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R Ö M IS C H -G E R M A N IS C H E K O M M IS S IO N DES ARCHÄOLOGISCHEN INSTITUTS DES DEUTSCHEN REICHES

JOACHIM WERNER

MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

BERLIN UND LEIPZIG 1935 WALTER DE GRUYTER & CO.

R Ö M IS C H -G E R M A N ISC H E K OM M ISSION DES ARCHÄOLOGISCHEN INSTITUTS DES DEUTSCHEN REICHES

GERMANISCHE DENKMÄLER DER VÖLKERWANDERUNGSZEIT
HERAUSGEGEBEN VON HANS ZEISS BAND III

BERLIN UND LEIPZIG 1935 WALTER DE GRUYTER& CO.

VORWORT.
Die Anregung, die münzdatierten merowingischen Grabfunde in Süd- und Westdeutsch­ land zu bearbeiten und ihren Wert für die Chronologie des frühmittelalterlichen Fund­ materials zu untersuchen, verdanke ich der Römisch-Germanischen Kommission des Archäo­ logischen Instituts. Bei der Abfassung der Arbeit und bei den für sie unternommenen Studienreisen durfte ich mich steter Förderung und Unterstützung seitens dieses Instituts erfreuen; auch die Zentraldirektion des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches bekundete ihr Interesse durch Bewilligung eines Druckzu schusses. Der Aufnahme der Funde dienten zwei Museumsreisen im Herbst 1931, die nach Wies­ baden, Mainz, Darmstadt, Worms, Mannheim, Weinheim, Speyer, Landau i. Pf., Karlsruhe, Stuttgart, Sigmaringen, Herbrechtingen a. Br., Dillingen, München, Grunzenhausen, Nürn­ berg, Weimar, Berlin, Münster i. W., Erle i. W., Köln, Bonn, Remagen, Trier und Koblenz führten. Auf einer Studienreise nach Lüttich, Brüssel, Namur, Paris, Nancy und Straß­ burg hatte ich Gelegenheit, das belgische, nordfranzösische und elsässische Vergleichs­ material kennen zu lernen. An Münzsammlungen konnte ich die Münzkabinette in Berlin und Paris und die Sammlung des Herrn Unger in Stuttgart für meine Zwecke durch­ arbeiten. Für zahlreiche Auskünfte und für die mir überall bereitwilligst gewährte Hilfe habe ich den Leitern aller Sammlungen und Museen zu danken, die ich auf meinen Reisen besuchte. Von den Herren Dr. Fremersdorf in Köln und Dr. Stieren in Münster wurden mir überdies wertvolle unveröffentlichte AbbildungsVorlagen (für Tafel 5, 7 D —9 A, 14, 15 A, 17—20 A, 27 A) zur Wiedergabe überlassen. Diese wurden, gleich den übrigen aus Photographien der Museen oder des Verfassers bestehenden Vorlagen auf Tafel 1—36, von Fräulein Seidel (Berlin) zur Wiedergabe umgezeichnet. Die Herren Professoren Dr. Regling ( f ) und Dr. Suhle in Berlin hatten die Güte, mich bei der Anlage des Münzkatalogs und bei den Arbeiten im Berliner Münzkabinett zu beraten. Ihnen sei an dieser Stelle für ihr Entgegenkommen bestens gedankt. Es ist mir ferner ein Bedürfnis, den Herren Dr. Bersu und Dr. Zeiß von der RömischGermanischen Kommission für die vielfältige Anregung, Unterstützung und Beratung, die sie mir zuteil werden ließen, aufrichtigen Dank zu sagen. Herrn Zeiß fühle ich mich für die Förderung, die er dieser Arbeit durch Hinweise und durch seine Hilfe und seinen steten Rat vor und während der Drucklegung angedeihen ließ, ganz besonders verpflichtet. Größten Dank schulde ich endlich vor allem meinem Lehrer, Herrn Professor von Merhart in Marburg, der diese Arbeit im Oktober 1932 als Dissertation entgegennahm und mir im Marburger vorgeschichtlichen Seminar zu ihrer Abfassung die besten Arbeits­ möglichkeiten gewährte. Die Frucht zweijähriger Arbeit in Marburg ist diese Unter­ suchung münzdatierter austrasischer Grabfunde.

V

INHALTSVERZEICHNIS.
Seite

V o rw o rt ................................................................................................................. ...............

V

Inhaltsverzeichnis ...................................................................... - ........................ *................. VII A b k ü rzu n gen ............................................................................................................................. E in leitu n g ................................................................................................................. ............ . M ü n z u m la u f und M ü n zp rä g u n g des 6 . und 7 . Jah rh underts in S ü d - und W estdeu tschland .............................................................................................................. D ie historischen V orau ssetzungen italisch -süddeutscher H a n d elsb ezieh u n g en im 6 . u n d 7. J a h rh u n d e rt,......................................................................................... D ie C h ro n o lo g ie der m ünzdacierten G r a b f u n d e ..................................................... Gruppe I (etwa 450—520) ............................................................................................... Gruppe II (etwa 520—550) .............................................................................................. Gruppe III (etwa 550—600) ............................................................................................ Gruppe IV (etwa 600— 650).............................................................................................. Gruppe V (etwa 650—7 0 0 )............................................................................................... Ergebnisse fü r d ie C h ron olog ie d er R eih en g rä b erfu n d e des 6 . und 7 . J a h r­ hunderts in S ü d - u n d W estdeu tsch lan d ...................................... ..................... Exkurse ....................................................................................................................................... . I. Zur Herkunft der mitteleuropäischen Spangenkelme......................................... . II. Zur Chronologie des Grabfeldes von Sehretzheim................................................... B e ila g e n ........................................................................................................................................
63 23 30 30 34 38 41 59

IX
1

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66
66

68
70

1 : Münzvergesellschaftungen........... .................................................................................. 70 2 : Münzdatierte Grabfunde außerhalb Süd- und Westdeutschlands und Italiens 71 3: Die münzdatierten italischen Grabfunde................................................................. 74 4: Verzeichnis des „koptischen“ Bronzegeschirrs in der Zone nordwärts der A lp e n ................................................................................................................................. 5: Verzeichnis der Goldblattkreuze in'der Zone nordwärts der A lp e n ...................
76 77

6 : Geschlossene Grabfunde des „langobardischen“ Horizonts, Gruppe IV und V .. 78 7: Verzeichnis der Ostgoten- und Exarchatssilbermünzen in der Zone nord­ wärts der A lp e n ............................................................................................................. K a ta log der G r a b fu n d e .......................................................................................................
79 80

Seite

M ü n z k a ta lo g e A: B: C: D: E: F: G:

............... ..................................................................................................................................

107 107 120 122 128 129 130 130

M iin z k a ta log I .............................................................................................................................................. 107 Münzen von Valentinian I. bis Constans II. (364—668) und Nachprägungen.......................... Ostgotische Silbcrmünzen .............................................................................................................. Merowingische Münzen ................................................................................................................... Angelsächsische Sceattas.................................................................................................................. Unbestimmbare Prägungen............................................................................................... .............. Brakteatenförniige Durchschlage nach Münzvorlagen .................................................................. Vergleichsstücke zu den Gruppen A— F ......................................................................................

L ite r a tu r z u m M ü n z k a ta lo g I M ü n z k a ta lo g I I

......................................................................................................... 133

........................................................................................................................................ 134 ................................................................. ......................................... 136 142 143 144 144

M ü n z k u n d lich e A n m e rk u n g e n 1. 2. 3. 4. Übersicht Liste der Liste der Liste der

B eila g en zu d en M ü n z k a ta lo g e n ....................................................................................................... 142 über die Münzgruppen des 6. und 7. Jahrhunderts in Süd- und Westdeutschland. Herrscherlegenden.............................................................................................................. Prägeorte ......................................................................................................................... Miinzmeister.......................................................................................................................

V e r z e ic h n is s e

.................................................................................................................................................... 145

T a fel V erzeichnis .............................................j ......................................................................................... ..145 F orm e n v e rze ich n is d e r Z e itg ru p p e n I l j —V ............. .....................................................................148 O rtsverzeich n is .......................................................................................................................................... ..lö l S a ch - u n d P e r s o n e n v e r z e ic h n is ...........................................................................................................155

VIII

ABKÜRZUNGEN.
A b e r g , Anglosax.: N. Äberg, The Anglo-Saxons in England, Uppsala 1926. A b e r g , Franken: Die Franken und Westgoten in der Völkerwanderungszeit, Uppsala 1922. A b e r g , Goten: Die Goten und Langobarden in Italien, Uppsala 1923. A S A : Anzeiger für schweizerische Altertumskunde, Zürich. A. u. h, V .: Die Altertümer unserer heidnischen Vorzeit, Mainz 1858 —1911. B a r r i & r e - F l a v y : Barriere-Flavy, Les arts industriels des peuples barbareß de la Gaule, Paris 1901. BAUB: Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, München. B e i f o r t : A. de Beifort, Description generale des monnaies merovingiennes, Paris 1892— 95. B i s s i n g e r : Bissinger, Funde römischer Münzen im Großherzogtum Baden. B J ; Bonner Jahrbücher, Bonn. BMC Byz.: W. Wroth, Catalogue of the Imperial Byzantine Coins in the British Museum, London 1908. BMC V and.: W. Wroth, Catalogue of the Coins of the Vandals, Ostrogoths and Lombards in the British Museum, London 1911. B o l in : St. Bolin, Fynden av romerska mynt i det fria Germanien, Lunid 1920. B r e n n e r : E. Brenner, Der Stand der Forschung über die Kultur der Merowingerzeit, 7. Bericht der Römisch-Ger­ manischen Kommission 1912 (1915), 253 —350. Cpl.: Coustantinopel. C. T .: Castel Trosino, Publikation: Mengarelli, La Necropoli barbarica di Caetel Trosino, Monumenti Antichi della Reale Accademia dei Lincei 12, 1902, 145 —380. D i e h l : Ch. Diehl, Etudes sur Fadministration byzantiue dans l’exarchat de Ravenne, Bihl. des Ecoles fran?. d’Athfenes et de Rome 53, 1888. ESA : Eurasia Septentrionalis Antiqua-, Helsingfors, G ö t z e , Weimar: A. Götze, Die altthüringischen Funde von Weimar, Berlin 1912. G r ö h b e l s : I. W . Gröbbels, Der Reihengräberfund von Gammertingen, München 1905. H a m p e l : J. Hampel, Alterthümer des frühen Mittelalters in Ungarn, Braunschweig 1905. H a r ha u e r K a t.: J. Harhauer, Katalog der merowingischen Altertümer von Schretzheim im bayer. Schwaben, I —II, Programm deB k. humanistischen Gymnasiums zu Dillingen für 1900/01 u. 1901/02. IP E K : Jahrbuch für Prähistorische und Ethnographische Kunst, Berlin und Leipzig. K r a u s : F. Kraus, Die Münzen Odovacars und des Ostgotenreichs in Italien, Halle a. S. 1928. L i n d e n s c h m i t , Handbuch: L. Lindenschmit, Handhuch der deutschen Altertumskunde, I, Die Altertümer der merowingischen Zeit, Braunschweig 1880 —18S9. L i n d e n s c h m i t , Zentralmuseum: L. Lindenschmit, Das römisch-germanische Centralmuseum, Mainz 1889. M: Münze Nr. MK I I : Münzkatalog I I (S. 134ff.). MKAnm.: Münzkundiiche Anmerkungen (S. 136ff.). Mon. A n t.: Monumenti Antichi della Reale Accademia dei Lincei, Mailand. N e s t l e : W. Nestle, Funde antiker Münzen im Königreich Württemberg (Stuttgart 1893) mit den Nachträgen in den „Fundberichten aus Schwaben“ . N. U .: Nocera Umbra, Publikation: A. Pasqui u. R. Paribeni, Necropoli barbarica di Noeera Umbra, Monumenti Antichi della Reale Accademia dei Lincei 25, 1919, 137— 352. P rou : M. Prou, Les monnaies merovingiennes, Paris 1892. PZ: Prähistorische Zeitschrift, Berlin. R G K Ber.: Berichte der Römisch-Germanischen Kommission, Frankfurt a. M. RG ZM : Römisch-Germanisches Zentralmuseum in Mainz. S a l i n : B. Saiin, Die altgermanische Tierornamentik, Stockholm 1904. T o l s t o i : Comte J. Tolstoi, Monnaies Byzantines, Livraison I —V II, Petersburg 1912—1914. T. p ,: Terminus post qnem. V e e c k : W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg, Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit I, Berlin u. Leipzig 1931. VSW G: Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Stuttgart. W Z : Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst, Trier. ZfN : Zeitschrift für Numismatik, Berlin. b Verbess. Abdr. Karlsruhe 1889.

Germ . D enkm äler d . Völkerw anderungszeit 3.

W ern er.

IX

EINLEITUNG.
Die vorliegende Arbeit will durch die Untersuchung der Grabfunde, welche Münzen der Merowingerzeit enthalten, einen Beitrag zur Chronologie der süd- und westdeutschen Reihen­ gräber liefern und damit der zuverlässigeren Auswertung dieser Denkmälergruppe für die frühmittelalterliche Siedlungs-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte den Weg bereiten. Die bestehenden chronologischen Systeme1), die mittels verschiedenartiger Methoden aufge­ stellt worden sind, weichen in ihren Ergebnissen so stark voneinander ab, daß eine neue, auf möglichst breite Grundlagen gestellte Untersuchung der Chronologie der Reihengräber­ funde ein dringendes Bedürfnis der Forschung ist. Aus dieser Erkenntnis heraus wird hier zunächst die Eignung frühmittelalterlicher Münzen als chronologische Kriterien überprüft und durch Behandlung der münzdatierten Grabfunde Vorarbeit für eine Gesamtchrono­ logie geleistet. Dabei soll nicht die Entwicklung gewisser Altsachentypen und die Heraus­ arbeitung von Entwicklungsstufen innerhalb des Materials eines größeren geographischen Ge­ bietes verfolgt werden — dafür wäre die Auswahl der münzdatierten Grabfunde eine allzu zu/ fällige —, sondern es wird versucht, die Münzgräber zu chronologischen Gruppen zusammen­ zufassen, die von Münzen und anderen n ic h t entwicklungsgeschichtlichen (typologischen) Kriterien getragen werden. Der gewählte Weg der Herausarbeitung archäologischer Hori­ zonte, die von der Entwicklung des örtlichen Formengutes unabhängig sind, ist methodisch der gleiche, den als erster P. Reinecke, und ihm folgend P. Jacobsthal und A. Langsdorff für die Denkmäler der Frühlatenezeit in der Zone nordwärts der Alpen mit Datierung durch zeitlich scharf zu erfassenden Import befolgten 2). Die zeitliche Begrenzung des hier behandelten Stoffes wird durch Beginn und Ende der Reihengräberfelder gegeben. Die räumliche Beschränkung auf denjenigen Teil des merowingischen Siedlungsgebietes, der innerhalb der heutigen deutschen Sprachgrenze liegt, ist eine durch die Art der hier gestellten Aufgabe bedingte Notwendigkeit; es sind jedoch die außerhalb dieses Gebietes gefundenen Münzgräber, soweit sie für das süd- und westdeutsche Material von Wichtigkeit sind, nach Möglichkeit berücksichtigt. Die vorgelegten Grab­ funde stammen aus fränkischen, alamannischen, thüringischen und bajuwarischen Reihen­ gräberfeldern ; die hier unterschiedenen zeitlichen Gruppen sind also nicht an Stammes­ grenzen gebunden. Wie auch diese Untersuchung ersehen läßt, überwiegen bei den ger­ manischen Stämmen in Mittel-, Süd- und Westdeutschland trotz vielen regionalen Eigen­ gutes bei weitem die gemeinsamen Formen in Schmuck und Bewaffnung, sodaß eine für das gesamte Gebiet gültige Chronologie aufgestellt werden kann. Die Zahl der bekannten Reihengräberfelder und die Menge der aus ihnen stammenden Funde berechtigt zu diesem
1) Als wichtigste Untersuchungen seien genannt: E. B r e n n e r , Der Stand der Forschung über die Kultur der Mero­ wingerzeit, 7, RGKBer. 1912 (1914), 253 —350. N. A b e r g , Die Frauken und Westgoten in der Völkerwandertingszeit, Uppsala 1922; derB. Die Goten und Langobarden in Italien, Uppsala 1923. S. L i n d q r i s t , Vendelkulfcurens älder och ursprung, Stockholm 1926. W . V e e c k , Die Alamannen in Württemberg, German. Denkmäler der Völker­ wanderungszeit I, Berlin u. Leipzig 1931. 2) P. R e in e c k e , Zur Kenntnis der La Tene-Denkmäler der Zone nordwärts der Alpen, Mainzer Feetschr. 1902, 5 3 fi.; P. J a c o h s t h a l und A, L a n g s d o r ff, Die Bronzeschnabelkannen, ein Beitrag zur Geschichte dea vorrömischen Importe nördlich der Alpen (1929).
Germ. Denkm äler d . Vulkerwanderungazeit 9. W erner.

1

1

Einleitung.

auf der Verbreitung und statistischen Erfassung

gewisser Altsachentypen fußenden

Urteil1)* Bei der Datierung frühmittelalterlichen Fundniaterials hat nur E. Brenner den frühmittel­ alterlichen in Gräbern gefundenen Münzen größere Bedeutung zugemessen. In seinem chro­ nologischen System bilden münzdatierte Grabfunde wichtige Stützpunkte, ohne aber ausschließliche Kriterien für die absolute Chronologie zu sein. Brenner hat die Schwierig­ keiten einer Datierung durch Münzen sehr wohl erkannt, wenn er schreibt2) : „D ie absolute Chronologie wird man zunächst an die in den merowingischen Gräbern gefundenen Münzen anknüpfen wollen. Indes scheiden die bei weitem häufigsten Münzen, /die römischen, vollkommen aus; in den gleichen Gräbern gefundene byzantinische, ostgotische, frän­ kische Gepräge erweisen zur Genüge, daß frühestens diese letzteren als chronologische Hilfsmittel in Betracht kommen. Aber auch sie sind nicht kritiklos heranzuziehen; denn gerade die häufigsten von ihnen (Anastasius, Justinus und besonders Justinian) finden sich oft genug in Gräbern, die mit Sicherheit 100 und mehr Jahre nach der Lebenszeit der betreffenden Kaiser anzusetzen sind.“ Hier rührt Brenner an die größte Schwierig­ keit und zugleich auch an das eigentliche Problem der Münzdatierung: an die Bestimmung der Umlaufszeit der mitgefundenen Münze. Entscheidend für die genauere Datierung ist nämlich meist nicht der durch Jahreszahlen bestimmbare Terminus post quem der Münzausprägung, sondern die Zeitspanne, die zwischen der Emission der Münze und der Grablegung liegt, also die Umlaufszeit der Münze. N. Aberg, der bei seinen Arbeiten nur fallweise Münzgräber berücksichtigt, setzt diese Umlaufsdauer im Grunde nach der auf typologischem Wege gewonnenen Datierung der Beifunde fest; daß er bei der Zeit­ stellung eines Münzgrabes schematisch den frühesten nach der Prägezeit der Münze mög­ lichen Zeitpunkt annimmt, ist nur eine Folge dieser typologischen Datierung. Abergs Münzdatierungen sind auf diese Weise von der willkürlichen Bestimmung des Zeitraums typologischer Entwicklungsstadien abhängig und können nicht als absolute Münzdatie­ rungen angesehen werden 3). Es ist daher notwendig, andere, typologisch nicht gebundene Kriterien für die Münzdatierung herauszuarbeiten. Für die Bestimmung der Umlaufszeit der in den germanischen Reihengräberfeldern des 6. und 7. Jahrhunderts gefundenen Münzen gelten durchaus andere Voraussetzungen als etwa für die römische Zeit, wo sich das in den Funden auf reichsrömischem Boden auf­ tretende Münzmaterial stets mit der genau datierten offiziellen Währung deckt. A b­ gesehen davon, daß bei vielen Münzen, wie z. B. den germanischen Nachprägungen nach byzantinischen Vorbildern und den merowingischen Prägungen, schon die Prägezeit nur annähernd festgestellt werden kann, ist es von großer Bedeutung, daß nur ein Bruchteil der vorhandenen Münzen des 6. und 7. Jahrhunderts im Untersuchungsgebiet selbst geprägt wurde, während die überwiegende Mehrzahl fremder Herkunft ist und als ‘Import* naturge­ mäß einer ganz anderen Wertung unterworfen ist als etwa einheimisches kursierendes Geld. Diese ungemein erschwerende Tatsache, die eine Folgeerscheinung der in unserem Gebiet herrschenden Wirtschaftsform ist, nötigt zur Wahl einer sehr vorsichtigen Methode, um über den in der numismatisch bestimmten Prägezeit enthaltenen Terminus post quem hinaus An­ haltspunkte für die Zeitspanne zwischen Emission und Grablegung der Münze zu gewinnen. Zunächst ist die Münze für sich und in ihrer Eigenschaft innerhalb des Fundkomplexes
’ ) Vgl. H. Z e iss in PZ 22, 1931, 241. 2) Korrespondenzbl. d. Gesamtvereins d. deutschen Gesch.- u. Altertumsvereine 61, 1913, 352 f. 3) Ala besonders offenkundige Beispiele seieu die Abergschen Datierungen der Münzgräber von Castel Trosino, Schretzheim Gr. 26 und Hintachingen Gr. 14 genannt, A b e r g , Goten 64 —66. Die Gräber 7 und 115 von Castel Trosino werden S. 64 in das Ende des 6. Jahrhunderts datiert (vgl. Beilage 3 S. 7 4 f.: erste Hälfte 7. Jahrhundert); Schretzheim Gr. 26 gehört nach A b e r g S. 66 in die Mitte des 0. Jahrhunderts, Hintachingen Gr. 14 in den Anfang des 7. Jahr­ hunderts (vgl. hier S. 51 f. u. 5 9 f.: Schretzheim erste Hälfte 7. Jahrhundert, Hintachingen zweite Hälfte 7. Jahrhundert).

Einleitung.

(Grabfundes) zu untersuchen, d. h. es muß festgestellt werden, ob sie abgenutzt oder stempelfrisch ist, ob sie, geöhrt oder durchbohrt, als Anhänger einer Halskette diente oder ob sie zwischen den Zähnen des Toten (als Grabobolus) gefunden wurde, ob sich etwa Reste eines ledernen Geldbeutels vorfanden, kurzum, wie Erhaltungszustand, Funktion (ob Geld oder Schmuckstück) und Fundumstände zu beurteilen sind und welche für die Datie­ rung wichtigen Folgerungen aus ihnen gezogen werden können. Es sind dies Feststellungen, welche für jeden Grabfund gesondert vorgenommen werden müssen. Die Abnutzung der Münze gibt eine wertvolle Handhabe, um festzustellen, ob die Münze nach ihrer Emission lange oder nur kurze Zeit umlief. Sehr stark abgenutzten Exemplaren wird man von vorn­ herein eine lange Umlaufszeit zubilligen können, und der durch ihre Prägezeit gegebene Terminus post quem wird von relativ geringem Wert sein. Stempelfrische Münzen sind als chronologische Wertmesser weit höher einzuschätzen, wenn auch bei ihnen immer mit der Möglichkeit einer Thesaurierung gerechnet werden muß. Die verschiedenen Stadien der Abnutzung, die zwischen diesen beiden Extremen liegen, verdienen zur Abschätzung der Zeitspanne zwischen Prägezeit und Vergrabung auf jeden Fall berücksichtigt zu werden. Gering ist im allgemeinen die Eignung von Münzanhängern einer Perlenkette oder von brakteatenförmigen Durchschlägen für chronologische Zwecke. Sie haben nur die Funktion des Schmuckstücks, nicht die des Geldes. Bei den Münzanhängern kommt zu der Umlaufdauer nach der Ausprägung noch die kaum abzuschätzende Zeit hinzu, in der sie als Schmuckstücke dienten. Frischer Stempelglanz und Schärfe der Prägung lassen bei ihnen keine Schlüsse zu, wie lange sie, bevor sie ins Grab gelangten, als Anhänger getragen wurden, denn nennenswerter Abnutzung waren sie als Schmuckstücke nur aus­ nahmsweise ausgesetzt. Eecht häufig werden die Münzen in den Gräbern zwischen den Zähnen des Toten ge­ funden. Der Brauch, dem Toten bei der Grablegung eine Münze unter die Zunge zu legen, war im Abendlande zu den verschiedensten Zeiten verbreitet und dürfte überall gleichen religiösen Vorstellungen entspringen *). Vielfach war der Grabobolus sicher ein kursierendes Geldstück; da aber auch durchbohrte, also ehemals an einer Kette auf­ gereihte Münzen zwischen den Zähnen des Toten gefunden wurden (unser Grab Nr. 19), ist die Funktion einer Münze als Grabobolus chronologisch im allgemeinen nicht auszuwerten. Die große Anzahl der in Gräbern gefundenen subäraten Prägungen (18 auf 146 Grabmünzen) zeigt deutlich, daß der Prozentsatz alter und wertloser ins Grab mitgege­ bener Münzen nicht unerheblich gewesen ist. Ferner ist zu untersuchen, wie der Münzumlauf unseres Gebietes in der Zeit, der Münze und Grabfund angehören, zusammengesetzt war und welche Stellung die einzelne Münze innerhalb des gesamten Münzvorrats einnimmt. Da die aus Gräbern stammenden Münzen nur als ein Ausschnitt aus der Gesamtheit der umlaufenden Münzen anzusehen sind, muß eine derartige Untersuchung, die ein annähernd zutreffendes Bild der im 6. und 7. Jahr­ hundert im Arbeitsgebiet herrschenden Münzverhältmsse geben will, auf sämtliche auf uns gekommene gleichzeitige Münzen gesicherten Fundorts ausgedehnt werden. Aus diesem Grunde umfaßt der beigegebene Münzkatalog mit möglichster Vollständigkeit und nach numismatischen Gruppen geordnet alle auf süd- und westdeutschem Boden gefundenen Münzen vom Ende des 5. bis ins 7. Jahrhundert. Durch eine solche Sammlung ergibt sich die Möglichkeit, die einzelnen Münzgruppen, die in unseren Gräbern vertreten sind, in ihrer Bedeutung schärfer zu erkennen und in ihrer Eignung als chronologische Hilfsmittel verschieden zu bewerten. Das gilt in Sonderheit für die ‘importierten’ Münzen, bei denen durch diese Erweiterung und zahlenmäßige Vermehrung von vornherein dem Einwand begegnet wird, daß es sich um zufällig verschlagene Einzelstücke handle, ein
J) Vgl. dazu K . R e g lin g in ZfN 34, 1924, 262 Anm. 1.

1*

3

Einleitung.

Einwand, der bei willkürlicher Beschränkung auf das Material der geschlossenen Grab­ funde leicht vorgebracht werden könnte. Da wir es also nicht mit einzelnen fremden Münzen. sondern mit Münzgruppen zu tun haben, sind die Voraussetzungen gegeben, den Zeit­ punkt ihres Eintreffens in unserem Gebiet einheitlich, d. h. Gruppe für Gruppe, zu erörtern und zu bestimmen. Die ausländischen Münzgruppen sind zumeist italischer oder gallischer Herkunft, weshalb es unumgänglich ist, den gleichzeitigen Münzumlauf iu Italien und Gallien kurz zu streifen. Endlich sind bei der Herausarbeitung chronologischer Horizonte, das heißt bei der zeit­ lichen Gruppierung der Münzen enthaltenden Grabfunde auf Grund gemeinsamer Dafcierungskriterien und bei ihrer Zusammenfassung zu ‘Zeitgruppen’ , die rein archäologischen Gesichtspunkte nicht zu vernachlässigen. Eine ‘Zeitgruppe’ , die dereinst den fest datierbaren Kern einer entwicklungsgeschichtlichen Zeit stufe bilden soll, muß völlig gleichartiges und damit gleichzeitiges archäologisches Formengut umfassen; dabei kann den Münzen, deren Umlaufszeiten bei gleichzeitiger Ausprägung im Einzelfall oft stark voneinander abweichen, nur immer fallweise die schärfere absolute Datierung zufallen. Es ist ein Irrtum, anzu­ nehmen, daß Funde mit gleichen Münzen stets durch diese zu Zeitgruppen zusammen­ geschlossen würden. Man muß immer damit rechnen, daß gleichzeitige Münzen in ganz verschiedenen Fundzusammenhängen auftreten können, wenn auch, wie aus dieser Unter­ suchung für das 6. und 7. Jahrhundert hervorgehen wird, es weit häufiger ist, daß einzelne Münzgruppen — für die dann meist eine begrenzte Umlaufszeit herausgearbeitet werden konnte — mit bestimmten archäologischen Gruppen vergesellschaftet erscheinen. Neben den Münzen enthalten viele Münzgräber aber auch rein archäologische Datierungskriterien, die bei der Aufstellung der ‘Zeitgruppen’ berücksichtigt werden müssen. Es handelt sich dabei um Altsachen, von denen nachgewiesen werden kann, daß sie — wie einige Münz­ gruppen — italischer Import sind oder daß sie Vorlagen oder genaue Entsprechungen südlich der Alpen — etwa in den langobardischen Gräberfeldern Italiens — besitzen. Gelingt es, diese archäologischen Zeugnisse mit den italischen Münzgruppen enger zu verbinden und für die Zeit ihres Auftretens nördlich der Alpen dieselben politischen und handels­ geschichtlichen Voraussetzungen festzustellen, dann kann dieser Import die Basis der Münzchronologie auf Grund italischer Prägungen ganz wesentlich verbreitern. Zu beachten ist ferner, daß in Grabfunden oft zu verschiedener Zeit hergestellte Fund­ stücke enthalten sind, wie in günstigen Fällen die Beobachtung von Abnutzungsspuren lehren kann. Denn wie der Zeitpunkt der Ausprägung einer Münze, so ist auch der Zeitpunkt der Anfertigung einer Fibel, Perlenkette oder Schnalle von dein der Grablegung verschieden. Da mit der Datierung die Zeit der Grablegung erfaßt werden soll, ist für die Einordnung eines Grabfundes in eine Zeitgruppe jede chronologisch irgendwie auswertbare Erscheinung im Grabinventar von Bedeutung, sei es die Münze oder ein anderes Fundstück. \ Es drängt sich nun die Frage auf, wie scharf man nach der hier gekennzeichneten Methode die einzelnen Grabfunde überhaupt datieren kann und wie stark die chronologischen Ansätze innerhalb der verschiedenen Zeitgruppen schwanken. Da nur in besonders günstigen Fällen die Zeit der Verfertigung eines Fundstücks von dem Zeitpunkt der Grablegung schärfer zu unterscheiden ist, ergeben sich bereits aus diesem Umstand Grenzen der Er­ kenntnis. Mit geringen Ausnahmen wird man die hier behandelten Grabfunde nicht schärfer als auf ein halbes Jahrhundert datieren können. Die Zeitgruppen werden also demgemäß eine Zeitspanne von etwa 50 Jahren umfassen und durch Funde, die zwischen ihnen stehen, verbunden sein. Mitunter wird man allerdings beurteilen können, ob ein Fund in den Anfang oder an das Ende einer Zeitgruppe gehört. Es soll in den folgenden Kapiteln ver­ sucht werden, diese grundsätzlichen Leitgedanken bei der Behandlung der münzdatierten merowingischen Grabfunde in Süd- und Westdeutschland anzuwenden und zu erproben. 4

MUNZUMLAUF UND MÜNZPRÄGUNG DES 6. UND 7. JAHRHUNDERTS IN SÜD- UND WESTDEUTSCHLAND.
Seit um Christi Geburt römische Münzen in größerer Menge ins freie Germanien gelangten, hat bis in die Zeit Justinians der Zufluß gemünzten Geldes nicht aufgehört; er ist ein ge­ treues Abbild der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Germanen und dem römischen Reiche. St. Bolin, dem die umfassendste Darstellung der Münz­ verhältnisse Germaniens in den ersten fünf nachchristlichen Jahrhunderten verdankt w ird 1), ist hinsichtlich der Bedeutung, die die römische Münze im Wirtschaftsleben der kaiserzeitlichen Germanen einnahm, zu dem wichtigen Ergebnis gelangt, daß sie Wertmesser und Tauschmittel im Sinne eines echten Zahlungsmittels war und als kursierendes Geld gedient habe 2). Dabei folgte naturgemäß die Zusammensetzung des Münzvorrats in Ger­ manien der Entwicklung des römischen Münzwesens. Waren es vom 1. bis 3. Jahr­ hundert in der Hauptsache Silber- und Kupfermünzen, die in großer Menge nach Ger­ manien einströmten, so trat mit dem beginnenden 4. Jahrhundert als Folge der konstantinischen Miinzreform und der ihr vorangegangenen Münzverschlechterung des 3. Jahr­ hunderts eine Änderung ein: der Goldsolidus, die neugeschaffene Wertmünze, verdrängte nach und nach bei den Germanen die alten noch umlaufenden Münzsorten, während neben ihm Gepräge anderen Metalls nur in sehr geringem Maße eingeführt wurden 3). Der Gold­ abfluß aus dem römischen Reiche verstärkte sich gegen Ende des 4. Jahrhunderts derart, daß sich, um ihn einzudämmen, die Kaiser Gratian, Valentinian II. und Theodosius I. in den Jahren 379 bis 383 gezwungen sahen, durch Erlaß Goldzahlungen im Handel mit Barbaren bei Todesstrafe zu verbieten. Wie notwendig sich diese Maßnahme auch in der folgenden Zeit erwies, wird aus der Aufnahme des Dekretes in den Codex Justinianus (IV 63, 2) ersichtlich 4). Es hat freilich den Anschein, als ob die sich ständig mehrenden Tributzahlungen der Kaiser an die germanischen Stämme und an die Hunnen, die im 5. Jahrhundert ungeheure Summen erreichten, den Goldabfluß nur noch förderten. Die Münzschätze und Streumünzen dieser Zeit sind von all dem nur ein schwacher Nieder­ schlag. Aus den vorhandenen Goldmünzen sicheren Fundorts, welche die Zeichen der seit dem 3. Jahrhundert eingerichteten und organisierten Münzstätten tragen, ergibt sich nur mit einiger Sicherheit eine Scheidung der aus dem westlichen und östlichen Reichsteil stammenden Münzströme innerhalb Germaniens, wobei es natürlich ist, daß im Gebiet westlich der Elbe, dessen Münzumlauf in späterer Zeit hier behandelt werden soll, west­ römische, d. h. aus gallischen, pannonischen oder italischen Münzstätten stammende Prä­
1) St. B o lin , Fynden av romerska mynt in det fria Germanien (1926). D ers., in 19. R G K Ber. 1929, 86 —145. 2) 19. R G K Ber. 1929, 143 f. 3) Kupfermünzen konstantinischer und nachkonatantiniacher Zeit finden sich in größerer Anzahl nur zwischen Elbe und Rhein, vgl. den Katalog bei B o lin , Fynden (1 3 )—(58). 4) Vgl. A. L u s c h in v o n E b e n g r e u t b , Der Denar der Lex Salica, Sitzungaber. d. Wiener Akademie der Wiasenach. phil.-hist. Kl. 163, 4, 1910, 9.

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

gungen überwiegen*). Im großen und ganzen war der Goldmünzenumlauf bei den zwischen Elbe und Rhein sitzenden Germanen im 4. und in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts in seiner Zusammensetzung von dem des angrenzenden römischen Gallien nicht wesentlich verschieden 2). Solange die Rheingrenze von den Römern gehalten wurde und die Münzstätten Galliens, besonders Trier, noch in voller Tätigkeit waren, änderte sich auch die Zusammensetzung der bei den Germanen rechts des Rheins zirkulierenden Münzmasse nicht. Erst der große Einbruch der Alamannen und Franken über den Rhein nach dem Tode des Aetius (454) und die sich daran anschließenden Wirren in Gallien, die mit der Eroberung der römischen Provinzen zwischen Somme und Loire durch Chlodwig in den Jahren zwischen 487 und 490 ihren Abschluß fanden, wirkten auf die Münzverhältnisse bei den neuen germanischen Herren und der unterworfenen Provinzialbevölkerung entscheidend ein. Gallien war nun unter Franken, Burgunder, Westgoten, Alamannen und Bretonen aufgeteilt. Die Münz­ stätten von Trier und Lyon hatten unter Yalentinian III. (425—455), diejenige von Arles unter Julius Nepos (474—475) ihre Tätigkeit eingestellt 3). Damit hatte die offizielle Prägetätigkeit und die Regulierung des Münzvorrats durch die staatlichen gallischen Münzateliers ihr Ende genommen. Kursierendes Geld waren in Gallien in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts die noch im Lande vorhandenen reichsrömischen Kupfer-, Silber- und Goldmünzen; nur spärlich traten von außen her Goldmünzen der west- und oströmischen Kaiser hinzu 4). Daß dieser Zustand in einem Lande wie Gallien, wo in den Jahrhunderten römischer Herrschaft eine in der Spätzeit allerdings gelockerte Geldwirtschaft geherrscht hatte, nur ein vorübergehender sein konnte, ist einleuchtend. Es mußte nach der Konsolidierung der politischen Verhältnisse sehr bald der Zeitpunkt kommen, wo die
l ) 19. R G K B er. 141. -) Ein besonders anschauliches Beispiel für die Zueammensetzung dea Münzumlaufs in der gallisch -germanischen Grenzzone im frühesten 5. Jahrhundert ist der Dortmunder Münzfund mit einem Verhältnis von etwa 3 : 1 westlicher zu östlichen Prägungen, vgl. K . R e g lin g , Der Dortmunder Fund römischer Goldmünzen (1908). Es scheint, daß er zum größten Teile noch auf reichBrömlschem Gebiet zusammengebracht wurde, R e g lin g 11 Anm. 1. Vgl. ferner den Münzfund von Furfooz, Prov. Namur (Constantin III. — Valentinian III.) bei A. B la n c h e t , Les treaors de monnaies romaines et leB invasions germaniqueB en Gaule (1900) 270 Nr. 710. — Mit dem 4. Jahrhundert nahmen die irregulären Nachprägungen in Gallien und Germanien, die in geringer Anzahl bereits von der frühen Kaiaerzeit ab im freien Ger­ manien auftraten (H. B u c h e n a u in Bl. f. Münzfr. 13, 1912 —5, 5953), in ganz erhehlichem Maße zu, R e g lin g a. a. O. 22. 3) E. B a b e lo n , Traitö de monnaiee grecques et romaines 1, 1901, 997ff. Die apäteaten Prägungen des Münzateliers Narbo stammen aus den ersten Jahrzehnten des 6. Jahrhunderts, vgl. B a b e lo n a. a. O. 1018. *) Vgl. S. R ie t ß c h e l in VSW G 9,1911, 71 ff. Einen guten Einblick in die Münzverhältnisse der Mitte und der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts in Gallien gewähren die im Grabe des salfränkischen Königs Childerich in Toumai, Prov. Hennegau, gefundenen Münzen, vgl. Abbe C o c h e t , Le tombeau de Childeric I er. (1859) 409ff.; L in d e n sch m ifc, Hand­ buch 485ff.; E. B a b e lo n , Le tombeau du roi Childeric, in Mem. de la boc. nat. dea antiqu. de France 76, 1923, 24ff, Childerich starb im Jahr 482, L. S c h m id t , Geschichte der deutschen Stämme 2, 1918, 473 mit Anm. 1. In seinem Grabo fanden Bich üher 300 Münzen. Von den mehr als 100 Solidi wurden bei der Entdeckung im Jahre 1653 87 Stück ge­ borgen. Es waren nach der einen Überlieferung vorhanden: 2 Valentinian III., 8 Marcian, 57 Leo, 1 Basiliscus, 2 Basiübcus und Marcus, 15 Zeno; nach den Feststellungen C h ifle ta gehörten zu den 87 Solidi aber auch Stücke von Theodosius II., Leo und Zeno, und Julius NepoB. Von den über 200 Denaren gelangten nur 42 Stück in die Hände Chifleta: 1 republ. Denar, 1 Nero, 2 Trajan; 5 Hadrian, 9 Anfconinua Pius, 3 Fauatina, 7 Marc Aurel, 3 Fauatina d. J., 6 Lucius Veruß, 2 Cormnodus, 1 Julia Domna, 1 Caracalla sowie eine Silbermünze von Constantius II. (4 Münzen durchbohrt ), Cochet 412f. Man kann das Grab Childericha für den gleichzeitigen Münzumlauf allerdings nur mit großer Einschränkung beranziehen, da es sich um das besonders reich ausgestattete Grab eines Königs handelt. Immerhin ist aus der Zahl der Denare unbedenklich der Schluß zu ziehen, daß sie auch sonst noch in großer Zahl im Umlauf waren. Das gleiche dürfte auch für die Antoniniane und fnr die Kupfermünzen konstantinischer und nachkonstantinischer Zeit zutreffen, vgl. R ie t s c h e l a .a .O . 71ff. und A. L u s c h in v o n E b e n g r e u t h , Der Denar der Lex Salica, Sitzungsber. der Wiener Akademie phil.-hist. Kl. 163, 4, 1910, 13 u. ders. in Hoops Reallexikon der german. Altertumskunde 3, 2915/16, 207 f. Vgl. ferner den Münzschatz von Surcy b. Meziere, Dop. Eure, falls er wirklich, wie L. C o u til, Departement de l’ Eure, Archeologie gauloise, gallo-romaine, franque et carolingienne 1, 1895 — 1921, 108 angibt, mit Anastasius, und nicht wie B la n c h e t , Treaora 200 Nr. 402 nach Bull, de la soc. des antiqu. de France 1897, 368 mitteilt, mit Eugcnius abschließt. — Gleichzeitige ost- und weströmische Goldmünzen werden dagegen in weit geringerer Menge kursiert haben, sie sind z. B. vertreten in dem Grab von Izenave, Ain, S. 34 Anm. 2.

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

vorhandene und von außen her nur ungenügend ergänzte Münzmasse zur Befriedigung des Geldbedarfs nicht mehr ausreichte. Für den Münz umlauf in Süd- und Westdeutschland von der zweiten Hälfte des 5. bis ins 7. Jahrhundert ist die weitere Entwicklung der Münzverhältnisse in Gallien, dem neuen Kerngebiet des Frankenreiches, schon deshalb von erheblicher Bedeutung, weil große Teile Westdeutschlands dem fränkischen Reich seit seiner Begründung durch Chlodwig ange­ hörten. Bereits in den ersten Jahren der Regierung Theudeberts I. (534—548) wurden * ferner die Thüringer, Alamannen und Bajuwaren dem fränkischen Reich in fester oder loserer Form angegliedert, womit auch Mittel- und Süddeutschland in fränkische A b­ hängigkeit gerieten. Endlich ist die Entwicklung der Prägetätigkeit nördlich der Alpen nur an dem ‘gallofränldschen’ Material mit einiger Sicherheit aufzuzeigen. Sie ist durch Prou und Blanchet in großen Umrissen klargelegt worden, sodaß sich aus ihren Arbeiten und aus dem großen Sammelwerk von Beifort1) ein anschauliches Bild von Umfang und Ablauf der Prägung gewannen läßt. Die Verknappung der regulären Goldprägungen und die Unmöglichkeit, auf die Dauer den zusätzlichen Bedarf an gemünztem Gold von außen her decken zu können, waren wohl die Hauptgründe, die spätestens unter den Söhnen Chlodwigs eine ausgedehnte Präge­ tätigkeit im fränkischen und burgundischen Gallien herbeiführten. Das Gleiche gilt für die westgotischen Gebiete Südfrankreichs, während im Italien Theoderichs die alten Münz­ ateliers, deren Tätigkeit nach dem Fall des weströmischen Reichs (476) auch unter Odovacar feststellbar ist, unter der ostgotischen Herrschaft weiterarbeiteten. In den germanischen Reichen wurden Solidi und in noch größerer Menge Trienten (Drittelsolidi) mit Bild und Legende des oströmischen Kaisers nachgeprägt. Daß man sich dabei eng an das Vor­ bild hielt, hatte seinen guten Grund; die kaiserliche Währung war Weltwährung, Gold­ münzen mit Bild und Umschrift eines römischen Kaisers hatten überall Gültigkeit2), nicht­ römische Goldmünzensorten wären dagegen im zwischenstaatlichen Geldverkehr auf un­ überwindliche Schwierigkeiten gestoßen. Die Nachprägungen, von der französischen Forschung monnaies pseudo-imperiales genannt, sind durch ihren eigenartigen Stil, die meist verderbten Umschriften und durch ein leicht abgeschwächtes Gewicht gut von ihren byzantinischen Vorlagen zu scheiden. Uber die Organisation der Prägung in Gallien und über die rechtliche Stellung der mit der Ausprägung befaßten Münzmeister ist für die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts nichts bekannt. An einzelnen bedeutenden Plätzen bestanden Münzateliers, so z. B. im burgundischen Lyon; es ist ferner sehr wahrscheinlich, daß romani­ sche Münzmeister an der Ausmünzimg stark beteiligt waren, wofür besonders die Güte der den Burgundern zugeschriebenen Gepräge spricht3). Die Lokalisierung der Nachprägungen und ihre Zuteilung an die einzelnen germanischen Stämme stößt auf erhebliche Schwierig­ keiten. Sichere Schlüsse erlauben bisher nur einige große in sich geschlossene Gruppen, die sich auf Grund stilistischer Merkmale aus der Masse der anonymen Prägungen heraus­ heben. So ist es möglich, eine westgotische, eine gallofränkische und eine burgundische Gruppe zu erkennen 4). Zeitlich füllen diese Nachprägungen, von denen für Gallien solche
1) M. P r o u , Les monnaies merovingiennes (1892); A. B la n c h e t , Manuel de numiamatique fran^aise (1912); vgl. dazu A. S u h le , Die Münzprägung der Franken unter den merowingiachen Königen in Trierer Zeitschr. 4,1929, 9 —17 = Frankfurter Münzzeitung NF 1,1930,105—113. — A. de B e i f o r t , Deacription gdnerale des monnaies merovingiennes, 5 Bde. (1892—95). 2) Nachricht des Kosmas über römische Münzen in Indien zur Zeit Justinians: M om m een , Hist, de la monnaie romaine 3, 1873, 129. Drei wohl sassamdische Nachprägungen nach Solidi deB späten 5. oder frühen 6. Jahrhunderts fanden sich in dem Gräberfeld von Aßtana in der Oase Turfan in Ostturkestan zusammen mit einer sassanidiechen Silber­ münze im Munde der Toten; A. S te in , The Innermost Asia 2, 1928, 646ff. mit Taf. 120, 15 —17. a) So die Trienten der hurgundischen Könige Gundehad (491—516) und Sigismund (516—623), vgl. P r o u X V I, und die sich im Stil an eie anschließenden Prägungen. 4) Vgl. S. 140f. MKAnm. zu M 49—51, 52 —56, 62. Es giht nur ganz wenige Stücke, auf denen Prägort oder Münz­ offizin angegeben ist; eie sind von P r o u X V lIIff. und von S u h le a. a. O. lOf. zuaammengestellt.

Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

nach Vorbildern des Anastasius (491—518), Justinus I. (518—527), Justinian I. (527—565) und Justinus II. (565—578) in Betracht kom m en1), in ihrer Umlaufsdauer das ganze 6. Jahrhundert aus und reichen auch noch in das 7. Jahrhundert hinein. Daß unter ihnen die Nachahmungen von Münzen Justinians I. am stärksten vertreten sind, hängt mit der langen Regierungszeit dieses Kaisers zusammen. Schon Prou hat mit Recht bemerkt 2), daß die chronologische Einordnung der einzelnen Nachprägungen nicht unbedingt den Regierungszeiten der verschiedenen Kaiser folgen müsse, sondern daß die offiziellen Gold­ münzen besonders Justinians I., die in großer Menge geprägt noch nach dem Tode des Kaisers überall umliefen, also auch weiterhin nachgeahmt werden konnten. Zwischen der Prägezeit der Vorlagen und der Entstehung der Nachprägungen kann deshalb ein erheb­ licher Zeitraum liegen. Anhaltspunkte für die Datierung, wie sie sich für die Stücke mit kenntlicher Umschrift ergeben, fallen überhaupt fort bei der großen Zahl der Trienten, deren Legenden so entstellt sind, daß sie mit keinen bestimmten Vorbildern in Verbindung gebracht werden können. Neben die Nachprägungen byzantinischer Kaisermünzen trat im fränkischen Gallien sehr bald noch eine zweite Münzsorte. Wohl im Verlauf seines glücklichen italischen Feld­ zugs der Jahre 539 und 540 setzte Theudebert I. als erster germanischer König seinen vollen Namen auf Goldmünzen, eine zu seiner Zeit unerhörte Neuerung, die von den Byzanti­ nern schärfstens mißbilligt wurde 3). Die Ausprägung derartiger Königsmünzen, die von den Herrschern des 6. und 7. Jahrhunderts fortgesetzt wurde, hielt sich bei den Franken jedoch stets in engen Grenzen 4). Im Merowingerreich war das Prägerecht nämlich nicht königlichen Münzateliers Vorbehalten, sondern die Münzprägung wurde bei persönlicher Haftung der staatlich approbierten Münzmeister Privaten in großem Ausmaß überlassen 6). Auf dieser Tatsache beruht das Münzwesen im Gallien des 7. Jahrhunderts, das durch das absolute Vorherrschen der sogenannten Monetarmünzen (Münzen mit Namensangabe des Münzmeisters und des Prägortes) gekennzeichnet wird. Schon in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts finden sich Trienten dieser Art (fast niemals Solidi); sie verdrängen im Laufe der Zeit die Nachprägungen nach byzantinischen Kaisermünzen. Ihre große Menge gestattet auch Rückschlüsse auf die Organisation der Münzprägung im Merowinger­ reich des 7. Jahrhunderts, wie sie A. Dopsch unter Heranziehung umfangreicher numis­ matischer Literatur (a. a. 0 . 503—511) knapp dargelegt hat. Die vom König beauftragten und an seine Vorschriften gebundenen Münzmeister, von denen uns annähernd zweitausend dem Namen nach bekannt sin d 6), waren im Lohnwerk tätig; Münzfuß, Stückelung der Münze und Entlohnung für die Arbeit des Münzers, dem auch Privatleute Metall zur Prägung auf ihre Rechnung liefern konnten, waren vom König festgesetzt (Dopsch 508). Die Kirche hatte das Vorrecht, den Namen des Bischofs oder des Klosters, das münzen ließ, auf die Prägungen zu setzen 7). Die gleichen Münzmeister arbeiteten oft für die Kirche, für den König oder für Private in Städten und kleineren Orten8). Es wurden in der Haupt­
1) Kur in gewissen eüdfranzösischen Münzstätten, besondere in Marseille, wurden aus handelspolitischen Gründen noch his auf HeracliuB in beschränkter Menge Nachprägungen hergestellt; P r o u X X I I —X X V III; S u h le a. a. O. 10. 2) A. a. O. X X u. X X V I. 3) Procop, bell. Goth. III 33. *) Die wenigen bekannten Silbermünzen (Siliquen) des 6. Jahrhunderts mit dem Namen fränkischer Könige (Prou Nr. 37, Taf. 1, 13; Beifort Nr. 274— 6; B 1a n c he t a. a. O. 242 mit Lifc.) schließen sich eng an die gleichzeitige Silberpr&gung der Ostgoten an, vgl. Bad. Fundber. 3, 1933, 89 ff. — Bl. f. Münzfr. 68, 1933, 074ff. 6) A. D o p s c h , Wirtschaftliche und soziale Grundlagen der europäischen Kulturentwicklung 22 1923, 503 —511. , 6) L u B chin in Hoops Reallexikon der germanischen Altertumskunde 3, 1915/16, 246 Art. Münzmeister. ") Kirchenmünzen wurden seit der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts ausgeprägt, P r o u LIVff. 8) D o p s c h a, a. O. 397 u. 506. Die Annahme von D o p s c h , daß für Städte geprägt wurde, ist u. E. abzulehnen. Es gibt in den Münzlegenden keine Anhaltspunkte, die die Prägung im Aufträge einer Stadt wahrscheinlich machen könnten. Der Name einer Stadt als Münzlegende ist lediglich als Ortsangabe aufzufaseen.

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

sache Trienten geprägt; die Ausprägung der Silbermünze der merowingischen Spätzeit, des Denars, setzte erst im Laufe des Jahrhunderts ein 1). An größeren Orten bestanden Münzateliers init einer Reihe von Münzarbeitern; oft wurde eine ganze Offizin einem reichen Kaufmann in Pacht gegeben. An kleineren Plätzen waren wandernde Münzmeister tätig; „sie verbreiteten sich in allen Städten, dann in die Orte von geringerer Bedeutung: civitates, castra, vici, villae, domus, curtes, porti, malla, pagi usw.“ 2). Die Prägungen an kleineren Plätzen waren, wie unten an einigen austrasischen Beispielen gezeigt werden soll, meist von denen der am nächsten gelegenen großen Münzateliers im Stil sehr stark abhängig, so daß sich geographisch faßbare Prägebezirke ergeben, die wiederum auf orga­ nisatorische Zusammengehörigkeit schließen lassen. Für das 7. Jahrhundert sind nahezu 800 Orte auf merowingischem Gebiet bekannt, an denen Monetäre ständig oder vorüber­ gehend prägten 3). Ihre Zahl und Verbreitung (vgl. die Karte Abb. 1) erlauben allein schon, für das Gallien des 7. Jahrhunderts eine intensive Münzprägung und damit eine aus den Verhältnissen des 6. Jahrhunderts erwachsene Geldwirtschaft anzunehmen, für die Dopsch a. a. 0. 490 ff. und F. K loss4) die geldwirtschaftlichen Zeugnisse aus den historischen Quellen zusammengestellt haben. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts trat die Trientenprägung gegenüber der Denarprägung immer stärker zurück, bis endlich die karolingische Münzreform eine reine Silberwährung als königliches Regal schuf. Sehen wir also für die Entwicklung der Prägetätigkeit in Gallien verhältnismäßig klar, so stoßen wir auf große Schwierigkeiteil, wenn wir die Frage nach der Zusammensetzung des gleichzeitigen Münzumlaufs stellen. Das umfangreiche französische Münzmaterial ist einer Bearbeitung nach diesen Gesichtspunkten bisher noch nicht unterzogen worden. S. Rietschel sagt mit R ech t5): „W as die Franken prägten, können wir allenfalls aus den Münzkabinetten erfahren, was für Münzen aber bei ihnen kursierten, darüber können uns nur die Münzfunde Auskunft geben, und an Nachrichten über solche fehlt es.“ Gerade mit Hinblick auf die unten zu behandelnden Münzverhältnisse auf deutschem Boden wäre nicht nur die Kenntnis der Prägetätigkeit sondern auch die des Münzumlaufs in Gallien sehr erwünscht. Wir werden freilich annehmen können, daß bei der starken Prägetätigkeit besonders im 7. Jahrhundert hauptsächlich im Lande her gestellte Münzen als Zahlungs­ mittel dienten. Es bleibt aber vorderhand unsicher, in welchem Maße etwa auswärtige (byzantinische, ostgotische, langobardische, westgotische und angelsächsische) Münzen neben den einheimischen kursierten 6). Für das 6. Jahrhundert ist es kaum möglich, ein klares Bild zu gewinnen. Insbesondere entzieht sich unserer Kenntnis, in wieweit der Münz­ umlauf in Gallien landschaftliche Verschiedenheiten aufwies; für die zweite Hälfte des Jahrhunderts gibt es Anzeichen, die darauf hindeuten (vgl. S. 13), daß in den haupt­ sächlich von Germanen bewohnten nordfranzösisch-belgisch-lothringischen Landstrichen ähnliche Münzverhältnisse herrschten wie etwa in Rheinhessen, daß aber im gleichen Zeitraum im vorwiegend romanischen Mittel- und Südfrankreich eine weit ausgedehntere
1) S u h le a. a. 0 . 14. Die umfangreiche Literatur über den Denar der Lex Salica ist bei R ie t s c h e l, Die Münzreohnung der Lex Salica, VSW G 9, 1911, 31 ft. verzeiohnet. 2) S u h le a. a. 0 . 12. 3) L u s c h in in Hoops Reallexikon der germanischen Altertumskunde 3, 254f. Art. Münzstätte. 4) F. K lo s a , Goldvorrat und Geldverkehr im Merowingerreich, Veröffentlichungen des Seminars für Wirtschafts­ und Kulturgeschichte der Universität Wien 5, 1929. — Die Arbeit berücksichtigt die Ergebnisse der archäologischen und numismatischen Forschung kaum und beschränkt sich auf die Interpretation Gregors von Tours, Fredegars und der Heiligenleben. Eine Trennung zwischen gemünztem Gold und Schmucksachen wird nicht immer klar vorgenommeu; landschaftliche Unterschiede innerhalh des Merowingerreichs werden nicht einmal andeutungsweise berührt. Die Er­ gebnisse haben nur für Gallien Geltung und sind im einzelnen auf ihre Richtigkeit hin hier nicht untersucht. 5) VSW G 9, 1911, 72. e) Nach dem Katalog von B el fo r t hat es den Anschein, als ob nur westgotische Trienten des 6, Jahrhunderts in größerer Menge in Gallien vorhanden waren.
Oerm. D enkm äler i). Völkcrwauderungszeit 3, W eroer. 9

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

Münzprägung bestand, während im 7. Jahrhundert die Tätigkeit der Monetäre in den überwiegend germanischen und den überwiegend romanischen Teilen Galliens gleichmäßig intensiv war und dadurch einen Ausgleich schuf. Aber der Mangel an Vorarbeiten erlaubt auch hier nur Vermutungen, keine sicheren Schlüsse. Rietschel folgerte aus den Münz­ schätzen von Chinon und Gouidon, die in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts gehören 1), daß in Gallien damals die oströmischen Gold- und Silbermünzen des ausgehenden 5. und beginnenden 6. Jahrhunderts kursierten2). Beide Schätze berechtigen aber nicht zu einer derartigen Annahme, da sie in der Hauptsache irreguläre Nachprägungen und nicht offizielle Solidi enthalten 3). Im Gegensatz zu dem Befund des Childerichgrabes zeigen sie vielmehr, daß in Gallien seit Anastasius (491—518) in weitem Maße Nach­ prägungen die kaiserlichen Solidi und Trienten ersetzt haben. Die genauere Lokalisie­ rung dieser Nachprägungen innerhalb Galliens ist allerdings meist unmöglich. Gewiß­ heit über die Zusammensetzung des Münzvorrats und insbesondere über den Prozentsatz an importierten byzantinischen und ostgotisch-italischen Prägungen in Gallien könnte erst eine Zusammenstellung sämtlicher Münzen sicheren Fundortes und daneben die Verwertung der spärlichen historischen Zeugnisse geben 4). Im linksrheinischen Deutschland müssen die Münzverhältnisse in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts ähnlich gewesen sein wie in Gallien; denn die Voraussetzungen waren in den Gebieten, wo die provinzialrömische Bevölkerung nicht völlig ausgerottet wurde, die gleichen. Auch hier trafen die Germanen wie im inneren Gallien auf einen durch die Wirren der Landnahme stark beeinträchtigten Umlauf alter reichsrömischer Gepräge. Für die Gebiete rechts des Rheins sehen wir in Ermangelung von Fundmaterial vorderhand noch nicht klar. Byzantinische Solidi und Trienten vom Ende des 5. Jahrhunderts und ältere reguläre Goldmünzen sind sicher umgelaufen; ob aber auch Kupfermünzen konstantinischer Zeit und Denare noch in nennenswerter Menge vorhanden waren, entzieht sich unserer Kenntnis. Die meisten im Münzkatalog enthaltenen Münzen deutschen Fundorts, deren Prägezeit in das 6. und 7. Jahrhundert fällt, stammen im Gegensatz zu den gleichzeitigen in Gallien gefundenen Münzen aus Gräbern, und zwar aus Reihengräberfeldern. Daß Prägungen des 5. Jahrhunderts in diesen Reihengräberfeldern bisher fast ganz fehlen, ist eine höchst bedeutsame Tatsache, aus der für den Zeitpunkt des Beginns der Reihengräberfelder und für die hier behandelten archäologischen Probleme die Folgerungen an anderer Stelle gezogen werden müssen. Es ist eine Frage von prinzipieller Bedeutung, ob man die aus den Reihengräberfeldern stammenden Münzen zusammen mit den wenigen einzeln gefundenen Geprägen als ausreichende Grundlage für die Untersuchung der Münzverhält­ nisse unseres Gebietes ansehen darf und ob es berechtigt ist, die aus diesem Material ge­ wonnenen Ergebnisse zum Vergleich mit anderen Gebieten, besonders mit Gallien, zu verwerten. Daß die Zahl der heute bekannten Reihengräberfunde statistische Unter­
Chinon, Dep. Indre-et-Loire: 1 Zeno, 70 Anastasius, 10 Justinus I.; Ch. R o b e r t in Annuaire de la aoc. de nuinism. 6, 1882, 164 ff. mit Taf. IV. Ein Teil der Stücke ist in den Katalog von Beifort aufgenommen. — Gourdon, Dep. Saöneet-Loire; 14 Solidi und 63 ‘ Quinäre* des Anastasius, je ein Solidus des Leo und des Zeno, 20 Solidi und 5 ‘ Quinäre’ dea Justiuus I .; C. R o s s ig n o l in Mem. de la soc. d’ hist. et d’archeol. de Chalon-sur-Saone 1844 —46, 289. — Ein im Jahre 1804 entdeckter Münzfund von Alise-Sainte-Reine, der u. a. Prägungen nach Anastasius, Justinus und Justinian I. euthielt, ist verschollen; Pro Alesia 2, 1907 —08, 267f. 2) A. a. O. 72. 3) P roü X V I. 4) Die spärlichen Münzen bei B e i fo r t , deren Fundort angegeben ist, sind größtenteils Einzelfunde oder gehören einigen wenigen Münzschätzen an. Aus Grabfundeu stammen wohl nur ganz weuige Stücke. — Bereits E. C a rtie r machte die Beobachtung, daß geöhrte merowingische Müuzen im Gegensatz zu England in Frankreich äußerst selten Bind, Revue numisiuatique 1847, 19.

