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vorwärts

N I EDERSAC HSEN

D E Z E M B E R 2 0 0 9 / J A N UA R 2 0 1 0 | W W W. S P D - N I E D E R S A C H S E N . D E

EDITORIAL
DIE ÖFFENTLICHE HAND
WIRD AUSGEBLUTET
Mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz legt die schwarz-gelbe Bundesregierung
die Axt an die Handlungsfähgkeit der Kommunen und Kreise. Über die Konsequenzen sprach
der Niedersachsen-vorwärts mit Hauke Jagau, dem Präsidenten der Region Hannover.

vorwärts: Die schwarz-gelbe Bundesre-


gierung hat mit ihrer Mehrheit das so
genannte Wachstumsbeschleuni-
gungsgesetz beschlossen ganz zum
Ärger der meisten Kommunen und
Kreise im Lande. Wo liegt das Ärgernis?
Hauke Jagau: Die Bundesregierung ver-
LIEBE GENOSSINNEN, teilt Steuergeschenke an die Wohlhaben-
den, wie zum Beispiel die Erstattung von
LIEBE GENOSSEN, Kosten für den Steuerberater, und uns in
neulich auf unserem Kommunalkon- den Kommunen fehlt dadurch noch mehr
gress habe ich das Wort Heimat benutzt: Geld, um unsere Aufgaben zu erledigen.
»Wir wollen lebendige Kommunen, Ein anderes Beispiel: Indem der Steuerfrei-
denn Kommunen sind Heimat.« Darauf betrag für Kinder erhöht wird, gewinnen
bin ich angesprochen worden. Ich diejenigen, die ein hohes Einkommen
meine, wir sollten Heimat nicht den haben, weil ihr zu versteuerndes Einkom-
Konservativen überlassen, sondern mit men sinkt. Je mehr jemand verdient, desto
ihnen um die Deutungshoheit fechten. höher ist die Entlastung. Wer kein Einkom-
Heimat – für mich nicht ein schönes men hat, bekommt die 20 Euro Kindergel-
Wort für Zurückgebliebenheit. Auch derhöhung im Monat, der Spitzenverdie-
keine Idylle, schon gar nicht rückwärts- ner hingegen 400 Euro Steuerentlastung
gewandt. Heimat bedeutet dauernde zusätzlich im Jahr. Das führt dazu, dass die
Entwicklung. Heimat als gesellschaftli- Steuereinnahmen sinken – also kommt
cher Prozess, meinetwegen auch als bei den Kommunen weniger an.
Utopie einer menschen- und naturge- vorwärts: Nun sagt die Bundesregie-
rechten Gesellschaft. Ernst Bloch rung ja, dass mit diesem Paket das Wirt-
philosophiert darüber als »Utopie vom schaftswachstum und damit auch ein
Umbau der Welt in Heimat«. Das ist Wachstum an Arbeitsplätzen einher-
doch eine Aufgabe. Für Bloch steht die geht ...
Schöpfungsgeschichte, das Vollkomme- Hauke Jagau: ... was Unfug ist. Für die Trübe Aussichten für
ne, nicht am Anfang, sondern am Ende. Hotels zum Beispiel ist die Senkung des Hauke Jagau: ... na klar. Wir haben für Niedersachsens Rathäuser.
Mittelpunkt ist der »arbeitende, schaf- Mehrwertsteuersatzes erst einmal ein unsere gesamten sozialen Systeme zu Foto: Lopo
fende, die Gegebenheiten umbildende reines Geschenk. Solange sie nicht inve- wenig Geld. Zu wenig Geld für die Schu-
und überholende Mensch«. Schließlich stieren, merkt die Wirtschaft nichts len, zum Erhalt und Ausbau des öffentli-
»entsteht in der Welt etwas, das allen in davon. Die Gewinnspanne steigt und die chen Nahverkehrs, zu wenig Geld für
die Kindheit scheint und worin noch Steuereinnahmen sinken. Schon jetzt Straßenunterhaltung. Die öffentliche
niemand war: Heimat.« Eine schöne haben wir in den Kommunen eine kata- Hand wird konsequent ausgeblutet mit
Botschaft für uns Sozialdemokratinnen strophale Finanzlage und unsere Sozial- der Folge, dass die Qualität der Dienstlei-
und Sozialdemokraten zu Weihachten kosten steigen durch die Finanzkrise täg- stungen »vor Ort« einfach schlechter
und fürs neue Jahr. lich. Das wird sich weiter verschärfen. wird.
Die Idee, über Wachstum diese Krise vorwärts: Welche Folgen hat das
Euer bewältigen zu wollen, ist deshalb irrsin- »vor Ort«?
nig, weil man ca. 20 Prozent Wachstum Hauke Jagau: Eigentlich dürfen die Kom-
bräuchte, um die Finanzprobleme zu munen nicht mehr Geld ausgeben, als sie Im Niedersachsen-vorwärts:
lösen. einnehmen. Praktisch tun es viele schon »TiL – Themen im Landtag«
Garrelt Duin vorwärts: Ausbaden müssen das die (Mittelteil Seiten 1–4)
Landesvorsitzender meisten Bürgerinnen und Bürger ... Fortsetzung auf Seite 2
II NIEDERSACHSEN 12/2009 | 01/2010 vorwärts

