TMD: 34609
Kurzvorstellung des • Die Erkenntnistheorie ist ein wichtiger Teilbereich der
Materials: Philosophie. So spielt sie im Philosophieunterricht der
Oberstufe eine wichtige Rolle.
• Das Material bietet einen ersten Überblick über das
weitreichende Themengebiet. Von Platon bis Kant
werden die wichtigsten Positionen vorgestellt.
• Fragen am Ende jeden Kapitels sollen Diskussionen
anregen und zum Selbstdenken einladen.
Übersicht über die • Einleitung
Teile
• Platons Ideenlehre
• John Locke – Wahrnehmung als Basis des Erkennens
• David Hume – Skeptizistischer Empirismus
• Immanuel Kant – Die Kritik der reinen Vernunft
• Der radikale Konstruktivismus – Jedem seine Welt
Information zum • Ca. 12 Seiten
Dokument
SCHOOL-SCOUT – SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice
schnelle Hilfe Internet: http://www.School-Scout.de
per E-Mail E-Mail: info@School-Scout.de
SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice
E-Mail: info@School-Scout.de Internet: http://www.School-Scout.de Fax: 02501/26048
Linckensstr. 187 48165 Münster
Wahrheit garantierenden Wissens.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 2 von 17 Übersicht Erkenntnistheorie Thematische Einführung und ausgewählte. ist im Normalfall nicht verwerflich und durchaus alltäglich. schulrelevante Beispiele 1. sich zu irren. Im Gegenteil: als Menschen wollen wir über Angelegenheiten. richtig informiert werden. so ist keine einzelne. einer Situation angemessen zu handeln.“ „Vor 300 Millionen Jahren gab es einen zusammenhängenden Urkontinent. in der unterschiedlichste Positionen vertreten wurden. In den nachfolgenden Kapiteln sollen einige wichtige Überzeugungen zum Problem der Erkenntnis dargestellt und erklärt werden. der sich irren möchte oder gar bei gutem Verstand beschließt. so hat man es mit einer Unsumme von Ansichten zu tun. die uns betreffen. dass sich im Nachhinein als falsch herausstellt.School-Scout. Reden wir jedoch von der Erkenntnistheorie.“ „Ich lese gerade diesen Satz. spezielle gemeint. Sie strebt danach. Erkenntnistheorie Wer hat sich nicht schon einmal geirrt? Etwas anzunehmen. wie unsere Urteile in der Wissenschaft. in die wir hineingeboren wurden. Was jedoch macht dieses Wissen aus? Wie gelangen wir zu ihm? Wie gewiss sind unsere Überzeugungen überhaupt? Und können wir immer sicher gehen.“ „Angela Merkel ist deutsche Bundeskanzlerin. aber auch unsere Gewissheiten über unseren Alltag zustande kommen. für begründet oder unbegründet erklärt wird. Es handelt sich vielmehr um eine grundlegende Disziplin der Philosophie.de Internet: http://www. 187 48165 Münster . die Werkzeuge unserer Verständnistätigkeit offenzulegen und beleuchtet. Allerdings gibt es wohl niemanden. an welchem eine jede Ansicht für richtig oder falsch. die einander in zentralen Punkten widersprechen und sich gegenseitig ausschließen. die Wahrheit über die Welt. Gleichzeitig legt die Erkenntnistheorie sozusagen das Maß an.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. Welcher dieser Sätze erscheint Ihnen am gewissesten? „Der Mond ist aus Käse.“ SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. nicht doch getäuscht worden zu sein? Diese und weitere Fragen versucht die philosophische Erkenntnistheorie seit jeher zu beantworten. Wissen suchen wir nicht nur seiner selbst willen. Wir suchen kurz gesagt Wissen. entdeckt der andere gerade in unserem gesunden Menschenverstand und unserem sinnlichen Bezug auf die Welt die Quelle eines sicheren. Wo der eine sein Hauptaugenmerk auf die Tätigkeit unseres Verstandes legt. Ihr Anliegen zielt auf eine tiefgründige Untersuchung der zentralen Begriffe des Erkenntnisprozesses ab. im Alltag und in der Wissenschaft etwa soll es uns helfen. Fragen: 1. Betrachtet man die Geschichte der Erkenntnistheorie.
Eine Meinung wäre so gut wie die andere. Diskutieren Sie Ihre Wahl. Zweitens ist Platon der Ansicht. dass sein Material brennt und einen Menschen im Winter wärmen kann. im Grunde hätte keiner und alle gleichzeitig recht. eine übergeordnete Platon Wahrheit gibt es demnach nicht. nicht ausreicht. Gibt es einen Unterschied zwischen Meinung und Wissen? Begründen Sie Ihre Antwort. haben wir keine Mühe. Eine Diskussion wäre hiernach ein zweckfreies Unterfangen. Ebenso wenig setzt mich der jetzige sinnliche Eindruck von seinen Entwicklungsstadien über das Jahr hinweg in Kenntnis. nur unterschiedliche Standpunkte. 187 48165 Münster . in der Politeia und dem Theaitetos) ein Erkenntnissystem. Warum haben Sie sich so entschieden? Woher nehmen Sie die Gewissheit? 3. ginge es doch nur um den Austausch von Überzeugungen.School-Scout. Dieser Lehre zufolge ist jedes Wissen von der Wahrnehmung des Subjekts abhängig.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. Platons Ideenlehre Den ersten dokumentierten Versuch einer in sich geschlossenen Erkenntnistheorie schreibt man üblicherweise Platon zu. ob etwas mehr oder weniger gleich oder doch vollkommen verschieden voneinander ist. so weiß ich allein deswegen noch lange nicht. durch welche wir bestimmen können. Platon wendet sich in seinen Ausführungen gegen eine skeptizistische Philosophieströmung seiner Zeit. Wenn wir ohne vorherige Erfahrung zwei Pferde auf der Wiese grasen sehen.de Internet: http://www.1. ohne Ziel der Wahrheitsfindung.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 3 von 17 2. Beeinflusst von der Methode seines Lehrers Sokrates entwickelte er in verschiedenen Dialogen (u. welcher von 428/427 bis 348/347 v. Chr. das über lange Zeit großen Einfluss auf die gesamte Philosophie ausüben sollte. dass es. den Sophismus. Zuerst stellt er fest. ihn beispielsweise nur anzusehen. Wissen und Wahrnehmung sind also voneinander verschieden. Platon zufolge liegt dies daran. im antiken Athen gelebt hat. einen Gegenstand einfach sinnlich zu erfassen. Platon argumentiert gegen diese gleichmacherische Auffassung in verschiedenen Schritten. um etwas zu wissen. dass auch unsere grundlegenden Begriffe nicht auf Beobachtung beruhen. die Blüte im Frühling und den Abfall seiner Blätter im Winter. Also über vollkommene Begriffe. Beobachte ich zum allerersten Mal einen Baum. dass wir bereits zuvor über Begriffe-an- sich wie Gleichheit-an-sich verfügt haben. die Gleichheit der beiden zu erkennen.a. 2. Wir wissen sozusagen über die SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout.
