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ALLGEMEINES

NSTLER^LEXIKON

LEBEN UND WERKE

DER BERÜHMTESTEN BILDENDEN KÜNSTLER

Vorbereitet von

HERMANN ALEXANDER MÜLLER

Herausgegeben von

HANS WOLFGANG SINGER

Fünfte unveränderte Auflage

ERSTER BAND

AachenFyt

19 2

1

LITERARISCHE ANSTALT RÜTTEN ö LOENING

FRANKFURT am MAIN

A.

Aachen, Hans von, (oder Jan van Achen), Maler, geb. 1552 in Köln, t 6. Jan.

Schüler von Jerrigh, lebte seit 1573 in Florenz und Rom, wo er in

der Weise aer italisirten Niederländer malte. Im Jahre 1588 kehrte er nach Köln

1G15 in Prag-.

zurück, malte von 1590 an für den Herzog Wilhelm V. von Bayern, wurde

1592

zum Kammermaler des Kaisers Rudolf mit dem Wohnsitz in München, wo er die

Tochter des berühmten Komponisten Orlando di Lasso heirathete, ernannt und in den Adelstand erhoben. 1601 zog- er nach Prag. Er behandelte biblische, mytho-

logische und allegorische Stoffe und Portraits, aber in mangelhafter Technik und kaltem Farbenton, doch wurde vielfach nach seinen Bildern gestochen. Zahlreiche Bilder von ihm in der Galerie zu Schieissheim, 9 Bilder im Hofmuseum zu Wien und

einige im Museum zu Köln.

Aagard, Carl Fredrik, Landschaftsmaler, geb. 1833 zu Odense auf Füneu,

war Schüler der Akademie in Kopenhagen und des Malers Skovgaard. Seine

Bilder sind von getreuer Beobachtung der Natur und lebendiger Darstellung. Eines

seiner besten Werke ist eine Partie auf Seeland in der Galerie zu Kopenhagen, viele

andere in Privatbesitz.

Aalst, s. Aelst. Abaco, Antonio, Architekt aus Rom, thätig um 15001550, Gehilfe des jüngeren Antonio da San gallo, den er bei de \ Befestigungen von Parma und

Piaceuza unterstützte. Er veröffentlichte 1558 alle bedeutende Denkmäler Roms nach

seinen eignen Messungen. Abadie, Paul, Architekt, geb. 3. Nov. 1812 in Paris, f 3. Aug. 1884 daselbst,

Sohn des gleichnamigen Architekten des Departements der Oharente (f 1868), ging

von der Malerei zur Architektur über, war bis 1842 Schüler von Ledere, mit Lassus . und Viollet-lc-Duc an der Restauration der Kirche Notre-Dame in Paris

thätig, erbaute die Ferdinandskirche in Bordeaux, das Stadthaus in Angouleme und restaurirte als Diöcesan-Architekt (seit 1849) zahlreiche Kirchen. Sein Hauptwerk,

die Herz-Jesukirche auf dem Montmartre in Paris (begonnen 1874), hinterliess er

unvollendet.

Abbate (oder Abate), Niccolo dell',

ital. Maler,

geb. 1512

in

Modena,

f 1571 in Fontainebleau, bildete sich nach Oorreggio und Giulio Romano,

malte Fresken in seiner Vaterstadt. Eines seiner wenigen Oelbilder aus dem Jahre

1547, die Hinrichtung der Apostel Petrus und Paulus (Museum Dresden), erinnert

sehr an Oorreggio. Im Jahre 1552 wurde er vou Primaticcio nach Fontainebleau be- rufen, wo er mit diesem im Schlosse mythologische, jetzt meist verschwundene

Fresken malte. Sein Enkel Ercole dell' A., f 20. Jan. 1613 in Modena, war

ein bei seinem Müssiggang und Leichtsinn nicht zur Entfaltung seines Talentes ge- langter geschickter Maler.