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

suchungen an sich zuläßt, ist bereits oben S. l f . betont worden. Da die Münzen der Reihengräberfelder nur einen geringen Ausschnitt aus dem ehemals vorhandenen Münzvorrat darstellen, wird man aus ihnen eher die Zusammensetzung des Münzumlaufs als dessen Intensität beurteilen dürfen. Beim Vergleich mit dem merownngisehen Gallien ist das Hauptgewicht auf die Frage nach der Stärke der einheimischen Prägetätigkeit zu legen. Für einen derartigen Vergleich geben der Katalog der Münzen gesicherten Fund­ orts und das Material der Münzkabinette mindestens die gleichen Voraussetzungen wie für Gallien. Münzschätze, die in das 6. Jahrhundert zu setzen sind, fehlen im Arbeitsgebiet bis auf den verschollenen Fund von Frickingen, O.A. Neresheim, W ü rtt.1). An ihre Stelle treten für die Bestimmung der Umlaufszeit einzelner Münzgruppen eine Reihe gemein­ samer Vorkommen verschiedener Gepräge in Grabfunden, die für das 6. und 7. Jahrhundert in Beilage 1 S. 70 tabellarisch zusannnengestellt sind. Im 7. Jahrhundert liegen außer­ dem noch 3 friesländische Schätze vor. Die 266 auf deutschem Boden gefundenen Münzen des 6. und 7. Jahrhunderts (Münzkat. I : 176 Stück, Münzkat. II: 90 Stück) geben aufs erste ein Bild verwirrender Viel­ fältigkeit. Sie werden nicht geographisch nach Fundorten, sondern nach Ort und Land der Prägung und nach den sich so ergebenden Münzgruppen behandelt. Eine erste Gruppe bilden die Konstkntinopeler Prägungen der oströmischen Kaiser Anastasius, Justinus I., Justinian I., Jusiinus II., Tiberius II. Constantinus, Phocas, Heraclius, Constans II. und Constantinus Pogonatus. Eine zweite größere Einheit setzt sich aus in Italien geprägten Münzen zusammen; sie zerfällt in die drei Gruppen der ostgotischen, der byzantinisch-italischen (Exarchat von Ravenna) und der langobardischen Gepräge. An fünfter Stelle stehen die west­ gotischen und an sechster die gallofränkischen Nachprägungen nach byzantinischen Kaiser­ münzen sowie die Prägungen gallischer Monetäre. Siebentens sind angelsächsische Sceattas und niederländische Gepräge vertreten. Allen diesen Gruppen ist gemeinsam, daß sie außerhalb unseres Gebietes geprägt und demgemäß eingeführt sind. Den importierten Münzen, welche (unter Abzug der 47 fränkischen Silbermünzen M 159—160 u. MK II, 45—90) weit über die Hälfte des im Münzkatalog zusammengestellten numismatisch bestimmbaren Materials umfassen2), stehen an Prägungen des 6. Jahrhunderts eine kleine Gruppe vielleicht linksrheinischer und eine größere nicht näher lokalisierbarer Nachprägungen und unbestimmbarer Münzen gegenüber, von denen nur ein sehr geringer Prozentsatz in Süd- und Westdeutschland hergestellt sein dürfte. Im 7. Jahrhundert treten die Gepräge linksrheinischer fränkischer Münzateliers an ihre Stelle. Unter den ausländischen Münzgruppen nehmen die aus Italien stammenden an Umfang und an Bedeutung die erste Stelle ein. Wenn man von den beiden Trienten des Zeno (M 5 u. 6) absieht, von denen es unsicher ist, ob sie regulär oder unter Odovacar geprägt wurden (MkAnm.), so ist die Gruppe der Ostgotenmiinzen unter ihnen die älteste. Sie setzt sich überwiegend aus Silbermünzen (Ganz- und Halbsiliquen) zusammen, deren Zuteilung durch Monogramme oder Legenden der ostgotischen Könige gesichert ist. Die Goldmünzen mit Umschriften des Anastasius, Justinus I. und Justinian I. (M 10, 11, 13, 30—33 und Mk II, 18 u. 19) werden hier in Anlehnung an Wroth auf Grund stilistischer Merkmale den Ostgoten zugewiesen. Die 40 Ostgotenmünzen deutschen und die 10 Exem­ plare außer deutschen Fundorts, die mit einer Ausnahme aus Gräbern stammen, verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Gotenkönige:
1) G. S ix t , Münzfund von Frickingen OA. Neresheim, in Fundber. aus Schwaben 5, 1897, 49f. Der Fund enthielt: 1 Solidus des Leo, 1 TViene des Anastasius, 14 Solidi und 6 Trienten des Justinian I. Über den Verbleib dieses wichtigen Schatzes war trotz der Bemühungen des Württ. Landesamtes für Denkmalpflege nichts in Erfahrung zu bringen. 2) Vgl. das Register der Münzgruppen auf S. 142 f.

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Deutschland, Schweiz und Holland (in Klammern: Nordostfrankreich und Belgien).
Siliquen Theoderich (493-— 526), bis 518 Vs. Anastasius, ab 518 Vs. Justinus I. Athalarich (526— 534), stinian I. Theodahad (534— 536), stinian I. Vs. Ju7 (1) Vs. Ju3 Solidi Trienten

10 (3)

4

2 (1)

Witigis u. Hildebad (536— 641), Vs. Justinian I. Totila (541— 552), Vs. Anastasius (Vs. Justinian I.) Teja (552-V553), Vs. Anastasius (Vs. JustiVian I.) zusammen:

5 (2) 10

+ l^ ; l
34 (6)

(mit Vs. Ju­ stinian I.) 1

4

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Wie man aus der Vergesellschaftung von Ostgotenmünzen mit anderen Geprägen ent­ nehmen kann (Beilage 1 S. 70 f., Wieuwerd, Beilage 3 S. 74f.), müssen die Silbermünzen in ihrer Umlaufszeit einer anderen Beurteilung unterliegen als die Goldmünzen. Im Grab von Thalmässing fand sich eine Siliqua des Totila zusammen mit drei anderen Prägungen, von denen sich zwei genaue Entsprechungen (einmal stempelgleich) in Munningen Grab 1 finden. Da das Munninger Grab im frühen 7. Jahrhundert in die Erde ge­ kommen ist (Beilage 1 S. 70), erhellt daraus, daß ostgotische Silbermünzen nördlich der Alpen bis in das frühe 7. Jahrhundert hinein umgelaufen sein können. In Italien fehlen sie sowohl in den langobardischen Gräberfeldern wie in den spärlichen bekannten Münzschätzen des späteren 6. und des 7. Jahrhunderts. Das kann nicht wundernehmen; denn schon aus po­ litischen Gründen ist es unwahrscheinlich, daß diese Silbermünzen, die den vollen Namen oder das Monogramm der ostgotischen Könige tragen, in der Zeit der byzantinischen Restauration in Italien als Zahlungsmittel kursierten. Sie wurden ersetzt durch Silbermünzen Justinians I., die in dem Zeitraum von etwa 555—565 in Ravenna zur Emission gelangten (s. S. 14). Daß dagegen während der ganzen Dauer der Ostgotenherrschaft (also bis zum Jahre 553) die Siliquen sämtlicher Ostgotenkönige in Kurs blieben, ist wohl sicher. Auffällig ist, wenn man aus dem nicht allzu zahlreichen Material überhaupt zu folgern wagt, daß in Süd- und Westdeutschland Silbermümien von Athalarich bis Teja besonders stark vertreten sind. Der Grund hierfür dürfte darin zu suchen sein, daß große Teile Ober­ italiens von 539 bis 563 in fränkischen Händen waren und so die Übernahme ostgotischer Münzen leicht einsetzen konnte (s. u. S. 28). Als Terminus ante quem für das Auftreten der ostgotischen Silbermünzen nördlich der Alpen ist, wie unten S. 28 gezeigt werden soll, das Jahr 563 anzunehmen, in dem Narses die Alpenpässe besetzte1). Wir können also mit hoher Sicherheit das Eintreffen der ostgotischen Siliquen auf deutschem Boden auf die Zeit zwischen 493 und 563 einengen und annehmen, daß ihre Umlaufszeit nordwärts der Alpen über die Wende des 6. zum 7. Jahrhundert nur vereinzelt hinausgeht.
Ganz unabhängig davon sprechen die gleichzeitigen italischen Münzvcrhaltnisae und das Auf hören der Ausprägung im Jahre 553 annähernd für denselben Zeitpunkt.

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Ostgotische Silber münzen finden sich sowohl im fränkischen wie im alamanni sehen Stammesgebiet (vgl. Taf. 37,1 u. Beilage 7 S. 79). Sie folgen dem Lauf von Rhein und Donau mit einem Dichtezentrum in Rheinhessen. Zum großen Teil dürften sie über die Bündner Straße nach dem Norden gelangt sein (s. S. 27). Zu beachten ist ihr vereinzeltes Vorkommen in nordfranzösischen, belgischen und lothringischen Gräberfeldern, die, nach den wenigen Münzgräbem zu urteilen (Beilage 2, 2 S. 71 f.), auch sonst im 6. Jahrhundert einen dem siidwT deutschen ähnlichen Münz Vorrat auf weisen. est Sehr viel ungünstiger ist es mit der chronologischen Bewertung der ostgotischen Gold­ münzen bestellt; denn die Umlaufszeit einzelner Goldmünzen zu berechnen ist nach den Er­ fahrungen aus den Münzschätzen immöglich. Einen guten Maßstab gibt auch hier wieder Italien. Bei den Langobarden waren bis mindestens ans Ende des 6. Jahrhunderts noch ostgotische Goldmünzen vorhanden, wie der geöhrte Solidus Theoderichs mit Legende des Anastasius und der des Athalarich mit Legende Justinians I, aus Grab 7 und Grab 115 von Castel Trosino zeigen (vgl. Beilage 3 S. 74f.), Beide sind frühestens am Ende des Jahrhunderts als Anhänger gefaßt worden (vgl. auch S. 53f.). Derartige frühe Solidi vom Ende des 5. und Anfang des 6. Jahrhunderts haben südlich der Alpen und im byzantinischen Reichsgebiet über hundert Jahre als kursierendes Geld gedient1). Es ist also nicht ausgeschlossen, daß ostgotische Goldmünzen, besonders wenn sie geöhrt und als Schmuckstücke verwendet wurden, erst in langobardischer Zeit nach Süd- und Westdeutschland gelangten. Wie lange sie vollends im Norden umliefen, ist höchstens im Einzelfall unter besonders günstigen Umständen zu entscheiden 2). Der stark abgenutzte Triens des Totila oder Teja von Soest Grab 165 (M 32) wurde zusammen mit einer Nachprägung nach einem Triens des Justinian I. gefunden; es liegt kein Grund vor, für ihn eine kürzere Umlaufsdauer als für den oben erwähnten Solidus des Theoderich aus Castel Trosino Grab 7 anzunehmen. Zur Datierung des Grabes ist er jedenfalls ungeeignet. Auch der Schatz von Wieuwerd in Friesland, der in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts in den Boden kam 3), enthält noch einen geöhrten Solidus des Theoderich mit Anastasiuslegende. Der Grabfund von Niederselters (Nr. 22), welcher je einen geöhrten Solidus des Anastasius (Cpl.) und des Theoderich (mit Umschrift Justins I.) enthält (M 8 u. 13), könnte freilich vermuten lassen, daß die Umlaufszeit dieser beiden Solidi nicht zu lange zu veranschlagen sei, zumal beide Stücke wenig abgenutzt und un­ gefähr gleichzeitig geprägt sind. Da es sich aber um geöhrte Solidi handelt, wird man besser mit dem Urteil über die Umlaufszeit zurückhalten. Ähnlich wie mit den ostgotischen Goldmünzen verhält es sich mit den in Konstantinopel geprägten Solidi und Trienten und den recht zahlreichen numismatisch nicht näher be­ stimmbaren Goldmünzen des Justinian I. im Münzkatalog II (S. 135 f.); es ist nicht generell zu entscheiden, wie lange sie nördlich der Alpen umliefen. Der Solidus des Tiberius II. Constantinus von Munningen (M 66 u. Beilage 1 S. 70) dürfte, da er leicht abgenutzt ist, im
1) ‘Vgl. z, B. einenMünzachatz von Bcnevent, Not. Scav. 1889, 87f.; Atti e memorie delT Istituto italiano di Numism. 5, 1925, 160. In einem großen Tongefäß fanden sich 1 Solidus des Zeno, 12 Solidi des Anastasius, 2 Solidi und 2 Tremissen des Justinua (I. oder II. ?), 7 Solidi des Justinian I. und 43 in Ravenna (etwa 555 —565) geprägte Tremissen des gleichen Kaisers. Der Schatz ist wahrscheinlich bei der Einnahme der Stadt durch die Langobarden (um 572) ver­ borgen worden. — Aus Ägypten ist der Schatzfund von Chatby bei Alexandrien zu vergleichen, der 191 Goldmünzen von Constantius II. bis auf Heraclius enthält. Von den Münzen stammen 8 von Kaisern des 4. Jahrhunderts, 28 von Justin I,, Justinian I. und Justin II., die übrigen von Tiberius II. Constantinus, Mauritius Tiberius, Phocas und Heraelius; vgl. J. D u t ilh in Revue beige de Numismatique 1905, 155 —164. 2) Ein besonders typisches Beispiel für die lange Umlaufszeit hyzantinischer Goldmünzen im Norden sind die beiden gotländischcn Schatzfunde von Etelhem und Akeback; zu ihrer Zusammensetzung vgl. T. J. A r n e , Deux nouvelles decouvertes de solidi en Gotland, Acta Archaeologica 2, 1931, 1—28. 3) J. A. B o e le s , Friesland tot de elfde Eeuw (1927) 156 nimmt mit Recht an, daß der Schatz um 675 in die Erde gekommen ist (vgl. Beilage 1 S. 71).

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frühen 7. Jahrhundert in die Erde gekommen sein. Bei dem Solidus Justinians I. von Unterthürheim (M26 u. Beilage 1 S. 70), mit dem eine in Ravenna geprägte Silbermünze des gleichen Kaisers gefunden wurde, wird man in der Umlaufszeit kaum so weit herunter­ gehen können. Bei allen übrigen Stücken, wie z. B. bei dem sehr stark abgenutzten, in einen Fingerring gefaßten Solidus des Justinus II. von Hintschingen (M 60), kann man über die Spanne zwischen Emission und Grablegung nicht einmal Vermutungen äußern. Es kommen drei Wege in Betracht, auf denen byzantinische Goldmünzen des 6. Jahrhun­ derts nach Süddeutschland gelangt sein können: ein westlicher über Südfrankreich und das Elsaß, ein südlicher über die Alpen und ein östlicher donauaufwärts. Der östliche Weg dürfte nach der awarischen Landnahme in Ungarn (568) im Wesentlichen ausscheiden. Wegen des starken Zustroms italischer Münzen nach Süddeutschland wird man annehmen dürfen, daß auch der größte Teil der byzantinischen Goldmünzen von Italien über die Alpen in unser Gebiet gelangte, im Gegensatz zu Ostdeutschland und Skandinavien, dessen nach 550 durch das Dazwischentreten von Slawen und Awaren unterbrochener Münzzufluß auf vorwiegende Verbindungen über Ungarn und die untere Donau hindeutet1). Im Vergleich zu den gleichzeitigen byzantinischen Goldmünzen finden sich die in Ravenna geprägten Siliquen Justinians I. in Süd- und Westdeutschland verhältnismäßig häufig (19 Stck.). Die Ausprägung war auf die kurze Zeitspanne von etwa 555—565 beschränkt2). Ihre Umlaufszeit nördlich der Alpen reicht nach dem Grabfund von Thalmässing (Beilage 1 S. 70) bis in das frühe 7. Jahrhundert. Man wird diesen Silbermünzen des Exarchats auf deut­ schem Boden eine gleiche Umlaufsdauer zuschreiben können wie den späteren ostgotischen Siliquen (von Totila und Teja), mit denen sie in Thalmässing zusammen Vorkommen. Als Terminus ante quem für ihr stärkeres Auftreten nördlich der Alpen ergibt sich aus historischen Erwägungen (s. S. 28) mit großer Wahrscheinlichkeit das Jahr 563, wenn es auch möglich ist, daß einzelne Stücke etwas später nach dem Norden gelangten, so die Siliqua des Justinus II. M 59. Die neunzehn in unserem Gebiet gefundenen Exemplare sind der Niederschlag eines zeitlich eng begrenzten Münzstroms. Für Italien gibt es keine Anzeichen, daß Siliquen Justinians I. bei den Langobarden während der Regierung des Mauricius Tiberius und noch später umliefen. Ihre Verbreitung nördlich der Alpen deckt sich mit der der ostgotischen Silbermünzen (Taf. 37, 1). Die Zahl der ostgotischen (40) imd der ravennatischen (19) Siliquen in dieser Zone beträgt zusammen 59 Stück. Da sie nur in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts und vereinzelt im frühen 7. Jahrhundert in den Boden gekommen sein können, kommt ihnen als Träger eines hauptsächlich der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts angehörenden archäologischen Fundhorizonts für die archäo­ logische Untersuchung große Bedeutung zu. Ähnlich wie bei den ostgotischen Goldmünzen bereitet bei den oströmisch-italischen Solidi und Trienten Justinians I. die Abschätzung der Umlaufsdauer große Schwierigkeiten. Im langobardischen Italien müssen sie mindestens bis zur Wende des 6. zum 7. Jahrhundert kursiert haben3). Aus Deutschland ist bisher nur das Exemplar von Soest Grab 106 bekannt geworden (M 27), das auf Grund archäo­ logischer Indizien erst um die Jahrhundertwende als Anhänger gefaßt imd wahrscheinlich durch langobardische Vermittlung nach dem Norden gelangt ist. Ein ähnlich gefaßtes Stück im Schatz von Wieuwerd (Beilage 1 S. 71) ist als Schmuckstück bis in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts getragen worden.
1) B o lin in 19. R G K Ber. 1929, llO f. 125. 139. WT estliche Verbindungen werden von ihm in Germania 15, 1931, 268 allerdings erneut in Erwägung gezogen. Welchen Weg die Solidi Theoderichs nach Skandinavien genommen haben, bleibt ungewiß. Immerhin ist ihr Vorkommen in Ungarn (Kis-Zombor, Beilage 2, 6 S. 73), Böhmen (Kamaik, Bez. Caslau, Pr ei de 1, Die german, Kulturen in Böhmen 1, 1930, 364) und an der Osteeeküste (einen Neufund bei Rügenwalde gibt S u h le, ZfN 39, 1929, 336, bekannt) zu beachten. Auch der Weg über das thüringische Gebiet ist möglich. 2) Zur Datierung der Ausprägung vgl. BMC Byz. L X X f. u. BMC Vand. X L V III. 3) Vgl. Castel Trosino Grab 115 (Beilage 3 S. 75) und die Kette der Sammlung Niessen (MkAnm. S. 138).

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

Wie der Solidus von Soest treten auch die übrigen, im späteren 6. oder im 7. Jahr­ hundert hergestellten italischen und byzantinischen Prägungen in Süd- und Westdeutsch­ land innerhalb eines durch langobardischen Import und langobardische Beziehungen be­ stimmten archäologischen Horizontes auf, der bereits voll und ganz dem 7. Jahrhundert angehört. Besonders klar verdeutlichen das die langobardischen Tremissen nach Mauricius Tiberius (M 67—71), zu denen sich ein weiteres Vorkommen im Gräberfeld von Domburg bei Middelburg auf Walcheren gesellt (Beifort 5362). Aber auch bei den Stempelabschlägen von Herbrechtingen (M 36 mit MkAnm.) lassen die Beifunde keinen Zweifel, daß jene im 7. Jahrhundert in die Erde kamen. Aus numismatischen Gründen (MKAnm. S. 139) ist es sehr wahrscheinlich, daß sie in der Zeit nach der langobardischen Landnahme, aber noch vor der Regierung des Mauricius Tiberius geprägt wurden. Desgleichen sind die stempelgleichen Trienten von Munningen und Thalmässing (M 3 4 u. 35 mit MkAnm.) und die Gruppe M 39—41 noch im frühen 7. Jahrhundert umgelaufen. Byzantinische Münzen des 7. Jahrhunderts Hegen im ganzen zwölf mit gesichertem südoder westdeutschen Fundort vor (M 72—BO, MK II, 36—38); zu ihnen gesellen sich noch drei friesländische Exem plare1). Es entfallen drei Stücke auf Phocas, sieben auf Heraclius (dazu drei friesländische Solidi), eines auf Constans II., eines auf Constantinus Pogonatus. Von ihnen sind die beiden Solidi des Phocas und drei Solidi und ein Triens des Heraclius in Fingerringe gefaßt. Da sonst in unserem Gebiet nur noch ein Fall be­ kannt ist, daß eine Münze zum Schmuck eines Fingerrings dient (Hintschingen, Solidus Justins II.; das Grab (Nr. 47) gehört auf Grund der Beifunde in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts), so wird man den Brauch, Münzen in Fingerringe zu fassen, erst dem 7. Jahrhundert zuweisen dürfen. Die Umlaufszeit der in Ringe gefaßten Goldmünzen des Heraclius dürfte sich, wenn man die Tragezeit als Schmuckstück hinzurechnet, bis in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts erstrecken, also bis in die gleiche Zeit, in der auch die geöhrten Stücke von Wieuwerd in den Boden kamen. Für die übrigen Exemplare bleibt die Umlaufsdauer unbekannt. Ein großer Teil dieser byzantinischen Münzen ist sicher durch die archäologisch belegten süddeutsch-italischen Handels- und Verkehrs­ beziehungen dem Norden vermittelt worden, so am wahrscheinlichsten die alamannischen und bajuwarischen Vorkommen; man wird den Weg über Marseille allerdings als zweite Möglichkeit nicht ausschalten dürfen. Mit dem Semissis des Constans II. (659—668) von Weißenthurm bei Koblenz und dem ‘ Großerz’ des Constantinus Pogonatus (668—685) von Stätzling, BA. Friedberg (M 80 u. Mk II, 38) bricht die Reihe der byzantinischen Münzen gesicherten Fundorts nördlich der Alpen ab. Es wäre irrig, hieraus zu folgern, daß spätere byzantinische Münzen nicht mehr in das germanische Siedlungsgebiet in Mitteleuropa gelangt sind. Sowohl das Exarchat von Ravenna, das bis 751 bestand, wie Marseille blieben in dauernder Ver­ bindung mit dem griechischen Osten 2). Die Voraussetzungen, daß Cpler und Ravennater Prägungen Justinians II. Rhinotmetus und seiner Nachfolger und, was noch wesentlicher ist, solche der langobardischen Könige des 7. und 8. Jahrhunderts auch in die Östlichen Teile des Frankenreichs gelangten, waren durchaus gegeben. Wenn man bedenkt, daß von den auf deutschem Boden gefundenen byzantinischen Münzen mehr als die Hälfte (7, darunter der Constans II. von Weißenthurm) aus Reihengräbern stammen, wird man
1) Wieuwerd (Beilage 1 S. 71) und Achlnm (Bolin Kat. (20) Nr. 28f . ), ferner ein Solidus ohne genaue Fundortangabe aus Friesland (Mub. Leeuw&rden Inv. 355). 2) Die Prägungen der königlichen Münzstätte in Marseille zeigen zur Zeit Childerich II. (656 —674) im Typ des Brust­ bildes enge Anlehnung an gleichzeitige byzantinische Gepräge, vgl. zu Beifort 2546ff. z. B. BMC Byz. Taf. 31, 3 —6 (Coriatans II.). Beziehungen zu Syrien im 7. Jahrhundert: J. E b e r s o lt , Orient et Oceident, Recherches sur les influencea byzantines et orientales en Franee avant les croisades 1, 1928, 45f.

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

eher den Schluß ziehen dürfen, daß das Aussetzen der uns faßbaren byzantinischen und langobardischen Münzen mit dem Aufhören der Reihengräberfelder in Zusammenhang steht. Wie für den Münzvorrat des 5. Jahrhunderts, so lassen sich auch für den des 8. Jahr­ hunderts aus dem Material der Reihengräberfelder keine Anhaltspunkte gewinnen1); das ist für die in dieser Arbeit behandelten archäologischen Fragen von weittragender Bedeutung. Neben der byzantinischen und den italischen Münzgruppen spielen die übrigen sicher zuteilbaren ausländischen Prägungen im süd- und westdeutschen Münzvorrat des 6. und 7. Jahrhunderts nur eine untergeordnete Rolle. Die vier im Arbeitsgebiet gefundenen noch im 6. Jahrhundert geprägten westgotischen Trienten (M 49—51, Mk II, 22 mit MkAnm.), zu denen noch ein Exemplar von Wangs bei Vilters im St. Gallener Oberland hinzukommt2), und die sechs gallofränkischen Trienten (M 52—56, 62 mit MkAnm.) bilden zusammen die westliche Gruppe unter den Prägungen des 6. Jahrhunderts. Ihre Verbreitung ist eine vorwiegend westliche, auf bajuwarischem, thüringischem und alamannischem Gebiet fehlen, abgesehen von Wangs, derartige Gepräge bisher. Ihre Umlaufszeit dürfte auf Grund des Munninger Fundes (vgl. auch die MkAnm.) noch in das 7. Jahrhundert hineinreichen. / Der westliche Münzimport des 7. Jahrhunderts besteht aus 17 merowingischen Trienten mit Münzmeisterlegende (M 111— 123, M K II, 41—44) sowie zwei merowingischen Königs­ münzen (M 109 u. 110) 3). Sie verteilen sich ungefähr gleichmäßig über das hier behandelte Gebiet. Neun von ihnen stammen aus Grabfunden4). Der Triens von Sachsenburg, Prov. Sachsen (M 112) ist der einzige, dessen Umlaufszeit bestimmt werden kann. Er wurde zusammen mit einem Triens Childeberts III. (695—711) gefunden und ist demnach erst im 8. Jahrhundert in die Erde gekommen. Die Datierung der Prägung der übrigen Stücke ins 7. Jahrhundert ist auf Grund des französischen Materials sicher. Zu dem aus dem Norden eingeführten Prägungen gehören die sieben angelsächsischen Sceättas (M 161 — 167), die, am Nieder- und Mittelrhein gefunden, das bisher südlichste Vorkommen dieser Münzsorte darstellen 5). Sie sind mit Sicherheit auf dem Rheinwege in das fränkische Gebiet gelangt, wie die niederländischen Sceattafunde zeigen 6). Genaue
H Nach dem 7. Jahrhundert finden sich in Mittel- und Südeuropa nur noch ganz vereinzelt beigabenlose oder sehr ärmliche Gräber, welche Münzen enthalten, so z. B. Maurage, Hennegau, Gr. 42 mit einer Nachahmung eines Denars Pipina des Kurzen (751 —708), A. de L o e , Notice surle Cimetiere franc &Maurage (Brüssel 1921) 29 und Mainz-St. Alban, mit einem Denar Karls d. Gr., Mainzer Zeitschr. 15 —16, 1921/1922, 73. Das Grab von La Tour de Peilz, Vaud, in dem sich ein Denar Ludwig d. Frommen gefunden haben soll, ist wegen seines nicht zusammengehörigen Inventars auszuscheiden, vgl. 19. Jakresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgesch, 1927, 119 Taf. 5, 2. — Späte Münzgräber in Italien: Mosciamo S. Angelo bei Spolcto mit 2 Silbermünzen Karls d. Gr., E n g e l-S e r r u r e , Traite de numismatique du moyen-fige 1, 1891, 222 Anm., vgl. auch S a v in i in Atti e memorie d. Ist. ital. Numism, 5, 1925, 85ff. — Außerhalb des merowmgisehkarolingiscben Siedlungsgebietes finden sich Gräber des 8. —11, Jahrhunderts mit gleichzeitigen Münzen in den altmagyarischen Gräberfeldern Ungarns (z. B, KenezJö Gr. 14, 16 u. 37, Arch. Ert. 45, 1931, 323, deutsches Resume), ferner in Niedersachsen (Leer, Östfriesland. Röm.-germ. KorreBpondenzbl. 8, 1915, 88ff.) und auf wikingischem Gebiet (z. B. Haithabu, Nachrichtenbl. f. deutsche Vorzeit 7, 1931, 233; Birka, Fornvännen 21, 1926, 307 —334; Vendel Gr. 9, S t o lp e A rn e , Graffältet vid Vendel (1912) 36, frdl. Mitteilung von Dr. Jankuhn, Kiel). Eine Zusammenstellung der münz­ datierten Wikingergräber würde zweifellos wichtige chronologische Aufschlüsse bringen. 2) Jahresber. der hist. Slgen. St. Gallen 1916, 4 ff. 3) Hinzu kommt ein Triens im Schweiz. Landesmuseum von Kirchdorf, Kant, Bern, Einzelfund; geprägt in der Gegend von Poitiers, Münzmeister MansoalduB, Prägort VTILIACO mit EDIC zwischen Kreuz, vgl. die Prägungen von Vendeuil (Dordogne) bei P ro u Nr. 2426 —27. 4) Korrekturzusatz: Ein gleicher Triens des Suftulfua wie in Lankern (Taf. IV, 117) fand sich kürzlich in einem Grahe des Grabfeldes von Herten, A. Lörrach, Oherbaden, Bad, Ftmdber. 3, 1934, 169. Die Lokalisierung des Prägeortea BODANO bleibt unklar, s) Ob die beiden im Gräberfeld von Bourogne, Territoire de Beifort, Canton de Delle gefundenen Silbermünzen wirklich Sceattas sind, ist sehr fraglich, Bull, archeol. du com. des traveaux hist, et scientif. 1909, 297. F. S c h e u r e rA. L a b lo t ie r , Fouilles du eimetifere barbare de Bourogne (1914) 67. 6) Drei große Sceattafunde stammen aus Friesland: Hallum (223 St.), Franeker (410 St.), Terwispel bei Drachten (161 St.); außerdem sind Sceattas im Gräberfeld von Domburg auf Wolcheren sehr häufig, auch in Dorestat kommen sie vor, vgl. B o e le s a. a. O. 169ff. und J. D irk s in De Vrije Fries 12, 1872, 24ßff.

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Anhaltspunkte für ihre Zeitstellung fehlen; man wird ihre Ausprägung nur ganz allgemein ins 7. Jahrhundert setzen können. Wenn die Trienten M 84, 155—158 (mit MkAnm.) wirklich in Friesland geprägt sind, was man aus ihrer Verbreitung erschließen m öchte1), dann wird man sie als mit den Sceattas zusammen von Norden her eingeführt ansehen müssen. Ihre Ausprägung dürfte ins 7. Jahr­ hundert fallen; über ihre Umlaufsdauer ist nichts bekannt. Die beiden Dorestatmünzen von Dietersheim und aus Rheinhessen (M 153 u. 154), die möglicherweise andernorts hergestellte Nachahmungen nach Dorestatgeprägen sind, gehören ebenfalls noch ins 7. Jahr­ hundert 2). Die friesischen und angelsächsischen Münzen beschränken sich in ihrer Ver­ breitung auf deutschem Boden auf die fränkischen Rheinlande mit einem vereinzelten im Zuge des Rheinwegs liegenden Vorkommen auf alamannischem Gebiet (Güttingen am Bodensee M 158). Bei der großen Zahl der aus dem Süden, Westen und Norden eingeführten Münzen erhebt sich die Frage, welche Bedeutung daneben der einheimischen Prägetätigkeit zukam. Die Zahl der Münzen des 6. Jahrhunderts, welche man mit Sicherheit oder doch großer Wahrscheinlichkeit als auf deutschem Boden geprägt ansehen kann, ist verschwindend gering. Ein Triens nach Justinian I. im Berliner Münzkabinett ist in Trier geprägt3). Vier weitere Trienten nach Justinian I. mit gesichertem Fundort, die stilistisch zusam­ mengehören und deren Umlaufszeit durch die Funde von Munningen und Thalmässing einigermaßen festgelegt ist, sind vielleicht Prägungen rheinfränkischen Ursprungs (M 45—48 mit MkAnm.). Von den übrigen Nachprägungen nach Anastasius bis Justinus II. können nur ganz wenige als einheimisch angesprochen werden 4). Man kann aus dem vorhandenen Material gesicherten Fundorts auf jeden Fall entnehmen, daß sich die ein­ heimische Prägetätigkeit in Süd- und Westdeutschland im 6. Jahrhundert in sehr engen Grenzen gehalten haben muß und daß ihre Erzeugnisse gegenüber der eingeführten Münz­ masse kaum ins Gewicht fielen. Sicher nachweisbar ist sie nur auf linksrheinischem fränkischem G ebiet5). Ungleich klarer sehen wir für das 7. Jahrhundert, die Zeit der fränkischen Monetarmünzen. Fränkische Münzmeister haben an folgenden linksrheinischen Plätzen geprägt: W indisch6), B asel7), Straßburg8), Speyer, W orm s9), Alsheim in Rheinhessen, Mainz,
1) B o e le ö a. a. O. 167 und MkAnm. zu M 84, 155 —158. 2) Die Zeitstellung der frühesten Doreßtatprägungen ist umstritten. B o e le s läßt die Ausprägung in Dorestat erst nach 689 beginnen und im wesentlichen dem 8. Jahrhundert angehören. Dagegen ist zu erinnern, daß ein geöhrter Triens des Ansoaldus im Schatz von Wieuwerd enthalten ist (Beilage 1 S. 71), der stilistisch den Trienten des Rimoaldus, der in Maastricht und in Dorestat geprägt hat, äußerst nahe Bteht; vgl. B o e le s Taf. 35, 16 —17. Die spätesten Prägungen des Wieuwerder Schatzes gehören in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts. Ferner findet sich im 2. Schatz von Dronrijp ein Triens deß Münzmeisters Madelinus von Dorestat neben zwei verhältnismäßig frischen Mainzer Trienten des Garoaldus, B o e le s 286 u. Taf. 36, 9 — 10. Die Umlaufszeit der heiden Mainzer Trienten dürfte schwerlich bis ins 8. Jahrhundert hineinreichen (vgl. MkAnm. zu M 130—162). Die Gründe, die B o e le s für seine Datierung der Madelinusprägungen in die erste Hälfte des 8. Jahrhunderts anführt (163 3.), stützen sich auf historische Erwägungen. — Die Verbreitung der älteren Dorestatmünzen erstreckt sich auch auf Niedersachsen und Jütland, vgl, 4 Blaßgoldtrienten des Madelinus aus einer frühmittelalterlichen Erdbefestigung bei Altenwalde (Reg.-Bez. Stade), Deutsche Münzblätter 54, 1934, 129; ein Triens des Madelinua aua dem Am t Thisted in Nord westJütland, H a u b e r g , Myntforhold og Udmyntninger i Danmark udtil 1146 (1900) 29. 3) S u h le a .a .O . 14 Abh. 3 ; ferner Prou Nr. 903. 4) Auf Grund ihreB Stils könnten die Trienten von Bruchsal und Gammertingen (M 173 und 87) einheimische Prä­ gungen sein. 5) Auch die kleinen Silbermünzen M lö 9 —160, Mk II, 45 —90 mit Mit Anm. sind auf linksrheinischem Gebiet ge­ prägt, soweit sie nicht aus dem inneren Gallien stammen. 6) Beifort 4885; A. E. C a h n , Auktionskatal. 79 (1932) Nr. 1150. 7) Beifort 800 - 803. B Beifort 301 —309; vgl. R. F o r rer inNotices de numismatique alsacienne (1928) 19—22. Die v o n F o r re raufgestellte ) Chronologie der Straßburger Prägungen ist nicht überzeugend. Die in ihrer Qualität ganz verschiedenartigen Trienten können sehr wohl von annähernd gleichzeitig tätigen Monetären stammen. B Beifort 4676. )
Germ. DenkmAIer <1. VÜikerwanderuugszeit 3. W erner.

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Boppard, Andernach, B on n 2), K ö ln 3), Zülpich, Jülich ( ? ) 4), Trier5) und Pfalzel bei Trier (Karte Abb. 1). Hiervon können wahrscheinlich Basel, Straßburg, Mainz und Trier als ständige Münzateliers angesprochen werden, während an den kleineren Orten wohl nur vorübergehend gemünzt wurde. Wie in Gallien werden sich auch im linksrheinischen Deutschland die größeren Münzateliers auf städtische Siedlungen beschränkt haben. Die Prägungen von Speyer und Alsheim gehören zu einer von Südfrankreich abhängigen, auch an anderen austrasischen Plätzen vertretenen Gruppe 6). An Münzmeistern sind Dedo (Alsheim) und Badus (Speyer) namentlich bekannt. Zwei in diesen Kreis gehörige Trienten der Sammlung Unger stammen aus Rheinhessen (M 126— 127). Der Beginn der Präge­ tätigkeit dürfte hier kaum vor 600 liegen. Eine zweite Gruppe setzt sich aus Prägungen von Mainz, Andernach, Boppard und ihnen sehr verwandten Typen mit unkenntlicher Umschrift zusammen; diese sind hier unter der Bezeichnung ‘Mainzer Prägebezirk’ zusammengefaßt (M 128—152 mit MkAnm.). Sehr
Nicht eingetragen sind die Münzstätten Windisch, Jülich (? ) und Bonn. 2) Beifort 904; J. C ahn in Frankl Münzztg. NF 3, 1932, 534. :1 Beifort 1604-1606. ) 4) J. C ahn a. a. O. 534. 6) Beifort 4408 - 4416. k) Speyer: unsere Taf. V, M 204, Beifort 4187 —4188, Suhle a, a. O. 16 Abb. 16, H. B u c h e n a u , Bl. f. Münzfr. 12, 1911, 4099. Alsheim: unsere Taf. V, M 203, S u h le a. a. O. 16 Abb. 15. Vgl. dazu: Marseille, Beifort 2434- 2435, 2439 bis 2445 e tc .; Vm'ers, Beifort 4908 —4912; Uzes, Beifort 4601—4609; aber auch R^ims. Beifort 3764 —67; Soissons, Beifort 4201— 2, 5, 7; Toul, Belfort 4487; Vienne, Beifort 4819; Metz, Beifort 2908—12.

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd* und Westdeutschland.

nahe steht ihnen die Prägung des Gabiulf in Zülpich (Beifort 4475—77). Die ganze Gruppe ist unzweifelhaft von Mainz abhängig und gehört dem 7. Jahrhundert an. Der Umlauf ihrer Prägungen beschränkt sich, soweit man das auf Grund der Münzen gesicherten Fund­ orts erschließen darf, auf das fränkische linksrheinische Gebiet (Rheinhessen und Nahe­ gegend) und greift nur ganz vereinzelt auf das rechtsrheinische über. In Austrasien läßt sich auch anderwärts häufig feststellen, daß auf Grund enger stilisti­ scher Verwandtschaft sich Prägungen benachbarter Plätze als voneinander abhängig er­ weisen. Gewöhnlich gruppieren sich Prägorte geringerer Bedeutung um ein großes, im gleichen Stil arbeitendes Münzatelier; so grenzt im Südwesten an den Prägebezirk am Mittelrhein mit dem Hauptatelier Mainz und der Gruppe Speyer-Alsheim ein lothringischer Prägebezirk mit der Hauptmünzstätte Metz und einer Reihe von Nebenplätzen1). Im Nordosten liegt der Prägebezirk Maestricht mit mehreren abhängigen belgischen Prägorten 2) und der Münzstätte Dorestat. Freilich ist es häufig, daß Monetäre, die Trienten in einem anderen Stil ausprägten, gelegentlich innerhalb fremder Prägebezirke tätig waren; die Geschlossenheit der Bezirke wird davon aber nicht berührt. So haben auch Münzmeister, deren Prägungen im Stil der beiden großen benachbarten Prägebezirke gehalten sind, vereinzelt an linksrheinischen deutschen Orten gemünzt. Prägungen im Metzer Stil sind bekannt von Köln (Suno, Beifort 1604—5), Trier (Bertinus, Beifort 4416) und Pfalzel (Domegiselus, Beifort 3317—21); solche des Maestrichter Stils stammen von Zülpich (Chivinulfus, Beifort 4474), Mainz (Gonderadus, Beifort 3000), Speyer (Gaido, Beifort 4187) und Straßburg (Aunulfus, Beifort 301). Die Art der Münzprägung auf linksrheinischdeutschem Boden unterscheidet sich also nicht von der des übrigen Austrasien. Hier wie dort prägten fränkische Monetäre in größeren Münzateliere und an von diesen abhängigen kleineren Plätzen (vgl. Karte Abb. 1). Es gibt dagegen keine Anhaltspunkte dafür, daß die fränkische Monetarprägung auf das rechtsrheinische Austrasien übergegriffen hätte. Weder bei den rechtsrheinischen Franken noch bei den Alamannen, Bajuwaren und Thüringern haben im 7. Jahrhundert Münzmeister nach fränkischer Art ihre Tätigkeit ausgeübt. Aus dem bisher vorhandenen Münzmaterial dieser Gebiete ergeben sich nicht einmal Anzeichen dafür, daß dort über­ haupt gemünzt wurde. Beim heutigen Stand der Bodenforschung sollten sich Spuren von Münztätigkeit wie links des Rheins und in Gallien aus den Funden unbedingt nachweisen lassen, zumal byzantinische Münzen und gallische Monetarmünzen sowohl in Gräbern wie als Einzelfunde rechts des Rheins Vorkommen. Faßt man das über die einzelnen gefundenen Münzgruppen und über die Prägetätigkeit Ausgeführte zusammen, so ergibt sich für die Münzverhältnisse und für die Zusammen­ setzung des Münzumlaufs in Süd- und Westdeutschland etwa folgendes Bild: Im 6. Jahrhundert setzt sich der Münzvorrat fast ausschließlich aus eingeführten Münzen zusammen, deren wesentlichster Bestandteil italische Prägungen bilden. Unter ihnen sind die Silbermünzen der Ostgotenkönige und Justinians I. von Ravenna, mit einer Umlaufs­ dauer bis ins frühe 7. Jahrhundert, besonders stark vertreten. Daneben finden sich ost­ gotische und byzantinische Goldmünzen, von denen der größere Teil über die Alpen nach Norden gelangte. Die Zahl der aus dem westgotischen und gallofränkischen Gebiet stamJ) Münzmeiffter mit B eiforts„a u stralisch em Stil“ ; nach P r o u , dessen Ortsbestimmungen wir folgen: Metz 929 —946; Augny ( ? ) 947; Vio-sur-Seille 948 —952; Dieuze 953 —957; Marsal 960 —969; Moyenvic 970 —976; Sarburg 070—977; Void, Heuse 988 —990; Sorcy, Meuse 991; Charpeigne, Meurthe-et-Moselle 992 —995; Moranville, Meuee 1006; Mouson 1 0 4 1 -4 4 . ä) Münzmeiflter mit B e if o r t s „belgischem Stil“ ; nach P r o u : Maestricht 1182 —1195; Huy 1197 —1211; Dinant 12 1 2 -1 2 1 4 ; Namur 12 15 -122 1; Dorestat 1223-1233. 3*

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menden Münzen, deren Umlaufszeit in die zweite Hälfte des 6. und ins frühe 7. Jahrhundert fällt, ist demgegenüber gering. Sichere Spuren einheimischer Prägetätigkeit, finden sich nur links des Rheins. Daneben waren in nicht imbeträchtlicher Menge Nachprägungen nach byzantinischen Kaisermünzen vorhanden, deren Herkunft nicht näher bestimmbar ist, von denen aber nur ein sehr geringer Prozentsatz im Untersuchungsgebiet hergestellt sein kann. Die im 6. Jahrhundert geprägten Münzen liefen größtenteils noch bis in das 7. Jahrhundert hinein um, zugleich mit den Geprägen dieses Jahrhunderts. Nach der Aus­ sage der Münzen müssen damals Techts des Rheins engere Beziehungen zu Italien als zu den westhchen merowingischen Reichsteilen bestanden haben, eine Vermutung, die durch das archäologische Material bestätigt wird. Im 7. Jahrhundert ist ein klarer Unterschied in den M ißverhältnissen der Gebiete links und rechts des Rheins erkennbar, der durch die Tätigkeit fränkischer Monetäre an linksrheinischen Plätzen und durch das Fehlen einheimischer Münzprägung rechts des Rheins bedingt ist. Wieder sind italische und östlich-byzantinische Prägungen vorhanden, wenn auch in weit geringerer Zahl als im 6. Jahrhundert. Sie treten innerhalb eines von langobardischem Import bestimmten archäologischen Horizontes auf. Vereinzelt kommen bis an den Mittelrhein angelsächsische Sceattas und friesische Trienten vor. Merowingische Trienten sind rechts des Rheins bei Alamannen, Franken und Thüringern selten, bei den Bajuwaren fehlen sie bisher ganz. Die Zahl der aus dem 7. Jahrhundert stammenden Münzen ist gegenüber der des 6. Jahrhunderts auffällig gering; dieses Mißverhältnis hat seine Hauptursache in dem zahlreichen Auftreten der ostgotischen und Ravennater Silber­ münzen, das mit der fränkischen Herrschaft über große Teile Norditaliens zusammen­ hängt. Die im 7. Jahrhundert geprägten Münzen sind für uns in Gräbern bis zum Aufhören der Reihengräberfelder, in Einzelfunden bis ins frühe 8. Jahrhundert faßbar. Es wurde bereits angedeutet, daß es nicht angängig ist, aus dem vorhandenen Münz­ material des 6. und 7. Jahrhunderts Schlüsse auf die Intensität des Münzumlaufs zu ziehen. Dagegen erscheint es berechtigt, an die Darlegungen über die Prägetätigkeit in unserem Gebiet einige Bemerkungen über die “ wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung unserer Er­ gebnisse zu knüpfen. Da wir weder vom Umfang der Prägetätigkeit noch von der Art des Münzvorrats im Gallien des 6. Jahrhunderts klare Vorstellungen haben, sei hierbei von den Verhältnissen des 7. Jahrhunderts ausgegangen, die sowohl für Gallien wie für Süd- und Westdeutschland einen Vergleich zulassen. Es erhebt sich die Frage, worin ist es begründet, daß die merowingische Prägetätigkeit des 7. Jahrhunderts am Rhein haltmachte ? Es liegen keine Anzeichen vot, daß bei den rechts­ rheinischen Franken, Alamannen, Bajuwaren und Thüringern damals gemünzt wurde, wäh­ rend zur gleichen Zeit in Gallien eine sehr entwickelte Prägetätigkeit mit über 800 Präge­ orten und an 2000 Monetären, von denen eine Fülle Münzen bekannt sind, festgestellt werden konnte. Die merowingischen Münzmeister hatten gemäß ihrer oben dargelegten Stellung (Arbeit auf königlichen, kirchlichen und privaten Auftrag) die Aufgabe, den herrschenden Be­ darf an geprägtem Geld zu befriedigen. Die Menge ihrer Prägungen und die große Zahl der kleineren Orte, an denen sie tätig waren, ist ein Beweis dafür, daß dieser Bedarf nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem offenen Lande vorhanden war und, worauf Dopsch hingewiesen hat, nach Art des Steuerwesens auch vorhanden sein mußte. K opf­ steuern, Grund- und Gewerbesteuern wurden in gemünztem Gold entrichtet1). Man kann daher mit Dopsch in den überwiegend romanischen Teilen des Merowingerreichs mit gewissen Einschränkungen von geldwirtschaftlichen "Wirtschaftsformen sprechen2).
J) Wirtschaftliche und soziale Grundlagen 22, 1923, ß26£f. mit Quellenangaben. 2) Eine kurze Kennzeichnung der wirtschaftlichen Struktur des Frankenreiches im 6. Jahrhundert gibt im Ver-

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Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

Daß in dem geschlossenen germanischen Siedlungsgebiet links des Rheins bereits andere Verhältnisse zu herrschen scheinen, hat auf Grund der Verbreitungskarte der Münzorte mit Berücksichtigung der Sprachgrenze schon Aubin mit Recht hervorgehoben. Er schreibt1): „D en Umfang der Münztätigkeit, welche die Franken von den Römern über­ nommen hatten, als Gradmesser des Wirtschaftsniveaus aufgefaßt, wird man zugeben, daß das Rheinland innerhalb des Kulturkreises der örtlich fortwirkenden Antike durchaus eine Sonderstellung zeigt. Es ist derjenige Teil unter den Westprovinzen, der am wenigsten das antike Niveau behanptet hat, und sein Abstand von dem innern Gallien ist augen­ fällig.“ Man muß diesem Gebiet innerhalb des Merowingerreichs zweifellos eine gewisse Sonderstellung zubilligen, denn die Münzprägung erscheint hier an die wenigen Städte und deren nähere Umgebung gebunden. Andrerseits darf man die rege Prägetätigkeit in den nach Ausweis der Reihengräberfclder stark germanisch besiedelten Landstrichen nördlich von Seine und Marne nicht verkennen. Wesentlich aber ist, daß im 7. Jahrhundert der ganze rechtsrheinische Reichsteil durch die fehlende Prägetätigkeit in scharfem Ge­ gensatz zu Gallien steht. Es ist augenscheinlich, daß dieser Gegensatz in der verschiedenartigen wirtschaftlichen Struktur beider Gebiete begründet Hegt. Das Fehlen der Prägetätigkeit rechts des Rheins ist allein durch die Annahme zu erklären, daß in diesen rein landwirtschaftlichen, von germanischen Bauern besiedelten Landstrichen ein Bedarf an gemünztem Gold nur in geringem Umfange vorhanden war. Es ist eine recht bemerkenswerte Tatsache, daß die by­ zantinischen Goldmünzen bei links- und rechtsrheinischen Germanen oft als Schmuck Verwendung fanden. Rechts des Rheins fehlte, was sehr bezeichnend ist, das auf römischer Grundlage fußende Steuerwesen des westlichen Reichsteils, dessen geldwirtschaftliche Vor­ aussetzungen hier nicht vorhanden waren. Das schließt natürlich nicht aus, daß gemünztes Geld in beschränkter Menge vorrätig war, aber es strömte von außen ein und wurde nicht im Lande ausgeprägt. Bei der Interpretation der Wergeldsätze in den rechtsrheinischen Volksrechten wird man auf Grund der Prägeverhältnisse nicht Dopsch 2), sondern denen folgen müssen, die für das rechtsrheinische Deutschland im 7. Jahrhundert Tauschwirt­ schaft als Wirtschaftsform im Gegensatz zur gallischen Geldwirtschaft annehmen3). Die Wirtschaftsform der rechtsrheinischen Germanen des 7. und rückschheßend auch des 6. Jahrhunderts läßt sich also durchaus als eine Fortdauer älterer tausch wirtschaftlicher Zustände auffassen. Auch im kaiserzeitlichen freien Germanien lief eingeführtes Geld um und diente, nach Bolins Ansicht, als Wertmesser und Tausch- und Zahlungsmittel4), allerdings mit der Einschränkung, daß die Voraussetzungen für echte Geldwirtschaft weder in den bäuerlichen Siedlungen der Germanen der Kaiserzeit5) noch in denen ihrer Nach­
gleich mit dem gleichzeitigen Italien H. G e iß in seinen „G eld- und natural-wirtschaftlichen Erscheinungsformen im staatlichen Aufhau Italiens während der Gotenzeit“ , Beiheft 27 zur Viertel]ahraschrif t für Sozial- und Wirtschafts­ geschichte (1931) 62ff. 1} H. A u b in , Kulturströmungen und Kulturprovinzen in den Rheinlanden (1926) 13f, 2) A .a . 0 . 529ff. 3) Die kurze Charakterisierung des Wirtechaftszustandes, die W. S c h u ltz e bereits im Jahre 1896 gab (Das raerowingische Frankcnreich 318), findet sich auf Grund der Münz Verhältnisse im wesentlichen bestätigt; Schulze schreibt: ,,Vielmehr stellen eben jene Preistarife, die scheinbar auf einen weit ausgebildeten geregelten Geldverkehr schließen lassen, in Wahrheit die Negation eines solchen dar. Konstante Taxen waren eben nur deshalb möglich, weil man min­ destens in den rein germanischen Gebieten im alltäglichen Leben selten mit Geld bezahlte, sondern die Güter in unmittel­ barem Tauschverkehr erhandelte. Bei den germanischen Stämmen bildete sicher noch lange der direkte Tausch von Ware gegen Ware ohne Zwischenglied des Geldes die überwiegende Regel. Ein positiver Beweis hierfür liegt unter anderen darin vor, daß auch in merowingischer Zeit besiegte Völker Tribute nicht in Geld, sondern in Naturalien entrichten mußten.“ — Ähnlich H. B r u n n e r, Deutsche Rechtsgeschichte l 2, 1906, 314: „d ie austrasischen Deutschen befanden sich unter den Merowingern in einem Zustande wirtschaftlicher Isolierung“ . — Vgl. auch L n s c h in v o n E b e n g r e u t h in Hoops Reallcxikon 3, 253 f. u. 273 ff. 4) S. 5 Anm. 2. 5) Vgl. z. B, die Siedlungen von Baldersheim, Unterfranken, Germania IS, 1931, 83 —93; Vehlow, Ostprignitz, MannuH21

Münzumlauf und Münzprägung in Süd- und Westdeutschland.

kommen in Mittel- und Südwestdeutschland gegeben waren. Daß Handel getrieben wurde und daß gewisse Gewerbe bestanden, dafür legen die reichen Funde der Reihengräberfelder beredtes Zeugnis ab. Auch Handel und Gewerbe bewegten sich durchaus in den in der römischen Kaiserzeit vorgezeichneten Bahnen. Auf Grund der Münzverhältnisse in Gallien und im rechtsrheinischen Deutschland muß man feststellen, daß das Frankenreich wirt­ schaftlich sehr verschiedenartige Gebiete im Osten und Westen mit einer linksrheinischen Zwischenzone umfaßte. Die in Süd- und Westdeutschland gefundenen Münzen des 6. und 7. Jahrhunderts haben also nicht nur für den Archäologen bei der Datierung reicher Grab­ funde Bedeutung, sondern sie stellen auch für den Wirtschaftshistoriker ein wichtiges Quellenmaterial dar.
bibliothek 22, 1922, 67 —77; Lagardesmühlen bei Küstrin, PZ 6, 1914, 303 —330; Paulinenaue, Kr. Westhayelland, P Z 4, 1912, 1 5 2 -1 6 3 .

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DIE HISTORISCHEN VORAUSSETZUNGEN ITALISCH-SÜDDEUTSCHER HANDELSBEZIEHUNGEN IM 6. UND 7. JAHRHUNDERT.
Die überragende Stellung, die die italischen Münzgruppen des 6. und 7. Jahrhunderts im Münzvorrat Süd- und Westdeutschlands einnehmen, und die mannigfachen Zusammen­ hänge zwischen dem archäologischen Material diesseits und jenseits der Alpen zwingen dazu, die Voraussetzungen dieser Beziehungen hier ausführlicher zu erörtern. Wie oben ausgeführt, sind die italischen Münzgruppen als zeitlich geschlossene Gruppen und damit als Niederschlag zeitlich begrenzter MünzstrÖme anzusehen; man hat es also nicht mit zufällig nach dem Norden versprengten Einzelmünzen ohne Zusammenhang zu tun. Unter diesen Prägungen gewinnen die zahlreichen italischen Silbermünzen der Ostgotenkönige und Justinians I. für die archäologische Untersuchung eine ähnliche Bedeutung wie die nicht unerhebliche Menge sicher nachweisbaren langobardischen Einfuhrgutes, und neben diesem der starke langobardische Einfluß, den wir in der Technik und Ornamentik des süddeutschen Kunstgewerbes von einem gewissen Zeitpunkt an aufzuzeigen imstande sind. Der durch Import und südlichen Einfluß bestimmte archäologische Horizont ist in sich chronologisch vollkommen einheitlich und durch den Umstand, daß in ihm die lango­ bardische und die späte byzantinische Münzgruppe auftreten, auch bis zu einem gewissen Grade absolut datierbar. Der gesicherte Import ist, wie die archäologische Untersuchung ergeben wird, so stark, daß man, wie bei den italischen Münzgruppen, nicht von zufällig versprengten Einzelstücken sprechen kann, sondern ihn als archäologischen Niederschlag direkter Handels- und Verkehrs Verbindungen bewerten muß. Die Voraussetzungen für deren Beginn und Intensität können aber, da sie rein politischer Natur sind, nicht mehr Gegenstand der archäologischen Untersuchung sein. Zu ihrer Erörterung müssen die Er­ gebnisse der historischen Forschung über die Geschichte der Alpenstraßen, welche der Handel benutzte, herangezogen werden1); denn die Handelsverbindungen über die Alpen waren weitgehend von politischen Ereignissen abhängig, die Besitz und Sicherheit der Paßstraßen und das gegenseitige Verhältnis der Beherrscher der Straßenausgänge be­ rührten.
*) Neueste zusammenfaeBende Untersuchung: G. L ö h le in , Die Alpen- und Italienpolitik der Merowinger im VI. Jahr­ hundert, Erlanger Abhandlungen zur mittleren und neueren Geschichte 17, 1932. Die Arbeit, die den Aufsatz von H. ZeisB über die Nordgrenze des Ostgotenreiches nicht berücksichtigt, macht auch sonst für unsere Zwecke daß Studium der unten genannten Arbeiten nicht überflüssig. An Spezialuntersuchungen sind herangezogen: H. Z e ise , Die Nordgrenze des Oßtgotenreichfl, Germania 12, 1928, 25—34; F. S c h n e id e r , Zur Entstehung der et&chländisohen Sprachgrenze, Elsaß-Lothringisches Jahrbuch 8, 1929,, 40—68; ders., Die Entstehung von Burg- und Landgemeinde in Italien (1924); ferner: E. H e u b e r g e r , Rätien im Altertum und Frühmittelalter 1, Schlernschriften 20, 1032; L. M. H a r tm a n n , Geschichte Italiens im Mittelalter l 2, 1923; 2, 1, 1900; L. S ch raidt, Geschichte der deutschen Stamme bis zum Ausgange der Völkerwanderung 2, 1918; W. S c h u ltz e , Das merowingiache Frankenreich (1896); ders. in B. Gebhardts Handbuch der deutschen Geschichte7 1, 1930; H. ZeiBs, Quellensammlung für die Geschichte des bairischen Stammesheraogtums bis 750, Bayrischer Vor­ geschichtefreund 7/8, 1928/1929, 3 8 -6 6 .

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Die Verbindungen zwischen Süddeutschland und Oberitalien im 6. und 7. Jahrhundert hielten sich an das überkommene römische Straßennetz l) . Es kommen die großen Straßen in Frage, die durch folgende Pässe gekennzeichnet werden: Mont Genevre, Mont Cenis, kleiner und großer Bernhard, Lukmanier, Bernhardin, Splügen, Julier-Septimer, Reschen- Scheid­ eck, Brenner und Plöcken. Die beiden Weststraßen über Mont Genevre und Mont Cenis und die beiden Bernhard-Pässe, die das westliche Oberitalien mit dem Siedlungsgebiet der Burgunder verbinden, dürften für Süddeutschland kaum von Bedeutung gewesen sein. Erheblich wichtiger waren die den deutschen Süden unmittelbar mit Oberitalien verknüpfen­ den Alpenstraßen. Unter ihnen stand, wie unten dargelegt werden soll, die Bündner Straße mit ihren verschiedenen Paßübergängen als Handels- und Verkehrsweg an erster Stelle. Chur, von wo aus die großen Straßen rheinabwärts ins alamannische Stammes­ gebiet am Bodensee oder über den Wallensee und Zürich nach Basel führten 2) , wurde von Italien auf vier Wegen erreicht. Zwei Straßenzüge nehmen im Tessin ihren Ausgang und führen über den Lukmanier bezw. den St. Bernhardin nach Norden, die beiden anderen überschreiten von Chiavenna aus den Splügen oder den Septimer- und Julierpaß. Eine weitere Verbindung des Alamannenlandes mit Italien stellt die Via Claudia Augusta dar. Von Verona ausgehend, folgt sie über Trient, Bozen und Meran dem Lauf der Etsch und führt über das Reschen-Scheideck durch das obere Inntal und über den Fernpaß zum Lech und lechabwärts zur Donau. Bei Bozen zweigt von ihr die Breimerstraße ab, die über Sterzing und die Paßhöhe bei Innsbruck den Inn erreicht. Von hier führen Straßen ins bayerische Alpenvorland und nach Augsburg. Von sekundärer Bedeutung war im 6. Jahrhundert die Straße über den Plöckenpaß, die eine direkte Verbindung Aquilejas mit dem Brennerweg herstellte. Sie verläuft von Aquileja über Zuglio, den Plöcken- und den Gailbergpaß und über Agunt durch das Pustertal bis Franzensfeste, wo sie auf die Brennerstraße stößt. Im Jahre 565 gelangte Venantius Fortunatus auf diesem Wege nach Italien 3). Die Nordgrenze des Ostgotenreiches und die Besitzverhältnisse in den Zentralalpen waren, wie H. Zeiss nachgewiesen hat, zur Regierungszeit Theoderichs und bis zum Aus­ bruch des gotisch-byzantinischen Krieges im Jahre 536 keinen Veränderungen unter­ worfen. Den eigentlichen Grenzschutz Italiens bildete eine Kette am Südrand der Alpen gelegener Befestigungen, denen bereits in spätrömischer Zeit als tractus Italiae circa Alpes die Sperre der Alpenstraßen zukam. Sie wurden von den Goten nur übernommen und teilweise neu instand gesetzt. In diesem Sperrsystem der gotischen Clusurae nahm Como für die Überwachung der Bündner Straße eine ähnliche Schlüsselstellung ein, wie das unter Theoderich erneuerte Kastell Verrucca bei Trient für den Brenner und die Via Claudia Augusta. Die Frage, wie weit jenseits dieser militärischen Verteidigungslinie sich die gotische Herrschaft nach Norden erstreckte, ist von Zeiss dahin geklärt worden, daß an der Brennerstraße mit Sicherheit das dem von Theoderich eingesetzten dux Raetiarum unterstellte Breonengebiet in Tirol, an der Bündner Straße die Gegend von Chur und in
1) Eine ausgezeichnete Übersicht über die Alpenstraßen mit umfassenden Literaturangaben, auf die für Einzel­ heiten verwiesen sei, gibt K. S c h r o d , ReichsBtraßen und Reichsverwaltung im Königreich Italien (754 — 1197), Bei­ hefte zur Vierteljahrßschrift f. Sozial- u. Wirtschaftsgesch, 25, 1931, 0 ff. Die Straßen über die Bernhard- und die Bündner Pässe (mit Ausnahme der Lukmanier-Straße) sind kartiert in der Kartenbeilage zu F. S t ä h e lin , Die Schweiz in römischer Zeit (21931), die Via Claudia Augusta, die Brenner- und die Plöckenpaßstraße bei W. C a r t e llie r i, Die römischen Alpen­ straßen über den Brenner, Reschen-Scheideck und Plöckenpaß, Philologus Suppl.Bd. 18 Heft 1, 1926. Den Angaben beider Autoren folgen die beigegebenen Karten Taf. 37— 38. 2) Der nördliche Straßenausgang ist seit 457 im Besitz der Alamannen, vgl. L. S c h m id t , Gesch. d. deutschen Stämme 2, 1918, 291 f. 3) Venantius Fortunatue, Vita S. Martini 4 Vers 640 —656, MGH Auct. Ant. 4, 1, 368. Paulus Diaconus nennt diesen Weg in der Hist. Langob. I I 13. Dazu: W o p fn e r , Die Reise des Venantius Fortunatus durch die Ostalpen, Schlemschriften 9, 1925, 3 6 2 -4 1 7 .

