Vous êtes sur la page 1sur 23

 

 
Az.: 11 O 408/17 
 

 
 
Landgericht Potsdam 
 
Im Namen des Volkes 
Urteil 
 
In dem Rechtsstreit 
 
pp. 
 
 
hat das Landgericht Potsdam - 11. Zivilkammer - durch die Richterin am Landgericht … als
Einzelrichterin aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 05.06.2018 für Recht erkannt:
 
 
1. Die Beklagten zu 1) und 2) werden als Gesamtschuldner verurteilt, an den Kläger 15.709,49 €
nebst Zinsen hieraus in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem
16.09.2017 Zug um Zug gegen Besitz- und Eigentumsverschaffung an dem Fahrzeug Seat
Alhambra Style 2,0 l TDI CR Eco., Fahrzeugidentifikationsnummer: VS…41 zu zahlen. 

2. Die Beklagten zu 1) und 2) werden als Gesamtschuldner verurteilt, den Kläger von
außergerichtlichen Rechtsverfolgungskosten in Höhe von 1.171,67 € freizustellen. 

3. Es wird festgestellt, dass sich die Beklagte zu 1) seit dem 01.08.2017, die Beklagte zu 2) seit
dem 16.09.2017 mit der Besitz- und Eigentumsnahme des im Antrag zu 1. näher bezeichneten
Fahrzeugs im Verzug befindet. 

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.  

4. Die Kosten des Rechtsstreits haben die Beklagten als Gesamtschuldner zu tragen. Die
Kosten der Streithelferin zu 1 hat diese selbst zu tragen. 
11 O 408/17  - Seite 2 -   
 

5. Das Urteil ist für den Kläger gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu
vollstreckenden Betrags vorläufig vollstreckbar.  

 
 

Tatbestand 
 
Der Kläger begehrt von der Beklagten die Rückabwicklung von einem Kaufvertrag über ein
Fahrzeug der Marke Seat Alhambra Style 2,0 TDI CR Eco. im Zuge des sogenannten
Abgasskandals. 

Der Kläger kaufte am 28.03.2012 von der Beklagten zu 1) in Berlin mit einem Kilometerstand
von 24.400 km das gebrauchte Fahrzeug Seat Alhambra Style 2,0 l TDI CR Eco. mit der
Fahrzeugidentifikationsnummer: VS…41 zum Preis von 25.890,- Euro. Das von der Seat S. A. in
Spanien hergestellte Fahrzeug ist mit einem von der Beklagten zu 2) hergestellten Dieselmotor
des Typs EA 189 sowie einem SRC-Katalysator mit AdBlue ausgestattet. Das Fahrzeug ist in
der Zulassungsbescheinigung Teil I als der Euro 5-Norm entsprechend gekennzeichnet (Anl. K
7, Anlagenband). 

Das Fahrzeug des Klägers wurde von der Seat Deutschland GmbH, der Streithelferin zu 1),
nach Deutschland importiert. Die Beklagte zu 1) ist eine hundertprozentige Tochter der Seat
Deutschland GmbH und vertreibt in Deutschland neue und gebrauchte Fahrzeuge der Marke
Seat. Die Seat Deutschland GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der Seat S. A. in Spanien.
Die Seat S. A. ist eine hundertprozentige Tochter der Beklagten zu 2). 

Der Motor, welcher in dem Fahrzeug verbaut ist, wurde mit einer Software ausgestattet, die zwei
Betriebsmodi erkennt, nämlich den normalen Fahrbetrieb im Straßenverkehr als Modus 0 und
den Testbetrieb auf dem Prüfstand als Modus 1. Wenn sich das Fahrzeug im Testbetrieb auf
dem Prüfstand befindet und unter anderem sein Stickoxidausstoß getestet wird, reguliert die
Software im Modus 1 den Schadstoffausstoß, sodass der Stickoxidausstoß verringert wird und
dadurch auch ein geringerer Messwert entsteht, als es im Normalbetrieb im Straßenverkehr
möglich wäre, da dort diese von den Beklagten als „Optimierung“ bezeichnete Veränderung des
Stickstoffausstoßes nicht stattfindet. 

Das Kraftfahrtbundesamt ordnete im Oktober 2015 den Rückruf der betroffenen Fahrzeuge an
und forderte unter anderem die Beklagte zu 2) auf, die Fahrzeuge in den Zustand zu bringen,
der den öffentlich-rechtlichen Vorschriften gerecht werde. Später forderte das
Kraftfahrtbundesamt die Käufer von mit der vorgenannten Software ausgestatteten Fahrzeugen

 
11 O 408/17  - Seite 3 -   
auf, diese Software einem sogenannten „Update“ bei dem Fahrzeughersteller zu unterziehen;
andernfalls könne eine Stilllegung des Fahrzeugs drohen. Bei dieser von der Beklagten
zwischenzeitlich entwickelten technischen Lösung, welches sie als „Update“ bezeichnet, ist die
Software nunmehr so programmiert, dass mit dem Fahrzeug nur noch im Betriebsmodus 1, also
mit reduziertem Stickstoffausstoß, gefahren werden kann. 

Die Streithelferin zu 1) teilte dem Kläger mit Schreiben vom 15.02.2016 mit, dass sein Fahrzeug
mit einem EA189-Motor versehen “und von einer Software betroffen ist, durch welche die
Stickoxidwerte (NOx) im Vergleich zwischen Prüfstandlauf (NEFZ) und realem Fahrbetrieb
verschlechtert werden. ... Wir bedauern zutiefst, dass wir Ihr Vertrauen enttäuscht haben und
werden diese Unregelmäßigkeit schnellstmöglich beheben. Wir arbeiten mit Hochdruck an der
Organisation der Rückrufmaßnahme durch zuständige Werkstätten. Aufgrund der Vielzahl der
zu entwickelnden technischen Lösungen wird die Instandsetzung der Fahrzeuge in mehreren
Stufen im Kalenderjahr 2016 erfolgen. ...“ (Anlage K 16, Anlagenband).  

Mit Schreiben vom 07.03.2016 forderte der Kläger die Streithelferin zu 1) auf, bis zum
31.03.2016 zu erklären, dass nicht nur die für die wegen der „NOx-Abweichung bei EA189-
Diesel-Motoren“ notwendigen Reparaturmaßnahmen, sondern hinsichtlich sämtlicher damit im
Zusammenhang stehender Kosten die Kostenübernahme unwiderruflich zu erklären. Weiter
erklärte er: „Ferner handelt es sich um einen schwerwiegenden Mangel des von Ihnen
verkauften Fahrzeug, der offenkundig auf eine bewusste und sittenwidrige Handlung ihres
Unternehmens bzw. der damit beauftragten Mitarbeiter zurückgeht. Ich werde eine
Mängelbeseitigung nur dann akzeptieren, wenn damit keinerlei Einschränkungen der
Fahrzeugleistungen und keinerlei Erhöhungen des Treibstoffverbrauchs einhergehen. Auch
hierzu fordere ich Sie auf, entsprechende Erklärungen sowie eine Erklärung über den Verzicht
auf jegliche Einrede der Verjährung bis zum 31. März 2016 abzugeben. ...“ (Anlage K 17,
Anlagenband).  

Im Rahmen eines Werkstattbesuchs bei der Autohaus Berolina GmbH am 25.01.2017 wurde
dort die neue Software für das klägerische Fahrzeug aufgespielt und AdBlue nachgefüllt. Dem
Kläger wurde anschließend eine Bescheinigung der Seat S.A. (Anlage K 19, Anlagenband) und
eine Gutschein für fünf kostenfreie AdBlue-Betankungen (Anlage K 20, Anlagenband)
ausgehändigt. 

Mit an die Beklagte zu 1) und die Streithelferin gerichteten Schreiben vom 03.07.2017 sowie mit
an die Beklagte zu 2) gerichteten Schreiben vom 25.08.2017 erklärte der Kläger den Rücktritt
vom Kaufvertrag und forderte sie auf, bis zum 31.07.2017 (Beklagte zu 1. und Streithelferin)
bzw. bis zum 15.09.2017 (Beklagte zu 2.) das streitgegenständliche Fahrzeug Zug um Zug
gegen Rückerstattung des Kaufpreises zuzüglich Schadensersatz wegen nach dem Software-
update notwendig gewordener Reparaturen abzüglich Nutzungsersatz - insgesamt ein Betrag

 
11 O 408/17  - Seite 4 -   
i.H.v. 20.260 EUR - zurückzunehmen. Hinsichtlich des weiteren Inhalts wird auf die Anlagen K
25 und K 27 (Anlagenband) Bezug genommen. 

Der Kläger behauptet, das von ihm gekaufte Fahrzeug sei wegen des von der Beklagten zu 2)
hergestellten Motors mit einer Softwaremotorsteuerung, die eine Manipulationssoftware
darstelle, fehlerhaft. Durch das Herstellen und Inverkehrbringen unter Verschweigen der
gesetzeswidrigen Softwareprogrammierung von Dieselmotoren, wie dem bei seinem Fahrzeug
eingebauten Motor EA 189 habe die Beklagte zu 2) gemeinsam mit der Beklagten zu 1) den
Kläger in sittenwidriger Weise vorsätzlich getäuscht und ihm dadurch einen Vermögensschaden
zugefügt. Das erworbene Fahrzeug verfüge über eine nicht gesetzeskonforme Motorsteuerung,
bei der der Kläger mit weiteren Schäden, unter anderem einem erhöhten Kraftstoff- sowie
AdBlue-Flüssigkeitsverbrauch, einem erhöhten Verschleiß einzelner Motorbestandteile und
Fahrverboten in Stuttgart und weiteren Städten, aber auch einem Wertverlust des
Dieselfahrzeugs rechnen müsse. Zudem würden auch nach dem durchgeführten Update die
Stickoxidgrenzwerte nicht eingehalten. 

