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Aus der Rubrik : Frauen Louann Brizendine: Das weibliche Gehirn

Vorwort
Diese Dokumentation ist eine Zusammenfassung des Buches 'das weiblichen Gehirn' von Louann Brizendine.

Danksagung
Ich bedanke mich bei allen, die zum Gelingen dieser Projektarbeit beigetragen haben. Besonderer Dank gilt den folgenden Personen:
-Frau

Christine Janson, Autorin im Bereich Liebe, Erotik und Sex für die Anregungen und Korrekturen. -Frau Andrea Brändle für die Inspiration zum lesen dieses Buches.

Inhaltsverzeichnis
1. 2. Die Autorin......................................................................................................................4 Das Buch.........................................................................................................................4

3. Das weibliche Gehirn......................................................................................................5 3.1 Was Frauen zu Frauen macht..........................................................................................7 4. Das Gehirn junger Mädchen...........................................................................................8

5. Auf Paarung eingestellt...................................................................................................9 5.1 Das verliebte Gehirn.....................................................................................................10 5.2 Liebesschmerz...............................................................................................................10 6. 7. 8. 9. Sex: Das Gehirn unterhalb der Gürtellinie....................................................................11 Das Muttergehirn..........................................................................................................11 Wechseljahre: Die letzte grosse Krise des Frauseins....................................................12 Persönliches Fazit.........................................................................................................12

1. Die Autorin
Louann Brizendine (54), bekennende Feministin, Neurobiologin, Psychiaterin und Chefin einer Hormonklinik für Frauen und junge Mädchen, studierte an der University of California in Berkeley, der Yale und Harvard University und dem University College in London mit Schwerpunkt Neurobiologie1. In Ihrer Studienzeit viel ihr auf, dass das menschliche Gehirn, bis auf wenige ausnahmen, ausschliesslich an männlichen Personen studiert wurde. Dies hatte mit der Tatsache zu tun, dass das weibliche Gehirn im Verhältnis zur Körpergrösse um rund 9% kleiner ist, als das männliche Gehirn. Wissenschaftler schlossen daraus, dass das weibliche Gehirn ein ‚reduziertes’ Männerhirn sein muss und Frauen daher geistig unterentwickelt sind. Ende der 8oer Jahren wurde aber klar, dass das weibliche Gehirn die gleiche Kapazität und Funktionalität aufweist, wie das männliche Gehirn. Das Gehirn von Frauen ist einfach nur kompakter und vernetzter und verhält sich wie in einem Korsett. Louann Brizendine war eine der ersten Neurowissenschaftlerin, die sich ausschliesslich dem erforschen des weiblichen Gehirns und die Beeinflussung der Realität durch hormonelle Veränderungen, widmete. Mit Ihren Forschungen erbte sie aber nicht nur Lorbeeren sondern auch scharfe Kritik und vor allem ihre Hormonklinik für Frauen und junge Mädchen wurde verbal aber auch mit Vandalenakten angegriffen. Louann Brizendine schrieb das Buch ‚das weibliche Gehirn’ nicht, um die allseits bekannten Klischees von Frauen, Männern und dem Umgang untereinander zu bestätigen, sondern um eine Ebene zu schaffen, auf der man sich gegenseitig akzeptieren und mit einander verständnisvoll umgehen kann.

2. Das Buch
Das Buch ‚das weibliche Gehirn’ erschien in der Erstauflage im Jahr 2006 unter dem Titel 'The Female Brain’ im Verlag Morgan Road Books / Random House, in New York. Schnell wurde das Buch, medial Thematisiert und wurde dadurch in der Öffentlichkeit bekannt und somit auch sehr schnell zum Bestseller in den USA. Im Jahr 2007 erschien das Buch in deutscher Übersetzung im Hoffmann und Campe Verlag und steigt auch hier zu Lande und in ganz Europa auf der Beliebtheitsskala stetig an. Sehr wichtig zu erwähnen ist, dass dieses Buch den ‚Becky Award’ verliehen bekommen hat. Dies ist keine Auszeichnung, die eine Schriftstellerin/ ein Schriftsteller gerne in Empfang nimmt. Der ‚Becky Award’ ist eine Auszeichnung für literarische Bücher, die wissenschaftliche Erkenntnisse in besonders extremen Maße verfälschen.2 Diese Tatsache machte mir das Lesen und Erarbeiten des Buches grosse Mühe, da ich nun nicht direkt differenzieren konnte, welcher Inhalt wahrheitsgetreu niedergeschrieben und welcher frei erfunden wurde.

