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Holm Roch

Finden statt Suchen
Ein Ratgeber für Suchende
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jedoch nicht verändern oder kommerziell nutzen.

Infos unter: www.creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/

© Alle weitergehenden Rechte verbleiben beim Autor.
Einleitung

In fünf Minuten geht mein Bus. Jetzt noch schnell die Geldbörse eingesteckt,
Buskarte nicht vergessen, Hausschlüssel... Wo ist der nun wieder hin? Eben
hat er noch auf dem Tisch gelegen, jetzt ist er spurlos verschwunden. Und der
Zeiger der Uhr rückt unerbittlich weiter. Furchtbar! Jeder kennt solche Situa-
tionen und ärgert sich darüber.

Ich habe noch keinen Menschen getroffen, dem es Freude bereitet hätte, nach
verschwundenen Dingen zu suchen. Es ist einfach lästig und nervenaufrei-
bend - verplemperte Lebenszeit. Der Spruch "Wer Ordnung hält, ist nur zu
faul zum Suchen" stimmt jedenfalls nicht. Suchen macht keinen Spaß, mit
einer Ausnahme: Wenn jemand als Sammler unterwegs ist. Das blaue Match-
box-Auto, das in der eigenen Sammlung noch fehlt, auf Flohmärkten oder im
Internet zu suchen, kann wirklich Spaß machen. Aber das ist eine andere Art
von Suchen, eher eine Art von Entdecken. Und wenn das endlich erworbene
Sammlerstück im eigenen Sammlungs-Durcheinander nicht mehr auffindbar
sein sollte, hat auch der Sammler keine Freude am Suchen.

Das alles sind gute Gründe, sich einmal über das Suchen und das Finden
nachzudenken. Erfolgreich suchen - kann man das lernen? Lässt sich bereits
im voraus etwas tun, damit weniger gesucht werden muss? Um solche Fragen
soll es in diesem kleinen Traktat gehen.

Dabei denke ich zunächst nur an verschwundene Gegenstände, später werde
ich dann auch noch ein wenig über dieses Thema hinaus blicken. Suchen tun
wir ja nicht nur nach Gegenständen, sondern auch nach einem Lebenspartner,
einer Lösung für wirtschaftliche und politische Fragen und manchmal auch
nach dem Sinn des Lebens.

Allen, denen dieses Heft in die Hände kommt, wünsche ich Vergnügen bei
der Lektüre und dass sie in Zukunft etwas weniger suchen müssen.

Iserlohn, im Sommer 2007

Holm Roch
Erfolgreich suchen – wie macht man das?

Wenn ein Gegenstand verschwunden ist, beginnt das Suchen. Dabei hat jeder
seine eigene Methode. Die einen suchen systematisch, die anderen intuitiv.
Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Systematisch Suchen

Theoretisch ist die Sache ganz einfach. Wenn ich alle Orte absuche, an denen
ein Gegenstand verborgen sein kann, muss ich ihn mit Sicherheit finden. In
der Praxis gestaltet sich die Sache etwas schwieriger. Einmal ist es recht zeit-
aufwändig, wirklich alle in Frage kommenden Orte abzusuchen. Das könnte
Tage oder Wochen dauern. Zum anderen stimmt der Satz nur, wenn ich abso-
lut gründlich suche – und wer kann das schon?

Ein weiteres Problem ist die Menge der Gegenstände, die wir besitzen. In ei-
ner abgelegenen Gegend Ostafrikas habe ich einmal den Hausrat einer viel-
köpfigen Familie vor der Hütte ausgebreitet gesehen. Das war ein großer
Topf, in welchem der Maisbrei (Ugali) gekocht wird und aus dem er auch
gegessen wird. Daneben lag eine aus Holz geschnitzte Schöpfkelle und drei
leicht angeschlagene Becher. Das war alles! In diesem Haushalt, zu dem
wahrscheinlich noch ein paar Decken und einige Bekleidungsstücke gehörten,
wird kaum etwas verloren gehen und wenn, ist es leicht zu finden. Bei uns da-
gegen sind die Wohnungen vollgestopft mit Gegenständen aller Art. Da gibt
es massenhaft Verstecke für Verschwundenes. Vielleicht ist ja das ständige
Suchen die Strafe für allzu üppigen Wohlstand, der Preis dafür ist es auf jeden
Fall.