Bei dem streitgegenständlichen Fahrzeug werde durch die verwendete


Motorsteuerungssoftware, der zwei Betriebsmodi erkennt, mit dem Betriebsmodus 0 ein viel
geringerer Schadstoffausstoß bewirkt, als im Testbetrieb mit dem Betriebsmodus 1, in welchem
allein eine Rückführung der Schadstoffe zum Verringern des Schadstoffausstoßes erfolge. Dies
wirke sich auch auf die Einordnung in die Schadstoffklasse aus. Das von ihm erworbene
Fahrzeug sei aufgrund des Einsatzes der vorgenannten Software, die eine
Manipulationssoftware darstelle und unstreitig zu einem erhöhten Stickoxidausstoß führt,
mangelhaft.  

Die Robert Bosch GmbH habe für die Dieselmotoren der Beklagten zu 2) die Motorsteuerung mit
dem Namen EDC17 (Electric Diesel Control) geliefert, in welcher von den Ingenieuren der
Beklagten zu 2) ausgearbeitete Spezifikationen verwendet worden seien. Durch diese
Steuerung werde insbesondere auch das System zur Reduzierung der Stickoxide gesteuert. Mit
Schreiben vom 02.06.2008 habe die Robert Bosch GmbH die Beklagte zu 2) darauf aufmerksam
gemacht, dass die Verwendung von Abschaltvorrichtungen nach US-Gesetz verboten sei und
gefordert, dass die Beklagte zu 2) wegen der vorgenommenen Veränderungen an der Software
die Robert Bosch GmbH von jeglicher rechtlicher Mithaftung freistelle. Dieses Schreiben habe
die Beklagte zu 2) vorzulegen. 

 
11 O 408/17  - Seite 5 -   
Die Beklagte zu 2) habe am 19.07.2016 bei einer sogenannten Verständigung im Strafverfahren
im US-Staat New York ebenfalls eingeräumt, dass ihre Fahrzeuge mit Abschalteinrichtungen
ausgestattet gewesen seien, die den Verbrauch von AdBlue senken würden. Diese
Abschaltvorrichtungen seien auch in die mit dem Motor des Beklagten zu 2) ausgestatteten
Fahrzeuge der Beklagten zu 1) in Europa mit der sogenannten AGR-Technologie eingebaut und
ab den Baujahren 2011/2012 mit der sogenannten Selektiven Katalytischen Reduktion (SCR)
ausgestattet worden. Dies betreffe auch das vom Kläger gekaufte Modell. Bei der SCR sei eine
Harnstofflösung zur Neutralisierung von Stickoxidemissionen in die Abgase eingeblasen worden.
Damals habe die Beklagte zu 2) die Möglichkeit gehabt, die Fahrzeuge so zu konstruieren, dass
sie in jedem Betriebsmodus durch AdBlue-Zusatz die EU-Grenzwerte hätten erreichen können.
Aus Gewinnstreben habe sie jedoch ihre Fahrzeuge mit zu kleinen AdBlue-Tanks ausgestattet,
um keine umfangreichen Umbauten in den Fahrzeugen für größere Tanks vornehmen zu
müssen. Um zu vermeiden, dass die Fahrzeuge daraufhin zu oft jenseits der üblichen
Wartungsintervalle mit AdBlue aufgefüllt werden müssten, habe sie wieder auf die vorgenannte
Abschalttechnik zurückgegriffen. Der Kläger habe sich, auch hinsichtlich diesbezüglicher
Absprachen mit anderen Fahrzeugherstellern beim Bundeskartellamt um die Beibringung der
entsprechenden Unterlagen zu Beweiszwecken bemüht und dies mit Anträgen vom 04.03.2018
geltend gemacht. Seitens des Bundeskartellamts sei sein Auskunftsantrag nicht beschieden. Die
EU-Kommission habe sein Auskunftsbegehren mit Schreiben vom 29.03.2018 im Hinblick auf
eine mögliche Gefährdung des Untersuchungszwecks sowie den Schutz der geschäftlichen
Interessen der Beklagten zu 2) abgelehnt. Hinsichtlich des diesbezüglichen Vortrags des
Klägers wird auf den Schriftsatz vom 22.05.2018, Bl. 281 ff. der Akten sowie die Anlage K 60
(Bl. 275 ff. der Akte) verwiesen. 

Mit dem Erwerb seines Fahrzeugs habe er, so meint der Kläger, auch einen Vermögensschaden
erlitten, weil er kein den gesetzlichen Bestimmungen entsprechendes Fahrzeug erhalten habe,
da ihm ohne Durchführung des sogenannten Softwareupdates die Fahrzeugstilllegung gedroht
habe. Auch sei zu befürchten, dass durch die vermehrte Rückführung von Abgas mit
vermehrtem Stickoxid und Rußpartikeln nach Durchführung der sogenannten Updates zu einem
erhöhten Wartungsaufwand und sogar zu vorzeitigen Motorschäden führen würde. Er selbst
habe nach Durchführung des sogenannten Updates vermehrt Störmeldungen des AdBlue-
Systems und einen erheblich erhöhten Verbrauch der AdBlue-Flüssigkeit bemerkt. Das
Nachfüllen des AdBlue-Harnstoff sei auch mit einem erheblichen Aufwand verbunden, da nicht
einfach eine beliebige Tankstelle angesteuert werden könne, zudem keine Flüssigkeitsanzeige
für das AdBlue System bestehe und das erforderliche Nachfüllen bei längeren Autofahrten
mangels Anzeige nicht planbar sei. 

Zudem würden auch nach dem tatsächlich bei seinem Fahrzeug durchgeführten sogenannten
Update die NOx-Werte nicht eingehalten und ihm in Stuttgart und weiteren Städten Fahrverbote
 
11 O 408/17  - Seite 6 -   
für Diesel drohen. Auch würden jetzt im eingestellten Betriebsmodus 1 mehr Rußpartikel
entstehen, was zu einem schnelleren Verschleiß der damit in direkten Zusammenhang
stehenden Motorteile führe. 

Der Kläger behauptet weiter, die Beklagten hätten mit dem vor genommenen „Softwareupdate“
die Mängel nicht beseitigt. Vielmehr verfüge das Fahrzeug nunmehr über noch eine von den
Beklagten als „Thermofenster“ verniedlichend bezeichnete neue Abschaltautomatik bei
bestimmten Außentemperaturen. Das angeblich nur ausgeweitete „Thermofenster“ diene nach
Angaben der Beklagten dem Schutz des Motors. Dem Kläger sei insofern auch zuvor
zugesichert worden, dass das „Softwareupdate“ keine negativen Auswirkungen habe. Der
Kläger meint insoweit, die Beklagte zu 1) habe die in dem Schreiben der Streithelferin vom
25.01.2017 (Anlage K 17) liegende Zusicherung ebenfalls zu vertreten und die von ihr
behauptete Mängelbeseitigung näher darzulegen. 

Durch das “Thermofenster“ gebe es jedoch insoweit eine erneute illegale Abschaltvorrichtung.
Die Beklagte zu 2) habe insoweit selbst vorgetragen, dass die Einspritzstrategie unter anderem
durch eine erweiterte Nacheinspritzung verändert worden sei. Wie mehr AdBlue eingespritzt
werden könne, ohne dabei den Verbrauch dieses Betriebsmittels zu verändern, sei
unverständlich. Tatsächlich habe die Konzernmutter der Beklagten zu 1) durch die
ausgereichten Gutscheine zur kostenfreien Befüllung mit AdBlue den Mehrverbrauch auch
selbst eingeräumt. Tatsächlich sei auch die Befüllung nicht einfach. Der Zuführstutzen für
AdBlue befinde sich im Kofferraum und verfüge über keinerlei Füllstandsanzeige zur
Selbstablesung des AdBlue-Füllstandes. Die Befüllung setze ein Zusatzgerät voraus, dass die
Magnetabschaltung in der jeweiligen Zapfpistole außer Betrieb setze und führe dazu, dass der
wässrig-weiße Harnstoff bei vollständiger Befüllung überlaufe und im Kofferraum einen weißen
Belag hinterlasse. Eine zu geringe Befüllung hingegen setze die Fehlermeldung des Fahrzeugs
nicht zurück, so dass unter Umständen eine Motorsperre eintrete. Aus diesem Grunde müsse
der Kläger bei entsprechend niedrigen AdBlue-Füllstand zwingend eine Seat-Fachwerkstatt
ansteuern, um die vorgenannten erheblichen Nachteile zu vermeiden. Der Kläger trägt insoweit
vor, er habe am 19.01.2018 auf einer Fahrt nach München eine Warnmeldung über einen
niedrigen AdBlue-Füllstand erhalten und daraufhin mittags das nächstgelegene Seat Autohaus
in Ingolstadt aufgesucht. Wegen der dort bestehenden Mittagspause habe er dann eine Stunde
warten müssen. Dies alles zeige, dass die Befüllung mit AdBlue keineswegs unproblematisch
sei.  

