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ABC

des

Schießens

Schützenwaffen

ABC des Schießens Schützenwaffen Militärverlag der Republik Deutschen Demokratischen
ABC des Schießens Schützenwaffen Militärverlag der Republik Deutschen Demokratischen

Militärverlag

der

Republik

Deutschen

ABC des Schießens Schützenwaffen Militärverlag der Republik Deutschen Demokratischen

Demokratischen

Autorenkollektiv Oberstleutnant Armin Preuhs Oberstleutnant Gerhard Baasch Oberstleutnant Kurt Glawe

Oberstleutnant Gerhard Baasch Oberstleutnant Kurt Glawe !.Auflage © Militlnerlq der Deutschen Demokratischen

!.Auflage

© Militlnerlq der Deutschen Demokratischen Republik (VEB) - Berlin, 1983 Uzenz-Nr. 5 Printed in the Oerman DemocraUc Republlc Oesamthentell1111g: INTERDRUCK Graphischer Großbetrieb Leipzig, Betrieb der •IJSICZeiclmeten Qualltltsarbeit, IWU/97 Lektor: Horst Kunc Typograf: Martina Schwan

Umschlaggest&ltuna: 0wmar Riemeu

Zeicbn1111gen: Karl-Heinz Dllrlna RedaktlomschluB: 28. 10. 1982

LSV: 0575

Bestellnummer: 7464590

DDR3,SOM

/

Nutzerhinweise

übereinstimmend mit dem Titel der Broschüre wurden die

grundlegenden Fragen des Schießens mit Schützenwaffen in

drei Abschnitte unterteilt; ihnen wurde ein Anhang beige­

fü gt. Die unterschiedliche Farbgebung r die Symbole A, B und C

am Kopfteil jeder Seite kennzeichnen diese Abschnitte zusätz­ lich zum Inhaltsverzeichnis. Die an gleicher Stelle gekürzt wie­

dergegebenen Kapitelüberschriften helfen, sich.auf jeder Seite

schnell orientieren zu kOnnen, in den Sachverhalt welches

Haupt- und Unterkapitels das Gcle5ene einzuordnen ist.

Als eine weitere Lesehilfe wurden neben der Textauszeichnung

wichtige Aussagen durch Farbe hervorgehoben. So sind Merk­

sätze in roter Schrift gesetzt, Begriffsbestimmungen und For­

meln eingerahmt sowie Regeln und Faustregeln tabellenartig

jeweils der textlichen oder bildlichen Aussage zugeordnet.

In den Anhang wurde Ergänzendes zu Fragen der Schießaus­

bildung aufgenommen.

oder bildlichen Aussage zugeordnet. In den Anhang wurde Ergänzendes zu Fragen der Schießaus­ bildung aufgenommen.

2.

3.

24

31

5.

38

45

1.

48

57

2.

Inhalt

A Waffenkunde

1. Maschinenpistole KM,

leichtes Maschinenge­ Kleinkaliber-Maschinen­ . . . . . . .
leichtes
Maschinenge­
Kleinkaliber-Maschinen­
.
.
.
.
.
.
.

wehr K, Pistole M und

pistole 69

Panzerbüchsen

Handgranaten .

Munition

Patrone!)

Hohlladungsgranate für die Panzerbüchse RPG-7

4.

4.1.

4.2.

5.1.

5.2.

B

1.1.

1.2.

1.3.

1.4.

Umgang mit Waffen und Munition

Umgang mit Waffen

Umgang mit

Munition

Grundlagen und Regeln des Schießens .

Grundlagen des Schießens

Allgemeines über die Ballistik

Vorgänge in der Waffe beim Schuß

Flugbahn der Geschosse (Granaten)

Zielen, Zielfehler und ihre Auswirkungen

1.5. Direkter Schuß

L6.

Geschoßstreuung

Regeln für das Bestimmen der Anfangsangaben

und die Feuerkorrektur

2.1. Allgemeines über Anfangsangaben

6

6

19

31

34

38

47

47

47

53

58

58

65

65

2.3.

Einfluß meteorologischer Bedingungen auf das

1.

3.

Schießen

77

Berücksichtigung der Zielbewegung beim Schießen 79

Faustregeln .zum Bestimmen der Anfangsangaben

für das Schießen mit der MPi und dem IMG

Faustregeln zum Bestimmen der Anfangsangaben

für das Schießen mit der RPG-7

85

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

2.4.

2.5.

2.6

2.7.

C

2.

4.

. . .
.
.
.

95

105

Regeln für die Feuerkorrektur (RPG-7)

Handhaben der Waffen und Ablauf des Schießens

107

107

114

119

123

Vorbereiten zum Schießen

Anschlagarten

Schießtechnik

Ablauf des Schießens .

130

1. Dreieckzielen

130

2. Zusammenfassung taktisch-technischer Angaben 133

3.

4.

5.

Anhang

Einheitsdoppelfemrohr7 x 40 (EDF7 x 40)

13 6

Doppelfernrohr? x 40 (DF7 x 40)

. 139

Bezeichnung und Erläuterung der Flugbahnele- mente

142

Persönlicher Nachweis der Schießergebnisse

144

6

144

Waffen

6

A

Waffenkunde

1 44 Waffen 6 A Waffenkunde 1 . Maschinenpistole KM, leichtes Maschinenge­ wehr K, Pistole M

1. Maschinenpistole KM, leichtes Maschinenge­ wehr K, Pistole M und Kleinkaliber-Maschi­ nenpistole 69

wehr K, Pistole M und Kleinkaliber-Maschi­ nenpistole 69 Die K•lllSCbailcorr zuverlässig. treffsicher und relativ

Die K•lllSCbailcorr

zuverlässig. treffsicher und relativ leicht.

·

Eine in der Truppe allgemein anerkannte Waffe.

Diese Worte des Nestors der sowjetischen Waffenkonstruk­ teure, des Doktors der technischen W°ISSCDSchaften, Helden der sozialistischen Arbeit, Lenin- und Staatspreisträgers FJOOOR WASSIUEWITSCH TOKAllEW, galten der Maschinenpistole AK.47 (Automat Kalaschnikow Modell 1947), jener Waffe, die, nach ihrem Konstrukteur MICHAIL TlMoFEJEWITSCH KALAscHNIKow benannt, heute zum QualitätsbcgrifT für Schüttenwaffen gewor­ den ist. Eine ebensolche Wertschätzung gebührt dem Waffen­ konstrukteur NIKOLAI FJOOOROWITSCH MAKARow, der u. a. die bewährte und nach ihm benannte Pistole M entwickelte. ' Das große Verdienst M. T. KAl.AscHNIKOWS besteht nicht nur in der Entwicklung der genannten Maschinenpistole. Es be­ steht vor allem darin, daß es ihm mit seinem Kollektiv gelun­ gen ist, auf der Basis der AK 47 eine game Generation in der Konstruktion vereinheitlichter automatischer Schüttenwaffen hervorzubringen. In ihren modernen Versionen sind dies die Standardwaffen in den sozialistischen Streitkräfren. Zur Familie "Kalaschnikow" gehören u. a. die MPi KM (MPi

7 Maschinenpistole KM Kalaschnikow modernisiert), kow mit Schulterstütze), die MPi KMS (MPi Kalaschnikow modernisiert mit

7

Maschinenpistole KM

Kalaschnikow modernisiert),

kow mit Schulterstütze), die MPi KMS (MPi Kalaschnikow modernisiert mit Schulterstütze) und das lMG K (leichtes Ma­ schinengewehr Kalaschnikow). Diese Waffen erfüllen die an moderne Schützenwaffen gestell­ ten Forderungen wie:

geringe Masse; lange Lebensdauer und absolute Funktionssicherheit; große Sicherheit für den Schützen; einfache Bedienung; hohe Schußfolge und beachtliche Treffsicherheit. Da diese Waffen auf Grund einheitlicher Funktionsweise in wichtigen Teilen und Baugruppen gleich sind, können Einzel­ teile problemlos ausgetauscht und Ersatzteile variabel genutzt werden. Das bringt bedeutende Vorteile nicht nur für die Pro­ duktion, Versorgung und Instandsetzung, sondern auch für die Ausbildung und den Gefechtseinsatz im Rahmen der gesamten sozialistischen Verteidigungskoalition. Eine derartige Standar­ disierung der Schützenwaffen gibt es in den NATO-Streitkräf­ ten bisher nicht.

die MPi KmS (MPi Kalaschni­

Maschinenpistole KM (MPi KM)

Automatische Handfeuerwaffe;

zur Bekämpfung von Einzel- und Gruppenzielen mit Ein­ zelfeuer, kurzen oder langen Feuerstößen sowie mit Dauer­ feuer;

mit aufgepflanztem Seitengewehr im Nahkampf eine Stich­ waffe.

1

Waffen

8

Gesamtansicht der MPiKM
Gesamtansicht der MPiKM
Gesamtansicht der MPiKMS
Gesamtansicht der MPiKMS

Taktiscb-tecbnische Angaben

Schußentfemung, günstigste

 
 

Erdziele

bis400m

 

-

Luftziele

bis SOOm

-

zusammengefaßtes Feuer

bis 800m

Feuergeschwindigkeit, praktische

-

kurze Feuerstöße

100 Schuß/min

-

Einzelfeuer

40 Schuß/min

Visierrcichwcite

IOOOm

Dicke des Korns

2mm

Kaliber

7,62mm

Fassungsvermögen des Magazins

30Patronen

Masse ohne Seitengewehr mit ge­ fülltem Magazin

• Masse ohne Seitengewehr mit ge­ fülltem Magazin

c

vo

9 Maschioenpistole KM Hauptteile der MPiKM Hauptteile 1 - Lauf mit Verbindungsstück, Gehäuse, Gehäusedeckel und

9

Maschioenpistole KM

9 Maschioenpistole KM Hauptteile der MPiKM Hauptteile 1 - Lauf mit Verbindungsstück, Gehäuse, Gehäusedeckel und

Hauptteile der MPiKM

Hauptteile

1

- Lauf mit Verbindungsstück, Gehäuse, Gehäusedeckel und Kolben (Schulterstütze);

- Lauf mit Verbindungsstück, Gehäuse, Gehäusedeckel und Kolben (Schulterstütze);

2

- Visiereinrichtung;

3

- Verschluß;

4

- Führungsrohr mit Handschutz;

-

S

Abzugseinrichtung mit Griffstück;

6

- Zubehör.