1868

Abbati, Giuseppe, vielseitiger ital. Maler, geb. 1836 in Neapel

f 20. Febr.

in Florenz,

Schüler seines

Vaters Vincenzo A.

und der Akademie

von Venedig (1850—52), wo er Genrebilder, Architekturstücke und Landschaften

malte. Zu. seinen besten Bildern von grosser Feinheit des Tones gehören zwei Innen- ansichten der Kirche St. Miniato bei Florenz, der singende Dominikaner im Chor

von St. Maria Novella und „der Ohilo" (eine Bauernfamilie in der Stunde der Siesta).

Abbatini, Guido Ubaldo ital. Maler, geb. um 1600 in Cittä di Castello, f 1656

in Rom, wurde Schüler des Cavaliero d'Arpino und arbeitete im Dieust des

Allgemeines Künstler-Lexieon. 5. Axifl. 1. Band.

1

2

Abbenia Aberli.

die damalige römiscbe Kunst beherrschenden Bernini. Er malte in mehreren römischen

Kirchen und war einer der ersten, die an Deckengemälden einzelne Gestalten als

Relief hervortreten Hessen, z. B. in einer Kapelle der Kirche S. Maria della Vittoria

in Rom. Auch lieferte er Cartons für Mosaiken und wurde später unter Pietro da

Cortona Mosaikavheiter.

Abbema, >Yilhelm v., Kupferstecher und Radirer, geb. 15. Jan. 1812 in Crefeld, t 8. Nov. 1889 in Düsseldorf, widmete sich anfangs (183033) unter J. W.

Schirm er der Landschaftsmalerei, ging aber dann zur Radirung und zum Kupfer-

stich Über.

Zunächst brachte er 1846 eine Radirung des Doms zu Köln (vor der

Restauration) nach eigner Arbeit, ferner insbesondere Landschaften Düsseldorfer Maler, z. B. nach Lessing den Klosterbrand, die Erstürmung eines Kirchhofes u. a.,

nach Scheuren eine Rheinlandschaft, u. a. Karl Ross.

Abbiati, Filippo, ital. Barockmaler geb. 16.40 in Mailand, f 1715 das., Schüler

von Nuvoloni, Fresko- und Altarbilder malte er in kecker, breiter Weise, be- sonders in Mailand, Pavia, Bergamo und Turin. Eines seiner besten Werke ist die

Predigt des heil. Johannes in Saronno.

nach J. W. Schirmer, A. Achenbach u.

Abbott, Francis Lemuel, engl. Portraitmaler, geb. 1760 in Leicestershire,

f im

Irrsinn 1803 in London.

Schüler von Frank Hayman, zog 1780 nach

London, wo er von 1788 1800 seine Portraits ausstellte, die sehr gerühmt wurden,

z. B. im Hospital zu Greenwich das des Lord Nelson und des Admirals Peter Parker.

Viel weniger werthvoll sind seine sonstigen Figurenbilder.

Abeele, Jodocus Sebastian van der, Maler, geb. 21. Jan. 1797 in Gent,

f 23. Febr. 1855 das., bildete sich seit 1819 in Paris unter Gros, malte namentlich aus der griechischen Mythe und Geschichte, auch Portraits und Aquarelle. ZAvei seiner besten Bilder sind Sokrates vor dem delphischen Orakel und Orpheus nach dem Tode der Eurydice.

Abel, Gregor und Peter, zwei Bildhauer aus Köln, die vom Kaiser Ferdinand I.

nach der Mitte des 16. Jahrh. nach Innsbruck berufen wurden, um die 24 Alabaster- reliefs auszuführen, die das dortige Denkmal des Kaisers Maximilian bekleiden, doch führten sie nur 4 derselben aus (S. Colins).