Der Kläger meint weiter, er habe sich trotz durchgeführtem „Softwareupdate“ nicht seiner Rechte
begeben. Denn er habe dem „Softwareupdate“ zwar nicht widersprochen, diese angebliche
Nachbesserung aber auch nicht aktiv gesucht oder gar als Erfüllung angenommen. Vielmehr sei
das sogenannte Softwareupdate erfolgt, als er das Autohaus Berolina GmbH zur vermeintlichen
Beseitigung einer aufgetretenen Fehlermeldung aufgesucht habe. Damit, so meint der Kläger,
fehle es an einer Annahme der Erfüllung gemäß § 363 BGB. 
 
11 O 408/17  - Seite 7 -   
 

Der Kläger ist der Ansicht, die Beklagten hätten ihn auch vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt,
so dass ihm ein Schadensersatzanspruch gemäß § 826 BGB i.V.m. § 31 BGB bzw. § 823 BGB
i.V.m. § 263 StGB gegen die Beklagten zustehe. Die schädigende Handlung der beiden
Beklagten habe in der Herstellung und dem Inverkehrbringen von Dieselmotoren mit einer
manipulierten Motorsoftware, die erkenne, ob sich das Fahrzeug auf einem technischen
Prüfstand zur Ermittlung der Immissionswerte oder im Straßenverkehr befinde, gelegen. Die
Verwendung von solchen Abschaltvorrichtungen, die die Wirkung von
Emissionskontrollsystemen verringern, verstoße gegen europäisches Recht. 

Die sittenwidrige Schädigung durch die Beklagten sei auch kausal für seine Kaufentscheidung
gewesen. Denn er hätte bei einem Hinweis der Beklagten, dass sie den in sein Fahrzeug
eingebauten Motor mit einer gesetzeswidrigen Softwareprogrammierung ausgestattet hätten und
bei welchem bei Entdeckung mit Problemen hinsichtlich der Zulassungsfähigkeit zu rechnen sei
und im tatsächlichen Fahrgebrauch die Stickoxidwerte der EU 5 Norm nicht eingehalten würden,
dieses Fahrzeug nicht gekauft. Er, der Kläger, habe mit seinem Schwiegervater, der einen
Lehrstuhl für Bioklimatologie an der TU München innegehabt und über Luftschadstoffe geforscht
habe, an Weihnachten 2011 erfahren, dass die Stickoxide für die Feinstaubbelastung
verantwortlich seien und bestimmte Fahrzeuge des VW-Konzerns mit einem 2.0-Liter-
Dieselmotor sogar die deutlich strengeren US-amerikanischen CO2 und NOx-Grenzwerte
einhielten. Dies habe dann seine Kaufentscheidung maßgeblich mitbestimmt. 

Auch die erforderliche Stoffgleichheit liege hier vor, weil der aus dem fremdnützigen Betrug
erwachsene Vorteil unmittelbare Folge der täuschungsbedingten Verfügung, die den Schaden
des Klägers herbeigeführt habe, sei. 

Die vorsätzliche sittenwidrige Schädigung sei den Beklagten auch gemäß § 31 BGB
zuzurechnen. Es sei hier die schädigende Handlung durch die verfassungsmäßig berufenen
Vertreter im Sinne der §§ 31 ff. BGB objektiv und subjektiv verwirklicht worden. Es sei praktisch
ausgeschlossen, dass Mitarbeiter der Beklagten zu 2) eine solche Software entwickeln, testen
und verarbeiten würden, ohne dass einer der verfassungsmäßig berufenen Vertreter der
Beklagten zu 2) davon Kenntnis erhalten habe oder dies gar angeordnet habe.  

Die Organe der Beklagten zu 2) hätten zudem auch den Tatbestand des Betrugs gemäß § 263
StGB, als Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB, gegenüber dem Kläger unter
Benutzung ihrer Tochterunternehmen, wie der Firma Seat und deren Händlern, vorsätzlich,
rechtswidrig und schuldhaft verwirklicht. Die Täuschungshandlung sei durch die Verwendung
einer unzulässigen Abschalteinrichtung erzielt worden und zudem durch die Angabe der
(manipulierten) Schadstoffwerte in der Prospektwerbung mit einer CO2-Effizienz nach Euro 5
erfolgt. 

 
11 O 408/17  - Seite 8 -   
Das Wissen und das Fehlverhalten der Beklagten zu 2) müsse sich auch die Beklagte zu 1) als
im Rahmen einer durchgehenden Beteiligungskette zum Volkswagenkonzern gehörende
Verkäuferin des streitbefangenen Fahrzeugs zurechnen lassen, wobei es nicht auf ihre
Schädigungsabsicht oder einen Schädigungsvorsatz gegenüber dem Kläger ankomme. Zwar
könne man das Wissen und Fehlverhalten nicht einem unabhängigen Vertragshändler, aber in
jedem Fall den Beteiligungsgesellschaften der Beklagten zu 2) zurechnen. 

Der Kläger erklärt mit seiner Klageerhebung zugleich die Anfechtung wegen arglistiger
Täuschung und erhebt Ansprüche gemäß §§ 437 Nr. 2, 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 2, 346 ff. BGB. Der
Kläger meint insoweit, dass durch das am 25.01.2017 erfolgte sogenannte Softwareupdate
Mängel, wie bereits dargelegt, nicht beseitigt worden seien. Die Beklagte zu 1) habe insoweit
auch die mit Schreiben der Streithelferin zu 1) vom 25.01.2017 (Anlage K 19, Anlagenband)
gegebene rechtliche Zusicherung zu vertreten und die angeblich erfolgte Mängelbeseitigung
durch das sogenannte Update näher darzulegen. 

Der Kläger meint, sein Fahrzeug enthalte durch die technische Überarbeitung im Rahmen des
sogenannten Updates einen neuen Mangel, weil erneut eine unzulässige Abschalteinrichtung,
nämlich das neu konzipierte sogenannte „Thermofenster“ aufgetreten sei. Dies sei eine
Abschaltautomatik bei bestimmten Außentemperaturen. Eine Abgasreinigung funktioniere auch
nach dem „Software-Update“ nur im NEFZ-Prüfstand bei einer Außentemperatur von 15° C bis
30 °C innerhalb der vom Gesetzgeber gesetzten NOx-Grenzwerte. Dies führe dazu, dass bei
einer Durchschnittstemperatur in der Bundesrepublik Deutschland von nur etwa +9,6 °C die
Abgasreinigung an den meisten Tagen eines Jahres nicht arbeite. Hinsichtlich des weiteren
klägerischen Vortrags diesbezüglich wird auf den Schriftsatz vom 22.05.2018, Bl. 281 ff. der
Akten, Bezug genommen. 

Bei dem SCR-Verfahren werde zunächst der Harnstoff AdBlue mit einem Injektor in den
Abgasstrang eingespritzt, wobei eine Hydrolyse, die den Harnstoff AdBlue in Ammoniak
umwandele, entstehe. Das durch Hitzeeinwirkung entstandener Ammoniak werde in den
Katalysator weitergeleitet, wo er mit den Stickoxiden so reagiere, dass daraus Wasser und
Stickstoff entstehe. Mit Sensoren werde die Konzentration der Stickoxide und die Temperatur
der Abgase gemessen, damit die Menge des eingesetzten Harnstoffes durch Software optimiert
werden könne. Die Menge des eingespritzten Harnstoffes sei dabei von der motorischen
Stickoxidemission und damit von der momentanen Drehzahl und dem Drehmoment des Motors
abhängig. Eine Veränderung einzelner Parameter habe damit immer auch Auswirkungen auf
den Gesamtvorgang der Abgasreinigung. Mit dem sogenannten Softwareupdate werde die
vorschriftswidrige Abschalteinrichtung für die Emissionskontrolle entfernt oder ihr Einsatz
zumindest reduziert. Dadurch komme es zwangsläufig zu einer veränderten Dosierung von
AdBlue und/oder anderer Verbrennungstemperaturen. Es seien auch kurze Zeit nach

 
11 O 408/17  - Seite 9 -   
Durchführung des sogenannten Software-Updates zwei Schäden in unmittelbaren
Zusammenhang stehender Geräte aufgetreten. So habe sein Fahrzeug am 23./24.02.2017 nach
gefahrenen 1.000 Kilometern und weniger als einem Monat nach dem Software-update wegen
der aufleuchtenden Warnlampe „Katalysator gestört“ repariert werden müssen. Ausweislich der
Bedienungsanleitung sei eine mögliche Schadensursache hierfür „Verbrennungsaussetzer, die
den Katalysator beschädigen“. Im von ihm aufgesuchten Autohaus habe man festgestellt, dass
das Einspritzventil für die AdBlue-Zuführung defekt gewesen sei. Nachdem erneut die
Warnlampe „Katalysator gestört“ eine Fehlfunktion angezeigt habe, habe er erneut den
streitgegenständlichen Pkw in der Zeit vom 22. bis 31.05.2017 reparieren lassen müssen. Zum
gleichen Zeitpunkt seien wiederholt AdBlue-Warnmeldungen “AdBlue-Vorrat ist niedrig“
aufgetreten. Zu diesem Zeitpunkt habe das Fahrzeug einen Kilometerstand von 86.784 km
aufgewiesen, so dass innerhalb von 1.000 Kilometern mindestens 10 l AdBlue hätten nachgefüllt
müssen. Der 17 Liter umfassende AdBlue-Tank sei entsprechend der AdBlue-Füllenanzeige und
der damit verbundenen Warnmeldung somit nach nur 3.200 gefahrenen Kilometern seit der
letzten AdBlue-Befüllung und dem Software-Update nahezu leer gewesen. 