Funktionsweise Die MPi KM ist dem Funktionsprinzip nach ein Gasdruckla­ der mit Drehverschluß. An der MPi kann Einzelfeuer (E) oder Dauerfeuer (D) eingestellt werden. Bei Einstellung Dauerfeuer kann man kurze oder lange Feuerstöße oder Dauerfeuer schie­ ßen. Das Nachladen und die Abgabe des nächsten Schusses ge-

144

Waffen

10

.

schiebt automatisch mit der beim Schuß erzeugten Energie der Pulvergase.

Funktionsablauf

Die Automatik wird ausgelöst, indem ein Teil der Pulver­ gase durch die Bohrung im Lauf in die Gaskammer des Verbindungsstücks gelangt und den Gaskolben bewegt.

Die gleitenden Teile werden zurückgeführt, die Schließfeder wird gespannt, die Hülse dabei ausgezogen und ausgewor­ fen, das Schlagsiück gespannt.

Der Verschluß schnellt unter dem Druck der Schließfeder wieder nach vom, die oberste Patrone wird dabei aus dem

Magazin gestoßen und zugeführt, das Schloß dreht sich nach rechts und verriegelt den Lauf von hinten. Die Waffe ist wieder geladen und gespannt (bei Einzel­ feuer), bzw. der Vorgang wiederholt sich bei Dauerfeuer so lange, bis entweder der Abzug losgelassen wird oder das Magazin leergeschossen ist.

Teilweises Auseinandernehmen und Zusammensetzen

Die MPi KM wird zur Wartung, zur Durchsicht und zum Aus­ wechseln und Instandsetzen von beschädigten Teilen auseinan­ dergenommen.

Vor dem Auseinandernehmen überprüfen, ob die Waffe entla­ den und der Lauf frei ist!

Relhearotge

1.

Magazin herausnehmen.

2.

Kontrollieren. ob die Waffe entladen ist.

den und der Lauf frei ist! Relhearotge 1. Magazin herausnehmen. 2. Kontrollieren. ob die Waffe entladen
11 Leichtes Maschinengewehr K
11
Leichtes Maschinengewehr K

3. Reinigungsstock abnehmen.

4. Gehäusedeckel abnehmen.

5. Schließcreinrichtung herausnehmen.

6. Schloßführung mit Schloß herausnehmen.

7. Schloß von der Schloführung abnehmen.

8. Führungsrohr mit oberem Handschutz abnehmen.

9. Zusammensetzen in umgekehrter Reihenfolge.

Leichtes Maschinengewehr K (IMG K)

Automatische Waffe;

zur Bekämpfung lebender Ziele und Feuennittel des Geg­ ners mit Einzelfeuer, kurzen oder langen Feuerstößen sowie mit Dauerfeuer.

GesamWLaicbt de1 IMGK
GesamWLaicbt de1 IMGK

Taktisdt-tecbaisdle Angaben

Schußcntfcrnung, nstigste

 

Erdziele

bis 800m

-

Luftziele

bis 500m

1A

Waffen

12

Feuergeschwindigkeit. praktische

-

kurze Feuerstöße

150 Schuß/min

- Einzelfeuer

50 Schuß/min

Visierreichweite

IOOOm

Dicke des Korns

2mm

Kaliber

7,62mm

Fassungsvermögen des Stangen­ magazins

40 Patronen • Masse mit gefülltem Stangenma­ gazin t '/O
40 Patronen
Masse mit gefülltem Stangenma­
gazin
t
'/O

H111ptteile des IMOK

Hauptteile

1

-

Lauf

Kolben und Zweibein;

mit

Verbindungsstück.

Gehäuse,

Gehäusedeckel,

13

leichtes Maschinengewehr K

11.4

2

- Visiereinrichtung;

3

- Verschluß;

4

- Führungsrohr mit Handschutz;

5

- Abzugseinrichtung mit Griffstück;

6

- Zubehör.

- Abzugseinrichtung mit Griffstück; 6 - Zubehör. Funktionsweise Das IMG K ist dem Funktionsprinzip nach

Funktionsweise Das IMG K ist dem Funktionsprinzip nach ein Gasdrucklader mit Drehverschluß. Am IMG kann Einzelfeuer (E) oder Dauer­

feuer (D) eingestellt werden. Bei Einstellung Dauerfeuer kann man kurze oder lange Feuerstöße oder Dauerfeuer schießen. Das Nachladen und die Abgabe des nächsten Schusses ge· schiebt automatisch mit der beim Schuß erzeugten Energie der

Pulvergase.

mit der beim Schuß erzeugten Energie der Pulvergase. Funktionsablauf • Die Automatik wird ausgelöst, indem

Funktionsablauf

Die Automatik wird ausgelöst, indem ein Teil der Pulver­ gase durch die Bohrung im Lauf in die Gaskammer des Verbindungsstücks gelangt und den Gaskolben bewegt.

Die gleitenden Teile werden zurückgeführt, die Schließfeder

wird gespannt, die Hülse dabei ausgezogen und ausgewor­

fen, das Schlagstück gespannt.

Der Verschluß schnellt unter dem Druck der Schließfeder

wieder nach vom, die oberste Patrone wird dabei aus dem Magazin gestoßen und zugeführt, das Schloß dreht sich nach rechts und verriegelt den Lauf von hinten.

Die Waffe ist wieder geladen und gespannt (bei Einzel­

feuer), bzw. der Vorgang wiederholt sich bei Dauerfeuer so lange, bis entweder der Abzug losgelassen wird oder das Magazin leergeschossen ist.

144

Waffen

14

Teilweises Auseinuderaelunell and Zusammeasetzen

Das IMG K wird zur Wartung. zur Durchsicht und zum Aus· wechseln und Instandsetzen von beschädigten Teilen auseinan· dergenommen.

Vor dem Auseinandernehmen überprüfen, ob die Waffe entla­ dc:it und der Lauf frei ist!

Reillellfol&e

1. Magazin herausnehmen (Waffe vorher auf Zweibein stel· len).

2. Kontrollieren, ob die Waffe entladen ist.

3. Reinigungsstock abnehmen.

4. Gehäusedeckel abnehmen.

5. Schließereinrichtung herausnehmen.

6. Schloßfiihrung mit Schloß herausnehmen.

7.

Schloq von der Schloßführung abnehmen.

8.

Führungsrohr mit oberem Handschutz abnehmen.

9.

Zusammensetzen in umgekehrter Reihenfolge.

Pistole Makarow (Pistole M)

Faustfeuerwaffe;

 

zur

Bekämpfung

des

Gegners

auf

kurze

Entfernungen

durch Eim.elfeuer.

Taktilclt-tec:ba A9pbell

Schußentfemung. günstigste

bis SO m

Feuergeschwindigkeit, praktische

30 Schuß/min

15 Pistole Makarow
15
Pistole Makarow

Kaliber

9mm

Fassungsvermögen des Magazins

8 Patronen

Masse mit gefülltem Magazin

810 g

Funktionsweise
Funktionsweise

Gesamtansicht der Pistole M

Die Pistole M ist eine Selbstladewaffe, die während des Schie­ ßens durch den Rückstoß automatisch nachgeladen wird. Zur Abgabe des nächsten Schusses muß der Abzug betätigt werden. Dem Funktionsprinzip nach ist die Waffe ein Rückstoßlader ohne starre Laufverriegelung. Die Masse des Verschlusses und die Kraft der Schließfeder verschließen den Lauf beim Schuß sicher von hinten. Ohne das Schlagstück vorher spannen zu müssen, gewährleistet der selbstsparuiende Schlag- und Abzugsmechanismus die schnelle Feuereröffnung durch unmittelbares Betätigen des Ab­ zugs.

durch unmittelbares Betätigen des Ab­ zugs. TeUwelses Aaselaaaderaebmen und Zusammensetzen Die Pistole

TeUwelses Aaselaaaderaebmen und Zusammensetzen

Die Pistole M wird zur Wartung, zur Durchsicht und zum Aus­ wechseln und Instandsetzen von beschädigten Teilen auseinan­ dergenommen.

17 Kleinkaliber-Maschinenpistole
17
Kleinkaliber-Maschinenpistole

Vor dem Auseinandernehmen überprüfen, ob die Waffe entla­

den und der Lauf frei ist!

Reihenfolge

1.

Magazin herausnehmen.

2.

K.Ontrolliercn, ob die Waffe entladen ist.

3.

Verschluß vom Griffstück abnehmen.

4.

Schließfeder vom Lauf abnehmen.

S.

Zusammensetten in umgekehrter Reihenfolge.

Kleinkaliber-Maschinenpistole 69 (KK.-MPi 69)

Reihenfolge. Kleinkaliber-Maschinenpistole 69 (KK.-MPi 69) • Automatische Klcinkalibcrwaffe; • gleicht in

Automatische Klcinkalibcrwaffe;

gleicht in der äußeren Form und der Handhabung der

MPiKM; dient zum Übungsschießen auf kurze Entfernungen mit Einzelfeuer und Feuerstößen.

Oeumtauicht der ll·MPI 69
Oeumtauicht der ll·MPI 69
Waffen 18

Waffen

18

Taktiscb-teclmiscbe Angaben

Schußentfemung, günstigste

50bis IOOm

Feuergeschwindigkeit, praktische - Feuerstöße

bis lOOSchuß/min

- Einzelfeuer

bis

40 Schuß/min

Visierreichweite

lOOm

Dicke des Korns

2mm

Kaliber

5,6mm

Fassungsvermögen des Magazins

15 Patronen

Masse mit gefülltem Magazin

3,45 kg

Hauptteile der ll-MPI 69
Hauptteile der ll-MPI 69

HauptteUe

l - Lauf, Gehäuse mit Gehäusedeckel und Kolben; 2 - Visiereinrichtung;

3 -

Verschluß;

19 Panzerbüchsen
19
Panzerbüchsen

5 Abzugseinrichtung mit Griffstück;

6 -

-

Zubehör.