1

2

Die Neurowissenschaften sind ein Sammelbegriff für biologische, physikalische und medizinische Wissenschaftsbereiche, die den Aufbau und die Funktionsweise von Nervensystemen untersuchen. http://itre.cis.upenn.edu/~myl/languagelog/

3.

Das weibliche Gehirn

In den ersten Kapiteln geht Louann Brizendine auf die biologisch und hormonell bedingten Eigenschaften des weiblichen Gehirns. Klar ist, dass man das weibliche Gehirn nicht ohne vergleich zum Gehirn der Männer erklären kann. Somit vergleicht Louann Brizendine mit wissenschaftlichen Fakten, die durch zahlreiche Untersuchungen in ihrer eigenen Hormonklinik erarbeitet wurden und den Erfahrungen aus Ihrer Studienzeit, weibliche und männliche Gehirne. Immer wieder erwähnt sie, dass im Mutterleib bis zur achten Schwangerschaftswoche das Gehirn des Fötus weiblich, auch wenn der Fötus an sich männlich ist. Erst durch grosse Testosteronschübe, die vom Hodensack ausgehen, wird das Gehirn bei einem männlichen Fötus wirklich männlich. Im Groben bedeutet dies:
-Erweiterung

des Agressionszentrums -Erweiterung des Sexualzentrums -Verkleinerung des Kommunikationszentrums -Verkleinerung des Hippocampus welcher für Emotionen und Gedächtnis zuständig ist. Diese Tatsachte fasst Brizendine so auf, dass das natürlichere Gehirn also das weibliche Gehirn ist und somit das männliche Gehirn nur ein verändertes weibliches Gehirn sein muss. Aus anderen Studien und wissenschaftlichen Untersuchungen, die ich mir parallel zu diesem Thema angeschaut habe, weiss ich aber, dass der Hodensack und somit auch die Testosteronproduktion erst in der achten Woche zu wachsen beginnen. In diesen Kapiteln geht Louann Brizendine darauf ein, welche hormonell bestimmte Phasen Frauen in ihrem Leben durch machen und wie sich diese Phasen auf das Gehirn und die Wahrnehmung der Realität auswirken. Diese zehn Phasen möchte ich mit einer Tabelle erläutern:

Wichtige hormonelle Veränderungen Vor der Geburt Kindheit
Wachstum und Entwicklung des Gehirns werden nicht durch den hohen männlichen Testosteronspiegel gestört. Im Alter von sechs bis vierundzwanzig Monaten werden grosse Östrogenmengen ausgeschüttet; dann geht die Hormontätigkeit zurück (‚jugendliche Pause’).

Auswirkungen auf die weibliche W

Mehr Gehirnschaltkreise für Kommunikation, D zwischenmenschliche Nuancen, fürsorgliche Fäh können genutzt werden.

Interesse am Spielen und Spasshaben mit andere

Pubertät Sexuelle Reife, SingleFrau Schwangerschaft Stillzeit Kinderbetreuung Wechseljahre Menopause Nach den Wechseljahren

Östrogen-, Progesteron- und Testosteronspiegel steigt; Beginn des monatlichen Zyklus. Östrogen-, Progesteron- und Testosteronspiegel ändern sich an jedem Tag eines Monats. Starke Steigerung des Progesteron- und Östrogenspiegels. Oxytocin, Prolactin. Oxytocin; zyklische Schwankungen bei Östrogen, Progesteron und Testosteron. Unregelmässige Zyklen von Östrogen, Progesteron und Testosteron. Östrogenspiegel niedrig, kein Progesteron; hoher FSH/LH-Spiegel3. Östrogen- und Testosteronspiegel auf niedrigem Niveau stabil; niedriger Oxytocinspiegel.

Hauptinteresse: sexuelle Attraktivität, Verliebthe

Hauptinteressen: Suche nach einem Partner, Lieb

Hauptinteressen: körperliches Wohlbefinden, Be Hunger; Sorge um die Gesundheit des Ungebore Planung des Mutterschaftsurlaubs. Hauptinteresse: Umgang mit Müdigkeit, Milchp Überstehen der nächsten 24 Stunden. Hauptinteresse: Wohlergehen, Entwicklung, Erz Bewältigung von erhöhtem Stress und Beruf. Hauptinteresse: Überstehen des nächsten Tages, emotionalen Auf und Ab.

