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209-046

DGUV Information 209-046

Lackierräume und -einrichtungen


für flüssige Beschichtungsstoffe
Bauliche Einrichtungen,
Brand- und Explosionsschutz,
Betrieb

August 2016
Impressum

Herausgeber:
Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung e.V. (DGUV)

Glinkastraße 40
10117 Berlin
Tel.: 030 288763800
Fax: 030 288763808
E-Mail: info@dguv.de
Internet: www.dguv.de

Sachgebiet „Oberflächentechnik und Schweißen“ des


Fachbereichs „Holz und Metall“ der DGUV

Ausgabe: August 2016

DGUV Information 209-046 (bisher BGI 740)


zu beziehen bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger oder unter www.dguv.de/publikationen
Lackierräume und -einrichtungen
für flüssige Beschichtungsstoffe
Bauliche Einrichtungen,
Brand- und Explosionsschutz,
Betrieb

DGUV Information 209-046  August 2016


Inhaltsverzeichnis

Seite Seite

1 Anwendungsbereich......................................................................... 5 Anhang 1
Verarbeitungsbeispiele mit Angabe der
2 Begriffsbestimmungen................................................................... 6 explosionsgefährdeten Bereiche................................................................. 44
Flammpunktkriterium.......................................................................................... 45
3 Gefährdungen durch Brände und Explosionen............... 8 Konzentrationskriterium.................................................................................... 49

4 Planung, Anzeige, Genehmigung, Erlaubnis.................... 10 Anhang 2


Beispiele für den Luftbedarf im ­Abdunst- und
5 Räume und bauliche Einrichtungen........................................ 11 Trocknungsbereich nach Lackierarbeiten.............................................. 58

6 Brandschutz........................................................................................... 13 Anhang 3
Arbeitsweise zur Verringerung der
7 Brandschutzorganisation.............................................................. 16 Schadstoffkonzentration und von Overspray....................................... 60

8 Explosionsschutz................................................................................ 17 Anhang 4.1


Musterformulare Explosionsschutzdokument mit
9 Elektrische und nichtelektrische Geräte und Erläuterungen........................................................................................................... 61
Komponenten........................................................................................ 19
Anhang 4.2
10 Kennzeichnung explosionsgeschützter ­Geräte Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes.......... 68
und Komponenten.............................................................................. 21
Anhang 5
11 Lacklagerung......................................................................................... 28 Musterformular Erlaubnisschein für Arbeiten mit Zündgefahr. 79

12 Mischen, Bereitstellen, Farbversorgung............................. 32 Anhang 6.1


Betriebsanweisung Gefahrstoffe.................................................................. 81
13 Absaugung, Lüftung von Lackierräumen
und -bereichen..................................................................................... 33 Anhang 6.2
Betriebsanweisung Spritzstand.................................................................... 82
14 Pistolenreinigung............................................................................... 36
Anhang 7
15 Lackiereinrichtungen....................................................................... 37 Vorschriften und Regeln..................................................................................... 84

16 Abdunsträume und -bereiche, Trocknungs­räume


und -bereiche........................................................................................ 38

17 Verarbeiten von Wasserlacken................................................... 39

18 Verarbeiten von UV-Lacken.......................................................... 40

19 Betrieb....................................................................................................... 41

20 Prüfungen................................................................................................ 43
1 Anwendungsbereich

!
Diese DGUV Information erläutert die zur • Maßnahmen zur Vorbehandlung (z. B. Hinweis
sicheren Verarbeitung von flüssigen Be- Reinigen, Schleifen); Die in den Unfallverhütungsvorschrif-
schichtungsstoffen notwendigen • Maßnahmen zur Beseitigung mechani- ten (z. B. BGV D25 und BGV D241) ent-
Maßnahmen scher Gefährdungen, siehe hierzu die haltenen Bau- und Ausrüstungsbe-
• in Räumen und an technischen speziellen europäischen Normen in stimmungen haben für Einrichtungen
Einrichtungen; Anhang 7, Nr. 3; und Maschinen ihre rechtliche Ver-
• zur Absaugung und Lüftung; • Sicherheitstechnische Anforderungen bindlichkeit verloren. Beschaffenheits-
• zum Brand- und Explosionsschutz an Trockner für Beschichtungsstoffe, anforderungen werden im Anhang 1
sowie siehe hierzu DIN EN 1539; der Maschinenrichtlinie festgelegt und
• für den Betrieb von • Festlegungen für Trockner, die bis durch die entsprechenden DIN EN-Nor-
Lackiereinrichtungen. ­Februar 2000 in Verkehr gebracht wur- men konkretisiert (siehe Anhang 7).
den, siehe BGV D241);
Dabei werden nur derzeit übliche und • Maßnahmen bei der Verarbeitung von
bewährte Lösungen beschrieben. Pulverlacken; die Beschaffenheits­
anforderungen sind in DIN EN 12981,
Zusätzliche Maßnahmen zum Gesund- DIN EN 1953, DIN EN 50050-2 und
heitsschutz sind u. a. in den Informations- DIN EN 50177 festgelegt. Die Anforde-
schriften DGUV Information 201-006, rungen an den Betrieb sind u. a. in der
DGUV Information 209-014, DGUV Infor- DGUV Information 209-052
mation 209-031, DGUV Information beschrieben.
­209-032, DGUV Information 209-043,
DGUV Information 209-082 sowie in der Die vollständigen Titel der zitierten Nor-
DGUV Regel 109-013 beschrieben. men und Regeln sind im Anhang 7
angegeben.
Nicht behandelt sind
• Beschaffenheitsanforderungen an Weitergehende Informationen zu beson-
Spritzkabinen für Flüssiglack (siehe deren Ausführungen von Lackierarbeits-
hierzu DIN EN 12215) und kombinierte plätzen sind z. B. in folgenden Informati-
Spritz- und Trocknungskabinen (siehe onsschriften verfügbar:
hierzu DIN EN 13355); • Spot-Repair-Lackierarbeiten
• Beschaffenheitsanforderungen an (DGUV Information Nr. 055)
Spritzgeräte (siehe hierzu DIN EN 1953) • Der Universal-Vorbereitungsbereich
und elektrostatische Spritz- und Sprüh- für die Kfz-Reparaturlackierung
geräte für flüssige Beschichtungsstoffe (DGUV Information i. V.)
(siehe hierzu DIN EN 50050-1, • Oberflächenbehandlung in Räumen
DIN EN 50059, DIN EN 50176); und Behältern (TRGS 507)

1 Beide UVV außer Kraft seit 01.01.2005

5
2 Begriffsbestimmungen

Spritzstand Lackierraum Flammpunkt


Umhauster Stand, in dem sich das zu Gesonderter Raum, in dem flüssige Be- Der Flammpunkt ist die niedrigste Tempe-
beschichtende Werkstück während der schichtungsstoffe verarbeitet werden. Das ratur, bei der sich aus einer Flüssigkeit
Spritzarbeiten innerhalb eines mit einer Verarbeiten umfasst Bereitstellen, Zube- Dämpfe in solchen Mengen entwickeln,
Absaugwand versehenen und bis auf die reiten, Auftragen, Trocknen. dass sich mit der Luft über dem Flüssig-
offene Zugangsseite geschlossenen Be- keitsspiegel ein durch Fremdzündung
reiches befindet. Das Werkstück ragt nicht Explosionsfähige Atmosphäre (e. A.) entflammbares Gemisch ergibt.
über den Spritzstand hinaus. Die offene Explosionsfähige Atmosphäre liegt vor,
Zugangsseite ist Einlassöffnung für die wenn brennbare Stoffe in feiner Vertei- Flüssiger Beschichtungsstoff
Zuluft und gegebenenfalls Zugang für die lung (hoher Dispersionsgrad) in Form von Flüssiges organisches Produkt auf Was-
Bedienperson. Die Bedienperson steht Gasen, Dämpfen, Nebeln (Flüssigkeits­ ser- oder Lösemittelbasis, das auf einem
während der Spritzarbeiten vor der offe- tröpfchen bzw. Aerosole) oder Stäuben Untergrund aufgetragen einen Film bildet,
nen Zugangsseite. Das zu beschichtende (Feststoffteilchen) vorhanden sind und der schützende, dekorative und/oder
Werkstück befindet sich zwischen Bedien­ ihre Konzentration im Gemisch mit Luft andere spezifische Eigenschaften besitzt,
person und Absaugwand. Der Spritzstrahl innerhalb der Explosionsgrenzen liegt einschließlich Löse- und Verdünnungs-
wird in Richtung zur Absaugwand mit (TRBS 2152-1). mittel (z. B. Anstrichmittel, Lacke, Beizen,
einer Abweichung von nicht mehr als Lasuren, Wachse, Öle, Holzschutzmittel).
etwa 30° zur Mittelachse aufgetragen. Gefährliche explosionsfähige
­Atmosphäre (g. e. A.) Brennbarer Beschichtungsstoff
Spritzkabine Explosionsfähige Atmosphäre liegt dann Flüssige Beschichtungsstoffe sind im
Kabine, in der Spritzarbeiten an dem zu in gefahrdrohender Menge vor (gefähr­ Allgemeinen brennbare Flüssigkeiten. Sie
beschichtenden Werkstück in einem liche explosionsfähige Atmosphäre), haben einen Flammpunkt und brennen
­geschlossenen Raum mit technischer wenn im Falle ihrer Entzündung die nach der Entzündung an der Luft selbst-
Lüftung (Zuluft, Abluft, Luftsinkgeschwin- ­Sicherheit und Gesundheit der Beschäf- ständig ab. Je nach Rechtsgrundlage kön-
digkeit ca. 0,3 m/s) manuell oder automa- tigten oder Dritter beeinträchtigt werden nen brennbare Flüssigkeiten unterschied-
tisch durchgeführt werden. Die Luftfüh- kann und deshalb besondere Schutz­ lich eingestuft und gekennzeichnet sein.
rung ist vertikal, horizontal oder als maßnahmen erforderlich werden
Kombination möglich. (TRBS 2152-1). Entzündlicher Beschichtungsstoff
Entsprechend der Stoffrichtlinie
Für neue Spritzstände und Spritzkabinen Explosionsbereich 67/548/EWG und der Zubereitungsricht­
sind die Anforderungen an Bau und Bereich der Konzentration eines brenn­ linie 1999/45/EG werden brennbare flüs-
­Ausrüstung in DIN EN 12215, für kombi- baren Stoffes in Luft, bei dem eine Explo- sige Beschichtungsstoffe mit einem
nierte Spritz- und Trocknungskabinen in sion auftreten kann. Flammpunkt unter 55 °C eingestuft und
DIN EN 13355 festgelegt. gekennzeichnet. Dabei werden die Gefah-
Untere Explosionsgrenze (UEG) renbezeichnungen „entzündlich“, „leicht­
Spritzwand Untere Grenze des Explosionsbereiches entzündlich“ und „hochentzündlich“
Absaugwand, die als Erfassungseinrich- verwendet (siehe Tabelle 1). Die Stoff- und
tung während der Spritzarbeiten am Unterer Explosionspunkt (UEP) die Zubereitungsrichtlinien wurden zum
Werkstück positioniert wird oder an der Der untere Explosionspunkt (UEP) einer 01.06.2015 außer Kraft gesetzt. Die Ein-
das Werkstück positioniert wird. Die Posi- brennbaren Flüssigkeit ist die Temperatur, stufung und Kennzeichnung von Stoffen
tion der Bedienperson zur Absaugwand bei der die Konzentration (Stoffmengen­ und Gemischen wird seit dem 01.06.2015
und Strömungsrichtung ist nicht festge- anteil) des gesättigten Dampfes im Ge- nur noch entsprechend der CLP-Verord-
legt. Die Richtung des Spritzstrahls zur misch mit Luft die untere Explosionsgren- nung durchgeführt.
Strömungsrichtung ist nicht festgelegt. ze erreicht.
Der Erfassungsgrad ist relativ gering.

6
Begriffsbestimmungen

Entzündbarer Beschichtungsstoff CLP-Verordnung Die CLP-Verordnung hat seit dem


Entsprechend der CLP-Verordnung werden Stoffe sind seit dem 01.12.2010 gemäß der 01.06.2015 die bisherige Einstufung
flüssige Stoffe und Gemische (z. B. Be- Verordnung zur Einstufung, Kennzeich- und Kennzeichnung von Beschich-
schichtungsstoffe) mit einem Flammpunkt nung und Verpackung von Stoffen und tungsstoffen ersetzt. Verkauft werden
≤ 60 °C eingestuft und gekennzeichnet. Gemischen (CLP-Verordnung (EG) ­ dürfen Produkte mit alter Kennzeich-
Dabei werden die Begriffe „entzündbar“, Nr. 1272/2008) eingestuft und gekenn- nung jedoch noch bis zum 01.06.2017,
„leicht entzündbar“ und „extrem entzünd- zeichnet. Für Beschichtungsstoffe, bei sofern sie vor dem 01.06.2015 in Ver-
bar“ verwendet (siehe Tabelle 1). denen es sich um Gemische handelt, gel- kehr gebracht wurden.
ten diese neuen Einstufungs- und Kenn-
zeichnungsregeln seit dem 01.06.2015.

Gegenüberstellung der Einstufung und Kennzeichnung für brennbare Flüssigkeiten


gemäß Stoff- und Zubereitungs-Richtlinie (alt) gemäß CLP-Verordnung (neu)

Flammpunkt FP Siedepunkt Gefahren­ R-Satz Gefahrensymbol Flammpunkt FP Siedepunkt Gefahren H-Satz Gefahren­
bezeichnung mit piktogramm
(° C) (° C) Kennbuchstaben (° C) (° C)

< 0 ≤ 35 Hochentzündlich R12 < 23 ≤ 35 Kat. 1 H224


Extrem
entzündbar

< 21 Leichtentzündlich R11 < 23 > 35 Kat. 2 H225


Leicht
entzündbar

21 ≤ FP ≤ 55 Entzündlich R10 23 ≤ FP ≤ 60 Kat. 3 H226


entzündbar

Tabelle 1 Einstufung und Kennzeichnung brennbarer Flüssigkeiten

7
3 Gefährdungen durch Brände und Explosionen

!
In Lackierräumen – dazu zählen auch Hinweis: Bei bestimmten Beschichtungsstoffen,
Misch-­und Bereitstellungsräume sowie Die Bildung einer explosionsfähigen z. B. Naturlacken und -farben, die
Abdunst­- und Trocknungsräume – und Atmosphäre durch Dämpfe einer trocknende Öle enthalten (z. B. Teak-
Lackiereinrichtungen werden Beschich- brennbaren Flüssigkeit wird verhin- holzöle, Leinölfirnisse, Alkydharz­
tungsstoffe wie Anstrichmittel, Lacke, dert, wenn die Verarbeitungstempera- lacke), kann es infolge einer Reaktion
Beizen, Lasuren, Wachse, Holzschutzmit- tur der Flüssigkeit unter ihrem unteren mit der Luft zur Erhitzung bis zur
tel, Verdünnungen, Oberflächenreiniger Explosionspunkt (UEP*) liegt. Dabei ist Selbst­entzündung der für den Auftrag
• zur anschließenden Verarbeitung zu berücksichtigen, dass: verwendeten Lappen oder Tücher oder
bereitgestellt, 1. die Umgebungstemperatur über der Filtermatten kommen.
• gemischt (zubereitet), den UEP* ansteigen kann (z. B.
• aufgetragen und durch starke Sonneneinstrahlung)
• getrocknet. 2. die brennbare Flüssigkeit über den Die meisten Beschichtungsstoffe können
UEP* erwärmt werden kann (z. B. darüber hinaus zu Gesundheits- und
Die meisten Beschichtungsstoffe sind beim sogenannten Heißspritzen zur Umweltschäden führen. Informationen zu
entzündbar und führen deshalb zu Brand-­ Erniedrigung der Verarbeitungs­- den Gesundheits- und Umweltgefahren
und Explosionsgefahren. viskosität) der Beschichtungsstoffe sind z. B. in den
3. die Oberflächentemperatur des zu Sicherheitsdatenblättern oder in den
Auch flüssige Beschichtungsstoffe bearbeitenden Werkstückes über Gefahrstoffinformationen der Unfallver­
ohne Flammpunkt oder mit einem dem UEP* liegen kann (z. B. durch sicherungsträger aufgeführt.
Flammpunkt > 60 °C können beim vorherige Sonneneinstrahlung in
Verspritzen entzündbare Sprühnebel Verbindung mit hoher Wärmeleitfä- Vor Beginn der Tätigkeiten muss der Ar-
bilden und damit zu Explosionsgefah- higkeit oder der Bearbeitung vorge- beitgeber/die Arbeitsgeberin bzw. der
ren führen (nicht zu verwechseln mit schaltete Trocknungsvorgänge) Betreiber/die Betreiberin eine Gefähr-
der Einstufung „entzündbar“ einer dungsbeurteilung durchführen, in der die
Flüssigkeit nach CLP-Verordnung). *Wenn der UEP nicht bekannt ist, kann Gefährdungen am Arbeitsplatz bestimmt
Siehe auch Abschnitt 17.1) er wie folgt abgeschätzt werden: und die technischen, organisatorischen
• reine, nicht halogenierte Lösemit- und persönlichen Schutzmaßnahmen
tel: UEP = Flammpunkt - 5 °C festgelegt werden. Dazu gehört auch eine
Werden entzündbare Beschichtungsstoffe • Lösemittel-Gemische ohne haloge- Ersatzstoffprüfung mit dem Ziel, weniger
über ihren Flammpunkt erwärmt, müssen nierte Lösemittel: UEP = Flamm- gefährliche Produkte einzusetzen. Zur
sie wie leicht entzündbare Beschich- punkt - 15 °C Minderung der Brand- und Explosions­
tungsstoffe gehandhabt werden. gefahren sind bevorzugt nicht entzünd­
bare Produkte zu verwenden. Anhand der
Auch die meisten ausgehärteten Lack- Gefährdungsbeurteilung wird eine schrift­
stäube, z. B. Nitrozellulosestäube, sind liche Betriebsanweisung für die Beschäf-
brennbar und als Lackstaub­-Luft­-Gemisch tigten erstellt. Sie bildet die Grundlage
unter bestimmten Umständen explosions­- für die mündliche Unterweisung, die
fähig. ­mindestens einmal jährlich arbeitsplatz-
bezogen durchgeführt und dokumentiert
Stark beladene Filtermatten und mit aus- wird. Entwürfe von Betriebsanweisungen
1 Weitere Informationen zur Entzünd­ gehärteten Lackfeststoffen verschmutzte für eine Vielzahl von Beschichtungs­
barkeit von Wasserlacken siehe auch Absaugeinrichtungen stellen eine hohe stoffen sind beispielsweise unter
PTB-Forschungsbericht Nr. Brandlast dar. www.wingis-online.de abrufbar.
PLEx5 2005 00185, Physikalisch-Tech- Ein Beispiel für einen lösemittelhaltigen
nische Bundesanstalt Braunschweig, PU-Lack ist im Anhang 6.1 abgebildet.
September 2005.

8
Gefährdungen durch Brände und Explosionen

Auch für das Lacklager muss eine Gefähr- Die Anfertigung eines Explosions-
dungsbeurteilung durchgeführt und eine schutzdokumentes ist im Hinblick auf
Betriebsanweisung erstellt werden. die Zoneneinteilung nur dann sinnvoll,
wenn Explosionsgefahren ortsbezogen
Das Explosionsschutzdokument ist ein und zeitlich unbegrenzt zu erwarten
besonderer Teil der Gefährdungsbeurtei- sind. Treten Explosionsgefahren örtlich
lung. Das Explosionsschutzdokument und zeitlich begrenzt auf (z. B. auf
muss angefertigt werden, wenn Gefähr- Baustellen), müssen sie im Rahmen
dungen durch gefährliche explosions­ der allgemeinen Gefährdungsbeurtei-
fähige Gemische bestehen. Für nahezu lung berücksichtigt werden.
alle Lackieranlagen und -einrichtungen
und weitere Bereiche (z. B. Lacklager,
Bereitstellungsräume) ist die Erstellung Rechtsgrundlagen für die Gefährdungs­
des Explosionsschutzdokumentes not- beurteilung sind das Arbeitsschutzgesetz,
wendig. Anhang 4 enthält ein Muster für die Gefahrstoffverordnung und die
das Explosionsschutzdokument. Betriebssicherheitsverordnung.

9
4 Planung, Anzeige, Genehmigung, Erlaubnis

Der Bau von Lackierräumen und die Er- Immissionsschutz – Weitere Anforderungen können z. B. für
richtung von Lackieranlagen stellt eine Genehmigungsbedürftigkeit Vorbehandlungsanlagen bestehen.
Sondernutzung dar (bei bestehenden Anlagen, die schädliche Umwelteinwirkun-
Gebäuden Nutzungsänderung), weil da- gen hervorrufen können oder in anderer Verpflichtung der Herstellfirma
durch Brand- und Explosionsgefährdun- Weise die Allgemeinheit oder die Nachbar- Die Herstell- bzw. die Lieferfirma hat bei
gen entstehen. Nach dem Bauordnungs- schaft gefährden, bedürfen einer Geneh- der Lieferung – spätestens zur Inbetrieb-
recht der Länder handelt es sich um migung nach § 4 des Bundes-Immissions- nahme – von neuen Lackieranlagen
genehmigungspflichtige Sonderbauten. schutzgesetzes (BImSchG). Lackieranlagen • eine Konformitätserklärung gemäß den
mit einem Verbrauch von organischen zutreffenden Richtlinien, z. B. RL 94/9/
Zusätzliche Maßnahmen können durch Lösemitteln zwischen 25 kg und 150 kg je EG (ATEX)1), RL 2006/42/EG (Maschi-
Arbeitsschutzbehörden, Sachversicherer Stunde oder zwischen 15 t und 200 t pro nenrichtlinie) und, soweit zutreffend,
und für die Baugenehmigung zuständige Jahr unterliegen nach 4. BImSchV einem RL 2004/108/EG (EMV-Richtlinie) zu
Behörden gefordert werden. Schon bei vereinfachten Genehmigungsverfahren. erstellen und abzugeben (bei unvoll-
der Planung sollten diese Stellen sowie Für Lackieranlagen mit einem höheren ständigen Anlagen eine Einbauerklä-
der Unfallversicherungsträger und die Verbrauch gelten höhere Anforderungen rung und eine Montageanleitung),
Berater und Beraterinnen der Verbände an das Genehmi­gungsverfahren. • die erforderliche Kennzeichnung ge-
eingeschaltet werden. Es wird dringend mäß den zutreffenden Richtlinien, z. B.
empfohlen, eine spätere Produktionser- Betriebssicherheit – Erlaubnisvorbehalt RL 94/9/EG (ATEX 95) , RL 2006/42/EG
weiterung bereits mit einzuplanen. Räume oder Bereiche, in denen entzünd- (Maschinenrichtlinie) und, soweit zu-
bare Flüssigkeiten in ortsfesten Behältern treffend, RL 2004/108/EG (EMV-Richt­
Der Bauantrag ist mit allen für die Beurtei- mit einem Gesamtrauminhalt von mehr linie) – siehe auch Abschnitt 9 – anzu-
lung des Bauvorhabens notwendigen als 10.000 Litern gelagert werden, sowie bringen sowie
Unterlagen (z. B. Baupläne, Brandschutz- die dem sicheren Betrieb dienenden • die vollständige Benutzerinformation
konzept) bei der nach Landesrecht zu- Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen auszuhändigen. Sie muss insbesonde-
ständigen Behörde (z. B. Bauordnungs- bedürfen der Erlaubnis der zuständigen re umfassen: Transport, Zusammenbau,
amt, Bauaufsichtsamt) einzureichen. Behörde. Die Erlaubnis ist schriftlich zu Einbau und Einstellen, Betriebsanlei-
beantragen. tung mit Informationen zur Inbetrieb-
Immissionsschutz – Anzeigepflicht nahme, Verwendung, Wartung, Instand-
Nach der 31. Bundesimmissionsschutz- Die Erlaubnis nach Betriebssicherheits- haltung, wiederkehrende Prüfung,
verordnung (VOC-Verordnung) sind verordnung (BetrSichV) kann z. B. in der Außerbetriebnahme, sowie Abbau und
­Lackieranlagen anzeigepflichtig, wenn Genehmigung nach Bundesimmissions- Entsorgung. Siehe auch VDMA-Einheits-
bestimmte Schwellenwerte für den Ver- schutz-Gesetz (BImSchG) enthalten oder blatt Nr. 24386.
brauch flüchtiger organischer Lösemittel mit der Baugenehmigung verbunden sein.
(VOC) überschritten werden, z. B.:
• Anlagen zum Beschichten von Kraft- Wasserrecht 1 Ab 20. April 2016 RL 2014/34/EU, be-
fahrzeugen, Nutzfahrzeugen und Bus- Unabhängig von Anzeigepflicht und Ge- stehende Konformitätserklärungen
sen: bei jeder Menge; nehmigungsbedürftigkeit nach 4. bzw. und Kennzeichnungen nach RL 94/9/
• Anlagen zum Beschichten von Metall- 31. BImSchV können Lacklager, Farbversor- EG behalten weiterhin ihre Gültigkeit.
und Kunststoffoberflächen: ab 5 t pro gungsräume und Nassauswaschungen mit
Jahr; wassergefährdenden Stoffen nach dem
• Anlagen zum Beschichten von Holz Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und der
oder Holzwerkstoffen: ab 5 t pro Jahr. Verordnung über Anlagen zum Umgang mit
wassergefährdenden Stoffen (VAwS, zu-
Mit der Änderung der 31. BImSchV vom künftig AwSV) einer Eignungsfeststellung
Juni 2013 sind Kfz-Reparaturlackierbetrie- oder Anzeigepflicht unterliegen. Dies ist
be nicht mehr anzeigepflichtig. abhängig von dem relevanten Volumen
und der Wassergefährdungsklasse (WGK).

10
5 Räume und bauliche Einrichtungen

Das Verarbeiten (Bereitstellen, Zuberei- Verarbeitungsstelle als feuergefährde- Geeignet sind z. B. Fliesen, glatter Putz,
ten, Auftragen, Trocknen) von flüssigen ter Bereich, ein sogenannter gesonder- Blechverkleidungen.
Beschichtungsstoffen darf grundsätzlich ter Bereich (siehe Anhang 1, Verarbei- • Fluchttüren müssen
nur in gesonderten Räumen – im Folgen- tungsfälle 3, 4, 6, 8, 10). –– mindestens 2 m x 0,875 m groß sein
den als Lackierräume bezeichnet – oder (abhängig von der Personenzahl);
in Spritzkabinen oder Spritzständen (sie- –– in Fluchtrichtung aufschlagen;
he auch Abschnitt 13) erfolgen. Diese Für Lackierräume und gesonderte Berei- –– sich leicht und ohne Hilfsmittel öff-
Räume gelten als feuergefährdete Räume. che gelten – zusätzlich zu den Anforde- nen lassen;
rungen der Abschnitte 6, 8 und 19 – fol- –– gekennzeichnet sein.
Ausgenommen hiervon sind z. B. Lackier- gende bauliche Anforderungen: • Brandschutztüren (Abb. 1) müssen
arbeiten im Freien, auf Baustellen oder an • Lackierräume sollten in eingeschossi- –– selbstschließend sein;
Werkstücken, die wegen ihrer Größe und/ gen Gebäuden untergebracht werden; –– ständig geschlossen sein oder im
oder ihres Gewichtes nicht in Spritzkabi- in mehrgeschossigen Gebäuden sollten geöffneten Zustand so gehalten wer-
nen oder Spritzständen beschichtet wer- sie wegen der Ausbreitungsrichtung den, dass sie sich im Brandfall
den können. Hierbei ist jedoch ausdrück- von Feuer und Rauch im Brandfall im selbsttätig schließen (nur allgemein
lich der Arbeits- und Immissionsschutz zu obersten Geschoss eingerichtet bauaufsichtlich zugelassene
beachten. Ergänzende Maßnahmen kön- werden. Feststell­anlagen, z.  B. Türschließer in
nen daher erforderlich sein. • Fußböden müssen mit einem rutsch- Verbindung mit einer Branderken-
hemmenden und leicht zu reinigenden nungseinrichtung, einsetzen).
Falls es aus betriebs- oder fertigungs- Belag versehen sein. Sie dürfen keine
technischen Gründen nicht möglich ist, Fugen oder sonstigen Vertiefungen Fluchtwege müssen so angelegt sein,
Beschichtungsstoffe in gesonderten haben, in denen sich Reste von Be- dass Lackierräume auf kürzestem Weg
Räumen – Lackierräumen – zu verarbei- schichtungsstoffen ansammeln verlassen werden können. Fluchtwege
ten, kann dies auch in anderen Arbeits- können. dürfen nicht durch oder in andere explosi-
räumen erfolgen. In diesem Fall gilt • Wände müssen sich leicht von Be- onsgefährdete Räume oder Bereiche (z. B.
auch ein Bereich von 5 m um die schichtungsstoffen reinigen lassen. Lacklager) führen.