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den Ostalpen wohl auch Binnennoricum in den gotischen Machtbereich mit einbezogen waren 1). Gotische Siedlungen dürften allerdings nur in die den oberitalienischen Seen vorgelagerten Alpentäler hineingereicht haben 2). Der offene Ausbruch des Krieges mit Byzanz in den Jahren 535—536 war auch für die bis dahin sicheren und friedlichen Ver­ hältnisse in den Alpen nicht ohne Rückwirkung, zumal es Witigis im Jahre 537 trotz Ab­ tretung der Provence und einer Zahlung von 2000 Pfund Gold nicht gelang, die Franken­ könige zu eindeutiger Parteinahme für die gotische Sache zu bewegen. Wohl noch im Jahre 536 machten alamannische Scharen über eine der zentralen Alpenstraßen einen Einfall nach Ligurien und Venetien, ohne daß von Widerstand bei den gotischen Clusurae etwas überliefert ist. Im Jahre 539 drang der Frankenkönig Theudebert mit einem starken, hauptsächlich aus Burgundern und Alamannen zusammengesetzten Heer über die West­ alpen in Oberitalien ein und rollte von Westen her das gotische Alpensperrsystem auf. Es gelang ihm, gegen Goten und Byzantiner zugleich Krieg führend, die Cottischen Alpen und große Teile Liguriens und in späterer Zeit auch Teile Venetiens und Binnennoricums unter seine Herrschaft zu bringen. Damit wurden sämtliche Alpenstraßen vom Mont Genevre bis zur Plöckenstraße mit den Sperrbefestigungen an ihren südlichen Ausgängen fränkisch. Theudebert sicherte den neu gewonnenen italischen Besitz durch starke militäri­ sche Kräfte, und durch einen 545 zwischen ihm imd Totila geschlossenen Vertrag wurde der derzeitige Besitzstand in Oberitalien beiderseits anerkannt. Als nach der Schlacht am Mons Lactarius (im März 553) ein gotisches Heer, das von Pavia und der nördlichen Poebene aus das Gotenreich wieder aufrichten wollte, sich an den Frankenkönig Theudebald um Hilfe wandte, erreichte es nur, daß sich zwei alamannische Große dazu entschlossen, von sich aus, wohl mit Duldung des Frankenkönigs, den Goten beizustehen. Im Frühjahr 553 überschritten Butilin und Leuthari mit einem meist aus Alamannen und Franken ge­ worbenen Heere die Alpen. Ein bei Parma über byzantinische Truppen errungener Sieg bewog die in L igurien und in der Aemilia noch ansässigen Goten,* sich den Alamannen ano o o zuschließen. Von dem Zuge nach Süditalien gelangte nur der kleinere Teil des Heeres unter Leuthari ohne erhebliche Verluste nach dem fränkischen Venetien zurück, während die Scharen Butilins im Herbst 554 bei Capua fast völlig aufgerieben wurden. Wahrend und wohl auch schon vor dem Alamanneneinfall mögen sich manche gotischen Scharen nach Venetien durchgeschlagen haben 3), imd auch von jenen Goten, die sich nach dem Siege bei Parma den Alamannen anschlossen, werden manche mit Leuthari nach Norditalien zurückgelangt sein. Der fränkische Besitz in Oberitalien wurde auch von Chlotar I. (555—561) noch gehalten, nachdem im Jahre 560 ein Waffenstillstand mit den Byzantinern den seit 539 herrschenden Kriegszustand beendet hatte. Erst das wohl eigenmächtige Bündnis des Frankenführers Amingus mit dem aufständischen Goten Widin gegen die Byzantiner hatte die Eroberung des fränkischen Besitzes in Italien durch Narses zur Folge, die um 563 mit der Besetzung der Clusurae Alpiuni ihren Abschluß fand. Die Sperrfestungen sämtlicher Alpenstraßen, die von 539 bis 563 fränkisch gewesen waren, wurden nun byzantinisch. Die byzantinische Herrschaft in Oberitalien war nur von kurzer Dauer, hinterließ aber gerade im Gebiet der westlichen und nördlichen Alpenstraßen nachhaltige Spuren. Als die Langobarden im Frühjahr 568 in Italien eindrangen, stießen sie längs des ganzen
J) Die noch von L ö h le in vertretene Annahme, daß Gebiete zwischen Alpen imd Donau unter Theoderich zum OBtgotenreich gehörten, ist nach den Ausführungen von Z eisa , Germania 12, 1928, 25 —34 und Zeitschr. f, bayer. Landesgesch. 2, 1929, 343 —354 nicht aufrechtzuerhalten; vgl. auch R. H e u b e r g e r a. a. 0. 125. 2) Man könnte hierfür den Münzfund von Finero bei Domodossola in der Valle Dosaola heranziehen, der wohl im Laufe der Gotenkriege in die Erde kam. Er enthielt 12 Goldmünzen von Anastasius bis Justinian I. und 250 gotische Silbermünzen; Atti e memorie dell’ Istituto italiano di Numismatica 5, 1925, 160. “) L. M. H a r tm a n n , Geschichte Italiens l 2, 354.
Oerm . Denkmäler J. YüJkerwantleruiigszeit 3. Werner.

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Alpenrandes auf das von den Byzantinern neu instand gesetzte und wahrscheinlich auch erweiterte Befestigungssystem der früher ostgotischen Clusurae. Der größte Teil der Festungen am Südrand der Alpen fiel bereits in den ersten Jahren der Landnahme in langobardische Hand, einzelne, die Paßstraßen beherrschende, hielten sich aber noch wesentlich länger. Im Westen war Susa, die Sperrfestung für Mont Cenis und Mont Genevre, bis 575 byzantinisch, um dann in fränkischen Besitz überzugehen. Im Corner See hielt sich Christopolis auf der Isola Comacina, der Schlüssel der Bergeller Straße, unter dem magister militum Francio noch bis um 590 (und mit ihm wohl auch Chiavenna). An der Etsch gingen die byzantinischen Grenzkastelle nördlich Trient erst um 575 an die Lango­ barden verloren. Schon wenige Jahre nach dem Einzug der Langobarden in Italien setzten fast in jähr­ licher Folge Raubzüge langobardischer Herzoge nach dem Frankenreich ein. Ihr stetes Ziel war Burgund. Daß wir von Zügen über die Bündner Straße nichts hören, mag neben der byzantinischen Sperre am Comer See auch daran liegen, daß Bellinzona wohl noch nicht gefallen war, von dem nur feststeht, daß es um 590 langobardisch war. So führten die langobardischen Einfälle nur über die westlichen Alpenpässe; es sind uns jährliche Raub­ züge von 572 bis 575 überliefert. Sie hatten zur Folge, daß Susa und Aosta von den Franken besetzt wurden und daß die vier Westpässe damit in fränkische Hand übergingen. In das Jahr 575 fiel die erste fränkische Unternehmung gegen die Langobarden im Ge­ biete der nördlichen Paßstraßen. Der fränkische Herzog Chramnichis zog, vielleicht auf der Via Claudia Augusta, in das Etschtal und nahm Trient, nachdem sich ihm das byzan­ tinische Kastell Nano im Nontal geöffnet hatte. Auf dem Rückzuge wurde sein Heer bei Salurn von Herzog Ewin von Trient völlig vernichtet; er selbst fand den Tod. Schon da­ mals wird Ewin alle festen Plätze erobert haben, die später zum territorium Tridentinum gehörten und die die nördliche Grenzwehr der Langobarden in Südtirol bildeten. Um die gleiche Zeit vermählte sich Herzog Ewin mit einer Tochter des Bayernherzogs Garibald. Garibald hatte Walderada, die Tochter des Langobardenkönigs Wacho, zur Frau, und so mochte Ewin glauben, in dem langobardenfreundlichen Bayernherzog eine Rückendeckung gegen Angriffe der austrasischen Franken zu gewinnen. Die gleiche Politik verfolgte wenige Jahre später auch König Authari, der, vielleicht unter dem Eindruck des zwischen Mauricius und Childebert II. von Austrasien im Jahre 582 geschlossenen Bündnisses 1), sich 588 oder 589 in Verona mit Theudelinda, einer anderen Tochter Garibalds, vermählte. Seit dem Anknüpfen dieser Familien Verbindungen waren die bajuwarisch-langobardischen Beziehungen besonders enge2) . Wesentliche politische Vorteile für die Langobarden scheinen sich aus ihnen allerdings vorerst nicht ergeben zu haben, denn der Bayern­ herzog geriet selbst in Bedrängnis 3) bei jener gemeinsamen groß angelegten militärischen Aktion der Byzantiner und Franken, die im Jahre 590 den Bestand des Langobarden­ reichs schwer gefährdete. Ihr gingen bereits in den Jahren 584, 585 und 588 Heerzüge austrasischer Franken gegen Italien voraus, die über die Bündner Pässe auf Mailand ge­ richtet gewesen sein mögen. Im Jahre 590 sandte Childebert II. gemäß dem mit dem byzantinischen Kaiser geschlossenen Bündnis ein starkes Heer nach Italien, das im Zu­ sammenwirken mit dem Exarchen Smaragdus die 563 an Narses verlorenen Gebiete für das fränkische Reich zurückerobern sollte. Das fränkische Heer gelangte in zwei Abtei­ lungen über die Bündner Pässe nach Italien. Der eine Heeresteil unter Herzog Audowald
*) Childebert verpflichtete sieh, für eine Summe von 50 000 Solidi die Byzantiner bei der Vertreibung der Lango­ barden aus Italien zu unterstützen. W. S c h u lt z e , Das merowingische Frankenreich (1896) 130. Vgl. dazu auch K lo sa , Goldvorrat und Geldverkehr 24 mit Anm. 2. 2) W. S c h u ltz e in Gebhardts Handbuch d. deutschen Gesch. 7 1930, 105. ■) ’ * Paulus Dincomia, Hist. Langob. III 30.

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zog über den Lukmanier, umging das langobardische Bellinzona und erzwang am Südufer des Luganer Sees den Übergang über die Tresa. Die Hauptmacht unter Chedinus wandte sich über den Julier und durch das Bergeil nach dem byzantinischen Chiavenna und der Isola Comacina. Von hier aus folgte sie der Straße durch das Veltlin bis Trescnda und gelangte über den Aprica-Sattel in das Herzogtum Bergamo und über den Tonale in das Sulzbcrg. Die langobardischen Kastelle im Territorium von Trient wurden nacheinander genommen und Chedinus drang bis in die Gegend nördlich Verona vor. Damit war, wie F. Schneider ausfiihrt, das politische Ziel der Franken, die Eroberung des unter Sigibert im Jahre 563 verlorenen Gebietes am Ausgang der Brennerstraße, erreicht1). Das von den Franken absichtlich verschuldete Nichtzustandekommen gemeinsamer Operationen ver­ hütete aber die von den Byzantinern erhoffte Zerschlagung des Langobardenreiches. Die Franken leiteten nun Friedensverhandlungen mit Authari ein, die bei dessen Tode (5. Sep­ tember 590) wieder abgebrochen wurden. In einem Abkommen vom Jahre 591 mit Ewin von Trient wurde diesem das territorium Tridentinum mit den alten, wohl schon 575 er­ reichten Grenzen wieder überlassen. In dem endgültigen, mit Agilulf geschlossenen Frieden wurde den Langobarden eine jährliche Zahlung von 12000 Solidi auferlegt, um deren Erlassung 617/618 eine Gesandtschaft bei Guntchramn und Childcbert II. nachsuchte 2). Von 591 an und im ganzen 7. Jahrhundert herrschte an der langobardisch-fränkischen Grenze dauernde Ruhe, wenn man von vereinzelten bayerisch-langobardisehen Kämpfen an der Brennerstraße um 680 absieht 3). Der Friede von 591 wurde zwischen Theudebert II. und Adalwald im Jahre 605 feierlich erneuert. Die südlichen Paßstraßenabschnitte standen im 7. Jahrhundert unter langobardischer, die nördlichen unter fränkischer (alamannischer bezw. bajuwarischer) Herrschaft. Susa und Aosta, die Schlüsselstellungen zu den Straßen nach Burgund, waren bereits seit 575 fränkisch. Die Plöckenstraße schied am Ende des 6. Jahrhunderts als Verbindungsweg zwischen Aquileja und dem Brenner durch das Ein­ dringen der Slawen aus 4). Vor einer Auswertung der Geschichte der Alpenstraßen für den Handelsverkehr bleibt noch zu erörtern, welchem Wege der südwestdeutsch-italische Handel des 6. lind 7. Jahr­ hunderts nach Aussage des archäologischen Materials in'der Hauptsache folgte. Er läßt sich mit überraschender Sicherheit aus der Verbreitung der gesicherten Importstücke — hierzu gehören unter diesem Gesichtspunkt auch die italischen Münzen — und ihrer Nach­ ahmungen erschließen. Aus den Verbreitungskarten Taf. 37, 2—38, 4 ergibt sich jeweils an­ nähernd das gleiche Bild. Einerseits reihen sich die Vorkommen an den großen Fernstraßen, die Rhein und Donau begleiten, andererseits häufen sie sich aber ganz deutlich nördlich des Bodensees und an der oberen Donau. Dieses Diehtigkeitszentrum erlaubt die Folgerung, daß in der Zeit regen Handels und Verkehrs zwischen dem langobardischen Italien und Süddeutschland der Bündner Straße eine überragende Bedeutung zukam; denn die Fund­ anhäufung ist ihren Ausgängen am Rhein zwischen Basel und dem Bodensee vorgelagert. Die Verbreitungskarte der ostgotischen und der Exarchatsmünzen (Taf. 37, 1) läßt für die vorgehende Zeit keinen Vorrang der Bündner Straße erkennen; doch sichern die Funde von Zürich deren Benutzung auch für den Zeitraum,7 in welchem diese Münzen nach dem D Norden gelangten. Neben der Bündner Straße hat, wie aus der Verbreitungskarte der Goldkreuze (Taf. 38,3) hervorzugehen scheint, in langobardischer Zeit auch die Via Claudia Augusta eine gewisse Rolle gespielt. Dank der Funde langobardischer Münzen und Gold­
1) lotlir. 2) 3) 4) Diac. Vgl. über den Weg der fränkischen Hauptmacht die abweichende Auffassung W o p fn e r s beiF. S c h n e id e r , ElaaßJahrb. 8, 1929, 55 ff.; ihre Widerlegung durch F. S c h n e id e r erscheint mir gesichert. Vgl. K I osb , Goldvorrat und Geldverkehr 33 f. mit Anm. 3 zu Fredegar IV 45. Paulus Diacomis, Hist. Langob. V 36. E. E g g e r , Frühchristi. Kirchenbauten im südl. Norikum, Sondersohr. d. Österr. Arch. Inst. 9, 1916, 12 zu Paul. Hist. Langob. IV 7.

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Italisch-süddeutsche Handelsbeziehungen.

kreuze an Salzach und Inn sind ferner langobardisch-bajuwarische Verbindungen über den Brenner archäologisch belegt. Aus der oben eingehend dargelegten politischen Geschichte der Alpenstraßen ergeben sich für die Beziehungen der Ostgoten und Langobarden zu den germanischen Stämmen nördlich der Alpen und für das Auftreten der italischen und teilweise auch der byzantini­ schen Münzgruppen des 6. und 7. Jahrhunderts und des langobardischen Imports in Süd­ deutschland eine Reihe wichtiger Folgerungen. Die lange Friedenszeit und die engen politischen Beziehungen, die Theoderich zu den nördlich der Alpen wohnenden germanischen Stämmen unterhielt, können zu seiner Zeit und bis zum Jahre 536 auf den Alpenverkehr und den gegenseitigen Güteraustausch nur vorteilhaft eingewirkt haben. Es ist also durchaus möglich, daß, soweit nicht im einzelnen Falle Gegengründe vorhanden sind, ein Teil der Münzen Theoderichs, Athalarichs und Theodahads bereits in dieser Periode über die Alpen gelangte. Die Tatsache, daß zwischen 539 und 563 die Franken im Besitze sämtlicher Alpenpässe und ihres südlichen Vor­ landes waren, erklärt zur Genüge die verhältnismäßig große Anzahl von Prägungen Totilas, Tejas und solcher mit dem Monogramm Theoderichs (unter Witigis und Hildebad geprägt) auf fränkischem und alamannischem Gebiet. Die seit 539 in Oberitalien stationierten fränkischen Truppen standen sicher in dauernder Verbindung mit der Heimat und sind für die Verbreitung der Ostgotenmünzen gewiß von Bedeutung gewesen. Der Zustrom der Prägungen wird nach dem Neutralitätsvertrag zwischen Totila und Theudebert (545) und nach dem Zuge Butilins und Leutharis (552/53) besonders groß gewesen sein. Als Terminus ante quem für das Erscheinen ostgotischer Silbermünzen nordwärts der Alpen ergibt sich, abgesehen von dem Abbrechen der Prägung im Jahre 553, auf jeden Fall das Jahr 563, in welchem Narses sich in den Besitz der Paßsperren setzte*). Nach diesem Zeitpunkt standen fränkische Truppen, in deren Händen sich derartige Prägungen noch hätten befinden können, nicht mehr in Italien, und auf byzantinischem Gebiet liefen ostgotische Silbermünzen nicht mehr um. Auch die zahlreichen Silbermünzen Justinians I. von Ravenna (etwa 555—565), die zeitlich an die Totilamünzen anschließen, werden in der Hauptsache vor 563, so lange noch Teile Oberitaliens fränkisch waren, nach dem Norden gelangt sein. Der fränkischbyzantinische Waffenstillstand von 560 kann ihren Zustrom nur vermehrt haben. Besonders wichtig sind die Folgerungen, die sich aus den historischen Ereignissen für den Beginn der Handelsbeziehungen zwischen dem langobardischen Italien und Süd- und West­ deutschland ergeben. Während mit Verbindungen des Herzogtums Trient mit den Baju­ waren über den Brenner von etwa 570 ab mit Unterbrechungen durch die Kriege von 575 und 590 sicher gerechnet werden kann”— man denke an das Verwandtschaftsverhältnis Autharis und Herzog Ewins zu dem bayerischen Herzog Garibald — galten für einen langobardischfränkischen und langobardi sch-alamannischen Handel über die Bündner Pässe und das Reschen-Scheideck durchaus andere Voraussetzungen. Der Zweig der Bündner Straße, der über Chiavenna und den Corner See die oberitalienische Ebene erreicht, war bis 590 fest in b}7 zantinischer Hand und schon aus diesem Grunde bis zu diesem Zeitpunkt für langobardisch-alamannische Verbindungen gesperrt. Die Spannung, die die räuberischen Ein­ fälle langobardischer Herzöge nach Burgund zwischen 572 und 575 schufen, der Zug des fränkischen Herzogs Chramnichis gegen Trient im Jahre 575 und die, wie F. Schneider vermutet, über die Bündner Pässe führenden fränkischen Unternehmungen gegen Ober­ italien in den Jahren 584, 585 und 588, endlich der große Feldzug des Jahres 590 lassen für die Zeit von 568 bis 591 geregelte Handels- und Verkehrsbeziehungen nach dem alaman1) Über die Stellung, die in diesem Zusammenhänge die ostgotischen Goldmünzen einnehmen, vgl. oben S. 13.

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Italisch-süddeutsche Handelsbeziehungen.

nisehen Gebiet als unmöglich erscheinen. Erst nach dem Friedensschluß von 591 kann ein alamannisch-langobardischer Güteraustausch auf der Bündner Straße und der Via Claudia Augusta eingesetzt haben. Wir werden in der archäologischen Untersuchung den Nachweis erbringen, daß in der Folgezeit ein reger Handel mit Schmuckgegenständen und Bronzegeschirr aufgenommen worden ist. Damals sind auch mit anderem Import die langobardischen Münzen und ein großer Teil der späten byzantinischen Münzen, soweit diese nicht etwa über Marseille und Burgund kamen, nach dem Norden gelangt. Man geht also durchaus fehl, anzunehmen, daß bereits gleich nach 568, dem Zeitpunkt der langobardischen Einwanderung, geregelte Handelsverbindungen zwischen diesseits und jenseits der Alpen bestanden hätten, und daß mit diesem Jahr ein scharfer Terminus post quem für archäologische Übereinstimmungen in langobardischen und süd- und west­ deutschen Reihengräberfeldern gewonnen sei. Es kommt hinzu, daß die Grabfelder von Castel Trosino und Nocera Umbra, neben Cividale die größten langobardischen Gräber­ felder, auf deren Material die angeführten Erwägungen stets zu fußen pflegen, nicht vor 578 bzw. 571 angelegt worden sein können1). Die mannigfaltigen archäologischen Be­ ziehungen dieser Grabfelder zu Funden aus Deutschland, England und Skandinavien, die nur als Zeugnisse gegenseitiger Verkehrs- und Handelsverbindungen (Import und Nachahmung importierter Gegenstände) verständlich sind, fallen in die Friedenszeit nach 591, also hauptsächlich in das 7. Jahrhundert.
1) Für Castel Trosino bei Ascoli Piceno vgl. Mon. Ant. 12, 1902, 150 Anm. 1. — Nocera Umhra (Nuceria) ist ein wichtiges Kastell an der Via Haminia und wnrde mit Bevagna (Mevania) und Foligno {Fulginium) nach 571 von Spoleto aus durch die Langobarden genommen; vgl. D ie h ] , L’ Exarchat de Ravenne 08. Die Wegnahme des mittleren A b ­ schnitts der Via Flaminia zwang die Byzantiner, den Abschnitt Nami bis Scheggia durch die stark befestigte Um­ gehungsstraße Nepri — Gallcso —Orte —Amelia —Todi —Perugia — Gubbio —Scheggia zu ersetzen, um die Verbindung Eom —Ravenna aufrecbtzuerhalt-en.

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DIE CHRONOLOGIE DER MÜNZDATIERTEN GRABFUNDE.
Gruppe I. Etwa 450—520.
Münzen enthaltende Grabfunde, die in das 5. Jahrhundert datiert werden können, sind in Süd- und Westdeutschland bisher noch nicht zu Tage getreten. Es ist deshalb nicht möglich, von der Seite der Münzdatierung her unmittelbar zu der umstrittenen Frage des Beginns der süd- und westdeutschen Reihengräberfelder Stellung zu nehmen. Da­ gegen können einige außerhalb Deutschlands gefundene Münzgräbev Anhaltspunkte zu ihrer Lösung beibringen. Brenner hatte in seinem Bericht „D er Stand der Forschung über die Kultur der Mero­ wingerzeit“ auf den starken donauländischen Einfluß hingewiesen, der sich im 5. Jahr­ hundert auf merowingischem Gebiet geltend macht *). Zeitansatz und Dauer dieser ,,West­ wärtsbewegung der donauländischen Kultur“ glaubte er durch das auf 482 datierte Grab des salfränkischen Königs Childerich in Tournai genauer erfassen und auf die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts beschränken zu können. Es hat sich inzwischen gezeigt, daß die durch die Funde von Airan und Untersiebenbrunn gekennzeichnete Stilstufe als wesentlich älter und als in den Reihengräberfeldern nicht vertreten in unserem Zusammenhang auszu­ scheiden hat 2). Die Beurteilung des Childerichgrabes selbst, das man strenggenommen als münzdatiertes Grab ansehen muß 3), wird dadurch sehr erschwert, daß sein wesent­ lichster Inhalt, verzierte Waffen und Sch mucks achen, die für das dritte Viertel des 5. Jahr­ hunderts typisch sein sollten, auf deutschem und französischem Boden kaum Entspre­ chungen finden. Nur eine Goldschnalle aus dem Einzelgrab von Rudern, p.A . Eßlingen, ist mit Sicherheit anzuschließen4). Im Childerichgrab ist eine bestimmte Art engzeiliger flächendeckender Cloisonnetechnik vertreten, für die das Arbeiten-mit enggewellten Stegen und einer meist vertikal gerippten, mit kleinen Almandinkugeln oder Plättchen ausgelegten Rahmung charakteristisch ist. Daß die in dieser Technik verzierten Goldsachen nicht als einheimische Erzeugnisse, sondern als östlicher Import gelten müssen, zeigt der gleich­ zeitige Grabfund von Apahida bei Klausenburg, dessen Zugehörigkeit zum südrussisch­ donauländischen Kreis außer Zweifel steh t5). Flächendeckendes Zellenwerk in wesentlich gröberer Ausführung ist eines der Haupt­ kennzeichen der ältesten Stufe innerhalb der südwestdeutschen Reihengräberfelder, die
1) Brenner 298. -) X, A b e rg in Mannusbibliothek 22, 1922 108ff. 1) Vgl. S. 6 Anm. 4. 5 4) Veeck Taf. 48 B 6. 5) So auch B r e n n e r im Korrespondenzbl. d. Gesamt vereinB d. deutschen Gesch.- und Altertumsvereine 61, 1913, 352f. — Apahida: Hampel 3 Taf. 32 —36. Vgl. dazu besonders die Gräber aus der Hospitalegasse in Kertsch bei L. A. M a tz u le w its c h , Sjerebrjanaja tachascha iz Kertacbi (1926) 35ff. u. Taf. 31; Brenner 270f, Abb. 8f.; Isvjest. arch. Komm. 17, 1905, 118ff. Abb. 1—48. — In Ungarn ist eine Schnalle von Budapest (Mus. f. Vor- n. Frühgeseh. Berlin IV d 1171) an Apahida anzuschließen.

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Chronologie.

Gruppe I.

wir nach den beiden hervor­ ragendsten Gräbern als Stufe Flonheim- Giiltlingen bezeich­ nenJ). Für den Beginn dieser Stufe gibt es zwei Möglich­ keiten. Entweder setzen die ihr zugehörigen Cloisonnearbeiten als Nachahmungen minderer Qualität nach öst­ lichem Einfuhrgut, wie es etwa von Tournai oder R ü­ dem vorliegt, bereits zur Zeit des Childerichgrabes ein, oder sie vertreten, wie Brenner an­ nehmen w ollte2), durchgängig eine spätere Entwicklungs­ phase. Der ersten Möglich­ keit ist, wie wir glauben, der Vorzug zu geben, denn abge­
1) Flonheim: Westd. Zeitschr. 6, 1886, Taf. 6 f .; G. Iv o ss in n a , Germani­ sche Kultur im 1. Jahrtausend, Mannusbibliothek 50,1932,149 Abb. 146 f. Gültlingen: Veeck Taf. 11) C, 6 ; 31, 3. 4. 7; 46 A, 18; 48 B, 14; 68 A, 3 u. B, 2; 76. An Stelle der feinen enggewellten Stege des Zellenwerke, die für Tournai, Rüdern und Apahida tj’pisch sind, finden sich S-förmig geschweifte, und als beson­ deres Charakteristikum solche mit mitt­ lerer Halbkreisaushucbtung (Flonheim Abh. 10). Auffällig ist die Verzierung eiserner Gegenstände (z. B. Giiltlingen Taf. 31, 3). Vertieftes Cloisonne ohne Stegwerk verbindet das Scheidenmund­ stück von Flonheim {Abb. 2) mit einem nicht aus dem Helmgrab stammenden Gültlinger Beschlag (Veeck Taf. 31, 8 ) und mit einer Schnalle von Ivomorn (Hampel 3 Taf. 40). In Nordfrankreich und Belgien sind derartige cloisonnierte Sehmucksachen besonders häufig, z. B. Barriere-Flavy Taf. A5, 4. 7 —8 und das wichtige Männergrab von Pouan bei Arcis-sur-Aube, P e ig n e -D e la c o u r t , Recherches sur le lieu de la hataille Abb. 2. Grabfund von l£rmihfi,]yfalva-Valea lui Mihai. M. 1: 1 u. 1 : 2. d’Attila en 451 (Paris 1860) 1 —4 Taf. lf. Nach M. Roska. Eine typische Form der Stufe sind die in Nordfrankreich sehr verbreiteten Schnal1 len mit herzförmig ausgeschnittenem Beschlag wie Flonheim Abb. 4, Basel-Gotterbarmweg Grab 34 (ASA NF 32, 1930 Taf. 11, 8). Dazu ein Stück aus Italien bei Aberg, Goten 8 Ahb. 13, und eines aus Szentes an der Theiß Grab 37 bei Hampel 3 Taf. 457. An Bügelfibeln gehören hierher das Paar von Gültüngen (Veeck Taf. 21 A, 16), vier Exemplare von St. Sulpice (Aberg, Franken 76 Abb. 102), ein Stück der Slg. Carrand in Florenz (A. van S e h e lte m a , Die alt­ nordische Kunst, 1927, Taf. 15, 2) und die Stücke von Mengen Gr. 141, Oberbaden (Nachr. Bl. f. deutsche Vorzeit 9, 1933, 199) und Ivleinbüningen Gr. 35 (25. Jahresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgeseh. 1933 Taf. 8, 5, R. L a u r -B e la r t ), Doch dürften diese Fibeln noch tiefer in das 6. Jahrhundert hinein reichen. — Zu Flonheim nunmehr noch zu vergleichen: Kieinhüningen Gr. 63, a. a. O. Taf. 8. (Korr.-Zus.) 2) S. 298; vgl. bes. Korresjwndenzbl. d. Geaamtvereins d. deutschen Gesch.- und Altertumsvereine 61, 1913, 352 f.

31

Chronologie.

Gruppe I.

sehen davon, daß sich, wenn man Brenner folgte, zwischen Import und frühester ein­ heimischer Arbeit eine schwer erklärbare zeitliche Lücke ergäbe, sprechen die geneti­ schen Zusammenhänge in gewissen Einzelheiten doch zu offenkundig für Gleichzeitigkeit. Rahmenfassungfindet sich z. B. bei dem Taschenbeschlag von Gültlingen (Veeck Taf. 31, 7); gewellte Stege und solche mit mittlerer halbkreisförmiger Ausbuchtung wie an der Schnalle von Apahida (Hampel 2, 43 Abb. a) sind überaus häufig1). Man wird also den vorliegenden Qualitätsunterschied nicht a priori für einen Zeitunterschied nehmen dürfen. Es ist eine andere Frage, wie lange die sich an das Childerichgrab anschließende Zellentechnik weiter­ lebt und in welche Zeit die Masse der Funde der Stufe Flonheim-Gültlingen verlegt werden muß. Einen Fingerzeig für die Datierung des Gültlinger und des Flonheimer Grabes gibt uns der münzdatierte siebenbürgische Grabfund von Ermihalyfalva [Valea lui Mihai] (nördlich Großwardein)2). Er enthält außer einer recht guten, leicht abgenutzten Nach­ prägung nach einem Solidus Theodosius II. vom Jahre 443 3) eine Silberschnalle mit recht­ eckiger, zur Aufnahme einer Einlage vertieften Dombasis, eine kleine Silberschnalle, eine als Schwertknauf dienende große Bernsteinperle, ein silbervergoldetes Scheidenmundstück einer Spatha mit getrepptem Kerbschnittmuster und zwei abwärts gerichteten eingerollten Vogelköpfen sowie ein Silberortband mit niellierter rhombischer Zwinge und K nopf­ abschluß (Abb. 2). Außerdem fanden sich die Bruchstücke einer Spatha und eines Langsaxes4). Auf Grund der Münze gehört der Fund in die Zeit nach 443, ohne daß allerdings durch die Nachprägung eine untere Datierungsgrenze zu gewinnen und zu entscheiden wäre, ob er noch in das 5. oder bereits in das 6* Jahrhundert zu setzen ist. Die Stellung femihälyfalvas innerhalb des ungarischen Materials ist schwer zu beurteilen, da archäo­ logische Beziehungen zu einer sich an den münzdatierten Grabfund von Bacs-Ordas an­ schließenden Frauengräbergruppe mangels gemeinsamer Fundtypen nicht aufgestellt werden können; einer völligen zeitlichen Gleichsetzung mit dieser Gruppe widerspricht aber schon der Münzbefund, denn das Grab von Bacs-Ordas in der Batschka (ehem. ungar. Komitat Bacs-Bodrog) ist durch einen stempelfrischen Solidus Theodosius II. vom Jahre 443 (Tolstoi Taf. 5, 23), also der Vorlage der Prägung von Ermihalyfalva, mit Sicherheit in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts datiert5), und es ist unwahrscheinlich,
J) Siehe Anm. 1 auf S. 31. -) Arch. firt. NF 44, 1930, 229 —232 mit Abb. 148, sowie S. 305; Anuarul Inst, de stud. claaa. Univ. Cluj [Klausenburp] 1, 1930, 69—72 (beides M. Roska). 3) Tolstoi Taf. 5, 23. 4) Mit dem Sax aus dem annähernd gleichzeitigen Grab 63 von Ivleinhüningen (vgl. S. 31 Anm. 1) das älteste da­ tierbare Vorkommen dieser Sehwertform. (Korr.-Zus.) 6) Der Fund ist abgebildet in Monatsschr. f. Kunstwissenschaft 10, 1917 Taf. 29, die Gürtelschnalle allein bei S. L in d q v is t , Vendelkulturens ilder och ursprung (1926) 24 Abb. 6. Zu ihm gehören eine Reihe verwandter Frauengräber und einzelne aus Frauengräbern stammende Schmuckstücke, die sich in ihrer Verbreitung über ganz Ungarn verteilen: a) 2 Gräber von Gäva, Kom. Szabolc-B (oh. Theiß), eines behandelt von L. Mär ton in PZ 4, 1912, 186 —188 mit Abh. 6 —8 ; b) Grab von Szecseny, Kom. Nögväd, Hampel 3 Taf. 48; c) Grab von Zaikod, Kom. Szabolcs, Hampel 3 Taf. II, 1—3; d) Schnalle von Dombov&r, Kom. Tolna, Hampel 1, 491 Abb. 1507; e —f) Schnalle und Schnallendom unbek. ungar. Fundorts, Hampel 3 Taf. 53, 1—2; g— i) drei Bügelfibeln unbeb. ungar. Fundorts, Hampel 3 Taf. 54, 1 —2 u. 55, 1; k) Bügelfihelpaar von Mariendorf, Siebenbürgen, Salin 27 Abb. 55; 1) Grab von Kiskunfelegyhäza mit Schnalle sehr ähnlich der von Aquileja, Aberg, Goten 7 Abb. 10 u. ein Paar großer Silberblechfibeln, Mus. Kecskemet, unver­ öffentlicht. Vermutlich gehört (m) die Fibel von Klein-Schelken, Siebenbürgen, Hampel 1, 491 Abh. 1506, in den gleichen Zusammenhang. Für die ganze Gruppe ist eine vorzüglich ausgeführte SpiraJranken Verzierung in Kerbschnittechnik charakteristisch, ferner gegenständige Vogelköpfe mit Almandinaugen und dreifach geripptem gekrümmten Hals; sie treten auf bei den Schnallen a, d, e, 1 und bei den Fibeln g, i, k. Beziehungen zu Apahida ergeben sieb durch die filigrangefaßten AlmandinzeHen deB Anhängers von Gäva, PZ 4, 1912, 188 Abb. 8, 6 = Hampel 3 Taf. 36 (Apahida), zum fränkischalamannisoben Westen durch den lunulaförmigen Anhänger von Gäva a. a. O. 188 Abb. 8, 4, der im Grab 127 von Arcy Ste. Restituc (Fibeln des Grabes bei Aberg, Franken 74 Abh. 100) eine Entsprechung besitzt, Mus. St. Germain 36395. Gegenständige Vogelköpfe der ungarischen Art finden sich an der Ortbandzwinge von Pfullingen bei Veeck Taf. N, 3 b.

32

Chronologie.

Gruppe I.

daß eine Nachprägung zur gleichen Zeit in die Erde gelangte wie ihr stempelfrisches Vor­ bild. Man wird demnach firmihalyfalva in die Zeit um 500 setzen und als Vertreter der auf Apahida und die Bacs-Ordas-Gruppe folgenden Zeitstufe ansehen dürfen. In dem siebenbiirgischen Fund ist das Silberortband mit Zwinge von ganz besonderer Wichtigkeit; diese Form ist auf alamannisch-fränkischem Gebiet nicht selten und kann als eine der wichtigsten Leitformen der Flonheim-Gültlinger Stufe angesprochen werden1). An der mittleren Donau ist sie bisher nur einmal, in dem Grabfund von Komorn, ver­ treten 2). Ein vereinzeltes Vorkommen in Teterow (Mecklenburg-Schwerin) weist ein­ deutig auf süddeutsche, nicht auf donauländische Verbindungen 3). Die Entstehung der Ort­ bandform liegt im Dunkeln, man darf sich weder durch ihre Häufigkeit auf dem gut er­ forschten alamannischen Gebiet dazu verleiten lassen, sie für typisch alamannisch zu halten, noch kann man das Donaugebiet für ihre Herkunft in Anspruch nehmen4). Die Ort­ bandzwingen variieren in ihrer Form stark; meist sind sie silbervergoldet und nielliert, die Verzierung mit flachen Almandinen ist seltener. Aus Bronze sind bisher nur zwei Stücke von Andernach bekannt. In Süd- und Westdeutschland liegen fünf Exemplare aus geschlossenen Grabfunden vor. Von ihnen stehen jene von Basel-Gotterbarmweg Grab 1 9 1) und aus dem Gültlinger Helmgrab dem Ortband von Ermihalyfalva so nahe, daß man annähernde Gleichzeitigkeit dieser drei Funde annehmen muß. Das Inventar der beiden alamannischen Grabfunde gehört also ebenfalls in die Zeit um 500 und ist jünger als das des Childerichgrabcs. Zu dem aus der Münzdatierung Ermihälyfalvas gewonnenen Argument für eine späte Zeitstellung des Gültlinger Grabes tritt bei dem Versuch einer zeitlichen Einordnung des’1 Gültlinger Spangenhelms ein weiteres hinzu. Es ist nach den Ergebnissen von E xku ^ 1 (S. 66—68) wahrscheinlich, daß der Helm von Gültlingen nicht mehr in das 5. Jahrhundert sondern bereits in die Zeit nach 500 gehört und als ein Zeugnis alamannisch-ostgotischer Verbindungen angesehen werden muß. Bei dieser Annahme verringert sich auch der selbst für so ungewöhnliche Fundgegenstände etwas große Zeitabstand zu dem verwandten in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts datierten Gammertinger Helm (S. 56) auf ein erklärbares Maß.
Aberg hat bei der Besprechung des Fundes von Gäva (Goten 7f.) darauf hingewiesen, daß diese ungarische Gruppe auf das engste mit gewiBBen italischen Funden zusammenhängt (vgl. die a. a, 0 . gegebenen Nachweise), und hat sie deshalb mit Vorbehalt für OBtgotisch erklärt. Dazu Bei bemerkt, daß die meisten Funde außerhalb des von W. E n s s lin , Byz,Neugriech. Jhb. 16, 1927/1028, 146ff. auf Grund historischer Quellen vermuteten ostgotischen Siedlungsgebietes liegen, als welches er S. 167 „ganz Pannonien“ (d. h. das Gebiet der ehemaligen römischen Provinz) bezeichnet. Man wird unter diesen Umständen von einer ethnischen Zuweisung zunächst absehen. 1) P. T. K e ß le r und W . S c h n e lle n k a m p haben in Mainzer Zeitschr, 28, 1933, 123f. mit Abb. 10 zahlreiche derartige Ortbandzwingen zusammengestellt; eß Bmd jetzt folgende Vorkommen bekannt: Bayrisch-Schwaben: Nordendorf (? ) Nat. Mm. München Inv. 3788. — Württemberg: 2 St. Gültlingen, Veeck Taf. 68 A , 2f. u. B, lf . geschl. Grab. 2 St. Pfullingen, Veeok Taf. N, 1 u. 3. Ditzingen, Veeck Taf. N, 2. Entringen, Veeck Taf. N, 7. (geschl. Grab). Heil­ bronn, Veeck 217 Inv. 1463 Nr. 10. — Baden: Oos, A. Rastatt, Salin 110 Abb. 288. Blumenfeld, A. Engen, Aberg, Franken 87. — Schweiz: Baßel-Gottcrbarmweg Grab 19, ASA NF 32, 1930 Taf. 10. — Rheinhessen: Erbenheim, Mus. Worms, ähnl. Veeok Taf. N, 1. Flonheim, Westd. Zeitsclrr. 5, 1886 Taf. 6 —7, 10 u. A. u. h. V. 4 Taf. 66. R om ­ mersheim, Mainzer Zeitschr. 28, 1933, 123 Abb. 10, 4. — Rheinprovinz: Andernach, german. Nat. Mus. Nürnberg, Andernach (auB Bronze), B J 44/45, 1868 Taf. 4, 21. Andernach (aus Bronze) Mainzer Zeitschr, 28, 1933, 123 Abb. 10, 5. Bad Kreuznach, Mainzer Zeitschr. 28, 1933, 123 Abb. 10,1. An die Gruppe anzuschließen ist eine bronzene Zwinge von Samson, Prov. Namur, Salin 110 Abb. 290, und zwei ihr sehr ähnliche Stücke von Eprave im Mus. Namur. Nachzutragen: Kleinhüningen Grab 63, 25. Jabresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 1933, 124, (Korr.-Zus.) 2) Hampel 3 Taf. 40 u. A. A lf ö ld i, Funde aus der Hunnenzeit, Archaeologia Hungarica 9, 1932, 86 Taf. 32. Auf den Zusammenhang dieses Grabes in der Cloisonnetecknik mit Gültlingen ist bereits in Anm. 1 auf S, 31 hinge wiesen. s) PZ 1, 1909, 379 —386 mit Taf. 45 (R. B e ltz ). Bronzene Perlrandbecken wie Taf, 45, 6 sind auf alamannischem und fränkischem Gebiet sehr verbreitet (ein derartiges Becken kommt in Rommersheim in Rheinhessen zusammen mit einer ßilbernen Ortbandzwinge vor, Mainzer Zeitachr. 28, 1933, 122 Abb. 6), fehlen dagegen im Osten. Das Vorkommen in Baumgarten a. March, Niederösterr. (Wiener PZ 12, 1925, 31 Abb. 1, 2) ißt vereinzelt. Das Teterower Grab dürfte mit dem münzdatierten Grab des nahen Kittendorfer Grabfeldes annähernd gleichzeitig Bein (vgl. Beilage 2, 1 S. 71). 4) Die von B e ltz a. a. O. 383 angedeutetc Verwandtschaft mit Ortbändem der nordischen Moorfunde wie etwa Salin 187 Abb. 448 (Nydam) führt in der Entatehungsfrage zunächst gleichfalls nicht weiter.
Qerm. Denkm äler d, V ö lk e r w a n d e r u n g eit 3. W erner.

5

33

Chronologie.

Gruppe I und IT.

Grab Nr. 1.

Diese Erwägungen führen dazu, die durch die Ortbandzwingen gekennzeichnete Stufe innerhalb der süddeutschen Reihengräberfelder nicht ausschließlich der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts zuzuweisen, sondern sie in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts hin­ einreichen zu lassen, ohne daß sich zunächst eine genaue untere Zeitgrenze ermitteln ließe. Auf Grund der gleichzeitigen reichen Gräber von Gültlingen, Flonheim, BaselGotterbarmweg Gr. 19, Komorn und Ermihalyfalva dürfte die Masse der Funde dieser Stufe kurz vor und nach 500 anzusetzen sein. Dafür spricht auch der neue Fund von Rommersheim, Rheinhessen, der ein Perlrandbecken wie Teterow und einen gleichen Kamm wie den des Grabes von Entringen, O.A. Herrenberg enthält1). Ob die süddeutschen Reihengräberfelder im allgemeinen bereits in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts oder erst nach 500 einsetzen, wird sich erst nach schärferer chrono­ logischer Erfassung und quantitativer Erweiterung der Stufe Flonheim-Gültlingen (be­ sonders durch gut datierte Frauengräber) entscheiden lassen. Vorderhand ist es weder möglich, auf deutschem Boden eine für die Gesamtchronologie brauchbare Abgrenzung gegen die darauffolgende Stufe zu finden, noch kann man die Intensität und genaue Zeit­ stellung der donauländischen Beziehungen erkennen, die, wie die Funde von Ermihalyfalva und Komorn lehren, in diesem Zusammenhang eine Mächtige Rolle spielen. Trotz der Spärlichkeit des ungarischen Materials kann man aber schon jetzt im groben innerhalb der durch den „ donauländischen Kulturstrom“ gekennzeichneten Stufe Flonheim-Gült­ lingen einen älteren und einen jüngeren Abschnitt unterscheiden, die Gruppe ApahidaRüdern-Tournai (Einzelgräber, etwa 450—480) und Ermihalyfalva-Komorn-GültlingenFlonheim (nach 480 bis etwa 520, Masse der Funde der Stufe = älteste Schicht der Reihengräberfelder). Es scheint, daß im Vergleich zur Gesamtzahl nur verschwindend wenige Reihengräberfelder Zeugnisse dieser donauländischen Beziehungen enthalten und demzufolge bereits in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts belegt wurden2). Hier­ mit steht in Übereinstimmung, daß auch Münzen des 5. Jahrhunderts in den Reihen­ gräberfeldern äußerst selten sin d 3).

Gruppe II.

Etwa 520—550.

Gräber Nr. 1—4 (Taf. 1—2). Das älteste münzdatierte Grab unseres Gebietes, Frauengrab 84 von Weimar (Nr. 1 ; Taf. 1 A 4)) schließt sich in der Art der Zellentechnik an die Stufe Flonheim-Gültlingen
1) Rommersheim, Mainzer Zeitschr. 28, 1933, 118ff. Entringen: Veeck Taf. D, 6 ; E, 12; K , 1—9; N, 7. Die Kämme mit Futteral Veeck Taf. K, 5 u. 8 und Mainzer Zeitechr. 28, 1933, 122 Abb. 8 gehören zu der aus den Gräbern von Furfooz, Prov. Narnur, bekannt gewordenen Form, Salin 124 Abb. 336, Arm. Soc. arch. de Namur 14, 1877 Taf. 3, 2 —5. Vgl. ferner ein friesisches Stück bei B o e le s , Friesland tot de elfde Eeuw (1927) Taf. 28, 7 und ein Exemplar aus Straßburg bei F o r r e r , Argentorate 2, 1927, 746 Abh. 549 b. 2) Das Gräberfeld von Basel-Gotterbarm weg ist an donauländischen Beziehungen besonders reich, ASA NF 32, 1930, 145 —164 mit Taf. 7 — 11 (E. V o g t). Grab 20 {Taf. 10) enthält ein Fibelpaar, das dem des Grabfundes von Miszla, Kom. Tohia, vollkommen entspricht, Arch. Ert. 42, 1928 Taf. 7. Leider ist die Stellung dieses Fundes innerhalb des ungarischen Materials wieder unklar, so daß seine Datierung in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderte nur auf Ver­ mutung beruht. Die in dem Grabe vertretenen Ohrringe, Armringe und die Silberachnalle sind chronologisch nicht schärfer auszuwerten, — Es sei in diesem Zusammenhang noch auf das Grab von Izenave, Dep. Ain hingewiesen, obwohl es keine direkten Beziehungen zu dem Material der süd- und westdeutschen Reihengräberfelder hat, Bull, archeol. 1912, 265ff. mit Taf. 39. Es ist münzdatiert: 1 Solidus des Theodosius I. (379 —395), 1 Triens Valentinians III. (408—455), zwei Denare ( ? ) und ein Triens Majorians (457 —463). Es gehört also in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts, B re n n e r hat es (303f.) für die Entwicklung der Bügelfibeln herangezogen und das Inventar kurz angegeben. Eine gewisse Ver­ wandtschaft der Fibel von Izenave mit den Fibeln von Niederfloratadt, Großumstadt und Wiesloch (Brenner a. a. O, 290 Abb. 14) ist vorhanden. Da nahe Analogien fehlen, sind aus dem ungewöhnlichen Stück für die allgemeine Chro­ nologie keine maßgebenden Schlüsse zu ziehen. 3) Vgl. S. 10. *) Die einzelnen Gräber sind mit den Nummern des KatalogB (S. 80ff.) bezeichnet.

34

Chronologie.

Gruppe II,

Grab Nr. 1.

an, ist aber bereits jünger. Die Münzdatierung ergibt sich aus einem in einer italischen Münzstätte geprägten Triens des Zeno (474—491; M 5), der als Anhänger gefaßt und leicht abgenutzt, demnach also erst im 6. Jahrhundert in den Boden gekommen ist. Das Grab enthält als wichtigste Fundstücke ein Paar ausgezeichnet gearbeitete silbervergoldete Bügel­ fibeln mit ovaler Fußplatte und einer aus zwei einander zugekehrten Vogelköpfen gebildeten — Köpfplatte. Gegen Götze, der diese Fibeln für ostgotischen Import aus Italien ansehen w ollte1), machte schon Brenner mit Recht geltend2), daß sie ihrer Form nach zu der an Varianten reichen typisch thüringischen Fibelgruppe mit unregelmäßig gebildeter lap­ piger Kopfplatte gehören. Die einander zugekehrten ,,Adlerköpfe“ , auf deren Ableitung Götze seine Vermutung stützte, finden sich zwar an italisch- und südrussiscli-gotischen Schnallen und sind zweifellos ein auf das „gotische“ Kunstgewerbe in Südrußland zurück­ gehendes Zierelement; da sie aber auch in der ungarischen Gruppe Bacs-Ordas 3) und, als Zeugnis von Übertragung, auf nicht gotischen Fibeln französischer und süddeutscher H erkunft4) Vorkommen, erlauben sie weder auf Zeitstellung noch auf Herkunft der Wei­ marer Fibeln einen Rückschluß. Ferner weist Götze auf eine technische Einzelheit hin, der man in der gotischen Kunst verschiedentlich begegnet: auf den eingeschliffenen Kreis des spitzovalen Almandins der Fußplatte. Da dieser indessen auch auf der in das 7. Jahr­ hundert datierten Scheibenfibel von Schretzheim Grab 26 (Taf. 11 B, 3) auftritt, kommt ihm kein Zeit oder Herkunft bestimmender Wert zu. Man wird also an der Einordnung in die kürzlich von H. Kühn zusammengestellte thüringische Fibelgruppe mit unregel­ mäßiger Kopfplatte 5) festhalten müssen. In der Verzierung mit großen plangeschliffenen Almandinen (besonders typisch ist das spitzovale Feld der Fußplatte) stehen dem Weimarer Fibelpaar einige Fibeln mit ovaler Fußplatte und rechteckiger oder halbrunder Kopfplatte nahe, die teilweise gleichfalls eines niellierten Rahmens ermangeln 6). Diese Beziehungen machen es unmöglich, die Anfertigung unserer Fibeln vor das zweite Viertel des 6. Jahr­ hunderts zu setzen 7). Die kleine Goldfibel Taf. 1 A, 3 stellt sich in der Art der Cloisonnierung zu dem großen Fibelpaar. Die Beziehungen zu kleinen, auf thüringischem Gebiet recht häufigen Bügel­ fibeln mit Almandinrundeln wie Aberg, Franken Abb. 171 u. 172 sind augenscheinlich8).
*) Götze, Weimar 29. 2) A. a. O. 330. 3) Vgl. S. 32 mit Anm. 5. ’ ) Veeck Taf. 22 A, 6 ; Aberg, Franken Abb. 88 u, 90. 5) Die Fibeln mit ausgezackter Kopfplatte (Thüringischer Typ), in Schumacher-Festschrift (1930) 343 —350 mit Taf. 44f. R) Rechteckige Kopfplatte: Marchelepot und Aguilcourt-Ie-Sart, Aberg, Franken Abb. 191 f. Zu letzterem ein sebr ähnliches Stück vom Weimarer Gräberfeld ( M u b . Weimar), Ferner Schretzheim Grab 372, Jhb. hist. Ver. Dillingen 43/44, 1930/31, 44 Abb. 22. Schretzheim Grab 247, Aberg, Franken Abb. 189. — Halbrunde Kopfplatte: Daumen, Kr. Allenstein, W. G a e r te , Urgeseh. Ostpreußens (1929) Abb. 221 a; Kent (? ), Aberg, Franken Abb. 187. — Die Cloisonnöverzierung des Bügels ist nicht häufig und beschränkt sich auf das 6. Jahrhundert. Am häufigsten findet sie sieh an Fibeln mit gleichbreitem Fuß, vgl. Ercheu, Aberg, Franken Abb. 104, dazu ein fast identisches Stück von Flomborn Gr. 43 (Mus. Worms) und ein ähnliches von Kis-Zombor (Mus. Szeged). Ferner Marchelepot, Aberg, Franken Abb. 105, die Fibeln Freilau bersheim-Oberflacht, Franken Abb. 89 und Veeck Taf, 22 B, 8 ; endlich die Fibel von Wurm­ lingen, Veeck Taf. 21 A, 18. 7) Den wichtigsten Anhaltspunkt für die Zeitstellung der Weimarer Fibeln geben die ihnen nahe verwandten spiral­ verzierten Fibeln von Freilaubersheim-Oberflacht (Franken Abb. 89 und Veeck Taf. 22 B, 8), deren Zusammenhang mit den dureh Hahnheim Gr. 57 in die Gruppe III datierten spiralverzierten Fibeln von Mörstadt und Eichloch (vgl. S. 39 mit Anm. 4) so eng ist, daß an einen erheblichen zeitlichen Abstand nicht gedacht werden kann. 8) Für die Datierung der von Ä b e r g , Franken 117 nur unvollständig zusammengestellten Gruppe ist Grab 6 von Obermöllem (Sachs.-thtir. Jahressehr. 12, 1, 1925, 51 ff. mit Taf. 10) sehr wichtig, wo ein Fibelpaar mit einem tierornamentierten Goldbrakteaten zusammengefunden wurde. Der Typ ist also mindestens noch in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts vorhanden. Die Vermutung V e e c k s (S, 33), daß die beiden württembergischen Stücke Veeck Taf, 21 A, 2 u. 3 in den Anfang des 5. Jahrhunderts gehören könnten, deren typologische Begründung nach Ä b e r g , Franken 117 f. mit Hinweis auf eine undatierte mecklenburgische Bronzefibel Franken Abb. 142 gegeben wird, ist nach den Befun­ den des Weimarer Miinzgrabes und des Grabes 6 von Obermöllern zu berichtigen.

Chronologie.

Gruppe II.

Grab Nr. 2.

Die goldene Scheibenfibel Taf. I A, 4 ist, wie die übereinstimmende Goldfolie zeigt, zugleich mit dem Bügelfibelpaar hergestellt worden. Die vier spitzovalen Felder sind mit grünem durchsichtigem Glas ausgelegt, das sich auch bei den Zellenarbeiten der Stufe FlonheimGültlingen großer Beliebtheit erfreute. Genaue Gegenstücke fehlen. Von Wichtigkeit I ist das Auftreten einer silbertauschierten Eisenschnalle (Taf. X A, 8) in diesem Grab\Zusammenhang. Die Tauschierung ist sehr einfach und unterscheidet sich eindeutig von der reichen mit geometrischen und Tiermotiven arbeitenden Tauschierung der Gruppe V. Sie erinnert dagegen in dem Streifenmuster des Schnallenrahmens an eine Schnalle des Grabes 19 (mit Ortbandzwinge) von Basel-Gotterbarmweg*); nur ist die Streifung des Baseler Stückes wesentlich enger2). Die filigranverzierten zylindrischen Goldanhänger Taf. X A, 5 sind nordwärts der Alpen ohne Verwandte. Den Beziehungen zur Gruppe I, die sich in der Zellentechnik und in der Silbertauschie­ rung der Eisenschnalle offenbaren, stehen solche zu der Gruppe III gegenüber. Auf Grund der Bügelfibeln und der ihnen verwandten Stücke wird man geneigt sein, das Grab in die Zeit vor 550 zu setzen. Die Münze spricht nur gegen eine Datierung in die Gruppe I. Auch das Frauengrab 80 von Weimar {Nr. 2; Taf. I B) gehört in die Gruppe II. Es ist durch eine Nachprägung nach einem Solidus des Zeno ( M 7), die abgenutzt und als Anhänger geöst ist, frühestens in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts datiert. Wie der Vergleich mit zwei französischen Grabfunden zeigen wird, muß man es an das Ende dieses Zeitraums stellen. Es ist sogar nicht unmöglich, daß die Grablegung erst nach der Jahrhundert­ mitte erfolgte; die Anfertigung der im Grabe gefundenen Gegenstände dürfte jedoch vor 550 liegen. Den silbervergoldeten Fünf knöpf fibeln mit gleichmäßig breitem Fuß (Taf. 1 B, 1. 2) steht eine Fibel von Herpes, Dep. Charente, im Britischen Museum3) im Spiraldekor von Fuß- und K opf platte und in der Abrundung des Fußendes so nahe, daß man Gleich­ zeitigkeit beider Stücke annehmen muß. Die Übereinstimmung geht teilweise bis ins Einzelne, so ist z. B. die Zahl der Spiralwindungen die gleiche. Bügel- und Fußmittelsteg der französischen Fibel sind dagegen nielliert, die rhombischen Knöpfe sind wie bei Taf. 1 C u. X D, 1 durch Diagonalstege gegittert4). Ein Kennzeichen der ganzen Fibelgattung ist das stereotyp wiederkehrende Spiralrankenmuster der Kopfplatte, dessen Form durch das Halbrund des Zierfeldes bedingt ist. Es findet sich z. B. bei dem Fibelpaar Taf. 1 D, 1 des münzdatierten Frauengrabes 19 von Chaouilley, Französisch-Lothringen, dessen Be­ fund als Kontrolle für den Zeitansatz des Weimarer Grabes 80 bedeutsam is t 5). Das Grab ist durch einen stempelfrischen Cpler Trienten Justinians I. (BMC Byz. Taf. 4, 14), der sich im Munde der Toten fand, in die Zeit balcf nach der Jahrhundertmitte datiert; eine längere Umlaufszeit kann man der Münze kaum zubilligen. Zum Inventar gehören u. a. zwei goldene Rosettenfibeln (Grundplatte aus Silber) mit Almandineinlagen (Taf. 1 D, 2). Das Bügelfibelpaar vertritt ein typologisch etwas entwickelteres Stadium der
J) Vgl. S. 33 mit Anm. 1. 2) Ein verwandtes Stück erwähnt A b e r g , Franken 86 aus Gr. 14 von Bulach, Glatthal, Kanton Zürich. Vgl. ferner Straubing Gr. 2, Jahresber. d. hist. Vereins f. Straubing u. Umgeb. 31, 1928 Taf. 2, Zwei weitere Schnallen mit früher Tauschierung^stammen auß Eprave, eine aus Samson, Mus. Namur. Auch daa Stück von Groß-Karben, Kr. Friedberg, Oberhessen, Germania 15, 1931, 258f. mit Abb. 4 gehört in diese Gruppe. Die Datierung von B e h r e n s in die Zeit um 450 ist zu früh. 3) Brit. Mus. Guide to Anglo-Saxon Antiquitiea (1923) Taf. 14,6. 4) Etwa in die gleiche Zeitatufo gehört eine Fibel mit Tierkopffuß von Schierstem, Aberg, Franken Abb. 161. Wie bei dem Weimarer Paar sind die halbrunden Knöpfe vertikal gestrichelt. Die auch bei ihr vorhandenen in den Mittelsteg eingesetzten kleinen Glasperlen finden sich zwar im Vergleich zu planen Almandinplättchen selten, sind aber nicht zeitgebunden, vgl. eine „nordische“ Fibel rheinhessischen Fundorte, Lindenschmit, Handbuch Taf. 17, 1, 5) Memoires de la Societe d’archeologie lorraine 54 (Ser. 4, Bd. 4), 1904, 41 ff. mit Taf. 1. (J. V o in o t ), S. Beilage 2, 2 S. 71.

36

Chronologie.

Gruppe II.

Grab Nr. 2— 4.