Intuitiv suchen

Beim intuitiven Suchen geht es darum, mit dem gesuchten Gegenstand in
Kontakt zu kommen und zwar nicht durch Nachdenken und Aussortieren son-
dern indem man aktuelle Sinneseindrücke mit Erinnerungsresten zusammen-
bringt.

Für Freunde der Esoterik könnte man dunkle Zusammenhänge behaupten,
könnte beispielsweise von Kraftfeldern sprechen, in die wir uns einloggen
und dabei recht geheimnisvoll tun. Alles Mumpitz! Es geht hier alles mit
rechten Dingen zu. Als die gesuchten Gegenstände verschwanden, sind wir
dabei gewesen! Vielleicht sind von damals noch Erinnerungen in unserem
Gehirn gespeichert und können wieder erweckt werden. Das ist schon das
ganze Geheimnis!
Praktisch geht das so: Ich nehme eine entspannte Haltung ein, setze mich bei-
spielsweise in einen bequemen Sessel, komme zur Ruhe (auf den eigenen
Atem achten!) und versetze mich in eine leichte Trance. Dazu lasse ich meine
Augenlider ein klein wenig sinken, so als wolle ich gleich einschlafen. Ich
starre nicht mehr fest auf einen gegenüberliegenden Gegenstand, sondern
nehme mein gesamtes Umfeld sehr wach und gleichzeitig leicht unscharf
wahr (man spricht in diesem Zusammenhang auch vom "weichen Blick"). In
diesem Zustand gehe ich langsam durch die Wohnung, bereit einem plötzli-
chen Impuls nachzugeben, hebe hier ein Kissen hoch, und schaue, ob der
vermisste Schlüssel darunter liegt, ziehe dort ein Buch aus dem Regal, um
nachzusehen, ob ich die verschwundene Rechnung als Lesezeichen benutzt
habe und so weiter. Diese intuitive Suche ist keine sichere Methode und man
kann die geforderte Haltung auch nur eine gewisse Zeit aufrecht erhalten.
Manchmal führt sie jedoch zu verblüffenden Ergebnissen.

Dass man auf diese Weise nicht alles finden kann, hat einen einfachen Grund.
Unser Gehirn speichert die Sinneseindrücke sehr selektiv und bewahrt nur das
Wichtigste im sog. Langzeitgedächtnis auf. Es arbeitet also anders als eine
Überwachungskamera im Parkhaus. Bei dieser können wir nachträglich die
gesamte Aufzeichnung zurückspulen und der Assistent des Hauptkommissars
kann nachschauen, mit was für einem Wagen die Bankräuber aus der Tief-
garage geflüchtet sind. Das kostet allerdings, wie man aus dem "Tatort" weiß,
eine Menge Zeit, und wir sollten vielleicht doch froh sein, dass unser Gehirn
selektiv speichert - auch wenn wir dadurch manches nicht wiederfinden. An
der Arbeitsweise des Gehirns liegt es auch, dass die intuitive Suchmethode
am ehesten Erfolg verspricht, wenn das Gesuchte erst vor kurzem verschwun-
den ist.

Mama??!!
Viele Menschen suchen zunächst intuitiv, erst wenn das nicht hilft, suchen sie
systematisch. Das ist durchaus eine Erfolg versprechende Methode, aber nur,
wenn man beides auseinander hält. Schwierig wird es, wenn das systemati-
sche Suchen durch intuitive Elemente unterbrochen wird. Beispiel: Ich suche
im Papierkorb nach einer verschwundenen Überweisung, tue dies aber nur
oberflächlich (wie beim intuitiven Suchen). Wenn ich den ganzen Papierkorb
auf diese Weise durchsucht und dabei nichts gefunden habe, muss ich noch
einmal von vorn anfangen, diesmal gründlicher. Dabei kann man viel Zeit
verschwenden. Besser wäre es, gleich gründlich zu suchen, also jeden Zettel
einzeln in einen zweiten Behälter zu legen. Dann kann ich den Papierkorb
nach dem ersten Durchgang abhaken, darin ist das Gesuchte mit Sicherheit
nicht.

Vier Augen sehen mehr als zwei

Dass eine Gruppe schneller etwas findet, als ein Einzelner leuchtet ein. Vier
Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Der Effekt ist jedoch meist längst
nicht so groß, wie erwartet. Um eine optimale Gruppenleistung zu erzielen,
müssen nämlich drei Vorbedingungen erfüllt sein:
Jeder muss selbständig suchen
Jeder muss den anderen ständig mitteilen, wo und mit welchem Ergebnis
er bereits gesucht hat
Das Suchergebnis jedes Einzelnen muss von allen anerkannt werden.

