Holm Roch

Finden statt Suchen
Ein Ratgeber für Suchende

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Einleitung
In fünf Minuten geht mein Bus. Jetzt noch schnell die Geldbörse eingesteckt, Buskarte nicht vergessen, Hausschlüssel... Wo ist der nun wieder hin? Eben hat er noch auf dem Tisch gelegen, jetzt ist er spurlos verschwunden. Und der Zeiger der Uhr rückt unerbittlich weiter. Furchtbar! Jeder kennt solche Situationen und ärgert sich darüber. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, dem es Freude bereitet hätte, nach verschwundenen Dingen zu suchen. Es ist einfach lästig und nervenaufreibend - verplemperte Lebenszeit. Der Spruch "Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen" stimmt jedenfalls nicht. Suchen macht keinen Spaß, mit einer Ausnahme: Wenn jemand als Sammler unterwegs ist. Das blaue Matchbox-Auto, das in der eigenen Sammlung noch fehlt, auf Flohmärkten oder im Internet zu suchen, kann wirklich Spaß machen. Aber das ist eine andere Art von Suchen, eher eine Art von Entdecken. Und wenn das endlich erworbene Sammlerstück im eigenen Sammlungs-Durcheinander nicht mehr auffindbar sein sollte, hat auch der Sammler keine Freude am Suchen. Das alles sind gute Gründe, sich einmal über das Suchen und das Finden nachzudenken. Erfolgreich suchen - kann man das lernen? Lässt sich bereits im voraus etwas tun, damit weniger gesucht werden muss? Um solche Fragen soll es in diesem kleinen Traktat gehen. Dabei denke ich zunächst nur an verschwundene Gegenstände, später werde ich dann auch noch ein wenig über dieses Thema hinaus blicken. Suchen tun wir ja nicht nur nach Gegenständen, sondern auch nach einem Lebenspartner, einer Lösung für wirtschaftliche und politische Fragen und manchmal auch nach dem Sinn des Lebens. Allen, denen dieses Heft in die Hände kommt, wünsche ich Vergnügen bei der Lektüre und dass sie in Zukunft etwas weniger suchen müssen. Iserlohn, im Sommer 2007 Holm Roch

Erfolgreich suchen – wie macht man das?
Wenn ein Gegenstand verschwunden ist, beginnt das Suchen. Dabei hat jeder seine eigene Methode. Die einen suchen systematisch, die anderen intuitiv. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Systematisch Suchen Theoretisch ist die Sache ganz einfach. Wenn ich alle Orte absuche, an denen ein Gegenstand verborgen sein kann, muss ich ihn mit Sicherheit finden. In der Praxis gestaltet sich die Sache etwas schwieriger. Einmal ist es recht zeitaufwändig, wirklich alle in Frage kommenden Orte abzusuchen. Das könnte Tage oder Wochen dauern. Zum anderen stimmt der Satz nur, wenn ich absolut gründlich suche – und wer kann das schon? Ein weiteres Problem ist die Menge der Gegenstände, die wir besitzen. In einer abgelegenen Gegend Ostafrikas habe ich einmal den Hausrat einer vielköpfigen Familie vor der Hütte ausgebreitet gesehen. Das war ein großer Topf, in welchem der Maisbrei (Ugali) gekocht wird und aus dem er auch gegessen wird. Daneben lag eine aus Holz geschnitzte Schöpfkelle und drei leicht angeschlagene Becher. Das war alles! In diesem Haushalt, zu dem wahrscheinlich noch ein paar Decken und einige Bekleidungsstücke gehörten, wird kaum etwas verloren gehen und wenn, ist es leicht zu finden. Bei uns dagegen sind die Wohnungen vollgestopft mit Gegenständen aller Art. Da gibt es massenhaft Verstecke für Verschwundenes. Vielleicht ist ja das ständige Suchen die Strafe für allzu üppigen Wohlstand, der Preis dafür ist es auf jeden Fall. Intuitiv suchen Beim intuitiven Suchen geht es darum, mit dem gesuchten Gegenstand in Kontakt zu kommen und zwar nicht durch Nachdenken und Aussortieren sondern indem man aktuelle Sinneseindrücke mit Erinnerungsresten zusammenbringt. Für Freunde der Esoterik könnte man dunkle Zusammenhänge behaupten, könnte beispielsweise von Kraftfeldern sprechen, in die wir uns einloggen und dabei recht geheimnisvoll tun. Alles Mumpitz! Es geht hier alles mit rechten Dingen zu. Als die gesuchten Gegenstände verschwanden, sind wir dabei gewesen! Vielleicht sind von damals noch Erinnerungen in unserem Gehirn gespeichert und können wieder erweckt werden. Das ist schon das ganze Geheimnis!