Weimarer Form, ohne daß man daraus auf einen wesentlichen zeitlichen Abstand schließen könnte. Die Herstellung fällt gleichfalls noch in den späteren Teil der Gruppe II. Ein ähn­ liches Fibelpaar stammt aus Grab 307 W von Lavoye, Dep, Meuse (Taf. I C), und wurde l ipit einer stempelfrischen Nachprägung nach einem Trienten des Anastasius zusammen gefunden 2). Diese beiden Münzgräber, deren Fibeln (über den Typ von Herpes) eng mit deri Weimarer Stücken Zusammenhängen, bestätigen also den auf typologischem Wege gewonnenen Zeitansatz dieser Fibelgruppe durch Aberg (Franken 76) in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts; dessen Datierung des Weimarer Fibelpaares in die Zeit um 500 (a. a. 0 .) ist dagegen zu früh. An württembergischen Funden gehören demnach in Gruppe II: Veeck Taf. 21 B, 9 - 1 5 . 16 ( ? ) ; 2 2 A ,1 (?). 2 - 3 . 7 - 9 ; 2 2 B , 2 2). Die beiden silbervergoldeten S-Fibeln Taf. 1 B, 3 u. 4 gehören zu den typologisch frühe­ sten Beispielen ihrer Gattung. In der einfachen in Kerbschnittechnik ausgeführten Strei­ fung des Tierkörpers ähnelt ihnen ein Stück von Freilaubersheim 3). Die Entstehung der S-Fibel ist noch ungeklärt; die Ableitung von römischen Gürtelhaken, die Salin (a. a. 0 . 82) vorschlägt, ist sehr unwahrscheinlich. Wenn man die große Bedeutung, die dem Vogelkopfmotiv in der gotischen Kunst und als Zeichen gotischen Einflusses bei den übrigen germanischen Stämmen zukommt, in Rechnung stellt, so wird man eher eine selbständige Erfindung dieses Fibeltyps aus gotischen Zierelementcn in der germanischen Welt annehmen müssen. Auf Grund der Münze könnte das Grab von Remagen (Nr. 3; Taf. 2 A ) in die Gruppe II gehören. Die geöste subärate Nachprägung nach einem Solidus des Leo ( M 4; T. p. der Vorlage 457) ist stark abgenutzt. Ihre Umlaufsdauer bleibt ungewiß. Das handgearbeitete Gefäß Taf. 2 A, 3 gehört in die Kategorie der Rippengefäße. Es scheint älter als das in das Ende des 6. Jahrhunderts datierte von Worms-Bollwerk Taf. 6 A, 7. Unsicher bleibt auch, die zeitliche Einordnung des Grabes 35 von Weimar (Nr. 4; Taf. 2 B). Der stark abgenutzte geöste Solidus Valentinians III. ( M 3) ist zu schärferer
J) S. R e in a c h , Cat. illustr. du Musee des Antiqu. nat. & St. Germain-en-Laye 2, 1921, 302 Abb. 170. S. Beilage 2, 2 S. 71. 2) Die nahe verwandten, auf alamannischem (Jebiet recht häufigen Formen Veeck Taf. 21 A, 13 — 15. 17; B, 2 —8 ; 22 B, 1; 23 A, 1; 77 B, 1 —2; G, 2 —4; S I, 3 werden von V e e c k in die Zeit um 450, also noch vor das Childericbgrab, angesetzt. Die geschlossenen Grabfunde, auf die V e e c k seine Datierung stützt, ergeben für eine eo frühe Zeitstellung keine überzeugenden Anhaltspunkte. Das Grab von Heilbronn mit den Fibeln Veeck Taf. 23 A, 1 a —b gehört frühestens in den Anfang des 6. Jahrhunderts. Die Knopfbildung der Fibeln ähnelt der der ohen erwähnten Fibel von Herpes, die FuDVerzierung derjenigen von Schierste in (S. 36 Anm. 4), die beide mit dem münzdatierten Weimarer Paar in die gleiche Zeit- und Stilstufe gehören. Der mitgefundene Silberlöffel Veeck Taf. 30,1 braucht nicht früher in den Boden gekommen sein als der Löffel mit Basena-Inschrift in Weimar Grab 62, Götze, Weimar 26 f. mit Abb. 19, zu dem ein in das 6. Jahrhundert (wohl Gruppe I I ) zu setzendes Fibelpaar (Aberg, Franken Ahb. 186) gehört. Der späte Sigilktateller Veeck Taf. 16, 6 hat eine Parallele in dem münzdatierten Grab 29 von Landau i. Pf. (Nr. 32), das in die Zeitgruppe IV gehört, Taf. 20 B, 11. Er iat für eine Datierung ebensowenig heranzuziehen wie andere in Reihengräbern gefundene römische Keramik, vgl. Grab 18 von Weinheim (Nr. 34 Taf. 23, 15). Der Grabfund von Nagold, Veeck 34 Abb. 7 scheint nicht geschlossen, das Vorhandensein einer Pinzette in einem Frauengrabe, die, wie V e e c k 63 selbst schreibt, nur in Männergräbem aufzutreten pflegt, ist zum mindesten ungewöhnlich. Eg kann nicht überraschen, daß in einem derartigen Zusammenhang eine spätrömische Armbrustfibel mit verlorener Spiralkonstruktion vorhanden ist. Da in dem Grahe bereite vier Fibeln {d. h. die Höchstzahl, zwei zudem vonein­ ander abweichende Bügel- und zwei Vogelfibeln) vorliegen, kann sie nur als Anhänger einer Kette gedient haben (vgl. Taf. 35 A, 4, Cobem, Gruppe V ), wenn sie überhaupt, was ich sehr bezweifeln möchte, zugehörig ist. Für die Datierung des „Grahes“ hat sie jedenfalls auszuscheiden. Als dritten geschlossenen Grabfund führt V eeck 35 ein weiteres Grab von Nagold an (S. 34 Abb. 8 ), dessen Fibeln auf Grund der Keramik und der Perlen gleichfalls in die Zeit um 450 gehören sollen. Die Datierung durch Perlen (vgl. dazu S. 51 Anm. 3 u. S. 54 Anm. 6 ) und durch den unteren Teil einer TerranigraTasse, deren zeitbeßtimmender Wert erst nachgewiesen werden müßte, scheint uns nicht haltbar. Sicher ist ein großer Teil der in Frage stehenden Fibeln etwas älter als die in das zweite Viertel des 6. Jahrhunderts datierte Gruppe WeimarChaouilley-Lavoye; man wird nicht fehlgehen, die ganze Gruppe bereits mit den Männergräbem Flonheim-Gültlingen parallel gehen, d, h. sie Ende des 5. Jahrhunderte beginnen zu lassen, sie aber in ihren Ausläufern his um 550 anzusetzen. Während des zweiten Viertels des Jahrhunderts wird sie von den entwickelteren münzdatierten Formen wie WeimarChaouilley-Lavoyo langsam abgelöst. 3) A. u. h. V. 3 Heft 4 Taf. 6, 3.

37

Chronologie.

Gruppe II und III.

Grab Nr. 4— 8.

Datierung ebenso ungeeignet wie etwa die Solidi des Theodosius I. und Valentinian I. in Weimar Grab 80 (Nr. 2, Gruppe II) und Soest Grab 106 (Nr. 30, Gruppe IV). Die silbervergoldeten Vogelfibeln Taf. 2 B, 1 u. 2 sind in Flügel- und Schwanzbildung niipht so stark schematisiert wie die ans Ende der Gruppe III zu setzenden Gegenstücke vön Worms-Bollwerk Gr. 1 (Taf. 6 A, 3 u. 4). Ob es sich hierbei um einen zeitlichen oder um einen Werkstättenunterschied handelt, bleibt unentschieden. Sicher gehört das AVeimarer Kindergrab, dessen sonstige Beigaben zur Datierung nichts beizutragen vermögen, in das 6. Jahrhundert (Gruppe II oder III). Gruppe II, die nur* eine sehr kleine Anzahl Münzgräber umfaßt, bedarf in ganz besonderem Maße der Ausweitung. Es bleibt noch zu klären, welches die besonderen Kennzeichen der Fundgruppe sind, die den Zeitraum zwischen der Stufe Flonheim-Gültlingen und den Gräbern der Gruppe III ausfüllt. Eine bestimmte Münz- oder Importgruppe ist scheinbar nicht mit ihr zu verbinden. Die hier zur Gruppe II vereinigten Grabfunde bilden also keine archäologische Gruppe im eigentlichen Sinne, da ihnen, was bei ihrer geringen Zahl verständlich ist, verbindende Charakteristika fehlen. Maßgebend für ihre zeitliche Ein­ ordnung sind die absolute Münzdatierung und stilistische Erwägungen.

Gruppe III.

Etwa 550—600.

Gräber Nr. 5—18 (Taf. 3—7). Für die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts ist durch die ostgotischen Silbermünzen und diejenigen Justinians I. aus der Münzstätte Ravenna ein ausgezeichneter chronologischer Fixpunkt vorhanden. Die Untersuchung des Münzumlaufs und der Geschichte der Alpen­ straßen hat ergeben, daß diese italischen Silbermünzen in recht erheblicher Anzahl inner­ halb eines engbegrenzten Zeitraums (Terminus ante quem: 563, besondere Häufung nach 539) über die Alpen gelangten und daß sie sich in unserem Gebiet nur spärlich bis in das frühe 7. Jahrhundert hinein hielten (s. S. 12 u, 28). Die Grabfunde, in denen sie auftreten, werden also durch sie zuverlässig in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts datiert, wobei kein Unterschied herrscht, ob eine ostgotische Silbermünze oder eine solche Justinians I. die Datierung abgibt. Es ist freilich nicht ausgeschlossen, daß ältere Silbermünzen (Theoderich oder Atha­ larich) bereits vor 550 in den Boden kamen. Ob das aber in erheblichem Maße der Fall war, läßt sich aus Mangel an geschlossenen Grabfunden, die derartige Münzen enthalten, nicht entscheiden. Man muß daher zunächst offen lassen, ob das Grab Worms-Schulstraße (Nr. 5; Taf. 3 A) mit seiner Theoderich-Siliqua ( M K / / , 1), von dessen Inventar nur eine einfache, chronologisch indifferente Perlrandschüssel erhalten ist, älter oder jünger als 550 ist. Das beigabenlose Grab von Iffezheim (Nr. 6, mit einer Halbsiliqua des Totila, M 104) gehört dagegen sicher in die Gruppe, und die übrigen hier behandelten Gräber mit italischen Silbermünzen bilden einen reichhaltigen, fest in die zweite Hälfte des 6. Jahr­ hunderts datierten Grundstock, an den sich eine größere Anzahl undatierter Gräber an­ schließen lassen. Die beiden Selzener Männergräber (Nr. 7 u. 8, Taf. 3 B u. 3 C), die sich durch Siliquen Justinians I. ( M 15 u. M K / / , l l j als in diese Gruppe gehörig erweisen, zeigen das Vorhanden­ sein einer Reihe von zeitlich nicht gebundenen Typen in Waffen, Keramik und Glas. Für die allgemeine Chronologie sind die Frauengräber der Gruppe von ungleich größerem Wert. Das Inventar des reichen Frauengrabes 12 von Mengen in Oberbaden, das hier besonders aufschlußreich ist, kann in dieser Arbeit nur gestreift werden; seine endgültige VeröÖent38

Chronologie.

Gruppe III.

Grab Nr. 9— 14.

üchung bleibt der Gesamtpublikation des Mengener Gräberfeldes Vorbehalten. Die beiden leicht abgenutzten Fibelpaare Taf. 4 B *) wurden mit 7 Silbermünzen Theoderichs und anderen chronologisch nicht so bedeutsamen Fundstücken zusammen gefunden. Die Münzen sind leicht abgenutzt, durchbohrt und mit Ringen versehen; sie gehörten zu einem Schmuckgehänge2). Das Grab ist also wohl in die 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts zu setzen, was für die Datierung der großen Bügelfibeln mit gleichbreitem Fuß, deren Anfertigung allerdings vor der Jahrhundertmitte Hegen könnte, bedeutungsvoll is t3). Das Grab von Hahnheim (Nr. 9; Taf. 4 A) mit einer Siliqua des Teja (552—553, M 108) enthält als wichtigste Fundstücke zwei kaum abgenutzte Fibeln mit halbrunder Kopfplatte und rhombischer Fußplatte, die zu einem am Mittelrhein, in Nordfrankreich und Belgien sehr verbreiteten Typus gehören4). Ihre Herstellung fällt in die Zeit nach 550; damit ist für alle übrigen Fibeln der Gruppe eine annähernde Zeitbestimmung gegeben, allerdings mit der Einschränkung, daß Entstehungszeit und Fortleben unsicher sind. Be­ deutsam ist das Weiterleben von Spiralornamentik auf den Kopfplatten der Stücke von Mörstadt nnd Eichloch4). Die sehr stark abgenutzte bronzene Vogelfibel Taf. 4 A, 3 ist ohne nähere Vergleichsstücke. Gleichzeitig mit Hahnheim ist ein Grab von Friedberg (Nr. 10; Taf. 3 E). Von seinem Inventar ist eine kerbschnittverzierte S-Fibel hervorzuheben. Die Münzdatierung in die zweite Hälfte des Jahrhunderts erfolgt durch eine Halbsiliqua des Hildebad oder Witigis ( M 103). Von einem Obrigheimer Frauengrab (Nr. 11; Taf. 3 D) mit Siliqua des Totila ( M 105) ist nur eine Bernsteinkette, eine verzierte Bronzeschere und eine silbervergoldete Scheiben­ fibel mit zentralem Almandin erhalten. Bronzescheren treten in den Reihengräberfeldern im Vergleich zu Eisenscheren gleicher Form nur vereinzelt auf; zeitbestimmenden Wert scheinen sie nicht zu besitzen. Auch Scheibenfibeln des hier vertretenen Typus sind selten5). Köln-Müngersdorf Grab 90 (Nr. 12; Taf. 5) und Unterthürheim (Nr. 13; Taf. 7 A) sind durch Halbsiliquen Justinians I. von Ravenna (M 16 u. 23) in die zweite Hälfte des Jahrhunderts datiert. Neben einem Tummler (Köln) ist das Vorkommen einfacher sil­ berner Scheibenfibeln mit flachen Almandineinlagen, die in Deutschland, Nordfrankreich ' und Belgien sehr verbreitet sind, besonders zu vermerken. An das Ende der Stufe, d. h. um 600, ist das reiche Frauengrab 1 von Worms-Boll­ werk (Nr. 14; Taf. 6 A ) zu setzen; Münzdatierung durch eine Silbermünze des Totila ( M K I I , 9). Das Bügelfibelpaar Taf. 6 A, 1 u. 2 rechnet zu einem am Mittelrhein belieima1) Die Abbildungsvorlagen werden der Freundlichkeit von Präparator Hübner in Freiburg verdankt. 2) Die Münzen sind vom V erf. gesondert behandelt in Bl. f. Münzfr. 68, 1933, 674 ff. = Bad. Fundber. 3, 1933, 89 ff. 3) Damit erhalten verwandte Stücke wie das Exemplar von Concevreux, Dep. Aisne, bei J. P il io y , fitudes aur d ’anciens lieux de sepult. dans 1 ’Aisne 3, 1912 Taf. 6, 4 und Hohenstadt, Württ., bei Veeck Taf. 22 A, 1 ihre Datierung. 4) A b e r g , Franken Abb. 91. Die Verbreitung veranschaulichen folgende Vorkommen: Deutschland: Köngernheim {Rheinhessen) Paar, Friedberg (Oberhessen): W. V e e o k in Württembergische Ver­ gangenheit 1932, 82 mit Abb. 1; Ockstadt b. Friedberg Paar, Mus. Mainz; Trais-Horloff b. Gießen Paar, Mus. Gießen; Mörstadt Paar, Worms Paar, Eichloch, alle Rheinhessen, Mus. Worms; Biblia 2 St., Mus. Darmstadt, Abgüsse 10799 u. 11617 des RGZM Mainz; Rheinhessen, Paar, RGZM O 15360— 61; Kirchheim A. Heidelberg Gr. 131, Mus. Heidel­ berg; Helluiitzbeim, Mittelfranken, German. Mus. Nürnberg, Prähist. Blätter 5, 1893 Taf. 5, I; Speelberg b. Emmerich Paar, Heimatmua. Emmerich; 1 Stck. Mus. f, Knnstgew. Hamburg, Führer Taf. 6, 3. Belgien: Seraing; Mont St, Landeur, Fallais, Mua. Lüttich. — Anderlecht Paar; Harmiguies 2 Paar 1 St., Mua. Brüssel. — Ihy, Mus. Namur. Frankreich: alle im Mus. St. Germain: Arcy Ste. Restitue Gr. 2318, Inv. 36252; Armentiörea Gr. 237 Paar, Inv. 36278; Breny Gr. 862 Paar, Inv. 36569; ein bronzenes provenienzlosea Exemplar der Slg. Moreau; Gourbillac b, Jamac, Dep. Charente, Abguß 31032; R«ima Paar, Inv. 27248; Ardennen Paar, Inv. 34220. — Les Maillys, Cöte d’ Or, Paar, Revne dea Musees 1925 Nr. 3, 107 Abb. 3 —4. England: Chatham Lines, Kent, Äberg, Anglo-Sax. Abb. 162. 5) Vgl. z. B. Deißlingen, Veeck Taf. T I, 8 a —b, in der Ornamentik stark abweichend.

39

Chronologie.

Gruppe III.

Grab Nr. 14 und 15.

teten, aber auch in Nordfrankreich vorkommenden Typus *) und ist vollkommen werk­ stattfrisch. Es steht einer flecht band verzierten Fibel vom gleichen Gräberfeld, die überdies mit einem ganz ähnlichen Tongefäß wie Taf. 6 A, 7 zusammen gefunden wurde, in der Form der Knöpfe und in der Verzierung recht nahe 2). Auch die Verwandtschaft mit dem Kölner Fibelpaar Taf. 8,1 u. 2 ist nicht zu übersehen3). Da sowohl diese Wormser Fibel wie der Kölner Grabfund bereits in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts zu setzen sind (s. S. 50), wird man die Anfertigung des Fibelpaares von Worms-Bollwerk Grab 1 ganz an das Ende des 6. Jahrhunderts verlegen dürfen. Die für eine große Anzahl mittelrheini­ scher Bügelfibeln charakteristische geometrische Verzierung kommt also um die Jahr­ hundertwende auf undvist, wie ihr reichliches Vorkommen in der Gruppe IV zeigt4), jünger als die Mäander-, Rhomben- und Spiralverzierung der im gleichen Gebiet verbreiteten Fibelgruppe Typ Hahnheim Taf. 4 A, 1 u. 2. Etwas älter, da verhältnismäßig abgenutzt, sind die beiden silbervergoldeten Vogelfibeln des Grabes (Taf. 6 A, 3 u. 4 ); der Typ fehlt bisher in datierbaren Fundzusammenhängen des 7. Jahrhunderts, sein Vorkommen am Ende des 6. Jahrhunderts ist daher beachtenswert. Daß die AVormser Beispiele den Vogelfibeln des AVeimarer Kindergrabes 36 (Taf. 2 B, 1 u. 2 ) nahe stehen, ist bereits betont worden; es ist nicht unwichtig, daß die Münze des letzteren einen Terminus post quem ergäbe, der 116 Jahre vor dem durch die Totilamünze gegebenen liegt. Sieblöffel der in unserm Grabe vertretenen reich verzierten Form mit bandförmigem Stiel sind sehr selten; die wenigen bekannten Exemplare5) dürften daher kaum auf einen sehr großen Zeitraum zu verteilen sein. Die Stücke aus dem Gammertinger Helmgrab (s. S. 57) nnd aus dem Frauengrab 38 von Güttingen 6) sind in die erste Hälfte des 7. Jahr­ hunderts datiert und liefern somit ein weiteres Argument, das Wormser Grab innerhalb der Gruppe III sehr spät anzusetzen. Ein Unikum ist die Tonlampe Taf. 6 A, 6 mit vier Schnauzen, zu der Brenner nur auf kaiserzeitliche Vergleichsstücke aus dem freien Ger­ manien hinweisen konnte 7). Das handgearbeitete Tongefäß mit geripptem Bauchumbruch Taf. 6 A, 7 gehört zu einer kleinen auf Rheinhessen und Starkenburg beschränkten Gruppe der zweiten Hälfte des 6. und des frühen 7. Jahrhunderts, die von der alamannischen Rippenkeramik (Veeck Taf. 13) wohl zu unterscheiden ist und eher zu gewissen thüringi­ schen Gefäßen Beziehungen aufw eist8). In Ermangelung chronologisch auswertbarer Beifunde wird man es offen lassen müssen, ob das Doppelgrab von Bruchsal (Nr. 15, Taf. 6 B j der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts angehört oder etwas älter oder jünger ist. Die Umlaufszeit des subäraten Trienten des Athalarich ( M 33) ist nicht näher bestimmbar.
1) Zu den von A b e r g , Franken 137 f. mitgeteilten Exemplaren kommen hinzu: 1 St. von Nancy, Mus. Nancy; 3 St. von Niederbreisig, Mus, f. Vor- u. Frübgesch. K öln; 1 St. von Kärlich, Slg. Dr. Arnoldi, Abguß 11028 des RGZM Mainz; 1 St. von Schwarzrheindorf, Mus. f. Vor- u. Frühgesch. Berlin I i 2192, Vgl. jetzt auch die Liste von H. K ü h n in IP E K 1932/33, 116. *) A. u. h. V. 5, 430 Abb. 6, 1 u. 429 Abb. 5, 9. а) Vgl, anoh Monceau-le-Neuf, Dep, Aisne, Aberg, Franken Abb. 206, 4) Vgl. S. 50 n. 57 und das Fibelpaar von Weinheim Taf. 23, 1 u, 2. б) Ganimertingen, Gröbbels Taf. 9, 1; Pfullingen, Veeck Taf. 46 B, 3; Biilach Gr. 4, Mua. Zürich Inv. 27326; Schwaz in Nordböhmen, P ic , Starozitnosti zeme ceske 3, 1, 1909, 43 Abb. 22, 1. Es ist bemerkenswert, daß in Sebwaz zu­ sammen mit dem Löffel ein aus Silberbleeh ausgeschnittener Fisch (a. a. 0. Abb. 22, 4) gefunden wurde, der dafür spricht, daß der ganz ähnliche Pfullinger Fisch Veeck Taf. 46 B, 6 zu dem Löffel gehörte. Es ist nicht unmöglich, daß diese Löffel ursprünglich für den christlichen Kult angefertigt waren. 6) Germania 17, 1933, 37. ?) PZ 2, 1910, 81. Eine ganz ähnliche Lampe wurde kürzlich in einem Grabe des 6. Jahrhunderts im Gräberfeld Celakowitz bei Prag gefunden. 8) Durch B r e n n e r in A. u. h. V. 5, 429 f. mit Abb. 5 f. zusammengestellt. Es kommen hinzu: Albisheim, Wiesoppenheim, Gimbsheim (Mus. Worms), Darmstadt-Windmühle (Mus. Darmstadt). Vgl. für Thüringen die Hinweise A. u. h. V. 5, 429 und Götze, Weimar Taf. 16, 1 —5 u. 12.

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Chronologie.

Gruppe III (Grab Nr. 16— 18) und IV.

Die Gräber von Erfurt (Nr. 17; Taf. 6 C), Köln-Müngersdorf Gr. 135 (Nr. 16; Taf. 7 B) und Thalmässing Gr. 2 (Nr. 18; Taf. 7 C) gehören entweder in die zweite Hälfte des 6. oder in das 7, Jahrhundert. Die Münzen (M 42, -5-5, 172) lassen eine genaue Datie­ rung nicht zu.

Gruppe IV.
Gräber Nr. 19—36 (Taf. 7 D—24).

Etwa 600—650.

Gruppe IV oder V: Gräber Nr. 37—45 (Taf. 25—28).

Die langobardischen Altertümer Italiens sind wegen ihres merowingischen Charakters, wie Brenner treffend als Gegensatz zur südrussisch- und italisch-gotischen Kultur for­ muliert, für die Chronologie der deutschen Reihengräberfunde von größter Bedeutung, denn für ihr Auftreten auf italischem Boden ist in der langobardischen Landnahme von 568 ein absoluter Terminus post quem gegeben. Das hat man früh genug erkannt und für chronologische Schlüsse zu verwerten gesucht. Neben einer beschränkten Anzahl einzelner Grabfunde stehen vier große Gräberfelder zum Vergleich mit dem mitteleuropäischen Material zur Verfügung: Cividale und Testona in Oberitalien, Castel Trosino und Nocera Umbra in Mittelitalien1); von ihnen sind Castel Trosino und Nocera Umbra wegen der Reichhaltigkeit ihrer Funde besonders wichtig. Alle vier Grabfelder gehören zufolge Münzdatierung in Castel Trosino und Nocera Umbra (vgl. Beilage 3 S. 74—76) und archäolo­ gischer Gleichförmigkeit sicher in die langobardische Z e it 2) ; nur Testona scheint einige ältere Gräber ergeben zu haben, ohne daß sich aber eine kontinuierliche Belegung nachweisen ließe 3). Der Beginn der Grabfelder von Nocera Umbra und Castel Trosino ist aus historischen Gründen in die Zeit nach 571 bzw. 578 zu verlegen 4), ihre Belegung vor 600 wird also relativ gering gewesen sein. Dadurch erfährt der Wert des Jahres 568 für die allgemeine Chronologie bereits eine gewisse Einschränkung. Für die Auswertung des langobardischen Materials ist eine Klarstellung, welcher Art die Beziehungen und Übereinstimmungen mit den Reihengräberfunden nordwärts der Alpen sind, nicht zu umgehen. Man hat dabei zwischen einer allgemeinen Gleichförmigkeit des archäologischen Formengutes der westlichen Germanenstämme, die den „merowingi­ schen“ Charakter der langobardischen Hinterlassenschaft bedingt, und zwischen dem Auftreten typisch langobardischen Formengutes nördlich oder typisch süddeutschen Materials südlich der Alpen scharf zu unterscheiden. Die gemeinwest germanischen Züge, die etwa in Waffen-, Schnallen- und Fibelformen offenbar werden, sind chronologisch nicht näher auswertbar. Anders steht es um die erst in Italien ausgebildeten Formen, die nach der langobardischen Landnahme über die Alpen gelangten und im dortigen Formenschatz fremd sind. Sie sind Zeugnisse einer gesonderten italischen Entwicklung und müssen,
J) Cividale: das Gräberfeld ist als Ganzes nicht veröffentlicht, die wichtigsten Fundstücke finden sich bei Salin, Aberg, Goten und bei F o g o la r i, Cividale del Friuli (1906). — Testona: C. C a la n d r a , Di una Necropoli barbarica scoperta a Testona, in Atti della Soc. di archeol. e belle Arti per la prov. di Torino 4, 1, 1880, 17 —52. — Castel Trosino: M e n g a r e lli, La Necropoli barbarica di Castel Trosino, in Monum. Antichi dei Line. 12,1902,145 —380 mit Taf. 1 — 14. — Nocera Umbra: A. P a s q u i u, R. P a r ib e n i, Necropoli barbarica di Nocera Umbra, in Mon. Antichi dei Line. 25, 1919, 137-352. 2) Dem Versuch S, L in d q v is t s (Vendelkulturens &Ider och ursprung, 1926, 184 ff.), Nocera Umbra der Ostgotenzeit zuzuweisen, ist bereits N. A b erg in Mannus 19, 1927, 276 ß. mit überzeugenden Argumenten entgegengetreten. L in d q v is t ging bei seiner Theorie davon aus, daß in dem Gräberfeld jüngere Münzen als solche von Justinian I. (527 — 565) nicht vorhanden seien. Ahgesehen von den, wie A b e rg mit Recbt hervorhebt, sehr engen Beziehungen zum münzdatierten Castel Trosino wird diese für sein chronologisches Schema grundlegende Annahme L in d q v is t s durch den Münzbefund der Gräber 56 nnd 85 widerlegt. Grab 56 enthält einen Ravennater Solidus Justinians I, (gepr. nach 555), Grab 85 einen Ravennater Solidus Justins II. (gepr. nach 565), vgl. Beilage 3 S. 76. Die Münzen sind also erst nach dem Fall des Ostgotenreichs zur Emission gelangt. 3) A b erg , Goten 39. 4) Vgl. S. 29 mit Anm. 1.
Geriu. DenVwäler cl. Völker wan ilern D ^ z e il 3. W erner.

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weil man in ihnen unzweifelhaftes Importgut feststellen kann, als archäologischer Nieder­ schlag von Handels- und Verkehrsbeziehungen gewertet werden1). Da dieser Import verhältnismäßig stark und chronologisch einheitlich auftritt, ist er in seiner Masse aus den oben (S. 28f.) dargelegten Gründen nördlich der Alpen nicht vor 591 denkbar. Damit ist ein dem Jahre 568 bei weitem überlegener Fixpunkt für die Gesamtchronologie gewonneu. Wir sind gezwungen, auf diese Frage näher einzugehen, da die meisten münz­ datierten Gräber unseres Gebietes, die sich bereits durch die Beigabe ausländischer Münzen als reich ausgestattete Gräber hervorheben, derartiges Importgut oder andere Fundstücke, die in irgendeiner Hinsicht Beziehungen zum italischen Material aufweisen, enthalten. In diesem Zusammenhang ist es freilich nicht möglich und auch nicht erforderlich, sämtliche aufzeigbaren Beziehungen und gegenseitigen Beeinflussungen zu erörtern; es genügt, für den Nachweis des Imports einige besonders bezeichnende Typen herauszugreifen und die in den Münzgräbern auftretenden, in Italien beheimateten Ornamentmotive und Techniken einer kurzen Untersuchung zu unterziehen. Fremdgut ist in der Zone nordwärts der Alpen das sogenannte koptische Bronze­ geschirr (vgl. Beilage 4 S. 7 6 f .) 2). Die 26 in Mitteleuropa gefundenen gegossenen Bronze­ gefäße, zu denen sich 15 südenglische gesellen 3), sind im Süden hergestellt. Außer der Güttinger Pfanne mit griechischer Inschrift4) und dem Pfahlheimer Gefäß Taf. 30, 41 mit einem Tintenfischfries zeigt das ihr Vorkommen in langobardischen Gräbern Italiens 5), in Spanien6), Ägypten 7) und Südrußland8) und das Vorhandensein technisch abweichender einheimischer Nachahmungen in süddeutschen Reihengräbern (vgl. S. 61 f.). Ihre Verbrei­ tung (Taf. 37, 2), durch vollständiges Fehlen in Frankreich gekennzeichnet, läßt nur die Möglichkeit offen, daß sie über die nördlichen Alpenstraßen in unser Gebiet gelangten. Eine zweite große, nicht in Süddeutschland bodenständige Gruppe sind die Gold­ blattkreuze (vgl. Beilage 5 S. 77f.). Sie finden sich in den langobardischen Gräbern Italiens sehr häufig; zum größten Teil sind sie unverziert, eine kleine Gruppe ist mit ein­ gepreßtem Tierornament versehen. Die Sitte, auf die Kleidung aufgenähte Goldkreuze zu tragen, haben die Langobarden von der italisch-byzantinischen Bevölkerung über­ nommen; auch im byzantinischen Ägypten war sie bekannt9). Das Auftreten von Gold­ blattkreuzen in Süddeutschland kann nur mit Italien in Verbindung gebracht werden, wie schon Brenner sah 10). Möchten wir auch bei einzelnen die Möglichkeit offen lassen, daß sie im Lande hergestellt wurden — ohne südliche Vorlagen wären sie nicht denkbar. Sehr wichtig sind einige dieser Kreuze wegen ihres ausgebildeten Tierornaments, da man
1) Vgl. zum archäologischen Nachweis frühmittelalterlicher Handelsbeziehungen meine Arbeit „archäologische Zeugnisse für merowingischen Handel in Ostpreußen“ in Germania 17, 1933, 277 ff. 2) Über die Herkunftsfrage M. C o n w a y , Burgundian Buckles and Coptic Influencea, in Proc. Soc. of Antiqu. of London 2. ser. 30, 1917/1918, 79 ff. Eine Neubearbeitung dieses Bronzegeschirrs ist vom Verfasser geplant. :1 Zusammengeßtellt bei Aberg, Anglo-Sax. 207. ) 4) Germania 17, 1933, 36 ff. u. 114 ff. c) Becken der Form Taf. 34,6 : Castel Trosino Gräber F, 36,90,142; Nocera Umbra Grab 27; ferner: Civezzano b. Trient, Cividale (2 St.), St. Eustachio b. Breaeia, Sutri, bei Aberg, Goten 150 ff., Chiuai (Mus. St. Germain); eine Pfanne der Form Beilage 4, 13—15 S. 77 aus Cividale (Mua. Cividale), eine Fußachale von Nocera Umhra Grab 71; eine Kanne Nocera Umbra Gr. 17, N, U. 198 Abb. 45 und Beilage 3 S. 76, eine Kanne von Prepotto b. Cividale (Mua. Triest). Zusammen: 15 Stück. c) Zwei Kannen der Form Taf. 29 B, 5 aus La Graasa u. eine unbek. Fundorts im Mua. Madrid, H. Z e iß , Die Grab­ funde aus dem Bpanischen Westgotenreich (1934) Taf. 29, 9— 10. 7) Identisch mit den europäischen Becken der Form Taf. 34,6 ist ein aua Kairo stammendes Becken in der islamischen Abteilung der Berliner Staatlichen Museen, Inv. I 1483. Vgl. sonst den in Anm. 2 zitierten Aufsatz von M. C on w ay . 8) Ein Becken der Form Taf. 34,0, unbekannten aüdrussischen Fundorts in der Slg. Khanenko, Kiew, Coll. Klianenko 4, 1901 Taf. 9 Nr. 208. 9) Ein koptisohes Goldkreuz vom Gräberfeld Achmim-Panopolis bei R, F o r r e r , Reallex. d. prähiat. klass. u. frühchristl. Altertümer (1907) 425 Abb. 8 und ders., Die frühchristlichen Altertümer von Achmim-Panopolis Taf. 13, 14. 10) A. a. O. 325.

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an sie eine Reihe von Bügelfibeln mit flächendeckender Tierornamentik anschließen kann. Die Verbreitung der Goldkreuze an der oberen Donau, d. h. am Ausgang der Bündner Alpenstraße, und im bajuwarischen Gebiet an Inn und Salzach (vgl. Taf. 38, 3) zeigt ganz deutlich^ daß diese Landschaften dem italischen Einfluß ganz besonders zugänglich waren. Es sind dieselben Gebiete, in denen auch langobardische Trienten nach Mauricius Tiberius Vorkommen, und es ist in dieser Hinsicht nicht unwichtig, daß das Güttinger Goldkreuz (Beilage 5 ,4 S. 77) den Abdruck eines derartigen Trienten trägt1). Außer dem „koptischen“ Bronzegeschirr und den Goldkreuzen finden sich in Süddeutsch­ land weitere sicher eingeführte Altertümer, die gesammelt vorzulegen nicht Aufgabe die­ ser Untersuchung sein kann 2). In Italien lassen sich wiederum gewisse Altertümer auf­ zeigen, die entweder süddeutsches Einfuhrgut sind oder auf solches zurückgehen 3). Die Importgruppen und die unten erörterten weiteren Zeugnisse italischen Einflusses, zu denen die langobardische und die spätere byzantinische Münzgruppe hinzutreten, reichen zusammen bereits mengenmäßig aus, um die Handels- und Verkehrsverbindungen über die Alpen als recht lebhaft erscheinen zu lassen. Daß es sich dabei um eine chronolo­ gisch einheitliche Gruppe von Altsachentypen handelt, veranschaulicht die tabellarische Zusammenstellung geschlossener Grabfunde, in denen diese Typen miteinander vergesell­ schaftet erscheinen. Die aus der Tabelle Beilage 6 (S. 78f.) ersichtliche durch italischen Im ­ port gekennzeichnete Stufe findet ihre untere Grenze in Gräbern mit in Fingerringe gefaßten Sohdi desHeraclius der Gruppe V und ihre obere Grenze in Beziehungen zur Gruppe III (s. S. 50f.). Beilage 6 Nr. 3, 4 u. 6 (S. 78, früheste Münzen, goldene Scheibenfibeln mit engem Zellen werk, Beziehungen zur Gruppe III) zeigen, daß diese Stufe erst gleich­ zeitig mit dem Einströmen der wichtigsten Leittypen, des „koptischen“ Bronzegeschirrs und der Goldkreuze, über die Alpen beginnt. Dadurch ist ihre Geschlossenheit gesichert, denn sowohl „koptisches“ Bronzegeschirr wie Goldkreuze finden sich nach Beilage 6 Nr. 13— 15 S. 78 f. auch an der unteren zeitlichen Grenze. Man darf hieraus die Folgerung ziehen, daß es sich um den archäologischen Niederschlag geregelter, zu einem bestimmten Zeitpunkt beginnender und in der Folge nicht unterbrochener Handels- und Verkehrs­ beziehungen handelt, für die erst nach 591 die politischen Voraussetzungen vorhanden waren.
*) Gegenüber dem Gutachten von R o lle r (Mein Heimatland 20, 1933, 166 f.) möchte ich nach Beurteilung des GipseB daran festhalten, daß es eich um den Abdruck eines Trienten wie Taf. I I 67— 71 handelt. 2) Als besonders augenfällige Beispiele seien genannt; die Bügelfibel Schretzheim Gr. 226b (Harbauer Kat. I Abb. 2; Aherg, Franken Abb. 230), vgl. dazu die zahlreichen italischen Stücke Aberg, Goten Abb. 91, 04 —98 usw. — Drei gleiche Bügelfiheln von Thalmässing, Mittelfranken, in der Prähist. Staatsslg. München (eine abgebildet bei F. B eh n , Altgermanische Kunst (1927) Taf. 10 oben rechts), zu ihnen vgl. ein langobardisches Stück von Imola bei Aberg, Goten Abb. 99. Den Ausschlag für die Annahme der Herstellung der Thalmässinger Fibeln in Italien gibt ein in Süddeutschland und am Rhein durchgängig fehlendes, an langobardischen Fibeln recht häufiges charakteristisches Detail: die raupenförmige Bügeleinfassung. Sie scheint von den Langobarden bereits in Pannonien übernommen worden zu sein; vgl. die Fibel von Groß-Harras, Niede röste rr., Salin Abb. 49, die auch B re n n e r (a. a. O. 296) in die erste Hälfte des 6. Jahrhnnderts datiert. Für mögliche Übernahme dieses Details aus einem siebenbürgischen Kreis wären Salin Abb. 55 nnd Hampel 3 Taf. 54, 2 heranzuziehen. Italische Vorkommen z. B. bei Aberg, Goten Abb. 69, 84, 85, 88, 92, 94 —98, 106. — An Gürtelgarnituren sind italischer Herkunft z. B. die Riemenzunge von Weingarten (hier S. 57 u. Taf. 24 B ), eine goldene gepreßte Garnitur von Trebur (Starkenburg), Hess. Quartalsbl. NF. 2, 1900, 835 Taf. 68, 10 —12 u. L in d q v is t , Vendelkulturens älder 79 Abb. 100 — 103, vgl. dazu Nocera Umbra Gr. 1 (N.U. 163 Abb. 8 — 11; Aberg, Goten Abb. 240, 245, 249), hierüber jetzt H. Z e iß in Forsch, u. Fortschr. 11, 1935, 18. Ferner eine gegossene Silberschnalle von Langenenslingen, Hohenzollem, Lindenschmit, Handbuch Abb. 317 und eine ähnliche von Bülach (Kanton Zürich), Mus. Zürich Inv. 27401, vgl. dazu Krainburg Gr. 6 (Jhb. f. Altertumskde. I, 1907, 71 Abb. 12), Nocera Umbra Gr. 18 (N, U. 201 Abb. 49 —51) und Nocera Umbra Gr. 36 (N. U. 235 Abh. 77), endlich die gegossenen Silberbesehläge mit ausgeschnittenen Ornamenten von Basel-Bemerring Gr. 33 (vgl. Beilage 2 S. 72). 3) Hierher gehören die „nordischen“ Fibeln italischen Fundortes wie die Stücke von Cividale, Aberg, Goten Abh. 65 — 66 und F o g o la r i, Cividale dei Friuli (1006) Abb. S. 34. Zu ihnen vgl. drei sehr ähnliche Stücke von Dagersheira, Württ., Veeck Taf. 24 B, 1, Beringen, Kanton Schaffbausen, ASA NF 13,1911 Taf. 1, 2 (zus. mit einer goldenen Scheiben­ fibel mit engem Zellenwerk), und Güttingen, A. Konstanz, unpubl. Ferner Testona, Aberg, Goten Abb. 64; Nocera Umbra Gr. 10 u. 22, Aberg, Goten Abb. 67 f., vgl. dazu die beiden Nordendorfer Stücke Aherg, Franken Abb. 118 f.

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Neben dem eigentlichen italischen Import ist das Auftreten ijeuer aus dem Süden stam­ mender Verzierungstechniken und Ornamentmotive für die Chrpnologie der mitteleuropäi­ schen Reihengräberfelder nicht minder wichtig. Diese Einflüsse lassen erst die große Be­ deutung recht erkennen, welche die Beziehungen zum langobardischen Italien für die Ent­ wicklung des Kunsthandwerks in Süd- und Westdeutschland besitzen. Euges Zellenwerk, Filigran- und Preßtechnik und Bandornamentik waren die wesentlichsten aus Italien kommenden Neuerungen. Die alamannischen und fränkischen Werkstätten eigneten sie sich schon in kurzer Zeit so vollständig an, daß es meist unmöglich ist, aus Italien ein­ geführte Stücke von den Erzeugnissen des einheimischen Handwerks zu unterscheiden. Unter diesen Techniken steht die engzeilige Cloisonnearbeit an erster Stelle. Ihre süd­ liche Herkunft läßt sich am besten an einer Scheibeijübelgruppe nachweisen, die in sieben münzdatierten Grabfunden vorkommt und chronologisch besonders scharf erfaßt werden kann. Südlich wie nördlich der Alpen finden sich, teilweise in ganz gleicher Aus­ führung, goldene Scheibenfibeln mit engem Zellenwerk1), das meist mit Almandinen, seltener mit einer jetzt vergangenen Paste ausgelegt ist (Taf. 17, 3). Besondere, wenn auch nicht bei allen Stücken vorhandene Kennzeichen sind eine auf die Zierfläche aufgesetzte runde Mittelzelle (Taf. 10, 4 u. 16 A, 1 u. unten Anm. 1 Nr. 5, 12, 19, 21, 23, 26, 30) und goldene filigranverzierte Nadelhalter sowie goldene Achsenträger (Taf. 11 B, 4 u. 17, 3 u. unten Anm. 1 Nr. 1—3,7,10,14,17,23,26). Durch die gewölbte Mittelteile werden die festländischen Stücke mit den reich verzierten kentischen Fibeln vom Typ Kingston verbunden2). Eine bis­ her nur nordwärts der Alpen angetroffene Besonderheit sind vertiefte filigranverzierte Mittel­ felder (Taf. 11 B, 3 u. 4; 12 B, 3 u, 4; vgl. unten Anm. 1 Nr. 35—38, und die Kölner Silber-*) Verzeichnis der Scheibenfibeln mit engem Zellenwerk: Italien: 1. Nocera Umbra Gr. 17, s. Beilage 3 S. 76, N.U. Taf. II; 2. Nocera Umbra Gr. 150, Aberg, Goten Abb. 126; 3. Castel Trosino Gr. 168, Aberg, Goten Abb. 127; 4. Belluno, Aberg, Goten Abb. 128; 5. Lingotto, Aberg, Goten Abb. 129; 6. Imola, Zeitschr. f, Ethn. 23, 1891, 24 Abb. 16; 7. Campanari-Caßtelfidardo, Mus. f. Vor. u. Frühgesch. Berlin IV h 80; K ram : 8. Krainburg (langob., Paar), Mitt. d. k. k. Zentralkomm. 1900, 134 Abb. 1 u. 2. Nordwärts der Alpen: 9. Marilles, Brabant, Bulletin monumental 55, 1889, 69 ff. u. Taf.; 10. Soest Gr. 106, uns. Taf. 17,3; 11. Kalscheuren, Kr. Köln, Rheinprov., H, B o s s e r t, Gesch. d. Kunstgewerbes 1, 1928, 85 Abb. 1, Führer d. Provinzialmus. Bonn Taf. 31, 1, identisch mit A. u. h. V. 3 H. 9 Taf. 6, 3; 12. Andernach, Abguß RGZM 8218; 13. Wiesoppenheiin, Kr. Worms, Rheinhessen, Lindenschmit, Zentralraus. Taf. 2, 3; 14. Beringen, Kanton Schaffhausen ASA NF 13, 1911, Taf. 1, 1; 15. Waizen, A. Waldshut, Mus. Schaffhausen (Hinweis F. Garscha), identisch mit ASA NF 13, 1911, 22 Anm. 2; 16. Güttingen, A. Konstanz, Oberbaden, Germania 17, 1933, 3 6 f.; 17. Täbingen, O.A. Rottweil, Württ., Germania 16, 1932 Taf. 5, 6 ; 18. Pfullingen, O.A. Reutlingen, Württ., Veeck Taf. 20 A, 2; 19. Gammertingen, O.A. Sigmaringen, Hohenzollem, uns. Taf. 16 A, 1; 20. Heidenheim, O.A. Heidenheim, Württ., Veeck Taf. 26 A, 1; 21. Herbrechtingen, O.A. Heidenheim, Württ., uns. Taf. 10, 4; 22. Schretzheim Gr. 22, Bayer. Schwaben, L in d q v is t , Vendelkulturens älder 158 Abb. 184; 23. Schretzheim Gr. 23, Aberg, Franken Abb. 111, L in d q v is t a . a. O. 158 Abb. 179; 24. Schretzbeim Gr. 513, Germania 17, 1933, 132; 25. Munningen Gr. 6, B.A. Nördlingen, Bayer. Schwaben, 65. Jahresber. d. hist. Ver. f, Mittelfranken 1928/1929 Taf. 5, 6 ; 26. Nordendorf, B.A. Donauwörth, Bayer. Schwaben, Lindenschmit, Handbuch Taf. 20, 1 u, 2, A. n, h. V. 2 H. 3 Taf. 6, 2 u. 3; 27. Nordendorf, Lindenschmit, Zentralmus. Taf. 2, 3; 28. Rheinhessen, B. B r o w n , The Arts in Early England 2, 1915 Taf. D II.; 29. Elsaß, H e n n in g , Denkm, d. elsäss. Alt. Slg. (1912) Taf. 60, 16; 30. Württemberg, A. u. h. V. 2 H. 12 Taf, 8, 18; 31. Fundort unbekannt. Lmdenßchmit, Handbncb Taf. 20, 3, identisch mit H o u b e n -F ie d le r , Denkm. v. Castra Vetera (Xanten 1839) Taf. 22, 9; 32. Fundort unbekannt. Brit. Mus. Guide to Anglo-Sax. Antiqu. (1923) Taf. 15, 3; 33, Fundort unbekannt, Cat. de l ’Expos. internationale d ’Art byzantin (Paris 1931) Nr. 355 d. S. 119, Slg. Behague, Paris. Der Gruppe sind im weiteren Sinne zuzurechnen: 34. Soest Gr. 165, Westfalen, uns. Taf. 19, 1, und die Scheibenäbeln mit drei vertieften Feldern: 35. Niederselters?, Kr. Limburg, Heesen-Nassau, Paar, uns. Taf. 12 B, 3 u. 4; 36. Schretzheim Gr. 26, B. A. Dillingen, Bayer. Schwaben, uns. Taf. 11 B, 3 u. 4; 37. Niederflorstadt, Kr. Fried­ berg, Oberhessen, Paar, Mus. Damistadt; 38. Fundort unbekannt, Brit. Mus. Guide to Anglo-Sax. Antiqu. (1923) Taf. 15, 6. — Angeblich aus Spanien (Cordoba) stammt ein Stück mit Mittelbuckel bei H. Z e iß , Die Grabfunde aus dem span. Westgotenreich (1934) 20 f. u. Taf. 6, 6. Mit den goldenen Fibeln sind engzeilige Silherfibeln eng verwandt wie: Achenbeim, Elsaß, H e n n in g , Denkm. d. eisäse. Altert. Slg. Taf. 60,4, uns. Beilage 6. 10 S. 78; Hahnheim, Rheinhessen, W Z 14, 1895 Taf. 20, 5; Sindelfingen, Württ., Lindenschmit, Zentralmus. Taf. 2, 1; Oberstotzingen, Württ., Veeck Taf. 26 A, 6. 2) Aberg, Anglo-Sax. Abb. 206. D e B a y e , dem scheinbar die süddeutschen und italischen Vorkommen noch nicht bekaunt waren, hielt die Fibel von Marilles oben Anm. 1 Nr. 9 für angelsächsischen Import (Les bijoux francs et la fibule anglo-ßaxonne de Marilles, Brabant, in Bulletin monumental 55, 1889, 69—77).

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Chronologie.

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fibeln Taf. 8, 3 u. 4). Da die einzelnen Fibeln stark variieren, kann bei dieser Scheibenfibelgruppe, bei deren Verbreitung die Fundanhäufung an der oberien Donau ähnlich wie bei dem „koptischen“ Bronzegcschirr und den Goldkreuzen ins Auge fällt (Taf. 38, 4), weder von einem eigenen Typus noch von einem gemeinsamen Herstellungszentrum gesprochen werden. Die Voraussetzungen für eine Entstehung im Norden sind zwar durchaus vor­ handen, denn Silbcrfibeln mit flachen Almandineinlagcn gehören bereits zum Formenschatz der Gruppe I I I 1), während in Italien nur die mit diesen verwandten Rosettenfibeln ver­ einzelt belegt sind2), Andererseits, und das führt zur Erörterung ihrer. Zeitstellung, ist der Zusammenhang gewisser süddeutscher mit den italischen Stücken ein sehr enger. Die beiden Scheibenfibeln von Nocera Umbra und jene von Castel Trosino und CampanariCastelfidardo (S. 44 Anm. 1, 1—3 u. 7) besitzen filigranverzierte Nadelhalter und goldene Achsenträger 3). Ihnen stehen die Fibeln von Soest Gr. 106, Täbingen und Nordendorf (Taf. 17, 3 und S. 44 Anm. 1 Nr. 10, 17, 26) so nahe, daß man bei diesen vor allem itali­ sche Herkunft annehmen könnte. Es ist nun sehr bedeutsam, daß ein ganz gleicher, mit kleinen Filigrankreisen verzierter Nadelhalter wie bei Castel Trosino Gr. 168 und bei Täbingen sich an der goldenen Scheibenfibel mit Ringwulst aus Castel Trosino Gr. H findet4). Diese Fibel zählt zu einer einheitlichen, bisher nur in Castel Trosino vertretenen Fibelgruppe, die durch die Münzgräber Castel Trosino 7 und 115 (Beilage 3 S. 74f.) ein­ deutig in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts datiert ist. Die Werkstatt, der die Gruppe zugeschrieben werden muß, verwendete mit Vorliebe dicht über die Zierfläche gesäte kleine Filigrankreise, eine Eigenheit, durch die sich auch die Nadelhalter der Fibeln Castel Trosino Gr. 168 und Täbingen und die Münzösen der Gräber Soest 106 (Solidus Justiniansl. von Ravenna M 27), Nocera Umbra 17 (Trienten nach Justinian I.) und Castel Trosino 115 (Solidus des Mauricius Tiberius) auszeichnen, s. S. 53f. Dadurch ergibt sich für die italischen Fibeln mit engem Zellenwerk und für die Funde von Soest, Täbingen und Nordendorf eine indirekte Münzdatierung in die Zeit nach 600, ein Terminus post quem, den man für die ganze Gruppe gelten lassen muß; zumal durch das Stück von Andernach (S. 44 Anm. 1 Nr. 12), das teilweise mit gepreßtem Goldblech mit dreizeiligem Flechtband ausgelegt ist, Verbindungen zu der unten erörterten Bandornamentik und zur Preßtechnik gegeben sind. Das Auftreten der Scheibenfibeln mit engem Zellenwerk fällt also zeitlich mit dem Begimi der Handelsbeziehungen nach dem langobardischen Italien zusammen, Veeck, der die italischen Verbindungen der württembergischen Fibeln mit engem Zellenwerk nicht berücksichtigte, glaubte die Gruppe wegen der Cloisonnetechnik an die Stufe Rüdern-Apahida anknüpfen und in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts sowie ins frühe 6. Jahrhundert setzen zu können6). Dieser Ansatz ist angesichts des italischen Materials unmöglich. Nicht minder wichtig erscheint, daß für das enge Zellenwerk des 7. Jahrhunderts, das sich in seinen komplizierten Mustern von dem weitzelligen Zellenwerk des 6. Jahrhunderts erheblich unterscheidet, südlicher Ursprung angenom­ men werden muß. Unzweifelhaft ist es der übrigen germanischen Welt von den Lango­ barden vermittelt worden, in deren Gräberfeldern es sich besonders häufig findet, außer auf den behandelten Scheibenfibeln auch an Vogel- und S-Fibeln, Goldanhängern und Spathaknäufen 6). Der entscheidende Anstoß für die Aufnahme der engzeiligen Cloisonne! ) Vgl. Taf. 5, l u. 2; 7 A, 1 u. 2. — Die in einer thüringischen Werkstatt verfertigte goldene Scheibenfibel von Weimar Taf. 1 A, 4 (Gruppe II) steht vereinzelt. 2) Aberg, Goten Abb. 143 (Gr. 87 von Nocera Umbra). 3) Bei den übrigen Stücken italischen Fundorts ist in den Veröffentlichungen über die Ansteck Vorrichtung nichts mitgeteiit. 4) Mon. Ant. 12, 1902 Taf. 7, 11 u. Sp. 201 Abb. 41. 6) Veeck 40 f. und Germania 16, 1932, 61. 6) Vgl. S. 54 mit Anm. 9, sowie Aberg, Goten Abb. 122 — 123, 139 —141, 157, 159.

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technik dürfte vom byzantinischen Kunstgewerbe ausgegangen sein, mit dem die Lango­ barden in Italien in Berührung kamen; insbesondere machen es gewisse technische Über­ einstimmungen mit einer bei Capua gefundenen byzantinischen Scheibenfibel*) wahr­ scheinlich, daß unsere engzellige Scheibenfibelgruppe in Italien unter byzantinischem Einfluß entstanden ist und nordwärts der Alpen bis Südengland hin nachgeahmt und abgewandelt wurde. Wie das engzellige Cloisonne, so geht auch die Filigrantechnik des 7. Jahrhunderts in der Zone nordwärts der Alpen auf langobardische und letztlich byzantinische Anregung zurück2). Filigran findet sich zwar in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts im Fund von Apahida und in der Bacs-Ordas-Gruppe und ganz vereinzelt auch auf merowingischem G ebiet3), aber heimisch ist die Filigrantechnik trotz der vereinzelten Weimarer An­ hänger Taf. 1 A, 5 in Mitteleuropa nicht geworden. Arbeiten mit reichlichem Filigran sind erst im langobardischen Italien belegt, und es kann nicht zweifelhaft sein, daß auch hier das byzantinische Kunstgewerbe die Anregung gab. Der filigranverzierte Ohrring von Castel Trosino Gr. S stammt, wie die Verwandtschaft mit der Fibel von Capua zeigt, sicher aus einer byzantinischen W erkstatt4). Die hauptsächlichsten Ornamente der in den langobardischen Gräbern gefundenen erstaunlich zahlreichen filigranverzierten Schmuck­ sachen sind S- und Brillenspiralen, zweizeiliges Flechtband und dichtgesäte kleine Kreise5), Alle diese Motive lassen sich, z. T. auf ganz gleichen Schmuckgegenständen wie im Süden, auch in unserem Gebiet nach weisen; sie sind also hier mit Sicherheit von den Langobarden übernommen. Bei engzeiligem Cloisonne und Filigran handelt es sich, ähnlich wie bei der Preßtechnik der Goldkreuze6), die nördlich der Alpen auch in vergoldetem Silberblech nachgeahmt wurde, um von den Langobarden erst nach der Landnahme übernommene Techniken 7), denn wir finden sie hauptsächlich in den Grabfeldern von Castel Trosino und Nocera Umbra, deren Belegung vor dem Jahr 600 relativ gering gewesen sein muß. Die Weitergabe dieser Verzierungsarten kann nach allgemeinen Erwägungen frühestens gegen Ende des 6. Jahr­ hunderts erfolgt sein, da sie von den Langobarden wohl ebensowenig sofort nach 568 in den Wirren der Landnahmezeit angenommen wurden, wie etwa die Sitte des Tragens von Goldblechkreuzen 8). Auch die reguläre langobardische Tremissenprägung setzte ja erst unter der Regierung des Mauricius Tiberius ein, nachdem sich die politischen Verhältnisse einigermaßen konsolidiert hatten9). Diese Erwägungen über den Stand des langobardischen Kunstgewerbes zu dem Zeitpunkt, wo es neben und durch Ausfuhr von* Schmuck den
! ) Pariser Münzkabinett Slg. LuyneB Nr. 55, abgeb. bei de L in a s , Les origines de l’orfevrerie cloieonnee 3, 1887 Taf. A 10 u. Gazette Archeol. 5, 1879, 75 u. Taf. 17. Die Fibel, die eine durchbrochen gearbeitete, von einer mit grünem und rotem Glas ausgelegten Zone umgebene Greifendarstellung zeigt, ist wie die engzelligen Scheibenfibeln an der Grund­ platte mit einem gekerbten Golddraht eingefaßt und besitzt zwei goldene Achsenträger und eine seitlich gestellte dritte Öse zur Aufnahme der Sicherungskette (vgl. Castel Trosino Gr. 168 und Soest Gr, 106 Tai. 17, 3). 2) Vgl. H. ZeiBe in Germania 15, 1931, 188. 3) PZ 4, 1912, 188 Abb. 8 ; dazu ein Anhänger von Arcy Ste. Restitue Gr. 127, vgl. S. 32 Anm. 5, !) Aberg, Goten Abb. 138 = Mon. Ant. 12 Taf. 6, 7; die beiden traubenförmigen Anhänger und die zwischen ihnen auf einen Golddrahtstab aufgesetzte durchbohrte Perle finden sich auch an der Fibel von Capua. Vgl. daau die Ohrringe Aberg, Goten Abb. 43f. und das Zierstück Castel Trosino Grab 7, Mon. Ant. 12 Taf. 8, 6. & Aberg, Goten Abb. 75. ) 6) Zur byzantinischen Herkunft der Preßtechnik bei den Langobarden in Italien nnd bei den Awaren in Ungarn vgl. unter vielem etwa die byzantinischen Garnituren von Akalan und Nocera Umbra, Aberg, Goten Abb. 249, 252/54. 7) W ir müssen dabei die Frage offen lassen, inwieweit italisch-byzantinische Goldschmiede als Verfertiger von in langohardischen Gräbern gefundenen Schmuckgegcnständen in Betracht kommen. — Zur teehniseben Herstellung der Preßbleche vgl. N. F e t t i c h , Das Kunstgewerbe der Awarenzeit in LT ngam, Arcbaeologia Hungarica 1, 1926, 623. und dazu hier S. 101 Anm . 2. 8) Vgl. dazu die Bemerkung von B r e n n e r a. a. O. 324: ,,Es fragt sich, ob die Langobarden nicht erat nach längerer Siedlung in Italien ihrerseits Einfluß auszuüben begonnen haben . . . “ . 9) MK Anm. zu 3 4 - 3 6 u. 6 7 -7 1 (S. 137ff.).

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Chronologie.

Gruppe IV.

Norden zu beeinflussen begann, sind durchaus geeignet, den auf ganz anderem Wege ge­ wonnenen Zeitansatz für die Aufnahme italisch-süddeutscher Handelsbeziehungen (591) zu bestätigen.

