„Wir impfen nicht!

Eine kritische Auseinandersetzung

Inhaltsverzeichnis
Vorwort.................................................................................................................................................4
00:00 Vorspann.....................................................................................................................................5
Prägung und Beeinflussung der Zuschauer.....................................................................................5
Schreiende Babys.............................................................................................................................6
Die eingeblendeten Suggestivfragen und weitere Informationen dazu:..........................................6
Das Zell- und Nervengift Aluminium?........................................................................................7
Oder das krebserregende Nervengift Formaldehyd?...................................................................7
Dann vielleicht organische Quecksilberverbindungen wie Thiomersal?....................................7
Oder einen Schwarm gentechnisch veränderter Mikroorganismen, die auf Embryonalzellen
oder pürierten Mücken gezüchtet wurden?.................................................................................7
Dann lassen Sie sich beim nächsten Impf-Termin von Ihrem Arzt doch mal den Beipackzettel
zeigen und stellen Sie ihm ein paar Fragen zu den Inhalts- und Zusatzstoffen. Sie werden
staunen!.......................................................................................................................................9
02:30 Ein Besuch auf der Impfkonferenz...........................................................................................12
03:50 Die Eltern von Valerie..............................................................................................................14
06:36 Andreas.....................................................................................................................................18
12:13 René..........................................................................................................................................26
15:20 Hexavac und die TOKEN-Studie.............................................................................................29
Was ist passiert?.............................................................................................................................29
Das Ruhen der Zulassung von Hexavac........................................................................................30
Zahlen und Daten...........................................................................................................................31
Vertuschung und Korruption?........................................................................................................33
„...viele hundert Todesfälle...“.......................................................................................................35
Fazit...............................................................................................................................................36
21:05 Schütteltrauma und der Fall David...........................................................................................37
25:00 Einleitung zu den folgenden Diagrammen mit Köhnlein.........................................................42
28:00 Diphtherie (Diagramm)............................................................................................................46
29:40 Pertussis (Diagramm)...............................................................................................................49
30:10 Tuberkulose (Diagramm).........................................................................................................52
32:00 Tetanus (Diagramm) und die Frage, ob man gegen Gifte impfen kann...................................56
33:35 Masern (Diagramm).................................................................................................................60
Masernerkrankungen in der DDR..................................................................................................62
35:00 (keine) Furchtappellforschung (von meiner Seite aus)............................................................64
35:48 Polio (Diagramme) / DDT / Diagnoseverschiebungen? / Bonusinformationen zum CutterUnglück..............................................................................................................................................65
DDT...............................................................................................................................................65
DDT verursacht Polio?..................................................................................................................66
Geschichtliche Entwicklung..........................................................................................................68
1948: Paul Müller erhält den Nobelpreis für die Entdeckung von DDT.......................................68
1952/1953: Die mysteriöse Krankheit der Kälber.........................................................................69
1953: Dr. Kumm wird Leiter der "US-Polioforschung"................................................................70
1954: Nobelpreis für die "Entdeckung" des Polio-Virus. (NICHT!).............................................70
1954/1955: Salk-Impfstoff.............................................................................................................71
1955: Cutter-Unglück....................................................................................................................72
1957: Massenimpfungen?..............................................................................................................76
Polio in Deutschland......................................................................................................................77
Diagnoseverschiebung...................................................................................................................80
Loibners wirre Gedanken...............................................................................................................83
Fazit...............................................................................................................................................86
43:00 Impfungen für arme Länder?....................................................................................................87

45:33 „Das Impfmantra“ / Stiko.........................................................................................................89
50:00 „Wirksamkeit“, aber eigentlich: Hepatitis B / Titermesswerte allgemein / Was in Studien nicht
gefragt werden darf.............................................................................................................................94
Hepatitis B.....................................................................................................................................94
Impfstoffzulassung nur anhand von Laborparametern?................................................................95
Adjuvantien....................................................................................................................................97
Studien zur Keuchhustenimpfung..................................................................................................98
Keuchhusten in Australien.............................................................................................................99
Mumps bei Geimpften...................................................................................................................99
Keine Studien an Tieren aus "ethischen Gründen"?....................................................................101
Sind Experten mit Fachwissen unabhängig?...............................................................................101
56:53 „Verträglichkeit“.....................................................................................................................104
Zulassungsstudien........................................................................................................................104
Die gleiche Dosis für Erwachsene und Kinder?..........................................................................104
Graf: Chemie in Impfungen.........................................................................................................105
Phenol......................................................................................................................................106
Formaldehyd...........................................................................................................................106
Aluminium..............................................................................................................................107
Zusatzstoffe und "Betriebsgeheimnisse".....................................................................................107
Thiomersal in Infanrix Hexa........................................................................................................108
"Hirnschrei".................................................................................................................................109
Loibner: FSME............................................................................................................................111
Ticovac.........................................................................................................................................113
HPV-Impfung...............................................................................................................................114
1:12:55 „gravierende Wirkungen selten?“ - Fallbeschreibungen.....................................................119
Maya........................................................................................................................................119
Nancy......................................................................................................................................120
Silvia H...................................................................................................................................121
Roman G.................................................................................................................................122
1:19:42 „gravierende Wirkungen selten?“ - Allgemeines................................................................123
Anerkennung von Impfschäden...................................................................................................123
Meldung von Impfschäden..........................................................................................................124
A. Diemer.....................................................................................................................................125
1:26:40 Die „Salzburger Elternstudie“.............................................................................................127
1:28:48 Schluss.................................................................................................................................132
Hebammen und Impfberatung.....................................................................................................132
Anekdote zum Vergleich geimpfter/ungeimpfter Kinder............................................................133
Angst............................................................................................................................................134
Weitere Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte des Films.......................................136
Ziel des Films: Manipulation und Angstmache. Von Leitner höchstpersönlich so angekündigt.136
Die (wohl vergebliche) Suche nach bestätigten Impfschäden.....................................................137
Der Fall Leon...............................................................................................................................139
Die "Impfgegnerbewegung" oder: Ihr seid Leitners Schafe........................................................143

Vorwort
Ich bin jemand, die gerne im Internet über den Sinn und Unsinn von
Impfungen diskutiert. In vielen dieser Diskussionen wird dabei auf den Film
„Wir impfen nicht“ verwiesen. Irgendwann hat mich das schlicht und einfach so
sehr genervt, dass ich für mich selbst ein paar Texte zu den wichtigsten
Punkten des Films schreiben wollte, um diese dann in solchen Diskussionen
verwenden zu können. Diese lose Textsammlung ist umfangreicher geworden
und ich empfand es als spannende Herausforderung, zu versuchen, mich
einmal mit dem kompletten Film inhaltlich und kritisch auseinanderzusetzen.
Der Film bietet eine Sammlung vieler bekannter und populärer
Impfgegnerargumente. Dieser Text bezieht sich zwar auf den Film, kann aber
auch von allgemeinem Nutzen sein, denn diese populären Argumente
begegnen einem in Impfdiskussionen immer wieder, auch unabhängig von dem
Film. Dem Leser steht mit diesem Text also nicht nur eine Filmanalyse zur
Verfügung, sondern auch eine Sammlung der häufigsten Impfgegnerargumente
und die Sicht der Impfbefürworter dazu.
Dies ist nun das Ergebnis. Manche Textabschnitte wurden gemeinsam mit einer
auch am Thema interessierten Mitschreiberin verfasst.
Zu meiner Person: Ich bin absoluter Laie auf diesem Gebiet. Ich habe keinerlei
beruflich, private, finanzielle oder sonstigen Verbindungen zur Medizin, der
Pharmaindustrie, Chemie, Biologie oder sonstigen themenrelevanten Gebieten.
Ich arbeite in einem komplett anderen Bereich. Mein Interesse an diesem
Thema ist persönlich begründet. Ich bin Mutter von mehreren Kindern und lese
gern im Netz zu allen möglichen Themen der Kindererziehung. Dabei stieß ich
auch auf Impfdiskussionen. Diese faszinierten mich zunehmend. Einmal, weil
ich selbst eine Menge daraus gelernt habe. Ich entdeckte durch Beiträge von
Impfbefürwortern, dass Wissenschaft nicht trocken und langweilig sein muss,
sondern, dass es sehr spannend sein kann, sich wirklich in ein Wissensgebiet
zu stürzen, Fachbegriffe zu lernen und Studien zu lesen. Es machte mir immer
mehr Spaß, dazuzulernen. Aber auch die Seite der Impfgegner empfinde ich
als interessant. Was bringt jemanden dazu, an einer Meinung festzuhalten,
obwohl er von der anderen Seite manchmal förmlich mit Links zu Studien und
co. erschlagen wird? Wie verhalten sich beide Seiten, wenn sie mit Argumenten
der jeweils anderen Seite konfrontiert werden? Das finde ich immer wieder
spannend und lässt auch nach nunmehr jahrelanger Beschäftigung mit dem
Impfthema derartige Diskussionen nicht langweilig werden.
Jetzt möchte ich für die Leser noch etwas zu einem Punkt schreiben, der mir
sehr am Herzen liegt: Was darf mit diesem Text gemacht werden?
Beinahe alles. Dieser Text oder Teile davon dürfen nicht verkauft werden, alles
soll frei für jeden verfügbar bleiben. Ansonsten darf er kopiert werden, ganz
oder in Teilen. Jeder, dem es hilft, darf so viele Abschnitte wie er will
herauskopieren und beispielsweise in Impfdiskussionen verwenden. Der Text
darf auch bearbeitet werden und/oder als Grundlage für eigene Werke dienen
(z.B. Blogbeiträge oder was auch immer).

00:00 Vorspann
Prägung und Beeinflussung der Zuschauer
Der Film beginnt mit düsterer Musik und einem schwarzen Hintergrund. Es
werden Fragen eingeblendet, die zum Nachdenken über das Impfen anregen
sollen. Diese Fragen sind jedoch nicht neutral, es sind Suggestivfragen, die die
Bewertung schon vorweg nehmen und den Zuschauer beeinflussen sollen.
Verstärkt wird der Einfluss noch durch die düsteren Klänge und den schwarzen
Hintergrund.
In der Psychologie gibt es den Begriff "Priming"/"Bahnung". Damit wird ein
Reiz bezeichnet, der bestimmte Assoziationen im Unterbewusstsein erzeugt
und es somit beeinflusst. Diese Beeinflussung führt dazu, dass Reize, die man
nach diesem Priming wahrnimmt, auf eine ganz bestimmte Weise bewertet:
Nicht mehr neutral, sondern geprägt durch den ersten Reiz, ohne, dass man
sich dessen bewusst ist. Denn dieses Priming findet im Unterbewusstsein statt.
Automaticity of Social Behavior: Direct Effects of Trait Construct and Stereotype Activation
on Action
http://www.yale.edu/acmelab/articles/bargh_chen_burrows_1996.pdf
Der Film "primed" seine Zuschauer durch die Klänge und das dunkle Bild schon
in den allerersten Sekunden auf das Thema "Angst". Die Suggestivfragen
verknüpfen diese Angst direkt mit dem Thema Impfungen und ihren
Inhaltsstoffen. Schon die erste Minute des Films wird genutzt, um die Gefühle
eines unvoreingenommenen, neugierigen Zuschauers in eine ganz bestimmte
Bahn zu lenken.
Direkt nach dieser "Prägung" des Zuschauers auf das Thema Angst ändert sich
die Stimmung des Films plötzlich komplett. Eine Frauenstimme singt, begleitet
von sanften Klängen; der Text ihres Liedes bezieht sich auf ein Kind, das in den
Schlaf gesungen und dabei beschützt wird. Es wird die Hand eines Babys
gezeigt, die von einer Erwachsenenhand vorsichtig gehalten wird. Die
Farbgebung der Bilder ist sehr warm. Es wird Geborgenheit vermittelt. Der Titel
des Films und weitere Informationen über die Verantwortlichen werden
eingeblendet. Das Bild wechselt, es wird das Gesicht eines sehr jungen Babys
gezeigt. Es liegt friedlich eingekuschelt da. Genau in dieses friedliche Bild wird
eine weitere Suggestivfrage eingeblendet und somit die Verbindung zu der
ersten Angst erzeugenden Minute gestärkt.
Der auf "Angst vor Impfungen" geprägte Zuschauer sieht das kleine,
geborgene, schützenswerte Baby nicht mehr mit neutralen Augen. Er ist
voreingenommen und betrachtet es durch diese "Angst-Brille". Es ist ihm nicht
einmal bewusst, sein Unterbewusstsein wurde manipuliert. Auch mir als
jemandem, der diesen Film kritisch betrachten und seine Schwachpunkte
möchte, ist das Ausmaß der Manipulation schon in den allerersten Minuten des
Films erst klar geworden, als ich den Vorspann mehrfach betrachtet hatte.

Schreiende Babys
Nach der eingeblendeten Suggestivfrage wechselt die Stimmung wieder. Es
werden Ausschnitte aus Youtube-Videos gezeigt, in denen man weinende Babys
sieht, die Spritzen verabreicht bekommen. Man hört ihr Schreien. Der Sprecher
deutet das Ziel des Films an: Medien, Pharmakonzerne und staatliche
Institutionen verbreiten Aussagen über Verträglichkeit und Wirksamkeit von
Impfstoffen, die der Film überprüfen wolle. Mit diesem Satz wird ein krasser
Gegensatz im Film deutlich: Man sieht einzelne Babys, angefangen bei dem
geborgenen Baby während der Titeleinblendung, weitergeführt durch die
YouTube-Ausschnitte. Dies ist eine sehr persönliche Ebene. Im Gegensatz dazu
wird sehr allgemein und distanziert von Medien, Konzernen und Institutionen
gesprochen. Echte Menschen kommen in diesem Satz nicht vor. Es entsteht
eine deutliche Trennung: Einzelne Babys, die geimpft werden und echte
Menschen mit Gesichtern, deren Leben durch unpersönliche Institutionen und
Konzerne beeinflusst wird. Diese Trennung wird im Laufe des Films immer
wieder aufgegriffen, wir weisen an den entsprechenden Stellen darauf hin. Der
Zuschauer als „normaler, echter Mensch“ soll sich selbst ganz klar in einer
Position wahrnehmen, die absolut getrennt und distanziert ist von dem
„großen, grauen System“, den Behörden und der Pharmaindustrie.
Sogar in den Youtube-Ausschnitten selbst wird diese Distanz angedeutet. Man
sieht nur die Momente, in denen Impfung verabreicht wird, man sieht keinen
Trost, keine Zuwendung durch die Mediziner/Innen, die die Impfungen
verabreichen.
Die Bilder sind allerdings keine Bilder von Impfungen in Deutschland, die für
diesen Film aufgenommen wurden, sondern YouTube-Sequenzen.
Video 1 https://www.youtube.com/watch?v=WEfXgyKZtlk (2008)
Video 2 https://www.youtube.com/watch?v=PH0ubtnRsqM (2009)
Video 3 https://www.youtube.com/watch?v=EAiO_Dvs6qk (2008)
Das zweite Video ist hier das, bei dem ein Impfvorgang am längsten gezeigt
wird, auch mit dem "Drumherum", was dabei so passiert. Für mich sehr
auffällig, dass hier die männliche Begleitperson des Kindes extrem nervös wirkt
- schon bevor das Kind überhaupt eine Impfung erhalten hat. Sein
Gesichtsausdruck ist ängstlich, seine Bewegungen fahrig. Jeder, der selbst
Kinder hat, wird wissen, dass sich Stimmungen schnell auf Kinder übertragen.
Es verwundert mich nicht, dass dieses Kind hier bei den Impfungen sehr
schreit, denn die Begleitperson bietet ihm allenfalls sehr oberflächlich
Sicherheit und die Gewissheit, dass es in Ordnung ist, was dort stattfindet.
Seine Körpersprache vermittelt große Nervosität und Angst. Diese Signale
können auch kleine Kinder schon interpretieren.

Die eingeblendeten Suggestivfragen und weitere
Informationen dazu:
Würden Sie sich oder Ihren Kindern freiwillig eine der folgenden Substanzen
injizieren lassen:

Das Zell- und Nervengift Aluminium?
Ja, denn der Gehalt an Aluminiumsalzen liegt weit unter der Menge, die
eventuell negative Auswirkungen auf den Körper hat. Von "Gift" kann hier also
keine Rede sein.
Informationen zum Thema Aluminium:
https://www.facebook.com/504832609550389/photos/a.599284526771863.1073741827.504832
609550389/782638621769785/?type=1&permPage=1

Oder das krebserregende Nervengift Formaldehyd?
Ja, denn auch hier macht die Dosis das Gift. Formaldehyd ist ein ganz
normales Stoffwechselprodukt unseres Körpers. Die in Impfungen enthaltene
Menge an Formaldehyd beträgt einen Bruchteil der Menge, die der Körper
selbst täglich produziert und wieder abbaut.
Informationen zu Formaldehyd aus Clinical Environmental Health and Toxic Exposures
http://books.google.de/books?
id=PyUSgdZUGr4C&pg=PA1008&lpg=PA1008&dq=human+liver+metabolize+formaldehyde&
source=bl&ots=ILQQ9bvXt0&sig=BuBzO_Bi5bNdVlaLEgBxxP867FQ&hl=de&sa=X&ei=lQyVOTWLNSxaf3ugPAI&ved=0CDQQ6AEwAw#v=onepage&q=human%20liver
%20metabolize%20formaldehyde&f=false

Dann vielleicht organische Quecksilberverbindungen wie Thiomersal?
Diese Frage ist zwar sehr hypothetisch, denn es sind keine
Quecksilberverbindungen in den üblichen Impfstoffen enthalten, aber ja, auch
dieses würde ich mir injizieren lassen. Thiomersal wurde in den 2000er Jahren
aus den Impfstoffen entfernt - als reine Vorsichtsmaßnahme, angeordnet durch
die FDA (Zulassungsbehörde für Arzneimittel in den USA). Es gab und gibt bis
heute keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung von Thiomersal in
Impfstoffen. Die Sorge, die diese Vorsichtsmaßnahme veranlasste, begründet
sich hauptsächlich auf die Gefährlichkeit einer anderen Quecksilberverbindung
- Methylquecksilber - und deren Vorkommen in der Nahrungskette. In
Impfungen wurde diese Substanz jedoch nie verwendet.
Thimerosal and Vaccines — A Cautionary Tale
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp078187
Informationen der WHO zu Thiomersal
http://www.who.int/biologicals/areas/vaccines/thiomersal/en/

Oder einen Schwarm gentechnisch veränderter Mikroorganismen, die auf
Embryonalzellen oder pürierten Mücken gezüchtet wurden?
Ja, denn diese Frage zielt mit der Wortwahl absichtlich darauf ab, wieder ein
Höchstmaß an Angst zu erzeugen. Wenn man diese Frage normal stellen
würde, würde sie schlicht und einfach lauten: "Würden Sie sich impfen
lassen?".

"Gentechnik" ist ein Begriff, der Angst erzeugt, dabei gibt es bisher nach
inzwischen Jahrzehnten der Anwendung und Unmengen an Studien zu
verschiedensten Aspekten des Themas keinen einzigen Beleg für eine
mögliche Schädlichkeit. Hier ist beispielsweise eine Arbeit, die fast 1.800
Studien zum Thema gentechnisch veränderte Pflanzen auswertet:
An overview of the last 10 years of genetically engineered crop safety research
http://www.geneticliteracyproject.org/wp/wp-content/uploads/2013/10/Nicolia-20131.pdf
"Gentechnik" ist dazu noch ein extrem allgemeiner Begriff. Aufgrund von
Gentechnik Angst vor Impfungen zu haben wäre so, als ob man Angst vor
sämtlichen Rädern hat, egal, wie sie genutzt werden, weil es Autounfälle gibt.
Eine Impfung, die mit Hilfe von Gentechnik möglich wurde, ist die Impfung
gegen das humane Papillomavirus, das unter anderem Gebärmutterhalskrebs
auslöst. Hier ist eine Studie, die mögliche Komplikationen nach der HPVImpfung erfasst hat. Im Studienzeitraum wurden mehr als 600.000 Dosen
dieser Impfung verabreicht, es gab keinen Hinweis auf schwere
Komplikationen.
Monitoring the safety of quadrivalent human papillomavirus vaccine: Findings from the
Vaccine Safety Datalink
http://media2.wishtv.com/_local/pdf/Vaccine_Safety_Datalink_HPV_vaccine_study.pdf
Wie die Ersteller des Films auf pürierte Mücken kommen, ist unklar. Es werden
zur Herstellung teilweise Zelllinien verwendet, die aus den Eierstöcken eines
bestimmten Falters stammen, mit dem Gruselbild von zermatschten Mücken
hat das aber nichts zu tun.
Es stimmt, dass für die Herstellung einiger weniger Impfungen Zellen aus
menschlichem Gewebe nötig sind. Dazu wird bis heute Gewebe aus zwei
Embryonen verwendet, deren Mütter die Schwangerschaft aus freiem Willen
und ohne, dass die Impfstoffherstellung etwas damit zu tun hat, abgebrochen
haben. Diese Schwangerschaftsabbrüche fanden in den Jahren 1961 und 1966
statt. Die Zellen des Gewebes aus diesen Embryonen werden seitdem immer
wieder vermehrt, es sind keine weiteren Schwangerschaftsabbrüche nötig.
Da auch für die Herstellung der Rötelnimpfung diese Zellinien genutzt werden,
verhindern diese zwei Embryonen bis heute den Verlust von ungeborenen
Kindern. Eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft kann zu einer
schweren Schädigung oder dem Tod des ungeborenen Kindes führen. Durch die
Impfung wird diese Infektion verhindert und somit der Verlust von
ungeborenen Kindern, die durch die Infektion starben, oder deren
Schwangerschaft aufgrund der massiven Schädigungen durch diese Infektion
abgebrochen wurde.
Human Fetal Links with Some Vaccines
http://www.immunizationinfo.org/issues/vaccine-components/human-fetal-links-somevaccines

Wirklich nicht?

Dann lassen Sie sich beim nächsten Impf-Termin von Ihrem Arzt doch
mal den Beipackzettel zeigen und stellen Sie ihm ein paar Fragen zu
den Inhalts- und Zusatzstoffen.
Sie werden staunen!
Es ist immer eine gute Idee, sich über Medikamente zu informieren, die man
zu sich nimmt, und deshalb die Packungsbeilage zu lesen. Allerdings sollte man
den Eindruck, den man aus dieser eigenen Beschäftigung damit bekommt,
nicht höher werten als die persönliche Beratung bei einem Arzt. Der
Beipackzettel soll zwar eigentlich für Laien verständlich sein - in der Praxis ist
er es jedoch oft leider nicht. Es werden z.B. zu viele fachliche Begriffe
verwendet, ohne diese ausreichend zu erklären.
Prüfung der Verständlichkeit und Lesbarkeit von Arzneimittelinformationen anhand aktuell
am Markt befindlicher Packungsbeilagen
http://www.langcor.de/PDF/Packungsbeilagen-Studie-OTC-2010.pdf
Wenn man einen Arzt nach Informationen zu den Inhaltsstoffen in Impfungen
fragt, kann es passieren, dass er tatsächlich auf manche Fragen keine Antwort
geben kann. Das muss er aber auch nicht. Der Arzt muss die Impfungen
korrekt verabreichen können und mögliche Gründe abklären, die gegen eine
Impfung sprechen. Er muss nicht exakt über den Herstellungsprozess
informiert sein. Diese Information hat für die Aufgaben in seiner praktischen
Arbeit keine Bedeutung.
Die Musik im Film ändert sich, sie wird freundlicher, ein Baby wird gezeigt.
Weitere Texteinblendungen sind zu sehen:
WIR IMPFEN NICHT!
Mythos und Wirklichkeit der Impfkampagnen
(...)
Der Film wurde von über 300 Spendern finanziert.
(...)
Brauchen Kinder wirklich 30 Impfungen im ersten Lebensjahr?
Kein Kind bekommt im ersten Lebensjahr 30 Impfungen. Auch wird nicht
gegen 30 Krankheiten geimpft. Um auf die 30 Impfungen zu kommen, wurde
völlig willkürlich im Impfkalender abgezählt, gegen welche Krankheiten wie
häufig geimpft wird. Wie willkürlich diese Zählweise ist, sieht man daran, dass
der Sechsfachimpfstoff als sechs Impfungen gezählt wurde - dabei besteht die
Polio-Komponente aus Antigeneinheiten gegen alle drei Poliotypen. Wenn man
so will, sind also tatsächlich acht "Impfungen" in dem Kombinationsimpfstoff
gegen sechs Krankheiten enthalten.
Siehe Beipackzettel eines Sechsfachimpfstoffes:
http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR__Product_Information/human/000296/WC500032505.pdf

Durch die Suggestivfrage nach den 30 Impfungen soll vermutlich Angst vor den
"vielen" Impfungen im ersten Lebensjahr erzeugt werden. Diese Zahl eignet
sich gut dafür, jeder kann im Impfplan einfach abzählen, wann gegen was
geimpft wird und so auf die 30 kommen. Man braucht kein Verständnis und
kein Wissen über die einzelnen Impfungen, sonst würde man sofort merken,
wie willkürlich diese Zahl ist.
Das Immunsystem eines Babys kann problemlos auf eine schier unglaubliche
Menge an Antigenen reagieren. Die wenigen Bestandteile einer (oder auch 30)
Impfung(en) liegen weit unter dem, was das Immunsystem bewältigen kann.
Es gibt natürlich keine Studien, die untersuchen, ab wann das Immunsystem
überlastet ist. Aber es gibt Berechnungen und Überlegungen, die zu dem
Ergebnis kommen, dass ein Baby, dem elf Impfungen gleichzeitig gegeben
werden, 0,1% seines Immunsystem nutzen müsste, um auf diese Zahl (die in
der Realität nicht verabreicht wird) zu reagieren.
Addressing Parents’ Concerns: Do Multiple Vaccines Overwhelm or Weaken the Infant’s
Immune System?
http://pediatrics.aappublications.org/content/109/1/124.long
Nun zur Realität: Ein Baby erhält im ersten Lebensjahr keine 30 Impfungen.
Geimpft wird empfehlungsgemäß:
3 x 6fach-Impstoff (Injektion - also gespritzt)
3 x Pneu-Impfstoff (Injektion) (Seit Sommer 2015 sogar nur noch 2x
empfohlen!)
2( bzw. 3) x Rota-Impfstoff (Ingestion - also geschluckt)
1 x MMR-Impfstoff (Injektion)
1 x V-Impfstoff (Injektion)
wobei die letzten beiden Impfstoffe auch als Kombinationsimpfstoff MMRV
vorliegen und verimpft werden können. Oftmals werden sie sogar erst im 2.
Lebensjahr verabreicht. Insgesamt erhält ein Säugling also ca. sieben oder
acht Injektionen und zwei oder drei Schluckimpfungen, je nachdem, welche
Impfstoffe man verwendet. Ein Impfling erhält im ersten Lebensjahr also nicht
30 Impfungen, sondern neun bis elf Impfungen an vier Impfterminen.
Im 2. Lebensjahr bekommt ein Kleinkind dann noch folgende Impfungen:
1 x 6fach (Injektion)
1 x Pneu (Injektion)
1 x MMRV (Injektion)
1 x MenC (Injektion)
Das sind weitere vier Impfungen an drei Impfterminen.
Insgesamt erhält ein in Deutschland gemäß der Empfehlungen geimpftes Kind
zur Grundimmunisierung also 11 bzw. 12 Injektionen (Nach den neusten
Empfehlungen sogar noch eine weniger) und zwei bzw. drei Schluckimpfungen
in den ersten zwei Lebensjahren und ist dann gegen 13 Erkrankungen
geschützt. Das ganze findet im Normalfall an ca. insgesamt sieben Tagen statt.
Oftmals werden die Impftermine mit Vorsorgeuntersuchungen verbunden. Wer
jedoch früheren Schutz für sein Kind erzielen möchte, legt die Impftermine
separat auf den Tag, mit dem das Erreichen der Impffähigkeit zusammenfällt.

Eine Kombinationsimpfung (3fach, 4fach, 5fach, 6fach) ist übrigens immer nur
eine Impfung mit einem Impfstoff. Es handelt sich dabei nicht um verschiedene
Impfstoffe, die zusammen verabreicht werden, sondern nur um einen einzigen,
der genau in dieser Zusammensetzung erprobt und zugelassen wurde. Man
kann also eine 6fach-Impfung nicht mit sechs 1-fach Impfungen gleichsetzen,
die an sechs unterschiedlichen Administrationsorten verabreicht werden
müssten. Man sagt ja auch nicht von sich, dass man sechs Stücke Kuchen
gegessen hat, wenn man in Wirklichkeit nur ein Stück eines Kuchens gegessen
hat, der aus sechs einzelnen Zutaten gebacken wurde.

02:30 Ein Besuch auf der Impfkonferenz
Laut dem Sprecher wurde auch versucht, Impfbefürworter zu Wort kommen zu
lassen. Dieser Versuch sieht so aus, dass H. Tolzin auf der 2. Nationalen
Impfkonferenz Interviews vereinbaren wollte - Im Film sieht man, dass er das
"Get together" (ab 20:00 Uhr) am Abend des ersten Tages (08.02.11) dieser
Konferenz besucht (2:56). Also ein lockeres Beisammensein, auf dem die
Teilnehmer mit Gesprächen den Tag ausklingen lassen. Er spricht dort mit Prof.
Dr. Cichutek vom PEI um ein Interview zu vereinbaren. Er und Dr. Stöcker, die
Pressesprecherin des PEI, lehnen verständlicherweise ab. Diese
Abendveranstaltung ist wohl nicht der richtige Rahmen, um ein Termin für ein
Interview zu vereinbaren - dazu noch mit einer Kamera im Schlepptau.
Interessant: Der Besuch von Tolzin auf der Impfkonferenz fand im Jahre 2011
statt, deutlich zu sehen auf dem gezeigten Plakat vor dem Eingang. Zu dem
Zeitpunkt fanden keine Dreharbeiten für „Wir impfen nicht“ statt, diese
begannen erst sehr viel später. Was wollte Tolzin also dort für ein Interview
führen, welches Projekt war geplant? Und warum hat man diese Szene dann
für „Wir impfen nicht“ verwendet? Und warum hat man den E-Mail-Verkehr aus
dem Jahr 2013, zwei Jahre nach Tolzins Besuch auf der Konferenz in direktem
Zusammenhang mit ebendiesem Besuch gezeigt?
Diese Szene endet dann mit der Frage, warum staatlich finanzierte
Wissenschaftler und Mitarbeiter so kamerascheu seien. Der Sprecher des Films
gibt aber keine Antwort, obwohl sie ihm wohlbekannt ist.
Es wird eine E-Mail von der Pressesprecherin des PEI, Frau Dr. Stöcker, gezeigt
(datiert : 30.07.2013) in der die Begründung für die Ablehnung zu lesen ist,
nämlich:
"Das Paul-Ehrlich-Institut wird nicht aktiv zu einer Dokumentation beitragen, in
der falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet werden und die zur
Fehlinformation der Bevölkerung beiträgt."
Im Nachsatz, wie der im Film gezeigten Ablehnung zu entnehmen ist, geht das
PEI noch ganz deutlich auf den Sachverhalt ein, wie Leitner und Tolzin diese
Ablehnung verkaufen dürfen: Sie dürfen nicht sagen, dass das Paul-EhrlichInstitut grundsätzlich nicht bereit sei, kritischen Journalisten Rede- und
Antwort zu stehen. Dies wäre eine falsche Tatsachenbehauptung. Weitere
Nachfragen zu diesem Thema wird das PEI laut E-Mail nicht beantworten.
Nur wer sich die Zeit nimmt, die E-Mail in voller Gänze zu lesen, weiß warum.
Alle anderen nicht, denn im Film wird auf diese beiden Sätze nicht
eingegangen. Man kann sie nur lesen, wenn im genau richtigen Moment das
Bild stoppt (Minute 03:35), denn die vollständige Mail wird nicht einmal
sekundenlang gezeigt. Die Mail wird herangezoomt und es ist ein Satz rot
unterstrichen, in dem steht, dass das PEI weder für ein Interview mit H. Tolzin
noch mit M. Leitner zur Verfügung steht.

Die unbeantwortete Frage des Sprechers nach der Kamerascheu in
Kombination mit diesem einen Satz, auf den die Aufmerksamkeit des
Zuschauers durch die rote Markierung gelenkt wird, erweckt den Eindruck, als
würde das PEI sich ohne gute Gründe einfach weigern, mit Impfgegnern zu
sprechen. Dabei ist im Film selbst die Begründung zu lesen, nämlich, dass das
PEI in keiner Form an einem Film mitwirken wird, der dazu dienen soll, falsche
Tatsachenbehauptungen zu verbreiten.
Um einmal die Argumentation des Films selbst zu spiegeln:
"Warum stellt Leitner eine derartige Frage, obwohl er die Antwort darauf hat
und sie sogar im Film zeigt?"

03:50 Die Eltern von Valerie
Die schöne Musik des Anfangs wird wieder gespielt. Man sieht eine Mutter, die
lächelnd ihr Baby stillt. Die Farbgebung des Bildes durch das Licht ist sehr
warm. Es wird ein Eindruck von Geborgenheit vermittelt.
"Immer mehr Eltern bilden sich eine eigene Meinung zum Thema Impfen. Auch
die Eltern der kleinen Valerie ... haben sich nicht blind auf die herrschende
Meinung zum Thema Impfen verlassen."
Der Film spricht durch die wiederkehrende Musik, die Farbgebung und das
gezeigte Bild selbst wieder die emotionale Ebene bei den Zuschauern an. Es
werden die Gefühle, auf die die Zuschauer zu Beginn geprägt wurden, noch
einmal abgerufen und gefestigt. Man fühlt wieder mit dem kleinen,
schutzbedürftigen Baby. Außerdem wird nun durch den Sprecher die
Eigenverantwortung von Eltern betont. Auch, wenn es so klingt, als hätten nur
Menschen, die es „anders“ machen und nicht den Impfempfehlungen folgen,
eine eigene Meinung zu dem Thema.
Die Eltern von Valerie erzählen. Sie wollten ihrem Kind einen „natürlichen“
Start ins Leben mitgeben und ihnen wurde schon während der
Schwangerschaft bewusst, dass sie nicht impfen lassen möchten. Sie haben
von Freunden und im Internet über schwere Nebenwirkungen durch das
Impfen erfahren und informierten sich selbst. Angeführt wird auch die Oma des
Babys, welche als Ärztin schon vor Jahren auf die Nebenwirkungen von und die
Schäden durch Impfungen hingewiesen habe.
Diese Eltern sind wohl das gesuchte vorzeigbare Elternpaar, nach welchem
Leitner per Mitmachaufruf gefahndet hatte: "Optimal wären Eltern, die
sympathisch, nicht zu jung oder alt sind, äußerlich vorzeigbar sind, eine nett
(nicht zu teuer!) eingerichtete Wohnung und vor allem gesunden
Menschenverstand haben und nicht auf dem Mund gefallen sind!"
(https://web.archive.org/web/20130519091950/http://impfentscheid.eu/?
page_id=107 )
Die Frage die sich dennoch stellt - warum hat die gewissenhafte Ärzte-Oma
nicht direkt im Film mitgewirkt, um die Aussage ihrer Tochter zu bestätigen?
Untermalt von düsterer Musik:
"Impfungen haben Nebenwirkungen und können Schäden verursachen? Auf
Internetseiten, die sich pro impfen aussprechen, sind solche Informationen
nicht zu finden. Doch diese Seiten werden meist von PR-Agenturen oder gleich
von den Impfstoffherstellern selbst betrieben. Beispiel: gesundes-kind.de (...)"

Dazu wird eine Googlesuche nach dem Begriff "gesundes Kind" gezeigt und die
oben angegebene Internetseite aufgerufen.
Wenn ich mich über Impfungen und Nebenwirkungen informieren möchte,
verwende ich zwar andere Suchbegriffe und lande dann eher bei anderen
Seiten, aber ich habe mir auch diese Seite angesehen. Und es gibt dort sehr
wohl ausführliche Informationen darüber,
- wer nicht geimpft werden sollte: http://www.gesundeskind.de/impfberatung/nichtimpfen.jsp
- welche Nebenwirkungen es geben kann, wie häufig diese auftreten und wie
häufig vergleichbare Komplikationen durch die Krankheiten selbst verursacht
werden: http://www.gesundes-kind.de/impfberatung/nebenwirkungen.jsp
- und was ein Impfschaden ist und was man im Falle eines solchen
unternehmen kann: http://www.gesundeskind.de/impfberatung/impfschaeden.jsp
Diese Seiten sind aktuell von 2014. Da der Film aber früher gedreht wurde,
wäre natürlich interessant zu wissen, ob diese Seiten auch schon vor dem
Erscheinen des Films vorhanden waren. Ja, das waren sie, wie man anhand
eines Internetarchivs feststellen kann:
Die oben verlinkten Seiten Impfnebenwirkungen, Impfschäden und
Gegenanzeigen zum Impfen gibt es mindestens seit 2011:
http://web.archive.org/web/20111117112539/http://www.gesundeskind.de/impfberatung/nebenwirkungen.jsp
http://web.archive.org/web/20111117101240/http://www.gesundeskind.de/impfberatung/impfschaeden.jsp
http://web.archive.org/web/20111117100927/http://www.gesundeskind.de/impfberatung/nichtimpfen.jsp
Es gibt also Informationen zu diesen Themen auf impfbefürwortenden Seiten.
Zuschauer des Filmes, die schon Impfgegner sind oder sehr mit dieser Position
liebäugeln, werden sich kaum die Mühe machen, eine falsche Behauptung über
impfbefürwortende Seiten selbst zu überprüfen.
Es wird richtig in dem Film gesagt, dass diese Seite von GlaxoSmithKline
stammt. Jedoch wird behauptet, dass Prof. Zepp nur das Vorwort dieser Seite
erstellt hat. Laut Impressum aber ist er mit zwei weiteren Redakteuren für die
Inhalte der Webseite verantwortlich. GSK distanziert sich von der
Verantwortung für die Inhalte und nimmt nach eigenen Angaben auf diese
keinen Einfluss. Verantwortlich für die oben von mir verlinkten Artikel dieser
Seite ist Univ.-Professor Dr. Markus Knuf, Professor für "Pädiatrische
Infektiologie und Pädiatrische Intensivmedizin" in der Universitätsmedizin

Mainz, nicht die Firma GSK.
Ausserdem befolgt diese Seite den Verhaltenskodex HONcode, der für die
Qualität und Vertrauenswürdigkeit von medizinischen Informationen steht.
http://www.hon.ch/HONcode/Patients/Conduct_de.html
Andere offizielle Webseiten über das Impfen, gehen ebenso auf
Nebenwirkungen ein:
- www.impfen-info.de (http://www.impfen-info.de/service/fragen-antworten/?
tx_sschfaqtool_pi1%5Bfaq%5D=2358&tx_sschfaqtool_pi1%5Btag
%5D=273&tx_sschfaqtool_pi1%5Baction
%5D=list&tx_sschfaqtool_pi1%5Bcontroller
%5D=FAQ&cHash=b423d85003812d17eabf50a571d94260)
- www.rki.de
(http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Nebenwirkungen/nebenwirkung
en_node.html)
Die Eltern dürfen noch ein paar Worte verlieren und zeigen, dass sie der
Meinung sind, dass das Impfen nur dazu dient, "fett Kohle zu machen" und das
auf dem Rücken der Kinder.

Leitner:
"Ist die schöne und heile Impfwelt am Ende gar nicht so heil, wie sie immer
dargestellt wird? Sind Impfstoffe so sicher und so wirksam, wie immer
behauptet wird?"
fragt Leitner rhetorisch, während Werbebotschaften der Hersteller eingeblendet
werden und beginnt die Überleitung mit der Frage: "Sind Impfstoffe so sicher
und so wirksam, wie immer behauptet wird?" während er gleichzeitig den
Abschnitt "Nebenwirkungen" der Packungsbeilage einblendet und somit seine
Frage selbst beantwortet. Jedes Medikament, das eine Wirkung hat, kann auch
Nebenwirkungen haben, aber nicht jeder Impfling entwickelt auch jede dieser
Nebenwirkungen! Doch der bereits mehrfach vorgeprägte Zuschauer glaubt
nunmehr, dass man über die Nebenwirkungen von offizieller Seite nie etwas
erfahre. Um ihn weiter in der Manipulation gefangen zu halten, verdunkelt sich
nun das Bild. Weiße Schrift auf schwarzen Grund untermalt von düsterer
Musik:
"Achtung!
Dieser Film könnte der Anlass sein, dass sich Ihre Meinung zu Medizin,
multinationalen Konzernen, Politik und Institutionen nachhaltig ändert.
Wollen Sie das riskieren oder möchten Sie lieber warten, bis es gegen so etwas
eine IMPFUNG gibt?"
Ein Countdown folgt, weiße Zahlen auf schwarzem Grund, das Ticken einer Uhr
im Hintergrund:

"5 - 4 - 3 - 2 - 1"
Ich habe noch keine seriöse Dokumentation gesehen, die solche Überleitungen
verwendet. Es ist unsachlich und überdramatisiert. Bei mir entsteht der
Eindruck "David gegen Goliath", als ob ich gleich eine Art Geheimwissen zu
sehen bekomme, von dem unpersönliche Einrichtungen (multinationale
Konzerne, Politik...) nicht wollen, dass ich es erhalte.
Gegen Ende des Films ab 01:32:30 kommt übrigens noch ein Abschnitt zu den
Schmidhausers aus der Schweiz:
Leitner:
"Valerie, der Säugling vom Anfang dieses, Filmes, neun Monate später. Sie hat
sich natürlich gut entwickelt. Und das wird sie auch weiterhin können, denn
ihre Eltern sind gegen die Angspropaganda der Massenmedien, hinter denen
das Marketing skrupelloser, multinationaler Konzerne steckt, nachhaltig
immunisiert"
Mutter:
"Valerie hat sich sehr gut entwickelt. Ausgezeichnet, wie des im Buche steht.
Sie ist gesund, bekommt Zähne, krabbelt, steht auf. Ihr geht es rundum gut.
Man hört immer wieder, dass Kinder Schlafprobleme haben, sehr anfällig sind
auch auf Infektionskrankheiten. Und die Eltern vor allem eben mit dem
Schlafen viel zu kämpfen haben. unsere Valerie schläft durch. Sie schläft auch
tagsüber wunderbar: ich kann sie hinlegen und sie schläft. Und sie ist gar nicht
anfällig auf Krankheiten, hat ein gutes Immunsystem."
Leitner:
"Denn wichtig für körperliche und geistige Gesundheit ist kein vollständiger
Impfpass."
Das ist erfreulich! Und ich kann bestätigen, dass das von der Mutter
Beschriebene auch für geimpfte Kinder zutrifft. Sie sind gut entwickelt,
bekommen Zähne, krabbeln und stehen auch irgendwann auf. Sie haben nicht
mehr und nicht weniger Schlafprobleme als ungeimpfte Kinder und sind auch
nicht anfälliger für Krankheiten. Ihr Immunsystem ist sogar so gut, dass der
einzig wirkliche Unterschied zwischen geimpften und ungeimpften Kindern der
ist, dass geimpfte seltener an impfpräventablen Erkrankungen leiden, als
ungeimpfte.
The prevalence of allergic diseases and non-specific infections in children and adolescents
was not found to depend onvaccination status.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21412506

06:36 Andreas
Es wird die Geschichte von Andreas vorgestellt, einem schwerbehinderten
jungen Mann, der auf umfassende Pflege angewiesen ist. Er soll gesund
gewesen sein bis zu der Impfung gegen Masern und Mumps, die er einen Tag
vor seinem zweiten Geburtstag bekam.
Die Mutter Bärbel Engelbertz erzählt, dass wenige Wochen nach der Impfung
die ersten Auffälligkeiten begannen (Müdigkeit, Unruhe, motorische Probleme,
Panik in der Nacht).
Die Mutter, Lehrerin und spätere Autorin in Stefan Lankas früherem KleinKlein-Verlag und für die esoterische Zeitschrift Raum und Zeit (z.B. Heft
80/1996 "Skandalöse Impfversuche an Säuglingen" oder Heft 86/1997 "Das
Paul-Ehrlich-Institut mißt mit zweierlei Maß: Skandalöse Pharmahörigkeit bei
gefährlichen Impfstoffen")[http://www.vtr1000.de/forum/attachment.php?
attachmentid=28649&d=1134504983] wird in dem Film als Biologin
vorgestellt. Warum die Lehrerin als Biologin vorgestellt wird, können man nur
erahnen. Vermutlich soll es die Sachkompetenz der Mutter betonen.

Der Sohn, Andreas Engelbertz, geboren 18.05.1981, mit MM-Vax von ChironBehring 17.05.1983 geimpft, verstarb am 01.10.2014 angeblich an einem
ärztlichen Kunstfehler
(https://www.facebook.com/permalink.php?
id=119440521498426&story_fbid=604638766311930)
Sein Impfschaden soll ebenfalls auf einem ärztlichen Kunstfehler beruhen - der
Kinderarzt soll das Kind während einer sich entwickelnden Kieferentzündung
geimpft haben.
http://web.archive.org/web/20071024053724/

http://www.klein-kleinaktion.de/wer_sind_wir/Homoopathie___Impfungen/Impfschaden/impfschaden
.html
http://www.impfen-nein-danke.info/impfopfer/
http://download.vaksinite.info/Impfen%20-%20Volkermord%20im%20dritten
%20Jahrtausend.html
Obwohl Frau Engelbertz jetzt der Auffassung ist, dass ihr Sohn 14 - 28 Tage
nach der Impfung auffällig geworden sei, was später (1985) von Dr. Löhr
angeblich als "a-typische SSPE bezeichnet wurde"
(http://web.archive.org/web/20071023125230/http://www.klein-kleinaktion.de/wer_sind_wir/Kurzgefasst/Impfungen/Masern___SSPE/masern___ss
pe.html), weichen ihre Darstellungen des Verlaufes im Rahmen des
Impfschadenanerkennungsprozesses von den im Web zu findenden und im
Verlauf des Filmes vorgetragenen Berichten ab: Das Kind wurde am
17.05.1983 gegen Masern-Mumps geimpft. Obwohl im Film behauptet wird,
dass die Auffälligkeiten kurz darauf auftraten (Müdigkeit, Schlaf- und
Laufprobleme [07:16]), so notierte der behandelnde Kinderarzt erst 1985 den
laut Eltern seit Frühsommer 1984 sich entwickelnden Watschelgang des
Kindes. Von den Eltern wurde als Grund für die Behinderung ihres Sohnes
wahlweise eine impfinduzierte Enzephalitis, eine MIBE oder eine SSPE
angeführt, welche jedoch sowohl labordiagnostisch als auch anhand des
klinischen Erscheinungsbildes (der Symptome, die der Junge gezeigt hat)
ausgeschlossen wurden.(https://openjur.de/u/322068.html) Ob die Mutter
jetzt nach dem Ableben ihres Sohnes ihre Vermutung per Obduktion hat
bestätigen lassen, ist nicht bekannt.
Die Mutter ist allerdings davon überzeugt, dass ihr Sohn einen Impfschaden
erlitt. Sie berichtet weiter, dass ihr Sohn im Alter von 5 Jahren mehrere
Medikamente (Anti-Epileptika) in Erwachsenendosierung erhalten habe. Ein
Heilpraktiker sagte der Familie, dass sie diese Medikamente absetzen müssen,
ansonsten stürbe das Kind. Das Gericht sah keine hinreichende
Wahrscheinlichkeit, für das Vorliegen einer Impffolge und entschied: Kein
Impfschaden.
Doch warum bringt Leitner diesen Fall anstelle eines anerkannten
Impfschadens, denn davon gibt es ja genug! Ganz einfach: Leitner muß eine
Überleitung finden, warum eine Impfung schlecht ist und da Andreas vorher
beim Zahnarzt war, da er sich einen Zahn ausgeschlagen hatte, ist er der
ideale Fall, um ihn als Beispiel dafür zu präsentieren, was angeblich als
Impffolge passieren kann:
Leitner:
"Schwerste Schäden durch Impfungen kommen gehäuft dann vor, wenn der
Körper des Impflings gerade eine Infektion durchmacht und das Immunsystem
deshalb mit den Zusatzstoffen, insbesondere mit den Aluminiumverbindungen
völlig überfordert ist. Diese können dann ungehindert das Gehirn angreifen
und irreparabel schädigen."