Praktisch geht das so: Ich nehme eine entspannte Haltung ein, setze mich beispielsweise in einen bequemen Sessel, komme zur Ruhe (auf den eigenen Atem achten!) und versetze mich in eine leichte Trance. Dazu lasse ich meine Augenlider ein klein wenig sinken, so als wolle ich gleich einschlafen. Ich starre nicht mehr fest auf einen gegenüberliegenden Gegenstand, sondern nehme mein gesamtes Umfeld sehr wach und gleichzeitig leicht unscharf wahr (man spricht in diesem Zusammenhang auch vom "weichen Blick"). In diesem Zustand gehe ich langsam durch die Wohnung, bereit einem plötzlichen Impuls nachzugeben, hebe hier ein Kissen hoch, und schaue, ob der vermisste Schlüssel darunter liegt, ziehe dort ein Buch aus dem Regal, um nachzusehen, ob ich die verschwundene Rechnung als Lesezeichen benutzt habe und so weiter. Diese intuitive Suche ist keine sichere Methode und man kann die geforderte Haltung auch nur eine gewisse Zeit aufrecht erhalten. Manchmal führt sie jedoch zu verblüffenden Ergebnissen. Dass man auf diese Weise nicht alles finden kann, hat einen einfachen Grund. Unser Gehirn speichert die Sinneseindrücke sehr selektiv und bewahrt nur das Wichtigste im sog. Langzeitgedächtnis auf. Es arbeitet also anders als eine Überwachungskamera im Parkhaus. Bei dieser können wir nachträglich die gesamte Aufzeichnung zurückspulen und der Assistent des Hauptkommissars kann nachschauen, mit was für einem Wagen die Bankräuber aus der Tiefgarage geflüchtet sind. Das kostet allerdings, wie man aus dem "Tatort" weiß, eine Menge Zeit, und wir sollten vielleicht doch froh sein, dass unser Gehirn selektiv speichert - auch wenn wir dadurch manches nicht wiederfinden. An der Arbeitsweise des Gehirns liegt es auch, dass die intuitive Suchmethode am ehesten Erfolg verspricht, wenn das Gesuchte erst vor kurzem verschwunden ist.

Mama??!!

Viele Menschen suchen zunächst intuitiv, erst wenn das nicht hilft, suchen sie systematisch. Das ist durchaus eine Erfolg versprechende Methode, aber nur, wenn man beides auseinander hält. Schwierig wird es, wenn das systematische Suchen durch intuitive Elemente unterbrochen wird. Beispiel: Ich suche im Papierkorb nach einer verschwundenen Überweisung, tue dies aber nur oberflächlich (wie beim intuitiven Suchen). Wenn ich den ganzen Papierkorb auf diese Weise durchsucht und dabei nichts gefunden habe, muss ich noch einmal von vorn anfangen, diesmal gründlicher. Dabei kann man viel Zeit verschwenden. Besser wäre es, gleich gründlich zu suchen, also jeden Zettel einzeln in einen zweiten Behälter zu legen. Dann kann ich den Papierkorb nach dem ersten Durchgang abhaken, darin ist das Gesuchte mit Sicherheit nicht. Vier Augen sehen mehr als zwei Dass eine Gruppe schneller etwas findet, als ein Einzelner leuchtet ein. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Der Effekt ist jedoch meist längst nicht so groß, wie erwartet. Um eine optimale Gruppenleistung zu erzielen, müssen nämlich drei Vorbedingungen erfüllt sein: Jeder muss selbständig suchen Jeder muss den anderen ständig mitteilen, wo und mit welchem Ergebnis er bereits gesucht hat Das Suchergebnis jedes Einzelnen muss von allen anerkannt werden. Ein Beispiel: In einem Garten sind Ostereier versteckt. Anstelle eines einzelnen Kindes schicken wir mehrere Kinder los, um möglichst viele Eier zu finden. Wenn die Kinder nur dem Anführer hinterherlaufen, werden sie nicht mehr Eier finden, als dieser Anführer auch allein gefunden hätte. (Hier liegt übrigens ein Vorteil demokratischer Strukturen gegenüber dem sog. "Führerprinzip"). Wenn die Kinder sich nicht mitteilen, wo sie bereits gesucht haben, werden manche Stellen doppelt abgesucht, wertvolle Zeit geht dabei verloren. Schließlich muss auch noch jedes gefundene Ei als solches akzeptiert werden. Bei Ostereiern ist das kein Problem, wohl aber bei Suchaufgaben anderer Art, beispielsweise in der Politik. Da kann die Regierung gut behaupten, sie habe die optimale Lösung, wie eine weitere Kostensteigerung im Gesundheitswesen verhindert werden kann gefunden, die Opposition wird dieses „Osterei“ einfach nicht als Ei anerkennen, sondern behaupten, das sei überhaupt keine Lösung.