Hauptinteresse: Gesundheit, verbessertes Wohlb Herausforderungen.

Hauptinteresse: Entfaltung der eigenen Persönlic für andere.

3

http://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_fsh_lh.htm

3.1 Was Frauen zu Frauen macht
Die genetische Information von Frauen und Männern ist zu 99 Prozent identisch. In den 30'000 Genen des menschlichen Genoms besteht zwischen den Geschlechtern also nur ein Unterschied von einem Prozent. Dieser Unterschied hat es aber in sich und wirkt sich auf jede einzelne Zelle unseres Körpers aus. Schon in den ersten Wochen eines weiblichen Babys wird es vom Gehirn gezwungen, in Gesichtern zu lesen. Männliche Babys hingegen habe für alles andere Interesse (Mobiles, Lampen, Schlüssel, Türklinken, …) und das erstellen von Blickkontakt und das Nachmimen von Gesichtausdrücken steht bei ihnen ganz unten auf der Liste ihrer Lieblingstätigkeiten Die Erklärung ist ganz einfach und hat, wie sicherlich vermutet, mit Hormonen zu tun: Da das weibliche Gehirn von einem Testosteronschub ab der achten Schwangerschaftswoche verschont bleibt, schrumpfen weder die Zentren für Kommunikation und Beobachtung, noch das Zentrum zur Verarbeitung von Gefühlen. Daher verfügen sie bei der Geburt über ein grösseres Potenzial dieser Fähigkeit. Diese Fähigkeit begleitet eine Frau durch ihr ganzes Leben und diese hält es, biologisch-, evolutions- und hormonell bedingt für eine Lebensnotwendige Tätigkeit. Dies können wir beobachten, wenn ein kleines Mädchen im Park an einem Pantomimen vorbei läuft. Das Mädchen wirt mit allen verfügbaren Mitteln versuchen beim Künstler eine Reaktion zu provozieren. Kleine Mädchen finden sich mit einem unbewegten, ausdruckslosen Gesicht nicht ab. Wenn jemand sie ausdruckslos ansieht, interpretieren sie dies als Signal, dass sie etwas falsch machen. Sie glauben, dass sie nur alles richtig machen müssen, damit die erwartete Reaktion ausgelöst wird. Nach Brizendines Meinung veranlasst dieser gleiche Instinkt Frauen dazu, einem selbstbezogenen oder sonst emotional unzugänglichen Mann nachzulaufen. Ganz nach dem Motto: ‚Wenn ich es nur richtig mache, wird er mich lieben’. Somit kann man sich ausdenken, was für Auswirkungen ein ausdruckloses, vielleicht depressives Gesicht einer gestressten Mutter auf die Entwicklung und des ‚Ichgefühls’ eines Mädchens hat. Natürlich ist bei Frauen nicht nur die Fähigkeit in Gesichtern zu lesen sehr gut ausgebildet. Auch das erkennen von emotionaler Untertönen in Stimmen hören sie um ein vielfaches besser wie Männer. Frauen erkennen und reagieren auf unausgesprochene Signale wesentlich besser als Männer im Allgemeinen. Aber warum haben Frauen diese Fähigkeiten? Wozu sind diese im Umgang miteinander zu brauchen und was haben diese Fähigkeiten geprägt? Fragen über die es sich nachzudenken lohnt. Louann Brizendine hat dies getan: Ein weibliches Gehirn, vor allem im speziellen, ist dazu da Verbindungen herzustellen und zu halten. Dies ist das Ergebnis einer jahrtausendlangen genetischen Evolution. Diese Funktionen hatten früher handfeste Bedeutungen für das Überleben. Wer nämlich in Gesichtern und Stimmen lesen kann, weiss, was ein Neugeborenes braucht und was ein Mann, der grösser, stärker und aggressiver ist als sie, als Nächstes tun wird. Da Frauen, vor allem früher, viel kleiner waren, mussten sie sich wohl mit ihren Geschlechtsgenossinnen zusammen tun, um den Angriff eines oder mehrerer Höhlenmenschen abzuwehren. Frauen sind also evolutionsbedingt darauf programmiert, sich um die Erhaltung von zwischenmenschlichen Bindungen zu kümmern. Darum reden Frauen im Durchschnitt auch viel mehr wie Männer; Frauen brauchen im Durchschnitt pro Tag 20'000 Wörter. Männer hingegen nur 7'000.