Grundsätzlich sind in Lackierräumen


mindestens zwei möglichst an entgegen-
Brandmelder gesetzten Wänden liegende Notausgänge
erforderlich.

Schließfolgeregler Auch in anderen Räumen, z. B. Fertigungs-


Türschließer
räumen, mit einzelnen Ständen, Wänden
Strom-
versorgung und Kabinen zum Verarbeiten von flüssi-
Haftmagnet Haftmagnet gen Beschichtungsstoffen sollte wegen
der erhöhten Brandlast durch bereitge-
stellte Beschichtungsstoffe und Ablage-
rungen von Beschichtungen sowie der
schnellen Brandausbreitung ein zweiter
Notausgang vorgesehen werden.
Hand­
auslösung
Bei kleinen, ebenerdigen Lackierräumen
kann anstelle des zweiten Notausganges
auch ein Fenster als Notausstieg vorgese-
hen werden (Abb. 2). Dieses muss immer
Schließbereich zugänglich sein und sollte grundsätzlich
nach außen aufschlagen. Zum leichten
und raschen Verlassen des Lackierraumes
können in diesem Fall auch Steighilfen
Abb. 1 Selbsttätig schließende Brandschutztür eingebaut werden.

11
Räume und bauliche Einrichtungen

Abb. 2 Notausstieg in Lackierräumen Abb. 3 Anzahl erforderlicher Fluchttüren

Die Notausgänge müssen unmittelbar ins Flucht- und Rettungswege müssen nach
Freie oder in andere Brandabschnitte Arbeitsstättenregel (ASR) A1.3 gekenn-
oder in Flure oder Treppenräume führen, zeichnet (Abb. 4) und in einem Flucht-
die Rettungswege im Sinne des Bauord- und Rettungswegeplan nach ASR A2.3
nungsrechts der Länder sind. dargestellt sein (siehe Abschnitt 7).

Innerhalb der Lackierräume dürfen von Heizeinrichtungen, z. B. Heizkörper, müssen


jeder Stelle des Raumes folgende, in der so angebracht sein, dass sich auf ihnen
Luftlinie gemessene, Fluchtweglängen bis keine Ablagerungen von Beschichtungsstof-
zur nächstgelegenen Fluchttür nicht über- fen bilden können. Darüber hinaus dürfen
schritten werden (Abb. 3): auf ihnen keine Gegenstände (insbesonde-
• in feuergefährdeten Räumen ohne re Lackgebinde) abgestellt werden können.
Sprinklerung oder vergleichbare Sicher- Dazu sind in der Regel schräge Heizkörper-
heitsmaßnahmen (automatische Feuer- abdeckungen aus nichtbrennbarem Materi-
löschanlage): 25 m; al (Baustoffklasse DIN 4102-A bzw.
• in feuergefährdeten Räumen mit DIN EN 13501-A), z. B. Bleche oder Drahtge-
Sprinklerung oder vergleichbaren flechte, anzubringen (Abb. 5). Abb. 4 Kennzeichnung Fluchtwege
­Sicherheitsmaßnahmen (automatische
Feuerlöschanlage): 35 m; Die Nennbeleuchtungsstärke sollte nach
• falls der ganze Raum als explosionsge- ASR A3.4 im Arbeitsbereich des Lackie-
fährdeter Bereich angesehen werden rers/der Lackiererin mindestens 750 Lux
muss (z. B. in Lackierräumen/-kabinen betragen1). Um Lackfehler schneller und
für Kraftfahrzeuge bei Verwendung besser zu erkennen, sind höhere Beleuch-
leichtentzündbarer Beschichtungs­ tungsstärken empfehlenswert.
stoffe): 20 m.
Die Leuchtstärke muss durch regelmäßige
Die tatsächliche Laufweglänge darf je- Reinigung der Leuchten sichergestellt
doch nicht mehr als das 1,5 fache der werden.
Fluchtweglänge betragen.
Kunststoff-Wannenleuchten sind für
Für Lackierkabinen, die den Europäi- L­ ackierräume ungeeignet, da sie sich
schen Normen entsprechen, werden nicht rückstandfrei von Lackresten reini- Abb. 5 Heizkörperabdeckung in
grundsätzlich kürzere Weglängen zum gen lassen. Lackierräumen
Verlassen der Kabine gefordert. Diese
Anforderungen sind unabhängig von
der Einhaltung der betrieblichen 1 Die Europäischen Normen für Lackier-
Fluchtweglänge zu erfüllen. kabinen fordern eine Mindestbeleuch-
tungsstärke von 600 Lux

12
6 Brandschutz

Lager
Lager
Produktion
In Lackierräumen und gesonderten Berei-
chen, in denen entzündbare Beschich-
tungsstoffe verarbeitet werden und die Verwaltung
deshalb als feuergefährdete Räume oder
Bereiche gelten, sind folgende Brand-
schutzmaßnahmen notwendig:
• Die Lackierräume müssen von angren-
zenden Räumen und Gebäuden min-
destens feuerbeständig abgetrennt Abb. 6 bauliche Brandabschnittstrennung
sein. Wände müssen bis zur Decke
(Rohdecke) geführt werden (F 90 nach
DIN 4102 bzw. REI 90 nach
DIN EN 13501).
• Fußböden müssen aus nichtbrennba-
ren Baustoffen (Baustoffklasse A nach
DIN 4102 bzw. DIN EN 13501) bestehen,
z. B. aus Beton. Nicht geeignet sind
Böden aus Holz oder auf Bitumenbasis
oder Böden mit brennbarem Belag (z. B.
Kunststoffplatten). Sie können jedoch
durch Aufbringen von nichtbrennbaren ü
Baustoffen nachgerüstet werden.
nichttrennbare
• Wände und Decken müssen aus nicht-
Abdeckung
brennbaren Baustoffen (Baustoffklasse A
nach DIN 4102 bzw. DIN EN 13501) beste-
hen, z. B. aus Ziegel, Beton. Stahlfach- Dachbahn wird nicht über
werk muss mit nichtbrennbaren Baustof- die Wand geführt
fen ausgefüllt sein. Holzdecken können
durch Aufbringen von nichtbrennbaren
Baustoffen nachgerüstet werden.
• Falls Wände Teil einer baulichen Brand-
abschnittstrennung sind (Abb. 6 und 7),
müssen sie die Anforderungen an
Brandwände erfüllen (DIN 4102­-3 bzw.
DIN EN 13501-1 und DIN EN 13501-2). Sie
BW: ü ≥ 0,3 m
müssen dann u. a. : KTW: ü ≥ 0,5 m
–– aus Baustoffen der Baustoffklasse A
nach DIN 4102 bzw. DIN EN 13501 BW: Brandwand
bestehen; KTW: Komplextrennwand
–– mindestens feuerbeständig (F 90 Abb. 7 Ausführungsdetail Brandabschnittstrennung
nach DIN 4102 bzw. REI 90-M nach
DIN EN 13501) sein.
• Bauteile wie Fenster und Türen zu an- Durch die europäische Normenreihe Bei der Festlegung der feuergefährdeten
grenzenden Räumen sowie Lüftungs- DIN EN 13501 wird das bisherige deut- Bereiche in ansonsten nicht feuergefähr-
schächte müssen mindestens feuer- sche Klassifizierungssystem für Bau­ deten Betriebsstätten (Abb. 8) ist zu
hemmend ausgeführt und ent­sprechend stoffe aus der Normenreihe DIN 4101 beachten:
gekennzeichnet sein (F 30 bzw. T 30 und DIN 4102 abgelöst. In einem Über- • Kfz-Reparaturwerkstätten gelten nicht
bzw. L 30 nach DIN 4102 oder REI 30 gangszeitraum sind beide Normenrei- generell als feuergefährdete Betriebs­
bzw. EI2 30-C bzw. EI 30-S nach hen anwendbar. stätten.
DIN EN 13501). • An den Kfz-Montageplätzen ist durch

13
Brandschutz

F90 Arbeitsraum
Raumbegrenzungen und wirksame kombinierten Spritz- und Trocknungs-
Abschirmungen zu verhindern, dass kabinen siehe VDMA 24381.
feuergefährdeter
Schweißperlen, Schleiffunken und
Bereich
andere Zündquellen in den feuergefähr-
deten Bereich gelangen. 5m
• Holzbe- und -verarbeitende Betriebe
gelten generell als feuergefährdete Arbeitsraum
Betriebsstätten.
Büros
Kfz-Montageplätze Tor
mit Schweiß- und
Lacklager
Schleifarbeiten
feuergefährdeter Bereich
Tor feuergefährdeter
Bereich 5m
Arbeitsraum mit
Holzverarbeitung
F 90 T 30
Lackierkabine

feuergefährdeter
5m
Bereich Tor
F 90 Notausgang
Lackierraum

Abb. 9 Feuergefährdeter Bereich an Abb. 10 Feuergefährdeter Bereich in einem


F 90 Lackierkabinen Arbeitsraum
T 30
Arbeitsraum ohne
Holzverarbeitung Soweit es aus betriebs- und fertigungs- Wenn Durchbrüche in Brandabschnitts­
technischen Gründen nicht möglich ist, trennungen erforderlich sind, ist Folgen-
explosionsgefährdeter Bereich Beschichtungsstoffe in Lackierräumen zu des zu beachten:
feuergefährdeter Bereich verarbeiten, kann dies auch in gesonder- • Durchbrüche durch Brandabschnitte für
F 90 (feuerbeständig) ten Bereichen von Arbeitsräumen gesche- Fördereinrichtungen oder Lüftungska-
hen. Für diese gesonderten Bereiche näle müssen so ausgeführt sein, dass
Abb. 8 Feuergefährdete und nicht feuerge- gelten die Anforderungen an feuergefähr- im Brandfall die Ausbreitung des Feuers
fährdete Bereiche dete Bereiche (Abb. 10). Im Umkreis von in den angrenzenden Brandabschnitt
5 m (horizontal) um den und 1 m über dem verhindert wird. Geeignet sind z. B.
explosionsgefährdeten Bereich gilt in allgemein bauaufsichtlich zugelassene
Für Lackierkabinen gilt: diesem Fall: –– Feuerschutzabschlüsse nach
• Maßnahmen zum Brand-­und Explosi- • Wände, gegebenenfalls auch Decken DIN 4102­-5/DIN 4102-18 bzw.
onsschutz für Lackierkabinen (Maschi- und Fußboden (wenn zugleich Decke DIN EN 13501-2 (Abb. 11);
nen im Sinne der EG-Maschinenricht­ eines darunter liegenden Raumes), –– Brandschutzklappen nach DIN 4102­-6
linie) sind in DIN EN 12215 bzw. sind als mindestens feuerbeständige bzw. DIN EN 13501-3 (Abb. 12).
DIN EN 13355 festgelegt. Abtrennung (F 90 nach DIN 4102 bzw. • Verbindungsschächte und Kanäle zur
• Als feuergefährdeter Bereich gilt ein REI 90 nach DIN EN 13501) zu angren- Aufnahme von Installationen müssen
Bereich von 5 m um die Lackierkabine, zenden Räumen auszuführen. aus nichtbrennbaren Baustoffen (Bau­
wenn die Kabine selbst nicht in F 90 stoffklasse A nach DIN 4102 bzw.
bzw. REI 90 ausgeführt ist (Abb. 9). Welche Nutzung oder Tätigkeiten in DIN EN 13501) hergestellt und gegen
• Falls die Lackierkabine in F 90 bzw. feuergefährdeten Bereichen erlaubt Eindringen von Lösemitteln und Dämp-
REI 90 ausgeführt ist, ist nur ein Bereich oder verboten sind (z. B. Fahrzeugver- fen gesichert sein, wenn sie den
von 5 m um ständige Öffnungen ein kehr, Lagerung), muss in der betrieb­ Lackier­raum mit anderen Brand-
feuergefährdeter Bereich. lichen Gefährdungsbeurteilung fest­ abschnitten verbinden.
• Beispiele für die Anforderungen an den gelegt werden.
baulichen Brandschutz bei der Aufstel- Die Befestigungen der Kanäle sind ent-
lung von Spritzkabinen und sprechend auszulegen.

14
Brandschutz

Brandmelder
Strom-
Türschließer versorgung und K 90
Steuerungsein-
T 90 richtung

Haftmagnet
Hand­
auslösung

Abb. 11 Feuerschutzabschluss Abb. 12 Brandschutzklappen

Zum abwehrenden Brandschutz sind in geeigneter Stelle anzubringen. In Brand • An den Zugängen zu Lackierräumen und
Lackierräumen und Lacklagern folgende geratene Personen sind mit Feuer­ Lacklagern ist das Verbotszeichen „Feu-
Maßnahmen umzusetzen: löschern zu löschen, das Benutzen er, offenes Licht und Rauchen verboten“
• Zum Löschen von Entstehungsbränden einer Löschdecke ist nicht effektiv. anzubringen (Abb. 15).
tragbare oder fahrbare Feuerlöscher
bereitstellen. Geeignet sind z. B. Pulver-
löscher mit ABC­-Löschpulver oder
Schaumlöscher. Pulver- und Schaum­
löscher sollen jedoch nicht gemeinsam
verwendet werden. Für die Grundaus-
stattung sollten sich die benötigten
Löschmitteleinheiten LE (Brandklasse
21A 113B) nach der Grundfläche des
Raumes richten, z. B.:
–– bis 50 m2: Feuerlöscher mit 6 LE;
–– bis 200 m2: Feuerlöscher mit 12 LE;
–– je weitere 100 m2: zusätzlich 3 LE.
• Es sind nur Feuerlöscher mit mindes-
tens 6 LE zu verwenden. Siehe auch
Arbeitsstättenregel (ASR) A2.2.
• Feuerlöscher sind vorzugsweise in Abb. 13 Kennzeichnung Feuerlöscher Abb. 14 Kennzeichnung Mittel und Geräte zur
Fluchtwegen, im Bereich der Ausgänge Brandbekämpfung
ins Freie, an den Zugängen zu Treppen-
räumen oder an Kreuzungspunkten von
Verkehrswegen/Fluren an gut sichtba-
rer und leicht erreichbarer Stelle anzu-
bringen und zu kennzeichnen (Abb. 13).
Die Entfernung von jeder Stelle zum
nächstgelegenen Feuerlöscher soll
möglichst nicht mehr als 20 m betragen
(tatsächliche Laufweglänge).
• Feuerlöschanlagen, z. B. CO2­
Löschanlagen, Sprinkleranlagen,
Schaumlöschanlagen, sollten nach den
Bestimmungen der Feuerversicherer
errichtet, betrieben und gekennzeich-
net werden (Abb. 14).
• Zum Löschen in Brand geratener Klei- Abb. 15 Kennzeichnung Keine offene Flamme; Abb. 16 Kennzeichnung Notdusche
dung geeignete Hilfsmittel, z. B. Feuer- Feuer, offene Zündquelle und Rauchen
verboten
löscher oder Notduschen sind an

15
7 Brandschutzorganisation

Zur Minimierung der Brandgefahr sind Koordinatorinnen und Evakuierungs­ dürfen nicht mit Gegenständen verstellt
folgende organisatorische Maßnahmen helfer bzw. Evakuierungshelferinnen zu werden.
zu treffen: benennen und Sammelplätze festzule- • Eine Brandschutzordnung wird im Ar-
• Es ist zu prüfen, ob Lackierverfahren gen und zu kennzeichnen. beitsschutzrecht nicht gefordert. Sie ist
und Beschichtungsstoffe durch solche • Weiterhin sind Betriebs- und Verfah- jedoch teilweise in länderspezifischen
mit niedrigerer Brandgefahr ersetzt rensanweisungen, Wartungspläne zu baurechtlichen Vorschriften enthalten.
werden können. vorbeugender Instandhaltung und Prü-
• Bei der Lagerung von Beschichtungs- fungen, Erlaubnisregelungen für Arbei-
stoffen sind Anforderungen der TRGS 510 ten mit Zündgefahr zu erstellen.
„Lagerung von Gefahrstoffen in orts­ • Es sind Zutrittsregelungen und Verhal-
beweglichen Behältern“ zu beachten tensregeln für Fremdfirmen festzulegen.
(siehe auch Abschnitte 11 und 12). • Zum Brand- und Explosionsschutz sind
• Im Rahmen der Gefährdungsbeurtei- erstmalig und wiederkehrend Unterwei-
lung sind die Brand- und Explosionsge- sungen, Schulungen und Übungen
fahren zu bewerten und, soweit erfor- durchzuführen.
derlich, ein Explosionsschutzdokument • Alarm-, Flucht- und Rettungsplan sind
(siehe Anhang 4) zu erstellen. gemäß ASR A2.3 zu erstellen (Abb. 17).
• Soweit für die Größe und Organisati- • Meldeorganisation und Alarmierungs-
onsstruktur des Betriebes erforderlich, wege sind festzulegen.
sind Brandschutzhelfer bzw. Brand- • Flucht- und Rettungswege müssen
schutzhelferinnen, Ersthelfer bzw. Erst- ständig freigehalten werden. Feuer-
helferinnen, Koordinatoren bzw. lösch- und Brandmeldeeinrichtungen

LEGENDE
Standort Erste Hilfe

Feuerlöscher Notruftelefon

Löschschlauch Notdusche

Brandmelder, Augenspül-
manuell einrichtung

Brandmelde- Arzt
telefon
Mittel u. Geräte zur
Brandbekämpfung Krankentrage

Richtungsangabe Sammelstelle
Löschsand

Verbandkasten Sanitätsraum

Rettungsweg /
Notausgang Einbauten

ÜBERSICHTSPLAN
Verhalten im Brandfall Verhalten bei Unfällen
Ruhe bewahren Ruhe bewahren
Produktion
1. Brand melden Telefon: (Tel.-Nr. einfügen)
pder / und .......................... 1. Unfall melden Telefon: (Tel.-Nr. einfügen)
pder / und ..........................
Wer meldet? Wo geschah es?
Was ist passiert? Was geschah?
Wie viele sind betroffen/verletzt? Wie viele Verletzte? Verwaltung / Lager
Wo ist etwas passiert? Welche Art von Verletzungen?
Warten auf Rückfragen! Warten auf Rückfragen!
Brandmelder betätigen

2. In Sicherheit 2. Erste Hilfe


Gefährdete Personen mitnehmen Absicherung des Unfallortes
Türen schließen
bringen Gekennzeichneten
Rettungswegen folgen Versorgen der Verletzten
Objekt: Fa. Mustermann, Industriestr. 22, 12345 Musterhausen
Aufzug nicht benutzen
Anweisungen beachten Gebäude: Verwaltung / Lager Etage: Erdgeschoss
Anweisungen beachten
Stand: Dez. 2001 Plan-Nr.: 1
3. Löschversuch 3. Weitere Rettungsdienste einweisen
Planersteller/Planerstellerin:
unternehmen Feuerlöscher benutzen Maßnahmen Schaulustige entfernen

Abb. 17 Beispiel Flucht- und Rettungswegeplan

16
8 Explosionsschutz

Spritzlackierarbeiten und viele Neben­ • Alle leitfähigen oder ableitfähigen Ge-


tätigkeiten (z. B. Reinigen, Lagern und genstände im explosionsgefährdeten
Anmischen von Beschichtungsstoffen) Bereich, z. B. Spritzpistolen, Werk­
führen zu Explosionsgefahren (siehe stücke, Metallobjekte in der Nähe, sind
Abschnitt 3). In den entsprechenden zu erden.
Räumen müssen explosionsgefährdete • Werden Werkstücke mittels einer För-
Bereiche durch den Betreiber oder die deranlage transportiert, ist über leit­
Betreiberin festgelegt werden. Explosi- fähige oder ableitfähige Aufnahmevor-
onsgefährdete Bereiche sind nach Häufig- richtungen, z. B. Haken, Ösen, Auflagen
keit und Dauer des Auftretens bzw. oder Mitnehmer, eine dauerhafte Er-
­Vorhandenseins gefährlicher explosions- dung während des gesamten Transpor-
fähiger Atmosphäre in Zonen zu tes mit maximal 106 Ω sicherzustellen,
unterteilen: z. B. durch regelmäßiges Reinigen der
Aufnahmevorrichtungen.
Zone 0: Bereich, in dem explosions­ • Beim elektrostatischen Beschichten
fähige Atmosphäre als Mischung mit Flüssiglacken sollen nur Spritzkabi-
brennbarer Stoffe in Form von Gas, nen, Spritzwände oder Spritzstände
Dampf oder Nebel mit Luft ständig aus geerdetem leit- oder ableitfähigem
oder über lange Zeiträume oder häufig Material eingesetzt werden. Isolierende
vorhanden ist. Abb. 18 Kennzeichnung an einem Zugang Materialien dürfen nur dann verwendet
zum Lackierraum werden, wenn gefährliche Aufladungen,
wie z. B. durch Wasserberieselung,
Zone 1: Bereich, in dem damit zu rech- ausgeschlossen sind.
nen ist, dass explosionsfähige Atmos­ Neben den Brandschutzmaßnahmen • Weitere betriebliche Maßnahmen zur
phäre als Mischung brennbarer Stoffe (siehe Abschnitt 6) müssen in explosions- Vermeidung elektrostatischer Auf­
in Form von Gas, Dampf oder Nebel mit gefährdeten Bereichen zusätzlich folgen- ladung siehe Abschnitt 19.
Luft bei Normalbetrieb gelegentlich de Forderungen erfüllt sein: • In explosionsgefährdeten Bereichen
auftritt. • Fußböden müssen elektrostatisch ab- der Zonen 1 und 2 dürfen Stahlwerkzeu-
leitfähig sein. In explosionsgefährdeten ge verwendet werden. Dabei dürfen
Bereichen darf der Ableitwiderstand weder Funkengarben noch heiße Ober-
Zone 2: Bereich, in dem bei Normal­ des Fußbodens einschließlich des flächen entstehen, z. B. beim Entfernen
betrieb nicht damit zu rechnen ist, Fußbodenbelages den Wert von 108 Ω alter Lackschichten. Abweichungen
dass explosionsfähige Atmosphäre als nicht überschreiten. Geeignet sind z. B. hiervon ermöglicht der „Erlaubnis-
Mischung brennbarer Stoffe in Form Böden aus Beton oder aus leitfähigem schein für Arbeiten mit Zündgefahr“,
von Gas, Dampf oder Nebel mit Luft Terrazzo. siehe Anhang 5.
auftritt, wenn sie aber dennoch auf- • Der Gebrauch von Gegenständen • Es dürfen keine Gegenstände mit hei-
tritt, dann nur kurzzeitig. oder Einrichtungen aus isolierenden ßen Oberflächen (z. B. Heizplatten)
Materialien in explosionsgefährdeten aufgestellt werden.
Bereichen ist zu vermeiden. Können • An den Zugängen von Lackierräumen
Verarbeitungsbeispiele mit Angabe Gegenstände oder Einrichtungen aus sind das Verbotszeichen „Keine offene
der explosionsgefährdeten Bereiche leitfähigen oder ableitfähigen Materiali- Flamme; Feuer, offenes Licht und
siehe Anhang 1. en nicht eingesetzt werden, sind Maß- ­Rauchen verboten“, das Warnzeichen
nahmen gegen gefährliche Aufladun- „Warnung vor explosionsfähiger Atmos­
gen zu treffen. phäre“ sowie das Verbotszeichen „Zu-
Explosionsgefährdete Bereiche gelten tritt für Unbefugte verboten“ anzubrin-
immer gleichzeitig als feuergefährdete Mögliche Maßnahmen sind z. B. leitfähige gen (Abb. 18 bis 21).
Bereiche. oder ableitfähige Beschichtungen, leit­
fähige Fäden in Textilien oder auch sicher
wirkende organisatorische Maßnahmen.

17
Explosionsschutz

Abb. 19 Keine offene Flamme; Feuer, offene Abb. 20 Warnung vor explosionsfähiger Abb. 21 Zutritt für Unbefugte verboten
Zündquelle und Rauchen verboten Atmosphäre

• Elektromotoren im Inneren von Abluft- Erleichterte Anforderungen zum Ex­plosionsschutz gelten, wenn in Arbeitsräumen
leitungen von Spritzwänden, -ständen • mit einem Rauminhalt von mehr als 30 m3, und mit
und -kabinen und ähnlichen Einrichtun- • einer Grundfläche von mehr als 10 m2
gen müssen mit einem Überhitzungs- • weniger als 20 ml Beschichtungs­stoffe je m3 Rauminhalt in der Stunde und
schutz ausgerüstet sein, weil sich im gleichzeitig
Abluftstrom mitgerissene Beschich- • weniger als 5 l je Arbeitsschicht und Raum
tungsstoffe (Overspray/Lackaerosole) verarbeitet werden.
auf oder in dem Motor niederschlagen
und zu Bränden führen können. Zusätz- Nach DGUV Regel 100-500 "Betreiben von Arbeitsmitteln", Kapitel 2.29 "Verarbeiten
lich müssen sie der Schutzklasse IP 54 von Beschichtungsstoffen" werden dann nur Anforderungen an den Explosions-
entsprechen und gegebenenfalls explo- schutz elek­trischer Spritz- und elektrostatischer Sprüheinrichtungen gestellt.
sionsgeschützt ausgeführt sein.
• Ventilatoren müssen so gestaltet sein Allerdings sind unabhängig von den Anforderungen zum Explosionsschutz – zur
und eingebaut werden, dass Funkenbil- Erfüllung der Anforderungen des Gesundheitsschutzes – in vielen Fällen technische
dung (z. B. durch Berühren des Lüftungsmaßnahmen notwendig – siehe Abschnitt 15 und DGUV Regel 109-013.
Laufrads mit dem Gehäuse) nicht ein-
treten kann (siehe DIN EN 14986). Sie
müssen entsprechend der im Inneren
vorliegenden und der sie umgebenden
explosionsfähigen Atmosphäre ausge-
wählt werden (siehe auch Abschnitt 9,
Tabelle 3)
• Anforderungen an elektrische und
nicht­elektrische Geräte und Komponen-
ten enthält Abschnitt 9.
• Es ist ein Explosionsschutzdokument
zu erstellen (siehe Abschnitt 3 und
Anhang 4).

18
9 Elektrische und nichtelektrische Geräte und
Komponenten

In feuergefährdeten Räumen sowie feuer­- • Die Schalteinrichtung der elektrischen Zusätzlich können Maßnahmen zum
und explosionsgefährdeten Bereichen Anlage muss auch im Brandfall immer Schutz gegen mechanische Gefahren
sind unterschiedliche Schutzmaßnahmen leicht und gefahrlos erreichbar sein (z. B. durch den Umgang mit Werk­
erforderlich: (siehe VDE 0105). stücken) und zum Schutz gegen unzuläs-
• Ausführungen und Schutzmaßnahmen • Die Stellteile der Schalteinrichtung sige äußere Temperatureinwirkung not-
siehe Tabellen 2 und 3 müssen hinsichtlich ihres Schaltzu- wendig sein.
• Die Notbeleuchtung muss im Brandfall standes und ihrer Zuordnung zu den
auch nach Abschalten der übrigen elektrischen Geräten deutlich gekenn- Können Elektromotoren oder Leuchten
elektrischen Einrichtungen betrieben zeichnet sein. betriebsmäßig Spritz-­oder Sprühnebeln
werden können. • Spätestens seit dem 01.07.2003 fallen ausgesetzt sein, müssen sie hiergegen
• Signal-­, Warn- und Sicherheitseinrich- explosionsgeschützte Geräte unter die zusätzlich geschützt sein, z. B. durch
tungen dürfen unter Spannung bleiben. EG-Richtlinie 94/9/EG. Ab dem Bleche oder Glasabdeckungen.
Diese Anlagen dürfen nicht in die Not- 20.04.2016 gilt deren Neufassung
abschaltung einbezogen sein; sie müs- 2014/34/EU2). Hinsichtlich Dokumenta-
sen in einem unabhängig abschaltba- tion und Kennzeichnung siehe Tabelle 3.
ren Stromkreis liegen.