Fortsetzung von Seite 1 vorwärts: Was heißt das konkret für die sind Pflichtaufgaben, die wir nicht
Region Hannover? gegenfinanziert bekommen. Diese Sum-
seit Jahren, obwohl wir unsere Haushal- Hauke Jagau: 2009 haben wir es das me ist ausschließlich eine Folge der
te von der Kommunalaufsicht im Gegen- erste Mal seit 7 Jahren geschafft, nicht Finanzkrise. Das so genannte Wachs-
satz zu Bund und Ländern genehmigen mehr Geld für die laufenden Kosten aus- tumsbeschleunigungsgesetz ist da noch
lassen müssen. Deshalb wird es in den zugeben, als wir einnehmen. 2010 fehlen nicht eingerechnet.
kommenden Jahren immer weniger uns hierfür 170 Millionen Euro. Um diese vorwärts: Gibt es bei dieser Sachlage
Investitionen geben und alles was nicht Summe einzusparen, müsste ich das für die Kommunen überhaupt Möglich-
Pflichtaufgabe ist, droht gestrichen zu gesamte Personal der Region streichen keiten, sich zur Wehr zu setzen?
werden. Das sind die so genannten frei- und den öffentlichen Nahverkehr völlig Hauke Jagau: Es ist ein Riesenproblem.
willigen Leistungen, also die Kultur, die einstellen. Und in dieser Situation macht Das ist die politische Zielvorgabe der
Hauke Jagau, Unterstützung von Vereinen und Ver- Schwarz-Gelb Steuergeschenke an Wohl- Bundesregierung und die ist legitimiert,
Präsident der Region bänden und die Förderung ehrenamtli- habende. das muss man deutlich sagen. Wir wer-
Hannover cher Arbeit. Schwarz-Gelb will weniger vorwärts: Gibt es denn in Nieders- den diejenigen sein, die das auszubaden
Staat und das hat Konsequenzen für die achsen überhaupt noch Kommunen haben. Was wir machen müssen, ist klar:
Kommunen. Die haben bald keine Chan- oder Kreise, die mit dieser Krise fertig Die Zusammenhänge müssen deutlich
»
Die Bundes-
ce mehr, auf Krisen angemessen zu rea-
gieren. Es gibt direkte Zusammenhänge
werden können?
Hauke Jagau: Ganz ganz wenige. Die
gemacht werden – in zwei Jahren wer-
den die Einnahmen wegbrechen. Mehr
regierung verteilt zwischen der Stärke einer Kommune und Dimensionen sind allerdings überall können wir nicht tun. Wir können und
Steuergeschenke dem Schutz, den sie ihren Bürgerinnen gleich. Unser Anteil bei den Sozialkosten werden protestieren, mit allen Spitzen-
an die Wohlhaben- und Bürgern bieten kann. Nach wie vor steigt im nächsten Jahr um 64 Millionen verbänden, und hoffen auf Einsicht. Aber
den. « Hauke Jagau
gilt der alte Satz: »Einen schwachen Staat
können sich nur Reiche leisten«.
Euro. Davon entfallen allein 42 Millionen
Euro auf die Kosten der Unterkunft. Das
ob das etwas bringt, können wir zur Zeit
nicht sagen. ■

AUSGEZEICHNETE BASISARBEIT
Zwei Wilhelm-Dröscher-Preise gingen beim SPD-Bundesparteitag nach Niedersachsen
Von Hans-Rainer Strang
Auf dem SPD-Bundesparteitag vom 13.– GewerkschaftlerInnen und AWO-Mit- chen Mitteln große Wirkung erzielt wer-
15. November in Dresden erhielten die glieder dabei; Schirmherr war der Bun- den kann, sagte SPD-Landesvorsitzender
Arbeitsgemeinschaft 60plus im Ortsver- destagsabgeordnete Sebastian Edathy. Garrelt Duin nach der Wilhelm-Drös-
ein Northeim und die Jusos im Unterbe- Die in Dresden vertretenen SPD-Glie- cher-Preisverleihung und gratulierte den
zirk Schaumburg/AG Bad Nenndorf derungen haben gezeigt, wie mit einfa- Preisträgern. ■
jeweils einen Dritten Preis. Mit dem Wil-
helm-Dröscher-Preis würdigt die SPD auf
ihren Bundesparteitagen herausragende
und beispielhafte Leistungen von Par-
teigliederungen. Der SPD-Kreisverband
Osnabrück erhielt eine lobende Erwäh-
nung für sein Zeitungsprojekt.
Seit 1995 geht die AG 60plus in Nort-
heim mit außergewöhnlichen Projekten
und Ideen auf die Straße. In diesem Wahl-
jahr wurde insbesondere der SPD-Würfel
in verschiedenen Varianten eingesetzt.
Mit ihrer Präsentation der Straßenaktio-
nen aus den vergangenen 15 Jahren woll-
te die Arbeitsgemeinschaft in Dresden
zeigen, wie sie seit Jahren um den Erhalt
unserer Demokratie und das Erreichen Ausgezeichnete Basis-Aktvisten: Die Schaumburger Jusos erhalten von Heidemarie Wieczorek-Zeul
TERMINE 2010 echter sozialer Marktwirtschaft kämpft. den Wilhelm-Dröscher-Preis. Foto: Sascha Pickel
Fr., Sa. 29. /30. 01.,16.30 Uhr Die Jusos im Unterbezirk Schaum-
Klausur des burg und die Arbeitsgemeinschaft Bad
Landesvorstandes in Achim Nenndorf haben unter dem Motto »Krea-
tiv gegen Rechts« eine Straßenmalerei
vorwärts
Sa., 13.03., 11.00 Uhr
durchgeführt. Am Vorabend der Naziauf-
Landesparteirat
märsche 2007 und 2008 in Bad Nenndorf
PERSONALABTEILUNG
Sa., 29.05., 10.00 Uhr wurde die Demonstrationsstrecke der Zum 5. Mal seit 1993 ist Polizeihauptkommissar Diet-
Landesparteitag Stade Neonazis mit Slogans und Sprüchen mar Schilff als stellvertretender GdP-Landesvorsit-
gegen Rechtsextremismus, Rassismus zender wiedergewählt worden. Der stellvertretende
Sa., 04.09., 11.00 Uhr
und Intoleranz versehen. Zusätzlich wur- Vorsitzende des SPD-Landesparteirates ist Vorsit-
Landesparteirat
den Plakate und große Transparente ent- zender des OV Rautheim, Mitglied des UBV
Sa., 27.11., 11.00 Uhr lang der Strecke aufgehängt. Neben Braunschweig sowie Vorstandsmitglied der AfA im
Landesparteirat Jusos und SPD-Mitgliedern aus den UB Braunschweig. ■
umliegenden Ortsvereinen waren auch
12/2009 | 01/2010 vorwärts NIEDERSACHSEN III