Ein Beispiel: In einem Garten sind Ostereier versteckt. Anstelle eines einzel-
nen Kindes schicken wir mehrere Kinder los, um möglichst viele Eier zu fin-
den. Wenn die Kinder nur dem Anführer hinterherlaufen, werden sie nicht
mehr Eier finden, als dieser Anführer auch allein gefunden hätte. (Hier liegt
übrigens ein Vorteil demokratischer Strukturen gegenüber dem sog. "Führer-
prinzip").

Wenn die Kinder sich nicht mitteilen, wo sie bereits gesucht haben, werden
manche Stellen doppelt abgesucht, wertvolle Zeit geht dabei verloren.

Schließlich muss auch noch jedes gefundene Ei als solches akzeptiert werden.
Bei Ostereiern ist das kein Problem, wohl aber bei Suchaufgaben anderer Art,
beispielsweise in der Politik. Da kann die Regierung gut behaupten, sie habe
die optimale Lösung, wie eine weitere Kostensteigerung im Gesundheitswe-
sen verhindert werden kann gefunden, die Opposition wird dieses „Osterei“
einfach nicht als Ei anerkennen, sondern behaupten, das sei überhaupt keine
Lösung.
Der Vorteil der Gruppe wirkt sich nur aus, wenn die genannten Bedingungen
eingehalten werden. Am deutlichsten ist er bei Suche nach verlorenen Gegen-
ständen wirksam. Lassen sie sich also ruhig von ihrer Partnerin bei der Suche
nach ihrem verlegten Schlüssel helfen, aber streiten sie nicht mit ihr darüber,
was am besten gegen den Klimawandel hilft.

Nichts gefunden – woran kann es liegen?

1. Wir haben am falschen Ort gesucht
Schon mehrfach haben wir den Schreibtisch nach einer Quittung abgesucht -
sie liegt jedoch im Bad. Da können wir lange suchen! Manchmal hilft es, den
Weg des Gegenstandes zurück zu verfolgen. Wenn ich erst vor kurzem nach
Hause gekommen bin und dabei die Quittung mitgebracht haben, gehe ich
noch einmal zurück bis vor die Haustür. Ich komme noch einmal in die
Wohnung herein. Wo bin ich als erstes hingegangen? In mein Arbeitszimmer,
wie zunächst vermutet? Nein, zuerst bin ich zur Toilette gegangen, und siehe
da, dort liegt auch - direkt neben dem Waschbecken - die gesuchte Quittung.

Sollten wir nicht nach
Friedrichshafen?
2. Wir haben den falschen Gegenstand gesucht
Beispielsweise suchen wir die Handcreme in der blauen Dose. Beim letzten
Einkauf haben wir uns allerdings für eine andere Marke entschieden und
diese Creme befindet sich in einer grünen Dose. Da können wir lange nach
der blauen suchen. Hier hilft es, sich - bevor man mit der Sucherei beginnt -
noch einmal klar zu machen, was man sucht. Wie sieht dieser Gegenstand
aus? Wie fasst er sich an? Wie schwer ist er? Hat sich daran in letzter Zeit
etwas verändert (die neue Brille, die neuen Badeschuhe, der neue Taschen-
kalender...)? Die Chance, das Richtige zu suchen, lässt sich auf diese Weise
deutlich erhöhen.

Abgemacht, ich verkrieche
mich unters Sofa!

und ich lege mich
unters Stuhlkissen!

3. Wir haben nicht gründlich genug gesucht
Wenn ich nach einer bestimmten Rechnung suche, hilft es wenig, den Papier-
korb nur oberflächlich zu durchstöbern. Hat man nichts gefunden, muss man
noch einmal von vorn anfangen. Also besser gleich gründlich suchen. Man
nimmt sich einen zweiten Papierkorb und legt jedes einzelne Blatt aus dem
alten in den neuen Behälter. Dabei auch auf die Rückseiten schauen! Ein win-
ziges Schnipsel Klebeband zwischen den Papieren reicht aus, um zusammen
zu halten, was nicht zusammen gehört.
4. Das Gesuchte ist für uns unsichtbar
Da wir fast immer mit den Augen suchen, können wir nur Gegenstände fin-
den, zu denen Sichtkontakt besteht. Die Butterdose auf dem Frühstückstisch
kann ich nicht finden, wenn sie genau hinter der Teekanne steht. Da hilft nur,
den Blickwinkel zu verändern, also aufstehen, herumgehen, sich bücken oder
auf einen Stuhl steigen und die Lage aus der "Vogelperspektive" überschauen.
Da wird manches sichtbar, was vorher beim besten Willen nicht zu finden
war.