4. Das Gehirn junger Mädchen
Die Teenagerjahre sind eine turbulente Zeit. Besonders beim weiblichen Geschlecht kann man sehr viele Veränderungen beobachten, die sich im Gehirn abspielen. Denn das Gehirn des Mädchens organisiert sich neu. Dies gilt auch für die Nervenschaltkreise, die ihre Art zu denken, zu fühlen und zu handeln steuern. Genau diese Nervenschaltkreise machen ein pubertierendes Mädchen so versessen darauf, gut auszusehen und sexuell begehrenswert zu sein. In diese Punkte steckt sie ihre ganze Energie; Sie fangen an sich selbst zu beurteilen und vergleichen sich mit anderen Mädchen in ihrem oder älterem Alter. Auch die Reaktionen von Jungs werden in diesem alter getestet und ausgewertet, was einem pubertierendem Mädchen ein neues, labiles ‚Ichgefühl’ vermittelt. Dass das Gehirn in solche Wallungen gerät, liegt an neuen Hormonen, die das Gehirn eines Mädchens beeinflussen und umstrukturieren. Östrogen-, Progesteron- und Testosteronspiegel steigen und sinken täglich unregelmässig. Das pubertierende Mädchen muss in dieser Zeit mit sehr vielen Veränderungen klar kommen. Den Wunsch begehrenswert zu sein, Stress mit den Eltern und in der Schule, sowie die körperliche Entwicklung und der Umgang mit der entdeckten Sexualität und des Monatszyklus ist für ein junges Mädchen nicht einfach. Kein wunder leiden in diesem Alter zweimal mehr Mädchen an Depressionen wie Jungs. Pro Jahr nehmen sich in der Schweiz mehr als 100 Jugendliche das Leben. 65% davon sind Mädchen. Wichtig zu sagen ist, dass sich Mädchen mit den durchzulaufenden Veränderungen wohler fühlen würden, wenn sie wüssten, was sich in ihrem Gehirn abspielt. Darum ist es wichtig junge Mädchen vor und während der Pubertät immer wieder bewusst zu machen, dass sich ihr Gehirn nun neu vernetzt und sie von Hormonen und somit Gefühlen, Empfindungen und Zustände überschüttet wird, die sie noch nie erlebt hat. Einer jungen Frau, was sie in diesem alter bald sein wird, sollte man die wesentlichen Schritte einer Pubertät von Anfang an klar machen und sie durch diese hindurch begleiten. Leider ist es aber immer noch so, dass sogar Eltern nicht wissen, was hinter dem Begriff Pubertät steckt und wie man mit den Stimmungsschwankungen seiner Tochter umzugehen hat. Wären Eltern besser auf die Pubertät vorbereitet, statt ihre eigene Tochter zu fragen, was mit ihr los sei, würden sie ihrer Tochter eine sehr schwere Last abnehmen, da sie es in dieser Phase ihres Lebens selbst nicht weiss.

5. Auf Paarung eingestellt
Nach erfolgreichem abschliessen der Pubertät und bilden eines gesunden Geistes treiben die Hormone eine Frau direkt in die Arme eines Mannes. Pubertäre Männergeschichten waren nur dazu da, um ihre eigene Begehrtheit zu testen und im Allgemeinen Erfahrungen zu sammeln, die sie nun mit ihrem Traumpartner teilen kann. Schwierig wird es nur, diesen Traumpartner zu finden. Frauen haben seit ihrer Kindheit feste Vorstellungen, wie ihr Traumpartner aussehen, was für eine Tätigkeit er nachgehen und wahrscheinlich auch wie er heissen soll. Derjenige, der ihr dann aber den Ring auf den linken Ringfinger schiebt, ist meistens ein ganz anderer Typ, als in ihrer Vorstellung beschrieben. Dies kommt dadurch, dass in den Gehirnen von Frauen, wie auch von Männern alles was sie an ihren potenziellen Partner faszinieren, seit Geburt fest verankert ist. Mit fester Hand führt uns dies zu den Partnern, mit denen wir unsere Chancen in der Lotterie der menschlichen Fortpflanzung verbessern können. Diese verwurzelten Partnerkriterien sehen wie folgt aus: Partnerwahlkriterien einer Frau
-Möglichkeiten

zur Bereitstellung der Ressourcen (finanzielle Unabhängigkeit) alter -Markante Gesichtszüge -Sozialer Status -Grösse des Mannes (Sicherheitsaspekt) -usw.
-Zeugungsfähiges