WIR GESTALTEN DIE ZUKUNFT


DIESER GESELLSCHAFT
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude begeisterte am 21. November gut 700 Besucher
des Kommunalkongresses der niedersächsischen SPD in Hannover.
Von Lothar Pollähne

Christian Ude, drei Mal in Folge mit über


60 Prozent zum Oberbürgermeister von
München gewählt, hält Steuersenkun-
gen schlicht für unsozial . »Wir sind für
eine sozial gerechte Finanzierung der
Kommunen und deshalb müssen wir
auch um die Gewerbesteuer kämpfen,
denn ohne sie gibt es keine handlungsfä-
higen Kommunen.« Davon brauchen wir
in Zukunft mehr, denn auf Grund des
demografischen Wandels müssen mehr
und komplexere Aufgaben bewältigt Lothar Pollähne
werden. Das wissen übrigens auch die
meisten Bürgerinnen und Bürger, die in
Befragungen regelmäßig gegen jegliche
Privatisierungspläne stimmen. »Das ist
ein Kampfthema, das sich die SPD unbe-
dingt auf die Fahnen schreiben sollte«, so
Geballte kommunale Kompetenz der SPD: Hannover OB-Legende Herbert Schmalstieg, Johanne der Münchner Oberbürgermeister.
Modder, Hannovers OB Stephan Weil und Münchens OB Christian Ude Foto: Lopo Einmal in Fahrt wetterte Christian
Ude gegen die Bahnreform und mahnte:
Wer schlagkräftige Argumente für die Das Konzept ist alt und gescheitert. Den- »Man muss auch mal Fehler auf Bundes-
kommunalpolitische Auseinanderset-
zung mit den schwarz-gelben Regierun-
noch versuchen schwarz-gelbe Wieder-
gänger eine Wiederbelebung unter fal-
ebene eingestehen«. Das klingelte bei
den Kongressteilnehmern ebenso wie
»
Die Landesregie-
gen in Hannover und Berlin braucht, lädt schem Etikett. »Mehr Netto vom Brutto« die Aufforderung, das Jahrhundertthe- rung muss den
sich tunlichst den Münchener Oberbür- hieß die Losung zur Bundestagswahl. Die ma Klimaschutz nicht den Grünen zu Steuersenkungs-
germeister Christian Ude als Redner ein. Konsequenz, so der SPD-Vorsitzende Sig- überlassen. Hatte schon Sigmar Gabriel plänen im Bundes-
Der ist bekannt für seine unterhaltsam mar Gabriel, lautet: »Steuergeschenke in die Kommunen als die Orte bezeichnet, rat die Zustim-
drastische Argumentation. Den Beweis Höhe von 24 Milliarden Euro bedeuten in denen die Menschen ihre Sehnsucht mung verwei-
lieferte Ude am 21. November den gut 700
Besuchern des Kommunalkongresses der
für die Länder und Kommunen Minder-
einnahmen in Höhe von 12 Milliarden
nach Sicherheit suchen und erfüllt sehen
wollen, so legte Münchens OB analytisch
gern. « Garrelt Duin
niedersächsischen SPD in Hannover. Euro«. nach. Sozialdemokraten haben in Frank-
Vor geraumer Zeit sei er zu Besuch in Auf Niedersachsen, das war allen furt, Hamburg und Rom Wahlen verlo-
London gewesen und habe dort in einer Besuchern des Kongresses klar, kommen ren, weil sie die Themen »Sicherheit«
Bedürfnisanstalt die Aufschrift lesen zusätzliche Belastungen in Höhe von 1,2 und «Sauberkeit« nicht genügend Ernst
müssen. »If it‘s yellow, let it mellow. If it‘s Milliarden Euro zu und das, obwohl die genommen haben. »Da hat uns unsere
brown, flush it down«. Was als Aufforde- Landesregierung den Kommunen seit eigene Klientel abgestraft«, lautet Udes
rung zum Wassersparen gedacht war, 2005 jährlich gut 100 Millionen Euro an bitteres Fazit. Das können und müssen
entpuppte sich bei genauem Hinsehen Mitteln aus dem Finanzausgleich vor- wir besser machen. »Seid Euch Eurer Ver-
als anrüchiges Ergebnis der Privatisie- enthält und damit den kommunalen antwortung für die Partei bewusst«, rief
rungspolitik von Maggie Thatcher. Die Gestaltungsspielraum erheblich ein- Christian Ude den Kongressteilnehmern
setzte den freien Markt über alles und schränkt. Niedersachsens SPD-Vorsit- in Hannover zu und erntete stehende
nötigte die Kommunen, Einrichtungen zender Garrelt Duin fasste die Forderung Ovationen.
der Daseinsvorsorge zu verscherbeln. des Kommunalkongresses kurz und bün- Das passte zur Aufforderung des
Investoren gab es reichlich, denen das dig zusammen: »Die Landesregierung Hannöverschen Oberbürgermeisters
alte römische Diktum »Geld stinkt nicht« muss den Steuersenkungsplänen im Stephan Weil. »Kommunalpolitik ist
geläufig war, und so kauften sie günstig Bundesrat die Zustimmung verwei- Gesellschaftspolitik. Deshalb brau-
das löchrige Londoner Leitungsnetz ver- gern«. chen wir eine starke, kommunal-
bunden mit dem Versprechen, besser zu »Steuersenkungen bedeuten ein freundliche Partei, die selbstbewusst
wirtschaften als die öffentliche Hand. Das Steigen der kommunalen Gebühren«. sagen kann: ›Wir gestalten die Zukunft
Versprechen haben sie nicht gehalten. Das musste Sigmar Gabriel den Kommu- dieser Gesellschaft‹.« Die Kommunal- Ein Herz für die Zukunft:
Während Millionengewinne in den nalpolitikern in Hannover nicht großar- wahl 2011 in Niedersachsen wird der SPD-Chef Sigmar Gabriel
Taschen der Investoren versackten, ver- tig erklären. Die Konsequenzen müssen Testfall für die Partei, denn ihr Ergeb- unterzeichnete am Rande des
sickerte weiterhin das Wasser in den Lon- die Kommunen tragen, denn, so Gabriel, nis weist weit über Niedersachsen Kommunalkongresses das
doner Untergrund, denn Investitionen in »die Demos gegen solche Politik werden hinaus, so Chriastian Ude: »Also seid Volksbegehren für bessere
die Londoner Infrastruktur gehörten nicht vor den Rathäusern stattfinden und Euch Eurer Verantwortung für die Par- Schulen in Niedersachsen.
ins neoliberale Konzept »Privat vor Staat«. nicht in Berlin«. tei bewusst.« ■ Foto: Christoph Matterne
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VERZAGTHEIT IST FEHL