Funkdonswelse Die KK-MPi 69 ist eine automatische Waffe. Sie gleicht in ihrer Funktionsweise der MPi KM.

Teilweises Auselnandemehmen und Zusammensetzen

Die KK-MPi 69 wird zur Wartung, zur Durchsicht und zum Auswechseln und Instandsetzen von beschädigten Teilen aus­ einandergenommen.

von beschädigten Teilen aus­ einandergenommen. Vor dem Auseinandernehmen überprüfen, ob die Waffe

Vor dem Auseinandernehmen überprüfen, ob die Waffe entla­

den und der Lauf frei ist!

Reihenfolge

1.

Magazin herausnehmen.

2.

Kontrollieren, ob die Waffe entladen ist.

3.

Gehäusedeckel abnehmen.

4.

Schließereinrichtung herausnehmen.

5.

Verschluß herausnehmen.

6.

Zusammensetzen in umgekehrter Reihenfolge.

2.

Panzerbüchsen

leichte Panzerabwehrmittel setzte man bereits in der Endphase

des ersten Weltkrieges ein. Aus einfachen Gewehren entstanden die sogenannten Anti-Tank-Gewehre mit einem Kaliber von

13 mm. Um eine höhere Durchschlagswirkung zu erreichen,

Waffen 2 0

Waffen

20

Waffen 2 0

wurden Kaliber und Anfangsgeschwindigkeit der Geschosse vergrößert sowie Spezialgeschosse entwickelt. Zur Erhöhung der Schußfolge ersetzte man die "einschüssigen" Panzerbüch­ sen durch automatische Waffen. Diese Selbstlader hatten ein Kaliber von 13 bis 20 mm. Die Geschosse erreichten eine An­ fangsgeschwindigkeit von 600bis l 000 m/s und durchschlugen eine 30 bis 40 mm starke Panzerung. Diese Parameter ermög­ lichten den Einsatz gegen gepanzerte Ziele auf Entfernungen bis zu 500m. Erstmalig wurden solche Panzerbüchsen im zweiten Weltkrieg eingesetzt und nach dem Krieg in verschiedenen Varianten wei­ terentwickelt. Die sowjetischen leichten Panzerbüchsen (RPG) sind äußerst wirksame Panzerabwehrwaffen. Diese Panzerbüchsen bezeich­ net man als reaktive Waffen, da Abschuß und Bewegung des Geschosses durch die beim Abbrennen der Starttreibladung/ Treibladung entstehende reaktive Kraft bewirkt wird - ähnlich dem Raketenprinzip. Gegen gepanzerte Ziele werden Hohlla­ dungsgranaten mit hoher Durchschlagswirkung eingesetzt.

40-mm-Panzerbüchse RPG-7

Tragbare reaktive Waffe;

zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge sowie von Truppen und Waffen des Gegners hinter Deckungen.

21

Panzerbüchsen

2A

Gesamtansicht der RPO-7
Gesamtansicht der RPO-7

Taktisch-technische Angaben Sch'ußentfemung, günstigste

bis 350m

Feuergeschwindigkeit, praktische

4 bis 6 Granaten/min

Visierreichweite

500m

Masse der RPG-7 mit optischem

Visier

6,3kg

Masse der Granate mit Start­ treibladung

1,94kg

Funkdomweise Die RPG-7 ist eine rückstoßfreie Waffe. Die im Moment des Schusses beim Abbrennen der Starttreibladung entstehenden Gase wirken nicht nur auf die Granate in Richtung Mündungs­ teil, sondern entweichen auch nach hinten durch den offenen Trichter des Rohres. infolgedessen entsteht eine reaktive Kraft, die die Granate im Rohr nach vom treibt und gleichzeitig den Rückstoß kompensiert.

Tellwelses Auselnandemehmen und Zusammensetzen Die RPG-7 wird zur Wartung, zur Durchsicht und zum Aus­ wechseln und Instandsetzen von beschädigten Teilen auseinan­ dergenommen.

Waffen 22

Waffen

22

Reihenfolge

1.

Schutzkappen abnehmen.

2.

Abzugseinrichtung abnehmen.

3.

Schlageinrichtung herausnehmen.

4.

Deckel des GrifTstücks abnehmen.

5. Zusammensetzen in umgekehrter Reihenfolge.

'�'r 3
'�'r
3

Hauptteile der RP0-7

Hauptteile

1

-

Rohr;

2

-

Griffstück mit Abzugseinrichtung und Sicherung;

3

-

Schlageinrichtung;

l3

Panzerbüchsen

2A

l3 Panzerbüchsen 2 A

Reaktive Panzerabwehrgranate (RPG-18)

Tragbare reaktive Waffe;

gilt in vollständigem Zustand als Munition;

zur Bekämpfung gepanzerter Ziele sowie von Truppen und Waffen des Gegners hinter Deckungen.

GesamlaDslcht der RPG-18
GesamlaDslcht der RPG-18

Hauptteile

1 -

2 - Visiereinrichtung;

3 - Abzugseinrichtung;

Granate (im Rohr).

4 -

Abschußrohr;

Hauptteile der RPG-18

Funktionsweise · Die Funktionsweise entspricht der der RPG-7.

Es ist verboten, die RPG-18 auseinanderzunehmen.

344

Waffen

24

3.

Handgranaten

Nach Überlieferungen gab es bereits . Ende des 14. Jahrhunderts "explodierende Bomben". Es waren Handgranaten. d. h. mit Pulver gefüllte und mit Pech verschmierte Leinwand, später mit einer Lunte versehene Kugeln, die man vor dem Werfen anzün­ dete. Solche Handgranaten wurden anfangs hauptsächlich bei der Belagerung und der Verteidigung von Festungen eingesetzt, im 17.Jahrhundert auch schon im offenen Feuerkampf. Die beson­ ders ausgewählten und mit Handgranaten ausgerüsteten Solda­ ten nannte man Grenadiere. Die fortschreitende Entwicklung und Vervollkommnung der Feuerwaffen verdrängte für lange Zeit die Handgranate hin- sichtlich ihrer Bedeutung im Kampf. Die Entwicklung moderner Handgranaten begann im ersten Weltkrieg. Pioniere füllten eine Stahlhülle mit einer Sprengla­ dung und versahen diesen "Topr" zur besseren Handhabung mit einem Stiel. Zünder bzw. Zündladungen gab es anfangs nichL Die Handgranaten hatten noch eine Zündschnur, die durch Abreißen einer Kappe am Stiel vor dem Wurf in Brand gesetzt wurde. Bald kamen industriell gefertigte Kugel-, Stiel- und Eierhand­ granaten auf, die dann im zweiten Weltkrieg von allen Armeen vielfach eingesetzt wurden. Heute sind vorwiegend Kugel-, Eier- oder Topfbandgranaten in der Bewaffnung der Armeen, da sie sich nicht nur besser werfen, sondern auch günstiger am Mann unterbringen lassen. Nur Panzerhandgranaten haben noch einen Stiel." Man unterscheidet Gefechts- und Obangsbandgranaten.

·

·

25

Handgranaten

341.

25 Handgranaten 3 41 . Gefechtshandgranaten sind Splittei- und Panzerhandgrana­ ten. wobei die Splitterhandgranaten in

Gefechtshandgranaten sind Splittei- und Panzerhandgrana­ ten. wobei die Splitterhandgranaten in Angriffs- und Vertei­ digungshandgranaten unterteilt werden.

und Vertei­ digungshandgranaten unterteilt werden. Mit Angriffshandgranaten wird der Gegner durch den starken

Mit Angriffshandgranaten wird der Gegner durch den starken Dctonationsknall, den Luftdruck in unmittelbarer Nähe der Detonation und durch die Splitterwirkung bekämpft. Der Ra­ dius der Zone, in der die Masse der Splitter wirken. steht im günstigen Verhältnis zur erreichbaren Wurfweite und Zündver­ zögerung, so daß bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen für den Werfenden die Sicherheit gewährleistet ist. Mit Verteidigungshandgranaten wird der Gegner nur aus ge­ panzerten Fahneugen oder Deckungen heralls bekämpft. Sie haben eine größere Splitterwirkung als die Angriffshandgrana- ten. Panzerhandgranaten dürfen nur aus Deckungen heraus in das Ziel geworfen werden. Sie detonieren im Augenblick des Auf­ schlags, haben eine Hohlladungs- und zuglei8h eine große Splitterwirkung.

Übwagsbandgranaten werden zum Erlernen der Handha­ bung und zur Gewöhnung an das Werfen von Gefechts­ handgranaten verwendet. Sie gleichen diesen nach Form und Masse sowie in der Handhabung.

34'

Waffen

26

Angriffsbandgranate RGD-S

In allen Gefechtsarten einsetzbar;

zur Vernichtung des Gegners in und hinter Deckungen;

zum Zerstören von Drahtsperren, Waffen, Ausrüstung und Fahrzeugen.

von Drahtsperren, Waffen, Ausrüstung und Fahrzeugen. Gesamtansicht der RGD-S Taktisch-technische Angaben •

Gesamtansicht der RGD-S

Taktisch-technische Angaben

Masse, wurffertig

310g

Wurfweite, mittlere

30bis40m

Radius der Zone, die die Masse der wirksamen Splitter erfaßt

25m

Zünder

USRG-Moder

DS-62

Zünderverzögerung

 

USRG-M

3,2bis4,2s

-

DS-62

3,2bis4

s

3A

27

Handgranaten

Hauptteile
Hauptteile

Hauptteile der ROD-S

1

-

Handgranatenkörper;

2

-

Sprengladung;

3

- Zünder.

Bedienung

Scharfmachen

1.

Verschlußschraube

aus

der

Öffnung

der

Hülse

heraus-

schrauben.

schrauben.
 

.

2.

Handgranatenkörper mit einer Hand am unteren Teil erfas­

sen.

3.

Zünder mit der anderen Hand einsetzen und festschrauben.