Elektrische(s) Gerät/e Feuergefährdeter Bereich Explosionsgefährdeter Bereich Explosionsgefährdeter Bereich


Komponente – Zone 2 – Zone 1

Elektromotoren Schutzart IP 441) Klemmkästen Ex-Schutz nach Normenreihe Ex-Schutz nach Normenreihe
IP 541) DIN EN 60079 ff. sowie ggf. Pro- DIN EN 60079 ff. sowie ggf. Pro-
duktnormen für Gerätekategorie 3, duktnormen für Gerätekategorie 2
häufig Zündschutzart „n“ und und Schutzart IP 441), Klemmkäs-
Schutzart IP 441), Klemmkästen ten IP 541)
IP 541)

Schalter und sonstige elektrische Schutzart IP 541) Ex­Schutz nach Normenreihe Ex­Schutz nach Normenreihe
Geräte DIN EN 60079 ff. sowie ggf. Pro- DIN EN 60079 ff. sowie ggf. Pro-
duktnormen für Gerätekategorie 3, duktnormen für Gerätekategorie 2
Leuchten Schutzart IP 541) häufig Zündschutzart „n“ und und Schutzart IP 541)
Schutzart IP 541)
D bisher
F F

Nichtelektrische Geräte (z. B. ./. Ex­Schutz nach Normenreihe Ex­Schutz nach Normenreihe
Förderbänder, Getriebe, pneuma- DIN EN 13463 sowie ggf. Produkt- DIN EN 13463 sowie ggf. Produkt-
tische Pumpen) normen für Gerätekategorie 3 normen für Gerätekategorie 2

Tabelle 2 Technische Anforderungen an Geräte und Komponenten bei Einsatz in feuergefährdeten Räumen sowie explosionsgefährdeten Räumen
oder Bereichen

!
1) Siehe Abschnitt 10 oder andere sicher- Hinweis:
heitstechnisch gleichwertige Konstruk- Die Kennzeichnung bezieht sich auf Leuchten, die zur Vermeidung der Entzündung
tions- oder Bauformen (siehe auch von abgelagerten Staubschichten (getrockneter Overspray) eine geringe Ober­
DIN EN 60079-15) flächentemperatur aufweisen müssen. Sie ist keine Kennzeichnung hinsichtlich des
2) Bestehende Konformitätserklärungen Explosionsschutzes.
und Kennzeichnungen nach RL 94/9/EG
behalten jedoch weiterhin ihre
Gültigkeit.

19
Elektrische und nichtelektrische Geräte und Komponenten

Rechtsgrundlage/Geltungsbereich Explosionsgefährdeter Bereich – Zone 2 Explosionsgefährdeter Bereich – Zone 1

Altes Recht: ElexV

Elektrische Betriebsmittel Anforderungen nach der Anforderungen nach der


Bis 30.06.2003 in Verkehr gebracht • Verordnung über elektrische Anlagen in • Verordnung über elektrische Anlagen in
explosionsgefährdeten Räumen vom explosionsgefährdeten Räumen vom
01.07.1980 in Verbindung mit 01.07.1980 in Verbindung mit
• VDE 0165 Abschnitt 6.3 (Febr. 1991): • VDE 0165 Abschnitt 6.1 (Febr. 1991):

Elektrische Betriebsmittel, für die die Herstell- Elektrische Betriebsmittel, für die eine Bau-
firma erklärt, dass sie für Zone 2 geeignet sind. musterprüfbescheinigung1) vorliegt und
auf denen das Zeichen
Zusätzlich müssen Elektromotoren mindes-
tens in Schutzart IP 44, Leuchten mindestens
in Schutzart IP 54 ausgeführt sein. angebracht ist.

Zusätzlich müssen Elektromotoren mindes-


tens in Schutzart IP 44, Leuchten mindestens
in Schutzart IP 54 ausgeführt sein.

Aktuelles Recht: RL 94/9/EG, ab 20.04.2016 RL 2014/34/EU 11. ProdSV

Elektrische Geräte und Komponenten Geräte und Komponenten der Gerätegruppe II Geräte und Komponenten der Gerätegruppe II
und mindestens der Gerätekategorie 3G und mindestens der Gerätekategorie 2G
Seit 01.07.2003 in Verkehr gebracht (bereits
seit 01.03.1996 zulässig) Mitgeliefert werden müssen: Mitgeliefert werden müssen:
– EG-Konformitätserklärung2) – EG-Konformitätserklärung2)
– Betriebsanleitung – Betriebsanleitung
Mindestkennzeichnung3): Mindestkennzeichnung3):

II 3 G Ex II 2 G Ex

Nichtelektrische Geräte und Komponenten Geräte und Komponenten der Gerätegruppe II Geräte und Komponenten der Gerätegruppe II
und mindestens der Gerätekategorie 3G und mindestens der Gerätekategorie 2G
Seit 01.07.2003 in Verkehr gebracht
(bereits seit 01.03.1996 zulässig) Mitgeliefert werden müssen: Mitgeliefert werden müssen:
– EG-Konformitätserklärung2) – EG-Konformitätserklärung2)
– Betriebsanleitung – Betriebsanleitung

Mindestkennzeichnung3): Mindestkennzeichnung3):

II 3 G II 2 G

Tabelle 3 Mindestanforderungen an explosionsgeschützte elektrische und nichtelektrische Geräte und Komponenten nach Rechtsgrundlagen

1) einer akkreditierten Prüfstelle


2) Mit Umsetzung der RL 94/9/EG ist die Verpflichtung entfallen, bei elektrischen Geräten der Kategorie 2 die EG-Baumusterprüfbe-
scheinigung mitzuliefern. Beteiligung einer benannten Stelle bei Kategorie-2-Geräten: Durchführung der EG-Baumusterprüfung
(ab 20.04.2016 EU-Baumusterprüfung) bei elektrischen Geräten, Aufbewahrung der technischen Dokumentation der Herstell­
firma bei nichtelektrischen Geräten sowie Bewertung des QM-Systems.
3) Weitere Kennzeichnungen (falls zutreffend): Zündschutzart nach Normenreihen DIN EN 60079 ff. (elektrisch) bzw. DIN EN 13463
ff. (nichtelektrisch), Explosionsgruppe, Temperaturklasse, Zertifizierungs-Kennzeichnung; die CE-Kennzeichnung entfällt bei
Komponenten – siehe Folgeseiten

20
10 Kennzeichnung explosionsgeschützter
­Geräte und Komponenten

Explosionsgeschützte Geräte und Kom­ Abbildung 22). Die vollständige Kenn-


ponenten müssen auf dem Typenschild zeichnung und weitere Informationen
mit allen Informationen gekennzeichnet zum Zündschutz müssen auch in der
sein, die erforderlich sind, um eine den Betriebsanleitung der Geräte und Kompo-
Explosionsgefährdungen entsprechende nenten enthalten sein.
Auswahl treffen zu können (Tabelle 4,

Die grundlegende Kennzeichnung besteht aus folgenden Elementen:


Kennzeichnung Beschreibung

„Ex im Hexagon“ Spezielle Explosionsschutzkennzeichnung für Geräte, Schutzsysteme und Komponenten

Gerätegruppe I Für den Betrieb in Bergwerken

II Für den Betrieb in allen anderen Bereichen

Gerätekategorie 1 Für den Einsatz in Zone 0 oder 20

2 Für den Einsatz in Zone 1 oder 21

3 Für den Einsatz in Zone 2 oder 22

G Für explosionsfähige Atmosphären, verursacht durch Gase, Dämpfe oder Nebel

D Für explosionsfähige Atmosphären, verursacht durch Staub (D = Dust)

Tabelle 4 Kennzeichnung von Geräten und Komponenten nach EG-Richtlinie 94/9/EG1)

1 Ab 20. April 2016 RL 2014/34/EU, bestehende Konformitätserklärungen und


Kennzeichnungen nach RL 94/9/EG behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

21
Kennzeichnung explosionsgeschützter ­Geräte und Komponenten

Zu einer vollständigen Kennzeichnung


CE-Symbol und gehören darüber hinaus Angaben
Kenn-Nummer der
• zur Temperaturklasse;
Gerätekategorie Identifikationsdaten benannten Stelle
• zur Explosionsgruppe;
Ex-Symbol • ggf. zu der/n angewendeten
Hersteller/Adresse Leistungsdatum Zündschutzart(en);
Herstellungsjahr elektrisch • ggf. Zertifizierung durch eine benannte
Gerätegruppe Produkt-/Seriennummer hydraulisch
Stelle.

II 2 G Ex de IIA T3 0102

PTB 15 ATEX 5000


Zertifizierung Temperaturklasse
Kennzeichnung Exposionsgruppe
elektrischer
Zündschutzart(en)
Betriebsmittel
(„Ex“ für nicht-
elektrische Betriebsmittel)

Abb. 22 Beispiel einer vollständigen Kennzeichnung

Zusatzkennzeichnung über die Bescheinigung der Prüfstelle (Zertifizierung)

Kennzeichnung Bedeutung Beispiel (Abb. 22)

NB Symbol der benannten Stelle PTB

YY Jahr der Ausstellung 15

ATEX Kennzeichnung der Ausgabe des Zertifikates

XXXX Zertifikat-Nummer der benannten Stelle 5000

Temperaturklassen Geräte, die einer höheren Temperatur-


Brennbare Gase und Dämpfe sind nach klasse entsprechen (z. B. T5), sind auch
ihrer Entzündbarkeit in Temperaturklas- für Anwendungen zulässig, bei denen
sen eingeteilt (Tabelle 5). Die maximale eine niedrigere Temperaturklasse gefor-
Oberflächentemperatur eines explosions- dert ist (z. B. T2 oder T3).
geschützten Gerätes muss stets kleiner
sein als die Zündtemperatur des Gas-/
bzw. Dampf-/Luftgemisches, in dem es
eingesetzt wird.

22
Kennzeichnung explosionsgeschützter ­Geräte und Komponenten

Temperaturklasse Zündtemperatur der Gase/Dämpfe Beispiel Max. Oberflächentemperatur am


in ° C Gerät in ° C
T1 > 450 Styrol, Aceton, Ammoniak, Toluol, 450
Methanol

T2 > 300 bis 450 Ethylalkohol, n-Butan, 300


n-Butylalkohol

T3 > 200 bis 300 Benzine, n-Hexan 200

T4 > 135 bis 200 Acetaldehyd, Ethylether 135

T5 > 100 bis 135 – 100

T6 > 85 bis 100 Schwefelkohlenstoff  85

Tabelle 5 Temperaturklassen

! !
Explosionsgruppen Hinweis: Hinweis:
Die Zündwilligkeit (und damit Gefährlich- In einigen Beschichtungsstoffen kön- Elektrostatische Sprühgeräte sind statt
keit) von Gasen und Dämpfen nimmt von nen auch Lösemittel der Explosions- mit der Explosionsgruppe mit der ma-
Explosionsgruppe IIA nach IIC zu. gruppe IIB enthalten sein. Nach dem ximalen Entladeenergie gekennzeich-
Stand der Technik sind bei der Spritz- net. Eine elektrostatische Handsprüh-
Geräte, die die Explosionsgruppe IIC erfül- verarbeitung solcher Beschichtungs- pistole für entzündbare flüssige
len, dürfen auch für die anderen Explosi- stoffe auch in diesen Fällen explosi- Beschichtungsstoffe muss z. B. den
onsgruppen verwendet werden. Geräte, onsgeschützte Geräte, die die Grenzwert von 0,24 mJ einhalten. Die-
die die Explosionsgruppe IIB erfüllen, Explosionsgruppe IIA erfüllen, ausrei- ser Wert muss auf dem Typenschild
dürfen auch bei der Explosionsgruppe IIA chend zündsicher. Sie dürfen daher in angegeben sein.
eingesetzt werden. Geräte, die die Explo- den explosionsgefährdeten Bereichen
sionsgruppe IIA erfüllen, dürfen nur bei entsprechend Anhang 1 installiert sein Die Einhaltung dieses Grenzwertes
den Gasen und Dämpfen dieser Explosi- und betrieben werden. bedeutet, dass alle handelsüblichen
onsgruppe eingesetzt werden. Beschichtungsstoffe und Verdünnun-
gen mit den so gekennzeichneten
Die in der Praxis üblichen Lack­und Löse- Sprühgeräten verarbeitet werden
mitteldämpfe fallen in die Explosions- dürfen.
gruppe IIA. Beispiele für IIB sind Ethanol
und 1-Butanol, für IIC Wasserstoff oder
Acetylen.

23
Kennzeichnung explosionsgeschützter ­Geräte und Komponenten

Zündschutzarten In der Ex-Kennzeichnung eines Gerätes


Durch geeignete technische Maßnahmen wird die Zündschutzart durch den ersten
muss sichergestellt sein, dass entspre- Buchstaben der Zündschutzart genannt.
chend der geforderten Gerätekategorie Alternativ zu den europäischen Geräte­
keine Zündquelle wirksam wird. Es gibt kategorien werden nach der IEC 60079-0
mehrere Möglichkeiten, den Explosions- und somit bei Zulassungen entsprechend
schutz elektrischer und nichtelektrischer dem IECEx-Schema Equipment Protection
Geräte zu erreichen. Die Zündschutzarten Levels (EPL, deutsch: Geräteschutzni-
sind in den Tabellen 6 und 7 aufgeführt. veaus) zugewiesen.

Zündschutzart Kurz­ Abbildungen Beschreibung der Schutzmaßnahme Anwendung Kategorie


________ zeichen gemäß
Norm Richtlinie
________
Geräte-­
schutz­
niveau (EPL)

druckfeste Kapse- d • explosionsdruckfeste Bauweise Energietechnische II 2 G


lung • Verhinderung des Flammendurchtritts an äuße- Betriebsmittel, Schalt- II 3 G
________ re Umgebung geräte, Motoren ________
• Festlegung der max. Spaltabmessungen (Zündschutzart für
DIN EN 60079-1 • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur alle Geräte, die im Gb
Normalbetrieb zünd- Gc
fähig sind)

erhöhte Sicherheit e • keine betriebsmäßigen Funken oder Lichtbögen Anschluss- und Vertei- II 2 G
________ • Festlegung von Luft- und Kriechstrecken lerkästen, Leuchten, II 3 G
• Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Messinstrumente, ________
DIN EN 60079-7 • Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen Käfiglaufmotoren
• besondere Anforderungen an Wicklungen (Lei- (keine zündfähigen Gb
terquerschnitt, Isolierfähigkeit, mechanische Zündquellen im Nor- Gc
Festigkeit) malbetrieb und bei zu
erwartenden
Störungen)

Eigensicherheit ia, ib • betriebsmäßige Funken erlaubt Mess-, Steuer-, Regel- II 1 G


________ • Arbeiten unter Spannung möglich technik, Datentechnik II 2 G
• Begrenzung von Strom und Spannung (kleine elektrische II 3 G
DIN EN 60079-11 • Begrenzung von inneren und äußeren Induktivi- Werte, steigende ________
täten und Kapazitäten Bedeutung)
• Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Ga
• Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen Gb
• Geräte der Kategorie 1 möglich! (ia) Gc

Vergusskapselung ma, mb • Einbettung der Bauteile in Vergussmasse Mess-, Steuer- und II 1 G


________ • Ex-Atmosphäre wird von potentieller Zündquelle Regeltechnik (Vermei- II 2 G
ferngehalten. dung heißer Stellen II 3 G
DIN EN 60079-18 • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur auf Platinen) ________
• Vergussmasse ist resistent gegen elektrische,
thermische, mechanische oder chemische Ga
Einflüsse. Gb
• Geräte der Kategorie 1 möglich! (ma) Gc

Ölkapselung o • Einbettung der Bauteile in Öl Transformatoren


________ • Ex-Atmosphäre wird von potentieller Zündquelle (seltene Anwendung) II 2 G
ferngehalten. II 3 G
DIN EN 60079-6 • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur ________

Ga
Gb
Gc

24
Kennzeichnung explosionsgeschützter ­Geräte und Komponenten

Zündschutzart Kurz­ Abbildungen Beschreibung der Schutzmaßnahme Anwendung Kategorie


________ zeichen gemäß
Norm Richtlinie
________
Geräte-­
schutz­
niveau (EPL)

Überdruckkapselung p, pz • Überdruck eines Inertgases im Geräteinneren Energietechnische II 2 G


________ mit Überwachungseinrichtung Betriebsmittel (aktive II 3 G
• Eindringen der Ex-Atmosphäre wird Maßnahmen zur ________
DIN EN 60079-2 ausgeschlossen. Sicherheit
• Begrenzung der max. Oberflächentemperatur erforderlich) Gb
• Begrenzung der max. Bauteiletemperatur Gc
• vereinfachte Geräte der Kategorie 3 möglich!
(pz)

Sandkapselung q • Einbettung der Bauteile in Sand Kondensatoren, elek­ II 2 G


________ • Ausbreitung einer Explosion im Inneren wird tronische Bauteile II 3 G
verhindert. (Füllung mit kleinen ________
DIN EN 60079-5 • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur Glaskugeln oder Sand
• Gehäuse darf nicht geöffnet werden. Gb
Gc

nichtfunkende nA • Entstehung eines Funkens ist ausgeschlossen. Nichtfunkende Be- II 3 G


Einrichtung • Festlegung von Luft- und Kriechstrecken triebsmittel z. B. in ________
________ • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur einer Leuchte
• Begrenzung der max. Bauteiletemperaturen Gc
DIN EN 60079-15

Einrichtungen und nC In den Ausführungen Gekapselte II 3 G


Bauteile • umschlossene Schalteinrichtung Vorschaltgeräte, ________
________ • hermetisch verschlossene Einrichtung abgedichtete Relais
• nichtzündfähiges Bauteil Gc
DIN EN 60079-15 • abgedichtete Einrichtung

schwadensicheres nR • Eindringen von Ex-Atmosphäre wird Schwadensichere II 3 G


Gehäuse ausgeschlossen. Gehäuse ________
________ • Vorrichtung zur Überprüfung der
Schwadensicherheit Gc
DIN EN 60079-15 • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur

Tabelle 6 Zündschutzarten für gasexplosionsgeschützte elektrische Geräte entsprechend DIN EN 60079-0 und zusätzlich einer oder mehreren
Norm(en) zu den Zündschutzarten

25
Kennzeichnung explosionsgeschützter ­Geräte und Komponenten

Zündschutzart / Kurz­ Abbildungen Beschreibung der Schutzmaßnahme Kategorie(n)


Norm zeichen gemäß
Richtlinie
druckfeste d • Explosionsdruckfeste Bauweise II 2 G
Kapselung/ • Verhinderung des Flammendurchtritts an die äußere Umgebung II 3 G
DIN EN 13463-3 • Festlegung max. Spaltabmessungen
• Begrenzung der maximalen Oberflächentemperatur

Flüssigkeits­ k • Tauchen oder ständiges Benetzen der Bauteile mit Flüssigkeit II 2 G


kapselung/ • Ex-Atmosphäre wird von potentieller Zündquelle getrennt. II 3 G
DIN EN 13463-8 • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur

konstruktive c • Vermeidung von mechanisch erzeugten Zündquellen durch Auswahl II 2 G


Sicherheit/ geeigneter konstruktiver Parameter und Sicherheitsabstände II 3 G
DIN EN 13463-5 • keine elektrostatischen Aufladungen

schwadenhem- fr • Ansammlung von Ex-Atmosphäre im Inneren wird verhindert, wenn II 3 G


mende die äußere Ex-Atmosphäre nur selten oder kurzzeitig auftritt.
Kapselung/ • Begrenzung der max. Oberflächentemperatur
DIN EN 13463-2

Zündquellen­ b1 • Überwachung potentieller Zündquellen II 2 G


überwachung/ b2 • ggf. Abschaltung, bevor diese zu wirksamen Zündquellen werden II 3 G
DIN EN 13463-6 • Anforderungen an die Zuverlässigkeit von Überwachungsgeräten
(Zündschutzniveaus IPL1 + IPL2). Geräte dieser Zündschutzart müs-
sen den Normen DIN EN 13463-1 (allgemeine Anforderungen) und
DIN EN 13463-6 (Schutz durch Zündquellenüberwachung) genügen.

Tabelle 7 Zündschutzarten für gasexplosionsgeschützte nichtelektrische Geräte entsprechend DIN EN 13463-1 und zusätzlich einer oder mehre-
ren Norm(en) zu den Zündschutzarten

Anforderungen an Fördergurte und Werden Fördergurte in Zone 1 eingesetzt, Antriebsriemen in Zone 0 sind zu
Antriebsriemen müssen u.a. folgende Bedingungen erfüllt vermeiden.
Werden Fördergurte in Zone 0 eingesetzt, sein1):
müssen u. a. folgende Bedingungen er- • Fördergurt selbst ausreichend Antriebsriemen in Zone 1 müssen u. a.
füllt sein1): ableitfähig folgende Bedingungen erfüllen1):
• Fördergurt selbst ausreichend • Bandgeschwindigkeit ≤ 5 m/s (≤ 0,5 m/s • Riemen ableitfähig und geerdet
ableitfähig bei IIC-Stoffen) • Riemengeschwindigkeit ≤ 30 m/s
• Bandgeschwindigkeit ≤ 0,5 m/s • Gurttrommeln und Tragrollen geerdet
• Gurttrommeln und Tragrollen geerdet • Gurtverbinder zulässig Geeignet sind Riemen mit der Kennzeich-
• Gurtverbinder nicht zulässig nung nach ISO 1813 „ antistatisch“

1 siehe TRGS 727

26
Kennzeichnung explosionsgeschützter ­Geräte und Komponenten

IP-Schutzarten Die Einstufung erfolgt anhand der in Ta-


Elektrische Geräte, die in explosionsge- belle 8 aufgelisteten IP-(„Ingress Protecti-
fährdeten Bereichen eingesetzt werden on“) Schutzarten:
sollen, müssen häufig (unabhängig vom
Zündschutz) auch gegen das Eindringen
von Festkörpern und Nässe geschützt
sein.

Schutz gegen Eindringen von


Schutzart Kennziffer des Symbol nach DIN VDE 0713 Partikeln und Nässe (IP) nach
Schutzgrades Teil 1 (angenähert) DIN EN 60529
Schutz gegen Fremdkörper IP 1 X
Fremdkörper und > 50 mm
Staub
Fremdkörper IP 2 X
> 12 mm

Fremdkörper IP 3 X
> 2,5 mm

Fremdkörper IP 4 X
> 1,0 mm

keine Staubablagerung IP 5 X

kein Staubeintritt IP 6 X

Schutz gegen Nässe Tropfwasser senkrecht IP X 1

Tropfwasser schräg IP X 2

Sprühwasser IP X 3

Spritzwasser IP X 4

Strahlwasser IP X 5

starkes Strahlwasser IP X 6

zeitweiliges Untertauchen IP X 7
(wasserdicht)

dauerndes Untertauchen (druck- IP X 8


wasserdicht) (_ _ m Tauchtiefe)

Tabelle 8 IP-Schutzarten

27
11 Lacklagerung

Lacklager müssen die entsprechenden Anforderun-


Flüssige entzündbare Beschichtungsstof- gen des Abschnitts 5 erfüllt sein.
fe und Verdünnungen (z. B. Lacke, Härter,
Lösemittel, Einstellmittel) müssen grund- Lagerräume dürfen nicht an Wohnräume
sätzlich in Lacklagern aufbewahrt wer- und Beherbergungsräume sowie sonstige
den. Lacklager sind Lagerräume im Sinne Schlafräume grenzen. Ausnahmen siehe
der TRGS 510. Solche Lagerräume dürfen TRGS 510.
nicht anderweitig genutzt werden.
Anforderungen an Flucht- und Rettungs-
Eine Lagerung ist nicht zulässig wege sind im Abschnitt 5 beschrieben. Ab
• in Durchgängen und Durchfahrten; 200 m2 Grundfläche müssen mindestens
• in Treppenräumen; zwei möglichst gegenüberliegende Aus-
• in allgemein zugänglichen Fluren; gänge verfügbar sein (TRGS 510).
• auf Dächern;
• in Dachräumen. Bei der gemischten Lagerung unter-
schiedlicher Gefahrstoffe (z. B. entzünd-
Lagerräume innerhalb von Gebäuden müs- bare flüssige Stoffe mit akut toxischen
sen in Abhängigkeit von der Lagermenge Stoffen oder Druckgasen) sind die Zusam-
und der Entzündbarkeit der Flüssigkeiten menlagerungsverbote der TRGS 510 zu
von anderen Räumen brandschutztech- beachten.
nisch abgetrennt werden (Tabelle 9).
Hinsichtlich der Ausstattung mit Feuer­
Lagermenge [kg] Gelagerte Flüssigkeiten löschern und Feuerlöschanlagen siehe
Abschnitt 6.
ausschließlich entzündbar auch leicht/extrem
entzündbar
An den Zugängen ist das Verbotszeichen
≤ 200 (1000*) Kein Lagerraum erforderlich „Keine offene Flamme; Feuer, offenes
200< M ≤ 1000 F30 / REI 30 F30 / REI 30 Licht und Rauchen verboten“ und gegebe-
nenfalls das Warnzeichen „Warnung vor
1000 < M ≤ 10000 F30 / REI 30 F90 / REI 90 explosionsfähiger Atmos­phäre“ sowie
> 10000 F90 / REI 90 F90 / REI 90 das Verbotszeichen „Zutritt für Unbefugte
verboten“ anzubringen.
*bei ausschließlicher Lagerung von Flüssigkeiten mit Flammpunkt > 60 °C
Lacklager sollen – soweit im Brandschutz-
Tabelle 9 Brandschutztechnische Abtrennung von Lagerräumen konzept gefordert – in das Blitzschutz­
system (z. B. entsprechend DIN EN 62305)
einbezogen werden.
Andere Eigenschaften der Beschich- bzw. Wände und Decken z. B. REI 30 und
tungsstoffe (z. B. brandfördernd, Türen z. B. EI2 30-C nach DIN EN 13501). Um gefährliche elektrostatische Aufla-
krebs­erzeugend) können zu höheren Sie müssen aus nichtbrennbaren Baustof- dungen zu vermeiden, müssen alle metal-
Anforderungen an die Lagerung füh- fen (Baustoffklasse A nach DIN 4102 bzw. lischen Gegenstände elektrisch leitfähig
ren. Zusammenlagerungsverbote sind DIN EN 13501) bestehen. Fenster und miteinander verbunden und geerdet wer-
zu beachten. Weitere Informationen Türen müssen in der Feuerwiderstands- den (Potentialausgleich – Abb. 23).
siehe TRGS 510. dauer der durchbrochenen Wand bzw.
Decke gegen Brandübertragung gesichert Auffangräume
sein. Ausnahmen gelten nach TRGS 510 Räume zum Auffangen ausgelaufener
Wenn keine Verbindung zu anderen Ge- für Räume, für die ein Brandschutzkon- entzündbarer Flüssigkeiten (Auffangwan-
bäudeteilen besteht, müssen Wände, zept vorliegt. nen) müssen aus nichtbrennbaren Bau­
Decken und Türen mindestens feuerhem- stoffen (Baustoffklasse A nach DIN 4102
mend ausgeführt sein (Wände und De- Falls Wände des Lagerraums Teil einer bzw. DIN EN 13501) bestehen und für das
cken F 30 und Türen T 30 nach DIN 4102 baulichen Brandabschnittstrennung sind, Lagergut undurchlässig sein. Zumeist wird

28
Lacklagerung

rate durch natürliche Lüftung etwa 0,4 pro


Stunde.