AM PLATZ
Niedersachsens Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) stimmt sich in Cuxhaven auf
kommende Gleichstellungsaufgaben ein.
Von Ulla Groskurt

»Die Frauen in der SPD sind immer Motor


Ulla Groskurt, MdL aus des gleichstellungspolitischen Fort-
Osnabrück und Landesvor- schrittes in der Partei gewesen und wer-
stitzende der ASF. den es auch bleiben«, so die niedersäch-
sische SPD Arbeitsgemeinschaft Sozial-
demokratischer Frauen (ASF) auf einer
Klausurtagung in Cuxhaven. Die SPD
hat in Regierungsverantwortung die
»
Die SPD hat in der
Gleichstellung von Frauen und Män-
nern in unserer Gesellschaft immer
Deutschen aufs Neue vorangebracht. Die sozialde-
Geschichte die mokratische Bilanz ist trotz mancher
Anfänge der Rückschläge eine Erfolgsgeschichte. Die
Frauenpolitik SPD hat in der Gleichstellungspolitik ein
geschrieben und hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Trotz-
durchgesetzt. «
Ulla Groskurt
dem haben wir zur Kenntnis nehmen
müssen, dass sich viele Frauen von der
SPD abgewandt haben. Die SPD hat auf
der Grundlage der Beschlüsse in Ham-
burg und im Regierungsprogramm
2009 die Gleichstellung von Frauen und
Männern in unserer Gesellschaft in Rolle spielen«, so die niedersächsischen Schwerpunkte stellen sich natürlich
allen Politikfeldern weiter vorange- SPD-Frauen in einem Pressegespräch. auch durch die vor uns liegenden Aufga-
bracht und im Wahlkampf zu einem »Wir haben in der Deutschen Geschich- ben. In diesem Zusammenhang weisen
zentralen Thema gemacht. te d ie A n fä nge der Frauenpol it i k d ie SPD -Frauen besonders au f d ie
»Der von der Bundes-ASF neu formu- geschrieben und durchgesetzt, wir wer- Betriebsratswahlen 2010 und die Kom-
lier te A k tionsplan »Gleichstellung den auch die nächsten Kapitel prägen«, munalwahlen im Jahr 2011 hin. Das sind
jetzt«, wird auch in unserer Arbeit eine so Ulla Groskurt zusammenfassend. aber alles keine »Selbstläufer«, wir wer-
den schon etwas dafür tun müssen den
Weg offen zu halten. Wir werden enga-
gierte Frauen unterstützen und wieder
WETTBEWERB Mentoringprojekte durchführen.
Dass für die Landes-ASF das Thema

OHNE MOOS NIX LOS Frauenpolitik in Niedersachsen beson-


ders auf der Tagesordnung steht, wird in
junge Menschen dazu auf, sich kritisch den Gesprächen in der Klausur deutlich.
und kreativ mit den Zusammenhängen »Unsere Ansprüche beginnen in der
von Konsum, Geld, Schulden und Armut Kindergartenpolitik, wir fordern glei-
auseinanderzusetzen. chen Lohn für gleiche Arbeit und mehr
Rund drei Millionen Haushalte in Frauen in die Führungsetagen«, so die
Deutschland sind überschuldet und ASF-Vorsitzende Ulla Groskurt wörtlich.
immer mehr Jugendliche geraten in die Das fehlende Engagement der Landesre-
Schuldenfalle. In einer Gesellschaft mit gierung erfordert hier eigentlich jeden
vielfältigen Konsumangeboten und Tag Proteste.
zweifelhaften Finanzprodukten sind sie Ein weiterer Beschluss war, mit der
oft überfordert. Hier setzt der Wettbe- jeweiligen ASF vor Ort in Niedersachsen
werb an, indem er die finanzielle Bildung »f rauen- u nd fa m i l ien f reu nd l ic he
von Jugendlichen in den Fokus rückt. Unternehmen« zu besuchen, die mit
Ab sofort können sich Jugendliche, guten Beispielen und daraus resultie-
Schulen, Klassen und Jugendverbände Bewerbungen sind ab sofort renden Erfahrungen vorwärts gehen.
in Niedersachsen für den bundeswei- möglich unter Insgesamt anspruchvolle Vorhaben,
Impressum
Herausgeber: SPD Niedersachsen ten Wettbewerb »Ohne Moos nix los« www.awo-schuelerwettbewerb.org. die wir mit Unterstützung vieler inter-
Verantwortlich: Michael Rüter bewerben. Die Arbeiterwohlfahr t Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2010. essierter Frauen und den ASF- Bezirks-
Redaktion: Lothar Pollähne,
Sebastian Schumacher (AWO) als Ausrichter will mit diesem Pro Bundesland wird es neun Preisträ- vorständen in den nächsten Monaten
Anschrift: Odeonstraße 15/16 Wettbewerb einen Beitrag zum »Euro- ger geben, die Ende kommenden Jahres vor uns haben. Von Lethargie oder Ver-
30159 Hannover
E-Mail: lopo.vorwaerts@gmx.de päischen Jahr gegen Armut und soziale mit einem Festakt ausgezeichnet wer- zagtheit war die Stimmung jedenfalls
Layout & Satz: Anette Gilke Ausgrenzung 2010« leisten und ruft den. ■ eb. nicht geprägt, so die Landes ASF in ihrer
mail@AnetteGilke.de
Meldung. ■
12/2009 | 01/2010 vorwärts NIEDERSACHSEN V