Partnerwahlkriterien eines Mannes
-Jugendlichkeit -Guter -Die

Ernährungszustand Fähigkeit zu gebären (Taille-Hüft-Verhältnis) -Fruchtbares Lebensalter (Ovulation) -Gesundheit (lange gesunde Haare, glatte gesunde Haut) -usw. Wie wir sehen haben Männer und Frauen verschieden verwurzelte Ansprüche gegenüber dem anderen Geschlecht, trotzdem sie das gleiche Ziel verfolgen; Einen Partner zu finden mit dem wir uns fortpflanzen und unsere Kinder sicher aufziehen können. Treffen bei zwei Personen diese Erwartungen gegenseitig zu, ist die Chance, ein Paar zu werden, relativ gross und das Gehirn stellt auf Paarung ein.

5.1 Das verliebte Gehirn
Wenn sich Mann und Frau kennen lernen und sich miteinander die Zeit teilen, kann es durchaus sein, dass sich das weibliche Gehirn verliebt. Dabei muss beachtet werden, dass Liebe selbst kein Gefühl ist. Liebe ist ein Motivationssystem, welches andere Gefühle verstärkt oder vermindert. Das verliebte Gehirn verhält sich ‚unlogisch’ und macht die Trägerin buchstäblich blind für die Schwächen des geliebten. Die schwärmerische, leidenschaftliche Liebe ist ein besonderer Gehirnzustand. Bei diesem Zustand sind ähnliche Schaltkreise beteiligt wie beim Zustand von Besessenheit, Trunkenheit, Manie, Durst, Hunger oder Drogensucht. Ausgelöst wird dieser Zustand durch Neurotransmitter4 und Hormone wie Dopamin, Östrogen, Testosteron und Oxytocin. Trennt sich ein verliebtes Pärchen für eine Zeit geografisch von einander, kann die Sehnsucht nach einem Wiedersehen im Gehirn geradezu krankhafte Ausmasse annehmen. Das Gehirn wird wie bei einer Drogensucht einem Entzug ausgesetzt, da der Dopamin- und Oxytocinspiegel drastisch sinkt. Bei einem Wiedersehen werden alle Aspekte der ursprünglichen Liebesbeziehung wiederhergestellt. Gleichzeitig unterdrückt der Oxytocin- und Dopaminschub Ängste und Skepsis. Dadurch werden die Liebesschaltkreise im Gehirn gestärkt. Die Symptome der Verliebtheit dauern acht bis zehn Wochen an. Nach dieser Zeit werden andere Prioritäten wichtiger, wie zum Beispiel das Sichern der gemeinsamen Zukunft.

5.2

Liebesschmerz

Scheitert eine Liebesbeziehung führt dies bei verliebten Personen zu Entzugserscheinungen, ähnlich wie bei einer geografischen Trennung. Auch dieser Zustand kann mit einem Drogenentzug verglichen werden. In manchen Augenblicken kommt es einem so vor, als wäre das eigene Leben bedroht und führt in der Amygdala5 zu einem Zustand der angstvollen Aufmerksamkeit. Der Cortex cinglularis anterior6 erzeugt negative Gedanken über den Verlust der geliebten Person. In diesem Status der Trennung ist der Betroffene geradezu besessen von dem Gedanken, eine Versöhnung herbeizurufen, egal was es kostet. Die verlorene Liebe schmerzt. Buchstäblich. Bis vor kurzem glaubte man, dass Ausdrücke wie ‚Liebesschmerz’ oder ‚gebrochenes Herz’ von poetischer Natur sind. In neueren Untersuchungen des Gehirns wurde aber klar, dass diese Bezeichnungen im wahrsten Sinne des Wortes zutreffen. Von einer geliebten Person zurückgewiesen zu werden hat die gleiche Wirkung, wie körperliche Schmerzen, da dabei die gleichen Gehirnschaltkreise aktiviert werden. Ausserdem mach sich durch das Ausfallen von Dopaminschüben ein Gefühl der Depression und Verzweiflungsreaktionen breit und hängt wie eine dunkle Wolke über dem Gehirn.