Für Leitners Behauptungen gibt es keine Belege. Leitner unterschlägt
vollkommen, dass der Impfstoff gegen Masern und Mumps ein Lebendimpfstoff
ist. Solche enthalten, wie überhaupt alle Lebendimpfstoffe, keinerlei Aluminium
- weder in elementarer Form noch als Verbindung. An dieser Stelle also
Aluminium anzuführen ist manipulativ. Doch was soll man denn machen, wenn
man keinen anderen Impfschaden trotz aller Aufrufe im Netz
(https://web.archive.org/web/20130910114155/http://impfentscheid.eu/?
page_id=107) vor die Kamera bekommt? Also muss Familie Engelbrecht als
vorgeblicher Impfschaden herhalten.
Die Mutter spricht weiter. Sie erzählt von einer Entzündung im Kiefer, einer
"Oberkieferknochenvereiterung", die das Kind gehabt habe, als es geimpft
wurde.
Leitner:
"Leider bekam Andy das nicht hin. Die Mutter kämpft um seine Anerkennung
als Impfschaden vor verschiedenen Gerichten."
Sie erzählt nun vom Stand des Verfahrens um die Anerkennung als
Impfschaden (zum Zeitpunkt Juni 2013). Es wird der Eindruck erweckt, dass
die Mutter sachliche Informationen über dieses Verfahren vermitteln möchte.
Sie spricht sehr gefasst, sehr geordnet, trotz der Vorwürfe an die Gegenseite,
die sie anbringen möchte. Diese Sachlichkeit erweckt den Eindruck, als ob es
sich bei ihren Äußerungen um klare Fakten handelt und verschleiert, dass es in
dem Film keine Informationen, keinen Hauch eines Beleges für die von ihr
angebrachten Vorwürfe gibt - und wie ich jetzt nach der Recherche weiß, die
vorgetragenen Fakten sich nur lose an der Realität orientieren.
Es wird von gefälschten Befunden gesprochen. Es gibt aber nicht die geringste
Information zu den Inhalten dieser Befunde oder wenigstens eine
nachvollziehbare Begründung, welche Personen warum ein Interesse daran
hätten, solche Befunde zu fälschen.
Es wird von einem Landesbediensteten gesprochen, der die
Krankheitsgeschichte für einen Impfschaden halte, aber aufgrund von
Interessenskollisionen nicht als Zeuge in dieser Sache auftreten dürfe. Hier
hätte ich mir Informationen zu der rechtlichen Lage gewünscht, ist es
tatsächlich möglich, dass ein Dienstherr mit so einer Begründung eine
Zeugenaussage verhindern kann? Ich persönlich weiß es nicht und es ist mir
als Laie auch nicht möglich, diese Frage hier zu beantworten. Von einer guten
Dokumentation hätte ich mir an dieser Stelle aber wenigstens
Grundinformationen zu dieser Thematik gewünscht.
Nebenbei noch eine Anmerkung zu dem Landesbediensteten; Es wurde mit
keiner Silbe erwähnt, welche Qualifikationen und Arbeitsgebiete dieser hat.
Man erfährt in dem Film also, dass dieser die Geschichte für einen Impfschaden
hält, man erfährt aber absolut nichts darüber, ob diese Person überhaupt das
Fachwissen hat, um eine solche Einschätzung treffen zu können.

Mehr dagegen erfährt man über die Gutachter der Gegenseite. Es wird
erwähnt, dass diese Mitglieder der STIKO waren, einer von ihnen wird sogar
namentlich erwähnt. Dazu stellt der Sprecher wieder eine offene Frage nach
Interessenskonflikten. Das ist ein Stilmittel, das die Gedanken des Zuschauers
genau in eine Richtung bewegen soll: Es wird der Eindruck erweckt, dass
Mitglieder der STIKO als Gutachter in einem solchen Prozess
Interessenskonflikten unterlägen. Dabei ist die die STIKO keine rein
impfbefürwortende Organisation. Tatsächlich könnte man die Mitglieder der
STIKO als Impfkritiker im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnen, denn ihre
Aufgabe ist es, Impfempfehlungen auf der Basis von Nutzen-RisikoBewertungen zu erarbeiten:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Aufgaben_Methoden/met
hoden_node.html
Die Mitglieder befürworten keinesfalls Empfehlungen für alle Impfungen, die
möglich wären. Z.B. wird von ihnen immer noch keine Empfehlung für die
Meningokokken B-Impfung ausgesprochen, obwohl diese aktuell seit ca. einem
Jahr in Deutschland zur Verfügung steht. (Stand Dezember 2014)
Weiter haben sie 2015 den Impfplan der empfohlenen Impfung sogar um eine
Pneumokokken-Impfung reduziert, da nun ausreichende Informationen über
dieses verkürzte Impfschema zur Verfügung stehen.
Weiter im Film: Es wird erwähnt, wie lange das Verfahren zur
Impfschadensanerkennung mittlerweile dauert, nämlich 22 Jahre. Außerdem
wird ein Ausschnitt eines Gutachtens eingeblendet, kommentiert und in Teilen
hervorgehoben. Wieder, wie schon bei der vor wenigen Minuten gezeigten EMail vom PEI, wird das Schriftstück nur wenige Sekunden gezeigt. Und wieder
wird durch die rote Markierung und die folgende...Abschweifung des Sprechers
gezielt darauf hingearbeitet, eine bestimmte Emotion beim Zuschauer zu
erzeugen, nämlich Empörung. Dass der Gutachter das - auch von einer
Zürcher Klinik diagnostizierte - Lennox-Gastaut-Syndrom einer bisher nicht
festgestellten genetisch bedingten Grundursache zuschreibt, geht aber dabei
unter.
Der Sprecher liest den Teil des Gutachtens vor, in dem bestimmte körperliche
Auffälligkeiten des Patienten beschrieben werden, welche der Gutachter als ein
Indiz für eine erblich bedingte Ursache ansieht und sich bereit erklärt, Andreas
diesbezüglich genauer zu untersuchen. Doch der Film driftet daraufhin ab, um
aus den Aussagen einen Zusammenhang zur Nazi-Zeit zu konstruieren und von
"Klassifizierung von Menschen anhand ihrer Schädelform" zu sprechen. Sogar
das Datum der Unterschrift des Gutachtens ist für den Sprecher verwerflich, da
an diesem Datum A. Hitler geboren wurde. Bessere Argumente als diese
"Abschweifungen" scheinen die Macher des Films wohl nicht gehabt zu haben.
Leiten ließ sich Leitner vielleicht von der Reaktion der Mutter auf diese
Diagnoseoption des Gutachters:
"Ein wahrhaft edles Angebot, aber erstens ist die Zeit, als man z.B. die Juden
an äusserlichen Merkmalen wie der Hakennase identifizierte, doch hoffentlich
unwiderruflieh vorbei und zweitens ist unser Sohn - trotz der Behinderung im

Gefolge der Impfung - doch kein Versuchskaninchen für gentechnische
Experimente! Hat Stehr keine Adresse für eine Impfstoffprüfung?" (LankaBuch)
In dem Gutachten wurde keine Klassifizierung von Menschen aufgrund
äußerlicher Merkmale vorgenommen. Es wurden einfach nur körperliche
Auffälligkeiten bei dem Erkrankten beschrieben und erwähnt, dass diese
Auffälligkeiten auch bei bestimmten (z.T. genetischen) Erkrankungen vorliegen.
Ohne eine Form von Bewertung oder gar Abwertung. Es gibt mehrere
Erkrankungen, die gleichzeitig mit äußerlichen Auffälligkeiten einhergehen,
bekannte Beispiele sind das Down-Syndrom (Lidfalte) oder das fetale
Alkoholsyndrom (Veränderungen der Gesichtszüge).
Interessant zudem, dass ausgerechnet an dieser Stelle im Film eine Nähe zu
rechten Inhalten suggeriert werden soll, während später im Film Impfgegner
zu Wort kommen oder sich auf Publikationen von Impfgegnern bezogen wird,
denen man eine viel eindeutigere Nähe zu einem solchen Gedankengut
nachweisen kann, das allerdings wird in dem Film völlig unterschlagen.
Unterschlagen wird auch ein Teil des gezeigten Gutachtens. Wieder erkennt
man nur ein wenig mehr von dem Zusammenhang, in dem die markierte
Passage steht, wenn man selbst das Bild im richtigen Moment anhält.
Man kann erkennen, dass in dem Gutachten erwähnt wird, dass die Symptome
des Erkrankten auf das Lennox-Gastaut-Syndrom hindeuten. Und dass
mindestens zwei andere Unikliniken aus Deutschland und der Schweiz
unabhängig voneinander zu derselben Beurteilung kamen. Weiter wird
angeboten, neuere diagnostische Verfahren zu nutzen (die vermutlich zu
Beginn des jahrzehntelangen Rechtsstreites noch nicht in diesem Maße
verfügbar waren), um diesen Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen.
Es wird mit keinem Wort erwähnt, wie die Mutter zu diesem Angebot stand, ob
sie sich auf die Diagnostik mit modernen Methoden eingelassen oder sie
verweigert hat. Eine Begründung wird auch nicht genannt.
Das Lennox-Gastaut-Syndrom ist eine schwere Form der Epilepsie, die
vielfältige Ursachen haben kann. In diesem speziellen Fall wird in dem
gezeigten Gutachten eine angeborene Mitochondropathie (Störung des
Zellstoffwechsels) als Auslöser vermutet. Der "Beginn" dieses Syndroms wird
anhand des ersten Krampfanfalles des Patienten festgestellt. Die meisten
Patienten erleiden ihren ersten Anfall im Alter von drei bis fünf Jahren. Bei dem
im Film beschriebenen Fall trat laut der Mutter der erste Krampfanfall im 4.
Lebensjahr des Kindes auf.
Eine ausführliche Beschreibung dieses Syndroms findet man in
Epileptic Syndromes in Infancy, Childhood, and Adolescence herausgegeben von Joseph
Roger, Michelle Bureau, Charlotte Dravet, Pierre Genton
http://books.google.de/books?
hl=de&lr=&id=tzah9qcyZZ8C&oi=fnd&pg=PA125&dq=lennox+gastaut&ots=SSDxfNjVn3&sig

=J4J4Tn-YtVRU34YFNVsai2eqywc#v=onepage&q=lennox%20gastaut&f=false
Im Film folgt nun ein kurzer Auszug eines Gesprächs mit einer Mutter
ungeimpfter Kinder, Inga Lühmann, die zufällig während der Dreharbeiten in
der Praxis eines impfgegnerischen Arztes war. Sie beschreibt in vier Sätzen ihre
Motivation, nicht zu impfen. Sie berichtet von ihrer Arbeit als DiplomSozialpädagogin in einer Behindertenwohngruppe. Laut ihren Aussagen ist bei
einem der neun Bewohner dieser Einrichtung "ganz sicher", dass seine
Behinderung aufgrund einer Impfung aufgetreten sei und bei einer Frau würde
ein Impfschaden vermutet. Es gibt aber keine weiteren Informationen (welche
Impfung, welches Alter, was ist passiert, ist der Impfschaden anerkannt?) oder
gar Nachweise dafür. Gut, so etwas ist bei einem zufälligen Zusammentreffen
natürlich nicht zu leisten. Man erfährt aber auch nicht, ob die Macher des Films
diese Information in irgendeiner Form nachgeprüft haben, oder ob sie einfach
unhinterfragt in dem Film wiedergegeben wird, weil so eine Information gut in
das Filmkonzept passt.
Sie berichtet über einen weiteren Fall: "und bei einer Frau vermuten wir das".
Wer ist "wir", die das vermuten und anhand welcher Anhaltspunkte wird das
vermutet? Sie selbst bezeichnet sich als Diplom-Sozialpädagogin. Das heißt,
sie hat Fachwissen über den Umgang mit Menschen, die in bestimmten
Problemsituationen stecken. Sie ist in der Lage, diesen Menschen eine Hilfe bei
der Bewältigung ihres Alltags zu bieten. Sie ist aber nicht in der Lage, Schäden
durch Impfungen zu diagnostizieren. Für Frau Lühmann ist diese Erfahrung ein
Grund, nicht zu impfen. Wir Zuschauer erfahren nicht, wodurch die
Behinderungen der anderen Mitbewohner der Wohngruppe verursacht wurden
und wieviele dort überhaupt leben.
Einige weitere persönlichen Eindrücke, die ich durch das Ansehen dieses
Filmabschnittes gesammelt habe:
- Es wird mit zweierlei Maß gemessen, was die am Prozess
beteiligten/abgelehnten Gutachter angeht. Über die von der Mutter
beauftragten/gewünschten Gutachter erfährt man nichts. Auch nicht über den
Inhalt dieser möglichen Gutachten. Die Gutachter der anderen Seite werden
genauer beschrieben und teilweise zitiert.
-Da der Film natürlich nur den Stand der Dinge zum Zeitpunkt der
Dreharbeiten darstellen kann, wollte ich selbst recherchieren, ob es inzwischen
noch weitere Informationen zu diesem Fall gibt. Ich habe nur die Information
gefunden, dass der junge Mann inzwischen verstorben ist.
-Weiter stieß ich aber auf eine Zusammenfassung eines Vortrages, den die
Mutter auf einer Impfgegnerkonferenz gehalten hat. Die Zusammenfassung ist
auf einer Seite veröffentlicht, die die "Germanische Neue Medizin" von R.G.
Hamer propagiert. In der Zusammenfassung des Vortrages erkennt man
deutliche Parallelen zu den Grundideen der GNM: http://neuemedizin.com/engelb.htm
Weitere Informationen über die GNM und ihre Gefahren:
http://www.agpf.de/Hamer.htm

-Ich stelle mir die Frage, warum die Mutter diesen jahrzehntelangen Streit
geführt hat. Mir kommt es so vor, als ging es am Ende dieses Weges nur noch
um "die Sache". Für diesen Eindruck spricht auch, dass in dem Film nicht
erwähnt wurde, ob die Mutter denn das Lennox-Gastaut-Syndrom (oder auch
andere möglichen Erkrankungen) diagnostisch ausschließen ließ. Ein
Ausschluss einer solchen Diagnose, also ein gesichertes: "Nein, das ist es
nicht!" würde ihre Position in einem solchen Streit massiv stärken. Ein
bestätigtes "Nein" würde die andere Seite unter Zugzwang setzen, denn wenn
alle sinnvollen Verdachtsdiagnosen gesichert ausgeschlossen werden, bleibt
nichts mehr außer einem Impfschaden als Erklärung.
Auch der Film selbst hätte in diesem Abschnitt sehr viel überzeugender wirken
können, wenn dort ein Beleg für einen Ausschluss solcher Diagnosen vorgelegt
worden wäre. Da dieses nicht der Fall war, gehe ich davon aus, dass den
Machern des Films ein solches starkes Argument nicht zur Verfügung stand,
diese Diagnostik also nicht durchlaufen wurde.
Frau Engelbertz kommt ab 1:20 noch einmal zu Wort, diesmal in ihrer Funktion
als Vertreterin des Impfschutzverbandes. Ihre Worte sind wohl überlegt und sie
stellt Vermutungen auf, was die Länge von Impfschadensverfahren angeht. Sie
sagt: "20 bis 30 Jahre ist die Regel" - ohne Beleg. Wir jedenfalls konnten keine
Statistik zu durchschnittlichen Verfahrensdauern finden.

12:13 René
Im Film wird nun ein weiterer, vermeintlich geschädigter Junge vorgestellt:
René Moosmann. Der Sprecher erwähnt in seiner Einleitung zu diesem
Abschnitt, dass Impfkritiker (Manipulation durch Sprache, denn gemeint sind
keine echten Kritiker wie beispielsweise die Stiko, sondern Gegner) "Impfungen
auch für Infektanfälligkeit und Verhaltensauffälligkeiten" verantwortlich
machen. Dieser Junge wird als Beispiel für eine solche Schädigung präsentiert,
da das Kind mit Hexavac geimpft wurde. Die insgesamt doch sehr diffuse
Schädigung des Jungen, war wohl das Beste, was Leitner im Rahmen seines
Facebook-Aufrufes auftreiben konnte:

(https://www.facebook.com/Netzwerk.Impfentscheid/posts/775890782467772
) Dort bei Facebook ist die Mutter des Kindes aktiv.
Sie berichtet: Das Kind sei „gesund“ gewesen und habe „keinerlei Probleme,
bis zu der ersten Sechsfachimpfung“ gehabt. Danach sei er krank geworden,
habe Fieber und Schmerzen gehabt. Er habe Fiebersenker und ein Antibiotikum
bekommen. „Das“ habe er nicht vertragen (es ist nicht ganz klar, ob sie nur die
Impfung oder eines der anderen Medikamente oder alles zusammen meint),
denn er sei eine Woche krank gewesen, bis die ersten Besserungszeichen
aufgetreten seien. Mit einem Antibiotikum behandelt man aber keine
Impfreaktion oder gar einen Impfschaden. Mit einem Antibiotikum wird eine
bakterielle Infektion behandelt. Eine solche Infektion tritt nicht durch
Impfungen auf, sondern das Kind hat sich irgendwo damit angesteckt. Und
einem kranken Kind geht es leider oft schlecht, es weint und hat Schmerzen.
Für mich ist aufgrund dieser ungenauen Beschreibung der Mutter nicht zu
trennen, für welche Probleme sie nun exakt diese eine Impfung verantwortlich
macht und welches Leiden durch die Infektion ausgelöst wurde. Sie spricht fast
nur von „krank“ und „kränker“, gibt kaum konkrete Symptome an.
Bei der zweiten Impfung war sei dann „genau so wie beim ersten Mal“
gewesen. Mehr Informationen gibt es nicht, aber da sie von „genau so“ spricht,
muss man davon ausgehen, dass der Junge wieder eine Infektion hatte, die
durch ein Antibiotikum behandelt wurde. Klare Symptombeschreibungen gibt
es auch dieses Mal nicht.
Zu der dritten Impfung und wie diese vertragen wurde, gibt es dann gar keine
Informationen mehr. Es gab also keine erwähnenswerte Reaktion? Auf die
vierte Impfung (die es laut dem üblichen Impfplan erst wesentlich später
gegeben hätte, nämlich im 18. Lebensmonat; Da sie selbst aber immer wieder
von Verschiebungen der nächsten Impfungen gesprochen hat, vielleicht bei
diesem Jungen sogar noch später) wurde dann ganz verzichtet.
Der Sprecher erwähnt dann bedeutungsschwanger eine nachhaltige
Schädigung, obwohl auf diese letzte Impfung verzichtet wurde. Die Mutter
beschreibt diese Schädigung. Sie spricht viel, man erhält aber leider kaum
konkrete Informationen. Sie erzählt nur sehr schwammig von „krank“, „so oft
krank“, „wieder krank, wieder gesund, wieder krank, auch im Kindergarten.“
Keine näheren Beschreibungen, keine Altersangaben, kein erkennbares Muster,
keine Nachweise wie wenigstens die Anzahl der Arztbesuche. Es entsteht
wieder ein Eindruck, den man auch an anderen Stellen des Films bekommt:
Man fühlt sich informiert, einfach, weil eine Menge gesagt wird. Man erhält
aber tatsächlich so gut wie gar keine Information, die man kritisch hinterfragen
könnte. Jeder, der Kinder im Kindergarten hat, weiß, dass die Erregerbelastung
dort ungleich höher ist und sich dies in der Krankheitslast der Kinder
niederschlägt. Daraus eine nachhaltige Schädigung durch Impfungen zu
konstruieren, ist unlauter und manipulativ. Kinder sind nun mal 2 Monate

gesund und dann mal 1 bis 2 Wochen krank. Nicht alle Kinder natürlich und
nicht die gesamte Kindheit lang – aber jeder, der selbst Kinder hat, wird
sicherlich derartige Krankheitsphasen kennen.
Der Sprecher erwähnt dann die Homöopathie, durch die die Probleme von René
gebessert wurden, da das „in seinem Körper gespeicherte Aluminiumhydroxid
durch sie ausgeleitet wurde“. Leider gibt es keinen Beleg für eine
Aluminiumhydroxidbelastung vor dieser „Ausleitung“, keinen Beleg für eine
reduzierte Belastung nach dieser Maßnahme und keinen Hinweis darauf, wie so
etwas überhaupt funktionieren soll. Nach einer Risiko-Nutzen-Analyse, was die
„Ausleitung“ von Impfstoffen angeht, braucht man dann wohl erst recht nicht
zu fragen.
Nach dieser Behandlung ging es dem Kind dem Empfinden der Mutter zufolge
jedenfalls besser. In der Schule verbesserte sich das Verhalten des Kindes wohl
ebenso. Das Kind konnte sich nun konzentrieren und ein drohendes
Sitzenbleiben in der Schule wurde abgewendet, weil er sich in Fächern
verbesserte, in denen er Probleme hatte. Der Zusammenhang zu der
Krankheitsanfälligkeit des Kindes fehlt da völlig. Es ging doch darum, dass das
Kind immer mal krank war. Dazu wird aber nichts gesagt, hat sich die
Infektanfälligkeit also vielleicht schon längst von selbst gelegt?
Die Mutter beschreibt noch ihre Wut auf Ärzte und Pharmaindustrie. Sie fühlte
sich nicht ernstgenommen mit ihren Bedenken. Das ist wirklich bedauerlich,
denn so etwas kann dazu führen, dass man den Austausch mit seinem Arzt
oder mit Ärzten allgemein aufgibt, weil man das Vertrauen verloren hat und
sich vielleicht in eigene Ideen verrennt, was die Ursache für Probleme angeht.
Sie erwähnt noch, wie froh sie war, dass die letzte Impfung nicht mehr
gegeben wurde, da sie dann endlich nicht noch einmal monatelang ein krankes
Kind zu Hause haben musste. Aber für mich klingt es in ihrer ersten
Beschreibung so, als ob das Kind gerade auch in dieser Zeit der Nichtimpfung
immer wieder krank war („30-40 Prozent war er krank“, „er war so oft krank“,
„auch im Kindergarten immer wieder krank“).
Der bei 16:12 gezeigte Impfpass aus Feldkirch dürfte der Impfpass des
Jungens sein, da Frau Moosmann aus Feldkirch in Österreich stammt.
Demzufolge wurde er am 27.11.2003 das erste Mal geimpft - also mitten in der
saisonalen Erkältungszeit, was die behandlungsbedürftige Bronchitis erklärt.
Die nächste Impfung erfolgte dann am 22. April 2004, zum Ende der Saison.
Am 3. Dezember 2004 erfolgte dann die 3. Impfung - wiederum mitten in der
Hochsaison für Erkältungskrankheiten. Offensichtlich ist diese Korrelation nicht
einmal ansatzweise als Begründung für die Infekte des Kindes in den
Vordergrund gerückt.

15:20 Hexavac und die TOKEN-Studie
Im nächsten Filmabschnitt wird nun deutlich, warum die sehr diffuse
Geschichte von René in diesem Film vorgestellt wurde. Es geht nun um den
Sechsfachimpfstoff Hexavac. Die Geschichte des Jungen sollte wahrscheinlich
dazu dienen, den folgenden längeren Abschnitt etwas anschaulicher und
lebendiger zu machen. Emotionen des Zuschauers können leichter beeinflusst
werden, wenn ihnen nicht nur Daten und Zahlen präsentiert werden oder
anonyme Fälle, sondern ein echtes Gesicht.
Der Sprecher des Films stellt Dr. Klaus Hartmann vor, der sich zu diesem
Impfstoff äußern wird. Es wird erklärt, dass Dr. Hartmann mehrere Jahre beim
Paul-Ehrlich-Institut arbeitete und Impfungen nicht grundsätzlich ablehne. Die
Impfung "Hexavac" wird als "Wendepunkt im Leben von Dr. Hartmann"
beschrieben.
Hartmann spricht nun selbst, sein erster Satz lautet "Hier hatten wir ein
anderes Problem bei Hexavac." Mit so einem Satz beginnt man kein Gespräch,
er bezieht sich auf ein anderes Problem, der Zusammenhang fehlt. Er
beschreibt den Fall eines Kindes, das zwei Tage nach der Impfung verstorben
ist und bei dem bei der Obduktion ein Hirnschwellung vom Pathologen
festgestellt wurde. Er spricht weiter von mehreren Fällen und von
Expertenrunden, die zu diesem Thema getagt haben. In diesen Runden wurde
laut ihm gesagt, dass man diesen neu zugelassenen Impfstoff nicht wieder
vom Markt nehmen kann, denn dies wäre politisch unklug und würde dem
Ansehen der Impfungen mächtig schaden.

Was ist passiert?
Insgesamt sind in der UAW Datenbank 28 Todesfälle nach Hexavac
verzeichnet. Bis zum Ausscheiden Hartmanns aus dem PEI im Mai 2003 waren
gerade 8 Todesfälle aufgetreten. Das PEI hat unmittelbar nach Kenntnis vom
vierten, zeitlich im Zusammenhang mit Hexavac stehenden Todesfall die EMA
informiert. Daraufhin tagten Expertengruppen der Länder im
Zulassungsbereich bestehend aus den Pathologen, welche die Autopsien
durchführten, Kinderärzten mit SIDS- und Impferfahrung als auch
Epidemiologen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass das Risiko nicht höher sei als
für andere Impfstoffe.
(S. Dittmann. "Vaccines - Surveillance of adverse events following immunization" in: Side
Effects of Drugs Annual: A worldwide yearly survey of new data and trends in adverse drug
reactions. Jeffrey K. Aronson (Hrsg.). Elsevier; 2011.
http://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/archivsicherheitsinformationen/2005-1998/ablage2000-2005/2003-12-01-hexavalente.html?
nn=3252550)
Natürlich schaden Todesfälle dem Ansehen der Impfung. Das ist nicht neu und
es wäre verwunderlich, wenn dies nicht in den Expertenrunden zur Sprache
gekommen wäre. Hartmann jedoch tut so, als wären diese Todesfälle
ursächlich auf die Impfung zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kamen die

europäischen Experten nicht.
(http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?
curl=pages/news_and_events/news/2010/01/news_detail_000972.jsp&mid=WC0b01ac058004
d5c1&murl=menus/news_and_events/news_and_events.jsp&jsenabled=true)
Hartmann erklärt, dass die Bewertung der Fälle und die seiner Ansicht nach
nicht erfolgte Konsequenz für ihn den Anlass gab, das PEI zu verlassen.
Es wird ein Focus-Artikel aus dem Jahr 2004 eingeblendet.
Leitner:
"In den ersten 48 Stunden nach einer Sechsfachimpfung wie Hexavac sei die
Sterberate von Babys 2,5fach so hoch wie die durchschnittliche Sterblichkeit in
diesem Alter."
http://www.focus.de/politik/deutschland/studie-tod-in-48-stunden_aid_201268.html
Es wird unterschlagen, dass Wissenschaftler selbst diese Aussage relativieren,
denn es wird nur die zeitliche Korrelation beschrieben, was aber nicht
zwangsläufig für Kausalität spräche. Auch das Ende des Artikels wird im Film
unterschlagen. Dort wird nämlich erklärt, dass die Anzahl der Todesfälle in dem
damaligen Zeitraum noch nicht statistisch gesehen signifikant sind. Das wäre
es erst, wenn man über mehrere Jahre eine solche Häufung feststellen könnte.
Die Anzahl der Fälle war zu klein für eine fundierte Risikoeinschätzung.
Trotzdem "seien die Warnsysteme angesprungen", das heißt, dass
selbst geringe Schwankungen von Fallzahlen kritisch beobachtet
werden. Der damalige Institutsleiter Johannes Löwer äußerte: „Sollte sich
zeigen, dass einer der beiden Impfstoffe ein erhöhtes Risiko mit sich bringt,
muss er vom Markt genommen werden.“ Falls beide Mittel nachweislich zum
Tod führen können, müsse man „grundsätzlich überlegen, ob SechsfachImpfungen noch durchgeführt werden dürfen“. Doch dazu muss der geneigte
Zuschauer erst einmal den Focus-Beitrag heraussuchen (und wer macht sich
schon die Mühe?)

Das Ruhen der Zulassung von Hexavac
Leitner fährt bedeutungsschwanger fort:
"Ein Jahr später: Hexavac wird vom Markt genommen. Von Todesfällen ist
beim Paul Ehrlich Institut nicht die Rede."
Das ist komplett falsch und wer sich die Webseite anschaut, die Leitner im Film
zeigt, kann dort ganz klar nachlesen:
"Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Ruhen der Zulassung und der
früheren Mitteilung des CHMP über plötzliche ungeklärte Todesfälle (Sudden
Unexplained Deaths - SUD) in zeitlichem Zusammenhang mit
Sechsfachimpfungen?
Nein, es besteht kein Zusammenhang zwischen diesen beiden Punkten. Der
Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for
Human Use, CHMP) hat einen möglichen Zusammenhang zwischen SUD und

Hexavac bereits zu einem früheren Zeitpunkt überprüft, und ist zu dem Schluss
gekommen, dass aufgrund der vorhandenen Erkenntnisse kein Risiko für die
Gesundheit der Bevölkerung besteht. Frühere öffentliche Stellungnahmen
finden Sie hier (Information vom 28.04.2003 / Information vom 01.12.2003)"
http://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/archivsicherheitsinformationen/nl/05-09-20-emea-faq-hexavac-suspension.html?nn=3252550
Der Grund für das Ruhen der Zulassung von Hexavac waren nicht die
Todesfälle, sondern eine minderwirksame Hepatitis B-Komponente. Als wäre
dieser nachvollziehbare und wichtige Grund an den Haaren herbeigezogen,
beendet Leitner seine Argumentation mit der Feststellung:
"Seltsam an dieser Begründung: Die Komponente wurde nicht nachgebessert,
sondern Hexavac verschwand für immer in der Versenkung!"
Auch das ist mit viel Wohlwollen nur die halbe Wahrheit. Leitner stellt sich so
eine Nachbesserung wohl als recht lapidare Angelegenheit vor. Hätte er etwas
genauer recherchiert, so wüsste er, dass Sanofi Pasteur etwas weniger als 10
Jahre benötigte, um den Impfstoff neuzugelassen auf den Markt zu bringen.
Was natürlich kaufmännisch sinnvoller ist, als einen Impfstoff, der in der
Vergangenheit einen schlechten Ruf durch Todesfälle und schlechtere
Wirksamkeit erlangte, wiederzubeleben. Seit April 2013 hat auch Sanofi wieder
einen 6fach Impfstoff auf dem Markt: Hexyon. Doch damit nicht genug Hexacima ist ein 2. Impfstoff, den Sanofi zeitgleich auf den Markt brachte.
http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?
curl=pages/medicines/human/medicines/002796/human_med_001641.jsp&mid=WC0b01ac0
58001d124
http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?
curl=pages/medicines/human/medicines/002702/human_med_001640.jsp&mid=WC0b01ac0
58001d124
Seit 04/2013 gab es folgende Anzahl an Todesfallmeldungen in zeitlichem
Zusammenhang mit einer 6fach-Impfung:
Hexyon: 2
Hexacima: 0
Infanrix-Hexa: 4
Doch es geht Leitner nicht darum, die Umstände hier nachvollziehbar zu
dokumentieren, sondern ausschließlich darum, den Impfstoffherstellern
nachzuweisen,"systematisch jeden Hinweis auf flächendeckende Schädigungen
durch Impfungen ignorieren oder verwischen." (Zitat aus dem Spendenaufruf
von Leitner, mehr dazu im entsprechenden Kapitel) Dazu bestenfalls
Halbwahrheiten wohl ein probates Mittel.

Zahlen und Daten
Während der Zuschauer Bilder eines Friedhofs zu sehen bekommt, trägt
Leitner vor:

"Von 2005 bis 2006 untersuchte das Robert-Koch-Institut RKI in der TOKENStudie, ob die zugelassenen Sechsfachimpfstoffe etwas mit den Todesfällen bei
Kindern zwischen zwei und 24 Monaten zu tun haben."
Das ist falsch. Für jeden Impfinteressierten nachlesbar, fand die Studie im
Zeitraum von Juli 2005 bis Juli 2008 statt.
http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Weitere_Studien/TOKEN_
Studie/token_node.html
Leitner
"Danach dauerte es fünf Jahre, bis die Daten so aufbereitet waren, dass sie
veröffentlicht werden konnten."
Da Leitner bereits das Ende der Tokenstudie um 2 Jahre vorverlegt hat,
verwundert seine Rechnung nicht wirklich - entspricht aber auch nicht der
Wahrheit. Die Ergebnisse wurden aufbereitet, statistisch abgesichert und die
Auswertung wurde dann nach ca. 2,5 Jahren Anfang 2011 publiziert. Das ist
ein üblicher Zeitraum.
An dieser Stelle führt Leitner Bert Ehgartner als investigativen Journalisten, der
die TOKEN-Studie für einen "Skandal der Extraklasse" hält, ein. Ehgartner ist
aktiver Impfkritiker, in dessen Beiträgen auch Ärzte wie Dr. Loibner
(https://www.psiram.com/ge/index.php/Johann_Loibner) zu Wort kommen
dürfen: Ein Mann, der leugnet, dass Röteln für Embryopathien verantwortlich
sind (http://www.donotlink.com/dvnx) oder behauptet, Ebola sei der neue
Name der Pocken (http://www.donotlink.com/dlnx)
Ehgartner:
"Dann gab's natürlich gleich die enorme Aufregung, weil eben die
Wahrscheinlichkeit, dass jemand kurz nach einer Impfung gestorben ist laut
diesen Daten um das Dreifache erhöht war."
Zu diesem Ergebnis kam die TOKEN-Studie nicht. Im Gegenteil, ein erhöhtes
Sterberisiko konnte nicht ermittelt werden. Ehgartner bezieht sich auf seine
eigene Milchmädchenrechnung.
http://ehgartner.blogspot.de/2011/03/token-studie-dreifach-erhohtes.html
Er nutzte dazu folgende Zahlen: 27 Kinder starben innerhalb von 14 Tagen
nach einer Impfung. 102 bis zu 6 Monaten nach einer Impfung. Die 26 Kinder
die ab 6 Monaten nach der Impfung starben, läßt Ehgartner einfach wegfallen.
Ehgartner beachtet bei einer solchen Rechnung das normale Hintergrundrisiko
nicht oder interpoliert auch nicht diese Sterbefälle mit dieser
Hintergrundinzidenz. Es verwundert auch nicht, dass er nicht die 16 Fälle
rausrechnet (3 im 2.-9. Lebensmonat, 13 ab dem 10. Lebensmonat), für die im
Rahmen der Studie eine Todesursache festgestellt werden konnte. (Tabelle 59)
Es scheint aber, als solle aufgezeigt werden, dass dieses 3fach erhöhte
Sterberisiko vertuscht werden soll - deshalb die lange Auswertungszeit.
Guckt man sich das Lebensalter an, in welchem die Kinder mit 6fachImpfungen verstarben, sieht die Auflistung wie folgt aus:

9 Kinder verstarben innerhalb der ersten 3 Lebensmonate
39 Kinder verstarben im 4. und 5. Lebensmonat.
13 im 6. und 38 weitere bis zum 9. Lebensmonat.
Im letzten Viertel des ersten Lebensjahres starben dann 22 weitere Kinder.
10 dieser 121 Kinder hatten innerhalb der letzten 72h vor Todeseintritt eine
6fach Impfung bekommen, bei einem erfolgte die Impfung im Zeitraum von 4 7 Tagen vor Todeseintritt. Bei 13 weiteren Kindern war die Impfung bis zu 2
Wochen vor Todeseintritt erfolgt.
11 Kinder verstarben dann zwischen dem 12. und 16. Lebensmonat und 23
weitere bis zum 2. Geburtstag. Eines bekam in den 72h vor Todeseintritt eine
6fach-Impfung. 33 der 39 Kinder starben im 2. Lebensjahr nach Administration
eines 6fach Impfstoffes. Nur eines verstarb unmittelbar nach einer
Impfung; ein weiteres verstarb zwischen 7 und 14 Tagen nach der
Impfung. Bei 9 der im 2. Lebensjahr verstorbenen Kinder war die
letzte Impfung über ein Jahr her. Es ist hier durchaus wahrscheinlich, dass
einige der verstorbenen Kinder die Grundimmunisierung nicht abgeschlossen
haben. Da bedauerlicherweise aber keine Aufschlüsselung der Todesfälle in
Bezug auf die erhaltenen Dosen erfolgte, ist das rein spekulativ. Insgesamt
starben im ersten Lebensjahr 215 Kinder, 79 hatten keinerlei Impfung
erhalten. Eine Teilnahme der Eltern von ungeimpft im 2. Lebensjahr
verstorbenen Kindern konnte nicht verzeichnet werden.
Im Endeffekt lässt sich sagen: So simpel, wie Bert Ehgartner hier dividiert und
dann ein 3fach erhöhtes Sterberisiko ermittelt, ist es einfach nicht.

Vertuschung und Korruption?
"Dann sind die dagesessen, was machen wir mit denen? ... weil diese Spinner
vom Robert Koch Institut haben sich die Studie von den Impfstoffherstellern
bezahlen lassen. ...und dann kam es auch zu einer zwei jährigen Verspätung
bis die Ergebnisse dann präsentiert wurden und da gab es dann scheinbar im
Hintergrund so viele Gespräche und so viele statistische Unterrichtseinheiten
von der Pharmaindustrie ... die haben die Daten umgewertet, Sachen
neudefiniert - einfach mit statistischer Hilfe weggebracht."
Es ist schlicht unmöglich, dass es eine 2-jährige Verspätung bei der
Veröffentlichung gab. Die Studie endete in 2008. Anfang März 2011 stand der
Finalbericht. Innerhalb von weniger als einem halben Jahr nach Ende der
Erhebung hätte kein Team der Welt eine statistische Aufbereitung dieser Daten
durchführen können. Vergleichbar ist eine Studie aus Italien mit einer
Erhebungszeit von 1999 bis 2004, welche ebenfalls in 2011 veröffentlicht
wurde und zu einem geringeren Risiko kommt, als die Studie aus Deutschland.
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21298113) Woher also Ehgartner diese
Einblicke zu haben meint, bleibt unklar. Deutlich wird aber Folgendes:
Ehgartner unterstellt allen teilnehmenden Wissenschaftlern also
wissenschaftlich unethisch die Daten zugunsten der Impfstoffhersteller
manipuliert zu haben. Eine starke Anschuldigung - und unbelegt.

Die für die Statistik zeichnenden Wissenschaftler sind:
* Jürgen Wellmann von der Universität Münster (http://campus.unimuenster.de/6011.html)
* Heather Whitacker von der Open University, Milton Keynes, Großbritannien.
(http://www.mathematics.open.ac.uk/People/heather.whitaker)
Für beide konnte ich keinerlei Belege für Kontakte zur Pharmaindustrie finden,
die diesen Vorwurf rechtfertigen.
Das RKI selbst beantwortet einen solche Vorwurf auf ihrer Webseite:
"Die europäische Arzneimittelagentur EMA hatte die Impfstoffhersteller
aufgefordert, eine Studie zur Klärung des fraglichen Zusammenhangs von
plötzlichen Todesfällen in zeitlichem Zusammenhang mit Impfungen
durchzuführen. Daher war es angemessen, dass die Kosten einer solchen
Studie von pharmazeutischen Firmen mitgetragen werden. Es wird auch als
Vorteil angesehen, dass die Studie von einem unabhängig arbeitenden
Bundesinstitut durchgeführt wurde. Es war vertraglich abgesichert, dass die
Firmen keinen Einfluss auf Planung, Gestaltung und Auswertung der Studie
nehmen können. Die Studiendurchführung und Studienauswertung wurde
zudem überwacht von einem wissenschaftlichen Beirat, der vom RKI berufen
wurde. Daher wurden von Firmeninteressen unbeeinflusste Ergebnisse erzielt."
Die Frage die sich einem stellen sollte, ist: Sind die italienischen
Wissenschaftler, welche nicht zu Berts Ehgartners Ergebnissen in Bezug auf die
Gefährlichkeit von 6fach-Impfstoffen kamen, auch alle gekauft?
Sudden unexpected deaths and vaccinations during the first two years of life in Italy: a case
series study.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21298113
Leitner
"Schaut man sich die TOKEN-Studie an, so fällt auf, dass die deutsche Version
dieser in Deutschland und über Deutschland angefertigten Studie sieben Seiten
kurz ist, während die englische Version 160 Seiten lang ist."
Hier wird suggeriert, dass etwas vertuscht werden sollte. Dabei wird
unterschlagen, dass es sich bei der deutschen Version um eine
Zusammenfassung des endgültigen Berichts handelt, indem der Fokus des
Zuschauers auf die Seitenanzahl gelenkt und das Wort "Zusammenfassung"
geschickt ins Off bugsiert wird. Die Zusammenfassung als auch die Vollversion
des Berichts sind hier einsehbar. Es wird nichts vertuscht oder unterschlagen:
http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Weitere_Studien/TOKEN_
Studie/token_node.html
Daraufhin erscheint Rolf Kron als Interviewpartner. Kron selbst ist praktischer
Arzt. Kein Facharzt. Noch dazu ein Arzt, der nicht impft - also kaum bis keine
Erfahrung mit Impfungen selbst hat.

„...viele hundert Todesfälle...“
Kron
"Wenn wir die englische, ausführlichere Version lesen, dann lesen wir durchaus
von vielen Hundert Todesfällen, die nach Impfstoffen aufgetreten sind. Wenn
wir aber im Paul Ehrlich Institut in die Datenbank für Nebenwirkungen
hineingehen, sind wenige Todesfälle - Verdachtsfälle – aufgelistet."
Das ist korrekt. In der Tat finden sich von den SIDS-Fällen nur knapp 70 in der
UAW-Datenbank. Allerdings ist die UAW Datenbank nicht der richtige
Anlaufpunkt, um potentielle Verdachtsfälle herauszufinden - dafür ist die
Gesundheitsberichtserstattung des Bundes zuständig, dort werden ca. 800
SIDS Fälle für eine 3-Jahres-Zeitspanne aufgelistet. 676 Todesfälle konnten
ermittelt werden, 254 davon stimmten der Teilnahme an der Studie zu (Tabelle
5).99 erhielten keine 6fach-Impfung, für 3 liegt diese Information nicht vor.
Insgesamt wurden also von diesen 254 Kindern 152 irgendwann vor ihrem
Ableben mit 6fach Impfstoffen geimpft (Tabelle 12). 11 Kinder verstarben bis
zu 3 Tagen nach der Impfung, 2 weitere dann bis zu einer Woche nach
Impfung und 14 weitere im Zeitraum von einer bis zwei Wochen. 102 Kinder
starben im Zeitraum bis zu 183 Tagen nach Impfung und weitere 26 noch
später. 27 Kinder verstarben also im Zeitraum bis zu 14 Tagen nach einer 6fach
Impfung. Das sind mehr als die Hälfte weniger als in der Verdachtsdatenbank
des PEI aufgeführt. 152 verstarben nach einer 6fach Impfung, also doppelt so
viel wie in der PEI Datenbank aufgeführt. Dennoch untersucht das RKI auch
diese Fälle und hätte sicherlich auch gern die anderen Todesfälle mituntersucht
- doch diese haben es vorgezogen, nicht an der Untersuchung teilzunehmen.
Kron
"Wenn jetzt zum Beispiel zwischen dem 4 und dem 7 Tag nicht deutlich eine
Signifikanz besteht, dass die Todesfälle dann mehr sind, dann steht das so in
den Ärzteblättern: Mehrfachimpfungen sind in den Tagen 4 bis 7 nicht
dramatisch. Aber wenn wir aber die Tage von 0 bis 4 und 7 bis 14 dann dazu
zählen, also sagen wir schauen nach den Impfungen 3 Wochen, wie häufig ist
denn da die Sterberate - dann sehen wir plötzlich eine immense Steigerung
der Sterberaten und das ist in der deutschen Fassung eben nicht so
beschrieben. In der deutschen Fassung wird nur beschrieben, Impfungen sind
sicher. Die Mehrfachimpfungen haben kein signifikantes Risiko, die
Kindersterblichkeit nach oben zu treiben.“
Rolf Kron gibt zwar vor, die Studie im Volltext gelesen zu haben, gibt aber nicht
einmal die Risiko-Intervalle korrekt an. Er vergisst auch zu erwähnen, dass die
Rohdaten anhand verschiedener Modelle überprüft wurden und im Endeffekt
ließ sich erkennen, dass das ermittelte Sterberisiko nach 6fach Impfungen
nicht abhängig von der Impfung ist, sondern von anderen Umständen wie
Bauchlage und Rauchverhalten.
*Risiko I 0 - 72h nach Impfung 2,78/2,37 (Bauchlage/Raucher) 1,58/0,94
(Nicht-Bauchlage/-Raucher)
*Risiko II 4 - 7 Tage nach Impfung 0,99/0,91 (Bauchlage/Raucher) 0,69/0,48

(Nicht-Bauchlage/-Raucher)
*Risiko III 7 bis 14 Tage nach Impfung
Man sieht anhand der Daten im Finalbericht mitnichten die von Kron
beschworene immense Steigerung der Sterberaten nach einer 6fach Impfung!

Fazit
Im Film wird unterstellt, dass die Geschehnisse rund um Hexavac und der
TOKEN-Studie geprägt sind von Lügen und Mauscheleien. Belege dafür gibt es
jedoch nicht, wenn man einmal über den Tellerrand schaut und selbst
nachvollzieht, ob das, was Impfgegner zu diesem Thema zu sagen haben,
wirklich so stimmt. Wie oben gezeigt finden die Mauscheleien hier eher auf
Seiten der Impfgegner selbst statt.