DIE CDU UND DAS LIEBE GELD


Vor zehn Jahren erschütterte der Parteispenden-Skandal die Republik.
Von Inge Wettig-Danielmeier

Der öffentliche Skandal begann im den so offensichtlich die Mehrheiten auf Die Rückführung des Geldes unterstützte
November 1999: Der wegen Steuerhinter- Parteitagen abgesichert. Der SPIEGEL fas- hessische Wahlkämpfe der CDU. Auch in
ziehung gesuchte damalige Schatzmei- ste diese Praxis unter dem Titel »Patriarch Hessen wurde ständig gegen das Partei-
ster der CDU Walther Leisler Kiep stellte und Pate« zusammen. Helmut Kohl erklär- engesetz und eindeutige Verfassungsre-
sich der Justiz und erklärte, die ihm vom te stets und Freunde haben dies bestätigt, geln verstoßen.
Waffenhändler Schreiber übergebene dass er sich nicht selbst bereichert habe. Schwer belastet gingen schließlich
die bekannten Politiker Kohl, Kanther,
Kiep und Schäuble aus den Untersuchun-
gen hervor. Nicht alles konnte aufgeklärt
werden. Die CDU musste hohe Strafen
zahlen:
41 Millionen Mark für die hessischen Inge Wettig-Danielmeier,
Schwarzgelder, 6,5 Millionen für geheime Bundesschatzmeisterin der
Spender von Helmut Kohl, 3,4 Millionen SPD von 1991 - 2007
für die Transfers zwischen dem Waffen-
händler Schreiber und Walther Leisler
Kiep, sowie Schäuble bzw. Baumeister;
und noch einmal 1,2 Millionen für eine
fehlerhaft deklarierte und nicht zulässige
Spende der CDU-Bundestagsfraktion an
die Partei.
1999 wähnten Kommentatoren und
führende Mitglieder der Union die CDU
am Abgrund, möglicherweise vor der
Foto: Butch – Fotolia.com
Auflösung. Die große Gewinnerin war
dann Angela Merkel, die damalige Gene-
eine Million DM sei eine Spende an die Das ist wohl zutreffend, aber er hat mit der ralsekretärin. Sie verlangte und betrieb
CDU gewesen. Einen Tag später am illegalen Finanzpraxis über Jahrzehnte die die Aufklärung, Schäuble musste als Vor-
6. November versicherte Helmut Kohl, innerparteiliche Demokratie in der CDU sitzender zurücktreten, Nachfolgerin
ehemaliger Kanzler und ehemaliger Par- außer Kraft gesetzt und damit einen ver- wurde Merkel.
teivorsitzender der CDU, er wisse davon fassungswidrigen Zustand geschaffen. Im Übrigen fielen die Sanktionen mil-
nichts. Danach ging es Schlag auf Schlag. Ähnlich verliefen Geldtransfers in de aus. Der Übervater Kohl empfing Abso-
Es erklärten sich der Steuerberater der Hessen, die Ende des Jahres 1999 infolge lution und wurde sogar für den Friedens-
CDU, der ehemalige CDU-Generalbevoll- der Spendenäffäre um Kohl aufgedeckt nobelpreis vorgeschlagen. Kanther und
mächtigte, der Parteivorsitzende Schäub- wurden, weil die Finanzmittel der hessi- Leisler Kiep leben als Pensionäre, Schäub-
le, der ehemalige Generalsekretär Geißler, schen CDU offensichtlich nicht aus lau- le ist jetzt Finanzminister. Abgestraft
die Schatzmeisterin Baumeister mit neu- fenden Einnahmen stammen konnten. wurde Brigitte Baumeister, die Schatz-
en, anderen, ergänzenden oder sich wider- Hier war schon Anfang der 1980er Jahre meisterin von 1992–1998. Ob sie oder
sprechenden Äußerungen. Anfang Geld mutmaßlich von gemeinnützigen Schäuble die Wahrheit vertraten, wurde
Dezember schließlich gab Kohl zu: »Eine Tarnorganisationen ins Ausland ge- nie geklärt; aber sie verlor ihr Bundestags-
von den üblichen Konten der Bundes- schafft worden, um die neuen Regeln des mandat und wurde in ihrer beruflichen
schatzmeisterei praktizierte getrennte Parteiengesetzes zu umgehen. Existenz zerstört. ■
Kontenführung erschien mir vertretbar«…
»Ich bedauere, wenn die Folge möglicher-
weise Verstöße gegen Bestimmungen des
Parteiengesetzes gewesen sein sollten.
vorwärts
Das habe ich nicht gewollt.«
Tatsächlich war das auch ein Verstoß
PERSONALABTEILUNG
gegen Artikel 21 des Grundgesetzes. Über Hubertus Heil ist am 4. Dezember zum neuen Vorsit-
die getrennte Kontenführung wurde kei- zenden des SPD-Bezirks Braunschweig gewählt wor-
ne oder nur eine außerordentlich lücken- den. Beim außerordentlichen Parteitag in der
hafte Rechenschaft abgelegt. Braunschweiger Stadthalle stimmten 94 Prozent der
Tatsächlich wurde das teils von Wal- Delegierten für Heil. Der Peiner, der auch stellvertre-
ther Leisler Kiep, teils vom Vorsitzenden tender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion ist,
Kohl selbst gesammelte Geld direkt oder tritt in die Fußstapfen von Sigmar Gabriel. Dessen Wahl
auf Umwegen über ausländische Konten zum Bundesvorsitzenden hatte eine Neubesetzung der
vom Vorsitzenden der CDU genutzt, um Spitzenposition im Bezirk erforderlich gemacht.
Landesverbänden, Vereinigungen der
CDU oder auch Personen Geld zukommen Sigmar Gabriel (m.) gratuliert seinem Nachfolger Hubertus
zu lassen ohne besonderen Grund und Heil. Rechts: Detlef Tanke und Matthias Wehrmeyer
ohne Gremienbeschlüsse. Jedenfalls wur-
VI NIEDERSACHSEN 12/2009 | 01/2010 vorwärts