Abel, Joseph, Maler und Radirer, geb. 1768 in Aschach (Oberösterreich),

f 4. Oct. 1818 in Wien, Schüler der Wiener Akademie unter Schmutzer und

Füger, arbeitete beim Fürsten Czartoriski in Polen und von 1801—1807 in Rom,

wo er als sein erstes grösseres Bild Hektors Abschied von Andromache malte, dem später in Wien als seine Hauptwerke Klopstock im Elysium (1805 Rudolfinum in

Prag), Cato's Tod in Utica, Iphigenie und Orestes (Neue Pinakothek in München),

Gefangennahme der Antigone (Wien, Gal. Liechtenstein) u. A. folgten. Er hat auch historische Gemälde, Genrebilder und Portraits radirt.

Abel de Pujol, Alexandre Denis, Historienmaler, geb. 30. Jan. 1785 in Valenciennes, f 28. Sept. 1861 in Paris, folgte in der Schule D a v i d 's der klassischen

Richtung und besuchte 5 Jahre die französische Akademie in Rom. Er malte in

groesartigem Stil mit kräftigem Pinsel oft mit bühnenhaftem Pathos. Zu seinen

Hauptwerken gehören: der Tod des Britannicus (1814, Museum in Dijon), die Predigt

des heiligen Stephanus (1817, in St. Etienne du Mont in Paris), das Begräbniss der hl. Jungfrau (1819, Notre-Dame in Paris), Fresken aus dem Leben des heiligen Rochus

in der Kirche Saint-Sulpice in Pari3. Andere Bilder von ihm im Museum zu Lille,

23 Bilder in der Galerie de Diane im Schloss zu

Fontainebleau. Für seine besten Arbeiten gelten die grau in grau gemalten Nach-

ahmungen von Reliefs in der Börse zu Paris und im Louvre.

Abeloos, Michael, belgischer Bildhauer, geb. 28. Jan. 1828 in Löwen, Schüler

des Bildhauers Wilh. Geerts, schuf für Kirchen Belgiens und Nordfrankreichs

religiöse Bildwerke in Marmor und in Holz, lieferte auch zahlreiche plastische Werke

nach England für die Kathedrale in Ely und andere Kirchen.

in

der Kathedrale zu Reims und

Abels, Jacobus Theodorus, Landschaftsmaler, geb. 1. Sept. 1803 in Amsterdam,

f 18. Juni 1866 in Abcoude, war Schüler des Thiermalers Jan v. Ravenswaay

und liess sich im Haag nieder, wo er namentlich Mondlandschaften mit trefflichen

Lichteffekten malte. Aberli, Johann Ludwig, Zeichner, Maler und Radirer, geb. 1723 in Winterthur,

t 17. Oct. 1786 in Bern. Er machte sich namentlich bekannt durch seine in Umrissen radirten und getuschten oder colorirten Schweizer-Prospecte, ein Verfahren, das bald

vielfach nachgeahmt wurde ; unbedeutender wareu seine Oelbilder.

Abildgaard Achenbach.

3

Abildgaard, Nicolai Abraham, Hauptmeister der dänischen Malerschule, Sohn des Nachfolgenden, geb. 11. Sept. 1743 in Kopenhagen, f 4. Juni 1809 bei Frederiksdal

als Direktor der Akademie in Kopenhagen. Er erhielt seine erste Ausbildung in

zu

Kopenhagen, lebte von 177277

in Kom, wo

er sich nach Raffael und Tizian

bilden suchte. Sein Hauptwerk waren die 1791 vollendeten, 1884 durch Brand zerstörten Bilder der Geschichte Europas, im Schloss zu Christiansborg, ausserdem

mehrere Darstellungen aus der griechischen Sage und Geschichte und Zeichnungen

zu römiscnen Dichtern (Terenz' Andria), in denen das Streben nach grossartiger Anlage und kräftiger Färbung nicht zu verkennen ist. Er schrieb auch über Theorie

und Geschichte der Kunst. Einer seiner Hauptschüler war Thorwaldsen.

Abildgaard, Sören, norwegischer Zeichner, geb. 18. Febr. 1718 in Christiansand, f 1791 in Kopenhagen. Er machte grosse Reisen zur Aufnahme nordischer Alter-

thümer, von denen 900 Zeichnungen ins Museum der nordischen Alterthümer in

Kopenhagen kamen.