Unsichtbar wird ein Gegenstand auch wenn er unter einem anderen, größeren
liegt. Kürzlich habe ich verzweifelt einen kleinen Taschenkamm gesucht. Er
lag unter dem Rasierer. Es lohnt sich, gezielt nach solchen Verstecken zu
fahnden. Manchmal hilft dabei eine Phantasieübung: Wenn ich selbst der
gesuchte Gegenstand wäre, wo würde ich mich verstecken?

Einmal stand ich auf der Leiter und wollte eine Deckenlampe anschrauben.
Da fällt mir die Schraube herunter. Ich steige von der Leiter und suche den
Boden ab. Dort ist aber keine Schraube zu finden. Sie muss sich während des
Herunterfallens in Luft aufgelöst haben - ein Fall von Entmaterialisierung,
oder? Mit Hilfe der beschriebenen Übung habe ich sie dann aber doch gefun-
den. Das raffinierte Biest hatte sich im Umschlag meiner Hose versteckt.

Unser Kätzchen Sicher wieder
ist weg! Tierfänger!
Nur selten brauchen wir zum Suchen unsere Ohren. Der häufigste Fall ist das
verschwundene Mobiltelefon oder Handy. Da hilft es, von einem zweiten
Gerät aus anzurufen. Auch bei der Suche nach einer verschwundene Katze
können die Ohren hilfreich sein. Leider verstummen diese Tiere, wenn sie
Angst bekommen, anstatt uns durch Miauen bei der Suche zu unterstützen.

Wenn etwas im PC verschwindet

Der Computer hat uns eine ganz neue Form von Suche beschert, die wahr-
scheinlich jeden Tag einen volkswirtschaftlichen Verlust von Millionen be-
wirkt: die Suche nach verschwundenen Dateien. Hier einige Tipps, wie sich
das Problem zwar nicht vermeiden, aber doch in Grenzen halten lässt:

1. Geben sie den Dateien beim Abspeichern eindeutige Namen

Ein Beispiel: Sie haben ihren Urlaub in einem Hotel verbracht. Dort hat es
ihnen gut gefallen, bis auf den Umstand, dass im Speisesaal geraucht wurde.
Das hat ihnen den Appetit gründlich verdorben und deshalb beschweren sie
sich nachträglich bei der Leitung des Hauses. Unter welchem Namen wollen
sie ihren Beschwerdebrief abspeichern? Wenn sie "Raucher" nehmen, könnte
es Probleme geben. Jedenfalls dann, wenn sie meinen, die Datei "Nichtrau-
cher" genannt zu haben, was ja ebenso sinnvoll wäre. Also besser: Hotelbe-
schwerde.

Eine Datei, deren Namen sie nicht mehr wissen, werden sie kaum wiederfin-
den! Zwar bieten die verschiedenen Windows-Versionen eine Suchmöglich-
keit und listen alle Dateien auf, in denen eine von ihnen vorgegebene Buch-
stabenfolge vorkommt, aber dazu müssen sie den Dateinamen oder doch ei-
nen Teil davon kennen. Auch bei Schreibfehlern im Dateinamen hilft die
Suchfunktion nicht weiter. Also noch einmal: Eindeutige Namen vergeben!
Wenn sie unsicher sind, hilft die Überlegung: Nach welchem Stichwort würde
ich am ehesten suchen?

Wenn Dokumente einem festen Datum zugeordnet sind (z.B. Rechnungen
oder Mahnungen) ist es hilfreich, das Datum im Dateinamen anzugeben.
Beispiel: >Mahnung_Müller_160607<. Die sechsstellige Datumsangabe
vermeidet den Punkt (gemeint ist der 16.6.07) der in Dateinamen nicht vor-
kommen darf. Der Unterstrich vermeidet das Leerzeichen, das ebenfalls zu
Problemen führen kann und macht zudem die Zeichenfolge besser lesbar als
>MahnungMüller160607<.