21:05 Schütteltrauma und der Fall David
Leitner führt das nächste Thema "Schütteltrauma" ein:
Leitner:
„Manche Fälle, wo Eltern vorgeworfen wird ihr Kind geschüttelt und so
Hirnverletzungen ausgelöst zu haben, sieht man in einem etwas anderen Licht,
wenn man sich mit den Aluminiumverbindungen in Impfstoffen befaßt.“
(Neue Presse: Osnabrück 21.09.2012 "Sohn zu Tode geschüttelt - Landgericht
verkündet Urteil" )
Im Film wird ein Zeitungsartikel gezeigt, in dem es um das Urteil gegen einen
35-jährigen Vater geht, der sein 4 Monate altes Baby zu Tode geschüttelt hat.
Der Zuschauer wird dabei dazu gebracht, einen verurteilten Straftäter in einem
anderen Licht zu sehen. Das Kind aus dem Pressebericht wurde nach Ansicht
des Gerichts vorsätzlich vom Vater getötet. Hier soll der Zuschauer mit einem
Täter sympathisieren und dabei das Todesopfer den Impfungen und nicht der
Handlung des Elternteils zuzuschreiben.
http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de/portal/live.php?
navigation_id=22465&article_id=113257&_psmand=157
Während Leitner fortfährt, wird ein schreiendes Baby eingespielt:
"Denn die Symptome, die beim Schütteln eines Säuglings auftreten, können
leicht mit den Folgen der Entzündungen verwechselt werden, die durch
Impfungen verursacht werden können."
So bemerkt der Zuschauer gar nicht, dass die von Leitner heraufbeschworene
leichte Verwechslung fragwürdig ist. Ist es denn überhaupt leicht, ein
Schütteltrauma mit einer Impfentzündung zu verwechseln?
Nein, das ist nicht der Fall. Für die Diagnose eines Schütteltraumas gibt es
festgelegte Kriterien
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/071003_S2_Kindesmisshandlung_und_Vernachlaessigung_09-2008_12-2012.pdf
* subdurales Hämatom
* diffuses axonales Trauma
* Scherverletzungen
* Parenchymblutungen
* Kontusionen
* Kopfhämatome
und das Vorliegen mindestens eines der folgenden:
* Zumeist ausgeprägte, oft mehrschichtige retinale Blutungen, +/Glaskörperblutungen, Retinoschisis
* Kein oder minimales äußeres Trauma (fakultativ diskrete Skalphämatome,
Griffmarken der O-Arme)
* weitere

Das andere ist die Fantasie der Impfgegner.
Hartmann:
"Das Aluminium wird im Prinzip auch in dendritische Zellen und in
Makrophagen aufgenommen und wird dann auch wie, ja, durch'n trojanisches
Pferd wohl durch diese Zellen, durch die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn
geschleust. Man hat durch die Aluminiumwirkung, ja, eben den starken
Verdacht, dass körpereigenes Gewebe als fremd erkannt werden kann, ähh,
Autoimmunreaktionauslösung (Schnitt "und")
...dass das dort sich auch ablagern kann. Was Aluminium dann im Gehirn
genau macht ist unklar. Aber man findet - im Prinzip auch nach einigen
Impfungen - ja immer wieder Entzündungsherde im Gehirn, ähnlich wie bei
einer multiplen Sklerose. Da gibt es auch Tiermodelle für. Experimentelle
autoimmune Enzephalitis. Eine Hirnentzündung, die sie durch diese
Adjuvantien, praktisch durch Aluminiumverbindungen auslösen können bei
Versuchstieren."
Was der Zuschauer nicht erkennt, ist dass Hartmann eine Frage beantwortet,
wie das Immunsystem reagiere, wenn es abseits der normalen Immunreaktion
mit Adjuvantien konfrontiert wird. Dafür muss man sich ein 1-stündiges
Interview mit Hartmann ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=y2mrhbIIrLw
(46:45 mit doppelgefragtem Schnitt). Hartmann spricht also über eine
ungewöhnliche Immunreaktion, abseits der Normalität.
Hartmann erklärt den aktuellen und zukünftigen Forschungsstand u.a. anhand
von Tiermodellen. Durch geschickten Schnitt, wird dem Zuschauer suggeriert,
dass Hartmann einen grundsätzlichen Prozess beschreibt, der bei jeder
Impfung mit Adjuvantien auftritt.
In Versuchen wird tatsächlich eine Krankheit namens experimentelle
autoimmune Enzephalomyelitis (EAE) bei Versuchstieren ausgelöst. Dazu wird
aber nicht, wie in den obigen Sätzen aus dem Film angedeutet, ein beliebiges
Tier mit üblichen Inhaltsstoffen aus Impfungen konfrontiert. EAE wird bei
Tieren absichtlich ausgelöst, um Krankheiten wie Multiple Sklerose erforschen
zu können. Die Tiere sollen diese Krankheit bekommen. Um das zu erreichen,
werden im Allgemeinen genmanipulierte Versuchstiere verwendet, die einen
gewollten Defekt im Immunsystem haben und dadurch die "gewünschte"
Krankheit entwickeln, wenn sie dem richtigen Reiz ausgesetzt werden. Es
genügt nicht, die Tiere einfach den "gefährlichen" Stoffen auszusetzen. Damit
sie Autoimmunreaktionen entwickeln, brauchen sie autoreaktive T-Zellen. Diese
Zellen werden in einem gesunden Immunsystem aussortiert. Bei den für EAE
anfälligen Versuchstieren sind diese Zellen dagegen erwünscht. Man kann im
Rahmen dieser Versuche durchaus EAE bei dafür anfälligen (genmanipulierten)
Versuchstieren mit Aluminiumverbindungen auslösen. Allerdings wird dafür
eher eine Emulsion aus Proteinen oder Peptiden mit einem starken Adjuvans
(Freund's Adjuvans) verwendet, nicht die schwächeren
Aluminiumverbindungen.
Experimental Autoimmune Encephalomyelitis as a Testing Paradigm for Adjuvants and
Vaccines:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3017664/

Der Zuschauer ist nun also geprägt. Durch die verschleierte Darstellung der
Aussagen Hartmanns ist ihm nicht klar, dass die Entzündungsreaktionen nach
einigen Impfungen einen absoluten Ausnahmefall darstellen - und auch nicht
mit einem Schütteltrauma verwechselt werden können.
Der nunmehr im Film vorgestellte Junge kam im Alter von 4 Monaten in die
Familie Kammer zur Pflege, da dessen leibliche Eltern der Kindesmisshandlung
verdächtigt wurden. Die Pflegemutter und Leiterin eines impfkritischen
Elternstammtisches sah das hingegen anders und hatte sofort die Impfung in
Verdacht:
Marion Kammer
„Die Impfung [Anmerkung: Infanrix-Hexa und Pneumokokken] erfolgte am
elften Juli und da begann bereits das Brechen von dem Jungen. Und am
nächsten Tag ging die Mutter mit dem Jungen ins Krankenhaus. Dort wurde er
dann untersucht, auch am Schädel mit 'ner Ultraschalluntersuchung und da
wurden keine Symptome gefunden. Er wurde über's Wochenende zur
Beobachtung dabehalten und erst am Montag kamen diese Hinweise auf eine
Hirnschwellung so langsam und da erst hat man dann sofort in Richtung
Schütteltrauma diagnostiziert, obwohl die Mutter mit dem Kind zwei Tage im
Krankenhaus war, wo keinerlei solche Symptome nachweisbar waren.“
Was fällt auf? Eine Mutter geht mit Erbrechen ins Krankenhaus und ein
Schädelultraschall wird durchgeführt! Laut Aussage der Pflegemutter war der
Ultraschall ohne Befund. Ein Ultraschall ist aber auch nicht geeignet, ein
Schütteltrauma abzusichern - dazu muss ein MRT durchgeführt werden. In den
Leitlinien für Ärzte zum Umgang mit möglicher Kindesmisshandlung findet man
übrigens zur Ultraschalluntersuchung des Schädels:
"Schädelsonografie (Standardebenen + transkraniell durch Parietalschuppe):
stark untersucherabhängig, insgesamt unsicherer, nicht zulässig als alleinige
Diagnostik bzw. Ausschlussdiagnostik"
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/071003_S2_Kindesmisshandlung_und_Vernachlaessigung_09-2008_12-2012.pdf
Diese Untersuchung reicht nicht aus, um ein Schütteltrauma auszuschließen.
Leitner
"Dabei konnte David, denn wir im Film nicht nah und frontal zeigen sollen, gar
kein Schütteltrauma haben. Bei einem Schütteltrauma kommt es unmittelbar
zu neurologischen Symptomen. Entzündet sich das Gehirn aber infolge des
Impfaluminiums, dann kommen die Symptome erst nach einigen Tagen."
Was Leitner vergisst, ist, dass das Kind bereits am Impftag symptomatisch
war, es hatte Erbrechen. In der ärztlichen Leitlinie über Schütteltraumen steht,
dass Erbrechen ein Hinweis auf eine Schädigung des Nervensystems ist.
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/024-018l_S2k_Schaedel-HirnTrauma_im_Kindesalter-2011-03.pdf

Wenn im Krankenhaus sogar sofort ein Ultraschall des Schädels gemacht
wurde, deutet das noch viel deutlicher auf einen ärztlichen Verdacht hin, dass
das Erbrechen symptomatisch für eine andere Erkrankung oder eben
Mishandlung stehen könnte. Eine akute Hirn- und Nervenentzündung (akute
disseminierte Enzephalomyelitis, ADEM) nach Impfungen zeichnet sich aber
auch nicht durch auf Auftreten der Symptome innerhalb von 3 Tagen nach
einer Impfung aus - wie hier unterstellt, sondern in Wochen und Monaten.
http://home.smh.com/sections/servicesprocedures/medlib/Pandemic/Pan_Geriatrics/PanGer_73_Huynh_050309.pdf
Leitner führt nunmehr aus, wie normalerweise mit solchen Fällen verfahren
wird und das Davids leibliche Eltern nur deshalb nicht wegen
Kindesmisshandlung im Gefängnis, weil die engagierte Impfgegnerin Kammer
ein privates Gutachten anforderte. Ein Ausschnitt wird daraus gezeigt, aber auf
einer Impfgegnerseite findet man noch einen etwas längeren Ausschnitt:
http://impfen-nein-danke.jimdo.com/impfopfer/fall-david/
Interessant aus dem längeren Ausschnitt ist dieser Teil:
"Im Gegensatz dazu handelt es sich beim SBS um eine primär diffuse
Hirnschädigung, die immer eine sofortige neurologische Symptomatik nach sich
zieht. Auch wenn diese in ihrer Ausprägung variabel ist, ist ein geschüttelter
Säugling niemals primär völlig unauffällig.
Da es sich - vielleicht mit Ausnahme des Hirnödems - jedoch nicht um einen
„Alles-oder-nichts-Mechanismus handelt, ist von einem Kontinuum von
„leichter“ bis zu tödlicher Nervenzellschädigung mit entsprechend variabler,
jedoch nie völlig fehlender klinisch-neurologischer Symptomatik auszugehen.
Mit Sicherheit kann festgestellt werden, dass die Kinder, die schwere
neurologische Störungen haben und später Folgeschäden aufweisen, direkt
nach dem Schüttelereignis auch für Laien erkennbar, nicht mehr unauffällig
sind."
Dort steht nicht, dass bei jedem Schütteltrauma auch für Laien erkennbare
Probleme auftreten. Dort steht, dass schwere neurologische Störungen mit
Folgeschäden für Laien erkennbar sind.
Während Leitner also ausführt: "Das Gutachten überzeugte das Jugendamt von
der Unschuld der Eltern", verschleiert er, dass das Jugendamt Eltern nicht ins
Gefängnis bringen kann.

Was fällt auf: Der Film arbeitet wieder mit ANGST - mit der Angst,
durch Impfungen gleich doppelt bis dreifach geschädigt zu werden,
nämlich durch:
- eine gesundheitliche Schädigung des Kindes
- unberechtigtem Entzug des Sorgerechts wegen Kindesmisshandlung
- unberechtigter Gefängnisstrafe

Untermalt wird das Ganze von Marion Kammers bereitwilliger Bezeugung:
Kammer
"Ich kann mir vorstellen, dass sich hinter einigen Fällen des Schütteltraumas
unter Umständen wirklich Impffolgen verstecken und die Eltern das Kind
weggenommen bekommen oder gar das Kind verlieren und der Vater meist mit
einer Gefängnisstrafe bedroht ist."
Sie kann knapp eine weitere Impfung verhindern. Im Film wird nicht erwähnt,
ob der Junge Folgeschäden hat. Wir Zuschauer müssen also davon ausgehen,
dass diese nicht vorhanden sind, vielleicht hatte der Junge also tatsächlich
diesen im Gutachten möglichen "leichteren" Verlauf.
Was wäre noch von Interesse für kritische Zuschauer: die
Einverständniserklärung der Eltern, wieso kommen sie nicht vor die Kamera.
Warum lebt das Kind offenbar nicht bei ihnen, wenn doch der
Misshandlungsverdacht nun ausgeräumt ist?
Diese Sequenz ist in ihrer Gesamtheit so manipulativ, weil hier Täter zu Opfern
stilisiert werden und das eigentlich Opfer einer Misshandlung nur zum Statisten
degradiert wird, der nicht einmal aus der Nähe gefilmt werden darf.

25:00 Einleitung zu den folgenden
Diagrammen mit Köhnlein
Im Film folgt nun eine sehr manipulative Überleitung zum nächsten Thema.
Leitner:
"Während Kinder wie David um ihre Gesundheit kämpfen müssen, kämpfen
Pharmakonzerne wie jedes gewinnorientierte Unternehmen um Umsätze und
Gewinne."
Der Kampf von Kindern wie David um ihre Gesundheit wird mit dem Kampf von
Pharmakonzernen um Umsatzzahlen verglichen. Hier wird wieder ein Mensch
mit Gesicht und eigener Geschichte den grauen, unpersönlichen Konzernen
gegenübergestellt. Auch das Thema "David gegen Goliath" spielt mit hinein.
Dieser kleine Satz im Film bringt keine zusätzlichen Informationen, nichts, was
man für sich selbst "mitnehmen" kann und leitet nicht einmal das folgende
Thema passend ein, denn in den nächsten Minuten geht es überhaupt nicht um
Pharmafirmen, sondern um Statistiken über den Rückgang von Krankheiten.
Dieser Satz dient also einzig der Manipulation des Zuschauers, es soll wieder
einmal Angst geschürt werden vor den unpersönlichen Pharmakonzernen.
Leitner:
"Und Ärzte? Die lesen in jedem Lehrbuch, dass Impfungen die großen Seuchen
und Kinderkrankheiten ausgerottet haben."
Eingeblendet wird dazu ein Ausschnitt eines Videos vom RKI, in dem Prof. Dr.
Burger den Rückgang von Krankheitsfällen nach Impfungen beschreibt. Im Film
wird nur ein Satz daraus zitiert: "Wenn man also verfolgt, die Häufigkeit von
Erkrankungen nach Einführung von Impfungen, sieht man praktisch bei allen
impfpräventablen Erkrankungen einen deutlichen Abfall..."
Hier ist das vollständige Video:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Video/Video-Tab.html?cms_gtp=2391166_list
%253D2
An dieser Stelle wird Claus Köhnlein als "Vater vier gesunder Kinder"
vorgestellt - ganz subtil agiert Leitner bei seinen impfkritischen Protagonisten
gerne auf der persönlichen Ebene. Köhnlein findet, dass man bezüglich der
Aussagen von Prof. Burger geteilter Meinung sein dürfe.
Leitner bezeichnet Herrn Dr. Köhnlein als "ganz normalen Schulmediziner" in
Abgrenzung zu Naturheilkundlern. Doch das stimmt eben nicht. Köhnlein ist
AIDS-Leugner und Impfgegner.
(https://www.psiram.com/ge/index.php/Claus_Köhnlein) Seine mittlerweile
erwachsenen Kinder wurden nicht geimpft. Zusammen mit der Frankfurter
Impfgegnerin Juliane Sacher
(https://www.psiram.com/ge/index.php/Juliane_Sacher) und Torsten
Engelbrecht ist Köhnlein Autor eines Buches über alternative Krebstherapien.
Er hat eine langjährige "Impfgegnerkarriere" hinter sich und Verbindungen zum

Neuen Impulse Treff, einer Aktion u.a. von Hans Tolzin und dem Scientologen
Michael Hinz, deren Aktivitäten vom Verfassungsschutz beobachtet wurden.
Hans Tolzin als auch Michael Hinz sind Herausgeber impfkritischer Schriften,
jeweils in eigenen Verlagen. Der Neue Impulse Treff gilt als Schnittstelle
zwischen Rechtsextremismus und Scientology. So verwundert es auch nicht,
dass der Hinz-Verlag (https://www.facebook.com/S.Hinz.Verlag/posts/353566721376544)
für ein YouTube-Video wirbt, in dem Claus Köhnlein von Michael Vogt
(https://www.psiram.com/ge/index.php/Michael_Vogt) interviewt wird. Damit stellt
sich Köhnlein gegen etablierte Erkenntnisse der Wissenschaft (wie er auch
selbst in einem Interview des Senders NDR zugibt). Die Beschreibung "ganz
normaler Schulmediziner" ist hier also falsch gewählt, nur um den Zuschauer
davon zu überzeugen, auch normale Ärzte seien Impfgegner.
https://www.psiram.com/ge/index.php/HIV/AIDS-Leugnung
https://www.psiram.com/ge/index.php/Unkonventionelle_Krebstherapien
Köhnlein:
"Da ja die Infektionskrankheiten deutlich vor den eingeführten
Massenimpfungen zurückgegangen sind. Insofern stellt dieser Verlauf des
Rückgangs der Infektionskrankheiten das Impfparadigma generell in Frage."
Er bezieht sich mit dieser Aussage auf einige Diagramme, die immer wieder
von Impfgegnern zitiert werden und auch im Film bald zu sehen sind. Dabei
begeht er seinen ersten Denkfehler, den Rückgang von Erkrankungs- und
Todesfällen alleine auf Fortschritte in Medizin und Hygiene zurückzuführen und
den Faktor "Impfungen" komplett auszublenden. Wahrscheinlich werden
deshalb auch immer wieder die schon erwähnten Diagramme gezeigt, und
keine Daten zu Impfungen aus jüngerer Zeit, wie z.B.:
-der Windpockenimpfung: Über 90% weniger Erkrankungsfälle im Vergleich zu
Zeiten vor der Impfung
http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2014/06/03/peds.2013-4251.full.pdf
-der Hib-Impfung: Über 99% weniger Erkrankungsfälle im Vergleich zu Zeiten
vor der Impfung
http://www.cdc.gov/vaccines/pubs/pinkbook/downloads/hib.pdf
-der Rotaviren-Impfung: Deutliche Reduzierung der Krankenhauseinweisungen
aufgrund von Erkrankungen durch Rotaviren im Vergleich zu den Jahren vor
der Impfung (zwischen 60% und 94% weniger Einweisungen je nach
betrachtetem Jahr).
http://pediatrics.aappublications.org/content/134/1/15.full
Köhnlein:
"Ich bin vom Impfparadigma mittlerweile nicht mehr überzeugt. Ich habe
selbst gesehen, anhand meiner Kinder, wie gut es den Kindern geht, wenn sie
nicht geimpft sind, wie wenig banale Infekte sie davon tragen. Deswegen kann

ich guten Gewissens die Impfung nicht empfehlen. ... Als Arzt können Sie
letztlich nicht beurteilen, ob die Impfung funktioniert oder nicht funktioniert."
Hier begeht Köhnlein einen weiteren Denkfehler. Die Impfungen (bzw. ihre
Abwesenheit) sind "schuld" an der guten Gesundheit, mögliche andere
Faktoren werden nicht erwähnt. Von Einzelfällen auf das große Ganze schließen
zu wollen, zeugt auch nicht von kritischem Denken. Köhnlein spricht auch
ausschließlich von banalen Infekten - der Zuschauer wir im Unklaren darüber
gelassen, ob und welche Infektionskrankheiten seine ungeimpften Kinder ereilt
haben oder ob sie ihr ungeimpftes Leben lang von der Herdenimmunität
profitierten. Köhnlein spricht von Patienten, die so "strukturiert sind, dass sie
mit einer Impfung angstfrei sind". Er deutet damit subtil an, dass er zwei Arten
von Patienten kennt. Die, die von selbst frei und unabhängig, also stark sind
und die, die die Impfung als "Anker" brauchen, um frei von Angst sein zu
können, also schwach wirken. Und wer möchte schon zu der schwächeren
Gruppe gehören?
Er gibt zu, nicht erkennen zu können, ob eine Impfung wirke. Er beobachtet
nach Grippeimpfungen "grippeartige Erkrankungen" und kann deshalb als Arzt
nicht beurteilen, ob die Impfung funktioniert. Wieder macht er hier die
Impfung verantwortlich ohne andere Faktoren zu berücksichtigen, wie z.B. den
Besuch bei dem Arzt zum Zweck der Impfung selbst. Als Arzt müsste er
wissen, dass grippeartige Symptome bei sehr vielen anderen Krankheiten auch
auftreten. Wer sich nun in einem Wartezimmer aufhält, in dem vielleicht
Patienten mit anderen ansteckenden, grippeähnlichen Erkrankungen sitzen,
kann natürlich trotz der Grippeimpfung auch diese Symptome bekommen. Mit
der Grippe hat das aber nichts zu tun.
Es ist ein trauriges Zeugnis für einen praktizierenden Arzt, wenn er laut eigener
Aussage nicht einzuschätzen vermag, wann eine Influenza und wann ein
grippaler Infekt vorliegt.
An dieser Stelle führt Leitner das Buch von Gerhard Buchwald
(https://www.psiram.com/ge/index.php/Gerhard_Buchwald) ein: "Impfen - das
Geschäft mit der Angst". In der Folge werden Grafiken aus diesem Buch
vorgestellt, welche Köhnleins Ansichten bestätigen sollen. Köhnlein erklärt,
Buchwald sei zum statistischen Bundesamt gegangen und habe sich die
Seuchen herausgesucht und "schöne Kurven" gemalt und den Impfzeitpunkt
darüber gesetzt und anhand dieser Grafiken sähe man also eindeutig, dass die
Krankheitslast schon deutlich vor Einführung der Impfung abgeflacht war.
"Und das lässt natürlich den Schluss zu, dass die Impfungen in Wirklichkeit mit
dem Rückgang der Infektionskrankheiten nichts zu tun haben."
Zum Schluss seines Abschnittes greift Köhnlein noch einmal seinen ersten
Denkfehler auf und führt ihn näher aus. Es ist tatsächlich so, wie von mir am
Anfang beschrieben. Er bezieht sich auf Diagramme aus diesem bekannten
Impfgegnerbuch, in dem nur Impfungen berücksichtigt wurden, die es schon
seit Jahrzehnten gibt. In diesen Jahrzehnten gab es andere Fortschritte, die
auch – Hand in Hand mit Impfungen - zum Rückgang von Krankheiten und

Todesfällen führten. Die neueren Impfungen, bei denen man Rückgänge der
Erkrankungen nicht mehr so einfach erklären kann, wenn man andere
Ursachen als die Impfungen sucht, werden nicht berücksichtigt. Außerdem sagt
er selbst noch deutlich, dass bei seinen Ausführungen ein möglicher Einfluss
auch von Impfungen komplett ignoriert wird.
Man gewinnt schon in diesem sehr kurzen Abschnitt den Eindruck, dass hier
jemand sein eigenes Weltbild stützen möchte und sich dementsprechend nur
herauspickt, was dazu passt. Bei möglichen schlechten Folgen (Krankheiten
nach Impfungen, allgemein Krankheitsanfälligkeit) sind die Impfungen schuld,
ohne dass differenziert wird und weitere mögliche Einflussfaktoren benannt
werden. Bei dem Guten, das durch Impfungen erreicht werden konnte
(Rückgang von Krankheiten) werden dagegen plötzlich mögliche andere
Einflussfaktoren völlig überhöht dargestellt und die Wirkung von Impfungen
komplett negiert.
Das ist undifferenzierter persönlicher Glaube, keine kritische
Auseinandersetzung.
Nun beginnt Leitners Zeitreise.

28:00 Diphtherie (Diagramm)
Leitner greift wieder das Motiv seines Vorspanns auf. Der Hintergrund ist
schwarz, die düsteren Klänge spielen im Hintergrund und weiße Jahreszahlen
werden rückwärts hinuntergezählt. Im Gegensatz zum Vorspann aber werden
in diesem Teil die Botschaften, die die Emotionen des Zuschauers beeinflussen
sollen, nicht schriftlich gezeigt, sondern gesprochen.
Leitner:
"Versuchen wir es trotzdem und reisen wir zurück in eine Zeit als Typhus,
Diphtherie, Tuberkulose, Keuchhusten und Co. noch eine echte Gefahr
darstellten. Das ist mittlerweile 70 Jahre her und die Lebensumstände waren
damals ganz andere als heute. Weite Teile Europas lagen in Trümmern, wie
hier in Deutschland anno 1945. Nach Jahren in Luftschutzbunkern nun überall
Überlebenskampf, Notunterkünfte, Mangelernährung, schlechtes Trinkwasser
und keine Hygiene. Infektionskrankheiten waren damals um ein Vielfaches
höher als vor Kriegsbeginn. Doch waren es wirklich die Impfungen, die hier die
Seuchen wieder zurückgehen ließen?"
Leitner zählt Krankheiten auf und spricht von Zeiten, in denen diese noch eine
"echte Gefahr" darstellten. Vor 70 Jahren, als die Lebensumstände noch ganz
anders waren. Er beschreibt ausführlich die Lebensumstände zu Zeiten des 2.
Weltkriegs und untermalt seine Beschreibungen mit Videoausschnitten von
zerbombten Häusern. Als Zuschauer erhält man bei dieser drastischen
Beschreibung in Wort und Bild von den damaligen Zeiten sofort den Eindruck,
dass die Beseitigung dieser Zustände verantwortlich ist für den Rückgang von
Erkrankungen, und dass Impfungen niemals einen ähnlich großen Einfluss
haben könnten. Jedoch werden wir gleich sehen, dass auch in den 60er, 70er
und 80er Jahren Krankheiten zurückgingen, ganz unabhängig von
Kriegszuständen.
Gezeigt wird dann diese Grafik aus Buchwalds Buch "Impfen, das Geschäft mit
der Angst", Erkrankungszahlen Diphtherie 1920 - 1990.
http://www.spiegelblog.net/wordpress/wp-content/uploads/2009/03/diphtherie21.jpg
Leitner macht es sich sehr einfach und spricht von der Einführung der
"Massenimpfungen" um 1925 herum. Weiter redet er von dem Rückgang der
Erkrankungszahlen durch das Ende des Krieges und versäumt auch nicht, noch
einmal auf die grauenhaften Lebensumstände zu den Kriegszeiten hinzuweisen.
Schnell wird dann umgeschaltet auf das nächste Diagramm, als Zuschauer hat
man kaum Zeit, das Diagramm über die Diphtherie-Erkrankungen auf sich
wirken zu lassen und über die (wenigen) zusätzlich geäußerten Informationen
nachzudenken. Denn wenn der Film noch länger bei diesem Thema verweilen
würde, könnte der Zuschauer selbst auf den Gedanken kommen, dass die
Schilderung der grausamen Zustände nicht zu der Andeutung passt, dass zu

diesen Zeiten ein umfassender Impfschutz der Bevölkerung begann und
bestand ("Massenimpfungen ab 1925"). Mangel und Entbehrung in allen
Bereichen des täglichen Lebens prägte den Alltag der Menschen zu diesen
Zeiten, wie Leitner selbst in Wort und Bild gezeigt hat. Dieser Mangel betraf
auch die medizinische Versorgung und damit natürlich den Bereich der
Schutzimpfungen.
Ab 1925 wurde im deutschen Kaiserreich damit begonnen, gegen Diphtherie zu
impfen (Toxin-Antitoxin-Gemisch und Toxoidimpfstoff). Diese Impfung wurde
jedoch noch längst nicht flächendeckend verabreicht, von "Massenimpfungen"
zu diesem Zeitpunkt zu sprechen ist komplett falsch. Erste größere
Impfaktionen gab es in den Jahren 1928 und 1929. Auch diese Aktionen
betrafen aber nur einzelne Orte und Regionen und nicht die komplette
Bevölkerung. Selbst dort, wo diese Aktionen stattfanden, wurde dadurch nicht
die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung erreicht. So wurden in Berlin z.B.
1928 rund ein Sechstel aller Kinder durch diese Impfaktionen erreicht. Der
Ausdruck "größere Impfaktionen" bedeutet also nicht mehr, als dass diese die
ersten Aktionen waren, bei denen größere Teile der dort lebenden Bevölkerung
erreicht werden konnten (und nicht Einzelpersonen oder Familien). Es bedeutet
nicht, dass deshalb die Mehrheit der Bevölkerung die Impfung erhalten hat.
1936 dann wurde im Deutschen Reich der Diphtherie-Adsorbatimpfstoff
zugelassen, nicht 1925, wie fälschlicherweise in Leitners Grafik gezeigt. In
Teilen des Deutschen Reiches, vor allem im Nordwesten, wurden danach
Reihenimpfungen durchgeführt. Es wurde immer noch nicht die überwiegende
Mehrheit der Bevölkerung erreicht. Die Impfbereitschaft der Ärzte und der
Bevölkerung wuchs erst ab 1941 - auf dem Höhepunkt der Epidemie -,
nachdem die Kostenübernahme der Impfungen geklärt wurde und zusätzliche
Empfehlungen ausgesprochen wurden. In der Literatur wird dieser Zeitpunkt
als "Wendepunkt von der improvisierten zur planmäßigen Impfpolitik"
bezeichnet.
Die Epidemie konnte kriegsbedingt zwar nicht zurückgedrängt werden, aber die
Inzidenz stagnierte und konnte mit dem Ende des Krieges und des
weitreichenden Bewusstseins und der hohen Akzeptanz in der Bevölkerung
dann auch endlich zurückgedrängt werden. Ein Rückgang der Sterblichkeit vor
Einführung der Schutzimpfung ist auf das 1895 von Behring entwickelte Serum
und die Verwendung von Antibiotika (ab 1929) zurückzuführen. Die von Leitner
verwendete Grafik ist manipulativ, da sie im epidemischen Tal ansetzt und die
Erkrankungsgipfel 1893 und 1913 nicht berücksichtigt und so die
Krankheitslast deutlich verzerrt.
Korrekt ist natürlich, dass die Hygienemaßnahmen nach dem Krieg ihre
Wirkung nicht verfehlten. Auch wenn die heutigen Fallzahlen einstellig sind, so
sind das auch die Sterbefälle - und die halten sich die Waage. Ein Serum steht
in Deutschland nicht mehr zur Verfügung.
Die Fachliteratur kommt zu dem Schluss, dass nicht die Diphtherie-Impfung
alleine zu dem Rückgang der Krankheit beitrug. Jedoch war sie neben

mehreren anderen Faktoren beteiligt und übte positiven Einfluss aus, zu sehen
daran, dass in der DDR der schon begonnene Rückgang der Krankheit durch
die Pflichtimpfung noch einmal sichtbar beschleunigt wurde.
Hauptquelle: http://www.diss.fuberlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000014046/Diss_S.Klein.
pdf
(Diphtheriezahlen und weitere Informationen:
https://www.cesifo-group.de/portal/pls/portal/docs/1/1190050.PDF
http://jid.oxfordjournals.org/content/181/Supplement_1/S2.full
http://www.csicop.org/si/show/lost_lessons_of_the_strangling_angel/)

29:40 Pertussis (Diagramm)
Leitner:
"Nicht anders der Keuchhusten. Mit der Zahl seiner Todesopfer geht es in der
Nachkriegszeit schnell bergab. Die Einführung zweier, verschiedener Impfstoffe
haben darauf keinen, vom statistischen Bundesamt erfassten Einfluss gehabt.
Und warum die öffentliche Impfempfehlung 1974 erst aufgehoben und dann
wieder eingeführt wurde, ist aus medizinischer Sicht äußert fragwürdig."
Eingeblendet wird dabei die Todesfallstatistik für Keuchhusten in Deutschland
für die Jahre 1946 bis 1990.
http://www.balance-online.de/images/dpt3b.gif
Diese Grafik ist wieder genauso falsch und manipulativ, wie die vorherige. Es
fehlt die Einführung des Pertussis-Impfstoffes, welcher um 1920 herum
entwickelt und in beschränktem Maße verimpft wurde. [Dt Ärztebl 1996; 93:
A-3270–3276] Sei's drum - die Grafik fängt ja erst nach dem Kriegsende an.
Und so bezieht sich Leitner natürlich auch nur auf die 2 verschiedenen
Impfstoffe, die durch das statistische Bundesamt der BRD keinen erfassbaren
Einfluss hatten. Ein billiger Trick, der aber nicht gleich ins Auge fällt. Zu schnell
geht Leitner bald zur nächsten Grafik über.
Wieder stimmt auch etwas bei den Angaben in seiner Grafik zu der Einführung
der Impfungen nicht. In der BRD wurde 1951 (nicht ca. 1953, wie man aus der
Zeichnung schließen kann) ein Ganzkeimimpfstoff zugelassen, der als eine
Komponente im Diphtherie-Pertussis-Tetanus-Impfstoff (DPT) Verwendung
fand. Dieser Impfstoff zeigte eine gute Schutzwirkung von 80%-90%, wenn
mindestens drei Dosen verabreicht wurden, allerdings wurde diese Impfung
nicht gut angenommen und keine hohen Impfquoten erreicht. Zwischen 1958
bis 1960 waren die Impfquoten sogar rückläufig, dieser Trend passt zu der
Stufe in Leitners Diagramm in diesem Zeitraum.
In der DDR kam 1960 ein Einzelimpfstoff auf den Markt (passt wieder zu keiner
der Angaben über Impfeinführungen in Leitners Diagramm). 1964 wurde die
Keuchhustenimpfung zur Pflicht erklärt.
Wenn man sich selbst abseits des Films mit der Keuchhustenimpfung,
Krankheits- und Todesfällen und deren Erfassung beschäftigt, fällt schnell auf,
wie falsch Leitners Grafik in dieser sehr vereinfachten Form (Todesfälle
zwischen 1946 und 1990) ist. Beim Thema Keuchhusten und der
dazugehörigen Impfung gibt es einige Probleme, die in dieser Grafik nicht
sichtbar werden.
In Leitners Grafik werden zwei Länder zusammengefasst, die BRD und die
DDR, die sehr unterschiedliche Herangehensweisen (in Bezug auf Beobachtung
der Krankheitsfälle und auf Einführung und Akzeptanz der Impfung) an dieses
Thema hatten. Es ist kein direkter Vergleich zwischen der BRD und der DDR zu
einem festgelegten Zeitraum möglich, da niemals gleichzeitig in beiden
Ländern die Krankheitsfälle erfasst wurden!

In der BRD wurde die Inzidenz - die Betrachtung der Krankheitsfälle - nur bis
1961 beobachtet. Dort lässt sich seit 1948, also kurz vor der Einführung der
Keuchhustenimpfung, insgesamt ein Rückgang beobachten. Es ist schwierig zu
bewerten, wieviel Einfluss die Impfung dabei hatte, da Daten zu den
Krankheitsfällen leider nur genau für den Zeitraum vorliegen, in dem die
Impfung kaum akzeptiert und verbreitet war.
In der DDR wurden die Krankheitsfälle ab 1962 dokumentiert, also kurz vor der
Einführung der Impfpflicht und kurz nach der Einführung der
Keuchhustenimpfung. Ab 1964, also nach Einführung der Pflichtimpfung, fiel
die Inzidenz stark ab. Ein Einfluss der Impfung ist deutlich erkennbar, jedoch
fehlt hier der Blick in die Vorimpfära, um beurteilen zu können, ob der Einfluss
der Impfung eher schwach oder stark war. Dass es jedoch einen Einfluss gab,
ist unbestritten, es geht nur um die Details.
Ein weiteres Problem bei Leitners Grafik ist, dass diese erst viel zu spät
beginnt. Er möchte in seinem Film das Bild zeichnen, dass die Verbesserung
der Lebensumstände nach dem Krieg zu einem dramatischen Rückgang der
Sterblichkeit durch Keuchhustenerkrankungen führte. Zahlen der Sterbefälle
liegen jedoch schon für einen weit längeren Zeitraum vor. Die Beobachtung
dieser Zahlen beginnt schon im Jahr 1892, Jahrzehnte vor dem zweiten
Weltkrieg. Zu dieser Zeit liegt die Mortalität um ein Vielfaches höher als um
1946, dem Anfangspunkt von Leitners Grafik (nämlich bei 37,333 Sterbefällen
pro 100.000 Einwohner im Gegensatz zu 1946 mit 3,168 Sterbefällen pro
100.000 Einwohner).
Seit 1892 ist ein massiver Rückgang der Mortalität zu erkennen, insgesamt ist
im Deutschen Reich ein Mortalitätsrückgang in Höhe von 97% zu sehen. Der
zweite Weltkrieg hatte im Vergleich dazu nur einen sehr geringen Einfluss auf
die Todesfälle durch Keuchhusten. Die Sterblichkeit steigt auch zu Kriegszeiten
in den Jahren, für die Daten vorliegen, nur leicht an und sinkt nach Kriegsende
wieder leicht. Die Sterblichkeit erreicht auch im Krieg nicht einmal annähernd
das Niveau der Sterblichkeit um die Jahrhundertwende herum. Die
Verbesserung der Lebensumstände nach dem Krieg hatte kaum Einfluss auf die
Sterblichkeitsrate. Leitner manipuliert hier wieder deutlich, damit er bei dem
Zuschauer das Bild aufrecht erhalten kann, dass alleine die Verbesserung der
Lebensumstände nach dem Krieg für den Rückgang von Krankheiten
verantwortlich ist.
(Siehe auch wieder:
http://www.diss.fuberlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000014046/Diss_S.Klein.
pdf)
Doch nicht die Mortalitätsstatistik ist in Bezug auf die Wirksamkeit von
Impfungen relevant, sondern die Morbititätsstatistik - also die Erfassung der
Krankheitsfälle. Sehen wir uns nämlich diese an, erkennen wir deutlich, dass
die Mortalität stetig seit Ende des 19. Jahrhunderts sank, die Morbidität aber
erst nach Einführung der Impfung von 100 - 200/100.000 auf unter 1/100.000

(DDR) absank und so eine extrem niedrige Inzidenz erreichte. In der BRD ließ
sich diese niedrige Inzidenz nicht erreichen, hier wurde keine Pflichtimpfung
eingeführt.
Vergleicht man die Wahrscheinlichkeit, an Pertussis zu versterben, zwischen
den beiden deutschen Gebieten BRD und DDR, ergibt sich die größte
Schutzwirkung für die DDR gegenüber der BRD für den Zeitraum zwischen
1974 und 1989, also dem Zeitraum, in dem in der DDR alle Kinder
pflichtgeimpft wurden, während in der BRD keine allgemeine Impfempfehlung
mehr galt.

30:10 Tuberkulose (Diagramm)
Als nächstes folgt eine Grafik über Todesfälle von Kindern aufgrund von
Tuberkulose in Österreich. Hier fällt, abgesehen vom Inhalt selbst, als
allererstes auf, dass das Diagramm noch kürzer als die vorherigen in der
Komplettansicht zu sehen ist. Es wird hineingezoomt und das Bild hin- und
herbewegt, so dass es schwer fällt, die Beschriftungen richtig zu lesen (die
sowieso nicht sehr lesbar gestaltet sind mit gelber Schrift auf dem unruhigen
türkisen Grund), wenn man den Film einfach nur entspannt ansehen möchte,
ohne ständig zu stoppen. So kann der Zuschauer schnell übersehen, dass in
dieser Grafik nur die Jahre von 1945 bis 1970 dargestellt sind. Nur 25 Jahre,
obwohl Daten für einen weitaus längeren Zeitraum zur Verfügung stehen.
In "Die Tuberkulosebekämpfung im Wandel der Zeiten" von E. Junker und G.
Wallner http://www.imabe.org/fileadmin/imago_hominis/pdf/IH011_193206.pdf findet man viele Information und weitere Daten über Tuberkulose in
Österreich.
Wie auch schon beim Diagramm zu Keuchhusten von uns beschrieben, sieht
man hier, dass Leitner einen winzigen Ausschnitt aus sämtlichen verfügbaren
Daten zeigt, um beim Zuschauer das Bild einpflanzen zu können: "Krankheiten
gingen alleine durch die Verbesserung der Lebensumstände nach dem Krieg
zurück". Die Tuberkulosesterblichkeit ging schon lange vor beiden Kriegen
zurück. Während der Kriege kam es wieder zu einem Anstieg der Todesfälle,
jedoch ist es auch hier, wie bei den Keuchhustenfällen wieder so, dass selbst
der Höhepunkt der Sterblichkeit zum Ende des 2. Weltkriegs noch weit unter
dem Niveau der Sterblickeit um 1890 liegt. Verantwortlich für den Rückgang
der Sterblichkeit (auch schon lange vor 1946) waren verbesserte
Lebensführung, Hygiene und Wohnverhältnisse, Maßnahmen zur Vorsorge
(Reihenuntersuchungen, um infizierte Kinder frühzeitig zu entdecken und eine
weitere Verbreitung der Krankheit zu vermeiden) und Fortschritte bei der
Behandlung selbst.
Der praktische Arzt Herr Kron erinnert sich nun an eine Studie, die "1972 im
Lancet" erschienen sein soll und der BCG-Impfung eine negative
Schutzwirkung zuschreibt. Ich habe diese Studie lange gesucht und vermute,
dass er nur diese Studie meinen kann, deren erster Zwischenreport 1979 im
WHO Bulletin erschienen ist.
Trial of BCG vaccines in south India for tuberculosis prevention: first report
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2395884/

Dieser Fehler von ihm zeigt gleich zweimal typisches Impfgegnerverhalten auf:
Man hat irgendwo mal irgendwas gehört, merkt sich einen Teil, der in der
Erinnerung verfälscht wird und begründet darauf seine "informierte
Entscheidung". Weiter ist es typisch, dass Impfgegner genau die vereinzelten
Studien, die sie selbst bestätigen, als absolute Wahrheit betrachten und die
Mehrheit der Studien, die zu anderen Ergebnissen kommen (oder sich
ausführlich mit solch schlechten Ergebnissen wie in dieser WHO-Studie
auseinandersetzen) völlig ignorieren.
Herr Kron unterstellt nun dem RKI und der Stiko, dass sie 25 Jahre die
Ergebnisse dieser einen Studie nicht berücksichtigt hätten. Allerdings wurde in
der BRD schon ab 1975 die BCG-Impfung nur noch für Personen aus
Risikogruppen empfohlen, nicht mehr allgemein (siehe http://www.bcgatlas.org).
Die 1979 erschienene Arbeit, auf die er sich vermutlich bezieht, war (zu dem
Zeitpunkt) keine abgeschlossene Studie. Es war ein erster Zwischenbericht
einer langandauernden Studie. Es ist verständlich, dass ein Zwischenbericht
keinen Anlass für einen übereilten Umsturz der damaligen Impfpolitik gibt,
zumal zu diesem Zeitpunkt die BCG-Impfung in der BRD sowieso nicht
allgemein empfohlen war. Aber auch das Follow-Up der WHO Studie (Fifteen year
follow up trial of BCG vaccines in South India for tuberculosis prevention
http://icmr.nic.in/ijmr/2013/march/ijmr_classic3.pdf) kam zu dem gleichen
Ergebnis wie der Zwischenbericht. Im Rahmen dieser Studie konnte keine
Schutzwirkung der BCG-Impfung festgestellt werden. Das Ergebnis war
überraschend und wurde ausführlichst diskutiert (und eben gerade nicht
unter den Teppich gekehrt, wie es uns Impfgegner gerne glauben machen
wollen, wenn es um Studien geht, die "der Pharma" missfallen könnten),
siehe:
Issues relating to the use of BCG in immunization programmes
http://whqlibdoc.who.int/hq/1999/WHO_V&B_99.23.pdf
Die WHO-Studie in Indien mit der nicht vorhandenen Wirksamkeit war kein
Einzelfall, aber auch nicht typisch. Sie reihte sich in eine große Anzahl von
Studien über die BCG-Impfung ein, die eine Wirksamkeit von 0%-80% zum
Ergebnis hatten. Man hat diese Ergebnisse nicht versteckt, sondern man wollte
herausfinden, wieso diese Impfung in machen Gebieten kaum oder gar keine
Wirksamkeit aufweist. Es ist wichtig, zu wissen: es gibt nicht einfach "die
Tuberkulose", vor der die Impfung schützen soll. Tuberkulose wird durch das
Mycobacterium tuberculosis ausgelöst. Am häufigsten befällt dieses Bakterium
die Lunge und löst dann die Lungentuberkulose aus. Aber auch andere Organe
können befallen werden, z.B. das Gehirn oder die Hirnhäute. Eine Form, die
Miliartuberkulose, befällt gar mehrere Organe gleichzeitig. Die
Miliartuberkulose und die Tuberkulose des Gehirns gehören zu den schweren
Formen dieser Krankheit. Das größte Risiko, eine dieser schweren Formen zu
entwickeln, besteht für Säuglinge und kleine Kinder.
Tuberculosis in children
http://www.cdc.gov/tb/topic/populations/tbinchildren/default.htm

Die von Herrn Kron erwähnte Studie untersuchte das Auftreten von
Lungentuberkulose, nicht diese anderen Formen. Studien zur Tuberkulose in
Kindern und der tuberkulösen Meningitis zeigen ein deutlich einheitlicheres
Ergebnis als Studien zur Lungentuberkulose. Nämlich, dass die BCG-Impfung
vor dieser schweren Form der Krankheit bei Kindern schützt (Issues relating to the
use of BCG in immunization programmes
http://whqlibdoc.who.int/hq/1999/WHO_V&B_99.23.pdf).
Das Problem bei der BCG-Impfung betrifft den Schutz vor der adulten (=bei
Erwachsenen auftretenden) Lungentuberkulose. Verschiedene Studien kamen,
wie bereits erwähnt, zu sehr uneinheitlichen Ergebnissen. Es fällt jedoch auf,
dass die BCG-Impfung in tropischen und subtropischen Regionen eine
geringere (bis nicht vorhandene) Schutzwirkung zeigte, während man in
anderen Regionen eine bis zu 80%ige Schutzwirkung feststellen konnte. Dies
spricht für einen Faktor in der Umwelt, welcher die Immunreaktion auf die
Impfung beeinflusst. Es wurde bis heute noch nicht geklärt, was genau der
problematische Faktor ist, es gibt aber verschiedene Ansätze zur Erklärung. Ein
Ansatz geht davon aus, dass ein Kontakt zu anderen Mycobakterien in der
Umwelt (speziell welche, die in wärmeren Regionen häufig auftreten) die
Immunreaktion auf eine Weise beeinflusst, die dazu führt, dass keine
zusätzliche Immunität durch die BCG-Impfung aufgebaut werden kann.
BCG-induced increase in interferon-gamma response to mycobacterial antigens and efficacy
of BCG vaccination in Malawi and the UK: two randomised controlled studies
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2802%2908353-8/abstract
Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Befall durch Parasiten das Immunsystem
so beeinflusst, dass die für den Schutz durch die Impfung nötige
Immunantwort nicht erfolgen kann.
Vaccines against Tuberculosis: Where Are We and Where Do We Need to Go?
http://journals.plos.org/plospathogens/article?id=10.1371/journal.ppat.1002607
Was jedoch deutlich sichtbar ist: Das Problem der BCG-Impfung ist weit
komplexer, als es Impfgegner darstellen. Komplexe Probleme benötigen immer
eine differenzierte Betrachtung, kein Pauschalurteil, wie es in
Impfgegnerveröffentlichungen wie diesem Film gefällt wird.
Die BCG-Impfung hat übrigens noch eine zusätzliche, durch Studien belegte
"Nebenwirkung". Sie schützt auch vor einer anderen Krankheit, die durch ein
Mycobakterium ausgelöst wird, der Lepra. (siehe oben Issues relating to the use of
BCG in immunization programmes).
Auch wenn es - oder vielmehr gerade weil es - effektivere Impfungen als die
BCG-Impfung gibt, zeigt sich hier die grundlegende Argumentation von
Impfgegnern wie Leitner: Impfungen sind pauschal schlecht und dienen nur
der Pharma, die dazu noch Einfluss auf die Behörden ausübt, welche für
Impfempfehlungen zuständig sind. In Österreich wurde 1990 die allgemeine
Empfehlung für die BCG-Impfung aufgehoben, weil diese aufgrund der nun

sehr niedrigen Krankheitslast weniger Nutzen als Schaden bringt. Impfschäden
sind selten, auch bei der BCG-Impfung. Das Risiko Schäden durch die
Krankheit selbst zu erleiden, ist nun jedoch noch kleiner als das schon kleine
Risiko der Impfung. Deshalb wurde die Empfehlung aufgehoben - obwohl "die
Pharma" sicherlich gerne weiterhin diese Impfung in großem Rahmen verkauft
hätte. Daran sieht man, dass Impfkommissionen ihre Entscheidungen für die
Bevölkerung treffen, nicht für den Geldbeutel der Pharma.

32:00 Tetanus (Diagramm) und die Frage, ob
man gegen Gifte impfen kann
In Sekundenschnelle werden nun zwei Diagramme über Tetanus-Todesfälle in
England/Wales und den USA gezeigt. Bei dem ersten Diagramm
(England/Wales) fällt direkt auf (sofern man mal wieder das Bild stoppt und
sich angemessene Zeit zum Betrachten nimmt), dass vor der Markierung
"Einführung der Impfung" offenbar nur sehr wenige Daten über die Anzahl der
Todesfälle vorliegen. Die Kreuzchen vor der Markierung weisen einen großen
Abstand auf und es sind nur sehr wenige überhaupt vorhanden, während nach
der Markierung sehr viele Datenpunkte zu sehen sind. Die Kurve ist ab der
Markierung auch nicht mehr so glattgeschliffen, die Anzahl der Datensätze
scheint sich ab diesem Zeitpunkt sehr verbessert zu haben. Es stellt sich also
die Frage, wie aussagekräftig die früheren Daten wohl sind.
Das Diagramm erweckt den Eindruck, als wäre in England/Wales ab 1938 die
Tetanus-Impfung allgemein verfügbar gewesen. In Wirklichkeit war sie jedoch
kaum verfügbar, es gab sie fast nur für Personen aus dem militärischen
Bereich. Allgemein verfügbar wurde sie erst ab 1961. Nun könnte man sagen,
dass dieser Punkt sogar den Filmmachern in die Hände spielt, denn man sieht
ja an dem Diagramm, dass die Todeszahlen dann sogar (fast) ohne Impfung
noch weiter gesunken sind bis 1961. Auch das Diagramm über die Todesfälle in
den USA sieht ähnlich aus. Man erkennt, dass die Anzahl der Todesfälle früh
zurückging. Den Rückgang kann man durch verschiedene Faktoren erklären.
Eine bessere medizinische Versorgung, die Verfügbarkeit von Antitoxin und
nicht zuletzt der Wandel der Gesellschaft. Früher waren viele Menschen in der
Landwirtschaft beschäftigt und liefen Gefahr, bei dieser Arbeit Verletzungen zu
erleiden. Heute dagegen sind die meisten Menschen im Dienstleistungsbereich
beschäftigt und haben ein geringeres Risiko, während ihrer Arbeit
tetanusanfällige Verletzungen zu erhalten. Diese Faktoren machen es
tatsächlich schwierig, die Wirkung der Tetanusimpfung zu bewerten.
Für Deutschland gilt das gleiche, obwohl Leitner es nicht erwähnt. Es wirken
gleichzeitig mehrere Faktoren auf den Rückgang der Todesfälle und auch der
Erkrankungsfälle ein, so, dass es schwierig ist, einen einzigen davon, die
Impfung nämlich, isoliert zu betrachten. Es gibt Anhaltspunkte für die Wirkung
der Tetanusimpfung. Vor der Einführung der Impfung waren häufig auch junge
Menschen von Tetanus betroffen, nach der Einführung verschob sich das
Erkrankungsalter nach oben. Außerdem sank die Anzahl der Erkrankungs- und
der Todesfälle in Ländern, die die Impfung früher eingeführt hatten, auch
früher. Zu beiden Punkten siehe http://www.diss.fuberlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000014046/Diss_S.Klein.
pdf
Das mag einen eingefleischten Impfgegner nicht überzeugen - in Bezug auf
Tetanus kann uns das glücklicherweise herzlich egal sein. Wer das nicht impfen

will, impft nicht und muss selbst mit den möglichen Folgen leben. Tetanus ist
nicht ansteckend, eine Infektion betrifft ausschließlich die ungeimpfte Person.
Mitmenschen, die auf besonderen Schutz durch eine durchgeimpfte Umgebung
angewiesen sind (Säuglinge, Impfversager, Menschen mit bestimmten
Erkrankungen) werden durch Tetanusimpfverweigerer nicht gefährdet.
Es kommt nun sehr kurz der praktische Arzt Dr. Kneißl zu Wort. Er versucht,
auf sehr launige Art und Weise sein Unwissen über Gifte zu verbergen.
Die Knollenblätterpilzsuppe: An Pilzvergiftungen sterben nur sehr wenige
Menschen. http://www.pilzschule.de/html/pilztote.html Das liegt wohl daran, dass
Giftpilze einen nicht infizieren oder auch nicht beissen und dadurch vergiften,
sondern aktiv gesammelt und gegessen werden müssen. Giftpilze sind keine
unausweichliche Gefahr, es gibt Pilzexperten, bei denen man lernen kann,
welche Pilze genießbar sind. So lange man das nicht weiß, sollte man keine
selbstgesammelten Pilze zu sich nehmen und schwebt dadurch auch nicht in
der Gefahr, eine Pilzvergiftung zu erleiden. Impfungen gegen Gefahren, denen
man nicht so leicht ausweichen kann, nämlich Infektionskrankheiten, bieten
einen deutlich höheren Nutzen als seine erträumte Knollenblätterpilzimpfung.
Außerdem gäbe es schlicht niemanden, dem diese Impfung etwas bringen
würde. Wer sich nicht mit Pilzen auskennt, sollte nicht selbst welche sammeln
und verzehren. Selbst, wenn er gegen sämtliche Giftpilze der Welt geimpft
wäre, könnte er nicht fröhlich drauflossammeln und sie essen. Es gibt Pilze, die
so widerlich und grauenvoll schmecken, das winzige Mengen davon eine ganze
Mahlzeit, ja sogar die rohen Pilze anderer Sorten, im Sammelkorb ungenießbar
machen können. Und diese Pilze sind nicht einmal giftig. Man kommt also nicht
drumherum, sich gut mit Pilzsorten zu beschäftigen, bevor man auf eine
Pilzwanderung geht, und dann braucht man auch keine Impfung mehr gegen
Pilzgifte.
An solchen "Argumenten" sieht man übrigens gut den Unterschied zwischen
einem offenen und einem geschlossenen Weltbild. Jemand mit einem
geschlossenen Weltbild sucht überall die Bestätigung seiner Meinung, dass
Impfungen gegen Gifte unmöglich sind. Er sieht dann, dass es keine Impfung
gegen Pilzgift gibt, denkt sich "aha, sowas geht also nicht", denkt sich weiter
"ist bei Tetanus sicher das gleiche, es fällt nur nicht auf, dass die Impfung
wirkungslos ist, weil die Krankheit sowieso sehr selten ist" und das war's dann
für ihn.
Jemand mit einem offenen Weltbild schaut unvoreingenommen, welche Gründe
außer einer angenommenen Wirkungslosigkeit noch gegen solche Impfungen
sprechen könnten. Dabei bemerkt er dann, dass sich nicht nur die Frage nach
der Wirkung der Impfung stellt, sondern auch die Frage, ob eine solche
Impfung sinnvoll wäre, oder ob man die dafür nötigen Forschungsmittel nicht
doch lieber in die Verhinderung von Krankheiten investiert, die deutlich mehr
Menschen betreffen.
Die Bierimpfung: Dieses Impfgegner-"Argument" scheint sogar Leitner selbst
lächerlich zu finden, erkennbar an der Darstellung des bejubelten Bierkrugs.