Weiter ist der Kläger der Ansicht, er habe einen Anspruch auf Zahlung der ihm entstandenen
außergerichtlichen Anwaltskosten, die sich nach einem Gegenstandswert i.H.v. bis 22.000,00
EUR Aus einer Geschäftsgebühr Nr. 2300,1008 VV RVG von 964,60 EUR zuzüglich Auslagen
Nr. 7001,7002 VV RVG von 20 EUR zzgl. 19 % Mehrwertsteuer von 187,07 EUR; ergibt
1.171,67 EUR, berechnen würden (vgl. Seite 7 der Anlage K 25, Anlagenband). Insoweit werde
er sich noch eine Eigenrechnung ausstellen, wozu er auch verpflichtet sei. Auch könne er
Zinsen gemäß §§ 291, 288 Abs. 1 BGB seit dem 16.09.2017 verlangen, weil den Beklagten die
Gelegenheit gegeben worden sei, die hier streitgegenständlichen Beträge zu bezahlen und das
Fahrzeug zurückzunehmen. 

Der Kläger berechnet den ihm anzurechnenden Nutzungsersatz zum Zeitpunkt der
Klageeinreichung wie folgt: Gefahrene 72.879 km im Verhältnis zur Gesamtlaufleistung von
250.00 km abzüglich beim Kauf bereits gefahrener 24.400 km ergibt 8.363,64 €. Aus dem
Kaufpreis in Höhe von 25.890 EUR abzüglich des Nutzungsersatzes in Höhe von 8.363,64 EUR
ergebe sich sein Rückgewähranspruch in Höhe von 17.526,36 Euro. 

Der Kläger beantragt, 

 
11 O 408/17  - Seite 10 -   
1. die Beklagten zu 1) und 2) als Gesamtschuldner zu verurteilten an den Kläger 25.890 €
abzüglich des Wertersatzes für gezogene Nutzungen, nebst Zinsen hieraus in Höhe von
5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 16.09.2017 Zug um Zug gegen
Besitz- und Eigentumsverschaffung an dem Fahrzeug Seat Alhambra Style 2,0 l TDI CR
Eco., Fahrzeugidentifikationsnummer: VS…41, zu zahlen. 

2. die Beklagten zu 1) und 2) als Gesamtschuldner zu verurteilen, den Kläger von


außergerichtlichen Rechtsverfolgungskosten in Höhe von 1.171,67 € nebst Zinsen i.H.v. 5
Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 16.09.2017 freizustellen. 

3. festzustellen, dass sich die Beklagte zu 1) seit dem 01.08.2017, die Beklagte zu 2) seit
dem 16.09.2017 mit der Besitz- und Eigentumsnahme des im Antrag zu 1. näher
bezeichneten Fahrzeugs im Verzug befinden. 

Die Beklagten beantragen, 

die Klage abzuweisen. 

Die Beklagte zu 1) rügt die örtliche Zuständigkeit. Sie meint, das Landgericht Berlin sei als
Schuldnerwohnsitz der Beklagten zu 1), wo auch der PKW an den Kläger ausgeliefert worden
sei, zuständig. 

Die Beklagten behaupten, das streitgegenständliche Fahrzeug sei sicher und gebrauchstauglich
und daher nicht mangelhaft. Die Beklagten bestreiten, dass es sich bei der von der Beklagten zu
2) eingesetzten Software um einen Sachmangel des streitgegenständlichen Fahrzeugs handele.  

Sie sind der Ansicht, dass weiterhin die einmal erteilte Typgenehmigung der Fahrzeuge wirksam
sei, weil die Emmissionswerte, die im Rahmen des Typgenehmigungsverfahrens gemessen
wurden, stets nur Laborwerten entsprechen würden. Daher komme es naturgemäß zu
Abweichungen zwischen den angegebenen im Labor gemessenen Abgaswerten und
denjenigen, die das Fahrzeug im normalen Straßenbetrieb aufweise.  

Zudem seien Abweichungen in den Messergebnissen zwischen dem tatsächlichen


Kraftstoffverbrauch im Straßenverkehr und dem Verbrauch im „Sythetischen Fahrzyklus“,
nämlich auf dem Prüfstand zu „Laborbedingungen“ normal und von der Gesetzgebung auch so
gewollt, weil man sich bewusst in der EU auf eine Prüfstandsmessung im Labor geeinigt habe.

 
11 O 408/17  - Seite 11 -   
Diese könne bereits denklogisch nicht dem Verbrauch im Straßenverkehr entsprechen, weil es
im normalen Fahrbetrieb unter Alltagsbedingungen sehr unwahrscheinlich sei, dass das
Fahrzeug den im Labor gemessenen sogenannten Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ)
nachfahre, weil es aufgrund des Verkehrs und der Verkehrsregelungen nahezu ausgeschlossen
sei, dass das Fahrzeug die Kurve des NEFZ im tatsächlichen Fahrbetrieb exakt einhalte. Daher
komme es nicht auf die im tatsächlichen Fahrbetrieb erreichten Werte an. Die Typgenehmigung
sei daher unverändert wirksam und von der zuständigen Behörde nicht aufgehoben werden, so
dass das Fahrzeug des Klägers auch weiterhin als Fahrzeug der Abgasnorm EU5 zu
klassifizieren seien. 

Es sei auch unzutreffend, dass die mit der streitgegenständlichen Programmierung der
Motorsteuerungssoftware ausgerüsteten Fahrzeuge nicht den gesetzlichen Vorschriften
entsprechen oder die Motorsteuerungssoftware eine unzulässige Abschaltvorrichtung darstellen
würde. Die eingebaute Software betreffe ausschließlich die Abgasrückführung und stelle eine
„innermotorische“ Maßnahme dar, die von den nachgelagerten Maßnahmen der Abgasreinigung
zu unterscheiden sei. Die Abgasrückführung werde seit Jahrzehnten zur Reduktion von
Stickoxiden eingesetzt, die aus der Reaktion von Stickstoff und Sauerstoff während des
Verbrennungsvorgangs entstehen würde. Um den Ausstoß von Stickoxiden zu verringern,
würden die Stickoxide im Rahmen der Abgasrückführung aus dem Auslassbereich des Motors
über ein Abgasrückführungsventil in den Ansaugtrakt des Motors zurückgeleitet, wo sie einen
Teil der Frischladung, die für den nächsten Verbrennungsprozess benötigt werde, ersetzen
würden. Im Ergebnis würden sich dadurch weniger Stickoxide bilden. Die rückgeführten Gase
würden den Motor nicht verlassen, so dass die Abgasrückführung zu den sogenannten
innnermotorischen Maßnahmen zählen würde. Das Abgasrückführungssystem der
streitgegenständlichen Fahrzeuge erkenne, dies sei im Rahmen des unter Laborbedingungen
gemessenen Werte des NEFZ auch so gewollt, wenn das Fahrzeug den NEFZ durchlaufe. Da
die Software nicht in das Abgasrückführungssystem eingreife, sei dieses nicht Teil des
Emissionskontrollsystems und damit keine Abschaltvorrichtung. 

Die Beklagten meinen, die Durchführung der von ihnen entwickelten technischen Lösung, der
sogenannten Updates, sei dem Kläger zumutbar gewesen und vorliegend erfolgreich
durchgeführt werden. Denn damit würden zwei Ziele erreicht, die sogenannte
Abgasrückführung arbeite nur noch in einem einheitlichen Betriebsmodus und zudem erfolge
eine Optimierung des Verbrennungsprozesses durch eine Anpassung der
Einspritzcharakteristik. Das Kraftfahrbundesamt habe auch für bestimmte Fahrzeugtypen
bestätigt, unter anderem auch für den des Klägers, dass durch die Umsetzung der geplanten
technischen Überarbeitung die Motorleistung, den Kraftstoffverbrauch und die CO2-
Emmissionen unverändert bleiben würden. 

Das Fahrzeug fahre nun nur noch in dem Betriebsmodus 1 mit reduziertem Schadstoffausstoß
und halte nunmehr alle Emmissionsgrenzwerte, insbesondere in Bezug auf Stickoxide ein. Auch
 
11 O 408/17  - Seite 12 -   
sei nicht mit negativen Auswirkungen des durchgeführten Softwareupdates, wie erhöhtem
Wartungsaufwand und vorzeitigen Motorschaden, zu rechnen. 

Für den vom Kläger gekauften Fahrzeugtyp liege auch eine entsprechende Freigabebestätigung
des Kraftfahrbundesamtes vom 20.12.2016 (Anl. B7, Bl. 272 ff.) vor, womit die vorgesehene
technische Maßnahmen freigegeben und genehmigt worden sei. Vor allem sei die Beklagte
insoweit nicht gehalten, dem Kläger eine Garantie für die nach dem „Update“ angeblich nunmehr
stärker beanspruchten Teile abzugeben. Jeder Kunde, und somit auch der Kläger, erhalte nach
Durchführung der technischen Maßnahme eine Bescheinigung der Firma Seat ausgehändigt, in
der diese bescheinige, dass das Fahrzeug nach dem Softwareupdate den gesetzlichen
Vorschriften entspreche und ausdrücklich zusichere, dass das Softwareupdate keine negativen
Auswirkungen auf Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen, Motorleistung, Drehmoment und
Geräuschemissionen habe (Anlage K 19, Anlagenband). 