Vorsicht, wenn das Datum im Text selbst steht! Viele Textprogramme bieten
sog. Platzhalter für das Datum an. Sie müssen nur einen solchen Platzhalter in
den Text einfügen, das Programm setzt dann beim Aufruf der Datei das je-
weils aktuelle Datum ein. Wenn sie diese Datei speichern, wird aber nur der
Platzhalter und nicht das Datum gespeichert. Wird die Datei später wieder
aufgerufen, erscheint das aktuelle Datum. Wenn es darum geht, bestimmte
Fristen einzuhalten - wichtig bei Beschwerden, Reklamationen und Ähn-
lichem - können Sie also nicht mehr feststellen, wann sie das Original ge-
schrieben haben. Das Datum im Dateinamen löst dieses Problem.

2. Richten sie sinnvolle Unterverzeichnisse ein, nicht zu viel, aber auch nicht
zu wenig.

Warum kann ich diese
dämliche Suchmaschine
nicht finden?

3. Wenn eine Datei spurlos verschwunden ist, obwohl sie sicher sind, sie ab-
gespeichert zu haben, steht sie wahrscheinlich an einem anderen Ort, als sie
vermuten. Meist ist sie in ein übergeordnetes oder ein benachbartes Verzeich-
nis geraten, oft steht sie auch im sog Wurzelverzeichnis, also oberhalb der
Unterverzeichnisse. Es lohnt sich fast immer, dort nachzuschauen. Wenn sie
im Explorer ihre Festplatte oder einzelne Partitionen aufrufen (sie sind mit
Großbuchstaben von C an aufwärts, also C, D, E und so weiter, aufgelistet),
erscheinen im rechten Fenster alle darin angelegten Unterverzeichnisse. Am
Ende dieser Liste finden sie Einzeldateien, die es auf diese oberste Ebene ver-
schlagen hat.

Manche Programme vor allem Bildbearbeitungen merken sich den zuletzt
benutzten Pfad und speichern weiter dorthin - auch wenn der PC inzwischen
ausgeschaltet war. Wenn sie also zuletzt ihre Urlaubsfotos in das Unterver-
zeichnis >Baliurlaub< gespeichert haben und Wochen später die Bilder von
Ullis Hochzeit speichern, landen diese ebenfalls unter Baliurlaub. Meist be-
merkt man das erst viel später, wenn man die Dateien sucht. Wo sind sie hin-
geraten? Die Lösung: Sie rufen noch einmal das Bildprogramm auf, laden
ein beliebiges Bild, wählen "Speichern unter" und schauen nach, welches
Verzeichnis zuletzt als Zielort verwendet wurde.

Das weite Thema der Suche im Internet, das letztlich auch eine Suche nach
Dateien ist, möchte ich hier ausklammern. Es würde den Rahmen dieses Hef-
tes sprengen und es gibt darüber auch genügend Fachliteratur.

Vorbeugen ist wichtiger als Suchen!

Ordnung, Ordnung liebe sie - sie erspart dir Zeit und Müh! Diesen Satz ha-
ben wir schon als Kinder gelernt. Die Sache ist aber nicht so einfach. Jeder
Mensch produziert seine eigene Art von Ordnung und was dem einen als Un-
ordnung erscheint kann für den anderen Ordnung sein. Ich kenne einen Pro-
fessor, in dessen Arbeitszimmer ein unglaubliches Durcheinander herrscht.
Auf dem Schreibtisch türmen sich Zettel, Bücher und Fotos und die Bespre-
chungsecke muss erst freigeschaufelt werden, bevor sich ein Besucher dort
niederlassen kann. Auf dem Fußboden sieht es aus, wie bei einer archäologi-
schen Grabungsstätte: Aufgetürmte Materialien, kleine Hügel, die wie Schutt-
berge aussehen, Gräben und Mäuerchen, dazwischen der Professor, in der Art
eines Storches von Lücke zu Lücke steigend. Man sollte meinen, dass der
Mann überhaupt nichts mehr findet.

Dem ist aber, wie seine Veröffentlichungen beweisen, nicht so. Was für an-
dere wie das absolute Chaos aussieht, ist für ihn produktive Unordnung und
wehe es fängt jemand an, hier aufzuräumen!

