindrücke. Darüber hinaus gab es Zwischenphasen. Gardinen und Rollos sowie Leuchtreklamen. allein oder zusammen mit einem Partner eines der Bilder zur weiteren Bearbeitung auszuwählen. sich intensiver damit zu befassen. Ein Mitschüler sagte. Vorstellungen und Erwartungen in einer kommentierenden Arbeit festzuhalten. zu den ausgewählten Fotos und den dazugehörigen Arbeiten einen Text zu verfassen. die Kraft des Imaginativen nutzen und im Rahmen der Bedeutungsvielfalt die Schülerinnen und Schüler eigene Interpretation aushandeln zu lassen. Papier in allen möglichen Farben. Bedingung war. Statuen und Fresken. sondern ihnen Gelegenheit zur Reflexion und zur eigenen Gestaltung gaben (Neuner 1994. ihre Interpretation zu dem gewählten Gebäude. Schließlich legte ich alle mitgebrachten Einzelfotos aus und bat die Lernenden. mir spontan Eindrücke und Gefühle zu schildern. eine Collage oder Zeichnung anzufertigen.oder Partnerarbeit waren die entstehenden Arbeiten nicht nur ein wichtiger Gesprächsanlass für Schüler-Lehrergespräche. das Gebäude mit Hilfe von konkreter Poesie zu beschreiben oder Mischformen zu verwenden. dass sich einige Lerngrup- Abb 2: Bei der Arbeit pen für eine große Diversität bei der Auswahl der Präsentationsform entschieden: Es entstanden Zeichnungen. indem ich auf einige der Ausschnitte zeigte und um Kommentare dazu bat. Bei der Durchführung in verschiedenen Jahrgangsstufen zeigte sich. wer möglicherweise dort wohnt.32) wurden sie aufgefordert. Während der werkstattartigen Erarbeitungsphase in Einzel. S. man sei es nicht gewohnt. die die Lernenden in ihrem Lernverhalten nicht völlig „vorprogrammierten“. woran man das erkennen kann. Kreatives Schreiben Nachdem alle Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten kurz vorgestellt hatten erhielten die Lerngruppen in der darauffolgenden Stunde einen zusätzlichen Arbeitsauftrag. welche Produkte dort entwickelt werden oder warum es sich um ein typisches Verwaltungsgebäude handeln muss usw. dass die Anfertigung der Arbeiten den Lernenden half. alte Zeitungen und Illustrierte sowie Scheren und Klebestifte wurden auf einem Tisch zur Verfügung gestellt. Collagen oder Arbeiten zur konkreten Poesie. Die Schülerinnen und Schüler wurden dann aufgefordert. den Lernenden durch die entsprechende Arbeitsanweisung Zeit zu geben. ISBN 978-3-19-149183-3. Eine dreizehnte Klasse wiederum entschied sich fast geschlossen für Collagen aus alten Zeitungen und Illustrierten. Dabei wurde auch deutlich. welche Firma ihren Sitz in einem der Gebäude hat. in denen sie ganze Handlungsstränge künstlerisch verarbeiteten. © Hueber Verlag 2007 . Jetzt forderte ich die Lernenden auf. Mit Hilfe der „Schreibhilfe“ (Abb. 3.antwortete eine Schülerin. wie vielfältig die Architektur sei. 10). Dabei wurden interessante Aspekte genannt. Der Schwerpunkt der Arbeit lag darauf. die „schon immer da waren. Es kamen Lernprozesse in Gang. sich über Zusammenhänge und Handlungen klarer zu werden. dass sie auf ihren Wegen durch die Stadt meist nur die unteren Stockwerke betrachtet und den Blick nur selten auf den oberen Teil der Fassaden lenkt. denn auch die Kurzpräsentationen erwiesen sich als relativ zeitaufwendig. Dabei war es hilfreich. dass er gar nicht wusste. wobei der Fantasie keine Grenzen gesetzt wurden. 31 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Details für ihre Präsentation zu planen und auf diese Weise einen roten Faden zu verfolgen. bei denen die Schüler ihre Arbeit und/oder die Konzeption kurz vorstellten.“ Von daher wisse man gar nicht. Dabei war es ihnen freigestellt. dass die Arbeiten einen Bezug zu dem ausgewählten Gebäude herstellen sollten. dass Brno über eine solche Stilvielfalt in der Architektur verfügt: Man beschäftige sich eben nicht mit diesen Dingen. Stifte. sich intensiver mit dem Bild auseinander zu setzen und kreative Arbeitsformen zur Bearbeitung hinzuzuziehen. dass in dieser Phase des Projektes jeweils Doppelstunden zur Verfügung standen.

Brno Dabei konnten sie selbst entscheiden. Auch einige lernschwächere Schüler. aber sie lieben das Licht hinter dem Glas und können sie nicht kriegen. ISBN 978-3-19-149183-3. wie sehr Bilder und Collagen die Fantasie der Schüler angeregt und sie zum sprachlichen Experimentieren ermuntert hatten (Akinro.. .Abb. Wenn es bei der Erstellung der Texte Formulierungsschwierigkeiten gab oder ein Wort im Wörterbuch nicht gefunden wurde. Aber es gibt kein Wasser da. Sie liebte die Sonne so sehr. Sie wollte jeden Tag näher bei der Sonne sein. dass sie die kleinen Fenster kaputt machte. um dort zu leben. Etwas ohne Namen. standen die Lehrer als Berater zur Verfügung. Sie können nur weinen. Und dieser ganz schwarze Schatten ist voll von Augen. Die junge Frau fror und jetzt sagt man. stellten nun bereitwillig ihre Arbeiten zur Diskussion. Die Augen haben auch keinen Namen.. Sie hatte nämlich – wie sie ganz aufgeregt erzählte – erst kurz vorher die seltene Gelegenheit gehabt. ob sie ihre eigene Collage oder Zeichnung inklusive des dazugehörigen Fotos verwenden oder lieber mit einem Partner oder einer Partnerin tauschen wollten. Michal Kvarná. Tränen Text 2 Ich sehe ein Fenster. 3: Schreibhilfe Abb.GML. um die Sonnenstrahlen auf ihrem Körper zu spüren. Kristyna Pesakova. Tagebucheintragungen. von denen hier lediglich zwei Beispiele (mit den Originalfehlern) präsentiert werden können. wie im Grab... Bei diesen Arbeiten wurde deutlich. Niemand weiß von den Augen und sie können nicht heraus. Man hört nur ein tropfendes Wasser. 8BV Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. die den Sommer sehr liebte. dass der Regen nur darum existiert. Sie brauchen die Dunkelheit. Es entstanden die unterschiedlichsten Texte. 1998. darum hört man das Wasser tropfen. .. etwas. war die kleine Kuppel ganz voll von Schnee. da sie ihre eigenen Arbeiten schon während der kurzen Präsentationsphasen ausführlich kommentiert hatten und nun lieber auf die Ideen von anderen zurückgreifen wollten. zu welchen Assoziationen das Gebäude des tschechischen Staatsfernsehens in Brno einen anderen Schüler (ebenfalls 13. Sie sind immer allein. Und darum hatte sie diesen Turm mit der Kuppel gewählt. Und es ist immer dunkel dort. interessante Märchen. Interviews und Kurzgeschichten. Werbeanzeigen. um junge und naive Frauen zu warnen. es widerspiegelt nur.. .. etwas. Und hinter dem Glas ist ein ganz dunkles . die sich in den bisherigen Stunden sehr zurückgehalten hatten. Eine Schülerin einer dreizehnten Klasse entschied sich für ein Märchen (Text 1). Aber es ist kein Wasser da . Sie sind stumm und starren mich leise an . Da ist nur Finsternis und Stille in den Tiefen hinter dem Fenster. 8 BV GML Besonders interessant war. was man Dunkelheit nennt. Einige Schüler wollten lieber tauschen. Das Fenster sieht wie ein großes Spiegel aus: ein kaltes Glas ohne Farbe.. Klasse) angeregt hatte (Text 2). © Hueber Verlag 2007 . in der Kuppel des historischen Universitätsgebäudes durch eines der runden Fenster über die Stadt zu sehen (Abb. 17).4) 32 Motivation Ein Märchen Text 1 In diesem Kuppeldach wohnte eine wunderschöne junge Frau. Dann kam aber der Winter mit viel Schnee und weil sie die Fenster nicht zumachen konnte. keine Stimme. 4: Historisches Universitätsgebäude.

Rainer E. so dass diese als Unterrichtsinhalte in anderen Klassen genutzt werden können. ganz gleich ob sie an dem Projekt beteiligt waren oder nicht. 65-77. München: Klett Edition Deutsch 2000. Klaus: Architektur des 20. Fotos und Kunstbildern im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht in Schule und Fortbildung. Durch das Projekt habe man. dass ihre Heimatstadt so viele interessante und sehenswerte Häuser aufweist. Richter. ISBN 978-3-19-149183-3. Bettina: In ein Bild „eintauchen“. dass man doch „mehr um sich und nach oben sehen und auch die kleinen Dinge beachten“ sollte. als etwas nur so auszudenken“. da man sie normalerweise als gegeben hinnimmt und nicht beachtet. Ronald: Kunst und Musik im Deutschunterricht. 17-19. die zum „Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz der Länder“ in der Bundesrepublik Deutschland führen. das war Spaß. Neuner. (a): Aktive Schüler lernen besser. In: Bredella. dass sie nicht gewusst hatten. Süddeutsche Zeitung: Eine Rhapsodie in Mähren. I Seminarbericht.: Vom Text zum Projekt. Wicke. Auch die Tatsache.): Schüleraktivierende Methoden im Fremdsprachenunterricht Englisch. 5: Die Ergebnisse den kreativen Ideen. Mich motivierte nur meine Fantasie und meine Gedanken. Heft 17/1998: Kunst und Musik im Deutschunterricht. Nach dem Prinzip „Schüler lernen von Schülern“ (Wicke 2000a. weil das eine andere Arbeit war. konnte ich meine Vorstellungen auf das Papier übertragen. Zum anderen wurde mit der Ausstellung für das Fach Deutsch geworben. Wicke. da sie einige der Ziele.Schüleräußerungen zum Projekt Es gab eine kurze schriftliche Auswertung des Projekts (Was hat uns gefallen. Üblich ist die Arbeit in der Stunde langweilig. interessiert und motiviert?). Dokumentation der Ergebnisse Alle Ergebnisse wurden in einer Ausstellung zusammengestellt. sondern dass der Unterricht auch kreativ und schülerzentriert gestaltet werden kann. die Arbeiten ihrer Mitschüler und die der anderen Klasse einsehen und nach Belieben die dazugehörigen Texte studieren. Während einer Konferenz aller tschechischen Schulen. dass die Motivation von der Fenster-Collage ausging. die zu mehreren Zwecken genutzt wird. © Hueber Verlag 2007 . Jahrhunderts. was ich wollte. 19. Gerhard: Aufgaben und Übungsgeschehen im Deutschunterricht. München. Dabei war einer Schülerin wichtig. Die Rückmeldung einer Schülerin einer neunten Klasse soll zum Abschluss unkommentiert (und im Originalton) zitiert werden. Zum einen konnten die Schülerinnen und Schüler. (b): Grenzüberschreitungen – Der Einsatz von Musik. 4-8. denn „das ist einfacher. Rainer E. Bochum: Kamp-Verlag 1985. Niemand sagte mir: „Du musst das malen. da die Ergebnisse demonstrierten. dass ich mit meiner Fantasie arbeiten konnte. wurde die Ausstellung ebenfalls zum Gegenstand der Gruppenarbeit zum Thema „Projektorientiertes Lernen“. Heft 17/1998: Kunst und Musik im Deutschunterricht. 54-82. Literaturverzeichnis: Akinro. 10. Viele der Befragten gaben zu Protokoll. Didaktisierung von Ulrike Gänswein. die ich mir mit diesem Projekt gesetzt hatte. dass ihr die Arbeit deshalb sehr viel Spaß gemacht hätte. In: FREMDSPRACHE DEUTSCH. Berlin: Cornelsen 1997. dass Deutschlernen nicht nur Spaß machen. dass die Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden konnten. während ein Mitschüler die Lehre daraus zog. wurde mehrfach genannt und ein Mädchen betonte. Lothar: Leseerfahrungen im Unterricht. Michael (Hrsg. Positiv erwähnt wurde auch. Wicke. München: Goethe-Institut. Bredella. München: Prestel-Verlag 2000. weil sie ihre Träume beschreiben durfte. München: iudicium 2000. Grätz.) profitierten sie von der Textvielfalt und 33 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Goethe-Institut: Literarische Texte in der Unterrichtspraxis. Alle Arbeiten wurden nach Beendigung der Ausstellung auch in einem Ordner gesammelt. dass sie kreativ und fantasievoll arbeiten konnten. Kognitive und affektive Reaktionen bei der Lektüre literarischer Texte. Es hat mich sehr interessiert. Heft 10/1994: Aufgaben und Übungsgeschehen. die ich in Brno organisiert hatte. In: FREMDSPRACHE DEUTSCH. 10. die Stadt „aus einem völlig anderen Blickwinkel gesehen“. Du musst das schreiben!“ Ich konnte machen. In: FREMDSPRACHE DEUTSCH. Juli 2000. die dort umgesetzt wurden. Lothar & Legutke. Aber dieses Projekt war nicht langweilig. Wenn ich mein Bild malte. ob sie allein oder mit einem Partner arbeiten wollten. 84 f. Die Zusammenarbeit sei sehr gut gewesen. so eine Schülerin. Rainer E. Abb. beschreibt: Mir hat gefallen. Das war keine Arbeit. 1984.

Motivierungschance: Spielformate Die Aufmerksamkeit und Konzentration vieler Lerner beim wiederholten Üben einer Struktur ist oft größer. usw. ist es notwendig. Mit Hilfe des folgenden Spielformats ließe sich z. wie die systematische Darstellung des Lehrstoffes. Beschäftigung mit Grammatik wird von vielen Lehrern und Lernern als motivierend erlebt: Die Grammatik bringt Ordnung in das „Chaos“ des Fremdsprachenunterrichts. ist oft schnell getroffen. ein sadistischer Trainer. um konkrete Aufgabenstellungen in konkreten Unterrichtssituationen als signifikant und in der Folge als motivieMotivation Neben Ratespielen gibt es eine Vielzahl weiterer Spielformate. schwer verdientes Geld. welche Teillernziele nun mit Hilfe einer bestimmten Aufgabenstellung erreicht werden können. Für viele Lerner stellt diese Entscheidung aber noch keine ausreichende Motivationsbasis dar. zusätzliche potentielle Motivationsfaktoren für den Grammatikunterricht nutzbar zu machen. dass Grammatik und Grammatikübungen für das Erlernen einer Fremdsprache wichtig sind. hat gewonnen. wenn Aktivitäten und Aufgabenstellungen unter dem Stichwort „Grammatik“ präsentiert werden. scheinen auf manche Lerner durchaus motivierende Wirkung zu haben. L = Lehrer/Lehrerin Adjektivübung L schreibt der Reihe nach Nomen mit Adjektivattributen an die Tafel. wenn wir im Folgenden versuchen. wie auch im einleitenden Artikel von Gudula List ausgeführt.Grammatik und Motivation – ein Widerspruch? Motivierungschancen und -strategien im Grammatikunterricht VON WILFRIED KRENN Sehr vielen Lernern fällt es schwer. ein begeistertes Publikum.).) Die Lerner versuchen. rend zu erleben. Sehen. Die Grammatik kann Ordnung in das „Chaos“ des Fremdsprachenunterrichts bringen und suggeriert. eine Fremdsprache lernen zu wollen. ist es oft schwierig. genau zu definieren. die mit Hilfe von Grammatik und Grammatikübungen gern und gut Fremdsprachen gelernt haben. eine kurze Karriere. Die Beschäftigung mit Grammatik im Fremdsprachenunterricht weist durchaus Aspekte auf. (z. sich für die gängigen Aufgabenstellungen im Fremdsprachenunterricht zu motivieren. sollen diese Faktoren hier bescheiden als „Motivierungschancen“ bezeichnet werden.und Lernziele schwer „operationalisierbar“. ohne dass ihr Thema erraten wird. die damit verbundene Komplexitätsreduktion und das intensive Wiederholen und Einüben ausgewählter sprachlicher Strukturen. Die Attraktivität der Aufgabenstellung erhöhen Die grundsätzliche Entscheidung. die das Üben grammatikalischer Struk- 34 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Die Gruppe. die am meisten Wörter präsentieren kann. Andererseits besteht unter Lernern und Lehrern ein weitgehender Konsens darüber. wenn dies im Rahmen eines „Spiels“ geschieht. klar definierte Teillernziele. die er zu einem bestimmten Thema assoziiert. © Hueber Verlag 2007 . Dies ist vor allem oft dann nicht der Fall. die von vielen Lehrern und Lernern als motivierend erlebt werden. Fliegen. Jüngeren Lernern fällt dies vor allem dann schwer.: harte Arbeit. Da Motivation. Familie. dass Lerner sich trotzdem intensiv und motiviert mit den zu übenden sprachlichen Phänomenen auseinander setzen. Die Gruppen präsentieren ihre Assoziationen und ihre Kollegen versuchen. das Thema zu erraten. das Thema zu erraten. usw. die Adjektivdeklination üben. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. das der Gruppe vorgegeben wurde. Danach sammeln die Lerner in Dreiergruppen möglichst viele Nomen mit Adjektivattributen zu einem vorgegebenen Thema (mögliche Themen: Kino. B. wenn das Üben formaler Teilaspekte der Sprache im Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens steht und nicht mitteilungsbezogene Kommunikation. (Lösung: Spitzensport). Um zu erreichen. Wasser. das Erlernen der Fremdsprache in übersichtliche Teillernschritte aufzugliedern. Im Fremdsprachenunterricht sind viele Lehr. Auch begegnen wir immer wieder „hochmotivierten“ Lernern. ISBN 978-3-19-149183-3. wenn dies im Rahmen eines „Spiels“ (= es gibt klare Regeln und Sieger) geschieht. Wenn wir Fertigkeiten im Unterricht trainieren. Die Aufmerksamkeit und Konzentration beim wiederholten Üben einer Struktur ist größer. gefährliche Medikamente. Wichtige Elemente des Grammatikunterrichts. Wir sollten diese „bewährten“ Motivationsfaktoren nicht aus den Augen lassen. ein sehr komplexes und individuelles Phänomen darstellt. Aufgabenstellungen im Grammatikunterricht für den Lerner „signifikanter“ erscheinen zu lassen.B. dass es möglich ist.