»EUROPA MUSS KLIMAPOLITISCH


DEN TAKT VORGEBEN«
Noch bis zum 18. Dezember findet in Kopenhagen der so genannte Weltklimagipfel statt. Matthias Groote ist einer von 22
Europaabgeordneten, die die EU in der dänischen Hauptstadt vertreten. Der Niedersachsen-vorwärts sprach mit ihm über
die wesentlichen Ziele der Konferenz, die Aufgaben Europas und die Konsequenzen für Niedersachsen.

vorwärts: Was muss in Kopenhagen to-Protokoll der Fall. Ich hof fe sehr, vor wä r ts : Welc he Ausw i rku ngen
Matthias Groote, MdEP erreicht werden, damit unser Klima dass dies in Kopenhagen ebenso pas- bringt der Klimawandel insbesondere
gerettet wird? sieren w i rd. Ei ne positive u nd für Niedersachsen mit sich?
Matthias Groote: Das Ziel der Verhand- zu k u n f tsweisende Ei n ig u ng w i rd Matthias Groote: Experten sagen, dass
»
Je früher wir
lungen in Kopenhagen ist es, die globale
Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius
auch eine Frage des Preises sein, vor
allem hinsichtlich der Forderungen
es im Frühjahr und im Herbst zu großen
Wetterextremen kommen kann. Das
anfangen, Maß- zu begrenzen, denn sonst drohen irre- der Entwicklungsstaaten. Diese wol- heißt: Es wird mehr Niederschläge
nahmen gegen versible Schädigungen der Ökosysteme.
den Klimawandel Es w i rd n ic ht ei n fac h sei n, ei nen
zu ergreifen, desto gemeinsamen Konsens zu erzielen, aber
weniger Geld ist zumindest ist es wichtig, dass die EU als
im Endeffekt Vorreiter an ihren ehrgeizigen Klima-
nötig. «Matthias Groote
zielen festhält. Das Kyoto-Protokoll wird
2010 auslaufen, so dass wir uns drin-
gend auf ein neues Abkommen verstän-
digen müssen. Allerdings befürchte ich
leider, dass ein solches neues Klima-
KLIMAGIPFEL schutz-Abkommen mit verbindlichen
IN KOPENHAGEN Reduktionszielen noch nicht auf der
jetzt anstehenden Konferenz in Kopen-
DIE FAKTEN:
hagen beschlossen wird. Nach meiner
Vom 7. bis 18. Dezember
Einschätzung werden wir dort die Kern-
findet die Klimakonfe-
fragen diskutieren und auf Grundlage
renz in Kopenhagen
dieser Diskussionsergebnisse könnte
statt. Das Kyoto-Nach-
dann Mitte 2010 ein neuer völkerrecht-
folge-Protokoll soll dis-
licher Vertrag zustande kommen. Eines
kutiert werden
müssen wir uns jedoch immer wieder
ZIEL:
bewusst machen, der Bremsweg ist sehr
– Reduzierung von
lang. Wenn wir jetzt reagieren, könnten
CO2-Emmissionen
erste Erfolge mit Glück in 25 bis 30 Jah-
um 20%, und um
ren sichtbar werden. Ohne nachhaltige Beschlüsse der Kopenhagener Klimakonferenz könnten die pittoresken
30%, wenn andere
vorwärts: Welche konkreten Anfor- Fischkutter ihren Fang bald nicht mehr in Fedderwardersiel anlanden sondern vor dem nicht
Industrienationen
derungen müssen zur erfolgreichen minder pittoresken Celler Schloss.
vergleichbare
Abm i lder u ng des K l i m awa ndel s
Anstrengungen
erfüllt werden? len als Kompensation für ihre Anstren- geben. Wasser muss dann verstärkt
unternehmen
Matthias Groote: Wir müssen global gungen einen finanziellen Ausgleich abgepumpt werden, um die Felder trok-
STRITTIGE PUNKTE:
Kohlendiox yd (CO2) einsparen und sehen. Um diese noch sehr strittige ken zu halten. Dafür müssen wir mehr
– Umfang der Ver-
einen weltweiten Emissionshandel eta- Frage der Klimaschutzfinanzierung Geld in die Hand nehmen. Auch in der
pflichtungen für die
blieren. Hierbei müssen insbesondere wird es sich im Kern bei den Gipfelver- EU geht es darum, dass wir die nötigen
Industrieländer,
die USA und China auch ihren Beitrag handlungen drehen. finanziellen Mittel für die erforderli-
Treibhausgasemmis-
leisten. Bisher hat die Europäischen Uni- vorwärts: Wie sieht es mit den USA chen Anpassungsmaßnahmen freiset-
sionen mittelfristig
on die strengste Klimaschutzgesetzge- und Russland aus? zen. Die Versicherungsunternehmen
(bis 2020) und lang-
bung. In diesem Zusammenhang wurde Matthias Groote: US-Präsident Barack sagen uns, dass die Schäden, die durch
fristig (bis 2050)
im letzten Jahr unter anderem das so Obama hat seine Teilnahme in Kopen- den Klimawandel hervorgerufen wer-
zu verringern
genannte Klima- und Energiepaket ver- hagen endlich zugesagt. Dies ist zumin- den, kaum noch regulierbar sind. Des-
– Umfang der Emmis-
abschiedet, in dem wir uns verpflichten, dest ein Zeichen, dass die USA gewillt halb gilt: Je früher wir anfangen, Maß-
sionsminderungen
20 Prozent CO2 bis zum Jahre 2020 ein- sind, beim Klimaschutz mit anzupa- nahmen zu ergreifen, desto weniger
der Entwicklungs-
zusparen. Wenn sich andere große Indu- cken. Es müssen aber ehrgeizige Klima- Geld ist für Reparaturen oder Anpas-
länder
strienationen diesem Ziel anschließen, Ziele sein, auf die sie sich verpflichten sungmaßnahmen nötig. Es gibt aber
– Finanzielle und
dann wäre die EU sogar bereit, 30 Pro- und keine Minimalkompromisse. Dem auch wirtschaftliche Chancen. So wer-
technologische
zent CO2 einzusparen. wird sich auch Russland nicht entziehen den sicher einige Branchen, die auch in
Unterstützung der
vorwärts: Vor allem China stellt können. Denn die Gaspipelines des Lan- Niedersachsen stark vertreten sind und
Industrieländer
sich bislang quer. Wie optimistisch des liegen in einem Permafrostboden. bereits boomen, noch stärker profitie-
für Klimaschutz-
sind Sie, dass es doch eine Einigung Wenn der infolge des Klimawandels ren, wie z.B. die Windenergie. Aber auch
maßnahmen in
geben kann? schmilzt, verliert Russland die gesamte das Thema Elektromobilität wird immer
den Entwicklungs-
Matthias Groote: Verhandlungen kön- Infrastruktur der Energieversorgung mehr an Bedeutung erlangen, vor allem
ländern
nen oft eine besondere Eigendynamik und somit das Land eine wichtige Ein- auch, um die Abhängigkeit von Erdöl zu
entwickeln. Dies war auch beim Kyo- nahmequelle. reduzieren. ■
12/2009 | 01/2010 vorwärts NIEDERSACHSEN VII