Solche scheinbare Unordnung darf man auf keinen Fall zerstören. Mit Grau-
sen denke ich an eine Frau, die vor vielen Jahren unsere Wohnung sauber
machte und - weil sie es besonders gut machen wollte - auf die Idee verfiel,
meine Bücher nicht nur abzustauben, sondern zusätzlich auch noch zu sor-
tieren und zwar nach der Größe. Es war furchtbar! Nach solchen Erfahrungen
habe ich mich immer geweigert, meinen Schreibtisch von anderen Menschen
sauber halten zu lassen. Zu groß ist die Gefahr, dass dabei doch etwas um-
sortiert wird - und schon findet man es nicht wieder.

Wenn man mit einem anderen Menschen zusammenlebt, sollte man die je-
weils eigenen Bereiche und die dort herrschende Ordnung respektieren. Das
mag Überwindung kosten, weil wir ja alle zu wissen meinen, wie die Dinge
"richtig" geordnet werden, es spart jedoch eine Menge Beziehungsstreß.
Da haben wir ja
den Fehler!

Der feste Platz

Die wichtigsten Gegenstände des täglichen Lebens brauchen einen festen
Platz. Beispielsweise der Haustürschlüssel - er gehört ans Schlüsselbrett oder
an einen anderen gleichbleibenden Ort. Sollten sie ihn zufällig an einem an-
deren Ort antreffen, tun sie gut daran, ihn sofort (!!!) an den richtigen Platz zu
bringen. Wenn sie in diesem Punkt streng sind, werden sie sich eine Menge
unnützer Sucherei ersparen.

Wer schon etwas älter ist und Probleme mit dem Gedächtnis hat, kann sich
zusätzlich eine Erfahrung aus dem Gedächtnistraining zu Nutze machen.
Hängen sie den Schlüssel nicht einfach an den Haken, sondern sagen sie da-
bei laut und deutlich "Ich hänge meinen Haustürschlüssel an seinen Schlüs-
selhaken." Es ist wichtig, den Satz laut auszusprechen, weil sich dann im Ge-
hirn leichter eine Verknüpfung ergibt, die dafür sorgt, dass sie in Zukunft den
Schlüssel immer am richtigen Platz suchen. Scheuen sie sich nicht dieses auf
Fremde seltsam wirkende Ritual durchzuhalten! Sollte sie jemand dabei er-
tappen, können sie ja erklären, warum sie das machen. Es ist „wissenschaft-
lich erwiesen“ dass diese Methode hilft!
Gesucht – und doch nicht gefunden!

Wenn die Suche vergeblich bleibt, müssen sie entscheiden, wie lange sie noch
weitersuchen wollen. Es hilft nichts, dass man sich "zu Tode sucht". Viele
Gegenstände lassen sich ersetzen und selbst das Verschwinden eines größeren
Geldbetrages wird sie nicht gleich ruinieren.

Manchmal taucht ja auch das Gesuchte von selbst wieder auf, nachdem man
die Suche bereits aufgegeben hat. Dann ist die Freude groß, verbindet sich
aber auch mit etwas Beschämung: Warum ist man selbst nicht darauf gekom-
men, an dieser Stelle zu suchen? Man kann dabei auch ein wenig Bescheiden-
heit lernen. Nach Meinung der Theologen ist nur Gott allwissend, braucht
also nie zu suchen, während uns Menschen Fehler unterlaufen - auch beim
Suchen.

Hier irgendwo muss sie
hingekullert sein!
Was auf Dauer verschwunden bleibt, gehört unter die Rubrik Verlorenes. Da
ist Trauer und Abschied angesagt bis - manchmal erst nach langer Zeit - das
berühmte Gras darüber gewachsen ist. Oft sind es gerade Dinge von geringem
materiellen Wert, die wir schmerzlich vermissen, weil sie emotionales Ge-
wicht haben, ein Foto aus Kindertagen beispielsweise oder ein Erinnerungs-
stück an einen lieben Menschen. Der tröstliche Spruch Hölderlins, wonach
alles Getrennte sich wiederfindet, behält leider nicht immer Recht. Damit
müssen wir leben.

Stall? Krippe??
Versuchen sie es mal
in dem Dorf dahinten!

Was man sonst noch alles suchen kann

Bisher war nur von verschwundenen Gegenständen die Rede. aber wir suchen
ja auch anderes, den Partner fürs Leben beispielsweise oder die beste Lösung
für soziale Probleme.