Strukturen. es werden noch einmal fünf Adjektive präsentiert. Danach entscheiden sie. ben einzeln. kann dem entgegenwirken. nimmt meist soviel Unterrichtszeit in Anspruch. Beim Einsatz von „Spielformaten“ im Unterricht sollten wir allerdings darauf achten. usw. schönsten . Motivierungschance: Aufgabenstellungen. Eine stabilisierte Wahrnehmung dieser sprachlichen Details führt in der Folge zu „Sprachaufmerksamkeit“. welcher Beispielssatz für sie persönlich am interessantesten. Lerner B schreibt die Komparativform des Adjektivs mit dem Finger auf den Rücken von Lerner A. usw. jeden Buchsta- Kommunikationssituationen. (2) Zeit. war. Der Lehrer formt das Partizip II der Verben nur mit dem Mund.). Motivierungschance: Neugier wecken durch ungewohnte Formen der Wahrnehmung Gerade im Bereich der Grammatik ergibt sich für die Lerner die Notwendigkeit. wodurch auch die dabei verwendete Sprache (Redemittel. 35 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Die Lerner schreiben für jede Person einen Satz auf. Die Lerner schreiben das Partizip II auf.. Lerner A dreht sich zur Wand. 1996). Vielen. persönliche Information ausgetauscht wird. im Unterricht Kommunikationssituationen zu schaffen. L schreibt einen Beispielsatz an die Tafel. skurrilsten.turen ermöglichen. gesammelt. gelingt es oft. persönliche Information ausgetauscht wird. sich intensiv mit sprachlichen Details auseinander zu setzen. einer der Schlüsselbegriffe in der Grammatikdiskussion der letzten Jahre (vgl. langweiligsten. Die Lerner tauschen die Rollen. Auch in einem kommunikativ orientierten Unterricht besteht dadurch die Gefahr der „Entfremdung“ des Lerners vom Lehrer. kann der motivierende Spielcharakter der Aktivitäten allerdings verloren gehen. Andererseits können Spielformate auf Lerner. um den Input zu verarbeiten und (3) Motivation. In Dreiergruppen lesen die Lerner ihre Sätze vor und erzählen ihren Kollegen etwas über diese Personen. Der Lehrer zeigt das erste Adjektiv. auf sprachliche Details aufmerksam zu werden und diese Details wahrzunehmen. Lerner A schreibt die Superlativform auf ein Blatt Papier. einen Wunsch frei hätte Die Lerner notieren die Namen von fünf Personen. Diesen Satz lernen sie auswendig. in denen authentische. Die folgenden beiden Aktivitäten erfüllen diese Kriterien und eignen sich erfahrungsgemäß gut. wenn dabei persönliche Information.. von den Unterrichtsmaterialien und von sich selbst als Lerner (Stevick.. können der „Entfremdung“ des Lerners vom Lehrer. Unterrichtsaktivitäten für den Lerner persönlich relevanter zu machen. Mit Hilfe von Präsentationstechniken. . ISBN 978-3-19-149183-3. der für diese Person zutrifft. dass den Lernern kaum Zeit bleibt. die persönliche Relevanz für die Lerner haben Erfahrungsgemäß reagieren Lerner auf Aufgabenstellungen im Unterricht sehr oft dann besonders motiviert. Die folgenden drei Beispiele sollen die vielen Möglichkeiten andeuten.. z. die die Lerner dazu führen. Die Beschäftigung mit Lehrbuchcharakteren und ihren wenig originellen Alltagsaktivitäten (Robert. einschüchternd und demotivierend wirken. vor allem erwachsenen Lernern hilft es darüber hinaus. Wenn . Die Lerner arbeiten in Partnerarbeit.. um Lerner auf bestimmte Grammatikstrukturen aufmerksam zu machen. z. Der Versuch. Bei geschlossenen Büchern wiederholt jeder Lerner seinen Satz aus dem Gedächtnis. Nach fünf Adjektiven werden die Resultate verglichen.B. Nach fünf Verben werden die Resultate verglichen. wenn (4) auch die Ziele der Aktivität in sprachlicher Hinsicht explizit gemacht werden. ohne Stimme. Ulla. Lerner B blickt zum Lehrer.. brauchen die Lerner (1) den entsprechenden nicht zu umfangreichen sprachlichen Input. die den wettbewerbsorientierten Vergleich mit anderen als Bedrohung erleben. Um relevante sprachliche Phänomene intensiv wahrnehmen zu können. einen Wunsch frei hätte. © Hueber Verlag 2007 . Doughty und Williams. Sprache auf für sie manchmal ungewohnte Weise wahrzunehmen. die sie sehr gut kennen. Übertreiben wir als Lehrer Interventionen in diesem Bereich. Wettbewerbsspiele zwischen Gruppen austragen zu lassen. der seine Freundin anruft. das heißt geübt werden. diese Motivation zu wecken. kann diesen Effekt oft nur teilweise kompensieren. (2) dass der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellung angemessen ist und (3) dass sinnvolles individuelles Feedback gegeben werden kann. Sie können auf unterschiedlichste grammatikalische Phänomene angewandt werden. Die meisten Übungen und Aufgaben in den Lehrwerken und Übungsbüchern nehmen auf diesen Aspekt wenig Rücksicht.) für den Lerner signifikanter wird. Der interessanteste Beispielsatz Die Lerner lösen eine Grammatikübung in einem Lehrbuch.. Aktivität 1: Komparation von Adjektiven L schreibt die Grundstufe verschiedener Adjektive auf Papierstreifen. (1) dass dabei die für die Lerner relevanten Strukturen auch wirklich wiederholt verwendet. die ihre Kinder zur Schule bringt.“. Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht werden. Aktivität 2: Partizipien Auf einer Folie werden Infinitive von Verben. über eigene Erfahrungen und Erlebnisse zu berichten.: „Wenn . Wortschatz. von den Unterrichtsmaterialien und von sich selbst entgegenwirken. B. (FREMDSPRACHE DEUTSCH Heft 25 „Spielen – Denken – Handeln“ zeigt dazu vielfältige Beispiele). die vor kurzem gelernt wurden und geübt werden sollen. in dem die zu übende Grammatikstruktur vorkommt.. persönliche Meinungen. in denen authentische. 1998).

Die Lerner finden Titel für die Texte. In Dreiergruppen werden die Sätze vorgelesen und die anderen spekulieren darüber.oder Umformungsübungen. eigene Entscheidungen zu treffen. Wie schon die oben beschriebenen Beispiele zeigen. Manche Lerner fühlen sich in der Geborgenheit des durchorganisierten Unterrichts wohl. die den Lernern Sicherheit geben und Aktivitäten. welche Sätze gelogen sind.und Übungsbüchern orientiert. modellhaft vorzugeben. Witze. den Lernern im Rahmen bestimmter Aufgabenstellungen Wahlmöglichkeiten einzuräumen. schreiben die Lerner richtige und falsche Sätze über sich selbst auf. die manchmal allzu perfekt organisierte „Reisegruppe“ verlassen zu können. Fabeln. je besser Lerner darauf vorbereitet werden. Einige der Sätze sind inhaltlich richtig. einige sind falsch. groteske Situationen beschreiben. das von den Lernern variiert und verändert wird. Darüber hinaus sollte der Wortschatz im Wesentlichen bekannt sein. Motivierungschance: Wahlmöglichkeiten geben. interessante Meinungen wiedergeben. In Gruppenarbeit schreiben die Lerner eigene Infinitivtexte. wenn sie für die Lerner signifikante Themen transportieren. Da es relativ schwierig ist. Dabei kann das Präsens. kurze authentische Texte (Anekdoten. mit Bedeutung füllen lassen Unterricht. ist es oft notwendig. Sehr viele Lerner würden es allerdings als motivierende Herausforderung sehen. Texte. provozieren oder unterhalten. Nachdem L die richtige Lösung verraten und eventuell mit den Lernern diskutiert hat. die den Lernern Sicherheit geben und Aktivitäten. Die Texte können ausgetauscht und in Prosatexte umgewandelt werden. den eigenen Lernprozess zu steuern und zu beeinflussen. sie aber selbst den vorgegebenen Rahmen mit Bedeutung füllen zu lassen. mysteriöse. Die Sätze beinhalten Grammatikstrukturen. © Hueber Verlag 2007 . wobei sie eigene Alltagserfahrungen verarbeiten. Eine Nummer wählen Warten Verbunden werden Warten Verbunden werden Warten Schimpfen Auflegen Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. der sich an den Vorgaben von Lehr. Die Vorbereitung sollte in sprachlicher Hinsicht (Bereitstellung nötiger Redemittel. wird wahrscheinlich umso motivierender erlebt. Die Möglichkeit. Geübt wird die erarbeitete Grammatikstruktur in der Folge meist an Hand von Einzelsätzen mit Hilfe von Einsetz-. die alle diese Kriterien erfüllen.Lügendiktat L diktiert den Lernern mehrere Sätze mit Informationen über sich selbst. welche Sätze die Wahrheit sind. bei denen Lerner selbstständig Entscheidungen treffen. die für das Üben von Grammatik eingesetzt werden. indem sie thematisch an wichtige Alltagserfahrungen der Lerner anknüpfen. Der Text wird zu einem Modell. bei denen die Lerner selbstständig Entscheidungen treffen. Die sprachlichen Strukturen. Perfekt oder Futur geübt werden. Ergänzungs. wenn sie ein interessantes Kommunikationsangebot an den Lerner darstellen. authentische Texte zu finden. Gerade Grammatikübungen bieten den Vorteil. Gerade im Bereich der Grammatik geben Aufgabenstellungen bis ins Detail vor. sie werden gesammelt.) für den Einsatz im Unterricht zu bearbeiten oder auch Texte ganz neu zu schreiben. Die Infinitivgeschichten (links unten) demonstrieren mögliche Vorgangsweisen im Unterricht. werden im Text hervorgehoben. die geübt werden sollen. ISBN 978-3-19-149183-3. selbst Entscheidungen treffen zu können. wenn sie zu Reaktionen herausfordern. klare Anweisungen in Form von Beispielen oder eines Modells) aber auch und vor allem in lernstrategischer Hinsicht erfolgen. In der Übungsphase spielt der präsentierte Text meist eine untergeordnete Rolle. Die Erfahrungen und Ideen der Lerner bilden bei dieser Aktivität den Ausgangspunkt für grammatikorientierte Aufgaben im Unterricht. geordnet und systematisiert. indem sie eigene Ideen umsetzen. Lernern die zu übende Struktur Infinitivgeschichten L präsentiert einen der folgenden „Infinitivtexte“ an der Tafel: Heimkommen Ausziehen Einschalten Hinsetzen Einschlafen Aufwachen Ausschalten Ins Bett gehen 36 Motivation Arbeit mit Texten Texte werden im Grammatikunterricht meist eingesetzt. dabei aber die zu übende Struktur verwenden (siehe Abschnitt „Kreatives Schreiben“). Gedichte. lässt dem Lerner oft wenig Möglichkeiten. die richtige Balance zu finden zwischen klaren Vorgaben. Solche Texte sind darüber hinaus für Lerner dann besonders motivierend. gibt es viele Möglichkeiten. Im Idealfall ist der Text Ausgangspunkt für eigene Schreibversuche der Lerner. Zeitungsnotizen usw. Struktur anbieten. die bewusst gemacht werden sollen. In Partnerarbeit spekulieren die Lerner darüber. Wiederum geht es für den Lehrer darum. Lehrer müssen die richtige Balance finden zwischen klaren Vorgaben. was von den Lernern wie zu tun ist. um die Funktion bestimmter grammatikalischer Strukturen in bestimmten Situationen beispielhaft zu verdeutlichen. müssen allerdings zwei wichtige Eigenschaften aufweisen: Sie müssen kurz sein und sie müssen die zu übende Struktur in möglichst großer Häufigkeit enthalten.

Einige davon werden im Folgenden beschrieben: Bilderrätsel Der Text wird als „Bilderrätsel“ präsentiert. ist es wichtig. S.Aus: Grammatik kreativ. W-Fragen: Wer? 37 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Die Präsentation geschieht so rasch. einige Wörter sind als Bild dargestellt.B. „Blitzpräsentation“ von Textzeilen L präsentiert die Zeilen des Textes einzeln auf dem Tageslichtprojektor. dass nur die Anfangsbuchstaben jedes Wortes aufgeschrieben werden. Die beschriebenen Aufgabenstellungen können sich mehrfach positiv auf die Motivation der Lerner auswirken: Zum einen wird durch die unvollständige Präsentation des Textes bei vielen Lernern die Neugier auf den Textinhalt geweckt. die Textzeile vollständig im Gedächtnis zu behalten.und Satzebene gerichtet ist. dass die Aufgabenstellungen den für die Lerner optimalen Schwierigkeitsgrad aufweisen. © Hueber Verlag 2007 . machen sie sich mit der zu übenden Struktur vertraut. die bei der Rekonstruktion Probleme haben. Die wiederholte Verwendung der zu übenden Struktur gibt den Lernern Selbstvertrauen und bereitet auf freiere Aktivitäten vor. Skelett-Text L schreibt den Text in Form eines Skelett-Textes an die Tafel. nach der Textrekonstruktion die Aufmerksamkeit wieder auf die Textebene zu lenken. Die Aufgaben haben klar definierte Ziele und erlauben klares aussagekräftiges Feedback. bis der Text ganz von der Tafel gelöscht ist und die Lerner den kompletten Text aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Auch die Präsentation eines Textes im Unterricht kann Üben bedeuten. L löscht nach jedem Vorlesen einige Wörter des Textes.73 Motivierungschance: Üben mit Hilfe geeigneter Techniken zur Textrekonstruktion Üben im Grammatikunterricht bedeutet. dass es den Lernern nicht immer gelingt. als auch schreibend und sprechend verwenden. Wenn die Lerner Texte erarbeiten. Das wiederholte Rekonstruieren eines Textes mit Hilfe unterschiedlicher Rekonstruktionsübungen kann Üben bedeutungsvoller. die Lerner schreiben den Text Wort für Wort aus dem Gedächtnis auf. Dies kann in Form von einfachen Fragestellungen zum Text (z. das heißt von einigen Wörtern werden nur die Anfangsbuchstaben vorgegeben. Gedächtnisdiktat L liest den Text mehrmals laut vor. Es gibt viele Möglichkeiten. die Lerner sollen die Zeilen aus dem Gedächtnis aufschreiben. Dadurch kann eher gewährleistet werden. abwechslungsreicher und motivierender machen. ISBN 978-3-19-149183-3. Da die Aufmerksamkeit der Lerner bei der Rekonstruktion der Texte sehr stark auf die Wort. Texte verschwinden lassen L schreibt den Text an die Tafel. Die Lerner erraten oder rekonstruieren den Text. So kann der Text Lernern. Nach der Textpräsentation versuchen die Lerner in Partnerarbeit mit Hilfe ihrer Notizen den präsentierten Text zu rekonstruieren. Die Lerner lesen den Text abwechselnd laut vor. als Unterstützung öfter vorgelesen oder kurz zum Durchlesen zur Verfügung gestellt werden. ein bestimmtes grammatikalisches Phänomen immer wieder aufmerksam und konzentriert sowohl hörend und lesend wahrnehmen. das heißt. Darüber hinaus erlauben die Aktivitäten eine differenzierte Vorgangsweise im Unterricht. indem sie diese rekonstruieren. Texte im Unterricht von den Lernern rekonstruieren zu lassen.