Abondio, Antonio, italienischer Wachsbildner, Maler und Medailleur, Sohn des

Wachsbildners Alexander A.,

geb. 1538 in Mailand,

f 22. Mai 1591 in Wien,

arbeitete in Prag und am Hof des Herzogs Max v. Bayern in München. Seine Haupt«

arbeiten waren Reliefs in gefärbtem Wachs mit mythologischen Darstellungen, auch

zahlreiche Portraitmedaillen. Abraham, Tancrede, französischer Maler und Kupferstecher, geb. 7. Jan. 183*5

in Vitre (Ille et Vilaine), Schüler von Jules Noel und Nazon, malte und radirte

Gebäude von trefflicher Wirkung des Lichts, z. B. 30 Radirungen des Schlosses

Gontier und dessen Umgebungen, der Park von Brissac u. a.

Abramson, Abraham, Medailleur u. kön. preuss. Münzmeister, geb. 1754 in

Potsdam, f 23. Juli 1811 in Berlin, Sohn des Medailleurs Jakob A.

vorzügliche Medaillen mit Portraits berühmter Männer seiner Zeit und namentlich eine Denkmünze mit dem Bilde Friedrichs d. Gr. Abry, Leon, belg Maler, geb. 6. März 1857 in Antwerpen, Schüler der dortigen

Er schnitt

Akademie. Hier malte er vorzugsweise Reiterp ortraits, von denen mehrere in den

letzten Jahren auf den Ausstellungen in Wien, Berlin u. München grosse Anerkennung

fanden.

Absolon, John, Aquarellmaler, geb. 5. Mai

1815

in London , war anfangs

Theatermaler, bildete sich in< Paris weiter aus u. machte sich zuerst 1842 bekannt

durch sein Bild : Der Vikar von Wakefield ins Gefängniss geführt, dem dann Scenen

aus

dem heutigen Leben des Volkes u. der höheren Stände und aus englischen Dichtern folgten. Weniger gelingt ihm die Behandlung ernstere Stoffe. Grossen Beifall fand auch sein Oelbild Boulogne. Seit den 60er Jahren malte er auch Landschaften.

Abtshoven, s. Apshoven, Ferdinand u. Thomas.

Accard, Eugene, Portrait- und Genremaler, geb. 1824 in Bordeaux, f 1888 in Paris, Schüler von Abel de Pujol, malte ansprechende Genrebilder aus der

Geschichte des französischen Hofes, aber auch aus dem Lehen der höheren Stände,

z. B. das Manuscript (1868), der Schlafrock, vor dem Ball u. a.

Acebedo, Cristobal de, span. Maler, geb. gegen das Ende des

16. Jahrh.

in Murcia, f.Ias gegen die Mitte des 17. Jahrh. Schüler von Bart. Carducho,

malte in Klöstern seiner, Vaterstadt sehr correct gezeichnete, charaktervolle Bilder aus dem Leben der Heiligen.

Achard, Alexis Jean, französischer Landschaftsmaler, geb. 18. Juni 1807 in Voreppe (Isere), f im Okt. 1884, malte Landschaften von gesundem Realismus und treffliche Stimmungsbilder, aber in etwas manierirtem Vortrag. Eines seiner besten

ist der Wasserfall aus der Schlucht Cernay-la-Ville (1866, Mus. du Luxembourg^

Achen, Hans von, s. Aachen.

Achenbach, Andreas, berühmter Landschafts- und Marinemaler, geb. 29. Sept.

1815 in Cassel, eins der grössten Talente der Düsseldorfer Schule, machte in früher

Jugend mit seinem Vater, der Kaufmann war, vielfache Reisen, die seinen Sinn für

Schönheit und Charakter der Landschaften weckten. Als seine Familie sich 1827 in

Düsseldorf niederiiess, trat er als Schüler in die Akademie und verblieb darin bis 1835.