Bei aktiver Lagerung muss ständig ein


mindestens 5-facher Luftwechsel in der
Stunde gewährleistet sein. Dies macht
den Einsatz einer technischen Lüftung
(Luftaustausch durch Ventilatoren) erfor-
derlich. Der Abluftventilator muss explosi-
onsgeschützt sein, wenn im Lager Zonen
für die explosionsgefährdeten Bereiche
eingeteilt wurden. Die Wirksamkeit der
technischen Lüftung ist z. B. durch Strö-
mungswächter in der Abluftleitung zu
überwachen. Eine Fehlfunktion der Lüf-
tung muss angezeigt werden.
Abb. 23 Regale im Lacklager mit Potentialausgleich
Explosionsgefährdete Bereiche
Für die Lagerung entzündbarer Flüssig­
der Fußboden des Lacklagers als Auffang­ Rauminhalt des größten Gebindes auf- keiten in gefahrgutrechtlich zulässigen
raum/Auffangwanne ausgebildet. nehmen kann. Kann eine gefährliche Transportbehältern mit einem Rauminhalt
explosionsfähige Atmosphäre nicht aus- bis 1.000 l sind in Tabelle 10 explosions-
Die Anforderungen an die Beschaffenheit geschlossen werden, müssen die Auf- gefährdete Bereiche und Anforderungen
und Größe des Auffangraums sind in den fangeinrichtungen elektrostatisch ableit- an elektrische und nichtelektrische Gerä-
wasserrechtlichen Bestimmungen gere- fähig und, bei nichtableitfähigen Böden, te und Komponenten festgelegt.
gelt, z. B. in der Anlagenverordnung was- geerdet sein.
sergefährdende Stoffe (VAwS) und der Betrieb von Lacklagern
Löschwasser-Rückhalte-RichtLinie Lüftung Entzündbare Flüssigkeiten (z. B. Lacke,
(LöRüRL). Die Lagerräume müssen ausreichend Verdünnungen, Hilfsstoffe) dürfen nur in
be- und entlüftet sein. Die Abluft muss in bruchsicheren (z. B. aus Metall bestehen-
Der Auffangraum muss bei Lagerung ent- Bodennähe angeordnet sein. Zu- und den) und verschlossenen Originalbehäl-
zündbarer Flüssigkeiten in ortsbeweg­ Abluft sollten so angeordnet sein, dass tern oder in gefahrgutrechtlich zugelasse-
lichen Gefäßen mindestens die nachste- eine möglichst vollständige und gleich- nen Behältern gelagert werden.
henden Anforderungen erfüllen: mäßige Durchlüftung erzielt wird.
• Bei einem Gesamtfassungsvermögen Die Aufbewahrung oder Lagerung in Be-
der ortsbeweglichen Gefäße bis Bei ausschließlich passiver Lagerung (es hältern, durch deren Form oder Bezeich-
100 m3: mindestens 10 % des Raumin- findet kein Abfüllen, Mischen oder Umfül- nung der Inhalt mit Lebensmitteln ver-
haltes aller im Auffangraum gelagerten len/Umpumpen statt) entzündbarer Flüs- wechselt werden kann, ist verboten.
Gefäße, mindestens jedoch dem Inhalt sigkeiten in gefahrgutrechtlich zulässigen
des größten gelagerten Gefäßes Transportbehältern mit einem Rauminhalt Die Behälter sind mit einer Kennzeich-
entsprechend. bis 1000 l ist ein mindestens 0,4-facher nung zu versehen, die ausreichende Infor-
• Bei einem Gesamtfassungsvermögen Luftwechsel pro Stunde zu gewährleisten. mationen über die Einstufung enthält und
der ortsbeweglichen Gefäße von mehr aus der die Gefahren bei der Handhabung
als 100 m3 bis höchstens 1000 m3: min- In passiven Lägern wird bei natürlicher/ und die zu beachtenden Schutzmaßnah-
destens 3 % des Rauminhaltes aller im freier Lüftung (Austausch von Raumluft men hervorgehen oder abgeleitet werden
Auffangraum gelagerten Gefäße, min- gegen Außenluft infolge Wind und/oder können, siehe TRGS 201. Ergibt die Ge-
destens jedoch 10 m3. Temperaturdifferenzen bei ausreichend fährdungsbeurteilung, dass eine vollstän-
dimensionierten Zu- und Abluftöffnungen dige Kennzeichnung bei Tätigkeiten nicht
Alternativ können Behälter mit flüssigen in Außenwänden) etwa 1-facher Luftwech- notwendig ist, kann eine vereinfachte
Gefahrstoffen in eine Auffangeinrichtung sel pro Stunde erreicht. Bei Lagerräumen innerbetriebliche Kennzeichnung ange-
aufgestellt werden, die mindestens den unter Erdgleiche beträgt die Luftwechsel- wendet werden.

29
Lacklagerung

Lagerbedingungen Explosionsgefährdeter Bereich Elektrische und nichtelektrische Bemerkungen


Geräte und Komponenten
Lagerräume zur ausschließlich passiven Lagerung
(es findet kein Abfüllen, Mischen oder Umfüllen/Umpumpen statt)

Lagerraum bis 100 m3 und mindes- raumhoch mindestens Gerätegruppe II, Ausnahmen siehe TRGS 510
tens 0,4-facher Luftwechsel pro Zone 2 Gerätekategorie 3G1)
Stunde

Lagerraum über 100 m3 und min- bis 1,5 m Höhe mindestens Gerätegruppe II,
destens 0,4-facher Luftwechsel Zone 2 Gerätekategorie 3G1)
pro Stunde

Lagerraum über 100 m3 und min- kein explosionsgefährdeter Bis zu einer Höhe von 0,8 m über
destens 2-facher Luftwechsel pro Bereich2) Erdgleiche müssen alle fest instal-
Stunde lierten Geräte der Gerätegruppe II,
Gerätekategorie 3G entsprechen.

Lagerung nicht explosionsgefährdet, sofern Für den Explosionsschutz ist eine


• reiner Flüssigkeiten mit Flamm- die Flüssigkeit bei der Lagerung Lüftung nicht erforderlich.
punkt über 35 °C oder nicht auf eine Temperatur über
• von Gemischen mit Flamm- 30 °C erwärmt wird
punkt über 45 °C

Lagerräume zur aktiven Lagerung


(es findet auch Abfüllen, Mischen oder Umfüllen/Umpumpen statt)

Lagerräume ohne Beschränkung 1 m um den Bereich, in dem abge- mindestens Gerätegruppe II,
der Raumgröße, in denen ständig füllt wird, Zone 1 – unabhängig Gerätekategorie 2G
ein mindestens 5-facher Luftwech- von der Art der Abfüllung und der
sel in der Stunde gewährleistet ist abgefüllten Menge

restlicher Lagerraum mindestens Gerätegruppe II,


Zone 2 Gerätekategorie 3G

Tabelle 10 Explosionsgefährdete Bereiche und Anforderungen an elektrische und nichtelektrische Geräte und Einrichtungen bei der Lagerung
entzündbarer Flüssigkeiten

1) fest installierte Gaswarneinrichtung nicht berücksichtigt (siehe hierzu TRGS 510,


Anlage 5, Abschn. 2)
2) bis 1,5 m Höhe Zone 2 bei Lagerung zündempfindlicher Stoffe der Temperaturklasse
T5 oder T6 sowie Diethylether

30
Lacklagerung

Lagerung in Arbeitsräumen Die Bereitstellung von flüssigen Be-


Die begrenzte Lagerung von flüssigen schichtungsstoffen in der für den Fort-
Beschichtungsstoffen in Arbeitsräumen gang der Arbeit erforderlichen Menge
ist unter Beachtung folgender Bedingun- (maximal der Bedarf einer Arbeits-
gen zulässig: schicht) ist keine Lagerung in
• Entzündbare Flüssigkeiten (gekenn- Arbeitsräumen.
zeichnet mit H224, H225, H226 bzw.
R12, R11, R10) bis zu einer Gesamtmen-
ge von 200 kg1) dürfen außerhalb von
Lagern in
1. zerbrechlichen Behältern bis maxi-
mal 2,5 l Fassungsvermögen je Be-
hälter oder
2. in nicht zerbrechlichen Behältern
bis maximal 10 l Fassungsvermögen
je Behälter
gelagert werden, sofern die Gefähr-
dungsbeurteilung keine erhöhte Brand-
gefahr ergibt. Hierbei dürfen maximal
20 kg extrem und leicht entzündbare
Flüssigkeiten, davon nicht mehr als
10 kg extrem entzündbare Flüssigkei-
ten, enthalten sein. Restentleerte, un-
gereinigte Behälter sind wie gefüllte
Behälter zu betrachten.
• Geeignete Auffangeinrichtungen sind
auch bei der Lagerung außerhalb von
Lacklagern vorzusehen (siehe
Abschnitt 11).
• Bei der Lagerung außerhalb von Lager-
räumen sind die allgemeinen Schutz-
maßnahmen zu beachten.
• In unmittelbarer Nähe der Lagerbehäl-
ter mit entzündbaren Gefahrstoffen
dürfen sich keine wirksamen Zündquel-
len befinden.

Die Lagerung von entzündbaren Flüssig-


keiten in Arbeitsräumen kann auch in
bauartgeprüften Sicherheitsschränken
nach DIN EN 14470­-1 (Abb. 24) erfolgen.
Weitere Informationen enthält TRGS 510,
Anlage 3.

1 1000 kg bei ausschließlicher Lagerung Abb. 24 Sicherheitsschrank nach DIN EN 14470­-1


von Flüssigkeiten mit Flammpunkt
> 60 °C

31
12 Mischen, Bereitstellen, Farbversorgung

Für die baulichen Maßnahmen und die Raum freigesetzt werden können, kann
Kennzeichnung von Misch- und Bereitstel- die Lüftung mit 15 min Nachlüftzeit außer
lungsräumen gelten grundsätzlich diesel- Betrieb genommen werden. Das ist z. B.
ben Anforderungen wie an Lacklager. der Fall, wenn sich keine Gebinde oder
nur dicht verschlossene Gebinde in dem
Zur Festlegung und Einteilung explosions- Raum befinden.
gefährdeter Bereiche:
• in Misch- und Bereitstellungsräumen Die Funktion der Lüftung ist zu über­
siehe Anhang 1, Verarbeitungsfall 11; wachen (z. B. über Differenzdrucküber­
• an Farbmischregalen siehe Anhang 1, wachung). Eine Störung muss mit opti-
Verarbeitungsfall 12; schem oder akustischem Alarm angezeigt
• in Farbversorgungsräumen siehe An- werden.
hang 1, Verarbeitungsfall 13.
Eine ausreichende bzw. angemessene
Einrichtungen zum Mischen, zum Umfül- Beleuchtung ist sicherzustellen. Die
len, zur Lackversorgung oder -bereitstel- Nennbeleuchtungsstärke sollte jedoch
lung (Arbeitsschichtbedarf ) können in die mind. 500 Lux betragen.
Lackieranlagen bzw. Lacklager inte­griert
oder in separaten Räumen angeordnet
sein.

Separate Räume werden als Farbversor-


gungsräume bezeichnet (Abb. 25). Sie
gelten nicht generell als Brandabschnitt
bzw. Unterbrandabschnitt. Bestehende
Auflagen aus dem Baurecht (IndBauRL,
Bauordnung der Länder) sind zu erfüllen.
Decken, Wände und Türen müssen der
Kategorie "Nicht brennbar" entsprechen.
Sandwichpaneele aus schwer entflamm-
barem Isolationsmaterial aus PU-Schaum
und einer nichtbrennbaren Hülle aus
Stahl genügen dieser Anforderung. Fuß-
böden müssen elektrostatisch ableitfähig
sein. Der Ableitwiderstand darf 108 Ω
nicht überschreiten.

Der Farbversorgungsraum ist mit einer


technischen Lüftung auszustatten, die
einen fünffachen Luftwechsel pro Stunde
sicherstellt. Die Abluft muss in Boden­
nähe angeordnet sein. Vorhandene Auf- Abb. 25 Farbversorgungsraum
fangwannen müssen abgesaugt werden,
wenn eine technische Lüftung erforderlich
ist. Weitere Freisetzungsquellen sind z. B.
nicht dicht schließende Behälterdeckel
oder offene Gebinde.

Die Lüftung muss grundsätzlich immer in


Betrieb sein. Wenn während eines Be-
triebsstillstands keine Lösemittel in dem

32
13 Absaugung, Lüftung von Lackierräumen
und -bereichen

Räume und Bereiche, in denen Beschich- Für eine wirksame technische Lüftung • Der Zuluftvolumenstrom sollte etwas
tungsstoffe durch Personen verarbeitet haben sich folgende Maßnahmen geringer als der Abluftvolumenstrom
werden (z. B. Lackierräume, gesonderte bewährt: sein, um das Austreten von Gefahrstof-
Bereiche, Abdunsträume/-plätze, Misch- • Zuluft im oberen, Absaugung im unte- fen aus dem Arbeitsbereich zu
und Bereitstellungsräume) müssen eine ren Bereich des Raumes (Abb. 26). verhindern.
Lüftung aufweisen. Diese muss so ausge- • Querdurchströmung des Spritzberei-
führt sein, dass ches/Raumes (horizontal oder vertikal). Aus Energiespargründen sollten Maßnah-
• gefährliche explosionsfähige Atmos­ Die Arbeitsplätze sollten dabei im Be- men zur Verringerung der Volumenströme
phäre verhindert wird; reich der Frischluftzuführung liegen während Nichtspritzzeiten durchgeführt
• die Arbeitsplatzgrenzwerte entstehen- (Abb. 27). werden, z. B. Energiesparklappe im Zu-/
der Gase, Dämpfe, Nebel eingehalten • Impulsarme Zuluft (z. B. durch soge- Abluftstrom, Motoren mit Frequenzum-
werden können1) und nannte Quellschläuche), um starke richter für Zu-/Abluft, die mit der „Ruhe-
• im Arbeitsbereich der Bedienperson Verwirbelungen zu vermeiden. stellung“ der Spritzpistole gekoppelt
Zugluft nicht auftritt (bei den unten • Die mittlere Strömungsgeschwindigkeit sind.
beschriebenen Lüftungsbedingungen sollte bei horizontaler Luftführung
ist mit Zugerscheinungen nicht zu (Spritzstand) mindestens 0,5 m/s und Bei neueren Anlagen sind die technische
rechnen). bei vertikaler Luftführung (Kabine) Lüftung (Absaugung) und die Luftzufuhr
mindestens 0,3 m/s2) betragen. für die Spritzpistole so verriegelt, dass
In der Regel wird dies nur durch eine tech- • Die Untertemperatur der Zuluft sollte der Spritzbetrieb nur bei wirksamer Ab-
nische Lüftung (Luftaustausch durch bei horizontaler Lüftung maximal 1 °C saugung möglich ist.
Ventilatoren) erreicht. und bei vertikaler Lüftung maximal
1,5 °C betragen. Filter in Zuluftdecken müssen schwer­
entflammbar sein. An Abluftfilter wer-
2 Im Spritznebelbereich sollen Strö- den keine brandschutztechnischen
mungsgeschwindigkeiten von 0,3 m/s Anforderungen gestellt.
1 siehe auch DGUV Regel 109-013 bis 0,4 m/s realisiert werden.

Abb. 26 Vertikale Anordnung der Be- und Entlüftung Abb. 27 Querdurchströmung des Spritzbereiches

33
Absaugung, Lüftung von Lackierräumen und -bereichen

Abb. 28 Spritzstand mit Prallblech Abb. 29 Lackierraum, links Abluftanlage für frisch beschichtete Teile

Die Standzeit von Abluftfiltern kann durch Immissionsschutz


Anordnung von Prallblechen erhöht wer- Bei Ableitung der abgesaugten Luft sind
den (Abb. 28). nach TA Luft in Verbindung mit VDI 2280
folgende Mindestabstände h der Abluft-
Besteht die Gefahr, dass Lackierraum­ rohrmündung einzuhalten (Abb. 30):
türen wegen einer zu hohen Druckdiffe- • h = 3 m über First eines Giebeldaches
renz durch die Absaugung nicht mehr • h = 5 m über Flach-­und Sheddächern
geöffnet werden können, muss die Absau- • h = 5 m über Firsthöhe der Wohngebäu-
gung auch von innerhalb des Lackier­ de in 50 m Umkreis
raumes stillgesetzt werden können, z. B. • jedoch mindestens 10 m über dem
durch einen NOT­-AUS­-Schalter. Anforde- Erdboden
rungen an die elektrische Ausrüstung
siehe Abschnitt 9.

Zu­- und Abluft sind so zu führen, dass


sowohl der beim Lackieren entstehende
Spritznebel als auch Lösemitteldämpfe
von frisch lackierten Teilen sicher erfasst
werden (Abb. 29). Belastete Luft darf
nicht in den Atembereich der Bedienper-
son gelangen (z. B. durch Arbeiten entge-
gen der Strömungsrichtung).

In manuell bedienten Kabinen ist eine


Umluftführung grundsätzlich nicht
zulässig.

Der Zugang von Personen (z. B. für War-


tung oder Reinigung der Anlage) soll
durch technische Maßnahmen verhindert
sein, solange mit gefährlichen Konzentra-
tionen von Gefahrstoffen zu rechnen ist.
Gegebenenfalls müssen Atemschutzgerä-
te benutzt werden. Abb. 30 Mindestabstände des Abluftrohres über Dach

34
Absaugung, Lüftung von Lackierräumen und -bereichen

Die Austrittsgeschwindigkeit der Abluft Diese Anforderung kann z. B. durch eine
senkrecht nach oben sollte in Spritz- und Absaugwand an einer Längsseite des
Kombikabinen im Spritzbetrieb mindes- Tauchbehälters und impulsarme Zuluft- einseitige
tens 5 m/s und in Kombikabinen im Trock- strömung (z. B. durch sogenannte Quell- Absaugung
b Bad b ≤ 0,9 m
nungsbetrieb mindestens 3 m/s betragen. schläuche) von der Gegenseite her erfüllt
werden (Abb. 31).
Die zulässige Beladung der Abluft mit
Lackpartikeln und Lösemitteldämpfen ist Neue Tauchanlagen mit einer Becken­
abhängig von der Art und Größe sowie der oberfläche von mehr als 6 m2 müssen zweiseitige Absaugung
Genehmigungsbedürftigkeit (siehe Ab- gemäß DIN EN 12581 eingehaust sein.
schnitt 4) der Lackieranlage. Sie wird
nach den Vorgaben des BImSchG, der An Tauchbehältern für brennbare Be-
4. und 31. BImSchV und – insbesondere schichtungsstoffe muss darüber hinaus
bei genehmigungsbedürftigen Anlagen eine der folgenden Einrichtungen vorhan- b Bad
– nach den Anforderungen der TA Luft den sein:
0,9 m < b < 1,2 m
begrenzt. • Abdeckungen, die sich bei einem Brand
gefahrlos schließen lassen;
An automatischen Auftragseinrichtun- • Abdeckungen, die sich bei einem Brand einseitige Absaugung mit
gen, z. B. Flutbeschichtungsanlagen, selbsttätig schließen; Zuluftunterstützung
Spritzrobotern und Streichmaschinen, • Löscheinrichtung, die aus sicherer
muss Entfernung von Hand ausgelöst werden
• die Absaugeinrichtung auch nach Still- kann;
setzen der Auftragseinrichtung so lange • automatische Löscheinrichtung (siehe
wirksam bleiben, wie mit der Bildung auch DIN EN 12581). b Bad
gefährlicher explosionsfähiger Atmo­ 1,2 m ≤ b < 2,0 m
sphäre durch Lösemitteldampf-Luft­ Für neue Tauchbeschichtungsanlagen
Gemische zu rechnen ist; sind die Anforderungen an Bau und Aus- Abb. 31 Absaugeinrichtungen an
• ein Leistungsverlust der technischen rüstung in DIN EN 12581 festgelegt. Tauchbehältern
Lüftung von mehr als 10 % mit opti-
schem und akustischem Alarm ange- Zur Festlegung und Einteilung explosions-
zeigt werden. Bei Ausfall der techni- gefährdeter Bereiche an Tauchbehältern
schen Lüftung muss die automatische siehe Anhang 1, Verarbeitungsfall 9.
Auftragseinrichtung stillgesetzt und
eine weitere Zufuhr von Beschichtungs-
stoffen gestoppt werden. Die Über­
wachung der technischen Lüftung kann
z. B. durch Strömungswächter im
Abluft­-Volumenstrom geschehen. Die
Überwachung des Motors der Absaug-
einrichtung allein genügt nicht.

Tauchbehälter
• mit einer Oberfläche von mehr als
0,25 m2;
• für Beschichtungsstoffe, deren Flamm-
punkt < 40 °C ist oder die über ihren
Flammpunkt erwärmt werden (siehe
Hinweis in Abschnitt 3),

müssen mit einer Absaugeinrichtung


ausgerüstet sein.

35
14 Pistolenreinigung

Zur Reinigung der Spritz- und Sprühpisto- Bei manuellen Reinigungsarbeiten mit
len sollten grundsätzlich Pistolenreini- brennbaren Reinigungsmitteln muss
gungsgeräte verwendet werden. darauf geachtet werden, dass alle
Betriebs- und Hilfsmittel (z. B. Auffang-
Die Art der Reinigungsflüssigkeit richtet behälter, Trichter, Transportwagen)
sich nach der Zusammensetzung des leit- oder ableitfähig und geerdet sind,
Beschichtungsstoffes (lösemittel- oder und dass die Arbeiten in elektrosta-
wasserbasiert) und bestimmt die Bauart tisch ableitfähiger Umgebung (insbe-
der Geräte. Reinigungsgeräte für Lösemit- sondere Bodenbelag) und bei wirksa-
tellacke werden mit organischen Lösemit- mer technischer Lüftung erfolgen.
teln betrieben (Abb. 32). Diese Geräte
sind mit einer Absaugung ausgestattet,
die die entstehenden Lösemitteldämpfe
aus dem Arbeitsbereich fernhalten. Anfor-
derungen an den Immissionsschutz sind
einzuhalten.

Reinigungsgeräte für Pistolen, mit denen


ausschließlich Wasserlacke verarbeitet
werden, verwenden üblicherweise Wasser
mit Zusätzen als Reinigungsflüssigkeit.
Bei diesen Geräten ist eine Absaugung in
der Regel nicht erforderlich.

Allgemeine Anforderungen an die Be-


schaffenheit von Pistolenreinigungsgerä-
ten sind in DIN EN 12921 Teil 1, besondere
Anforderungen an Geräte für wasserba-
sierte Reinigung in DIN EN 12921 Teil 2
und an Geräte für Lösemittelreinigung in
DIN EN 12921 Teil 3 enthalten.

Die Explosionsgefährdungen werden im


Wesentlichen von den Eigenschaften der
Reinigungsflüssigkeit bestimmt. In der
Betriebsanleitung und in der Gerätekenn-
zeichnung (Typenschild) müssen die
Herstellfirmen Informationen zu Explosi-
onsgefährdungen und ggf. Anforderungen
an den Aufstellungsbereich zur Verfügung
stellen.

Eine beispielhafte Einteilung von Ex-­


Zonen an Pistolenreinigungsgeräten ist in
Vorbereitung. Abb. 32 Pistolenreinigungsgerät für Lösemittelreinigung

36
15 Lackiereinrichtungen

Abb. 33 Aufbau eines Spritzstandes Abb. 34 Aufbau einer Lackierkabine

Lackiereinrichtungen sind z. B.: Für elektrostatische Sprüheinrichtungen • Bei einer Verarbeitungsmenge von
• Spritzkabinen, stände, -wände sind die Anforderungen an Bau und Aus- mehr als 200 l pro Jahr sind Spritz­
• Flutanlagen rüstung in DIN EN 50050, DIN EN 50176 lackierarbeiten nur an Spritzständen
• Tauchbehälter und DIN EN 1953 festgelegt. Für den Be- oder in Spritzkabinen oder in
• Spritzautomaten trieb elektrostatischer Sprüheinrichtun- ­Lackierräumen mit wirksamer tech-
gen sind zusätzliche Anforderungen in der nischer Lüftung (siehe Abschnitt 13)
Spritzkabinen, -stände, -wände und an- DGUV Information 209-052 zusammen- zulässig.
dere Einrichtungen (z. B. Spritzroboter) für gestellt. • Bei einer Verarbeitungsmenge von
das Spritzen und Sprühen müssen mit mehr als 100 l und höchstens 200 l
Absaugeinrichtungen ausgerüstet sein Für das holzbe- und -verarbeitende pro Jahr ist mindestens eine
(Abb. 33 bis 35), die ein Austreten von Gewerbe gelten für Spritzlackierar­ Spritzwand notwendig.
Spritz­und Sprühnebeln aus dem Arbeits- beiten von Hand bei Verwendung bran- • Bei einer Verarbeitungsmenge von
bereich verhindern (siehe auch chenüblicher Lacksysteme und Farben höchstens 100 l pro Jahr und einer
DIN EN 12215, DIN EN 13355). einschließlich Beizen folgende wirksamen natürlichen Lüftung kann
Festlegungen: ausnahmsweise auf eine technische
Spritzlackierarbeiten dürfen grundsätz- Lüftung verzichtet werden.
lich nur an Lackiereinrichtungen durchge-
führt werden.

Zum Schutz vor Aerosolen und organi-


schen Dämpfen müssen entsprechend
DGUV Regel 109-013 bzw. BGIA/LA-
SI-ALMA-Empfehlung LV 43 grundsätz-
lich geeigneter Atemschutz und weite-
re persönliche Schutzausrüstung
ausgewählt und benutzt werden.

Spritzstände und -kabinen müssen auf


der Innenseite glatt, eben und möglichst
fugenfrei sein.

Lackiereinrichtungen, in denen auch


Wasserlacke verarbeitet werden, sollten
korrosionsbeständig ausgeführt sein.
Abb. 35 Aufbau einer Spritzwand

37
16 Abdunsträume und -bereiche, Trocknungs­
räume und -bereiche

In Abdunsträumen und -bereichen sowie Abdunst- und Trocknungsräume und Hierbei gilt:
Trocknungsräumen und -bereichen müs- -bereiche sind formal von Lacktrock- Vmin erforderlicher Mindest-Abluftvolu-
sen die baulichen Anforderungen und die nern nach DIN EN 1539 zu unterschei- menstrom in m3/h
Kennzeichnungen der Abschnitte 5, 6, 7, 8 den. Die maximale Trocknungstempe- Mmax maximaler Eintrag von Lösemittel in
und 9 erfüllt werden. ratur beträgt 60 °C. der Lackschicht beschichteter Werk-
stücke in g pro Abdunststunde
In Abdunst- und Trocknungsräumen und Czul zulässige Konzentration an Lösemit-
-bereichen, in denen Beschichtungsstoffe Zur Vermeidung von Explosionsgefähr- teldampf im Raum in g/m3
getrocknet werden, deren Flammpunkt dungen in Abdunsträumen und -berei- Czul < 50 % der UEG des verwende-
weniger als 15 °C über Verarbeitungstem- chen sowie Trocknungsräumen und ten brennbaren Gefahrstoffes oder,
peratur (Trocknungstemperatur) liegt, ist -bereichen muss der Mindest-Abluftvolu- wenn die UEG nicht bekannt ist,
eine wirksame technische Lüftung erfor- menstrom mindestens 300 m3 pro Stunde < 20 g/m3
derlich, um die Bildung einer gefährlichen und kg Lösemittel, das im aufgetragenen f Sicherheitszuschlag zwischen
explosionsfähigen Atmosphäre zu vermei- Lack enthalten ist, betragen. 1 und 3:
den (Abb. 36). f = 3 bei Abdunsträumen mit un-
Alternativ kann der Mindest-Abluftvolu- günstigen Strömungsverhältnissen
Für eine wirksame technische Lüftung menstrom bestimmt werden durch die f = 2 im Normalfall
haben sich folgende Maßnahmen Formel f = 1 bei idealen Strömungsverhält-
bewährt: nissen, z. B. bei günstiger Anord-
• Zuluft im oberen, Absaugung im unte- nung von Zu- und Abluft
ren Bereich des Raumes;
f x Mmax
• Abluft als technisches Aggregat Vmin = Beispiele für die Berechnung des Luftbe-
Czul
(Ventilator); darfs im Abdunst- und Trocknungsbereich
• der Zuluftvolumenstrom entspricht nach Lackierarbeiten enthält Anhang 2.
ungefähr dem Abluftvolumenstrom;
• eine Fehlfunktion wird durch einen Zur Festlegung und Einteilung explosions-
optischen und akustischen Alarm gefährdeter Bereiche in Abdunsträumen
angezeigt. und -bereichen sowie Trocknungsräumen
und -bereichen siehe Anhang 1, Verarbei-
tungsfall 14.