4

5

Neurotransmitter sind heterogene biochemische Stoffe, welche die Information von einer Nervenzelle zur anderen über die Kontaktstelle der Nervenzellen, der Synapse, weitergeben. Die Amygdala (latinisiert aus griechisch αμυγδαλή, „[Tonsillen-]Mandel“, vom bereits altgriechischen Neutrum αμύγδαλον, „Mandel“ in ursprünglicher Bedeutung[; Plural Amygdalae), auch der Mandelkern oder lateinisch-anatomisch das Corpus amygdaloideum ist ein Kerngebiet des Gehirns im medialen Teil des Temporallappens. Sie gehört zum limbischen System. Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung der Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren

6

cortex cingularis anterior – die Gehirnregion, die für Besorgnis und kritisches Denken zuständig ist

6. Sex: Das Gehirn unterhalb der Gürtellinie
Sex ist für Männer und Frauen nicht dasselbe. Soviel voraus. Frauen haben einen zweieinhalb Mal kleineren Bereich im Gehirn, der für die Sexualität verantwortlich ist. Hinzu kommt, noch, dass das weibliche Gehirn, wie schon erwähnt, vernetzter und kompakter konstruiert ist, wie die männliche Ausgabe. In der Realität bedeutet dies, dass für Frauen Sex nicht nur Sex ist. Fangen wir beim Vorspiel an. Für einen Mann beginnt das Vorspiel ca. eine halbe Stunde vor dem wesentlichen Sexualakts. Bei Frauen dauert das Vorspiel dagegen sage und schreibe 24 Stunden. Gab es innert der letzten 24 Stunden Streitigkeiten, die für sie noch nicht komplett ausdiskutiert worden sind – und das sind sie nie – kann sie biologisch bedingt den Sexualakt nicht vollumfänglich geniessen. Mit diesem Beispiel will klargestellt sein, dass für Frauen sehr viele Sachen in den Sex einfliessen. Leiden sie momentan unter Stress, haben sich mit der Freundin verkracht oder gibt es irgendwo noch eine offene Rechnung, können sie den Sex nicht unumfänglich geniessen. Auch der aktuelle physische Zustand spielt bei ihnen eine Rolle beim Sex. Wenn eine Frau zum Beispiel kalte Füsse hat, wird sie den Verkehr mit ihrem Liebhaber nicht geniessen können. Damit will nicht gesagt sein, dass Frauen bei jeglicher Kleinigkeit keinen Spass am Sex haben können. Auf was Louann Brizendine hier heraus will, ist die Tatsache, dass der weibliche Orgasmus nicht etwa an der Klitoris oder an einem G-Punkt, sondern im Kopf einer Frau anfängt. Wenn alles stimmt, dass heisst, wenn das weibliche Gehirn vorher abschalten konnte und eine entspannte Atmosphäre vorhanden ist, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Orgasmus höher. Lange glaubte man auch, dass der weibliche Orgasmus biologisch gesehen keinen Nutzen habe. Dies widerlegt Louann Brizendine mit der Erklärung, dass ein Orgasmus dazu da ist, dass die Frau nach dem Sexualakt eine Zeit lang liegen bleibt, damit die Spermien des Mannes im Scheidenkanal zur Gebärmutter wandern können. Natürlich ginge ohne den weiblichen Orgasmus dem Geschlechtsakt auch sehr viel Attraktivität verloren und Frauen die Menschen würden sich nicht mehr so oft Fortpflanzen.

7. Das Muttergehirn
Wenn eine Frau Mutter wird, ist sie für immer ein anderer Mensch. Mit diesem Satz beginnt Louann Brizendine das lange Kapitel über den Hormonhaushalt und dessen Bedeutung auf die Wahrnehmung werdender und gewordener Mütter. Sie behandelt dieses Thema wohl mit so einem Gewicht, weil sie selber gerade wieder Mutter geworden ist. Dieses Thema kann man im grossen und ganzen mit wenigen Sätzen zusammenfassen. Der Östrogen- und Progesteronspiegel steigt steil an und überschüttet die schwangere Frau mit einer Welle von Müdigkeit, Übelkeit und Hunger. Auch das Sorgenzentrum im Gehirn wird verstärkt abgerufen um sich selbst vor allfälligen Schwierigkeiten oder Unfällen mit dem ungeborenen Kind zu hüten. Die Hormone Östrogen und Progesteron werden hier auch vom Fötus produziert und das Muttergehirn muss lernen mit zwei Hormonhaushalte umzugehen. Während der Geburt, sozusagen während sich das Baby durch den Geburtskanal schiebt, überschwemmt die werdende Mutter eine weitere Oxytocinwelle. Sie aktivieren neue Rezeptoren und stellen tausende von weiteren Verknüpfungen zwischen Neuronen7 her. Dies hat die Auswirkungen, dass während der Geburt eine Euphorie einstellt und alle Sinne geschärft werden.
7