Die _ einfachen Motive seiner ersten Landschaften entnahm er meistens aus den

Rheingegenden, denen er aber noch eine gewisse romantische Empfindung verlieh.

Dann erweiterte er seinen Gesichtskreis 1832 und 33 durch Reisen nach Holland

und zur See nach Hamburg und Riga.

Einige Jahre später ging er auch nach

Skandinavien, wo er in den Gebirge- und Küstengegenden reichen' Stoff für seine

,

4

Achenbach Achu~mann.

realistische Kunstrichtung fand.

Weniger angezogen fühlte er sich von der Schön-

heit der deutschen Alpen, als von der 1839 wiederum besuchten Natur des Nordens, die er schon seit der Mitte der 30er Jahre in den Bergen und Thälern, sowie in

ein Meister in der

den Momenten des bewegten Meeres darstellte.

Auch ist er

Figurenstafiäge, der er stets ein charakteristisches Gepräge zu verleihen weiss. Unter

seinen fast unzähligen Werken nennen wir nur die in den öffentlichen Sammlungen

befindlichen: Berliner National-Galerie: Herbstliche Waldlandschaft (1843),

Ostende (1866), Scheveningen (1869), Holländischer Hafen (1883); NeuePinakothek

zu München: Seesturm (1836), An der Nordsee (1836), Herbstmorgen in den

pontinischen Sümpfen (1846), Marine ; Museum in Dresden: Holländisches Strand-

bild (1854), Strand bei Vlissingen (1864), An einer Amsterdamer Gracht (1871)

Fischerdorf im Mondschein (1872), Wassermühle am Waldberg (1872); Museum in Darm Stadt: Sturm und Regenwetter an einem holländ. Kanal (1840), Holland.

Landschaft mit einer Windmühle (1840), Bewegte See mit Schiffen (1841), Holländ. Winterlandschaft (1841) ; Gemälde-Sammlung in Düsseldorf: der Hardanger

Fjord (1843), Seesturm (1848). Seesturm bei Blankenberge (1864), Erftlandschaft

(1866), Aus der St. Lambertikirche (1879); Kunsthalle in Karlsruhe:

Norwegische Landschaft (1837), Untergang des Dampfschiffes „Der Präsident" (1842);

Städelsches Institut in Frankfurt: Seesturm an der norwegischen Küste (1837); Museum in Cöln: Abfahrt eines Remorgueurs (187Ö), Fischmarkt in

Amsterdam (1881); Museum in Leipzig: Westfälische Mühle (1869); Museum

in Breslau: Hildesheim (1875), Nordseestrand (1878); Gemälde-Galerie in Wiesbaden: Porto Yenere bei Spezia (1859); Museum in Königsberg: Strand bei Scheveningen (1861); Museum in Stuttgart: Niederländische Landschaft Kunsthalle in Hamburg: Westfälische Wassermühle (1860), Landschaft in

HoJland; Pr ovinzial-Museum in Hannover: Seestrand zur Ebbezeit (1837);

Kunsthalle in Bremen: Westfälische Wassermühle (1863), Partie aus Norwegen

(1846); Sammlung Ravene in Berlin: Norwegische Küste im Winter (1838), Hafen

von Ostende (1858).

Achenbach, Oswald, Landschaftsmaler, geb. 2. Febr. 1827 in Düsseldorf,

Bruder des Vorigen, war 183941 Zögling der dortigen Akademie, wurde in der

Malerei Schüler seines Bruders, machte dann vielfache Reisen in die Schweiz, ins

bayrische Gebirge und nach Italien und zeigte schon in seinen ersten Landschaften,

dass er nicht die realistische Richtung seines Bruders einschlug, sondern in der

idealistischen Auffassung der Natur seine poetischen Anschauungen verwirklichte

und einen besonderen Nachdruck auf die Farben- und Lichtwirkung legte. Bald ist es schwüle Gewitterluft, bald ein warmer Abend, ein Sonnenuntergang oder Mond-