Der Vorteil der Gruppe wirkt sich nur aus, wenn die genannten Bedingungen eingehalten werden. Am deutlichsten ist er bei Suche nach verlorenen Gegenständen wirksam. Lassen sie sich also ruhig von ihrer Partnerin bei der Suche nach ihrem verlegten Schlüssel helfen, aber streiten sie nicht mit ihr darüber, was am besten gegen den Klimawandel hilft.

Nichts gefunden – woran kann es liegen? 1. Wir haben am falschen Ort gesucht Schon mehrfach haben wir den Schreibtisch nach einer Quittung abgesucht sie liegt jedoch im Bad. Da können wir lange suchen! Manchmal hilft es, den Weg des Gegenstandes zurück zu verfolgen. Wenn ich erst vor kurzem nach Hause gekommen bin und dabei die Quittung mitgebracht haben, gehe ich noch einmal zurück bis vor die Haustür. Ich komme noch einmal in die Wohnung herein. Wo bin ich als erstes hingegangen? In mein Arbeitszimmer, wie zunächst vermutet? Nein, zuerst bin ich zur Toilette gegangen, und siehe da, dort liegt auch - direkt neben dem Waschbecken - die gesuchte Quittung.

Sollten wir nicht nach Friedrichshafen?

2. Wir haben den falschen Gegenstand gesucht Beispielsweise suchen wir die Handcreme in der blauen Dose. Beim letzten Einkauf haben wir uns allerdings für eine andere Marke entschieden und diese Creme befindet sich in einer grünen Dose. Da können wir lange nach der blauen suchen. Hier hilft es, sich - bevor man mit der Sucherei beginnt noch einmal klar zu machen, was man sucht. Wie sieht dieser Gegenstand aus? Wie fasst er sich an? Wie schwer ist er? Hat sich daran in letzter Zeit etwas verändert (die neue Brille, die neuen Badeschuhe, der neue Taschenkalender...)? Die Chance, das Richtige zu suchen, lässt sich auf diese Weise deutlich erhöhen.

Abgemacht, ich verkrieche mich unters Sofa!

und ich lege mich unters Stuhlkissen!

3. Wir haben nicht gründlich genug gesucht Wenn ich nach einer bestimmten Rechnung suche, hilft es wenig, den Papierkorb nur oberflächlich zu durchstöbern. Hat man nichts gefunden, muss man noch einmal von vorn anfangen. Also besser gleich gründlich suchen. Man nimmt sich einen zweiten Papierkorb und legt jedes einzelne Blatt aus dem alten in den neuen Behälter. Dabei auch auf die Rückseiten schauen! Ein winziges Schnipsel Klebeband zwischen den Papieren reicht aus, um zusammen zu halten, was nicht zusammen gehört.