Sätze werden ergänzt oder umgeformt. Wenn allerdings Grammatik. verschiedene Ressourcen für die Textproduktion heranzuziehen und ihre Texte zu überarbeiten. Nur dann können die oben beschriebenen potentiell motivationsfördernden Effekte des Texteinsatzes während des Übens von Grammatik zum Tragen kommen. dass Schreiben als motivierende Lernerfahrung erlebt wird. zum Beispiel Portmann 1991 und Kast 1999). die wichtige grammatikalische Strukturen enthalten. Zu dem unten abgedruckten Ausgangstext hat eine Studentin vom Vorstudienlehrgang Graz einen neuen Text geschrieben. einen tollkühnen Sheriff und zwei tote Gangster in dem Film. indem sie z. seine Ideen. Sensible. den ich drehen möchte. Wenn das Blatt Papier auch nach zehn Minuten noch leer ist oder die Rückmeldung durch den Lehrer vor allem Aufschluss darüber gibt. Sie haben Zeit. durch Unterstreichen der fehlerhaften Textstellen). mitteilungsbezogene Textproduktionen der Lerner sein. Durch bewusste Phasen der Stille oder durch das Spielen von Meditationsmusik während der Schreibphase kann die Lernumgebung positiv beeinflusst werden. wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben. B. gesprochen und geschrieben werden. löst Schreiben wohl eher Frustrationserlebnisse aus.) geschehen. die von den Mitschüler(inne)n gelesen. wie im vorangegangenen Abschnitt dargestellt. seine Äußerungen. Kreatives Schreiben Motivierungschance: Grammatik üben beim kreativen Schreiben Auch im Rahmen traditioneller Grammatikübungen wird geschrieben. Die Vorteile des Schreibens für den Fremdsprachenlernprozess wurden in den letzten Jahren ausführlich diskutiert (vgl. Motivierungschance: Lerner produzieren eigenes Übungsmaterial Alle bisher beschriebenen Aktivitäten sehen den Lerner im Zentrum des Unterrichtsgeschehens. Wenn die verwendeten Texte darüber hinaus ein Modell darstellen. Am Ende des Schreibprozesses ver- fügen die Lerner über ein Produkt. in dieser Beziehung Blockaden abzubauen. können diese Texte Ausgangspunkt für eigene. indem das Schreiben intensiv vorbereitet wird. In Hinblick auf die Motivation der Lernenden hat das Schreiben von Texten mehrere Vorteile: Die Lerner stehen nicht unter so starkem Produktionsdruck wie beim Sprechen. lässt sich das Üben von Grammatik mit kreativem Schreiben im Unterricht verknüpfen. Mitteilungsbezogenes oder kreatives Schreiben findet meist außerhalb des „eigentlichen“ Grammatikunterrichts statt. eine kleine Stadt. Produzieren Lerner. Die Texte können aber auch Ausgangspunkt für weitere Textrekonstruktionsübungen im Unterricht sein. Die Äußerungen der Lerner werden somit zum sprachlichen „Rohmaterial“ für weitere Unterrichtsaktivitäten. Vorschläge zur Überarbeitung macht. Es sind seine Erfahrungen. die wichtig und ernst genommen werden. Schreiben ist aber auch anstrengend und kann quälend und demotivierend für die Lerner sein.B. in denen Lerner eigene Ideen kreativ zum Ausdruck bringen können. eine staubige Straße. ISBN 978-3-19-149183-3. sondern auch relevante sprachliche Strukturen. indem er Fragen stellt. wenn es gut vorbereitet wird: Gemeinsames Sammeln von Ideen. Wörter werden in Lücken eingesetzt. die Beispielsätze oder Texte stammen aber von eigenen Beiträgen oder Schreiben wird dann zu einer motivierenden Lernerfahrung. 38 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Bei allen diesen Aktivitäten werden die Lerner wieder mit wichtigen grammatikalischen Strukturen konfrontiert. Es kommt aber nur sehr selten zur Produktion von Texten. die Präsentation von Modelltexten können Blockaden abbauen. als „Kursportfolio“ zusammengefasst oder einfach im Klassenzimmer an einer Wand aufgehängt werden. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig: Die Texte können in einer schön geschriebenen Version gesammelt und „publiziert“ werden. zu planen. © Hueber Verlag 2007 . was falsch gelaufen ist. Der Lehrer kann sinnvolles Feedback geben. eigene Texte. Ausgangstext (Grammatikschwerpunkt Adjektivdeklination) Es gibt eine ausgeraubte Postkutsche. gehört. Dort können die Lerner die Texte ihrer Mitschüler(innen) lesen und positives Feedback geben. Die Äußerungen der Lerner enthalten nicht nur relevante Information. an Hand von Texten geübt wird. Das gemeinsame Sammeln von Ideen und die Präsentation von Modelltexten können helfen. ermunternde Rückmeldungen des Lehrers können ein Weiteres dazu beitragen. so können diese Texte Ausgangspunkt für weitere Grammatikübungen werden. das die Lerner in Form eigener Schreibversuche imitieren können. Dies alles allerdings im Rahmen von Grammatikübungen. das Aufschluss über den eigenen Lernerfolg und Selbstvertrauen für den weiteren Lernprozess geben kann.Wo? Wann? Wie? Warum? usw. Dem kann im Unterricht vorgebeugt werden. Hinweise auf Fehler gibt (z. Ideen zu sammeln.

von Ronald Grätz. Terminologie und Regeln Für viele Lerner vermitteln eine gute Systematik.a. um den mitteilungsbezogenen Charakter der Interaktion. Diese Tatsache erfordert. als ich meine Suppe aus dem Küchenfenster schüttete. Gerngroß. können die oben beschriebenen „Motivierungschancen“ Chancen für Lehrer und Lerner werden.: Heinle & Heinle Publishers 1996. In: R. Lösung zum Bilderrätsel auf S. Paul & Schmölzer-Eibinger. die im interaktiven System Unterricht direkte Auswirkung auf die Motivation der Lerner hat. Wenn die Erwartungshaltung an den motivierenden Effekt der beschriebenen Aktivitäten nicht zu hoch ist.: Memory. dass Lernen überhaupt stattfindet. © Hueber Verlag 2007 . diese Aspekte im Unterricht zu thematisieren. Williams J. München: iudicium 1999. ist es aus motivationstheoretischen Gründen zumindest für manche Lerner sinnvoll. ISBN 978-3-19-149183-3. Portmann-Tselikas. Portmann-Tselikas. schon erworbenes Wissen aus der Muttersprache oder einer anderen Fremdsprache anwenden zu können. nicht die Sprache. Stevick. Günter & Krenn. Mein Bruder wurde von einem Vampir geküsst.): Focus on Form in Classroom Second Language Acquisition. Meaning & Method. Fernstudieneinheit 12.. bei der Rekonstruktion eines kurzen Textes wird diese Struktur weiter geübt. 1999). Alle Vorschläge zur Förderung der Motivation in diesem Beitrag gehen davon aus. Paul: Schreiben und Lernen. einfache. Ein Grundprinzip eines humanistisch orientierten Fremdsprachenunterrichts wird dabei deutlich: Wir unterrichten Menschen. Hrsg. Wilfried & Puchta. die Chance auf schon Bekanntes zu stoßen und vergleichen zu können. Klett Edition Deutsch: Stuttgart 2001. München/Berlin: Langenscheidt 1999.Beiträgen der Mitschüler(innen).) Motivierungschance: Unterrichtssequenzen modellieren Mit Hilfe der hier beschriebenen Ideen lassen sich rund um ein zu übendes grammatikalisches Phänomen Unterrichtssequenzen entwickeln. Earl W. anwendbare Regeln das Gefühl von Sicherheit. Mein Freund wurde von einem Dreirad überfahren. Literaturverzeichnis: Doughty. Dies alles muss allerdings vorsichtig in die Unterrichtsaktivitäten integriert werden. ob und in welchem Ausmaß das Wissen um Terminologie und Grammatikregeln den Sprachlernprozess unterstützt und beschleunigt. Herbert: Grammatik kreativ. Zum Schluss Motivierungschance: Motivierte Lehrerinnen und Lehrer Als Lehrerinnen und Lehrer können wir nicht auf alle Faktoren. mit den je eigenen Erfahrungen. hat für viele Lerner motivierende Effekte. Sabine (Hrsg): Grammatik und Sprachaufmerksamkeit. Mein Hund wurde von einem Adler entführt. Freudenberg-Findeisen (Hrsg. ist die Motivation des Lehrers/der Lehrerin. A View of Language Teaching. der Text dient in der Folge als Modell eigener Schreibversuche und die so entstandenen Texte sind die Basis weiterer grammatikorientierter Aktivitäten im Unterricht. Jenkins: Fertigkeit Schreiben. (2nd edition) New York u. erklärbar und zumindest in Teilaspekten beherrschbar. dass Motivation ein sehr individuelles Phänomen darstellt. Tübingen: Max Niemeyer 1991 (Reihe Germanistische Linguistik. (Hrsg. H. 39 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. wenn man als Lehrer seinen Lernern gegenüber neugierig und interessiert bleiben kann. Kenntnissen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. Paul: Die Missachtung des Sprachwissens. Berlin und München: Langenscheidt 1999. Obwohl noch immer umstritten ist. Motivation ist ein zu umfassendes. Terminologie und Regeln sollten dabei allerdings nicht Selbstzweck werden. Was für ein Tag! (Das Bilderrätsel stammt aus: Gerngroß/Krenn/Puchta: Grammatik kreativ. Inhaltsgrammatik. die sehr viele der hier als potentiell motivationsfördernd beschriebenen Elemente beinhalten: Mit Hilfe einleitender kommunikativer Aufgabenstellungen können Lerner sich an die Verwendung der zu übenden Struktur gewöhnen. Die Sprache wird durchschaubar. Was häufig zu wenig beachtet wird. eine klare Terminologie und einfache.: Studienverlag 2001. 122). Krenn & Puchta. 25: „Spielen – Denken – Handeln“. Grundlagen der fremdsprachlichen Schreibdidaktik. Bernd unter Mitarbeit von E-M. Portmann-Tselikas. Die Möglichkeit. Im Rahmen der oben beschriebenen Aufgabenstellungen kann z. Cambridge: CUP 1998. dass die Beschäftigung mit diesem Phänomen nicht Nebensache sein darf.a. die einzelne Lernerin. Innsbruck u. und hilfreiche Terminologie kann bewusst gemacht werden.): Ausdrucksgrammatik vs. und haben dadurch potentiell mehr Relevanz für die Lerner. einwirken. den einzelnen Lerner. Der Zusammenhang zwischen diesen Unterrichtsphasen und das Ineinandergreifen der unterschiedlichen Aktivitäten werden von manchen Lernern zusätzlich als motivierendes Element erlebt (siehe dazu Gerngroß. anwendbare Regeln können präsentiert oder mit den Lernern gemeinsam erarbeitet. den „Fluss der Aktivität“ nicht zu stören. 37: Mein Biologielehrer wurde von einer Katze gebissen. Mein Hamster wurde von einer Schlange gefressen und ich wurde von meiner Mutter beobachtet. Systematik Motivierungschance: Bewusstmachung. FREMDSPRACHE DEUTSCH. durch Unterstreichungen oder Hervorhebungen immer wieder auf relevante sprachliche Erscheinungen hingewiesen werden. sondern den Sprachlernprozess unterstützen.B. Andererseits ist Motivation eine so grundlegende Voraussetzung dafür. die die Motivation der Lerner beeinflussen. komplexes Phänomen als dass einfache Lösungsvorschläge zu sicheren Resultaten führen können. Kast. C.

noch kunstgeschichtliche Vorkenntnisse haben – sie sollen nur bereit sein. Das Museum ist mit einer Schule nicht zu vergleichen. um Emotionen und sinnliche Wahrnehmung als Motivation zu nutzen. Nicht zuletzt ist Sprachunterricht im Museum eine direkte Annäherung an die Kultur eines Landes. so lautet der Titel eines Programms zum Thema Menschen und Bilder. Es dauert ungefähr neunzig Minuten und wird seit rund zwei Jahren angeboten. zu seiner Zeit oder zum Bild selbst vermittelt. es gehört aber auch nicht in die Alltagswelt. sondern arbeitet man mit den Originalen im Museum. die Außenwelt ist nur durch wenige Fenster wahrnehmbar. Dieses Vorgehen halte ich für entscheidend. Holt man die Bilder nicht in den Unterrichtsraum. ohne etwas zu schreiben und ohne anderes Material zu verwenden. wirkt eine Vielzahl von Aspekten auf den Sprachlerner ein. ISBN 978-3-19-149183-3. Methoden aus dem Sprachunterricht in einer ‚realen Situation‘ anzuwenden. mit weniger Angst vor Fehlern als in einer Schulsituation. Sprachunterricht im Museum – Wie? Wie kann man im Museum die Vermittlung der Bilder mit Sprachübungen verbinden? Wie vermeidet man dabei. sprachliches Wissen zu vermitteln. Die Gruppen sollen unvorbereitet ins Museum kommen und so überrascht werden von Räumen und Bildern. ren und wie vermeidet man.1 Sprachkursteilnehmer für ausgewählte Bilder zu interessieren. es kann faszinieren und Fragen aufwerfen. Das sinnliche Erlebnis eines Gemäldes kann Gefühle hervorrufen. sich einzulassen auf das. Gruppen mit einem relativ niedrigen Sprachniveau erarbeiten Wörter und Wortgruppen zum Thema. die Deutsch als Fremdsprache an einer Berliner Sprachschule oder dem Goethe-Institut lernen. In den großzügigen Ausstellungsräumen der Gemäldegalerie sind die Wände mit farbigem Samt bespannt. Während der neunzig Minuten bleiben wir in den Ausstellungsräumen. das allein in dieser speziellen Situation anwendbar ist? „Wütend oder verträumt – die Gesichter der Alten Meister“. Bilder als Auslöser von Emotionen – diese Ideen sind nicht neu. Für unser Angebot müssen sie weder Museumsfans sein. wird im Museum leichter sein als in der Schule. die Übungen können dementsprechend variiert werden. gewiss! Schon im Heft 2/1997 von „Fremdsprache Deutsch“ wurden zwei Sprachlernprojekte in Museen vorgestellt Dieser Beitrag verfolgt denselben Ansatz. was sie sehen. Gemälde als Arbeitsmittel zu degradie40 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Motivierend. Die Teilnehmer sollen die Bilder zuerst selbst wahrnehmen. während für fortgeschrittene Lerner der Hauptakzent auf dem freien Sprechen mit einem differenzierten Vokabular liegt. Es ist ein Ort mit einer ganz eigenen Atmosphäre.2 Nicht allen Lernern ist eine museale Atmosphäre vertraut.„Wütend oder verträumt – die Gesichter der Alten Meister“ Deutsch lernen in der Gemäldegalerie am Kulturforum in Berlin VON CAROLA MARX Kunstwerke als Sprechanlass im Sprachunterricht. die Geräusche sind gedämpft. Gruppen ab Grundstufe II. Die Sprachübungen regen zu einer ‚Verlangsamung des Sehens‘ an. sodass sich ein Kontext herstellt. Die Aura eines Originals entfaltet eine ganz andere Wirkung als eine Reproduktion. unterscheidet sich aber in der Methodik. Sprachunterricht im Museum – Warum? Die Idee des hier vorzustellenden Projektes ist es. Durch die Auseinandersetzung mit den Bildern kann auch sprachliches Wissen emotional und einprägsam vermittelt werden. © Hueber Verlag 2007 . Die Bilder werden nach und nach gemeinsam entdeckt und entschlüsselt. Erst in einem zweiten Schritt werden Informationen zum Maler.3 Bei der Anmeldung wird das Sprachniveau der Gruppe besprochen. können innerhalb ihres Unterrichts eine Lehreinheit ins Museum verlegen – als Motivationsschub. Diese Atmosphäre wirkt unterstützend für eine freie Kommunikation in der Fremdsprache.