Abb. 36 Absaugung an Hordenwagen

38
17 Verarbeiten von Wasserlacken

Für die Entzündbarkeit von Wasserlack als Gesundheitsgefährdungen durch Was-


Sprühnebel ist der Flammpunkt allein serlack-Sprühnebel sind vergleichbar
nicht ausschlaggebend, sondern sie rich- mit und teilweise sogar höher als Ge-
tet sich nach der Zusammensetzung der fährdungen durch Sprühnebel von
Bestandteile (Masseanteile)1) (Tabelle 11). Lösemittel­lacken. Daher ist für den
Gesundheitsschutz eine technische
Ein Wasserlack, der der Formel Lüftung notwendig und geeignete
persönliche Schutzausrüstung muss
[% Wasser] ≥ 1,70 x [% organische Löse- getragen werden (siehe Abschnitt 15).
mittel] + 0,96 x [% organischer Feststoff]

entspricht, ist als nicht entzündbar in


feinversprühtem Zustand einzustufen. Beschichtungs- Masseanteile Ergebnis der Formel
stoff
Maßnahmen zum Explosionsschutz sind
dann nicht notwendig, es sei denn, es Wasser organische organische
Lösemittel Feststoffe
werden zusätzlich andere lösemittelhalti-
ge Stoffe oder Gemische aus anderen Wasserlack 1 60 % 6 % 34 % nicht entzündbar
Verarbeitungsgründen oder zur Reinigung
Wasserlack 2 17 % 12 % 71 % entzündbar
eingesetzt.
UV-Lack 30 % 0 % 61 % entzündbar
Ist die Formelbedingung nicht eingehal- lösemittelfrei
ten, müssen Maßnahmen zum Explosi-
onsschutz immer durchgeführt werden. Tabelle 11 Beispiele zur Entzündbarkeit von Beschichtungsstoffen in feinversprühtem Zustand

Informationen zur Zuordnung des


Lacks können bei den Herstellern oder
Lieferanten erfragt werden, wenn keine
hinreichenden Informationen im
­Sicherheitsdatenblatt enthalten sind.

Wasserlacke können, unabhängig von der


o. g. Einstufung, als Lackschicht schon
nach teilweiser Trocknung wieder brenn-
bar werden. Informationen darüber müs-
sen bei den Herstellern oder Lieferanten
eingeholt werden. Die Anforderungen des
Abschnitts 6 sind deshalb immer
einzuhalten.

Wasserlacke können auf Grund ihrer Bin-


demittelbasis in wasserlösliche und was-
serverdünnbare Systeme eingeteilt wer-
den. Gesundheitsgefahren können durch
Einatmen der Lackaerosole2) und durch
Hautkontakt mit dem Lack entstehen.

1 siehe auch PTB-Forschungsbericht Nr.


PLEx5 2005 00185, Physikalisch-Tech-
nische Bundesanstalt Braunschweig,
September 2005
2 siehe auch DGUV Regel 109-013

39
18 Verarbeiten von UV-Lacken

Bei der Verarbeitung von UV-Lacken wird Weitere Informationen zur Auswahl und
der flüssige Lackfilm nach der Applikation zur sicheren Verarbeitung von UV-Lacken
durch ultraviolette Strahlen ausgehärtet sind im europäischen „UV protocol coa-
(Abb. 37 und 38). Diese Aushärtung er- ting“ enthalten, das im Jahr 2005 verab-
folgt sehr schnell, meistens in Sekunden schiedet wurde. Die deutsche Fassung
oder Bruchteilen von Sekunden. Zum des Protokolls „Gemeinsames Protokoll
Start der Polymerisation werden in der über verbesserte Einsatzbedingungen der
Regel Fotoinitiatoren eingesetzt. Andere UV-Technologie in der Druck- und Be-
Bestandteile der UV-Lacke können Pig- schichtungsindustrie in Europa“ ist unter
mente oder Additive sein. folgendem Link verfügbar:

Bei der Verarbeitung von UV-Lacken ent- www.bghm.de/fileadmin/user_upload/


stehen Gefährdungen, die von der chemi- Arbeitsschuetzer/Fachinformationen/
schen Zusammensetzung des Beschich- Beschichten/Protokoll_UV-Technologie.pdf
tungsstoffes, der angewandten
Applikationstechnik und der Art der Aus- www.bghm.de  Webcode 567
härtung des Lackes bestimmt werden.

UV-Lacke können organische Lösemit-


tel enthalten, einige Produkte sind Abb. 37 UV-Härtung Holzmöbel
allerdings lösemittelfrei (VOC-frei).
Die bei der Spritzverarbeitung entste-
henden Explosionsgefahren sind in
allen Fällen mit der Formel zur Beurtei-
lung des Sprühnebels von Wasserlack
(Abschnitt 17) zu bewerten.

Es ist dabei möglich, dass ein UV-Lack,


der keine organischen Lösemittel ent-
hält, dennoch als „entzündbar in fein-
versprühtem Zustand“ beurteilt wird. Für
diese UV-Lacke ist die Einstufung des
gesamten von der Spritzwolke erfassten
Bereiches in Zone 2 grundsätzlich aus-
reichend; der Bereich, der von der Spritz-
wolke nicht erfasst wird, muss in diesem
Fall mindestens als feuergefährdeter
Bereich ausgewiesen werden1).

Wenn UV-Lacke organische Lösemittel


enthalten und als "entzündbar in fein-
versprühtem Zustand" eingestuft sind,
muss eine Zoneneinteilung entspre-
chend Anhang 1 erfolgen. Abb. 38 UV-Härtung Kfz-Reparaturlackierung

1 siehe auch PTB-Forschungsvorhaben


FV-37015 „Untersuchung der Explosi-
onsfähigkeit organisch lösemittelfreier
UV-Lacke in feinversprühtem Zustand“

40
19 Betrieb

Allgemeines mit einem Ableitwiderstand von max. Mehrkomponenten­-Reaktionslacke


Lackierarbeiten sind nur bei wirksamer 108 Ω getragen werden. Beim Abfüllen, (z. B. Epoxidharzlacke, PUR-­Lacke)
Lüftung zulässig. Mischen, Umfüllen, Umpumpen ist dies auf getrennten Lackiereinrichtungen zu
immer erforderlich. verarbeiten. Falls eine getrennte Verarbei-
Gefäße, Gebinde, Behälter, die am Ar- tung nicht erfolgt, sind vor dem wechsel-
beitsplatz benutzt werden, müssen ent- Auch während des Beschichtens und bei weisen Verarbeiten das Filtermaterial zu
sprechend Gefahrstoffverordnung ge- der Reinigung muss die Bedienperson wechseln und die Auflage­, Aufhänge-­und
kennzeichnet sein. geerdet sein, z. B. über geerdete leitfähi- Transporteinrichtungen gründlich zu
ge oder ableitfähige Handgriffe der reinigen.
Im Rahmen der Unterweisung sind Lackierer ­Lackierpistolen oder über ableitfähiges
und Lackiererinnen auch über Arbeitswei- Schuhwerk in Verbindung mit ableitfähi- Beim Verarbeiten verschiedener Be-
sen zu unterrichten, die die Schadstoff­ gen Fußböden. schichtungsstoffe sollten die Lackliefe-
konzentration und das Overspray (Lack­ ranten bzw. -hersteller befragt werden, ob
aerosole) verringern (siehe Anhang 3). Bei Spritzlackierarbeiten mit elektrostati- wechselweises Verarbeiten zulässig ist.
scher Unterstützung muss die Bedienper-
Sämtliche Fußböden in Lackierräumen son immer über einen geeigneten leitfähi- Auch beim Kontakt zwischen lösemittel-
und -bereichen müssen elektrostatisch gen Handgriff der Lackierpistole und über haltigen, unter Wärmeabgabe trocknen-
ableitfähig mit einem Ableitwiderstand das Schuhwerk/den Fußboden geerdet den Reinigern und Beschichtungsstoffen
von max. 108 Ω sein. sein. ist eine Selbstentzündung möglich.

Lösemitteldämpfe Werden Handschuhe verwendet, müssen Abgelöste Ablagerungen, Putzlappen


Entzündbare Beschichtungsstoffe in diese ebenfalls leitfähig sein, oder es u. ä. in verschließbaren, nichtbrennba-
­Lackierräumen und gesonderten Berei- müssen zusätzlich Handgelenks-Erdungs- ren Behältern sammeln und täglich
chen sind nur in der für den Fortgang der bänder verwendet werden. aus den Verarbeitungsräumen entfer-
Arbeiten notwendigen Menge – höchs- nen (Abb. 39). Dies betrifft insbeson-
tens Bedarf einer Arbeitsschicht – bereit- Alle Personen, die sich im Arbeitsbereich dere Lappen, die mit trocknenden
zustellen, möglichst in den Originalge­ aufhalten, müssen geerdet sein. Ölen, z. B. Leinölfirnissen, Öllacken
binden. Größere Mengen müssen in oder Alkydharzlacken getränkt sind.
Lacklagern gelagert werden. Brandgefahr
Untersuchungen in Lackierbereichen
Gefäße, Gebinde, Behälter stets ver- haben gezeigt, dass die Brandgefahr Weitere Informationen über Brandgefähr-
schlossen oder zumindest abgedeckt durch dung und Brandschutzmaßnahmen sind
halten. • Selbstentzündung; in TRGS 800 enthalten.
• Schweiß­-/Trennarbeiten (Flexarbeiten)
Leere Gebinde mindestens täglich aus und Reinigung
den Arbeitsräumen entfernen. • Ablagerungen in Absaug- und Abgelagerte Beschichtungen in angemes-
Filtereinrichtungen senen Zeitabständen von Wänden, Stän-
Tauchbehälter nach Beendigung der Ar- besonders groß ist. den und Kabinen und deren Umgebung
beit abdecken, um ein Verdunsten von entfernen.
Lösemitteln zu vermeiden. Es ist notwendig,
• Beschichtungsstoffe, deren Ablagerun- Das Reinigen lässt sich z. B. durch vorheri-
Elektrostatische Aufladung gen leichtentzündlich sind, z. B. Nitro- ges Auftragen von Schmierseife, Ab-
Gegenstände, die sich gefährlich aufla- zelluloselacke (Nitrolacke) ziehlack o. Ä. erleichtern.
den können, z. B. Werkstückauflagen, und
leitfähige Gebinde, müssen elektrosta- • Beschichtungsstoffe, die bei der Trock- Zur Erhaltung der Ableitfähigkeit müssen
tisch geerdet werden (Potentialaus- nung Wärme entwickeln, z. B.: Fußböden regelmäßig gereinigt werden.
gleich). Dies gilt insbesondere beim Um- –– Beschichtungsstoffe, die als Binde- Zum Reinigen möglichst Werkzeuge aus
füllen und Airless­-Spritzen. mittel ausschließlich oder teilweise Kupfer, Berylliumbronze oder Holz ver-
trocknende Öle enthalten (Öllacke, wenden, um Funkenreißen zu vermeiden.
Bei Arbeiten in Lackierbereichen sollte Kunstharzlacke);
grundsätzlich ableitfähiges Schuhwerk –– lösemittelfreie oder lösemittelarme

41
Betrieb

Abb. 39 Sammelbehälter für Putzlappen

Verwendung von Abdeckungen Höhere Abscheidemengen von Lackfest- Explosionsgefährdete Bereiche können in
Bei nicht elektrostatisch unterstützten körpern erhöhen die Brandlast erheblich Abhängigkeit von den Betriebsbedingun-
Lackierarbeiten sind Abdeckungen aus und sollten deshalb vermieden werden. gen zeitlich begrenzt aufgehoben werden.
Folie, Papier oder Karton zulässig. Zur So dürfen z. B. Infrarot-Trocknungsgeräte
Vermeidung hoher Brandlasten müssen In der Praxis kann der Filterwechsel verwendet werden, wenn zeitgleich keine
Abdeckungen jedoch regelmäßig gewech- • bei geringem Lackverbrauch erst nach Lackierarbeiten in der Umgebung der
selt werden. Auch bei Reinigungsarbeiten mehreren Wochen; Geräte durchgeführt werden. Entspre-
ist auf eine Erdung der Person zu achten. • bei hohem Lackverbrauch jedoch chende Festlegungen müssen in der Ge-
schon nach wenigen Tagen fährdungsbeurteilung und der Betriebs-
Bei elektrostatisch unterstütztem Be- notwendig sein. anweisung dokumentiert sein.
schichten sind Abdeckungen nur dann
zulässig, wenn diese die Erdung der Zündquellen Weitere Hinweise zum sicheren Lackieren
Bedien­person über den Fußboden nicht Arbeiten mit Zündgefahr, z. B. Arbeiten siehe DGUV Information 209-014.
beeinträchtigen. Abdeckungen mit unbe- mit Funkenflug (Schleifen, Schweißen),
kanntem Durchgangswiderstand sind in Feuerarbeiten (Schweißen, Schneiden)
diesem Fall nicht geeignet. und Arbeiten mit funkenreißenden Ma-
schinen und Werkzeugen dürfen in feuer-
Filterwechsel gefährdeten Räumen (z. B. Lackierräu-
Filtermaterial ist spätestens dann zu tau- men, Schreinereien/Tischlereien) sowie
schen, wenn pro m2 Filtermaterial folgen- in feuer- und explosionsgefährdeten Be-
de Massen Lackfestkörper abgeschieden reichen (z. B. Lackierbereichen in Ferti-
worden sind: gungsräumen) nur durchgeführt werden,
• 3 bis 6 kg bei Glasfasermaterial wenn der Unternehmer bzw. die Unter-
• bis 25 kg bei Kartonfilter1) nehmerin eine schriftliche Erlaubnis er-
teilt (Muster siehe Anhang 5) und beson-
dere Sicherheitsmaßnahmen getroffen
werden.

1 Angaben der Herstellfirma

42
20 Prüfungen

Eine Lackiereinrichtung ist in ihrer Ge- 3. Prüfungen an Lüftungsanlagen, Gas-


samtheit keine überwachungsbedürftige warneinrichtungen und Inertisierungs-
Anlage im Sinne der Betriebssicherheits- anlagen mit Funktion im Explosions-
verordnung. Zur Erhaltung eines betriebs- schutz:
sicheren Zustands sind jedoch an Lackier- Diese Prüfungen sind wiederkehrend
einrichtungen nicht nur Instandhaltungs- jährlich von Personen mit der Befähi-
arbeiten, sondern auch Prüfungen gung entsprechend Nummer 3.1 des
durchzuführen. Anhangs 2 Abschnitt 3 BetrSichV
durchzuführen.
Die Betriebssicherheitsverordnung legt 4. Statt der wiederkehrenden Prüfungen
hierzu im Wesentlichen folgende Prüf- nach 1 bis 3 ist ein Instandhaltungs-
pflichten fest: konzept zulässig, wenn hierdurch
1. Prüfungen von Anlagen in explosions- dauerhaft die Explosionssicherheit
gefährdeten Bereichen: der Anlage gewährleistet wird.
Dabei ist das gesamte Explosions-
schutzkonzept einschließlich der Die Prüffristen sind, unter Beachtung der
Zoneneinteilung und der festgelegten oben genannten Mindestanforderungen,
technischen und organisatorischen vom Arbeitgeber oder von der Arbeitgebe-
Maßnahmen des Explosionsschutzes rin auf Grund einer Gefährdungsbeurtei-
zu prüfen. Diese Prüfung ist vor erst- lung festzulegen. Dabei sollten Angaben
maliger Inbetriebnahme und wieder- und Empfehlungen der Herstellfirmen
kehrend spätestens alle sechs Jahre berücksichtigt werden. Der Arbeitgeber
durchzuführen. Diese Prüfung ist von oder die Arbeitgeberin hat für fristgerech-
Personen mit der Befähigung entspre- te Nachprüfungen Sorge zu tragen. Die
chend Nummer 3.3 des Anhangs 2 Prüfungen sind mit ihren Prüfergebnissen
Abschnitt 3 BetrSichV durchzuführen. zu dokumentieren.
2. Prüfungen an explosionsgeschützten
Geräten, Schutzsystemen, Sicherheits-, Zu weiteren Informationen über Prüfun-
Kontroll- und Regeleinrichtungen im gen an Lackieranlagen siehe VDMA-Ein-
Sinne der EG-­Richtlinie 94/9/EG1) (z. B. heitsblatt 24365.
elektrostatische Sprüheinrichtungen,
Leuchten innerhalb von Spritzkabinen,
Ventilatoren in Abluftleitungen):
Diese sind mit ihren Verbindungsein-
richtungen als Bestandteil einer Anla-
ge in einem explosionsgefährdeten
Bereich und in ihrer Wechselwirkung
mit anderen Anlagenteilen wieder-
kehrend mindestens alle drei Jahre zu
prüfen. Diese Prüfungen können von
Personen mit der Befähigung entspre-
chend Nummer 3.1 des Anhangs 2
Abschnitt 3 BetrSichV durchgeführt
werden.

1 Ab 20. April 2016 RL 2014/34/EU

43
Anhang 1
Verarbeitungsbeispiele mit Angabe der explosionsgefährdeten Bereiche

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin Dieses Kriterium ist überwiegend noch für Massestromwert, der auch bei kurzzeiti-
hat die Bereiche, in denen gefährliche ältere Anlagen oder für einfache Lackier- gem Einsatz nicht überschritten wird.
explosionsfähige Atmosphäre auftreten einrichtungen (z. B. mobile Absaugwän-
kann, in Zonen einzuteilen. Für die Zonen- de) anzuwenden, die nicht die Anforde- Bei der Anwendung dieses Kriteriums
festlegung an Spritzlackierarbeitsplätzen rungen der DIN EN 12215 oder der wird unterschieden, ob die rechnerische
können zwei unterschiedliche Beurtei- DIN EN 13355 erfüllen. mittlere Durchschnittskonzentration klei-
lungsgrundlagen herangezogen werden: ner als 25 % der unteren Explosionsgren-
2. Konzentrationskriterium ze UEG (mit oder ohne Bedienperson)
1. Flammpunktkriterium (Verarbeitungsfall 5 – 8) oder größer als 25 % der UEG (nur zulässig
(Verarbeitungsfall 1 – 4) Die Zonenfestlegung erfolgt nach der ohne Bedienperson) ist.
Die Zonenfestlegung erfolgt nach der rechnerischen mittleren Durchschnitts-
Höhe des Flammpunktes des Beschich- konzentration brennbarer Stoffe in Luft. Das Konzentrationskriterium ist überwie-
tungsstoffes, wobei unterschieden wird, Die Berechnung ist in DIN EN 12215 und gend für neuere Anlagen anzuwenden,
ob der Flammpunkt größer oder kleiner DIN EN 13355 beschrieben. Dabei ist die bei denen die Herstellfirma die Einhal-
als 21 °C ist. so genannte "Verspritzte Höchstmenge tung der DIN EN 12215 oder DIN EN 13355
flüssiger organischer Beschichtungsstof- bestätigt hat.
fe/Stunde" zu verstehen als der maximale

Beurteilungskriterium Lackierraum Sonstiger Arbeitsraum


Flammpunkt des < 21 °C Verarbeitungsfall 1 Verarbeitungsfall 3
Beschichtungsstoffes ≥ 21 °C Verarbeitungsfall 2 Verarbeitungsfall 4

Rechnerische mittlere ≤ 25 % der UEG mit Bedienperson Verarbeitungsfall 5 Verarbeitungsfall 6


Durchschnittskonzentration
≤ 50 % der UEG ohne Verarbeitungsfall 7 Verarbeitungsfall 8
Bedienperson

Bei ausschließlicher Verarbeitung von


nichtentzündbaren Wasserlacken oder
UV-Lacken (siehe Abschnitte 17
und 18) kann auf die Festlegung explo-
sionsgefährdeter Bereiche verzichtet
bzw. die Ausbreitung und die Eintei-
lung der Zonen reduziert werden.

44
Anhang 1

Flammpunktkriterium Lackierraum mit Spritzstand Lackierraum mit Spritzkabine

Verarbeitungsfall 1
Gesonderte Räume (Lackierräume) zum Feuergefährdet Feuergefährdet
Verarbeiten von flüssigen brennbaren
Beschichtungsstoffen.

m
Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be- 2,5
m
schichtungsstoffen mit einem 2,5
Zone 1
• Flammpunkt < 21 °C
oder einem
• Flammpunkt ≥ 21 °C, wenn sie betriebs-
mäßig1) nicht über ihren Flammpunkt
m
erwärmt werden. 2,5
Zone 1

Explosionsgefährdete Bereiche gelten


immer gleichzeitig als feuergefährde- Feuergefährdet m
te Bereiche. 2,5

m
2,5
Feuergefährdet

1 Betriebsmäßige Erwärmung liegt vor,


wenn Beschichtungsstoffe durch das Zone 1
Arbeitsverfahren (z. B. Heißspritzen)
erwärmt werden. Maßgebend ist je-
weils die höchste Temperatur, entwe-
der des Beschichtungsstoffes an der Zone 1
Arbeitsstelle (z. B. an der Spritz- oder m
Sprühdose) oder des zu beschichten- 2,5
den Gutes. Hierzu zählt nicht die natür-
liche Erwärmung in Arbeitsgefäßen an
heißen Tagen

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 1: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 1: 2,5 m


Öffnung, aber keine Türen)

45
Anhang 1

Verarbeitungsfall 2 Lackierraum mit Spritzstand Lackierraum mit Spritzkabine


Gesonderte Räume (Lackierräume) zum
Verarbeiten von flüssigen brennbaren
Beschichtungsstoffen. Feuergefährdet Feuergefährdet

Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be-


schichtungsstoffen mit einem
• Flammpunkt ≥ 21 °C, wenn sie betriebs- 1m
mäßig1) nicht über ihren Flammpunkt 1m
erwärmt werden. Zone 2

Explosionsgefährdete Bereiche gelten


immer gleichzeitig als feuergefährde- 1m
te Bereiche. Zone 2

Feuergefährdet Feuergefährdet
1 Betriebsmäßige Erwärmung liegt vor,
wenn Beschichtungsstoffe durch das 1m
Arbeitsverfahren (z. B. Heißspritzen)
erwärmt werden. Maßgebend ist je- 1m
weils die höchste Temperatur, entwe-
der des Beschichtungsstoffes an der
Arbeitsstelle (z. B. an der Spritz- oder Zone 2
Sprühdose) oder des zu beschichten- Zone 2
den Gutes. Hierzu zählt nicht die natür-
liche Erwärmung in Arbeitsgefäßen an
heißen Tagen.

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 2: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 2: 1 m


Öffnung, aber keine Türen)

46
Anhang 1

Verarbeitungsfall 3 Anderer Arbeitsraum mit Spritzstand Anderer Arbeitsraum mit Spritzkabine


Andere Räume (z. B. Fertigungsräume) mit
einzelnen Ständen und Kabinen zum
Verarbeiten von flüssigen brennbaren
Beschichtungsstoffen. Zone 2 Zone 2

Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be-


2,5 m 5m

5m
schichtungsstoffen mit einem 5m

2,
• Flammpunkt < 21 °C
oder einem Zone 1
• Flammpunkt ≥ 21 °C, wenn sie betriebs-
mäßig1) über ihren Flammpunkt er-
wärmt werden, z. B. beim Heißspritzen.
Zone 1
Explosionsgefährdete Bereiche gelten
immer gleichzeitig als feuergefährde-
te Bereiche.
Zone 2
Zone 2

5m
1 Betriebsmäßige Erwärmung liegt vor, 5m
5m

2,
5m

wenn Beschichtungsstoffe durch das


2,

Arbeitsverfahren (z. B. Heißspritzen)


erwärmt werden. Maßgebend ist je-
weils die höchste Temperatur, entwe-
Zone 1
der des Beschichtungsstoffes an der
Arbeitsstelle (z. B. an der Spritz- oder
Sprühdose) oder des zu beschichten-
den Gutes. Hierzu zählt nicht die natür- Zone 1
liche Erwärmung in Arbeitsgefäßen an m
2,5
heißen Tagen.

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 1: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 1: 2,5 m


Öffnung, aber keine Türen)
Zone 2: weitere 2,5 m

47
Anhang 1

Verarbeitungsfall 4 Anderer Arbeitsraum mit Spritzstand Anderer Arbeitsraum mit Spritzkabine


Andere Arbeitsräume (z. B. Fertigungs­
räume) mit einzelnen Ständen und Kabi-
nen zum Verarbeiten von flüssigen brenn-
baren Beschichtungsstoffen.

Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be- Feuergefährdet Feuergefährdet


schichtungsstoffen mit einem 5m
• Flammpunkt ≥ 21 °C, wenn sie betriebs- 5m
1m 1m
mäßig1) nicht über ihren Flammpunkt
Zone 2
erwärmt werden.

1m
Explosionsgefährdete Bereiche gelten
immer gleichzeitig als feuergefährde- Zone 2
te Bereiche.

1 Betriebsmäßige Erwärmung liegt vor, Feuergefährdet Feuergefährdet


wenn Beschichtungsstoffe durch das
Arbeitsverfahren (z. B. Heißspritzen) 5m 5m
erwärmt werden. Maßgebend ist je-

1m
1m

weils die höchste Temperatur, entwe-


der des Beschichtungsstoffes an der
Arbeitsstelle (z. B. an der Spritz- oder
Zone 2
Sprühdose) oder des zu beschichten-
den Gutes. Hierzu zählt nicht die natür- Zone 2
liche Erwärmung in Arbeitsgefäßen an
heißen Tagen.

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 2: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 2: 1 m


Öffnung, aber keine Türen)

48
Anhang 1

Konzentrationskriterium

Berechnung der Konzentration brenn­


barer Lösemittel gemäß DIN EN 12215
Anhang B:
Um den Vergleich mit der unteren Explosi-
onsgrenze (UEG) zu vereinfachen, wird
die Konzentration als CUEG (in % der UEG)
ausgedrückt.

100 x C
=
CUEG UEG (1)

Die mittlere Konzentration (Masse) im


Inneren der Spritzkabine bzw. des Spritz-
standes hängt ab von der Menge der
eingebrachten Lösemittel und dem
Luftstrom:
– Mmax x k1 x k2 x k3
=
C Q (2)
min

CUEG Berechneter Wert der höchstzulässigen Konzentration brennbarer Lösemittel als Funk- in %
tion von UEG

C– Durchschnittliche Konzentration brennbarer Lösemittel (in Luft) in der Spritzkabine/ in g/m3


im Spritzstand

UEG Untere Explosionsgrenze der Lösemittel oder Lösemittelgemische bei 293 K in g/m3

Wenn die Bestandteile der Lösemittelgemische bekannt sind, die UEG des Gemisches
jedoch unbekannt ist, ist die UEG des Lösemittelbestandteiles mit dem geringsten
Wert einzusetzen. Sind keine Angaben vorhanden, ist ein Wert von 40 g/m3
einzusetzen.

Mmax Pro Stunde verspritzte Höchstmenge flüssiger organischer Beschichtungsstoffe in g/h

k1 Massenanteil der in den flüssigen organischen Beschichtungsstoffen enthaltenen in %


brennbaren Lösemittel während des Spritzverfahrens

k2 Geschätzte Menge brennbarer Lösemittel, die in der Spritzkabine durch Verdunstung in %
freigesetzt werden

k3 Sicherheitsfaktor, der die Heterogenität der Lösemittelkonzentration und insbesonde-


re die hohen Konzentrationen zwischen Spritzpistole, Werkstück und dessen Umge-
bung berücksichtigt

Qmin Mindest-Frischluftstrom innerhalb der Spritzkabine, der die freigesetzten brennbaren in m3/h
Lösemittel auf die zulässige Konzentration herabsetzt

49
Anhang 1

Beispielrechnung
Annahmen:
Strömungsparameter eines horizontal belüfteten Spritzstandes (Abb. 40)
Breite/Höhe B = 2m

Länge L = 4m

Mittlere Luftgeschwindigkeit v = 0,5 m/s

Höchstmenge der zugeführten Mmax = 5.000 g/h


Beschichtungsstoffe

Untere Explosionsgrenze UEG = 40 g/m3

Gehalt an brennbaren Lösemitteln k1 = 85 % (0,85)

Verdunstungsanteil k2 = 80 % (0,8)

Sicherheitsfaktor k3 = 3 (Standardwert)

Der Mindestluftstrom Qmin kann aus der Luftgeschwindigkeit v und der Breite B und der Ergebnis:
Länge L des Absaugquerschnitts berechnet werden: Es wird eine rechnerische Durchschnitts-
konzentration CUEG = 1,78 % der UEG er-
Qmin = v x B x L (3) reicht, wenn die technische Lüftung des
Spritzstandes für eine mittlere Luftge-
gemäß (3) Qmin = 0,5 m/s x 2 m x 4 m x 3.600 s/h = 14.400 m3/h schwindigkeit von v = 0,5 m/s ausgelegt
ist.