Weiterhin meinen die Beklagten, dass ein etwaiger Sachmangel durch die bei dem Erwerb des
Fahrzeugs eingebaute Software jedenfalls unerheblich gewesen sei, da sich die Kosten der
Umsetzung der Maßnahmen in der Werkstatt umgerechnet lediglich auf deutlich unter 100 Euro
belaufen würden. Sie trägt insoweit vor, dass die Arbeitszeit eines ihrer Servicepartner für die
Umsetzung der technischen Überarbeitung (Installation der Software) bei den
streitgegenständlichen Fahrzeugen rund eine halbe Stunde Zeitaufwand betragen würden. Dies
sei im Verhältnis von Kaufpreis zum Aufwand der technischen Überarbeitung weniger als 0,5 %
und daher ein unerheblicher Schaden. 

Die Beklagte zu 1) meint, der Kläger habe jedenfalls keinen Rückgewähranspruch, weil er die
Nachbesserung durch das „Softwareupdate“ gewählt und zudem keine Nachfrist gesetzt habe,
die hier auch nicht entbehrlich gewesen sei. 

Die Beklagten sind der Ansicht, sie hätten nicht über die Gesetzeskonformität der Fahrzeuge
getäuscht. Mangels einer gesetzwidrigen Softwareprogrammierung könne der Kläger auch
hierüber nicht arglistig getäuscht worden und ihm auch kein Vermögensschaden entstanden
sein. 

Der hier für darlegungs- und beweispflichtige Kläger habe insbesondere nicht hinreichend
dargelegt und unter Beweis gestellt, dass die behauptete Täuschung oder Schädigung durch
ihre Vertreter im Sinne von § 31 BGB erfolgt sei und diese vorsätzlich gehandelt hätten.
Weiterhin fehle es an einer sittenwidrigen Handlung im Sinne von § 826 BGB, insbesondere
einer besonderen Verwerflichkeit, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der
zu Tage tretenden Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben könne. Den Teilnehmern
des Fahrzeugmarktes sei allgemein bekannt, dass die für den Erhalt der Typgenehmigung

 
11 O 408/17  - Seite 13 -   
gemessenen Emmissionswerte von den Werten im Realbetrieb abweiche, so dass es bereits an
einer Fehlvorstellung der Käufer fehle. 

Auch für den im Rahmen des § 826 BGB erforderlichen Schädigungsvorsatz fehle jeglicher
Vortrag des darlegungs- und beweisbelasteten Klägers dahingehend, dass und welche
relevanten Vertreter der Beklagten, deren Wissen ihr zuzurechnen wäre, von dem Einsatz der
Software tatsächlich Kenntnis gehabt hätten. Eine pauschale Behauptung reiche insoweit nicht.
Auch würden hier nicht die Grundsätze der sekundären Beweislast zum Tragen kommen, weil
die Beklagten substantiiert hätten und insbesondere der Beklagten zu 2) bislang keine positive
Kenntnis davon habe, dass einer ihrer Vorstandsmitglieder oder gar der Vorstandsvorsitzende
Kenntnis von den Vorgängen der streitgegenständlichen Softwaresteuerung gehabt hätten. 

Weiter fehle es an der Kausalität, weil es dem Kläger allenfalls auf das Vorliegen der EG-
Typgenehmigung angekommen sein könne. 

Ebenfalls sei der behauptete Betrug im Sinne von § 263 StGB hinsichtlich seiner
tatbestandlichen Voraussetzungen, aber auch des erforderlichen Vorsatzes nicht hinreichend
dargetan. So fehle es jedenfalls an der erforderlichen Stoffgleichheit, da der Vorteil eines nicht
näher seitens des Klägers genannten Organs der Beklagten nicht die unmittelbare Folge der
behaupteten täuschungsbedingten Verfügung sei; denn ein angeblicher Vorteil sei jedenfalls
nicht der Beklagten, sondern bei dem Verkäufer des Fahrzeugs angefallen. Eine entsprechende
Absicht einer stoffgleichen Bereicherung habe bei den Beklagten ebenfalls nicht vorgelegen. 

Die Beklagte zu 1) ist zudem der Ansicht, ihr könne keinesfalls etwaiges Fehlverhalten der
Beklagten zu 2) zugerechnet werden, da es sich um unterschiedliche Gesellschaften handeln
würde. 

Hinsichtlich des weiteren Parteivortrags wird auf die gewechselten Schriftsätze nebst Anlagen
Bezug genommen. 

Das Gericht hat den Kläger persönlich angehört. Wegen des Ergebnisses der Anhörung wird auf
die Sitzungsniederschrift vom 05.06.2018 (Blatt 679 ff. der Akte) verwiesen. 

Entscheidungsgründe 
 
Die zulässige Klage ist ganz überwiegend begründet.  

 
11 O 408/17  - Seite 14 -   
I. Das Landgericht Potsdam ist gemäß § 32 ZPO örtlich zuständig, weil der Kläger vorliegend
Ansprüche aus unerlaubter Handlung geltend macht. 

II. Der Kläger hat gegen die Beklagten als Gesamtschuldner einen Anspruch auf
Schadensersatz in Höhe von 18.002,56 € Zug um Zug gegen Rückgabe und Übereignung des
in der Urteilsformel näher bezeichneten Fahrzeugs aus § 826 BGB i.V.m. § 31 BGB, §§ 249 ff
BGB.  

Nach § 826 BGB ist zum Schadenersatz verpflichtet, wer in einer gegen die guten Sitten
verstoßenden Weise einem anderen vorsätzlich Schaden zufügt. Diese Voraussetzungen sind
hier erfüllt. Der Kläger ist im Sinne von § 826 BGB vorsätzlich sittenwidrig geschädigt worden,
was der Beklagten zuzurechnen ist. 

Die Beklagten sind auch passiv legitimiert. Die Beklagte zu 2), weil sie den in dem
streitbefangenen PKW Seat eingebauten Motor mit Motorsteuerungssoftware hergestellt und
Beklagte zu 1), weil sie den PKW hergestellt und in den Verkehr gebracht hat. 

Die Beklagte zu 2) hat den unstreitig von ihr hergestellten Dieselmotor hinsichtlich seiner
Motorsteuerungssoftware in der bereits dargestellten Form programmiert, um dadurch zu
suggerieren, dass die Euro 5-Abgasnormen eingehalten werden.  

Die Beklagte zu 2) hat sich objektiv sittenwidrig verhalten, indem sie das von dem Kläger
erworbene Fahrzeug mit dem Motor und der Motorsteuerungssoftware ausstatten und ohne dies
offenzulegen, durch die Beklagte zu 1) in den Verkehr bringen ließ. Dabei hat die Beklagte zu 2)
eine Schädigung der Käufer von mit diesen Dieselmotoren ausgestatteten Fahrzeugen aus
eigennützigen Motiven, nämlich bloßem Gewinnstreben, in sittlich anstößiger Weise billigend in
Kauf genommen. 

Sittenwidrig ist ein Verhalten, das nach seinem Gesamtcharakter unter umfassender
Berücksichtigung von Inhalt, Beweggrund und Zweck zu beurteilen ist, gegen das
Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt. Erforderlich ist eine besondere
Verwerflichkeit des Verhaltens des Handelnden, die sich aus dem verfolgten Ziel, den
eingesetzten Mitteln, der zu Tage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen
ergeben kann. Sowohl ein aktives Tun als auch ein Unterlassen können sittenwidrig sein, wobei
ein Unterlassen die guten Sitten nur dann verletzt, wenn das geforderte Tun einem sittlichen
Gebot entspricht. Auch insoweit reicht die bloße Nichterfüllung einer allgemeinen Rechtspflicht
 
11 O 408/17  - Seite 15 -   
oder einer vertraglichen Pflicht nicht aus. Es müssen besondere Umstände hinzutreten, die das
schädigende Verhalten nach den Maßstäben der allgemeinen Geschäftsmoral und des als
„anständig“ Geltenden verwerflich macht (vgl. BGH, Urteil vom 28.06.2016, Az.: VI ZR 536/15,
zitiert nach juris). Soweit es für die Beurteilung eines Tuns oder Unterlassens unter dem
Gesichtspunkt der Sittenwidrigkeit auf subjektive Umstände, etwa Kenntnisse, Absichten und
Beweggründe ankommt, ist dann, wenn sich der Anspruch gegen eine juristische Person richtet,
auf die gemäß § 31 BGB für sie handelnden Organe oder diejenigen abzustellen, deren Handeln
sie sich wie Organhandeln zurechnen lassen muss (vgl. BGH, Urteil vom 28.06.2016, a.a.O.).  

Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze hat die Beklagte zu 2) den Kläger dadurch
geschädigt, dass sie das von dem Kläger erworbene Fahrzeug in sittenwidriger Weise in den
Verkehr bringen ließ, indem sie es technisch so ausgestattet hat, dass es den berechtigten
Erwartungen der einschlägigen Käuferkreise in Bezug auf den Schadstoffausstoß von
vornherein nicht genügen konnte. 