Zünder sitzt richtig, wenn zwischen Handgranatenkörper und Sicherungshebel ein Abstand von etwa S mm vorhanden ist.

34'

Waffen

28

Weifen

l. Handgranate in die Wurfband nehmen und Sicherungshebel

mit den Fingern der Wurfband fest gegen den Handgrana­ tenkörper drücken. 2. Mit der freien Hand die Enden des Sicherungssplints zu­ sammendrücken. 3. Mit dem Zeigefinger der freien Hand in den Ring des Siche­ rungssplints fassen, Zeigefinger leicht krümmen und Siche­ rungssplint herausziehen. 4. Mit der Wurfband ausholen und die Handgranate ins Ziel werfen.

Sicherungshebel bei allen Tätiglteiten fest gegen den Handgra­ natenkOrper d�ckenl

fest gegen den Handgra­ natenkOrper d�ckenl Entschärfen l. Zünder herausschrauben. 2.

Entschärfen

l. Zünder herausschrauben.

2. Verschlußschraube in die Öffnung der Hülse einschrauben.

Entschärfen der Handgranate nur unter Aufsicht eines Vorge­ setzten, wenn der Sicherungssplint noch nicht gezogen wurde.

Panzerhandgranate RKG-3

In allen Gefechtsarten einsetzbar;

zur Bekämpfung gegnerischer Panzer und gepanzerter Fahrzeuge;

zum Zerstören leichter und mittlerer Verteidigungsanlagen.

29

Handgranaten

3A

29 Handgranaten 3A Taktlldt-techniscbe Angaben • Masse. wurffertig 1070g • Wurfweite, mittlere 15
29 Handgranaten 3A Taktlldt-techniscbe Angaben • Masse. wurffertig 1070g • Wurfweite, mittlere 15

Taktlldt-techniscbe Angaben

Masse. wurffertig

1070g

Wurfweite, mittlere

15 bis 20m

Radius der Splitterwirkung

200m

Zündladung

Tetryl oder Nitropcnta

Zündverzögerung

keine

GaamWlilcht der llX0-3 lhuptteUe der llX0-3
GaamWlilcht der llX0-3
lhuptteUe
der llX0-3

Hauptteile

1

-

Handgranatenkörpcr mit Sprengladung;

2

- Zündladung;

3

-

Stiel mit Sicherungs-. Stabilisierungs- und Aufschlagsein­

richtung.

34'

Waffen

30

Bedienung

Scharfmachen 1. Stiel vom Handgranatenkörper abschrauben. 2. Handgranatenkörper so in die Hand nehmen, daß die Öff­ nung der Zentralhülse nach oben zeigt. 3. Zündladung einsetzen. 4. Stiel und Handgranatenkörper bis zum Anschlag zusam­ menschrauben.

Werfen 1. Handgranate in die Wurfband nehmen und Sicherungs­

schiene mit den Fingern der Wurfband fest gegen den Stiel drücken.

2.

Mit der freien Hand die Enden des Sicherungssplints zu­ sammendrücken.

3.

Mit dem Zeigefinger der freien Hand in den Ring des Siche­ rungssplints fassen, Zeigefinger leicht krümmen und Siche­ rungssplint herausziehen.

4.

Mit der Wurfband ausholen und Handgranate mit kräfti­ gem Schwung und so flach wie möglich ins Ziel werfen.

Nach dem Werfen sofort in Deckung gehen!

Entschärfen

1.

Sicherungssplint einsetzen, ohne die Sicherungsschiene los-

zulassen.

2.

Enden des Sicherungssplints auseinanderbiegen.

3.

Stiel vom Handgranatenkörper abschrauben.

4.

Zündladung herausnehmen.

S.

Stiel fest auf den Handgranatenkörper aufschrauben.

31

Munition

4A

Handgranate nur

unter Aufsicht eines

Vorgesetzten

entschär­

fen!

4.

Munition

Patronen für MPi, IMG und Pistole sowie Granaten für Panzerbüchsen werden als Munition bezeichnet.

4.1.

Patronen

Die Patrone für Schützenwaffen und andere kleinkalibrige Waffen ist ein vollständiger Schuß, d. h., Hülse und Geschoß sind fest miteinander verbunden. Obwohl sich die Patronen (Geschosse) nach Arten unterscheiden, sind sie im allgemeinen im Aufbau gleich.

Allgemeiner Aufbau der Patrone

Die Patronenbülse nimmt alle Teile der Patrone auf. Sie schützt die Treibladung vor äußeren Einwirkungen und verhindert bei Abgabe des Schusses das Ausweichen der entstehenden Pulver­ gase in Richtung Schloß. Die Patronenhülse hat über dem Hül­ senboden eine ringförmige Ausnehmung oder einen Hülsenbo­ den mit Rand zum Eingreifen der Auszieherkralle. Das Ztindbitcben dient der Entzündung der Treibladung über einen Zündsatz.

444

Munition

32

4 44 Munition 32 7,62·mm·Patrone M-43 IUr MPI und IMG 9-mm·Plstolenpatrone Randfeuerpatrone 22 lana ftlr

7,62·mm·Patrone M-43 IUr MPI und IMG

Munition 32 7,62·mm·Patrone M-43 IUr MPI und IMG 9-mm·Plstolenpatrone Randfeuerpatrone 22 lana ftlr ll-MPi

9-mm·Plstolenpatrone

M-43 IUr MPI und IMG 9-mm·Plstolenpatrone Randfeuerpatrone 22 lana ftlr ll-MPi a - scharfe Patrone;

Randfeuerpatrone 22 lana ftlr ll-MPi

a - scharfe Patrone; b - Platzpatrone; 1 - Geschoß; 2 - Patronenhlllsc; 3 - Trelbla· dung; <I - Zflndhlltchcn.; S - Zflnclutz

33

Patronen

44'

Die Treibladung dient nach ihrer Entzündung zur Bewegung des Geschosses und gibt dem Geschoß die Anfangsgeschwin­ digkeiL · Für das Schießen mit MPi und IMG werden Patronen mit un­ terschiedlichen' Geschoßarten verwendet. Zur Unterscheidung sind die GCschoßspitzen farbig gekennzeichneL

Geschoßart Einsatz Kennzeichnung der Geschoßspitze Stahlkern· • Bekämpfung lebender und geschoß
Geschoßart
Einsatz
Kennzeichnung
der
Geschoßspitze
Stahlkern· • Bekämpfung lebender und
geschoß
ungepanzerter Ziele.
S/at,1�M1
Q
'
Leuchtspur-
geschoß
•Feuerbeobachtung;
• Feuerkorrektur;
• Zielzuweisung;
• Entzünden leichtbrennbarer
Stoffe (trockenes Gras, Stroh,
Heu u.a.).
8
Panzerbrand-
geschoß
• Bekämpfung leichtgepam.er-
ter Ziele;
• Entzünden leichtbrennbarer
Stoffe hinter einer Panzerung
auf kurze Entfernung.

44'

Munition

34

Außerdem gibt es noch Übungsmunition mit Plastkemge­ schoß. Die Platzpatrone ist eine Patrone ohne Geschoß und wird zur Imitation eines Schusses verwendet. Die 9-mm-Pistoleapatrone wird aus der Pistole M verschossen. Sie hat keinen Hülsenhals. Das Geschoß ist halbrund und be- ' sitzt einen Stahlkern. Die Exerzierpatrone wird speziell für die Ausbildung an den Schützenwallen MPi, IMG und Pistole verwendet (Füllen der Magazine und Üben von Ladetätigkeiten). Sie ist eine formge­ treue Nachbildung der Originalpatrone. Die Randfeuerpatrone 22 lang wird aus der K.K.-MPi verschos-. sen. Das Geschoß ist aus legiertem Hartblei gepreßt. Die längli­ che Geschoßform mit drei umlaufenden Rillen garantiert einen stabilen Flug des Geschosses. Der in den Rand der Patronenhülse eingepreßte Zündsatz ist stoß- und reibungsempfindlich. Er wird entzündet, wenn nach

Betätigen des Abzugs die Schlagbolz.enspitze auf den Rand der Patronenhülse triffi und dadurch der Zündsatz im erforderli­ chen Maße gedrückt wird.

der Zündsatz im erforderli­ chen Maße gedrückt wird. 4.2. Hohlladungsgranate für die Panzerbüchse RPG-7 Aus
der Zündsatz im erforderli­ chen Maße gedrückt wird. 4.2. Hohlladungsgranate für die Panzerbüchse RPG-7 Aus

4.2.

Hohlladungsgranate für die Panzerbüchse RPG-7

Aus der Panzerbüchse werden aktiv-reaktive Überkaliber-Hobi-· ladungsgranaten verschossen. Aktiv-reaktiv deshalb, weil die

Granate, wie andere Granaten auch, mittels Treibladung

der Walle abgeschossen wird und zusätzlich ein Rückstoßtrieb­ werk hat, welches während des Flugs wirksam wird.

aU.

·
·

35

Hohlladungsgranate

4A

Oberkaliber bedeutet, daß das Kaliber der Granate größer ist als das Kaliber des Rohres (Kaliber der Granate 85 mm; Kali· ber des Rohres 40 mm). Die Sprengladung der Granate hat nach vom einen trichterß)rmigen Hohlraum. Die Granate wird deshalb als Hohlladung beuichnct; sie bewirkt den Hohlla­ dungseffekt (auch Kumulationseffekt genannt).

2 3
2
3

Granate mit S,11111Jeibladung vor dem Abscbu8 a - Hoblladuagqranate; b - Starttreibladung mit Stabllisierunpeia.ricblwlg; 1 - Zünder; 2 - Kopfteil mit Sprengladung (Hobliadung); 3 - Rllcksto81rieb•ert mit Treibladung (Mancbtrelbladung)

2
2

Granate •lhrend des Fluges 1 - Dllsenbloct; 2 - StabilllierunpflOgei; 3 - Turbine mit Leucbtspursatz

4A

Munition

36

Allgemeiner Aufbau der Granate

.