Dann entsteht in einer Gruppe schnell ein Bedürfnis nach Austausch. machen uns nachdenklich. erklärt. um Argumente für verschiedene Darstellungsformen zu entwickeln. von denen einige im Folgenden vorgestellt werden sollen. im Gespräch kann man sie gemeinsam finden. Fast alle Gegenstände auf dem Bild haben eine symbolische Bedeutung. Eigene Empfindungen. genre. Der Maler gibt den Kaufmann Georg Gisze scheinbar fotografisch genau wieder und bereichert die Darstellung mit vielen Objekten und Details.und epochenübergreifend. Drei der ausgewählten Bilder konzentrieren sich auf die Darstellung einer Person. Skulptur. Nach der Beschreibung bekommt jeder Teilnehmer eine Karte mit einem Adjektiv zur Charakterisierung des Dargestellten. Berührungsängste mit einem Kunstwerk abzubauen. Gedanken und Interpretationen sollen mit denen der anderen verglichen werden. melancholisch stolz arrogant liebenswert großzügig unbeschwert ehrgeizig ? gelehrt stur zurückhaltend ? Die Wörter sind je nach Sprachniveau der Gruppe auszuwählen und werden. die helfen. ISBN 978-3-19-149183-3. Wenn die Teilnehmer selbst nach einem passenden Motto suchen. 41 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. 1532 Dieses Porträt unterscheidet sich von anderen vor allem durch seine Größe und seinen Detailreichtum. wie man erscheinen möchte? Wie macht man Nicht-Sichtbares sichtbar? Wir beginnen uns unvermittelt mit dem Dargestellten zu beschäftigen: Wie alt ist er? Welchen Beruf hat er? Wie sieht er aus? Wie ist er gekleidet? Was hält er in der Hand? Mit diesen kurzen und präzisen Fragen (die auch von den Teilnehmern selbst gestellt werden können) wird die Aufmerksamkeit auf Einzelheiten des Bildes gelenkt. Jeder stellt sein Adjektiv vor und begründet. So sind alle aufgefordert. begründet über den Charakter des Kaufmanns zu spekulieren. Benennen und Beschreiben sind einfache sprachliche Handlungen. beginnen sie. drei Porträts und ein Genrebild. Zeichnung und warum?“ Auch ein Dialog zwischen Künstler und Auftraggeber kann nachgespielt werden.Der Umgang mit den Bildern Unter dem thematischen Schwerpunkt Menschendarstellungen – und dies ist zu anderen Themen genauso möglich – werden Bilder im Museum Gegenstand von Sprachübungen. die zu entdecken Spaß macht. schon Beschriebenes weiter zu reflektieren und zu interpretieren. Wie oft beschäftigt uns auch im ‚normalen Leben‘ die Frage nach dem Wesen eines anderen! Hans Holbein der Jüngere: Der Kaufmann Georg Gisze. Jeder erlebt ein Bild anders. Das Bild in seiner Besonderheit wirft die Frage auf: Wie lässt man sich darstellen. – Zeit ist Geld. warum er es für den Porträtierten für passend oder unpassend hält. Dafür wurden fünf Gemälde ausgewählt. Zu vielen Bildern finden wir erst einen Zugang. wenn wir uns eingehender mit ihnen beschäftigen. Karikatur. Die letzte Aufgabe vor diesem Bild führt die Teilnehmer aus dem Museum hinaus. um sich so zu präsentieren. weil sie ein Nachdenken über die eigene Person erfordert. Bilder gefallen uns oder rufen unsere Abneigung hervor. – Das Leben ist kurz. Auf dem vierten Bild wird eine Geschichte mit mehreren Personen erzählt. – Das Leben ist traurig ohne dich – (da das Porträt für die Verlobte bestimmt war) sind einige Beispiele. © Hueber Verlag 2007 . z. Die Antworten gelangten dabei oft in die Nähe des wirklichen Spruchs: Keine Freude ohne Leid.B: „Welches Motto ließ dieser Mann auf sein Porträt schreiben?“ Ein lateinischer Spruch neben dem Kopf der Figur ist nur schwer zu lesen. Sie sollte im späteren Unterricht unbedingt erneut aufgegriffen und erweitert werden: „Würdet ihr euch wirklich malen lassen? Oder würdet ihr eine andere Darstellungsform bevorzugen? Foto. die Aufschluss über Lebensweise und Charakter geben. traurig oder fröhlich. in ihre Welt: „Wie würdet ihr euch darstellen lassen? Welche Objekte sollten euch auf einem Porträt umgeben und warum?” Diese Frage nach der Selbstdarstellung spricht an. Auch auf dieser Überlegung basieren die Übungen. Sie lösen Stimmungen in uns aus. wenn notwendig. fühlt sich auf seine Weise angesprochen.

Der Vergleich der beiden Bilder und die selbstständige Arbeit in zwei Gruppen motivieren zusätzlich. Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Jede erhält die Aufgabe. Beide stammen aus dem Jahr 1634. die Lust auf einen etwas anderen Konversationskurs haben. sie haben gelacht. eigene Betrachtungen zu formulieren. 1634 (rechts) Auch bei der Betrachtung dieser beiden Bilder geht es um die Wirkung bestimmter Details. während der Nachbereitung im Unterricht neues Vokabular schriftlich festzuhalten. z. Dabei entstanden bisher oft Charakterisierungen und Lebensentwürfe von zwei völlig verschiedenen Personen. wofür immer ein sehr differenziertes Vokabular aktiviert wurde. an denen sie allein vielleicht vorbeigegangen wären. Da alle wissen. Im Anschluss an die zwei Bildbetrachtungen wird Rembrandts wirkliche Lebenssituation 1634 zum Thema. Von dem gemeinsamen Erlebnis kann nachhaltig profitiert werden. Der Kurs richtet sich an fortgeschrittene kunstinteressierte Deutschlernende. Im Rembrandt-Saal der Galerie hängt ein Selbstporträt Rembrandts gegenüber einem Porträt. kann einerseits ein begrenztes Vokabular angewendet werden. © Hueber Verlag 2007 . werden Feinheiten ernst genommen. Das wird als Erfolg empfunden und ermutigt. eines der Bilder genau zu beschreiben und über Charakter und Lebenssituation des Dargestellten zu spekulieren. ließen sich mit Vergnügen auf diese Art der Sprachvermittlung ein. das sein Schüler Govaert Flinck von ihm gemalt hat. so unterschiedlich sind die Darstellungen. ISBN 978-3-19-149183-3. andererseits ermöglicht es den Lernenden. in dem sich die Fremdsprache verankern lässt. Da vor Ort nichts aufgeschrieben wird. rückt das Gesicht automatisch ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Teilnehmer haben einige Zeit an einem besonderen Ort verbracht. dass sie einander bedingten und unterstützten.Rembrandt: Selbstporträt. Man meint beinahe zwei verschiedene Personen zu sehen. für die Beschreibung des Gesichts. Bildbetrachtung und Sprachvermittlung waren so verwoben. Im besten Fall werden im Museum neu gelernte Wörter für immer mit bestimmten Bil42 Motivation dern verbunden bleiben. Da beide Bildausschnitte sehr klein gewählt sind. Die Teilnehmer teilen sich in zwei Gruppen auf. habe ich einen sechsteiligen Sprachkurs für Fortgeschrittene in der Gemäldegalerie entwickelt. indem weitere Themen an die Unterrichtseinheit im Museum ‚angelagert‘ werden. 1634 (links) Govaert Flinck: Porträt Rembrandts. Vom vorgestellten Vermittlungsmodell ausgehend.B. Ein bis zwei Teilnehmer stellen dann allen die jeweils in der Gruppe erarbeitete Interpretation vor. der 2002 zum ersten Mal stattfindet. Dafür werden die beschriebenen Übungsformen auf andere Themen übertragen. im Museum Gesehenes und Erarbeitetes wiederzuerkennen und zu wiederholen. Durch die Konzentration auf das Thema Menschendarstellung und seine Variation. Auf alle Fälle aber entsteht ein Kontext. die bisher ins Museum kamen. Bei allen Übungen waren ihre eigenen Wahrnehmungen und Äußerungen wichtiger als das dazu vermittelte Hintergrundwissen. waren erstaunt oder verwundert und haben gemeinsam Bilder entdeckt. Die Gruppen. dass es sich bei den Dargestellten um ein und dieselbe Person handelt. ist es sinnvoll. Zusammenfassung und Ausblick Ausschnittweise wurden Übungen zu Bildern aus dem Museums-Programm vorgestellt.

2 „Create a pleasant. ist die Motivation groß. Anordnung der Möbel und Gegenstände. ein vorstellbares Bild zu entwerfen. die Beziehungen der Personen zueinander aufzuzeigen und das Geschehen zu beschreiben. mit dem Rücken zum ausgewählten Bild.Gerard Terborch: Die väterliche Ermahnung. © Hueber Verlag 2007 . Angeregt und gesteuert wurde dieser Prozess durch Übungsformen aus dem Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht.17/1997. neu eingeführtes oder wieder aktiviertes Vokabular anzuwenden und sich dem Inhalt des Bildes zu nähern. „make the language classes interesting“. Nur ein Teilnehmer betrachtet das Bild und beschreibt es so. Bevor alle das Gemälde sehen. die Dörnyei und Csizer (1998) zur Lernermotivation formulieren und deren Umsetzung diese Art von Sprachunterricht im Museum befördern kann. Farben. Da er weiß. dass die anderen ‚ihr‘ Bild nach der Erzählung wiedergeben sollen. Dafür werden die sprachlichen Übungen komplexer. Die Fantasie der Teilnehmer ist gefordert: Wie alt ist sie.3/1998. Wiebke: Deutsch lernen im Museum. Personen.. In Briefen an die Sprachschulen und durch Anzeigen in den Veranstaltungskalendern der Staatlichen Museen machten wir auf das Angebot aufmerksam. Kata: Ten Commandments for Motivating Language Learners: Results of an Empirical Study. um 1655 In diesem Bild geht es darum. ohne es vorher anzusehen. Language Teaching Research 2. Vor Ort setzten sich die Teilnehmer mit den Räumen auseinander und formulierten ihre persönlichen Raumeindrücke. In was für einer Situation befinden sich die drei Dargestellten. Literaturverzeichnis: Dörnyei. 56-57. relaxed atmosphere in the classroom“. Klewitz. „familiarize learners with the target language culture“ sind drei von zehn Forderungen. So hat jeder die Möglichkeit. Bernd: Bilder zum Sprechen bringen.17/1997. was ihr seht! Raumerlebnis – Spracherfahrung“ im damals noch leeren Jüdischen Museum Berlin erleben (April bis Juli 2000). In: FREMDSPRACHE DEUTSCH H.. wie sind ihre Beziehungen untereinander? Anhand von Details kommt man im Gespräch dem Inhalt auf die Spur . dass die anderen es sich vorstellen können: Raum. Stuttgart: Klett Edition Deutsch. Heuer. Auch die Rückenansicht der jungen Frau im Vordergrund trägt entscheidend zur Spannung auf dem Bild bei. Anmerkungen: 1 Was außergewöhnliche räumliche Situationen bei Sprachlernern bewirken. deren Haltung und Kleidung. ließ sich sehr gut während des Projekts „Sagt. ISBN 978-3-19-149183-3. Stuttgart: Klett Edition Deutsch. 14-16. wie könnten ihre Gesichtszüge aussehen. Zoltán & Csizér. Sigrid Otto. zusammenhängend ein inneres Bild wiederzugeben und dies dann mit dem Original zu vergleichen. 43 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. sollen sie ihre nach der Beschreibung entstandene Vorstellung formulieren. Museumspädagogin an der Gemäldegalerie. Eine ziemlich schwierige Übung! In diesem Fall beantwortet die Bildbeschreibung allein nicht alle Fragen. Dies funktionierte zusätzlich als Auslöser für eine Auseinandersetzung mit deutsch-jüdischer Geschichte in Berlin. 16 in diesem Heft. Was geschieht auf dem Bild? Alle stellen sich im Raum auf.) 3 Großzügig unterstützt wurde ich bei meinen Planungen und ihrer Durchführung von Frau Dr. was sagt ihre Körpersprache über ihr Befinden? Dies ist eine weitere Gelegenheit. In: FREMDSPRACHE DEUTSCH H. Lernort Kunstgalerie. 203 – 229. (Siehe dazu den Beitrag „Wie motiviere ich richtig?“ auf S.

dass man die Sprache nie wirklich beherrschen wird wenn ich selbst Fortschritte feststelle keine Abwechslung. © Hueber Verlag 2007 . die Grammatik in allen Einzelheiten zu lernen dass was manchmal sogar logisch ist der sture BuchUnterricht wenn ich merke. ISBN 978-3-19-149183-3.Am Schwarzen Brett: Was motiviert. man hat genug damit zu tun wachzubleiben. dass der Unterricht nicht umsonst war Unterricht ist oft langweilig. langweiliger Unterricht wenn man Erfolg sieht Schüler.) Enttäuschungen wenn’s klappt starke Unterschiede bei den Lehrern (Qualität) eine gute Note zu wissen. 44 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. die nicht aufpassen und die nur ablenken Man lernt viel über das Land und weiß darüber Bescheid. Herausforderungen (anspruchsvolle Texte usw.

was demotiviert – Schülerstimmenh Gruppenarbeit. © Hueber Verlag 2007 . Projektarbeit dass man erst viel lernen muss. die nicht in den Kopf wollen Austauschaufenthalte 45 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. bevor man sich einigermaßen verständigen kann wenn Lehrer Grammatik nicht ordentlich erklären die vielen Ausnahmen in der Grammatik wenn der Lehrer guten Unterricht macht Bekanntschaften in anderen Ländern schließen sich in der Sprache verständigen und unterhalten können Unterricht hat nicht viel mit der Realität zu tun. die man nicht braucht der Lehrer die Lehrerin ein strenger Unterricht die Beste zu sein Texte/ Erzählungen in der Sprache zu schreiben die Vokabeln. Sprache zu unterrichten Vokabeln. Lehrer. ISBN 978-3-19-149183-3. denen es keinen Spaß macht.

dass der Wortschatzerwerb häufig langweilig. die neuen Wörter nicht nur ins Vokabelheft. im zweiten die Wörter der Einheit oder Lektion. weil die mit Mühe gelernten Wörter oft schnell wieder vergessen werden (von den gar nicht gelernten Wörtern ganz zu schweigen). aus: Rampillon 1995. eine deutsche Erklärung oder die muttersprachliche Bedeutung. die sich zu Hause mit relativ großem Zeit. sondern auch einzeln auf einer Karteikarte zu notieren. Auf der Rückseite ist die Bedeutung des Wortes – eine Zeichnung. ein Synonym oder Antonym. weiß. Auf jeder Karte steht auf der einen Seite ein deutsches Wort – natürlich mit Vergangenheit. denen die Kartei wirklich helfen könnte. Am Anfang jeder Unterrichtsstunde bekommt ein(e) Schüler(in) den Auftrag. Motivation und geeignete Lernstrategien. wer wann für die Herstellung der Karten verantwortlich ist. das heißt. verzichten lieber auf den Aufwand. Aber ganz ehrlich. also mit allem drum und dran. Wie wird mit den Karten gearbeitet? Der Lehrer/Die Lehrerin sammelt die Karten jeweils am Ende der Stunde in einer Kiste mit drei Fächern. Ist eine Einheit abge- Wortschatzkartei. 2000) scheint eine effektive Methode gegen das Vergessen zu sein. was zu einem Wort gehört. Dieser Plan hängt an der Wand des Klassenzimmers. Im ersten Fach befinden sich die Wörter der letzten Stunde. bei den Nomen. wie viele Schülerinnen und Schüler kennen Sie. In jeder Stunde werden zuerst die in der vorigen Stunde präsentierten und semantisierten Wörter gefestigt und geübt. die Gruppenwortschatzkartei.und Energieaufwand eine Vokabelkartei anlegen? Vor allem schwächere oder weniger motivierte Lernende. Die Karten Das Aussehen der Karten unterscheidet sich praktisch nicht von den Karten der individuellen Vokabelkartei. ähnlich wie bei der individuellen Vokabelkartei. 90 46 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. ISBN 978-3-19-149183-3. es wird mit den Wörtern aus dem ersten Fach gearbeitet. hinten die früher gelernten Wörter. Artikel.oder Monatsplan gemacht. Und gerade diese Lernenden brauchen Unterstützung. Bimmel & Rampillon. Am Anfang des Schuljahres (Kurses) wird ein Wochen. der schon einmal eine Fremdsprache gelernt hat. Gruppenwortschatzkartei Die Gruppenwortschatzkartei ist eine für die ganze Klasse in einem Exemplar hergestellte Vokabelkartei. Die Vokabelkartei (Rampillon. Sind die Wörter mehr oder weniger gefestigt. Plural usw. monoton und frustrierend ist. Eine modifizierte Version der Vokabelkartei. 1995. Rektion. © Hueber Verlag 2007 . sie wandern also ins zweite Fach. ev.Vokabelkartei – einmal anders VON ZSUZSA MARLOK Jeder. reduziert die Nachteile der individuellen Kartei und bietet den Lernenden darüber hinaus eine Reihe von motivationsfördernden Vorteilen. Beispielsatz bei den Verben. können sie mit den Wörtern der Einheit kombiniert werden.