– 5000 g/h x 0,85 x 0,8 x 3


gemäß (2) C = = 0,71 g/m3
14.400 m3/h

0,71 g/m3
gemäß (1) CUEG = 100 x = 1,78 %
40 g/m3

Abluft
4m
2m

Abb. 40 Horizontal belüfteter Spritzstand

50
Anhang 1

Lackierraum mit Spritzstand Lackierraum mit Spritzkabine


Verarbeitungsfall 5
Gesonderte Räume (Lackierräume) zum
Verarbeiten von flüssigen brennbaren
Beschichtungsstoffen. Feuergefährdet Feuergefährdet

Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be-


schichtungsstoffen in Spritzständen und
-kabinen mit oder ohne Bedienperson
nach DIN EN 12215 bzw. DIN EN 13355. 1m 1m
Zone 2
Die mittlere rechnerische Konzentration
an brennbaren Lösemitteln (unabhängig
1m
vom Flammpunkt) muss auf einen Wert
Zone 2
von ≤ 25 % der unteren Explosionsgrenze
(UEG) begrenzt sein.

Explosionsgefährdete Bereiche gelten


immer gleichzeitig als feuergefährde- Feuergefährdet Feuergefährdet
te Bereiche.

1m
1m

Derzeit werden DIN EN 12215 und Zone 2


DIN EN 13355 überarbeitet. Nach der-
zeitigem Stand ist geplant: Eine Zonen-
festlegung außerhalb von Kabinen an Zone 2
ständigen Öffnungen ist nicht erforder-
lich, wenn die rechnerische Konzentra-
tion kleiner als 25 % der UEG ist. Auch
in Abluftleitungen sollen die Explosi-
onsschutzanforderungen herabgesetzt
werden.

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 2: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 2: 1 m


Öffnung, aber keine Türen)

51
Anhang 1

Anderer Arbeitsraum mit Spritzstand Anderer Arbeitsraum mit Spritzkabine


Verarbeitungsfall 6
Andere Arbeitsräume (z. B. Fertigungsräu-
me) mit einzelnen Ständen und Kabinen
zum Verarbeiten von flüssigen brennba-
ren Beschichtungsstoffen.

Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be- Feuergefährdet Feuergefährdet


schichtungsstoffen in Spritzständen und 5m
5m
-kabinen mit oder ohne Bedienperson 1m 1m
nach DIN EN 12215 bzw. DIN EN 13355. Zone 2

Die mittlere rechnerische Konzentration


1m
an brennbaren Lösemitteln (unabhängig
Zone 2
vom Flammpunkt) muss auf einen Wert
von ≤ 25 % der unteren Explosionsgrenze
(UEG) begrenzt sein.

Explosionsgefährdete Bereiche gelten


Feuergefährdet Feuergefährdet
immer gleichzeitig als feuergefährde-
te Bereiche.
5m 5m

1m
1m

Derzeit werden DIN EN 12215 und


DIN EN 13355 überarbeitet. Nach der-
zeitigem Stand ist geplant: Eine Zonen- Zone 2 Zone 2
festlegung außerhalb von Kabinen an
ständigen Öffnungen ist nicht erforder-
lich, wenn die rechnerische Konzentra-
tion kleiner als 25 % der UEG ist. Auch
in Abluftleitungen sollen die Explosi-
onsschutzanforderungen herabgesetzt
werden.

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 2: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 2: 1 m


Öffnung, aber keine Türen)

52
Anhang 1

Lackierraum mit Spritzstand Lackierraum mit Spritzkabine


Verarbeitungsfall 7
Gesonderte Räume (Lackierräume) zum
Verarbeiten von flüssigen brennbaren
Beschichtungsstoffen. Feuergefährdet Feuergefährdet

Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be-


schichtungsstoffen in Spritzständen und
-kabinen ohne Bedienperson nach
DIN EN 12215 (Automatikanlage). 1m 1m

Zone 1
Die mittlere rechnerische Konzentration Zone 2
Zone 1

an brennbaren Lösemitteln (unabhängig


1m
vom Flammpunkt) muss auf einen Wert
Zone 2
von ≤ 50 % der unteren Explosionsgrenze
(UEG) begrenzt sein.

Explosionsgefährdete Bereiche gelten


immer gleichzeitig als feuergefährdete Feuergefährdet Feuergefährdet
Bereiche.

1m
1m

Derzeit wird die DIN EN 12215 überar-


beitet. Nach derzeitigem Stand ist
Zone 1

geplant: In Abluftleitungen sollen die Zone 1


Explosionsschutzanforderungen her-
abgesetzt werden.
Zone 2
Zone 2

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 1: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 2: 1 m


Öffnung, aber keine Türen)

53
Anhang 1

Verarbeitungsfall 8 Anderer Arbeitsraum mit Spritzstand Anderer Arbeitsraum mit Spritzkabine


Andere Arbeitsräume (z. B. Fertigungs­
räume) mit einzelnen Ständen und Kabi-
nen zum Verarbeiten von flüssigen brenn-
baren Beschichtungsstoffen.

Verarbeitung von lösemittelhaltigen Be- Feuergefährdet Feuergefährdet


schichtungsstoffen in Spritzständen und
5m
-kabinen ohne Bedienperson nach 5m
DIN EN 12215 (Automatikanlagen). 1m 1m

Zone 1
Die mittlere rechnerische Konzentration
Zone 2
Zone 1

an brennbaren Lösemitteln (unabhängig 1m


vom Flammpunkt) muss auf einen Wert Zone 2
von ≤ 50 % der unteren Explosionsgrenze
(UEG) begrenzt sein.

Explosionsgefährdete Bereiche gelten


immer gleichzeitig als feuergefährde-
te Bereiche. Feuergefährdet Feuergefährdet

5m 5m

1m
1m

Derzeit wird die DIN EN 12215 überar-


Zone 1

beitet. Nach derzeitigem Stand ist Zone 1


geplant: In Abluftleitungen sollen die
Explosionsschutzanforderungen her-
abgesetzt werden. Zone 2
Zone 2

Schutzmaßnahmen nach TRBS 2152 (früher: Explosionsschutz-Regeln –


DGUV Regel 113-001)
Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonen
Inneres von Ständen und Technische Lüftung Zone 1: im Inneren
Kabinen

Um Standöffnung (ständige Technische Lüftung Zone 2: 1 m


Öffnung, aber keine Türen)

54
Anhang 1

Verarbeitungsfall 9 Für vorwiegend ältere Tauchbehälter, die die DIN EN 12581 nicht erfüllen, gilt:
Tauchbehälter zum Verarbeiten von flüssi- Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
gen Beschichtungsstoffen. Zonen
Inneres von Tauchbehältern Technische Lüftung Zone 0: im Inneren
Eine Zoneneinteilung ist grundsätzlich Natürliche Lüftung
erforderlich bei Verarbeitung von Be-
Umgebung von Tauchbehäl- Technische Lüftung Zone 2: 2,5 m
schichtungsstoffen mit einem
tern Nach oben 1,5 m
• Flammpunkt < 40 °C Oberflächen der beschichte-
oder einem ten Güter sollen frei von
ablaufenden Beschichtungs-
• Flammpunkt ≥ 40 °C, wenn sie betriebs-
stoffen sein (Verweilzeit).
mäßig1) über ihren Flammpunkt er-
wärmt werden.

Ähnlich wie bei den Verarbeitungsfällen Für vorwiegend neuere Tauchbehälter, die die DIN EN 12581 erfüllen, gilt:
zum Spritzlackieren (1 bis 8) ist bei der Art der Lüftung Einteilung der Bereiche in
Zonenfestlegung zu unterscheiden, ob Zonen
die Anforderungen der Norm für Tauchbe-
Inneres von Tauchbehältern Technische Lüftung
schichtungsanlagen DIN EN 12581 erfüllt Inneres von Einhausungen Rechnerische Konzentration
werden. ≤ 10 % der UEG

Inneres von Tauchbehältern Technische Lüftung Zone 2: im Inneren


Inneres von Einhausungen Rechnerische Konzentration
≤ 25 % der UEG
Um Öffnungen von Zone 2: 1 m
Einhausungen

Zur Berechnung der Konzentration siehe DIN EN 12581, Anhang B.

Verarbeitungsfall 10 Handbeschichtung Art der Lüftung Zone 1 Zone 2


mit flüssigen Be-
Andere Räume (z. B. Fertigungsräume) schichtungsstoffen
ohne Spritzwände, -stände, -kabinen oder mit einem
ähnliche Beschichtungseinrichtungen.
• Flammpunkt Natürliche Lüftung • 2,5 m um das Weitere 2,5 m um das
< 40 °C Werkstück bzw. über dem
Gelegentliche Handbeschichtung von oder einem • 1,5 m über dem Werkstück
• Flammpunkt Werkstück
Gütern (z  B. Auftragen mit Pinsel, Rolle,
≥ 40 °C, wenn sie
Ballen); kein Verspritzen von betriebsmäßig1)
Beschichtungsstoffen. über ihren Flamm- Technische Lüftung • 1 m um das
punkt erwärmt Werkstück
werden. • 1 m über dem
Werkstück
Grundsätzlich gilt ein Bereich von 5 m
Flammpunkt ≥ 40 °C Natürliche Lüftung
um die Verarbeitungsstellen als feuer-
gefährdeter Bereich (so genannter
gesonderter Bereich).

1) Betriebsmäßige Erwärmung liegt vor, wenn Beschichtungsstoffe durch das Arbeits-


verfahren (z. B. Heißspritzen) erwärmt werden. Maßgebend ist jeweils die höchste
Temperatur, entweder des Beschichtungsstoffes an der Arbeitsstelle (z. B. an der
Spritz- oder Sprühdose) oder des zu beschichtenden Gutes. Hierzu zählt nicht die
natürliche Erwärmung in Arbeitsgefäßen an heißen Tagen.

55
Anhang 1

Verarbeitungsfall 11 Abfüllen, Mischen, Art der Lüftung Zone 1 Zone 2


Umfüllen oder -pum-
Abfüllen, Mischen, Umfüllen oder -pum- pen von Beschich-
pen von Beschichtungsstoffen, Lösemit- tungsstoffen,
teln o. Ä. zum Teil aus offenen Behältern Lösemitteln
mit einem Volumen ≤ 10 l Flammpunkt mindes- natürlich
tens 15 °C über
Verarbeitungs­
Explosionsgefährdete Bereiche gelten
temperatur
immer gleichzeitig als feuergefährde-
te Bereiche. Flammpunkt weniger natürlich 1 m um die 1 weiterer m um die
als 15 °C über Verarbeitungsstelle Verarbeitungsstelle
Verarbeitungs­
temperatur

technisch 0,5 m um die 1 weiterer m um die


Das Abfüllen größerer Mengen inner- Verarbeitungsstelle Verarbeitungsstelle
halb geschlossener Räume ist in der
Regel aus Gründen des Gesundheits- Absaugung an der 0,5 m um die
Verarbeitungsstelle Verarbeitungsstelle
schutzes ohne zusätzliche Maßnah-
men (z. B. Gaspendelsysteme, Objekt-
absaugung) nicht zulässig, weil unter
diesen Bedingungen Arbeitsplatz­
grenz­werte i.d. R. nicht eingehalten

werden.

Verarbeitungsfall 12 Farbmischregale mit Art der Lüftung Zone 1 Zone 2


nicht nur selbst-
Bedienung von Farbmischregalen mit nicht schließenden Behäl-
nur selbstschließenden Behältern, mit tern, mit einem Volu-
einem Volumen ≤ 5 l. Der nichtselbstschlie- men ≤ 5 l
ßende Behälter ist i. d. R. das Zielgebinde. Flammpunkt mindes- natürlich
tens 15 °C über
Verarbeitungs­
Explosionsgefährdete Bereiche gelten
temperatur
immer gleichzeitig als feuergefährde-
te Bereiche. Flammpunkt weniger natürlich 0,5 m über der
als 15 °C über Farbmischwaage
Verarbeitungs­ 2 m um das
temperatur Zielgebinde
0,5 m über Flur
An Farbmischregalen mit ausschließ- technisch 0,5 m über der
lich selbstschließenden Einzelgebin- Farbmischwaage
den ist mit Explosionsgefährdung nicht 0,2 m über Flur
zu rechnen.

56
Anhang 1

Verarbeitungsfall 13 Farbversorgungs­räume mit Art der Lüftung Zone 1 Zone 2


Materialversorgungseinrichtungen
Farbversorgungsräume mit Materialver-
sorgungseinrichtungen, z. B. bestehend Flammpunkt auch unter Berücksichti- natürlich
gung der Erwärmung durch den Rühr-
aus Behältern, Rührwerken, Pumpen,
vorgang mindestens 15 °C über
Dosiervorrichtungen. Verarbeitungs­temperatur

Flammpunkt weniger als 15 °C über natürlich ganzer Raum


Anforderungen an die Ausrüstung z. B. zur
Verarbeitungstemperatur und
Ausführung der technischen Lüftung ei- technisch dichte Behälter, die über
nes Farbversorgungsraumes siehe Ab- An- und Abschlusssysteme verfügen,
so dass die Behälter nicht geöffnet
schnitt 12. werden, z. B. fest angeschlossener
Behälter, kein offener Umgang mit
Explosionsgefährdete Bereiche gelten Lösemitteln oder Beschichtungsstoffen
immer gleichzeitig als feuergefährde- Geschlossene Behälter, die drucklos technisch ganzer Raum
te Bereiche. betrieben und regelmäßig geöffnet
werden, z. B. zum Produktwechsel und
zur Reinigung.
Farbversorgungsraum dient als Auf-
fangeinrichtung. Der offene Umgang
Bei unter Druck stehenden Behältern mit Lösemitteln ist im ganzen Raum
möglich.
ist eine einsatzstoffbezogene und
gerätebezogene Einzelfallbetrachtung
notwendig, weil sich die sicherheits­
technischen Kenngrößen bei Abwei-
chung von den atmosphärischen Be-
dingungen ändern können.

Verarbeitungsfall 14 Abdunsträume oder -bereiche für frisch Art der Lüftung Zone 1 Zone 2
lackierte Werkstücke, Beschichtungs-
Räume oder Bereiche, in denen frisch stoff mit
lackierte Werkstücke zum Abdunsten
Flammpunkt mindestens 15 °C über natürlich
und/oder Trocknen abgestellt werden.
Verarbeitungstemperatur

Anforderungen an die Ausrüstung z. B. zur Flammpunkt weniger als 15 °C über technisch 1 m um und Ganzer übriger
Verarbeitungstemperatur 1 m über den Raum oder
Ausführung der technischen Lüftung ei-
Werkstücken/ Bereich
nes Abdunstraumes oder Abdunstberei- Hordenwagen
ches siehe Abschnitt 12. o. Ä.

Explosionsgefährdete Bereiche gelten


immer gleichzeitig als feuergefährde-
te Bereiche.

57
Anhang 2
Beispiele für den Luftbedarf im ­Abdunst- und Trocknungsbereich
nach Lackierarbeiten

In einer Lackiererei sollen insgesamt Aus dem Sicherheitsdatenblatt des ­Lacks Davon entfallen auf die verdampfungs­
500 Metalltafeln der Größe 2 m x 1 m beid- kann entnommen werden, dass die unte- fähigen, aufgetragenen Lösemittel:
seitig mit einem lösemittelhaltigen Be- re Explosionsgrenze des verwendeten 2,5 kg x 50 % = 1,25 (kg je Hordenwagen)
schichtungsstoff mit einer Nass-Schicht­ Lösemittels bei 40 g/m3 (oder ≈ 4 Vol. %)
dicke von jeweils 100 µm (Trocken-Schicht- anzusetzen ist. Die zulässige Konzentrati- Unter der Annahme, dass von den aufge-
dicke 50 µm) versehen werden. Der ver- on an Lösemitteldampf zur Vermeidung tragenen Lösemitteln bereits ca. 30 %
wendete Beschichtungsstoff hat einen explosionsfähiger Atmos­phäre im Ab- beim Spritzauftrag und nochmals ca. 25 %
Festkörpergehalt von 50 Gew.-% und dunstraum beträgt somit: beim anschließenden Ablüften im bereit-
einen Lösemittelgehalt von 50 Gew.-%. Czul = 0,5 x 40 g/m3 = 20 g/m3. gestellten Hordenwagen und damit im
Seine Dichte beträgt 1,25 g/cm3. Die Ta- Lackierraum verdampfen, verbleiben in
feln werden nach dem Spritzlackiervor- Die Strömungsverhältnisse im Ab- der Lackschicht vor dem Einfahren in den
gang in Hordenwagen zu jeweils 10 Tafeln dunstraum können als „normal“ einge- Abdunstraum:
übereinander gestapelt. Die Hordenwa- stuft werden, sodass mit einem Sicher- 45 % von 1,25 ≈ 0,6 (kg Lösemittel je
gen werden nach ihrer Befüllung aus dem heitszuschlag von f = 2 die Verhältnisse Hordenwagen).
Lackierraum (siehe Abb. 1) in einen sepa- dort zutreffend bewertet werden.
raten Trocknungsraum gefahren, wo die Die für die Abluft- und Zuluft-Anlage benö-
Tafeln dann vollständig durchtrocknen. Die aufgetragene Lackmenge ergibt sich tigte Luftmenge ist damit nur noch abhän-
Der Abdunst- und Trocknungsraum (siehe zu: gig vom Beschickungsverfahren des Ab-
Abb. 2) ist für max. 25 Hordenwagen di- 10 (Tafeln je Hordenwagen) x 2 (m2 Fläche dunst- und Trocknungsraumes.
mensioniert und mit einer Absaug- und je Tafel) x 0,0001 (m Schichtdicke) x
Zuluft-Anlage ausgestattet, deren Luft- 1.250 (kg/m3) = 2,5 (kg je Hordenwagen).
mengenbedarf zu ermitteln ist.

Abb. 1 Lackierraum mit eigenem Ablüftungsbereich Abb. 2 Hordenwagen im Abdunst- und Trocknungsraum

58
Anhang 2

Beispiel 1: Der Abdunstraum wird einmal pro Tag mit Hordenwagen befüllt:

Der maximale Eintrag von Lösemitteln in g/h beträgt hier:


Mmax = 25 (Hordenwagen/h) x 0,6 (kg Lösemittel je Hordenwagen) = 15 kg/h bzw.
15.000 g/h

Mindest-Abluftvolumenstrom:
Minimum-Kriterium: Vmin = 300 m3/(h x kg) x 15 kg = 4.500 m3/h

2 x 15.000 g/h
Konzentrations-Kriterium: Vmin = = 1.500 m3/h
20 g/m3
Ergebnis:
Das Minimum-Kriterium liefert die 3-fache Mindestluftmenge.

Beispiel 2: Im Abdunstraum wird alle 20 Minuten ein frisch beschichteter gegen einen
getrockneten Hordenwagen ausgetauscht.

Der maximale Eintrag von Lösemitteln in g/h beträgt hier:


Mmax = 3 (Hordenwagen/h) x 0,6 (kg Lösemittel je Hordenwagen) = 1,8 kg/h bzw.
1.800 g/h

Mindest-Abluftvolumenstrom:
Minimum-Kriterium: Vmin = 300 m3/(h x kg) 1,8 kg = 540 m3/h

2 x 1.800 g/h
Konzentrations-Kriterium: Vmin = = 180 m3/h
20 g/m3

Ergebnis:
Das Minimum-Kriterium liefert die 3-fache Mindestluftmenge.

Bewertung:
Das Minimum-Kriterium liefert nur dann die gleiche Mindest-Luftmenge wie das Kon-
zentrationskriterium, beziehungsweise eine geringere, wenn
1. der Sicherheitszuschlag mit f ≥ 3 anzusetzen ist, also „ungünstige“ Strömungsver-
hältnisse vorliegen und/oder
2. die zulässige Konzentration an Lösemitteldampf im Abdunst- oder Trocknungs-
raum ≤ 10 g/m beträgt.

Im Regelfall kann also bei Verwendung des Konzentrations-Kriteriums die Abluft- und
Zuluft-Anlage hinsichtlich des Luftbedarfes (und damit der aufzuwendenden Energie)
optimiert werden. Bei Verwendung des Minimum-Kriteriums ist man in jedem Fall auf
der sicheren Seite.

59
Anhang 3
Arbeitsweise zur Verringerung der Schadstoffkonzentration
und von Overspray

• Spritzstrahl senkrecht zur Oberfläche


führen
• Spritzgerät möglichst nahe an der zu
spritzenden Fläche führen:
–– Niederdruckspritzen/HVLP-Spritzen
ca. 15 bis 25 cm;
–– Hochdruckspritzen ca. 20 bis 35 cm;
–– Luftunterstütztes Airless-Spritzen
ca. 25 cm;
–– Airless-Spritzen ca. 30 cm
• Spritzstrahlbreite an Werkstückabmes-
sungen anpassen
• Zerstäubungsdruck möglichst gering
halten
• Werkstück in möglichst kurzer Entfer-
nung zur Spritzwand/Absaugwand
positionieren
• Immer in Richtung Spritzwand/Absaug-
wand spritzen, ggf. Werkstück auf dreh-
barer Werkstückauflage drehen
• Elektrostatische Beschichtungsverfah-
ren verwenden
• Bei automatischen Auftragsverfahren
möglichst hohe Warenträgerflächenbe-
legung sicherstellen
• Hinweise der Spritzgerätehersteller zur
Erhöhung des Lackauftragwirkungsgra-
des in der Betriebsanleitung beachten

60
Anhang 4.1
Musterformulare für Explosionsschutzdokument mit Erläuterungen

61
Anhang 4.1

Anhang 4.1: Musterformulare für Explosionsschutzdokument mit Erläuterungen

Explosionsschutzdokument
nach § 6 GefStoffV

Formblatt 1

Allgemeine Angaben

Name und Adresse


des Unternehmens

zuständiger Unfall-
versicherungsträger

Mitgliedsnummer
Betriebsstätte

Explosionsdokument
erstellt von:

Explosionsgefahr durch* Siehe


Gase, Dämpfe Stäube Blatt Nr.
Explosionsgefährdete Bereiche
Nebel

10

Datum Unterschrift der Unternehmensleitung Explosionsdokument erstellt von (Unterschrift):

* ankreuzen, wenn zutreffend


Blatt Nr.
48

62
Anhang 4.1

Anhang 4.1: Musterformulare für Explosionsschutzdokument mit Erläuterungen

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 1

Explosionsgefährdeter Raum/Bereich:

1
Gas, Nebel, Dampf/ Sicherheitsdatenblatt vorhanden
Beschichtungsstoff im Gefahrstoffkataster eingetragen

Sicherheitstechnische 2
Kenngrößen Flammpunkt = °C Zündtemperatur = °C Explosionsgruppe:
3
Beschreibung
der Anlage/
der Verfahren

Zoneneinteilungen innerhalb des Raumes/ Bereiches Ex-Zone Keine Beurteilungsgrundlage


4 Ex-Zone* 5

1.

2.

3.

4.

5.

Technische Schutzmaßnahmen
6
Verhinderung oder Einschränkung der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre
(z. B. durch natürliche oder technische Lüftung oder Absaugung)

nicht zutreffend

7
Verhinderung der Zündung explosionsfähiger Atmosphäre (Vermeidung wirksamer Zündquellen)
– siehe Geräteliste für den jeweiligen Raum/Bereich (Formblatt 3)
8
Ausführung der elektrischen Geräte:
nicht zutreffend Geräte entsprechen der ATEX-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Geräte entsprechen der ElexV (für Altgeräte, die bis 30.06.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

Ausführung der nichtelektrischen Geräte: 9

nicht zutreffend Geräte entsprechen der ATEX-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

10
Konstruktive Maßnahmen, die die Explosionsauswirkungen auf ein unbedenkliches Maß beschränken
nicht zutreffend

11
Zusätzliche technische Maßnahmen zur Verringerung des Restrisikos
nicht zutreffend

* ankreuzen, wenn zutreffend 1–11 siehe nachfolgende Erläuterungen 49


Blatt Nr.

63
Anhang 4.1

Anhang 4.1: Musterformulare für Explosionsschutzdokument mit Erläuterungen

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 2

Organisatorische Schutzmaßnahmen
zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes
der Beschäftigten in explosionsgefährdeten Bereichen

12
Schriftliche Unterweisung
Betriebsanweisung der Beschäftigten
vor- zu erstellen erfolgt am
handen* bis

13
Zusätzliche organisatorische Maßnahmen für gefährliche Tätigkeiten (z. B. Arbeitsfreigaben)

Kennzeichnung explosions- 14

gefährdeter Bereiche vorhanden


vorzunehmen bis

15
Regelmäßige Reinigung der explosionsgefährdeten Bereiche
Ist die regelmäßige Reinigung gemäß
Betriebsanweisung sichergestellt? ja nein

16
Prüfung der Arbeitsplätze/Arbeitsmittel
Ist vor der erstmaligen Nutzung eine Prüfung
durch eine befähigte Person erfolgt? ja nein

Erfolgen regelmäßige Prüfungen ? ja nein Prüfintervall

Weitere Dokumente/Anlagen
Sicherheitsdatenblätter (Ordner ) Gefahrstoffkataster (Ordner )

Lageplan (Ordner ) Ex-Zonenplan (Ordner )

Prüfbescheinigungen (Ordner ) Maßnahmenliste (Ordner )

Datum Unterschrift der Unternehmensleitung Explosionsdokument erstellt von (Unterschrift):

* ankreuzen, wenn zutreffend


50
12–16 siehe nachfolgende Erläuterungen
Blatt Nr.

64
Anhang 4.1

Anlage zum Explosionsschutzdokument


Liste explosionsgeschützter Geräte
Formblatt 3

Geräteliste für Raum/Bereich:


Hinweise zur Ausführung nach ElexV/ATEX siehe Abschnitt „Elektrische und nichtelektrische Geräte und
Komponenten – Kennzeichnung“ dieser DGUV Information 209-046

Mindestanforderungen entsprechend Ausführung


der ermittelten Ex-Zonen und der Ausführung nach ATEX*
nach ElexV*
sicherheitstechnischen Kenngrößen Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera-
art gruppe kategorie gruppe turklasse
J/N IP ...

II

Elektrische Geräte (z. B. elektrische Motoren, Schalter, Leuchten)

Bezeichnung Ausführung Mindest-


Ausführung nach ATEX*
nach ElexV* anforde-
Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- rungen
art gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart erfüllt
J/N

Nichtelektrische Geräte (z. B. Förderbänder, Getriebe, pneumatische Pumpen)

Bezeichnung Ausführung Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- Mindest-


nach ATEX* gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart anforde-
rungen
erfüllt
J/N J/N

* siehe auch Tabelle 2 Blatt Nr.

65
Anhang 4.1

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe, Nebel in Räumen/Bereichen bei der
Verarbeitung von Beschichtungsstoffen

Erläuterungen zum Formblatt 2

1 Hier sind der Beschichtungsstoff bzw. die Gase, Dämpfe, RL 94/9/EG1) entsprechen und für den Einsatz in den jewei-
Nebel zu nennen, die explosionstechnisch die kritischsten ligen Zonen geeignet sein (siehe Tabelle). Die Hersteller-
Stoffeigenschaften besitzen (z. B. niedrigster Flammpunkt, bzw. Konformitätserklärungen müssen vorliegen und die
niedrigste UEG). Geräte müssen vollständig gekennzeichnet sein.

2 Hier ist der niedrigste Wert der Gemische oder einer Einzel-
komponente einzutragen. Gerätekategorie 1 G Geeignet für den
Einsatz in Zone
0, 1 und 2
3 Hier ist die Einrichtung/Anlage mit ihren wesentlichen Be-
standteilen aufzuführen und die eingesetzten Verfahren Gerätegruppe II
Gerätekategorie 2 G Geeignet für den
sind kurz zu beschreiben. Einsatz in Zone
1 und 2

4 Hier sind die jeweiligen Zonen für den Raum/Bereich zu Gerätekategorie 3 G Geeignet für den
nennen – siehe Seite 13 und Anhang 1 dieser DGUV Infor- Einsatz in Zone 2
mation 209-046.