4. Das Gesuchte ist für uns unsichtbar Da wir fast immer mit den Augen suchen, können wir nur Gegenstände finden, zu denen Sichtkontakt besteht. Die Butterdose auf dem Frühstückstisch kann ich nicht finden, wenn sie genau hinter der Teekanne steht. Da hilft nur, den Blickwinkel zu verändern, also aufstehen, herumgehen, sich bücken oder auf einen Stuhl steigen und die Lage aus der "Vogelperspektive" überschauen. Da wird manches sichtbar, was vorher beim besten Willen nicht zu finden war. Unsichtbar wird ein Gegenstand auch wenn er unter einem anderen, größeren liegt. Kürzlich habe ich verzweifelt einen kleinen Taschenkamm gesucht. Er lag unter dem Rasierer. Es lohnt sich, gezielt nach solchen Verstecken zu fahnden. Manchmal hilft dabei eine Phantasieübung: Wenn ich selbst der gesuchte Gegenstand wäre, wo würde ich mich verstecken? Einmal stand ich auf der Leiter und wollte eine Deckenlampe anschrauben. Da fällt mir die Schraube herunter. Ich steige von der Leiter und suche den Boden ab. Dort ist aber keine Schraube zu finden. Sie muss sich während des Herunterfallens in Luft aufgelöst haben - ein Fall von Entmaterialisierung, oder? Mit Hilfe der beschriebenen Übung habe ich sie dann aber doch gefunden. Das raffinierte Biest hatte sich im Umschlag meiner Hose versteckt.

Unser Kätzchen ist weg!

Sicher wieder Tierfänger!

Nur selten brauchen wir zum Suchen unsere Ohren. Der häufigste Fall ist das verschwundene Mobiltelefon oder Handy. Da hilft es, von einem zweiten Gerät aus anzurufen. Auch bei der Suche nach einer verschwundene Katze können die Ohren hilfreich sein. Leider verstummen diese Tiere, wenn sie Angst bekommen, anstatt uns durch Miauen bei der Suche zu unterstützen. Wenn etwas im PC verschwindet Der Computer hat uns eine ganz neue Form von Suche beschert, die wahrscheinlich jeden Tag einen volkswirtschaftlichen Verlust von Millionen bewirkt: die Suche nach verschwundenen Dateien. Hier einige Tipps, wie sich das Problem zwar nicht vermeiden, aber doch in Grenzen halten lässt: 1. Geben sie den Dateien beim Abspeichern eindeutige Namen Ein Beispiel: Sie haben ihren Urlaub in einem Hotel verbracht. Dort hat es ihnen gut gefallen, bis auf den Umstand, dass im Speisesaal geraucht wurde. Das hat ihnen den Appetit gründlich verdorben und deshalb beschweren sie sich nachträglich bei der Leitung des Hauses. Unter welchem Namen wollen sie ihren Beschwerdebrief abspeichern? Wenn sie "Raucher" nehmen, könnte es Probleme geben. Jedenfalls dann, wenn sie meinen, die Datei "Nichtraucher" genannt zu haben, was ja ebenso sinnvoll wäre. Also besser: Hotelbeschwerde. Eine Datei, deren Namen sie nicht mehr wissen, werden sie kaum wiederfinden! Zwar bieten die verschiedenen Windows-Versionen eine Suchmöglichkeit und listen alle Dateien auf, in denen eine von ihnen vorgegebene Buchstabenfolge vorkommt, aber dazu müssen sie den Dateinamen oder doch einen Teil davon kennen. Auch bei Schreibfehlern im Dateinamen hilft die Suchfunktion nicht weiter. Also noch einmal: Eindeutige Namen vergeben! Wenn sie unsicher sind, hilft die Überlegung: Nach welchem Stichwort würde ich am ehesten suchen? Wenn Dokumente einem festen Datum zugeordnet sind (z.B. Rechnungen oder Mahnungen) ist es hilfreich, das Datum im Dateinamen anzugeben. Beispiel: >Mahnung_Müller_160607<. Die sechsstellige Datumsangabe vermeidet den Punkt (gemeint ist der 16.6.07) der in Dateinamen nicht vorkommen darf. Der Unterstrich vermeidet das Leerzeichen, das ebenfalls zu Problemen führen kann und macht zudem die Zeichenfolge besser lesbar als >MahnungMüller160607<. Vorsicht, wenn das Datum im Text selbst steht! Viele Textprogramme bieten sog. Platzhalter für das Datum an. Sie müssen nur einen solchen Platzhalter in den Text einfügen, das Programm setzt dann beim Aufruf der Datei das jeweils aktuelle Datum ein. Wenn sie diese Datei speichern, wird aber nur der