zu den Wörtern in der Kartei zurückgelegt und so praktisch „rehabilitiert“ wurden. dass sie neugierig sind. um die unbeliebten Wörter weiter zu „zähmen“. Wörter mit Gefühlen aussprechen. um reinzuschauen. und bei mündlichen Aufgaben auch hören. 16 f. (Natürlich gibt es auch viele andere Aufgabentypen. Bohn 1999. sind praktisch unbegrenzt.schlossen. und die Wörter sollten immer den Zielen der jeweiligen Stunde entsprechend ausgewählt werden.). was im Umschlag steckt und deswegen immer wieder hingehen. Die Aufgaben können auch von den Lernenden selbst hergestellt werden. Sie bekommen zum Beispiel zu zweit oder zu dritt je einen Zettel aus der Kartei und ihre Aufgabe ist es. bei Anfängern. die dazu geeignet sind. 1998. wird eine Wiederholung gemacht. Ich möchte betonen. Der Lehrer kann ab und zu eine witzige Aktivität mit diesen nicht geliebten Wörtern planen. S. 47 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Eine weitere interessante Aufgabe ist es. fehlt es nicht an Ideen. Tabu. die die Lernenden vergessen haben. die an einen motivierenden Fremdsprachenunterricht gestellt werden (vgl. und werden von den anderen Paaren oder Gruppen gelöst. 48 zeigt. dass Wörter nach einiger Zeit wieder aus dem Umschlag herausgenommen. Dörnyei & Csizér. Sie können die Karten – und damit die Wörter – wortwörtlich anfassen. ISBN 978-3-19-149183-3. lege ich oft einfach Karten auf den Tisch und die Aufgabe ist. die ich nicht mag. Die Lernenden haben das Recht. Verben zum Perfekt usw. Adjektive zur Adjektivdeklination. um die Bedeutung zu überprüfen. Ich möchte nur einige Beispiele nennen. mit gezielt oder zufällig ausgewählten Wörtern Geschichten schreiben oder erzählen. Wörter im Lehrwerk nachzuschlagen. Synonyme suchen. welche Lehrerin kann sich an die Wörter erinnern. assoziieren. Wörter nach bestimmten Kriterien gruppieren. Fragesätze oder Nebensätze zu bilden – je nachdem. wenn die Wortfolge noch problematisch ist. zusammengesetzte Sätze. die Karten umdrehen. Silbenrätsel. Wörter. welche Aufgabe(n) sie in der gegebenen Stunde machen möchten. In der Grundstufe. 1985. das Gegenteil sagen. Thorsten & von Jan. welche Lehrerin nimmt sich die Mühe. schöne Wörter. Bandwurmwörter. wie man im Unterricht abwechslungsreich und effektiv mit Wörtern arbeiten kann. Genauso kann man Umschläge für Lieblingswörter. wie die Arbeit mit der Gruppenwortschatzkartei eine Reihe von Anforderungen erfüllt. daraus für die anderen etwa ein Silbenrätsel (telefonieren – le – ren – fo – te – nie ) oder Anagramm (singen – n e i g s n) zu machen. sie noch einmal sehen. Ich habe in meinem eigenen Unterricht schon öfters erfahren. Ur & Wright 1995): Galgenspiel. die Wörter werden abgefragt und sie landen im letzten Fach. In Gruppen. Anagramm usw. kann die Lehrerin es auch ganz den Lernenden überlassen. Der Trick an der Sache ist. jederzeit Zettel in diesen Umschlag zu stecken. Wortschlangen machen. für immer wieder vergessene Wörter anhängen. mit der Aufschrift. Kreuzworträtsel. siehe auch die Motivationsvorschläge von Dörnyei in diesem Heft. Ratespiel spielen. Ein paar Minuten vor der Stunde kann man die für die Ziele der jeweiligen Stunde entsprechenden Wörter aussuchen. Bohn & Schreiter 1993. © Hueber Verlag 2007 . Kuckucksei. Wörter pantomimisch darstellen und die Bedeutung erraten. Wörter einem Bild oder einem Begriff zuordnen. sondern aus bekannten Ideensammlungen stammen (Behme 1988. Wortwitze machen. dass die Arbeit mit den Wörtern nicht vom normalen Lernprozess isoliert werden soll. Das ist der häufigste Vorgang. Übungsmöglichkeiten Die Möglichkeiten mit den Wörtern zu üben. Bei der Grammatikarbeit zum Beispiel werden Wörter so ausgewählt. die schon längere Zeit zusammen sind. Wie oben erwähnt. Erfahrung mit der Kartei haben und bereits viele Aufgabentypen kennen. die nicht persönlich von mir. Themenwortschatz sammeln.) Die von den Lernenden hergestellten Rätsel rotieren in der Klasse. Dazu kommt die Lehrerfreundlichkeit der Gruppenwortschatzkartei. Beispielsätze sagen. die in einer Gruppe aufgeschrieben wurden? Und welcher Lehrer. dass sie die Wörter gerade dadurch lernen. Sie ist in die anderen Fertigkeiten zu integrieren. Montagsmaler. Aber wieder mal ganz ehrlich: Welcher Lehrer. Wörter definieren. Während der Wortschatzarbeit sind die Karten in der Hand der Lernenden. und die deshalb wiederholt werden müssten? Mit der Gruppenwortschatzkartei löst sich dieses Problem von selbst. wenn die Lernenden einen Briefumschlag an die Wand anbringen. Die Kartei macht es aber möglich – und das ist einer der größten Vorteile der Gruppenwortschatzkartei – dass auch immer wieder mit früher gelernten Wörtern (aus dem dritten Fach in der Kartei) geübt werden kann. was geübt werden soll. dass sie die Übung der Grammatik ermöglichen. Motivation und Gruppenwortschatzkartei Der Kasten auf S.

bis die Wörter im Langzeitgedächtnis verankert sind. Früher Gelerntes muss mit neu Erworbenem kombiniert werden. Dabei werden (fast) alle Sinne angesprochen – die Wörter werden nicht nur gehört und gesagt. Rampillon. Z. 2 Abwechslungsreicher Unterricht Die Wörter sind im Unterricht ständig präsent.org. Christopher: 88 Unterrichtsrezepte Deutsch als Fremdsprache. Thorsten & von Jan. verfügbar. Die Wörter bleiben nicht im Kopf. Abschließende Gedanken Wörterlernen ist ein Prozess. Grell. Meiner bisherigen Erfahrung nach unterstützt die Gruppenwortschatzkartei diesen Prozess enorm. Monika: Unterrichtsrezepte. & Csizer. Weinheim und Basel: Beltz 1993. Eduard: Lernspielekartei. Hamburg-München: Langenscheidt 1993.): 111 Unterrichtsrezepte für den Deutsch Unterricht.1985. Ur. Indem die Arbeit mit der Gruppenwortschatzkartei auch bei schwächeren Lernenden zu Erfolgserlebnissen führt. Bimmel. Dörnyei. Bohn. 6 Stärkung des Zusammenhalts der Gruppe Während die individuelle Vokabelkartei im Grunde genommen nur Vorteile für den einzelnen Lernenden bringt. Stuttgart: Klett 1995. Berlin: Langenscheidt 1999. andererseits durch die Auswahl oder Herstellung der Aufgaben. sondern auch gesehen und getastet. 3 Förderung der Lernerautonomie Die Gruppenwortschatzkartei fördert die Autonomie der Lernenden – einerseits durch die Herstellung der Karten.Wie die Gruppenwortschatzkarte die Motivation der Lernenden verbessert 1 Verstärkung des Selbstvertrauens der Lernenden Der Energieaufwand für die einzelnen Lernenden bei der Herstellung der Karten ist im Vergleich zur individuellen Vokabelkartei wesentlich geringer. Stuttgart-Dresden: Klett 1995. Rainer: Probleme der Wortschatzarbeit. Literaturverzeichnis: Behme. München: Iudicium 1988.htm Dörnyei. Ute: Lernen leichter machen. dass ein persönlicher Bezug zwischen dem Lernenden und den Wörtern entsteht. 4 Der Lernprozess wird persönlicher Die Arbeit mit geliebten bzw. Penny & Wright. dass die Arbeit mit der Kartei die Selbstevaluation ermöglicht. Ismaning: Hueber 1995. 1999). Peter & Rampillon. Andrew (Hrsg. kombinierbar und der Wortschatz erscheint in materialisierter Form im Klassenzimmer. Rainer & Schreiter. hat die Gruppenwortschatzkartei sowohl Vorteile für den Einzelnen als auch für die Gruppe. Friedrich. ergänzbar.uk/research/resfor3/dornyei2. 48 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. nicht geliebten Wörtern trägt dazu bei. Sprechspiele im Unterricht. Deutsch als Fremdsprache. Sie müssen „sich setzen“ und sollten so oft wie möglich aufgegriffen und immer wieder in einen neuen Kontext eingebaut werden. damit stärkt sie die Kohärenz in der Gruppe – ein häufig unterschätzter Motivationsfaktor (vgl. Spiele und Aktivitäten für einen kommunikativen Sprachunterricht. K. ISBN 978-3-19-149183-3. Z. Bohn. Language Teaching Research 2/1998. stärkt sie das Selbstvertrauen der Lernenden. Dazu kommt. Eine Sammlung interaktiver Unterrichtsideen mit Kopiervorlagen. 203-209.: Motivational strategies in the foreign language classroom (1999) Auf: www. Helma: Miteinander reden lernen. die Wörter können wortwörtlich angefasst werden. Jochen & Grell. Dörnyei. man kann mit ihnen etwas tun.linguanet. Fernstudieneinheit 22. 5 Verstärkte Zielorientierung Die Gruppenwortschatzkartei fördert die persönliche Mitverantwortung für das eigene Lernen und für die Gruppe. Sion. überschaubar. Ina: Sprachspielereien für Deutschlernende. Ute: Lernerautonomie und Lernstrategien. Fernstudieneinheit 23.: Ten commandments for motivating language learners: Results of empirical study. wenn sie nur einmal gelernt und abgefragt werden. Ismaning: Hueber. © Hueber Verlag 2007 . Berlin: Langenscheidt 2000.

© Hueber Verlag 2007 .deutschmachtspass.htm> Gute Ideen für Werbeaktionen schicken Sie bitte an die Werbekommission des Goethe-Instituts Inter Nationes <rau@goethe. um Schülerinnen und Schüler für das Deutschlernen zu motivieren: <www. verbreitet Poster. ein Materialpaket inklusive CD.a. Zehn gute Gründe.de> Über Aktivitäten der niederländischen Arbeitsgruppe Deutsch macht Spaß informiert folgende Webseite: <www.iste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkist Motivieren für’s Deutschlernen In vielen Ländern macht sich ein Rückgang der Schülerzahlen für das Schulfach Deutsch bemerkbar. Flugblätter und Aufkleber und veranstaltet Wettbewerbe und Preisausschreiben (u.de> Die Arbeitsgruppe bietet motivierende Unterrichtmaterialien an.de/i/deiazeh. Das Endprodukt dieses Projekts.goethe. ist über die Goethe-Institute weltweit erhältlich). „Hit gesucht“ – Schüler/innen schreiben und singen einen deutschsprachigen Liedtext.de/z/03/dafwerb/deindex. um Deutsch zu lernen. Eine Webseite des GoetheInstituts Inter Nationes informiert über Aktivitäten. ISBN 978-3-19-149183-3.htm> Fragebogen zur Motivation VON ANGELIKA GRÖNING Wie könnte man gezielter auf die Bedürfnisse der Lernenden eingehen und womit könnte man sie besser motivieren? Um es herauszufinden bietet sich folgender Fragebogen an.goethe. 49 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. finden Sie unter der Adresse: <http://www. die in unterschiedlichen Ländern durchgeführt werden.

Dabei entstehen oft ausgefallene. skurrile Geschichten.. Sachen/Tiere Garten und Natur Leute ..Leute . 1: Beispiel Geschichtentafel Die Ferienreise In den Ferien möchte ich. Es besteht aus verschiedenen Satzteilen und Kästchen mit Aufschriften wie „Orte/Länder“.Leute . lustige.Leute . Essen und Trinken s Schnitzel Essen/Trinken . © Hueber Verlag 2007 .Leute .Leute Essen/Trinken . Spielkarten zu Themen wie: „Essen und Trinken“. „Leute“.Leute .Leute .Leute Vielleicht treffe ich dort. (Abb.. Sachen/Tiere Garten und Natur 50 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation.eenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideen Der Geschichtenbaukasten VON KARIN VAVATZANADIS UND MARIA SCHMIDT Mit dem Geschichtenbaukasten können Deutschlernende Geschichten auf Deutsch basteln. Abb. so dass sich ein sinnvoller Satz ergibt. Der Geschichtenbaukasten besteht aus 8 Geschichtentafeln (Abb.. ISBN 978-3-19-149183-3. Leute/Tiere Mozart Leute . „Garten und Natur“... „Tiere“ usw. 1 zeigt ein Beispiel zum Thema „Die Ferienreise“). „Leute/Tiere“. Sport und Spaß Verben Es gibt dort aber kein.Essen/Trinken Die Leute dort essen oft. Orte/Länder Dort gibt es. „Länder“.... 2) Auf jeder Geschichtentafel steht das Gerüst einer Geschichte. Es gilt eine möglichst passende Wahl für eine erfinderische Lösung zu treffen. „Essen und Trinken“ usw. Auf diese Kästchen legen die Teilnehmer reihum Spielkarten vom entsprechenden Stapel. Natürlich passt nicht jede Karte auf jedes Kästchen: Also scharf nachdenken.Essen/Trinken Man kann auch gut.... dann erst eine Karte auflegen.

Leute .Leute Leute .Leute Leute .Leute . Jugendliche und Erwachsene.Leute . (siehe: Maria Schmidt & Karin Vavatzanidis: Geschichtenbaukasten. -s Essen/Trinken .Leute .Leute . Die benötigten Spielkarten werden bereitgelegt.Leute .Essen/Trinken Essen/Trinken .Leute .Leute .Leute . Die Anzahl der Mitspieler ist variabel: Man kann alleine.Leute .Leute .Leute Leute . -e Essen/Trinken .Leute .Leute Essen/Trinken .Essen/Trinken r Keks.Essen/Trinken s Spiegelei. -er Essen/Trinken .Essen/Trinken Essen/Trinken . -e Essen/Trinken .Leute Barbie Leute . 2: Spielkarten „Leute“ und „Essen und Trinken“ (Auszüge) Leute . © Hueber Verlag 2007 .Leute e Königin.Leute .Leute .Essen/Trinken Essen/Trinken .Leute . in einer Gruppe oder in der Klasse spielen.Leute King-Kong Leute .Leute Arnold Schwarzenegger Leute .Essen/Trinken Essen/Trinken .Leute . -e Essen/Trinken .Leute meine Mutter Leute . Eine Geschichtentafel wird ausgewählt.Leute .Leute .Leute .Leute Mozart Leute . dass sich alle Altersstufen angesprochen fühlen: Kinder. ISBN 960-7507-26-6) Der Geschichtenbaukasten bietet viele Möglichkeiten für das Training im mündlichen und schriftlichen Ausdruck.Leute Mozart Leute .Leute .Leute Leute .Leute . -nen Leute . Man kann eine gelungene Geschichte anderen erzählen und/oder aufschreiben.Leute .Leute .Leute Rotkäppchen Leute .Leute .Leute .Leute . -s Essen/Trinken .Leute . 4. 2.Leute .Leute .Leute .Leute . Man legt die Karten reihum und diskutiert die Lösung.Leute .Essen/Trinken 51 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation.Leute .Leute . zu zweit.Leute Leute .Leute .Leute .Essen/Trinken Essen/Trinken . Athen: Chr.Essen/Trinken r Fisch.Leute .Leute .Leute . ISBN 978-3-19-149183-3.Essen/Trinken e Kirsche.nkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkis Spielregeln: 1.Leute .Leute .Leute .Leute .Leute Superman Leute . -n Essen/Trinken .Leute Leute .Leute .Leute .Leute .Essen/Trinken Essen/Trinken .Leute .Leute .Essen/Trinken Essen/Trinken . 3.Leute Leute .Leute . Das Niveau in Wortschatz und Grammatik reicht von Anfängern im ersten Lernjahr bis zu Fortgeschrittenen in der Grundstufe.Essen/Trinken e Pizza.Essen/Trinken r Pudding. -n Essen/Trinken .Leute . Die Abb. Karabatos Verlag. Geschichten sind so offen.Essen/Trinken Essen/Trinken .Essen/Trinken r Fleischspieß.Essen/Trinken e Banane.Leute .Leute .Leute Leute .Leute .Essen/Trinken s Schnitzel Essen/Trinken .Leute .