Bevor wir in die Erörterung der von langobardischem Import und langobardischen Ein­ flüssen erreichten süd- und westdeutschen Münzgräber der Gruppe IV eintreten, sei noch kurz auf eine letzte Schwierigkeit eingegangen, die der Datierung dieser Stufe hinderlich sein könnte. Wenn auch die Fäden, die das langobardische Kunstgewerbe an das „mero­ wingische“ knüpften, zwischen 568 und etwa 600 nicht ganz abgerissen sein dürften — im wesentlichen dürfte sich die langobardische Entwicklung in diesem Zeitraum doch selbstän­ dig und nur unter byzantinischen, kaum unter nördlichen Einflüssen vollzogen haben. Die gemeingerraanische flächendeckende Tierornamentik müßte dann, falls sie nicht schon vor 568 bei den Langobarden in ihrem alten Wohnsitz Pannonien vorhanden war, erst um 600 in Italien rezipiert worden sein. Damit läßt sich die bisher übliche chronologische Scheidung der von Salin aufgestellten Tierornamentikstile I und II und ihr absoluter Zeitansatz für Süddeutschland nicht in Einklang bringen1). ' Es war bereits Brenner aufgefallen, daß sich im Fundmaterial der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts auf merowingischem Gebiet außer Tierkopfenden von Fibeln und Vogelkopfansätzen keinerlei Spuren von Tierornamentik finden (a. a. 0. 297). Sowohl in unserer Gruppe II wie III, d. h. auf Fibeln vom Typ Taf. 1 B, 1 u. 2, 1 C, 1 D 1, 4 A 1 u. 2, 4 B 1 und 6 A, 1 u. 2 fehlt Tierornamentik. Geometrischer Kerbschnitt und Spiralranken sind die hauptsächlichsten Zierelemente. Das münzdatierte Material des 6. Jahrhunderts und die sich daran anschließenden Funde in Südwestdeutschland bieten wegen dieser ganz anders gearteten Verzierungsmotive keine Voraussetzungen dafür, daß die ohne Vorläufer und gleichzeitig in der Ausprägung von Salin Stil I und II auftretende Tierornamentik (vgl. die gleichzeitigen Gräber Soest 106 und Täbingen S. 54) in unserem Gebiet auf eine bodenständige Entwicklung zurückgeht. Wie die Behandlung der münzdatierten Gräber des 7. Jahrhunderts zeigen wird, stehen wir in Süd- und Westdeutschland vor einer plötzlichen Übernahme der randverzierenden wie etwas später der flächendeckenden Tierornaraentik. Wenn man an der von Salin aufgezeigten und bisher durch nichts erschüt­ terten Ableitung der altgermanischen Tierornamentik von den Randtieren spätrömischer Keilschnittbronzen festhält (eine Ableitung, die an der Gruppe der sächsischen gleicharmigen Fibeln klar zu verfolgen ist)ä), so müssen die im frühen 5. Jahrhundert übernommenen Rand­ tiere außerhalb des merowingischen Kulturgebietes weitergelebt haben und von außen her frühestens in der Zeit von Gruppe III in das merowingische Gebiet eingedrungen sein. Das stilistisch älteste Tieromament (Randtiere Salin Stil I) erscheint im Rheinland auf der in Südengland hergestellten Runenfibel von Engers und der gleichfalls englischen Bügelfibel von Kleinhüningen Gr. 743) noch mit unverdorbener Spiralornamentik in der Art von
1) Wir f aasen Stil I und Stil II als Kompositionsfonnen auf. Stil I ist „seinem Grundcharakter nach Randverzierung, aber keine Flachenverzierung“ (A b erg , Franken 169). Flächendeckende Tierornamentik führt u. E. mit einer Ubergangsphase sogleich zu Stil II. Nicht in Details wie etwa Augeneinfasaungen oder Schenkelformen, sondern in der von einander abweichenden Grundauffassung ist die Trennung beider Stile begründet. 2) Vgl. G. Behrenß in Schumacherfestschr. (1930) 294 und die Materialzusammenstellung von F. R o e d e r im Jhb. des Provinzialmuseums Hannover NF 5, 1930. Die von R o e d e r aufgestellte typologische Entwicklung dürfte, da die guten Stücke direkt an die 9pätrömischen Keilschnittbronzen anzuknüpfen sind, gerade im umgekehrten Sinne ver­ laufen. 3) Engers: Salin Abb. 634; die Spiralornamentik der Kopfplatte ist unrichtig wiedergegeben, sie zeigt umlaufend erhabene Spiralranken. Kleinhüningen b. Basel Gr. 74: 25. Jahresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 1933 Taf. 8, 8. — Beide Fibeln sind wegen der menschlichen Maske auf der abgeplatteten Bügelmitte auf merowingischem Gebiet einzig­ artig. Auf Grund dieses Details ist der Zusammenhang mit englischen Stücken vom Typ Bifrons (vgl. zu Engers auch die Randtiere der unteren Fußplattenhälfte!), Aberg, Anglosax. Ahb. 141, ferner Anglosax. Abb. 138— 140 u. B. B row n , The Arta in Early England 2, 1915 Taf. 65, 3) so eng, daß nur an englischen Import gedacht werden kann. Für die Fibel von Täbingen, Württ., Germania 16, 1932 Taf. 4 nimmt N. A berg in Altschlesien 5, 1934, 299f. mit Recht dasselbe an.

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Chronologie.

Gruppe IV.

Gruppe II und III vergesellschaftet. Die Fibeln von Engers und Kleinhüningen gehören allgemein zu dem in Mitteleuropa nicht heimischen ‘nordischen’ Fibeltypus mit rechteckiger Kopf platte und rhombischer Fußplatte, von cjem schon Brenner (a. a. 0. 299) angenommen hatte, daß mit ihm die nordische Tierornamentik in unsere Zone eindrang. Es hat den An­ schein, daß die ältesten Exemplare dieses Fibeltypus in Süddeutschland südenglische Einfuhrstücke und Nachahmungen nach solchen sind l ). Mit ihnen fanden zuerst Randtiere der Form Salin I am Rhein und in Süddeutschland Eingang, während unabhängig davon über Thüringen skandinavische Brakteaten mit Tierornament nach Mitteleuropa gelangten2). Für die Zeitstellung der sich an den englischen Import anschließenden ‘nordischen’ Fibeln Süddeutschlands 3)> von denen übrigens nur wenige Tierornament tragen, sind die Bezie­ hungen zur Gruppe III in der Spiralornamentik, die meist nur ein Nachleben bedeuten, und die S. 54 begründete Datierung der Fibel von Täbingen in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts von Wichtigkeit. Die Mehrzahl der Fibeln dürfte im Lande hergestellt sein und dem 7. Jahrhundert angehören, vgl. Beilage 6, 7—10, S. 78. Eine Sondergruppe (S. 43 Anm. 3) weist teilweise Flechtband auf, die mit Randtieren im Stil I verzierten Stücke tragen dagegen ^niemals Flechtband oder Tierornament im Stil II. Nordische Fibeln mit degenerierten Randtieren im Stil I oder mit einfacher Spiralorna­ mentik finden sich als Fremdformen auch in den langobardischen Gräberfeldern 4). Der Nachweis, daß den Langobarden Randtiere des nordischen Stils I eher bekannt wurden als den übrigen mitteleuropäischen Germanenstämmen, ist nicht zu erbringen. Bei der gemeinsamen Entwicklung, die das langobardische und das merowingische Kunstgewerbe vor 568 durchmachten und die den „merowingischen“ Charakter der langobardischen Altertümer bedingt, erscheint es zweifelhaft, ob die Langobarden bereits in Pannonien mit der nordischen Tierornamentik bekannt wurden. Archäologische Zeugnisse haben wir bisher dafür jedenfalls nicht5). Die entwicklungsgeschichtlich ältesten langobardischen Fibeln mit Tierornament sind eine Fibel von Cividale und eine gleiche von Ravenna( ? ) G ), die ein Kerbschnittornament ähnlich Taf. 13 A, 1 u. 2 auf der Fußplatte und zwei anti­ thetische kauernde Tiere auf der Kopfplatte tragen. Auf die gleiche Vorlage gehen eine Fibel von Schwaz in Böhmen7), deren Datierung ins 7. Jahrhundert wir in Beilage 3 S. 76 kurz berühren, und eine ähnliche von Beifort zurück. Das Stück von Beifort8), das, wie das ,,koptische“ Becken von Delle (Beilage 4 Nr. 10 S. 77) zeigt, noch im Streuungs­ gebiet des langobardischen Imports liegt9) und am Ansatz der Fußplatte an den Bügel die nur aus Italien und Pannonien bekannten charakteristischen lappenförmigen Ansätze (Vogelköpfe?) trägt, wird daher als Zeugnis von Verbindungen mit dem langobardischen Italien anzusehen sein. Wann und woher ist aber die antithetische Tier darStellung in die langobardische Kleinkunst eingedrungen ? Die Vorliebe für antithetische Gruppierungen ist fast nur auf den Kopfplatten lango bardischer Fibeln zu beobachten (besonders typisch
Die verwandten Fibeln von Nordendorf und Bessungen, Salin Abb. G35f. sind Nachahmungen nach Eiiifuhrsfcücken vom Typ Täbingen. *) Vgl. S. 47 Anm. 3. 2) Vgl. z.B . Obermöllern, S. 35 Anm. 8. a) Vgl. zur Form Ä berg, Franken 91 tf. Die Verbreitungskarte V gibt kein klares Bild; es wäre nötig, die stark variierende Gruppe aufzugliedern, wobei Bich regional beschränkte Sonderformen ergeben würden. 4) Vgl. S. 43 Anm. 3. 5) Die in Ungarn gefundenen Fibeln mit Tierornamentik sind jünger als 568, wie B renner 278f, dargelegt hat. Sie gehören zu dem in Beilage 3 S. 76 berührten Vorkommen germanischen Fundmaterials in awarischer Umgebung. e) Aberg, Goten Abb. 79 u. S. 50. T Vgl. S. 40 Anm. 5. ) 8) Äberg, Franken Abb. 217. lJ Die Gegend von Beifort gehört, was bemerkt sei, noch zum alamannischen Siedlungsgebiet, s. F. S te i n b a c h , Stu­ ) dien zur westdeutschen Stammes- und Volkögeschiclite (192G) 175.

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Chronologie,

Gruppe IV.

ist die Einfassung eines bärtigen Kopfes zwischen zwei Tierschenkeln)1), während der­ artige flächendeckende heraldische Gruppen auf Fibeln nordwärts der Alpen ganz ver­ einzelt sind2). Es scheint daher die Ähnlichkeit mit naturalistischen, in der Komposition jedoch übereinstimmenden Tierdarstellungen des byzantinischen Kunstgewerbes nicht zu­ fällig zu sein. Zu vergleichen wären etwa die Stirnbänder des Gammertinger Helms und eines weiteren aus Süddeutschland stammenden Spangenhelms in der Ermitage mit einer menschlichen Maske zwischen zwei gegenständigen Löwen 3), die mit dem byzantinischen Sattelbeschlag von Castel Trosino Gr. 119 4) verwandt sind. Wir haben oben in Filigran-, Preß- und Zellentechnik den großen Einfluß des byzantinischen Kunstgewerbes fest­ stellen können; dieser Einfluß ist zweifellos auch für die Herkunft gewisser „langobardischer“ heraldischer Tiergruppen, nicht dagegen für deren Stil, mit in Rechnung zu stellen. Es stützt diese Ansicht, daß auch das Bandornament, welches die sehr reiche auf italischen Schmucksachen vertretene Tierornamentik in der Ausprägung Salin Stil II erst ermöglichte, aus der byzantinischen Kunst übernommen worden is t5). Das zwei­ zeilige geperlte Bandgeflecht des oben erwähnten byzantinischen Sattelbeschlags Castel Trosino Gr. 119 und die byzantinische Riemenzunge Taf. 24 D zeigen, woher die in Guß-, Preß- und Filigrantechnik ausgeführte langobardische Bandornamentik stammt 6). Die Einfügung des Bandgeflechts in die Tierornamentik ging auf italischem Boden vor sich und führte dort znr Entstehung des zweiten Salin’schen Stils, sodaß es nicht Wunder nimmt, wenn wir Stil II in seiner klassischen Ausprägung auf langobardischen Goldkrenzen und Bügelfibeln, in Süd- und Westdeutschland dagegen, wie die Untersuchung der münz­ datierten Gräber zeigen wird, auf von diesen abhängigen Altertümern finden. Wir ver­ mögen vorderhand noch nicht zu entscheiden, ob es in Pannonien etwa schon vorhandene Tierornamentik Stil I, importierte „nordische“ Fibeln mit Randtieren im Still oder natura­ listische byzantinische Tiergruppen waren, die zusammen mit dem Bandgeflecht den letzten Anstoß zur Schaffung des Stils Salin II durch die Langobarden in Italien gaben. Der übermächtige byzantinische Einfluß, dem das langobardische Kunstgewerbe auf italischem Boden ausgesetzt war und den wir in Cloisonne, Filigran, Preßtechnik und Bandgeflecht verfolgen konnten, führte zu einer allseitigen Befruchtung der das ganze 6. Jahrhundert hindurch bei alten Ziermotiven verharrenden südgermanischen Kunst. Die Aufnahme des fremden Bandornaments und die Ausbildung flächendeckender TierOrnamentik im Stil II müssen in den langobardischen Werkstätten einander sehr rasch gefolgt sein. Sie haben sich bald nach dem Einsetzen stärkeren langobardischen Einflusses als neue Zierweise auch in den Werkstätten nordwärts der Alpen durchgesetzt; sonst wäre es unmöglich, daß in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts Schmuckstücke mit Tier­ ornament im Stil I und II gleichzeitig getragen wurden {Täbingen und Soest, vgl, S. 54)
Aberg, Goten Abb. 91 u, 95. Acht derartige Fibeln befinden sich im Museum in Cividale. S. ferner die nach Ungarn und Schwaben verschlagenen Stüoke Aberg, Franken Abb. 229 u, 230, zum Stück von Schretzheim Gr. 226 b vgl. S. 43 Anm. 2. 2) Vgl. eine Scheibenfibel von Trier-St. Maximin in Trierer Zeitschr. 9, 1934 Taf. 8, 6 (H. Zeiss), — Die bärtigen Masken haben ursprünglich wohl eine Unheil abwehrende Bedeutung, vgl. Zeis9 a. a. O. 67 und A. A lfö ld i in Acta Archaeologica 5, 1934, 127. Die von H. Zeiee a. a. O. 67 Anm. 25 erwähnten nordostgalliachen Beachlägplatten aus dem 6. Jahrhundert köimten vermuten lassen, daß dieses Motiv sebon einmal, z. Zt. des Helms von Giiltlingen, aua dem byzanti­ nischen KreiB nach dem Norden gelangt i9t, falls nicht für Italien und Nordgallien gleiche spätrömische Tradition vor­ liegt (vgl. etwa den Beschlag einer Keilschnittgamitur au9 Pettau, M. A b ra m ic, Poetovio (1925) 123 Abb. 131). 3) Acta Archaeologica 5, 1934, 129f. Abb. 23 f. 4) Aberg, Goten Abb. 261 u. C. T. Taf. 13, 1. 5) Daß die Ornamentik wirklich byzantinisch ist, zeigt u. a. auch die gepreßte Goldblechriemenzunge aus dem KertBcher Grab mit den beiden Spangenhelmen, das in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts gehört, Zeitschr. f. hist, Waffenu. Kostümkde. NF 4, 1932, 53 Abb. 4; vgl. Exkurs I. *) Auch A berg, Goten 148 weist darauf hin, daß der byzantinische Einfluß in der Entwicklung der germanischen Bandomamentik eine große Rolle spielte.
Genu. Denkmäler d. Völkerwanderungszeit 3. Werner.

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Chronologie.

Gruppe IV.

Grab Nr, 19 und 20.

und daß so der jüngere, nach Norden zurückströmende langobardische Tierstil in der süd­ deutschen Zone den älteren dort ebenfalls fremden „kentischen“ Stil noch unabgewandelt antraf. Die neuen vom Süden kommenden Techniken und Ornamente wirkten wie ein belebender Funke in einem Kunstgewerbe, dessen ornamentales Gut, Ranke und geome­ trischer Kerbschnitt, sich im Laufe des 6. Jahrhunderts erschöpft hatte. Nichts kenn­ zeichnet diese Erschöpfung deutlicher als die unfruchtbare schematische Geometrisierung, zu der ein rheinischer Werkstättenkreis um 600 geschritten war (s. S. 57). So ist das langobardische Kunstgewerbe als Vermittler des byzantinischen Einflusses nicht nur für die nördliche Chronologie, sondern auch für die gemeingermanische Kunstentwicklung von großer Bedeutung; seinen in die Zeit nach 591 anzusetzenden Anregungen werden wir bei der Erörterung der münzdatierten Grabfunde des 7. Jahrhunderts, in die wir nach genauerer Erfassung des italischen Einschlags mit Hilfe italischen Materials nunmehr eintreten können, dauernd begegnen.

v ...' Durch Beziehungen zum Formen vorrat der Gruppe III erweisen sich einige münz datierte Grabfunde der durch langobardischen Import festgelegten Gruppe IV als früh; diese sind in den älteren Abschnitt der Stufe zu setzen; Zu ihnen rechnet in erster Linie Grab 91 b von Köln-Müngersdorf (Nr. 1 9 ; Taf. 7 D, 8 u. 9A). Der zeitbestimmende Wert der mitge­ fundenen MünzlTptff2£,Halbsiliqua Justiniansl. von Ravenna) ist dadurch stark gemindert, daß sie durchbohrt ehemals als Anhänger zu einer Perlenkette gehörte, wenn sie auch im Munde der Toten gefunden wurde. Sie ist demnach wohl länger umgelaufen als die Totilamünze des Grabes 1 von Worms-Bollwerk (Nr. 14, Taf, 6A ), das wir beim Vergleich mit Hahnheim ganz an das Ende der Gruppe III stellen mußten. Man wird daher nicht umhin können, die Herstellung des werkstattfrischen, am Bügel flechtbandartig verzierten Kölner Fibelpaares Taf. 8, 1 u. 2, auf dessen stilistische Verwandtschaft mit den Wormser Fibeln Taf. 6 A, 1 u. 2 schon hingewiesen wurde, in die Zeit nach 600 zu verlegen. Die beiden silber­ vergoldeten Almandinscheibenfibeln Taf. 8, 3 u. 4 mit den vertieften Mittelfeldern wider­ sprechen einem derartigen Zeitansatz nicht, da sie mit den unten behandelten goldenen Stücken von Schretzheim Gr. 26 (Taf. 11 B, 3 u. 4) und Nieder-Selters (Taf. 12 B, 3 u. 4) verwandt sind. Sie hängen mit den bereits in Gruppe III vorhandenen einfachen silber­ vergoldeten Almandinscheibenfibeln wie Taf. 5,1 n. 2 und 7 A, 1 u. 2 zusammen. Bei der Datierung des Grabfundes geben die drei goldenen Anhänger Taf. 8, 5—7 den Ansschlag. Zwei von ihnen sind mit einem charakteristischen vierpaßförmigen Flechtbandmuster aus zweizeiligem gekörnten Draht verziert, wie wir es am frühesten aus Italien kennen1); also nicht nur in der Nachahmung der Filigrantechnik, sondern auch in der Ornamentik sind die italischen Beziehungen klar erkennbar. Der dritte Anhänger (Taf. 8, 6) trägt gerippte aufgelegte Goldblechstreifen, zu denen die Scheibenfibeln von Gammertingen (Taf. 16 A, 1) und Soest Gr. 165 (Taf. 19,1) sowie ein Anhänger von Thalmässing (Taf. 15 B, 1 d) zu vergleichen sind2). Die Datierung in die langobardisch beeinflußte Gruppe der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts steht somit fest. Auf Grund der Stempelabschläge, die als Nachprägungen nach Trienten Justinians I. von Ravenna (555—565) nachgewiesen werden konnten ( M 36, vgl. MKAnm.), ist auch das reiche Frauengrab von Herbrechtingen (Nr. 2 0 ; Taf. 9 B, 10 u. 11 A) in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts zu setzen; denn diese Stempelabschläge, die mit den Nachprägungen des Grabes 17 von Nocera Umbra verwandt sind, können nur durch langobardische Vermittlung nach dem Norden gelangt sein. Es ist nicht unmöglich, daß die ganze
!) Aberg, Goten Abb. 41; C. T. Taf. 14, 6. a) Auch dieses Zier mittel ist südlichen Ursprungs, vgl. die Fibel C. T. Taf. 14, 6 und den Spathagriff N. U. Abb. 71.

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Chronologie.

Grupp© IV.

Grab Nr. 20 und 21.

Amethystkette Taf. 10, o e aus Italien stammt, denn Amethystketten mit zwischengeschal­ teten Goldanhängern lassen sich auch bei den Langobarden nachweisen (vgl. Beilage 3 S. 75). Für die chronologische Einordnung des Grabes ist das Vorhandensein einer in der Technik der langobardischen Goldkreuze gepreßten Riemenzunge aus vergoldetem Silberblech (Taf. 9 B, 9) besonders schwerwiegend. Die Riemenzunge ist auch in der Ornamentik (ausgeprägter Tierstil Salin II, von gekerbten Streifen eingefaßt1)) mit den Goldkreuzen verbunden und hat im Gammertinger Helmgrab eine nahe Analogie 2). Für eine frühe Ansetzung innerhalb der Gruppe IV spricht das sehr stark abgenutzte Bügel­ fibelpaar Taf. 10, 1 u. 2 (ein Stück ist geflickt), dessen Spiralornamentik auf Fibeln der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts Entsprechungen findet (Veeck Taf. 24 A, 3; Aberg, Franken Abb. 213; die spiralverzierten Stücke des Typs Hahnheim, vgl. S. 39 Anm. 4). Es ist sehr wahrscheinlich, daß die beiden Bügelfibeln und die S-Fibel Taf. 10, 3 im Gegensatz zu der kaum abgenutzten Scheibenfibel Taf. 10, 4, die zwar nur silbervergoldet ist, aber durch den zentralen Buckel ihre Zugehörigkeit zur Gruppe der langobardischen engzeiligen Scheibenfibeln erweist, in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts angefertigt wurden. Ins Grab wurden sie jedoch erst in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts mit­ gegeben. Wegen des Münzbefundes, der engzeiligen Scheibenfibel und der Beziehungen zu den langobardischen Goldkreuzen muß gegen Veeck3) und Aberg4) an dieser Datierung fest­ gehalten werden. Unter den chronologisch indifferenten Beifunden verdient das doppel­ konische handgearbeitete Kürbisgefäß Taf. 11 A, 14 besondere Beachtung. Es gehört zu einem in Württemberg sonst fehlenden, in den Gräberfeldern von Schretzheim und Norden­ dorf aber nicht seltenen Typus6), so daß sich eine Untersuchung verlohnen würde, ob Stempel und Ton die Zuweisung der Schretzheimer, Herbrechtinger und Nordendorfer Ge­ fäße zur gleichen Töpferei ermöglichen. Den Herbrechtinger Fibeln steht ein ebenfalls sehr stark abgenutztes Bügelfibelpaar von Schretzheim Gr. 26. (Nr. 21; Taf. 11 B, 12 A) in der Rankenornamentik so nahe, daß man gleichzeitige Anfertigung (ob in derselben Werkstatt ?) annehmen muß. Diebeiden brakteatenförmigen Durchschläge nach einem abgenutzten Solidus nach Justinian I. ( M 175), die als Anhänger an der Perlenkette angebracht waren, sind zur schärferen Datierung ungeeignet. Die goldene Scheibenfibel Taf. 11 B, 3 mit vertieften filigran­ verzierten Mittelfeldern muß man in der Cloisonnetechnik zu den Scheibenfibeln mit engem Zellenwerk rechnen; sie hängt mit dem silbernen Kölner Fibelpaar Taf. 8, 3 u. 4 und dem goldenen von Nieder-Selters (?) Taf. 12 B, 3 u. 4 besonders eng zusammen. Die sichere Datierung in die Zeit nach 600 ergibt die goldene S-Fibel Taf. 11 B, 4, deren verzierter Nadelhalter und breite Fassung aus gekörntem Draht die Verbindung zu der Scheibenfibelgruppe mit engem Zellenwerk hersteilen6). Die auf ausgeschnittene Goldbänder gesetzte tierförmige Granulation findet sich an der engzeiligen Scheiben­ fibel von Kingston, Kent, und an einer Schnalle von Langenenslingen7). Da die S-Fibel
1) Es kann nicht zweifelhaft sein, daß es sich um vierzeilige Tierkörper im Stil II handelt. Warum N. A berg, Alt­ schlesien 5, 1934, 298 das gegen V eeck bestreitet, ist unklar. 2) GröbbelB Taf. 9, 6. 3) Vgl. S. 139 MKAmn. zu 36. V eeck stützt sich bei seiner Datierung ,,in die Zeit kurz nach 565“ auf die Perlen, deren datierenden Wert wir sehr bezweifeln möchten, und auf das Bügelfibel paar, das er in die erste Hälfte des 6. Jahr­ hundert« setzt, Germania 14, 1930, 76 u, Veeck 36. 4) Altsehlesien 6, 1934, 298. 5) Harbauer, Katalog I Abb. 70, II Abb. 121; PZ 5, 1913, 252 Abb. 15. Nordendorf: Katalog 4 des bayer. Natio­ nalmuß. (1892) Taf. 26, 1. 6) Zu dieser Fibel vgl. ein Stück von Cividale bei Aberg, Goten Abb. 122, ferner auch Bolche von Rom (?), Zeitschr. f. Ethn. 23, 1891, 24, Abb. 17 und Deißlingen, Veeck Taf. T I, 6. I Paar aus Inzing Gr. 75, Niederbayem, Mus. f. Voru. FrühgeBch, Berlin II c 3755 a —b. Verzierte Nadelhalter und goldene Achsenträger B S. 44 mit Anm. 1. . ; ) Auf diese Zusammenhänge macht, allerdings mit irriger Datierung, S. L in d q v is t in Vendelkulturens älder 76f. mit Abb. aufmerksam.

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Chronologie.

Gruppe IV.

Grab Nr. 21—25.

außerdem abgenutzt ist, wird man Schretzheim Gr. 26 frühestens in das erste Viertel des 7. Jahrhunderts setzen dürfen. Gleichaltrig mit Schretzheim Gr. 26 ist ein angeblich von Niederselters stammendes Frauengrab (Nr. 22; Taf. 12 B u. 13 A). Die beiden geösten Solidi des Anastasius und des Theoderich mit Legende Justins I. ( M 8 u. 13) geben, wie oben S. 13 dargelegt wurde, nur einen sehr allgemeinen Terminus post quem; über ihre Umlaufszeit kann man nichts aussagen. Das Bügelfibelpaar Taf. 13 A, 1 u. 2 hat in Italien und nordwärts der Alpen eine Reihe annähernd gleichzeitiger Verwandter sowohl mit rechteckigerl ) wie mit halb­ runder 2) Kopfplatte; unter ihnen ist die Fibel von Nocera Umbra Gr. 87 wegen des Band­ ornaments besonders hervorzuheben. In Umriß und Bügelverzierung steheji die Fibeln von Niederselters dem Herbrechtinger Paar recht nahe. Mit Schretzheim Gr. 26 ist unserem Grab die goldene Scheibenfibel mit drei vertieften filigranverzierten Mittelfeldern Taf. 12 B, 3 u. 4 gemeinsam, die einen Zeitansatz in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts gestattet; die Anfertigung der wenig abgenutzten Bügelfibeln mag noch in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts fallen. Der Fingerring Taf. 12 B, 5 besitzt bemerkenswerte Gegen­ stücke in langobardischen Gräbern3). Auf Grund des Münzbefundes gehört das Männergrab 1 von Munningen (Nr. 2 3 ; Taf. 14A) mit Messer, Lanze und Bronze schnalle in das frühe 7. Jahrhundert (vgl. Beilage 1 S. 70). Es ist wegen der neun verschiedenen, beim Gürtel gefundenen Münzen für die Münz­ vergesellschaftung von großer Wichtigkeit; die Beifunde sind allerdings chronologisch nicht verwertbar. Munningen datiert mittelbar das Doppelgrab von Thalmässing ( N r .2 4 ; Taf. 13 B), in dem eine Siliqua des Totila ( M 106), eine Halbsiliqua Justinians I. von Ravenna ( M 14) und zwei gleiche (genauer eine ähnliche und eine stempelgleiche) Nachprägungen nach Trienten von Ju­ stinian I. ( M 34 u. 46) wie in Munningen gefunden wurden (vgl. Beilage 1 S. 70). Das Vor­ kommen von zwei übereinstimmenden Prägungen in den beiden voneinander nicht weit entfernten Grabfeldern läßt sich nur durch Gleichzeitigkeit erklären. Die beiden ita­ lischen Silbermünzen verbieten uns, Thalmässing und damit Munningen sehr weit in das 7. Jahrhundert hineinzurücken. Die noch fast werkstattfrischen S-Fibeln Taf. 13 B, 1 u. 2 sind in ihrem Entwicklungsstadium nur mit den goldenen, almandinverzierten Beispielen von Schretzheim Gr. 26 (Taf. 11 B, 4) und Cividale4) zu vergleichen. Ihre Anfertigung dürfte daher, und das steht mit der Münzdatierung durchaus im Einklang, in der Zeit um 600 liegen 5). Der silberne Armreif Taf. 13 B, 3 ist nordwärts der Alpen einzigartig; nur im Grabfeld von Nocera Umbra findet sich etwas Ähnliches6). Grab 131 von Köln-Müngersdorf (Nr. 25; Taf. 14 B u. 15 A) enthält einen vielleicht in linksrheinischem Gebiet geprägten Trienten nach Justinian I. ( M 47), wie er in Mun­ ningen und Thalmässing vorkommt. Die beiden mit gekörntem Draht verzierten Gold­ blechanhänger Taf. 14 B, 3 u. 4 verbinden das Grab mit Grab 91 b (Taf. 8) des gleichen Gräberfeldes und erfordern die Zuweisung an die Stufe mit langobardischem Einfluß 7).
1) Mundenheim, Rheinpf., Pfalz. Mus. 1930, Heft 11/12, Taf. 4 hinter S. 272, und ein ganz ähnliches Paar von Albertfalva b. Budapest im ungar. Nationalmuse um. Ein weiteres gesichert in die Gruppe IV gehöriges Vorkommen des Kerbschnittes zeigt eine Fibel von Nordendorf mit eisernen vergoldeten Knöpfen, vgl. S. 54 Anm, 4. 2) Ravenna?, Cividale, Schwaz, Beifort: Aberg, Tranken 145f., Abb. 215 —227. Nocera Umbra Gr. 87: Aberg, Goten Abb. 80. 3) Castel Trosino Gr. 16, C. T. Taf. 9, 12. Ripatranaone, C. T. 178 Abb. 28. Die Form geht auf römische Vorstufen zurück, vgl. Rembrechts, Germania 18, 1934 Taf. 22, 2 Nr. 5— 6. 4) Angeführt S. 51 Anm. 6. 5) Beziehungen des Grabfeldes von Thalmässing zu Italien: die Anhänger Taf. 15 B, 1 und drei Bügelfibeln, die S. 43 Anm. 2 erwähnt sind. 6) N. U. Taf. 2 (hinter Sp. 351). ?) Filigranauflage in Schneckenform in Italien: Aberg, Goten Abb. 75, 8. Vgl. ferner Pfullingen, Veeok Taf. 29, 7 a.

52

Chronologie.

Gruppe IV.

Grab Nr. 25—30.

Die beiden silbervergoldeten Almandinscheibenfibeln Taf. 14 B, lu . 2 gehören einem so­ wohl in Gruppe III wie in Gruppe IV vorhandenen Typus an. Grab 1 von Thalmässing (Nr. 2 6 ; Taf. 15 B) ist durch eine Nachprägung eines Trienten mit Stufenkreuz ( M 94) in die Zeit nach 578 datiert. Wegen der filigranverzierten leierformigen Goldblechanhänger Taf. 15 B, 1 muß man es an Nocera Umbra Gr. 17 mit ganz ähnlichen Anhängernx) und damit an den langobardischen Import anschließen. Bei Anhänger d ist der aufgelegte gekerbte Goldblechstreifen zu beachten, den wir auch an Taf. 8, 6 sowie 16 A, 1 und 19,1 wiederfinden; daß dieses Ziermotiv auf langobardische Anregung zurückgeht, ist bereits betont worden 2). Für das Gammertinger Kindergrab (Nr. 2 7 ; Taf. 15 C u. 16 A) liefert der völlig entstellte Triens M 87 keinen Datierungsanhalt. Die zeitliche Einordnung in Gruppe IV erlaubt die goldene Scheibenfibel Taf. 16 A, 1, die wegen der aufgesetzten Mittelzelle nicht von der Scheibenfibelgruppe mit engem Zellenwerk zu trennen ist. Das flechtbandartige Filigran­ ornament und die gerippten aufgelegten Goldblechstreifen schließen sie eng an die Kölner Anhänger Taf. 8, 5—7 und an die Soester Scheibenfibel Taf. 19,1 an. Die gedrechselte Beinbüchse Taf. 15 C, 3 muß als italischer Import angesehen werden3). Durch unser Grab ist ein wichtiger Anhaltspunkt für die Datierung der alamannischen scheiben­ gearbeiteten Ware mit eingeglätteten Gittermustern (Taf. 15 C, 4) in das 7. Jahrhundert gegeben 4). Grab 300 von Schretzheim (Nr. 28; Taf. 16 B) enthält einen geösten subäraten Trienten des Theoderich mit Anastasiuslegende ( M 10). Als „Goldmünze“ mit Öse ist er zu einer schärferen Datierung unbrauchbar. Die drei goldenen Anhänger mit Filigran-S- Spiralen Taf. 16 B, 3—5, die zu den Stücken von Soest Gr. 106 Taf. 17, 8 u. 9 und ihren italischen Parallelen zu stellen sind 5), setzen den Einfluß der italischen Filigrantechnik voraus. Als Nachahmungen nach Filigran müssen die schneckenförmigen Verzierungen auf den beiden silbervergoldeten Rosfettenfibeln Taf. 16 B, 1 u. 2 angesehen werden (vgl. Taf. 14 B, 3 u. 4 ) 6). Ihnen steht das mit einer undatierbaren friesischen Nachprägung nach einem byzan­ tinischen Trienten ( M 84) zusammen gefundene Scheibenfibelpaar von Erle Gr. 11 (Nr. 29; Taf. 16 C) sehr nahe. Es zeigt in Filigrannachahmung ein Vierpaßgeflecht, dessen Zwickel ganz wie bei den Anhängern von Köln-Müngersdorf Gr. 91 b (Taf. 8, 5 u. 7) durch einzeilige Bögen geschlossen werden. Die Zugehörigkeit zu Gruppe IV ist daher sicher. Eines der wichtigsten ,Gräber .der Gruppe IV ist das reiche Frauengrab 106 von Soest (Nr. 30; Taf. 17 u. 18). Die Münzdatierung gibt ein leicht abgenutzter, in Ravenna ge­ prägter Solidus JustiniansJL (geprägt 555—565, M 27) mit Filigran- und tordierter Draht­ fassung und filigranverzierter doppelkonischer abgenutzter Öse. Doppelkonische in der Mitte geteilte Ösen mit dichtgesäten Filigrankreisen sind im langobardischen Itahen sehr häufig7); tordierte filigrangefaßte Golddrahtrahmung findet sich ferner derart überein­ stimmend an dem Sohdus des Tiberius II. Constantinus von Castel Trosino Gr. 7 (vgl.
: ) N. U. Tal. 2 hinter Sp. 351 und unsere Beilage 3 S. 75. Drei gleiche Anhänger liegen nordwärts der Alpen noch aus Truchtelfingen, O.A. Balingen, Württ. vor (Mua. Sigmaringen). 2) S. 50 Anm. 2. 3) Vgl. eine Knochenbüchse in dem münzdatierten Grab Castel Trosino Gr. 7; C. T. Sp, 220 Abb. 05 und unsere Beilage 3 S. 75. *) Z. B. Veeck Taf. 17, 38 und Bad. Fundber. 2, 1930, 257 Abb. 96. & Ferner Veeck Taf. 29, 3 u. 7 (Ehningen und Pfullingen). ) s) Dieses in der Filigrantechnik eo beliehte Ornament des Bogens mit eingerollten Enden ist bereits in Anm. 7 S. 52 berührt worden. ’ ) S. die Zusammenstellung von A berg in Mannus 19, 1927, 279ff. u. Altschlesien 5, 1934, 299. Hinzu kommt ein in Ravenna geprägter Solidus Justine II. (565— 578), Brifc. Mus. Cat. of Jewellery (1911) Taf. 68, 2943, ehem. Slg. Castel* lani-Rom. Vgl. ferner unsere Anlage 3 S. 75, Nocera Umbra Grah 17.

53

Chronologie. Gruppe IV.

Grab Nr. 30.

Beilage 3 S. 74), daß es fast als sicher gelten kann, daß der Ravennater Solidus von Soest iu Italien gefaßt und bereits als Schmuckanhänger, ähnlich den Anhängern von Herb­ rechtingen, über die Alpen gekommen ist. Die wenig abgenutzte goldene Scheibenfibel mit Almandin-, Paste- und grünen Glaseinlagen. Taf. 17, 3 zählt zu den prächtigsten Bei­ spielen der Scheibenfibelgruppe mit engem Zellenwerk. Goldene Achsenträger und ein goldener filigranverziert er Nadelhalter sind ihr mit den Fibeln von Täbingen, Schretzheim Gr. 23, Nordendorf und den italischen Stücken gemeinsam1). Das silbervergoldete Bügelfibelpaar Taf. 17, 1 trägt flächendeckende Tierornamentik Salin Stil II im gleichen Entwicklungsstadium wie die besten langobardischen Goldkreuze 2) und die mit diesen zusammenhängenden silbervergoldeten Becherbeschlägö des Soester Grabes 165 Taf. 20 A, 9 u. 10. Durch die Soester Fibeln erhalten eine Reihe mit ähnlich ausgeführter Tier­ ornamentik verzierter Schmuckstücke aus süd- und westdeutschen Reihengräbern ihre annähernde Datierung 3). Eiserne vergoldete Knöpfe an Bügelfibeln sind sehr selten zu beobachten 4). Eine ebenfalls nicht häufige Erscheinung sind lange aufgelötete reich ver­ zierte Nadelhalter, wie sie z. B. auch von der Fibel von Täbingen bekannt sind5). Das Grab von Täbingen findet durch Soest seine Datierung in die erste Hälfte des 7. Jahr­ hunderts 6), denn außer diesem gemeinsamen Zug werden die beiden Gräber auch durch die engzelligen Scheibenfibeln mit goldenen Achsenträgern und filigranverziertem Nadel­ halter, und durch die sich im Umriß ähnelnden goldenen Anhänger der Perlenketten verbunden. Die große wohl südenglische Täbinger Bügelfibel mit rechteckiger Kopf­ platte und Tierornament Sahn Stil 1 7) ist demnach mit dem Soester Bügelfibelpaar mit flächendeckender Tierornamentik Salin Stil II gleichzeitig (gemeinsam sind beiden auch die langen verzierten Nadelhalter) und gehört in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts8). Die Soester Anhänger Taf. 17, 6 mit engem Zellenwerk und Filigranfassung sind in der Technik von der Scheibenfibelgruppe mit engem Zellenwerk nicht zu trennen. In Süddeutschland haben sie in Gammertingen und Nordendorf, im Rheinland in Schwarzrheindorf, in Italien in Cividale genaue Gegenstücke 8), Die drei scheibenförmigen Gold­ anhänger mit Filigranauflage Taf. 17, 8—10 stehen, wie bemerkt, den drei Schretzheimer Stücken Taf. 16 B, 3—5 recht nahe; die schlagendsten Parallelen liefert aber Grab 107 von Nocera Umbra 10). In der Technik wichtig ist die silberne Riemenzunge Taf. 17, 16, die ein Tierornament im Stil II zeigt, dessen eingeschnittene Konturen mit Niello ausgelegt
1) Vgl. dazu S. 45 u. S. 44 Anm, 1. 2) Aberg, Goten Abb. 144, 2 —7. 3) So das Bügelfibelpaar von Heidingefeld bei Würzburg: Aberg, Franken Abb. 246 und ein fast identisches von Gersheim, Rheinpfalz, im Mus. Speyer. Dann die Fibel von Dürkheim, IPEK 1932/33 Taf. 21, 13 und eine nahe ver­ wandte Riemenzunge aus gepreßtem Bronzeblech von Pfablheim, Veeck Taf. 51 B, 1, und die in der Form sehr ähn­ liche Fibel von Heilbronn Veeck Taf. 23 A, 6. Im Tierornament ist eine Riemenzunge von Cividale zu vergleichen, Aberg, Goten Abb. 273. *) Vgl. die kerbacbnittverzierte Fibel von Nordendorf, Mannua Erg.Bd. 7,1928, 173 Abb. 2 = Aberg, Franken Abb. 194 und ein flechthandverziertes Fibelpaar von Unkel a. Rh., Prov.-Mue. Bonn Inv. 14031. Es ist zu beachten, daß die Form der Knopfe in allen Fällen die gleiche ist; vgl. dazu die Bronzeknöpfe der Gereheimer und Heidingefelder Fibeln Anm, 3. 5} Germania 16, 1932, 60 Abb. 1, 1. Dazu noch die Bügel- und die Scheibenfibel von Wittislingen, Bayer. Schwaben, Katal. 4 des Bayer. Nationalmus, (1892) Taf. 21, 1 u. 5 und die prächtige Scheibenfibel von Kingston, Aberg, Anglosax. Abb. 206. Vgl. jetzt dazu auch N. A berg, Altschlesien 5, 1934. 300. s). V eeck Betzt den Fund auf Grund der Perlen in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts, Germania 16, 1932, 61. Zur Datierung durch Perlen vgl. auch S. 51 Anm. 3. 7) Germania 16, 1932 Taf. 4. 8) Gleichaltrigkeit von Soest Gr. 106 und Täbingen nimmt jetzt auch N. A berg, Altachlesien 5, 1934, 300 f. an. 9) Drei Stück aus Gammertingen im Mus. Sigmarmgen. Nordendorf: Lindenschmit, Handbuch Taf. 12, 10, identisch mit B. B r o w n , The Arte in Early England 1 Taf. B II; das Stück befindet sich nicht, wie Brown irrtümlich angiht, in München, sondern im Mus. Augsburg. Drei Anhänger von Schwarzrheindorf: Mus. f. Vor- u. Frühgesch. Berlin I i 2205 —2207. Cividale: Aherg, Goten Abb. 140. 10) N. U. 299 f. Abb. 158. An württemhergischen Stüoken sind zu vergleichen: Veeok Taf. 29, 3b (Ehningen) und Taf. 29, 7 a —b (Pfullingen).

54

Chronologie.

Gruppe IV.

Grab Nr. 30—33.

waren; die gleiche Technik begegnet bei den rechteckigen*Zauinzeugbeschlägen des Eichlocher Grabes 54 (Taf. 21, 22—25) und des Gammertinger Helmgrabesx). Der Eimer Taf. 18, 25 gehört einer hauptsächlich in Nordfrankreich und den Rheinlanden ver­ breiteten Form a n 2); kalottenförmige Bronzebecken wie Taf. 18,24 sind in Süddeutsch­ land mehrfach belegt3). Soest Grab 106 gehört nach der Besonderheit seiner italischen Beziehungen zu den jüngeren Gräbern der Gruppe IV. Grab 165 von Soest (Nr. 3 1 ; Taf. 19 u. 20 A) enthält einen stark abgenutzten geösten Trienten des Totila oder Teja (M 32 mit MKAnm.) und eine geöste germanische Nach­ prägung nach einem Trienten des Justinian { M 57). Die Datierung in die Gruppe IV gibt eine goldene mit Almandinen und farbigem Glas verzierte Scheibenfibel (Taf. 19, 1), die den Scheibenfibeln mit engem Zellenwerk sehr nahe steht. Das Stück ist in der An­ ordnung der aufgesetzten Zellen und in der Verwendung von Filigran (zur Zellenfassung) und gerippter Goldblech streifen 4) einzigartig. ^JDieYergQMeten-SilberbleclibßÄchlägeder dreLiiö^emes Trinkbecher.Taf. 20 A, 9 u. 10 mit gepreßtem “dreizeiligem Tierornament in Perlrahmung sind in Technik und Ornamentik von den langobardischen Goldkreuzen abhängig ß). Der astragalierte geschlossene Bronzearmring Taf. 19, 6 hat in Ditzingen, Württemberg, und in Achenheim im Elsaß zwei genaue Gegenstücke 6), sodaß der Achenheimer Grabfund (zwei „nordische“ Fibeln und eine silberne Almandinscheibenfibel mit zentralem Buckel, den goldenen engzelligen Scheibenfibeln nahestehend) in Gruppe IV eingereiht werden kann (vgl. Beilage 6, 10 S. 78). Soest Grab 165 ist mit Grab 106 des­ selben Gräberfeldes etwa gleichzeitig. Grab 29 von Landau i. Pf. (Nr. 32; Taf. 20 B) enthält einen wohl vor 573 geprägten westgotischen Trienten nach Justinian I. ( M 49), schließt sich aber durch das dreizeihge Bandgeflecht des vergoldeten Silberblechs Taf. 20 B, 8 etwa an Soest Gr. 165 (Taf. 20 A, 9—10) an und ist damit sicher in Gruppe IV einzubeziehen. Gmb^_5J, vQn.,Eichloch.. ( Nr . 33; Taf. 21 u. 22) ist durch einen wohl in Italien geprägten Trienten nach Justinian I. ( M 39 vgl. MKAnm. S. 140), der im Unterkiefer des Skeletts gefunden wurde, nur ungefähr datiert; denn für die genaue Zeitstellung des Grabes gibt eine solche Goldmünze keinen Anhaltspunkt. Den größten datierenden Wert innerhalb des Grabinventars besitzt die getriebene Bronzepfanne Taf. 22, 41 mit verdicktem durch­ bohrtem Griffabschluß. Identische Stücke stammen aus Grab. 74 von Schretzheim und aus den Gräbern 5, 16, 17, 36, 48 und 122 von Nocera Umbra 7). Die Pfanne von Nocera Umbra Grab 17 ist in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts datiert8), die des Grabes 48 wurde
J) Gröbbels Taf. 9, 14 u. 15. Vgl. ferner Schretzheim Gr. 127 mit ähnlicher Riemenzunge und quadratischem Be­ schlag wie Taf. 22, 28, Harbauer Kat. 1, 31 f., sowie drei rechteckige Beschläge mit Flechtband und Tierornament wie Aberg, Goten Abb. 197 —199; vgl. zu letzterem ein sehr ähnliches Stück von Osthofen, Rheinhessen, Salin Abb. 652. 2) Wiesbaden, Lindenschmit, Handbuch Taf. 31, 1 u. 4; Feudenheim in Unterbaden, S trig e l-G ro p e n g ie ß e r, Land­ schaftsgestaltung und Urgeschichte der Mannheimer Gegend (1927) 24 Abb. 9; Schwarzrheindorf Gr. 61, RGZM Mainz O. 2711b; BaBel-Bernerring Gr. 33, 24. Jahresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 1932, Taf. 7, 1; Weimar Gr. 21, Götze, Weimar Taf. 10. Zwei AttäBchen von Fallais im Mus. Lüttich; ein Eimer von Waclus, D^p. Pas de Calais im Mus. Brüssel; 2 Stück von Pry, Prov. Namur im Mua. Namur; 2 Stück von Envermeu, St. Germain Inv. 19997 u. 19931, C ochet, Tombeau de CMIderic Abb. S. 436. — Korr.-Zus.: Nunmehr ein Eimer von Godorf, Kr. Köln, Germania 18, 1934 Taf. 25, 1— 2. s) Z .B . Kochendorf, O.A. Künzebau, Veeck Taf. 20 A, 4; Schretzheim Gr. 352, Mus. Dillingen; Gammertinger Hauptgrab, Gröbbels Taf. 10, 3. 4) Vgl. zu diesem Ziermittel S. 50 und Anm. 2. 5) Vgl. besondere Aberg, Goten Abb. 144 Abb. 2 u. 6. ® Veeck Taf. 37 B, 2, von V eeck a. a. O. 54 irrtümlich für lat£ne-zeitlich gehalten. R. H en n in g, Denkmäler der ) ElBässischen Altertums-Sammlung (1912) Taf. 60, 3; vgl. Beilage 0,10 S. 78. Ein weiteres Stück ausNocera-Umbra Gr. tlti, X. U. 260 i. Astragalierung an T-förmigen BronzeBchlüsseln z. B. Weimar Gr. 27, Götze, Weimar Taf. 12, 16 u. 17. 7) Harbauer Kat. 1, 25 Nr. 1692; N. U. passim, Gr. 48: Abb. 95. Ein in Köln angekauftes Stück im RGZM (O 25039) ist leider provenieazlos. a) Beilage 3 S. 75f.

55

Chronologie.

Gruppe IV.

Grab Nr. 33.

mit, einer eisernen dreikantigen Pfeilspitze zusammen gefunden. Dreikantige Pfeilspitzen finden sich bei den Langobarden des öfteren, bleiben aber gegenüber den geineingermanischen blattförmigen entschieden in der Minderzahl. Dagegen sind sie bei den seit 568 in der ungarischen Tiefebene ansässigen Awaren die gebräuchliche, von ihnen aus dem Osten mitgebrachte Pfeilspitzenform. Wo dreikantige Pfeilspitzen außerhalb des awarischen Siedlungsgebietes in Mitteleuropa auftreten, sind sie mit Sicherheit von den Awaren übernommen. Es ist bei der Seltenheit des Typs in Süddeutschlandx) von großer Wich­ tigkeit, daß zum Inventar eines der reichsten alamannischcn Männergräber, des Gammertinger Hauptgrabes mit Spangenhelm und Ringbrünne, neben acht blattförmigen auch vier dreikantige Pfeilspitzen gehören 2). Das Gammertinger Grab ist mit Eichloch etwa gleichzeitig; die Verwandtschaft der beiden Gräber geht bis ins Einzelne. Den vier länglich­ rechteckigen Zaumzeugbeschlägen Taf. 21, 22—25, deren Tierornament wie bei der Soester Riemenzunge Taf. 17,16 eingeschnitten und mit Niello ausgelegt ist3), entsprechen zwei ganz gleiche, in derselben Technik ausgeführte Beschläge in Gammertingen (Gröbbels Taf. 9,14—15). Die Tierornamentik (dreizeilige Tierkörper) steht auf gleicher Entwick­ lungsstufe mit der der langobardischen Goldkreuze, von denen wiederum die gepreßte Gam­ mertinger Silberblechriemenzunge Gröbbels Taf. 9, 6 und die mit ihr verwandte Herbrechtinger Riemenzunge Taf. 9 B, 9 abhängig sind. Für die kleine Goldschnalle mit Schilddom Taf. 21,13 sind nur im Gammertinger Grab zwei Gegenstücke bekannt (Gröbbels Taf. 9,10), und für das propellerförmigc silberne Beschlagstück Taf. 21, 26 kann man ebenfalls zwei Gammertinger Stücke der gleichen Form zum Vergleich heranziehen4). Auf das beiden Gräbern gemeinsame Vorkommen des Ango ist bei der Häufigkeit und chronologischen Unbestimmbarkeit dieser Waffe kein allzu großer Wert zu legen. Die Gleichzeitigkeit der durch die Bronzepfannen vom Tvp Taf. 22. 41 und durch die drei­ kantigen Pfeilspitzen zusammengeschlossenen Männergräber Nocera Umbra Gr. 48, Schretzheim Gr. 74, Gammertingen und Eichloch Gr, 54 wird dadurch unterstrichen, daß sich auch im Eichlocher Grab Beziehungen zu den Awaren nach weisen lassen, Taf. 21, 8 zeigt, beinerne End Versteifungen eines östlichen zusammengesetzten Bogens, wie er in dieser Zeit nur bei den Awaren vorkommt 5). Wir können also in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts neben den starken südlichen Verbindungen unseres Gebietes auch solche nach Osten zu den Awaren feststellen6). Einen Terminus ante quem für diese reichen Männergräber zu finden, bereitet einige Schwierigkeiten. Es gibt Anzeichen, die darauf hinweisen, daß sie etwas älter sind als die unten behandelten, der Gruppe V zugeteilten Gräber von Pfahlheim, Oetlingen und Hintschingen Taf. 29— A. Zunächst ist bei Gammertingen und Eichloch das fast völlige -33
1) Zu den von H areter, PZ 5, 1913, 257 aufgezählten süddeutschen Vorkommen sind binzuzufügen: 2 Stück aus Inzing, B.A. Griesbach, Gr. 50, zusammen mit einem mit Tierornament verzierten Goldkreuz (Beilage 5, 24 S. 78) im Mus. f. Vor-u. Frühgesch. Berlin Inv. II c 3727 f —g, und eine Pfeilspitze von Sprendlingen, Rheinhessen, Gr. 26, WZ 14, 1895 Taf. 21, 3. 2) Gröbbels Taf. 8, 7. 3) Dies ist auch bei dem rechteckigen Beschlagstück des erwähnten gleichzeitigen Grabes 48 von Nocera Umbra (N. U. 247 e) der Fall.’ 4) Gröbbels Taf. 9, 13. Ein ähnliches Stück von Beckum in Westf. bei Lindenachmit, Handbuch 291 Abb. 233, ein weiteres aus dem Ittenheimer Fund im Elsaß, An/., f. elsäss. Altertumskunde 22/23, 1931/1932 Taf. Öu; ferner drei Stück aus dem Reitergrab von Bresaz b. Pinguente, Mus. Triest. 6) Vgl. meine Ausführungen in ESA 7, 1932, 35 f. mit Anm. Öf. Ein awarischer knochenversfcärkter Bogen stammt ferner aus einem alamannischen Grab von Stuttgart-Cannstatt, Veeck Taf. 9 A, 2 a —c, dessen tieromamentierte Schnalle Veeck Taf. 48 B, 1 ebenfalls in das 7. Jahrhundert gehört. Veeck setzt diese Schnalle a, a. O. 64 zu Unrecht in das 4. Jahrhundert. Die gleichen beinernen Bogenteile wie in Cannstatt begegnen auch in Nocera Umbra Gr. 86, N. U. 284, c—d, n und in Bülach (Kanton Zürich) Gr. 18 (Mus. Zürich Inv. 27394), sodaß zu erwägen wäre, ob die süddeutschen Bögen nicht auf langobardische Vermittlung zurückgehen könnten. 6) Vgl. zu den awarischen Beziehungen auch S, öS mit Anm. 2 u. Beilage 2, 0 S. 74.

56

Chronologie.

Gruppe IV.

Grab Nr. 33—36.

Fehlen tauschierter Fundstücke auffällig, wenn man auch einräumen muß, daß nieliiertes und punziertes Zaumzeug mit tauschiertem gleichzeitig sein kann. Aber auch die Spatha von Eichloch (Taf. 21,1) mit kleinem dachförmigen Bronzeknauf zählt zu einem frühen Typ, der dem tauschierten Knauf in Süddeutschland vorangeht. Bei Gammertingen spricht für Grablegung in der ersten Hälfte des Jahrhunderts der Sieblöffel Gröbbels Taf. 9, 1, den man von dem des Grabes Worms-Bollwerk 1 (Taf. 6 A, 5; Ende 6. Jahrhundert) nicht allzuweit abrücken kann, und der Silberblechbeschlag einer Holzschale Gröbbels Taf. 9, 6 b, der in dem reichen Frauengrab 38 von Güttingen, A, Stockach, das in Gruppe IV gesetzt werden muß, ein Gegenstück findet - ). Außerdem ist der kaum abgenutzte 1 Eichlocher Triens schwerlich bis in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts umgelaufen. Ebenfalls zwischen 600 und 650 ist das Inventar von Weinheim Gr. 18 (Nr. 3 4 ; Taf. 23) in die Erde gekommen. Die abgenutzte gallofränkische Nachprägung nach einem Trienten Justins (I. od. II.) gibt, wie wir das bei Goldmünzen schon mehrfach bemerkt haben, für die zeitliche Stellung des Grabfundes nichts aus ( M 62). Das degenerierte Bügelfibelpaar Taf. 23, 1 u. 2 ist wie die S-Fibel Taf. 23,3 sehr lange getragen worden; es ist geflickt und überaus abgenutzt. Mit ihm bis auf kleine Abweichungen des Ornaments identisch sind zwei Fibeln von Mainz St. Alban Gr. 70 und von Ingersheim, O.A. Crailsheim 2). Das flächen­ hafte eingeschnittene geometrische Ornament dieser Fibelgruppe ist das Kennzeichen eines mittelrheinischen Werkstättenkreises, dessen Tätigkeit durch die Fibeln von WormsBollwerk Gr. 1 Taf. 6 A, 1 u. 2 und Köln-Müngersdorf Gr. 91 b Taf. 8, 1 u. 2 in das frühe 7. Jahrhundert datiert ist3). Wegen der starken Abnutzung der Fibeln ist das Weinheimer Grab an das Ende der Gruppe IV zu setzen. Grab 6 von Remagen (Nr. 35: Taf, 24 A) ist der einzige bisher bekannte geschlossene Grabfund unseres Gebietes mit einer angelsächsischen Münze ( M 161), deren Ausprägung nach 600 erfolgt sein dürfte, wie man aus dem Fund von Bais (MKAnm. S. 142 zu M 161) erschbeßen möchte. Für eine Datierung in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts könnte die S-Fibel Taf. 24 A, 1 sprechen. Zu den Zeugnissen italisch-südwestdeutscher Handelsbeziehungen gehören auch zwei wohl zusammen gefundene Schmuckstücke von Weingarten (Nr. 36; Taf. 24 B). Der Anhänger Taf. V ( M 176) ist von einem Ravennater Solidus des Mauricius Tiberius abgeschlagen und in der gleichen Art gefaßt und geöhrt wie der Solidus des Justinian I. von Soest (M27) und seine italischen Verwandten4). Die Belegung des Münzrandes mit Filigran entspricht ganz der Art, in der auch die kleinen Goldanhänger mit zentralem Buckel von Castel Trosino Gr. 7 und 115 hergestellt sind (s. Beilage 3 S. 74f.). An itaHscher Herkunft des Anhängers ist nicht zu zweifeln. Das in einen Ohrring umgewandelte Riemenzungenende Taf. 24 B ist ebenfalls mit Sicherheit langobardischer Import. Es zählt wegen der kommaförmigen Stempelmuster und des in Filigran aufgelegten byzan­ tinischen Flechtbandes zu einer in Castel Trosino und Nocera Umbra recht stark ver­ tretenen Gürtelgamiturengruppe byzantinischen Charakters5) ; ein Vergleichsstück ita­ lischen Fundorts aus der frühchristlichen Abteilung des Berliner Kaiser Friedrich-Museums (Inv. 3308) ist Taf. 24 D wiedergegeben.
*) Germania 17, 1933, 42 Abb. 0. 2) Mainzer Zeitsohr. 15/16, 1920/1921, 72 Abb. 5, 1. Veeck Taf. 24 B, 3. Vgl. auch Veeck Taf. 24 B, 4. V eeck (S. 37) datiert dieBe Gruppe auf Grund der Perlen in die Zeit zwischen 500 und 550. Dieser Ansatz ist wegen des Be­ fundes von Weinheim, Worms-Bollwerk und Köln-Müngersdorf nicht aufrecht zu erhalten. B ehrens datiert die Mainzer Fibel (a, a. 0. 75) übrigens nicht, wie V eeck (S. 37) irrtümlich angiht, in die Zeit um 550, sondern „gegen Ende des 6. Jahrhunderts“ . 3) Vgl. S. 40. 4) Vgl. hesondersden Solidus des Tiberius II, Constantinus von Castel Trosino Gr. 7,Beilage3S. 74,sowie S. 57 mit Anm.7. 5) Vgl. A berg, Goten 112 ff.; bes. Castel Trosino Gr. F. C. T. Taf. 7, 5 —9. Vgl. auch Kim&gota und Puszta-Töti, Hampel 3 Taf. 261 u. 268, uns. Beilage 2, S. 73f.
Qertu. D enkm äler d . Völkerw anderungaielt 3. W erner.

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Chronologie.

Gruppe IV.

Grab Nr. 37—45.

Die drei Gräber von Gammertingen (Nr. 3 7 ; Taf. 25 A), Untereching (Nr. 38; Taf. 25 C) und Reichenhall (Nr. 39, beigabenlos) mit langobardischen Trienten nach Mauricius Tiberius ( M 6 7 — 71) fallen sicher in das 7. Jahrhundert; ob man sie aber der Gruppe IV oder der Gruppe V zuweisen muß, ist nicht zu entscheiden. Die Umlaufszeit der Münzen, von denen die Gammertinger Trienten geöst sind, bleibt unbekannt. Die Ähnlichkeit des bärtigen Kopfes auf der Zierscheibe Taf. 25 A, 3 mit dem Kopf auf der ebenfalls von Gammertingen stammenden Scheibenfibel Taf. 24 C ist sicher nicht zufällig. Die Nachahmung einer Umschrift auf dem Silberblech der Fibel zeigt, daß es sich dabei um die Kopie eines Münzbildes, am ehesten eines Solidus des Heraclius wie M 76—78, handelt. Die großen Silberohrange Taf. 25 A, 1 sind auf alamannischem Gebiet recht häufig1). Die Schnalle mit rückwärtiger Kästchenschlaufe von Untereching Taf. 25 C, 5 ist neben den oben S. 56 erwähnten Bögen und Pfeilspitzen ein weiteres Zeugnis für östliche Beziehungen. Die Verbreitung dieses auffallenden Typs umfaßt Ostbayern, Ostoberitalien, Ungarn, Albanien, Bulgarien und das Gouvernement Kiew 2). Es folgen sechs weitere Gräber, bei denen eine Entscheidung, ob sie der Gruppe IV oder der Gruppe V angehören, nicht getroffen werden kann, und die demnach nur ganz allgemein ins 7. Jahrhundert gesetzt werden. Das Grab von Mannheim (Nr. 40; Taf. 25 B) enthält einen sehr stark abgenutzten Soli­ dus Justinians I. ( M K I I , 25, gepr. nach 538, vgl. MKAnm. zu M 26 S. 137). Der Knauf der mitgefundenen Spatha ist mit einem geometrischen Muster tauschiert, in der Art, wie sie in der Gruppe V Vorkommen (vgl. Taf. 29 B, 1). Die Datierung in das 7. Jahrhundert ist daher gesichert. Das reiche Männergrab von Wallerstädten (Nr. 41; Taf. 26), das W. Schnellenkamp sehr ausführlich behandelt hat3), enthält einen in Frankreich geprägten nicht näher datierbaren merowingischen Trienten ( M 119). Die Spatha Taf. 26, 1 steht derjenigen von Mannheim (Taf. 25 B, 1) nahe, die Ornamentik der tauschierten Gürtelgarnitur Taf. 26, 5—7 ist besonders mit der der Hintschinger Beschläge Taf. 32 u. 33 A zu vergleichen. Das Grab gehört ins 7. Jahrhundert und zwar am ehesten in seine zweite Hälfte. Grab 6 von Beckum (Nr. 42; Taf. 27 A) sei wegen des Langsaxes, der u. E. erst im 7. Jahrhundert vorkommt, vermutungsweise in dieses Jahrhundert gesetzt. Der gold­ plattierte germanische Triens M 82 ist zur Datierung nicht zu verwerten. Auf Grund der Münze ( M 168, unbestimmbarer Triens mit Balkenkreuz, das erst in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts aufkommt) gehört Grab 25 von Landau i. Pf. (Nr. 4 3 ; Taf. 27 B) in das 7. Jahrhundert. Eine wohl am Niederrhein geprägte Goldmünze des 7. Jahrhunderts ( M 155) wurde in Grab 18 von Erle (Nr. 44; Taf. 28 A) gefunden. Eine schärfere Datierung des Grabes ist nicht möglich. Zu dem Bronzeanhänger mit eingravierten Tierköpfen sind vier ähn­ liche Stücke aus Gold von Nordendorf zu vergleichen 4). Rüsselbecher (Taf. 28 A, 14) sind durch den Fund von Taplow in Kent für das 7. Jahrhundert belegt 5). Ein rechteckiges durchbrochenes Gürtelbeschläg wie Taf. 28 A, 9 u. 10 findet sich auch in dem Männergrab von Lankern i. W. (Nr. 45; Taf. 28 B), das durch einen Triens des Münzmeisters Suftulfus ( M 117) in das 7. Jahrhundert verlegt wird. Bei diesen Gürtel­ beschlägen handelt es sich um eine auch sonst am Niederrhein vorkommende Form 6).
!) Z. B. Veeck Taf. 36. 2) Eine Reihe von Funden dieser Form hat N. F e ttich in Archaeologiai Erteaitö 40, 1923/1926, löOff. zusammen­ gestellt. 9) Mainzer Zeitachr. 27, 1932, 59 ff. *) A. u. h. V. 4 Taf. 10, ö. 5) Aberg Anglo-Sax. Abb. 1. Vgl. jetzt auch das Verzeichnis bei F. F rem ersd orf, Wallraf-Rich&rtz-Jhb, NF 2 3, 1933/34, 22 ff. fl) Z. B. Meckenheim, Rheinprov., Gr. 13, BJ 92, 1892 Taf. 7, 3.