weil ewig und unveränderlich. beim Grashalm die Linie. da jede Abbildung nur ein Abbild derer ist.und dem Höhlengleichnis. Sie gibt den Objekten der Erkenntnis erst Existenz und Wesen und lässt ihnen Wahrheit zukommen. bevor wir überhaupt etwas in der Welt gleich nennen. da hat bei den mathematischen und idealen Begriffen die Seele im höchsten wahrheitsgrade Anteil an der Erkenntnis. Zum Höhlengleichnis: das vielleicht bekannteste der platonischen Gleichnisse beschreibt den Weg des Philosophen zur Wahrheit und die Konsequenzen. wenn nicht aus unseren Sinnen? Platon selbst begründet den Umstand. Zum Liniengleichnis: Platon zufolge gibt es vier unterschiedliche Gruppen von Gegenständen. ebenso wie die Idee des Guten selbst. dem Sonnen-. 187 48165 Münster . also die Vernunft. Wo Abbild und Bild nur vom Körper wahrgenommen werden. Die sicherste und achtbarste Gruppe ist jedoch die der Ideen selbst. im Gegenteil sähen wir damit lediglich blasse. Wir sind dazu nicht auf unsere Sinne angewiesen. so sei dies im Reich der Ideen die Idee des Guten. veranschaulicht Platon in drei Gleichnissen. dass wir dennoch über Wissen und Begriffe verfügen. die wir durch Überlegung allein erkennen können. Erinnerung). welche wir mehr oder minder klar erfassen können.de Fax: 02501/26048 Linckensstr.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 4 von 17 gleichste Gleichheit bescheid. So ist es beim beschriebenen Ball etwa die perfekte Kugel. Besser dafür sind die sinnlich wahrgenommenen Gegenstände. Doch was muss dafür hinzukommen und woher nehmen wir es. in welcher die Menschen von Geburt an mit dem Rücken zum Eingang. Einmal auf die Erde gekommen vergisst sie hiervon das meiste und muss sich durch Erfahrung oder Reflexion mühselig an diese Begriffe wiedererinnern (anamnesis. Weder das Wissen noch unsere Begriffe sind also nur durch Wahrnehmung allein zu erklären. also gegen die Felswand. Zum Sonnengleichnis: so wie die Sonne in der Welt des Sichtbaren die Gegenstände für uns erkennbar macht. festgebunden SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. Wie die Tätigkeit der Erkenntnis genau aussieht oder zur Wahrheitsfindung aussehen müsste.School-Scout. der Gleichheit usw. erkannt werden können. Am ungewissesten sind die Abbilder: ein Spiegelbild eines Balles im Wasser oder eine Fotografie davon sagen für uns kaum etwas über die Wirklichkeit der Dinge aus. Der Bereich der Mathematik lässt uns durch Nachdenken die Idealformen dieser Gegenstände finden. Ein jeder Mensch verfügt demnach über eine unsterbliche Seele. Platon entwirft hierin ein sehr lebhaftes Bild. die vor ihrer Geburt auf die Welt an einem „überhimmlischen Ort“ die vollkommenen Ideen des Baumes. farblose Abbilder der reinen und vollkommenen Ideen. die ihm von Seiten seiner Gesellschaft blühen. Sie sind sozusagen auf einer höheren Wirklichkeitsstufe. von gr. Die Ideen sind also von Geburt an im Menschen und müssen nur durch Beschäftigung mit ihnen zu Tage gefördert werden. betrachtet hat.de Internet: http://www. mit seiner eigenwilligen Ideenlehre. dem Linien. Sie sind unabhängig von Sinneswahrnehmung und damit für Platon reiner. Man stelle sich eine Höhle vor. die durch wissenschaftliche Dialektik.