Hohlladungsgranate und Starttreibladung werden gemeinsam (in einem Behältnis), aber getrennt voneinander transportiert und zum Schießen miteinander verbunden. Der Zäntler besteht aus Kopf- und Bodenteil. Im Kopfteil be­ findet sich ein druckempfindliches Piezoelement, welches beim Auftreffen auf ein Hindernis einen Stromstoß erzeugt. Der Strom wird auf das Bodenteil übertragen und bewirkt über einen Detonator die Detonation der Sprengladung. Außerdem ist der Zünder mit einem Selbstzerleger ausgerüstet, der nach 4 bis 6 s Flugzeit wirkt. Der Kopfteil der Granate mit Granathülle und ballistischer Haube nimmt den Zünder und die Sprengladung in sich auf. Die Starttreibladung bewirkt beim Abbrennen die Bewegung der Granate mit der Anfangsgeschwindigkeit von 140 m/s nach Verlassen des Rohres. Sie ist mit der Stabilisierungseinrichtung verbunden.

Sie ist mit der Stabilisierungseinrichtung verbunden. 4 Prinzipdarstellung des Kopfieils mit Zünder 1 - Kopfieil
4
4

Prinzipdarstellung des Kopfieils mit Zünder

1 - Kopfieil des Zünden;

2 - ballistische Haube; -

3 - Granathülle; 4-.:. Boden· teil des Zünden; S - Trieb·, ter der Sprengladung;

6 - Sprengladung; 7 - DelO-I nator

4-.:. Boden· teil des Zünden; S - Trieb· , ter der Sprengladung; 6 - Sprengladung; 7

37

Hohlladungsgranate

4A

Die StablHsleru•pel11rlcbtu11g verleiht der Granate einen ruhi­ gen Aug und verhindert ein Überschlagen der Granate. Die Stabilisierungsflügel klappen mit Verlassen des Rohres auf. Die Turbine verleiht der Granate auf Grund des Einwirkens

der Pulvergase der Starttreibladung einen Drall (Drehbewe­ gung). In der Turbine ist ein Leuchtspursatz zur Beobachtung des Au­

ges der Granate untergebracht. Das Rückstoßtriebwerk erhöht die Auggeschwindigkeit der Granate von 140m/s auf 300m/s und treibt die Granate wäh­ rend des Auges voran. Die in ihm befindliche Treibladung (Marschtreibladung) wird gezündet. wenn die Granate das Rohr der Panzerbüchse verlassen und eine für die Sicherheit des Schützen erforderliche Entfernung erreicht hat. Die Pulver­ gase strömen über 6 Düsen im Düsenblock aus dem Rückstoß­ triebwerk aus.

Wirkungsprinzip der Hohlladungsgranate

Der Hohlraum (Trichter) in der Sprengladung bewirkt, daß bei der Detonation der Sprengladung eine kumulative (konzen­ trierte, auf einen Punkt gerichtete) Wirkung entsteht. Die Dctonationswellen konzentrieren sich in einem dünnen Strahl, der mit einer Gesc�windigkeit von 12 bis IS km/s auf die Panzerung auftrifft und diese durchschlägt. Dabei entsteht ein Auftreffdruck von etwa 10 GPa = 1000000N/cm2

(100000kp/cm2).

54'

Umgang mit Waffen und Munition

38

Prinzipdarstcllung der

Hohlladungswirkung

1 - Panzerung; 2 - Hoblla· duogswirkung; 3 - Trichter der Sprengladung;

4 - Sprengladung

3 - Trichter der Sprengladung; 4 - Sprengladung 5. Umgang mit Waffen und Munition 5.1. Umgang

5.

Umgang mit Waffen und Munition

5.1.

Umgang mit Waffen

Beim Umgang mit Waffen sind die Sicherheitsbestimmungen konsequent durchzusetzen. Menschenleben dürfen nicht ge­ fährdet und materielle Schäden müssen verhindert werden. Grundsätzliche Forderungen für den Umgang mit Waffen

Beim Waffenempfang prüfen, ob die Waffe entladen und der Lauf frei ist.

Jede Waffe grundsätzlich als geladen betrachten.

Waffe nicht ohne Kommando oder berechtigten Anlaß la­ den.

Waffe nicht seitwärts oder entgegengesetzt der festgelegten Schußrichtung richten, unabhängig davon, ob sie geladen ist oder nicht. Waffe also immer in Schußrichtung halten.

Waffe nur in der Feuerlinie laden.

Waffe muß technisch einwandfrei, funktionstüchtig und ju­

stiert bzw. angeschossen sein.

39

Umgang mit Waffen

544

Übergabe und Übernahme der Waffe

1 - Übernehmender;

2 - Übe11ebender

d e r Waffe 1 - Übernehmender; 2 - Übe11ebender • Geladene Waffe nicht aus der

Geladene Waffe nicht aus der Hand geben oder ablegen. Ist die Obergabe erforderlich, muß der Übergebende die Waffe entladen, auf Sicherheit prüfen und mit folgenden Worten übergeben: "Waffe entladen, entspannt und gesichert!„ Der Übernehmende hat den Zustand zu überprüfen.

Beim Entladen überprüfen, ob Patronenlager und Magazin frei sind.

Waffe eines anderen Schützen ohne Erlaubnis nicht berüh­ ren oder in die Hand nehmen.

Nur auf zum Schießen vorgesehenen Plätzen (Schießstän­ den) schießen.

Feuer nur auf Kommando oder ein festgelegtes Signal bzw. Zeichen eröffnen.

5A

Umgang mit Waffen und Munition

40

Schießen sofort einstellen, wenn Menschen oder Tiere im Schußbereich auftauchen.

Bei der Ausbildung Waffe nie auf Personen richten.

Waffe ständig (außer beim Schießen) in gesichertem Zu­ stand halten.

Waffe nicht werfen, Lauf und bewegliche Teile keinem Schmutz aussetzen.

Beim Schießen mit Platzpatronen (MPi/IMG) vor der Mün­ dung der Waffe einen Sicherheitsabstand von IOOm einhal­ ten und Platzpatronendüse verwenden. Nach dem Schiedieselbe sofort entfernen, die Waffe reinigen und die Mün­ dungsmutter bzw. den Kompensator aufschrauben.

Geladene Pistole nicht von der einen in die andere Hand übergeben.

Zusätzlich beim Schießen mit der Panzerbüchse:

Gefechtsmunition mit kumulativer Wirkung nur aus einer Stellung oder Deckung verschießen. Der Sicherheitsabstand für Menschen außerhalb von Deckungen (vom Ziel) beträgt mindestens 300 m.

Es ist verboten:

sich in einem Winkel von 90° und näher als 60 m (bei der RPG-18 näher als 30 m) hinter der Panzerbüchse aufzuhalten und dort Munition oder Spreng- und Treib· stoff zu lagern; zu schießen, wenn sich die Rohrmündung der Panzer· büchse nicht mindestens 20cm über dem Erdboden oder der Deckung befindet; das Rohr der Panzerbüchse an Gegenstände oder gegen die Erde zu stemmen;

41

Umgang mit Waffen

5A

Schießen mlt der PanzerbDchse
Schießen mlt der PanzerbDchse

bei Regen oder starkem Schneefall die Schutzkappe vom Kopfteil des Zünders abzunehmen; zu schießen, wenn sich vor der Stellung hohes Gras (Buschwerk) befindet oder der Abstand zwischen Rohrmundstück und einer dahinter liegenden Wand we­ niger als 2 m beträgt; zu schießen, wenn sich bis 7 m hinter dem Rohrmund­ stück Hindernisse befinden; mit der Panurbüchse von der linken Schulter und ohne Gehörschutz zu schießen.

Waffenreinigen

Jeder Sch_ (Waffennutzer) ist verpflichtet. seine Waffe ent­ sprechend den Erfordernissen sorgfältig zu reinigen und in einem stets einsatzbereiten Zustand zu halten. Umfang und Or­ ganisation des Reinigens hängen von unterschiedlichen Bedin­ gungen ab. Das sind einmal Einsatzbedingungen (Gelände, taktischer Einsatz, Schießen mit Platz- oder scharfen Patronen,

5A

Umgang mit Waffen und Munition

42

Waffenkunde) und zum anderen klimatische oder meteorologi­ sche Bedingungen. Daraus ergeben sich für das Waffenreinigen konkrete Forde­ rungen.

Grundsätzlich unterscheiden, ob geschossen werden soll, ge­ schossen worden ist oder die Waffe nur zu Übungszwecken ein­ gesetzt war!

Forderungen für das Waffenreinigen

Vor dem Schießen Waffe entölen.

Nach Übungen im Gelände Waffe vor dem Schießen über­ prüfen, ob der Lauf frei ist. Fremdkörper (Schmutz, Öl, Wassertropfen) entfernen, um Beschädigungen zu vermei­ den.

Nach dem Schießen oder Übungsabschluß Waffe intensiv

einölen:

MPI und IMG besonders Lauf, Gaskolben, Gaskammer im Verbindungsstück, Gaskanal und Schloßkopf; Panzerbüchse besonders Rohr und Schlageinrichtung; Pistole besonders Lauf und Verschluß (innen). Wird dieses erste Reinigen vernachlässigt, kommt es in kurzer Zeit zu Korrosionserscheinungen.

Die Waffe ist keine Ölsardine. Viel hilft nicht in jedem Falle viel. Zuviel Öl bindet Fremdkörper und kann im Lauf zu Lauf­ autbauchungen führen.

43

Umgang mit Waffen und Munition

5A

�'.!��'.!��,,, -� ------- - ----- -----
�'.!��'.!��,,,
-�
-------
- -----
-----

4

3

2

Fremdlrbrper

Laufaufbaucbuq 1 - GescboBbewegung durch Premdkllrper verlanpamt; 2 - zurilcbcblagende Pul­ vc11ase; 3 - pl6tzlicbe Druckerb6buq; 4 - Laufaufbaucbuq

Triffi das Geschoß im Lauf auf Fremdkörper (Docht- oder Lappenreste, Sand), so verlangsamt sich seine Bewegung. Die nachfolgenden Pulvergase prallen auf den Geschoßboden und schlagen zurück. Das Zusammentreffen der beiden Gasströme bewirkt eine plötzliche Druckerhöhung. Übersteigt der Druck die Festigkeit des Laufes, so entsteht eine Laufaufbauchung oder sogar ein Laufriß.