Die Beklagte zu 2) hat das Fahrzeug in gesetzwidriger Weise ausgestattet, da seine


Beschaffenheit gegen die Maßgaben der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2007 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen
hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und
Euro 6) und über den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für Fahrzeuge (im
Folgenden: Verordnung, VO) verstößt. Diese Verordnung enthält zum einen nach ihrem Art. 1
Abs. 2 Bestimmungen über die Überwachung der Immissionen im Betrieb befindlicher
Fahrzeuge. Darüber hinaus erlegt sie Herstellern wie der Beklagten in Art. 4 VO Pflichten auf, zu
denen einerseits nach Art. 4 Abs. 1 S. 1 und 2 VO bestimmte Nachweise, andererseits nach Art.
4 Abs. 1 S. 3 VO die Einhaltung bestimmter Grenzwerte gehören, wie sie in Art. 5 VO und
Anhang I VO aufgeführt sind. Es reicht mithin nicht aus, wenn das Fahrzeug lediglich geeignet
ist, einen in der Verordnung näher formalisierten „Nachweis“ im Sinne des Art. 4 Abs. 1 S. 1 und
2 in Bezug auf die Abgasrückführung nach den Regeln in der Verordnung zu erbringen, vielmehr
muss es auch so konstruiert sein, dass die inhaltlichen Vorgaben der Verordnung eingehalten
werden. Der Hersteller muss die Einhaltung von Abgasnormen nicht nur nachweisen, sondern er
muss diese auch tatsächlich einhalten. 

Einhalten muss das Fahrzeug die Maßgaben im normalen Straßenbetrieb. Denn nach Art. 5
Abs. 1 VO muss der Hersteller das Fahrzeug so ausstatten, dass die Bauteile, die das
Emissionsverhalten voraussichtlich beeinflussen, so konstruiert, gefertigt und montiert sind, dass
das Fahrzeug unter normalen Betriebsbedingungen der Verordnung und ihren
Durchführungsmaßnahmen entspricht. Dabei meint „unter normalen Bedingungen“ den Betrieb
des Kraftfahrzeugs in der Weise, wie es von den Nutzern üblicherweise verwendet wird, mithin
im allgemeinen Straßenbetrieb.  

 
11 O 408/17  - Seite 16 -   
Ob die Beklagte zu 2) mit der Herstellung des im streitgegenständlichen Fahrzeug verbauten
Motors mit Motorsteuerungssoftware auch gegen ihre Nachweispflichten aus Art. 4 Abs. 1 S. 1
und 2 VO verstoßen hat, kann dahinstehen.  

Denn sie ist jedenfalls ihrer materiellen Verpflichtung aus Art. 4 Abs. 1 S. 3 VO i.V.m. Art. 5 und
Anhang I der Verordnung schon deshalb nicht nachgekommen, weil aufgrund der von ihr
eingebauten Software das Fahrzeug von vornherein nicht in der Lage war, die Maßgaben im
gewöhnlichen Straßenbetrieb zu erfüllen. Es steht nach dem unstreitigen Parteivortrag fest, dass
die Beklagte zu 2) den Motor des Fahrzeugs des Klägers so ausgestattet hat, dass es unter
Prüfbedingungen einen verhältnismäßig niedrigen Schadstoffausstoß ausweist, was wohl dazu
geführt hat, dass der „Nachweis“ im Sinne des Art. 4 Abs. 1 S. 1 und 2 VO erbracht werden
konnte, gleichzeitig aber eine Software eingebaut hat, die bewirkt, dass diese technischen
Vorrichtungen im normalen Straßenbetrieb nicht wirken.  

Dieser Rechtsverstoß ist schon deshalb als besonders verwerflich anzusehen, weil die Beklagte
zu 2) ihn nicht nur in Bezug auf das betroffene Fahrzeug des Klägers begangen hat, sondern die
Art der technischen Ausrüstung von Dieselfahrzeugmotoren bei ihr üblich, mithin allgemein
gebräuchlich ist. Sie hat mithin gegenüber der Allgemeinheit und damit auch gegenüber jedem
Erwerber durch Erbringung formeller Nachweise vorgetäuscht, dass die mit ihrem Motor nebst
Motorsteuerungssoftware ausgerüsteten Fahrzeuge eine den gesetzlichen Anforderungen
entsprechende Abgasrückführungsrate aufweist. Diese Täuschung ist auch für den einzelnen
Käufer von Bedeutung, da er berechtigterweise nicht mit einer wirkungsvollen Begrenzung des
Schadstoffausstoßes nur im Prüfzyklus rechnen muss (vgl. LG Paderborn, Urteil vom
07.04.2017, Az.: 2 O 118/16, zitiert nach juris).  

Es tritt noch hinzu, dass die einschlägigen Normen der Verordnung letztlich auch dem
Allgemeininteresse an möglichst niedrigen Schadstoffimmissionen dienen. Die Beklagte zu 2)
hat also nicht nur die Rechtskonformität vorgetäuscht, sondern darüber hinaus vorgetäuscht,
durch Einhaltung strenger Vorgaben einen Beitrag zur Luftreinhaltung zu leisten. Gerade dieser
Umstand war dem Kläger sehr wichtig, wie er bei seiner Anhörung im Termin vom 05.06.2018
nachvollziehbar erläuterte. 

Bereits diese objektiven Umstände wiegen so schwer, dass es für die Bewertung des Verhaltens
der Beklagten zu 2) als sittenwidrig nicht mehr auf weitere subjektive Umstände, etwa als
verwerflich zu beurteilende Beweggründe oder Gesinnungen ankommen würde, weil im
Einzelfall sich bereits aus dem besonders schwerwiegenden objektiven Umständen der Vorwurf
der Sittenwidrigkeit abzuleiten ist. 

 
11 O 408/17  - Seite 17 -   
Es ist jedoch davon auszugehen, dass den verantwortlichen Mitgliedern des Vorstands der
Beklagten zu 2) auch verwerfliche Beweggründe und Gesinnungen vorzuwerfen sind und diese
damit vorsätzlich handelten.  

Denn es ist aufgrund der Umstände anzunehmen, dass bei den Vorstandsmitgliedern der
Beklagten zu 2) auch der für die Haftung nach § 826 BGB erforderliche Schädigungsvorsatz
gegeben ist. Der gemäß § 826 BGB erforderliche Vorsatz enthält ein Wissens- und ein
Willenselement. Der Handelnde muss die Schädigung des Anspruchstellers gekannt bzw.
vorausgesehen und in seinen Willen aufgenommen, jedenfalls aber für möglich gehalten und
billigend in Kauf genommen haben. Es genügt nicht, wenn die relevanten Tatumstände lediglich
objektiv erkennbar waren und der Handelnde sie hätte erkennen können oder kennen müssen
oder sie sich ihm sogar hätten aufdrängen müssen. In einer solchen Situation ist lediglich ein
Fahrlässigkeitsvorwurf, nicht aber der für § 826 BGB erforderliche Vorsatzvorwurf gerechtfertigt
(vgl. BGH, Urteil vom 28.06.2016, a.a.O.). Wie bereits ausgeführt, ist dabei zu berücksichtigen,
dass vorsätzliches Handeln juristischer Person eine Zurechnung an dessen gemäß § 31 BGB
handlungsbefugte Organe voraussetzt. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass das
Wissens- und Wollenselement bei einer einzigen Person, bei dieser Person jedoch insgesamt
vorliegen muss, eine Aufteilung verschiedener Elemente der Kenntnis und des Wollens auf
verschiedene Personen, insbesondere etwa innerhalb eines Konzerns, mithin zur Begründung
einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung nicht ausreicht. Es kann daher nicht auf die
Feststellung verzichtet werden, ob der seinerzeitige Vorstand der Beklagten oder ein sonstiger
verfassungsmäßiger Vertreter im Sinne des § 31 BGB persönlich die objektiven und subjektiven
Tatbestandsvoraussetzungen des § 826 BGB verwirklicht hat, wobei es maßgeblich darauf
ankommt, was er im betreffenden Zeitpunkt gewusst und gewollt hat. Die Zurechnung des
Wissens Dritter, sei es auch solcher, die für die juristische Person tätig sind, etwa nach den im
Vertretungsrecht geltenden Grundsätzen, kommt damit ebenso wenig in Betracht, wie das
„Zusammenrechnen“ subjektiver Umstände, die bei unterschiedlichen Personen verwirklicht sein
mögen (vgl. BGH, Urteil vom 28.6.2016, a.a.O.). 

Vorliegend ist aufgrund der bereits geschilderten Vorgehensweise der Beklagten zu 2) zu


vermuten, dass die verantwortlichen Vorstandsmitglieder wegen der weitreichenden Folgen der
Herstellung von Motoren mit einer sogenannten Manipulationssoftware, die insbesondere die
immer strenger werdenden Vorgaben an den Abgasausstoß einhalten sollten, in diese
Vorgehensweise eingebunden wurden. Aus diesem Grund hat vorliegend die Beklagte zu 2)
unter Berücksichtigung der Grundsätze zur sekundären Beweislast im Einzelnen dazu
vorzutragen und unter Beweis zu stellen, dass die verantwortlichen Vorstandsmitglieder ohne
Vorsatz handelten.  

Denn im Einzelfall, insbesondere etwa dann, wenn es um die Zurechnung eines Verhaltens an
eine Person in hoher beruflicher Position geht, deren Stellung durch Macht, Vertrauen oder
besonderen Informationsstand herausgehoben ist, kann es naheliegend sein, dem Schädiger im
 
11 O 408/17  - Seite 18 -   
Prozess jedenfalls dann gesteigerte Darlegungs- und Beweisobliegenheiten aufzuerlegen, wenn
der Geschädigte ein Außenstehender ist, der über keine Einblicke in die inneren Verhältnisse
des Schädigers hat. Insoweit trifft ihn im Einzelfall eine sekundäre Darlegungslast dergestalt, als
es dem Schädiger obliegt, Umstände vorzutragen, die gegen einen Vorsatz seiner
Vorstandsmitglieder sprechen könnten. Das ist hier der Fall. 