Platon schließt das Gleichnis mit der auf Sokrates bezogenen Vermutung. Was glauben Sie. Alles andere ist davon abgeleitet und je mehr es mit einem Sinneseindruck vermischt ist. ratio. Jede Station dieses Aufstiegs. desto weniger wertvoll ist die entsprechende Aussage über ein Ding. Sie sind unfähig. die den Menschen in seiner erkenntnislosen Finsternis halten. so könnten sie ihm seine Erkenntnis nicht abnehmen. Nach Platons Ansicht werden die Festgebundenen zwangsläufig diese Schatten für das Wesen der Dinge halten. so weiter. Im Weiteren wird der Philosoph auch die Höhle verlassen. da es für sie zu ungewöhnlich wäre. auf eine unsterbliche Seele zu schließen. Hinter ihnen befindet sich ein Feuer. Zusammenfassend ist zu sagen. Halten Sie es für überzeugend nur wegen der Tatsache. Vernunft. Platons Erkenntnistheorie ist somit ein gutes Beispiel für eine rationalistische Position (von lat. sie irren sich also in der Wirklichkeit der Sachen. Platons Höhle aus dem Gleichnis zu zeichnen. Versuchen Sie. die dann Schatten auf die Felswand werfen. vor welchem ständig Gegenstände vorbeigetragen werden. der sei in der Lage. 187 48165 Münster .School-Scout. den Ideen und speziell der Idee des Guten? Besprechen Sie Ihr Ergebnis. dass die Gefesselten den Philosophen für seine Erkenntnis umbrächten.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. ist mit großer Anstrengung und Gewöhnung verbunden. zu sprengen und das erste Mal die sinnlichen Gegenstände zu betrachten. in der die Ideen die unabänderlichen und ewigen Gegenstände jeder wahren Erkenntnis sind. dann die Dinge selbst und zuletzt die Sonne ansehen können. die sie umgeben. die Ketten. Er wird die Spiegelungen der Dinge im Wasser.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 5 von 17 sind. die unsere Gefangenen sehen können. mathematischen Begriffen. Erkennen ist nicht einfach.de Internet: http://www. will er uns sagen. würde die heutige Naturwissenschaft zum Thema Seele sagen? An welchem Ort müsste sie überhaupt suchen? SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. dass Platon von einer Welt ausgeht. Wer nun philosophiert. 3. so beschreibt es Platon. ihren Kopf dorthin zu wenden. Nur Verstand und Vernunft also geben uns geeignete Auskunft über die Wirklichkeit der Welt und ihrer Objekte. dass sinnliche Wahrnehmung allein Wissen und Begriffe nicht erklärt. von welchen man vorher nur farblose Abbilder sehen konnte. Fragen: 1. die all dies eigentlich schon immer besessen hat? Diskutieren Sie in der Klasse. Gegenstand. 2. Ginge der Erkennende nun wieder herunter zu seinen ehemals Mitgefangenen. Verstand). Was entspricht darin Abbild.
de Internet: http://www. Für John Locke gilt der Mensch also als unbeschriebenes Blatt. mögen wir im Ernstfall wiedererkennen.de Fax: 02501/26048 Linckensstr.). die sich auf das stützt. SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. aber erst ein genaues Studium des Inhalts. So können bestimmte Ereignisse gleichzeitig oder stets nacheinander auftreten. Eine ganzheitliche Erfahrung eines Theaterstückes zum Beispiel ist ja nicht allein auf einzelne Anschauungen beschränkt. Die Verfahren unseres Geistes können uns ähnlich klare Objekte liefern.School-Scout. welches sich selbst durch Erfahrung mit der Welt nach und nach füllt. basieren hiernach entweder auf unseren äußeren Sinnen (Sehen. Locke beschreibt drei grundlegende Möglichkeiten. All die Gegenstände unseres Denkens.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 6 von 17 2. stets schon als befriedigende Quelle der Erkenntnis voraussetzen: unsere Sinne. sozusagen die Stoffe. Die Wahrnehmung der Gegenstände über äußere Sinne nennt Locke Sensationen (engl. Als Beispiel mag nur die Verbindung vom hörbaren Vortrag der Schauspieler mit deren sichtbaren Handlungen auf der Bühne dienen. wenn wir Einkaufen gehen oder den Hund ausführen. kann dieser ebenso aktiv auf ebenjene eingehen. sensations. die der Geist passiv in seiner Umwelt registriert hat. Gleichzeitig lassen sich verschiedene Ideen als in Relation zueinander begreifen. etc. Ein Gemälde. Erst einmal mit einfachen Begriffen ausgestattet. John Locke etc. was wir im Alltag. Sie können in einer ganz besonderen Beziehung zueinander stehen. welche sich aus der inneren oder äußeren Wahrnehmung ergeben. Die erworbenen einfachen Ideen.) oder unseren inneren Sinnen von Geistesoperationen (Selbstwahrnehmung. Je aufmerksamer wir uns mit den Gegenständen der Außenwelt und unserem geistigen Treiben beschäftigen. mit denen es umgeht. des Bildaufbaus und der Malweise geben uns konkreteren Aufschluss darüber. sie seien Reflexionen. Hören. die wir zu Ideen zusammensetzen. Jahrhunderts brachte die Einwände gegen diese Vermutung in einer besonderen Weise auf einen Nenner. doch erst der britische Empirismus des 18. desto klarer werden wir später über deren Begriffe verfügen. John Locke – Wahrnehmung als Basis des Erkennens Gegen die platonische Vorstellung von dem Menschen angeborenen Ideen argum entierten viele.2. Denken. sondern enthält unter sich viele solcher. dass sie in uns unterschiedlichste Wahrnehmungen auslösen. an dem wir tagtäglich vorbeigehen. etwa Teil voneinander sein oder eben nicht. bedeutet in diesem Fall eher Sinnesempfindung). lassen sich so etwa durch Verknüpfung zu komplexen Ideen weiterentwickeln. John Locke (1632 – 1704) gilt als einer der Hauptvertreter einer Erkenntnistheorie. 187 48165 Münster . Die Objekte der Außenwelt bewegen uns derart.