Nur das zur Waffe gehörende Reinigungsgerät verwenden. Hilfsmittel sind erlaubt, jedoch keine Metallteile, die zu Krat­ zern an der Waffe führen.

Durchsicht der Waffen

Durchsichten haben das Ziel den Zustand, die Vollzähligkeit, die Funktionstüchtigkeit und die Funktionssicherheit der Waffen und des Zubehörs festzustellen.

54'

Umgang mit Waffen und Munition

44

Vor jeder Durchsicht Waffen auf Sicherheit überprüfen (keine Patrone im Patronenlager und Magazin)!

Wir unterscheiden Durchsichten vor dem Einsatz (DvE) und Durchsichten während des Einsatzes (DwE). Der Waffenträger überprüft

vor dem Einsatz:

Vollzähligkeit und sichere Befestigung der Teile der Waffe sowie Zustand des Zubehörs; Funktionssicherheit der Waffe;

während des Einsatzes (in Pausen):

äußeren Zustand (Schäden, Beeinträchtigung des Einsatzes) der Waffe; weitere Funktionstüchtigkeit der Waffe.

Schäden abhängig von der Situation sofort oder nach dem Ein­ satz beseitigen!

Unabhängig von der Waffenart ist bei der DvE zu prüfen:

Sind die Teile durch Korrosionsansätze, Schmutz, starke Kratzer, Verbeulungen oder Risse angegriffen; bietet der Ölfilm eine ausreichende Schutzwirkung (besonders auf Sauberkeit des Laufes, des Patronenlagers und der Stirnflä­

che des Schlosses achten)?

Sind Risse, Absplitterungen, Stoßstellen und andere die Handhabung und Funktion beeinflussende Mängel an Holz- oder Plastteilen vorhanden?

45

Umgang mit Munition

5A

Sind der Verschluß, die Abzugs- und Schlageinrichtung (Einzel- und Dauerfeuer) sowie die Sicherung funktions­ tüchtig?

Werden die Patronen im Magazin zuverlässig gehalten und einwandfrei zugeführt?

Sitzt das Magazin fest in der Halterung, und wird es von der Sperre sicher gehalten bzw. freigegeben?

Ist der Trageriemen richtig befestigt, bzw. nimmt die Trage­ tasche die Waffe ordnungsgemäß auf (Schäden an ihr kön­ nen zum Verlust der Waffe führen)?

Ist das Zubehör vollständig, sauber und in brauchbarem Zustand?

5.2. Umgaag mit Munition

Die Munition ist prinzipiell handhabungs- und transportsicher, wenn mit ihr sorgfältig und sachgemäß umgegangen wird und die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden.

Grundsätze für den Umgang mit Munition

Für das Schießen nur einwandfreie Munition verwenden. Sie muß sauber und trocken sein und darf keine Druckstel­ len, Risse und andere Beschädigungen aufweisen.

Munition vor Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Behältnisse mit Munition nicht werfen.

5A

Umgang mit Waffen und Munition

46

Nur so viel Munition an den Schützen ausgeben, wie er für

die jeweils zu schießende Übung benötigt.

Heruntergefallene Hohlladungsgranaten nicht verschießen.

Hohlladungsgranaten und Treibladungen nur in Verpak­

kungen transportieren.

Es ist verboten:

mit beschädigter oder Fundmunition zu schießen;

scharfe Munition, Munitionsteile (einschließlich

Übungszündladungen für Handgranaten und Platzpa­

tronen), Leucht- und Signalmunition und Imitationsmit­

tel auseinanderzunehmen, zu entlaborieren oder im Un­

terricht zu verwenden;

auf Zünder, Zündhütchen und andere Zündmittel zu

schlagen;

nach dem Schießen nicht detonierte Granaten (Blind­

gänger) zu berühren;

in unmittelbarer Nähe von Plätzen, wo Munition aufbe­

wahrt, vorbereitet oder verladen wird, zu rauchen oder

mit offenem Feuer umzugehen.

Mindestsicherheitsabstände:

offene Feuerstellen 300 m

Raucherplätze 50 m

Fundmunition aller Art ist meldepflichtig und stets als handha­

bungsunsicher zu betrachten.

47 Grundlagen des Schießens

1/S

8

Grundlagen und Regeln des Schießens

1.

Grundlagen des Schießens

1.1.

Allgemeines über die Ballistik

Die Ballistik ist die Wissenschaft von den Bewegungsgesetzen ungelenkter Raketen, Granaten und Geschosse in der Waffe und im lufterfüllten Raum. Sie stützt sich auf die höhere Ma­ theml!-tik, die theoretische Mechanik, die Gasdynamik, die Thermodynamik, die Theorie der Sprengstoffe und Pulver u. a. technische Disziplinen. Man unterscheidet die innere und die äußere Ballistik. Die klassische innere Ballistik untersucht die Gesetzmäßigkei­ ten der sich beim Schuß im Rohrinneren der Waffe vollziehen­ den Prozesse. Die klassische iu.Bere Ballistik untersucht die Bewegungsge­ setze von konventionellen Geschossen nach Verlassen der Rohr­ mündung bis zum Auftreffen auf das Ziel. Erkenntnisse ballistischer Untersuchungen, Berechnungen und Erprobungen dienen der Konstruktion und Weiterentwicklung von Waffen und Munition. Die Endballistik, eine wissenschaftliche Disziplin der Ballistik, untersucht die Wirkung von Geschossen im Ziel. In der Schießlehre, einer angewandten ballistischen Disziplin, leitet man ausgehend von Effektivitätskennziffem der Waffen­ systeme Prinzipien für den Einsatz und Regeln ab.

1/S

Grundlagen des Schießens

48

1.2. Vorgänge in der Waffe beim Schuß

Vorgä11ge in der Waffe beim Schießen mit der MPi und dem IMG

1 - Der Schlagbolzen schlägt auf das Zündhütchen der Pa­ trone und entzündet den Zündsatz. 2 - Der entstehende Zündstrahl dringt durch die Zündkanäle und entzündet die Treibladung.

3 - Die erhitzten Gase erzeugen den notwendigen Beschleuni­ gungsdruck, um das Geschoß von der Hülse zu lösen und in die Züge des Laufes einzupressen (Einpreßdruck).

4 - Mit dem Einpressen des Geschosses in die Züge (nach etwa 4 bis 6 cm) wird der Maximaldruck erreicht. Durch die Züge im Lauf erhält das Geschoß zur Stabilisierung während des Fluges einen Drall (Rotation um die Längs­ achse). S - Das Geschoß bewegt sich durch A�dehnung der Pulver­ gase mit zunehmender Gescflwindigkeit und erreicht mit Verlassen des Laufes seine Anfangsgeschwindigkeit (v0). Der Miinduagsknall entsteht durch die auf die Luft aufprallen­ den Pulvergase. Ein Tell der PulYergue wird über den Gaskanal (6) in der Laufwandung in den Gaszylinder abgeleitet. Durch Einwir­ kung auf den Gaskolben und die Arbeit der Schließereinrich­

tung wird der Verschluß· bewegt. Dabei

wird die leere Hülse

ausgeworfen und die nächste Patrone geladen. Der Rückstoß der Waffe wird durch den beim Schuß auf den Hülsenboden wirkenden Druck der Pulvergase hervorgeru­ fen.

Prlnzipdantelluna der Volllll&e In der WafTe beim Schießen mit der MPI und dem IMO Prlnzipdantelluna
Prlnzipdantelluna der Volllll&e In der WafTe
beim Schießen mit der MPI und dem IMO
Prlnzipdantelluna der Volllll&e In der Waffe
beim Schießen mit der PanzerbOcb1e

1/B

Grundlagen des Schießens

50

Die Kraft des Rückstoßes wirkt in Verlängerung der Seelen­ achse des Laufes. Der in die Schulter eingezogene Kolben und der Schwerpunkt der Waffe liegen unterhalb der Linie dieser Kraft. Deshalb schlägt die Mündung beim Schießen nach

oben.

Deshalb schlägt die Mündung beim Schießen nach oben. RncbtoB der Wafl'e 1 - Rnckslollbaft; 2 -

RncbtoB der Wafl'e 1 - Rnckslollbaft; 2 - dem RncbtoB entgegenwirkende Kraft; 3 - Schwerpunkt der Waffe

Richtiges und gleichmäßiges Einziehen der Waffe beim An­ schlag verringert das Ausschlagen des Laufes beim Rückstoß und verbessert das Schießergebnis.

Rückstoß

zum erneuten Laden genutzt. Der Druck der Pulvcrgase auf den Hülsenboden bringt den Verschluß in die hinterste Stel­ lung, dabei wird die lccrc Hülse ausgeworfen. Durch· die Schließfeder wird der Verschluß in die Ausgangs­ lage zurückgebracht und dabei die nächste Patrone geladen.

Beim ScbieBen mit der Pistole Makarow wird der

51

Vorgänge in der Waffe

1/B

51 Vorgänge in der Waffe 1/B l;;::;��r RncutoB der w arre 1 - Verschluß in der

l;;::;��r RncutoB der warre 1 - Verschluß in der hintenten Stellung; 2 - ausgeworfene leere Hlllse

Vorgänge in der Waffe beim Schießen mit der Panzerbüchse (siehe Seite 49)

1 - Der Schlagbolzen schlägt durch die Bohrung der Rohr­ wand auf die Zündkapsel und entzündet den Zündsatz. 2 - Die Starttreibladung wird über einen Pulversatz gezündet und brennt ab.

3 - Der Druck der entstehenden Pulvergase steigt an und zer­

reißt die Hülse der Starttreibladung.