schein, der den Mittel- und Hintergrund der Bilder in zarten Duft einhüllt. Nicht

das bewegte unruhige Meer, sondern die glatte Meeresfläche schildert er, aber in

nicht genügender Klarheit und Durchsichtigkeit. Am meisten entlehnt er seine

Motive aus dem 1850 und 51 und später sehr oft bereisten Italien, sowohl

Umgegend Roms, wie aus der unzählige Male dargestellten Umgebung von Neapel,

aus der

wobei es freilich manchmal an detaillirter Zeichnung und Ausführung, aber nicht

an poetischer Gesammtwirkung fehlt. Unter seinen Bildern, die fast ebenso zahlreich,

aber an Inhalt weniger mannigfaltig sind, als die seines Bruders, heben wir nur als

die bedeutendsten hervor: Motiv aus der Villa Chigi bei Ariccia (1851), Villa Torlonia

bei Frascati, Marktplatz in Amalfi (1876), der Triumphbogen des Constantin in Rom

(die letzteren drei in der National-Galerie in Berlin), Molo von Neapel (1860), Villa

Doria in Albano, Grabmal der Cäcilia Metella, Blick auf den Rigi (1866), Monte Soracte (,1862), Strasse von Torre dell' Annunziata, Rocca di Papa im Albanergebirge

(1867, Museum in Dresden), Capri (1878, Gemälde-Galerie in Düsseldorf), Fest in der Kirche Santa Maria in Araceli, Abend am Lirio (1875), Palast der Königin

Johanna (1878, Museum in Breslau), der Vesuv in Abendstimmung, am Tiberufer

(1883), St. Agnesfest in Casamicciola (1881), Villa Falconieri bei Frascati (1881),

die Engelsburg in Rom (1882), das Colosseum in Rom, Mondnacht im Park der Villa

d'Este bei Tivoli, das Blumenfest in Genzano, Venedig (1893), und zahlreiche Bilder

vom Strande bei Neapel.

Achtermann, Theodor Wilhelm, Bildhauer, geb. 15. Aug. 1799 in Münster,

f 26. Mai 1884 in Rom, musste bis zu seinem 30sten Jahre auf dem Bauerngute

seines Oheims dem Pfluge nachgehen, übte sich aber im Holzsclmitzen und wurde

auf Rietschel's Bitte in Rauch's Atelier aufgenommen, arbeitete auch auf der Akademie

Er bildete fast nur religiöse Gegenstände

als Schüler von T i e c k und S c h a d o w.

Achtschellincx Adam.

5

in streng- nazarenischer Auffassung, sehnte sich aber sehr nach Eom, das er im Anfang der 40 er Jahre erreichte und zu seinem bleibenden Wohnsitz machte. Von dort aus

versah er sein .Heimathland Westfalen mit zahlreichen Werken

Nach einer seiner

ersten Arbeiten, einem Kelief an der katholischen Kirche in Berlin, sind seine Haupt-

werke von grossem Ernst der Empfindung, aber mangelhaftem Verständniss der Form ein Christus am Kreuz (1842) für den Herzog von Arenberg, im Dom zu Münster

eine grosse Pieta und eine aus einem einzigen Marmorblock gehauene grosse Kreuz-

abnahme (1858). Ein Werk seiner späteren Jahre ist der Marmoraltar im Dom zu

Prag (1873) mit 3 Reliefs aus dem Leben Christi.

Achtschellincx, Lukas, belgischer Landschaftsmaler, getauft 11. Jan. 1626 in

Brüssel, begraben f 12. Mai 1699 daselbst, Schüler des Pieter van der Bor cht,

malte für Kirchen und Klöster zahlreiche Bilder mit biblischer Staffage, die zum

grössten Thei] verloren gegangen sind einige noch vorhanden im Rathhaus zu

Brügge; auch im Museum zu Dresden 2 kleine Landschaften von ihm.