sie überlegen. neue Beziehungsstrukturen. Wortschatzarbeit Die Lernenden sammeln ihnen bekannte Wörter zum Begriff GESICHT... aus!“ „Wie machst du das?“ etc. Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. z. welche Bezeichnungen sie in ihrer Muttersprache kennen und suchen gemeinsam bzw. rechts) kann durch pantomimische Darstellung von Gefühlen.. einen neuen Zugang zu sich selbst und zu anderen zu erproben” (Dufeu. Grimassen schneiden." „Kannst du mir helfen? Ich will . 1991).B: „Gib mir bitte mal den (die. © Hueber Verlag 2007 . auch die gegenseitigen Kommentare hierzu sollten auf Deutsch erfolgen.“ „Ich brauche noch . bieten sie Lernenden die Möglichkeit. „neue Ausdrucksweisen.. das) . ISBN 978-3-19-149183-3. mit Hilfe des Wörterbuchs Übersetzungen.. die Freude an der praktischen Tätigkeit sowie an der eigenen Ausdrucksfähigkeit. sich sprachunabhängig individuell auszudrücken. Fantasie und Kreativität und schließlich am gelungenen ästhetischen Werk sind eine Bereicherung des Sprachunterrichts und haben einen hohen emotionalen Wert. eventuell gegenseitiges Schminken. eine aktive Verbindung von Körpersprache und Sprache hergestellt werden. 52 Motivation Sprechen Die Verständigung bei der praktischen Arbeit an den Masken..Papiermaché-Masken bauen im Sprachkurs VON GUNDULA MEIRITZ Masken bauen im Sprachkurs – das ist etwas Ungewohntes. und zwar in mehreren Bereichen. Neben einer schützenden Funktion für die Lernenden (sie sind weniger den Blicken der anderen ausgesetzt).. Bei der Erarbeitung des Wortschatzes zum Thema „Gesichtsausdruck – Ausdruck von Gefühlen“ (Abb. Bei Bedarf können als Hilfestellung einfache Redemittel auf Flipchart von der Lehrkraft vorgegeben werden. gleichzeitig können Anlässe zur gezielten Spracharbeit gegeben werden.. Die Anfertigung und Gestaltung von Masken im Sprachunterricht eröffnet Lernenden einerseits eine Möglichkeit. Masken können beim Fremdsprachenerwerb unterschiedliche Funktionen erfüllen. Schreiben Die Lernenden können schließlich Kommentare und kleine Texte zu den eigenen Masken oder Texte für ein szenisches Spiel mit den Masken verfassen. Die Arbeit mit dem Ton. “ „Was wird denn das?“ „Das sieht ja . Die Bilder aus der „Maskenwerkstatt” auf diesen Seiten und die Masken auf der Titelseite dieses Heftes sind der beste Beweis dafür.

mit Kreppband zusammengehalten. wird die Tonform dünn mit Vaseline eingerieben. Nasen. Insgesamt werden ca. ersatzweise Löffel.und Mundabstand auf die natürliche Anatomie geachtet werden. Damit sich die Maske später wieder leicht von der Grundform ablösen lässt. bis sie ganz mit Papier bedeckt (kaschiert) ist. Modellieren der Maskenform aus Ton Material und Werkzeug Ton (10 – 20 kg) Zeitungspapier Wasser fester Draht (zum Zerschneiden des Tons). Hierauf modellieren wir jetzt die individuelle Maskenform: Für Stirn. 2 cm dicke Platte mit dem Draht oder Messer abgeschnitten. bei komplizierteren Formen müssen evtl. Man kann auch Zwischenschichten aus Packpapier aufkleben. Kinn werden Tonstücke aufgesetzt bzw. Messer feste Pappe oder Holzbrett (als Arbeitsunterlage) Modellierwerkzeuge (Modellierstäbchen. wird der Ton eingedrückt. Backenknochen. © Hueber Verlag 2007 . 2. wird er erst gut durchgeknetet. Das in kleine Stücke gerissene Zeitungspapier wird kurz in den fertigen Kleister getaucht und Stück für Stück überlappend auf die Tonform gelegt. Bevor die Papiermaché-Maske von der Tonform gelöst wird. wenn die Maske zum szenischen Spiel getragen werden soll. ISBN 978-3-19-149183-3. was die Stabilität der Maske erhöht. evtl. Mund. 53 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. wird Zeitungspapier zusammengeknüllt. Packpapier Tapetenkleister Vaseline Wasser Eimer mehrere kleine Plastikschüsseln Rührstab Der Kleister wird entsprechend den Anweisungen der Verpackung angerührt. Trotz freier Gestaltung sollte beim Augen-.Anleitung zum Bau von Papiermaché-Masken 1. Augenhöhlen. 8 Papierlagen aufgetragen. Um Volumen für die Gesichtsform zu erhalten und Ton zu sparen. über das dann die Tonplatte gelegt wird. Messer) Von dem Ton wird eine ca. Einfache Formen lassen sich leicht von der Tonform lösen. Falls der Ton nicht weich genug ist. muss sie gut durchtrocknen. Tonreste aus der Maske herausgekratzt werden. Maske aus Papier und Kleister Material und Werkzeug Zeitungspapier und evtl.

4. Klatschen. Akzentuierung angeboten.h. die eigene Identität hinter der Maske verstecken zu können. erleichtert den Schritt in eine neue „Identität“. d. Dann kann jeder der Fantasie freien Lauf lassen: Die Masken werden bemalt und mit verschiedenen Materialien verziert. Hierzu sind allerdings keine besonders gestalteten Masken erforderlich. Satzmelodie. Hier können Masken eine gute Hilfe sein: Sie verstärken das spielerische Element dieser Übungen. Die Schutzfunktion der Maske. Zum einen kann das Tragen von Masken die Konzentration auf das Hören fördern. W.oder Abtönfarbe grundiert. Endgestaltung der Maske Material und Werkzeug Acrylfarben. sehr hilfreich für Übungen im Bereich der Intonation eingesetzt werden. Literaturverzeichnis: Dufeu.h. evtl. Perlen oder was einem sonst noch einfällt) Bastelkleber Gummiband Die Masken werden mit verdünnter weißer Acryl. es reichen neutra54 Motivation le „blinde“ Masken (d. synchrones Nachsprechen auf Befremden und tendenzielle Abwehr. Ausdrucksvoll gestaltete Masken bieten weitere Möglichkeiten: Sie können z. bestimmte Intonationsmuster zu imitieren. ISBN 978-3-19-149183-3.: Das Spiel der Maske. Masken ohne Augen. © Hueber Verlag 2007 . Aber auch im häufig vernachlässigten Phonetikunterricht können Masken gut verwendet werden.B. denn den fremden Klang einer Sprache zu imitieren. was sich in Albernheit und fehlender Ernsthaftigkeit bei solchen Übungen ausdrückt. die Möglichkeit. mit Hilfe von Gipsbinden ohne größeren Aufwand mit den Teilnehmern selbst herstellen kann. In speziellen Lehrwerken zum Phonetikunterricht werden Übungsformen zur Rhythmisierung. Moers: Edition Aragorn 1991. das eigene Gesicht.und Mundöffnung). Zum Tragen oder Aufhängen der Maske werden zwei Gummibänder seitlich in Höhe der Ohren angebracht. die man für wenig Geld kaufen kann oder z.B. Fellstücke. Spaß ist erlaubt bei gleichzeitiger Anstrengung. Bernard. Verwendung der selbst gebauten Masken Die durch die Masken repräsentierten unterschiedlichen Charaktere können die Lernenden zu Rollendialogen und szenischem Spiel motivieren. Bei vielen Gruppen stoßen Übungsformen hierzu wie Brummen. weiße Abtönfarbe Wasser Pinsel Federn (Stoffreste.3. Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. da visuelle Reize ausgeschaltet werden und das Vertrauen in die auditive Merkfähigkeit gestärkt wird. fordert einiges an innerer Überwindung. zitiert nach Nold.

Logo des Debattierwettbewerbs Entstehung Entstanden ist der Debattierwettbewerb vor sechs Jahren auf Anregung eines Schülers. die die beiden vierköpfigen Schülerteams pro und kontra debattierten. Innovation und Kreativität Es liegt auf der Hand. Ziele Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen die Schaffung eines „echten“ Anlasses. Das Organisationsteam. koordiniert und organisiert den gesamten Wettbewerb. © Hueber Verlag 2007 . ISBN 978-3-19-149183-3. Wer die besseren Argumente hatte. den Wettbewerb landesweit zu organisieren. spontanes Reagieren in der Fremdsprache und das Sprechen vor einer großen Gruppe. sondern bereiten die Schüler gleichzeitig gut auf ihre Deutschprüfung vor. Dieser schlug im Deutschunterricht eine „freundliche“ Debatte zwischen seiner eigenen und einer anderen Schule in Dublin vor. „Die Deutschen leben. dass die Schülerinnen und Schüler sprachlich in hohem Maße von der Vorbereitung und Durchführung der Debatten profitieren. wendig“ sorgen nicht nur für eine inhaltlich spannende Debatte. Mittlerweile beteiligen sich jährlich mehr als 50 Sekundarschulen. bestehend aus zwei Deutschlehrerinnen und der Fachberaterin für Deutsch. sondern auch die Erprobung und das Erlernen relevanter Arbeitsmethoden. um zu leben“ oder „Tierversuche sind not- 55 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Nicht zuletzt deshalb wurde der Wettbewerb mit dem European Label for Innovative Language Teaching ausgezeichnet. der Auflistung von Redemitteln und dem Entwurf eines Bewertungsblattes bis hin zu Hinweisen für die Schiedsrichter. Material Sämtliches Material ist erhältlich unter < www. Das Debattieren stieß auf so viel Resonanz bei den Schülern. darüber entschieden drei Schiedsrichter und das Ergebnis war denkbar knapp. Sie üben das Recherchieren einer These. Nicht nur die Sprachkompetenz wird gefördert.iste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkist Debattierwettbewerb VON ELKE HUGHES UND MARGARET BRADY „Männer sind eine bedrohte Art“. natürlich auf Deutsch. im Unterricht Gelerntes außerhalb des Klassenzimmers ohne Prüfungsdruck anzuwenden. um zu arbeiten. dass die Deutschlehrerinnen. die Iren arbeiten. Dies reicht von der Erstellung von Regeln für die Durchführung der Debatte. bei dem die deutsche (Fremd-) Sprache gesprochen wird.germanteachers.ie> Organisation In jeder Runde haben die Schulen zwei Wochen Zeit. beide Mitglieder des Deutschlehrerverbandes GDI (Gesellschaft der Deutschlehrer Irlands) beschlossen.oder Kontra-Team mit der Partnerschule debattieren sollen. die sie als Pro. die These. so lautete die These im Finale der GDI All Ireland German Debating Competition. Außerdem sollen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Sprachkompetenz einbezogen und die Begegnung zwischen Schulen gefördert werden. vorzubereiten. Interkulturell Die GDI All Ireland German Debating Competition ist vor allem aber auch ein gelungenes Beispiel für ein interkulturelles Ereignis: In deutscher Sprache wird hier angeknüpft an die anglo-irische Tradition des Debattierens. die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen mit Bezug auf den Lehrplan und die Möglichkeit. Thesen wie „Sport braucht Profis“.

Zur Zeit können sich Deutschlerner als JUMA-Schülerkorrespondenten bewerben. ihr fachliches Wissen einzubringen. veranstaltet regelmäßig sogenannte „Mach mit!“-Aktionen.de/ d/schulen/laku/einslive-f. Wir haben uns dadurch erst richtig kennen gelernt und sind uns näher gekommen. Die Aufgabenstellungen reichen von „leicht“ bis „anspruchsvoll“. Spezielle „Mach mit“-Aktionen gibt es auf der Homepage von JUMA <www. die Zeitschrift für junge Deutschlerner weltweit.a. Im zweiten Teil interviewten sich die Teilnehmer der Radiosendung zum Thema: „Warum lernst du Deutsch?“ Auch dabei kamen äußerst eindrucksvolle Antworten zum Vorschein. Senden Sie uns Ihre Ergebnisse. wenn es um die eigene Erlebenswelt geht.inter-nationes. . Durch den authentischen Charakter der Aufgabe waren die Lernenden sprachlich gefordert. wenn ihr zu spät zur Schule kommt?“ (Ergebnisse in JUMA 1/99) „Schreib uns ein Märchen aus deinem Land!“ (Ergebnisse in JUMA 3/99) „Male einen Traum von dir und beschreibe ihn!“ (Ergebnisse in JUMA 4/01) 56 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. wir prämiieren die schönsten Sendungen. jedoch mit dem Unterschied. einen Reisebericht über Indien. wenn die nationale Identität eine Rolle spielt. Und das haben wir dann auch getan. ein Gedicht zu schreiben. Im Grunde also die gleiche Idee wie bei den klassischen Leserbriefen. Da wir schon über Nachrichten gesprochen hatten. Damit will die Redaktion die Leser anregen. war es nahe liegend zuerst einen Nachrichtenteil zu erstellen. wenn auch nicht immer auf Deutsch. Bei einer höheren Stufe kam die Idee ebenfalls gut an. eine Filmkritik und Buchrezensionen. Es wurde viel gelacht und geredet. kommt man schnell zu dem Schluss. dass die Redaktion über das interaktive Medium den Kontakt zum Leser / Lerner viel direkter pflegen kann. zu einem Thema aus dem jeweils aktuellen Heft einen Beitrag aus eigener Sicht zu schreiben. meinen Deutschlernenden vorzuschlagen. zu ganz bestimmten Themen eine Meinung zu äußern. Was war an dieser Art Aufgabe motivierend? Zunächst hat es einen Riesenspaß gemacht. Und die Mühe wurde mit einem dicken Paket belohnt: Wir bekamen Bücher. © Hueber Verlag 2007 Betrachtet man sich die Aufgabenstellungen. mal etwas anderes zu machen. Videos und nützlicherweise kleine Duden zur Rechtschreibung. Gemeinsam ist allen Aktionen die Aussicht auf einen attraktiven Preis. ein Bild zu malen usw. was zugleich eine praktische und attraktive Ergänzung darstellt. fand ich bei den Landeskunde-Materialien von InterNationes: Jugendliche besuchen den Radiosender „Eins Live“ in Köln <http://www. inklusive Musikeinlage.html>. den Sender virtuell kennen zu lernen. wurde von den Lernenden geplant.eenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Ideenkiste + Idee Eine Radiosendung selber machen VON ISABELLA LEIBRANDT Den Anstoß zur Idee. dass Themen besonders dann interessant sind. hatten aber gleichzeitig die Gelegenheit.de>. wenn die Fantasie gefragt ist. Aufgabe der Schülerkorrespondenten ist es. sonst nichts. Das Schöne für mich: Ich musste nur das Aufnahmegerät organisieren. Die einzelnen Interessen und Fachgebiete jedes Einzelnen lieferten hier genügend Material zur Inspiration. JUMA Mach-mit!-Aktionen JUMA. An der Tafel wurden zunächst die verschiedenen Nachrichtensparten aufgelistet und mit der Aufgabe verteilt. aufs Papier gebracht und auf Kassette aufgenommen. Zur Vertiefung des Themas findet man dort einen Text mit weiterführenden Aufgaben und die Möglichkeit. alles andere. Einige der erfolgreichsten Aktionen der letzten Jahre (bei denen sich bis zu 500 Schüler beteiligten): „Welche Ausrede habt ihr. dazu eine Nachricht zu verfassen. selber eine Radiosendung zu machen. Arbeiten Sie dazu in kleinen Teams.juma. diskutiert. ISBN 978-3-19-149183-3. Eine weitere von der Redaktion gestellte Aufgabe lautet: Nehmen Sie selbst eine Radiosendung auf Deutsch auf Kassette auf. Und der Wettbewerbseifer motivierte zu einem möglichst gelungenen Produkt. sodass eine ganze Kultursendung zustande kam: Es gab u.

unveränderbar für Lernende Fähigkeit. sondern vielleicht sogar schädlich. Lernstrategisches Vorgehen — 57 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. beeinflussen ihre Motivation für die Erledigung weiterer Lernaufgaben. die ihre Erfolge der eigenen Fähigkeit. dass sie strategisch falsch vorgegangen sind. als auf die (mangelnde) Fähigkeit der Lernenden. ihre Erfolge und Misserfolge richtig zu attribuieren. schneller entmutigen als solche. dass die Schülerinnen und Schüler lernen. dass sie „einfach kein Talent fürs Sprachenlernen“ haben. besser und länger behält als etwas. z. dass die Lernenden Faktoren wie „einfach kein Talent fürs Sprachenlernen“ oder „Aufgabenschwierigkeit” nicht verändern oder beeinflussen können. sich einer Tätigkeit um ihrer selbst willen zu widmen. mit guten Noten) oder um Strafe (z. die sich einer Tätigkeit ihrer äußeren Konsequenzen wegen widmen. sobald das Lesen von schulischer Seite vorgeschrieben und benotet wird. vor allem. Lehrerfeedback sollte sich (auch bei Erfolgen) eher auf Faktoren beziehen. mit dem sich der Lerner identifiziert. müssen nicht automatisch die intrinsische Motivation angreifen.B.B. Wenn Lernende überwiegend extrinsisch motiviert werden. Eine Lernumgebung. vielfältige Anreize. dann ist das nicht nur überflüssig. Umgekehrt lassen sich Lernende. Auch Informationen über die eigenen Leistungen. So kann zum Beispiel die Freude am Bücherlesen beträchtlich abnehmen. sind extrinsisch motiviert. um belohnt zu werden (z. das man Die/Der Lernende sucht die Ursache in sich selbst. Misserfolge beim Lernen einfallen lassen. bietet den Lernenden optimale Herausforderungen. die einen Misserfolg damit erklären. © Hueber Verlag 2007 . sondern können als Motor im Lernprozess funktionieren. die intrinsische Motivation stimuliert. in Form von Feedback. ISBN 978-3-19-149183-3. einem strategisch wirksamen Vorgehen und/ oder der eigenen Anstrengung zuschreiben. oder sich nicht genügend angestrengt haben. die die Lernenden selbst beeinflussen können (also auf die Anstrengung oder auf das lernstrategische Vorgehen).Aktuelles Fachlexikon Extrinsische Motivation Lerner. So kann ein von außen gesetztes Ziel. geringe Aufgabenschwierigkeit verantwortlich machen. KATJA SUND PETER BIMMEL Kausalattribution Die Erklärungen („Kausalattributionen“). Das liegt vor allem daran. dass man etwas. Auch wenn Schüler für etwas belohnt werden. die Lernende sich für ihre Erfolge bzw. die als Ursache für einen Misserfolg anführen. zur Befriedigung seiner/ ihrer Neugier oder um ein Glücksgefühl zu erleben. besteht die Gefahr. verbaler Beurteilungen oder Noten. Das Raster unten verdeutlicht diesen Zusammenhang. gehen mit positiveren Erfolgserwartungen an die nächste Lernaufgabe heran als solche. von ihm als notwendig und sinnvoll erkannt und akzeptiert werden. Glück) veränderbar für Lernende Anstrengung. Tadel) zu vermeiden. wenn sie im Laufe der Zeit als intrinsische Motivation internalisiert werden. Es ist für die Lernmotivation außerordentlich wichtig. Dennoch gibt es Formen der extrinsischen Motivation. die dafür den Zufall („Glück gehabt“) oder eine Intrinsische Motivation Intrinsische Motivation ist der aus dem Inneren des/der Lernenden kommende Antrieb. die eine positive Wirkung haben. das man für sich selbst und mit Freude lernt.B. Talent Die/Der Lernende sucht die Ursache extern. Er oder sie macht dies aus Freude am Lernen oder an einer bestimmten Aktivität. Lernende. Aufgabenschwierigkeit. Die eigene Anstrengung dagegen oder das eigene lernstrategische Vorgehen sind für Lernende besser kontrollierbar und veränderbar. aus Pflichtbewusstsein für die nächste Leistungsüberprüfung lernt. Die Lehrerinnen und Lehrer sollten bewusst mit der Tatsache umgehen. variantenreiche Themen und genügend Raum für Selbstbestimmung. Zufall (Pech. was sie sowieso aus sich selbst heraus getan hätten. dass die (ihnen innewohnende) intrinsische Motivation auf Dauer verloren geht. Sie lernen.