Fangen wir mit dem letzten an. Da geht es beispielsweise um die Frage, wie
sich die Arbeitslosigkeit verringern oder wie sich Anzahl der Fachhochschul-
absolventen erhöhen lässt. Gesucht wird kein Gegenstand, sondern eine Stra-
tegie mit der sich das Ziel am besten (am schnellsten, billigsten, nachhaltigs-
ten...) erreichen lässt. Die Lösung des Problems liegt nicht irgendwo herum,
so dass sie nur gefunden werden müsste, sie muss wahrscheinlich erst noch
entwickelt, also “erfunden“ statt „gefunden“ werden. Und - was die Sache
noch schwieriger macht - ob es wirklich eine gute Lösung ist, erweist sich
erst beim Ausprobieren. Nur wenn das Ziel erreicht wurde - die Zahl der Ab-
solventen steigt, die Zahl der Arbeitslosen sinkt - können wir die Suche für
beendet erklären. Und selbst dann werden sich noch Menschen finden, die
meinen, mit einer anderen Strategie hätte man mehr erreichen können. Vor-
sicht also, wenn uns jemand weismachen will, er hätte die Lösung unserer
Probleme. Vielleicht hat er eine gute Idee, ob sie aber wirklich zur besten
Lösung führt, muss erst noch bewiesen werden!

Im sozialen Bereich ist es auch nur selten möglich, Alternativen auszupro-
bieren. Wäre es besser gewesen, den Prozess der deutschen Wiedervereini-
gung um zwanzig Jahre zu strecken? Vielleicht ja, aber ausprobieren kann
man es nicht und alles „wäre“ und „hätte“ hilft nicht weiter. Wir müssen die
Folgen einer solchen, einmal getroffenen Entscheidung tragen!

Auch wenn es um Suchaufgaben wie die Partnerwahl geht, zeigt sich erst im
Nachhinein, ob wir den oder die Richtige gefunden haben. Die Sache ist aller-
dings insofern einfacher, als wir selbst darüber entscheiden, ob unsere Suche
erfolgreich war. Wir messen das Ergebnis an unseren Erwartungen und sind
entweder zufrieden oder unzufrieden. Im letzteren Fall müssen wir entweder
weitersuchen oder uns damit abfinden, vielleicht nicht die optimale Lösung
gefunden zu haben (dafür müssen wir aber auch nicht weiter suchen!).

Kontakte

Humorv., sportl., viels. in-
teress. Kater, led., Nichtr.,
su. anschmiegs., liebev.
Maus z. Vernaschen.
02370 / 52361
- Originalfoto -

Manche Menschen sind leicht zufrieden zu stellen und haben entsprechend
viele Sucherfolge, andere sind anspruchsvoll und erreichen entsprechend
wenig oder gar keine "Treffer". Ich kenne eine Reihe von Frauen, die unfrei-
willig allein leben, weil eine Beziehung in die Brüche ging oder der Partner
gestorben ist. Sie wünschen sich sehr, wieder einen Partner zu finden. Wenn
man aber ihren Lebensstil betrachtet, haben sie sich im Alleinleben bereits so
eingerichtet, dass darin gar kein Platz mehr für einen anderen ist. Dass je-
mand auf Dauer in der gleichen Wohnung Platz nimmt, seine eigene Ordnung
einführt (die Zeitung auf den Boden fallen lässt, nachdem er sie gelesen hat,
die Zahnpastatube offen lässt und so weiter) ist nicht vorgesehen. Unter die-
sen Umständen kann die Suche kaum erfolgreich sein.

Und wenn nun gegen alle Wahrscheinlichkeit doch die große Liebe kommt?
Dann ist natürlich alles anders! Die kommt aber meist überraschend und ist
nicht durch emsiges Suchen herbei zu zwingen, allenfalls kann man ihr durch
Aufmerksamkeit ein wenig zuarbeiten.

In einer Gesellschaft mit freier Partnerwahl kann man nie sicher sein, ob ei-
nem nicht doch noch ein besser geeigneter Partner (oder einer, der so aus-
sieht) über den Weg läuft. Was dann? Haben wir bereits geheiratet, ist der
Wechsel nicht so einfach und auch nicht gerade billig. Das bewahrt vor allzu
raschen Um-Entscheidungen. Und wer garantiert mir, dass ich nicht kurz da-
rauf einen Kandidaten finde, der noch besser zu passen scheint?