Acier, Michel Yictor, Bildhauer, geb. 20. Jan. 1736 in Versailles, f 1795 in Dresden, wurde auf die Empfehlung des Kupferstechers Wille 1764 an die Porzellan-

Manufactur nach Meissen berufen, wo er zierliche Figuren und Gruppen aus Porzellan

modellirte. Von da kam er als kön. Modellmeister nach Dresden.

Acker, Joh. Baptista, Miniaturmaler, geb. 1. Nov. 1794 in Brügge, f 15. J> ~d

1863 daselbst, Schüler von D u c q, ging 1834 nach Paris, wo er, wie später in seiner

Heimath, eine grosse Zahl von Miniaturportraits malte. Dann kam er an den Hof des Königs Leopold I. von Belgien und malte Portraits der königl. Familie.

Ackermann, Johann Adam, Landschaftsmaler, geb. 1780 in Mainz, f 1853 in

Frankfurt a. M., ging schon früh nach Paris, wo er sich unter David der Historien-

malerei widmete ; aber bald kehrte er in seine Heimath zurück und machte hier und

seit 1804 in Frankfurt die Landschaftsmalerei zu seinem Hauptfach, worin er nament-

lich die Gebirge seiner nächsten Umgebung behandelte

Acqna, Cesare delP, Historien- und Portraitmaler, geb. 22. Juli 1821 inPirano bei Triest. Durch die Verwendung des Bildhauers Zandomenighi kam er 1842 auf die

Akademie in Venedig und malte als eines seiner ersten Bilder das Zusammentreffen

Cimabue's mit Giotto. Dann ging er 1848 nach Brüssel, wo er Schüler von Gallait

wurde, unter dessen Einfluss seine folgenden Werke entstanden.

Dahin gehören

als die bedeutenderen die letzten Augenblicke des Niccolo Macchiavelli, Cromwell

auf dem Schlachtfelde, Beichte Ludwigs XL (1858), die letzten Augenblicke des Marino Falieri, die Jugend Spinoza's, Simson und Delila und namentlich

185866 im Schloss Miramar für den Kaiser Maximilian von Mexiko eine Reihe

grösserer Bilder aus der Geschichte des Ortes. Ausserdem malte er zahlreiche weibliche Halbfiguren in der Tracht des Orients und der Küstenbewohner des adriatischen Meeres.

Acquaviva, Vincenzo, ital. Maler, geb.

1832 in Foggia, trat

1848

in

die

Akademie zu Neapel, wurde Schüler von Altamura, und malte Genrebilder (das

Gebet, Charakter der italienischen Frauen) und seit 1877 zahlreiche Portraits.

1823 in Bologna, fertigte

Bildwerke für Kirchen und Paläste Bologna's, mehrere Statuen der Venus, eine

Gruppe Mars und Venu3 in der Villa Carlotta am Comer-See und einige der Statuen und Reliefs am Arco della Pace in Mailand.

Acquisti, Luigi, Bildhauer, geb. 1745 in Forli, f

Adam, Albrecht, Schlachtenmaler, geb. 16. April 1786 in Nördlingen, f 28. Aug.

1862 in München, wo er seit 1807 lebte und sich, veranlasst durch den Maler Joh.

Lorenz Rugendas, immer mehr der Darstellung militärischer Scenen widmete.

1809 machte er als Maler den Feldzug gegen Oesterreich mit, malte zahlreiche

Skizzen, wurde Hofmaler des Prinzeli Eugen Beauharnais (Herzogs von Leuchtenberg),

den er nach Italien begleitete, wo 1812 sein erstes grösseres Bild, die Schlacht bei

Leoben, entstand. Mit demselben Herzog ging er 1812 auch nach Russland, kehrte

unter grossen Gefahren nach München zurück, lebte aber 1813 bis zum Sommer 1815

in Italien.