Bei den Mitgliedern des Vorstands der Beklagten zu 2) handelt es sich um Personen in hoher
beruflicher Stellung, die durch besondere Macht, besonderes Vertrauen und besonderen
Zugang zu Informationen sowie in dem besonderen Maße der Fähigkeit gekennzeichnet sind,
konzerninterne Vorgänge zu steuern und ihrem Willen entsprechend auszugestalten. Es liegt
daher nahe, dass sie von wesentlichen konzerninternen Vorgängen nicht nur Kenntnis haben,
sondern diese auch bewusst ausgestalten und steuern. Der Vorstand hat das Unternehmen den
gesetzlichen Bestimmungen gemäß zu organisieren und zu führen. Mit Rücksicht auch auf §§
76, 77, 91 Abs. 2 AktG ist er gehalten, durch organisatorische Maßnahmen etwa durch
Einrichtung von Innenrevision und Controlling in der Weise zu treffen, dass Berichtspflichten
gegenüber dem Vorstand für alle wesentlichen Entscheidungen eingerichtet werden und deren
Einhaltung durch Kontrollmaßnahmen auch gewährleistet ist. Die Beeinflussung der
Motorsteuersoftware für eine ganz Motorenreihe in der hier gegebenen Art erscheint auch unter
Berücksichtigung des bei Entwicklung gegebenen Blickwinkels als eine besonders wesentliche
Entscheidung (vgl. LG Paderborn, a.a.O.). Auf der anderen Seite ist es für außenstehende Dritte
wie dem Kläger nicht möglich, in solche Vorgänge Einblick zu nehmen, sie aufzuklären und zum
Gegenstand konkreten Sachvortrags zu machen. So konnte auch im vorliegenden Fall der
Kläger nicht substantiiert vortragen, dass konkret eines der Mitglieder des Vorstands oder ein
anderer verfassungsmäßig berufener Vertreter der Beklagten eine konkrete
Täuschungshandlung begangen hätte oder ihm trotz Kenntnis der maßgeblichen Vorgänge ein
den Sittenwidrigkeitsvorwurf rechtfertigendes Unterlassen zur Last zu legen wäre. Der Kläger
bezieht sich in seinem Sachvortrag überwiegend auf die bekannten Zeitungsberichte und
sonstigen Berichterstattungen und stellt letztlich entsprechende Behauptungen lediglich mehr
oder weniger ins Blaue hinein auf. Behauptete Handlungen hat er -bis auf die Darstellung zu
dem Verhalten der an der Entwicklung der Software beteiligten Firma Bosch und deren
Forderung nach einer Schadensfreistellung gegenüber der Beklagten zu 2) - weder nach Inhalt,
Zeitpunkt oder Vornahme und Tatort hinreichend beschrieben, noch hat er ein sonstiges
Unterlassen ausreichend präzisiert.  

Ein weitergehender Vortrag als dieser von dem Kläger pauschal gehaltene Sachvortrag ist aber
von ihm auch nicht zu verlangen, da diese Vorgänge ausschließlich im Organisation- und
Kenntnisbereich der Beklagten und insbesondere ihres Vorstandes liegen. Der Kläger hat
naturgemäß keinerlei Einblick in die internen Entscheidungsvorgänge der Beklagten und ist auf
Veröffentlichungen in den Medien und sich daraus ergebende Rückschlüsse und Vermutungen
angewiesen. Weitere Versuche des Klägers, von der EU-Kommission und dem
Bundeskartellamt weitere Aufklärung zu erhalten, waren, wie dieser im Einzelnen darlegte, nicht
erfolgreich. 
 
11 O 408/17  - Seite 19 -   
Vor diesem Hintergrund trifft die Beklagte zu 2) nach den erläuterten Grundsätzen eine
sekundäre Darlegungslast hinsichtlich der Frage, welches ihrer Organe Kenntnis von welchen
Umständen in Bezug auf die Motorsteuerungssoftware und ihrer Wirkungsweise gehabt oder
nicht gehabt hat und wer das den Sittenwidrigkeitsvorwurf begründende Inverkehrbringen
entsprechend ausgerüsteter Motoren veranlasst hatte. Sie darf sich in einem solchen Fall nicht
auf ein einfaches Bestreiten beschränken, da der grundsätzlich darlegungspflichtige Kläger
vollständig außerhalb des darzulegenden Geschehensablaufs steht und keine nähere Kenntnis
der maßgebenden Tatsachen haben kann, während ihr selbst nähere Angaben zumutbar sind
(vgl. LG Paderborn, a.a.O.). 

Hieran ändert es auch nichts, dass der Beklagten zu 2) ihre internen Vorgänge selbst noch nicht
umfänglich bekannt sein mögen. Zwar reicht ihre sekundäre Darlegungslast nur so weit, wie ihr
konkreter Vortrag unter Berücksichtigung ihrer eigenen Kenntnisse und ihrer sonstigen
Interessen zugemutet werden kann. Die Grenze zur Unzumutbarkeit ist aber nicht immer schon
dann überschritten, wenn der Darlegungspflichtige die erforderlichen Kenntnisse nicht hat.
Vielmehr ist er im Einzelfall auch gehalten, das ihm Zumutbare zu unternehmen, um die
erforderlichen Kenntnisse zu erlangen, was insbesondere dann, wenn es sich bei ihm um eine
juristische Person mit komplexer innerer Struktur handelt und es sich um einen Vorgang von
erheblicher, auch über den Einzelfall hinausweisender Tragweite handelt, auch verlangt, dass
der Sachverhalt binnen kurzer Frist mit Nachdruck konzernintern aufgeklärt wird. Erfolgt eine
solche Aufklärung nicht, unzureichend oder verzögert, muss sich der Darlegungspflichtige so
behandeln lassen, als hätte er noch nicht alles Zumutbare unternommen, um seiner sekundären
Darlegungslast genügen zu können.  

Zwar hat die Beklagte zu 2) hier, indem sie interne Ermittlungen beauftragt hat, zunächst
Schritte eingeleitet, die es ihr ermöglicht hätten, ihrer sekundären Darlegungslast
nachzukommen. Der Umstand aber, dass nach nunmehr mehreren Jahren keine Ergebnisse
dieser internen Untersuchung dargelegt werden, vielmehr immer noch Unterlagen zu sichten
und auszuwerten sind, zeigt jedoch, dass die Ermittlungen entweder nicht mit dem
erforderlichen Nachdruck geführt werden oder die Ermittler nicht mit den ausreichenden Mitteln
ausgestattet sind, um ihre Aufgabe zeitnah sachgerecht zu erfüllen. 

Reicht mithin angesichts des Umstands, dass die Beklagte zu 2) ihrer sekundären
Darlegungslast nicht nachgekommen ist, ihr Vorbringen nicht aus, um den Vortrag des Klägers
dahin, die Mitglieder des Vorstands der Beklagten hätten Kenntnisse von dem relevanten
Sachverhalte gehabt und das Inverkehrbringen des von ihr erworbenen Fahrzeugs in Kenntnis
dieser Umstände gebilligt, so ist der Vorwurf vorsätzlichen sittenwidrigen Verhaltens im Ergebnis
gerechtfertigt (vgl. LG Paderborn, a.a.O.). 

 
 
11 O 408/17  - Seite 20 -   
Soweit die Beklagte zu 2) behauptet, nicht ihre Vorstandsmitglieder oder ihr
Vorstandsvorsitzender, sondern lediglich Mitarbeiter auf den der Vorstandsebene
nachgeordneten Arbeitsebenen hätten Kenntnis von der streitgegenständlichen
Motorsteuerungssoftware gehabt, entlastet das die Beklagte nicht. Sie haftet insoweit auch
wegen Organisationsverschuldens gemäß § 31 BGB. Danach sind juristische Person
verpflichtet, den Gesamtbereich ihrer Tätigkeiten so zu organisieren, dass für alle wesentlichen
Aufgabengebiete ein verfassungsmäßiger Vertreter zuständig ist, der die wesentlichen
Entscheidungen selbst trifft. Entspricht die Organisation diesen Anforderungen nicht, muss sich
die juristische Person zu behandeln lassen, als wäre der tatsächlich eingesetzte
Verrichtungsgehilfe ein verfassungsmäßiger Vertreter (vgl. LG Kiel, Urteil vom 18.05.2018, Az.:
12 O 371/17, unter Hinweis auf BGH in NJW 1980, 2810, zitiert nach juris). 

Dieses Wissen und Fehlverhalten der Beklagten zu 2) muss sich auch die Beklagte zu 1) als im
Rahmen einer durchgehenden Beteiligungskette zum Volkswagenkonzern gehörende
Verkäuferin des streitbefangenen Fahrzeugs zurechnen lassen, wobei es nicht auf ihre
Schädigungsabsicht oder einen Schädigungsvorsatz gegenüber dem Kläger ankommt. Zwar
kann man das Wissen und Fehlverhalten nicht einem unabhängigen Vertragshändler, aber, wie
vorliegend, den Beteiligungsgesellschaften der Beklagten zu 2) zurechnen. 