Eine Nervenzelle oder Neuron (griech. neũron „der Nerv“) ist eine auf Erregungsleitung spezialisierte Zelle, die Bestandteil des Nervensystems höherer Lebewesen (Eumetazoa) ist.

In der nächsten Zeit wird sich im Gehirn der Mutter noch so einiges verändern. Ihre Sinne und ihr räumliches Vorstellungsvermögen werden durch das Beobachten des Neugeborenen geschärft. Ihr Gehör wird auf die Stimme des Kleinen spezialisiert und ihre Augen nehmen alle Bewegungen mit äusserster Genauigkeit war. Vor allem die Bewegungen ihres eigenen Kindes prägt sie sich in ihr Gehirn ein. In den kommenden Monaten und Jahren bleibt ihr Hormonhaushalt, falls es keinen neuen Zuwachs geben sollte. Erst in den Wechseljahren wird das Gehirn wieder von Hormonwallungen überflutet.

8. Wechseljahre: Die letzte grosse Krise des Frauseins
Dieses Kapitel viel im Buch sehr Mager aus. Louann Brizendine füllte es lieber mit Praxisbeispielen als mit wissenschaftlichen Fakten über Hormonhaushalt und der Entwicklung oder den Veränderungen des weiblichen Gehirns. Klare Fakten sind aber, dass der Sexualtrieb in dieser Zeit sehr stark abnimmt und das Gehirn einer Frau in diesem Zeitraum einer letzten grossen Krise verfällt. Die Autorin widerspricht sich aber, da sie im gleichen Atemzug auch betont, dass Frauen in den Wechseljahren sich selbst einen neuen Lebensinhalt definieren und neue Lebensenergie tanken. Fakten sind aber, dass der Hormonspiegel von Östrogen und Testosteron zurück geht und die Libido einer Frau stark sinkt. In diesem Kapitel wurde mir auch klar, dass sie dieses Buch auch nutzte, um Werbung für ihre Hormonklinik zu machen. In den Praxisbeispielen erzählt sie immer wieder, dass sie Frauen mit einem zurückgehenden Sexualtrieb mit einer Hormonbehandlung helfen konnte und beschreibt Vorgehensweise und Produkte genauer als die wohl starke Umstrukturierung des Gehirns. Wahrscheinlich fällt es ihr schwer über dieses Thema zu schreiben, da sie sich, dem Alter nach zu beurteilen, gerade in dieser Lebensphase einer Frau befindet. Und wer schreibt schon gerne und ausführlich über seine eigenen Verhaltensmuster und Problemen?

9. Persönliches Fazit
Dieses Buch half mir zu verstehen, wie Frauen im Allgemeinen ticken. Mir ist klar, dass man nicht jede Frau, egal wie alt sie ist, über den gleichen Kamm scheren darf. Aber durch meine anderen Bücher über das heikle Thema der Geschlechterunterschiede kann ich differenzieren, was auf welche Frau zutrifft. Auch fühle ich mich im Umgang mit Frauen sensibilisiert und einfühlsamer als zuvor. Louann Brizendine kann mit ihrem dem besseren Umgang untereinander beitragen. Ich empfehle jedem Mann, egal welchem alter, sich dieses Buch zu Gemüt zu führen, da jeder etwas aus diesem Buch mitnehmen kann. Auch Frauen sollten dieses buch lesen, da es hilfreich ist, wenn man versteht, wie man selber im groben stimmt. Aber nochmals möchte ich betonen, dass jeder Mensch unterschiedlich ist. Und bei jedem Menschen sind die Hormonschübe in allen Phasen des Lebens verschieden und dadurch sind unsere Gehirne auch alle anders Ausgebildet. Dieses Buch hat mir sicherlich auch geholfen Menschen und im speziellen Frauen so anzunehmen, wie sie sind und eine gemeinsame Ebene zu schaffe, auf der man sich entgegen kommen und miteinander leben und vielleicht alt werden kann.