wobei alles Wichtige bis ins Detail erklärt wird. Diese Anthologie umfasst insgesamt sechs Artikel zum Thema Motivation. (A. die sich abspielen. Bochum: Verlag für Didaktik 1998. Hohengehren: Schneider Verlag 1997. d. Es lehnt sich an Heckhausens „RubikonModell“ an. Lerner und die Interaktion zwischen beiden. wird der Faktor Motivation in jedem der Artikel zum Teil sehr ausführlich aufgegriffen – und das immer in Kombination mit anderen Interessenschwerpunkten. Lingu@NET: CILT Research Forum. Anhand von Beispielen aus der Lehrund Lernpraxis. die den Faktor Motivation beispielsweise im Zusammenhang mit den Faktoren Selbstwirksamkeit und Angst untersuchen oder die Abhängigkeit von Lernstrategien und Motivation bei Lernern bestimmter Fremdsprachen.uk/research/ resfor3/ Jürgen Hüholdt: Wunderland des Lernens: Lernbiologie. Insbesondere wird auf den Stellenwert von Motivation beim Lernen eingegangen.): Affect in Language Learning.Bücher und Aufsätze zum Thema Die Bücher und Aufsätze zum Thema wurden zusammengestellt von Annette Berndt. University of Hawaii 1996. In einem Kapitel zu „affektiven Faktoren“ geht sie kompakt und auch kritisch auf unterschiedliche Konstrukte der Motivationsforschung ein. (A. Lernmethodik. 14 „lernkybernetische Gesetze“ geben dem Fremdsprachenlehrer die Möglichkeit zu Rückschlüssen über das Motivationsverhalten seiner Lerner und können zu einem Leitfaden einer Motivations-orientierten Fremdsprachendidaktik adaptiert werden. konnte die Autorin den prozessualen Charakter von (abgerufen 11/2001) Auf dieser Internetseite des „Centre for Information on Language Teaching and Research“ sind neun zum Teil sehr ausführliche Artikel in englischer Sprache zum Thema Motivation zu finden. das zum Faktor Motivation beim Fremdsprachenlernprozess existiert. die dem Lerner zu mehr Autonomie verhelfen kann. (A. in dem die Autoren ein Prozessmodell zum Faktor Motivation entwickeln. Sie stellen Studien vor. (A.org. einer Aufgabensequenz abspielen. Besonderen Stellenwert hat hierbei die intrinsische Motivation. indem sie ihn von motivatorischer Außenerwartung befreit und ihm so ein erfolgreiches Lernen auf lange Sicht ermöglicht.linguanet. © Hueber Verlag 2007 .h. Da emotionale Komponenten Teil eines jeden Motivationskonstruktes sind. Authentik: Dublin 1996. Hüholdt erklärt die lernbiologischen Grundlagen für Motivation. (A. Cambridge: University Press 1999. zahlreichen Skizzen und Modellen erklärt dieses anschauliche Standardwerk die Mechanismen erfolgreicher Lernprozesse und auch die Ursachen von Misserfolgen.): Language Learning Motivation: Pathways to the New Century. Zu finden unter: http://www. Dieses kompakte und sehr einfach geschriebene Buch von knapp 70 Seiten wendet sich an die Unterrichtspraktiker und versucht Antworten zu geben auf die immer aktuelle Frage: Wie kann man Lerner motivieren? Vom Modell des autonomen Lerners ausgehend. ISBN 978-3-19-149183-3. wie sie seit den 50er-Jahren entwickelt wurden. Berndt) Claudia Riemer: Individuelle Unterschiede im Fremdsprachenerwerb: Die Wechselwirkung ausgewählter Einflussfaktoren. bevor der Lernende den Entschluss fasst etwas zu lernen und Prozessen. Katja Sund. Insofern gibt diese Anthologie einen anspruchsvollen Blick auf den Faktor Motivation in Verbindung mit anderen Faktoren. Da ihre Studie sich über einen längeren Zeitraum erstreckte. Berndt) 58 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Das Modell wird in einer umfassenden Skizze vorgestellt. die sich während oder nach der Erledigung einer Aufgabe bzw. Berndt) Jane Arnold (Hrsg. Es handelt sich um das derzeit detaillierteste Modell. (A. Motivation wird hier auch unter dem Aspekt des Zusammenhangs mit anderen Faktoren wie sozialen und kognitiven Faktoren dargestellt. Besonders wertvoll macht dieses Buch seine sprachliche und inhaltliche Verständlichkeit. die vom Leser auch Interesse an methodologischen Fragen fordert. wird Motivation als Faktor aufgefasst. Berndt) Rebecca Oxford (Hrsg. Riemer stellt in diesem Buch eine empirische Untersuchung zum Fremdsprachenlernen dreier Absolventen eines PNdS-Kurses dar. Es handelt sich um eine Sammlung empirischer Untersuchungen. „Motivation“ herausstellen und deren Abhängigkeit von unterschiedlichen Variablen je nach Untersuchungszeitpunkt. es unterscheidet zwischen Prozessen motivationaler Art. der beim Prozess des Fremdsprachenlernens interaktiv entwickelt werden kann. die den Faktorenkomplex Fremdsprachenlernen beeinflussen. Besonders erwähnenswert ist der 30seitige Artikel von Zoltán Dörnyei und István Ottó. Berndt) Internetseite: Motivation in Language Learning. Berndt) Ema Ushioda: Lerner autonomy: The Role of Motivation. aus denen auch der Zusammenhang von Kognition und Emotion verstehbar wird. Lerntechnik. Rüdiger Grotjahn und Peter Bimmel. In dieser Sammlung von insgesamt 19 Artikeln wird der Faktor Emotion von unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen her und bezogen auf verschiedenste Zielgruppen untersucht. diese beziehen sich einer groben Gliederung folgend auf die drei Bereiche Lehrer.

344-362.net/dornyei). lassen sich aber ohne Weiteres auch auf den Deutschunterricht übertragen. 1995 (79). In einigen Kapiteln geht der Autor auch explizit auf den Unterrichtskontext ein. Berndt) Falko Rheinberg: Motivation. Erziehungswissenschaft. die Lehrende im Sprachunterricht anwenden können. Im ersten Kapitel beschreibt der Autor die Entwicklungsgeschichte der für den Fremdsprachenunterricht relevantesten Motivationstheorien. In einem abschließenden Abschnitt macht Dörnyei einige Vorschläge. in dem er vier Komponenten unterscheidet: (1) Die Förderung einer grundsätzlichen Motivation für das Erlernen einer Fremdsprache. wie Lehrerinnen und Lehrer schrittweise ihr Repertoire an Motivationsstrategien erweitern können. um die Motivation ihrer Lernenden zu fördern und zu erhalten. 3. 12-28. Grotjahn) 59 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Robert C. 2. bietet dieses Buch noch immer aktuelle und wertvolle praktische Tipps für Lehrer und Lehrerinnen. Rheinberg stellt verschiedene Blickwinkel auf Motivation vor. Bimmel) Zoltán Dörnyei: Teaching and Researching Motivation. Die unterschiedlichen Positionen werden anhand geschickt gewählter Zitate verdeutlicht. Kohlhammer: Stuttgart 2000. 505-520. 4. Berndt) Helmut Reisener: Motivierungstechniken im Fremdsprachenunterricht: Übungsformen und Lehrbucharbeit mit englischen und französischen Beispielen. Insgesamt werden 35 Motivationsstrategien vorgestellt und zu jeder Strategie bietet Dörnyei spezifische Ausarbeitungen (eine Kurzdarstellung dieser Strategien finden Sie in diesem Heft auf S. welche Motivierungstechniken beim Umgang mit visuellen Medien. Das Thema wird interdisziplinär aus einer Vielzahl von theoretischen Perspektiven behandelt (insbesondere Psychologie. Die Vorschläge entstammen der Berufserfahrung des Autors als Englischlehrer. Insgesamt gesehen handelt es sich um die zur Zeit umfassendste und aktuellste Darstellung der Thematik (siehe auch http://www. Trembley / Robert C. Paul W. ISBN 978-3-19-149183-3. Informationsquellen und Messinstrumenten gegeben. Trembley / Anne-Marie Masgoret: Towards a Full Model of Second Language Learning: An Empirical Investigation.und -lernforschung).In der Zeitschrift Modern Language Journal erschienen in den 90er-Jahren einige wichtige Aufsätze zum Thema Motivation und Fremdsprachenlernen. (A. Der Autor schlägt ein prozessorientiertes Modell vor. Dieses leicht verständliche Standardwerk der Psychologie gibt Informationen zur Entwicklung der Motivationsforschung von ihren Anfängen an bis heute. Sprachlehr. (A. (3) Den Erhalt der Motivation während des Lernens. (R. Die Erkenntnisse. © Hueber Verlag 2007 . zentrale Konzepte in übersichtlicher Form zusammengefasst und detaillierte Hinweise zu relevanten Zeitschriften. (P. 1997 (81). Ein reiches Arsenal an praktischen Motivationsvorschlägen für Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrer bietet Zoltán Dörnyei. 16/17). Harlow: Pearson Education 2001. Obwohl vor gut einem Jahrzehnt erschienen. Cambridge: Cambridge University Press 2001. Jeder dieser Komponenten ordnet Dörnyei unterschiedliche Motivationsstrategien zu. die in diesem Buch dargestellt werden. 1994 (78). die ihr Repertoire an motivierenden Arbeitsformen im Fremdsprachenunterricht erweitern wollen. Gardner / Paul F. Das Buch gibt einen leserfreundlichen Überblick über den Faktor „Motivation“ beim Lehren und Lernen von Sprachen. und es werden sowohl konzeptuelle. Rebecca Oxford / Jill Shearin: Language Learning Motivation: Expanding the Theoretical Framework. Zoltán Dörnyei: Motivation and Motivating in the Foreign Language Classroom. (2) Die Förderung einer initiellen Motivation für Lernaufgaben. (4) Förderung der Bereitschaft zur Reflexion und Selbstevaluation. (K. dem Erstellen von Lernhilfen oder der Kontrolle von Hausaufgaben eingesetzt werden können. Ismaning: Max Hueber Verlag 1989. Auf der Grundlage seiner theoretischen Überlegungen zum Thema Motivation und Motivierung demonstriert Reisener an konkreten Beispielen. forschungsmethodologische als auch didaktisch-methodische Aspekte unter Einschluss des wichtigen Problembereichs „Demotivation“ und „Lehrermotivation“ angesprochen.booksites. der Arbeit mit Texten. Sund) Zoltán Dörnyei: Motivational Strategies in the Language Classroom. müssen aber zum Großteil vom Unterrichtspraktiker speziell auf den Bereich Fremdsprachenunterricht übertragen werden. Gardner: Expanding the Motivation Construct in Language Learning. die sehr eindeutig den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt von der theoretischen Aufarbeitung bis hin zu Modellen auf der Grundlage empirisch erhobener Daten dokumentieren. die auch Willensprozesse und Aspekte der Selbstbewertung des Lerners integrieren. Vier Artikel sollen hier genannt werden: 1. 1994 (78). 273-284.

Geburtstag. anderes (wie z. die zu diesem Anlass erschienen ist. Beide Autoren vertreten die Auffassung. München: Iudicium 2001.B. setzen sich 23 Autorinnen und Autoren mit grundsätzlichen und aktuellen Fragen der kommunikativen Fremdsprachendidaktik auseinander.postkommunikativen’ Phase“ (S. welche Rolle das von Neuner gemeinsam mit dem Goethe-Institut und dem Deutschen Institut für Fernstudien gegründete Fernstudienprojekt in der Lehreraus. 2001. die in vielen Beiträgen anklingt. 60 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. der Türkei. Kaum überraschend in einer Veröffentlichung mit dem Titel „Kommunikative Fremdsprachendidaktik“ ist die Kritik am traditionellen Grammatikunterricht. Der erste Teil beginnt mit einem leidenschaftlichen Plädoyer von Hans Hunfeld für eine nicht bloß pragmatisch sondern vielmehr pädagogisch-aufklärerisch ausgerichtete Fremdsprachenerziehung. dass Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zu einer offenen Gesellschaft geworden ist. Im dritten Teil der Festschrift (Lehrwerke: Aspekte der Entwicklung und Analyse von Lehrwerken) versuchen sowohl Hermann Funk als auch Michael Koenig Prognosen zu widerlegen. 47) auf die ungebrochene „Dominanz der traditionellen Grammatik“ in der Praxis des DaF-Unterrichts hin. ISBN 3-89129-808-0. Verfahren der Qualitätssicherung aus dem Bereich der Wirtschaft unvermittelt auf pädagogische Prozesse zu übertragen. Im darauf folgenden Beitrag betont Rainer Schmidt. 338 Seiten. wie wichtig die Methodenvielfalt ist. oder dargelegt wird. Festschrift für Gerhard Neuner zum 60. hin zum interkulturellen Ansatz. PETER BIMMEL . multimediale Serviceangebote an Lehrende und Lernende“ (S. In der Festschrift. in Opposition zum „Gerede von der . Schwerdtfeger meint. Insgesamt bietet die Festschrift zu Neuners 60. (Euro 36. die ihres Erachtens auf stillschweigende Vorannahmen der Lehrenden über die Sprache Deutsch zurückgeht. Geburtstag. ISBN 978-3-19-149183-3. in denen die Abschaffung der Lehrwerke zugunsten der Neuen Medien verkündet wird. Studienkonzepte und Studienformen“) eröffnet mit einem Beitrag von HansJürgen Krumm zu Fragen der Qualitätssicherung. in denen gezeigt wird. 291). Inhalte und Vermittlungsmethoden in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Manches (namentlich das Thema der Interkulturalität) wird vielleicht einigermaßen über-. wie der DaF-Unterricht in unterschiedlichen Ländern (wie z. dass das Lehrwerk seinen „zentralen Charakter im Unterrichtsprozess“ (S. wenn „Narrativität“ zum Leitprinzip für fremdsprachliches Lehren und Lernen gemacht wird. Thailand oder Georgien) aussieht. Das Buch gliedert sich in drei Teile.Rezensionen Funk. Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen enthält der zweite Teil der Festschrift eine Reihe von Aufsätzen. Inge Schwerdtfeger zum Beispiel weist (S.00).): Kommunikative Fremdsprachendidaktik – Theorie und Praxis in Deutsch als Fremdsprache. 39). Im europäischen Jahr der Sprachen. feierte Gerhard Neuner seinen 60. Geburtstag einen Überblick über den aktuellen Stand der fachdidaktischen Diskussion in unterschiedlichen Bereichen. Michael (Hrsg. der Bereich der Lernerautonomie oder der Motivation) eher etwas unterbeleuchtet. Argentinien. die Neuner in den vergangenen Jahrzehnten zur Entwicklung einer kommunikativen Fremdsprachendidaktik geleistet hat. in dem er – ohne die Relevanz der Frage nach der Qualität des Unterrichts zu verneinen – davor warnt. Vor allem aber wird klar wie reichhaltig die theoretischen und praktischen Beiträge gewesen sind. wie sich die landeskundlichen Zielsetzungen. Auffällig im ersten Teil der Festschrift ist die Aufmerksamkeit für (inter)kulturelle Aspekte. Als einer der Hauptgründe für diese Entwicklung bezeichnet sie die Tatsache. Hermann & Koenig. das Problem ließe sich lösen.und fortbildung in diesen und anderen Ländern spielt. © Hueber Verlag 2007 Der zweite Teil der Festschrift („DaF für spezielle Zielgruppen: Curricula. So skizziert Marlis Wilde-Stockmeyer in ihrem Aufsatz.B. 297) behalten wird – sei es in veränderter Form: als „offene.