aber hier bleibt die Erkenntnis durch die Anwendung der genannten Denkprinzipien noch lange nicht stehen. dass die Intensität der Eindrücke allein eine zufriedenstellende Versicherung der Wirklichkeit der Eindrücke selbst ist.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. Die Grundlage der Erkenntnis ist somit die Erfahrung. dass wir niemals wissen. wie sie für sich ist oder nur durch unsere Sinne vermittelt trübe Abbilder von ihr erhalten. ob wir diese genau so wahrnehmen. Als Beispiel gibt Locke ein Weizenkorn an. Ein Skeptiker könnte einwenden. gleichermaßen erhalten. Primäre Qualitäten sind solche. Unter Weglassung der unterschiedlichen Merkmale bilden wir somit allgemeine Begriffe. dass in Wirklichkeit nicht so ist. Eine Nachfrage erübrige sich hier. Somit könnten wir nie sicher darüber sein und das entsprechende Wissen würde sich in puren Glauben auflösen. Wahrnehmung ist also die Basis eines komplexeren Systems von Übertragung und Umgestaltung von Bewusstseinsinhalten. dass sie uns im Ernstfall nicht in Ungewissheit über sich selbst lässt. sind demonstrative Erkenntnisse der Mathematik und Geometrie. lässt sich nicht durch einfache Anschauung herausfinden. dass schwarz nicht weiß ist. sondern bedarf eines darlegenden Beweises. John Locke ist der Ansicht. die jedem Einzelteil eines Objekts auf gleiche Weise zukommen. Wenn auch diese Außenwelt gesichert scheint. so kann es jedoch weiterhin Zweifel in Bezug auf eine Quelle unserer Erfahrung geben. dass der Gegenstand ausgedehnt ist. mithilfe derer sie uns zu sinnlichen Sensationen bewegen. Sekundäre Qualitäten hingegen seien vielmehr in den Objekten angelegte Kräfte. Sind diese beiden Einsichtsformen gesichert. so können wir dieses selbst zur Sprache bringen. Sie lassen sich für SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. so etwa Farbeindrücke oder Tonwahrnehmung. Der Zweifel über die Existenz der Außenwelt hebt sich Locke zufolge demnach in der Praxis auf. wenn wir meinen wach zu sein.de Internet: http://www. Sehen wir verschiedene Ideen von ein und demselben Merkmal begleitet. Verallgemeinert ließe sich so sagen. dass ein Elefant keine Katze ist oder dass drei gleichartige Gegenstände mehr sind als zwei dieser Gegenstände. Die höchste Gewissheit bietet Locke zufolge die Intuition. Die Welt ist so eingerichtet. 187 48165 Münster . ursprüngliche Eigenschaften der Dinge an sich. ob wir nicht in Wirklichkeit träumten. Daraus resultierende Einblicke können verschiedene Grade von Einsehbarkeit haben. wie wir es angenommen haben. Teilen wir dieses in zwei Hälften. Locke beschreibt hier zweierlei Qualitäten der Gegenstände. Unser vermeintliches Wissen könnte sich also auf etwas beziehen. Steckt ein Zweifler seine blanke Hand in die Glut eines Ofens. so bleiben die Festigkeit und die Tatsache. so bleibt die Frage offen. so wird er sie angesichts der qualvollen Schmerzen durch die gleißende Hitze unwillkürlich wieder herausziehen. Dass die Winkelsumme im Dreieck stets einhundertachtzig Grad beträgt. Primäre Qualitäten bezeichnen nach Locke reale.School-Scout. Auf der zweiten Stufe der Einsehbarkeit.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 7 von 17 Als drittes nennt Locke die Fähigkeit der Abstraktion. die Außenwelt. dass sich die Wahrnehmung immer auf eine in den Momenten des Wahrnehmens wirklich existente Außenwelt richtet. Jedem Menschen mit funktionstüchtigem Augenlicht leuchtet etwa sofort ein. aber ebenso gewiss.
sie zu sehen? SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. Fragen: 1. wie die Primärqualitäten dort veranlagt sind. 187 48165 Münster . ohne dass sie von uns beobachtet werden. wie sie auch wirklich in den Gegenständen der Außenwelt ohne uns sind. Wenn im Moment der Wahrnehmung laut Locke garantiert ist. sie haben überhaupt keine Ähnlichkeit mit den Objekten.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 8 von 17 uns so wahrnehmen. Die Wirklichkeit der Gegenstände. im Alltag Ihren Sinnen. Wahrscheinlich trauen Sie. Was halten Sie von Lockes Argument zur Existenz der Außenwelt? Ist es überzeugend? Diskutieren Sie Ihre Ansichten. nur weil wir glauben.de Internet: http://www.School-Scout. was würde es dann überhaupt bedeuten. 3. Sekundäre Qualitäten jedoch liegen dort nicht vor. John Lockes Erkenntnistheorie war in vielen Belangen wegbereitend für eine auf das Prinzip der sinnlichen Überprüfung gestützte Naturwissenschaft. sich zu täuschen? Gibt es eine Fata Morgana. Können Sie sich einen Fall vorstellen. spielt im Gegensatz zu Platons Ideenlehre kaum eine Rolle mehr. Sie seien vielmehr Ergebnis der Art und Weise. wo unsere Wahrnehmung uns an der Nase herumführt? 2. Alle Aussagekraft richtet sich direkt oder mittelbar auf Objekte als wahrgenommene Dinge.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. wie die meisten von uns. dass es einen entsprechenden Gegenstand in der Außenwelt gibt.
bezieht sein schottischer Nachfolger David Hume (1711 – 1776) klar Stellung gegen die Möglichkeit einer solchen Erkenntnis. Das Sinnkriterium eines Wortes.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 9 von 17 2. jede Vorstellung. gleich wie komplex sie auch sein mag. die sich um metaphysische Begriffe ranken. Belehrung gedacht oder deren Inhalt zuvor in der sinnlichen Wahrnehmung angetroffen worden ist. die auf einem vorhergehenden Empfinden beruhen. David Hume Erstere sind sinnliche Eindrücke über die Welt und durch die Wahrnehmung unmittelbar und lebendig.. der Mensch hat sowohl Eindrücke der Außenwelt als auch solche seiner inneren Gemütsbewegungen. der nicht in die Welt der Wahrnehmung ausgreift. 12. er sich dieses etwas auch nicht vorstellen kann. Vermischung und Vertauschung von Bewusstseinsinhalten. Nach Hume sind sie farbloser als der Eindruck selbst. Bei Streitfragen und Unklarheiten. Zweitere sind geistige Auffassungen mittelbar vorgestellter. dass die Grundlage jedes Wissens die sinnliche Erfahrung sei. Menschliche Bewusstseinsinhalte seien grundlegend in zwei Kategorien geteilt.3. Metaphern –. wenn jemand niemals eine Erfahrung von etwas hatte. so mag man frei sagen. Es zeige sich.de Internet: http://www. ob erstere eingebildet. welche niemand je geschaut hat – Fabelwesen. David Hume – Skeptizistischer Empirismus Hat sich John Locke noch eher implizit zu metaphysischen Fragen geäußert. ob diese Begriffe sich überhaupt auf Eindrücke beziehen. also Fragen über die Erfahrung hinaus. so ist er sinnlos und verliert seinen Platz in der ernsthaften Diskussion. In seinem erkenntnistheoretischen Hauptwerk „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“ (1748 als Philosophical Essays Concerning Human Understanding erschienen) behauptet Hume ähnlich wie Locke. auch erinnerter Bewusstseinsinhalt von zuvor Erfahrenem/Erlebtem – dies kann wiederum ein Eindruck der Außenwelt als auch der eines Gefühls sein – oder dessen Verknüpfung. so etwa nach Gott. Felix Meiner Verlag. ist sein Bezug auf ein Erlebnis. Jeder Gedanke. 19 SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“ (EhU).de Fax: 02501/26048 Linckensstr. von welchem die Vorstellung stammt. Ausg. dass. Monster. „All unsere Vorstellungen oder schwächeren Auffassungen sind Abbilder unserer Eindrücke oder lebhafteren Auffassungen“1. impressions (Ein drücke) und ideas (Vorstellungen). Findet man also einen Begriff. 187 48165 Münster . 1 David Hume. lässt sich bei genauer Prüfung in einfachere Vorstellungen zergliedern.School-Scout. ist zu fragen. so unterliegt der Verstand doch bestimmten Gesetzen der Verknüpfung und Umstellung. S. gleichgültig. Auch wenn das menschliche Denken schrankenlos erscheint und sich vermeintlich auch auf Gebiete zu erstrecken vermag. zur Unterhaltung. der Freiheit und der Seele.