Platzhalter und nicht das Datum gespeichert. Wird die Datei später wieder aufgerufen, erscheint das aktuelle Datum. Wenn es darum geht, bestimmte Fristen einzuhalten - wichtig bei Beschwerden, Reklamationen und Ähnlichem - können Sie also nicht mehr feststellen, wann sie das Original geschrieben haben. Das Datum im Dateinamen löst dieses Problem. 2. Richten sie sinnvolle Unterverzeichnisse ein, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.

Warum kann ich diese dämliche Suchmaschine nicht finden?

3. Wenn eine Datei spurlos verschwunden ist, obwohl sie sicher sind, sie abgespeichert zu haben, steht sie wahrscheinlich an einem anderen Ort, als sie vermuten. Meist ist sie in ein übergeordnetes oder ein benachbartes Verzeichnis geraten, oft steht sie auch im sog Wurzelverzeichnis, also oberhalb der Unterverzeichnisse. Es lohnt sich fast immer, dort nachzuschauen. Wenn sie im Explorer ihre Festplatte oder einzelne Partitionen aufrufen (sie sind mit Großbuchstaben von C an aufwärts, also C, D, E und so weiter, aufgelistet), erscheinen im rechten Fenster alle darin angelegten Unterverzeichnisse. Am Ende dieser Liste finden sie Einzeldateien, die es auf diese oberste Ebene verschlagen hat. Manche Programme vor allem Bildbearbeitungen merken sich den zuletzt benutzten Pfad und speichern weiter dorthin - auch wenn der PC inzwischen

ausgeschaltet war. Wenn sie also zuletzt ihre Urlaubsfotos in das Unterverzeichnis >Baliurlaub< gespeichert haben und Wochen später die Bilder von Ullis Hochzeit speichern, landen diese ebenfalls unter Baliurlaub. Meist bemerkt man das erst viel später, wenn man die Dateien sucht. Wo sind sie hingeraten? Die Lösung: Sie rufen noch einmal das Bildprogramm auf, laden ein beliebiges Bild, wählen "Speichern unter" und schauen nach, welches Verzeichnis zuletzt als Zielort verwendet wurde. Das weite Thema der Suche im Internet, das letztlich auch eine Suche nach Dateien ist, möchte ich hier ausklammern. Es würde den Rahmen dieses Heftes sprengen und es gibt darüber auch genügend Fachliteratur. Vorbeugen ist wichtiger als Suchen! Ordnung, Ordnung liebe sie - sie erspart dir Zeit und Müh! Diesen Satz haben wir schon als Kinder gelernt. Die Sache ist aber nicht so einfach. Jeder Mensch produziert seine eigene Art von Ordnung und was dem einen als Unordnung erscheint kann für den anderen Ordnung sein. Ich kenne einen Professor, in dessen Arbeitszimmer ein unglaubliches Durcheinander herrscht. Auf dem Schreibtisch türmen sich Zettel, Bücher und Fotos und die Besprechungsecke muss erst freigeschaufelt werden, bevor sich ein Besucher dort niederlassen kann. Auf dem Fußboden sieht es aus, wie bei einer archäologischen Grabungsstätte: Aufgetürmte Materialien, kleine Hügel, die wie Schuttberge aussehen, Gräben und Mäuerchen, dazwischen der Professor, in der Art eines Storches von Lücke zu Lücke steigend. Man sollte meinen, dass der Mann überhaupt nichts mehr findet. Dem ist aber, wie seine Veröffentlichungen beweisen, nicht so. Was für andere wie das absolute Chaos aussieht, ist für ihn produktive Unordnung und wehe es fängt jemand an, hier aufzuräumen! Solche scheinbare Unordnung darf man auf keinen Fall zerstören. Mit Grausen denke ich an eine Frau, die vor vielen Jahren unsere Wohnung sauber machte und - weil sie es besonders gut machen wollte - auf die Idee verfiel, meine Bücher nicht nur abzustauben, sondern zusätzlich auch noch zu sortieren und zwar nach der Größe. Es war furchtbar! Nach solchen Erfahrungen habe ich mich immer geweigert, meinen Schreibtisch von anderen Menschen sauber halten zu lassen. Zu groß ist die Gefahr, dass dabei doch etwas umsortiert wird - und schon findet man es nicht wieder. Wenn man mit einem anderen Menschen zusammenlebt, sollte man die jeweils eigenen Bereiche und die dort herrschende Ordnung respektieren. Das mag Überwindung kosten, weil wir ja alle zu wissen meinen, wie die Dinge "richtig" geordnet werden, es spart jedoch eine Menge Beziehungsstreß.