Alkohol (Ethanol) ein sehr, sehr kleines Molekül. Es besteht aus nur neun
Atomen (Summenformel: C2H6O ). Die Antikörper, die unser Immunsystem
herstellt, sind aber darauf ausgelegt, sich an sehr große und komplexe
Strukturen zu binden, an Antigene. Sie können sich nicht an so ein winziges
Molekül wie das Alkoholmolekül binden. Das wäre so, als ob man versuchen
würde, mit einer Baggerschaufel eine einzige Stecknadel vom Boden
aufzuheben.
Und um direkt mal komplett mit dem Mythos "Impfungen gegen Gifte sind
nicht möglich" aufzuräumen: Selbstverständlich ist es möglich, gegen Gifte zu
impfen. Impfungen gegen Toxine, die als biologische Waffen bei terroristischen
Anschlägen eingesetzt werden können, sind in der Entwicklung und teilweise
auch schon für den Menschen verfügbar. Diese Verfügbarkeit bezieht sich
jedoch nur auf militärische Einheiten. Dadurch erkennt man jedoch recht gut,
wie absurd eine typische Impfgegnerargumentation ist. Impfgegner behaupten
häufig, dass die Pharma den Staat in der Hand hat, dass sie in der Lage ist, zu
beeinflussen, welche Impfungen empfohlen werden, egal, wie wirkungslos oder
gar schädlich diese sind. Mit viel Gedankenakrobatik kann man vielleicht
akzeptieren, dass manche Mitbürger daran glauben wollen, dass der Staat
sehenden Auges die Gesundheit seiner Bürger schädigen lässt, weil die Pharma
es so wünscht. Aber selbst Anhängern diesen Glaubens müsste klar sein, dass
das nicht für den militärischen Bereich gelten kann, denn hier hätten
wirkungslose bis schädliche Impfungen gegen Bioterrorismus-Waffen den
Effekt, dass das Militär und damit der Staat selbst verwundbar wären.
Hier findet man Informationen über Bioterrorismus und welche Möglichkeiten
dagegen entwickelt werden (auch
Impfungen):http://www.researchgate.net/publication/235216855_Medical_Aspects_of_BioTerrorism/file/5046351b7de3b7da91.pdf
Dieses Paper ist etwas älter, dafür erfährt man mehr über Toxine und
Impfungen dagegen im Rahmen von Bioterrorismus:
http://xa.yimg.com/kq/groups/14971503/716377014/name/paper+1.pdf
Und in diesem Kapitel geht es um eine Impfung gegen das extrem toxische,
pflanzliche Gift Rizin: http://link.springer.com/chapter/10.1007%2F82_2011_156
Ein weiteres Thema sind Impfungen gegen tierische Gifte. Auch diese sind
prinzipiell möglich und es wird an ihnen geforscht, jedoch gibt es drängendere
Probleme, nämlich Infektionskrankheiten, die die gesamte Welt betreffen
können. Tierische Gifte sind dagegen nur eine Gefahr in einem sehr
begrenzten, geografischen Gebiet, nämlich dort, wo das jeweilige Tier
vorkommt. Zudem sind gegen Tiergifte häufig Gegengifte verfügbar, so dass
man immerhin eine Teillösung hat, mit Vergiftungen durch Tiere umzugehen.
Viele tierische Gifte sind hochkomplexe Gemische aus unterschiedlichen
Toxinen (und nichtgiftigen Bestandteilen). Einige davon sind Neurotoxine, die
auf das Nervensystem wirken. Andere wirken auf Teile des Blutkreislaufs (auf
das Blut selbst durch Beeinflussung der Gerinnungsfaktoren oder auf die

Blutgefäße). Wieder andere lassen Zellen absterben und verursachen so
Nekrosen von Körpergeweben. Einige dieser Toxine entfalten ihre Wirkung
unmittelbar nach dem Biss an der Verletzungsstelle. Andere Toxine, die auf
andere Körperbereiche wirken, müssen erst durch den Blutkreislauf an diese
Stelle transportiert werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Ein Beispiel dafür
sind Cardiotoxine die speziell auf den Herzmuskel einwirken. Um eine Impfung
gegen das Gift einer Schlangenart herzustellen, muss man das komplexe
Toxingemisch "auseinanderpuzzlen" und identifizieren, welche Bestandteile
davon toxisch wirken. Für jeden dieser Bestandteile muss man dann eine
Möglichkeit dafür finden, die toxische Wirkung zu zerstören, aber gleichzeitig
die Struktur so zu erhalten, dass das Immunsystem diese noch erkennen und
darauf reagieren kann.
Selbst, wenn man diese Probleme gelöst hat, würde das nicht bedeuten, dass
ein Biss dieser einen Schlangenart ohne Folgen bliebe. Wenn im Gift dieser
Schlangenart Bestandteile enthalten sind, die auch unmittelbar an der
Eintrittstelle das Gewebe zerstören, helfen einem sehr wahrscheinlich auch
vorhandene Antikörper nicht. Die Gewebezerstörung passiert zu schnell, bevor
nämlich Antikörper sich an die Toxine heften können, um sie unschädlich zu
machen. Siehe dazu diesen Fallbericht über einen Mann, der zweimal von
derselben Schlangenart gebissen wurde. Nach dem ersten Biss entwickelte er
Antikörper, die dazu führten, dass nach dem zweiten Biss kein ungebundenes
Gift in seinem Blut entdeckt werden konnte. Er erlitt trotzdem Auswirkungen
des Giftes an der Bissstelle selbst.
http://www.researchgate.net/publication/26710158_Human_antisnake_venom_IgG_antibodies_in_a_previously_bitten_snakehandler_but_no_protection_against_local_envenoming/file/d912f50fc6ae9c227d.pdf
Hier findet man Informationen über die Zusammensetzung von
Schlangengiften:
http://www.researchgate.net/publication/51554496_Immune_response_towards_snake_veno
ms
Hier sind Informationen über Skorpiongifte, in der auch die hier
wiedergegebenen Probleme bei der Impfstoffentwicklung gegen Tiergifte
angesprochen werden:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0264410X05001908
Hier ist eine Arbeit über eine Klapperschlangenimpfung für Tiere
http://cdli.asm.org/content/20/5/732.full
Und in diesem Artikel und der dort verlinkten Studie erfährt man etwas über
einen möglichen Ansatz zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein
Spinnengift:
http://www.sciencedaily.com/releases/2013/05/130508213250.htm

33:35 Masern (Diagramm)
Leitner greift nun auf den einfachsten Impfgegnertrick zurück und zeigt uns
Diagramme über Todesfälle aufgrund verschiedener Infektionskrankheiten in
England/Wales. Da die Anzahl der Todesfälle schon lange vor der Einführung
der Impfungen stark zurückgeht, sind für ihn Impfungen bedeutungslos.
Grafiken dieser Art sind allerdings überhaupt nicht geeignet, den Einfluss von
Impfungen zu zeigen oder auch zu widerlegen.
Eine Krankheit kann auf verschiedene Arten verlaufen: Im schlimmsten Fall
tötet sie den Betroffenen. In schweren Fällen führt sie zu Komplikationen und
teilweise sogar dauerhaften Schädigungen. Im leichtesten Fall erholt sich der
Kranke nach einem durchschnittlichen Krankheitsverlauf komplett.
Wenn man nun feststellen möchte, ob eine Präventionsmaßnahme wie die
Impfung einen Einfluss auf die Anzahl von Erkrankungen hat, muss man
selbstverständlich auch alle möglichen Erkrankungsfälle einbeziehen – nicht
bloß ausschließlich die Todesfälle. Deshalb lehnen Impfbefürworter die von
Impfgegnern gern zitierten Statistiken über die Anzahl der Todesfälle ab, wenn
es darum geht, die Wirkung von Impfungen zu beurteilen. Wir möchten gerne
Statistiken mit Erkrankungszahlen, in denen auch die leichten, mittleren und
schweren Krankheitsverläufe enthalten sind, denn die Impfung soll auch diese
reduzieren, nicht nur die Todesfälle.
Weiter zu Leitners Film: Die Daten in seinen Grafiken gehen bis in das 19.
Jahrhundert zurück, also in das Viktorianische Zeitalter. Die
Lebensbedingungen zu dieser Zeit waren sehr schlecht. Die Häuser waren klein
und überfüllt, der Ernährungszustand des Großteils der Bevölkerung schlecht.
Wichtige Errungenschaften der Medizin, die für uns heute selbstverständlich
sind, gab es noch nicht (z.B. Anästhetika und Antiseptika). Stattdessen glaubte
man, dass Krankheiten durch übelriechende Luft verursacht wurden
("Miasma") und behandelte Krankheiten durch Aderlass.
http://www.hiddenlives.org.uk/articles/poverty.html
http://www.vam.ac.uk/content/articles/h/health-and-medicine-in-the-19th-century/
Fortschritte in der Medizin und Hygiene sowie steigende Löhne und dadurch
eine Verbesserung der Lebensbedingungen führten zu einem Rückgang der
Sterblichkeit. Die Menschen waren nicht mehr geschwächt durch diese
massiven Missstände, sondern hatten bessere Chancen, die weiter
grassierenden Krankheiten zu überleben.
Leitner versucht, ein simples Schwarz-Weiß-Bild zu zeichnen, indem er die
(auch von Impfbefürwortern unbestrittene) Senkung der Sterberaten
ausschließlich der Verbesserung der Lebensumstände zuschreibt. Traut er der
Zielgruppe seines Films etwa kein differenziertes Denken zu, sondern nur
einfache Schwarz-Weiß-Malerei?

"Keine der großen Impfkampagnen hat irgendeine positive Wirkung gezeigt"
Und keine der großen Verbesserungen der Lebensumstände hat bei irgendeiner
Krankheit die Anzahl der Sterbefälle auf Null reduziert. Das Impfen schon. Die
Pocken sind ausgerottet und man darf optimistisch sein, dass dieses auch bei
Polio erreicht wird.
Um die Wirkung von Impfungen bewerten zu können, ist es aussagekräftiger,
die Fallzahlen zu betrachten, nicht die Sterberaten. Auch die Fallzahlen werden
zwar durch andere Faktoren beeinflusst (z.B. durch das Verständnis dafür, wie
Krankheiten übertragen werden und der Ergreifung von Gegenmaßnahmen,
Hygiene/Isolation), auf sie wirken aber weniger Faktoren ein als auf die
Sterberate.
Hier sieht man einen Vergleich der Erkrankungsfälle und der Todesfälle durch
Masern in England:

http://i.imgur.com/40n1W2h.png
Man sieht deutlich, dass die Anzahl der Todesfälle lange vor der
Impfeinführung 1968 zurückgeht. Man sieht aber auch, dass ca. ab 1956 keine
weitere Senkung der Mortalitätsrate zu sehen ist, bis dann die Impfung
eingeführt wird. Danach sinkt diese Rate doch wieder weiter.
Auch das Diagramm auf der linken Seite zeigt den Einfluss der Impfung. Die
Fallzahlen bleiben vor der Einführung grob gleich. Die großen "Zacken" sind
sehr typisch für die Anzahl von Masernfällen, denn diese Krankheit tritt in einer
ungeimpften Population ca. alle zwei bis drei Jahre gehäuft auf. Der Rückgang
der Fallzahlen nach der Impfung ist deutlich zu sehen.
Daten aus
https://www.gov.uk/government/publications/measles-deaths-by-age-group-from-1980-to2013-ons-data/measles-notifications-and-deaths-in-england-and-wales-1940-to-2013
Leitner bestätigt sich seinen eingeschränkten Blickwinkel, indem er nun die
Sterbefälle durch Masern in Deutschland zeigt. Bei dem Zeitpunkt der

Impfeinführung vertut er sich zudem mal eben um 10 Jahre, denn in der BRD
war ab 1966 der erste Masernimpfstoff verfügbar
(http://edoc.rki.de/oa/articles/rezdaJCRKKbw/PDF/200xo3Lu4m8iA.pdf).
Auch hier gilt das schon oben genannte, nur, dass hier der Rückgang der
Sterblichkeit vermutlich auf den Einsatz und die Verbreitung von Antibiotika
zurückzuführen ist. Masern lassen sich als Viruserkrankung zwar nicht mit
Antibiotika behandeln. Allerdings schwächt eine Masernerkrankung das
Immunsystem massiv und macht das Kind/den Erwachsenen sehr anfällig für
eine zusätzliche, bakterielle Infektion.
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK2487/#A2876)

Masernerkrankungen in der DDR

Zahlen aus http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/reYwfdwOXfVLs/PDF/220lwYF098W2I.pdf
Informationen über Einführung und Anzahl der Impfungen aus:
http://edoc.rki.de/oa/articles/rezdaJCRKKbw/PDF/200xo3Lu4m8iA.pdf
Wenn wir die Fallzahlen in der DDR betrachten (für Westdeutschland liegen
leider keine entsprechenden Daten vor) sehen wir auch hier einen deutlichen
Rückgang an der Impfeinführung. Jedoch war die einmalige und recht frühe
Impfung (ab dem 9. Lebensmonat) nicht ausreichend, um die Krankheit
vollständig einzudämmen. Eine größere Epidemie Anfang der 80er Jahre führte
zu einer Neubewertung und Anpassung des Impfplans.
Insgesamt fällt übrigens bei den ganzen gezeigten Diagrammen auf, dass hier
keine eigene Recherchearbeit der Filmmacher zu erkennen ist. Diese

Diagramme geistern seit Jahren in exakt der gezeigten Form durch
Impfgegnerveröffentlichungen. Sie wurden diesen Büchern und Internetseiten
übernommen und ohne weitere (kritische) Auseinandersetzung in den Film
geklatscht. Man erfährt rein gar nichts Neues darüber, es wird nur
wiedergekäut, was in den einschlägigen Büchern sowieso zu lesen ist. Leitner
hat es sich also auch hier sehr einfach gemacht.
Als Impfbefürworter muss man sich in Diskussionen oft vorwerfen lassen, dass
man "nur der Pharma und den Göttern in Weiß" nachplappere. Das
Nachgeplappere sieht man hier allerdings nur auf der Seite der Impfgegner,
nämlich im Film selbst durch die Darstellung dieser bekannten Diagramme. Ich
dagegen habe mich inhaltlich mit den Diagrammen auseinandergesetzt, sie
erklärt und korrigiert und Links mit weiteren Informationen eingefügt. Eine
solche Aufarbeitung dieser altbekannten Diagramme kann nicht
"nachgeplappert" sein, denn sie ist einmalig, nirgendwo im Netz oder anderen
Publikationen zu finden, sondern nur in diesem Dokument. Sie ist das Ergebnis
einer hinterfragenden Haltung und einer kritischen Auseinandersetzung mit
dem Thema. "Nachplappern" tut hier nur der Impfgegnerfilm.

35:00 (keine) Furchtappellforschung (von
meiner Seite aus)
Man mag es kaum glauben, aber diese 48 Sekunden im Film haben dazu
geführt, dass dieses Dokument über ein halbes Jahr lang nicht online gestellt
wurde – obwohl der gesamte sonstige Text längst fertiggestellt war. Nicht, weil
hier etwa ein großes Geheimnis lauert, gegen das wir Impfbefürworter nichts
sagen können, sondern schlicht und einfach deshalb, weil sich dieser knappe
Filmabschnitt auf eine nunmehr 17 Jahre alte vergriffene Broschüre der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bezieht:
Prävention durch Angst? Stand der Furchtappellforschung
http://www.bzga.de/botmed_60604000.html
Um diese 48 Filmsekunden nun also ausführlich diskutieren zu können, müsste
ich nicht nur die 148-seitige Broschüre komplett durcharbeiten (obwohl es im
Film so scheint, als würde sich nur auf den Titel der Broschüre bezogen, nicht
wirklich auf den Inhalt), sondern auch entsprechend umfangreiche
Informationen zu dem heutigen Wissensstand dieses Gebiets zusammentragen.
Für mich als Laie steht der Aufwand, den ich dazu betreiben müsste, schlicht
nicht im Verhältnis zu ganzen 48 Sekunden, die dieses Thema im Film
einnimmt (was alleine zeitlich gesehen auch nicht für eine komplexe und
differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema spricht).
Ich belasse es also bei dem Link zu der erwähnten Broschüre, damit sich
interessierte Leser selbst ein Bild machen können, wenn sie es wollen.

35:48 Polio (Diagramme) / DDT /
Diagnoseverschiebungen? /
Bonusinformationen zum Cutter-Unglück
Leitner leitet den nächsten Abschnitt mit einem Teil eines Diagrammes ein. Nur
die Kurve wird gezeigt, ohne Achsen, ohne Beschriftung. Damit möchte er wohl
eine Spannung und Neugierde auf das Kommende beim Zuschauer aufbauen.
Sein Einleitungssatz:
"Auch der vermeintlich größte Erfolg der Impferei entpuppt sich als etwas
anders, als uns durch die Medien immer wieder eingeimpft wurde."...dient
auch zum Spannungsaufbau. Ich erwarte neugierig wirklich gute Argumente in
diesem Themenabschnitt.
Erst wird ein alter Werbespot für die Schluckimpfung gegen Polio gezeigt.

DDT
"Was steckt hinter den Erfolgen der Polioimpfung gegen Kinderlähmung?"
Leitner führt uns nun in das Fachgebiet "Geschichte der
Schädlingsbekämpfung" ein. Er berichtet, dass organische Chlorverbindungen
zur Schädlingsbekämpfung in den 40er Jahren weit eingesetzt wurden. Dann
spricht er von Erkrankungen des Nervensystems mit Lähmungserscheinungen,
die durch Umweltgifte hervorgerufen werden können, darunter besonders diese
Chlorverbindungen. In diesem Abschnitt sollte es laut ihm selbst aber
überhaupt nicht um verschiedene Erkrankungen des Nervensystems gehen,
sondern um Polio. Polio ist eine Infektionskrankheit, die durch Polioviren
ausgelöst wird, keine Vergiftungserscheinung. Und nicht jede Lähmung
ist Polio. Beide Ursachen (Vergiftungen und Viren) lösen
unterschiedliche Erkrankungen aus.
Ähnlich sinnvoll wäre es, wenn man Fallzahlen von beispielsweise bakteriellen
Durchfallerkrankungen betrachten würde und versuchen würde, einen
"Zusammenhang" zu ionisierender Strahlung zu erzeugen. Zu den Symptomen
der Strahlenkrankheit, die durch eine Bestrahlung z.B. durch
Kernwaffenexplosionen ausgelöst wird, gehören nämlich auch Übelkeit,
Erbrechen und Durchfall. Trotzdem haben diese Symptome nichts mit
bakteriellen Durchfallerkrankungen zu tun, es besteht kein Zusammenhang
außer der Ähnlichkeit mancher Symptome.
Die Infektion mit Polioviren verursacht in den meisten Fällen überhaupt keine
oder nur sehr leichte Symptome. Die relativ seltenen Fälle, bei denen es zu
Lähmungen kommt, sind es, die man durch Impfungen unbedingt verhindern
möchte. Bei diesen kommt es zu (häufig schmerzhaften) Lähmungen der der
Muskulatur der Gliedmaßen oder des Rumpfes. Diese können sich wieder
zurückbilden und der Patient seine Bewegungsfähigkeit wiedererlangen -

allerdings sehr langsam, es dauert Monate bis Jahre bis sich die
Bewegungsfähigkeit verbessert.
http://emedicine.medscape.com/article/306440-clinical
Vergiftungserscheinungen durch DDT haben andere Symptome: Zittern und
Zuckungen der Gliedmaßen, Müdigkeit, Missempfindungs- und
Bewegungsstörungen bis hin zu kurzzeitigen Lähmungen, allerdings nicht im
Rumpfbereich, sondern in anderen Körperbereichen: Hände, Füße und Gesicht.
Atemlähmungen sind keine typische Vergiftungserscheinung beim Menschen.
Dieses Symptom wird oft bei Beschreibungen zur Giftigkeit von DDT mit
angegeben, dieses bezieht sich aber auf Studien in Nagetieren. Entsprechende
Studien könnte man beim Menschen natürlich nicht vornehmen, deshalb findet
sich immer wieder diese Angabe, denn man kann so nicht gesichert
ausschließen, dass es beim Menschen nicht auch zu Atemlähmungen führen
kann. Betrachtet man jedoch Fallberichte von Vergiftungen beim Menschen,
erkennt man, dass Atemlähmungen nicht zu den dann auftretenden
Symptomen gehören.
Um diese Symptome zu entwickeln muss man allerdings sehr hohen Dosen von
DDT ausgesetzt sein. Durch das Spielen in DDT-gespritzten Feldern oder den
Verzehr von DDT-gespritzter Nahrung werden solch hohe Aufnahmen von DDT
nicht erreicht. Die Symptome der Vergiftung gehen (im Gegensatz zu
Lähmungen durch Polio) sehr schnell nach der Exposition durch DDT wieder
zurück, innerhalb von Stunden bis einzelnen Tagen. Todesfälle gab es extrem
selten und dann nur durch extrem hohe Aufnahme von DDT oder durch
gleichzeitige Aufnahme anderer giftiger Stoffe.
Mehr dazu, wie eine Fülle von Fallbeschreibungen von DDT-Vergiftungen hier:
https://books.google.de/books?
id=cb3wwQssiJAC&pg=PA114&dq=ddt+dosage+response&hl=en&sa=X&ei=tAO_VMP6FILpa
p3HgsAG&ved=0CDIQ6AEwAQ#v=onepage&q=ddt%20dosage%20response&f=false
Und hier eine umfassende Sammlung zur Studienlage über DDT:
http://www.atsdr.cdc.gov/toxprofiles/tp35-c3.pdf
Dass DDT heute kaum (in vielen Ländern gar nicht) mehr genutzt wird, liegt
nicht an einem Zusammenhang zu Lähmungen. Es lag an Auswirkungen auf die
Umwelt und an einer zunehmenden Anreicherung in der Nahrungskette
aufgrund seiner Stabilität.

DDT verursacht Polio?
Leitner zeigt nun eine wirklich interessante Grafik. Es wurden zwei Kurven
übereinandergelegt, die der Pestizid-Produktion und die der Anzahl der
Poliofälle multipliziert mit 7,75. Warum 7,75? Ich weiß es nicht, Leitner erklärt
es nicht.
Man muss ihm aber zugute halten, dass er es vermutlich selbst nicht weiß,
denn diese Zahl findet sich auch in der ursprünglichen Grafik ohne weitere

Erklärung (denn es ist wieder eine recycelte Grafik aus anderen Publikationen).
Leitner erklärt ebenso wenig, warum er im Kommentar von "DDT-Produktion"
spricht, in der Legende aber "Pestizidproduktion" steht, denn es gibt auch noch
andere Pestizide außer DDT.
Angenommen man möchte die Auswirkungen des Konsums von Seefisch auf
die Umwelt herausfinden, dann wird man auch keine Grafik verwenden, die den
Gesamtkonsum von tierischen Produkten zeigt – in der der Seefischkonsum
zwar auch enthalten ist, aber vermengt mit weiteren völlig irrelevanten Daten.
Er findet die Kurven so ähnlich, dass für ihn ein Zusammenhang zwischen Polio
und DDT möglich erscheint.
Leider aber haben die zwei übereinandergelegten Kurven kaum Ähnlichkeit, bis
auf die eine sehr hohe Spitze in der Mitte und eine weitere Spitze um 1954
herum. Am Anfang sieht man eine massive Steigerung der Pestizid-Produktion.
Die Anzahl der Poliofälle nimmt erstmal ab und steigt erst, als ein erster
Höhepunkt in der DDT-Produktion knapp erreicht wird. Die Produktion nimmt
nun etwas ab, die Anzahl der Poliofälle steigt. Um 1946 herum nimmt die
Anzahl der Poliofälle deutlich ab. Die Pestizid-Produktion nimmt auch deutlich
ab, allerdings erst etwa ein Jahr später zu einem Zeitpunkt, an dem ein
Tiefpunkt der Anzahl der Poliofälle zu sehen ist.
Es kommt nun zu einem starken Anstieg der Poliofälle, zu einem beträchtlichen
Rückgang und zu einem weiteren Anstieg bis zur höchsten Spitze in dieser
Grafik. Auch bei der Pestizid-Produktion kommt es zu einem massiven Anstieg
- allerdings zu einem sehr gleichförmigen Anstieg, man kann keinen
Zusammenhang zu der "Vor"spitze und dem Tal vor der höchsten Spitze der
Polioerkrankungen feststellen. Zudem geschieht der Anstieg der Produktion bis
zu der ersten "Vor"spitze der Poliofälle sogar erst nach dem Anstieg der
Polioerkrankungen.
Beide Kurven fallen nun massiv ab, man kann sogar bei beiden tatsächlich eine
ähnliche kleine Spitze um 1954 erkennen. Damit erschöpfen sich die
Ähnlichkeiten aber schon wieder. Während man um 1957 nochmal eine recht
deutliche Steigerung der Pestizid-Produktion erkennen kann, fällt die
Poliokurve völlig unbeeindruckt weiter steil ab. Nein, nicht ganz steil, um 1959
erkennt man nochmal einen kleinen Hubbel, einen leichten Anstieg der Fälle.
Den sieht man auch bei der erst massiv zurückgehenden Pestizid-Produktion aber erst wieder etwas später, nämlich um 1960. Vielleicht ist es also sogar
anders herum und Polio löst eine Pestizid-Produktion aus...?
Nochmal zur Zusammenfassung: Alleine aus dem Film selbst, ohne weitere
Hintergrundinformationen, haben wir bisher folgende Widersprüche und
Unklarheiten erfahren:
• Leitner spricht von "Erkrankungen des Nervensystems durch
Vergiftungen", meint aber in der Folge nur Poliofälle. Polio und
Vergiftungen haben unterschiedliche Auslöser, unterschiedliche
Symptome und werden unterschiedlich diagnostiziert.
• Leitner zeigt eine Grafik zur Produktion verschiedenster Pestizide laut
Legende im Film selbst, bezieht sich in seinem Kommentar aber nur auf

DDT und organische Chlorverbindungen
• Leitner multipliziert die Polio-Kurve mit 7,75 ohne jede Erklärung
• Leitner erwähnt einen möglichen Zusammenhang zwischen Polio und
DDT, aufgrund der interessanten "Korrelation" seiner gezeigten Kurven.
Die Kurven haben allerdings so gut wie keine Ähnlichkeit, wenn man die
Verläufe betrachtet, nicht bloß die grobe Form.
Wenn man nun über seinen Tellerrand schaut, noch weiter hinterfragt und die
Quelle seiner Grafik sucht, erfährt man noch mehr. Der Sprachkommentar ist
falsch, die Legende stimmt, denn die Kurve zeigt nicht die DDT-Produktion,
sondern die Gesamtproduktion von vier verschiedenen Pestiziden. Nur zwei
davon sind organische Chlorverbindungen, die anderen beiden sind
Arsenverbindungen. Eine Arsenvergiftung führt übrigens wieder zu völlig
anderen Symptomen als Polio, nämlich (unter anderem) zu Durchfall,
Krämpfen, inneren Blutungen, Nieren- und Kreislaufversagen.
Es ist völlig unklar, was Polio mit dem Gemisch von vier Pestiziden zu tun
haben soll, die zum Teil unterschiedlicher nicht sein könnten, bis auf, dass sie
zu der Kategorie "Pestizid" gehören. Da hört die Ähnlichkeit aber schon auf,
das zusammenzuwerfen wäre so, als ob man Krokodile und Gänseblümchen
vergleicht, weil beides "Lebewesen" sind.
Ein weiteres Problem: Der Autor der Ursprungsgrafik hatte keine vollständigen
Daten zur DDT-Produktion und auch der -Nutzung. Er hat sie teilweise
geschätzt. Man kann sich nun fragen, wie akkurat die Einschätzung ist.

Geschichtliche Entwicklung
"Schauen wir also genauer hin was rund um die Kurve der Polioerkrankungen
in den USA passierte"
Hier spricht mir Leitner sogar einmal aus der Seele...aber nur mit einem Teil
seines Satzes: "Schauen wir also genauer hin"
Er erklärt die Polio-Kurve. Die Pestizidkurve im Hintergrund von vorher fehlt.

1948: Paul Müller erhält den Nobelpreis für die
Entdeckung von DDT.
Korrekt. Ein wenig mehr kann man hier lesen:
http://www.swissinfo.ch/eng/ddt--from-miracle-chemical-to-banned-pollutant/3253684
Leitners Wortwahl "vielfältige Anwendungsmöglichkeiten" und die
eingeblendete Werbung im Hintergrund erweckt allerdings den Eindruck, dass
DDT nun einen Höhepunkt der Popularität und Produktion erreicht hat. Wenn
hier allerdings auch gleichzeitig die Pestizidkurve zu sehen wäre, würde man
erkennen, dass 1948 ein Tiefpunkt der Produktion erreicht ist.

1952/1953: Die mysteriöse Krankheit der Kälber
Leitner berichtet von Kälbern, die stark DDT-belastet waren und
"Lähmungserscheinungen" aufwiesen. In seiner Kurve markiert er diesen Punkt
mit "Zusammenhang DDT & Polio". Wie schon erwähnt sind Lähmungen durch
Vergiftungen ein völlig anderes Problem als eine Infektionserkrankung - zumal
diese "Lähmungen" Kälber betrafen und die Krankheit Polio ausschließlich den
Menschen und Menschenaffen.
Aber eigentlich ist es völlig egal, denn wir werden hier angelogen. Die
Rinderkrankheit, die in den 1940er und 1950er Jahren beobachtet wurde,
nennt sich bovine Hyperkeratose oder auch "Disease X bzw. X-disease". Diese
Krankheit wird durch eine Vergiftung ausgelöst und vor allem Rinder sind für
diese Art von Vergiftung anfällig, das ist das einzige, was hier richtig ist. Diese
Krankheit hat aber nicht im Geringsten mit Lähmungen zu tun, sie hat völlig
andere Symptome. Sie löst Verhaltensänderungen bei den Rindern aus, eine
verstärkte Speichel- und Tränenproduktion, schwerwiegende
Hautveränderungen bei den Tieren und eine massive Schwächung des
Immunsystems, welche die Tiere sehr anfällig für zusätzliche
Infektionskrankheiten macht.
Zudem wird diese Vergiftung nicht durch DDT ausgelöst, sondern durch
chloriertes Naphthalin. Diese Substanz wurde als Holzschutzmittel und
Schmiermittel in Fütterungsanlagen verwendet. Die Tiere nahmen die Substanz
über ihr Futter auf und wurden vergiftet.
Beschreibung dieser Krankheit in:
Pathology of Domestic Animals
https://books.google.de/books?
id=2abYBAAAQBAJ&pg=PA589&lpg=PA589&dq=cattle+lubricant+naphthalene&source=bl&o
ts=341eGM6uC_&sig=BFWryAKoYBobWrxOZJOf5pM9VI&hl=de&sa=X&ei=ipzBVLacG4GhUNPtgegC&redir_esc=y#v=onep
age&q=cattle%20lubricant%20naphthalene&f=false
Historische Informationsbroschüre zur Hyperkeratose:
https://archive.org/details/hyperkeratosisof447unit
Diese Broschüre ist von 1959. Auch damals schon war der Grund für diese
Vergiftung klar. Es gibt nur zwei Leute, die trotz gegenteiliger Belege an ihrer
Vorstellung, dass DDT diese Krankheit auslöst, festhielten. Beide konnten ihre
Thesen nicht belegen, es wurden keine Experimente oder Studien von ihnen
durchgeführt. Chloriertes Naphthalin dagegen wurde ausgiebig getestet, als
der Verdacht der Vergiftungen aufkam und schnell als Ursache dieser
Vergiftungen erkannt.
The Excellent Powder: DDTs Political and Scientific History
https://books.google.de/books?
id=S2fvZsZwgQ4C&pg=PA366&dq=biskind+cattle+x&hl=de&sa=X&ei=wKTBVMrkA8X_Urr9
g-AJ&ved=0CCIQ6AEwAA#v=onepage&q=biskind%20cattle%20x&f=false
Pesticides and Neurological Diseases, Second Edition
https://books.google.de/books?

id=cb3wwQssiJAC&pg=PA115&dq=ddt+biskind+naphthylenes&hl=en&sa=X&ei=0KXBVN6H
NoGrU_vCgPAH&ved=0CCQQ6AEwAA#v=onepage&q=ddt%20biskind
%20naphthylenes&f=false
Die Thesen von Biskind und Wickenden, die an die DDT-Vergiftung glaubten,
wurden als falsch erkannt, ihre Arbeiten sind bedeutungslos. Nur Impfgegner
zitieren sie noch immer und immer wieder. Es war recht schwierig,
Hintergrundinformationen zu dieser Vergiftung zu finden, da sie schon sehr
lange nicht mehr auftritt (denn man weiß die Ursache ja schon längst und
nutzt natürlich entsprechende Holzschutzmittel nicht mehr) und es deshalb
wenige aktuelle Publikationen gibt. Bei Suchen mit dazugehörigen Stichwörtern
wird man dagegen erschlagen von Impfgegnerseiten, die sich wieder und
wieder gegenseitig zitieren, wie ein geschlossener Kreis.

1953: Dr. Kumm wird Leiter der "US-Polioforschung".
Leitner hat immerhin endlich die falsche Jahreszahl 1853 korrigiert, die seit
Jahren auf mehreren Impfgegnerseiten herumschwirrt (weil diese wohl
voneinander abschreiben). Dafür ist seine Betitelung "DDT-Lobbyist" wieder
falsch. Dr. Kumm war kein DDT-Lobbyist, er war ein Experte für tropische
Krankheiten. Er hat mehrere Studien durchgeführt, mit dem Ziel, die
Krankheiten Malaria und Gelbfieber einzudämmen. Als Kind seiner Zeit
betrachtete er natürlich das Insektenvernichtungsmittel DDT als
vielversprechend, eine solche Eindämmung zu erreichen, da diese Krankheiten
durch Insekten übertragen werden. Er selbst hatte aber keine Verbindungen
zur DDT-Industrie, obwohl es im Film durch die Wortwahl so klingt.
Er ist nicht Leiter der "US-Forschung" geworden, sondern Forschungsleiter
einer wohltätigen, nicht-staatlichen Organisation, der National Foundation for
Infantile Paralysis, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Krankheit Polio heilen oder
zuverlässig verhindern zu können. Spenden finanzierten die Organisation. Bis
heute, denn es gibt sie noch, inzwischen aber mit veränderter Zielsetzung
(Verringerung von Kindersterblichkeit), da ihr ursprüngliches Ziel erreicht
wurde, Polio gibt es in den USA nicht mehr. Diese Organisation verfügte
aufgrund der großen Spendenbereitschaft auch von Prominenten über
genügend finanzielle Mittel, um umfangreiche Forschungsarbeiten zu den
Polioimpfungen finanzieren zu können.
http://www.nytimes.com/1991/01/15/obituaries/henry-w-kumm-89- foundation-official.html

1954: Nobelpreis für die "Entdeckung" des Polio-Virus.
(NICHT!)
Falsch Falsch Falsch! Mehr Unwahrheit als das kann man kaum in so eine
kleine Textzeile packen. Es wurde schon 1908 erkannt, dass Viren für die
Krankheit Polio verantwortlich sind. 1931 wurde erkannt, dass es mehrere
Polioviren gibt (aber noch nicht, wie viele). 1949 wußte man nun, dass es

genau drei unterschiedliche Arten von Polioviren gibt. Und wieder im Jahr 1949
gab es einen gewaltigen Durchbruch in der Polioforschung: John Enders,
Thomas Weller und Frederick Robbins fanden einen Weg, Polioviren in
Zellkulturen aus Muskel- und Hautgewebe zu züchten. Vorher konnte man das
Virus nur in (lebendigen) Affen vermehren, oder in Kulturen aus
Nervengewebe. Beide dieser älteren Methoden waren ungeeignet, um damit
Viren zur Impfstoffherstellung produzieren zu können. Die Affenmethode aus
praktischen Gründen, man hätte viel zu viele Tiere benötigt. Bei der Methode
mit dem Nervengewebe hätte die Gefahr bestanden, dass das Nervengewebe
des Empfängers einer möglichen Impfung geschädigt wird. Die neue Methode
war also ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Polioimpfung. Und für diese
neue Methode, für die Anzucht in anderen Gewebekulturen, gab es 1954 den
Nobelpreis.
Es ist so einfach, selbst nachzuprüfen, wofür Nobelpreise verliehen wurden.
Man muss dazu nicht das geringste Hintergrundwissen über Impfungen haben,
einfach nach der Jahreszahl und dem Preis suchen und das Thema lesen.
Wieso kommt Leitner also mit so einer Falschaussage durch? Ich weiß es nicht.
Aber er selbst weiß sicherlich, dass seine Zielgruppe sich nie die Mühe
machen würde, selbst solche einfachsten Informationen zu
hinterfragen und selbst nachzuprüfen. Deshalb kann er diese
Unwahrheit völlig offen in dem Film platzieren.
http://www.historyofvaccines.org/content/timelines/polio
http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/1954/
http://amhistory.si.edu/polio/virusvaccine/history3.htm

1954/1955: Salk-Impfstoff
1954 wurde eine der größten medizinischen Studien überhaupt durchgeführt.
Diese Studie hatte alles, was Impfgegner bis heute von Studien verlangen, da
sie bis heute behaupten, dass es nie eine Studie mit diesen Kriterien gegeben
hätte.

Große Teilnehmerzahl in allen Teilnehmergruppen
(geimpft/Placebogruppe/ungeimpfte Kontrollgruppe), über 1,8 Millionen
Teilnehmer.

doppeltverblindet, niemand wusste, ob er die Impfung oder das Placebo
erhalten hat. Auch das medizinische Personal wusste nicht, was sie den
Teilnehmern geben.

randomisiert: Die Teilnehmer wussten nicht, welcher der Gruppen sie
zugewiesen werden

"echtes" Placebo: Impfgegner akzeptieren keine Studien mit
Aluminiumlösungen als Placebo (obwohl es je nach Fragestellung sehr
sinnvoll ist, diese zu verwenden), sondern verlangen Salzlösung als
Placebo, was es laut ihnen "noch nie in einer richtigen Studie gab!". Hier
wurde Salzlösung verwendet.

keine Finanzierung durch "die Pharma" oder den (von der Pharma

gekauften) Staat. Diese Studie wurde von einer unabhängigen
Wohltätigkeitsorganisation bezahlt, der National Foundation for Infantile
Paralysis.

Auswertung der Daten von einer weiteren unabhängigen Partei. Die
Studiendaten wurden nicht von den Forschern ausgewertet, die an der
Entwicklung der Impfung arbeiteten. Sie wurden auch nicht von der
Wohltätigkeitsorganisation, der Finanziererin der Studie, ausgewertet.
Die Universität von Michigan wertete die Studie aus.

http://www.stat.luc.edu/StatisticsfortheSciences/MeierPolio.htm
http://epirev.oxfordjournals.org/content/21/1/7.full.pdf
Die Studie war ein Erfolg. Es wurde gezeigt, dass die Impfung sicher ist und
das Risiko, an Kinderlähmung zu erkranken, deutlich reduziert.
Einen ausführlicheren und lebendiger geschriebenen Bericht zu der Studie und
den Umständen ihrer Veröffentlichung findet man dort:
https://www.facebook.com/504832609550389/photos/a.716435611723420.10
73741848.504832609550389/941357105897935/?type=3&permPage=1

1955: Cutter-Unglück
Am 12. April 1955 wurden die Ergebnisse dieser Studie der Öffentlichkeit
präsentiert. Ganz Amerika wartete sehnsüchtig auf die Impfung. Das ist keine
Überteibung, um die Dramatik zu steigern, es war tatsächlich so. Aus heutiger
Sicht ist es für uns unvorstellbar, welche Stimmung damals rund um die
Geschehnisse der Polioimpfung herrschte. Amerika hatte unglaubliche Angst
vor der Krankheit Polio. Es ist eine schreckliche Krankheit, die man wirklich
niemandem wünscht, aber selbst zu Hochzeiten der Polioepidemien in Amerika
war diese Krankheit kein bedeutender "Killer", selbst zu den schlimmsten
Zeiten war Polio relativ selten. Die Kinder starben auch dann zum größten Teil
an anderen Dingen, nicht an Polio. Trotzdem löste diese Krankheit eine massive
Angst in der Bevölkerung aus.
Als das positive Ergebnis verkündigt wurde, brandete ein Jubelsturm durch das
ganze Land. Wieder, es ist keine Übertreibung. Kirchenglocken läuteten, in
Fabriken wurde die Arbeit niedergelegt, Menschen weinten vor Glück. Ein
Zeitzeuge beschreibt die Szenen des Tages: "es war, als ob ein Krieg beendet
wurde". Jonas Salk wurde gefeiert, wie heute Profisportler oder Musiker
gefeiert werden.
Es gab jedoch Probleme. Nicht mit der Impfung. Salk selbst war zwar als
absoluter Perfektionist noch nicht zufrieden mit ihr, er wollte 100%ige
Wirksamkeit, aber die Impfung hat sich in der beispiellosen Feldstudie als
zuverlässig wirksam und sicher bewiesen. Die Probleme entfalteten sich an
anderer Stelle.

Das Zulassungswesen für Impfungen steckte noch in den Kinderschuhen. Die
Bundesbehörde, die für die Zulassung zuständig war, war winzig. Vom
Gesamtstab der kleinen Behörde waren nur zehn Personen wissenschaftlich
tätig. Keiner von diesen hat jemals mit dem Poliovirus gearbeitet. Das
Jahresbudget dieser Behörde umfasste ein Zwanzigstel der Summe, die die die
große Feldstudie der Stiftung gekostet hat. Direkt nach der Bekanntgabe der
Ergebnisse richteten sich alle Augen der Öffentlichkeit auf diese kleine
Behörde, sie waren am Zug zu entscheiden, ob die Impfung zugelassen werden
konnte. Fast alle Mitarbeiter dieser Behörde erhielten die relevanten
Informationen über diese Impfung selbst erst an diesem Tag. Sie hatten keine
Chance, die ausführlichen Ergebnisse der Studie (113 Seiten) und die
Protokolle über die Herstellung der Impfungen (ca. 40x 50 Seiten, also rund
2000 Seiten) durchzuarbeiten.
Sie erteilten die Zulassung, nur wenige Stunden nach der
Ergebnisveröffentlichung. Aber selbst diese schnelle Zulassung wäre kein
Problem gewesen, wenn die Behörde die gleichen Sicherheitsmaßstäbe
angesetzt hätte wie Salk und die Stiftung. Die Firmen, die die Impfung für die
große Feldstudie produzierten, mussten bei der Herstellung ein umfangreiches
Protokoll von 55 Seiten, von Salk persönlich abgesegnet, befolgen. Die
Bundesbehörde verlange von den Firmen dagegen nur die Einhaltung von
"Mindestanforderungen", die in einem 5-Seiten-Dokument zusammengefasst
waren.
Die Stiftung verwendete in der Studie nur Impfchargen von Firmen, die
zuverlässig hohe Qualität der Impfungen gewährleisten konnten: Sie mussten
11 Chargen hintereinander produzieren, ohne, dass in einer davon ein Mangel
bei der Inaktivierung des Virus auftrat. Wenn nur in einer Charge davon ein
Fehler auftrat, mussten sämtliche andere Chargen auch verworfen werden und
die Firma wieder bei 0 anfangen. Die Bundesbehörde dagegen verlangte nur
schwammig "Konsistenz" bei der Produktion der Impfstoffe, ohne das näher zu
definieren. Im Salkprotokoll zur Herstellung während der Studie war seitenlang
beschrieben, wie das Virus inaktiviert werden muss. Die Bundesbehörde gab
den Firmen dazu 5 grobe Sätze vor, Details, wie die Inaktivierung vonstatten
gehen sollte, wurde den Firmen nicht gegeben. Die Stiftung verlangte
zwingend, dass bei der Herstellung das Virus mit Hilfe von Formaldehyd
inaktiviert werden musste. Salk hat umfangreiche Berechnungen und Versuche
dazu durchgeführt und den Firmen entsprechende Vorgaben gemacht. Die
Bundesbehörde stellte den Firmen frei, andere Methoden zur Inaktivierung zu
verwenden, wie z.B. die Inaktivierung durch UV-Licht, obwohl es dazu keinerlei
Sicherheits- oder Wirksamkeitsstudien für den Menschen gab.
Das alles und noch einiges mehr wurde nicht als problematisch erkannt. Es
wurde am selben Tag mit der Auslieferung der Impfungen begonnen.