ist unser Wissen über Tatsachen (hier Verknüpfung von Ereignissen) hingegen fraglich. Wir Menschen selbst verbinden also aufeinanderfolgende Ereignisse erst durch wiederholte Betrachtung. diesen festen Zusammenschluss zweier Ereignisse anzunehmen. „Jede Wirkung ist ein von ihrer Ursache verschiedenes Ereignis“2. dass sich auf unser Verständnis von Ursache und Wirkung bezieht. heute wie morgen. dass es wirklich nicht so ist. die Straße nass sein wird. Wir können lediglich sagen. das sich etwa mit Gottesbeweisen beschäftigt) und der Metaphysik im Allgemeinen die Grundlage. Nichts in unseren Eindrücken oder dem Denken gibt uns Aufschluss darüber. ein Problem. S. sichere Erkenntnisse zu erreichen ab. erst durch die sinnliche Anschauung wird es wertvoll. Er spricht ihm die Fähigkeit. ist eine Annahme. ist die Straße nass).B. die uns doch seit Kindheit an in Mark und Bein gegangen sind.de Internet: http://www. wenn wir ihn loslassen. bevor wir bestimmte Gegenstände kannten. Diese Verknüpfung wird in den Tatsachen mitgedacht.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 10 von 17 Hume nimmt somit dem spekulativen Vernunftgebrauch in der natürlichen Theologie (dem Gebiet der Theologie. müssen wir sie als Beziehungen von Ursache und Wirkung begreifen. wir ihre Wirkungen und Eigenschaften nicht gewiss vorhersagen konnten. dass es nicht so ist und es ist auch gut möglich. 40 SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout.School-Scout. aber eine konkrete Aussage dazu steht uns nicht zu. Es scheint unmittelbar einleuchtend.: wenn es regnet. Zwar nehme man im Alltag an. dass. und verortet seine Ergebnisse ähnlich Geistergeschichten im Bereich der Fantasie. dass wir nicht etwa der einzige Mensch auf Erden sind und uns unsere Welt nur ausdenken oder gar erträumen. es ist vielmehr eine Sache der Erfahrung und Gewohnheit. Selbst die Gesetze der physischen Welt. ist unvernünftig. Um Tatsachen als etwas betrachten zu können. dass bisher immer die Straße nass war. die sich nach David Hume nicht beweisen lässt. dass wir nicht gesichert Wissen können. das nicht nur für die bisher gekannten Fälle. dass jedes Mal. Dass die Welt immer gleich laufen wird. dass es außerhalb von uns überhaupt eine Außenwelt gibt. Neben seiner Metaphysikkritik ist David Hume auch für das erstmals von ihm aufgestellte so genannte Induktionsproblem (Induktion: Schluss vom Einzelnen auf das Allgemeine) bekannt. Es lässt sich ebenso vorstellen. dass ein Stein nach oben fällt. sind keine. Rein verstandestechnisch ist uns nichts verfügbar. nachdem es geregnet hat. 187 48165 Münster . Kausalität ist demnach Gewohnheitsglaube und keine absolut gewisse Erkenntnismöglichkeit. sondern für allgemein alle möglichen Fälle gültig ist (z.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. Als Skeptiker geht Hume sogar noch weiter und behauptet. die sich vor der Erfahrung erfassen lassen. Kein Denkakt allein kann dieser Beziehung jedoch ansichtig werden. Wir können demnach nicht wirklich aussagen. wenn es regnet. Humes Positionen und besonders das von ihm aufgestellte Induktionsproblem haben Generationen von Philosophen beeinflusst und auch in der heutigen 2 EhU. Während in der menschlichen Vernunft manche Beziehungen von Vorstellungen etwa in der Mathematik oder Geometrie absolute Gewissheit böten (logische Gesetze garantieren dies). von einer auf die andere zu schließen.
Sollte man diese Beschäftigung einstellen. ist so ein Leben wünschenswert? 2. Warum könnte man erstere materialistisch und letztere skeptizistisch nennen? SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. nur weil die eventuellen Antworten nicht gesichert sind? Richtig können die Antworten. nach der vieles nur wahrscheinlich ist. Die Fragen der Metaphysik sind von vielen als fundamentale Menschheitsfragen betrachtet worden. 3. Erarbeiten Sie die Unterschiede von Lockes und Humes Position.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 11 von 17 Wissenschaftstheorie. Was bleibt dem Skeptiker nach dem Zweifel? Gibt es einen gewissen Punkt im Leben. 187 48165 Münster .de Fax: 02501/26048 Linckensstr. Fragen: 1. wenn auch rein zufällig und nicht überprüfbar. aber kaum etwas wirklich gewusst wird. doch immer noch sein. etwa dem kritischen Rationalismus oder Fallibilismus. findet man Anhänger der grundlegend skeptizistisch-empiristischen Weltanschauung. der nicht angezweifelt werden kann? Wenn ja. welcher wäre das? Wenn nicht.School-Scout. deren Beantwortung der erste Zweck des Menschen sei.de Internet: http://www.