58

Chronologie.

Gruppe V.

Grab Nr. 48 und 47.

Gruppe V.

Etwa 650—700.

Gräber Nr. 46—53 (Taf. 29—36). In unserer Gruppe V sind die Grabfunde mit in Fingerringen gefaßten Phocas- und Heracliusmünzenzusammengefaßt. Sie sind wahrscheinlich erst nach fi50._in~die-Erde gekom m enbeim Fehlen späterer Münzen in den Reihengräberfeldern ist es jedoch un­ wahrscheinlich, daß diese Gräber jünger als das Jahr 700 sind. Gegenüber der Gruppe IV besteht keine scharfe Abgrenzung, da beiden Gruppen langobardischer Import und Be­ ziehungen zum langobardischen Italien als Kennzeichen gemeinsam sind. Es ist daher sehr wohl möglich, daß die Anfertigungszeit einer Reihe von Fundstücken der Gruppe V vor der Jahrhundertmitte liegt. Die Fassung von Goldmünzen in Fingerringen, der wir im 6. Jahrhundert nicht begegneten, scheint eine Zeitsitte zu sein (s. S, 15). Als wichtigstes festdatiertes Männergrab der Gruppe V, um das sich eine Reihe weiterer Gräber gruppieren lassen, kann Grab 4 von Pfahlheim..(AT . 4 6 ; Taf. 29 A u. 30) gelten. r Es gehört auf Grund eines leicht abgenutzten und Beschnittenen Solidus des Heraclius und Heraclius Constantinus ( M 78), der in einen Fingerring gefaßt ist, in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts. Das prächtigste Fundstück des Grabes, das gegossene Bronzegefäß mit Tintenfischfries Taf. 30, 41, ist italischer Import. Es steht in Form und Verzierung den Gefäßen von Bonn und Ittenheim und der Kanne von Nocera Umbra Gr. 17 nahe 1). Die tauschierten Beschlagstücke des Zaumzeuges Taf. 29 A, 15—22 haben in Grab 9 des Pfahlheimer Gräberfeldes genaue Entsprechungen2); ander Herstellung in der gleichen Werkstatt ist nicht zu zweifeln. Die Gleichzeitigkeit beider Gräber wird durch eine ,,koptische“ Bronzekanne von Teekannenform in Grab-9 bestätigt (Beilage 4, 18, S. 77). Ein weiteres gleichaltriges Grab stammt von Oetlingen, OA. Kirchheim (Taf. 29 B ) 3); es enthält eine t^uschierte jiiem eiikretizung (Taf. 29 B, 3, vgl. Taf. 29 A, 19 u. 20) und ein tauschiertes Beschlagstück (Taf. 29 B, 2, vgl. Taf. 29 Ä, 15—18) sowie an Einfuhrgut eine Bronzekanne und eine Pfanne mit durchbrochenem Standring (Taf. 29 B, 5 u. 6; Bei­ lage 4, 7 u. 20 S. 77). An die genannten Beschläge von Pfahlheim und Oetlingen ist ein fast völlig gleichartiges aus Grab 93 von Reichenhall anzuschließen4). Pfahlheim Gr. 9, Oetlingen und Reichenhall Gr. 93 gehören mit Sicherheit in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts; sie bilden mit Pfahlheim Gr. 4 eine durch übereinstimmende-Tauschie­ rungsmuster und durch eingeführtes Bronzegeschirr zusammengeschlossene Fundgruppe, zu der man wegen der Verwandtschaft mit den perlstabgefaßten Riemenzungen Tai, 29 A, 5—13 noch eine Schnalle von Meßstetten, OA. Balingenß), hinzufügen kann. Für Grab 14 von Hintschingen (Nr. 47; Taf. 31—33 A) läßt sich aus der mitgefundenen Münze, einem sehr abgenutzten, in einen Fingerring gefaßten Solidus Justins II. ( M 60) kein brauchbarer Terminus post quem gewinnen. Das mit entwickeltem Tierornament verzierte Goldkreuz ist wie das Bronzegeschirr von Oetlingen und Pfahlheim Gr. 4 imd Gr. 9 zweifelsohne langobardischer Import. Weitere Beziehungen zu Italien offenbaren sich in der Tauschierung der Eisensachen. Bereits Harster hat bei der Behandlung der Kelheimer Funde allgemein auf derartige Beziehungen hingewiesen6), die sich durch eine Be­ arbeitung des gesamten tauschierten Materials sicherlich noch weiter klären und vertiefen
1) Beilage 4, 24 u. 26, S. 77, N. U. 198 Abb. 45 (Beilage 3 S. 76). 2) Veeck Taf. 61 A, 8. 9. 13. 3) Mus. für Vor- u. Frühgeschichte Berlin Inv. II c 3978; unsere Beilage 4, 7 u. 20 S. 77. Der mit Tierornament verzierte silbervergoldete Zierknopf Taf. 29 B, 2 gehört zu einer Saxecheide. *) M. v. C hlin gen ep erg-B erg, Das Gräberfeld von Reiohenball (1890) Taf. 18. — Ähnlich, in den Einzelheiten jedoch abweichend, ist ein Stück von Gersheim, Rheinpfalz, A, u. h. V. 2 H. 8 Taf. 6, 3. 6) Veeck Taf. 57 A, 2 c. ») PZ 5, 1913, 258.

8*

59

Chronologie.

Gruppe V.

Grab Nr. 47 und 48.

ließen. Eine Riemenzunge mit Flechtband in abwechselnder Silber- und vergoldeter Silbertauschierung wie Taf. 32,10 d und ein rautenförmiges Beschlag mit Tierornament und sternförmig tauschierten Nieten wie Taf. 32, 10 e sind aus Castel Trosino Grab 90 bekannt1). Die bis ins einzelne gehende Übereinstimmung spricht für annähernde Gleich­ zeitigkeit. Durch das rautenförmige Beschlag ergeben sich aber auch sehr enge Verbin­ dungen zu der Gruppe Pfahlheim Gr. 4 u. 9 -Oetlingen-Reichenhall Gr. 93, was für die Einordnung des Hintschinger Grabes in Gruppe V wichtig ist. Dies Beschlag hat in der Komposition des Tierornaments zwei völlig identische Gegenstücke in Reichenhall Gr. 93 und in Fetigny in der französischen Schweiz 2). Ebenso verhält es sich mit dem quadrati­ schen Beschlag mit S-förmigem Tier Taf. 32, 11 d und mit den Pfahlheimer Brillen­ spiralen Taf. 29,15—18, zu denen in.den gleichen Gräbern Entsprechungen vorhanden sind3). Beachtenswert sind die beiden großen Riemenkreuzungen 4) Taf. 33, 17 mit zugehöriger Schnalle, in deren Ornamentik die Nachahmung von Zellenwerk, wie es etwa bei den engzelligen Scheibenfibeln der Form Taf. 17, 3 vorkommt, zu erkennen ist5). Dieser Zug verbindet sie mit einigen der h auptsächlich am Mittelrhein vertretenen eisernen Scheibenfibeln der Gruppe V vom Typ Oberolm Taf. 3B A , 19 6). Die Pseudoschnalle Tal. 32,19 gehört zu einer nordwärts der Alpen seltenen Form, deren Heimat im byzantinischen Kreis zu suchen is t 7). Zu Sporn (Taf. 33 A, 25) und Trense (Taf. 31,12) sind auf alamannischem Gebiet Gegenstücke bekannt8). Die Spatha Taf. 31, 4 ist als frühestes datiertes Stück einer bis ins 10. Jahrhundert zu verfolgenden Form von Bedeutung 9). Zu dem eingeritzten Tierornament des Saxes Taf. 31, 5 sind der Runensax von Hailfingen (Württ.) Gr. 381, der so­ mit in unsere Gruppe V zu setzen ist, zwei Saxe von Oberflacht und ein Langsax mit ein­ fachen eingelegten Bronze ( ?)-Bändern aus dem Rhein bei Mainz zu vergleichen m). Dem chronologisch wichtigen Bestand von Männergräbern, der sich um Pfahlheim Gr. 4 zusammenstellen läßt, steht eine ähnliche, an das Grab von W o^heim (Nr. 48; Taf. 34) anzuschließende Reihe von Frauengräbern zur Seite. Wonsheim ist durch einen Fingerring mit abgenutztem Solidus des Heraclius und Heraclius Constantinus ( M 76) in die zweite Hälfte des Jahrhunderts datiert. Der mitgefundene mittelrheinische Triens ( M 137) gehört demnach zum Münzvorrat dieses Zeitraums. Wie die Scheibenfibel in Vierpaßform Taf. 34, 1 zeigt, bleiben Filigran und gerippte Goldblechstreifen auch in Gruppe V in Verwendung. Durch Wonsheim wird nur das Vorkommen, nicht das Auf­
C. T. Taf. 10, 18 u. 6; ähnliches Flechtband und sternförmig tauschierte Niete ferner Castel Trosino Gr. 110, C. T Taf. 12, 3. Zu der Riemenzunge von Hintechingen vgl. Schretzheim Gr. 227, Harbauer Kat. 1 Abb. 43, und Kelheim Gr. 19, PZ 5, 1913, 258. Zum rautenförmigen Beschlag ebenfalls Schretzheim Gr. 227, Harbauer Kat. 1 Abb. 42. 2) C h lin gen sperg-B erg a. a. 0. Taf. 18, und 51. B e B s o n , L’Art barbare dans l'ancien diocese de Lausanne (1909), 117 Abb. 61. 3) C h lin gen sperg-B erg und B esson a. a. 0. Vgl. zu den Brillen spiralen auch Reichenhall Gr. 260, C h lin gen s­ p erg -B erg a. a. O. Taf. 29, Wilflingen, O.A. Riedlingen, A. u.'h. V. 6, Taf. 36 Nr. 570— 571 und Castel Trosino Gr. 142, C. T. 308 Abb. 211. *) Zur Form selbst vgl. Schretzheim Gr. 345, Jhb. d. hist. Vereins Dillingen 43/44, 1930/1931 Taf. 3 und Pfahlheim, Veeck Taf. 78 B, 4 u. 6, ferner Solosancho, Prov. Avila, H. Zeiss, Die Grabfde. a. d. span. Westgotenreich (1934) Taf. 27, 1 u. 3. • 6) Vgl. das Beschlag von Wallerstädten Taf. 20, 7; ferner A. u. h. V, 3 H. 4 Taf. 6, 1 —4 und besonders A. u. h. V. 2 H. 8 Taf. 6, 5. Nachahmung von Zellenwerk in Italien: Aberg, Goten Abb. 277, 6. 6) Ferner z. B. A. u. h. V. 3 H. 4 Taf. 5, 1; H. 9 Taf. 8. 7) Z. B. Mittelbuchen Gr. 14, Katalog Hanau (1920) Taf. 27, Kelheim Gr. 40, PZ 6, 1913, 241 Abb. 8. Reichen­ hall Gr. 244, C h lin gen sperg-B erg a. a. O. Taf. 24. Zu den östlichen Beziehungen L. M atzule w itsch in Seminarium Kondakovianum 1, 1927, 127 ff. 8) Sporn: Oetlingen, Grabfund S. 59 Anm. 3. Pfahlheim Gr. 3, Veeck Taf. 67 A, 8. Trense: Hopfau, Veeck Taf. 65 A, 1 und Schretzheim Gr. 366, Jhb. des hist. Vereins Dillingen 43/44, 1930/31, 41. 9) Vgl. PZ 21, 1930, 283, Schwert von Lippehne. 10) Germania 18, 1934, 363. u. Taf. 6. Oberflacht und Mainz: A. u. h. V. 3 H. 2 Taf. 5, 5 u, 8 und A. u, h. V. 4 Taf. 66, 3.

60

Chronologie.

Gruppe V.

Grab Nr. 48—53,

kommen dieser Fibelform, das wohl in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts fällt, erfaßt1). Eine gegossene Kanne in Teekannenform und ein sehr stark abgenutztes und geflicktes Becken mit durchbrochenem Fuß (Taf. 34, 5 u. 6) entsprechen durchaus dem in den oben behandelten Männergrab ern enthaltenen Einfuhrgut. Die silberne. Bulla Taf. 34, 2 hat drei weitere mittelrheinische und eine schwäbische Verwandte (WittisHngen)2) ; die Bulla des Wittislinger Doppelgrabes trägt wie Taf. 34, 2 eine mit Tierornament verzierte Zone. A^on ihren Beifunden sind eine „koptische“ Pfanne (vgl. Beilage 4, 12 S. 77) und die berühmte almandin- und filigranverzierte goldene Bügelfibel mit lateinischer Inschrift3) chronologisch wichtig. Diese Bügelfibel, bei der das in Filigran aufgelegte vierpaßförmige Flechtbandmuster zu beachten ist (vgl. dazu z. B. Taf. 8, 5 u. 7), ist in der ersten Hälfte des Jahrhunderts angefertigt worden. Außer dem engen Zellenwerk, das der Fibel mit den engzelligen Scheibenfibeln gemeinsam ist, zeigt dies der lange gravierte und in einen Tierkopf endende Nadelhalter4), den wir bei der Behandlung der Prachtfibeln von Soest (Taf. 17, 1 u. 2) und Täbingen als Zeiterscheinung innerhalb der Gruppe IV kennzeichnen konnten (S. 54 mit Anm. 5). Die Datierung des Doppelgrabes, das durch den Kettenpanzer unter den Beigaben des Mannes auch zu einem der reichsten Männergräber der Gruppe IV, dem Gammertinger Hauptgrab mit Ringbrünne, Beziehungen zeigt, ist durch den mitgefundenen Fingerring5) in Gruppe V gesichert. Die eigenartige Darstellung eines bärtigen Männerkopfes en face auf einer an dem Ring angebrachten Goldplatte von Solidusgröße und in der Art der Gammertinger Fibel Taf. 24 C kann nur als Nachahmung eines Münzbildes von Phocas oder Heraclius gedeutet werden. Außer der Bronzepfanne ist auch das Goldkreuz (vgl. Beilage 5,16 S. 78) langobardisches Einfuhrgut. Auch das Frauengrab von Cobern (Nr. 4 9 ; Taf. 35 A) gehört in Gruppe V. Der Solidus des Phocas ( M 72) und der Fingerring, in den er gefaßt ist, sind abgenutzt. Die Scheiben­ fibel Taf. 35 A, 2 ist ein Stück minderer Qualität; sie dürfte mit der Fibel von Wonsheim ungefähr gleichaltrig sein. Etwa gleichzeitig mit dem Grab von Wonsheim sind ferner die Oberolmer Gräber 4 und 59 (Nr. 50 u. 5 1 ; Taf. 36) und das Grab von Naunheim (Nr. 52; Taf. 33 B). Zwischen den Kiefern der Skelette dieser Gräber fanden sich Trienten des Mainzer Prägebezirks ( M 134,147 u. 136). Das Vorkommen dieser Prägungen in Gruppe V ist durch das Wonsheimer Grab belegt. Die eiserne silbertauschierte Scheibenfibel des Oberolmer Grabes 59 (Taf. 36, 19) zählt zu einer Form, für die Rheinhessen das Zentrum der Verbreitung6) bildet. Auf dem Naunheimer Zierstiick Taf. 33 B, 1 treten Tierornament und das schon häufig beobachtete vierpaßförmige Flechtbandmuster gemeinsam auf. Das jüngste Grab der Gruppe V ist ohne Zweifel das Doppelgrab von Sinzig (Nr. 53; Taf. 35 B), dessen Münze, ein zweimal in einen Fingerring gefaßter und bis zur Unkennt­ lichkeit abgenutzter Solidus des Heraclius und Heraclius Constantinus ( M 77), erst nach sehr langer Tragezeit mit ins Grab gegeben worden sein kann. Man wird den Fund an das Ende des 7. Jahrhunderts rücken müssen. Das getriebene Bronzebecken Taf. 35 B, 6 ist an dem beweglichen omegaförmigen Griff, der in der Mitte drei wulstartige Verdickungen
1) Diese Fibelgruppe behandelt H. Z e iss in Germania 15, 1931, 184 f. 2) Sprendlingen, A. u. h. V. 2 H. 12 Taf. 6, 3. Kheinprovinz, Lindenachmifc, Handbuch 472 Abb. 456 d und ein Stück von Volxheim, Kr. Alzej' im Mua. Alzey. Wittialingen, B.A. DiUingen, Bayer. Schwaben, Katai. 4 des Bayer. Nationalmus. (1892) Taf. 21, 2 u. 3. Vgl. ferner ein bronzenes Stück von Gerstheim, Kr. Eratein im Elsaß, bei H e n n in g , Denkm. d. Elsäss. Altert. Slg. Taf. 61, 27. 3) Katal. d. Nat.-Mus. Taf. 20, 2 u. 21, 1; Salin Abb. 151; Gazette archeol. 14, 1889 Taf. 4 u. 5. 4) Vgl. dazu auch den Nadelhalter der großen Wittislinger Seheibenfibel, Kat. d. Nat.-Mus. Taf. 20, 1 u. 21, 6, die ebenfalls vor der Jahrhundertmitte hergestellt sein dürfte, und den der Scheibenfibel von Kingston, Aberg, Anglosax. Abb. 206. 6) Abbildung in der Aufsicht: Gazette arch6ol. 14, 1889, 17. #) Vgl. S. 60 mit Anm. 6.

61

Chronologie.

Gruppe V.

Grab Nr. 53.

trägt, als einheimische Nachahmung der gegossenen „koptischen“ Bronzebecken wie Taf. 34, 6 (vgl. Beilage 4, 1—4 S. 76f.) zu erkennen. Genaue Parallelen zu diesen im Querschnitt halbkreisförmigen gegossenen Griffen sind von Wendlingen, OA. Esslingen, dem Elsaß, Heddesdorf, Rjaeinprovinz, und Gilton, Kent, bekannt1). Mit Gruppe V der münzdatierten Gräber erfassen wir zugleich auch die jüngste Stufe der Reihengräberfunde. Spätere Münzen als solche des 7. Jahrhunderts fehlen in den austrasischen Reihengräberfeldem (s. S. 15f,), und mit den Münzbeigaben setzen auch die Beigaben an Schmuck und Waffen aus. Es gibt keinerlei Anzeichen, daß die früh­ mittelalterlichen Reihengräberfelder in Süd- und Westdeutschland weit in das 8. Jahr­ hundert hineingereicht hätten.
!) Veeok Taf. 20 B, 5; Anz. f. elsäss, Altertumskde 25, 1034 Taf. 48, 1 und Mus. Neuwied 1249; das englische Becken (Lindenschmit, Handbuch Taf. 34, 1) könnte vom Festland stammen.

Ä

ERGEBNISSE FÜR DIE CHRONOLOGIE DER REIHEN­ GRÄBERFUNDE DES 6. UND 7. JAHRHUNDERTS IN SÜ D - UND W ESTD E U TSC H LAN D .
Die im Laufe der Untersuchung vorgenommene Überprüfung der Datierungskriterien beweist, daß die Münzen allein zur Herausarbeitung von Zeitstufen innerhalb des Materials der Reihengräberfelder nicht ausreichen. Ausschließliche Münzdatierung des einzelnen Grabes ist meist unmöglich, da sich die Umlaufszeit der mitgefundenen Münze nur in den seltensten Fällen bestimmen läßt. Das liegt in der Rolle begründet, die das gemünzte Geld im 6. und 7. Jahrhundert in der.Zone nordwärts. der-Alpen spielt: ausländische Münzen in einem nicht geldwirtschaftlichen Gebiet haben für die Chronologie der archäologischen Funde eben nur bedingten Wert. Um zu einer brauchbaren chronologischen Einteilung des hier vorgelegten Materials zu gelangen, wurden nicht die einzelnen Münzen, sondern ganze Münzgruppen zur Grundlage für die Datierung genommen, wenn sich für ihr Auftreten nordwärts der Alpen ein Terminus ante oder post quem feststellen ließ. Aber auch dies genügte noch nicht; neben die importierte Münze mußte das sonstige Einfuhrgut in den reichen Münzgräbern treten, damit ein gesichertes chronologisches Schema aufgestellt ~Wel^eC.l:oia|e.''"'' Xm^OTtjjndJ^ü^zg3 p ^ n als archäologischer Niederschlag von Handels­ ^ beziehungen, die sich wiederum auf dem Wege historischer Untersuchung zeitlich festlegen und einengen ließen, wurden zu den hauptsächlichsten Grundlagen der Datierung, und die Münzen wurden teils Träger, teils notwendiges Korrektiv der Gruppen, in welche sich das Material der Münzgräber einteilen ließ. Auf diesem Wege ergab sich folgende Gliederung: Die in Gruppe I (S. 30 ff.) zusamniengefaßten beiden frühen Phasen Childerichgrab--Apahida. (etwT 450—480) und Flonheim- Gültlingen-Ermihalyfalva (etwa 480—520) a werden von donauländischem Import und donauländischen Verbindungen bestimmt. Sie umfassen ein mengenmäßig geringes Material, was in erster Linie auf das Ausbleiben einschlägiger Funde in der übergroßen Mehrzahl der Reihengräberfelder zurückzuführen ist. Die meisten süd- und westdeutschen Reihengräberfelder scheinen demnach erst in späterer Zeit zu beginnen; bei manchen unter ihnen werden wohl auch die ältesten Gräber noch unaufgedeckt sein. Gruppe II (etwa 520—550, S. 34ff.) wird durch sich ergänzende reine Münzdatierungen von drei Gräbern (Weimar Gr. 80, Chaouilley Gr. 19 und Lavoye Gr. 307bifl) gestützt, enthält aber offenbar nur einen sehr geringen Bruchteil des gleichzeitigen Formengutes. Sie bedarf ganz besonders der Ergänzung durch neue münzdatierte Gräberundreiche, sich an die vorhandenen Münzgräber anschließende undatierte Funde. Als wesentlichstes Ergebnis unserer Arbeit können wir die drei folgenden Gruppen III bis V ansehen, die einen großen Teil der Reihengräberfunde aus der zweiten Hälfte des 6. und des 7. Jahrhunderts zeitlich einzuordnen erlauben: Träger der Gruppe III (etwa 550—600, S. 38ff.) sind die Silbermünzen der Ostgotenkönige und die Silbermünzen Justinians I. aus der Prägestätte Ravenna, die aus historischen
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Ergebnisse für die Chronologie.

Gründen in ihrer überwiegenden Mehrzahl vor 563 über die Alpen gekommen sein müssen und wegen ihres geringen Metall wertes wohl nur vereinzelt bis in das frühe 7. Jahrhundert umliefen, was die Münzvergesellschaftungen bestätigen, Silbermünzen von Witigis bis Teja und von Justinian I. datieren ihre Beifunde in der Regel mit Sicherheit in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts. Unmittelbare Handelsbeziehungen des alamannisch-fränkisehen Gebietes zu den Langobarden in Italien sind, wie die Geschichte der Alpenstraßen zeigte, nicht vor 591 möglich; ihr archäologischer Niederschlag, Träger unserer Gruppen IV (etwa 600—650, S. 41ff.) und V (etwa 650—700, S. .59 ff.), fälltd aher voll nndLganz in das 7. Jahrhundert, Für diese be­ sonders folgenreiche Feststellung besitzen wir zudem eine rein archäologische Kontrolle (s. S. 46f.): Bereits der früheste langobardische Import und die ersten Anzeichen langobar­ dischen Einflusses in unserem Gebiet bekunden in der Wahl der Verzierungstechniken die starke byzantinische Einwirkung, der das langobardische Kunstgewerbe auf italischem Boden ausgesetzt war, und auch die Sitte des Tragens aufgenähter Goldblattkreuze war damals bereits bei den Langobarden aufgekommen. Eine so nachhaltige Beeinflussung konnte sich kaum in den ersten Jahren nach der langobardischen Landnahme (568), sondern wohl erst gegen Ende des Jahrhunderts geltend machen. In die Gruppe IV fällt zugleich eine Blütezeit des germanischen Kunsthandwerks in der Zone nordwärts der Alpen. Sie ist eine völlig neue, aus der einheimischen Entwicklung nicht erklärbare Erscheinung, ein Ergebnis der engen Verbindungen mit dem langobardischen Italien und mittelbar dem gleichzeitigen byzantinischen Kunstgewerbe. Der italische Einfluß, der das burgundische Gebiet, Süddeutschland, das Rheinland und Südengland berührt und auch nach Skandinavien hinüberreicht, ist in Nordfrankreich und Belgien dagegen nur schwach wahrnehmbar. Innerhalb der „langobardischen“ Beziehungen konnten wir eine Gruppe Teieher Gräber mit in Fingerringe gefaßten Goldmünzen von Phocas und Heraclius als spät und nach 650 in den Boden gekommen aussondern. Sie bilden die Gruppe V. Unsere Gruppen I bis V erstrecken sich über die ganze Dauer der Reihengräberfelder vom Ende des 5. Jahrhunderts bis in die Zeit um 700. Sie sollen, wie schon eingangs be­ tont, nicht Entwicklungsstufen umschreiben, sondern sind Zusammenfassungen von Grab­ funden mit gleicher, durch Import oder Münze gegebener Datierung. Entwicklung ist nur an dem gesamten “archäologischen Material eines einheitlichen geographischen Gebietes, nicht aber an dem willkürlichen, vielen wichtigen Formenguts entratenden Ausschnitt der Münzgräber zu verfolgen. Die hier gesetzte Aufgabe war das Herausarbeiten von (nicht entwicklungsgeschichtlich bedingten) allgemeingültigen Datierungsgrundlagen, die für das undatierte Fundmaterial chronologische Fixpunkte abgeben sollen. Es bleibt noch übrig, kurz auf die Abweichungen der vorgetragenen chronologischen Ergebnisse von denen N. Abergs, E. Brenners und W. Veecks einzugehen. Die Grund­ lagen der chronologischen Systeme Abergs und Veecks sind von den unsern wesentlich verschieden, dagegen unterscheiden wir uns kaum von Brenner in der Wahl der Methode. Die Veecksche Chronologie, die durchschnittlich um etwa ein Jahrhundert von der unseren ab weicht, hat in Fällen, wo unbedingt auf sie eingegangen werden mußte, Be­ rücksichtigung gefunden1). So wurde an besonders offenkundigen Beispielen dargetan, daß Perlen und spätrömische Alt sachen in Reihengräberfeldern für die Datierung wenig Wert besitzen 2). Eines der wichtigsten Argumente der Veeckschen Chronologie ist die Behauptung, daß
S. 35 Anm. 8; S. 37 Anm. 2; S. 46 mit Anm. 5; S. 56 Anm. 5; S. 57 Anra. 2 und allgemein Exkurs II S. 68f. 2) S. 37 Anm. 2; S, 51 Anm. 3; S. 54 Anm. 6.

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Ergebnisse für die Chronologie.

eine fränkische Beeinflussung seit der fränkischen Oberhoheit über die Alamannen, vom Jahre 536 ab, auch archäologisch zu erkennen sei1). Ganz abgesehen davon, daß die Ab­ tretung gerade alamannischen Gebietes durch Witigis an die Franken im Jahre 536 historisch so unsicher ist 2), daß sie keinesfalls als Fixpunkt für eine archäologische Chronologie Verwendung finden kann, muß der von Veeck versuchte Nachweis, daß sich der Habitus der alamannischen Gräberfelder nach dem Jahre 536 in Keramik und Bewaffnung ge­ ändert habe, als mißglückt gelten. Aus den Gräberfeldern von Holzgerlingen und Schretz­ heim, auf die sich Veeck dabei stützt, ist er, wie eine eingehende Kontrolle von Schretzheim ergab, nicht zu erbringen (s. Exkurs I I : Zur Chronologie des Grabfeldes von Schretzheim S. 68f.). Für die Beurteilung der Veeckschen Chronologie kommt hinzu, daß die Datie­ rungsmöglichkeiten, die die langobardischen Altertümer Italiens und ihre Beziehungen zum Gebiet nordwärts der Alpen in sich bergen, keine Berücksichtigung gefunden haben3). Es gibt keine Möglichkeit, die hier gegebenen Datierungen mit denjenigen Veecks in Überein­ stimmung zu bringen. Von den chronologischen Systemen Abergs lind Brenners trennt uns die abweichende Einschätzung der Beziehungen zum langobardischen Italien. Für die Zeit vor 550 stimmen unsere Datierungen im wesentlichen mit denen Abergs und besonders Brenners überein. Eine Reihe Formen, die Aberg und Brenner (vgl. seine 4. Periode) noch in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts setzen, gehören u. E. erst in das 7. Jahrhundert, da sie Zeugnisse einer gesonderten Entwicklung auf italischem Boden sind und im Norden als langobardischer Einfluß erscheinen, der neben und durch direkten Import frühestens um 600 möglich ist. In der Chronologie der langobardischen Altertümer Italiens können wir uns die u. E. zu frühen Zeitansätze Abergs nicht zu eigen machen, wofür die Gründe ganz allgemein oben S. 41 fl. dargelegt sind. Ob das chronologische Schema, das auf Grund der münzdatierten Gräber für die südund westdeutschen Reihengräberfunde vom späten 5. bis ans Ende des 7. Jahrhunderts in dieser Untersuchung aufgestellt wurde, Allgemeingültigkeit erlangen kann, wird seine Erprobung am gesamten Fundmaterial eines geschlossenen geographischen Gebietes und an großen Grabfeldern erweisen müssen.
*) Veeck, Alamannen 94 und besonders 10. RGK-Bericht 1925/26, 43. 2) Vgl. H. Z eiss in Germania 12, 1928, 30 —32 u. ders. inZeitschr, f. bayer. Landesgesch. 2,1929,346; ferner R. H e u ­ b e rg er, Rätien im Altertum imd lYühmittelalter I, 1932, 127 f, — Den Beweis, daß die südlich der alamaiinisch-fränkischen Grenze vom Jahre 496 gelegenen alamannischen Gaue vor 536 in einem Schutzverhältnis zu den Ostgoten standen, hat V e e c k (Alamannen 109 f.) nicht erbracht. Zur Stützung seiner Annahme führt er a. a. O. 110 an, was erst bewiesen werden soll: „Jedenfalls tritt in unseren alamannischen Reihengräberfriedhöfen der fränkische Einfluß erst nach ihrer völligen Unterwerfung unter die Franken 536 hervor.“ Vgl. aueh S, 25 Anm. 1. 3) z. B . S. 45 mit Anm. 5 und Exkurs II, S. 68f.

Germ . D enkm äler (1, Vtilkerwanderungaieit 3.

W eroer.

9

65

EXK U R SE.
I. ZUR HERKUNFT DER MITTELEUROPÄISCHEN SPANGENHELME.
Die Frage nach Zeitstellung und Fabrikationsort der mitteleuropäischen Spangenlielme bedarf einer neuerlichen Untersuchung1). Der Versuch M. Eberts, die Herstellung sämt­ licher Spangenhelme durch bosporanische Werkstätten in Südrußland glaubhaft zu machen (PZ 1, 1909, 67 ff.), scheint gerade in Hinblick auf einen kürzlich veröffentlichten, auch für die Chronologie wichtigen südrussischen Neufund mißglückt. In einem Kertscher Katakombengrab fanden sich zwei Spangenhelme mit Nasenschutz zusammen mit Resten eines Panzers, einer gepreßten Goldblechriemenzunge mit Flechtband und einem durch­ bohrten Solidus des Leo (457—474) 2). Das Grab gehört wegen der durchbohrten Münze erst in das 6. Jahrhundert und nicht, wie Arendt annimmt, bereits in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts. Die beiden Kertscher Helme unterscheiden sich von ihren west­ lichen Verwandten recht erheblich. Der eine ist ein Spangenfeder heim (Arendt a. a. 0. 50 Abb. 1), der andere ein Spangenhelm mit sechs Spangen (Arendt a. a. 0. 51 Abb. 2). Bei beiden sind die Spangen mit den Teilen der Helmkalotte durch Draht verflochten, eine Technik, die bei den Helmen vom Typ Gültlingen-Baldenheim nicht zu finden ist. Nur der bisher in der Literatur wenig beachtete Helm von Mezöband (nördliches Sieben­ bürgen) 3) gehört auf Grund dieser Technik mit den südrussischen Exemplaren eng zu­ sammen. Auch bei ihm sind die (zehn) Spangen mit den Zwischenteilen nicht fest, sondern durch Verflechtung, und zwar durch dünne Lederriemen, verbunden. Der Helin stammt aus Grab 10 eines germanischen, wohl gepidischen Gräberfeldes, das in der Hauptsache der Awarenzeit angehört (nach 568); Grab 10, das sehr bemerkenswerte Goldschmiede­ werkzeuge enthält, ist in die zweite Hälfte des 6. oder in das 7. Jahrhundert zu setzen. Es ist nicht unmöglich, daß der Helm von Mezöband eine Arbeit desselben Goldschmiedes ist, dem er ins Grab mitgegeben wurde. Für südrussische Werkstätten, die „Spangen­ helme“ der mitteleuropäischen Form herstellten, liefern die östlichen Helme keinerlei An­ haltspunkte. Bemerkenswert sind Beziehungen der Kertscher Helme zu langobardischen Lederhelmen. Der Spangenfederhelm Arendt a. a. 0. 50 Abb. 1, der übrigens nahe Analogien in Ostturkestan besitzt4), trägt einen trichterförmigen Aufsatz, wie er an dem Lederhelm von Castel Trosino Gr. 119 (C. T. 284 Abb. 161) vorkommt; auch der Nasenschutz findet sich im langobardischen Italien wieder, Castel Trosino Gr. 119 (C. T. 285 f. Abb. 162), Nocera Umbra Gr. 6 (N. U. 177 f. Abb. 24).
*) Vgl. jetzt A. A lfö ld i in Acta Archaeologica 5, 1934, 119ff., im allgemeinen sonst die Arbeiten von R. H enning, Der Helm von Baldenbeim (1907) und J. W. G röb b els, Der Reihengraberfimd von Gamniertingen (1905). s) Zeitachr. f. hist. Waffen- u. Kostümkunde NF 4, 1932, 49ff. (W. A re n d t). 3) Dolgozatok 4, 1913, 286 Abb. 14 (I. K o väes). *) Vgl. ein Wandgemälde von Quyzü bei A. v o n Le C o q , Bilderatlaß zur Kunßt- und Kulturgeschichte Mittelasiens (1925 ) 64 Ab. 50. 66

Exkurse.

Für die Herkunft der Spangenhelme der Form Gültlingen-Baldenheim ist entscheidend, daß sie mit der östlichen Abart Kertsch-Mezöband nur ganz allgemein in Form und Kon­ struktion übereinstimmen, in der Art der Herstellung und in der Verzierung aber stark abweichen. Beide Typen können nicht aus dem gleichen Werkstättenkreis stammen. Auch die hohe Zahl der in Mitteleuropa gefundenen Spangenhelme. spricht gegen südrussischen Import, zumal südrussische Beziehungen des mitteleuropäischen Gebietes im 6. und 7. Jahrhundert sonst nicht nachweisbar sind und Spangenhelme der westlichen Form in den zahlreichen awarischen Gräberfeldern Ungarns fehlen. Zu den bekannten Stücken von Baldenheim, Gültlingen, Gammertingen, Vezeronce, Chälons-sur-Saöne, Giulianova, Vid, Bremen, und dem Exemplar in Leningrad1) treten hinzu: Torricella Peligna, Prov. Chieti 2), Stössen, Kr, Weißenfels, Prov. Sachsen3), eine Wangenklappe aus Gr. 15 des germanischen Gräberfeldes von Szentes-Berekhat, Ungarn (Hampel 3 Taf. 453, 15) und die Reste eines Helms von Tuna, Ksp. Väte, auf Gotland 4). Der Helm von Gammertingen, von den westlichen allein in datierbarem Grabzusammen­ hang gefunden, gehört nach Ausweis der Beifunde in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts (Gruppe IV, vgl. S. 56) und ist wegen seiner Beziehungen zum Helm von Giulianova am ehesten durch langobardische Vermittlung nach Süddeutschland gekommen. In Italien spitzt sich die Frage darauf zu, ob dort Spangenhelme der Gültlinger Form bereits in der Gotenzeit oder erst unter den Langobarden, wo sie sicher bezeugt sind5), in Gebrauch waren. Es ist durchaus damit zu rechnen, daß Spangenhelme auch den Goten bekannt waren, obwohl bisher noch kein eindeutig datierter Fund vorliegt. Einen Hinweis geben 40-Nummi-Stücke Theodahads und 10-Nummi- Stücke Totilas, auf denen der König im Profil bzw. von vorn mit einem Helm dargestellt ist, der aus zwei auf einem Reif aufsitzenden Spangen gebildet wird 6). Die Deutung, daß es sich hierbei um einen Spangenhelm des Gültlinger Typs handelt, liegt nahe. Auch die Fundumstände des Helmes von Torricella Peligna, der in der Verzierung der Spangen von allen Helmen dem Gültlinger am nächsten steht, könnten gotische Herkunft vermuten lassen7). Sicher ist die Herkunft des Spangenhelms an sich eine östliche, wie gerade die zentral­ asiatischen Vergleichsstücke zu den Kertscher Helmen zeigen. Wann und unter welchen Umständen die Form in den Westen eindrang, ist aber noch nicht völlig geklärt, wenn auch die neue Untersuchung A. Alföldis eine Übernahme von den Persern in spätrömischer Zeit sehr wahrscheinlich gemacht hat8). Ob weitere Wechselwirkungen zwischen Persien und Byzanz oder eine eigene byzantinische Entwicklung zur Helmform des 6. und 7. Jahr­ hunderts führten, bleibt allerdings dahingestellt. Es wäre zu erwägen, ob nicht die Byzan­ tiner die Helmform weiterbildeten und sie dann in der abgewandelten „westlichen“ Form in eigenen Werkstätten herstellten. Durch diese Annahme ließen sich sowohl das Vorkommen eines Spangenhelms im byzantinischen Ägypten (PZ 1, 1909, 163 ff.) und die relative Häufigkeit der Form in Italien und Süddeutschland wie die nahen Beziehungen in der
1) Dieses wohl süddeutschen Fundorts, Fundber. aus Schwaben 11, 1903, 47. 2) Not. Scav. 1928, 471 —478 mit Taf, 11. Der Helm wurde in einem nachrömischen Gebäude mit Fußboden in opua spiratum gefunden. 3) G. K o s s in n a , German. Kultur im 1. Jahrtausend n. Chr., Mannusbibliothek 50, 1932, 281 Abb. 308; Volk und Rasse 8, 1933, 79 Abb. 2. 4) Finska Fommmneßföreningens Tidakrift 40, 1934, 118ff. (B. Nerman). & Vgl. bes. O. Wulff im Jhb. d. preuß. Kunstsammlungen 24, 1903, 223 ff. ) 6) Wroth, BMC Vand. Taf. 9, 13 —18; 11, 23 —29. Vgl. dazu A. A lf ö ld i in Journ. of Rom. Stud, 22, 1932, 16, der zu der Darstellung Solidi Konstantins d. Gr. als Vorlagen nach weist. 7) Der kürzlich veröffentlichte Helm von Tuna auf Gotland (Anm. 4) hängt mit den Helmen von Torricella Peligna und Gültlingen ebenfalls werkstattmäßig zusammen; es ist gut möglich, daß er im Zuge der oben S. 14 Anm. 1 be­ rührten Verbindungen zwischen den Ostgoten Italiens und der Insel (Jotland über Süddeutschland oder das gepidisehe Ostungam noch Skandinavien gelangte. 8) Acta Archaeologica 5, 1934, 121f.

9*

67

Exkurse.

Ornamentik der Spangenhelme des Gültlinger Typs einerseits und Ravennater Sarko­ phagen andererseits (Gröbbels 32) zwanglos erklären. Es wäre dann zwischen einer öst­ lichen selbständigen Gruppe in Südrußland, der die Helme von Kertsch und Mezöband angehören, imd einer westlichen, nach Übernahme in spätrömischer Zeit abgewandelten und in westlichen byzantinischen, teilweise wohl auch gotischen und langobardischen Werk­ stätten des 6. und 7. Jahrhunderts hergestellten Gruppe Gültlingen-Baldenheim zu unter­ scheiden. Bei den regen Verbindungen, die in der ersten Hälfte des 6. und im 7. Jahrhundert zwischen Italien und der Zone nordwärts der Alpen bestanden, hat die Herstellung der in Mitteleuropa gefundenen Spangenhelme in italischen Werkstätten die größte Wahrschein­ lichkeit für sich. Die mitteleuropäischen Helme dürften durch ostgotische (z. B. Gültlingen) und langobardische Vermittlung (z. B. Gammertingen) nach dem Norden gelangt sein.

II. ZUR CHRONOLOGIE DES GRABFELDES VON SCHRETZHEIM.
Das jetzt völlig freigelegte Grabfeld von Schretzheim in Bayerisch-Schwaben, das eines der größten gut beobachteten frühmittelalterlichen Gräberfelder ist, wurde von J. Har­ bauer im „Katalog der merowingischen Altertümer von Schretzheim im bayer. Schwaben“ 1 u. 2 (1900—1902) und später in den Jahrgängen des Jahrbuches des historischen Ver­ eins Dillingen zum Teil veröffentlicht. Ein Plan des Gräberfeldes findet sich im 16. RGKBericht zu S. 42 ( = Alamannen Plan I bei S. 8), der neueste, auf den besonders hinge­ wiesen sei, im Jhb. des hist. Vereins Dillingen 43/44, 1930/31 hinter S. 30. Zur Chronologie des Gräberfeldes hat W. Veeck, Alamannen 94 und besonders im 16. RGK-Bericht 42 ff. Stellung genommen: „Im mittleren Teil des Friedhofs finden wir in den reicher ausgestatteten Männergräbern als Hauptwaffe die Spatha, manchmal zu­ sammen mit dem Sax. Zugleich mit der Spatha erscheint als charakteristisches Gefäß im mittleren Teil das Rippengefäß, daneben kommen in diesem Teil dann noch recht häufig die rohen Formen der Keramik vor, die aber auf dem Plan, um die Übersichtlichkeit nicht zu stören, nicht verzeichnet sind. Ein ganz anderes Bild gibt nun sowohl der nörd­ liche, wie der südliche Teil des Friedhofs. Hier erscheint in den Männergräbern als Haupt­ waffe der Sax, die Spatha tritt nur noch vereinzelt auf, und mit dem Sax finden wir in diesen beiden Grabfeldteilen den doppelkonischen, fränkischen Topf. Also dieser Wechsel in der Bewaffnung, der ganz einwandfrei nachzuweisen ist, geht Hand in Hand mit dem Auftreten neuer Gefäßformen, welche auf fremde, fränkische Einflüsse zurückzuführen sind. Es besteht also ein zeitlicher Unterschied zwischen dem mittleren Teil unseres Friedhofs einerseits und dem nördlichen und südlichen Teil andererseits. Können wir diesen nun näher bestimmen ? Der mittlere Teil muß aus der Zeit vor 536 stammen, die beiden anderen Teile aus der Zeit nach 536.“ Demnach dürften sich im mittleren Teil des Schretzheimer Gräberfeldes nicht in nen­ nenswerter Anzahl Gräber finden, die zu den langobardischen Gräberfeldern Italiens Beziehungen aufweisen. Langobardischer Import in Schretzheim ist durch die Fibel aus Gr. 226 b (S. 43 Anm. 2), langobardische Beziehungen sind durch die vier Scheiben­ fibeln mit engem Zellenwerk (S. 44 Anm. 1 Nr. 22—24 u. 36) sicher belegt. Die Gräber 74, 79, 126, 127 und 300, die nach Veeck älter als 536 sein müßten, lassen sich durch enge Verwandtschaft mit italischen oder unseren münzdatierten Funden klar in unsere Gruppe IV (600—650) datieren. Grab 74 enthält eine Bronzepfanne (Harbauer, Kat. 1, 24 f. Nr. 1686—1693), die mit den sicher datierten der Münzgräber von Eichloch (Nr. 33; Taf. 32, 41) und Nocera Umbra Gr. 17 völlig übereinstimmt (s. S. 55f. mit Anm. 7). Grab
68

Exkurse.

79 (Harbauer Kat. 1, 25 Nr. 1697—1700) enthält eine Spatha mit Bronzeknauf (Har­ bauer a. a. 0. Abb. 37), der mit Bandgeflecht und Tierköpfen in der Art von Salin Stil II verziert ist; vgl. dazu die Fibel von Soest Taf. 17, 1 und ihre Verwandten (S. 54 mit Anm. 3). In Grab 126 (Harbauer Kat. 1, 30 f. Nr. 1755—1769) fanden sich vier kleine Goldblechanhänger mit zentralem Buckel (abgeb. Jhb. d. Hist. Vereins Dillingen 9f 1896 Taf. 3, 6 und S. Lindqvist, Vendelkulturens alder 159 Abb. 188) ähnlich Veeck Taf. 29, 6 b u. c, die genaue Entsprechungen in den münzdatierten Gräbern Gr. 7 und Gr. 115 von Castel Trosino finden (Beilage 3 S. 74f. und Mon.Ant. 12,1902 Taf. 6,2 und Taf. 11, 2). Das benachbarte Grab 127 enthält drei mit Bandgeflecht und Tierornament verzierte silberne niellierte Beschläge, die mit Sicherheit in das 7. Jahrhundert gehören, vgl. S. 55 Anm. 1. Zur Datierung des Münzgrabes 300 (Nr. 28; Taf. 16 B) s. S. 53. Es ist demnach unmöglich, die datierbaren Gräber des mittleren Teils des Schretzheimer Gräberfeldes in die Zeit vor 536 zu setzen. Das Gelände des Gräberfeldes scheint während der ganzen „Reihengräberzeit“ gleichmäßig belegt worden zu sein, und die Zweifel P. Zenettis (Jhb. d. hist. Vereins Dillingen 41/42, 1928/1929, 151), daß sich zeit­ lich und kulturgeschichtlich abgrenzbare Bezirke herausschälen ließen, sind u. E. durch­ aus berechtigt. Die Vermutung Zenettis (a. a. 0.), daß man es mit ständig benutzten Grabbezirken einzelner Sippen zu tun habe, hat dagegen sehr viel für sich. Die Annahme Veecks, daß ein Wechsel in Keramik und Bewaffnung innerhalb des Gräberfeldes wahrnehmbar sei, ist gleichfalls nicht aufrechtzuerhalten. Es fehlen weder im Mittelteil des Gräberfeldes scheibengearbeitete doppelkonische Tongefäße mit scharfem Bauchumbruch (Gr. 220, Harbauer Kat. 1, 52 Nr. 2091; Gr. 264, Harbauer Kat. 2, 72 Nr. 2298, beide in der Veeckschen Karte ausgelassen), noch fehlen im südlichen und nörd­ lichen Teil Spathen (zu Gr. 3, Gr. 166 und Gr, 281 im Süden kommen im Norden Gr. 227 [Harbauer Kat. 2, 55 Nr. 2139, fehlt in der Veeckschen Karte] und die neuen Gräber 345, 378, 381. 392, und 394 [Jhb. des hist. Vereins Dillingen 43/44, 1930/31, 32 ff. mit Plan]). Auch unsere Münzgräber Nr. 24, 32, 33, 40, 41, 47 und 53 zeigen, daß die Spatha, aus der sich das karolingische Schwert entwickelt, im 7. Jahrhundert keineswegs ,,nur noch vereinzelt“ auftritt, sondern stets in weitem Maße als Waffe des freien Mannes beibehalten wurde. Alles in allem liefert also das Gräberfeld von Schretzheim für die Veecksche Chronologie keine Stütze.

Von einem G old kreuz aus Verona. X o tiz ie degli Senvi 1908, li>3 A bb. 1.

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BEILAGEN.
Beilage i : Münzvergesellschaftungen.
A. M ü n z d a t ie r t e G r ö b e r aus S ü d - u n d W e s t d e u t s c h la n d .
Term, post quem M. >) Grab i

s

Kat. Nr.2) Gruppe 2 22 15 31 13 30 24 11 IV III IV III IV IV

474 518 527 541 ca. 555

ca. 555 ca. 555

578

518 od. 565 ca. 584 602 613/614

Sol. Theodosius 1. als Anh. Nac-hpr. Sol. Zeno als Anh. Sol. Anastasius als Anh. Sol. Theoderich-Justinus I. als Anh. Subär. Triens Athalarich-Justinian I. Unbest. Triens Triens Totila od. Teja als Anh. Triens nach Justinian I. Halbsil. Justinian I. Rav. Sol. Justinian I. Gpl. Sol. Valentinian I. als Anh. Sol. Justinian I. Rav. als Anh. Ganzsil. Totila Halbsil. Justinian I. Rav. Ital. Triens n. Justinian I. Linksrhein. (?) Triens n. Justinian I. Sol. Tiberius II. Constantinus Ital. Triens n. Justinian I. Westgot. Triens n. Justinian I. Gallofr. Triens n. Justinian I. Linksrhein. (?) Triens n. Justinian I. Nachpr. n. Sol. Justinian I. Nachpr. n. Triens Justinian I. Nac-hpr. n. Triens Justinian I. Nachpr. n. Sol. Justinus II. Nachpr. n. Triens Justinus I. od. II. Unbest. Triens Drei langob. Trienten n. Mauricius Tiberius als Anh. Sol. Phocas in Ring Subär. Nachpr. n. Sol. Justinian I. Sol. Heraclius in Ring Mittelrhein. Triens (Mainzer Bezirk) Straßburger Triens (? ) Mittelrheinische Trienten (Mainzer Bezirk) Triens Childebert III. Triens d. Landomarus, von Constantia

2 7 8 13 33 173 32 57 23 26 1 27 106 14 34 46 66 35 50 52 45 29 43 83 61 64 86 67—69 72 28 76 137 125 138— 142, 145, 149—150 110 112

Weimar Gr. 80 ‘ Niederselters’ Bruchsal Soest Gr. 165 Unterthiirheim Soest Gr. 106 Thalmässing

Munningen Gr. 1

23

IV

Wielandsheim Gammertingen Gobern Gr. 2 Wonsheim Fessenheim 37 49 48 IV V V 7. Jh.

695

Sachsenhurg

8. Jh.

*) Vgl. den Münzkatalog S. 107 ff.

3) Vgl. den Katalog der Münzgräber S. 80ff.

70

Beilagen 1 und 2.

B. D e r S c h a t z v o n W ie u w e r d . Nach L. F. J. Janssen in Bonner Jhb. 43, 1867, 57—91. Der Terminus post quem ist durch die Solidi Chlothars II. mit 616 gegeben. Da alle Münzen geöhrt und zudem stark abgenutzt sind, ist der Schatz, wie Boeles, Friesland tot de elfde Eeuw (1927) 156 vermutet, sicher erst in der zweiten Hälfte des 7. Jahr­ hunderts in den Boden gekommen. — Die Tafelhinweise beziehen sich auf Taf. 6 der Bonn. Jhb. 1. Sol. Theoderich-Anastasius Taf. 6 ,1 2 : vgl. Tolstoi Taf. 14, 70—80. 2. Sol. Justinus I. Taf. 6, 18: BMC Byz. Taf. 2, 10. 3. u. 4. Sol. Justinian I., gepr. Cpl. Taf. 6, 16 u. 17: BMC Byz. Taf. 4, 11— 12. 5. Sol. Justinian I., gepr. Bav. Taf. 6 ,1 5 : BMC Vand. Taf. 16,11. 6. Nachpr. nach Sol. Justinian I. Taf. 6, 19. 7. Triens Justin II., gepr. Rav. Taf. 6, 13: BMC Byz. Taf. 13,16. 8. Triens Justin II., gepr. Viviers Taf. 6,14. 9. Sol. Tiberius II. Constantinus, gepr. Arles Taf. 6, 20. 10. u. 11. Sol. Phocas Taf. 6, 21 u. 22: ähnl. BMC Byz. Taf. 20, 4. 12. u. 13. Sol. Heraclius u. Heraclius Constantinus Taf. 6, 23— 24: BMC Byz. Taf. 23, 4. 14. Sol. Sisebut, gepr. Sevilla Taf. 6, 25. 15.— 25. 11 Sol. Chlothars II., gepr. Marseille Taf. 6, 26—36. 26. Triens von Maestrieht, 7. Jahrhundert Taf. 6, 38. 27. Triens des Münzm. Ansoaldus von Maestricht, 7. Jahrhundert Taf. 6, 39. 28. Unbestimmbare Nachprägung Taf. 6, 37.

Beilage 2: Münzdatierte Grabfunde außerhalb Süd- und Westdeutschlands und Italiens.
1. O s t d e u t s c h la n d . K i t t e n d o r f , Mecklenburg-Schwerin. PZ 2, 1910, 196f. R. Beltz. Münze: Nachprägung nach einem Solidus des Zeno (474— 491), Das Grab enthält Spatha, Lanze, Axt, Bronzeschnalle und eine kleine Silberplatte; es gehört wohl bereits in das 6. Jahrhundert und ist mit dem Grab von Teterow (oben S. 33) in Verbindung zu bringen. 2. B e lg ie n u n d N o r d fr a n k r e ic h . S a m s o n , Prov. Namur. Mus. Namur. Ann, Soc. Arch. Namur 6, 1859— 1860, 387f. Münze: Halbsiliqua des Athalarich (527—534), BMC Vand. Taf. 8, 9 u. 10. Das Grab, von dessen Inventar nur ein Paar eiserne Scheibenfibeln mit Almandinauflage, in der Form ähnlich Taf. 5, 1 u. 2, erhalten sind, gehört in unsere Gruppe III. L a v o y e , Dep. Meuse. Mus. St. Germain. Nach Mitteilung des Ausgrähers, Herrn Chenet (Le Claon bei Les-Islettes). G ra b 194 (Mann). Münzen: Goldmünze des Justinus I. (Nachpr. ?, ostgot. ?); Halbsiliqua des Witigis od. Hildebad (536—341), BMC Vand. Taf. 10, 5— 7; Silbermünze Valentinians III. Die Münzen fanden sich in einem Beutel. G ra b 273 (Kind). Münze: Durchbohrte Silbermünze des Anastasius. G rab 307 u. 307bU (Frau und Mädchen). Münze: Gallische Nachprägung nach einem Trienten des Anastasius (491—518). Zum Inventar des Grabes gehört ein Fibelpaar Taf. 1 C und die Bronzekanne und das Glas bei Reinach, Cat. ill. du Mus. des Antiqu. Nat. ä St. Germain 2, 1921, 304 Abb. 172 Nr. 57262 u. 303 Abb. 171 Nr. 57333. G ra b 319 (Mann). Münze: subärate Nachprägung nach einem Triens des Zeno (474—491), in der rechten Hand. Zum Inventar gehört der silberne Eimerbeschlag (ohne Tierornament, die Zeichnung unrichtig), das Glas und der Schildbuckel bei Reinach a. a. O. 303 Abb. 171 Nr. 57305, 57304 u. 304 Abb. 172 Nr. 57291. C b a o u ille y , Dep. Meurthe-et-Moselle Grab 19. Mem. Soc. d’Arch. lorr. 4. ser. Bd. 4 (54), 1904, 41—47 mit Taf. 1— 3, J. Voinot. Das Inventar des Grabes ist verschollen. Münze: Stempelfrischer Triens des Justinian I., Cpl. BMC Byz. Taf. 4,14. Im Munde. Ein Paar goldene Scheibenfibeln a. a. O. Taf. 1, 4 — uns. Taf. 1 D, 2. ein Paar silbervergoldete Bügelfibeln a, a. O. Taf. 1 ,2 = uns. Taf. 1 D, 1, eine große Perlenkette, eine Silbernadel a. a. O. Taf. 2, 11, ähnl. uns. Taf. 35 A, 6, Eisenschnalle, Messer, Armring mit Kolbenenden aus Silber oder Weißmetall (?), silberner Fingerring, Glasgefäß, ein rötliches Tongefäß, zwei schwarze Tonge/äße, eines davon Henkelkrug mit Schnauze a .a .O . Taf. 3 ,1 ; bronzenes Perlrandbecken, darin Nußschalen. Das Grab gehört in unsere Gruppe II, s. S. 36 f.

71

Beilage 2.