5 Als Beurteilungsgrundlage für die Zoneneinteilung können


DGUV Regeln und Informationen, technische Regeln und 9 Auch für nichtelektrische Geräte und Komponenten in ex-
Normen herangezogen werden, z. B. DGUV Regel 100-500, plosionsgefährdeten Bereichen, die seit 01.07.2003 in Ver-
DGUV Regel 113-001, DGUV Information 209-046, kehr gebracht wurden, muss wie bei elektrischen Geräten
DIN EN 12215, DIN EN 13355. eine Hersteller- bzw. Konformitätserklärung nach EG-Richtli-
nie 94/9/EG1) vorliegen. Alle Geräte müssen für den Einsatz
6 Die Verhinderung oder die Einschränkung der Bildung ge- in der jeweiligen Zone geeignet (siehe Tabelle oben) und
fährlicher explosionsfähiger Atmosphäre kann z. B. durch vollständig gekennzeichnet sein.
die folgenden technischen Maßnahmen erreicht werden:
• Absaugung an der Entstehungsstelle Für nichtelektrische Altgeräte, die nicht nach EG-Richtlinie
• gezielte technische Lüftungsmaßnahmen 94/9/EG1) in Verkehr gebracht wurden, besteht ein generel-
• Inertisierung (kommt an Lackieranlagen und -einrichtun- ler Bestandsschutz. Eine Anpassung an die Beschaffen-
gen normalerweise nicht in Betracht) heitsanforderungen der EG-Richtlinie 94/9/EG1) oder sogar
ein Austausch durch „ATEX“-Geräte ist also nicht erforder-
7 Beim Einsatz von elektrischen und nicht elektrischen Gerä- lich. Dabei wird jedoch vorausgesetzt, dass die Geräte den
ten und Werkzeugen innerhalb explosionsgefährdeter Be- ­damals geltenden nationalen Bestimmungen (z. B.
reiche müssen Zündquellen sicher vermieden werden. Dies DGUV Regel 113-001, TRGS 727) entsprechen. In jedem Fall
bedeutet, dass z. B. elektrische Betriebsmittel, bei deren sollte auf die von den Herstellern angegebene maximale
Betrieb Funken entstehen können (z. B. Handmaschinen mit Verwendungsdauer und auf ausreichende Wartung und
Kollektormotoren), unvorschriftsmäßige Handleuchten und Instandsetzung geachtet werden. Bei Unsicherheit hinsicht-
funkenreißende Handwerkzeuge aus diesen Bereichen fern lich der sicheren Weiterverwendung nichtelektrischer Altge-
gehalten werden müssen. räte in explosionsgefährdeten Bereichen sollten Fachleute
(z. B. der Unfallversicherungsträger, der PTB oder der BAM)
8 Sind elektrische Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen hinzugezogen werden.
vorhanden, müssen diese Geräte so beschaffen sein, dass
sie keine wirksamen Zündquellen darstellen können. Han- 10 Kann die Bildung explosionsfähiger Atmosphäre oder das
delt es sich um Geräte oder Komponenten, die bereits vor Vorhandensein wirksamer Zündquellen in Anlagen und
dem 30.06.2003 in Verkehr gebracht wurden, muss die Behältern nicht sicher ausgeschlossen werden, müssen
EG-Richtlinie 94/9/EG1) (ATEX) nicht rückwirkend auf diese konstruktive Maßnahmen getroffen sein, die die
Geräte angewandt werden. Es muss aber geprüft werden, ob
die Geräte bzw. die Komponenten in der vorliegenden Zone 1 Ab 20. April 2016 RL 2014/34/EU, bestehende Konformitäts-
sicher verwendet werden können. Elektrische Geräte, die ab erklärungen und Kennzeichnungen nach RL 94/9/EG behal-
dem 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden, müssen der ten weiterhin ihre Gültigkeit.

66
Anhang 4.1

Auswirkungen möglicher Explosionen auf ein unbedenkli- 13 Für gefährliche Tätigkeiten (z. B. Schweiß-, Schneid-, Trenn-
ches Maß reduzieren. Solche Maßnahmen sind: schleif- und sonstige Feuerarbeiten) in explosionsgefährde-
• explosionsfeste Bauweise von Behältern und ten Bereichen müssen schriftliche Arbeitsfreigaben einge-
Apparaturen führt sein (Erlaubnisscheinverfahren).
• Explosionsunterdrückung durch schnelles Einblasen von
Löschmitteln in Behälter und Apparaturen 14 An den Zugängen zu explosionsgefährdeten Bereichen
• Explosionsdruckentlastung von Behältern und Apparatu- muss folgende Kennzeichnung vorgenommen werden:
ren durch Freigabe von definierten Querschnitten zur • Warnzeichen „Warnung vor explosionsfähiger
Abfuhr des Drucks und des Flammenstrahls in eine unge- Atmosphäre“
fährliche Richtung (meist in Verbindung mit explosions- • Verbotszeichen „Keine offene Flamme; Feuer, offenes
technischer Entkoppelung) Licht und Rauchen verboten“
• Verhinderung der Flammen- und Explosionsübertragung • Verbotszeichen „Zutritt für Unbefugte verboten“
(Explosionstechnische Entkoppelung) z. B. durch mecha-
nisches Schnellabsperren oder Ausschleusen 15 Materialablagerungen von brennbaren Stäuben und Be-
schichtungsstoffen in explosionsgefährdeten Bereichen
Die vorbeschriebenen konstruktiven Schutzmaßnahmen können können zu zusätzlichen Brandgefahren und, bei Aufwirbe-
nur in Bereichen eingesetzt werden, in denen sich bei bestim- lung, auch zu Explosionsgefahren führen. Um diese Gefah-
mungsgemäßem Betrieb keine Personen aufhalten dürfen. ren zu unterbinden, müssen die Ablagerungen regelmäßig
entfernt werden. Der Umfang und die Intervalle der Reini-
11 Zusätzliche technische Maßnahmen können z. B. in der gungsmaßnahmen müssen in der Betriebsanweisung fest-
Zugabe von gasförmigen Inertstoffen (Stickstoff, Kohlendi­ gelegt sein.
oxid) oder Wasserdampf bestehen. Diese Schutzmaßnah-
men können wegen der Sauerstoffverdrängung nur in Berei- 16 Siehe Abschnitt 20 dieser DGUV Information 209-046.
chen eingesetzt werden, in denen sich bei bestimmungs-
gemäßem Betrieb keine Personen aufhalten dürfen.
Siehe auch 6

12 Zur Unterweisung der Beschäftigten, die in explosions­


gefährdeten Bereichen tätig werden sollen, müssen schrift-
liche Betriebsanweisungen vorliegen. Darin sind Informatio-
nen zu den Explosionsgefahren sowie Maßnahmen zu
deren Abwendung aufzunehmen. Personen, die mit der
Durchführung von Instandsetzungs-, Wartungs-, Umbau-
und Reinigungsarbeiten beauftragt werden, müssen eine
angemessene spezielle Unterweisung erhalten. Die Unter-
weisung ist zu protokollieren. Die Teilnehmer und Teilneh-
merinnen bestätigen durch Unterschrift die Teilnahme an
der Unterweisung.

67
Anhang 4.2
Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

68
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Explosionsschutzdokument
nach § 6 GefStoffV

Formblatt 1

Allgemeine Angaben

Name und Adresse


Muster GmbH
des Unternehmens
Musterstraße 100
0000 Musterstadt
Zuständiger Unfall-
versicherungsträger BG Holz und Metall
Mitgliedsnummer 888 888 88
Betriebsstätte
Musterstr. 100
99 999 Musterstadt
Explosionsdokument
erstellt von Franz Muster

Explosionsgefahr durch* Siehe


Gase, Dämpfe Stäube Blatt Nr.
Explosionsgefährdete Bereiche
Nebel

1 Lackierraum 1 mit Spritzwand 2-3

2 Lackierraum 2 mit Spritzwand 4-5

3 Lacklager 6-7

10

Datum Unterschrift der Unternehmensleitung Explosionsdokument erstellt von (Unterschrift):

15.11.2015 Rainer Muster Franz Muster

* ankreuzen, wenn zutreffend


Blatt Nr. 1
58

69
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 1

Explosionsgefährdeter Raum/Bereich: Lackierraum 1 mit Spritzwand

1
Gas, Nebel, Dampf/ Sicherheitsdatenblatt vorhanden
Lösemittelhaltige Lacke
Beschichtungsstoff im Gefahrstoffkataster eingetragen
z. B. Novolack 240, 241, 242
Sicherheitstechnische 2
Kenngrößen Flammpunkt = 17 °C Zündtemperatur = 350 °C Explosionsgruppe: II A
3
Beschreibung Spritzbereich mit trockener Absaugwand
der Anlage/
Raumvolumen = 500 m3
der Verfahren
Absaugleistung = 7.000 m3/h
Zuluftanlage = 7.000 m3/h

Zoneneinteilungen innerhalb des Raumes/ Bereiches Ex-Zone Keine Beurteilungsgrundlage


4 Ex-Zone* 5

1. Im Innern der Absaugwand/des Absaugsystems 1 DGUV Information


209-046, Anhang 1,
2. Im Bereich von 2,5 m um die Absaugwand 1
Verarbeitungsfall 1
3. Im restlichen Bereich des Lackierraums
4.

5.

Technische Schutzmaßnahmen
6
Verhinderung oder Einschränkung der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre
(z. B. durch natürliche oder technische Lüftung oder Absaugung)

nicht zutreffend Durch Zuluft- und Abluftanlage mit je 7.000 m3/h


bei einem Raumvolumen von 500 m3:
Luftwechsel = 14-fach/h
7
Verhinderung der Zündung explosionsfähiger Atmosphäre (Vermeidung wirksamer Zündquellen)
– siehe Geräteliste für den jeweiligen Raum/Bereich (Formblatt 3)
8
Ausführung der elektrischen Geräte:
nicht zutreffend Geräte entsprechen der Atex-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Geräte entsprechen der ElexV (für Altgeräte, die bis 30.06.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

Ausführung der nichtelektrischen Geräte: 9

nicht zutreffend Geräte entsprechen der Atex-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

10
Konstruktive Maßnahmen, welche die Explosionsauswirkungen auf ein unbedenkliches Maß beschränken
nicht zutreffend

11
Zusätzliche technische Maßnahmen zur Verringerung des Restrisikos
nicht zutreffend

* ankreuzen, wenn zutreffend 1–11 siehe nachfolgende Erläuterungen


Blatt Nr. 2
59

70
Anhang 4.2

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 2

Organisatorische Schutzmaßnahmen
zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes
der Beschäftigten in explosionsgefährdeten Bereichen

12
Schriftliche Unterweisung
Betriebsanweisung der Beschäftigten
vor- zu erstellen erfolgt am
handen* bis

Betriebsanweisung Nr. 10 14.11.2015


„Verarbeitung von lösemittelhaltigen
Lacken, …“

13
Zusätzliche organisatorische Maßnahmen für gefährliche Tätigkeiten (z. B. Arbeitsfreigaben)

Erlaubnisscheinverfahren für Arbeiten mit Zündgefahr

Kennzeichnung explosions- 14

gefährdeter Bereiche vorhanden 30.11.2015


vorzunehmen bis

15
Regelmäßige Reinigung der explosionsgefährdeten Bereiche
Ist die regelmäßige Reinigung gemäß
Betriebsanweisung sichergestellt ja nein

16
Prüfung der Arbeitsplätze/Arbeitsmittel
Ist vor der erstmaligen Nutzung eine Prüfung
durch eine befähigte Person erfolgt? ja nein

Erfolgen regelmäßige Prüfungen ? ja nein Prüfintervall


jährlich

Weitere Dokumente / Anlagen


Sicherheitsdatenblätter (Ordner Gefahrstoffe ) Gefahrstoffkataster (Ordner Gefahrstoffe )

Lageplan (Ordner Bau ) Ex-Zonenplan (Ordner Ex-Schutz )


Maßnahmen-
Prüfbescheinigungen (Ordner Prüfungen ) Maßnahmenliste (Ordner Arbeitsschutz )

Datum Unterschrift der Unternehmensleitung Explosionsdokument erstellt von (Unterschrift):

15.11.2015 Rainer Muster Franz Muster

* ankreuzen, wenn zutreffend 12–16 siehe nachfolgende Erläuterungen


Blatt Nr. 3

71
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 1

Explosionsgefährdeter Raum/Bereich: Lackierraum 2 mit Spritzstand

1
Gas, Nebel, Dampf/ Sicherheitsdatenblatt vorhanden
Lösemittelhaltige Lacke
Beschichtungsstoff im Gefahrstoffkataster eingetragen
z. B. Acetel 357
Sicherheitstechnische 2
Kenngrößen Flammpunkt = –4 °C Zündtemperatur = 550 °C Explosionsgruppe: II A
3
Beschreibung Spritzstand nach EN 12215 mit Trockenabscheidung
der Anlage/
der Verfahren Absaugleistung = 14.400 m3/h
Zuluftanlage = 15.000 m3/h

Zoneneinteilungen innerhalb des Raumes/ Bereiches Ex-Zone Keine Beurteilungsgrundlage


4 Ex-Zone* 5

1. Im Innern des Spritzstandes 2 DGUV Information


209-046, Anhang 1,
2. Im Bereich von 1 m um die offene Zugangsseite 2 Verarbeitungsfall 5
3. Im restlichen Bereich des Lackierraums
4.

5.

Technische Schutzmaßnahmen
6
Verhinderung oder Einschränkung der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre
(z. B. durch natürliche oder technische Lüftung oder Absaugung)

nicht zutreffend Abluftleistung entsprechend dem in EN 12215 geforderten Wert von


14.400 m3/h (siehe Seite 50 DGUV Information 209-046)
Rechnerische Durchschnittskonzentration = 1,78 % der UEG

7
Verhinderung der Zündung explosionsfähiger Atmosphäre (Vermeidung wirksamer Zündquellen)
– siehe Geräteliste für den jeweiligen Raum/Bereich (Formblatt 3)
8
Ausführung der elektrischen Geräte:
nicht zutreffend Geräte entsprechen der Atex-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Geräte entsprechen der ElexV (für Altgeräte, die bis 30.06.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

Ausführung der nichtelektrischen Geräte: 9

nicht zutreffend Geräte entsprechen der Atex-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

10
Konstruktive Maßnahmen, welche die Explosionsauswirkungen auf ein unbedenkliches Maß beschränken
nicht zutreffend

11
Zusätzliche technische Maßnahmen zur Verringerung des Restrisikos
nicht zutreffend

* ankreuzen, wenn zutreffend 1–11 siehe nachfolgende Erläuterungen


Blatt Nr. 4
61

72
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 2

Organisatorische Schutzmaßnahmen
zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes
der Beschäftigten in explosionsgefährdeten Bereichen

12
Schriftliche Unterweisung
Betriebsanweisung der Beschäftigten
vor- zu erstellen erfolgt am
handen* bis

Betriebsanweisung Nr. 10 14.11.2015


„Verarbeitung von lösemittelhaltigen
Lacken, …“

13
Zusätzliche organisatorische Maßnahmen für gefährliche Tätigkeiten (z. B. Arbeitsfreigaben)

Erlaubnisscheinverfahren für Arbeiten mit Zündgefahr

Kennzeichnung explosions- 14

gefährdeter Bereiche vorhanden 30.11.2015


vorzunehmen bis

15
Regelmäßige Reinigung der explosionsgefährdeten Bereiche
Ist die regelmäßige Reinigung gemäß
Betriebsanweisung sichergestellt ja nein

16
Prüfung der Arbeitsplätze/Arbeitsmittel
Ist vor der erstmaligen Nutzung eine Prüfung
durch eine befähigte Person erfolgt? ja nein

Erfolgen regelmäßige Prüfungen ? ja nein Prüfintervall


jährlich

Weitere Dokumente/Anlagen
Sicherheitsdatenblätter (Ordner Gefahrstoffe ) Gefahrstoffkataster (Ordner Gefahrstoffe )

Lageplan (Ordner Bau ) Ex-Zonenplan (Ordner Ex-Schutz )


Maßnahmen-
Prüfbescheinigungen (Ordner Prüfungen ) Maßnahmenliste (Ordner Arbeitsschutz )

Datum Unterschrift der Unternehmensleitung Explosionsdokument erstellt von (Unterschrift):

15.11.2015 Rainer Muster Franz Muster

* ankreuzen, wenn zutreffend 12–16 siehe nachfolgende Erläuterungen


Blatt Nr. 5

73
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 1

Explosionsgefährdeter Raum/Bereich: Lacklager mit Abfüllen, Mischen, Umfüllen

1
Gas, Nebel, Dampf/ Lösemittelhaltige Lacke Sicherheitsdatenblatt vorhanden
Beschichtungsstoff im Gefahrstoffkataster eingetragen
und Verdünnungen
Sicherheitstechnische 2
Kenngrößen Flammpunkt = –4 °C Zündtemperatur = 350 °C Explosionsgruppe: II A
3
Beschreibung Lagerraum mit Raumvolumen = 50 m
der Anlage/
Technische Lüftung mit Absaugleistung = 300 m
der Verfahren
(sechsfacher Luftwechsel)
Ablüften, Mischen, Umfüllen von Lacken

Zoneneinteilungen innerhalb des Raumes/ Bereiches Ex-Zone Keine Beurteilungsgrundlage


4 Ex-Zone* 5

1. 1 m um den Arbeitsbereich 1 DGUV Information


209-046, Seite 30
2. restlicher Lagerraum 2
3.

4.

5.

Technische Schutzmaßnahmen
6
Verhinderung oder Einschränkung der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre
(z. B. durch natürliche oder technische Lüftung oder Absaugung)

nicht zutreffend durch technische Lüftung mit 300 m3/h


Luftwechsel = 6-fach

7
Verhinderung der Zündung explosionsfähiger Atmosphäre (Vermeidung wirksamer Zündquellen)
– siehe Geräteliste für den jeweiligen Raum/Bereich (Formblatt 3)
8
Ausführung der elektrischen Geräte:
nicht zutreffend Geräte entsprechen der Atex-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Geräte entsprechen der ElexV (für Altgeräte, die bis 30.06.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

Ausführung der nichtelektrischen Geräte: 9

nicht zutreffend Geräte entsprechen der Atex-Richtlinie (für Geräte, die ab 01.07.2003 in Verkehr gebracht wurden)
Die Mindestanforderungen an Altgeräte zur sicheren Verwendung in der jeweiligen Ex-Zone sind erfüllt

10
Konstruktive Maßnahmen, welche die Explosionsauswirkungen auf ein unbedenkliches Maß beschränken
nicht zutreffend

11
Zusätzliche technische Maßnahmen zur Verringerung des Restrisikos
nicht zutreffend

* ankreuzen, wenn zutreffend 1–11 siehe nachfolgende Erläuterungen


Blatt Nr. 6
63

74
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Explosionsschutzdokument
Beurteilung der Explosionsgefahr durch Gase, Dämpfe,
Nebel in Räumen/Bereichen bei der Verarbeitung von Beschichtungsstoffen
Formblatt 2 – Seite 2

Organisatorische Schutzmaßnahmen
zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes
der Beschäftigten in explosionsgefährdeten Bereichen

12
Schriftliche Unterweisung
Betriebsanweisung der Beschäftigten
vor- zu erstellen erfolgt am
handen* bis

Betriebsanweisung Nr. 10 25.01.2016


„Verarbeitung von lösemittelhaltigen
Lacken, …“

13
Zusätzliche organisatorische Maßnahmen für gefährliche Tätigkeiten (z. B. Arbeitsfreigaben)

Erlaubnisscheinverfahren für Arbeiten mit Zündgefahr

Kennzeichnung explosions- 14

gefährdeter Bereiche vorhanden


vorzunehmen bis

15
Regelmäßige Reinigung der explosionsgefährdeten Bereiche
Ist die regelmäßige Reinigung gemäß
Betriebsanweisung sichergestellt ja nein

16
Prüfung der Arbeitsplätze/Arbeitsmittel
Ist vor der erstmaligen Nutzung eine Prüfung
durch eine befähigte Person erfolgt? ja nein

Erfolgen regelmäßige Prüfungen ? ja nein Prüfintervall


jährlich

Weitere Dokumente / Anlagen


Sicherheitsdatenblätter (Ordner Gefahrstoffe ) Gefahrstoffkataster (Ordner Gefahrstoffe )

Lageplan (Ordner Bau ) Ex-Zonenplan (Ordner Ex-Schutz )


Maßnahmen-
Prüfbescheinigungen (Ordner Prüfungen ) Maßnahmenliste (Ordner Arbeitsschutz )

Datum Unterschrift der Unternehmensleitung Explosionsdokument erstellt von (Unterschrift):

25.01.2016 Rainer Muster Franz Muster

* ankreuzen, wenn zutreffend 12–16 siehe nachfolgende Erläuterungen


Blatt Nr. 7

75
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Anlage zum Explosionsschutzdokument


Liste explosionsgeschützter Geräte
Formblatt 3

Geräteliste für Raum/Bereich: Lackierraum 1 mit Spritzwand


Bezeichnungen siehe Abschnitt „Elektrische und nichtelektrische Geräte und Komponenten – Kennzeichnung“ dieser
DGUV Information 209-046

Mindestanforderungen entsprechend Ausführung


der ermittelten Ex-Zonen und der Ausführung nach ATEX*
nach ElexV*
sicherheitstechnischen Kenngrößen Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera-
art gruppe kategorie gruppe turklasse
J/N IP ...

ja 54 II 2G II A T2

Elektrische Geräte (z. B. elektrische Motoren, Schalter, Leuchten)

Bezeichnung Ausführung Mindest-


Ausführung nach ATEX*
nach ElexV* anforde-
Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- rungen
art gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart erfüllt
J/N

Leuchte 1 über Spritzwand ja 54 ja

Leuchte 2 Lackierraum II 2G II A T4 e ja

Schalter für Leuchten ja 65 ja

Motor Absaugventilator ja 44 ja
(nicht im Abluftstrom)

Nichtelektrische Geräte (z.B. Förderbänder, Getriebe, pneumatische Pumpen)

Bezeichnung Ausführung Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- Mindest-


nach ATEX* gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart anforde-
rungen
erfüllt
J/N J/N

Becherpistole Bj. 1990 nein ja

Becherpistole Bj. 2007 ja II 2G II A T5 – ja

* siehe auch Tabelle 2


Blatt Nr. 865

76
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Anlage zum Explosionsschutzdokument


Liste explosionsgeschützter Geräte
Formblatt 3

Geräteliste für Raum/Bereich: Lackierraum 2 mit Spritzstand


Bezeichnungen siehe Abschnitt „Elektrische und nichtelektrische Geräte und Komponenten – Kennzeichnung“ dieser
DGUV Information 209-046

Mindestanforderungen entsprechend Ausführung


der ermittelten Ex-Zonen und der Ausführung nach ATEX*
nach ElexV*
sicherheitstechnischen Kenngrößen Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera-
art gruppe kategorie gruppe turklasse
J/N IP ...

II 3G II A T2

Elektrische Geräte (z. B. elektrische Motoren, Schalter, Leuchten)

Bezeichnung Ausführung Mindest-


Ausführung nach ATEX*
nach ElexV* anforde-
Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- rungen
art gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart erfüllt
J/N

Leuchten im Spritzstand II 3G II A T4 nA ja

Schalter zum Ein- II 3G II C T6 d ja


und Ausschalten
der Absaugung

Motor Absaugventilator II 3G II A T4 nA ja

Nichtelektrische Geräte (z.B. Förderbänder, Getriebe, pneumatische Pumpen)

Bezeichnung Ausführung Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- Mindest-


nach ATEX* gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart anforde-
rungen
erfüllt
J/N J/N

Airlessgerät-Pumpe ja II 2G II A T4 C ja

Airlessgerät-Pistole ja II 2G II A T4 C ja

Absaugventilator ja II 3G IIA T4 C ja

* siehe auch Tabelle 2


Blatt Nr. 965

77
Anhang 4.2

Anhang 4.2: Muster eines ausgefüllten Explosionsschutzdokumentes

Anlage zum Explosionsschutzdokument


Liste explosionsgeschützter Geräte
Formblatt 3

Geräteliste für Raum/Bereich: Lacklager


Bezeichnungen siehe Abschnitt „Elektrische und nichtelektrische Geräte und Komponenten – Kennzeichnung“ dieser
DGUV Information 209-046

Mindestanforderungen entsprechend Ausführung


der ermittelten Ex-Zonen und der Ausführung nach ATEX*
nach ElexV*
sicherheitstechnischen Kenngrößen Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera-
art gruppe kategorie gruppe turklasse
J/N IP ...

ja 54 II 2G II A T3

Elektrische Geräte (z. B. elektrische Motoren, Schalter, Leuchten)

Bezeichnung Ausführung Mindest-


Ausführung nach ATEX*
nach ElexV* anforde-
Schutz- Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- rungen
art gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart erfüllt
J/N

Leuchten ja 54 ja

Nichtelektrische Geräte (z.B. Förderbänder, Getriebe, pneumatische Pumpen)

Bezeichnung Ausführung Geräte- Geräte- Explosions- Tempera- Zünd- Mindest-


nach ATEX* gruppe kategorie gruppe turklasse schutzart anforde-
rungen
erfüllt
J/N J/N

Rührwerk – pneumatisch ja II 2G II A T4 C ja

* siehe auch Tabelle 2


Blatt Nr. 10

78
Anhang 5
Musterformular Erlaubnisschein für Arbeiten mit Zündgefahr

79
Anhang 5

Anhang 5.1: Musterformular Erlaubnisschein für Arbeiten mit Zündgefahr

Erlaubnis für Arbeiten mit Zündgefahr


(z.B. Schweißen, Schneiden, Schleifen)

1 Arbeitsort/-stelle

1a Bereich mit Brand- Die räumliche Ausdehnung um die Arbeitsstelle:


und Explosionsgefahr
Umkreis (Radius) von m, Höhe von m, Tiefe von m

2 Arbeitsauftrag
(z.B. Träger abtrennen)
Arbeitsverfahren Name

3 Sicherheitsmaßnahmen Entfernen beweglicher brennbarer Stoffe und Gegenstände – ggf. auch Staubablagerungen
bei Brandgefahr Entfernen von Wand- und Deckenverkleidungen, soweit sie brennbare Stoffe abdecken
oder verdecken oder selbst brennbar sind
Name
3a Beseitigen der Abdecken ortsfester brennbarer Stoffe oder Gegenstände (z.B. Holzbalken, -wände,
Brandgefahr -fußböden, -gegenstände, Kunststoffteile) mit geeigneten Mitteln und gegebenenfalls
deren Anfeuchten Ausgeführt
Abdichten von Öffnungen (z.B. Fugen, Ritzen, Mauerdurchbrüche, Rohröffnungen, Rinnen,
Kamine, Schächte) zu benachbarten Bereichen durch Lehm, Gips, Mörtel, feuchte Erde usw.
Entfernen der Kartonfilter der Abscheidung Unterschrift

3b Bereitstellen von Feuerlöscher mit Wasser Pulver CO2


Feuerlöschmitteln Löschdecken Name
Löschsand
angeschlossener Wasserschlauch Ausgeführt
wassergefüllte Eimer
Benachrichtigen der Feuerwehr Unterschrift

3c Brandposten Während der schweißtechnischen Arbeiten Name:

3d Brandwache Nach Abschluss der schweißtechnischen Arbeiten

Dauer: Stunden Name:

4 Sicherheitsmaßnahmen Entfernen sämtlicher explosionsfähiger Stoffe und Gegenstände – auch Staubablagerungen


bei Explosionsgefahr und Behälter mit gefährlichem Inhalt oder dessen Resten
Beseitigen von Explosionsgefahr in Rohrleitungen
Abdichten von ortsfesten Behältern, Apparaten oder Rohrleitungen, die brennbare
Flüssigkeiten, Gase oder Stäube enthalten oder enthalten haben; gegebenenfalls in Name
4a Beseitigen der Verbindung mit lufttechnischen Maßnahmen
Explosionsgefahr Durchführen lufttechnischer Maßnahmen nach EX-RL in Verbindung mit messtechnischer
Überwachung Ausgeführt
Aufstellen von Gaswarngeräten
Entfernen sämtlicher Lack-/Lösemittelgebinde Unterschrift

4b Überwachung Überwachen der Sicherheitsmaßnahmen auf Wirksamkeit Name:

4c Aufhebung der Nach Abschluss der Arbeiten mit Zündgefahr


Sicherheitsmaßnahmen
Nach: Stunden Name:

5 Alarmierung
Standort des nächstgelegenen Brandmelders
Telefons
Feuerwehr Ruf-Nr.

6 Auftraggebendes Die Maßnahmen nach Nummern 3 und 4 tragen den durch die örtlichen Verhältnisse
Unternehmen entstehenden Gefahren Rechnung
(Auftraggeber/
Auftraggeberin) Datum Unterschrift