DIE NIEDERSÄCHSISCHE SPD


IN DER BUNDESTAGSFRAKTION
Die SPD-Bundestagsfraktion hat ihre Fachsprecher gewählt. »Unsere ÜBERSICHT ÜBER DIE ZUSTÄNDIGKEITEN INNERHALB DER
Niedersachsen« tauchen an zentraler Stelle auf und werden sich opti- SPD-LANDESGRUPPE NIEDERSACHSEN:
mal im Bund für niedersächsische Belange einsetzen. Arbeit Hubertus Heil Landwirtschaft Holger Ortel
Mit dem Landesvorsitzenden Garrelt Duin als wirtschaftspolitischen Gabriele Lösekrug-Möller Dr. Wilhelm Priesmeyer
Sprecher wird der sozialdemokratischen Wirtschaftspolitik ein neues Außenpolitikk Edelgard Bulmahn Menschenrechte & Humanitäre Hilfe
Profil gegeben. Sigmar Gabriel Edelgard Bulmahn
Die Wahl des Hannoveraners Matthias Miersch zum neuen umwelt- Bildung & Forschung Carola Reimann R ht p litik
Rechtspolitik
k S b ti Ed
Sebastian Edathythy
politischen Sprecher wird insbesondere Niedersachsen zu Gute kom- Thomas Oppermann Sicherheits- und Verteidigungspolitik
men, das von Konservativen als Atomklo der Republik missbraucht Ernährung Dr. Wilhelm Priesmeyer Karin Evers-Meyer
werden soll. Kerstin Tack Lars Klingbeil
Auch sozialpolitisch ist der Nordwesten Deutschlands gut aufge- Europa Achim Barchmann S i l
Soziales G b i l Lösekrug-Möller
Gabriele Lö k g Möll
stellt. Als Sprecherin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde Dr. Martin Schwanholz Sp t
Sport C
Caren M
Marks
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Caren Marks bestätigt. Vorsitzende des Gesundheitsausschusses ist die Familie, Senioren, Frauen & Jugend T i
Tourismus H b t H
Hubertus Heilil
Braunschweigerin Carola Reimann. Beide werden die Bundesregierung Caren Marks Umwelt, Naturschutz & Reaktorsicherheit
kontrollieren und immer wieder den Finger in die Wunde legen, wenn Fi h i
Fischerei H lg O
Holger Ortel
t l Dr. Matthias Miersch
schwarz-gelbe Politik negative Auswirkungen für Patienten und Fami- G
Gesundheit
dh it D C
Dr. Carola
l Reimann
R i V b
Verbraucherschutz
h h t Kerstin
K ti TackT k
lien hat. H h lt
Haushalt Bernhard
B h dB Brinkmann
i k Verkehr, Bau & Stadtentwicklung
Mit Wilhelm Priesmeier kommt der landwirtschaftspolitische Spre- I
Inneres Ki t Lüh
Kirsten Lühmann Uwe Beckmeyer
cher der Fraktion aus dem Agrarland Nr. 1. Priesmeier wird darauf ach- Kommunalpolitik k Gabriele Lösekrug-Möller Kirsten Lühmann
ten, dass Ilse Aigner die Zukunft der Bauern nicht verzockt. Kirsten Lühmann Wahlprüfung, Immunität & Geschäftsordnung
Bereits vor einigen Wochen wurden die Niedersachsen Thomas Caren Marks Thomas Oppermann
Oppermann zum ersten Parlamentarischen Geschäftsführer und Huber- Dr. Matthias Miersch Wirtschaft & Technologie
tus Heil zum stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfrakti- Kultur & Medien Lars Klingbeil Garrelt Duin
on gewählt. Hubertus Heil
VIII NIEDERSACHSEN 12/2009 | 01/2010 vorwärts