S a u v ille , Dep. Vosges. Rev. des Musees 16, 1928, 147ff, Vilminot. G rab 1 (Mann). Münze: Halbsiliqua des Witigis oder Hildebad (536—541), a. a. 0 . 149 Abb. 4. BMC Vand. Taf. 10, 5—7. Gew. 0,48 g. Inventar: Lanze, Pfeilspitze, zwei Messer, eine Bronzeschnalle, eine dreieckige Potin( ?)schnalle, Bronzefragmente, Bronzenadel, Bronzeknopf, rötliches Tongefäß. Das Grab gehört in unsere Gruppe III. G ra b 57. Münze: Halbsiliqua des Theoderich (518— 526) a. a. 0 . 149 Abb. 5, BMC Vand. Taf. 6, 10— 13. Gew. 0,60 g. Das Inventar des Grabes wird nicht mitgeteilt. L u c y , Dep. Seine Inferieure. Abbe Gochet, La Normandie souterraine (1854), 221. Münzen: 5 merowingische Trienten in einem Beutel. Dazu die Schnalle Taf. 9, 6. S ilb e r n e O s tg o t e n m ü n z e n (erwähnt in Beilage 7, S. 79). E p r a v e , Prov. Namur, Gr. 349. Silbermünze des Theoderich mit Justinus I. (518—526). Ann. Soc. Arch. Namur 19, 1891, 466. M o n c e a u -I e -N e u f, Dep. Aisne. Silbermünze des Theoderich mit Justinus I. (518— 526). Pilloy, Etudes sur d ’anciens lieux de sepultures dans 1’Aisne 3, 1912, 159. Auf die Zusammenstellung weiterer aus nordfranzösischen oder belgischen Gräherfeldern stammenden Münzen, deren Beifunde nicht bekannt sind, ist wegen der Unzulänglichkeit der dem Verfasser zugäng­ lichen Literatur verzichtet. 3. E n g la n d . S a rr e , Kent. Archaeologia Caritiana 3, 1860, 36ff. u. Taf. 2— 4; Aberg, Anglo-Sax. 211 u. Abb. 203 sowie Tab. IV, 63; Brit. Mus. Guide to Anglo-Saxon Antiquities (1923) 55 f. u. Abb. 60. Münzen: 2 in Massilia gepr. Trienten nach Mauricius Tiberius (582— 602), vgl. Beifort 2437; ein in Massilia gepr. Triens nach Heraclius (610—641), vgl. Beifort 2462/2463; ein in Arles gepr. Triens Chlo­ tars II. (613—628); die Münzen sind geöhrt und leicht abgenutzt. Das Grab enthält eine Scheibenfibel mit engem Zellenwerk vom Typ Kingston, eine Perlenkette, an der die Münzen befestigt sind, und ein gegossenes ,,koptisches“ Bronzebecken der Form Taf. 34, 6. Das Grab gehört auf Grund der Münzen in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts. Die Massilioter Prägungen gelangten über Nordfrankreich nach dem südlichen England, wie das Vorkommen eines Trienten nach Mauricius Tiberius in Vaudesson, Dep. Aisne, zeigt (Pilloy, Etudes sur d’ anciens lieux de sepultures dans 1’Aisne 1, 1879— 1885, 123* u. Taf. 2, 5 hinter S. 31). 4. S c h w e iz . Z ü r ic h -B ä c k e r s t r . G ra b 46. Landesmus. Zürich. Mitteilung von E. Vogt (Zürich). Münze: Halbsiliqua des Witigis oder Hildebad (536— 541), BMC Vand. Taf. 10, 5—7. Dazu eine einfache Potin( ?)schnalle, Z ü r ic h - B ä c k e r s t r . G ra b 26. ASA NF 2, 1900, 26. Münze: Halbsiliqua Justinians I., gepr. in Ravenna (etwa 555—565), BMC Vand. Taf. 17, 15— 17. Dazu einfache Bronzeschnalle ähnl. A SA a. a, O. 178 Abb. 44b. B a s e l-B e r n e r r in g . Mitteilung von R. Laur-Belart in Basel. G ra b 8. Münze: Halbsiliqua des Totila (541— 552), BMC Vand. Taf. 11,1. Dazu Tongefäß und kleine Schnalle. G ra b 33 (Mann), 24. Jahresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 1932, 93ff. (Laur-Belart). Münze: In Italien ( ? ) geprägter Triens nach Justinian I., ähnlich der Prägung von Eichloch M 39, abgeb. Taf. V 198. Aus dem Inventar, dessen völlige Bekanntgabe der Publikation R. Laur-Belarts Vorbehalten bleibt, seien drei für die Datierung wichtige Stücke hervorgehoben. Zwei zum Zaumzeug gehörige gegossene Silberbeschlöge mit ausgeschnittenen Ornamenten rechnen zu den in der Hauptsache aus Südrußland bekannt gewordenen Garnituren mit ausgeschnittenen Ornamenten, die L. A. Matzulewitsch in Sem. Kondakovianum 1, 1927, 127 ff. zusammengestellt hat. Weiter im Westen sind sie aus Achmim-Panopolis in Ägypten (Amtl. Ber. aus den preuß. Kunstslgen. 51, 1930, 61 Abb. 6) und sehr zahlreich aus Nocera Umbra (vgl. z. B. Gr. 54, N. U. 251 f. Abb. 101) belegt. Nordwärts der Alpen kommen sie sonst nur noch im Fund von Ittenheim im Elsaß vor, Anz. f. elsäß. Altertumskde. 22/23, 1931/1932 Taf. 6; sie müssen in beiden Fällen italischer Import sein. Auch die einzigartige silberne filigranverzierte Schnalle des Grabes, Laur-Belart a. a. 0 . Taf. 6, 2, ist nur an italisches Material anzuschließen. Im Typ (bogen­ förmig gegliederte Profilierung mit zweifach oder dreifach gespaltenen Ausbuchtungen) steht sie den eben­ falls gegossenen Silberschnallen von Langenenslingen, Bülach (Schweiz) und Krainbnrg (S. 43 Anm. 2) nabe. Zu den stilisierten Delphinen am Ansatz des rechteckigen Schnallenrahmens sind silberne Garni­ turen von Nocera Umbra Gr. 16 (N. U. 193 Abb. 41 u. 42), Nocera Umbra Gr. 36 (N, U. 234 Abb. 73 u. 74) und von Ghiusi (Äberg, Goten Abb. 259) zu vergleichen. Der byzantinische Einfluß ist unver-

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Beilage 2,

kennbar. Auch aus Frankreich liegt Ähnliches vor, Reinach, Cat. ill. St. Germain 308 Abb. 175 Nr. 17703 u. 15328. Die Tierköpfe am Abschluß der Schnalle sind ohne Parallele; auffallend ist die Ähnlich­ keit mit dem Kopf eines „westsibirischen“ Rolltiers (G. Borovka, Skythian Art, 1928, Taf. 45), die zeigt, wie weit Konvergenzerscheinungen gehen können. Da genaue Gegenstücke aus Italien fehlen, muß man offen lassen, ob die Schnalle aus Italien stammt oder ob für die Herstellung nicht vielleicht auch unter italischem Einfluß stehende burgundische Werkstätten in Betracht kommen. Auf jeden Fall gehört das Grab in Gruppe IV, wofür auch noch der Holzeimer mit gepreßten Bronzeblechbeschlägen (S. 55 Anm. 2) spricht. K a is e r a u g s t , Kant. Aargau, Gr. 126 (Mann). A SA NF 12, 1910, 23 mit A bb .; 1. Jahresber. d. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 1909, 114— 115 u. Abb. 32 u. 33 (Viollier). Ferner F. Ducrest, Les triens merovingiens de Kaiser-Augst, Revue Charlemagne 2, 1912, 4 8 ff. mit Taf. 7. Münzen: 5 Nachprägungen nach byzantinischen Kaisermünzen. Zwei sind in der Darstellung der Victoria an die Ravennater Tremisaenprägung ab 555 anzuschließen (unsere Taf. V, 193—194), vgl. MKAnm. zu M 34—36 und allgemein zu M. 67—71, S. 138; eine sehr ähnliche: Revue Charlemagne 2, 1912 Taf. 4, 3. Die beiden Trienten Taf. 7, 1 u. 2 gehören in die gallofränkische Serie wie uns. Taf. II, 52—56. Zum Inventar gehört eine eiserne Gürtelgarnitur mit Bronzenieten. C a s tio n e , Kanton Tessin. R. Ulrich, Die Gräberfelder in der Umgebung von Bellinzona 1, 1914, 720f.; 2, 1914 Taf. 41 f. Münze: Langobardischer Triens nach Mauricius Tiberius, gepr. etwa 584 bis 615, ähnl. BMC Vand. Taf. 18, 22— 24. Gew. 1,32 g. Zum Inventar gehören eine Eis^nschnalle, zwei eiserne Riemenzungen, eiserne Beschlägfragmente, eiserner Pfriemen und Messer. Das Grab ist iangobardisch. 5. J u g o s la w ie n . B ä c s -O r d a s , ehem. Kom. Bacs-Bodrog. Monatschr. f. Kunstwissenschaft 10, 1917, 229ff. mit Taf. 29 (G. Supka). Münze: Solidus des Theodosius II. vom Jahre 443. Vgl. zu den Beigaben oben S. 35 mit Anm. 5. K r a in b u r g , Untersteiermark, Gr. 43. Jhb. f. Altertumskunde 1,1907, 62f. mit Abb. 10 (W. Schmid). Zum Gräberfeld vgl. H. Zeiss in Germania 14, 1930, 21 ff. Münze: Durchbohrter subärater ostgotischer Triens nach Justinian I. (527— 565), geprägt unter Athalarich oder später, vgl. BMC Vand. Taf. 7, 22. Dazu goldene Haarnadel, zwei Würfelohrringe, zwei silberne Scheibenfibeln usw. Das Grab gehört in das späte 6. oder in das 7. Jahrhundert. Im Gräberfeld fanden sich ferner ein italischer Solidus des Zeno, BMC Vand. Taf. 5, 2 (Mitt. d. k. k. Zentralkommission NF 26, 1900, 231), ein Triens nach Justinian I. und Silbermünzen Theoderichs und Athalarichs (Zeiss a. a. O. 22). 6. U n g a rn . K is -Z o m b o r , Kom. Csongr&d, G r.B 40. Städt. Mus. Szeged. Mitteilung von Dr. Sebestyen (Szeged). Münze: Italischer Solidus des Anastasius, gepr. unter Theoderich (493— 518), Tolstoi Taf. 14, 70—80. Dazu ein Messer, eine Eisenschnalle, Perlen und eine Bronze( ?)nadel. Nach 568 (awarenzeitlich): J u t a s , Kom. Veszprem, Gr. 116. Germanische Bestattung in awarischem Gräberfeld. G. Rhe und N. Fettich, Jutas und Oeskü (1931) 25 u. Taf. 3. Münze: Von Phocas (602—610) überprägte Bronzemünze des Mauricius Tiberius. Dazu Perlenkette, Ohrringe, Scheibenfibel, Bronzespiegel, fränkische Bronzeschnalle ähnl. Veeck Taf. 54 A, 6 und bronzene Riemenzunge. Ferner eine bronzene Zierscheibe ähnl. Veeck Taf. 40 B, 4. lv u n ä g o t a , Kom. Csanäd. Awarisch. Hampel 3 Taf. 260— 262. Münze: leicht abgenutzter Cpler Solidus Justinians I. (538— 565), BMC Byz. Taf. 4 ,11. Goldene byzantinische Preßbleche mit figürlichen Darstellungen (Jagd- und Fischereiszenen) in zweiter Ver­ wendung; vgl. dazu Venatio mit Löwen bei R. Delbrueck, Die Konsulardiptychen (1929) Taf. 60 u. Gröbbels a. a. O. 29 Abb. 21. Ferner goldene gepreßte Garnitur mit kommaförmigen byzantinischen Ornamenten. S z e n t -E n d r e , Kom. Pest. Awarisch. Hampel 3 Taf. 263— 265. Münzen: Cpler Triens Justinus 11. (565—578), BMC Byz. Taf. 11, 5. Cpler Solidus des Pböcas (602— 610), BMC Byz. Taf. 20, 4. Kaum abgenutzt. Dazu Steigbügel, Lanze, pyramidenförmige Goldohrringe und drei Silberringe mit Stempelmustern und hohlen verdickten Enden, ähnlich Fünfkirchen-Gyärväros, ESA 9, 1934, 299 Abb. 18; zu ihnen als süddeutsche Parallelen: Udenheim, Rheinhessen, Lindenschmit,
Uerm. Denkm äler d. Völkerw anderungszeit 3. W erner.

io

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Beilagen 2 und 3.

Zentralmuseum Taf.9, 8 und Mühltal a. d. Isar, Das Bild 1934,141 Abb. 3. Es scheint sich um ein Doppelgrab zu handeln, wenn der Fund wirklich geschlossen sein sollte. P u s z t a - T ö t i , Ivom. Stuhlweissenburg. Awarisch. Hampel 3 Taf. 266—268. Münze: Cpler Solidus des Constantinus Pogonatus (669— 685), Tolstoi Taf. 57,5. Dazu u. a. byzan­ tinische Garnitur mit kommaförmigen Ornamenten. Auch hier ist es unsicher, ob es sich um ein ge­ schlossenes Grab handelt. 7. R u m ä n i e n . E r m i h ä l y f a l v a = V a I e a l ui Mi hai , Siebenbürgen. Arch. Ert. NF 44, 1930, 229 IT mit Abb. 148, . S. 305. Annuarul Inst, de stud. dass, Univ. Cluj 1, 1930, 69 fT (beides M. Roska). . Münze: Nachpr. nach einem Solidus des Theodosius II. vom Jahre 443. Vgl. zu den Beigaben oben S. 32 f. u. Abb. 2 auf S. 31. 8. S ü d r u ß l a n d . Die münzdatierten krimgotischen Gräher von S u u k - S u sind zwar für die ostpreußische Chrono­ logie^ wichtig, haben aber zum merowingischen Material keine Beziehungen. Iswjestija imperatorskoi archeol. kommissii 19, 1906, 1—80, N. Rjepnikow. Grab 56: Zwei Bronzemünzen Justinians I. und eine Justins I.; Grab 77: In Chersonnesos geschlagenes Tetranommion des Mauricius Tiberius.

Beilage 3: Die münzdatierten italischen Grabfunde.
Weder N. Äberg (Goten, sowie Mannus 19, 1927, 279 f.) noch S. Lindqvist (Vendelkulturens älder och ursprung (1926), 164 IT.) haben die Münzen der Gräberfelder von Nocera Umbra und Castel Trosino, mit denen beide Autoren sehr stark operieren, numismatisch genauer bestimmt. A. Alföldi hat das Verdienst, in einem kleinen Aufsatz in den Atti e memorie dell’ Istituto italiano di numismatica 5, 1925, 73 ff. unter dem Titel ,,Le monete delle necropoli barbariche di Nocera Umbra e di Castel Trosino e la loro importanza per la cronologia" dieses Versäumnis nachgeholt zu haben. Die Folgerungen, die Alföldi aus dem numismatischen Befund für die Datierung der Gräber zieht (sie gehören nach ihm alle noch ins 6. Jahrhundert), hedürfen allerdings gewisser Berichtigung. AlfÖldis numismatische Be­ stimmungen konnten an Hand der Originale und von Photographien, die die Römisch-Germanische Kommission dem Verfasser zur Verfügung stellte, vervollständigt werden. Es sei an dieser Stelle nochmals daran erinnert, daß die Belegung der Grabfelder von Nocera Umbra und Castel Trosino erst nac h 571 bzw. 578 begonnen haben kann, s. o. S. 29 mit Anm. 1. Cas t el T r o s i n o , Prov. Ascoli, Grab 7. C. T. 218— 221 mit Taf. 6, 2 u. 3 und Taf. 9, 7: Aberg, Goten Abb. 132. Münzen: Solidus des Anastasius, geprägt unter Theoderich (493— 518), BMC Vand. Taf. 5, 14; ab­ genutzt. Solidus Justinians I., wohl Cpler Prägung, wie BMC Byz. Taf. 4, 11; sehr stark abgenutzt. Solidus Justinians I., Cpl. (?), wie BMC Byz. Taf. 4, 11. Vs. verprägt und sehr stark abgenutzt. Solidus Justinians I., italisch (?), ähnlich BMC Vand. Taf. 16, 2 mit Ringwulst; abgenutzt. Solidus des Tiberius II. Constantinus, gepr. Ravenna, mit Ringwulst, ähnlich BMC Byz. Taf. 16, 16; stark abgenutzt; Prägezeit 578—582. Solidus Justinians I., Cpl., BMC Byz. Taf. 4, 11; sehr stark ahgenutzt. Die sechs Münzen (aufgezählt nach der Anordnung an der Kette C. T. Taf. 6, 3, von links nach rechts) sind, wie die 8-förmige Filigranverzierung der doppelkonischen Ösen zeigt, gemeinsam und zur gleichen Zeit für die Kette zusammengestellt worden. Die Fassungen wechseln; zwischen je zwei von zwei im Gegensinne tordierten Golddrähten gefaßten Münzen sitzen solche in doppelter Filigranfassung. Die Münze in der Mitte vereinigt beide Zierelemente. Fassungen und Ösen sind ziemlich ahgenutzt. Da die späteste Münze, der Solidus des Tiberius II. Constantinus (Terminus post 578), stark abgenutzt ist und auch seine Fassung und Öse abgenutzt sind, dürfte die Grablegung erst in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts erfolgt sein. Daß das Grab aher älter als 650 ist, wird unten der Vergleich mit dem münzdatierten Grab 115 zeigen. Die Anfertigung der im Grabe gefundenen Schmuckstücke ist in die Zeit um 600 zu verlegen. Die zweite Perlenkette (C. T. Taf. 6, 2) ist mit fünf dreieckigen und sechs kleinen kreisrunden Gold­ anhängern verziert; ihre Ösen sind dreifach gerippt. Die dreieckigen Anhänger tragen sechs herausgetriehene Buckel, deren Basis von einem Filigrankreis umgeben ist. Der Buckel der kleinen Anhänger ißt zweifach filigran gef aßt. Durch die dreieckigen Anhänger finden die beiden sehr ähnlichen Stücke von Pfullingen, Veeck Taf. 29, 5 a u. d, ihre genaue Datierung. Die runden Anhänger haben im münz­

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Beilage 3.

datierten Grab 115 von Castel Trosino (s. u.) Gegenstücke, kommen aber auch nordwärts der Alpen vor. Vgl. Pfullingen, Veeck Taf. 29, 5 b u. c; Schretzheim Gr. 126, Lindqvist, Vendelkult. älder 159 Abb. 188; ähnlich Holzgerlingen Gr. 259, Veeck Taf. 29, 2 c — e. Veeck schreibt a. a. 0 .4 9 über diese Anhänger: ,,In Schretzheim finden wir sie auch in älteren Gräbern, die vor 536 liegen.“ Damit meint er offen­ sichtlich Gr. 126. W ir glauben, gerade in Gr. 126 ein weiteres Beweismittel gegen die unhaltbare Ver­ wendung des Jahres 536 zu chronologischen Zwecken gefunden zu haben. Zu den verwandten scheiben­ förmigen Anhängern mit zentralem Buckel s. S. 54 mit Anm. 10. Die filigranverzierte Scheibenfibel mit Ringwulst, fünf Buckeln und silberner Grundplatte (C. T. Taf. 9, 7 Aberg, Goten Abb. 132) spielt für die Datierung der Scheibenfibeln mit engem Zellenwerk eine große Rolle, s. S. 45. Das Grab enthält noch einen filigranverzierten Fingerring ähnlich C. T. Taf. 8, 9, eine einfache Bronzeschnalle C. T. Abb. 66 und eine gedrechselte 5,7 cm hohe Knochenbüchse mit Deckel C. T. Abb. 68, der die Büchse von Gammertingen Taf. 15 G, 3 zur Seite zu stellen ist. Cas t el T r o s i n o Grab 115. S. T. 278—281 Taf. 11, 1—3; Aberg, Goten Abb. 133. Münzen: An der Kette C. T. Taf. 11, 3 von links nach rechts aufgezählt: Solidus des Justinus II., leichter Ringwulst, italisch, BMC Byz. Taf. 13, 14; stark abgenutzt. Solidus des Justinian I., Ringwulst, gepr. Ravenna, BMC Vand. Taf. 16, 12; leicht abgenutzt. Solidus des Tiberius II. Constantinus (578—582), Ringwulst, gepr. Ravenna, BMC Byz. Taf. 16, 16; kaum abgenutzt. Solidus Justinians I., gepr. unter Athalarich, BMC Vand. Taf. 7, 16 ; abgenutzt. Solidus Justinians I., Cpl., BMC Byz. Taf. 4 ,1 1 ; sehr stark ■abgenutzt. An der Kette C. T. Taf. 11, 2 von links nach rechts aufgezählt: Drei Trienten des Mauricius Tiberius^ (582—602), mit Ringwulst, gepr. Ravenna, ähnlich BMC Byz. Taf. 19, 16; kaum abgenutzt. Triens des Tiberius II. Constantinus, mit Ringwulst, gepr. Ravenna, ähnlich BMC Byz. Taf. 16, 17; kaum abgenutzt. Die Münzen der Kette C .T.Taf. 11,3 sind bis auf die mittelste filigrangefaßt und tragen dreifach gerippte Ösen. Der Solidus des Tiberius II. Constantinus besitzt eine runde, mit kleinen Filigrankreisen bedeckte Öse, die abgenutzt ist. Die Münzen der Kette G. T. Taf. 11, 2 haben vierfach gerippte Ösen. Da die Trienten des Mauricius Tiberius frisch sind, werden sie entweder unter oder bald nach seiner Regierung geöhrt worden sein. Die Grablegung erfolgte demnach in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Die fünf gebuckelten Anhänger der Kette G. T. Taf. 11, 2 gleichen denen der Kette aus Grab 7; nur haben sie eine dreifache Filigranfassung. Die Gleichzeitigkeit mit Grab 7 beweist die filigranverzierte Scheiben­ fibel mit Ringwulst C. T. Taf. 11, 1, Aberg, Goten Abb. 133, die aus der gleichen Werkstatt wie die­ jenige des Grabes 7 stammt. Das Grab enthielt ferner eine einfache Silbernadel C. T. Abb. 157 und eine mit konzentrischen Ringen verzierte Bronzeschnalle C. T, Abb. 158. N o c e r a U m b r a , Prov. Perugia, Grab 17. N. U. 194— 199 mit Taf. 2 hinter Sp. 351. Aberg, Goten Abb. 100; Germania 17, 1933, 278 f. mit Abb. 1. Münzen: Sechs Nachprägungen nach Trienten Justinians I., mit Wulstreif, stempelgleich mit uns, Taf. V 197, Sie sitzen in doppelter Filigranfassung und tragen eine doppelkonische, geteilte und mit kleinen Filigrankreisen dicht übersäte Öse, vgl. dazu S. 53 mit Anm. 7. An datierenden Fundstücken enthält das Grab eine cngzellige kloisonnierte Scheibenfibel mit Kerbdrahtfassung, goldenen Achsenträgern und filigranverziertem Nadelhalter, N. U. Taf. 2 hinter Sp. 351. Sie ist daher etwa gleichzeitig mit den Stücken von Soest Gr. 106, Taf. 17, 3, Täbingen und Castel Trosino Gr. 168 (vgl. Anm. S. 45 u. S. 44 Anm. 1) und der Scheibenfibel mit Ringwulst Castel Trosino Gr. H, C. T. Taf. 6, 1 u. Sp. 201 Abb. 41, s. S. 45. Die Fibel Castel Trosino Gr. H ist durch die ganz gleichen Stücke aus Gr. 7 und Gr. 115 indirekt in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts münzdatiert. Kette 2 (Taf. 2 hinter Sp. 351) besteht aus 18 Amethysten und 7 Goldblechanhängern. Die in langobardischen Gräbern sehr häufigen Amethyste dürften aus dem großen Amethystvorkommen von Torrehelvicino in der Prov. Vicenza stammen, vgl. Hintze, Handb. der Mineralogie I, 22, 1915, 1391. Die leierförmigen filigranverzierten Anhänger haben in Grab 1 von Thalmässing Parallelen, Taf. 15 B, 1. In mehrfacher Hinsicht wichtig ist das abgenutzte Bügelfibel paar Germania 17, 1933, 279 Abb. 1 = Aberg, Goten Abb. 100, das mit fiächendeckendem Tierornament im Stil der Goldkreuze (vgl. Aberg, Goten Abb. 144, 3 u. 6) verziert ist und somit in die Zeit nach 600 gehört. Die den Bügel verzierenden kreuz­ förmig gestellten und auf langen Hälsen sitzenden Tierköpfe (ein sehr seltenes Ziermotiv) finden sich auf einer mit Tierornament Stil II verzierten Fibel von Nordendorf Aberg, Franken Abb. 233 (ihr nahe­ stehend ein Stück von Selzen Aberg, Franken Abb. 234). Die Datierung dieses Zierelements in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts dürfte also gesichert sein. Damit ist auch für das Bügelfibelpaar des germanischen Grabes 196 der awarischen Nekropole von Jutas, Kom. Veszprem, Westungarn (G. Rhe u. N. Fettich, Jntas und Oeskii, 1931, Taf. 10) eine annähernde zeitliche Einordnung gewonnen, die durch das Auftreten runder, mit Filigran-S-Spiralen verzierter und in der Mitte geteilter Goldperlen
10*

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Beilagen 3 und 4.

in diesem Grahe noch gestützt wird; zu ihnen vgl. die Öse des Münzdurchschlags von Weingarten (M 176), die in das 7. Jahrhundert gehört, und Soest Gr. 165 (M 1). Vereinzelte germanische Gräber in awarischen Gräherfeldern (vgl. das Münzgrab Jutas 116 Bei­ lage 2, 6 S. 73) und auch ganze germanische Gräberfelder innerhalb des awarischen Siedlungsgebietes sind keine Seltenheiten; vgl. Reinecke, Germania 12, 1928, 93 ff. Es ist wahrscheinlich, daß auch das Grab von Schwaz in Nordböhmen (Pic, Starozitnosti zeme Ceske 3, 1, 43 f. Abb. 22) in diesen Zusammen­ hang gehört; es liegt zwar außerhalb des awarischen Siedlungsgebietes, aber immerbin in der awarischen Einflußsphäre, wr das Grab von Ladowitz, Pamatky arch. 30, 1918, 10 Abb. 6, mit dreikantiger Pfeil­ ie spitze und Riemenzungen, zu denen Gegenstücke aus Rastel Trosino Gr. 178 (C. T. 324 f. Abb. 231 u. 233) und aus Kelheim Gr. 18 (PZ 5, 1913, 243 Abb. 9, 9) zu vergleichen sind, zeigt. Beziehungen zu Italien (vgl. ein in Lobositz Bez. Leitmeritz gefundenes 10-Nummi-Stück Justinians aus Ravenna (555—565) wie BMC Vand. Taf. 16, 7 u. 8, Sudeta 6, 1930, 159 f.) sind bei Schwaz nicht nur durch die Bügelfibel (s. S. 40 mit Anm. 5. u. S. 48) gegeben, sondern auch durch die mit Brillenspiralen in Filigran ver­ zierten beiden Goldperlen; zu ihnen vgl. die Münzösen Castel Trosino Gr. 7. Es kann nicht zweifelhaft sein, daß das Schwazer Grab wegen Bügelfibel, Goldperlen und Sieblöflel (s. S. 40) in die Zeit nach 600 gehört und am ehesten über ungarische Gräber wie Jutas, wo ja auch filigranverzierte Goldperlen Vorkommen, mit Italien in Verbindung zu bringen ißt. Nocera Umbra Gr. 17 ist also auch für die Datierung germanischer Gräber in Wrestungarn und Böhmen nicht ohne Bedeutung. Vom übrigen Inventar hat die gegossene Bronzekanne N. U. 198 Abb. 45 zum mitteleuropäischen Material Verbindungen; sie gehört zur Gruppe des sog. koptischen Bronzegeschirrs (S. 42 mit Anm. 5) und ist am ehesten mit dem Bonner, dem Ittenheimer und dem Pfahlbeimer Gefäß (Taf. 30, 41) zu ver­ gleichen (Beilage 4, 24—26 S. 77). Die beiden Trinkhömer aus grünem Glas mit weißen aufgelegten Fäden N. U. 199 Ab. 46 haben Parallelen in Castel Trosino Gr. 119, C. T. Taf. 5, 11 = Aberg, Goten Abb. 275, Eichloch, Rheinhessen, A. u. h. V. 4 Taf. 59, 9 und Kirchheim, A. Heidelberg Gr. 130 (iden­ tisch mit Eichloch und mit BügeJfibel derselben Zeit wie Nocera Umbra Gr. 17), E. Wahle, Vor- u. Frühgesch. d. unt. Neckarlandes (1925), 52. Des weiteren enthält das Grab ein stempelverziertes Gold­ kreuz, eine Cypräa, eine einfache Bronzeschnalle, ein Eisenmesser, eine getriebene Bronzepfanne mit Griff wie Taf. 22, 41 nnd einen silbertauschierten eisernen Klappstuhl byzantinischer Arbeit ähnl. N. U, 174 Abb. 21. Das Grab entspricht zeitlich den Gräbern unserer Gruppe IV. N o c e r a U m b r a Grab 56. N. U. 253. Münze: Solidus Justinians I., Ringwulst, gepr. Ravenna, BMC Vand. 16, 11; geöhrt, abgenutzt Dazu kleine Bronzeschnalle Abb. 102. N o c e r a U m b r a Grab 85. N. U. 282—284. Münze: Solidus des Justinus II., Ringwulst, gepr. Ravenna, BMC Byz. Taf. 13, 14; abgenutzt. Die Angabe N. U. 283 zu p, daß es sich um einen Solidus Justins I. handle, ist irrig. Dazu silberne mit byzantinischen Ornamenten verzierte Garnitur Abb. 146— 149 (Abb. 148 Peeudoschnaüe). Die Münze und das übrige Grabinventar befinden sich im Mus. Mailand. S u t r i , Prov. Rom. Not. Scav. 1878, 159 f. Der Fund ist verschollen. Münze: Silbermünze des Tiberius II. Constantinus, numismatisch nicht bestimmt. kreuz, Silberfibel, Ohrringe, Goldfibel. Dazu Gold-

S e n i s e , Basilicata. Not. Scav. 1916, 329— 332 mit Abb. 1 u. 2. Münze:- Abdruck eines Solidus des Constans II. oder des Constantinus Pogonatus, numismatisch nicht bestimmt, auf zwei Goldohrringen. Ferner ein Fingerring und eine goldene Scheibenfibel, Aberg, Goten Abb. 136.

Beilage 4: Verzeichnis des „koptischen“ Bronzegeschirrs in der Zone nordwärts der Alpen.
Hierzu die Karte Taf. 37, 2.

Becken mit durchbrochenem Standfuß und beweglichen Griffen. 1. W a l l u f (Ober- oder Niederwalluf), Rheingaukr. Brit. Museum. A. u. h. V. 4 Taf. 58, 6; Hoops, Reall. 1 Taf. 22, Brit. Mus. Guide to Anglo-Sax. Ant. (1923) 157. 2. W i n k e l , Rheingaukr. Mus. Wiesbaden. Period. Bl. f. d. Herzogtum Hessen 1856 Nr. 8, 157. Ge­ schlossener Grabfund.

76

Beilagen 4 und 5.

3. W o n s h e i m , Kr. Alzey, Rheinhess. Mus. Worms F 732. Uns. Taf. 34, 6 zus. mit Nr. 16. 4. G a m m e r t i n g e n , O.A. Sigmaringen, Hohenzollern. Fürstl. bohenz. Mus. Sigmaringen 596. Gröbbels Taf. 11 a, 7. zus. mit Goldkr. Nr. 11. Becken mit drei Standfüßen. 5. R e n n e r t s h o f e n , B.A. Neuburg a. D. Bayer. Schwab. Mus. Neuburg a. D. UnverolTentl. Pfannen mit durchbrochenem und mit niedrigem Standfuß. 6. W o n s h e i m , Kr. Alzey, Rheinhessen. Museum Worms F 735. UnverölTentl. 7. O e t l i n g e n , O.A. Kirchheim, W nrtt. Mus. f. Vor- u. Frühgesch. Berlin Inv, II c 3978 a. Unsere Taf. 29 B, 3; zus. mit Nr. 20. 8. P f a h l h e i m , O.A. Ellwangen, W ürtt. Gr. 4. Mus. Stuttgart Inv, 8942. Veeck 165 u. Taf. 20 B, 2; zus. mit Nr. 21. 9. L a u f f e n , O.A. Rottweil, Württ. Mus. Stuttgart. Veeck 286 II. 10. De l l e , Terre de Beifort, Dep. Doubs. Mus. Mompelgard (Montbeliard). Barriere-Flavy Taf. 81, 8. 11. S ü d d e u t s c h l a n d . Mainz, Röm.-Germ. Zentralmus. MainzerZeitschr. 24/25,1929/1930,111 Abb. 11. 12. W i t t i s l i n g e n , B.A. Dillingen, Bayer. Schwaben. Nationalmus. München, Katalog 4 des bay. Nat. Mus. (1892) 254 Nr. 1904. Geschl. Grabfund. Zus. mit Goldkr. Nr. 16, Pfannen mit einfachem hohen Standfuß. 13. I t t e n h e i m , Elsaß. Mus. Straßburg. Anz. f. elsäss. Altertumskde. 22/23, 1931/1932 Taf. 5, 2u. 6 y; zus. mit 26. 14. H e i d o l s h e i m , Elsaß. Mus. Straßburg. Anz. f. elsäss. Altertumskde. 5,1913, 385f. mit Abb. 29—31. 15. G ü t t i n g e n , A. Konstanz, Oberbaden. Mus. Singen, Baden. Germania 17, 1933, 361T. u. 114fT . Kannen in Teekannenform. 16. W o n s h e i m , Ivr. Alzey, Rheinhessen. Mus. W'orms F 733, Uns. Taf. 34, 5; zus. mit Nr. 3. 17. M ü n z e s h e i m , A. Bretten, Baden. Mus. Karlsruhe. E. Wagner, Funde u. Fundst. 2, 110 Abb. 105; A. u. h. V. 4 Taf. 58, 3. Geschlossener Grabfund. 18. P f a h l h e i m , O.A. Ellwangen, W ürtt. Gr. 9. Mus. Stuttgart 8942. Veeck 165 u. Taf. 20 B, 1. 19. Hess en. Mus. Darmstadt. Erw. Veeck 139 Anm. 75. Abguß RGZM 14308. Kannen schlanker geschweifter Form mit Henkel und Standfuß. 20. O e t l i n g e n , O.A. Kirchheim, Württ. Mus. f. Vor- u. Frühgesch. Berlin I I c 3 8 7 8 b . Unsere Taf. 29 B, 1; zus. mit 7. 21. P f a h l h e i m , O.A. Ellwangen Gr. 4. Mus. Stuttgart 8942, Veeck 165 u. Taf. 20 B, 3; zus. mit 8. 22. B o n d o r f , O.A. Herrenberg, W ürtt. Mus. Stuttgart A 1007. Veeck 254 u. Taf. 20 B, 8. Geschweifte Flaschen und Kannen mit eingepunzter Verzierung. 23. 24. 2b. 26. W e l s r i j p , holländ. Friesland. Pleyte, Nederl. Oudh. Friesland Taf. 26, 7 u. S. 77. B o n n (?), Rheinprov. Prov. Mus. Bonn. BJ 106, 1901, 227. P f a h l h e i m , O.A. Ellwangen, W iirtt. German. Nat. Mus. Nürnberg. Uns. Taf. 30, 41. I t t e n h e i m , Elsaß. Mus. Straßburg. Anz. f. elsäss. Alt. 22/23, 1931/1932 Taf. 5, 1; zus. mit 13.

Beilage 5: Verzeichnis der Goldblattkreuze in der Zone nordwärts der Alpen.
Hierzu die Karte Taf. 38, 3.

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12.

M e c k e n h e i m , Kr. Rheinbach, Rheinprov. BJ 92, 1892 Taf. 6,14. O d r a t z h e i m , Elsaß. Bull. d. 1. Soc. pour la Conserv. d. Mon. hist. d’Alsace 2. ser. 2, 1863/64, 5 0 IT . B e r i n g e n , Kant. Schaffhausen, Schweiz. ASA NF 13, 1911, 26 Abb. 5. Silber. Einheim. Arbeit? G ü t t i n g e n , A. Konstanz, Oberbaden. Gr. 90 I. Mein Heimatland 20, 1933, 165 Abb. 12. H i n t s c h i n g c n , A. Engen, Oberbaden. Uns. Taf. 31,1. W u r m l i n g e n , O.A. Tuttlingen, Württ. Veeck 303. O b e r i f l i n g e n , O.A. Freudenstadt, Württ. Veeck Taf. J, 5. P l i e z h a u s e n , O.A. Tübingen, W ürtt. Veeck 9 u. 294. P l i e z h a u s e n , O.A. Tübingen, Württ. Veeck 9 u. 295. L a u t l i n g e n , O.A. Balingen, W ürtt. Veeck Taf. J, 1. G a m m e r t i n g e n , O.A. Sigmaringen. Gröbbels Taf. 11 a, 1; zus. mit ,,kopt.“ Becken Nr. 4. G a m m e r t i n g e n . Gröbbels 4 u. 46 Abb. 26.

77

Beilagen 5 und 6.

13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24.

G a m m e r t i n g e n . Gröbbels Taf. 11,1. A n d e l f i n g e n , O.A. Ricdlingen, Württ. Veeck Taf. J, 3. UI m( ? ) Württ. Veeck Taf. J, 2. W i t t i s l i n g e n , B.A. Dillingen, Bayer. Schwab. Kat. d. Bav. Nat. Mus. (1892) Taf. 20, 7—9; zus. mit der „k op t.“ Pfanne 12. P f a h l h e i m , O.A. Ellwangen, W ürtt. Veeck 169. ^ E b e r m e r g e n , B.A. Donauwörth, Bayer. Schwaben. 12. Jahresber, d. hist. Vereins f. SchwabcnNeuburg für 1846 (1847), 1—3 u. Taf. 2, S c h w a b m ü n c h e n , Bayer. Schwaben. A. u. h. V. 4 Taf. 10, 1. L a n g e r r i n g e n , B.A, Schwabmünchen, Bayer. Schwaben. A. u. h. V. 4 Taf. 10,2. W a l d a , B.A. Neuburg a. D., Bayer. Schwaben. Münchener Jhb. d. bildenden Kunst 8, 1913, 312. F e l d k i r c h e n , B.A. Laufen, Oberbayern. Altbayer. Monatsschr. 7, 1907, 99— 101 mit Abb. F r e i l a s s i n g , B.A. Laufen, Oberbayern. Prähist. Staatsslg. München. I n z i n g , B.A. Griesbach, Niederbayern. Gr. 50. Mus. f. Vor- u. Frühgesch. Berlin II c 3727 d.

Beilage 6: Geschlossene Grabfunde des „langobardischen" Horizontes, Gruppe IV und V 1).
05

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Geschlossene Grabfunde

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1) Die in Klammern geeetzten Kreuze bezeichnen Fimdstücke, die mit den in den Rubriken angegebenen Typen eng 2Ußammengehören.

78

Beilagen 6 und 7.

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Wittislingen Kat. 4 (1892) ; d. bay. Nat. Mus. MünJ chen Taf. 20—21, uns. | Beil. 4, 12 u. 5, 16 S. 77f.

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15 : Wonsheini uns. Nr. 48 | Taf. 3 4 ............................... 16 I Pfahlbeim Gr. 4 (Nürnbg.) uns. Nr. 46 Taf. 29A u. 30 17 Pfahlheim Gr. 9 Veeck S. 165 u. Taf. 20 B, 1 u. 61 A, 6. 8 u. 9 ................. Oetlingen uns. Taf. 29 B . .

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Beilage 7: Verzeichnis der Ostgoten- und Exarchatssilbermünzen in der Zone nordwärts der Alpen.
Hierzu die Karte Taf, 37,1.

© ostgotisch O Exarcbat von Ravenna. O s t g o t e n m ü n z e n : 1. G a r d e r e n , Geldern, Bolin (14) Nr. 12, Silberm. d. Totila; 2. S a ms o n , Prov. Namur, Beil. 2, 2; 3. E p r a v e , Prov. Namur, Beil. 2, 2; 4. M o n c e a u - l e - N e u f , Dep. Aisne, Beil. 2 , 2 ; 5. L a v o y e , Dep. Mense, Beil. 2, 2; 6 . - 7 , S a u v i l l e , Dep. Vosges, Beil. 2, 2; 8. Me t r i c h , Kr. Diedenhofen, Lothr., MK II, 6; 9. T h o l e y , Kr. St. Wendel, Saarland, M 100; 10.—11. A n d e r n a c h , Kr. Mayen, Rheinprov., MK II, 4, 10; 12. K a l t e n e n g e r s , Kr. Koblenz, Rheinprov., M 102; 13. E n g e r s , Kr. Neuwied, Rheinprov., M 96; 14. S c h i e r s t e i n , Kr. Wiesbaden, Prov. Hessen-Nassau, M 98; 15. F r i e d b e r g , Kr. Friedberg, Oberhessen, M 103; 16. F r e i l a u b e r s h e i m , Kr. Alzey, Rheinhessen, MK 11,8; 17. H a h n h e i m , Kr. Oppenheim, Rheinhessen, M 108; 18. F l o m b o r n , Kr. Worms, Rhein­ hessen, M 101; 19. G u n d e r s h e i m , Kr. Worms, Rheinhessen, MK 11,7; 20. M ö r s t a d t , Kr. Worms, Rheinhessen, M 99; 21.—22. Wo r i n s , Rheinhessen, MK II, 1 u. 9; 23. O b r i g h e i m , B.A. Frankenthal, Rheinpfalz, M 105; 24. S e s e n h e i m, Kr. Hagenau, Elsaß, M 107; 25. I f f e z h e i m , A. Rastatt, Baden, M 104; 26. B a s e l , Schweiz, Beil. 2, 4; 27. Z ü r i c h , Schweiz, Beil. 2, 4; 28. D i s c h i n g e n , O.A. Neresheim, W ürtt., MK II, 2; 29. Th a l mä s s i n g , B.A. Hilpoltstein, Mittelfranken, M 106; 30.—37. Me n g e n , A. Freiburg, Baden, Gr. 12, s. S. 39; — 38. R h e i n h e s s e n , M 97; 39. N ö r d l i n g e r Ri e s , Bayer. Schwaben, MI( 11,3; 40. W ü r t t e m b e r g , in Gegend des Limes, MK 11,5. E x a r c h a t s m ü n z e n : A .—B. K ö l n - M ü n g e r s d o r f , Rheinprov., M 16; C. F r i e d b e r g , Kr. Friedberg, Oberhessen, M 59; D. O b e r o l m, Kr. Mainz, Rheinhessen, M 24; E .— F. Se l z e n, Kr. Oppen­ heim, Rheinhessen, M 15 u. MK II, 11; G. D i r ms t e i n , B.A. Frankenthal, Rheinpfalz, M2 5 ; H. E d i n ­ gen, A. Mannheim, Baden, MK II, 13; I. Di n g l i n g e n , A. Lahr, Baden, MK II, 15( ? ) ; K. Z ü r i c h , Schweiz, Beil. 2, 4; L. O b e r s t o t z i n g e n , O.A. Ulm, Württ., M19; M. U n t e r i h ü r h e i m , B.A. Wertingen, Bayer. Schwaben, M 26; N. Th a l mä s s i n g , B.A. Hilpoltstein, Mittelfranken, M 14; — 5 Exemplare aus Rh e i n h e s s e n , M 17— 18, 20—21, MK II, 12 und i aus dem N ö r d l i n g e r R i e s , Bayerisch Schwaben, MK II, 14, zusammen: 19 Stck.

79

KATALOG DER GRABFUNDE.
VORBEMERKUNG.
4
Die Beschreibung der Perlen ist sehr summarisch gebalten, um den Katalogteil nicht über Gebühr zu belasten. Ein Verzeichnis der Perlen mit genauen Farbenangaben ist maschinenschriftlich im RömischGermanischen Zentralmuseum in Mainz niedergelegt. Die Nummernfolge der einzelnen Gegenstände in den Grabbeschreibungen ist die gleiche wie auf den Tafeln. Die Maße sind in Zentimetern angegeben.

ABKÜRZUNGEN.
Bdm .: B r.: Dm .: eis. : erh.: F.U .: gepr.: Bodendurchmesser. Breite. Durchmesser. eisern. erhalten. Fundumstände. geprägt. gr. W : H .: In v .: L .: Lit.: M dm .: St.: größte Weite. Höbe. Inventar. Länge. Literatur. Mündungsdurchmesser. Stärke.

Nr. i. Weimar Grab 84. M 5.
Kr. Weimar, Thüringen. Frauengrab. Taf. 1 A, Text S. 34— 36, M 5 {S. 108) Italischer Triens des Zeno (474—491) mit Öse als Anhänger. T. p. 474. Staatl. Mus. f. Vor- und Frühgesch. B e r l i n , Inv. II b 3134.
Lit.: Erw. bei A. Götze, Die altthüringiachen Funde von Weimar (1912) paaa. Abb. S. 3, Vignette S. 12, Abb. 5 8, 10, Abb. 3 a u. f. — Götze-Höfer-Zechiesche, Die vor- und frühgesch. Altert. Thüringens Taf. 23 Nr. 338, 342, 346f. — Brenner 329 f. Abb. 16,1. — Aberg, Franken 123 f. u. Abb. 174. — G. Koaainna, Germanische Kultur im 1. Jahr­ tausend n. Chr., Mannusbibliothek Ö , 1932, 139 Abb. 131. - Das Grab gehört zum großen Reihengrabereld O von Weimar, Götze a. a. O.

1 u. 2. Ein Paar gleiche gegossene silbervergoldete B ü g e l f i b e l n (L .6,8; Br. 2,7), mit plangeschliflenen goldfolieunterlegten Almandinen. Die Augen des Tierkopffußes und der Vogelköpfe der Kopfplatte ent­ halten gewölbte Almandine, letztere ebenfalls mit gewafTelten Goldfolien unterlegt. Die eiserne Nadel verloren. Beide Stücke beschädigt und leicht abgenutzt. — 3. Kleine goldene B ü g e l f i b e l (L. 2,2; Br. 1,1), mit kleeblattförmiger Kopf- und schwalbenschwanzförmiger Fuß platte, mit Almandinen auf gewaffelter Goldfolie ausgelegt. Nadel aus Eisen. 4. Goldene S c h e i b e n f i b e l (Dm. 1,8; St. 0,6), mit Almandinen auf gegitterter Goldfolie (Muster bei Götze a. a. 0 .5 8 Abb. 13 f.); vier spitzovale Felder mit grünem undurchsichtigem Glas ausgelegt. Mitteleinlage fehlt. Die Grundplatte, die die verlorene Eisennadel trug, aus Silber und mit gekörntem Golddraht umgeben. Die Goldfolie mit der der Bügelfibeln 1 u. 2 identisch. — 5. Zwei zylindrische Go l d r ö h r c h e n (L. 1,1; D. 0,5), mit Filigranverzierung. — 6. F i n g e r r i n g (Dm. 2,0 : 1,6) aus zusammen­ gewundenem Silberdraht. — 7. Durchbohrte k e l t i s c h e S i l b e r mü n z e (Dm. 1,5).

80

Katalog der Grabfunde.

Nr. 1—4.

8. Tauschierte eis. S c h n a l l e (L. 3,9). — 9. Ein Paar vergoldete S c h u h s c h n a l l e n , Bronze (1,5: 1,4). — 10. Na d e l mit geriefeltem Oberteil, Silber (L. 14,0). — 11. Stark abgenutzter polyedrischer W i r t e l , Bergkristall (Dm. 4,2; H. 2,5). — 12. S c h a b e i s e n (L. 12,5; Br. 2,4). — 13. Einfacher Hi n g , Bronze. Zur Zeit nicht auffindbar: Oh r r i n g e (Götze 12), Überreste von G o l d b r o k a t (Götze 14), zwei gläserne S p i e l s t e i n e (Götze 15), ein M o s a i k w ü r f e l (Götze 15), Ha s e l n ü s s e und E i e r s c h a l e n (Götze 15).

Nr. 2.

Weimar Grab 80.

M 2 und 7.

Kr. Weimar, Thüringen. Frauengrab. Taf. 1 B, Text S. 36 f., M 2 (S. 108) Solidus Theodosius I. (379—395); M 7 (S. 108) Nach­ prägung nach einem Solidus des Zeno (474—491) mit Öse als Anhänger. T. p. 474. Staatl. Mus. f. Vorund Frühgesch. B e r l i n , Inv. II b 3130.
Lit.: Env. bei A. Götze, Die altthüringischen Funde von Weimar (1912) 10 Abb. 3o, g. — Götze-Höfer-Zschieache, Die vor- und frühgesch. Altert. Thüringens Taf. 23 Nr. 335 u. 339. — Aberg, Franken 76 u. Abb. 103. F.U.: Vgl. Nr. 1 S. 80.

1 u. 2. Ein Paar silbervergoldete B ü g e l f i b e l n (L. 8,3; Br. 4,3), gegossen und nachgeschnitten. Die in Kerbschnittechnik ausgeführten Spiralrankenmuster von Kopfplatte und Bügel von beidseitig gepunzten Graten eingerahmt; die Voluten eingebohrt. Bügel- und Fußmittelsteg tragen Glasperlen­ einlage. Nadel aus Eisen. Beide Fibeln an Kopfplatte, Bügel und Fuß abgenutzt. 3 u. 4. Ein Paar gleiche gegossene silbervergoldete S - F i b e l n (2,5: 1,5). Das Kerbschnittornament ist nachgeschnitten. Die Augen der Vogelköpfe bilden eingepunzte Punktkreise. Nadel aus Eisen. Beide Fibeln abgenutzt. — 5. Geöste B r o n z e b l e c h k a p s e l (2,3:1,1), aus zwei kalottenförmigen durch drei Niete verbundenen Blechen. 6. Bruchstück einer N a d e l , Bronze (erh. L. 11,6), Kopf abgebrochen. — 7. Sc he r e mit vierkantigem oben bandförmig verbreitertem Griff, Bronze (L. 19,5). — 8. Bruchstück eines zweireihigen K a m m e s mit Bronzenieten. — 9. Reste eines schmalen Mes s e r s (erh. L. 14,0). Zur Zeit nicht auffindbar: 10— 16. Drei B e r n s t e i n p e r l e n , sechs Gl a s p e r l e n , B r o n z e r i n g , E i s e n r i n g , eis. S c h n a l l e n b ü g e l , B r o n z e b e s c h l ä g , schwarze Substanz von der Bronzeschere.

Nr. 3.

Remagen.

M 4.

Kr. Ahrweiler, Rheinprovinz. Frauengrab. Taf. 2 A, Text S, 37, M 4 (S. 108) Goldplattierter Solidus nach Leo I. (? ) T. p. 457 (? ) Im Munde gefunden. Mus. R e ma g e n .
Lit.: Nachrichtenbl. f. rhein. Heimatpflege 4, 1933, 288. 116, 1907, 157 ff. — Das Grab gehört zum Gräberfeld Remagen, BJ

1. P e r l e n k e t t e aus gelben, blauen, roten und grünen Glasperlen und fünf Bernsteinperlen. — 2. Sehr dickwandiger doppelkonischer A n h ä n g e r , Bronze (4,2: 2,0), Ober- und Unterteil mit je drei kaum sichtbaren umlaufenden Rillen verziert. — 3. Handgearbeitetes braunes T o n g e f ä ß (H. 8,0; Mdm. 8,0; gr.W. 10,5), mit Stempel- und Rippenverzierung.

Nr. 4.

Weimar Grab 35. M 3.
Kr. Weimar, Thüringen.

Kindergrab, Mädchen. Taf. 2 B, Text S. 37f., M 3 (S. 108) Solidus Valentinians III. (425— 455) mit Öse als Anhänger. T, p. 425. Mus. f. Vorgesch. W e i m a r , Inv. 5045— 5058.
Lit.: A. Götze, Die alt thüringischen Funde von Weimar (1912) 58 Taf. 1, 2 u. 3. 9, 6 u. 15, 10, 2. 14, 6, 15, 9 u. 13. F.U .: Vgl. Nr. 1 S. 80.

1 u. 2. Ein Paar gleiche gegossene silbervergoldete V o g e l f i b e l n (L. 2,7; Br. 1,3). Augen mit Almandinplättchen ohne Folie ausgelegt. Eiserne Nadel verloren. Vergoldung teilweise abgewetzt. — 3. Rundstabiger Ha l s r i n g , Silber (Dm. 10,5; St. 0,5) mit Öse und Hakenverschluß. — 4. Durchbohrter

ü . Dn mle d V lk a d n eieit 3 W erm e k ä r . ä erwü emg . erter.

11

81

Katalog der Grabfunde.

Nr. 4—7.

B ä r e n z a h n (L. 7,8). — 5. Bingförmige P e r l e , Glas (Dm. 2,3; H. 1,3). — 6. Bruchstücke eines zwei­ zeiligen K a mme s . Auf der mit Eisennieten befestigten Deckleiste Tannenzweigmuster. 7. Kalottenförmige, getriebene B r o n z e s c h a l e (H. 4,5; Dm. 15,7 : 16,0). Band verdickt. Auf der Wandung Hämmerspuren sichtbar. — 8. Graues T o n g e f ä ß (H. 7,9; Rldm. 8,4; gr.W. 12,2; Bdm. 5,1). Scheibenarbeit; zwischen Hals und Schulter umlaufender W7 ulst, der die eingeglätteten Verzierungs­ muster trennt.— 9. Bauchiges braungraues T o n g e f ä ß (H. 12,0; Mdm. 14,2; gr.W. 15,8; Bdm. 8,5). Scheibenarbeit; mit oben glatt gestrichenem Band, unter dem Hals eine feine Horizontalrille; stark ergänzt.

Nr. 5.

Worms-Schulstraße. M M K II, i.
Kr. Worms, Bheinhessen.

Männergrab. Taf. 3 A, Text S. 38, M MK II, 1 (S. 134). Silbermünze des Theoderich mit Legende des Justinus I., gepr. 493—518, T. p. 493. Städt. Museum Wo r ms .
Lit.: W.Z. 5, 1886, 218 {Koehl). — Anläßlich der Grabungen des Jahres 1885 auf dem Reihengräberfeld in der Schulstraße in Worms schreibt K oeh l a. a. 0. über dieses Grab: „Unter den wenigen noch vollständig erhaltenen sind namentlich zwei dicht nebeneinanderliegende Männergräber zu erwähnen. Jedes der Skelette hatte nehen sich eine lange Spatha, ferner Btand am unteren Ende des einen Grabes eine große Bronzeschüssel mit geperltem Rande von 36,5 cm Dm. (1). In ihr fanden sich Teile eines kleinen Holztellers, auf welchen* noch Geflügelknochen gefunden wurden. Die Schüssel war ehedem mit dem Holzteller zugedeckt, von welchem sich auch noch einzelne Stücke erhalten haben. Dann fanden sich bei den Toten zwei Lanzen, zwei Schildhuckel, der eine mit silber­ plattierten Nägeln, zwei Zängchen aus Bronze, mehrere Messer, ein schönes Glas und mehrere Münzen.“

Im Museum ließ sich vom Inventar an Hand der von Koehl angegebenen Maße nur noch feststellen: 1. P e r l r a n d b e c k e n (H. 10,2; Mdm. 36,5), aus Bronzeblech getrieben. Im Inneren Abdrebspuren (konzentrische Kreise). Am Boden modern ergänzt.

Nr. 6.

Iffezheim Grab 3 1.
A. Rastatt, Baden.

M 104.

Unbestimmbar. Text S. 38, M 104 (S. 121) Halbsiliqua des Totila (541—552). T. p. 541. gefunden. Städt. Museum Ba s t a t t .

Im Munde

Lit.: Mannua 23, 1931, 82 f, (K. Gutmann). — Badische Fundber. 2, 1930, 185. Das Grah gehört zu den 33 von K. Gutmann freigelegten Gräbern eines Reihengräberfeldes, s. Mannus a, a, O.

1. Eisenstückchen (L. 4,5). — 2. Eisenstückchen (L. 1,0) mit Knöpfenden.

Nicht abgebildet.

Nr. y.

Selzen Grab 12.

M M K II, 1 1.

Kr. Oppenheim, Rheinhessen. Männergrab. Taf. 3 B, Text S. 38, M Mk II, 11 (S. 135) Halbsiliqua des Justinian I. aus Ravenna, gepr. etwa 555—565. T. p. etwa 555. — Altertumsmuseum der Stadt Ma i n z , Inv. 848—863, 1082 (?).
Lit.; W. u. L. Lindenschmit, Das germanische Todtenlager bei Selzen (1848) 21 Nr. 12 u. Taf. 12.

1. S p a t h a (erh. L. 78,6; Br. 4,3), Spitze abgebrochen. — 2. S a x (L. 30,0; Br. 3,1). — 3. Lorbeerblattförmige L a n z e n s p i t z e mit langer Tülle (L. 30,5; Br. 3,2). — 4 u. 5. Blattförmige P f e i l s p i t z e n (L. 10,5 bzw. 7,5). — 6. Bruchstücke eines Mes s e r s (L. 11,2). — 7. Reste eines zweiten Messers. — 8. Die bei Lindenschmit a. a. O. 21 erwähnte „Gürtelschnalle“ fehlt. 9. F e u e r s t a h l mit geschlossenem Griff (L. 7,4; Br. 3,0). — 10. Bruchstück eines dreieckigen F e u e r ­ s t ahl s (erh. L. 6 ,0)*). — 11. Zwr bräunliche Fe u e r s t e i n e . — 12. Zwei Bruchstücke eines 1 cm starken ei R i n g e s , Eisen. — 13. Eisenbruchstücke. — 14. Schlanker T u m m l e r , grünlich-braunes Glas (H. 12,7; Mdm. 6,0; Bdm. 5,6). — 15. Doppelkonisches graues T o n g e f ä ß (H. 14,2; Mdm. 14,3; gr.W. 17,9; Bdm. 8,3), Scheibenarbeit. Stempelverzierung.

1) Das Vorkommen von zwei Feuerstahlen in einem Grabe ist uugewöhnlich. nicht zum Grahinventar gehört.

Es ist möglich, daß ein Exemplar

82

Katalog der Grabfunde.

Nr. 8—11.

Nr. 8.

Selzen Grab 17.

M 15.

Kr. Oppenheim, Rheinhessen. Männergrab. Taf. 3 C, Text S. 38, M 15 (S. 110) Halbsiliqua des Justinian I. von Ravenna, gepr. etwa 555—565. T. p. etwa 555. Im Munde gefunden. Altertumsmuseum der Stadt Ma i n z , Inv. 874—879.
Lit.: W. u. L. Lindenscbmit, Das germanische Todtenlager bei Selzen (1848) 21 Nr. 17 Taf. 17.

1. F r a n z i s k a (L. 17,0) mit ovalem Schaftloch. — 2. Me s s e r (erh. L. 11,4). — 3. Me s s e r (erh. L. 12,0). — 4. „G roße G ü r t e l s c h n a l l e aus Weißmetall“ , fehlt. — 5. Bruchstück eines F e u e r s t a h l s (erh. L. 8,0).

Nr. 9.

Hahnheim Grab 57.

M 108.

Kr. Oppenheim, Rheinhessen. Frauengrab. Taf. 4 A , Text S. 39, M 108 (S. 122) Siliqua des Teja (552—553). T. p. 552. Altertums­ museum der Stadt Ma i n z , Inv. 3597—3607.
Lit.: WZ 11, 1892, 244 f. (Lindenscbmit). — Erw. bei Brenner 292. — Zum Gräberfeld vgl. WZ 11, 1892, 243 ff.; WZ 14, 1895, 383 ff.

1. u. 2. Zwei gleiche gegossene silbervergoldete F ü n f k n o p f f i b e l n (L. 9,0; Br. 3,1). Die Knöpfe tragen Almandineinlagen. Der Steg des Bügels und die Rundein der rautenförmigen Fußplatte mit niellierten Punktkreisen, die Fußplattenumrahmung mit niellierten Dreiecken verziert. Die Kerbschnittornamente scharf nachgeschnitten. Die rechte Seite der Kopfplatte leicht nach abwärts gezogen. Die jetzt verlorene Nadel aus Eisen, der Nadelhalter silbern. Bei 1 ein Knopf abgebrochen. Beide Fibeln fast frisch. 3. Bruchstück einer bronzenen V o g e l f i b e l (erh. L. 2,4; Br. 1,4). Der abgesetzte Flügel mit verti­ kalen Strichen verziert; Spuren von Vergoldung. Der Kopf vom Körper durch zwei Vertikalfurchen abgetrennt. Der Schwanz abgebrochen; an ibm war die Spirale der Eisennadel befestigt. Sehr stark abgenutzt. — 4. Pe r l e n k e t t e a u s 3 9 grünen, gelben, schwarzen und roten Glasperlen und 2 Bernsteinperlen. 5. W i r t e l aus dunkelgrünem durchsichtigem Glas (Dm. 3,5; H. 1,8) mit weißen eingelegten Fäden.— 6. Bruchstück einer bronzenen N ä h n a d e l , am Öhr ausgebrochen (erb. L. 3,9), tremolierstrichverziert. — 7. Eis. S c h l ü s s e l (L. 15,2). Bart abgebrochen; Stiel oben abgeplattet, eingerollte Öse. — 8. Eis. S c h e r e mit leicht verbreitertem Bügel (L. 14,9; Blattbr. 1,5). — 9. S c h a b e i s e n (L. 18,8; Br. 2,4) mit bogenförmiger Schneide. In der Mitte der Ansatz eines abgebrochenen Griffes (?). Auf der einen Seite angerostete Gewebereste. — 10. Bruchstück eines Mes s er s (erh. L. 9,1). — 11. T o n g e f ä ß , verloren.

Nr. 10.

Friedberg.

M 103.

Kr. Friedberg, Oberhessen. Frauengrab. Taf. 3 E, Text S. 39, M 103 (S. 121) Halbsiliqua mit Monogramm des Theoderich, gepr. unter Witigis (536—540) oder Hildebad (540— 541). T. p. 536 od. 540. Am Kopf gefunden. Hess. Landesmuseum D a r m s t a d t , Inv. II B 38; II C 59; II E 48— 51; II E 90; II F 20; II G 4.
Lit.: Die archäologischen Sammlungen des Großherzoglich Hessischen Museums (1897) 107. — Kat. d. Slg. Dieffenbach 11, 109 ff. — Das Grab war gestört, vgl. Kat. Slg. Dieffenbach a. a. O.

1. Silbervergoldete S - F i b e l (L. 2,6; Br. 1,6). Die Vogelkopf äugen mit Almandinplättchen ausgelegt. Nach dem Guß nachgeschnitten. Schwache Abnutzungsspuren.— 2. Pe r l e n (drei Glas, zwei und eine halbe Bernstein). — 3. Kleine eis. S c h n a l l e (2,5 : 1,8). — 4. Bruchstück eines einreihigen K a m m e s mit schräg gekerbter Kante (2,6 : 4,5). Eisenniet. — 5. Bruchstück eines zweireihigen K a m m e s (3,8 : 2,4). — 6. W i r t e l aus Hirschhorn (Dm. 3,9; H. 1,3). Querschnitt segmentförmig. Mit Zirkel verziert: Punkt­ kreise sind eingebohrt. — 7. S c h a b e i s e n (L. 20,2; Br. 2,6), beschädigt.

Nr. 1 1.

Obrigheim.

M 105.

B.A. Frankenthal, Rheinpfalz. Frauengrab. Taf. 3 D, Text S. 39, M 105 (S. 122) Siliqua des Totila (541— 552). Museum der Pfalz, Sp e y e r . T. p. 541, Hist.

11*

83

Katalog der Grabfunde.

Nr. 11—13.

Lit.: Ausgrabungen des Hist, Vereins der Pfalz 1884 —86 (1886) 51 Taf. 12, 18 (Harster). — Zum Gräberfeld Tgl. Harster a. a. O. Die Funde sind nicht nacb Gräbern getrennt gehalten worden. Das vorliegende Grabinventar ließ sich nach dem folgenden Bericht Haretere teilweise ermitteln: „Ein Frauengrab barg eine Bernsteinkette von ca. 70 Berns teinperlen, eine Bronzescheere, eine mit sechs Almandinen besetzte Broschc, eine Bronzehafte, geziert mit einem Almandin, und ein eisernes Meraer.“

1. Silbervergoldete S c h e i b e n f i b e l (Dm. 2,0) mit Almandinplättchen in Hundzelle. Die eiserne Nadel fehlt. Abgenutzt. — 2. K e t t e aus 54 Bernsteinperlen kleiner und mittlerer Größe. — 3. Sc he r e aus Bronze (L. 16,0). Mit Tremolierstrichverzierung der Klingen und der Griffseiten.

Nr. 12.

Köln-Müngersdorf Grab 90.
Stadtkr. Köln, Rheinprovinz.

M 16.

Frauengrab. Taf. 5, Text S. 39, M 16 (S. 110) Halbsiliqua des Justinian I. aus Ravenna, gepr. etwa 555—565. T. p. etwa 555. Gefunden in der Halsgegend. Wallraf-Richartz-Museum K ö l n , Inv. 29: 389—403.
Lit.: IPEK 1929, 83 Taf. 2, 7 u. 8. — Auf die zu erwartende Publikation des Gräberfeldes von Köln-Müngersdorf durch F. Fremersdorf Bei kurz hingewiesen.