Hinzukommt, dass die Beklagte zu 1) mit der Softwareaufspielung und ihrer in diesem
Zusammenhang gegebenen Zusicherung, der Treibstoffverbrauch würde sich nicht ändern und
es seien auch keine Verschlechterungen damit verbunden (Anlage K 19, Anlagenband) sich das
sittenwidrige Verhalten der Beklagten erneut zunutze gemacht und zudem gegenüber dem
Kläger eine nicht zutreffende Zusicherung abgegeben hat. Unstreitig verbraucht das Fahrzeug
nach dem „Update“ mehr AdBlue und ist durch das erweiterte „Thermofenster“ auch mit
weiterem Schadstoffausstoß verbunden. 

Dem Kläger ist durch den Erwerb des streitgegenständlichen Fahrzeugs auch ein Schaden
entstanden. 

Er hat ein Fahrzeug erworben, welches mit einem Motor ausgerüstet ist, der die Vorgaben der
angeblich eingehaltenen Schadstoffklasse, wie bereits erläutert, aufgrund der eingebauten
Motorsteuerungssoftware im Betriebsmodus 0, in welchem sich das Fahrzeug im
Straßenverkehr befindet, nicht einhält und bei welchem er eine Stilllegungsverfügung durch das
Kraftfahrtbundesamt befürchten musste.  

Da der Schadenersatz den konkreten Nachteil des Geschädigten auszugleichen hat, ist nicht im
einzelnen zu klären, ob und in welchem Umfang vorliegend Leistung und Gegenleistung objektiv
werthaltig sind. Deshalb kann beispielsweise etwa auch bei objektiver Werthaltigkeit von
 
11 O 408/17  - Seite 21 -   
Leistung und Gegenleistung ein Vermögensschaden darin liegen, dass der Betroffene durch ein
haftungsbegründendes Verhalten zum Abschluss eines Vertrages gebracht worden ist, den er
sonst nicht geschlossen hätte, und dass die Leistung für seine Zwecke nicht vollständig
brauchbar ist (vgl. BGH, Urteil vom 21.12.2004, Az.: VI ZR 306/03, zitiert nach juris).
Insbesondere der Zusammenhang des normativ zu begründenden Schadens mit dem
Schutzzweck der die Haftung begründenden Norm führt auch dazu, dass die Frage, ob und in
welcher Form sowie in welcher Höhe ein Schaden vorliegt, im Einzelfall davon abhängen kann,
nach welcher Norm sich die Ausgleichspflicht des Haftenden richtet. Daher kann im Einzelfall im
Rahmen der §§ 823 ff. BGB ein anderer, unter Umständen auch weitergehender Schaden
ersatzfähig sein, als etwa im Rahmen des § 280 Abs. 1 BGB. Gerade im Falle einer
vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung dient der Schadensersatzanspruch nicht nur dem
Ausgleich jeder nachteiligen Einwirkung durch das sittenwidrige Verhalten auf die objektive
Vermögenslage des Geschädigten. Vielmehr muss sich der Geschädigte auch von einer auf
dem sittenwidrigen Verhalten beruhenden Belastung mit einer ungewollten Verpflichtung oder
einem ungewollten Gegenstand wieder befreien können. Schon dies stellt unter den
Voraussetzungen des § 826 BGB einen zu ersetzenden Schaden dar (vgl. BGH, Urteil vom
18.10.2014, Az.: VI ZR 15/14, zitiert nach juris). 

Im vorliegenden Fall führt dies dazu, dass der Kläger einen Schaden schon dadurch erlitten hat,
dass er ein anderes Fahrzeug erhalten hat, als er erwarten durfte, nämlich ein solches, das über
eine Abgasrückführungstechnik verfügt, die zwar auf dem Prüfstand, nicht aber im
Straßenverkehr den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Denn nach der Lebenserfahrung
kann unterstellt werden, dass der Kläger sein Fahrzeug nicht auf dem Prüfstand, sondern im
allgemeinen Straßenverkehr nutzen wollte. 

Für diesen Schaden ist das Verhalten der Beklagten zu 2) auch ursächlich geworden. Insoweit
kommt es letztlich nicht darauf an, ob der Kläger in Bezug auf den Umstand, dass die im
Fahrzeug verbaute Abgasrückführungstechnik zwar auf dem Prüfstand, nicht aber auf der
Straße zum Einsatz gelangt, tatsächlich einem Irrtum erlegen ist und ob er vom Erwerb des
Fahrzeugs abgesehen hätte, wenn ihm der zugrunde liegende Sachverhalt bekannt gewesen
wäre. Zu berücksichtigen ist nämlich, dass zur Haftungsbegründung lediglich einen
Ursachenzusammenhang zwischen dem sittenwidrigen Verhalten der Beklagten und dem
eingetretenen Schaden erforderlich ist. Anders etwa als etwas im Rahmen des § 123 BGB oder
bei der Haftung unter dem Gesichtspunkt des Betruges (§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 263 StGB)
bedarf es keiner Kausalbeziehung zwischen einer Täuschung des Schädigers, einem Irrtum des
Geschädigten und einer darauf beruhenden Vermögensverfügung in Form einer
Willenserklärung. Die erforderliche Ursachenbeziehung wird hier bereits dadurch begründet,
dass die Beklagte das in Rede stehende Fahrzeug in sittenwidriger Weise in den Verkehr

 
11 O 408/17  - Seite 22 -   
gebracht und der Kläger es erworben hat, denn ohne ein solches Inverkehrbringen wäre es zu
dem Erwerb nicht gekommen. 

Schließlich ergibt sich aus den obigen Ausführungen, dass die Beklagten auch in Bezug auf den
eingetretenen Schaden vorsätzlich gehandelt hat. 

Der Kläger hat sich den Gebrauchsvorteil, den er durch die Nutzung des Fahrzeugs erlangt hat,
anrechnen zu lassen. Dieser beträgt 8.740,51 €. 

Dieser Gebrauchsvorteil ist entsprechend der Darlegung des Klägers gemäß § 287 ZPO vom
Gericht zu schätzen. Dabei legt das Gericht gemäß §287 ZPO eine Gesamtlaufleistung von
250.000 km zugrunde.  

Der Kilometerstand betrug zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung 100.563 km. Dies steht
fest aufgrund des substantiierten Vortrages des Klägers bei seiner Anhörung in der Verhandlung
vom 05.06.2018, an deren wahrheitsgemäßer Aussage das Gericht keine Zweifel hat. Dieser
Kilometerstand, den der Kläger durch ein aktuelles Foto belegte, wurde zur Berechnung
herangezogen. 

Die zu berücksichtigende Laufleistung des Fahrzeugs betrug zum Zeitpunkt der mündlichen
Verhandlung 100.563 km. 

Daraus errechnet sich folgender Gebrauchsvorteil: Bruttokaufpreis 25.890 € x gefahrene


Kilometer 76.163 (100.563 km abzüglich km-Stand bei Ankauf von 24.400 = 76.163 km) /
Gesamtlaufleistung 250.000 km abzüglich Km-Stand bei Ankauf von 24.400 km = 225.600 km
ergibt: 8.740,51 €. 

Damit kann der Kläger unter Abzug seines Gebrauchsvorteils nur einen Kaufpreisanteil von
15.709,49 € (als Kaufpreis gezahlte 24.450,00 € abzüglich 8.740,51 € Gebrauchsvorteil)
verlangen. 

III. Der Kläger hat gegen die Beklagten zudem einen Anspruch auf Feststellung des
Annahmeverzuges aus §§ 293 ff BGB.  

 
11 O 408/17  - Seite 23 -   
IV. Dem Kläger steht ferner gemäß § 826 BGB ein Anspruch auf Freistellung von den
entstandenen vorprozessualen Rechtsanwaltskosten in Höhe von 1.171,67 EUR zu. Der
Gebührenberechnung ist die Beklagte, nachdem der Kläger die anzusetzende Gebühr von 1,7
auf 1,3 Gebühr reduziert hat, inhaltlich nicht weiter entgegengetreten. Aus dem anzusetzenden
Gebührenstreitwert i.H.v. 18.526,36 EUR, nämlich soweit der Kläger berechtigte Forderungen
(Rückgewähranspruch bei Klageeinreichung von 17.526,36 € und 1.000,- € Annahmeverzug)
erhoben hat, ergibt sich unter Ansatz einer 1,3 Gebühr gemäß §§ 13, 14 RVG, Nr. 2300 VV
RVG ein Betrag i.H.v. 964,60 EUR zzgl. 20 EUR Post- und Telekommunikationspauschale
gemäß Nr. 7002 VV RVG sowie 19 % Mehrwertsteuer gemäß Nr. 7008 VV RVG ein Betrag
i.H.v. 1.171,67 EUR. 

Dieser Betrag ist jedoch nicht zu verzinsen, da der Kläger im Zeitpunkt der mündlichen
Verhandlung noch keine Anwaltsrechnung an sich gestellt hatte. 

V. Die zuerkannten Zinsen stehen dem Kläger gemäß § 291 i.V.m. § 288 BGB zu.  

VI. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 92 Abs. 2, 100 Abs. 4, 101 ZPO. Die Entscheidung
über die vorläufige Vollstreckbarkeit folgt aus § 709 ZPO. 

Der Gebührenstreitwert wird auf 18.526,36 EUR (Antrag zu 1: 17.526,36 EUR;


Feststellungsantrag zu 3: 1.000 EUR) festgesetzt. 

 
  

R  ichterin am Landgericht 
 
Verkündet am 26.09.2018

…, Justizhauptsekretärin
als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle 
 

Unterschriebenes Urteil zur Geschäftsstelle gelangt am 26.09.2018

Justizhauptsekretärin
Urkundsbeamter der Geschäftsstelle