Zwei Wochen nach der Zulassung gab es Berichte über Kinder, die wenige Tage
nach Verabreichung der Impfung Lähmungen entwickelten. Die Fälle wurden
geprüft, man konnte einen Zusammenhang zu der Impfung erkennen.
Genaugenommen einen Zusammenhang zu einer Charge eines bestimmten
Herstellers, nämlich Cutter. Die Behörde prüfte die Protokolle dieser Firma und
erkannte keine Unregelmäßigkeiten. Die Mitarbeiter wussten allerdings nicht,
dass ein Drittel der Chargen von Cutter durch die Sicherheitstest fiel. In diesen
Chargen befanden sich Lebendviren. Die Firmen waren jedoch nicht
verpflichtet, diese Informationen der Behörde weiterzugeben. Aus heutiger
Sicht erkennt man selbst als Laie an jeder Ecke des Prozesses der Zulassung
Fehler, damals allerdings steckte das Zulassungswesen in den Kinderschuhen.
Man hatte keine Erfahrung.
Die Behörde erhielt die Informationen über die fehlerhaften Chargen erst Tage
später. Ein weiteres Problem: Die Bundesregierung konnte keine Zulassung
entziehen. Sie hatte das Recht, eine Zulassung zu erteilen, ohne die Firmen
ihre Impfungen nicht vertreiben konnten. Sie hatte jedoch kein Recht, diese
Zulassung einfach wieder zu entziehen! Sie konnte nur eine Empfehlung
abgeben und der Hersteller selbst entscheiden, ob er die Zulassung wieder
"zurückgibt"! Ein Entzug der Zulassung wäre nur nach einem langen Verfahren
unter Sichtung verschiedenster Beweismittel möglich gewesen, keine
kurzfristige Maßnahme.
Die Behörde nahm Kontakt zu Cutter auf und verlangte, dass die Firma ihre
noch nicht verabreichten Impfungen zurückziehen sollte. Cutter tat dies
glücklicherweise. Das Ganze geschah mit einer beeindruckenden
Geschwindigkeit. Am 24. April gegen Mittag gab es in einem örtlichen
Gesundheitsamt die erste Meldung über ein Kind, das einige Tage nach der
Impfung Lähmungen entwickelte. In den folgenden Stunden gab es mehr
Meldungen. Am 25. April erhielt die Zulassungsbehörde für Impfstoffe
Kenntnis von diesen Meldungen. Behördenmitarbeiter und Experten beriefen
darauf eine Notsitzung in der Nacht ein, es wurde diskutiert, wie es dazu kam
(die Fälle ließen sich auf den Impfstoff von Cutter zurückführen, nicht auf die
anderen Firmen) und welche Maßnahmen man ergreifen kann. Am 27. April um
10:00 wurde Kontakt zu Cutter aufgenommen. Die Firma reagierte mit einem
Telegramm an alle Stellen, die von ihr Impfungen erworben hatten mit dem
Aufruf, ab sofort keine einzige ihrer Impfungen mehr zu verabreichen und die
Impfstoffe zurückzugeben. Das Telegramm ging um 10:37 raus. Insgesamt
waren weniger als 48 Stunden vergangen seit der Kenntnisnahme der ersten
Meldungen gelähmter Kinder (bei denen man zum Zeitpunkt der Meldung noch
nicht wissen konnte, ob es an der Impfung lag oder ein unglücklicher Zufall, es
hätte auch sein können, dass sich diese Kinder kurz vor der Impfung mit dem
Wildtyp infiziert hatten).
So ungenügend uns heute die damaligen Strukturen zur Zulassung
vorkommen, so gut aber funktionierten die Strukturen zur
Informationserhebung und -weitergabe, wie man an der schnellen Reaktion

erkennen kann. Diese Strukturen waren zwar nicht für die Überwachung von
Impfungen geschaffen, sondern um im Falle eines Giftgasangriffes oder
anderer biologischer Waffen schnell reagieren zu können, erwiesen sich jedoch
auch in diesem Fall als äußerst nützlich.
Nicht nur die Cutter-Impfungen wurden zurückgehalten, sondern wenige Tage
später auch sämtliche andere Polioimpfungen. Man wusste noch nicht, was bei
Cutter schiefgelaufen war und man wollte keine weiteren Schäden riskieren.
Wiederum wenige Tage darauf wurde wieder angefangen, die Polioimpfung
herauszugeben - von den anderen Firmen, die nicht diese Probleme hatten
(Leitner erwähnt nichts davon, er spricht nur von der Aussetzung der
Zulassung). Es reichte jedoch nicht, um alle Kinder zu impfen. In den zwei
Wochen zwischen der ersten Zulassung und dem Cutter-Unglück konnten zwar
ca. 10.000.000 Kinder geimpft werden, auch in der (vorsichtigeren) zweiten
Impfkampagne nach dem Unglück wurden viele Kinder erreicht, jedoch betraf
dieser Impfschutz fast "nur" die Kinder, die im Jahr 1955 Erst- oder
Zweitklässler waren. Es gab auch in diesem Jahr eine Polioepidemie. Betroffen
waren die Kinder anderer Altersklassen, die Erst- und Zweitklässler waren
geschützt.
Cutter könnte heute nicht mehr passieren. Die Zulassung von Impfstoffen wird
nicht mehr irgendwie nebenbei betrieben, sondern sehr viel ernster
genommen, gerade auch wegen des Cutter-Unglücks. Das für mich Tragischste
an diesem Unglück aber: Cutter hätte auch damals nicht passieren müssen.
Man kann sich nicht herausreden mit "ach, die wußten halt damals noch
weniger, war halt eine andere Zeit". Man hatte den großen Feldversuch zur
Polioimpfung durch die Stiftung. Man hatte nicht nur das positive Ergebnis zur
Sicherheit und Wirksamkeit, man hatte auch das Ergebnis, dass hohe
Ansprüche an die beteiligten Impfstoffhersteller zu qualitativ sehr hochwertigen
Produkten führten. Die Informationen waren da. Cutter wäre nie passiert,
wenn die Bundesbehörde die hohen Ansprüche der Stiftung übernommen
hätte.
Warum habe ich dieses Unglück an dieser Stelle so ausführlich
beschrieben, obwohl Leitner in seinem Film nicht darauf eingeht?
Warum beschreibe ich ausführlich ausgerechnet ein Ereignis, welches
als eines der größten Unglücke in der Geschichte der Impfungen
beschrieben wird, obwohl ich es mir auch hätte einfach machen
können, indem ich dieses Unglück ignoriere, wenn Leitner schon nichts
dazu sagt? Genau deshalb: WEIL er nichts dazu sagt!
Genau an dieser Stelle sieht man nämlich glasklar das typische
Impfgegnerverhalten, nicht alles an verfügbaren Informationen zu berichten,
sondern nur den Teil, der einem gerade in den Kram passt. Warum nun sollte
so ein Unglück ausgerechnet Impfgegnern nicht in den Kram passen,
es wäre eine wunderbare Steilvorlage für das Impfgegnertum? Weil

Leitner in dem Film minutenlang versucht hat, eine Verbindung
zwischen Polio und DDT zu schaffen. Das Cutterunglück zeigt überaus klar
und deutlich, was für Lähmungen und Todesfälle durch Polio verantwortlich ist:
Polioviren. Die Cutterimpfungen waren nicht korrekt inaktiviert, es befanden
sich Lebendviren in ihnen. Die Kinder, die damit geimpft wurden, wurden der
Krankheit selbst ausgesetzt, ganz genau so, als ob sich alle von ihnen
ungeimpft im Zentrum einer wilden Polioepidemie befunden hätten. Der Anteil
der Kinder, die daraufhin Polioerscheinungen entwickelten (alles zwischen der
leichten Form, die zu keinen Lähmungen führt bis hin zu den Lähmungen und
Todesfällen) entspricht genau dem Anteil der Kinder, die in den vorherigen
Polioepidemien, als gar keine Impfung verfügbar war und alle Kinder gleich
verwundbar waren, von der Krankheit und ihren Folgen betroffen waren.
Cutter zeigt also eindeutig Polioviren als Ursache für die Krankheit
Polio. Das passt nicht in die mühsam zusammengeschusterte DDTGeschichte (wurde oben schon ausgeführt, warum diese Geschichte sowieso
auf sehr wackeligen Beinen steht). Hätte Leitner Cutter erwähnt, wäre die
DDT-Geschichte in sich zusammengefallen und seine Zuschauer hätten
den Widerspruch bemerkt. Seine Lösung war, seinen Zuschauern diese
wichtige Information vorzuenthalten.
Liebe Zuschauer des Films, ihr wurdet manipuliert. Ein Dokumentarfilm würde
alle relevanten Informationen zeigen und dem Zuschauer offen lassen, was er
daraus macht. Und das Cutterunglück ist eine überaus relevante Information,
wenn es um Polioimpfungen in den 50er Jahren geht. Das Unglück führte zu
einem Wendepunkt, ja eigentlich sogar zur Erschaffung eines verlässlichen
Zulassungswesens.
Ein Propagandafilm, ein Film der schlicht Stimmung machen will, zeigt dagegen
nur das, was in die Agenda des Filmmachers passt. Genau so, wie es an dieser
Stelle passiert ist.
(Wer mehr über das Cutterunglück lesen will, sollte von Paul Offit "The Cutter
Incident: How America's First Polio Vaccine Led to a Growing Vaccine Crisis"
lesen, die hier gegebenen Informationen über das Unglück entstammen dieser
Quelle).
Weiter im Film:

1957: Massenimpfungen?
Leitner spricht von einer "erstmals massenhaften Nutzung" der Spritzimpfung.
Man kann sich nur fragen, was er damit meint. In den zwei Wochen zwischen
der Zulassung im April 1955 und dem Cutterunglück wurden ja nur 10.000.000
Impfdosen ausgegeben, ist für Leitner also wohl noch nicht viel oder gar eine
"Massenimpfung", vermutlich aufgrund der Verteilung über den unendlich
langen Zeitraum von zwei Wochen (Entschuldigung, an dieser Stelle bleibt nur
noch Sarkasmus, der Polioabschnitt im Film ist für mich nur noch unerträglich).

Insgesamt wurden 1955 rund 30.000.000 Impfdosen verabreicht - teilweise
nach Cutter, denn das Impfprogramm wurde im selben Jahr wieder gestartet,
was Leitners Aussage falsch macht. Bis Ende 1956 wurden insgesamt rund
100.000.000 Dosen verabreicht. Einhundert Millionen, vor 1957, vor Leitners
"Einsetzen der Massenimpfungen". Zahlen für 1957 liegen mir leider nicht vor,
diese müssen aber erstaunlich hoch sein, wenn einhundert Millionen
Impfungen vorher in seiner Welt noch nicht als "massenhaft eingesetzt" gelten.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2031288/pdf/pubhealthreporig001370009.pdf?origin=publication_detail

Polio in Deutschland
Leitner erklärt nun endlich das Diagramm, welches er am Anfang von diesem
Abschnitt gezeigt hat. Es handelt sich um die Todesfälle durch Polio seit 1949
in Deutschland. Natürlich wieder die Todesfälle, nicht etwa die
Erkrankungszahlen, obwohl diese viel deutlicher mit dem Einfluss von
Impfungen verknüpft sind. Todesfallzahlen ändern sich nicht nur durch
Einführungen von Impfungen. Die Zahl der Todesfälle verringert sich auch
durch andere medizinische Fortschritte. Patienten, die zu früheren Zeiten
gestorben wären, können durch diese Fortschritte eher überleben - wenn auch
teilweise mit Langzeitfolgen durch die Krankheit. Aber solche Langzeitfolgen
tauchen in Todesfallstatistiken nicht auf. Die Zahl der Erkrankungsfälle wird
weniger von weiteren Fortschritten in der Medizin beeinflusst als die Zahl der
Todesfälle. Fortschritte in der Medizin, die keine Impfungen sind, führen
hauptsächlich zu einer besseren Behandlung einer Krankheit und damit zu
einem besseren Ergebnis für den Patienten. Die Krankheit ist trotzdem da, der
Erkrankungsfall für die Statistik ist noch da und auch das Risiko für
Folgeschäden und Tod ist immer noch da, wenn auch kleiner.
Impfungen dagegen sorgen für eine Prävention. Die Krankheit ist nicht mehr
da, sie taucht auch nicht mehr (bzw. weniger, je nach Durchimpfungsrate und
Wirksamkeit des entsprechenden Impfstoffes) in Statistiken zu den
Erkrankungszahlen auf.
Wobei logischerweise auch die Todesfälle aufgrund einer Krankheit
zurückgehen, wenn die Krankheit selbst mehr und mehr verschwindet.
Insofern kann man schon einen Einfluss von Impfungen auf Todesfallzahlen
erkennen, wenn die Impfung die Krankheit selbst weit zurückdrängt (durch
gute Impfraten), jedoch eher "unscharf"/grob/undeutlich. Denn der andere
wichtige Faktor, die Behandlungsmöglichkeiten, spielt auch mit hinein und
macht es schwer, exakt zu bestimmen, was durch die Impfung erreicht wurde.
Man darf auch nicht den Umkehrschluss ziehen, von einem Rückgang der
Todesfälle auch einen Rückgang der Krankheit selbst abzuleiten. So etwas geht
nur durch präventive Maßnahmen, wie Impfungen, nicht durch bessere
Behandlungsmöglichkeiten.
Um sich also differenziert mit dem Einfluss von Impfungen
auseinanderzusetzen, muss man die Fallzahlen der Krankheit betrachten. Denn
genau diese sollen durch Impfungen verringert werden. Es ist unehrlich und

Meinungsmache, dem Zuschauer hier bloß die Todesfälle zu zeigen.
Trotz alledem nun kann man sogar bei diesem Diagramm im Film ganz gut
sehen, was passiert, wenn Impfungen zur Verfügung stehen, aber (fast) nicht
genutzt werden im Gegensatz zu Impfungen, die gut genutzt werden. Die
Salkimpfung wurde in Westdeutschland 1954 eingeführt. 1955 wurde die
Impfung nach dem Cutterunglück und aufgrund zunehmender Skepsis (die
auch schon 1954 deutlich spürbar war) ausgesetzt. Die Impfung wurde in
diesem Zeitraum allerdings kaum verabreicht, es waren nur so wenige
Menschen geimpft, dass kein Einfluss auf die Todesfälle festzustellen war.
1956 wurde die Impfung langsam wieder eingeführt. Nicht ca. 1958, wie es in
dem Diagramm suggeriert werden soll (wahrscheinlich, weil es zu verlockend
war, den Pfeil genau in das Tal vor dem starken Anstieg der Todeszahlen zu
setzen!), aber diese Falschaussage ist hier eigentlich völlig egal. Die Impfung
war zwar da, aber es hat sich schlicht so gut wie niemand impfen
lassen. Es herrschte in der Bevölkerung eine große Skepsis, bis 1960 waren
gerade einmal 5% der Bevölkerung gegen Polio geimpft. Man braucht sich also
nicht wundern, dass man in diesem Diagramm nicht einmal einen winzigen
Einfluss der Impfungen auf die Todeszahlen sehen kann. Es waren zu wenig
Menschen geimpft, um die Krankheit merklich zurückdrängen zu können.
So etwas passiert, wenn Impfungen verfügbar sind, aber nicht genutzt werden.
Leitner bzw. Buchwald (denn es ist wieder ein altbekanntes Diagramm, keine
eigenständige Arbeit von Leitner) zeigen also klar und deutlich, was passiert,
wenn sich nach Einführung einer neuen Impfung so gut wie niemand
impfen lässt. Es bleibt alles auf dem Stand knapp vor der
Impfeinführung. Das ist eine Folge des Impfgegnertums.
Ende 1961 wurde dann die Schluckimpfung eingeführt. Und diese hatte einen
dramatischen Rückgang der Krankheitsfälle zur Folge. Und aufgrund des
massiven Einflusses auf die Zahl der Erkrankungen lässt sich hier auch gut
festmachen, dass auch die Todesfälle massiv zurückgingen. In Leitners
Diagramm ist es nicht zu erkennen, es ist viel zu grob. Die Kurve ist sehr dick
gezeichnet, der Abstand zwischen den Jahrzehnten dagegen recht klein, man
sieht nicht sehr deutlich, in welchem Jahr die Impfeinführung gewesen sein
soll. Irgendwas zwischen 1961 und 1962 ist zu erkennen, was ja der Wahrheit
entspricht, nur wäre es an dieser Stelle aufgrund des massiven, quasi
sofortigen Einfluss der Impfung überaus wichtig gewesen, wirklich exakt und
deutlich zu arbeiten. Eine winzige Verschiebung des Pfeils bedeutet einen völlig
anderen Eindruck beim Betrachter, nämlich entweder "die Impfung hat einen
unglaublichen Rückgang bewirkt!" oder "Hm, die Zahlen sind doch schon weit
unten, was soll die Impfung dann noch?".
Leitners Darstellung erweckt den zweiten Eindruck beim Zuschauer.
Um einen ähnlichen Fehler zu vermeiden, zeige ich hier kein eigenes, exakteres
Diagramm, sondern die reinen Todeszahlen im fraglichen Zeitraum. Jeder Leser
kann diese Information selbst beurteilen und ist nicht auf die Interpretation

eines Diagramms angewiesen, bei dem man durch Liniendicke, Abstand und
Kennzeichnung der Zeitleiste und der Impfeinführung in jede Richtung tricksen
kann.
Jahr

1955

1956

1957

1958

1959

1960

1961

1962

1963

1964

Todes- 255
269
219
144
182
281
305
31
17
5
fälle
(Impfeinführung ab November 1961, also zu spät, um noch Einfluss auf die
Zahlen des Jahres zu haben)
Nach 1964 bleiben die Todesfallzahlen einstellig oder betragen sogar 0.
Und der Vollständigkeit halber auch die Erkrankungsfälle:
Jahr

1955

1956

1957

1958

1959

1960

1961

1962

1963

1964

Erkrank- 3155
ungsfälle

4237

2402

1750

2114

4198

4673

296

241

54

Jeder kann sein eigenes Urteil über diese Zahlen fällen (entnommen aus
Statistik meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten
http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/reYwfdwOXfVLs/PDF/220lwYF098W2I.pdf )
Die Schluckimpfung übrigens wurde, im Gegensatz zur Spritzimpfung vorher,
sehr gut angenommen. Innerhalb eines Jahres, also von Ende '61 bis Ende '62
waren schon ca. 42% der Gesamtbevölkerung geimpft. Leitner spricht nun
davon, dass der Rückgang der Todeszahlen "zu schön um wahr zu sein" ist, da
laut ihm nur ein Teil der Kinder geimpft worden wäre. Das klingt bei ihm so, als
ob der größte Teil die Impfung noch überhaupt nicht bekommen hätte. So war
es aber vor 1960 bei der Spritzimpfung, als Leitner so großspurig von der
"Verdoppelung der Todeszahlen" sprach. Da erwähnte er nicht, dass nur ein
sehr kleiner Teil der Gesamtbevölkerung geimpft war. Bis Ende 1962, genau
zu der Zeit des massiven Rückgangs der Todesfälle, wurden 72% der
Kinder unter 15 Jahren geimpft. Der Großteil aller Kinder also. Aber ja, die
Impfung umfasste die allererste Zeit nur den Typ 1 der Krankheit. Also den,
der für 80% der Fälle von Kinderlähmung verantwortlich ist, die beiden
anderen Typen treten deutlich seltener auf. Ab 1963 schon wurde auch gegen
den Typ 3 geimpft, ab 1964 dann gab es Impfungen, die alle drei Typen
umfassten.

Quellen und weitere Informationen in:
Polioschluckimpfung in der Bundesrepublik:
http://www.polio-initiative-europa.de/medien/Newsletter_Schlucki.pdf

Vaccine Innovation and Adoption: Polio Vaccines in the UK, the Netherlands and West
Germany, 1955–1965
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1592614/
Zusammenhang zwischen Impfungen und Inzidenz und Mortalität von
Infektionskrankheiten. Zeitreihenanalysen mit Meldedaten zu Diphtherie, Pertussis,
Poliomyelitis und Tetanus von 1892 bis 2011 in Deutschland
http://www.diss.fuberlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000014046/Diss_S.Klein.
pdf
From Emergence to Eradication: The Epidemiology of Poliomyelitis Deconstructed
http://aje.oxfordjournals.org/content/172/11/1213.full
Leitner versucht, mit der Einblendung eines Films (Flugzeug, das
Pflanzenschutzmittel ausbringt) wieder einen Bogen zur DDT-Anwendung zu
schaffen. Leider hat er unvollständig gearbeitet und Daten zu Poliofällen in der
DDR vergessen. Hier ist nämlich interessant, dass in der DDR DDT in der Landund Forstwirtschaft deutlich länger eingesetzt wurde als in der BRD. Trotzdem
gingen dort die Poliofälle massiv zurück, als 1960 mit Massenimpfungen mit
der Schluckimpfung begonnen wurde. Zwei Jahre vor der großen DDT-Angst,
die durch ein 1962 erschienenes Buch (The Silent Spring von Rachel Carson)
ausgelöst wurde. In der DDR wurde die Nutzung von DDT erst in den 70er
Jahren immer mehr reduziert, letzte große Ausbringungen von DDT fanden
allerdings noch 1983 und 1984 statt. Der letzte Fall einer durch den Wildvirus
ausgelösten Polioerkrankung trat in der DDR 1963 auf, lange vor den
Beschränkungen der DDT-Nutzung.
Quellen wieder:
Zusammenhang zwischen Impfungen und Inzidenz und Mortalität von
Infektionskrankheiten. Zeitreihenanalysen mit Meldedaten zu Diphtherie, Pertussis,
Poliomyelitis und Tetanus von 1892 bis 2011 in Deutschland
http://www.diss.fuberlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000014046/Diss_S.Klein.
pdf
Statistik meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten
http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/reYwfdwOXfVLs/PDF/220lwYF098W2I.pdf
Und zu DDT: http://www.umweltprobenbank.de/de/documents/profiles/analytes/10059
Weiter im Film, es wird nun allerdings leider noch wirrer als zuvor.

Diagnoseverschiebung
Die nichtparalytische Form von Polio war nicht nur vor 1962, sondern schon
immer und überall die mit Abstand häufigste Form der Krankheit, wie oben
schon beschrieben. Wenn Polio nicht nur häufig, sondern ausschließlich diese
Symptome auslösen würde, würde wohl kein Mensch an der Impfung geforscht
haben. Es geht um die seltenen, furchtbaren Fälle, bei denen es zu schweren

Lähmungen und zum Tod kommt. Diese verschiedenen Schweregrade lassen
sich nicht trennen! Beides hat die gleiche Ursache, nur verschiedene
Häufigkeiten.
Leitner legt in einem neuen Diagramm nun die Erkrankungsfälle an Polio und
an Meningitis übereinander. Plötzlich hat er also doch die Erkrankungsfälle zur
Hand, leider hat er den Beginn der Schluckimpfung zu spät eingezeichnet. Die
Pfeilspitze liegt irgendwo leicht rechts neben dem Mittelpunkt zwischen den
Jahren 1960 und 1965, bezeichnet also ein Datum irgendwo um Ende '62 oder
Anfang '63 herum. Diese kleine Unaufmerksamkeit führt wieder, wie schon
oben bei den Todesfällen erklärt, zu einem völlig falschen Eindruck beim
Zuschauer. Die Impfung begann Ende '61, nach der letzten großen
Polioepidemie, und wurde direkt sehr gut akzeptiert. Seitdem gab es keine
annähernd so große Epidemie mehr in Deutschland, in diesem Diagramm sieht
es aber so aus, als seien die Erkrankungszahlen ganz von selbst so stark
zurückgegangen.
Die zweite Kurve ist mit "Erkrankungen an Meningitis & Encephalitis"
beschrieben. Das ist eine sehr undifferenzierte Angabe, denn es gibt nicht "die"
Meningitis. Meningitis bezeichnet ein Krankheitsbild, das verschiedenste
Ursachen als Auslöser haben kann. Es gibt bakterielle und virale Auslöser,
weitere Auslöser können aber auch Pilze sein, Hirntumoren, Drogen und Gifte,
Parasiten und anderes. Diese Darstellung im Film ist so, als ob man eine
andere konkrete Krankheit wie Masern mit einem allgemeinen Krankheitsbild
wie "Husten und laufende Nase" vergleicht.
Aber Leitner differenziert ja noch in seinem Text: "...nannte man plötzlich
nichtinfektiöse Meningitis und Enzephalitis". Er meint also Ursachen, die nichts
mit übertragbaren Krankheitserregern zu tun haben. Aber woher hat er (bzw.
der Autor des ursprünglichen Diagramms, denn Leitner sagt es selbst, er hat
es wieder nicht selbst erarbeitet) die Zahlen dazu? Wie schauen wieder in
"Statistik meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten“
http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/reYwfdwOXfVLs/PDF/220lwYF098W2I.pdf
nach. Darin geht es zwar um übertragbare Krankheiten, wie der Name schon
sagt, nicht um nichtinfektiöse Erkrankungen, aber gerade im Fall von
Meningitis ist es interessant, dort nachzuschauen, denn mit zunehmenden
Erkenntnissen über verschiedene Ursachen der Meningitis hat man den
Krankheitsbegriff neu definiert, um zwischen den verschiedenen Ursachen
differenzieren zu können.
Mir sind leider keine Zahlen zur nichtinfektiösen Meningitis bekannt, ich habe
aber mal die Kurve in dem Diagramm mit den Zahlen zur übertragbaren
Meningitis verglichen und erstaunliches festgestellt: Es sieht so aus, als hätte
er verschiedene der differenziert erfassten Zahlen zur übertragbaren Meningitis
einfach zusammengefasst um so neue Erkenntnisse und verbesserte
Diagnosemethoden völlig zu ignorieren! Ganz davon abgesehen, dass dieses

grobe Gemisch verschiedener Zahlen nun rein gar nichts mit
nichtübertragbarer Meningitis zu tun hat. War es Absicht von Leitner, um den
Zuschauer komplett zu verwirren, war es einfach nur schludrig recherchiert
oder hat er diese Daten etwa völlig unhinterfragt übernommen, also einem
scheinbaren Experten nachgeplappert?
Ende der 40er und in den 50er Jahren gab es eine Reihe von neuen
Entdeckungen in der Virologie. Man entdeckte verschiedene Enteroviren (zu
denen auch die Polioviren gehören), wie Coxsackieviren oder Echoviren.
Symptome der Infektionen durch sie können ähnlich sein mit Symptomen einer
Polioinfektion, die ein sehr breitgefächertes Bild an möglichen Schweregraden
hat. Mit zunehmender Differenzierung und neuen Diagnosemöglichkeiten
(Virusbestimmung im Labor) konnte nun erkannt werden, dass für einige
polioartige Erkankungen andere Viren die Auslöser waren. Selbstverständlich
hat man diese dann nicht mehr als Poliofälle erfasst, obwohl man dies in
früheren Zeiten mit weniger genauen Methoden vielleicht getan hätte. Es ist
also nicht so, dass sich "Polio" nun hinter "neuen Erkrankungen" verbirgt,
vielmehr ist es komplett andersherum. Polio wird durch Polioviren ausgelöst
und durch nichts anderes (wie am Fall des Cutterunglücks leider sehr gut zu
sehen). Früher konnte man aufgrund fehlender Virusbestimmungsmethoden
ausschließlich nach dem klinischen Bild gehen, also nach dem, wie sich die
Krankheit im Patienten äußert. Da Polio nun sehr unterschiedliche
Verlaufsformen hat, wurden sehr wahrscheinlich auch Krankheiten durch
andere, da noch unbekannte Viren als "Polio" bezeichnet. In der hohen Zahl
der Poliofälle vor den 60er Jahren verbergen sich also diese "neuen"
Krankheiten, nicht umgekehrt.
Impfgegner wird das nicht überzeugen, denn die Grafik von Leitner ist schön
bunt und so eingängig präsentiert. Es könnte dann ja auch sein, dass es "Polio"
also kaum bis gar nicht gegeben hat, sondern eben haufenweise andere
Viruserkrankungen, die damals wie heute fortbestehen, wie in der Grafik mit
den zwei Kurven zu sehen. Dass eine Impfung gegen "Polio" also sowieso
nutzlos ist, weil es das nie so wirklich gab und diese Impfung natürlich schon
gar nicht vor den anderen Viren schützen kann.
Nur...wo sind dann die Kinder in den eisernen Lungen hin? Die Kinder,
die mühsam mit Schienen an den Beinen versuchen zu laufen? Leitner
versucht, den Gedanken an diese Fälle beim Zuschauer auszublenden,
indem er die Grafik mit Worten zur nichtparalytischen Form einleitet.
Aber die eine Form gibt es nicht ohne auch die andere! Nicht in der
gleichen Person natürlich, aber Polioviren lösen bei einem Teil der Erkrankten
die nichtparalytische Form aus. Andere Betroffene müssen mit Lähmungen
kämpfen. Beides hat die gleiche Ursache. Wenn seine Ausführungen also
stimmen würden, dass man tatsächlich die Krankheit, die durch
Polioviren ausgelöst wird, hinter einer neuen Diagnose "versteckt"
hätte, wo sind dann die Kinder geblieben, die von der schweren Form
betroffen sind? Hat man die auch versteckt?

Informationen zu Enteroviren:
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Enteroviren/Kompendium.html
Zu den USA: Leitner tut nun so, als hätte es in den 50er Jahren dort keinen
einzigen Fall nichtbakterieller Meningitis gegeben (ach, jetzt doch wieder
nichtbakteriell, also einschließlich übertragbarer, viral bedingter Meningitis?).
Was richtig ist, es wurde in diesem Zeitraum kein einziger Fall dieser Meningitis
gemeldet. Diese Fälle wurden nicht erfasst. Sie waren trotzdem da, sonst hätte
es kaum Studien wie diese gegeben:
Encephalitis and aseptic meningitis, Olmsted County, Minnesota, 1950-1981: I. Epidemiology
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6148911
Und wieder stellt sich bei seiner "Erklärung" die Frage, wenn Polio umbenannt
wurde, wo ist dann die schwere Variante der Krankheit geblieben?

Loibners wirre Gedanken
Es kommt nun Dr. Johann Loibner zu Wort.
(https://www.psiram.com/ge/index.php/Johann_Loibner) Dieser Mann
behauptet über Experten der WHO, dass diese die Krankheit Pocken nur
anhand von Bildern aus Lehrbüchern kennen. Er zeichnet ein Bild von
weltfremden Experten, die von ihrem Elfenbeinturm herabsteigen um den
Afrikanern ihre Krankheiten zu erklären. Subtilen Rassismus gibt es neben
solch einem Vorwurf auch noch obendrauf.
Er selbst aber als bodenständiger Mann ganz nah am echten Geschehen in
Afrika kann anhand eines einzigen Bildes laut seiner eigenen Aussage
erkennen, was in Afrika passiert ist. Er als weißer Mann erklärt also den
Afrikanern und dem Rest der Welt, dass diese "neue" Krankheit in Wirklichkeit
die als begraben geltenden Pocken sind.
http://www.donotlink.com/dlnx
Loibner spricht von"Hunderten Gelähmten in den Vereinigten Staaten". Der
Anfang seines Textes wurde wohl weggeschnitten, aber wahrscheinlich bezieht
er sich auf die Schluckimpfung in den USA. Diese Impfung hat als
Lebendimpfung ein sehr geringes Risiko, Lähmungen bei dem Empfänger der
Impfung auszulösen. Sowas kommt ungefähr ein einziges Mal pro 2,4 Millionen
verabreichter Impfdosen vor. Ja, aufgrund dessen kam es tatsächlich zu
"hunderten" Fällen: 79 Fälle zwischen 1961 und 1972, 138 Fälle zwischen 1973
und 1984 und 125 Fälle zwischen 1980 und 1994. Selbst, wenn man alle diese
Fälle zusammenrechnet und somit ignoriert, dass einige Fälle in den zwei
späteren Zeiträumen wahrscheinlich doppelt erfasst sind aufgrund der
Überlappung der Zeiträume, kommt man auf 342 Fälle von 1961 bis 1994. In
dem Zeitraum wurden hunderte von Millionen Impfdosen verabreicht. Das
relativiert doch ein wenig den Eindruck, den Loibner erzeugen möchte,
nämlich, dass es so viele Schädigungen gegeben hat, dass man sie nicht mehr
ignorieren konnte.

"Die Amerikaner haben dann begonnen, diese Impfung einzustellen und gegen
die sogenannte "Spritzimpfung" auszutauschen, die wiederum vor der
Schluckimpfung als die Schädlichere gegolten hat."
Falsch. Er versucht beim Zuschauer ein Bild von zwei Impfungen zu erzeugen,
die beide irgendwie schädlicher als die jeweils andere sind und man deshalb
die Wahl zwischen Pest und Cholera hat. Die Spritzimpfung hat nicht als
schädlich gegolten. Ihre Sicherheit wurde durch die große Feldstudie und auch
ihrer Anwendung danach eindrücklich bewiesen. Man hatte Bedenken zu ihrer
Schutzwirkung. Es war noch nicht klar, wie lange die Schutzwirkung durch sie
gewährleistet wurde. Man traute einer Lebendimpfung, die der natürlichen
Infektion und Reaktion des Körpers darauf viel mehr ähnelte, eine längere
Schutzwirkung zu.
Und auch das Cutterunglück hat seine Spuren hinterlassen. Zur Erinnerung,
daran war nicht die Impfung selbst schuld, sondern unzureichende
Produktions- und Testmethoden des Herstellers und unzureichende
Anforderungen für die Zulassung.
Weitere Gründe für den Wechsel zur Schluckimpfung waren politischer Natur.
Diese lassen sich hier leider nicht in Kürze zusammenfassen aufgrund
verschiedenster beteiligter Personen. Wer jetzt aber an Verschwörungstheorien
glauben möchte und daran, dass bestimmt irgendetwas "von oben"
vorgegeben und versteckt werden sollte, dem sei gesagt, dass diese
politischen Gründe weitaus menschlicherer Natur waren. Es ging um
persönliche Konkurrenz von Einzelpersonen, um wahrgenommene Kränkungen,
um das Gefühl, zu kurz gekommen zu sein und einiges mehr. Kein
umspannendes Netz, das irgendwas verbergen sollte, sondern schlicht um
kleine, menschliche Konflikte an verschiedensten Stellen.
Wer mehr darüber lesen will, dem lege ich das Buch Polio: An American Story
von David M. Oshinsky sehr ans Herz. Dort ist ausführlich beschrieben, wer im
Laufe der Geschichte der Polioimpfungen was und warum tat und welche
Folgen es hatte. Alle Informationen sind ausführlich mit Auszügen aus
Originaldokumenten und umfassenden Quellenangaben belegt, und trotzdem
ist das Buch keine dröge Abhandlung, sondern sehr spannend und lebendig
geschrieben. Unbedingt lesen, wer sich über die Entwicklung der
Polioimpfungen informieren will!
Nach diesem Einschub geht es weiter mit Loibner. Die Schluckimpfung wurde
nach Jahrzehnten erfolgreicher Nutzung ausgetauscht gegen die Spritzimpfung,
ja. Allerdings wurde nicht die "alte" Spritzimpfung aus den 50er Jahren neu
aufgelegt, wie es Loibner und wenige Sekunden zuvor auch Leitner glauben
machen wollen. 1978 wurde eine neue Methode zur Herstellung der
Spritzimpfung entwickelt, die so produzierten Impfungen hatten eine größere
Wirkung als die alte Spritzimpfung. Sie ist eine verbesserte Version.
Weiter sagt er, dass dadurch nun plötzlich viele Dosen der Schluckimpfung
"übriggeblieben" waren (etwa bis heute?! Oder was will er andeuten?) und in
die Länder der dritten Welt verschifft wurden, weil man ja nichts mehr damit

anfangen konnte, diese Impfungen aber dafür noch gut genug sind. Wieder
erhalten wir also einen kleinen Einblick in ein kolonialistisches Weltbild...
Zudem versucht er zu vermitteln, dass eine der beiden Impfungen schlechter
ist, als die andere. Jedoch dreht er sich damit im Kreis, erst findet er die
Spritzimpfung "schädlicher", also schlechter, dann ist plötzlich die
Schluckimpfung schlechter. So entlarvt er sich also selbst als jemand, der
einer Ideologie anhängt und nicht aufgrund von Fakten urteilt.
Richtig ist, keine der beiden Impfungen ist besser oder schlechter. Beide haben
verschiedene Vor- und Nachteile. Wie schon erwähnt hat die Schluckimpfung
den Nachteil des extrem geringen, aber doch vorhandenen Risikos zur
Auslösung von Lähmungen, bei der Spritzimpfung ist das nicht möglich. Die
Schluckimpfung bietet schneller nach der Verabreichung Immunität, bei der
Spritzimpfung dauert es etwas länger. In Gebieten mit akuten Polioausbrüchen
kann es also zu spät sein, wenn man mit der Spritzimpfung impft, wenn sich
die Person vor dem Eintritt der Schutzwirkung ansteckt und die Krankheit
erleben muss. Die Schluckimpfung kann bei mehreren Personen wirken,
obwohl sie nur einer einzigen Person gegeben wird. Die geimpfte Person kann
das Impfvirus ausscheiden und die Umgebung "mitimpfen", dass ist bei der
Spritzimpfung mit inaktivierten, "toten" Viren nicht möglich. Allerdings besteht
genau dadurch auch die Gefahr einer Mutation des Impfvirus zu einer
krankheitsauslösenden Variante und damit die Gefahr von
Krankheitsausbrüchen. Die Spritzimpfung ist teurer und schwieriger zu
verabreichen, man braucht steriles Zubehör (Nadeln) und medizinisch
ausgebildetes Personal, um sie fachgerecht spritzen zu können. Die
Schluckimpfung kann sogar von Laienhelfern verabreicht werden, dadurch
werden Impfaktion in entlegenen Gebieten einfacher.
Je nachdem, welche Voraussetzungen in einem bestimmten Gebiet bestehen,
ist es also sinnvoller, die eine oder die andere Impfung zu verwenden. Es gibt
keine Patentlösung für alle Länder, man muss die individuellen Gegebenheiten
betrachten. Deshalb haben bis heute beide Impfungen ihren berechtigten Platz
auf den hoffentlich letzten Metern bis zur Ausrottung der Krankheit Polio.
Mehr darüber, warum man welche Impfung verwendet und welche Fragen sich
dabei stellen findet man in:
OPV vs IPV: Past and Future Choice of Vaccine in the Global Polio Eradication Program
http://www.abtassociates.com/reports/2003412377280_88928.pdf
Zahlen zu den Lähmungen durch die Polioimpfung aus:
VACCINE-ASSOCIATED POLIOMYELITIS IN THE UNITED STATES, 1961–1972
http://aje.oxfordjournals.org/content/104/2/202.short
Vaccine-associated paralytic poliomyelitis. United States: 1973 through 1984
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3029445
Poliomyelitis Prevention in the United States: Introduction of A Sequential Vaccination
Schedule of Inactivated Poliovirus Vaccine Followed by Oral Poliovirus Vaccine;

Recommendations of the Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP)
http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/00046568.htm#
Zum Schluss möchte Leitner nochmal das Bild der Diagnoseverschiebung beim
Zuschauer festigen, das scheint also sein wichtigstes Argument in diesem
Abschnitt zu sein. Zusammengefasst nochmal meine Rechercheergebnisse
dazu: Neue Diagnosemöglichkeiten und Erkenntnisse zu Viren haben
vorher unbekannte Formen der Meningitis "herausgeholt" aus dem
"Versteck" der Poliodiagnosen. Außerdem lässt sich die lähmungsfreie
Polio nicht trennen von der schweren Form, beide werden durch
Polioviren ausgelöst. Wenn es eine Verschiebung und Verschleierung
wie von ihm genannt gäbe, gäbe es auch immer noch gelähmte Kinder,
die die schwere Form erleiden würden.

Fazit
Hier ist für mich der absolute Tiefpunkt des Filmes erreicht. Nichts von der
versprochenen "harten Fakten" ist hier zu sehen. Dieser Abschnitt, der mit
seinem Spannungsaufbau am Anfang wohl als Krönung aller vorgestellten
Diagramme wirken soll, ist wirr und voller Falschheiten. Die Lügennase, die er
Prof. Dr. Burger im eingeblendeten Videoausschnitt vom RKI anzeichnet, haben
hier andere Personen mehr als verdient. Es passt außerdem ins Bild, dass er
diese Lügennase direkt nach einem Ausschnitt eines Videos der Global Polio
Eradication Initiative bringt. So wird wieder einmal manipuliert und subtil der
Eindruck erweckt, dass die beinahe vollständige Ausrottung von Polio nur
gelogen ist. Aber nochmal die Frage, wo sind dann die Kinder in
eisernen Lungen und mit Schienen an den Beinen?
Hier ist übrigens das ganze Video zu sehen: https://www.youtube.com/watch?
v=AfmwcShVeM0
Was bleibt aus diesem Abschnitt? Ach ja, er leitete ihn mit der Aussage "der
vermeintlich größte Erfolg der Impferei ein". Hier hat er tatsächlich
immerhin einmal recht, die annähernd vollständige Ausrottung von
Polio ist wirklich nicht der größte Erfolg des Impfens, denn es gibt die
Krankheit immer noch in wenigen Teilen der Erde. Es ist bisher "nur"
der zweitgrößte Erfolg nach der Ausrottung der Pocken (warum sagt er
zu diesen im ganzen Film eigentlich kein einziges Wort? Gehört so
etwas Wichtiges nicht in einem Film, der eine Dokumentation über das
Impfwesen sein möchte?).

43:00 Impfungen für arme Länder?
Direkt nach den letzten beiden Videoausschnitten, die Leitner in seinen Film
eingebunden hat, kommt wieder Bert Ehgartner zu Wort. Er meint, dass die
Wahrscheinlichkeit, im eigenen Garten von einem Himmelskörper erschlagen
zu werden, tausendmal größer ist, als Polio oder Diphtherie zu bekommen.
Aber das seien Dinge, die so eine historische Macht und Last haben, dass
niemand mehr untersucht und auch niemand hinterfragt - ja, was genau soll
untersucht und hinterfragt werden? Wir Zuschauer wissen es nicht, Leitner hat
Ehgartner nicht ausreden lassen, sondern mitten im Satz weggeschnitten.
Jedenfalls geht es gerade bei Polio und dem 99%-Spot, den Leitner selbst
wenige Sekunden vor diesem Statement gezeigt hat, nicht um "den eigenen
Garten". Wie einfach wäre es, jetzt, da der "eigene Garten" poliofrei ist, die
Augen zu verschließen vor den Problemen im Rest der Welt.
Und Leitner tut dies. Er flüchtet sich in "während bei uns die Seuchen
nachweislich durch bessere Lebensumstände beseitigt wurden, stecken
Weltgesundheitsbehörde WHO und Bill Gates, der reichste Mann der Welt,
Milliarden in Impfprogramme."
Nein, es gibt keinen Nachweis dafür, dass bessere Lebensumstände
Infektionskrankheiten beseitigt haben. Bessere Lebensumstände haben dazu
beigetragen, die Anzahl der Todesfälle zu verringern. Größere Hygiene trägt
auch dazu bei, dass sich Krankheiten nicht mehr ganz so sehr ausbreiten, wie
vor einhundert Jahren oder noch früher. Keine hygienische Maßnahme der Welt
ist aber in der Lage, eine Krankheit wie die Masern oder Polio zu "beseitigen",
also komplett verschwinden zu lassen. Das geht nur, wenn die
Ansteckungskette unterbrochen wird, und zwar durch Impfungen.
Ausführlichere Erklärungen zu dem Rückgang verschiedener Krankheiten findet
man in den Texten zu den Diagrammen.
Im Film folgt nun ein Auftritt des Gynäkologen Christian Fiala, Mitglied der
AIDS-Leugner-Gruppierung "Rethinking AIDS"
(http://www.donotlink.com/dn01). Laut ihm wäre eine wirkliche Hilfe gegen die
Not in Afrika eine Verbesserung der Versorgung mit sauberem Trinkwasser und
Nahrung.
Leitner schlägt in dieselbe Kerbe:"Doch Geld fließt stattdessen in
Impfprogramme. Kann man die Folgen von Elend und Armut einfach
wegimpfen?"
Und Fiala bestärkt noch einmal, dass durch Medikamente und Impfprogramme
das Elend nicht verhindert werden würde. Sauberes Wasser fehlt, aber das
würde von Europa und Nordamerika kaum zur Kenntnis genommen.

Leitner schafft hier einen künstlichen Gegensatz. Wer sich für Impfungen
einsetzt, ignoriert nach seiner Argumentation andere Probleme in armen
Ländern.
Und das ist wieder falsch. Am Anfang blendete er ein Video von Bill Gates ein,
in dem dieser über Poliobekämpfung sprach. Die Bill und Melinda Gates
Foundation setzt sich nicht ausschließlich für Impfungen ein. Sie versucht, in
vielen weiteren Bereichen Hilfe zu leisten, nämlich unter anderem im Bereich
der Ernährung und landwirtschaftlichen Entwicklung und im Bereich Wasser
und Hygiene. Weiter setzt sie sich dafür ein, die Sterblichkeit von
Neugeborenen und Müttern zu verringern, und zwar längst nicht nur durch
Impfungen, sondern durch Hilfsmittel zur Versorgung von Blutungen nach der
Geburt und der Nabelschnur, durch Förderung von Hautkontakt zwischen
Mutter und Baby und durch Maßnahmen zur Förderung des Stillens.
Das waren nur wenige Beispiele der Dinge, für die sich Bill Gates mit seiner
Stiftung einsetzt, weiteres hier: http://www.gatesfoundation.org/de/What-WeDo
Interessant, dass in diesem sehr kurzen Abschnitt auch eine Großaufnahme
davon zu sehen ist, wie Fiala sich seine Hände wäscht. Wollen er oder Leitner
ihre Hände in Unschuld waschen, nachdem sie gerade angedeutet haben, dass
sich Hilfsprogramme im Bereich der Krankheitsverhinderung und im Bereich
der allgemeinen Lebensbedingungen gegenseitig ausschließen? Denn dadurch
schaffen sie Misstrauen gegenüber Hilfsorganisationen. Ein Zuschauer, dem zu
diesem Zeitpunkt des Films schon kräftig das Gefühl "eingeimpft" wurde, dass
man überall nur belogen wird, außer von Leitner selbst, wird nicht unbedingt
größere Spendenbereitschaft für solche Organisationen zeigen. Nun gut,
dadurch bleibt bei der Zielgruppe natürlich mehr im Geldbeutel, um
Publikationen wie diesen Film zu finanzieren, besser wird die Welt dadurch
allerdings nicht...

45:33 „Das Impfmantra“ / Stiko
"Doch Kritik am Impfen wird ignoriert, stattdessen wird gebetsmühlenartig das
sogenannte Impfmantra immer wieder und wieder wiederholt":
Nein, Kritik am Impfen wird nicht ignoriert.
Häufig wird in den Medien, wenn es um Berichterstattung zum Thema Impfen
geht, darauf geachtet, "beide Seiten" darzustellen. Das ist bei Themen
angebracht, wo es um die persönliche Interpretation oder Meinung von etwas
geht. Bei einem Thema wie dem Impfen, wo es um die Darstellung von reinen
Fakten gehen sollte, verzerrt eine derartige falsche Balance das Bild. Es
erweckt den Eindruck, dass es zwei gleichwertige Seiten gäbe, die auf
Augenhöhe miteinander streiten. In Wirklichkeit ist es aber so, dass es auf der
einen Seite die überwältigende Mehrheit an Wissenschaftlern gibt, die täglich
immer wieder unterschiedlichste Aspekte des Themas Impfen untersuchen und
bearbeiten. Die Ergebnisse dieser Arbeit sieht man an der Fülle von Studien zu
dem Thema, und es werden täglich mehr.
Auf der anderen Seite dagegen stehen einzelne Personen, die täglich neue
Bestätigung ihrer negativen Meinung zum Thema Impfen suchen. Sie bedienen
sich bei den Forschungsergebnissen der Wissenschaftler, suchen sich dort
allerdings nur das heraus, was ihr Weltbild stützt. Selbst forschen sie nicht. Bis
auf Dr. Hartmann veröffentlicht keiner der im Film gezeigten "Impfexperten"
wissenschaftliche Arbeiten zum Thema. Und auch Hartmanns wissenschaftliche
Tätigkeit ist schon lange nicht mehr aktuell.
Ein Beispiel, wie das RKI Kritik am Impfen gerade nicht ignoriert sondern
darauf eingeht:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.
html
Weitere Informationen zur "falschen Balance":
http://undsci.berkeley.edu/article/sciencetoolkit_04
http://rationalwiki.org/wiki/Balance_fallacy
Im Übrigen zeigt sich hier wieder einmal Manipulation durch die Wortwahl.
"Kritik" ist etwas Differenziertes, bestimmte Fragen, die sich stellen, Punkte,
die diskutiert werden können. Was Leitner eigentlich meint: Simples
Dagegensein wird ignoriert. Und das ist auch richtig, wieso sollte sich jemand
mit Leuten auseinandersetzen wollen, die sowieso eine Verweigerungshaltung
pflegen, egal, wie sehr man versucht, mit ihnen zu diskutieren. Die Kraft ist
doch viel besser in den Umgang mit tatsächlicher, differenzierter Kritik
investiert, von der im besten Fall beide Seiten profitieren können.
Das "Impfmantra" also nun, Leitner leiert es herunter, während der Text in
Anspielung auf den Film Matrix vor einem schwarz-grünen Hintergrund gezeigt
wird.

"Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten präventiven
Massnahmen (sic) der Medizin. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich;
bleibende unerwünschte gravierende Arzneimittelwirkungen werden nur in
ganz seltenen Fällen beobachtet."
An dieser Stelle wird sich wohl sehr auf die Schriften von Hans Tolzin bezogen.
Jener propagiert in seinen Texten häufig ein Bild von "den weltfremden Leuten
im weißen Kittel", die den normalen Menschen auf der Straße mit diesem
"Mantra" ruhigstellen wollen. So, dass der "normale Mensch" keinesfalls mehr
hinterfragt. Diese typische Darstellung, die Leitner mit seiner MatrixAnspielung aufgreift und noch verstärkt, findet sich in vielen der Texten von
Tolzin auf seiner Webseite. Er versucht, dem "kleinen Mann" eine Stimme zu
geben, und zwar Tolzins eigene Stimme. Nicht umsonst wohl ist er selbst gleich
auch wieder im Film zu sehen.
Was von beiden unterschlagen wird: Texte, die diesem "Mantra" ähnlich sind,
werden nicht als alleinige Antwort auf Fragen von "normalen Menschen"
gegeben. Texte wie diese werden als Einleitung auf Informationsseiten
verwendet, wie auch auf der Seite http://www.impfen.de/impfen/warum-impfen/ ,
von der Leitner diesen Textschnipsel entnommen hat. Und obwohl selbst
meiner Meinung nach ausgerechnet diese eine Seite nicht unbedingt zu den
ersten Anlaufstellen gehört, wenn man Fragen zum Thema Impfen hat, findet
man auch dort noch einige konkretere und weiterführende Informationen.
Aber auch auf anderen Seiten werden ähnliche Texte zur Einleitung verwendet,
wie z.B.: "Tatsächlich gibt es in der Wissenschaft keinen Zweifel daran, dass
Schutzimpfungen zu den sichersten und wirksamsten Vorsorgemaßnahmen
gehören, über die die Medizin heute verfügt." wenn man http://www.stiko.de/
aufruft. Aber das sind natürlich nicht die einzigen Informationen auf Seiten wie
diesen.
Liebe Leser, bitte glaubt nicht dem Eindruck, den Tolzin und weitere bei euch
erwecken wollen. Auf Impfinformationsseiten findet man deutlich mehr als nur
Phrasen, die einen ruhigstellen sollen, ohne eure Fragen wirklich zu
beantworten. Bitte hinterfragt auch die Worte von Leitner und co. und
schaut euch doch einfach selbst mal auf diesen Seiten um, und sei es
nur, um mich zu widerlegen. Ihr habt nichts zu verlieren.
Nach dem Vorlesen des Textausschnittes wiederholt Leitner übrigens wieder
einmal sein eigenes Mantra von den bedeutungslosen Impfungen. Ich verweise
dazu wieder auf die Texte zu den einzelnen Diagrammen. Es wird aber auch
durch ständiges Wiederholen nicht richtiger. Aber es setzt sich natürlich im
Geist des Zuschauers fest, mehr möchte er wohl auch gar nicht.
Leitner stellt die Frage: "Wirksamkeit: Welche Voraussetzungen muss ein
Impfstoff erfüllen, damit er von der Stiko empfohlen wird?"
Tolzin wird gezeigt, wie er einen Ordner mit den ihm zugesendeten
Sitzungsprotokollen der Stiko aufschlägt. Er blättert wenige Seiten des gut
gefüllten Ordner auf, auf diesen gezeigten Seiten sind viele Passagen

geschwärzt. Bei mir entsteht der Eindruck, dass ihm fast ausschließlich
geschwärzte Seiten zugesendet wurden, mit denen niemand etwas anfangen
kann. Tolzin selbst hat diese Protokolle auf seine Seite zum Download
bereitgestellt: http://www.donotlink.com/dnjg . Ich habe das gesamte Dokument
durchgeblättert und dabei festgestellt, dass der Eindruck im Film wieder einmal
völlig täuscht. Es ist fast alles frei lesbar, am häufigsten wurden nur einzelne
Namen geschwärzt. Man sieht, was diese Personen gesagt haben,
übrigens auch kritische Meinungen zu verschiedenen Themen sind dort
zu lesen, man sieht nur nicht immer, wer es war. Lange geschwärzte
Passagen wie im Film zu sehen, gibt es in diesen Dokumenten nur selten.
Auch die Antwort der Stiko auf die Anfragen von Tolzin ist dort zu lesen.
Besonders interessant ist diese Passage: "Um größte Transparenz der Arbeit
der Stiko zu ermöglichen, haben wir uns im Hinblick auf den Schutz der
internen Beratungen darauf beschränkt, die handelnden Akteure unkenntlich zu
machen, soweit es um den Austausch von Meinungen zu rein fachlichen
Fragestellungen ging. Lediglich bei Strategiefragen haben wir auch die
Diskussionsinhalte geschwärzt. Diese betreffen beispielsweise die
Arbeitsweisen oder Ausblicke auf künftig zu erwartende Themenfelder."
Ich finde es nicht sehr verwunderlich, dass die Stiko ausgerechnet einem der
bekanntesten Impfgegner keinen leichten Einblick in den Umgang mit
Strategiefragen geben will. Im übrigen sollten gerade auch Impfgegner ein
großes Interesse daran haben, dass persönliche Daten und umfassende
Einblicke in die Arbeitsweise nicht direkt für jeden zugänglich sind. Wären sie
das, hätte auch "die Pharma" leichten Zugang dazu und könnte derartige
Informationen für eigene Interessen ausnutzen.
Im Film spricht Leitner über die Schwierigkeiten, die Tolzin hatte, diese
Protokolle zu bekommen. Er spricht in der Gegenwart, als ob es immer noch so
wäre. Dabei sind die Protokolle seit März 2013 auch auf Seiten der Stiko selbst
frei downloadbar:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Protokolle/protokolle_node.html
Tolzin spricht nun über eine "Analyse", die die Ärzte für individuelle
Impfentscheidung e.V. durchgeführt haben und dabei massive
Interessenskonflikte bei einem Großteil der Stiko-Mitglieder erkannt haben will.
Ich habe diese Analyse auf der Webseite des Vereins leider nicht finden
können, sondern nur in verschiedenen Artikeln auf der Seite entsprechende
(verunglimpfend wirkende) Hinweise auf diese Interessenskonflikte ohne
weitere Quellen. Dazu wird von Tolzin gleich noch der Schluss gezogen, dass
die Mitglieder mit Interessenskonflikten die Minderheit ohne diese regelmäßig
überstimmen würden.
Auf den Seiten zur Stiko findet man zum Umgang mit Interessenskonflikten
weitergehende Informationen:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Mitgliedschaft/Interessenskonflikte/i
nteressenskonflikte_node.html
Die Mitglieder der Stiko sind verpflichtet, vor jeder Sitzung mögliche

Interessenskonflikte anzugeben. Gibt es Interessenskonflikte, darf dieses
Mitglied bei Beratungen und Beschlussfassungen, die damit kollidieren
könnten, nicht mitwirken. Es geht also nicht, dass diese Mitglieder die anderen
überstimmen, sie machen bei diesen Abstimmungen gar nicht erst mit.
Auf der Webseite dazu ist angegeben, dass diese Informationen dem Stand
15.06.2011 entsprechen (nachgesehen Februar 2015). Diese Informationen
waren also lange vor den Dreharbeiten zu dem Film verfügbar, sie wurden
trotzdem nicht verwendet, sondern lieber das einfache Bild von PharmaMarionetten gepflegt, die irgendwas "für die Hersteller" abstimmen.
Es wundert also nicht, dass im Film nun Kritik an der Stiko aufgrund
mangelnder Transparenz aus dem Jahr 2007 gezeigt wird. Die Stiko von
damals war eine andere als heute, man kann seit Jahren über mögliche
Interessenskonflikte auf der Webseite lesen. Es ist transparenter geworden,
was man schon leicht daran sieht, dass im Film eben jene Kritik aus 2007
verwendet werden musste, es gab wohl nicht Aktuelleres, was man hätte
kritisieren können.
Im Film wird nun die Veränderung des Impfkalenders gezeigt. Es beginnt
wieder mit einem Fehler, auch 1972 schon gab es mehrere Impfungen. Es gab
aber nur eine einzige Pflichtimpfung, die Pockenimpfung. Und auch heute gibt
es keine "34 Impfdosen" für ein Baby im ersten Lebensjahr. Es gibt
Kombinationsimpfstoffe, dadurch erhält ein Kind im ersten Lebensjahr (je nach
verwendeten Impfstoffen) zwischen 9 und 11 Impfungen:
3
3
2
1
1

x 6fach-Impfstoff
x Pneumokokken-Impfstoff (seit Sommer 2015 nur noch 2)
oder 3 x Rota-Impfstoff (je nach herstellender Firma)
x MMR-Impfstoff
x Varicellen-Impfstoff

Jede Krankheit als einzelne Impfdosis zu werten, ist einfach nur unlauter und
verzerrt das Bild. Zumal sich die einzelnen "Dosen" extrem unterscheiden. In
manchen sind Bruchstücke von Viren, in anderen wieder abgeschwächte,
vermehrungsfähige Viren und in der Tetanusimpfung gar kein Teil des
Krankheitserregers selbst, sondern das Gift von diesem in unschädlicher Form.
Es ist schlicht sinnlos, das alles zusammenzuwürfeln und jedes als "eine Dosis"
zu zählen, dazu sind die verschiedenen Impfstoffe viel zu unterschiedlich.
Dr. Hartmann ist nun wieder zu sehen und spricht ausführlich über seine
Vermutungen, welchen Einfluss die Pharmalobby wohl auf die Stiko ausübt.
Ohne Belege natürlich oder wenigstens ohne etwas konkreter zu werden,
deshalb bleibt für nur das, was ich oben zu diesem Thema schon gesagt habe.
Auch stetige Wiederholung der gleichen Vermutungen machen diese nicht
wahrer.
Und nebenbei: Leitner ist bei diesem Abschnitt in keiner Weise auf seine selbst
aufgeworfene Frage "Welche Voraussetzungen muss ein Impfstoff erfüllen,

damit er von der Stiko empfohlen wird?" eingegangen. Er hat nicht dazu
recherchiert, nichts erklärt, sondern nur die Stiko von vor acht Jahren kritisiert.
Wer wissen möchte, wie die Stiko ihre aktuellen Empfehlungen begründet,
kann hier lesen:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Begruendung/begrue
ndung_node.html
Und wer wissen möchte, wie es überhaupt zu einer neuen Empfehlung kommt,
sollte diese Zusammenfassung und die Links zu ausführlicheren Erklärungen
lesen:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Aufgaben_Methoden/methoden_nod
e.html
Dass die Stiko nicht jede Impfung, die die Pharmaindustrie präsentiert, freudig
durchwinkt, kann man übrigens auch daran sehen, dass es in Deutschland
aktuell immer noch keine Empfehlung für die Meningokokken B-Impfung gibt.
Die Impfung ist seit über einem Jahr hier verfügbar, aber sie wird nicht
empfohlen, obwohl sie gegen den Serotypen B wirkt, der hierzulande am
häufigsten für die Erkrankung verantwortlich ist.

50:00 „Wirksamkeit“, aber eigentlich:
Hepatitis B / Titermesswerte allgemein /
Was in Studien nicht gefragt werden darf
Hepatitis B
Leitner meint nun, die Hepatitis B-Impfempfehlung beurteilen zu können und
kommt, wie von ihm zu erwarten, zu dem Ergebnis, dass diese für Säuglinge
sinnlos ist. Gleichzeitig wird wieder das Baby aus dem Vorspann gezeigt, in
dem Leitner den Zuschauer schon auf "ich muss dieses Baby beschützen"
geprägt hat. An Impfungen als Schutz wird der Zuschauer zu diesem Zeitpunkt
längst nicht mehr denken, wurde ihm schon im Vorspann Angst davor
"eingeimpft" und diese im Laufe des Films immer wieder bestätigt und
gefestigt.
Dr. Kneissl äußert sich wieder, uns Zuschauern noch gut in Erinnerung durch
seine launigen Kommentare zu Bier und Tetanus, die deutliche Wissenslücken
zeigten. Die sehen wir auch bei diesem Thema wieder. Dass, was er ausführt,
nämlich, dass Hepatitis B durch Drogenkonsum und Geschlechtsverkehr
weiterverbreitet wird, gilt heute, da Impfungen zur Verfügung stehen,
für Erwachsene. Vor der Einführung der Impfung infizierten sich in den USA
schätzungsweise 16.000 Kinder jährlich durch Personen im eigenen Haushalt,
die Hepatitis B-Träger waren, oder auch durch alltägliche Kontakte ausserhalb
der Familie.
Hepatitis B Virus Infection: Epidemiology and Vaccination
www.researchgate.net/profile/Lyn_Finelli/publication/7027678_Hepatitis_B_virus_infection
_epidemiology_and_vaccination/links/0deec52717a178dcad000000.pdf
Kneissl beschreibt in schillerndsten Farben, das Hepatitis B eine Krankheit in
bestimmten Risikogruppen sei und das dieses Risiko nicht für behütete Babys
und Kleinkinder gelten soll. Er ist nicht der erste, der diese Idee hatte, ein Blick
in die Geschichte zeigt uns das.
Ab 1982 stand in den USA die erste Hepatitis B-Impfung zur Verfügung. Die
ersten Jahre wurde diese nur für Hochrisikopersonen empfohlen, genau also
für die Menschen, die Kneissl so bunt beschrieben hat. Das Problem: Man
konnte diese Menschen aus verschiedenen Gründen nicht gut erreichen, sie
hatten keinen Zugang zu der Impfung oder waren sich schlicht nicht bewußt,
dass sie Risikogruppen angehören. Auch Personen im Gesundheitswesen waren
nicht gut in der Lage, Risikopersonen zu identifizieren und ihnen die Impfung
zu empfehlen. Es passierte genau das, was wir schon in Deutschland zur
Einführung der Spritzimpfung gegen Polio gesehen haben: Impfungen, die
verfügbar sind, aber nicht genutzt werden, bringen keinen Erfolg!
Fast 10 Jahre später, also, nachdem man genügend Erfahrungen gesammelt
hatte, änderte man die Strategie. Ab 1991 wurde die Immunisierung von
Säuglingen gegen Hepatitis B empfohlen. Ab diesem Zeitpunkt waren deutliche

Erfolge zu sehen. Seit 1990 ging dort die Rate von akuten Hepatitis BInfektionen um 75% zurück. Den größten Rückgang, nämlich 94%, gab es bei
Kindern und Jugendlichen, also genau den Personen, an die sich die neue
Empfehlung richtete. Und das sind genau die Personen, die laut Kneissl ein
verschwindend geringes Risiko für die Krankheit hatten, aber wieso gingen die
Zahlen dann nach der Impfempfehlung so stark zurück?
Achievements in Public Health: Hepatitis B Vaccination --- United States, 1982--2002
http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/mm5125a3.htm
Pink Book: Hepatitis B
http://www.cdc.gov/vaccines/pubs/pinkbook/downloads/hepb.pdf

Impfstoffzulassung nur anhand von Laborparametern?
Herr Leitner und Herr Kron beschreiben nun ihre Vorstellungen zur
Impfstoffzulassung. Sie vermitteln den Eindruck, dass es nur wichtig sei, dass
ein Impfstoff irgendeine Form von Antikörpern erzeugt, nicht, dass die
Krankheit selbst verhindert werde. Wir schauen in die Vorgehensweise der
Stiko zur Zulassung von Impfungen:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Aufgaben_Methoden/SOP.pdf?
__blob=publicationFile
Im Abschnitt Fragenkomplex zu Impfstoffen finden wir nun den Punkt
"Wirksamkeit der Verhinderung definierter Endpunkte in klinischen Studien
und/oder im „Feld“ aus Anwendungsbeobachtungen ggf. differenziert nach
Alter und Risikogruppe ".
Hier sieht man, dass es nicht nur auf Titermessungen ankommt, sondern
gerade auch auf Erfahrungen "im Feld", also gerade da, wo die Krankheit
ausbricht oder verhindert wird. Noch deutlicher wird es im Anhang des gleichen
Dokuments. Dort findet sich eine Liste zur Bewertung von Studien. Es werden
verschiedene Punkte aufgelistet, die eine Studie entweder abwerten, also
unwichtiger für die Beurteilung zur Impfempfehlung werden lassen, oder sie
aufwerten. Bei den Kriterien zur Abwertung findet man: "Interventionen und
Studienendpunkte der gefundenen Studien entsprechen nicht genau der PICOFrage. Z.B. serologische Parameter als Surrogat für die Effektivität einer
Impfung." Die Stiko kritisiert also selbst ganz genau so Studien, die sich
alleine auf Titermessungen beziehen. Und sie bewertet Studien als
qualitativ hochwertiger, wenn dieser Punkt erfüllt ist: "Nachweis einer DosisWirkungsbeziehung. Z.B. signifikant stärkerer Effekt einer Impfung auf die
Krankheitslast in der Bevölkerung bei höheren Impfquoten ".
Im Film wird versucht, eine Trennung zu schaffen zwischen dem, was der
Mensch auf der Straße von der Impfstoffzulassung erwartet und dem, was
irgendwo unbeobachtet oben im Elfenbeinturm passiert. Diese Trennung
existiert so nicht. Auch die Stiko möchte nicht nur irgendwelche
lebensfernen Laborwerte sehen, sondern den tatsächlichen Effekt im
Leben der Bevölkerung.

Kron:
"Der einzige Beweis, dass ein Impfstoff funktioniert, ist die sogenannte
Serokonversion. Das heißt, wir spritzen da oben einen Impfstoff rein, und
machen 3, 6, 12 Wochen später eine Blutabnahme, und finden im Blut nun
irgendwelche Antikörper, die angeblich gleichgestellt sind für eben
Masernantikörper oder Mumps-"Impf"-Antikörper, die dann eben
gleichbedeutend sein sollen mit Schutz. (Schnitt) Wie zum Beispiel erklärt die
Schulmedizin die Tatsache, wenn wir Kinder gegen Masern impfen, die
trotzdem die Masern bekommen können, aber eben verharmlost. Das dürfte ja
theoretisch gar nicht sein. Wenn ein Kind natürlich die Masern durchgemacht
hat und es hat zirkulierende Antikörper gegen diese echten Masernerreger,
Masernviren, dann wird die Masern, werden die Masern nie wieder auftreten.
Also es ist in der Medizin durchaus Wissen schon seit über 40, 50 Jahren in der
Immunologie, dass zirkulierende Antikörper nicht gleichbedeutend zu setzen
sind mit Schutz."
Nein. Es gibt einen weiteren Beweis, dass ein Impfstoff funktioniert: Der
Rückgang der Erkrankungszahlen nach seiner Einführung. Wo sind die Pocken
hin? Wie konnte Polio in Deutschland quasi von einem Jahr zum nächsten
annähernd verschwinden? Woher wußten Menschen wie Edward Jenner, die die
allerersten Impfungen entwickelten, dass sie funktionierten, wenn sie doch in
einer Zeit lebten, in der es den Begriff „Serokonversion“ und sämtliche
wissenschaftliche Erkenntnisse dazu noch nicht einmal gab?
Weiter werden hier ein paar Dinge vermischt und dadurch zu ungenau
wiedergegeben. Ja, es gibt Menschen, die erkranken, obwohl sie
empfehlungsgemäß geimpft wurden. Die Aussage oben erweckt aber den
Eindruck, dass jeder empfehlungsgemäß geimpfte Mensch tatsächlich eine
ausreichende Anzahl an Antikörpern aufbaut, um dauerhaft geschützt zu sein.
Die Medizin erklärt die Tatsache, dass Menschen trotz einer Impfung in
seltenen Fällen doch an Masern erkranken können damit, dass eben nicht jeder
Mensch Antikörper danach bildet. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen
zwar schon, in wenigen Fällen klappt es aber nicht. Was übrigens auch nach
der Masernerkrankung selbst passieren kann. Es gibt selten Fälle von
Menschen, die zweimal in ihrem Leben an den Masern erkrankt sind, auch sie
haben offenbar nach der ersten Erkrankung keine Antikörper gebildet.
Der zweite Fall wäre eine Erkrankung, obwohl dokumentiert ist, dass der
Patient tatsächlich Antikörper gegen ebendiese Erkrankung in seinem Blut hat.
Auch das ist sehr selten, aber eben nicht unmöglich. Wenn jemand
beispielsweise im Blut zirkulierende Antikörper besitzt und von jemandem mit
dieser Krankheit angehustet wird, „fangen“ diese Antikörper nun die Viren
einfach ab und es passiert nichts weiter. Wenn aber jemand mit diesen
Antikörpern immer und immer wieder neuen Viren ausgesetzt wird, weil er
vielleicht mit anderen Erkrankten auf engem Raum zusammenlebt, kann es
passieren, dass die Last der Viren zu groß wird. Die zirkulierenden Antikörper,
die also, die direkt im Organismus vorhanden sind und nicht erst nachgebildet
werden müssen, können nicht mehr alle Viren abfangen. Einige können dann
doch den Körper „angreifen“ und dadurch die Krankheit verursachen. Weniger
vielleicht als bei jemandem, der gar keine Antikörper hat, aber immer noch
genug, um merkliche Symptome auszulösen. Schwächer vielleicht als bei

jemandem, dessen Immunsystem noch nie in irgendeiner Form mit dieser
Krankheit ausgeliefert war, aber eben trotzdem merklich.
Allgemein kann man dazu noch sagen, dass es eigentlich nie im Leben absolut
100%ige Sicherheit gibt. Auch Verhütungsmethoden wirken „nur“ in der
überwiegenden Anzahl aller Fälle, aber auch nicht garantiert zu 100% bei
jedem Menschen. Ist das nun ein Grund, völlig auf Verhütung zu verzichten?
Nein, denn selbst ein unperfekter Schutz ist besser als gar kein Schutz. Genau
so ist es auch bei Impfungen.

Adjuvantien
Leitner beschreibt nun seine mögliche Erklärung: Adjuvantien wie
Aluminiumhydroxid oder andere "harte Chemie" sind notwendig für eine
messbare Antikörperproduktion und damit Zulassung des Impfstoffs. Das wird
dazu untermalt mit Bildern von schreienden Babys, damit auch der letzte
Zuschauer die Suggestion mitbekommt, dass das alles genau so stimmt und
dazu für die Babys zu furchtbaren Schmerzen führt. Man wird also wieder
manipuliert. Gerade eben ging es außerdem doch um die Masernimpfung, eine
Lebendimpfung. Diese Impfung kommt ohne Adjuvantien aus, der Film tut aber
so, als gilt seine "Wahrheit" für sämtliche Impfstoffe.
Hartmann kommt wieder zu Wort. Er behauptet, dass im Körper so gut wie
nichts passiert ohne Adjuvantien. Dass stimmt bedingt, wenn man bei einer
Impfung das Adjuvans einfach weglassen würde, ohne sonst etwas an der
Rezeptur zu ändern, würde der Körper auf diese Mischung tatsächlich kaum bis
gar nicht reagieren. Der Körper würde aber eine Reaktion zeigen, wenn man
auch die Rezeptur des restlichen Gemisches anpassen würde. Man müsste ein
Vielfaches der Antigenmenge (Teile von Krankheitserregern) einer
adjuvantierten Impfung verwenden, um eine Immunreaktion des Körpers
auszulösen. Dadurch aber würde auch das Nebenwirkungsrisiko
unverhältnismäßig steigen, also ist es sinnvoller, auf Adjuvantien
zurückzugreifen, mit denen man jahrzehntelange Erfahrung hat.
Hartmann beschreibt nun, dass Adjuvantien irgendeinen Effekt auf das
Immunsystem haben sollen, man weiß aber nicht genau, welchen. Es werden
"irgendwelche Schalter hochgedreht". Das ist falsch, man weiß gut, dass
verschiedene Adjuvantien unterschiedliche Wirkungen auf die Immunantwort
haben. Wie auch die Krankheitserreger selbst, auch auf jeden von ihnen
reagiert das Immunsystem sehr unterschiedlich. Im Quellenlink ist mehr
darüber zu lesen, welche Art von Immunantwort Aluminiumadjuvantien
erzeugen und bei welchen Krankheiten genau diese Immunantwort vorteilhaft
ist, so, dass es sinnvoll ist, solche Adjuvantien zu verwenden. Wer mehr
darüber wissen will, sollte ein Immunologie-Fachbuch zur Hand nehmen, das
Thema ist leider zu komplex, um es hier so grundlegend zu erklären, dass
jeder Leser sofort selbst erkennen kann, warum genau diese Aussagen im Film
viel zu generalisiert und dadurch falsch sind.

Aluminium compounds for use in vaccines
http://www.nature.com/icb/journal/v82/n5/full/icb200476a.html
Interessanter für den Leser und auch nachvollziehbarer, da es dazu kein
Spezialwissen benötigt, ist wohl, wie hier der Zuschauer wieder beeinflusst
werden soll. Die Wortwahl von Dr. Hartmann ist alles andere als neutral, er
spricht von "Alarmstimmung", "hochgedrehten Schaltern" und
"herausgequetschter Immunreaktion". Gleichzeitig sieht man eine animierte
Darstellung über Vorgänge des Körpers. Es wird aber nicht etwa eine
Animation der Vorgänge des Immunsystems gezeigt. Man sieht eine Pupille,
die sich weitet, Haare, die sich aufstellen, einen beschleunigten Herzschlag.
Das ist keine Immunreaktion, das ist die bildliche Darstellung von Angst. Der
Film schreit hier (und kurz davor, Stichwort weinende Babys): "Angst, Angst,
Angst!". Man könnte sagen, der Zuschauer wird in Alarmstimmung versetzt. Es
werden alle möglichen Schalter hochgedreht, um beim Zuschauer eine
Angstreaktion herauszuquetschen.

Studien zur Keuchhustenimpfung
"Man müsste zum Beweis ja einfach nur beispielsweise die
Erkrankungshäufigkeit an Keuchhusten bei gegen Keuchhusten geimpfter und
ungeimpfter Kinder vergleichen. Doch die Impflobby lehnt solche Studien ab:
So etwas sei unethisch."
Der wahre Kern in diesem Argument: Es ist unethisch, wieder und wieder
solche Studien durchzuführen und damit den Kindern in diesen Studien die
Schutzimpfung vorzuenthalten, nur weil Impfgegner immer wieder nach diesen
Studien rufen. Diese Studien gibt es schon, sie wurden in der Vergangenheit
durchgeführt. Hier sind zwei Beispiele aus Deutschland und Schweden: In
beiden Studien wurden Kinder eingeschlossen, die entweder den
Ganzkeimimpfstoff gegen Keuchhusten erhalten haben, die den neueren,
azellulären Impfstoff erhalten haben oder die gar keine Impfung gegen
Keuchhusten erhielten. In beiden Studien war deutlich zu sehen, dass
ungeimpfte Kinder sehr viel häufiger an Keuchhusten erkrankten als die
geimpften Gruppen. Zudem war bei den ungeimpften Kindern der
Krankheitsverlauf länger und schwerer.
A Placebo-Controlled Trial of a Pertussis-Toxoid Vaccine
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199510193331604#t=article
A Comparative Efficacy Trial in Germany in Infants Who Received Either the Lederle/Takeda
Acellular Pertussis Component DTP (DTaP) Vaccine, the Lederle Whole-Cell Component
DTP Vaccine, or DT Vaccine
http://www.research.labiomed.org/biostat/Education/BasicBiostat2003/Session2/Stehr.pdf
Dieses sind nicht die einzigen Studien, es gibt noch mehr in anderen Ländern
und auch zu den anderen Impfungen. Die Behauptung, dass es keine solcher
Studien geben würde, ja, dass sogar solche Studien aktiv von

Impfstoffherstellern oder anderen aktiv verhindert werden, ist komplett falsch.
Trotzdem wird sie immer wiederholt. Ich weiß nicht, ob es an der Inkompetenz
der "Macher" der Impfgegnerbewegung liegt, sie also nicht in der Lage sind,
solche Studien zu finden, oder ob sie ihre Zielgruppe bewusst anlügen, weil sie
genau wissen, dass solche Argumente unhinterfragt und unüberprüft geglaubt
und weitergetragen werden.

Keuchhusten in Australien
Leitner und Kron versuchen nun zu suggerieren, dass die Zahl der
Keuchhustenfälle in Australien durch die Einführung der Impfung angestiegen
sei. Der wahre Kern an diesem Argument: Australien hat seit einigen Jahren
mit Keuchhustenausbrüchen zu kämpfen. Was falsch ist: die von Kron
genannte fast 100%ige Impfrate in Australien gegen Keuchhusten. Diese
bezieht sich bloß auf einen kleinen Teil der Bevölkerung, nämlich Kinder, die
jünger als 2 Jahre sind. In dieser Gruppe waren 2012 knapp 95% aller Kinder
geimpft. In Australien gibt es aber noch weitere Bevölkerungsgruppen.
Immunisation coverage annual report, 2012
http://www.health.gov.au/internet/main/publishing.nsf/Content/cda-cdi3803-pdf-cnt.htm/
$FILE/cdi3803e.pdf
An den Keuchhustenausbrüchen sieht man wieder das, was ich schon an
mehreren Stellen beschrieben habe: Die Auswirkungen einer niedrigen
Impfrate. Eine Untersuchung der australischen Regierung ergab 2009, dass ca.
11% der Erwachsenen als Jugendlicher oder als Erwachsener eine PertussisAuffrischung erhalten hat. Bei Eltern, die ein Kind unter 12 Monaten hatten,
war die Impfrate mit ca. 52% zwar deutlich höher, aber insgesamt immer noch
recht gering.
2009 Adult Vaccination Survey
http://www.aihw.gov.au/publication-detail/?id=10737418409
Von fast 100% Geimpften zu sprechen ist hier also völlig falsch. So gut wie alle
Erwachsenen in Australien haben keinen ausreichenden Impfschutz. Wie schon
mehrfach zu anderen Stellen des Films geschrieben: Eine Impfung bringt
nichts, wenn sie nicht genutzt wird. Konsequenzen daraus sind dem
Nichtimpfen anzulasten, nicht der Impfung, die kaum verwendet wird.

Mumps bei Geimpften
Es gab tatsächlich einen Mumpsausbruch in Holland, der hauptsächlich
geimpfte Personen betraf:
Epidemic of Mumps among Vaccinated Persons, the Netherlands, 2009–2012
http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/20/4/13-1681_article
Es ist auch erklärt, was wahrscheinlich der Grund dafür war. Bei diesem
Ausbruch waren hauptsächlich männliche Studenten betroffen, obwohl sie

zweimal geimpft waren und auch nachweislich Antikörper gegen Mumps in
ihrem Blut hatten. Antikörper sind jedoch kein Zaubermittel, die sämtliche
Viren unter allen nur denkbaren Umständen unschädlich machen können. Ein
Antikörper kann sich bloß an ein Antigen heften und den Erreger dadurch
unschädlich machen, nicht an 10 oder 100. Wenn jemand mit messbarem
Antikörperspiegel immer und immer wieder den Krankheitserregern ausgesetzt
wird, sind es irgendwann schlicht zu viele für die zirkulierenden Antikörper. Im
Körper müssen erst neue Antikörper in ausreichender Anzahl gebildet werden,
um die Erreger abzufangen. In der Zwischenzeit gewinnen jedoch die
mengenmäßig überlegenen Erreger die Oberhand und die Krankheit wird
ausgelöst, in einem Fall wie diesen immerhin mit weniger Komplikationen als
bei Ungeimpften. Dieser Faktor kann bei diesem Ausbruch eine Rolle gespielt
haben, da Studenten häufig viel Zeit miteinander verbringen, erst beim Lernen
und auch nach der Uni während der Freizeit. Wenn dort also erkrankte
Personen sind, die Viren ausscheiden und weiterverbreiten, erhalten die
geimpften Personen möglicherweise über lange Zeiträume hinweg immer
wieder neue Portionen des Erregers, bis es irgendwann zu viele sind.
Da hier hauptsächlich männliche Studenten betroffen waren, könnte auch ein
genetischer Faktor eine Rolle spielen. Und es ist leider auch der Fall, dass die
Mumpsimpfung insgesamt weniger effektiv ist, als Impfungen gegen andere
Krankheiten. Es ist aber immer noch die beste Möglichkeit, die Krankheit und
ihre Komplikationen zu verhindern. Nichtstun hilft noch weniger.
In der Schweiz (und auch in mehreren anderen Ländern) gab es ein anderes
Problem mit der Mumpsimpfung: Sie hatte kaum bis keine erkennbare
Wirkung. Es gibt verschiedene Impfungen gegen Mumps. Der Unterschied liegt
darin, dass verschiedene Virenstämme verwendet werden. Einer davon hat sich
unter anderem in der Schweiz als nicht effektiv herausgestellt, der RubiniStamm. Es wurden längst Konsequenzen daraus gezogen und dieser Stamm
wird nicht mehr für Impfungen verwendet, sondern andere, mit deutlich
besserer, aber immer noch nicht perfekter Schutzwirkung.
Zum Auftreten des Mumps unter dem Einfluss zunehmender Impfungen:
Eine Mumpsepidemie in der Schweiz 1999 bis 2001
http://edoc.rki.de/documents/rki_fv/rePoSwYQt9oyc/PDF/28dsSaxuaDc.pdf
Mumps-Impfung mit Rubini-Impfstamm obsolet http://www.infomed.ch/bdn.php?
bdnid=231
Leitner hütet sich an dieser Stelle, eine wirklich interessante Frage zu
stellen: Wer hat aufgedeckt, dass der Rubini-Stamm nichts bringt?
Impfgegner wie er? Nein, Wissenschaftler, die die Ausbrüche
untersucht haben und den Faktor eingegrenzt haben, den diese
Ausbrüche gemeinsam hatten. So entstehen neue Erkenntnisse, nicht
durch eine simple Verweigerungshaltung.

Keine Studien an Tieren aus "ethischen Gründen"?
Falsch, falsch und nochmals falsch.. Es wird behauptet, dass es nicht einmal
bei Tieren Vergleichsstudien gäbe. Hier sind einige wenige, zufällig gewählte
Beispiele aus einer unüberschaubaren Fülle von Suchergebnissen:
Immunization of Mice with Combinations of Pneumococcal Virulence Proteins Elicits
Enhanced Protection against Challenge with Streptococcus pneumoniae
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC97524/
Vaccination of Gnotobiotic Primary Specific Pathogen-free Pigs Against Haemophilus
parasuis
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1263410/pdf/cjvetres00041-0035.pdf
Immunization of Suckling Pigs Against Enteric Enterotoxigenic Escherichia coli Infection by
Vaccinating Dams with Purified Pili
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC421985/pdf/iai00199-0281.pdf
Evaluation of a Modified Live Virus Type-1a Bovine Viral Diarrhea Virus Vaccine (Singer
Strain) against a Type-2 (Strain 890) Challenge
http://4rtilab.com/wp-content/themes/4rtilab/pdf/fileVTX_04_01_24.pdf
Protection of Black-Tailed Prairie Dogs (Cynomys ludovicianus) against Plague after
Voluntary Consumption of Baits Containing Recombinant Raccoon Poxvirus Vaccine
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC517477/
Vaccination with FimH Adhesin Protects Cynomolgus Monkeys from Colonization and
Infection by Uropathogenic Eschevichia coli
http://jid.oxfordjournals.org/content/181/2/774.long
Protection of Rhesus Monkeys against Dengue Virus Challenge after Tetravalent Live
Attenuated Dengue Virus Vaccination
http://jid.oxfordjournals.org/content/193/12/1658.full
Man kann sich nun fragen, ob Impfgegnerexperten wie Leitner und
Tolzin tatsächlich nicht den Suchbegriff "challenge study" kennen,
oder ob sie bewusst Falschaussagen treffen.

Sind Experten mit Fachwissen unabhängig?
Die Verschwörungsschublade wird nun weit aufgemacht. Tolzin spricht von
"anderen Interessen der Behörden", die nichts mit der Gesundheit der
Bevölkerung zu tun haben. Im Film wird eine Gelddruckmaschine gezeigt. Und
Leitner zeichnet mit seinen Worten ein Bild einer "Wissenschaft", in der
kritische Studien keinesfalls erlaubt wären. Wissenschaftler, die sich an so
etwas heranwagen, müssten Angst um ihre komplette berufliche Grundlage
haben.

Hat Leitner seinen eigenen Film nicht angesehen, oder wie kommt er auf
solche Gedanken? Kron hat doch selbst von einer Studie "im renommierten
Lancet" erzählt, die der Tuberkuloseimpfung eine negative Schutzwirkung
bescheinigte, wie kann das in der Welt, die er gerade bildhaft beschrieben hat,
denn sein? (Mehr zu der Studie kann man im Abschnitt zu dem
Tuberkulosediagramm lesen).
Ehgartner wünscht sich nun mehr "fachfremde" Leute, z.B. aus der Biologie
oder Chemie, die nicht "die Scheuklappen" haben, wie die Leute aus der
"Impffraktion". Wobei er nicht definiert, wer oder welche Hintergründe nun zu
der "Impffraktion" gehören und wer "fachfremd" genug ist.
Hier sind die Mitglieder der Stiko aufgelistet:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Mitgliedschaft/Mitglieder/mitglieder
_node.html
Bei einigen kann man etwas über ihren beruflichen Werdegang nachlesen. So
ist dort beispielsweise eine Fachärztin für Arbeitsmedizin, Notfallmedizin (Prof.
Dr. Dr. med. Wickler).
Eine Ärztin, die in verschiedenen afrikanischen Ländern tätig war und im
Rahmen von Ärzte ohne Grenzen gearbeitet hat (Dr. Marianne van der Sande).
Ok, das ist nicht das, was Ehgartner wohl als "fachfremd" versteht, aber es
zeigt, dass in der Stiko nicht nur Leute aus dem Elfenbeinturm sitzen, sondern
auch welche, die selbst sehr praktische Erfahrung mit Kankheiten haben. Diese
Ärztin war übrigens doch noch vielleicht sogar für Ehgartners Ansprüche
fachfremd genug tätig, denn sie forschte auch an nicht-übertragbaren
Erkrankungen (Hypertonie, Übergewicht, Metabolisches Syndrom, Atopie).
Dr. Thomas Ledig bildete sich erst in den nicht-Impfbereichen Chirurgie,
Anästhesie, Gynäkologie weiter, arbeitete dann als Entwicklungshelfer in
Südsudan und Zimbabwe. Wieder jemand, der sehr nah an den Krankheiten
dran war, der sie erlebt hat und nicht nur aus Büchern kennt. Er spricht in
seiner Selbstauskunft sogar von einem "Erweckungserlebnis".
Und sogar eine Biologin ist dabei, Prof. Dr. Hilke Bertelsmann. Ihr
Forschungsprojekt hieß: "Methodische Aspekte der Studien zum
Zusammenhang zwischen radioaktiver Strahlung nach dem Tschernobylunfall
und Schilddrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen", ist das fachfremd
genug?
Es wird nun wieder die Matrix-Anspielung eingeblendet. Dramatisch in Bild und
Ton soll dem Zuschauer eingehämmert werden, dass es keine Studien gäbe,
die die Schutzwirkung von Impfungen beweisen. Stattdessen gäbe es aber
Beweise, die die Schutzwirkung in Frage stellen. Wie passt das zu den Worten,
die er selbst wenige Sekunden zuvor geäußert hat? Eben gerade hieß es noch,
es gibt nur Studien mit passenden Ergebnissen für die Pharma, die die Wirkung
irgendwie "beweisen", während alles andere unterdrückt wird? Seine Forderung
nach "neutralen Studien" ist an dieser Stelle nur noch ein Feigenblatt. Dieses
Feigenblatt kann Leitners widersprüchliche Aussagen alleine den

Zuschauern verbergen, die sowieso schon ihre persönliche Meinung
zum Nichtimpfen haben und diese nur noch bestätigt sehen wollen.
Der kritische Zuschauer bemerkt spätestens hier, dass der Film
zunehmend wirrer und oberflächlicher wird und seine eigene
Argumentationsstruktur immer weniger stützen kann.

56:53 „Verträglichkeit“
Zulassungsstudien
Immer noch im Matrixbild fragt Leitner nun nach der Verträglichkeit vom
Impfungen.
Er spricht über eine Studie zur Zulassung des Impfstoffen Boostrix. Kinder, die
eine vorherige Impfung nicht vertragen haben, werden von der
Zulassungsstudie ausgeschlossen.
Dr. Hartmann äußert sich auch dazu. Er spricht von einer "heilen Welt", die sich
Impfstoffhersteller selbst erschaffen, denn durch diese ausgeschlossenen
Kinder zeigen sich in den Studien weniger Nebenwirkungen als in der echten
Welt, in der diese sonst ausgefilterten Kinder ganz normal geimpft würden. Das
ist so falsch, dass solch eine Behauptung schon dreist wirkt. Diese Kinder
sollen nicht einfach ganz normal geimpft werden, genau die Gegenanzeigen,
die zum Ausschluss aus der Studie geführt haben, werden in der
Fachinformation auch wieder als Gegenanzeigen angegeben. Diese Kinder
dürfen laut dem Hersteller selbst nicht routinemäßig geimpft werden!
Die "Studienwelt" bietet also die gleichen Verhältnisse wie die echte
Welt.
Fachinformation des Impfstoffes Boostrix:
http://portal.dimdi.de/amispb/doc/pei/Web/2601850-spcde-20120301.pdf

Die gleiche Dosis für Erwachsene und Kinder?
Leitner vergleicht nun Äpfel mit einem mit Äpfeln gefüllten Gänsebraten, also
einen Hepatitis-Impfstoff für Erwachsene mit einem Impfstoff gegen sechs
verschiedene Krankheiten für Kinder. Erstaunlicherweise (nur für ihn)
unterschieden sich in diesen komplett unterschiedlichen Rezepturen auch die
Gehalte an Aluminiumverbindungen.
Leitner empfindet nun die Menge in dem Säuglingsimpfstoff als zu hoch, weil
sie höher als im Erwachsenenimpfstoff ist, obwohl sie immer noch deutlich
unterhalb der Menge liegt, ab der Schädigungen des Nervengewebes
beobachtet werden können. Es gilt immer noch "Die Dosis macht das Gift".
Siehe auch:
Informationen zu Aluminium:
https://www.facebook.com/504832609550389/photos/a.599284526771863.1073741827.504832
609550389/782638621769785/?type=1&permPage=1
Allgemeines zur Aufnahme von Aluminiumverbindungen:
http://www.efsa.europa.eu/en/search/doc/754.pdf

Leitner begeht nun einen Kardinalfehler der Impfgegner, er berechnet anhand
der Dosen, die Erwachsenen oder Babys gegeben werden, dass Babys,
umgerechnet auf ihr viel geringeres Körpergewicht, das 23fache der
Erwachsenendosis erhalten, um eine Immunreaktion mit "chemischer Gewalt
zu erzwingen". Das Ganze dazu untermalt mit Bildern eines Babys, so, dass
der Zuschauer direkt neben Leitners Worten auch über das Bild eine
Abwehrreaktion gegen Impfungen entwickeln soll.
Das Problem bei dieser Umrechnung auf das Körpergewicht: Eine Impfung
funktioniert anders als ein Schmerzmittel oder ein anderes Medikament, bei
dem man eine bestimmte Dosis je nach Körpergewicht benötigt. Medikamente
wirken direkt auf verschiedene Stoffwechselvorgänge und andere Vorgänge des
Körpers ein. Sie müssen angepasst werden an die unterschiedlichen
Stoffwechselvorgänge in Erwachsenen und Kindern und an die
unterschiedlichen Körpergewichte und -größen.
Bei einer Impfung dagegen ist es umgekehrt, sie ändert selbst weniger im
Körper und wirkt kaum auf Körpervorgänge ein. Der Körper und sein
Immunsystem dagegen sind hier der aktive Part, sie selbst wirken auf die
Impfung ein und werden dadurch trainiert. Krankheitserreger, egal ob in
Wildform oder in abgeschwächter/unschädlicher Form in Impfungen,
werden nicht durch das Körpergewicht beeinflusst. Wenn sie im Körper
sind, wirkt das Immunsystem auf sie ein, egal, wie das Verhältnis der
Menge der Krankheitserreger zum Körpergewicht ist. Wenn an Leitners
These hier etwas dran wäre, müsste es doch so sein, dass große und
übergewichtige Menschen deutlich seltener an Infektionskrankheiten
erkranken, da sie ihr höheres Körpergewicht schützt. So ist es aber nicht,
Körpergewicht hat keinen Einfluss darauf, deshalb gibt es keine Impfungen, die
nach Körpergewicht dosiert werden.

Graf: Chemie in Impfungen
Wir sehen nun den Arzt Dr. Graf. Er wird von Leitner richtig als praktischer Arzt
vorgestellt, der also nach seinem Studium keine weitere Fachausbildung
absolviert hat, in der Einblendung steht jedoch falsch "Facharzt für
Allgemeinmedizin".
ArztFindex der Ärztekammer Schleswig-Holstein
http://www.arztfindex.de/cgi-bin/info.pl?
ARZTID=09968&PLZ=&ORT=&NAME=Graf&GEBIET=NIX&SPRACHE=NIX&KULTUR=NIX
&PRAXIS=NIX&EXTRA=NIX&ZUSATZ=NIX&BEZ=NIX
Er meint, dass "unsere Abwehr im Magen-Darm-Trakt" sitzt. Das stimmt nur
teilweise, die Abwehrsysteme des Körpers sind nicht ausschließlich in diesem
Bereich, sondern an vielen Stellen im Körper. Überall da, wo Krankheitserreger
eindringen können. Auch unter der Hautoberfläche. Wenn der Körper dort nicht
mit fremden Eindringlingen umgehen könnte, müssten wir wohl bei jedem
kleinen Kratzer Angst vor schlimmsten Infektionen haben, da dort ja kein
"Immunorgan" ist, was mit Krankheitserregern umgehen kann.

Leitner spricht nun von "weiterer Chemie" in Impfungen und zeigt als Beleg
den Beipackzettel von Pademrix. Kein üblicher Impfstoff für Kinder und auch
Erwachsene, sondern ein Schweinegrippenimpfstoff, der im Falle einer
drohenden Pandemie angewendet werden soll. In der Fachinformation
selbst steht drinnen, dass es keine Routineimpfung ist: "Pandemrix sollte
nur angewendet werden, wenn die jährlich empfohlenen, saisonalen,
trivalenten bzw. quadrivalenten Influenza-Impfstoffe nicht verfügbar sind und
eine Immunisierung gegen H1N1 als notwendig erachtet wird"
http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR__Product_Information/human/000832/WC500038121.pdf
Weitere Informationen zur Schweinegrippe sind dort:
http://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/archivsicherheitsinformationen/2010/ablage2010/2010-12-30-archiv-influenza-pandemie-20092010-pandemrix.html?nn=3252206
Wieder fragt man sich, ob es kein besseres Argument für Leitner gab, als
ausgerechnet eine Impfung, die sowieso nicht standardmäßig genutzt wird.
Graf spricht nun von "gravierend nerventoxischen Substanzen", die "gar nicht
in den menschlichen Körper gehören".

Phenol
Dies ist nur in einem einzigen der üblichen Kinderimpfungen enthalten, in der
Pneumokokkenimpfung. Es ist in sehr geringer Dosis enthalten, um die
Impfung zu stabilisieren und vor Kontaminationen zu schützen. Würde man es
weglassen, wäre der Impfstoff durch mögliche Kontaminationen riskanter als
eventuelle Nebenwirkungen dieser sehr geringen Dosis.
Siehe "Vaccines“ von Plotkin:
https://books.google.de/books?
id=TRyXTLXNA2YC&pg=PA547&dq=phenol+vaccine+pneumococcal&hl=de&sa=X&ei=be7jV
NS_MOGpygOC_oDYCg&ved=0CFkQ6AEwBw#v=onepage&q=phenol%20vaccine
%20pneumococcal&f=false
und
https://books.google.de/books?
id=hoigDQ6vdDQC&pg=PA56&dq=phenol+removal+preservatives+elimination&hl=de&sa=
X&ei=U-7jVL6cCKfmyQOWgoGoCg&ved=0CCIQ6AEwAA#v=onepage&q=phenol
%20removal%20preservatives%20elimination&f=false

Formaldehyd
Tja, wenn das nicht in den Körper gehört, haben wir alle ein weitaus größeres
Problem als Impfungen. Formaldehyd wird bei Stoffwechselvorgängen im

Körper selbst produziert, täglich ungefähr 50.000 mg. Die Leber eines
Erwachsenen kann pro Minute 22mg Formaldehyd umwandeln. In einer
Impfung sind höchstens 0,3 mg Formaldehyd enthalten. Das ist etwas mehr als
ein Prozent der Menge, die die Leber pro Minute umsetzen kann. Es ist ein
sechs Millionstel der Menge, die der Körper täglich selbst produziert. Es ist
fraglich, ob der Körper eine so geringe Zunahme des Formaldehydgehalts
durch eine Impfung überhaupt wahrnimmt, geschweige denn dadurch
beeinflusst wird.
Clinical Environmental Health and Toxic Exposures
https://books.google.de/books?
id=PyUSgdZUGr4C&pg=PA1008&dq=clinical+toxicology+formaldehyde&hl=de&sa=X&ei=XP
DjVOvqGOeiyAPUzYKICw&ved=0CDsQ6AEwAg#v=onepage&q=clinical%20toxicology
%20formaldehyde&f=false

Aluminium
Wie oben schon erwähnt, in Impfungen wird eine Menge an Aluminium
verwendet, die sehr weit unterhalb toxischer Wirkungen liegt. Und auch hier
haben wir ein Problem, wenn dieses nicht in den Körper gehört, denn
Aluminium ist fast überall. Es ist eines der häufigsten Elemente in der
Erdkruste und dadurch auch in Pflanzen und unserer Nahrung, selbst in
Muttermilch. Jeder von uns, egal, ob geimpft oder nicht, hat Aluminium im
Körper und nimmt in Zukunft immer noch mehr davon auf. Der Anteil durch
Impfungen ist im Verhältnis zu diesen anderen Aufnahmen so gering, dass
diese keine weitere Veränderung im Körper herbeiführen. Selbst bei Frühchen,
die geimpft wurden (durchschnittliches Körpergewicht zum Zeitpunkt der
Impfung war 2200g), konnte nach der Impfung keine signifikant erhöhte
Aluminiumbelastung festgestellt werden.
Effect of Routine Vaccination on Aluminum and Essential Element Levels in Preterm Infants
http://archpedi.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1712578
Für weitere Informationen und Quellen ist dieser Artikel über Aluminium empfohlen:
https://www.facebook.com/504832609550389/photos/a.599284526771863.1073741827.504832
609550389/782638621769785/?type=1&permPage=1
Zu Aluminium und den Zulassungsstudien habe ich direkt im Kapitel vor
diesem hier mehr geschrieben.