4 - Der Plastpfropfen, der die Starttreibladung verschließt,

nach hinten ausgestoßen, so daß die

Pulvergase nach hinten ausströmen können. Dabei wird der Leuchtspursatz gezündet, und gleichzeitig entsteht der Schub, der die Granate vorantreibt. Es entsteht kein Rückstoß, weil die Querschnittsfläche der für den Austritt der Pulvergase bestimmten Öffnung so konstruiert ist, daß Rückstoßkraft und reaktive Kraft der Granate gleich sind.

wird bis 60 m weit

Positive Merkmale der Waffe:

-

-

einfache Konstruktion; glattes Rohr;

einfache Konstruktion; glattes Rohr;

1/S

Grundlagen des Schießens

52

-

geringes Gewicht;

-

leichte Handhabung;

-

hohe Durchschlagswirkung der Hohlladungsgranate.

Nachteilige Merkmale der Waffe:

der Hohlladungsgranate. Nachteilige Merkmale der Waffe: Gefahrenzone hinter der Waffe erfordert spe-zielle Sicher­

Gefahrenzone hinter der Waffe erfordert spe-zielle Sicher­ heitsbestimmungen; starker Abschußknall macht Gehörschutz ffir die Schützen notwendig.

Über die Anfangsgescbwindigkeit des Geschosses (der Granate)

Die Anfangsgeschwindigkeit gilt allgemein als die wichtigste aller in der inneren Ballistik auftretenden Größen. Von ihr hängen ab:

- die maximale Schußentfernung; - die Entfernung des direkten Schusses; - die Augzeit des Geschosses bis zum Ziel; - die Aufschlagswucht des Geschosses auf das Ziel und da-

mit die Durchschlagswirkung bei Panzerungen.

Der Größenart „Geschwindigkeit" ist als SI-Einheit Meter jO Sekunde (m/s) zugeordnet, so auch der Anfangsgeschwindig· keit von Geschossen.

53

Augbahn der Geschosse

1/B

1.3. 'Flugbahn der Gescho� (Granaten)

Grundkenntnisse über die Augbahnelcmcnte und die auf das Geschoß (die Granate) während des Auges einwirkenden Kräfte befähigen den Schützen, seine Waffe richtig einzusetzen und ihre taktisch-technischen Eigenschaften voll auszunutzen. Er ist damit in der Lage, Abweichungen von den normalen Schießbedingungen zu erfassen und sie beim Bestimmen der Anfangsangaben sowie bei der Feuerkorrektur zu berücksichti­

gen.

Die Augbahn ist der Weg des Geschosses (der Granate) nach Verlassen des Laufes (des Rohres) vom Abgangspunkt bis zum AuftrcfTpunkt.

Würden auf den Aug des Geschosses keinerlei Kräfte einwir­ ken, dann würde es unter einem
Würden auf den Aug des Geschosses keinerlei Kräfte einwir­
ken, dann würde es unter einem bestimmten Abgangswinkel
auf einer Geraden mit einer konstanten Geschwindigkeit in den
Weltraum fliegen.
3
4
5
J
-
1
- ----
-- -- - - -- - - - -
--

FlugbahD ohlle E.lnwlrtuna von Kdfleu 1 - Abpnppunkt; 2 - MDndllDPWaaa•=hte; 3 - Abgangswinkel; 4 - Abganplillie; s - PlugbahD

1/S

Grundlagen des Schießens

54

1/S Grundlagen des Schießens 54 Plugbah.oparobel im luRleeren Raum (wenn nur die Schwerkraft einwirkt) 1

Plugbah.oparobel

im luRleeren

Raum

(wenn nur die

Schwerkraft einwirkt)

1 -Abgaogspuntt; 2

- MOndUDgSWaqerechte;

3 -Abgangswinkel; 4 --Abganplioie;

S - Plugbah.o; 6-0ipfelpuntt;

7 -

Einwirkung der Schwerkraft; 8 - Fallpunkt

3 4 5 8 8
3
4
5 8
8

Ballistilche Plugbah.o in der Almosphlre

1

-

Abgaogspuntt; 2 -

MOndUDg1Waqerechte;

3 -

Abgangswinkel;

4

-

Abganp­

linie;

S

-

Plugblhll; 6 - Oipfelpuntl;

7

-

Einwlrtung der Schwerkraft;

8 -

Fall­

puntl;

9

-'- Elnwlrtung de1

 

Da jedoch

auf

das

Geschoß

die

Schwerkraft

und

der

Luftwt

derstand

einwirken.

ist

die

Flugbahn

keine

Gerade.

 

Durch

den

Drall

(Rotation

des

Geschosses

um

seine

Längs·

achse entsprechend

dem

Drehsinn der Züge im

Laut)

wird

du

55

· Flugbahn der Geschosse

1/B

Geschoß während des Fluges mit der Spitze nach vom stabili­

siert. Reaktive Geschosse haben dafür Stabilisatoren. Die damit er­

zeugte langsame Rotation verringert die Exzentrizität der

Schubkraft.

3 „ 8 5 7
3
8
5
7

fluabaha da reatllvea 0-boaes

1 - Abpnppuntt; 2 - Mlhldwipwuaem:bte; 3 - Ahpllpwilllel; 4 - Abpnp­ Unle; S - attiter Abtcbnltt der Fluablhll; 6 - Brennacbhillpuntt (Ende da aktiYen

Ablcbnlltl); 7 - paa!Yer Ablcbnltt der PJuablhll; 8 - Fallpunkt; 9 - Fallwilllel

Charakteristische Merkmale der Geschoßflugbahn im lufter­

fiillten Raum sind:

1. Der Flugbahnabschnitt vom Abgangspunkt bis zum Gipfel­

punkt (ansteigender Ast) ist länger als der Abschnitt vom

Gipfelpunkt bis zum Auftreffpunkt (abfallender Ast der

Flugbahn).

2. Der Fallwinkel ist größer als der Abgangswinkel und damit

der abfallende Ast steiler als der ansteigende Ast.

3. Die Geschwindigkeit des Geschosses ist am Fallpunkt gerin­ ger als die Anfangsgeschwindigkeit )'00

Elemente der Flugbahn

� , 4Z VZ 1 l ---- • • • 1 • • , ·
,
4Z
VZ 1
l
----
1
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l
1
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-
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--- ··
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.
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.
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···
,
···
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��.
/ I
2
14

Elemente

der

Fluabahn

1

- Abaangspunkt;

2 -

MUndungswaaaerechte;

-

Visierwinkel; 7

-

- ansteiJender

Ast;

11

3

Erhöhungslinle;

-

abfallender

4 -

Ab1ana1-

linie;

punkt; 9 - Oipfelhl!he;

punkt;

Ober

5

- Ab1angsfehlerwinkel; 6 -

13 -

10

der verllngerten

Auflreffpunkt; 8 - Gipfel­

- Halte­

Ast; 12

- Höhe

der

verllngerte Visierlinie; 14 -

Visierlinie

Vlsierentfemung; 15

Flu1bahn

57

Zielfehler und ihre Auswirkungen

1/S

1.4. Zielen, Zielfehler und ihre Auswirkungen

Zielen heißt: Die Waffe nach Höhe und Seite so einrichten, daß vom Auge des Schützen über Kimme und Korn eine ge­ rade gedachte Linie (verlängerte Visierlinie) zum Halte­ punkt verläuft. Der Visierkamm muß dabei waagerecht und das Korn in der Mitte der Kimme stehen.

1�1111 kain Ra Vol .,, Ra oben [H- G) . � L.---'---" Ra linka rechto
1�1111
kain Ra
Vol
.,,
Ra oben
[H-
G)
.
L.---'---"
Ra linka
rechto geklemmt
Ra rec:hto
linka
·

kein Ra

rechto -

kein R,,

llnka -181

 

Ra - Randic:hllaen

RJchtlg gezielt

Leuchtpunkt am Korn Ober

Leuchtpunkt der Kimme mlll­

sen vom SchDtzen all 1e-

1ehloaene 8 erbnnt werden.

Zielfehler mit offenem und

optischem Visier bei Halte­

punkt .Zlelaufsitzend"

1/B

Grundlagen des Schießens

ss'

Der Schütze kann beim Zielen Fehler machen, die sich eimeln oder kombiniert auf das Trefferbild auswirken. Treten Zielfeh­ ler kombiniert auf, so ist es schwer, die eimelnen Fehler zu er­ kennen. Beim Verkanten kann z. B. das gleiche Trefferbild zu­ stande kommen wie bei der Kombination "Feinkorn + ge­ klemmtes Korn".

l.S.

Direkter Schuß

+ ge­ klemmtes Korn". l.S. Direkter Schuß Als direkten Schuß bezeichnet man den Schuß, bei dem

Als direkten Schuß bezeichnet man den Schuß, bei dem sich die Augbahn in der gesamten V1Sierentfernung nicht höher als das Ziel über der verlängerten Visierlinie erhebL Diese Zielentfernung nennt man Entfernung des direkten Schus­ ses (EdS). Sie ist abhängig von der Höhe der Augbahn und der Zielhöhe.

Jeder Schütze muß sich die V1Sierstellung für die eimelnen �ielarten fest einprägen (siehe Seite 60).

1.6.

Geschoßstreuung

·

Die Erscheinung, daß die Geschoßflugbahnen beim Schie­ ßen aus einer Waffe unter gleichen Schußbedingungen von­ einander abweichen und die Geschosse an verschiedenen Stellen einschlagen, wird als Streuung der Geschosse (Aug- bahnen) bezeichneL ·

größte Ertiöhung der Flugbllhn verlingerte Viaiertinle 1 ,i
größte Ertiöhung der Flugbllhn
verlingerte
Viaiertinle
1
,i

Direkter Schuß und Entfemuna des direkten Schusses

l:::=:=edS - Vmierentfemung,_====-l

Vlslentelluna fllr 'l'encbledene Zielarten Waffen- Visierstellung1) innerhalb der EdS bei HP
Vlslentelluna fllr 'l'encbledene Zielarten
Waffen-
Visierstellung1) innerhalb der EdS bei HP "Zielaufsitzend" (Beispiele)
art
Liegender Kniender SPWin
Schütze Schütze Stellung
SMG
Panzer
Laufender
SPW
Panzer
in
Schütze
undKfz
Stellung
MPiKM 3
4
-
-
5
-
-
IMGK
3
4
-
-
5
-
-
RPGl8
-
-
5
5
-
10
10
RPG7
-
-
2
2
-
3
3
')
Die angegebenen Visierstellungen sind von der konkreten EdS, der Waffenart und den ihnen zu­
geordneten Zielhöhen abhängig.