Unsere Anschauung und unser Verstand formatieren sinnliche Eindrücke vor. die erste der drei großen Kritiken Kants.School-Scout. Es lässt sich somit die Frage stellen. wären sie nicht nach bestimmten Prinzipien geordnet. Allein durch sinnliche Wahrnehmung jedoch kann Kant zufolge keine Erkenntnis zustande kommen. die Elemente beider Anschauungen verbinden sollte. versucht er.oder Tonabfolgen für uns. sei selbst zusammengesetzt aus dem.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. so dass wir Objekte nie so sehen. was der Verstand dazu beiträgt. welche ihm nach eigener Immanuel Kant Aussage „vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach“3.de Internet: http://www. was wir wirklich zur Sprache bringen. was wir durch sinnliche Eindrücke empfangen und dem. wenn wir meinen. Die Grundfrage. 3 Immanuel Kant. so schreibt er. was wir wissen können und was nicht. Vom Empirismus der britischen Schule übernimmt Kant die Vorstellung. Jahrhundert weitgehend unversöhnlich gegenüber. die sichere Erkenntnis erlaubt oder nicht. dass beide Anschauungen auf ihre Weise richtig sind. Die Erfahrung. sondern lediglich so. Standen sich Empirismus und Rationalismus im 18. das gesamte Erkenntnisvermögen des menschlichen Geistes zu vermessen. „Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik die als Wissenschaft wird auftreten können“. Immanuel Kant – Die Kritik der reinen Vernunft Die „Kritik der reinen Vernunft“ (1781/87).SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 12 von 17 2. 1783) SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. so könnten wir es nicht sinnvoll denken. Zeigte sich Kant früh eher rationalistischen Thesen zugeneigt. Kant geht also davon aus. die Kant immer wieder umtreibt. wie sie uns vorkommen (Erscheinungen). Um diese zu beantworten. Der aktive Verstand erarbeitet aus dem Grundstoff der Eindrücke Begriffe und erst durch diese kommt Erfahrung zustande. beispielsweise dem Werk Gottfried Wilhelm Leibniz‘. 187 48165 Münster . dass unsere Erfahrung gewissermaßen auf unserem Erkenntnisvermögen basiert. ob Metaphysik eine Wissenschaft ist. um die Fehler beider Systeme gleichsam aufzudecken und zu zeigen. Vorrede (Riga. ist die. etwas in unserer Erfahrungswelt erkannt zu haben. Hätten wir keine Wahrnehmung von etwas. Dinge an sich sind jedoch nach Kant die Grundlage für Erscheinungen. Beide Ansichten unterzog er einer tiefgehenden Prüfung. so war es die Lektüre von David Humes verstandeskritischer Position. dass jede Erkenntnis mit der Erfahrung anfange. ist als Antwort auf den Jahrhunderte währenden erkenntnistheoretischen Streit über die wahren Quellen des Wissens zu verstehen. Gleichfalls aber wären Eindrücke willkürliche Bild.4. um ein für allemal klären zu können. Es fehlte dann gewissermaßen der Grundstoff dafür. wie sie sind (Dinge an sich). versuchte sich Kant an einer eigenen Lösung des Problems der Erkenntnis.
die er in vier Gruppen einteilt (Quantität. Diesen Rückgriff auf die Basisfundamente des Wissens nennt er Transzendentalphilosophie. Wo ein Botaniker ein Schneeglöckchen entdeckt. Dem Gegenstand an sich ist dies gleichgültig. welche Voraussetzungen überhaupt im Geist vorliegen müssen. Um dies zu erreichen. „kopernikanische Wende“ genannt. die Gesetzmäßigkeiten der sinnlichen Anschauung und der Verstandestätigkeit. sondern die Objekte richten sich nach uns. Transzendental ist aber hier nicht mit transzendent zu verwechseln. damit wir erkennen können.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 13 von 17 Erkenntnis ist demnach viel eher ein Wiedererkennen dessen. Ich kann ein Buch als Einheit betrachten oder als Vielheit von zusammengebundenen Seiten. was wir wahrnehmen sowohl in Raum als auch in Zeit verorten. wenn sie selbst erst die Bedingungen ebenjener Erfahrung sein sollen).de Fax: 02501/26048 Linckensstr. wie ich einen Gegenstand auffasse. SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. So wie Raum und Zeit reine Anschauungsformen sind. Raum und Zeit sind deshalb reine Formen der Anschauung und liegen jeder Wahrnehmung zu Grunde. die die Objekte vorbringen. beispielsweise des Erlebens. Laut ihm können wir uns zwar einen Raum oder einen Augenblick vorstellen. die reinen Anschauungsformen und die reinen Verstandeskategorien (rein bedeutet hier vor jeder Erfahrung.de Internet: http://www. in dem kein Gegenstand ist. der keine Empfindung des Sinnlichen beigemischt ist. dass jede Anschauung. Im Folgenden sollen die wichtigsten genannt sein. 187 48165 Münster . Im Verlauf seiner Untersuchung macht Kant zwei unterschiedliche Begriffe aus. Die Kategorien der Quantität beispielsweise beziehen sich im weitesten Sinne auf die Art und Weise. Qualität. Relation und Modalität). In der Gruppe der Qualität finden sich Bestimmungen über die Wirklichkeit und Gültigkeit von Aussagen wieder. Kant versucht im Weiteren. verständlich. eine reine Anschauung ist. Letzteres bezieht sich auf das Überschreiten von Grenzen. aufzuzeigen. aber wir können uns andersherum niemals einen Gegenstand vorstellen. wird ein Unkundiger womöglich nur eine krautige Pflanze mit weißen Blütenblättern entdecken können. Wir richten uns hiernach nicht mehr nach den Objekten. er verändert sich nicht. sind die Kategorien die reinen Formen des Verstandes. der eine ähnliche Umdeutung in der Sternkunde vornahm. mit denen er sinnliche Eindrücke zu Einheiten zusammenfasst. Dieser Perspektivwechsel auf die Gegenstände der Welt wird nach Kopernikus. der nicht in Raum oder Zeit ist. unter denen Erkenntnis gedacht werden muss. Noch bevor wir irgendetwas wahrnehmen. egal wie man ihn benennt oder welche seiner Details man zur Sprache bringt. was unser Verstand zuvor in die Gegenstände gelegt hat. Sie fragt nach den Bedingungen der Möglichkeit von Sinneswahrnehmung und Denken überhaupt. In Anlehnung an die Kategorienlehre von Aristoteles erkennt Kant zwölf solcher Kategorien. Sie sind die transzendentalen Bedingungen der Sinnlichkeit (Rezeptivität der Eindrücke). macht sich Kant Gedanken darüber. müssen wir das. Kant nimmt an.School-Scout.