Ich hatte einfach keinen Bock
mehr, noch weiter zu suchen!

www.lustaufliebe.com

Die Gesellschaft hat dem ständigen Weitersuchen insofern einen Riegel vor-
geschoben, als sie eine lebenslange Bindung als Normalfall ansieht und der
Treue einen hohen Stellenwert einräumt. In manchen Subkulturen gibt es zu-
sätzliche Hilfskonstrukionen. Lange Zeit galt beispielsweise in der kirchli-
chen Jugendarbeit die Meinung, dass Gott für jeden schon den richtige Part-
ner "gebacken" hat. Man musste ihn also nur noch finden und hatte ihn dann
für immer. Angesichts zunehmender Scheidungszahlen eine kühne Theorie!
Man kann fragen, warum sich eine solche Konstruktion so hartnäckig hält,
obwohl die Lebenserfahrung dagegen spricht. Sie hat vermutlich eine Schutz-
funktion, ähnlich wie die Vorstellung von der "großen ewig dauernden Lie-
be", die im Trivialroman und im Fernsehen so beharrlich gepflegt wird. Bevor
wir uns den unangenehmen Realitäten stellen, verwischen wir lieber den Un-
terschied zwischen Ideal und Wirklichkeit. Das macht vieles einfacher.

Und wie ist das nun mit der Suche nach dem Sinn des Lebens, dem letzten
Grund, nach Gott? Dass es so etwas geben könne, vielleicht sogar geben müs-
se, ist wahrscheinlich eine angeborene Überzeugung. Kein Mensch kommt so
ganz ohne Antwort auf diese Fragen aus. Selbst der Atheist oder Nihilist hat
seine Antworten und wenn es nur die Überzeugung ist, dass wir darüber gar
nichts wissen können. Wie jeder zu seiner Antwort kommt, ist eine Frage der
persönlichen Verwurzelung und der eigenen Lebensgeschichte. Glücklich,
wer sagen kann:" Ich hab´s gefunden!" Wenn er dann auch noch offen bleibt
für neue Erkenntnisse und neue Antworten, hat er das Menschenmögliche
erreicht. Schwierig wird es immer, wenn jemand meint, seine Antworten
müssten auch für andere gelten.

In der Erzählung "Der Colombre" schildert Dino Buzzati wie ein Kapitän sein
Leben lang der Begegnung mit einem gefürchteten Seeungeheuer, eben dem
Colombre, ausweicht. Erst kurz vor seinem Tod ist er bereit, sich dem Unge-
heuer zum Kampf zu stellen. Das Untier will aber gar nicht mit ihm kämpfen,
sondern ihm eine Perle überreichen, die ihrem Besitzer „Glück, Macht, Liebe
und Seelenfrieden“ verleiht.Aber dafür ist es jetzt zu spät. Manchmal geht es
eben nicht ums Suchen, sondern darum, sich finden zu lassen.
Pressestimmen

Ein Buch, nach dem wir schon oft vergeblich gesucht haben.
Bröseldorfer Anzeiger

Verlorene Schlüssel, Kämme, Quittungen, das sind alles - mit Martin Luther
gesprochen - "weltlich Ding" und es wäre falsch, mit der Suche danach sein
Leben zu vertrödeln. Suchen wir lieber nach dem was droben ist.
Griesenbrauker Sonntagsgruß

Leider wurde der pharmakologische Bereich völlig übergangen. Dabei helfen
doch gerade moderne Medikamente wie Memodil ® wenn es darum geht,
Suchergebnisse zu verbessern. Wenn sie Probleme mit dem Suchen und dem
Finden haben, ist der Gang zu nächsten Apotheke oftmals der beste Weg. Die
neueste Apothekenrundschau können sie bei dieser Gelegenheit auch gleich
mitnehmen.
Apothekenrundschau

Am modernen Lebensstil geht dieses Büchlein völlig vorbei. Warum etwas
suchen, wenn man es neu kaufen kann? Unser Urteil: mega-out!
Livestyle

Übersichtlich, informativ und lebensnah. Nur der Umschlag sollte in
kräftigeren Farben gehalten sein - damit man das Heft leichter findet.
Der Bibliothekar

Dieses Heft wird kostenlos vertrieben und darf auch nur kostenlos weitergegeben
werden. Wenn Sie mir allerdings eine Spende zukommen lassen wollen, freue ich
mich. Sie ermöglichen damit die Herausgabe weiterer Veröffentlichungen

Konto: Holm Roch, Kto.-Nr. 5405383739 bei der ING DiBa (BLZ 500
105 17)

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