61

Geschoßstreuung

1/S

Die Augbahnen der ei117.Clnen Geschosse bilden im Raum eine AugbahngUW. Jede Augbahn hat ihren eigenen Fallpunkt. Eine gedachte Augbahn in der Mitte der Augbahngarbe wird

als mittlere Augbahn bezeichnet.

Mitte der Augbahngarbe wird als mittlere Augbahn bezeichnet. Flugbahag auf vertltaler und horizonlaler l!bene Ursache

Flugbahag

auf vertltaler und horizonlaler l!bene

Ursache für die Streuung sind:

Unterschiede in der Anfangsgeschwindigkeit

- Masse der Pulverladung;

- Masse des Geschosses;

- Temperaturunterschiede; Unterschiede in den Abmessungen. Abweichungen im Abgangswinkel und in der Schußrich­ tung

Zielfehler des Schützen;

unterschiedliche Abgangsfehlerwinkel; tote Gänge an Richtmechanismen.

1/S

Grundlagen des Schießens

62

Unterschiedliche Augbedingungen

veränderte Witterungsbedingungen; Abweichungen in der Form und Oberfläche des Ge­ schosses; unterschiedliche Nachwirkung der Pulvergase. Treffsicheres Schießen erhöht Treffdichte und Treffgenauig­

keit, und die Streuung der Geschosse wird verringert.

keit, und die Streuung der Geschosse wird verringert. TrefferbUd eines guten Scblltzcn - gute Treffdlcbte -

TrefferbUd eines guten Scblltzcn - gute Treffdlcbte - gute Treffgenauigl:clt

• � ßen;
ßen;

TrefferbUd eines scblccbten Schilt· Zen a - scblccbte Treffdicbte und scblccbtc Treffgcnauigl:eit b - gute Treffdicbte und scblccbte Treffgenauigl:eit

Die Streuung der Geschosse kann verringert werden durch ausgezeichnete Schießfertigkeit des Schützen; richtige Vorbereitung der Waffe und Munition zum Schie­

den konkreten Bedingungen entsprechend richtig ange­ wandte Schießregeln (Faustregeln); gleichmäßigen Anschlag; genaues und gleichmäßiges Zielen (Richten);

-

63

Gcschoßstreuung

1/S

gleichmäßiges Durchkrümmen des Abzugs; geschicktes Ausnutzen der Auflage; festen Sitz des Zielfernrohrs, der Optik, des Visiers und des Seitengewehrs; gute Wartung der Waffe und Munition. Eine Voraussetzung für gute Treffdichte und -genauigkeit ist das genaue Bestimmen des mittleren Treffpunkts beim An­ schießen der Waffen und beim Dreieckzielen. mittleren Treffpunkts beim An­ schießen der Waffen und beim Dreieckzielen.

bei 3 Tnolhm bei 4 Tnolhm be110T- vf:-. 1 • ~ f. • • •
bei 3 Tnolhm
bei 4 Tnolhm
be110T-
vf:-.
1
~
f.
:E

Bestimmen des mitUeren Trefl'punkb (MTP)

Eill pter �itze beadttet .„ llericbldldgt

Sldlmrlllltaille ud meteorologische Bedlllpqea

-

Sonne beleuchtet den rechten Teil des Korns, Korn wird da­ durch links geklemmt - Linksschuß und umgekehrt; Seitenwind treibt das Geschoß in Windrichtung ab (bei re­ aktiven Granaten entgegengesetzt).

Charakteriltiadle Sdlitznfelaler

Visier und Haltepunkt nicht richtig bestimmt - Fehlschuß (kurz, weit, seitlich vorbei);

1/S

Grundlagen des Schießens

64

Waffe vor ihrem Schwerpunkt aufgelegt (in der Nähe der Laufmündung) - Schuß weicht nach oben ab; Waffe hinter ihrem Schwerpunkt aufgelegt - Schuß weicht nach unten ab; Auflage während der Zielbekampfung verändert - Ge­ schoßstreuung vergrößert sich; Kolben zu tief eingemgen - Schuß weicht nach oben ab; Kolben zu hoch eingemgen - Schuß weicht nach unten ab; ungleichmäßig gezielt (einmal Vollkorn, einmal Feinkorn)­ Geschoßstreuung vergrößert sich; Abzug durchgerissen - Schuß weicht nach rechts unten ab; verschiedenartig abgewgen - Geschoßstreuung vergrößert sich.

abgewgen - Geschoßstreuung vergrößert sich. WaffellllliDgel Visierldappe oder Lauf beschädigt - Schuß

WaffellllliDgel

Visierldappe oder Lauf beschädigt - Schuß weicht in Rich­ tung des Schadens ab; Korn verschoben oder Laufmündung beschädigt - Schuß weicht in entgegengesetzter Richtung ab; V1Sier, Seitengewehr, Lauf haben seitliches Spiel oder Lauf· ist ausgeschossen - Geschoßstreuung vergrößert sich.

Grundlegende Forderungen an den Schützen für ein treffdichtes und treffgenaues Schießen:

Streuungsellipse klein halten, sie soll die Zielfläche weitge­ hend decken (hohe Trefferzahl). Die mittlere Flugbahn muß

annähernd durch die Mitte des Ziels bzw. der zu treffenden Zielfläche verlaufen. Ziel mit dem geringstmöglichen Munitionsaufwand be­ . kämpfen.

65

Regeln des Schießens

2/B

65 Regeln des Schießens 2 / B • Einsatzparameter voll ausnutzen. • Ziel mit dem ersten

Einsatzparameter voll ausnutzen.

Ziel mit dem ersten Feuerstoß (der ersten Granate) treffen.

2.

Regeln für das Bestimmen der Anfangs­ angaben und die Feuerkorrektur

2.1.

Allgemeines über Anfangsangaben

Wer ein Ziel treffen will, muß vorher die "Anfangsangaben für

das Schießen" bestimmen kOnnen.

Anfangsangaben

sind:

VISIER

und

HALTE­

PUNKT

'

'

,

Der Schütze bestimmt Visier und Haltepunkt, indem er

- die Entfernung zum Ziel ermittelt,

- die meteorologischen Bedingungen (Wind, Temperatur) be-

rücksichtigt,

- die Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit des Ziels und

des eigenen Kampfmittels bestimmt.

Erst dann ist es mOglich, · annähernd die Mitte des Ziels zu tref­

fen. Als Zielmitte kann auch das Z.Cntrum einer bestimmten

Zielfläche (verwundbare Stelle des Ziels) angenommen wer­

den.

das Z.Cntrum einer bestimmten Zielfläche (verwundbare Stelle des Ziels) angenommen wer­ den. S ABC dea Schle&em

S ABC dea Schle&em

2IS

Regeln des Schießens

66

2 I S Regeln des Schießens 66 Das VISIER (JI) muß der Zielentfernung entsprechen. Es ist

Das VISIER (JI) muß der Zielentfernung entsprechen. Es ist das Visier einzustellen bzw. auszuwählen, bei dem die mittlere Flugbahn der Geschosse annähernd durch die Zielmitte ver­ läuft.

der Geschosse annähernd durch die Zielmitte ver­ läuft. Der HALTEPUNKT (HP) ist der Punkt, auf den

Der HALTEPUNKT (HP) ist der Punkt, auf den die verlän­ gerte Visierlinie (vJIL) gerichtet ist. Man unterscheidet zwi­ schen dem HP nach der Höhe und dem HP nach der Seite. Der HP nach der Seite wird zur Ausschaltung von Windeinflüssen als Seiten- oder Höhenverbesserung und beim Schießen auf sich bewegende Ziele als Jlorhaltemqß bezeichnet (Beispiel Panzerbüchse RPG-7).

und beim Schießen auf sich bewegende Ziele als Jlorhaltemqß bezeichnet (Beispiel Panzerbüchse RPG-7).

67

Bestimmen von Entfernungen

2/S

Um komplizierte Rechenoperationen zu vermeiden, sind für das Bestimmen der Anfangsangaben „Regeln" festgelegt. Der Schütze prägt sie sich als Faustregeln ein.

Faustregeln sind von den Regeln des Schießens abgeleitet. Sie sind vereinfacht, dadurch merkbar, leicht anzuwenden, und sie genügen den Anforderungen des Gefechts.

Wer das Visier richtig einstellen bzw. auswählen will, muß vor­ her möglichst genau die Zielentfernung bestimmen.

2.2. Bestimmen von Entfernungen für das Schießen

Bestimmen von Entfernungen nach eingeprägter Grundentfernung

Der Schütze prägt sich die Grundentfernung von 300m ein, lernt diese Entfernung im Gelände zu verdoppeln (600m) und den Abschnitt zwischen 300 und 600m zu dritteln.

ein, lernt diese Entfernung im Gelände zu verdoppeln (600m) und den Abschnitt zwischen 300 und 600m

s•

2/B

Regeln des Schießens

68

Bestimmen

wert (DW) des Korns der MPi und des IMG

von

Entfernungen · mit dem

Deckungs­

Das Korn deckt genau 30 (25)cm Zielbreite auf

nung. Die eingeklammerten Werte beziehen sich auf das IMG. Auf 300 (400)m Entfernung decken 50cm breite Ziele das halbe und IOOcm breite Ziele das ganze Korn ab (Ausmaße der

Ziele siehe Abbildung der Scheiben).

��

100 m Entfer­

ZBoo halbe Kornbreite

ZB100 1111""' Kornbreite

Bestimmen von Entfemungen mit dem Deckungs­ wert (DW) des Kimmenausschnitts der MPi und des IMG

Die Anzahl der Zielbreiten (ZB), die in den K.immenausschnitt passen, entspricht der Zielentfernung (ZE). Ausmaße der Ziele wie in der Abbildung der Scheiben.

tOOm

passen, entspricht der Zielentfernung (ZE). Ausmaße der Ziele wie in der Abbildung der Scheiben. tOOm

69

Bestimmen von Entfernungen

2/S