machen deutlich. eines Jungen „ihre Sprachen“ ein. sondern für nicht wenige Schülerinnen und Schüler eine Realität. Die Sprachenporträts verdeutlichen oftmals die Dominanz der Muttersprache und den Werkzeugcharakter. wenn Hintergründe sichtbar werden oder Nachfragen initiiert werden. in der Herzgegend der Figur eingezeichnet oder wurden mit einer besonders warmen Farbe markiert. Einige der Sprachenporträts wurden zudem durch Beschriftungen und Kommentare. IMKE MOHR 61 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Klasse einer Wiener Volksschule bestätigen. z. ergänzt. Ein anregendes. so lautet die Arbeitsanweisung. dass Kinder ihren Sprachen durchaus unterschiedliche Gefühle entgegenbringen. Zum Sprachbesitz zählen die Kinder und Jugendlichen auch die nationalen Varianten der Sprache wie z. Meine eigenen Erfahrungen mit den Sprachenporträts in einer auf den ersten Blick monolingualen 3. die Einsprachigkeit oder aber die starke Identifizierung der Kinder mit ihrer Muttersprache widerspiegeln.B. © Hueber Verlag 2007 .und Grundschulklassen Realität ist. aber auch gelingende Zweisprachigkeit junger Migranten. Sie zeigen.Kinder und ihre Sprachen – Lebendige Mehrsprachigkeit. zur Sprachlerngeschichte oder zur Bedeutung der einzelnen Sprachen für die jeweilige Sprecherin. den jeweiligen Sprecher. die in leuchtender Farbigkeit im Buch abgedruckt sind. Im abschließenden Kapitel gibt Hans-Jürgen Krumm Anregungen.B. wie mit den Sprachenporträts im Unterricht gearbeitet werden kann.25). dass mit Hilfe der Sprachenporträts ein Bewusstsein für den in der Klasse vorhandenen Sprachenreichtum. Kinder weisen ihren Sprachen auch Funktionen zu – so sitzen einzelne Sprachen beispielsweise in den Händen oder Füßen der Silhouette. Die entstandenen Sprachenporträts. so sind einige Sprachen z. vierfarbig (Euro 23. dem die Kinder bei der Erstellung ihres Sprachenporträts Ausdruck geben. das (Hoch-)Deutsche. Die immer bunter werdenden und oft detailliert beschrifteten Porträts der zweiten Hälfte des Buches zeugen von der Lust der Kinder am Erzählen der eigenen Sprachbiografie und geben Einblick in die vielfältigen Facetten eines vorhandenen Sprachbewusstseins. ISBN 3-9500887-5-X. Der Band präsentiert zu Beginn einige wenige Sprachenporträts. bzw. der der ersten Fremdsprache zukommt. sollte eine andere Farbe gewählt werden. für jede so fixierte Sprache. Dreisprachigkeit. Grundschulen und weiterführenden Schulen in Österreich und Deutschland. Die ausgewählten Porträts sprechen für sich und geben in ihrer Vielfalt zahlreiche Ideen für die weiterführende Arbeit mit Sprachenporträts im Unterricht. dass Kinder und Jugendliche über mehrfache sprachliche Identitäten verfügen und diese durch die Porträts ausdrücken können. Eviva. für ein Kennenlernen der Mitschülerinnen und Mitschüler mit ihren „anderen Sprachen“ (und damit von einer ganz neuen Seite!) und für Erzählungen über Sprachlernund -gebrauchskontexte und von Migrationsgeschichten.B. das Österreichische Deutsch oder das Schwitzerdütsch. so zeigt Krumm mit anderen Porträts. ist nicht nur Zukunftsvision der Europäischen Kommission. Schülerinnen und Schüler malten dafür in die einfache Silhouette eines Mädchens. wenn sie auf Reisen oder in vorgestellten zukünftigen Arbeitskontexten gebraucht werden. ISBN 978-3-19-149183-3. geweckt werden kann. Die abgebildete Realität und das Gespräch hierüber führen zu einer Anerkennung von Fähigkeiten und der Geschichte Anderer. dass Mehrsprachigkeit bereits in Volks. Sprachenporträts – gesammelt und kommentiert von Hans-Jürgen Krumm. 104 Seiten. wunderbar gestaltetes Buch kursiert seit Sommer 2001: „Kinder und ihre Sprachen – lebendige Mehrsprachigkeit“ stellt Sprachenporträts vor von Kindern aus Volksschulen. damit sie mehr sind als eine individuelle Spurensuche und zum Ausgangspunkt für Gespräche über Sprachen in der Klasse. andere zeigen die konfliktreiche. die ebenfalls in den Sprachenporträts ihren Platz finden. der den Sprachenreichtum unserer Gesellschaften widerspiegelt. WienerVerlagsWerkstatt: Wien 2001.

oder drückt eine Fortdauer aus. ganz gleich. bei denen man sich wegen der Kompliziertheit der Regeln am besten einfach nur merkt. ISBN 978-3-19-149183-3. Ich möchte noch ein Weiteres dazu sagen. ... die bedeutet: Das ist einerlei. Zwischen beiden Kleidungsstücken bestand – vom Stoff her gesehen – kein Unterschied mehr. weiterentwickeln. als man dazu überging.. weiterkommen Weiter hat hier die Bedeutung vorwärts. Groß oder klein? Hier gibt es eine Reihe von festen Verbindungen.B. weiterarbeiten. (= österreichisch) Alles Weitere wird sich finden. ob Jacke oder Hose. klein Das ist ohne weiteres möglich. weiterkommen. Jacke wie Hose 2. weitergeben. die Jacke und die Hose aus dem gleichen Stoff zu nähen. Diese Wendung ist seit dem 17. / Weiters erklärte er .. weiterbestehen. Das ist bei weitem nicht so schlimm wie angenommen. KRISTINA PAVLOVIC 62 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation.. ob sie groß oder klein geschrieben werden. Jahrhundert belegt. erklärt warum! Das kleine Wörtchen weiter: 1. voran. weiterfahren. z. war und ist also völlig egal. wenn ein Komparativ ausgedrückt wird: Er kann weiter laufen als ich. Verbzusammensetzungen mit weiter werden getrennt geschrieben. wenn ein Umstand der Zeit (= weiterhin) ausgedrückt wird: Wir haben dir bisher geholfen und wir werden dir auch weiter(hin) helfen. © Hueber Verlag 2007 . Das Verfahren wird bis auf weiteres eingestellt. Der Dieb hatte das Weite gesucht. egal. wie in weiterbestehen.. Von weitem sah es ganz harmlos aus. weiterhelfen. weiterbefördern. Getrennt oder zusammen? Verbzusammensetzungen mit weiter werden in der Regel zusammengeschrieben: Wörter und Wendungen: Jacke wie Hose ist eine Wendung. groß des Weiteren im Weiteren erklärte er .Unsere Sprachecke: Gewusst wie. weiterbilden.

zu dem der Gegenstand abgebildet wurde. fühlen. Leider gab es keine Einsendungen. Weiter werden in dem Bericht Alternativlösungen für eine Reihe von Fällen vorgestellt. die seit einem Jahr durch die Welt tourt! Neues von der Rechtschreibreform Die Rechtschreibreform ist ein noch immer nicht abgeschlossenes und zur Zeit wieder viel diskutiertes Thema. Mehr Informationen sowie den gesamte Bericht der Zwischenstaatlichen Kommission finden Sie unter: <http://www. In einem kürzlich von dieser Kommission verfassten Bericht wird indirekt eine Revision der Rechtschreibreform empfohlen. Österreich und der Schweiz („Zwischenstaatliche Kommission für die deutsche Rechtschreibung“).Litfaßsäule Ihre Schülerinnen und Schüler brauchen einen kräftigen Motivationsschub? Dann nichts wie hin in die Ausstellung „Herzliche Grüße“ von Goethe-Institut Inter Nationes. dazu einen Schall. bei denen zwei Schreibweisen möglich und richtig sind. IDT in Graz (Österreich) hat ihr Thema gefunden: Begegnungssprache Deutsch: Motivation – Herausforderung – Perspektiven emj 63 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Neben „Deutschlandbildern“ zum Anschauen gibt es auch Kurioses. bei richtiger Lösung war auch ein Preis zu gewinnen. Schauen Sie doch noch mal rein. Witziges. ihn der Autorin des Beitrags „ErfinderWettbewerb“. in FREMDSPRACHE DEUTSCH Heft 25. Ob das Rätsel zu schwer war? Um den Preis nicht verfallen zu lassen. Erstaunliches und Atemberaubendes. ISBN 978-3-19-149183-3. im „roten Haus“. Seite 62! Dort gab es ein Rätsel. © Hueber Verlag 2007 . 2001. Wir wünschen Angelika Gröning viel Spaß beim Nüsseknacken! Neues vom IDV Die XIII. zukommen zu lassen. 12.und Klangraum und interaktive Spielinseln. die alten Schreibweisen wieder zuzulassen.rechtschreibreform. in denen die neue Rechtschreibung als unsinnig oder abwegig erscheint und es wird dafür plädiert. Einsendeschluss der Lösungen: 31. begreifen und „begehen“. Informieren Sie sich in ihrem nächstgelegenen Goethe-Institut. im „gelben Haus“ kann man Deutsch entdecken und Deutsch erleben mit allen Sinnen.com> KRISTINA PAVLOVIC Rätsel: Erfinder-Wettbewerb Im „blauen Haus“. man kann Deutsch verstehen. hat die Redaktion beschlossen. Mit der Rechtschreibung befasst sich eine spezielle Kommission mit Teilnehmern aus Deutschland. wann und wo die Ausstellung in Ihrem Land zu sehen ist. Es wird somit noch eine ganze Zeitlang Fälle geben.

Dr. Mitautorin des niederländischen Lehrwerks „So isses“. Isabella Leibrandt E-Mail: ileibrandt@cauce.es Deutschlehrerin am Instituto de idiomas Universidad de Navarra SPANIEN Prof.und Pädagogikstudium zwölf Jahre Erziehungswissenschaftlerin an der DaF-Lehrerausbildung in Utrecht/NL. Piliscsaba Ungarn. Arbeitsschwerpunkte: Hörspiele im DaF-Unterricht.ie Fachberaterin für Deutsch. Autorin der Hörmaterialien „Keine Panik“ und „Ein bisschen Panik“. Lernerautonomie und Lernstrategien. Annette Berndt Universität Kassel Fachbereich Deutsch als Fremdsprache D-34109 Kassel DEUTSCHLAND E-Mail: aberndt@uni-kassel. © Hueber Verlag 2007 .krumm@univie.V. Peter Bimmel Couperusweg 6 NL-1217 TA Hilversum NIEDERLANDE E-Mail: pbimmel@wxs.nl Dipl.nl Fachdidaktikerin für Spanisch als Fremdsprache. Arbeitsschwerpunkte: Sprachdidaktik. Mitautorin des Lehrbuchs „Zwischen den Pausen“.uu. ISBN 978-3-19-149183-3.at Dozent für Deutsch als Fremdsprache am Vorstudienlehrgang der Grazer Universitäten. Gudula List Universität zu Köln Herbert-Lewin-Strasse 2 D-50931 Köln DEUTSCHLAND E-Mail: gudula. Hans-Jürgen Krumm Universität Wien Institut für Germanistik / Deutsch als Fremdsprache Dr. 25 D-45888 Gelsenkirchen DEUTSCHLAND E-Mail: Angelika. Mitglied der zentralen Prüfungsstelle der Otto Benecke Stiftung.raths.und Kommunikationsund Neuropsychologie.Haenen@ivlos.hu Wiss.1@dpg. Dr. Nach Lehrer. Zahlreiche Veröffentlichungen.krenn@kfunigraz. Mitautor der Fernstudieneinheiten „Lernerautonomie und Lernstrategien“ und „Unterrichtsvorbereitung“.groening@ruhruni-bochum.de Dozentin für Deutsch und Englisch in der Erwachsenenbildung und Honorarlehrerin am Goethe-Institut Düsseldorf. Annelien Haitink E-Mail: a.vu.ac. Wilfried Krenn Fürstenstaudweg 3A A-8051 Graz ÖSTERREICH E-Mail: wilfried. Universität Utrecht Postbus 80127 NL-3508 TC Utrecht NIEDERLANDE E-Mail: J. Honorarlehrerin am Goethe-Institut Budapest.gpnh@med.Meiritz@t-online.ac.de Derzeit Professur für Didaktik des Deutschen als Fremdsprache an der Universität Kassel. Carola Marx Chodowieckistrasse 11 D-10405 Berlin DEUTSCHLAND E-Mail: marxcarola@yahoo. Jacques Haenen IVLOS. J.list@uni-koeln. Mitautor von „Grammatik kreativ“ und von Unterrichtsmaterialien für den Grundschulbereich. Freiberuflich tätig als Fortbildnerin und Beraterin im Bereich des kooperativen Lernens. auch zu Mehrsprachigkeit. Zsuzsa Marlok Zrínyi 99 H-2085 Pilisvörösvár UNGARN E-Mail: mzsu.irlgov.P Thijsselaan 85 . NL-3571 GN Utrecht NIEDERLANDE E-Mail: a. Sprachenlernen im Seniorenalter.nl Fachdidaktiker Deutsch als Fremdsprache an der Universität Amsterdam.unav. Seit 1987 Dozentin an der Freien Universität (VU) Amsterdam/NL. Sprachenlernen in intergenerationellen Kontexten. Arbeitsschwerpunkte: MethodikDidaktik Deutsch als Fremdsprache. lebenslanges Fremdsprachenlernen. Zweitspracherwerb und Fremdsprachenlernen. kooperatives Lernen. pädagogische Leiterin für diese Kurse.at Professor für Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien. e. tätig beim Museumspädagogischen Dienst Berlin und als freie Mitarbeiterin an der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.de Dozentin für Deutsch-Intensivsprachkurse für junge Erwachsene beim DGBBildungswerk Nds. Mitarbeiterin des Goethe-Instituts Inter Nationes Dublin.Päd. Momentan Phd Studentin Bereich Fachdidaktik. Karl-Lueger-Ring 1 A-1010 Wien ÖSTERREICH E-Mail: hans-juergen.de Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Prof. Dr.haitink@planet. Dr. Dr.nl Lehrerausbildner und Forscher am Institut für die Lehrerausbildung (IVLOS) der Universität Utrecht (Niederlande).Unsere Autorinnen und Autoren Dr. Gundula Meiritz Im Wiesenkampe 12 D-30659 Hannover DEUTSCHLAND E-Mail: G-S. Elke Hughes German Language Advisor Department of Education and Science Hawkins House 3rd floor IRL-Dublin 2 IRLAND E-Mail: hughes@educ. in Hannover. 64 Motivation Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Angelika Raths Dr.cti.de Professorin für Psychologie an der Heilpädagogisch-Rehabilitationswissenschaftlichen Fakultät. Assistentin am Germanistischen Institut der Katholischen Universität Pázmány Péter. Angelika Gröning Wanner Str. Arbeitsschwerpunkte: Sprach.

Lehrbuchautorin.gr Seit gut 20 Jahren Deutschlehrerin am Goethe-Institut Thessaloniki. Unterrichtsschwerpunkt Primarstufe. Dozentin an der Fachhochschule für Modemanagement TMO. Arbeitsschwerpunkt: Glücklich bleiben. Rainer E.nl Übersetzerin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache.com Seit ca.cz Zur Zeit Fachschaftsberater mit Sonderaufgaben im Auftrag des Bundesverwaltungsamtes – Zentralstelle für das Auslandsschulwesen – in Brno/ Tschechien. Katja Sund Van Heemskerckstraat 9 NL-1013 NV Amsterdam NIEDERLANDE E-Mail: ksund@wanadoo. 20 Jahren Deutschlehrerin am Goethe-Institut Thessaloniki. Wicke E-Mail: marawi@volny. © Hueber Verlag 2007 . Unterrichtsschwerpunkt Primarstufe und Sekundarstufe I. ISBN 978-3-19-149183-3.Maria Schmidt Smyrnis 18 GR-57 019 Perea / Thessaloniki GRIECHENLAND E-Mail: schmitsi@hotmail. Karin Vavatzanidis Konstantinoupoleos 15 GR-55 132 Kalamaria / Thessaloniki GRIECHENLAND E-Mail: avavat@tee. außerdem in der Lehrerberatung tätig. 65 Fremdsprache Deutsch Heft 26/2002 – Motivation. Lehrbuchautorin.

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