Da haben wir ja den Fehler!

Der feste Platz Die wichtigsten Gegenstände des täglichen Lebens brauchen einen festen Platz. Beispielsweise der Haustürschlüssel - er gehört ans Schlüsselbrett oder an einen anderen gleichbleibenden Ort. Sollten sie ihn zufällig an einem anderen Ort antreffen, tun sie gut daran, ihn sofort (!!!) an den richtigen Platz zu bringen. Wenn sie in diesem Punkt streng sind, werden sie sich eine Menge unnützer Sucherei ersparen. Wer schon etwas älter ist und Probleme mit dem Gedächtnis hat, kann sich zusätzlich eine Erfahrung aus dem Gedächtnistraining zu Nutze machen. Hängen sie den Schlüssel nicht einfach an den Haken, sondern sagen sie dabei laut und deutlich "Ich hänge meinen Haustürschlüssel an seinen Schlüsselhaken." Es ist wichtig, den Satz laut auszusprechen, weil sich dann im Gehirn leichter eine Verknüpfung ergibt, die dafür sorgt, dass sie in Zukunft den Schlüssel immer am richtigen Platz suchen. Scheuen sie sich nicht dieses auf Fremde seltsam wirkende Ritual durchzuhalten! Sollte sie jemand dabei ertappen, können sie ja erklären, warum sie das machen. Es ist „wissenschaftlich erwiesen“ dass diese Methode hilft!

Gesucht – und doch nicht gefunden! Wenn die Suche vergeblich bleibt, müssen sie entscheiden, wie lange sie noch weitersuchen wollen. Es hilft nichts, dass man sich "zu Tode sucht". Viele Gegenstände lassen sich ersetzen und selbst das Verschwinden eines größeren Geldbetrages wird sie nicht gleich ruinieren. Manchmal taucht ja auch das Gesuchte von selbst wieder auf, nachdem man die Suche bereits aufgegeben hat. Dann ist die Freude groß, verbindet sich aber auch mit etwas Beschämung: Warum ist man selbst nicht darauf gekommen, an dieser Stelle zu suchen? Man kann dabei auch ein wenig Bescheidenheit lernen. Nach Meinung der Theologen ist nur Gott allwissend, braucht also nie zu suchen, während uns Menschen Fehler unterlaufen - auch beim Suchen.

Hier irgendwo muss sie hingekullert sein!

Was auf Dauer verschwunden bleibt, gehört unter die Rubrik Verlorenes. Da ist Trauer und Abschied angesagt bis - manchmal erst nach langer Zeit - das berühmte Gras darüber gewachsen ist. Oft sind es gerade Dinge von geringem materiellen Wert, die wir schmerzlich vermissen, weil sie emotionales Gewicht haben, ein Foto aus Kindertagen beispielsweise oder ein Erinnerungsstück an einen lieben Menschen. Der tröstliche Spruch Hölderlins, wonach alles Getrennte sich wiederfindet, behält leider nicht immer Recht. Damit müssen wir leben.

Stall? Krippe?? Versuchen sie es mal in dem Dorf dahinten!