Zusatzstoffe und "Betriebsgeheimnisse"
Leitner spricht nun von Zusatzstoffen im Beipackzettel und
"Betriebsgeheimnissen". Man wisse nicht, was in Impfungen drinnen sei, da
Reste aus Herstellungsprozessen nicht angegeben werden. Es ist richtig, dass
im Beipackzettel nicht sämtliche Hilfsstoffe und Rückstände angegeben werden
müssen. Das heißt aber nicht, dass diese Stoffe gar nicht angegeben werden
müssen. Substanzen wie Wasser, Elektrolyte oder verschiedene Zucker müssen
in Impfstoffen nicht angegeben werden, wenn sie in physiologisch
unbedeutenden Mengen vorliegen, also in Mengen, die keinen Einfluss auf die

Körpervorgänge haben. Aus der Verordnung über die Angabe von
Arzneimittelbestandteilen "Stoffe in Impfstoffen in physiologisch
unbedeutenden Mengen: Aminosäuren und Peptide, Purine und Pyrimidine
Elektrolyte Mono- und Disaccharide, abbaubare Vitamine und ihre Vorprodukte
Wasser Zuckeralkohole (Dulcit, Inosit, Mannit, Sorbit)"
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ambtangv/gesamt.pdf
Diese Verordnung betrifft aber nur exakt die in der Liste aufgeführten Stoffe.
Für Formaldehyd oder Quecksilberverbindungen gilt das nicht, solche Stoffe
müssen immer angegeben werden, wenn sie einen bestimmten Schwellenwert
überschreiten. Bei diesen Stoffen beträgt der Schwellenwert 0, sie
müssen also immer angegeben werden.
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Scientific_guideline/2009/09/W
C500003412.pdf
Weitere Informationen über die Inhaltsstoffe von Impfungen gibt es hier:
https://www.facebook.com/504832609550389/photos/a.599284526771863.1073741827.504832
609550389/736844213015893/?type=1&permPage=1
Und über Beipackzettel dort:
https://www.facebook.com/504832609550389/photos/a.774466152587032.1073741857.5048326
09550389/792989164068064/?type=1&permPage=1

Thiomersal in Infanrix Hexa
Als Beispiel führt Leitner nun den Impfstoff Infanrix Hexa an an, in dessen
Beipackzettel keine Quecksilberverbindungen aufgeführt sind. Allerdings ergab
eine Studie aus dem Jahr 2010, dass in den vier dort untersuchten Proben von
Infanrix Hexa winzige Spuren an Thiomersal gefunden wurden.
Mercury in Vaccines from the Australian Childhood Immunization Program Schedule
http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/15287391003613994#.VOUoFC5foQo
Diese Spuren lagen mengenmäßig weit unter der von der U.S. Environmental
Protection Agency festgelegten Grenze von 0.1 μg pro kg Körpergewicht. Die
Menge in den untersuchten Impfungen war 0.005 μg, also ein Zwangzigstel der
Sicherheitsgrenze für ein einziges Kilogramm Körpergewicht. Es wäre ein
Sechzigstel des Grenzwertes für ein drei Kilo leichtes Baby. Um diese
kleine Menge etwas anschaulicher zu machen: Ein Würfel, dessen Kanten eine
Länge von einem Millimeter hätten und der komplett aus Wasser bestehen
würde, würde ein Milligramm wiegen. 0.005 μg sind 5 Millionstel eines
Milligrammes, also 5 Millionstel des Gewichtes von diesem winzigen Würfel.
In der australischen Studie sind zwar die Chargennummern der Impfproben
angegeben, jedoch leider nicht das Produktionsdatum. Die Studie wurde 2010
veröffentlicht, also irgendwann in den Jahren davor durchgeführt. Es dauert
eine Weile von den ersten Planungen für eine Studie, über die Durchführung
und dann irgendwann ganz am Ende die Veröffentlichung. Es ist
wahrscheinlich, dass für diese Studie Chargen aus 2007 oder 2008 verwendet

wurde. Warum sind genau diese Chargen interessant? Weil Thiomersal früher
im Herstellungsprozess von Infanrix Hexa eingesetzt wurde und im Endprodukt
dann auch in winzigen Spuren nachweisbar war- nach 2008 allerdings wurde
der Herstellungsprozess geändert und kein Thiomersal mehr verwendet. Wenn
der Prozess der gleiche geblieben wäre, diese Spuren also weiterhin enthalten
wären, wären dazu Angaben im Beipackzettel zu finden.
Weiteres dazu in diesem Positionspapier der Europäische Arzneimittel-Agentur:
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Scientific_guideline/2009/09/W
C500003905.pdf
Leitner und Kneissl zeigen nun einen Videoausschnitt, der die Gefährlichkeit
von Quecksilber verdeutlichen soll. Das Video gehört zu folgender Studie:
Retrograde degeneration of neurite membrane structural integrity of nerve growth cones
following in vitro exposure to mercury
http://migrated.ifokus.se/uploads/8f7/8f72fba0858b215d1244180a40e12b66/leong-et-al.pdf
Man hätte "Nervenzellen in eine Petrischale gelegt und kultiviert und ein
bißchen Quecksilber hinzugetan in einer Dosis, die man so in den Impfungen
findet".
Völlig falsch, es wurden Quecksilber-Ionen verwendet. So etwas ist und war nie
in Impfstoffen, dort befand sich nur Thiomersal, eine Quecksilberverbindung.
Natrium beispielsweise ist auch ein gefährliches Element, in der Verbindung
Natriumchlorid, also Kochsalz, aber harmlos. Das eine lässt sich nicht mit dem
anderen vergleichen, Verbindungen aus bestimmten Elementen haben deutlich
andere Eigenschaften als die Elemente selbst. Es gibt außerdem keinen Beleg
für eine Schädlichkeit von Thiomersal:
EMEA public statement on thiomersal in vaccines for human use - recent evidence supports
safety of thiomersal-containing vaccines
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Scientific_guideline/2009/09/W
C500003904.pdf
Impfungen werden zudem nicht direkt ins Gehirn und die Nervenzellen dort
gespritzt, sondern in den Muskel. Das Video ist also interessant anzusehen, mit
Impfungen hat es aber rein gar nichts zu tun.

"Hirnschrei"
Nach diesen ganzen Falschaussagen versäumt Leitner es nun nicht, wieder die
Gefühlsebene des Zuschauers anzusprechen. Er spricht von dem "kleinen,
wehrlosen Körper" eines Babys, das "irgendwie mit den Giften fertigwerden
muss".

Das Bild wird schwarz, man hört die Schreie eines verzweifelten Babys.
Man erfährt nichts über dieses Baby, man sieht es nicht, man weiß nicht, was
mit ihm geschieht, ob es getröstet wird, was ihm passiert ist. Man hört nur die
Schreie.
Leitners Film richtet sich vor allem an junge Eltern. Aus seinem Spendenaufruf:
"typische Zielperson wären Eltern, die bislang nichts Impfkritisches gehört
haben". Genau diese Menschen werden durch solche Schreie massiv
emotional manipuliert.
Ich selbst habe mich bis zu diesem Zeitpunkt unzählige Stunden mit diesem
Film auseinandergesetzt, kann über bisher jeden dort angewandten Trick zur
Manipulation nur müde lächeln. Aber ich bin selbst Mutter eines Babys und
diese Schreie gehen sogar mir, trotz dieser langen Auseinandersetzung mit
allen Tricks des Films, zutiefst ans Herz. Solche Schreie will kein Elternteil bei
seinem Kind jemals erleben. An dieser Stelle des Films wird massiv beeinflusst
und jeder Zuschauer soll eingefangen werden.
Trifft man so eine rationale Impfentscheidung? Sollen Kinderärzte
jetzt im Gegenzug auch herzzerreißende Videos von kranken und
sterbenden Kindern vorspielen, ist es das, was "die Impfkritik" als
Aufklärung und Grundlage zur Entscheidungsfindung wünscht?
Nach diesem Holzhammer nimmt man Hartmanns Erklärung zu
Hirnhautentzündungen kaum noch wahr. Ist aber auch egal, wertvoll ist sie
sowieso nicht. Er vermutet Flüssigkeitseinlagerungen und gedehnte Hirnhäute.
Hat er das etwa anhand des Schreigeräusches diagnostiziert? Oder stehen
diese Erklärungen gar nicht im Zusammenhang mit dem Schreien? Das wäre
mehr als verwunderlich, sind diese Szenen im Film doch sehr eng verknüpft,
während Hartmann schon spricht, hört man noch die Ausblendung des
Schreiens. Während er spricht, wird das Schreien im Hintergrund wieder leiser
eingespielt.
Er spricht vom "Cri encephalique", als wäre es ein Fachbegriff, als würde es gar
ein typisches Symptom einer Hirnhautentzündung sein. Es ist kein Fachbegriff,
dieser Ausdruck wird egal ob auf französisch, ob auf englisch als "encephalitic
cry" oder deutsch als "Hirnschrei" ausschließlich von Impfgegnern benutzt. Es
ist kein definierter Begriff, schon gar kein medizinischer Fachbegriff. Es ist ein
Begriff, der Angst machen soll. Babys schreien aus sehr vielen Gründen.
Manche Babys mit Hirnhautentzündung schreien auch, ja. Daraus zu schließen,
dass schlimmes Schreien eine Hirnhautentzündung bedeutet, ist aber
grundfalsch. Es gibt weitere Symptome, Hartmann hat selbst
Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn angesprochen. So etwas kann man z.B.
durch eine vorgewölbte Fontanelle feststellen.
Ich wundere mich sehr, warum Hartmann sich dafür hergegeben hat. Er selbst
sagt zwar nicht, dass man aus diesem Schreien eine Hirnhautentzündung
diagnostizieren kann, die Aufmachung des Films an dieser Stelle verschleiert
das allerdings. Es wirkt so, als zieht auch er den Schluss, dass derartiges
Schreien auf jeden Fall auf eine impfbedingte Hirnhautentzündung hinweist.

Ich frage mich, ob Hartmann sich selbst mit diesem Auftritt einen Gefallen
getan hat. An dieser Stelle des Films wirkt er aufgrund Leitners
Zusammenstellung der Worte und des Schreiens im Hintergrund sehr unseriös.
Er spricht noch Pertussis- und Pockenimpfungen im Zusammenhang mit
diesem Schreien und Hirnhautentzündungen an. Die Pockenimpfung wird seit
langer Zeit nicht mehr verwendet. Sie ist nicht mehr nötig, es gibt keine
Pocken mehr. Sie wurden durch Impfungen ausgerottet. Bei der
Ganzkeimpertussisimpfung hatte man Bedenken, ob es durch sie zu
Gehirnhautentzündungen kommen könnte. Es wurde untersucht, es gibt keinen
Zusammenhang:
Encephalopathy after whole-cell pertussis or measles vaccination: lack of evidence for a causal
association in a retrospective case-control study.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16940831
Und selbst, wenn es diesen gäbe, hätte er nichts mit dem heute verwendeten
azellulären Impfstoff zu tun.
Den einzigen Zusammenhang, den es hier gibt: Die Pertussisimpfung
schützt vor Hirnhautentzündungen, die eine seltene Komplikation der
Pertussiserkrankung sein können.

Loibner: FSME
Dr. Loibner wird nun gezeigt. Ausgerechnet er spricht nun von Ignoranz. Er
führt aus, dass es in Folge einer Impfung "jedesmal zu einer leichten
Hirnhautentzündung komme". Wie er darauf kommt, keine Ahnung, er belegt
es nicht. Ich habe keine Forschungsarbeit von ihm zu diesem Thema gefunden.
Und dann würden fiebersenkende Mittel gegeben. Er zählt mehrere auf, so, als
ob sie alle gleichzeitig gegeben werden. Es verabreicht längst nicht jeder
Elternteil nach jeder Impfung fiebersenkende Mittel. Ich habe es bei meinen
Kindern (ich habe mehrere, die alle jeweils mehrere Impfungen erlebt haben)
nur ein einziges Mal getan. Ansonsten war es nicht nötig.
Er beschreibt die Fiebermittel, als ob sie alle die gleiche Wirkung hätten. Dabei
haben sie sehr unterschiedliche Wirkmechanismen, in Loibners Welt gibt es da
aber keine Unterschiede. Laut ihm kommt es aufgrund der Wirkungsweise bei
manchen Menschen erst recht zu einer Hirnhautentzündung. Schade für seine
Argumentation: In der echten Welt haben Ibuprofen und Diclofenac
entzündungshemmende Wirkung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diclofenac
http://de.wikipedia.org/wiki/Ibuprofen
Dort bitte auch unbedingt die weiterführenden Quellen beachten.

Es sind Äußerungen wie diese, die Loibner nicht unbeliebt machen,
sondern ihn komplett als "Experten" disqualifizieren.
Der nun beschriebene Fall des Kindes, das nach einer FSME-Impfung gestorben
ist, dürfte dieser sein:
http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/767544_Zw
eijaehriger-Simon-stirbt-in-Krankenhaus-an-Meningitis.html
Der Junge hat einen Tag vor seinem Tod eine FSME-Impfung erhalten.
Gestorben ist er an einer Meningokokken-Meningitis, eine ernsthafte
Erkrankung, die innerhalb sehr kurzer Zeit zum Tod führen kann. Diese
Krankheit wird durch bestimmte Bakterien, die Meningokokken, ausgelöst. Die
FSME-Impfung kann eine solche Bakterieninfektion nicht auslösen, aber auch
nicht davor schützen. Genau so, wie es Kinder gibt, die kurz nach der Impfung
ertrinken oder bei einem Autounfall sterben kann es sein, dass man kurz nach
einer Impfung eine völlig andere schwere Krankheit bekommen kann. Eine
Impfung kann nicht vor Unfällen oder Krankheiten (gegen die nicht geimpft
wurde) schützen und genau so wenig solche Unglücke auslösen.
Loibner spricht nun weiter über die FSME-Impfung. Was richtig ist: In
Österreich wurde 1971 ein Impfstoff gegen FSME entwickelt und 1976
zugelassen. In Deutschland wurde auch eine Impfung entwickelt, sie war ab
1991 verfügbar. Völliger Quatsch: Seine Andeutungen, dass Zecken in
verschiedenen Ländern plötzlich erst dann "gefährlich" wurden, als jeweils
genau dort ein FSME-Impfstoff entwickelt wurde.
"20 Jahre hat's gedauert, bis sie endlich auch die französische Grenze erreicht
haben, weil die Franzosen einen eigenen Impfstoff natürlich, äh verpflichtet
sind, herzustellen"
So ein Blödsinn, anders kann man es nicht mehr sagen! Es gibt keinen
französischen Impfstoff gegen FSME. Es gibt genau zwei Impfstoffe in Europa,
den österreichischen und den deutschen. Diese beiden werden auch in den
anderen europäischen Ländern verwendet.
Infectious Diseases Related To Travel: Tickborne Encephalitis
http://wwwnc.cdc.gov/travel/yellowbook/2014/chapter-3-infectious-diseases-related-totravel/tickborne-encephalitis
In Frankreich ist FSME sowieso nur im alleröstlichsten Teil nahe der Grenze ein
Problem. Im großen Rest des Landes gibt es annähernd 0 Fälle.
http://www.tickalert.org/tbe-countries.html
Die weiteren Einblicke in seine persönliche Gedankenwelt werden bizarrer. Er
spricht von einer beispiellosen Marketingstrategie, die sich auf der Urangst des
Menschen vor der blutsaugenden Zecke stützt. Eine derartige Strategie würde
darauf abzielen, dass man den Menschen erzählt, dass man sich durch die
FSME-Impfung vor Zeckenbissen selbst schützen kann. Auf keiner
Informationsseite zu dieser Impfung aber findet man derartige Andeutungen.

Es wird im Gegenteil unterschieden zwischen dem Schutz, den die Impfung
leisten kann (Schutz vor FSME auslösenden Viren) und anderen
Schutzmaßnahmen, die man ergreifen kann, um Zeckenbisse allgemein und
die Übertragung anderer Krankheiten durch die Zecke zu verhindern. Diese
anderen Schutzmaßnahmen sind leider zur Verhinderung der FSME nicht so
sinnvoll, da die entsprechenden Viren sehr schnell zu Beginn des Zeckenbisses
übertragen werden können.
http://www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/fsme-fruehsommermeningoenzephalitis/

Ticovac
Leitner meint nun, dass die Gefahr durch FSME-Impfungen größer sei als die
Erkrankung selbst und führt als Beispiel den Impfstoff Ticovac ein. Ehgartner
berichtet mehr, er spricht über Fieberkrämpfe, die sich bei vielen Kindern nach
der Impfung gezeigt haben. Leider übertreibt er hier maßlos. Bei der TicovacGeschichte gibt es tatsächlich gute Gründe für Kritik, Ehgartner
überdramatisiert hier jedoch. Es wurde nicht "jeder dritte Erstgeimpfte mit
Blaulicht ins Spital befördert". Es gab unerwartet viele Nebenwirkungen bei
Ticovac, richtig. Auch die Rate an Fieberkrämpfen war erhöht, richtig. Es waren
jedoch längst nicht alle dieser Impfreaktionen Fieberkrämpfe. Die
allermeisten beobachteten Nebenwirkungen bestanden aus
Fieberreaktionen, nicht -krämpfen. Das ist ein Unterschied. Fieberreaktion
heißt einfach, dass nach der Impfung Fieber aufgetreten ist. Durch die
Entwicklung von Fieber werden vermehrt natürlich auch Fieberkrämpfe bei
dafür anfälligen Kindern ausgelöst. Allerdings muss man auch sagen, dass
Fieber und auch Fieberkrämpfe harmlose Impfreaktionen ohne bleibende
Schäden sind. Auch das möchte man natürlich nicht für sein Kind, so eine
Reaktion bedeutet jedoch absolut keine größere Gefahr als die FSMEErkrankung selbst.
Was wieder richtig ist und auch ich als kritikwürdig betrachte: Die lange Zeit,
bis der Impfstoff komplett verschwunden ist. Jedoch heißt dies nicht, dass
diese Impfung monatelang fröhlich weitergenutzt wurde, es gab schon in den
ersten Wochen nach Bekanntwerden der Nebenwirkungsrate Änderungen, so
sollten z.B. Kleinkinder den Impfstoff gar nicht mehr erhalten und Kinder bis
15 Jahre die halbe Dosis. Weiter wurde empfohlen, die Eltern auf eine mögliche
Fieberreaktion hinzuweisen und Empfehlungen zu geben, wie sie darauf
reagieren können. Und das nicht, weil den betroffenen Kindern sonst schlimme
Schäden entstehen würden, sondern rein, um die Eltern selbst zu beruhigen.
http://www.aerzteblatt.de/pdf/97/28/a1995.pdf
Wie konnte diese Sache nun passieren, hat man tatsächlich, wie im Film
angedeutet, einen komplett neuen unerprobten Impfstoff auf den Markt
geworfen? Nein, es gab vorher in Österreich einen sehr gut verträglichen
FSME-Impfstoff. Man wollte diesen aber verbessern, ihn noch "sauberer"

machen und entfernte Thiomersal und den Stabilisator Humanalbumin aus der
Rezeptur. Es gab keine großartigen Studien zu der neuen Rezeptur, man
konnte sich nicht vorstellen, dass ausgerechnet ein Weglassen, also
ein "reinerer" Impfstoff, zu mehr unerwünschten Folgen führen
könnte.
Die Ursachenforschung ergab aber, dass tatsächlich genau das Weglassen des
Stabilisators zu vermehrtem Auftreten von Fieber führte:
Hilfs-und Zusatzstoffe von Impfstoffen–Medizinische Relevanz
http://www.researchgate.net/profile/Wolfgang_Maurer/publication/7601720_Adjuvants_and
_additives_in_vaccines--medical_relevance/links/0c96051b1e0126b49a000000.pdf
Man hat aus dem Fehler gelernt, inzwischen ist es nicht mehr möglich, eine
neue Rezeptur einer Impfung ohne ausreichende Studienlage zu dieser "neuen"
Impfung auf den Markt zu bringen.

HPV-Impfung
Leitner stellt nur die HPV-Impfung vor. Ausgerechnet Fiala und Köhnlein, die
beide durch sehr eigenwillige Gedankengänge über Aids auffallen, äußern sich
nun dazu. Beide können nur in beeindruckender Weise ihre Unwissenheit
zeigen. Sie behaupten, man weiß eigentlich gar nicht, ob und warum Humane
Papillomviren (HPV) der Auslöser für Gebärmutterhalskrebs sind.
Das Thema HPV ist sehr gut erforscht. Hier ist beispielhaft eine Arbeit, die
einen ausführlichen Überblick verschafft, es ist aber beileibe nicht die einzige.
Wer mehr Informationen braucht, dem seien die Quellen dieser Arbeit
empfohlen (Hunderte) oder eine Suche in einer Wissenschaftsdatenbank nach
anderen Arbeiten, die diese zitieren (Februar 2015: 2985 andere
wissenschaftliche Arbeiten, die auf diese verweisen.). Und das sind nur die
Arbeiten, die in irgendeiner Weise mit dieser hier verknüpft sind, mit
entsprechenden Suchbegriffen findet man sogar noch mehr Arbeiten, die sich
nicht auf diese hier beziehen.
The causal relation between human papillomavirus and cervical cancer
http://jcp.bmj.com/content/55/4/244.full.html
Es gibt keine Zweifel an HPV als Ursache für Gebärmutterhalskrebs.
Impfgegner sind die einzigen, die versuchen, Zweifel zu erzeugen, indem sie
den absolut überwältigenden Großteil der Forschung zu dem Thema einfach
ignorieren. Wie wenig Köhnlein weiß, sieht man daran, dass er behauptet, dass
Harald zur Hausen erst angenommen habe, dass Herpes Simplex-Viren die
Ursache wären, aber die wissenschaftliche Gemeinschaft ihm dieses nicht
abgenommen hätte. Falsch. Die allgemeine Meinung in der Wissenschaft
damals war, dass Herpes Simplex die Ursache wäre. Zur Hausen war nicht
davon überzeugt. Er stieß sogar die wissenschaftliche Welt vor den Kopf mit
seiner Ansicht, dass HPV der Auslöser wäre. Er forschte lange an dem Thema,
konnte belegen, was er behauptet hat und setzte sich somit durch. Mit

Marketing hat das nichts zu tun, aber mit Wissenschaft.
http://www.ggg-b.de/_download/unprotected/schneider_laudatio_zur_hausen.pdf (In
diesem Link findet man auch eine kurze, deutschsprachige Erklärung, dass es bei der
Entdeckung um viel mehr ging als einfach nur "In Krebszellen wurden HPV gefunden")
http://am.asco.org/dr-harald-zur-hausen-highlight-his-journey-linking-humanpapillomavirus-cervical-cancer-science
Köhnlein versucht nun, die Arbeit von zur Hausen zu diskreditieren, indem er
den Nobelpreis kritisiert. Er spricht von einem "Dogma", das durch die
Nobelpreisvergabe geschaffen wurde, also etwas, an dem nicht mehr gerüttelt
werden darf. Der Nobelpreis kam aber zu spät dafür. Die Arbeit von zur Hausen
wurde lange vor seinem Nobelpreis 2008 schon anerkannt. In Europa wurde
die HPV-Impfung 2007 zugelassen. Die Impfung konnte nur dank der Arbeit
von zur Hausen und anderen entwickelt werden. Wissenschaftliche
Durchbrüche, die notwendig waren, bis es zu der fertigen Impfung kommen
konnte, gab es in den 90er Jahren schon.
Who Invented the VLP Cervical Cancer Vaccines?
http://jnci.oxfordjournals.org/content/98/7/433.full
Die Bestätigung, dass HPV für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, gab
es noch früher, in den 80er Jahren.
PAPILLOMAVIRUSES AND CANCER: FROM BASIC STUDIES TO CLINICAL APPLICATION
http://www.molim.uni-erlangen.de/MTG/material_papilloma/ZurHausenpapillomavirus_cancer_NatRevCancer2002.pdf
Der Nobelpreis ist das i-Tüpfelchen gewesen. Der Preis hat nichts mehr "zum
Dogma erhoben", 2008 waren die Erkenntnisse von zu Hausen längst
anerkannt und etabliert und viele andere Wissenschaftler haben
erfolgreich mit seinen Ergebnissen gearbeitet und die Wissenschaft
weiter vorangetrieben. Die Korruptionsvorwürfe, die dem Nobelpreiskomitee
gemacht wurden, haben zudem nichts mit zur Hausens Arbeit oder überhaupt
Impfungen zu tun. Sie haben mit der Vergabe des Nobelpreises zu tun. Die
Komiteezusammenstellung ist kritikwürdig, das wertet aber zur Hausens Arbeit
nicht ab. Das Nobelpreiskomitee ist lange nicht die einzige oder höchste
Instanz, die wissenschaftliche Erkenntnisse anerkennt. Anerkennung von
Erkenntnissen funktioniert zum großen Teil unabhängig vom Nobelpreis, durch
andere Wissenschaftler, die gewonnene Erkenntnisse dazu nutzen, um selbst
weiter damit zu arbeiten. Und dabei feststellen, dass eine Sache wirklich so
funktioniert, wie von ihren Vorgängern behauptet, weil sie darauf aufbauen
können, oder merken, nein, da kann etwas nicht stimmen.
Zudem gibt es Veröffentlichungen in Fachmagazinen von neuen Erkenntnissen.
In qualitativ hochwertigen Fachmagazinen wird nicht einfach irgendwas
veröffentlich, die vorgeschlagenen Artikel werden von Gutachtern geprüft
(Peer-Review). Häufig gibt es in diesen Magazinen auch nicht nur reine
Vorstellungen von wissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch Diskussionen von
Wissenschaftlern mit verschiedenen Sichtweisen. Auch für (begründete)
Kontroversen ist also Platz in der Welt der Wissenschaft.

Der Versuch, die gesamte, überaus umfangreiche HPV-Forschung und
zur Hausen persönlich zu diskreditieren, weil dem Nobelpreiskomitee
Vorwürfe gemacht werden, ist also nichts als ein billigster Trick, der
zeigt, dass Leute wie Köhnlein keine fundierten Argumente gegen
diese Erkenntnisse haben.
Nun versucht Leitner wieder witzig zu sein. Er spricht von der Einführung der
HPV-Impfung auch für Jungen, weil diese so gutes Geld bringe und zudem
auch noch Gebärmutterhalskrebs bei Männern ausrotten könne!
Was richtig ist, die Impfung bietet auch für Männer Vorteile. HPV lösen
hauptsächlich Gebärmutterhalskrebs aus, aber nicht ausschließlich. Es gibt
weitere Krebsarten, die durch sie entstehen, von denen beide Geschlechter
betroffen sein können oder sogar nur Männer (Peniskrebs). Weiter sind HPV
auch Verursacher von Genitalwarzen bei beiden Geschlechtern. Nicht tödlich,
aber auch problematisch für die Betroffenen und außerdem Kostenverursacher
im Gesundheitssystem. Es gibt Analysen zu diesem Thema, die zu dem Schluss
kommen, dass es insgesamt weniger Geld kostet, auch Jungen zu impfen, da
die eingesparten Kosten durch Behandlungen von Krebs und Genitalwarzen die
Kosten für die Impfungen aufwiegen. Schade für die Pharma, aber gleich
doppelt gut für die Bevölkerung, die gleichzeitig weniger an
Unannehmlichkeiten leidet und zudem mit ihren Beiträgen zum
Gesundheitswesen des Staates weniger für solche Behandlungen ausgeben
muss.
Impact of vaccinating boys and men against HPV in the United States
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0264410X10011758
Estimating the clinical benefits of vaccinating boys and girls against HPV-related diseases in
Europe
http://www.biomedcentral.com/1471-2407/13/10/
Nun geht es um die Zulassungsstudien. Leitner und Hartmann akzeptieren
diese nicht, weil ihrer Meinung nach kein "echtes" Placebo verwendet wurde.
Auf Aluminium bin ich an verschiedenen Stellen schon eingegangen und im
letzten Kapitel haben ich auch das Thema Zulassungsstudien angesprochen.
Ich werde das hier nicht noch einmal wiederholen, sondern auf andere Punkte
eingehen. Bei einer Impfstoffzulassung wird sich nicht nur auf eine Studie
gestützt, sondern auf mehrere, die verschiedene Dinge untersuchen. Man
möchte z.B. wissen, ob das Antigen, also der Krankheitserreger selbst, in
Impfungen für Nebenwirkungen verantwortlich sein könnte. Um dies zu testen,
muss man natürlich eine fertige Impfung mit einer "leeren" Impfung
vergleichen, also einer Impfung, in der nur dieser Teil fehlt, nicht die anderen
Stoffe. Sonst könnte man nicht bestimmen, an welchem Stoff nun mögliche
Nebenwirkungen liegen.

Impfungen werden aber auch gegen Substanzen getestet, die keine Wirkung
auf den menschlichen Körper haben, wie z.B. Salzlösung. Auch bei der
Zulassung der HPV-Impfung ist das passiert. Alle Informationen zur Zulassung
sind frei verfügbar, man muss sich nur die Zeit nehmen, sie selbst zu lesen und
nicht nur dem zu glauben, was einem ein Verkäufer von Filmen oder Büchern
erzählen möchten. Hier sind alle für die Zulassung relevanten Studien der HPVImpfung Gardasil genaustens aufgeführt.
http://www.fda.gov/downloads/BiologicsBloodVaccines/Vaccines/ApprovedProducts/UCM11
1287.pdf
Im Teil "Protocol 018" findet man Informationen zu der Studie, die mit
Salzlösung durchgeführt wurde. Ergebnis dieser war, dass bei der Impfgruppe
eine höhere Anzahl an Impfreaktionen auftraten - diese betrafen allerdings den
Bereich der Einstichstelle. Es traten mehr Schmerzen oder Schwellungen nach
der Impfung auf. Bei ernsthaften systemischen Effekten, also schwereren
Reaktionen, die andere Bereiche des Körpers betreffen, gab es keine
Unterschiede zwischen beiden Gruppen.
Und auch die anderen Studien mit aluminiumhaltigen Placebo sind interessant
und verdienen es nicht, von Leitner und Hartmann komplett weggewischt zu
werden. Sie sind im obigen Dokument genaustens aufgeführt. Man sieht nicht
nur, wie viele Nebenwirkungen es gab, sondern ganz genau was passiert ist,
denn schwere Erkrankungen und Todesfälle tauchen dort nicht nur als Zahlen
auf, sondern es wird erklärt, was mit diesen Menschen wann passiert ist. So
findet man z.B. in Protocol 013, dass eine Empfängerin einen Tag nachdem sie
das in dem Fall aluminiumhaltige Placebo und eine echte Hepatitis B Impfung
erhielt, starb. Sie starb durch einen Autounfall. Ob das wohl an dem Placebo
und der anderen Impfung lag?
Ich kann es leider nicht leisten, sämtliche Zulassungsstudien in diesem
Dokument auf die Art der schweren Nebenwirkungen und Todesfälle
genaustens zu überprüfen. Jeder, der es genau wissen will, möge obiges
Dokument bitte selbst lesen. Ich habe mir meine Bemühungen hier nicht durch
Spenden finanzieren lassen und verkaufe sie auch nicht noch zusätzlich, im
Rahmen dieses Hobbyprojekts von mir ist so eine Analyse nicht zu leisten.
Warum eine solche aufwändige Analyse nicht in dem zweifach finanzierten Film
(durch Spenden und durch den anschließenden Verkauf) passiert ist, der doch
umfassend informieren und aufklären möchte, weiß ich nicht.
Eine wichtige Information möchte ich noch kurz ansprechen, obwohl diese so
nicht in dem Film erwähnt wird, aber häufig bei Diskussionen mit Impfgegnern
zum Thema HPV aufkommt. Es wird häufig kritisiert, dass die
Zulassungsstudien und auch spätere Studien keine Verhinderung von
Krebsfällen zeigen. Es ist so, dass sich der Krebs langsam entwickelt. Es gibt
Vorstufen, die für sich selbst genommen eigentlich harmlos sind, sich aber zu
Krebs entwickeln können. Eine Forderung nach Studien, die sich nicht auf

solche Vorstufen und/oder Genitalwarzen bezieht, sondern auf den Krebs
selbst, würde bedeuten, dass man Studienteilnehmerinnen sehenden Auges in
ihr Unglück laufen lässt. Man dürfte sie nicht behandeln, wenn solche Vorstufen
bei ihnen auftreten, sondern man müsste abwarten, ob wirklich Krebs daraus
wird. Da Krebs nicht immer heilbar ist, würde das auch bedeuten, dass einige
dieser Frauen sterben würden. Deshalb wird in diesen Studien nicht der Krebs
selbst als Endpunkt genommen, sondern Vorstufen, um also die
Teilnehmerinnen zu schützen!
Efficacy and other milestones for human papillomavirus vaccine introduction
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15630792
Es folgt zum Abschluss wieder das Matrixbild, langsam werde ich müde...die
"heile Welt" der Hersteller habe ich schon erklärt und auch, dass es diese so
nicht gibt. Dass der Hersteller selbst die Studien bezahlt, ist doch nur korrekt,
oder möchte Leitner diese etwa bezahlen? Kritisch wäre es, wenn der
Hersteller diese Studien selbst bewerten würde, das tut er aber nicht,
sondern unabhängige Behörden. Wer diese nicht für unabhängig hält, sei
auf die Erklärung im vorherigen Kapitel verwiesen oder möge am besten direkt
auf die Seite der Stiko gehen und wirklich einmal selbst nachlesen, was dort zu
Interessenskonflikten steht.

1:12:55 „gravierende Wirkungen selten?“ Fallbeschreibungen
Leitner greift nun wieder den Anfang seines Films auf. Er präsentiert
persönliche Geschichten als Beleg dafür, dass Impfschäden nicht selten sind.

Maya
Wir sehen Bilder eines kleinen Mädchens mit ihrer Familie. Die Mutter erzählt
ihre Geschichte. Das Kind wurde mit 10 Wochen mit zwei Impfstoffen geimpft.
Danach hat sie untypischerweise viel geschrien, Fieber, Trinkschwäche und
Erbrechen gezeigt. Ein Arztbesuch am nächsten Tag ergab wohl einen Verdacht
auf eine Magen-Darm-Grippe, die Mutter erhielt Paracetamol für ihr Baby. Der
Zustand des Kindes verschlimmerte sich, es musste ins Krankenhaus. Dort
kam der Verdacht auf ein Schütteltrauma auf, also, dass die Mutter ihr Kind
selbst misshandelt hätte.
Neben der Beschreibung dieser Geschichte wird auch eine Einblendung der
Großmutter des Kindes gezeigt. Sie erklärt nichts zu der eigentlichen
Geschichte sondern greift das Thema auf: "der normale Mensch, der "kleine,
ohnmächtige Mann" gegen das System und ihre Impfpropaganda." Diese
Einblendung ist vollkommen wertlos, was den Informationsgehalt betrifft. Es
wird nichts zu der Geschichte gesagt, nichts zu Diagnosen bzw. dem
Ausschluss von Diagnosen oder andere Hinweise. Es wird nur die Angst vor
"dem System" und Impfungen bedient. Durch den Zusammenschnitt der
verschiedenen Äußerungen bleibt beim Zuschauer der Eindruck, dass sich diese
Familie gegen alle Widerstände durchgesetzt hat und ein Impfschaden
bestätigt wurde. Dem ist aber nicht so, im Film wird davon nichts gesagt. Man
muss hier sehr genau hinschauen, um zu bemerken, dass der Eindruck, der
durch den Zusammenschnitt einzelner Szenen erzeugt wird, ein völlig anderer
ist, als das, was tatsächlich im Film gesagt wird.
Direkt nach dem Einschub der Großmutter, der mit "Impfen muss nicht sein"
abgeschlossen wurde, geht es nun um eine Gerichtsverhandlung. Ging es bei
dieser um die Anerkennung eines Impfschadens? Nein, es ging um das
Sorgerecht der Mutter. Eine völlig andere Frage, die von einem völlig anderen
Gericht entschieden wird. Sorgerechtsstreitigkeiten werden vor dem
Familiengericht verhandelt. Fälle zur Impfschadensanerkennung vor dem
Sozialgericht.
Es wird das Fazit eines Gutachtens eingeblendet. In diesem steht, dass der
Gutachter die Wahrscheinlichkeit eines Impfschadens höher bewertet als eine
traumatische Ursache, also als einer Gewalteinwirkung. Im Kontext einer
Sorgerechtsverhandlung heißt das nicht mehr, als dass andere Erklärungen für
die Symptome des Kindes in Frage kommen, nicht alleine die Mutter als
Täterin, es also nicht gerechtfertigt ist, der Mutter das Sorgerecht zu
entziehen.

Die Alternativerklärung Impfschaden wurde also nicht bestätigt, obwohl Leitner
hier diesen Eindruck massiv erzeugen möchte. Er blendet das Fazit eines
Gutachtens ein in dem steht: "Bei Maja E. muss (...) eine Impfkomplikation als
plausible Ursache (...) angenommen werden." Auf den ersten Blick, auch noch
unterstützt von der Darstellung der Geschichte im Film, denkt man, dass das
Gericht also den Impfschaden als wahrscheinlicher bestätigt hat. Wenn es aber
tatsächlich um die Sorgerechtsfrage ging, wurde hier nicht verhandelt und erst
recht nicht bestätigt, dass es ein Impfschaden ist. Das ist eine völlig andere
Frage, die getrennt vom Sorgerecht zu betrachten ist und deshalb auch in
einer anderen Verhandlung aufgegriffen werden müsste.
Man denkt am Ende dieses Abschnittes als Zuschauer, man hätte den Kampf
einer Familie um die Bestätigung eines Impfschadens verfolgt. In Wirklichkeit
aber war es ein Streit um das Sorgerecht. Leitner schürt hier am Schluss noch
einmal die Angst, mit der er schon im ersten Teil des Filmes gearbeitet hat
(siehe Kapitel "Fall David"). Die Angst, durch Impfungen nicht nur sein Kind zu
schädigen, was alleine schon schlimm genug wäre, sondern auch noch das
Sorgerecht zu verlieren und zudem noch gerichtlich als Täter bestraft zu
werden.
Das Geschäft mit der Angst funktioniert hier hervorragend.
Ein junger, schwerbehinderter und pflegebedürftiger Mann wird noch gezeigt.
Leitner erwähnt den Impfstoff gegen Tuberkulose den der junge Mann direkt
nach der Geburt erhielt. Leitner spricht relativ ausführlich für diese kurzen
Szenen über einen "Skandal" und mehr, der mit diesem Impfstoff
zusammenhängen soll (mehr zu dem Impfstoff kann man im Kapitel zum
Tuberkulosediagramm nachlesen). Von der Geschichte des Jungen erfährt man
so gut wie gar nichts. Er wurde "nach Impfkalender weitergeimpft, bis er
"irreparabel geschädigt war". War's also doch nicht die erste Impfung? Und
welche Schäden hat der Junge? Damit meine ich natürlich nicht, dass es kein
Leiden gibt, denn dass große Probleme bestehen, ist in den Bildern
offensichtlich. Eine Entwicklung der Symptome wäre hier interessant gewesen
oder die Information, welche Diagnosen sonst in Verdacht kommen und ob
diese ausgeschlossen wurden.
Man erfährt nichts, außer der Wut und Trauer der Mutter. Die auch für mich
verständlich sind, informativ ist das jedoch nicht.

Nancy
Die Geschichte von Nancy Gahse wird gezeigt. Man sieht ein Mädchen, auch
hier wieder mit offensichtlichen und großen Problemen.
Die Mutter beschreibt ihr Kind im Babyalter. Das Kind hatte einige Meilensteine
der Entwicklung, wie Kopfkontrolle, Unterarmstütz und das Greifen von
Gegenständen erreicht.
Irgendwann nach den Impfungen stagnierte dann die Entwicklung und nochmal
irgendwann später wurden sogar Rückschritte gemacht, Nancy verlor also ihre
Fähigkeiten.

Es wird gesagt, dass die Mutter entgegen ihre Bauchgefühls weiter impfen
lassen habe, denn der "arrogante Herr Doktor" schmetterte alle Bedenken ab.
Wieder wird hier das Bild der "kleinen Leute gegen das große, unverrückbare
System" geprägt. Näheres über die Krankengeschichte und
Ausschlussdiagnosen erfahren wir natürlich auch wieder nicht.

Silvia H.
Sie beschreibt, dass bei ihr nach einer Impfung gegen Hepatitis eine
makropohagische Myofasziitis auftrat. Das äußert sich bei ihr durch Schmerzen
und Schwierigkeiten bei Bewegungen. Mehr erfährt man nicht, wieder keine
Informationen zur Diagnosestellung bzw. Ausschluss möglicher
Alternativdiagnosen, ebenso keine Informationen, ob versucht wurde, einen
Impfschaden anerkennen zu lassen.
Bei der WHO findet man einen Überblick zum Forschungsstand zu dieser
Erkrankung.
http://www.who.int/vaccine_safety/committee/topics/aluminium/questions/en/
Laut dieser bezeichnet der Begriff makropohagische Myofasziitis winzigste
Veränderungen im Muskel im Bereich der Einstichstelle einer Impfung,
vergleichbar mit einem "Tattoo". Mehr nicht. Es gibt keine eindeutige
Symptombeschreibung möglicher Folgen. Patienten, die von Schäden aufgrund
der MM berichten, zeigen kein eindeutiges Bild, von ihnen werden sehr
unterschiedliche Beschwerden geäußert. Die Studienlage ist schlecht, es gibt
keine Studien mit einer Kontrollgruppe, anhand derer man das Auftreten von
Symptomen und Beschwerden vergleichen könnte. Zudem ist es seltsam, dass
die MM eine Krankheit hauptsächlich französischer Erwachsener ist - wenn man
nicht weiß, welche "Besonderheit" es in Frankreich gibt. Wenn Patienten mit
bestimmten Beschwerden einen Arzt aufsuchen, wird gegebenenfalls zur
Diagnosestellung eine Muskelbiopsie durchgeführt, egal in welchem Land. In
Frankreich allerdings werden solche routinemäßigen Biopsien in einem Muskel
des Oberarms durchgeführt, in anderen Ländern nicht. In diesen Muskel
werden Erwachsenen Impfungen verabreicht. Bei französischen Erwachsenen
findet man deshalb häufiger Zeichen dieser Rückstände einer Impfung, daraus
kann man jedoch nicht automatisch schließen, dass die Reste dieses
"Impftattoos" plötzlich Auslöser einer Vielzahl von Beschwerden sind. Die WHO
geht davon aus, dass diese Rückstände unabhängig sind von der eigentlichen
Erkrankung des Patienten, die für seine Beschwerden verantwortlich ist.
Weitere Literatur zu dem Thema:
Macrophagic myofasciitis in childhood: a controversial entity.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16243223
Macrophagic myofasciitis in childhood: the role of scanning electron microscopy/energydispersive spectroscopy for diagnosis.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17455097
Vaccine adjuvants and macrophagic myofasciitis
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15653065

Roman G.
Auch er erhielt die Impfung gegen Hepatitis als Erwachsener, auch er berichtet
über gesundheitliche Schäden danach, allerdings anderer Art als die Schäden
der eben gezeigten Frau. Er erkrankte am Guillain-Barré-Syndrom, eine
Erkrankung der Nervenbahnen, die unter anderem zu Lähmungen führt. Die
Krankheit ist noch nicht vollständig erforscht, man geht aber von einer
autoimmunen Reaktion des Körpers bei der Entstehung dieser Krankheit aus.
Der Körper richtet sich also gegen sich selbst. In den allermeisten Fällen ging
dem GBS eine Erkrankung des Magen-Darm-Systems oder ein Infekt der
Atemwege voraus. Es wird angenommen, dass bei der Bekämpfung dieses
Infektes im Körper etwas "fehlgeleitet" wird, was dann zum Ausbruch der GBS
führt. Ein GBS nach Impfungen ist extrem selten beschrieben. Leitner blendet
einen Auszug der Packungsbeilage des Impfstoffes ein, mit dem dieser Patient
geimpft wurde. Man sieht den Punkt "Erkrankungen des Nervensystems" und
dort die Angabe "Guillain-Barré-Syndrom". Wenn man sich die Fachinformation
jedoch selbst ansieht, erkennt man, dass diesem Zitat folgende Erläuterung
vorausgeht:
"Nach breiter Anwendung der monovalenten Hepatitis-A- und/oder Hepatitis-BImpfstoffe wurden im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung die folgenden
zusätzlichen unerwünschten Ereignisse berichtet."
Was heißt das? GBS ist keine übliche oder auch nur seltene Nebenwirkung
dieses Impfstoffes. Es bedeutet, dass in Einzelfällen berichtet wurde, dass
dieses Syndrom nach einer Impfung auftrat. Es heißt nicht automatisch, dass
es durch die Impfung auftrat. Es wurde "nach breiter Anwendung" berichtet,
das heißt, dass viele, viele Dosen dieser Impfung verabreicht wurden. Es ist
zu erwarten, dass in Einzelfällen Menschen nach einer Impfung eine
seltene Erkrankung wie diese bekommen. Genau so, wie es zu
erwarten ist, dass einige Menschen kurz nach der Impfung ertrinken,
einen Autounfall erleiden, mit Drillingen schwanger werden oder bei
einem großen Preisausschreiben gewinnen. Diese Dinge passieren
unabhängig von Impfungen, sie passieren Geimpften wie Ungeimpften.
Twinrix schützt nicht vor GBS, es ist tragisch für die Einzelpersonen, wenn sie
daran erkranken, aber nichts, was man deshalb automatisch dem Impfstoff
anlasten könnte. Interessant wäre da erst eine Häufung dieser oder auch
anderer Erkrankungen bei Geimpften, dann gibt es einen Anlass, diese
Impfung kritisch zu prüfen und gegebenenfalls von ihr abzuraten oder sie
sogar ganz vom Markt zu nehmen.
http://www.guillainbarre-syndrom.de/
Fachinformation des Impfstoffes Twinrix:
http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR__All_Authorised_presentations/human/000112/WC500044059.pdf

1:19:42 „gravierende Wirkungen selten?“ Allgemeines
Anerkennung von Impfschäden
Leitner schließt diesen Teil des Films mit der Anmerkung ab, dass keiner der
gezeigten Impfschadensfälle anerkannt ist, trotz "teils erstklassiger Beweise".
Dabei wird, wahrscheinlich nicht zufällig, wieder Frau Engelbertz vom Anfang
des Films gezeigt. Ein "erstklassiger Beweis" wäre es, wenn sie von mehreren
Seiten geäußerten Verdachtes einer angeborenen Form der Epilepsie
nachgegangen wäre. Wenn diese Diagnose ausgeschlossen ist, dann hat sie
einen "erstklassigen" Beweis. Im Film wird nichts dazu gesagt, mir scheint es
so, als ob sie dem Verdacht nicht weiter nachgegangen ist.
Er festigt noch einmal schnell das Bild von den "erschlichenen Zulassungen
durch tricksenden Pharmakonzernen". Zu Erklärungen zu den
Zulassungsstudien verweise ich noch einmal auf die vorherigen Kapitel. Hier
möchte ich nur noch einmal auf die Manipulation durch Wort und Bild
hinweisen, die sich durch den gesamten Film zieht. Nachdem wir Zuschauer
gerade viele Gesichter gesehen haben, viele echte Menschen, sehen wir hier
das graue Gebäude einer Pharmafirma und es wird unpersönlich von
"Pharmakonzernen" gesprochen. Wieder wird hier also der Gegensatz erzeugt
zwischen den echten, lebendigen Menschen und unpersönlichen, lebensfernen
"Konzernen". Mit wem identifiziert man sich als Zuschauer also wohl
automatisch?
Was hier richtig ist: Nicht die Pharmafirmen zahlen Entschädigungen bei
Impfschäden, sondern das Land, also wir alle. Wir als Gemeinschaft profitieren
von Impfungen. Jeder geimpfte Mensch schützt unsere Neugeborenen, die
noch nicht geimpft werden können, und die Menschen in unserer Umgebung,
die aufgrund bestimmter Erkrankungen nicht geimpft werden können. Wir alle
und damit der Staat profitieren von jeder einzelnen Impfung. Deshalb werden
sinnvolle Impfungen vom Staat empfohlen. Der Staat steht dann für seine
Empfehlung selbst ein und zahlt bei eventuellen Schäden, die durch diese
Empfehlung entstanden sind.
Fraz Engelbertz kommt noch einmal kurz zu Wort. Sie spricht von "Aussitzen"
aufgrund jahrelanger Prozesse. Wie schon im Kapitel zu ihrem Sohn
geschrieben, habe ich trotz ausführlicher Suche keine Zahlen zur
durchschnittlichen Verfahrensdauer von Impfschäden finden können. Ob sie
das konnte? Sie nennt keine Quelle für ihre Zahl. Es drängt sich der Verdacht
auf, dass sie ihre eigene Erfahrung auf die Mehrzahl aller anderer Fälle
übertragen hat. Und über die lange Dauer ihres Verfahrens wundere ich mich
nach den mir verfügbaren Informationen nicht. Schließlich scheint sie selbst
nicht bereit gewesen zu sein, bestimmte diagnostische Verfahren anzuwenden,
um damit größere Klarheit in die Sache zu bringen.