VORWÄRTS
RÄTSEL
BILDUNG GIBT ES NICHT FÜR LAU
Neugründung des Landesverbandes der Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen (AfB) in Hannover
Von Hans-Rainer Strang
»In der Bildungspolitik liegt der Schlüs-
sel für viele ungelöste Fragen der Gesell-
schaft, und deshalb tut die SPD gut dar-
Vergleichbare Road-Movies an, diesem Politikfeld mehr Aufmerk-
hatte es in der 1960er-Jahren samkeit zu widmen.« Mit dieser Anmer-
schon reichlich gegeben, aber kung begrüßte die bildungspolitische
dieses schlug ein wie Schwer- Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion,
metall. Die Zeit war einfach Frauke Heiligenstadt, die Neugründung
reif für zwei junge Männer, des Landesverbandes der Arbeitsge-
die sich mit ihren Motorrä- meinschaft für Bildungsfragen Anfang
dern auf die Suche nach Ame- November in Hannover.
rika machten. Nicht irgend- Wenn die SPD wieder Vertrauen
welche jungen Männer, son- gewinnen will, so Frauke Heiligenstadt,
dern Dennis Hopper, der be- muss sie sich um die Anliegen der Men-
reits einen Namen als freaki- schen kümmern und im Bildungsbe-
ger Filmregisseur hatte, und reich mit Eltern, Schülern, Lehrern und
Peter Fonda, der neben sei- Verbänden sprechen. Deshalb ist es gut,
nem klangvollen Namen auch dass sich die Partei an die Seite der Initia- SPD-Landesvorsitzender Garrelt Duin mit dem neuen AfB-Landesvorsitzenden Peter Befeldt und
über ausreichend Geld ver- tive »Volksbegehren für gute Schulen« seinen Stellvertretern Elke Tonne-Jork, Jutta Liebetruth und Ulrich Leidecker.
fügte, um einen abgedrehten gestellt hat, denn es besteht Überein-
Film zu produzieren. sti m mu ng i n der Forder u ng nac h Lasten anderer Politikfelder gehen müs- hungsgeld schädlich, weil damit gerade
Das allein hätte gewiss nicht Gesamtschulen, beim Erhalt der vollen sen«, so Duin, »denn Bildungsinvestitio- jene Kinder aus Tagesstätten abgemel-
gereicht, um in der damaligen Halbtagsschule und in der Ablehnung nen gibt es nicht für lau«. det werden, die das dortige Erziehungs-
Sturm- und Drangzeit zum des »Turboabiturs«. Auf diesen Feldern Als Gastredner der AfB-Gründungs- angebot am meisten brauchen.
Kassenschlager zu werden, wird der neue AfB-Landesverband eine konferenz forderte der Lüneburger Pro- Folgerichtig verabschiedete der neue
zumal die Konkurrenz groß wichtige Rolle als Bindeglied zwischen fessor Matthias von Saldern eine »Bil- Af B-Landesverband einstimmig die
war. James Bond war im ehrenamtlich Tätigen und Mandatsträ- dungspolitik für morgen«, in der Chan- Richtlinie »Chancengleichheit und
Geheimdienst ihrer Majestät gern spielen. cengleich heit, Leistu ng u nd echte Inklusion«. Zum Vorsitzenden wählten
unterwegs. Dagegen anzurei- Niedersachsen SPD-Vorsitzender Gleichbehandlung verwirklicht wer- die Konferenzteilnehmer den Berufs-
ten, war für die meisten Strei- Garrelt Duin sieht die Partei auf einem den, damit Migrantengruppen und jun- schulleiter Peter Befeldt aus Ostercap-
fen jener Zeit aussichtslos. guten Weg, die Meinungsführerschaft ge Menschen nicht weiterhin zu den bil- peln. Ihm zur Seite stehen als stellver-
Nicht für diesen. »Easy Rider« in der Bildungspolitik zu gewinnen. Die dungspolitischen Verlierern in Deutsch- tretende Vorsitzende Ulrich Leidecker
war einfach das Gesamt- SPD muss dabei den Mut haben darzu- land zählen. In diesem Zusammenhang aus Braunschweig, Jutta Liebetruth aus
kunstwerk für jene Zeit: Ein stellen, wie sie ihre bildungspolitischen ist das von der schwarz-gelben Bundes- Nordniedersachsen und Elke Tonne-Jork
paar Joints, ein bisschen Sex, Ziele finanzieren will. »Das wird zu regierung auf den Weg gebrachte Erzie- aus Hannover. ■
ein faszinierender Jack Nichol-
son und eine Filmmusik, die
mächtig losschepperte. Fonda
hatte seinen Plattenschrank vorwärts PERSONALABTEILUNG
geplündert. Das war beson-
ders gut für eine Band, denn KARL FINKE IM SPD-PARTEIVORSTAND
deren Gefühlsausbruch »Born
SPD stärkt die Selbstvertretungsrechte von Menschen mit Behinderung
to be wild« wurde zur Biker-
Hymne schlechthin und zum Der Sprecher des Netzwerks »Selbst derte Menschen wurde er mit der Carl-
Namensgeber für ein ganzes Aktiv« von Menschen mit Behinderung von-Ossietzky-Medaille der Liga für Men-
Genre: »Heavy Metal Thun- in der SPD und Behindertenbeauftrag- schenrechte ausgezeichnet. Zudem er-
der« sangen die Jungs um ter des Landes Niedersachsen, Karl Fin- hielt er den »Courage-Preis 2003« im
John Kay, der als Flüchtlings- ke, ist auf Beschluss des SPD-Partei- Europäischen Jahr der Menschen mit
kind aus Ostpreußen kurzzei- vorstandes als ständiger Gast in den Behinderungen.
tig in Hannovers Südstadt die Parteivorstand berufen worden. Damit »Ich bin stolz darauf, dass die SPD
Schulbank gedrückt hatte. stärkt die SPD die Selbstvertretungs- die Öffnung der Partei so zügig umsetzt
Wie heißt diese erste Schwer- rechte der Menschen mit Behinderung und das Vertretungsdefizit der Men-
metall-Band? Zu gewinnen gibt in der SPD, so wie es in der UN-Konven- schen mit Behinderungen im Partei-
es Easy Rider digital. ■ lopo tion für die Rechte von Menschen mit vorstand behebt«, erklärte Karl Finke
Behinderung dargelegt ist. nach Bekanntgabe der Berufung. »Das
Die Lösung bitte an den
Karl Finke ist seit vielen Jahren in macht Mut für die zukünftige Arbeit.
vorwärts, Odeonstr. 15/16
der Selbsthilfebewegung aktiv. Er ist Die SPD zeigt damit, dass sie die UN-
30159 Hannover
Initiator und Sprecher des bundeswei- Konvention für die Rechte von Menschen
Kuddeldaddeldu aus dem ten Netzwerkes »Selbst Aktiv« behin- mit Behinderung ernst nimmt und
November-Rätsel war Ringel- derter Menschen in der SPD. Für seine die darin festgeschriebenen Ziele errei-
natz. Gewonnen hat Rosema- Anti-Gewalt-Kampagne gegen behin- chen möchte.« ■ eb. Karl Finke Foto: lopo
rie Plantner aus Lehrte