die von großer Bedeutung für die Philosophiegeschichte ist. die Gegenstände miteinander haben können. Kant nennt diese Vorstellungen regulative Ideen. wie wir vermittels der in uns angelegten Erkenntniskräfte zu Erkenntnissen über die Welt gelangen. obgleich wir nicht wissen. Im gleichen Zuge nämlich kann deren Nicht-Existenz auch nicht bewiesen werden. welche sie allein durch Begriffe und die Logik zu lösen versucht. Weil sich die Metaphysik aber nicht auf sinnliche Wahrnehmung stützt und sich auch nicht überprüfbar in der Welt beweisen kann. Ist erst einmal geklärt. notwendig/zufällig oder wahr/falsch sein. so wie es andere Wissenschaften tun. Auch ist nach Kant die Beziehung von Ursache und Wirkung eine Verstandeskategorie. kann Kant auch die weitere Frage angehen. Sie seien wichtig für das praktische Handeln. an ihn zu glauben. was man allein aus der sinnlichen Wahrnehmung herleiten kann. Als reine Verstandesformen sind sie abermals vor jeder Erfahrung. Man kann sich die Kategorien wie Prägestempel vorstellen. die die reine Vernunft (Gott. Die Ideen. ob Metaphysik eine Wissenschaft genannt werden kann. Das „weil“ ist nicht sichtbar und erst unser Verstand fügt die beiden Ereignisse (erste Kugel rollt zum Stoß. Die Vernunft sucht in ihrer Eigenart stets nach Erkenntnis und geht in ihrem Vorgehen immer weiter vom Einzelnen zum Allgemeinen.de Internet: http://www. Seele) gezwungenermaßen hervorbringt. eine verstehbare Struktur aufzwingen. ist Kant der Ansicht. SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. Nämlich. So ist etwa das Beispiel „Der Ball ist gelb“ eine Zuordnung der Eigenschaft „gelb“ zu „Ball“. Gott ist so immerhin noch möglich und es ist im strengen Sinn auch nicht unvernünftig. zweite Kugel rollt) zu einer kausalen Verknüpfung zusammen. die dem rohen Stoff der sinnlichen Anschauung eine geordnete Form. Die letzte Gruppe der Kategorien.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. Weder die reinen Anschauungsformen von Raum und Zeit noch die reinen Verstandesformen können wahrgenommen werden.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 14 von 17 Der Block der Relation umfasst die Verbindungen. bezieht sich unter anderem auf die Art und Weise von Aussagen.School-Scout. ordnet die Vernunft diese zu allgemeineren Prinzipien. 187 48165 Münster . bis sie irgendwann zum Allgemeinsten. ob sie wahr sind. dass Metaphysik keine reine Wissenschaft ist. Sie können möglich/unmöglich. sind deshalb jedoch noch keine reinen Hirngespinste. der Willensfreiheit und der Unsterblichkeit der Seele sind klassische Themen der Metaphysik. gekommen zu sein glaubt. Dass eine Billardkugel losrollt. die Gruppe der Modalität. Fragen nach der Existenz von Gott. dem Unbedingten. So wie der Verstand die sinnlichen Wahrnehmungen zu Begriffen und Urteilen ordnet. müssen aber nach Kant als Bedingungen für die Möglichkeit jeder Verstandestätigkeit (Spontaneität der Begriffe) gedacht und angenommen werden. weil sie von einer anderen angestoßen wurde ist nichts. Sie ist keine sichere Quelle des Wissens. zu unsicher ist ihr Vorgehen. Freiheit.
Hegel). stellt die „Kritik der reinen Vernunft“ eine Verbindung von rationalistischem und empiristischem Gedankengut dar. hatte grundlegende Auswirkungen auf Kunst und Kultur (siehe Kleists „Kant-Krise“). Was meint er damit? SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. An anderer Stelle schreibt Kant. dass das „Ding an sich“ die Grundlage jeder Wahrnehmung ist. der „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) und der „Kritik der Urteilskraft“ (1790) dar. in der wir die wichtigsten Fragen unserer Existenz. für ein Theoriegebäude anzunehmen? 3. das nicht wahrgenommen werden kann. 187 48165 Münster . Gerade erstere nutzt den Begriff der regulativen Ideen als Ausgangsbasis für die Ethik. er musste in der Metaphysik „das Wissen aufheben. selbst jedoch nicht wahrgenommen werden kann. Im gleichen Zuge kritisiert er die Metaphysik. Kants Denken hat die europäische Philosophie der Neuzeit und den entsprechenden Zeitgeist maßgeblich beeinflusst (deutscher Idealismus: Fichte. um zum Glauben Platz zu haben“. unentscheidbar vorfinden.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 15 von 17 Wie eingangs erwähnt.de Internet: http://www. Ist es sinnvoll. Fragen: 1. Fragen nach Gott und der Freiheit.School-Scout. Teilen Sie Kants Kritik am reinem Empirismus und Rationalismus? Sind Begriffe nur als Verbindung von Wahrnehmung und Denken möglich? 2. Die ungewohnte Vorstellung einer an sich unerkennbaren Welt. Sie stellt die Grundlage für Kants spätere Werke. weil sie sinnlich nicht überprüfbar ist. Kant ist der Ansicht. etwas.