1848 nahm er an dem Feidzuge der österr. Armee unter Radetzky Theil

und wurde dann Hofmaler in München. Unter seinen Oelbildern sind ausser den erwähnten die bedeutendsten: die Schlacht bei Moshaisk für -den Herzog von Leuchtenberg,

in der Neuen Pinakothek zu Müncheü die Schlachten bei Novara und Custozza, die Erstürmung der Düppeler Schanzen und Portrait Radetzky's, in der Nationalgalerie zu Berlin die Schlacht bei Abensberg, ferner eine Ansicht von Friedrichshafen (Württem-

berg), Auf dem Schlachtfelde von Moshaisk, die Schlacht an der Moskwa (.Festsaalbau

in München), Rückzug der franz. Armee aus Russland und als sein letztes Bild die

6

Adam

;

Schlacht bei Zorndorf (Maximilianeuin in München). Dazu kommt das auf den russischen Feldzug bezügliche Prachtwerk „Voyage pittoresque et militaire" in 120 lithographirten Blättern (1827—33). Seine Selbstbiographie: Albrecht A., aus dem

Leben eines Schlachtenmalers", herausgegeben v. H. Holland (1886).

Adam, Benno, Thiermaler,

ältester Sohn des Vorigen,

geb. 15. Juli 1812 in

München, f 9. März 1892 in Kelheim. Er begann seine künstlerische Thätigkeit mit

dem Lithographiren der Werke seines Vaters und wandte sich dann zur Malerei der

Haus- und der Jagdthiere, wobei er in der Ausprägung des Charakters derselben ein

grosses Talent entfaltete. Ausser den 6 in der Neuen Pinakothek befindlichen Bildern

sind zu nennen: eine Fuchsjagd, ein angeschossener Hirsch, eine heimkehrende Heerde und eine Sauhatz. Adam, Emil, Pferde- und Jagdmaler, Sohn des Vorigen, geb. 20. Mai 1843 in

München, wurde durch das Vorbild des Vaters, Grossvaters und Oheims Franz A. für die Malerei gewonnen und bildete sich unter letzterem zu einem Meister in Beiter- portraits und Jagdscenen aus. Später zog er nach Brüssel zu Port aels, beiden) er sich in der Malerei menschlicher Figuren vervollkommnete. 1867 ging er mit seinem

Vater nach Pardubitz in Böhmen, wo er eine dortige Jagdgesellschaft von 60 Personen

portraitirte, ebenso ein Lippspringer Jagdbild von 40 Personen und eine Jagd-

gesellschaft zu Agard in Ungarn. Trefflich wie diese Reiterportraits sind auch die in der

Kunsthalle zu Kiel befindlichen Ungarischen Gestütspferde bei einer Ueberschwemmung. Adam, Eugen, Schlachtenmaler, Sohn und Schüler von Albrecht A., geb.

22. Jan. 1817 in München, f 4. Juni 1880 das., nahm an den Feldzügen von 1848 und 1849 in Italien Theil, machte Studienreisen nach Ungarn, Dalmatien und Italien.

Er -schilderte namentlich Scenen und Episoden aus dem Kriegs- und Lagerleben,

später auch aus dem Volks- und Jagdleben. Hauptwerke von ihm sind: Einnahme

des Forts Malghera bei Venedig (1852), Scene aus dem Schlachtfeld von Solferino (1859, Neue Pinakothek^ das zerstörte Schloss St. Cloud und als sein letztes Bild

ein Schäfer bei seiner Heerde.

Adam, Franz, Maler des Soldaten- und Schlachtenlebens, geb. 4. Mai 1815 in

Mailand, f 30

mit seinem Bruder Eugen im Gefolge des Feldmarschalls Radetzky während des Krieges in Italien seine Studien und ging dann nach Ungarn, wo er auch die volks-

Sept. 1886 in München, Sobn und Schüler von Albrecht A., machte

tümlichen Sitten studirte und malte.

Solche Bilder sind : Eine Schiifsfähre an der

Theiss, Kroatenquartie<