Was man sonst noch alles suchen kann Bisher war nur von verschwundenen Gegenständen die Rede. aber wir suchen ja auch anderes, den Partner fürs Leben beispielsweise oder die beste Lösung für soziale Probleme. Fangen wir mit dem letzten an. Da geht es beispielsweise um die Frage, wie sich die Arbeitslosigkeit verringern oder wie sich Anzahl der Fachhochschulabsolventen erhöhen lässt. Gesucht wird kein Gegenstand, sondern eine Strategie mit der sich das Ziel am besten (am schnellsten, billigsten, nachhaltigsten...) erreichen lässt. Die Lösung des Problems liegt nicht irgendwo herum, so dass sie nur gefunden werden müsste, sie muss wahrscheinlich erst noch entwickelt, also “erfunden“ statt „gefunden“ werden. Und - was die Sache noch schwieriger macht - ob es wirklich eine gute Lösung ist, erweist sich

erst beim Ausprobieren. Nur wenn das Ziel erreicht wurde - die Zahl der Absolventen steigt, die Zahl der Arbeitslosen sinkt - können wir die Suche für beendet erklären. Und selbst dann werden sich noch Menschen finden, die meinen, mit einer anderen Strategie hätte man mehr erreichen können. Vorsicht also, wenn uns jemand weismachen will, er hätte die Lösung unserer Probleme. Vielleicht hat er eine gute Idee, ob sie aber wirklich zur besten Lösung führt, muss erst noch bewiesen werden! Im sozialen Bereich ist es auch nur selten möglich, Alternativen auszuprobieren. Wäre es besser gewesen, den Prozess der deutschen Wiedervereinigung um zwanzig Jahre zu strecken? Vielleicht ja, aber ausprobieren kann man es nicht und alles „wäre“ und „hätte“ hilft nicht weiter. Wir müssen die Folgen einer solchen, einmal getroffenen Entscheidung tragen! Auch wenn es um Suchaufgaben wie die Partnerwahl geht, zeigt sich erst im Nachhinein, ob wir den oder die Richtige gefunden haben. Die Sache ist allerdings insofern einfacher, als wir selbst darüber entscheiden, ob unsere Suche erfolgreich war. Wir messen das Ergebnis an unseren Erwartungen und sind entweder zufrieden oder unzufrieden. Im letzteren Fall müssen wir entweder weitersuchen oder uns damit abfinden, vielleicht nicht die optimale Lösung gefunden zu haben (dafür müssen wir aber auch nicht weiter suchen!).

Kontakte
Humorv., sportl., viels. interess. Kater, led., Nichtr., su. anschmiegs., liebev. Maus z. Vernaschen. 02370 / 52361
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Manche Menschen sind leicht zufrieden zu stellen und haben entsprechend viele Sucherfolge, andere sind anspruchsvoll und erreichen entsprechend wenig oder gar keine "Treffer". Ich kenne eine Reihe von Frauen, die unfreiwillig allein leben, weil eine Beziehung in die Brüche ging oder der Partner gestorben ist. Sie wünschen sich sehr, wieder einen Partner zu finden. Wenn man aber ihren Lebensstil betrachtet, haben sie sich im Alleinleben bereits so

eingerichtet, dass darin gar kein Platz mehr für einen anderen ist. Dass jemand auf Dauer in der gleichen Wohnung Platz nimmt, seine eigene Ordnung einführt (die Zeitung auf den Boden fallen lässt, nachdem er sie gelesen hat, die Zahnpastatube offen lässt und so weiter) ist nicht vorgesehen. Unter diesen Umständen kann die Suche kaum erfolgreich sein. Und wenn nun gegen alle Wahrscheinlichkeit doch die große Liebe kommt? Dann ist natürlich alles anders! Die kommt aber meist überraschend und ist nicht durch emsiges Suchen herbei zu zwingen, allenfalls kann man ihr durch Aufmerksamkeit ein wenig zuarbeiten. In einer Gesellschaft mit freier Partnerwahl kann man nie sicher sein, ob einem nicht doch noch ein besser geeigneter Partner (oder einer, der so aussieht) über den Weg läuft. Was dann? Haben wir bereits geheiratet, ist der Wechsel nicht so einfach und auch nicht gerade billig. Das bewahrt vor allzu raschen Um-Entscheidungen. Und wer garantiert mir, dass ich nicht kurz darauf einen Kandidaten finde, der noch besser zu passen scheint?