Jahrhundert der österreichisch-amerikanische Philosoph Ernst von Glasersfeld (geb. Wenn man allerdings eine Quelle unserer Erkenntnis betrachtet. aus denen die Winkel der aneinander angrenzenden Wände je nach Blickwinkel anders erscheinen.5. dass es sie gibt und es steht uns auch im Weiteren keine zufriedenstellende Methode zum Nachweis zur Verfügung.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 16 von 17 2. die sich aber stellen lässt ist. das Kants Position an Kompromisslosigkeit sogar noch überbieten sollte.de Internet: http://www. Der radikale Konstruktivismus – Jedem seine Welt Die Vorstellung. dass es Dinge an sich (also objektive Erkenntnis ohne unsere Wahrnehmung) gibt. 1917) ein Denksystem.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. Traditionelle Erkenntnistheorien hatten Wissen stets geradewegs oder mittelbar als begründete Übereinstimmung von dem. dass es. mal rechtwinklig. sich egal von welcher Position aus besehen. Was letztendlich für uns bleibt. Aufbauend auf den Arbeiten des Schweizer Psychologen Jean Piaget (1896 – 1980) entwickelte im 20. so werden wir stets mit ausschnitthaften Eindrücken konfrontiert. dass Wirklichkeit nicht vom Menschen getrennt gedacht werden kann. radix. ob dieser Raum bereits für sich existiert oder wir ihn durch die Zuordnung unserer Erfahrungsepisoden zum Begriff „Raum“ erst zu einem solchen Raum machen. Der radikale Konstruktivismus stellt es frei. die sinnliche Wahrnehmung. und deren Ernst Mach wirklichem Sein betrachtet. dass wir die Dinge der Welt erst durch Erfahrung konstruieren und zurechtlegen. Trotz dieser großen Unterschiede in der Betrachtung kommen wir im Alltag aber darüber überein. um denselben Raum handelt. Wenn man aber davon ausgeht. mal stumpf. 187 48165 Münster . haben wir bereits in Kants Erkenntnistheorie aus der „Kritik der reinen Vernunft“ kennen gelernt. Der radikale Konstruktivismus (von lat. SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. Ein Zimmer etwa betrachten wir immer aus verschiedenen Perspektiven. ist laut Glasersfeld die Frage nach der Anwendbarkeit von Weltkonstruktionen. Bau) betrachtet Wissen aus einer vollkommen neuen Perspektive. mal spitz. Die Wahrheit lag für viele Philosophen im wohlstrukturierten Universum und man musste sie nur möglichst geschickt. vermittelt durch beispielsweise die Methoden der modernen Naturwissenschaft oder der Vernunft.School-Scout. Wurzel und constructio. Die Frage. um echtes Wissen und ehrliche Erkenntnis zu erlangen. hinausziehen. was wir über die Die Innenperspektive in einer Illustration von Gegenstände der Welt denken. an dem wir eine Übereinstimmung von Urteil und Welt messen können. wir können lediglich nicht beweisen. Es gibt keinen Maßstab in der Welt mehr. dann verliert Wahrheit ihre ursprüngliche Bedeutung.
Vergleichen Sie Kants Erkenntnistheorie mit der konstruktivistischen. Als Menschen erwarten wir zu verschiedenen Zeiten ganz verschiedenes von unserem Wissen und wenn es dies leistet. die er. nur in ihrer praktischen Relevanz unterscheiden sie sich. beständig erhält und verändert diese Weltsicht auch mit zunehmender Erfahrung.de Internet: http://www. Fragen: 1. Im übertragenen Sinne könnte man sagen. Für einen Konstruktivisten hingegen schafft sich jeder seine eigene Welt aufgrund der Wahrnehmung. Betrachten Sie Ihren Arbeitstisch. weil es uns in unserem praktischen Leben erlaubt. Wie lässt sich menschliches Zusammenleben erklären. woher auch immer.SCHOOL-SCOUT Übersicht: Erkenntnistheorie Seite 17 von 17 Man könnte sagen. Wo bestehen Übereinstimmungen. die unterschiedlichsten Dinge zu tun. ist unser Wissen momentan vollkommen ausreichend. ist es brauchbar und nützlich. Eine jede Weltkonstruktion ist nach dem radikalen Konstruktivismus so gut wie jede andere. dass sich ein bestimmtes Wissen durchgesetzt hat. Wir gehen intuitiv davon aus. Beschreiben Sie seine Form aus Ihrer Perspektive.de Fax: 02501/26048 Linckensstr. 187 48165 Münster . Hätten wir keine Verwendung für dieses Wissen. Wie stellt sich Ihr Schreibtisch Ihnen nun dar? 2. Der radikale Konstruktivismus ist entschieden gegen unser alltägliches Weltverständnis gerichtet. so gäbe es die entsprechende Lehre vermutlich nicht. Sehen Sie rechte Winkel? Hat ein Schreibtisch nicht normalerweise welche? Wechseln Sie die Perspektive. überprüfbar wahr ist es jedoch niemals.School-Scout. dass wir uns alle gemeinsam in derselben Welt befinden und in ihr in derselben Weise Handeln und interagieren. wenn jeder seine eigene Welt hat? Haben diese verschiedenen Welten Berührungspunkte? Welche könnten das sein? Woher kommen sie? SCHOOL-SCOUT Der persönliche Schulservice E-Mail: info@School-Scout. worin unterscheiden sie sich? 3. dass wir uns stets erkenntnistheoretisch gesprochen auf schwankendem Boden befinden und solange wir nicht ins Straucheln geraten und hinfallen.