Meldung von Impfschäden
Der Ostheopath Christof Plothe wird nun gezeigt. Dieser arbeitet zu Themen
wie "Die Schädelatmung - ein verkanntes Regulations- und Heilhindernis" oder
"Von Kopf bis Schoß - Wenn Gebärmutterverspannungen Kopfschmerzen
machen". Weiter sieht es auf seiner Homepage so aus, als ob er eine ganze
Reihe beeindruckender Titel aufweisen kann. Die Abkürzungen sind nicht
erklärt. Mindestens zum Teil scheinen es aber einfach Fantasietitel zu sein, die
beeindruckend klingen sollen, so vermute ich beispielsweise, dass "MRO" nur
für "member of registered osteopaths" steht, also einfach einen Eintrag in ein
Register.
http://www.donotlink.com/dt9s
Plothe erzählt einige angstmachende Geschichten über "Impfschäden", deren
Wahrheitsgehalt ich natürlich nicht nachprüfen kann, denn er gibt keinerlei
weitere Informationen dazu. Zusätzlich spricht er noch von einer exorbitant
hohen Hürde, die man überwinden müsse, um einen Impfschaden anerkannt
zu bekommen. Ein Blick in das Infektionsschutzgesetz zeigt: "Zur Anerkennung
eines Gesundheitsschadens als Folge einer Schädigung im Sinne des § 60 Abs.
1 Satz 1 genügt die Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangs". Es
genügt die Wahrscheinlichkeit. Man muss keinen unangreifbaren
Beweis erbringen, es reicht einfach nur, wenn mehr für, als gegen den
Impfschaden spricht.
http://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__61.html
Auch für die Unterstellung von Leitner, dass selbst bei seiner erdachten
Geschichte (ein Impfling, der mit der Spritze im Arm tot umfällt) kein
Impfschaden anerkannt würde gibt es natürlich keinen Beleg.
Es wird weiter unterstellt, nicht nur von Leitner, sondern auch von Hartmann.
Ärzte würden die Augen verschließen, wenn ein Impfschaden auftritt, da sie
vorher ihre Patienten oft nicht richtig aufgeklärt hätten. Wieder kein Beleg,
meine persönliche Erfahrungen mit Ärzten sehen anders aus. Und selbst wenn
einem so etwas tatsächlich passieren sollte, gibt es einen Weg für die
Betroffenen. Man braucht keinen Arzt, um einen Verdacht auf einen
Impfschaden zu melden. Jeder kann ihn selbst melden:
http://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/pharmakovigilanz/uawdatenbank/uaw-datenbank-node.html
Leider ist das nicht ganz leicht zu finden. Wenn man entsprechende
Suchbegriffe in eine Suchmaschine eingibt, erhält man nicht diese Seite als
erstes Ergebnis, sondern eine Seite, die das Wort "Impfschaden" in ihrem
Seitennamen trägt und auf der man Impfschäden für eine "Datenbank" melden
kann. Diese Seite gehört aber keiner Behörde, sondern einer Privatperson, die
durch Nichtimpfberatungen und Nichtimpfbücher Geld verdient. So etwas kann

zu Verwirrung führen und weiter dazu, dass Verdachtsfälle von Privatpersonen
gar nicht an offizieller Stelle gemeldet werden. So machen es
Impfgegnerseiten selbst den Betroffenen schwer, die richtige Stelle für
die Abgabe einer Schadensmeldung zu finden.

A. Diemer
Wir sehen nun Andreas Diemer. Über ihn wird gesagt, dass er seine Zulassung
als Arzt aufgegeben hätte, weil die "Ärztlichen Leitlinien von der
Pharmaindustrie diktiert" wären. Auf seinen Seiten, auf denen er Vorträge und
Verfahren wie "Quantentechniken" und "Zeitreisen" anbietet, finde ich trotz
ausführlicher Beschreibung seiner Person keine Andeutungen in dieser
Richtung. Es sieht immerhin so aus, als würde ihm seine Abgabe der Zulassung
und seine jetzige Tätigkeit nicht zum finanziellen Nachteil gereichen.
Er beschwert sich, dass er keinen besonderen Schutz als Arzt genießen würde,
wenn er sich nicht an die Leitlinien hält, also selbst irgendetwas "ausprobiert",
im Gegensatz zu den systematisch entwickelten Leitlinien. Leitlinien sind
allerdings nicht bindend und ermöglichen durchaus eine gewissen Flexibilität.
Weiter spricht er von einem "erheblichen Teil seines Einkommens", auf das ein
Arzt ohne Impfungen verzichten müsste. Aber Leitner selbst sagte doch
erst wenige Momente zuvor, dass ein Arzt so gut wie gar nichts an
Impfungen verdient und deshalb keine ausführlichen Beratungen
leisten kann? Was stimmt denn nun?
Interessant ist nun, mit welchen Bildern diese Szene abgeschlossen wird. Man
sieht Herrn Diemer, wie er ein Schild neben seine Tür hängt, auf denen sich
ausführliche Informationen und Kontaktdaten zu seiner Firma befinden. Man
diese gut erkennen, da die Kamera relativ lange auf diesem Schild verweilt und
sogar noch extra nah heranzoomt. Das ist außergewöhnlich, alle bisherigen
Protagonisten wurden nur durch knappe, kurz sichtbare Texteinblendungen am
Rand des Bildes vorgestellt. Auch da sah man im einen oder anderen Fall eine
Internetadresse der Person, jedoch gab es bei keiner anderen Person eine so
ausführliche und lange sichtbare "Visitenkarte". Andere Personen im Film
hatten jedoch bedeutend längere Bildschirmzeit und trugen sehr viel
wesentlichere Inhalte zum Thema des Films bei. Ich wundere mich. Im
Abspann des Films in einigen Minuten wird übrigens eine Liste der Spender
eingeblendet, die den Film finanziert haben. Andreas Diemer ist dort zu finden,
als einzige der im Film sichtbaren Personen.
Dr. Graf ist noch einmal zu sehen und spricht über die Zunahme von
Erkrankungen wie Allergien und ADHS. Er führt das auf die "Toxikologie von
Aluminium" zurück und schwurbelt noch etwas von "nicht zentrierten Kindern",
die "aus ihrer Mitte gerissen wurden". Eine nachvollziehbare Erklärung, wie
Aluminium für so unterschiedliche Krankheitsbilder wie Allergien und ADHS
gleichermaßen verantwortlich sein soll, fehlt natürlich. Hier wird wieder einmal
nur Angst geschürt.

Das Matrixbild wird ein weiteres mal gezeigt. Der Spruch über die gute
Wirksamkeit von Impfungen wird zerstört und Walter Ulbricht eingeblendet mit
seinem Ausspruch: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten". Wer
solche Einblendungen braucht, um seine Zuschauer zu beeinflussen,
der zeigt selbst, dass seine Argumentation alleine nicht überzeugen
kann. Und es wird weiter manipuliert. Eine Produktionsstrecke vermutlich
eines Pharmabetriebes wird gezeigt. Die Produktion verläuft automatisiert am
Fließband. Menschen sind nicht zu sehen, wieder einmal wird "die Pharma" als
unpersönliches System dargestellt, weit entfernt von echten Menschen. Es wird
von steigenden Umsätzen durch immer mehr chronisch kranke Menschen
gesprochen, so, als ob Impfungen dafür verantwortlich wären. Und nicht etwa
andere weitreichende Veränderungen unseres Lebensstils in den letzten
Jahrzehnten. Leitner schreibt nun seine persönliche Matrix um und impft
dem Zuschauer noch einmal mit dem Holzhammer seine Ansicht ein,
dass Impfungen als allererstes der Pharma dienen und nicht den
Menschen, die durch sie geschützt werden.

1:26:40 Die „Salzburger Elternstudie“
Leitner lässt keine Gelegenheit aus, beim Zuschauer weiter das Bild über die
Gefährlichkeit von Impfstoffen zu pflegen. Es wird ein Elternpaar mit seinem
schwerstbehindertem Kind gezeigt. Das nächste Thema wird eingeführt, die
"Salzburger Elternstudie", die belegen soll, dass ungeimpfte Kinder in vielen
Bereichen gesundheitliche Vorteile gegenüber Geimpften haben würden.
Die privat durchgeführte Umfrage ist aber keine wissenschaftliche Studie und
auch nicht mit solchen zu vergleichen, denn schon in der Art der Fragestellung
und der Auswertung sind viele Fehler angelegt. Diese ganzen Unachtsamkeiten
führen dazu, dass eine solche Umfrage von Anfang an nicht ergebnisoffen sein
konnte, sondern nur eine vorgefertigte Meinung bestätigen konnte. Nicht ohne
Grund gibt es in der Wissenschaft weitreichende Anforderungen an
durchgeführte Studien:
http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages%2Fregulation%2Fgeneral
%2Fgeneral_content_000072.jsp
An anderer Stelle wurde diese Umfrage und ihre Probleme bereits ausführlich
analysiert:
https://www.facebook.com/504832609550389/photos/a.704063326293982.1073741845.504832
609550389/786825921351055/?type=1&permPage=1
Ich bedanke mich bei "Für Impfen" dafür, dass ich ihren Text hier übernehmen
darf:
Da auch auf unserer Seite immer mal wieder jemand auftaucht, der auf die
"Salzburger Elternstudie" verlinkt, haben wir uns einmal ausführlicher mit
dieser pdf-Datei und dem dazugehörigen Fragebogen befasst.
http://www.donotlink.com/nSe
Im Fragebogen wird nach dem Alter der Kinder gefragt und auch
aufgeschlüsselt, wieviele Kinder in welchen Altersklassen sind, im weiteren
Verlauf wird überhaupt nicht mehr darauf eingegangen. So lassen sich die
Ergebnisse nicht vergleichen.
"Allgemeiner Gesundheitszustand" ist eine sehr offene Frage. Eltern sollten frei
dazu antworten, so ist es aber nicht möglich, die Ergebnisse zu vergleichen.
Was der eine als schlechten Gesundheitszustand empfindet ist für den anderen
vielleicht nicht der Rede wert. Standardfragen ohne Bewertungen (Beispiel:
Wieviele grippale Infekte hatte das Kind im letzten Jahr) sind sinnvoller, wenn
man die Ergebnisse vergleichen möchte.
In der Auswertung steht dickgedruckt, dass 95% einen "sehr guten"

Gesundheitszustand haben. Das ist keine Information, sondern eine
Bewertung. Das ist unseriös, eine gute Untersuchung läßt die Zahlen für sich
sprechen und den Leser selbst die Bewertung, ob gut oder schlecht,
vornehmen.
Es wird nach durchgemachten Kinderkrankheiten gefragt. Es fehlen aber die
Definition dieser Krankheiten und Informationen dazu, wie sie diagnostiziert
wurden. In guten wissenschaftlichen Arbeiten findet man Informationen
darüber, welche Symptome in welchem Zeitraum bei einem Patienten auftreten
"müssen", damit dieser als "erkrankt" gilt. Außerdem findet man Informationen
darüber, ob nur die Symptome selbst betrachtet wurden, oder weitere Kriterien
herangezogen wurden wie z.B. ein Antikörpertest.
In diesem Fragebogen findet man nicht einmal die Information, ob diese
Krankheiten von einem Arzt festgestellt wurden oder von einem Heilpraktiker
oder nur von den Eltern selbst.
Es wird nach dem Verlauf der Krankheiten gefragt, es hat aber nur ein Teil der
Eltern darauf geantwortet. Der Verlauf wurde in "stark, mittel und schwach"
eingeteilt ohne zu definieren, was diese Kategorien bedeuten. Die Einschätzung
des Verlaufs wurde komplett den Eltern überlassen, von denen jeder seine
individuelle Sicht hat, was als leicht oder schwer gilt.
Es wird nach chronischen Krankheiten und anderen Störungen gefragt. Auch
hier fehlen wieder Informationen zur Diagnose. Wer hat die jeweiligen Leiden
festgestellt? Es ist auch wichtig, zu wissen, ob bei den anderen Kindern diese
Leiden ausgeschlossen wurden. Wenn man davon ausgeht, dass diese Leiden
bei allen Kindern ärztlich diagnostiziert wurden, trifft dieser Fragebogen nur
eine Auskunft über "Das Kind hat die Diagnostik durchlaufen und die
Krankheit/Störung wurde festgestellt". Man findet kein Ergebnis für "Das Kind
hat die Diagnostik durchlaufen und dieses Leiden nicht" und auch nicht für
"Das Kind hat keine Diagnostik durchlaufen, man weiß also nicht, ob dieses
Leiden bisher unerkannt besteht". Ohne weitere Informationen ist also nicht
bekannt, ob die anderen Kinder wirklich keines dieser Leiden haben, oder ob es
einfach nur nicht festgestellt wurde, so sagt also die Zahl der Kinder mit den
Krankheiten/Störungen gar nichts aus. Außerdem ist nicht bekannt, ob bei
diesen Kindern wirklich eine ärztliche Diagnose erfolgt ist, oder ob Eltern dort
wieder ihre individuelle Einschätzung beschrieben haben.
Es wurde der Versuch unternommen, die Zahl der Kinder mit chronischen
Leiden mit "Kindern allgemein" zu vergleichen. Leider wird bei keiner der
verwendeten Zahlen eine Quelle angegeben. Asthma: Da sich die Erstellerin
des Fragebogens sehr speziell auf Salzburger Kinder bezieht, halten wir es für
möglich, dass ihre Zahl zu den Asthmafällen aus der ISAAC Studie Salzburg
95/96 stammt.
http://www.salzburg.gv.at/issac_studie_salzburg_1995-1996_gesamtfassung.pdf
Ein Blick in die Studie lohnt sich, dort wurden auch Daten anhand von

Fragebögen ermittelt. Im Gegensatz zu diesem Fragebogen sind die Fragen in
der ISAAC Studie sehr exakt gestellt und es gibt genaue Informationen über
die Befragung selbst und die Teilnehmerzusammensetzung. So ist es möglich,
aussagekräftige und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Die ISAAC Studie
bezieht sich auf Schulkinder. Der hier besprochene Fragebogen bezieht aber
sämtliche befragten Familien und ihre Kinder ein: der Großteil dieser Kinder ist
nicht im Schulalter. Die meisten davon jünger, einige allerdings auch älter, laut
dem Fragebogen gibt es sogar zwei "Kinder", die älter als 60 Jahre sind.
Sehr interessant bei der ISAAC Studie ist übrigens, dass bei der Hälfte der
teilnehmenden Jugendlichen im Rahmen dieser Studie Asthma festgestellt
wurde, welches vorher nicht diagnostiziert war. Genau deshalb ist es immer
wichtig zu wissen, wie oben schon beschrieben, bei welchen der
"nichterkrankten" Kinder der Umfrage die Erkrankung wirklich ausgeschlossen
wurde. Bei dieser Elternumfrage weiß man es nicht, es ist also möglich, dass
es dort auch Kinder gibt, die undiagnostiziertes Asthma haben.
Die Isaac Studie bezieht sich außerdem auf Kinder in Salzburg, die Erstellerin
des Fragebogens mit ihrem Vergleich auch. Ihre befragten Familien kommen
allerdings nicht alle aus Salzburg, wer weiß, vielleicht liegt der Unterschied,
den sie meint, zu erkennen, auch gar nicht an Impfungen, sondern an dem
Wohnort?
Allergien: Es ist auch hier nicht bekannt, ob die Kinder der befragten Familien
jemals die Diagnostik zur Feststellung oder dem Ausschluss von Allergien
durchlaufen haben. Auch bei Allergien gibt es das Problem, dass diese deutlich
unterdiagnostiziert werden. Das heißt, dass es viele Menschen gibt, die
Beschwerden durch eine Allergie haben, aber keine entsprechende Diagnose:
http://erj.ersjournals.com/content/24/5/758.full . Ohne eine entsprechende
Diagnostik der teilnehmenden Kinder kann man also keine Bewertung des
Umfrageergebnisses vornehmen, denn es kann nur das gefunden werden,
wonach man auch sucht.
Teilleistungsstörungen: Die Erstellerin der Umfrage gibt an, dass jedes 10.
Schulkind an einer Teilleistungsstörung leidet. Es fehlt aber die Quelle dieser
Angabe, so kann man nicht einmal nachvollziehen, auf welchen Ort sich diese
Zahl bezieht. Salzburg? Österreich? Weltweit? Ihre Vergleichszahl bezieht sich
auf Schulkinder, sie hat jedoch für ihr errechnetes Ergebnis ihrer Umfrage
sämtliche teilnehmenden Kinder einbezogen. Von diesen 1433 sind jedoch nur
höchstens 369 Teilnehmer im schulpflichtigen Alter. Teilleistungsstörungen
beziehen sich überwiegend auf Probleme von Kindern in der Schule. Wenn man
also in seine Berechnung hunderte von Babies und Kleinkindern einbezieht, die
noch viel zu jung für eine derartige Diagnose sind, bekommt man natürlich ein
wunderschönes Ergebnis im Vergleich zu anderen Zahlen, die natürlich keine
Kinder einbeziehen, die noch gar nicht diagnostiziert werden können.

Im Fragebogen wurde nach der bevorzugten Behandlungsart der
teilnehmenden Familien gefragt. Mehrfachnennungen waren möglich. Es fällt
auf, dass an erster Stelle Behandlungen durch Homöopathen, Heilpraktiker und
andere alternative Heiler, stehen. Diese sind weit von den Qualitätsstandards
der evidenzbasierten Medizin entfernt. Behandlungen durch Ärzte sind in
diesen befragten Familien weniger üblich. Diese Information ist im
Zusammenhang mit den erfragten Krankheiten und anderen Störungen sehr
aufschlussreich. Wenn viele dieser Familien gar nicht erst zum Arzt gehen,
kann natürlich auch keine Diagnose erfolgen oder ausgeschlossen werden. Wir
können durch diesen Fragebogen also gar nicht wissen, wie "gesund" diese
Kinder in Wirklichkeit sind. Es fehlt der Ausschluss der Diagnose.
Es finden sich noch sehr grobe Angaben zu geimpften Geschwistern der
ungeimpften Kinder der befragten Familien. Hier wurde komplett auf
Altersangaben verzichtet, dafür gibt es aber eine Liste mit verschiedenen
Erkrankungen und Störungen, die bei diesen geimpften Kindern aufgetreten
sind, die als "Impfschäden und Schäden, die nach Impfungen aufgetreten sind"
bezeichnet werden. Nur bei einem einzigen dieser Fälle findet sich die
Information, dass es sich um einen anerkannten Impfschaden handelt. Es wäre
interessant, zu wissen, warum in der Auswertung also das Wort "Impfschäden"
im Plural verwendet wurde. Außerdem fehlen auch bei dieser Liste wieder
wichtige Informationen. Wurden diese ganzen Leiden ärztlich diagnostiziert
oder sind darunter auch reine Angaben von medizinischen Laien, für die kein
diagnostisches Verfahren durchgeführt wurde?
Außerdem möchten wir anmerken, dass es sich um einen Fragebogen handelt,
der per E-Mail verteilt wird. Es findet sich in der Auswertung keine Angabe
darüber, wie kontrolliert wird, dass wirklich nur Familien mit ungeimpften
Kindern teilnehmen und keine übereifrigen Impfgegner mit mehreren E-MailAdressen, oder ob überhaupt eine derartige Kontrolle erfolgt.
Abschließend lässt sich sagen, dass Impfgegner mit diesen
Fragebogenergebnissen keine Werbung für ihre eigene Sache machen. Sie
betonen den guten Gesundheitszustand ihrer Kinder, versäumen es jedoch,
dieses auch objektiv zu belegen (durch Diagnoseverfahren zum Ausschluss der
abgefragten chronischen Leiden). Es bleibt bei subjektiven Eindrücken der
befragten Eltern. Die übliche Behandlungsart von Krankheiten besteht in diesen
Familien laut diesem Fragebogen aus Behandlungen bei Alternativheilern. Auch
das lässt eher einen negativen Eindruck entstehen, wenn man noch einmal ihre
Zahlen zu dem behaupteten, guten Gesundheitszustand ihrer Kinder
betrachtet, denn Asthma und Allergien sind in der Bevölkerung
unterdiagnostiziert. Kinder, die weniger häufig ärztliche Leistungen in Anspruch
nehmen dürfen, haben auch weniger Chancen, eine entsprechende Diagnose
(und Behandlung) zu erhalten.

Wenn diese "Studie" also eines zeigt, dann, dass es Anhaltspunkte
dafür gibt, dass Kindern von überzeugten Impfgegnern medizinische
Leistungen, die noch über das Impfen hinausgehen, aus ideologischen
Gründen vorenthalten werden.

1:28:48 Schluss
Hebammen und Impfberatung
Eine Hebamme wird nun vorgestellt, die sich schon "von Berufs wegen mit dem
Thema Impfen auseinandergesetzt hat". Jedoch fällt Impfberatung überhaupt
nicht in den Aufgabenbereich von Hebammen, sie werden auch nicht
entsprechend ausgebildet. Sie überschreitet ihre Kompetenzen, wenn sie
Eltern zu Impfungen berät. Das RKI führte 2007-2008 eine Studie durch
über die Einstellung von Hebammen zum Thema Impfen:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2008/Ausgaben/21_08.pdf?
__blob=publicationFile
Auch dort wird ganz klar gesagt, dass Impfberatung keine Aufgabe von
Hebammen ist:
"Zwei Drittel der Hebammen informieren nach eigenen Angaben Eltern über
das Thema „Impfen“; d. h. Hebammen werden zu einem Themenfeld befragt,
das nicht primär Inhalt der Ausbildung zur Hebamme ist. Im § 5 des
Hebammengesetzes ist festgelegt, dass die Ausbildung zur Hebamme dazu
befähigen soll, „Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem
Wochenbett Rat zu erteilen und die notwendige Fürsorge zu gewähren,
normale Geburten zu leiten, Komplikationen des Geburtsverlaufs frühzeitig zu
erkennen, Neugeborene zu versorgen, den Wochenbettverlauf zu überwachen
und eine Dokumentation über den Geburtsverlauf anzufertigen“.
Gesundheitsfragen, die das erste Lebensjahr des Kindes und das
Kleinkindesalter betreffen, wie Fragen zur zeitgerechten Impfung eines Kindes,
werden in der Ausbildung zur Hebamme weniger berücksichtigt, obwohl eine
ganzheitliche Betreuung im ersten Lebensjahr eines Kindes gesellschaftlich
gewünscht (Familienhebammen) und von den gesetzlichen Krankenkassen
auch teilweise getragen wird (z. B. Stillberatung durch die Hebamme, solange
ein Kind von der Mutter gestillt wird). "
Trotzdem sprechen viele der befragten Hebammen mit Eltern über das Thema
Impfen. Die Eltern wissen wahrscheinlich nicht, dass Hebammen im Rahmen
ihrer Ausbildung unzureichend über Impfungen und die Durchführung einer
Impfberatung ausgebildet werden. Sie wissen also nicht, dass sie an
dieser Stelle von ihrer Hebamme keine professionellen, fachlichen
Argumente erhalten, sondern eine rein persönliche Ansicht.
In der Studie wurde noch untersucht, welche Hebammen sich besonders häufig
berufen fühlen, Eltern zum Thema Impfungen zu beraten. Es waren vor allem
Hebammen, die Fortbildungen in Alternativmedizin oder zum Thema Impfen
besucht haben. Das RKI schreibt selbst dazu, dass nicht bekannt ist, welche
Inhalte diese Fortbildungen zum Thema Impfen hatten. Es bleibt offen, ob
diese Fortbildungen evidenzbasierte Ergebnisse zum Thema Impfungen als

Inhalt hatten, oder eher andere Schwerpunkte setzten. Diese Frage müsste
geprüft werden, bevor man davon ausgeht, dass Hebammen, die solche
Fortbildungen besuchten, die Fähigkeit besitzen, eine fachliche Impfberatung
durchzuführen. Weiteres Ergebnis: Genau die Hebammen, die sich
herausnahmen, Eltern zum Thema Impfungen zu beraten, rieten häufiger von
Impfungen ab und stellten sich damit gegen die Empfehlungen der Stiko.
Im Film beschreibt die Hebamme Dagmar Bialek nun eine Geschichte aus
ihrem Erfahrungsschatz. Sie hat die Mutter eines Kindes begleitet, das im
ersten Lebensjahr nach den Impfungen massive Entwicklungsstörungen und
weitere Probleme wie Krampfanfälle entwickelte. Im Film wird wieder
suggeriert, dass "nach den Impfungen" gleichzusetzen ist mit "durch die
Impfungen", denn Leitner gibt wieder einmal keine Informationen über
mögliche Alternativerklärungen oder diagnostische Verfahren, die an dem Kind
durchgeführt wurden. Ich hätte mich hier dafür interessiert, ob bei diesem Kind
bestimmte Formen der Epilepsie ausgeschlossen wurden, die sich nicht direkt
nach der Geburt schon zeigen, sondern erst im Laufe der ersten Lebensjahre
(siehe auch Kapitel "Andreas").

Anekdote zum Vergleich geimpfter/ungeimpfter Kinder
Eine weitere Anekdote wird gezeigt. Daniela Gerlemann beschreibt ihre beiden
Kinder, das ältere wurde geimpft, das jüngere nicht.
Das ältere Kind habe nach den Impfungen schlechter geschlafen und öfter
Infekte gehabt, das jüngere nicht. Ich kann hier aus den Erfahrungen mit
meinen eigenen Kindern und Kindern in meinem Umfeld berichten, dass Kinder,
auch Geschwister, sehr unterschiedlich sind. Manche Kinder sind generell
infektanfälliger, manche weniger. Der Schlafrhythmus ändert sich zudem im
Laufe der ersten Lebensjahre mehrfach massiv, das hat nichts mit Impfungen
zu tun, sondern mit der Entwicklung des Kindes. Manchmal sind Kinder
unruhiger, gerade, wenn größere Entwicklungssprünge anstehen wie das
Laufen lernen, außerdem reduziert sich das Schlafbedürfnis mit zunehmendem
Lebensalter. Im Film werden beide Kinder von Fr. Gerlemann gezeigt. Das
jüngere Kind sieht noch sehr jung aus, wahrscheinlich ist es noch nicht einmal
ein Jahr alt. Der Schlafrhythmus dieses Kindes wird sich garantiert noch
ändern, auch ohne Impfungen. In so einem jungen Lebensalter von großen
Unterschieden zu sprechen, ist sehr verfrüht.
Man weiß auch nicht, wann welche Impfungen bei dem älteren Kind
durchgeführt wurden. Wenn es nach Stikoempfehlungen geimpft wurde, hat es
wahrscheinlich innerhalb der ersten drei Lebensmonate seine ersten
Impfungen erhalten. Zu einem Zeitpunkt also, an dem man noch gar nicht
sagen kann, wie infektanfällig dieses Kind überhaupt ist. Gerade in den
allerersten Monaten sind Kinder noch nicht selbst mobil und somit recht
behütet, was den Kontakt zu Krankheitserregern angeht, erst recht, wenn es
sich um die ersten Kinder einer Familie handelt, es also keine Geschwister z.B.

im Kindergartenalter gibt. Außerdem besteht bei ihnen noch Nestschutz, sie
haben in ihrem Blut Antikörper gegen verschiedene Erkrankungen, die die
Mutter ihnen während der Schwangerschaft mitgaben. Es lässt sich so früh gar
nicht beurteilen, ob Impfungen etwas an der Neigung zur Infektanfälligkeit
geändert haben. Wir erhalten hier also keine Informationen.
Wir erhalten hier nur die Aussagen einer Mutter, die ihr eigenes Weltbild
stützen und bestätigen. Wieder einseitig ohne weitere Erläuterungen.

Angst
Leitner spricht wieder, es fallen Worte wie "Schuld", "verschwiegene Wahrheit",
"Gewinnsucht", "Trickser und Fälscher", er erzählt von Konzerninteressen, die
über allem, besonders der körperlichen Unversehrtheit, stehen. Der Leser wird
an dieser Stelle selbst erkennen, wie hier wieder ein Graben und Gegensätze
geschaffen werden, zwischen den echten Menschen, den Familien mit ihren
Kindern, und den Konzernen und Mitwirkenden im "System".
Es wird untermalt mit Bildern in warmen Farbtönen, auf denen Kinder und
Natur zu sehen sind. Im Gegensatz dazu sehen wir kalt-gräulich eingefärbte
Bilder von z.B. Stikomitgliedern, die auch an anderen Stellen des Films schon
zu sehen waren.
Leitner und auch wieder Loibner sprechen über die Natur. Sie tun so, als ob in
populären Medien ein Bild von "der Natur als Hölle" gezeichnet wird, deren
unzählige Bakterien und Viren uns umbringen wollen. Dem ist nicht so, auch
und gerade in der evidenzbasierten Medizin ist die Wichtigkeit von z.B. vielen
Bakterien für unsere Darmflora bekannt. Das heißt jedoch nicht, dass alle
Arten von Bakterien und Viren gleichermaßen nützlich für uns sind. Wir wollen
uns nicht vor sämtlichen Krankheitserregern schützen, nur vor denen, deren
Krankheiten massive körperliche Schäden bis hin zum Tod anrichten können.
Loibner gibt uns wieder einen faszinierenden Einblick in seine skurille
Gedankenwelt. Früher dachte man, Krankheiten würden durch die Besetzung
von Dämonen ausgelöst. Die Dämonen hat man irgendwann einfach durch
Viren ausgetauscht. Er tritt damit tausende von Forschungsarbeiten zu Viren
und Krankheiten, über Jahrzehnte in allen Teilen der Welt unabhängig
voneinander angefertigt, mit den Füßen.
Das Baby vom Vorspann des Filmes wird wieder gezeigt, nun einige Monate
später. Leitner sagt, dass es gesund heranwachsen durfte, denn die Eltern
seien immunisiert gegen die "Angstpropaganda der Massenmedien", die auf
"skrupellose Konzerne" zurückgeht. Angstpropaganda sehe ich aber eher auf
Seiten dieses Filmes und der Menschen, die zu seiner Entstehung beigetragen
haben. Ich habe in diesem Dokument sehr oft ausgeführt, mit welchen Mitteln
in diesem Film Angst geschürt wird. Derartige Propaganda haben ich noch nie
von Impfstoffherstellern oder gar der Stiko gesehen.

Die Mutter von Valerie spricht, sie ist hochzufrieden mit der Entwicklung ihres
Kindes. Es "ist gesund, bekommt Zähne, krabbelt, steht auf...ihr geht es
rundum gut". Genau das können ich auch über meine eignen geimpften Kinder
und die Kinder in meiner Umgebung sagen. Man stelle sich vor, auch geimpfte
Kinder entwickeln sich und es geht ihnen gut!
Sie spricht weiter, das Schlafen und die Infektanfälligkeit werden wieder
angesprochen. Auch dieses Kind scheint noch kein Jahr alt zu sein. Ich bin
selbst seit Jahren Mutter, meine Kinder sind älter als das gezeigte Kind,
außerdem habe ich mehrere Kinder. Der Mutter sei gesagt, dass sich am
Schlafverhalten noch viel ändern kann und wird, denn so etwas hängt nicht mit
Impfungen zusammen, sondern mit der allgemeinen Entwicklung, die jedes
Kind im Laufe seines Aufwachsens erlebt
Auch zur Infektanfälligkeit schrieb ich weiter oben schon. Ich möchte hier
jedoch noch eine persönliche Erfahrung beisteuern: Meine Kinder sind
gesundheitlich auch sehr stabil, sie haben wenige Infekte. Und das, obwohl sie
empfehlungsgemäß geimpft wurden. Es gab jedoch Zeiten, zu denen sich die
Anzahl von Infekten plötzlich häuften. Mit Impfungen hatte das nichts zu tun,
sondern mit dem Eintritt meiner älteren Kinder in
Kinderbetreuungseinrichtungen. Die im Film gezeigte Mutter wird keine
dementsprechende Erfahrung haben, ihr Kind ist viel zu jung.
Loibner spricht wieder, er erwähnt heutige Krankheiten der Kinder. Allergien,
Fettsucht, "Medikamentensucht" (?!). Er spricht von Eltern, die ihren Kindern
"von Montag bis Freitag Pommes Frites geben und zum Frühstück Red Bull
trinken lassen, ihre Kinder drei Stunden am Tag fernsehen lassen", bitte was?!
Mit welchen Eltern hat er denn so zu tun? Und gegen solche Eltern würden die
Behörden nicht einschreiten, aber "die Stirn runzeln", wenn stattdessen "eine
Impfung im Impfpass fehlen würde".
Mit der von mir erlebten Realität hat diese Darstellung rein gar nichts zu tun.
Ich frage mich, von welchem Planeten Loibner hier spricht.
Mit ausgerechnet diesem Statement von Loibner schließt der Film, es spricht
Bände. Nun wird nur noch ein Lied gespielt, der Zuschauer soll über den Film
nachdenken. Gleichzeitig werden verschiedene Bilder gezeigt, wieder warme,
liebevolle Bilder, die ungeimpfte Kinder und ihre Eltern zeigen, kalte Bilder, die
Konzerne zeigen und zwischendrinnen noch einmal ein schwerstbehinderter,
junger Mann (Andreas). Die Gedanken, denen der Zuschauer während der
Musik nachgehen soll, werden also ein letztes Mal durch die Bildsprache
beeinflusst und manipuliert.

Weitere Hintergrundinformationen zur
Entstehungsgeschichte des Films
Im Sommer 2012 tauchten erstmals Informationen zu einem von M. Leitner
geplanten "Aufklärungsfilm" auf. Der Arbeitstitel war dann noch "Krankgeimpft
und totgeschwiegen".
Die damalige Vorstellung des Konzeptes des geplanten Filmes +
Spendenaufruf:
http://www.donotlink.com/bhzg

Ziel des Films: Manipulation und Angstmache. Von Leitner
höchstpersönlich so angekündigt.
Aus dem Spendenaufruf:
„Der Film wird nicht das Pro und Contra von Impfungen spiegeln, da es
kein Pro gibt. Statt dessen werden den Impfbefürwortern Straftaten,
Wunschdenken und Ignoranz nachgewiesen und gezeigt, wie sie der Natur bzw
dem Impuls der Schöpfung ins Handwerk pfuschen und systematisch jeden
Hinweis auf flächendeckende Schädigungen durch Impfungen ignorieren oder
verwischen.
Niemand, der den Film sieht, soll je wieder sich oder sein Kind guten
Gewissens impfen lassen und es nicht mehr schaffen, ein irgendwo
gehörtes „morgen lass ich mich impfen“ unkommentiert zu lassen.
Dazu will sich Leitner auch Mitteln bedienen, die die Pro-Impf-Propaganda
umkehren: Wir sehen geimpfte Kinder als kränklich, gestört oder
behindert oder ihre traurigen Eltern am Grab. Ungeimpfte Kinder
hingegen sehen wird als reines und blühendes Leben. Der Film wird
also optisch auf einer emotionalen Weise stattfinden. Gegenpol zu dieser
emotionalen Ebene ist, dass jede Sachbehauptung knallhart bewiesen wird.“
Zu den "knallhart bewiesenen Sachbehauptungen" sage ich hier nichts mehr,
das Thema habe ich auf über 100 Seiten vor diesem Kapitel ausreichend
diskutiert.
Ich frage mich, welche "Pro-Impf-Propaganda" Leitner bisher gesehen haben
will. Eine derartige Meinungsmache, die er Impfbefürwortern unterstellt, habe
ich persönlich auf keiner Impf-Informationsseite bisher gesehen (wer sich
selbst davon überzeugen möchte, darf gerne den Quellenlinks in den anderen
Kapiteln folgen).
Leitner möchte nicht aufklären. Er möchte manipulieren. Schon im allerersten
veröffentlichten Konzept des Films lässt sich diese Absicht klar erkennen. Von
dieser Position ist er nie abgerückt, wie man im fertigen Film gut erkennen
kann.

Der Film ist kein Dokumentarfilm und sollte auch nie einer sein. Er ist pure
Propaganda und sehr bewusst genau so geplant gewesen. Er will Menschen
lenken, nicht informieren.

Die (wohl vergebliche) Suche nach bestätigten
Impfschäden
Schon im obigen Spendenaufruf kann man erahnen, welche Schwierigkeiten
Leitner bei der Suche nach Impfschadensfällen vorausgesehen hat:
"Wer also Menschen kennt, die gutachterlich bewiesen oder zumindest sehr
wahrscheinlich einen Impfschaden erlitten haben, dann wäre es sehr nett,
wenn Sie mit Michael Leitner Kontakt aufnehmen würden"
Wenn es doch so viele impfgeschädigte Menschen gibt, denen man eine
Stimme geben möchte, braucht man doch nicht schon im allerersten
Spendenaufruf tiefstapeln und von "zumindest sehr wahrscheinlich einen
Impfschaden erlitten haben" sprechen.
Er schreibt weiter:
"Besonders interessant wären natürlich Fälle, wo die Impfkomplikation mit
Fotos oder Videos festgehalten wurde (vorher / nachher) und wo das Problem
der Impfung von Zeugen, optimaler Weise am besten von einem Therapeuten,
bestätigt werden kann. Dies kann auch ein Arzt oder HP sein, an den sich die
Eltern nachher zwecks Therapie gewendet haben. "
Auch während der Filmproduktion selbst gab es noch weitere Aufrufe:

Er wünschte sich also möglichst gut dokumentierte und von mehreren Seiten
bestätigte Impfschadensfälle. Ich hätte mir auch eine solche transparente
Dokumentation gewünscht. Gab es im Film aber nicht. Bei allen im Film
vorgestellten Fällen äußerten sich nur die betroffenen Personen selbst (bzw.
ihre Sorgeberechtigten), es gab keine weitere Bestätigung von
außenstehenden Personen, die mit diesen Fällen vertraut waren. Auch die
erhoffte "vorher/nachher"-Dokumentation der Fälle ist sehr, sehr dünn
ausgefallen bzw. war bei den meisten vorgestellten Fällen so gut wie gar nicht
vorhanden.
Warum gibt es also keinen einzigen nachvollziehbar dokumentierten
Impfschaden mit starken Argumenten im Film? Selbst, wenn man annehmen
würde, dass Impfgegner mit ihren Unterstellungen Recht hätten, dass "echte"
Impfschäden so gut wie nie behördlich anerkannt werden, so sollte es doch
möglich sein, zumindest eine außenstehende Person, wie einen
Alternativbehandler, zu Wort kommen zu lassen. Oder eine saubere
Dokumentation des vorher/nachher-Zustandes zu präsentieren.
Ich gehe davon aus, dass Leitner in seinem Film schon die für ihn
"günstigsten" Fälle gezeigt hat, also diejenigen, die noch am besten ihre
Krankheitsverläufe darlegen konnten. Und selbst diese können nur so
schwache Argumente vorweisen, dass ich diese Fälle nur als weitere, diesmal
anekdotische Bestätigung dafür sehen kann, dass es annähernd keine
schweren Schadensfälle durch Impfungen gibt.

Der Fall Leon
2012 wandte sich ein Vater, dem Kindesmisshandlung vorgeworfen wurde, an
das "Netzwerk Impfentscheid" und bat um Hilfe. Das Kind war 3 Monate alt,
dem Vater wurde vorgeworfen, es geschüttelt zu haben, er jedoch behauptete,
dass die Verletzungen des Jungen durch eine Impfung ausgelöst wurden.
https://web.archive.org/web/20121028033352/http://impfentscheid.eu/?page_id=7
Das "Netzwerk" griff diesen Fall auf, erstellte eine Kurzreportage über die
Geschichte (https://www.youtube.com/watch?v=sSdbaJDnNKQ&feature=youtu.be) und
plante noch ein größeres Projekt. Dieser Fall sollte der "Auftakt für einen
großen Dokumentarfilm werden". Es wurde fleißig um Spenden gebeten.
Oktober 2012:
https://web.archive.org/web/20121028033352/http://impfentscheid.eu/?page_id=7
Im Dezember 2012 stand der Vater vor Gericht. Es gab eine unerwartete
Wende: Er gestand die Misshandlung seines Kindes. Er gab zu, das Kind sogar
mehrfach geschüttelt zu haben. Er zeigte Reue und begab sich sogar freiwillig
in eine Anti-Aggressions-Therapie.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/drei-monate-alten-sohn-geschuetteltschockierendes-gestaendnis-1.1542524
Was bedeutete das für Leitner? Tja, er konnte Leon nicht mehr als
Impfschaden für seinen Film verwenden.
September 2013, vermutlich ist diese Seite aber schon früher so online
gewesen, nicht erst 9 Monate nach dem Geständnis des Vaters:
https://web.archive.org/web/20130910204527/http://impfentscheid.eu/?page_id=7
Nach dem Erscheinen des Films gab es Verwirrungen aufgrund der dort
vorgestellten Fallgeschichten. Im Film sind zwei andere Kinder zu sehen, deren
Eltern Kindesmisshandlung vorgeworfen wurde. Einigen Zuschauern war nicht
klar, ob es sich bei einem dieser Fälle um "Leon" handelte. Leitner klärte dieses
Missverständnis auf - mit einer Unwahrheit, die ihn selbst in dieser Sache in
einem besseren Licht dastehen lässt:

Er hat den Fall nicht nach einem Gutachten vom Netz genommen. Er hat ihn
nach dem für ihn überraschenden Geständnis vom Netz genommen. Er hat die
Impfschadensgeschichte nicht kritisch hinterfragt, obwohl er in diesem
Statement einen solchen Eindruck erwecken möchte.
Auch interessant dieser Ausschnitt aus dem Statement:

"Man sollte auch bedenken, wie viele Eltern durchdrehen oder aus Angst oder
Stress überfordert sind, wenn die Kinder das als Impfreaktion bekannte
Schrille Schreien (nachlesbar in jedem Beipackzettel einer Säuglingsimpfung)
zeigen! Das soll keine Entschuldigung sein, denn für das Misshandeln eines
Kindes gibt es keine Entschuldigung! Aber vielleicht ist es eine Erklärung die
zeigt, wo die eigentliche Ursache vieler Säuglingsmisshandlungen liegt…"
Oder eine ähnliche Äußerung ein Jahr zuvor, auf der archivierten Webseite von
September 2013:
"Ob der Vater nun sein Kind geschüttelt hat, ob er dies grundlos oder infolge
einer Panikreaktion oder aufgrund eines unstillbaren und bedrohlich wirkenden
schrillen Schreiens getan hat, wie es bei 15-20 Prozent aller Säuglinge nach
dem Impfen vorkommt, weiss nur er allein."
Er unterstellt Eltern, die sich der Kindesmisshandlung schuldig gemacht haben,
dass sie gar nicht anders konnten, dass sie nicht mehr klar denken konnten,
weil das Kind vielleicht nach einer Impfung "unstillbar geschrien" hätte. Er
macht Täter zu Opfern. Die eigentlichen Opfer, geschüttelte Babys, die
sowieso keine eigene Stimme haben, sind dann nur noch Randfiguren.
Auf Impfgegnerseiten wird zu dieser Geschichte immer wieder angedeutet,
dass der Vater einen "Deal" angenommen habe, um einer Freiheitsstrafe zu
entgehen, etwas also nicht ganz sauber lief und ein möglicher Impfschaden
vertuscht werden sollte. Dieser "Deal" bedeutete, den Vorwurf des
Impfschadens fallenzulassen und stattdessen zu gestehen, dass er selbst das
Kind misshandelt hat. Auch im oben verlinkten Zeitungsartikel zu dem Fall ist
zu lesen, dass der Richter gnädig reagieren würde, wenn der Angeklagte die
Misshandlung zugibt.
Dieser "Deal" bedeutete jedoch nicht ausschließlich, dass der Vater keine
Freiheitsstrafe zu befürchten hatte. Er bedeutete auch, dass der Vater
Kontaktsperre zu seinem eigenen Kind hatte - trotz seiner gezeigten Reue,
trotz der Tatsache, dass der Vater dafür sorgen wollte, dass so etwas nie
wieder vorkommt (durch die freiwillige Anti-Aggressions-Therapie).
Ich möchte nun besonders den Lesern, die selbst Kinder haben, die Frage
stellen: Würdet ihr als Elternteil einen solchen "Deal" annehmen, der
bedeutet, euer eigenes Kind nicht mehr sehen zu dürfen, wenn ihr
doch wisst, dass ihr unschuldig seid? Ist die von Impfgegnern
gesponnene Geschichte um das Geständnis wirklich glaubwürdig für
euch?

Die "Impfgegnerbewegung" oder: Ihr seid Schäfchen
Anstatt Fakten gab es Lügen. Anstatt Aufklärung nur Manipulation. Konnte der
Film euch den Zuschauern wenigstens zu freiem und selbstbestimmten
Handeln verhelfen? Nein, ihr seid von Anfang an Leitners Marionetten gewesen.
Noch einmal diese Ankündigung aus 2012:

http://www.donotlink.com/framed?650589

Es sollten gezielt "Spenden generiert" und "Aktivisten gefüttert" werden.
2013, während der Dreharbeiten des Films:
https://web.archive.org/web/20130705035105/http://www.wir-impfen-nicht.eu/
Es werden Leute für ein "Team Netzwerk" gesucht.

Diese Leute sollten "intervenieren" und sich in Onlinediskussionen einschalten.
So etwas nennt man Meinungsmache. Kurzreportagen sollten "promotet"
werden, und damit natürlich automatisch für den Gesamtfilm geworben
werden. Das "Team Netzwerk" sollte nichts weiter als ein Werkzeug sein, was
Leitner nach Belieben gebrauchen kann.
Und ausgerechnet uns Impfbefürworten wird in Impfdiskussionen immer
wieder fälschlicherweise vorgeworfen, dass wir für "Big Pharma" schreiben
würden. Leitner selbst suchte und sucht gezielt Leute, die für ihn schreiben.
2014, Frank Reitemeyer gibt den Tod von Andreas, der im Film vorgestellt
wurde, bekannt:

Selbst dort, bei einer Todesmeldung, ruft dieser Wiederverkäufer des Films
dazu auf, aktiv zu werden und den Film weiter zu verbreiten, also unbezahlt
dazu beizutragen, dass der Film noch mehr Einnahmen generiert (und macht
nebenbei selbst Werbung für sein "bescheidenes Shöppchen".....
Und 2015 gibt es immerhin immer noch "Mengenrabatt":

Großzügigkeit von Leitner und Tolzin? Oder eher Abwälzung von Kosten für
Werbung auf die eigenen Zuschauer, die die "vergünstigten" DVDs kaufen und
weitergeben sollen?
Liebe Leser, der Film hatte nie das Ziel, euch selbstbestimmt
handlungsfähig zu machen. Ihr wurdet und werdet schlicht benutzt,
um Werbung und Einnahmen zu generieren. Stellt euch einmal vor, dass
es in dieser Auswahl von Beispielen zur Vermarktung nicht um Leitners Film
gehen würde, sondern um Impfungen oder impfbefürwortendes
Informationsmaterial. Wie würdet ihr solche Aktionen dann werten? Würdet ihr
uns dann vielleicht als Schafe ansehen, die blind den führenden Personen eines
Systems folgen?
Nun, dann hinterfragt euch bitte auch selbst und eure Rolle in der
"Impfgegnerbewegung".
Ihr seid offen und möchtet euch nicht mit vorgefertigten Meinungen zufrieden
geben, sonst hättet ihr euch nicht einen Film wie diesen angeschaut. Bitte
betrachtet auch einmal die hier gegebenen Informationen ebenso offen wie den
Film. Es sind nur Informationen, niemand wird dort zu irgendetwas gedrängt
oder gar als Werkzeug benutzt. Es liegt alles da, es ist offen und für jeden
verfügbar, seht es euch an und entscheidet selbst, was ihr daraus macht.
Ihr habt einen wachen Geist. Nutzt ihn bitte, und lasst euch diesen
nicht durch Lügen und Manipulationen nehmen.

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