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Die Stadt im Mittelalter

1. Stadt und Land im Mittelalter

Stadtentwicklung im Mittelalter

Im 12. und 13. Jahrhundert kam es in vielen Gebieten Europas zur


Gründung von Städten. Die ersten politisch und wirtschaftlich
wichtigen Städte entstanden in Oberitalien und Flandern. Als mit
den Kreuzzügen der Handel zunahm, blühten die alten römischen
Städte wieder auf und es kamen neue hinzu. Städte wurden zu
Handels- und Wirtschaftszentren und man gründete sie deshalb an
Flussübergängen und Straßenkreuzungen, in der Nähe von
Flussmündungen, bei Bischofssitzen, Burgen und Klöstern.

1.2. Unterschied zwischen Stadt und Land


Die Städte waren von den umliegenden Dörfern abhängig, da sie
selbst keine Lebensmittel herstellten. Dennoch übten die Städte
eine außerordentliche Anziehungskraft auf die Landbevölkerung
aus, denn die wirtschaftlichen Möglichkeiten waren in der Stadt
erheblich besser.
Die Stadt besaß einen Marktplatz für den Handel. Die Landbewohner
konnten ihre Überschüsse aus ihrer Ernte auf dem Markt verkaufen
oder gegen andere Waren eintauschen. Die Bauern durften nur in
ihrer Bannmeile, die um jede Stadt gezogen wurde, Handel treiben.
Dadurch entstand in den Städten eine Konzentration von Handel
und Gewerbe mit einer wirtschaftlichen Beherrschung des
Umlandes.
Die Bürger auf dem Land hingegen waren ohne Gesetze, sie waren
ihrem Grundherrn zu Abgaben und Frondiensten verpflichtet.
Der Mauerring der Stadt war ein wichtiger Bestandteil. Er hatte eine
Doppelfunktion, zum einen umschloß er das Gemeinwesen und
begründete damit Rechte und Pflichten der Bevölkerung. Dieses
Recht galt nur innerhalb der Mauern, allenfalls in einem kleinen
Umkreis des städtischen Territoriums. Zum anderen schützte die
Stadtmauer vor möglichen Feinden, die gerade bei wachsendem
Reichtum der Städte immer zahlreicher wurden.

1.3. Die Bewohner der Städte


Die Bewohner einer Stadt wurden seit Ende des 11. Jahrhunderts
Bürger genannt. Bürger waren Kaufleute und Handwerker und
unterschieden sich durch ihre Rechtsstellung. Ein Bürger war
persönlich frei und gehörte einem besonderen Stand an. Viele
Einwanderer, die sich als Tagelöhner oder Dienstleute verdingten,
sowie Arme, Bettler und Juden, zählten nicht zu Vollbürgern.

1.3.1. Gilden

Gilden sind genossenschaftliche Vereinigung von Personen eines


Berufes oder Gewerbes zur gemeinsamen Vertretung und Förderung
ihrer Interessen, zur gegenseitigen Schutz- und Hilfeleistung, aber
auch zur Pflege der Geselligkeit (z.B. Kaufmannsgilden oder
Handwerksgilden/Zünfte). Gilden erlangten politischen Einfluss und
Monopolstellung im Handel und Gewerbe, sie hatten politischen
Einfluss in den Stadtverwaltungen. Kaufleute, die kein Mitglied einer
Gilde waren, unterlagen zahlreichen Einschränkungen.

1.3.2. Zünfte

Zusammenschluss von Handwerkern einzelner Gewerbe um


ausreichende und gesicherte Einkünfte zu erzielen. Die Zunftregeln
sichern das wirtschaftliche Interesse der einzelnen Zünfte (Schutz
vor Konkurrenz, fachliche Anerkennung, Sicherheit im Alter)
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Zünfte waren die Wirtschaftsmacht sie hatten die Monopolstellung


bestimmte Preis, Qualität, Produktionsmengen festzulegen.

3. Recht und Herrschaft in den mittelalterlichen Städten


3.1. Markt- und Stadtrecht

Das mittelalterliche Stadtrecht gestattete den Bürgern eigene


Behörden (Bürgermeister, Stadtrat und andere) zu wählen. Der Rat
oder ein bestimmtes Stadtgericht beurteilte Streitigkeiten unter den
Bürgern. Dieses Recht galt bis ins 19. Jahrhundert und umfasste
Gewohnheits-, Kaufmanns- und Marktrecht. Das Marktrecht wurde
vom Stadtherrn verliehen, der den Bürgern weitgehende
Selbstverwaltung zugestand.
Genaue Kontrollen und exakte Vorschriften in Sachen Qualität, Preis
und Größe waren gängig. Man hatte amtlich genormte Längenmaße
an Häuserwänden rund um den Marktplatz, in Wien zum Beispiel
sieht man noch heute diese Maße an der Mauer des
Stephansdomes.
Die ältesten Stadtrechte in Österreich wurden an Wien (1198) und
an Enns (1212) verliehen. Die Stadt verdiente an den
Gerichtsgebühren und an den Zöllen, die an den Stadttoren erhoben
wurden.

3.2. Wahlrecht

Wahlrecht war auf Vollbürger beschränkt, das Passive auf


wohlhabende, "ratsfähige" Familien. Dem Rat standen städtische
Beamte zur Verfügung.
Die Bürger wurden in 2 Gruppen geordnet, die Patrizier (reiche
Kaufmänner und alteingesessene Grundbesitzer) und kleine
Handwerker und Kleinhändler. Anfangs hatten die Patrizier die
einflussreichste Rolle in der Stadtverwaltung. Sie entschieden über
politische Fragen, sowie über Steuern, Löhne und Preise. Da die
Patrizier eine Regierungsbeteiligung der Kleinhändler ablehnten,
kam es zu Bürgerkriegen, die die Zünfte für sich entschieden und
somit in den Stadtrat aufgenommen wurden.
Unselbstständige Handwerker und Lohnarbeiter hatten jedoch
weiterhin keine politischen Mitspracherechte.

3.2. Herrschaft

Der Stadtherr, meist ein Adliger, hatte das Recht all jene zu
bestrafen, die Unruhe stifteten. Er kassierte die Steuern und hatte
Hoheitsrechte, das heißt, er durfte über die Vorgänge in der Stadt
bestimmen. Ab dem 12. Jahrhundert kam es in einigen Städten zur
Selbstverwaltung.

An der Spitze stand der Stadtrat, der seine


Sitzungen im Rathaus abhielt. Im Rathaus
befanden sich auch die Kerkerzellen und der
Pranger. Die Aufgaben des Rates umfassten die
Sorge um die städtischen Wehranlagen, die
Erhebung von Steuern, Überwachung von Handel
und Verkehr und die Überprüfung von Maß und
Gewicht, bei größeren Städten auch den Abschluss
von Bündnissen. Dem Rat stand die niedere
Gerichtsbarkeit zu.