7 Ausführendes Die Arbeiten nach Nummer 2 dürfen erst begonnen werden, wenn die Sicherheitsmaßnahmen Kenntnisnahme des/der Ausführenden
Unternehmen nach Nummern 3 und/oder 4 durchgeführt sind. nach 2
(Auftragnehmer/
Auftragnehmerin)
Datum Unterschrift Unterschrift
Original: Ausführende(r) nach 2 1. Kopie: Auftraggebendes Unternehmen 2. Kopie: Auftragnehmendes Unternehmen
71

80
Anhang 6.1
Betriebsanweisung Gefahrstoffe

Firma: Betriebsanweisung Nummer:


Ausgabe/Stand
gem. GefStoffV § 14

1. Anwendungsbereich
Spritzen und Sprühen mit lösemittelhaltigen Beschichtungsstoffen ohne krebserzeugende Bestandteile
(krebserzeugende Bestandteile sind z. B. Zinkchromate und Strontiumchromat)

Abteilung: ______________________ Spritzstand/Lackierkabine: _______________________

2. Stoffe
Alkohole (Butanole), Aromatische Kohlenwasserstoffe (Ethylbenzol, Toluol, Xylole),
Ester (Butylacetat, Ethylacetat)

Produktname: ___________________________________________________________________

3. Gefahren für Mensch und Umwelt


• Reizt die Schleimhaut der Augen- und Atemwege
• Kann zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwindelgefühl, Erbrechen und
Atemlähmung führen
• Kann Haut, Leber, Nieren und das Zentralnervensystem schädigen
• Brandgefahr
• Lösemittel gefährden Erdreich und Grundwasser

4. Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln


• Vor Arbeitsbeginn Absaugeinrichtung einschalten
• Vor Arbeitsbeginn Hände und Unterarme mit Hautschutzmittel einreiben: ________________
• Vor Pausen und nach Arbeitsende Hände und Unterarme mit warmem Wasser und mildem
(nicht scheuern dem) Hautreiniger reinigen: ________________________________________
• Anschließend Hautpflegemittel auftragen: __________________________________________
• Hautkontakt möglichst vermeiden, dazu gehört:
–– Hände nicht mit Lösemittel reinigen
–– Feuchte Kleidung sofort wechseln
–– Spritzschutz bzw. Gummischürze verwenden
–– Mit verschmutzten Händen nie Mund, Nase, Augen berühren
• Behälter dicht geschlossen lagern
• Am Arbeitsplatz vorhandene Mengen auf Schichtbedarf begrenzen
• Zum Reinigen Einwegpapiertücher verwenden (nicht in die Kleidung stecken)
• Am Arbeitsplatz nicht essen, trinken und keine Lebensmittel aufbewahren
• Nicht in die Kanalisation oder ins Erdreich gelangen lassen

5. Verhalten bei Störungen und im Gefahrfall Notruf:

• Bei Ausfall der Absauganlage Arbeit unterbrechen und Vorgesetzte informieren


• Arbeit nur auf Anweisung und mit Atemschutz (Kombinationsfilter A2/P2) fortsetzen
• Verschüttete Lacke/Lösemittel mit Papiertuch, Bindemittel aufnehmen: __________________
• Im Brandfall nur mit bereitgestellten Löschmittel löschen: _____________________________

6. Verhalten bei Unfällen – Erste Hilfe Notruf

• Ersthelfer/Ersthelferinnen und Vorgesetzte verständigen


• Bei Hautkontakt mit viel Wasser abwaschen
• Bei Augenkontakt mit viel Wasser spülen, Augendusche/Spülflasche benutzen
• Bei Einatmen und Unwohlsein Frischluft zuführen
• Bei Hautreaktionen Vorgesetzte informieren

7. Instandsetzung, Entsorgung
• Täglich Wirksamkeit der Absauganlage prüfen, Betriebsanleitung beachten
• Anlage in regelmäßigen Abständen reinigen: _______________________________________
• Lösemittelreste und gebrauchtes Putzmaterial in besonders gekennzeichneten Behältern
sammeln: ____________________________________________________________________

Datum Unterschrift

81
Anhang 6.2
Betriebsanweisung Spritzstand

Firma:
Abteilung
Muster-Betriebsanweisung Nummer:
Ausgabe/Stand
für Spritzstand

1. Anwendungsbereich
Arbeitsbereich/-platz: Lackierraum
Arbeitsmittel: Beschichtungsanlage (Spritzstand) und deren Zusatzeinrichtungen
Tätigkeit: Bedienen, Einrichten, Wartung, Instandhaltung und Prüfung
Unterweisung: Die Bedienpersonen müssen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit über die mit
dem Betrieb des Spritzstandes und ggf. der Spritzpistolen verbunde-
nen Gefahren und die Maßnahmen zu ihrer Abwendung unterwiesen
sein. Sie müssen mit der Durchführung der ihnen übertragenen Arbei-
ten vertraut sein. Die Betriebsanweisung ist zu beachten.

2. Gefahren für Mensch und Umwelt


Mögliche Gefahren:
• Brand- und Explosionsgefahr
• Gesundheitsgefahren durch
–– Einatmen von Lösemitteldämpfen und Lack-Aerosolen (Bronchien, Lunge, Blut, innere Organe)
–– Hautkontakt (Hautentfettung, -erkrankung, -allergie)
–– Hornhautverletzung durch Spritzer ins Auge
• Gefahr durch Rutschen oder Stolpern wegen verschmutzten Fußbodens oder verbogener Gitterroste
• Gefahr durch Quetsch- und Scherstellen im Arbeitsbereich und innerhalb des Spritzstandes
• Gefahr durch Schnitt- und Stichverletzungen auf Grund scharfkantiger und spitzer Bauteile oder Werkstücke
• Gefahr durch herausspritzende Flüssigkeiten unter hohem Druck (z. B. bei Schlauchbruch, insbesondere beim Airless-Verfahren)
• Wassergefährdung durch z. B. Verschütten von Lacken und Lösemitteln

3. Technische Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln


• Zu- und Abluftanlage mit Überwachung der Zustände
• automatische Verriegelung der Zu- und Abluftanlage mit dem Betrieb der Spritzpistole
• automatische Brandmelde- und -löschanlage
• Nur unterwiesene und besonders beauftragte Personen dürfen Spritzpistolen und den Spritzstand bedienen und den Lackierraum für
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten betreten.
• Wartungs-, Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten in engen Räumen dürfen nur mit Sondererlaubnis durchgeführt werden (z. B. Filter-
wechsel, Wartung an Lüftungsschächten).
• Rauchen, offenes Licht und der Umgang mit Feuer sind verboten.
• nur bei wirksamer Absaugung arbeiten
• Während des Betriebes ist das Betreten der des Spritzstandes oder der Aufenthalt von weiteren Personen im Spritzstand verboten (Sonder-
fälle sind im Einzelfall schriftlich festzulegen!).
• bei Reinigungs- bzw. Wartungsarbeiten die technische Lüftung des Spritzstandes einschalten
• ausschließlich metallische Behälter für Reinigungsflüssigkeiten verwenden
• soweit zu Reinigung erforderlich, Lösemittel mit einem hohen Flammpunkt, möglichst oberhalb der Umgebungstemperatur, verwenden
• Lack- und Verdünnervorrat nur für max. eine Arbeitsschicht im Lackierraum bereithalten
• Die Gefahrstoffbetriebsanweisungen sind zu beachten.

Persönliche Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln


• vor Arbeitsbeginn und nach Arbeitsende Hautschutz- und Hautpflegemittel benutzen
• zur Hautreinigung nur die vorgesehenen Hautreiniger benutzen, niemals Verdünnung verwenden
• nur bereitgestellte geeignete Schutzkleidung benutzen; keine stark verschmutzte oder durchtränkte Kleidung benutzen
• für die jeweilige Tätigkeit bereitgestellte Schutzbrille, persönlichen Atemschutz (z. B. Lackiererschutzmaske, Atemschutzmaske mit Kom-
bi-Filter A2-P2), antistatische Handschuhe, antistatische Schuhe benutzen
• Verkehrs- und Fluchtwege immer frei halten
• Aufbewahrung und Verzehr von Nahrungs- und Genussmitteln in Lackierräumen sind verboten.
• auf Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz achten

Fortsetzung nächste Seite

82
Anhang 6.2

4. Verhalten bei Störungen und im Gefahrfall Notruf: 112


• Störungsbeseitigungen und Reparaturen am Spritzstand durch die Bedienungsperson, die nicht zu ihrem Arbeitsumfang gehören, sind
nicht zulässig.
• Können während des Betriebs auftretende Störungen durch die Bedienperson nicht beseitigt werden, ist die/der Vorgesetzte bzw. die
Fachabteilung für Instandhaltung zu verständigen.

5. Verhalten bei Unfällen – Erste Hilfe Notruf: 112


• Lackieranlage abschalten, z. B. über Not-Aus-Taster
• Verletzte Person aus dem Gefahrenbereich bringen
• Erste Hilfe leisten
• Ersthelfer und Ersthelferinnen siehe Telefonliste
• Unfall unverzüglich Vorgesetzten oder deren Vertretung melden

6. Instandsetzung, Entsorgung
• Regelmäßige Überprüfung der Erdung des Spritzstandes und der Aufhängepunkte der zu beschichtenden Werkstücke
• Angaben der Herstellfima für die Reinigung beachten (z. B. Abstände für den Filterwechsel oder Reinigung der Abluftleitungen)
• Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten stets nach Angaben der Herstellfirma oder besonderem Arbeitsplan durchführen
• Maschinenausrüstungen, Werkzeuge, Hilfs- und Arbeitsmittel (z. B. Putzlappen) an dem dafür vorgesehenen Platz aufbewahren
• Lack- und Lösemittelreste, damit getränkte Putzlappen sowie leere Gebinde in dem dafür vorgesehenen Behälter sammeln (Sonderabfall)

7. Folgen der Nichtbeachtung


Gesundheitliche Folgen: Verletzungen, Erkrankungen
Sachschäden durch z. B. Brände, Explosionen

Zusätzlich beachten
Betriebsanleitung, Gefahrstoffbetriebsanweisung, Betriebsanweisung für PSA, Betriebsanweisung Lacktrockenschränke, EX-Schutz-Doku-
ment, Reinigungsplan, Arbeiten in engen Räumen

Datum Unterschrift

83
Anhang 7
Vorschriften und Regeln

Wesentliche Forderungen für das sichere Errichten und Betreiben von Lackierräumen und Lackiereinrichtungen
werden insbesondere in folgenden Vorschriften und Regeln gestellt:

1. Gesetze, Verordnungen, Technische Regeln TRBS 2152-1 Technische Regeln für Betriebssicherheit
– Technische Regeln für Gefahr­stoffe
Gesetze: – Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre
ProdSG Gesetz über die Neuordnung des Geräte- und – Beurteilung der Explosionsgefährdung
Produktsicherheitsrechts (Artikel 1 Gesetz
über die Bereitstellung von Produkten auf TRBS 2152-2 Technische Regeln für Betriebssicherheit
dem Markt) – Technische Regeln für Gefahr­stoffe
– Vermeidung oder Einschränkung gefähr­
Verordnungen: licher explosionsfähiger Atmosphäre
9. ProdSG Neunte Verordnung zum Geräte- und Produkt-
sicherheitsgesetz (Maschinenverordnung) TRGS 201 Einstufung und Kennzeichnung bei Tätig­
keiten mit Gefahrstoffen
11. ProdSG Elfte Verordnung zum Geräte- und
Produktsicherheitsgesetz TRGS 507 Oberflächenbehandlung in Räumen und
(Explosionsschutzverordnung) Behältern

GefStoffV Verordnung zur Anpassung der Gefahrstoff- TRGS 510 Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweg­
verordnung an die EG-Richtlinie 98/24/EG lichen Behältern
und andere EG-Richtlinien (Verordnung zum
Schutz vor Gefahrstoffen TRGS 727 Vermeidung von Zündgefahren infolge
(Gefahrstoffverordnung) ­elektrostatischer Aufladungen

BetrSichV Verordnung über Sicherheit und Gesund- TRGS 800 Brandschutzmaßnahmen


heitsschutz bei der Bereitstellung von
Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der BImSchG Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelt-
Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwa- einwirkungen durch Luftverunreinigungen,
chungsbedürftiger Anlagen und über die Geräusche, Erschütterungen und ähnliche
Organisation des betrieblichen Arbeitsschut- Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz)
zes (Betriebssicherheitsverordnung)
4. BImSchV Vierte Verordnung zur Durchführung des
Technische Regeln: Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verord-
TRBS 1201-1 Technische Regeln für Betriebssicherheit nung über genehmigungsbedürftige
– Prüfungen von Arbeitsmitteln und Anlagen)
überwachungsbedürftigen Anlagen
31. BImSchV 31. Verordnung zur Durchführung des
TRBS 1203 Technische Regeln für Betriebssicherheit Bundes-Immissionsschutz­gesetzes
– Befähigte Personen (Verordnung zur Begrenzung der Emissionen
– Allgemeine Anforderungen flüchtiger organischer Verbindungen bei der
Verwendung organischer Lösemittel in be-
TRBS 1203-1 Technische Regeln für Betriebssicherheit stimmten Anlagen – 31. BImSchV);
– Befähigte Personen
– Besondere Anforderungen TA Luft Erste allgemeine Verwaltungsvorschrift zum
– Explosionsgefährdungen BImSchG (Technische Anleitung zur Reinhal-
tung der Luft)
TRBS 2152 Technische Regeln für Betriebssicherheit
– Technische Regeln für Gefahr­stoffe ArbStättV Arbeitsstättenverordnung
– Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre
– Allgemeines ASR Technische Regeln für Arbeitsstätten

84
Anhang 7

2. EG-Richtlinien: DGUV Regel 109-013 Schutzmaßnahmenkonzept für


Spritzlackierarbeiten
RL 2006/42/EG Richtlinie 2006/42/EG des Europäischen – Lackaerosole
Parlaments und des Rates vom 17. Mai
2006 über Maschinen und zur Änderung DGUV Regel 113-001 Explosionsschutz-Regeln (EX-RL)
der Richtlinie 95/16/EG (EG-Maschinen-
richtlinie) Informationen:
DGUV Information 201-006 Maler- und Lackiererarbeiten
RL 94/9/EG
RL 2014/34/EU Richtlinie 94/9/EG des Europäischen DGUV Information 209-014 Lackierer
Parlaments und des Rates vom 23. März
1994 zur Angleichung der Rechtsvorschrif- DGUV Information 209-031 Arbeitssicherheit und Gesundheits-
ten der Mitgliedstaaten für Geräte und schutz – Schreinereien, Tischlereien
Schutzsysteme zur bestimmungsgemä-
ßen Verwendung in explosionsgefährde- DGUV Information 209-032 Möbelindustrie Schreinereien/
ten Bereichen. Ab dem 20.04.2016 gilt die Tischlereien
Neufassung 2014/34/EU
DGUV Information 209-033 Faserverstärkte Polyesterharze
RL 1999/92/EG Richtlinie 1999/92/EG des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 16. De- DGUV Information 209-043 Holzschutzmittel – Handhabung
zember 1999 über Mindestvorschriften und sicheres Arbeiten
zur Verbesserung des Gesundheitsschut-
zes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, DGUV Information 209-082 Gefahrstoffe im Modell- und For-
die durch explosions­fähige Atmos­phären menbau – Handhabung und siche-
gefährdet werden können – Leitlinien zur res Arbeiten
Anwendung der 1999/92/EG
DGUV Information 209-052 Elektrostatisches Beschichten
CLP-Verordnung
(EG) Nr. 1272/2008 Verordnung zur Einstufung, Kennzeich- DGUV Information 213-060 Vermeidung von Zündgefahren
nung und Verpackung von Stoffen und infolge elektrostatischer Aufladun-
Gemischen gen (Merkblatt T 033 der Reihe
Sichere Technik)

3. Vorschriften, Regeln und Informationen für Sicherheit


und Gesundheit bei der Arbeit 4. Normen

Vorschriften: Europäische Normen:


DGUV Vorschrift 3 und 4 Elektrische Anlagen und DIN EN 619:2011-02 Stetigförderer und Systeme – Sicher-
Betriebsmittel heits- und EMV-Anforderungen an
­mechanische Fördereinrichtungen für
Regeln Stückgut
DGUV Regel 100-500
und 100-501 Betreiben von Arbeitsmitteln DIN EN 1127-1:2011-10 Explosionsfähige Atmosphären – Ex-
Kapitel 2.28 Trockner für Beschich- plosionsschutz – Teil 1: Grund­lagen
tungsstoffe und Methodik
Kapitel 2.29 Beschichtungsstoffe
DIN EN 1539:2016-02 Trockner und Öfen, in denen brennba-
DGUV Regel 105-001 Regeln für Sicherheit und Gesund- re Stoffe freigesetzt werden
heitsschutz bei der Arbeit – Einsatz – Sicherheitsanforderungen
von Feuerlöschanlagen mit sauer-
stoffverdrängenden Gasen DIN EN 1869:2001-01 Löschdecken

85
Anhang 7

DIN EN 1953:2013-12 Spritz- und Sprühgeräte für Beschich- DIN EN 13463-6:2005-07 Nicht-elektrische Geräte für den Ein-
tungsstoffe – Sicherheitsanforderungen satz in explosionsgefährdeten Berei-
chen – Teil 6: Schutz durch Zündquel-
DIN EN 12215:2010-06 Beschichtungsanlagen – Spritzkabi- lenüberwachung „b“
nen für flüssige organische Beschich-
tungsstoffe – Sicherheitsanforderungen DIN EN 13463-8:2004-01 Nicht-elektrische Geräte für den Ein-
satz in explosionsgefährdeten Berei-
DIN EN 12581:2011-02 Beschichtungsanlagen – Tauchbe- chen – Teil 8: Schutz durch Flüssig-
schichtungsanlagen und Elektrotauch- keitskapselung „k“
beschichtungsanlagen für organische
flüssige Beschichtungsstoffe DIN EN 13501-1:2010-01 Klassifizierung von Bauprodukten und
– Sicherheitsanforderungen Bauarten zu ihrem Brandverhalten
– Teil 1: Klassifizierung mit den Ergeb-
DIN EN 12621:2011-07 Förder- und Umlaufanlagen für Be- nissen aus den Prüfungen zum Brand-
schichtungsstoffe unter Druck verhalten von Bauprodukten
– Sicherheitsanforderungen
DIN EN 13355:2010-06 Beschichtungsanlagen – Kombinierte
DIN EN 12753:2011-02 Thermische Reinigungssysteme für Spritz- und Trocknungskabinen
Abluft aus Anlagen zur Oberflächen­ – Sicherheitsanforderungen
behandlung – Sicherheitsanforderungen
DIN EN 14470-1:2004-07 Feuerwiderstandsfähige Lagerschrän-
DIN EN 12757-1:2011-02 Mischgeräte für Beschichtungsstoffe – ke – Teil 1: Sicherheitsschränke für
Sicherheitsanforderungen – Teil 1: brennbare Flüssigkeiten
Mischgeräte zur Verwendung in der
Fahrzeugreparaturlackierung DIN EN 14986:2014-04 Konstruktion von Ventilatoren für den
Einsatz in explosionsgefährdeten
DIN EN 12981:2010-06 Beschichtungsanlagen – Spritzkabi- Bereichen
nen für organische Pulverlacke
– Sicherheitsanforderungen DIN EN 50017:2000-02 Elektrische Betriebsmittel für explo­
sionsgefährdete Bereiche – Sand­
DIN EN 13463-1:2009-07 Nicht-elektrische Geräte für den Ein- kapselung „q“
satz in explosionsgefährdeten Berei-
chen – Teil 1: Grundlagen und DIN EN 50050-1:2014-03 Elektrostatische Handsprüheinrichtun-
Anforderungen gen – Sicherheitsanforderungen –
Teil 1: Handsprüheinrichtungen für
DIN EN 13463-2:2005-02 Nicht-elektrische Geräte für den Ein- entzündbare flüssige Beschichtungs-
satz in explosionsgefährdeten Berei- stoffe
chen – Teil 2: Schutz durch schwaden-
hemmende Kapselung „fr“ DIN EN 50050-2:2014-03 Elektrostatische Handsprüheinrichtun-
gen – Sicherheitsanforderungen –
DIN EN 13463-3:2005-07 Nicht-elektrische Geräte für den Ein- Teil 2: Handsprüheinrichtungen für
satz in explosionsgefährdeten Berei- entzündbares Beschichtungspulver
chen – Teil 3: Schutz durch druckfeste
Kapselung „d“ DIN EN 50050-3:2014-03 Elektrostatische Handsprüheinrichtun-
gen – Sicherheitsanforderungen –
DIN EN 13463-5:2011-10 Nicht-elektrische Geräte für den Ein- Teil 3: Handsprüheinrichtungen für
satz in explosionsgefährdeten Berei- entzündbaren Flock
chen – Teil 5: Schutz durch konstrukti-
ve Sicherheit „c“

86
Anhang 7

DIN EN 50176:2010-04 Stationäre Ausrüstung zum elektro­ DIN EN 60305:2014-12 Isolatoren für Freileitungen mit einer
statischen Beschichten mit entzünd- Nennspannung über 1000 V - Kera-
baren flüssigen Beschichtungsstoffen mik- oder Glas-Kettenisolatoren für
- Sicherheitsanforderungen Wechselstromsysteme - Kenn­daten
von Kettenisolatoren vom Typ Kappen­
DIN EN 50177:2010-04 Stationäre Ausrüstung zum elektro­ isolator (IEC 36/350/CD:2014)
statischen Beschichten mit entzünd-
baren Beschichtungspulvern DIN EN 60529:2014-09 Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)
- Sicherheitsanforderungen (IEC 60529:1989)

DIN EN 60079-0:2015-11 Explosionsgefährdete Bereiche – ISO 1813:2014-02 Riementriebe – Keilrippenriemen,


Teil 0: Betriebsmittel - Allgemeine Verbundkeilriemen und Keilriemen
Anfor­derungen (IEC 31/1197/CD:2015) einschließlich Breitkeilriemen und
Hexagonalriemen – Elektrische Leit-
DIN EN 60079-1:2015-04 Explosionsgefährdete Bereiche - fähigkeit von antistatischen Riemen:
Teil 1: Geräteschutz durch druckfeste Charakteristika und Prüfverfahren
Kapselung „d“ (IEC 60079-1:2014)
DIN-Normen:
DIN EN 60079-2:2015-05 Explosionsgefährdete Bereiche – DIN 4102-3:1977-09 Brandverhalten von Baustoffen und Bau-
Teil 2: Geräteschutz durch Überdruck- teilen; Brandwände und nichttragende
kapselung „p“ (IEC 60079-2:2014) Außenwände, Begriffe, Anforderungen
und Prüfungen
DIN EN 60079-6:2016-06 Explosionsgefährdete Bereiche –
Teil 6: Geräteschutz durch Flüssig- DIN 4102-5:1977-09 Brandverhalten von Baustoffen und Bau-
keitskapselung „o“ (IEC teilen; Feuerschutzabschlüsse, Abschlüs-
60079-6:2015) se in Fahrschachtwänden und gegen Feu-
er widerstandsfähige Verglasungen,
DIN EN 60079-7:2016-08 Explosionsgefährdete Bereiche – Begriffe, Anforderungen und Prüfungen
Teil 7: Geräteschutz durch erhöhte
Sicherheit „e“ (IEC 60079-7:2015) DIN 4102-6: 1977-09 Brandverhalten von Baustoffen und Bau-
teilen; Lüftungsleitungen, Begriffe, Anfor-
DIN EN 60079-11:2012-06 Explosionsgefährdete Bereiche – derungen und Prüfungen
Teil 11: Geräteschutz durch Eigensi-
cherheit „i“ (IEC 60079-11:2011 + DIN 4102-18:1991-03 Brandverhalten von Baustoffen und Bau-
Cor.:2012) teilen; Feuerschutzabschlüsse; Nachweis
der Eigenschaft "selbstschließend"
DIN EN 60079-14:2014-10 Explosionsgefährdete Bereiche – (Dauerfunktionsprüfung)
Teil 14: Projektierung, Auswahl und
Errichtung elektrischer Anlagen DIN 4844:2012-06 Graphische Symbole – Sicherheitsfarben
(IEC 60079-14:2013); und Sicherheitszeichen

DIN EN 60079-15:2016-07 Explosionsgefährdete Bereiche – DIN 18230:2010-09 Baulicher Brandschutz im Industriebau


Teil 15: Geräteschutz durch Zünd-
schutzart „n“ (IEC 31/1235/CD:2015);
5. VDI-Richtlinien
DIN EN 60079-18:2015-10 Explosionsgefährdete Bereiche –
Teil 18: Geräteschutz durch Verguss- VDI 2280 Ableitbedingungen für organische Lösemittel
kapselung „m“‚ (IEC 60079-18:2014)
VDI 30017 VDI-Handbuch Lüftungstechnik

VDI 30042 VDI-Handbuch Raumlufttechnik

87
Anhang 7

6. Bestimmungen der Feuerversicherer VdS 2460 Fehlerstromschutzeinrichtungen

VdS 2001 Feuerlöscher VdS 2473 VdS-anerkannte Bauteile für


Gaslöschanlagen
VdS 2006 Blitzschutz durch Blitzableiter
VdS 2490 VdS-anerkannte Errichterfirmen für
VdS 2010 Risikoorientierter Blitz- und Feuerlöschanlagen
Überspannungsschutz
VdS 2496 Ansteuerung von Feuerlöschanlagen
VdS 2015 Elektrische Geräte und Einrichtungen

VdS 2028 Fundamenterder 7. VDMA-Einheitsblätter

VdS 2029 Holz bearbeitende und verarbeitende VDMA 24365 Prüfungen an Anlagen der
­Betriebe – Richtlinien für den Brandschutz Oberflächentechnik

VdS 2030 Brandschutzplan VDMA 24381 Anforderungen an Spritzkabinen und kombi-


nierte Spritz- und Trocknungskabinen
VdS 2031 Blitz- und Überspannungsschutz
VDMA 24386 Betriebsanleitung für Lackieranlagen
VdS 2033 Feuergefährdete Betriebsstätten
VDMA 24387 Sicherheitsrelevante Steuerungen für
VdS 2046 Elektrische Anlagen bis 1000 V Lackieranlagen

VdS 2093 CO2-Feuerlöschanlagen


8. Literatur
VdS 2095 Brandmeldeanlagen
LASI-Empfehlung LV 43 – Spritzlackieren von Hand bei der Holz-
VdS 2097-4 Produkte und Anlagen des baulichen Brand- be- und -verarbeitung, Empfehlungen für die Gefährdungsbeur-
schutzes – Teil 4: Feuerschutzabschlüsse, teilung nach der Gefahrstoffverordnung
sonstige Brandschutztüren und ergänzende
Sonderbauteile VDMA OT Info 13 Explosionsschutzanforderungen an
Hersteller und Betreiber von Maschinen und Anlagen der
VdS 2097-5 Produkte und Anlagen des baulichen Brand- Oberflächentechnik
schutzes – Teil 5: Brandschutzverglasungen
PTB Forschungsbericht PLEx5 2005 00185,
VdS CEA Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Bundesallee 100,
4020/2003:11 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen 38116 Braunschweig

VdS 2111 Pulver-Löschanlagen UV-Protokoll: "Gemeinsames Protokoll über verbesserte Einsatz-


bedingungen der UV-Technologie in der Druck- und Beschich-
VdS 2234 Brandwände und Komplextrennwände tungsindustrie in Europa"
Kostenloser Download unter:
VdS 2240 Betriebsbuch für Inertgas- und www.bghm.de/fileadmin/user_upload/Arbeitsschuetzer/
Pulverlöschanlagen Fachinformationen/Beschichten/Protokoll_UV-Technologie.pdf

VdS 2325 Betrieb von CO2-Feuerlöschanlagen

88
Notizen
Berufsgenossenschaft Holz und Metall

Isaac-Fulda-Allee 18
55124 Mainz

Kostenfreie Servicehotline: 0800 9990080-0


E-Mail: servicehotline@bghm.de
Internet: www.bghm.de

Servicehotline bei Fragen zum Arbeitsschutz:


0800 9990080-2
Medien Online: bestellung@bghm.de