Ich hatte einfach keinen Bock mehr, noch weiter zu suchen!

www.lustaufliebe.com

Die Gesellschaft hat dem ständigen Weitersuchen insofern einen Riegel vorgeschoben, als sie eine lebenslange Bindung als Normalfall ansieht und der Treue einen hohen Stellenwert einräumt. In manchen Subkulturen gibt es zusätzliche Hilfskonstrukionen. Lange Zeit galt beispielsweise in der kirchlichen Jugendarbeit die Meinung, dass Gott für jeden schon den richtige Partner "gebacken" hat. Man musste ihn also nur noch finden und hatte ihn dann für immer. Angesichts zunehmender Scheidungszahlen eine kühne Theorie! Man kann fragen, warum sich eine solche Konstruktion so hartnäckig hält,

obwohl die Lebenserfahrung dagegen spricht. Sie hat vermutlich eine Schutzfunktion, ähnlich wie die Vorstellung von der "großen ewig dauernden Liebe", die im Trivialroman und im Fernsehen so beharrlich gepflegt wird. Bevor wir uns den unangenehmen Realitäten stellen, verwischen wir lieber den Unterschied zwischen Ideal und Wirklichkeit. Das macht vieles einfacher. Und wie ist das nun mit der Suche nach dem Sinn des Lebens, dem letzten Grund, nach Gott? Dass es so etwas geben könne, vielleicht sogar geben müsse, ist wahrscheinlich eine angeborene Überzeugung. Kein Mensch kommt so ganz ohne Antwort auf diese Fragen aus. Selbst der Atheist oder Nihilist hat seine Antworten und wenn es nur die Überzeugung ist, dass wir darüber gar nichts wissen können. Wie jeder zu seiner Antwort kommt, ist eine Frage der persönlichen Verwurzelung und der eigenen Lebensgeschichte. Glücklich, wer sagen kann:" Ich hab´s gefunden!" Wenn er dann auch noch offen bleibt für neue Erkenntnisse und neue Antworten, hat er das Menschenmögliche erreicht. Schwierig wird es immer, wenn jemand meint, seine Antworten müssten auch für andere gelten. In der Erzählung "Der Colombre" schildert Dino Buzzati wie ein Kapitän sein Leben lang der Begegnung mit einem gefürchteten Seeungeheuer, eben dem Colombre, ausweicht. Erst kurz vor seinem Tod ist er bereit, sich dem Ungeheuer zum Kampf zu stellen. Das Untier will aber gar nicht mit ihm kämpfen, sondern ihm eine Perle überreichen, die ihrem Besitzer „Glück, Macht, Liebe und Seelenfrieden“ verleiht.Aber dafür ist es jetzt zu spät. Manchmal geht es eben nicht ums Suchen, sondern darum, sich finden zu lassen.

Pressestimmen
Ein Buch, nach dem wir schon oft vergeblich gesucht haben.
Bröseldorfer Anzeiger

Verlorene Schlüssel, Kämme, Quittungen, das sind alles - mit Martin Luther gesprochen - "weltlich Ding" und es wäre falsch, mit der Suche danach sein Leben zu vertrödeln. Suchen wir lieber nach dem was droben ist. Griesenbrauker Sonntagsgruß

Leider wurde der pharmakologische Bereich völlig übergangen. Dabei helfen doch gerade moderne Medikamente wie Memodil ® wenn es darum geht, Suchergebnisse zu verbessern. Wenn sie Probleme mit dem Suchen und dem Finden haben, ist der Gang zu nächsten Apotheke oftmals der beste Weg. Die neueste Apothekenrundschau können sie bei dieser Gelegenheit auch gleich mitnehmen. Apothekenrundschau

Am modernen Lebensstil geht dieses Büchlein völlig vorbei. Warum etwas suchen, wenn man es neu kaufen kann? Unser Urteil: mega-out! Livestyle

Übersichtlich, informativ und lebensnah. Nur der Umschlag sollte in kräftigeren Farben gehalten sein - damit man das Heft leichter findet. Der Bibliothekar

Dieses Heft wird kostenlos vertrieben und darf auch nur kostenlos weitergegeben werden. Wenn Sie mir allerdings eine Spende zukommen lassen wollen, freue ich mich. Sie ermöglichen damit die Herausgabe weiterer Veröffentlichungen

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