1 u. 2. Ein Paar silbervergoldete S c h e i b e n f i b e l n (Dm. 1,8; St. 0,4) mit Almandineinlage; bei 1 in der Mitte eine weiße Perle (G las?), die bei 2 herausgefallen ist. Die Grundplatte am Rand gekerbt. Nadel aus Eisen. — 3. P e r l e n k e t t e (38 aus schwarzem, blauem, hellgrauem, gelbem, rotem und braunem Glas, 10 aus Bernstein). 4. Römische gelochte B r o n z e s c h e i b e (Dm. 2,4). — 5. Römische K l e i n h r o n z e . — 6. Bruch­ stück einer gepunzten R i e m e n z u n g e , Bronzeblech (L. 2,6; Br. 0,9). — 7. Römischer S p i e l s t e i n , weißes Glas (Dm. 2,7). — 8.— 12. Kleine eis. R i n g e und S c h n a l l e n . — 13— 16. Vier K n ö p f e , Bronze (Dm. 1,5). — 17. Me s s e r (L. 8,8; Br. 1,4). — 18. Bruchstücke eines geschweiften T u m m l e r s aus fast entfärbtem braungrünem Glas. — 19. Römische T o n s c h a l e (H. 6,0; Mdm. 14,7; gr. VV. 16,8; Bdm. 6,0), aus rötlichem stark kieseldurchsetztem Ton, Scheibenarbeit. — 20. Sehr kleines schwärzliches T o n g e f ä ß (H. 5,2; Mdm. 6,6; Bdm. 3,1). Scheibenarbeit.

Nr. 13.

Unterthürheim.

M 23 und 26.

B.A. Wertingen, Bayerisch-Schwaben. Frauengrab. Taf. 7 A, Text S. 39, M 23 (S. 111) Halbsiliqua des Justinian I. aus Ravenna, gepr. etwa 555—565. Im Munde gefunden. M 26 (S. 111) Solidus des Justinian I., Cpl. 538—565. Vgl. MKAnm. S. 137. T. p. etwa 555. Prähist. Staatssammlung M ü n c h e n , Inv. 1890, 432— 436.
Lit.: Erw. Prähist. Bl. 3, 1891, 9; BAUB 10, 1892, 138 f.; Jhb. d. hist. Vereins Dillingen3, 1890, 31 ß. u. 45/46,1932/1933, 66f. — Bericht des Finders R. Wild vom 3. 11. 1890 im Katalog der Präh. Staatssammlung: „Die Qräber liegen in meinem Gartenacker unmittelbar hinter meiner Scheuer Haus Nr, 20, Oberdorferstraße. Gefunden habe ich dieselben beim Ansetzen eines Düngerhaufens, der Kopf schaute nach Westen, das Gesicht nach oben. Im ganzen habe ich sechs Skelette gefunden, wobei fünf etwas schwächer sind als dasjenige, in welchem sich die größeren Glasperlen und die Gold- und Sübermünze vorfand. Die Skelette, die vergangenen Sommer bei mir gefunden wurden, liegen etwa 0,70 m tief.“ Diesem eindeutigen Bericht, der besagt, daß es sich bei dem hier behandelten Funde um ein Grab handelt, ist gegenüber den Angaben in den Prähist. Blättern und in den BAUB, die die beiden Münzen auf zwei Gräber verteilen, der Vorzug zu geben.

1. S c h e i b e n f i b e l (Dm. 3,35 : 3,25; St. 0,5) aus schlechtem Silber mit eingelegten Almandinen auf vergoldeter Silberfolie zwischen konzentrischen, unsauber geschnittenen Stegen. Die dem von einer tonigen Masse ausgefüllten Zellenwerk unterlegte Silberplatte ist 0,1 cm stark. Nadel und Nadelhalter fehlen. Zwei Almandinplättchen ausgefallen. Die Randeinfassung an einer Stelle gerissen. — 2. Bruch­ stück einer S c h e i h e n f i b e l wie 1, drei Zellenkästchen erhalten. 3. Durchbohrte Mu s c h e l (Cardium Auberculatum Lenn6), zu Kette 4 gehörig1). — 4. P e r l e n ­ k e t t e (25 grüne, rote, weiße, schwarze, braune und gelbe, Glas). — 5. ,,Ein Eisenstück mit zwei Hand­ griffen in Form eines S c h a b e r s “ , verloren.

1) Im mediterranen und atlantischen Gebiet verbreitet.

84

Katalog der Grabfunde.

Nr. 14— 17.

Nr. 14,

Worms-Bollwerk Grab i.
Kr. Worms, Rheinhessen.

M M K II, 9.

Frauengrab. Taf. 6 A, Text S. 3 9 f.. M MK II, 9 (S. 135) Silbermünze des Totila (541— 552). T. p. 541. Städt. Museum W o r m s , Inv. F 588—89; F 605—06; F 1106; F 1178; F2017.
Lit.: A. u. h. V. 5, 429 f. Abb. 5 u. 6 (Brenner). — Erw. bei Brenner 313; Aberg, Franken 137 u. 140; IPEK 1932/1933, 115 Abb. 1 (H. Kühn). — Das Grab wurde im Jahre 1903 ausgegraben; über die näheren Fundumstände ist nichts bekannt.

1 u. 2. Ein Paar gleiche gegossene silbervergoldete B ü g e l f i b e l n (L. 9,7; Br. 4,3). Die in Kerbschnittechnik ausgeführten Ornamente scharf nachgeschnitten; die Umrahmung der Kopf- und Fuß­ platte mit gegenständigen Dreiecken nielliert. Der Mittelgrat des Tierkopffußes ist gefurcht und trägt Nielloeinlage. Eiserne Nadel in Resten erhalten. Beide Fibeln ohne jede Abnutzungsspur. — 3 u. 4. Ein Paar gleiche gegossene silbervergoldete V o g e l f i b e l n (L. 2,9; Br. 1,3), scharf nachgeschnitten. Das kreisrunde Auge mit einer Almandinscheibe ausgelegt (bei 3 herausgefallen). Nadelhalter aus Silber, Nadel aus Eisen. Beide Fibeln leicht abgenutzt, Vergoldung teilweise abgewetzt. 5. S i e b l ö f f e l , Silber (L. 12,3). Der breite Rand und der bandförmige Stiel mit gegenständigen eingepunzten Doppelbögen verziert. Stark abgenutzt und beschädigt. Der Bruch am Stielansatz unten modern geflickt. — 6. Handgemachte braungraue T o n l a m p e (H. 7,0; Mdm. 5,4; Br. 9,0; Bdm. 5,2). Die vier röhrenförmigen Schnauzen sind quadratisch angeordnet. — 7. Handgearbeitetes braungraues T o n g e f ä ß (H. 14,0; Mdm. 17,6; gr. W. 20,8; Bdm. 9,0). Ritz- und Rippenverzierung. Das von Brenner a. a. O. 429 erwähnte eiserne Webschwert (vgl. Germania 16, 1932, 308 Anm. 6) war nicht zu identifizieren. Auch sonst dürfte das Grabinventar nicht vollständig sein.

Nr. 15.

Bruchsal.

M 33 und 173.

A. Bruchsal, Baden. Doppelgrab (zwei Frauen). Taf. 6 B, Text S, 40, M 33 (S. 112) Triens (iE goldplattiert) des Ju­ stinian I., gepr. unter Athalarich, etwa 527—540. Vgl, MKAnm. S. 137; M 173 (S. 130) Triens, unbe­ stimmbar. T. p. 527. Städt. Museum Br u c hs a l .
Unveröffentlicht. — DaB Grab wurde im Jahre 1929 in dem Reihengräberfeld bei der Peterskirche aufgedeckt.

1. R i n g , Bronze, von sechskantigem Querschnitt (Dm. 3,15; St. 0,3). — 2. Ri n g , Bronze, von dreikantig-halbrundem Querschnitt (Dm. 1,7; St. 0,25). — 3. Braunes doppelkonisches T o n g e f ä ß (H. 12,5; Mdm. 16,7; gr. W. 19,0; Bdm. 8,0). Scheibenarbeit. Verzierung eingeritzt. Stark ergänzt. — 4. Hellgraues doppelkonisches T o n g e f ä ß (H. 7,0; Mdm. 8,5; gr. W. 10,0; Bdm. 4,8). Scheiben­ arbeit. Fünf umlaufende eingedrehte Rillen,

Nr. 16.

Köln-Müngersdorf Grab 135.
Stadtkr. Köln, Rheinprovinz.

M 55.

Männergrab. Taf. 7 B, Text S. 41, M 65 (S. 115) Gallofränkischer Triens nach Justinian I., 2. Hälfte 6. Jahrhundert ? T. p. 527. In der Grabfüllung. Wallraf-Richartz-Museum Köl n. Inv. 29, 722.
Lit.: IPEK 1929, 82. F.U .: Vgl. Nr. 12 S. 84. Das Grab war gestört.

1. K n o p f , Bronze (Dm. 1,3). — 2. Bruchstücke eines steilwandigcn gelblichen Tu mml e r s .

Nr. 17.

Erfurt.

M 42.

Kr. Erfurt, Prov. Sachsen. Unbestimmbar. Taf. 6 C, Text S. 41. M 42 (S. 113) Nachprägung nach einem Triens des Justinian I. T. p. 527. Im Munde gefunden. Städt. Museum Er f ur t .
Lit.: Mitt. d. Vereins f. Gesch. u. Altertumskde. von Erfurt 24, 2, 1903, 193 ff. (Zsehiesehe). Erw. bei Götze-HöferZschiesche, Die vorgesch. Altertümer Thüringens (1909) 245; S. Bolin, Fyndcn (52) Nr. 17; Mitt. d. Vereins f. GeBch. u. Altertumskde. von Erfurt 44, 1927, 217. — Einzelgrab, vgl. Zschiesche a. a. O.

85

Katalog der Grabfunde.

Nr. 17—19.

1. u. 2. Zwei S c h u h s c h n a l l e n , Silber (4,5 : 2,6), gegossen, mit drei Rundkopfnieten und beweg­ lichem Schilddorn. Das Fischgrätenmuster der Platte eingraviert.

Nr. 18.

Thalmässing Grab 2.

M 172.

B.A. Hilpoltstein, Mittelfranken. Frauengrab. Taf. 7 C, Text S. 41. 31172 (S, 129) Unbestimmbarer Triens, Nachprägung. gefunden. German. Nationalmuseum Nü r n b e r g . Im Munde

Lit.: Anzeiger des Genn. Nat. Museums 2, 1887/89, 285 f. (F. Ziegler). BAUB 9, 1891, 148 f. — Ziegler berichtet (a. a. O.): „In Grab 2 fand sich recht« am Kopfe eine gut erhaltene Bronzenadel, im Kopfe eine germanische Gold­ münze und am Halse wieder eine ziemliche Anzahl Perlen. Auf der linken Bruet lagen nebeneinander ein kleines Messer, ein Bronzering und eine römische Münze. . . , in der Hiiftgegend fand sich an der linken Seite eine gut erhaltene Muschel..., daneben einige Glieder eines eisernen ICettcbens, am Fußende eine zerdrückt« verzierte Urne.“

Allein vorhanden: 1. Eine durchbohrte C y p r a e a tigrata (L. 8,0).

Nr. 19.

Köln-Müngersdorf Grab 91b .
Stadtkr. Köln, Rheinprovinz.

M 22.

.

Frauengrab. Taf, 7 D — 9 A, Text S. 50, M 22 (S. 111) Halbsiliqua Justinians I. aus Ravenna, gepr. etwa 555—565. T. p. etwa 555. Durchbohrt; im Munde gefunden. Wallraf-Richartz-Museum Kö l n , Inv. 1929: 406—436.
Lit.: IPEK, 1029, 81 f. Taf. 1,4 —6; 3, 1 u. 2; 4, 1 u. 2. — F U .: Vgl. Nr. 12 S. 84. einem Männergrab (91a, 1,00 m tief) mit Messer mit Blutrinne überlagert. Das Grab (1,80 m tief) war von

1 u. 2. Zwei gleiche gegossene, silbervergoldete B ü g e l f i b e l n (L. 10,3; Br. 4,4). Der Bügelmittelsteg trägt Nieliierung in Form des „laufenden Hundes“ , Kopfplatten- und Fußplattenfassung Dreieckniellierung. Augenbrauen und Nase des Tierkopffußes gleichfalls nielliert. Das flache Kerbschnittornament scharf nachgeschnitten. Nadel aus Eisen. Der silberne Nadelhalter gitterförmig gestrichelt. Der Tierkopffuß rückwärtig scharf ausgehöhlt. Die Fiheln ohne jede Abnutzungsspur. Die Kopf­ platte von 2 beschädigt. — 3 u. 4. Ein Paar silbervergoldete S c h e i b e n f i b e l n (Dm. 3,3; St. 0,5) mit flacher Almandineinlage auf breit gewaffelter Goldfolie. In der Mittelzelle durchsichtiges grünes Glas. In den drei vertieften Feldern kerbdrahtumrahmte Silberniete. Nadel aus Eisen, Nadelhalter aus Silber. 5 u. 7. G o ld b l e c h an h äng e r (Dm. 1,55) in Kerbdrahtfassung, die von je zwei zusammengedrehten Drähten begleitet wird. Innenmuster verschieden: Bei 5 das aus doppelt genommenem Kerbdraht gebildete Vierpaßmuster von offenen Kerbdrahthaken und Goldperlen umgeben, bei 7 die Zwickel des Vierpasses durch doppelten tordierten dünnen Draht geschlossen. — 6. G o l d b l e c h a n h ä n g e r (Dm. 1,55) in Kerbdrahtfassung, die von zwei tordierten Goldblechstreifen begleitet wird; gerippte Gold­ blechstreifen umschließen sternförmig den doppelten Kerbdrahtkreis, der einen schneckenförmig ein­ gerollten Goldblechstreifen enthält. Die Ösen von 5— 7 gerippt. — 8 — 10. Drei P e r l e n k e t t e n (50 aus blauem, rotem, gelbem, weißem, braunem und grünem Glas, 18 aus Bernstein). — 11. Kette aus acht 1,6 cm langen R ö h r c h e n , Silberblech. 12. Zweireihiger K a m m (L. 8,5; Br. 1,6; vier Eisenniete) mit kreisverziertem Behälter (L. 10,0; Br. 1,8). — 13. N ä h n a d e l , Bronze (erh. L. 6,1), Öhr abgebrochen. Der Oberteil tremolierstrichverzieri. — 14. Rechteckiges S c h a b e i s e n in Eisenfassung (L. 19,0, Br. 7,3). — 15. Eis. Sc he r e (erh. L. 16,6; Br. 2,7). — 16. Gerader eis. Nagel . — 17. Eis. P i n z e t t e ( ?) mit Ring (L. 12, 6) . — 18. Mes s er (L. 12,9; Br. 1,8). — 19. Griffangel eines Mes s er s (L. 5,4). — 20 u. 21. Zwei kleine eis. S c h n a l l e n (3,2 : 2,8 und 2,8 : 2,8). — 22. Drei gebogene eis. Nägel . — 23. Eis. R i n g (4,8 : 4,5). — 24 u. 25. Zwei kleine R i n g e , Bronze (Dm. 2,2 u. 1,9), einer mit Eisenklammer. — 26. Gegossene G l o c k e , Bronze (H. 2,5; Dm. 2,5). — 27 u. 28. L e d e r r e s t e , sowie 6 —8 Has e l n ü s s e . Nicht abgebildet. — 29. Kreis­ verzierter W i r t e l , Bein (Dm. 3,8; H. 0,9). 30. Getriebenes P e r l r a n d b e c k e n (H. 7,7; Mdm. 28,5; Bdm. 10,0), mit 1,5 cm hohem Standfuß. — 31. Geschweifter T u m m l e r aus fast entfärbtem grünlichem Glas (H. 11,1; Mdm. 7,2), Bodenzapfen abgeschlagen. — 32. Scheibengearbeitetes doppelkonisches graues T o n g e f ä ß (H. 14,0; Mdm. 17,4 : 17,8; gr. W . 21,4; Bdm. 8,0), mit Rosettenstempeln.
86

Katalog der Grabfunde.

Nr. 20 und 21.

Nr. 20.

Herbrechtingen.

M 36 a—f.

O.A. Heidenheim, Württemberg. Frauengrab. Taf. 9 B—l l A , Text S. 50f., M 36 a—1 (S. 112). Sechs Stempelabschläge der Vs. einer italischen Nachprägung nach einem Triens des Justinian I., gepr. etwa 555—587 ? Vgl. MKAnm. S. 139. Mit Ösen als Anhänger. T. p. etwa 555. Besitz Dr. Bernhard, H e r b r e c h t i n g e n a. Brenz.
Lit.: Germania 14, 1930, 73 —77 mit Abb. (Veeck); Veeck 170 Taf. F ; Altschlesien 5, 1934, 297 f. Taf. 59, 2 (N. Aberg). — Das Grab gehört zu dem Reihengräberfeld auf der Flur Gänsbühl am NW-Rand des Ortes (vgl. Veeck I75f.).

1 u. 2. Ein Paar gleiche gegossene silbervergoldete Z o n e n k n o p f f i b e l n (L. 11,7; Br. 3,6). Die elf zweiteiligen Knöpfe sitzen auf 0,1 cm starken Eisenstiften und tragen ein durchlaufendes schmales Silberblech. Die in Kerbschnittechnik ausgeführten Ornamente nachgeschnitten. Die Umrahmungen von Kopf- und Fußplatte, der Bügelmittelsteg und die Nase des Tierkopffußes tragen Dreieckniellierung. Die lappenförmige Umrahmung des Tierkopffußes mit eingepunzten Halbkreisen verziert. Die Nadel verloren. Der Nadelhalter aus Silber. Fibel 2 trägt auf der Rs. der Fußplatte fünf eingeritzte Runen1). Sie ist am Ansatz des Bügels an die Fußplatte gebrochen und mit zwei Silbernieten geflickt. Sechs obere und drei untere Knopfteile fehlen2). Beide Stücke sehr stark abgenutzt; die Nielloeinlagen der Fußplatten z. T. herausgefallen, auf Bügel und Fuß die Vertiefungen für sie ausgewetzt. 3. SilbervergQldete S - F i b e l (L. 2,4; Br. 1,6), gegossen und nachgeschnitten. Die Angen der Vogel­ köpfe mit Almandinen auf gewaffelter vergoldeter Silberfolie ausgelegt; eine Einlage fehlt. Auf der Rs. eiserne Spirale; Nadel und Nadelhalter fehlen. Sehr stark abgenutzt, die Vergoldung fast ganz abgewetzt. — 4. Silbervergoldete S c h e i b e n f i b e l (Dm. 4,35; St. 0,5). Auf silberner Grundplatte erhebt sich in gekerbter Silberdrahteinfassung ein silbernes Stegwerk, das bis auf die vier getreppten Zellen in den seitlichen Rundbögen, die orangefarbenen Glasfluß enthalten, mit Almandinen auf gewaflelten vergoldeten Silberfolien3) ausgelegt ist. Das Stegwerk ist unregelmäßig (nur gegenständig gleiche Rundbögen und verschieden breite Kreuzarme), In der Mitte eine perldrahtumrandete Rund­ zelle mit gebauchter Wandung und von Almandinen umgebener dunkelblauer Glaseinlage, Nadelhalter und Achsenträger silbern, die auf einer bronzenen Achse sitzende Spirale der verlorenen Nadel aus Eisen. Fünf Einlagen fehlen. Abnutzung kaum wahrnehmbar. 5. H a l s k e t t e : a) Bronzegußklumpen, in Bronzebänder gefaßt, mit Drahtöse (L. 3,6). — b) Rauch­ topaskugel (Dm. 2,8) mit Spuren einer Bronzefassung. — c) Grünblaue römische Melonenperle (2,8 : 2,1). — d) Gerippte Röhre aus Bronzeblech (L. 5,2; Dm. 1,1). — e) 15 Amethyste. — f) 129 graue, schwarze, rote, gelbe, grüne, blaue und weiße Glasperlen, eine Bergkristallperle, 10 Bernsteinperlen. 6. Durchbrochene gegossene Z i e r s c h e i b e , Bronze (Dm. 5, 6: 5,7; St. 0,25), nachgeschnitten. Punktkreise eingepunzt. An einer Randstelle Gewebereste. — 7. N a d e l , Bronze (erh. L. 14,4); der obere Teil mit drei gravierten halbbogengefüllten Feldern, die durch Horizontallinien eingefaßt werden, verziert. — 8. S c h n a l l e mit Schilddorn, Bronze (3,6 : 3,2), stark abgenutzt. — 9. Reste von R i e m e n ­ z u n g e n aus Silberblech mit eingepreßter Tierornamentik4) und seitlichen, mit Bronzenieten befestigten Silberblechleisten. Reste einer Holzeinlage vorhanden. 10 u. 11. Zwei Ri n g e , Bronze, von spitzovalem Querschnitt (Dm. 3,15 bzw. 2,6 : 2,8). — 12. Ri n g , Bronze, von rundem Querschnitt (Dm. 2,7 : 2,6). — 13. Reste eines zweireihigen Ka mme s . Die Ver­ zierung der Mittelleisten mit dem Zirkel hergestellt bzw. geschnitzt. Leiste und Kamm sind durch Eisenniete verbunden. — 14. DoppelkonischeB graubraunes K ü r b i s g e f ä ß , dünnwandig, Handarbeit (H. 8,2; Mdm. 8,6; Gr. W. 12,5; Bdm. 8,6). Verzierung: eingestempelte gegitterte Ovale (0,9 : 0,5).

Nr. 2 i.

Schretzheim Grab 26.

M 175.

B.A. Dillingen, Bayerisch-Schwaben. Frauengrab. Taf. 11 B u. 12 A, Text S. 51 f., M 175 (S. 130) Zwei geöhrte brakteatenförmige Durch­ schlage einer stark abgenutzten Nachprägung nach einem Solidus Justinians I. T. p. 538; vgl. MKAnm. zu M 26 S. 137. Mit Ösen; als Anhänger getragen. Museum Di l l i n g e n , Inv. 1543— 1556.
Lit.: Harbauer, Katalog 1, 14—17. — Jhb. d. Hist. Vereins Dillingen 8, 1895 Taf. 4. — Erw. bei Lindqvist, Vendelkulturens älder 85 f., 124 f.; Aberg, Goten 48 f. Altschlesien 5, 1934, 297 f. Taf. 59, 1 (X. Aberg). — Das Grab 1) P = Ja (umgestülpt) p ( = th) a e. Kein Wortsinn. Die Lesung wird Prof. W. Krause, Königsberg verdankt, 2) Die derzeitige Verteilung der Knöpfe auf beide Fibeln ist bei der Restaurierung vorgenommen worden, 3) Die Waffelung ist weitmaschiger als bei der Folie der S-Fibel Nr. 3. *) Zur Technik vgl. S. 101 Anm. 2 zu Grab Nr. 47.

87

Katalog der Grabfunde,

Nr. 21 und 22.

liegt im südlichsten Teil des großen, seit 1800 systematisch untersuchten Reihengräberfeldes bei Schretzheim (vgl. Exkurs 1 S. 68f.).

I. u. 2. Ein Paar gleiche gegossene silbervergoldete Z o n e n k n o p f f i b e l n (L. 10,1; Br. 5,7). Die acht zweiteiligen Knöpfe sitzen auf 0,1 cm starken Eisenstiften und tragen ein durchlaufendes schmales Silberblech. Die Ornamente nachgeschnitten, die Voluten eingebohrt. Der Rahmen von Kopf- und Fußplatte und der Bügelmittelsteg tragen Dreieckniellierung; Stirn und Nase des Tierkopffußes, dessen schräg gestellte Augen bei beiden Fibeln verschieden nachgeschnitten sind, sind mit nieliierten Linien verziert. Nadel (Reste erhalten) aus Eisen, Nadelhalter aus Silber. Die Rs. der Fußplatte von 2 trägt an ihrem rechten Rand drei N-förmige Ritzungen; unter dem Nadelhalter sind zwei Runenzeichen eingraviert1 ). Die Rs. der Fußplatte von 1 ist mit zwei eingeritzten rautengefüllten Bändern verziert. Beide Fibeln zeigen an Fuß, Bügel, Rahmen und Knöpfen sehr starke Abnutzungsspuren. Die Nielloeinlagen z. T. herausgefallen; auf dem Bügelmittelsteg die Vertiefungen für sie ausgewetzt. Die Fuß­ platte von 1 weist in der Mitte zwei Risse auf; bei 2 ist ein Knopf verloren. 3. Rosettenförmige goldene S c h e i b e n f i b e l (Dm. 3,2; St. 0,6). Die goldene, auf der Rs. nur auf geringe Ausdehnung sichtbare Grundplatte ist am Rande gekerbt und nach oben umgeschlagen; sie trögt ein 0,4 cm hohes konzentrisches Zellenwerk mit flachgeschliffenen Almandinen auf Goldfolien­ unterlage; in den Almandin des Mittelfeldes ein Ring eingeschnitten. In den drei vom Stegwerk aus­ gesparten vertieften Zellen sind aufgelötete S-Spiralen aus Goldfiligran und die Kappen dreier Silberstifte sichtbar, mit denen auf der Rs. der beschädigten und stark abgenutzten goldenen Grundplatte eine unsauber zugeschnittene Silberscheibe aufgesetzt ist, die den silbernen Nadelhalter und eine in eiserner Spiralachse bewegliche gegabelte Bronzenadel trägt. Diese silberne Platte steht wie drei kleine, nicht zur Befestigung dienende alte Niete zeigen, in zweiter Verwendung. Der gekerbte Rand der goldenen Grundplatte und die Stege des Zellenwerks abgenutzt. Zwei Almandine verloren. 4. Goldene S - F i b e l (L. 3,7; Br. 2,9; St. 0.4), Das Zellenwerk trägt flache Almandine auf Goldfolien und ruht auf einer goldenen Grundplatte, um die ein 0,2 cm starker gekerbter Goldgrat umläuft. Die großen vertieften Zellen zwischen den Vogelköpfen und dem Körper füllen tierförmig zusammengestellte dreifache Goldkörnerreihen aus, die auf einer den Konturen folgenden Unterlage aufgelötet sind. Die Grundplatte trägt eine Bronzenadel zwischen den goldenen Achsenhaltern und den Nadelhaltern. Die Abnutzungsspuren auf der Rs. besonders deutlich. Drei Almandine fehlen. 5. P e r l e n k e t t e (19 aus grünem, rotem, weißem und blauem Glas, drei aus Bernstein). — 6. Durch­ bohrtes frühkaiserzeitliches Mi t t e l e r z , Prägung unkenntlich. (2,4 : 2,6). — 7. Römischer S p i e l ­ st ei n aus dunkelblauem marmorierendem Glasfluß (2,7 : 2 , 5 ) 2). — 8. Geometrisch verzierte B r o n z e ­ b ü c h s e (Dm. 3,2; H. 2,0) mit Runeninschrift3), — 9. Geometrisch durchbrochene gegossene Zi e r s c h e i b e , Bronze (Dm. 9 ,0 : 8,5). — 10a—d. Ein Paar S c h u h s c h n a l l e n , Silber, mit linienverzierten leiebt eingesattelten Rahmen (L. 2,9; Br. 1,5). Das Beschlag um die Rahmenachse herumgeklappt; der eingelassene Riemen war mit zwei Nieten befestigt. Dazugehörig: zwei silherne R i e m e n z u n g e n (L. 4,1 bzw. 3,9; Br. 1,5) mit Riemenschlitz. Die Mittelgrate der Ziermuster sind gekerbt, die Innen­ verzierung wird von niellierten Dreiecken gebildet. Die Garnitur ist stark abgenutzt. II. Massiver R i n g , Bronze, von rundem Querschnitt (Dm. 4,9; St. 0,4). — 12. Kleiner Ri n g , Bronze, von D-förmigem Querschnitt (Dm. 2,1). — 13. Eisernes W e b s c h w e r t (L. 36,4) mit verdickter dornartiger, im Querschnitt runder Spitze. — 14. Braunes handgemachtes T o n g e f ä ß (H. 9,5; Mdm. 10,0; gr. W. 12,5; Bdm. 7,1) mit eingezogener Mündung und umlaufender Tupfen Verzierung.

Nr. 22.

Niederselters? M 8 und 13.

Kr. Limburg, Prov. Hessen-Nassau. Frauengrab. Taf. 12 B u. 13 A, Text S. 52, M 13 (S. 109). Italischer Solidus des Justinus I., gepr. unter Theoderich, etwa 518—527. M 8 (S. 109) Solidus des Anastasius (491— 518) Cpl, Mit Öse; als Anhänger getragen. T. p. 518. Altertumsmuseum der Stadt Ma i nz , Inv. 5726— 5739.
Lit.: Quartahbl. d. Hist. Vereins f. d. Großherz. Hessen NF 2, 1900, 834 f. Taf. 68, 1—9. — Über dia FU. ist nichts bekannt. Der Grabfund wurde am 8. 6. 1899 durch daa Altertumsmuseum von Antiquar Reiling (Mainz) an­ gekauft. Es ist nicht ganz gesichert, daß das Grab aus Niederselters stammt. *) ~ f » (?). Kein Wortsinn. *) Ein römischer Spielstein aus weißem Glas fand sich in Grab 90 von Köln-Müngersdorf (uns. Nr. 12), Taf, 5, 7; ein weiterer in Grab 3 des Gräberfeldes von Windecken, Mus. Hanau. a) Kurz behandelt von W. K rause in Beitr. z. Runenforsch. 2 (Sehr. d. Königsb. Gel. Ges. 11,1, 1934) 3f. Krause liest die Inschrift des Deckels als Bog(g)i(sJ s(egan) d(eda). Die Inschrift des Bodens ist noch nicht entziffert.

88

Katalog der Grabfunde.

Nr. 22—24.

1 u. 2. Ein Paar silbervergoldete B ü g e l f i b e l n (L. 9,2; Br. 5,2), gegossen und scharf nachgeschnitten. Die acht Knöpfe sind mit Eisenstiften an der Kopfplatte befestigt. Die Umrahmung von Kopf- und Fußplatte ist mit Dreiecken, der mittlere Bügelsteg mit einer Zickzacklinie und die Nase des Tierkopffußes mit einer einfachen Linie nielliert. Die Nadel aus Eisen, der silberne Nadelhalter unten geschlossen. An Fuß und Bügel Abnutzungsspuren, 3 u, 4. Ein Paar goldene S c h e i h e n f i b e l n (Dm. 2,7; St. 0,3). Auf einer von gekerbtem Golddraht umsäumten 1 mm starken Goldplatte ist durch vier Bronzeniete ein Zellenwerk mit Almandineinlagen auf gewaffelten Folien befestigt, das drei Vertiefungen freiläßt, diese sind bei dem einen Stück mit je vier aufgelöteten, perldrahtumkränzten Goldkörnern, beim ändern mit S-Spiralen und Strichgruppen aus doppeltem Filigran verziert. Die Heft Vorrichtung verloren; beide Fibeln an den Stegen des Zellen werks abgenutzt. 5. Goldener F i n g e r r i n g (Dm. 2,1)- Auf seiner vorderen Verbreiterung zwei ovale Goldscheiben, von denen beiderseits ein T-formiger Perldraht ausgeht. Stark abgenutzt. — 6. Bruchstücke einer massiven Na d e l , Silber (erh. L. 13,4). Auf dem astragalierten Hals der Ansatz eines im Querschnitt quadratischen, durchbrochen gearbeiteten Kopfes. — 7. Massive N a d e l , Silber, mit Kugelkopf und geschwollenem Hals, Spitze abgebrochen (erh. L. 6,6). — 8. P e r l e n k e t t e (64 auvS rotem, gelbem, grünem, granem, blauem und weißem Glas, 6 aus Bernstein) mit zwei Bergkristallen, zwei Amethysten und zwei kleinen Bronzeringen. — 9. Gy p r a e a tigrata (L. 5,5), durchbohrt, mit Eisenspuren. — 10. Großer W i r t e l , Bernstein (Dm. 6,2; St. 3,2). Nicht abgebiidet. — 11. Geschweifter T u m m l e r aus hell­ grauem Glas (H. 9,1; Mdm. 7,3). — 12. Scheibengearbeitetes T o n g e f ä ß (H. 16,3; Mdm. 19,9; Bdm. 9,8) hellgrau, feingeschlemmt. Stempelverzierung.

Nr. 23.

Munningen Grab i.

M 29, 35^ 43, 45, 50, 52, 61, 66 und 83.

B.A. Nördlingen, Bayerisch-Schwaben. Männergrab. Taf. 14 A, Text S. 52, M 66 (S. 116) Solidus d. Tiberius II. Constantinus (578—582). M 35 (S. 112) Italischer Triens nach Justinian I. M 50 (S. 114) Westgotischer Triens nach Justinian I. M 52 (S. 114) Gallofränkischer Triens nach Justinian I. RI 45 (S. 114) Rheinischer (?) Triens nach Justinian I. M 29 (S. 112) Nachprägung nach Solidus d. Justinian I. M 43 (S. 113) Nachprägung nach Triens d. Justinian I. M 83 (S. 119) Nachprägung nach Triens d. Justinian I. M 61 (S. 116) Nachprägung nach Solidus des Justinus II. T. p. 578. Städt. Museum G u n z e n h a u s e n , Mittelfranken.
Lit.: 65. JahreBber. d. Hist. Vereins f. Mittelfranken, 1928/29, 6 f. Taf. 3, 1 (Eidam); Germania 14, 1930, 161 —165 (J. Cahn), nur die Münzen behandelt.

1. Sa x , nicht erhalten. — 2. L a n z e n s p i t z e mit rhombischem Blatt (L. 43,3; Br. 3,0). — 3. Mes s er (L. 18,6). — 4. Bronzene G ü r t e l s c h n a l l e (4,9; 3,1).

Nr. 24.

Thalmässing Doppelgrab.

M 14, 34^ 46 und 106.

B.A. Hilpoltstein, Mittelfranken. Männliche und weibliche Bestattung. Taf, 13 B, Text S. 52, M 106 (S. 122) Ganzsiliqua des Totila (541—552) M 14 (S. 110) HalbsiÜqua des Justinian I., aus Ravenna (555—565) M 34 (S. 112) Italischer Triens nach Justinian 1. M 46 (S. 114) Rheinischer ( ?) Triens nach Justinian I. T. p. etwa 555. Inhalt einer Tasche. Prähist. Staatssammlung M ü n c h e n , Inv. 1894, 4—6, 13— 18; 1892, 2, 4—6.
Lit.: BAUB 8, 1889, 98—100 {F. Ohlenschlager). — Mitt. der Bayer, Numismat. Gesellschaft. 43, 1929, 145f, (H. Buche­ nau), nur die Münzen behandelt. 1

A. Männergrab (Beigaben nicht mehr auffindbar). 1. Sp at ha . — 2. Sax. — 3. Messer. — 4. Drei P f e i l s p i t z e n . — 5. F e u e r s t a h l . — 6. Eis. Ri ng. — 7. Kleine viereckige Br o n z e s c h n a l l e . B. Frauengrab. 1. u 2. Ein Paar gleiche gegossene silberne S c h e i b e n f i b e l n (Dm. 3,6; 3,4); die in Kerbschnittechnik ausgeführten Ornamente sind scharf nachgeschnitten und vergoldet, die Flächen der Vogelkörper tragen Dreieckniellierung. Die Augen und die Doppelzellen in der Mitte sind mit A l­ mandinplättchen auf gewaffelter Goldfolie ausgelegt. Die Nadel war aus Eisen. Bei 2 fehlt eine Augeneiulage. Beide Fibeln ohne jede Abnutzungsspur. — 3. Zu einem A r m r e i f (Dm. 8,0 : 8,5) zusammen­ gebogener 0,3 cm starker Silberdraht mit S-förmig eingerolltem bzw. knopfförmigem Abschluß. — 4 u. 5. P e r l e n k e t t e n (20 aus gelbem, schwarzem, blauem, grünem und rotem Glas; 15 aus Bernstein). Es fehlen über 60 Perlen von Hals- und Armkette.
Genu. D enkm äler d. Vftlkerwanderitngszelt 3. W erner.

12

89

Katalog der Grabfunde.

Nr. 24—27.

6. S c h n a l l e , Bronze (3,1 : 2,7) mit hinten dreifach geripptem und verdicktem Dorn. Der Rahmen ist von der Scharnierstange und der Dornauflage durch gekerbte Erhöhungen abgesetzt. ■ 7. P i n z e t t e , — Bronze (L. 7,6; Br. 1,2). Der Rand fazettiert. Am Scheitel ein eingesetzter Bronzering. Die beiden Arme sind unterhalb des Scheitels durch zwei Niete zusammengeschlossen und mit Linienpaaren und Punktkreisen verziert. — 8. Zylindrische B ü c h s e , Bronzeblech (H. 2,45; Dm. 3,7). Deckel: H. 2,3; Dm. 3,7, Unterteil: H. 2,35; Din. 3,5. Die Böden sind mit den Wandungen vernietet. — 9. R i n g , Bronze (Dm. 2,5), an einen Eisenring angerostet.

Nr. 25. Köln-Müngersdorf Grab 1 3 1,
Stadtkr. Köln, Rheinprovinz.

M 47.

Frauengrab, Taf. 14 B u. 15 A, Text S. 52, M 47 (S. 114) Rheinischer (?) Triens nach Justinian I. T. p. 527. Im Munde gefunden. — Wallraf-Richartz-MuBeum K ö l n , Inv. 1929: 683—705.
Lit.: IPEK 1929. 82 Taf. 1, 7 u. 8; 2, 2 u. 3. FU.: Vgl. Nr. 12 S. 84.

1 u. 2. Zwei verschiedene silbervergoldete S c h e i b e n f i b e l n (Dm. 2,9 bzw. 3,4; St. 0,45 bzw. 0,6) mit Almandinen auf vergoldeter Silberblechfolie. Die Grundplatte ist von einem gekerbten Grat um­ geben. Nadel, Nadelhalter und Achsenträger bei 1 verloren, bei 2 der silberne Achsenträger erhalten. — 3 u. 4. G o l d b l e c h a n h ä n g e r , in Kerbdraht gefaßt und mit schneckenförmigen Kerbdrähten verziert. — 5. Bronzene S c h e i b e n f i b e l (Dm. 2,8 : 2,4) mit Eisennadel. 6. C y p r a e a (6,4 : 3,4). — 7 u. 8. Römische Me l o n e n p e r l e und rechteckige Pe r l e aus Sandstein. — 9, P e r l e n k e t t e (77 aus rotem, gelbem, grünem, schwarzem, blauem und braunem Glas, 9 aus Bern­ stein). — 10. Bronzene unterhalb des Öhrs gravierte N ä h n a d e l (L. 8,5). — 11 u. 12. Zwei kleine linien­ verzierte S c h n a l l e n , Bronze (Br. 2,0), — 13. u. 14. Zwei eis. S c h n a l l e n (Br. 3,4). — 15— 18. Vier eis. R i n g e (Dm. 3,2; 5,0; 4,2; 5,3). — 19. Großer R i n g , Bronze (Dm. 5,3; St. 0,7). — 20. Me s s e r (L. 16,4). — 21. Hellgrauer tönerner W i r t e l (2,8 : 1,6). — 22. Zweireihiger K a m m (L. 10,4; Br. 4,5) mit weiten und engen Zähnen. — 23. Geschweifter T u m m l e r (H. 10,4; Mdm. 6,4 : 6,5) aus grünlichem Glas; Bodenzapfen abgeschlagen. — Graues scheibengearbeitetes doppelkonisches T o n g e f ä ß (H. 16,8; Mdm. 10,6; gr . W. 17,6; Bdm. 8,0); unterhalb des Randes umlaufender Wulst, rädchenverziert.

Nr. 26.

Thalmässing Grab 1.

M 94.

B.A. Hilpoltstein, Mittelfranken. Frauengrab. Taf. 15 B, Text S. 53. M 94 (S, 120) Nachprägung eines Triens, mit Stufenkreuz. T. p. 578. Vgl. MKAnm. S. 142 zu M 169, Im Munde gefunden. German. Nationalmuseum N ü r n b e r g , Inv. 1038—40; 1045—48.
Lit.: Anz. d. German. Museums 2, 1887/89, 285f. BAUB 9, 1891, 148f. (beide F. Ziegler). —

Von den Beigaben noch vorhanden: 1. Vier filigranverzierte omegaförmige G o l d b l e c h a n h ä n g e r (1,3 : 0,7; 1,1 : 0,7; 1,3 : 0,8; 1,3 : 0,65). Die gerippten Ösen sind gesondert angebracht. — 2. Durch­ bohrter B ä r e n z a h n (L. 8,8). — 3. P e r l e n k e t t e (142 aus blauem, grünem, schwarzem, rotem, gelbem, braunem, weißem und orangefarbenem Glas, 2 aus Bernstein) mit 2 Amethysten, 1 Bergkristall. — 4. Bruchstücke eines doppelkonischen hellbraunen T o n g e f ä ß e s mit grauem glimmerhaltigem Überzug, Scheibenarbeit. Rechtecke und gefüllte Bögen eingestempelt.

Nr. 27.

Gammertingen Kindergrab.
O.A. Sigmaringen, Hohenzollern.

M 87.

Grab eines Mädchens. Taf. 15 Cu. 16 A, Text S. 53, M 87 (S. 119) Nachprägung nach einem byzan­ tinischen Triens, 6. Jahrhundert? Im Munde gefunden. Fürstl. Hohenzollern’sches Museum Si g ma r i n g e n , Inv. 562—66.
Lit.: W. Gröbbels, Der Reihengräberfund von Gammertingen (1905) 3 mit Taf. 3,3 u. 4; 10,7; 11a,4; 16,1. — Zum Gräberfeld vgl. Gröbbels a. a. O. In 2 m Entfernung von dercrGammertinger Hauptgrab mit Spangen­ helm und Ringbrünne fand sich in gleicher Tiefe (2,50 m) das Grab eines Mädchens, nach den erhaltenen Zahnkronen im Alter von 8—10 Jahren.

90

Katalog der Grabfunde.

Nr. 27—29.

1. Goldene S c h e i b e n f i b e l (Dm. 4,0; St. 2,5). Ein breiter, auf der Rs. umgeschlagener Goldstreifen und vier Niete verbinden die mit eingepunztem Muster verzierte silberne Grundplatte mit der Gold­ blechplatte der Vs. Auf ihr in der Mitte eine in sich geteilte Rundzelle mit gebauchter Wandung; sie wird durch drei Perldrähte von einer Zone auf Filigrankränze gesetzter Goldkörner getrennt. Es folgt ein filigranumrahmter mit S-WT indungen aus doppeltem Perldraht ausgefüllter Mittelstreifen, der durch vier Filigranschleifen geteilt wird, welche die große Mittelzelle mit den ins Kreuz gestellten kleinen Rund­ zellen des Randes (ohne Füllung) verbinden. Die äußere Umrahmung bilden zwei durch Filigran ge­ trennte gerippte Goldblechstreifen und ein tordierter Golddraht. Die Heftvorrichtung ist bis auf den Nadelhalter (ein aufgelötetes gekerbtes Goldblech) verloren. 2. P e r l e n k e t t e (45 aus rotem, grünem, weißem, gelbem und blauem Glas, 10 aus Bernstein) mit 4 Amethysten. — 3. Gedrechselte zylindrische E l f e n b e i n b ü c h s e (H. 5,0; Mdm. 3,1; Bdm. 3,8), mit Deckelfalz. Auf Deckel und Bodenmitte ein Drehloch. Auf der Bodenfläche ist eine Runeninschrift eingeritzt1), desgleichen auf der Wandung (?). — 4. Graues doppelkonisches T o n g e f ä ß (H. 8,5 Mdm. 8,6; gr. W. 11,8; Bdm. 6,2); Scheibenarbeit. Verzierung eingeglättet.

Nr. 28.

Schretzheim Grab 300.

M 10.

B.A. Dillingen, Bayerisch-Schwaben. Frauengrab. Taf. 16 B, Text S. 53, M 10 (S. 109) Subärater italischer Triens des Anastasius, gepr. unter Theoderich (etwa 493—518). T. p. etwa 493. Mit Öse, als Anhänger getragen. Museum Di l ­ l i n g e n , Inv. 2430-—2441.
Lit.: Harbauer, Kat. 2, 80f. — F. U.: Vgl. Nr. 21 S. 87f., Grab 300 gehört mit weiteren vier Gräbern zu den Öst­ lichsten bisher im Schretzheimer Gräberfeld freigelegten.

1. u. 2. Ein Paar silberne R o s e t t e n f i b e l n (Dm. 2,9) mit Spuren von Vergoldung. Die Almandin­ einlagen ruhen auf vergoldeten gewafTelten Silberfolien. Das vergoldete Silberblech der Mitte ist mit gekerbtem Silberdraht verziert. Die Füllung der Fibeln besteht aus feiner toniger Masse. Die Nadel war aus Eisen, der durchbohrte Achsenträger ist nur bei 1, der Nadelhalter bei beiden Fibeln erhalten. 3 —5. Drei scheibenförmige G o l d b l e c h a n h ä n g e r (Dm. 2,7) mit Filigranverzierung und gerippter Öse. — 6. Pe r l e aus Bernstein, im Schädel gefunden2). — 7. P e r l e n k e t t e (51 aus rotem, blauem, schwarzem, grünem, grauem, gelbem und weißem Glas, 21 aus Bern). — 8. F i n g e r r i n g aus Bronzeblech (Dm. 2,2; Br. 0,6), in der Mitte verbreitert und gebrochen; eingepunztes Grätenmuster; stark ab­ genutzt. — 9. H i r s c h h o r n k r o n e (Dm, 6,0), siebenfach durchbohrt. 10. Rahmen einer eis. S c h n a l l e (3,9 : 2,9). — 11. Kleine eis. S c h n a l l e (2,7 : 2,4). — 12. Ring­ förmige S c h e i b e , Bronzeblech (Dm. 2,5 : 2,6). — 13. Reste einer B r o n z e k e t t e aus 8förmig zusammen­ gedrehten Ringgliedern. — 14. Bronzene rechteckige S c h u h s c h n a l l e (1,4 : 1,3).

Nr. 29.

Erle Grab 1 1.

M 84.

Kr. Recklinghausen, Westfalen. Frauengrab. Taf. 16 C, Text S. 53, M 84 (S. 119) Friesische Nachprägung nach einem byzantinischen Triens des 6. Jahrhunderts. Auf der Brust gefunden. Kath. Volksschule in Erl e.
Lit.: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck 3,1927, 23f. (Lammersmann). — Zum Gräberfeld auch Mannus 5, 1913, 50 und Vestische Zeitschr. 20, 1910, 111.

1 u. 2. Ein Paar S c h e i b e n f i b e l n (Dm. 2,8; St. 0,5) aus schlechtem Silber mit Almandineinlagen auf vergoldeter Silberfolie. In der Mitte auf einer vergoldeten Silberblechunterlage zu einem Geflecht angeordnete einfach und doppelt genommene gekerbte Silberdrähte. Die Füllung der Fibeln besteht aus einer feinen tonigen Masse. Nadel von Eisen. Beide Stücke, wie die gekerbte Silberdrahtauflage zeigt, leicht abgenutzt. Nadelhalter ahgebrochen. 3. P e r l e n k e t t e (11 aus weißem, rotem und gelbem Glas, 2 aus Bernstein). — 4. Eis. S c h n a l l e (3,7 : 3,0). — 5. Me s s e r (L. 16,0; Br. 2,5). — 6. Eis. B r u c h s t ü c k (L. 11,5).
1) Die Inschrift des Bodens lautet: F o # ~ a h ot liter. althochd. Ahho, bekannter Männername. Die mittlere Rune 'O' — h ist schlecht erhalten, aher ziemlich sicher. Die Lesung wird Prof. W. Krause, Königsberg verdankt. Die Inschrift ( ? ) der Wandung ist noch nicht entziffert. 2) Am 2. 1. 1931 von der Prähist. Staatslg. München nach Dillingen übersandt.

12*

91

Katalog der Grabfunde.

Nr. 30.

Nr. 30.

Soest Grab 106.

M i und 27.

Kr. Soest, Westfalen. Frauengrab. Tal. 1? u. 18, Text S. 53—55, M 1 (S. 107) Solidus des Valentinian I. (361—375). Mit Öse; als Anhänger getragen. M 27 (S. 111) Solidus des Justinian I., gepr. in Ravenna etwa 555—565, als Anhänger gefaßt. T. p. etwa 555. Westf. Landesmuseum Müns t e r .
Lit.: Vorläufiger Bericht Germania 14, 1930, 171 (mit Abb. 3) Taf. 5,1 u. 2. 6,1 (A. Stieren); Altschlesien 5, 1934, 298 f. Taf. 59, 3 (N. Äberg). Scheibenfibel 3: W, Krause, Beiträge zur Runenforschung 1, Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft Geistesw. Kl, 9, 1932, 2, 11 — 81.

1 u. 2. Ein Paar silbervergoldete R ü g e l f i b e l n (L. 13,3; Rr. 7,9), in gleicher Gußform gegossen. Die acht in die rechteckige Kopfplatte eingezapften Knöpfe sind aus Eisen und vergoldet. Bügelmittel­ steg, Tierkopffuß und Rahmung sind dreiecknielliert. Das Tierornament der Zierfelder ist scharf nachgeschnitten. Auf der Rs. ist ein langer geriefelter und punktkreisverzierter Nadelhalter aufgelötet, der die an einer doppelten Bronzerolle befestigte Eisennadel aufnimmt. Der rückwärtig hohle Tierkopffuß ist durch eine eingefügte niellierte Silberplatte mit Tierornament geschlossen. Beide Fibeln etwas ver­ schieden: 1 tragt am Ansatz des Bügels an die Kopfplatte eine Hohlkehle, 2 eine Zone eingestempelter gegenständiger und von drei Kreisen gefüllter Dreiecke. Die Stücke sind an Bügel und Fuß abgenutzt, die Nieliierung ist z. T. herausgefallen. 3. Goldene S c h e i b e n f i b e l (Dm. 5,0; St. 0,6). Auf einer goldenen Grundplatte*, die von tordiertem Kerbdraht eingefaßt ist, erhebt sich ein engmaschiges, konzentrisches Zelienwerk. In der Außenzone wechseln orangefarbene durchsichtige Einlagen in sphärischen Dreiecken mit karminroten in Zickzack geteilten Zellen. Die zweite, nur mit Karminrot ausgelegte Zone umschließt eine Blüte auf karmin­ rotem, an vier Stellen orangefarbenem Grund. Zickzackgeteilte karminrote Blätter wechseln mit Blättern, die jeweils ein mit undurchsichtigem orangefarbenem oder blauem Glasfluß ausgefülltes Dreieck einschließen. Der zentrale karminrote Dreiwirbel auf gelhem Grund ist durch einen karminroten Kranz von den Blütenblättern getrennt. Die Einlagen ruhen auf fein gemusterten Goldfolien. Die Grund­ platte trägt eingeritzte Runenzeichen1) und einen goldenen gerippten, an seiner Basis filigranverzierten Nadelhalter auf besonderer Unterlage. Die beiden 0,6 cm hohen Achsenträger und die exzentrische Öse für ein Sicherheitskettchen sind aus Gold. Grundplatte, Kerbdrahtfassung und Nadelhalter sind abgenutzt. 4. A n h ä n g e r = Münze M l (Taf, 1,1). Die sphärische Öse (Br. 0,7) ist mit Filigran-S-Spiralen, die durch ein Flechtband voneinander getrennt werden, verziert. Die Öse ist abgenutzt. — 5. A n h ä n ­ ger — Münze M 27 (Taf. I, 27). Die Fassung besteht aus zwei Filigrandrähten (der äußere ahgenutzt) und einem tordierten Golddraht. Die doppelkonische filigrangefaßte und in der Mitte geteilte Öse (Br. 1,4) ist mit kleinen, dicht gesäten Filigrankreisen verziert; sie ist ziemlich abgenutzt. — 6. u. 7. Zwei G o l d ­ b l e c h a n h ä n g e r (2,1 : 1,3) mit engem, z. T. noch mit einer grauen Masse gefüllten Zellenwerk; um die Grundplatte ein Kerbdraht. Die gerippten Ösen abgenutzt. — 8 u. 9. Zwei mit Filigran-S-Spiralen verzierte G o l d b l e c h a n h ä n g e r mit zentralem Buckel (Dm. 1,2). — 10. G o l d b l e c h a n h ä n g e r (Dm. 1,0) mit stärkerem Filigran verziert, zentraler Buckel. — 11. Z w e i P e r l e n k e t t e n (29 aus rotem, gelbem, orangefarbenem, schwarzem, weißem und grünem Glas und 2 aus Bernstein) mit 4 Amethysten. — 12. Gegossene, geometrisch durchbrochene Z i e r s c h e i b e , Bronze (Dm. 7,5; St. 0,2), mit eingepunzten Punktkreisen. 13. S c h n a l l e , Bronze, mit dreifach gewulstetem Dorn (3,4 : 3,2). — 14. Bruchstücke einer Sc h n a l l e , silbervergoldet, mit eingeschnittenem Ornament. — 15. Zwei rechteckige B e s c h l ä g e , Silber vergoldet (1,9 : 1,5), mit eingravierter Kreuzverzierung und drei erhaltenen Nieten. — 16. Bruchstücke zweier gleicher silbervergoldeter R i e m e n z u n g e n mit eingeschnittenem Tierornament, dessen Konturen ehemals von Nielloeinlagen begleitet wurden. Das Tierornament ist von einer Dreiecknielliefung eingefaßt. — 17. Bruchstück einer kleinen S c h n a l l e , Bronze (versilbert) mit rückwärtiger Öse zur Befestigung auf der Lederunterlage, — 18. u. 19. Bruchstücke von zwei eis. Sc h l ü s s e l n (L .17,8 bzw. 13,5). — 20. Eis. R i n g (Dm. 5,7; St. 0,6). — 21. Me s s e r in Lederscheide (L. 14,2). — 22. Eis. Gegenstand (L. 22.5) unbekannter Bestimmung. 23. Geschweifter T u m m l e r (H. 14,6; Mdm. 7,1) aus hellbraunem Glas; die Wandung leicht ge­ rippt. — 24. Fragmente eines getriebenen B r o n z e b e c k e n s (Dm. etwa 20,0) mit dreieckigen Attaschen und zwei omegaförmigen sechskantigen gegossenen Griffen. — 25. Reste eines Ho l z e i me r s : drei 1 cm br.

1) Die Inschrift ist von W. Krause, Königsberg, eingehend behandelt (s. Lit.). Krause liest: räda dapa attano und deutet: „Rada (und) Dapa (schenkten dies). — Attano (ritzte die Runen).“

92

Katalog der Grabfunde.

Nr. 30—32.

Eisenreifen, zwei gegossene und punktkreisverzierto Bronzeattaschen (7,7 : 5,8) mit drei Hohlnieten und handförmiger kreisverzierter Henkel. Umlaufendes 1,1 cm br. kreisverziertes Bronzeband, an welches dreieckige, mit eingepreßten schematischen Gesichtdarstellungen verzierte Bronzeblechbeschläge ansetzen. — 26. Ha r z i g e r K l u m p e n mit Abdruck von sehr feinem Stoff.

Nr. 31.

Soest Grab 165.

M 32 und 57.

Kr. Soest, Westfalen. Frauengrab. Taf. 19 u. 20 A, Text S. 55, M 32 (S. 112) Triens des Justinian I., gepr. unter Totila oder Teja (541—553). Mit Öse; als Anhänger getragen; M 57 (S. 115) Nachprägung nach einem Triens des Justinian I. T. p. 541. Westf. Landesmuseum Mü n s t e r .
Lit.: Vorläufiger Bericht Germania 14, 1930, S. 171 f. Taf. 6,2 (A. Stieren).

1. Goldene S c h e i b e n f i b e l (Dm. 3,6; St. 0,6), mit bronzener, z . T. verlorener Grundplatte und Resten der bronzenen Spiralkonstruktion. Im Innern mit einer ziegelroten feintonigen Masse ausgefüllt. Die Goldblechfassung auf der Rs. eingebogen und an der Basis von einem Kerbdraht, an der Zierfläche von dünnem Filigran umgeben. Um den Stern der Mitte außen ovale, in sich geteilte gewölbte Zellen mit Almandineinlagen auf Goldfolien; sie werden durch bogenförmige filigrangefaßte gerippte Gold­ blechstreifen verbunden, in deren innerer W ölbung jeweils eine gefaßte blaue Glasperle sitzt. An sie stoßen, von zwei Goldkörnern flankiert, die filigrangefaßten Dreieckzellen des Mittelsterns, welche ab­ wechselnd flache Almandine und giftgrüne Glaseinlagen enthalten. Ihre aneinanderstoßenden Basen werden durch Goldkörner getrennt. Die runde filigrangefaßte Mittelzelle ist gewölbt und trägt eine von radial gegliederten Almandinen umgebene blaue Glaseinlage. 2. G o l d b l e c h a n h ä n g e r (Dm. 1,6), filigrangefaßt, im Innern Filigranverzierung und Goldperlen. — 3 u. 4. G o l d b l e c h a n h ä n g e r (Dm. 1,2) mit zentralem Buckel und in zwei Zonen geteilten kleinen Filigrankreisen. Abgenutzt. — 5. P e r l e n k e t t e (79 aus grünem, gelbem, blauem, rotem, orangefarbenem und weißem Glas, 2 aus Bernstein) mit 4 Amethysten. — 6. Massiv gegossener astragalierter A r mr i n g , Bronze (Dm. 6,8; St. 0,8). — 7. Nadel , Silber (L. 9,0), Kopf quadratisch und mit konzentrischen Kreisen verziert. — 8. Gegossene S c h n a l l e , Bronze, mit beweglichem Rahmen und Scbilddorn (L. 8,9; Br. 3,9). 9 u. 10. Reste von 2 hölzernen B e c h e r n mit silbernem Mundsaum und 1,8 cm br. bandförmigen Beschlägen aus vergoldetem Silberblech. Die horizontalen Bänder an Rand und Boden sind zerschnitten, die vertikalen tragen bei 10 das gleiche eingepreßte x) Tiergeflecht wie die Horizontalbänder, bei 9 weicht das Tierornament ab. Die Perlstabfassung des Tierornaments war durch gerippte aufgenietete Silber­ leisten, die die Bänder an das Holz befestigten, verdeckt. — 11. Me s s e r in Lederscheide. — 12 u. 13. Oberer und unterer eiserner S t a n g e n b e s c h l a g (L. 4,8 bzw. 5,6). — 14 u. 15. Reste von eis. S c h l ü s s e l n mit Holzspuren (L. 13,6 u. 10,2). Nicht abgebildet. — 16. Eisernes Ger ät . — 17. Handgearbeitete A m ­ p h o r e aus rötlichem Ton (H. 28,0; Mdm. 15,0; gr. W . 27,0; Bdm. 13,0; Rst. 1,5) mit 4,8 cm breiten in der Mitte gefurchten aufgesetzten Henkeln; fein geschlickt.

Nr. 32.

Landau Grab 29.
B.A. Landau, Rheinpfalz.

M 49.

Männergrab. Taf. 20 B, Text S. 55, 31 49 (S. 114) Westgotische Nachprägung nach einem Triens des Justinian I. (etwa 527— 573). Vgl. MIvAnm. S. 140f. , T. p. 527. Auf der Brust gefunden. Städt. Mu s . L a n d a u . '
Unveröffentlicht. — F. U . : Zum Gräberfeld vgl. Nr. 43 S. 99, Das Grab war 3 m tief.

1. Sp a t h a . 2. Sax. 3. Bruchstück eines S c h i l d b u c k e l s mit vier Nieten. 4. Fragmente einer L a n z e n s p i t z e . 5. Fragmente einer eis. P f e i l s p i t z e 2) . — 6. S c h i l d d o r n s c h n a l l e aus schlechtem Silber (L. 7,5; Br. 3,6). Das mit sechs Ziernielen besetzte Blechbeschläg ist durchbrochen und an den Seiten gekantet. Vier 3,3 cm hohe Drahtschlaufen auf der Rs. dienen zur Befestigung am Riemen. — 7. Kleine gegossene Sc h n a l l e , schlechtes Silber (L. 2,2; Br. 2,1). Der Dorn fehlt. Auf der Rs. zwei
1) Zur Art der Herstellung vgl. S. 101 Anm. 2 (z,u Gr. 47). 2) Die Fundstücke 1—5 waren dem Verf. bei der Materialaufnahme i. J. 1931 nicht zugänglich, da sie sich in Restaurierung befanden.

93

Katalog der Grabfunde.

Nr. 32 und 33.

niedrige Niete. — 8. M a t t g o l d b l e c h mit eingepreßtem dreizeiligen Bandgeflecht 1) (erh. L, 3.6; Br. 1,7). — 9. S i l b e r b l e c h (L. 2,4). — 10. Zerbrochenes schwarzes T o n g e f ä ß . Nicht abgebildet. — 11. Braunrot gestrichene T o n s c h a l e mit leicht abgesetzter Standfläche und eingeknicktem Rand; spätrömisch, Ende 4. bis Anf. 5. Jahrhundert 2).

Nr. 33.

Eichloch Grab 54.

M 39.

Kr. Oppenheim, Rheinhessen. Männergrab. Taf. 21 u, 22, Text S. 55—57, M 39 (S. 113) italische (?) Nachprägung nach einem Triens des Justinian I. Vgl. MKAnm. S. 140. T. p. 527. Im Munde gefunden. Altertumsmuseum der Stadt Ma i n z , Inv. 5212—5258.
Lit.: Westd. Zeitschr. 15, 1896, 364f. m itT a f.— Hess. Quartalsbl.NF2,1897,260f, Taf. 22,1 u. 2; Taf. 23, 5 u. 6. Erw. ESA 7, 1932, 53 Anm. 6. — Über die F. U, des Grabes 54 berichtet Lindenschmit a. a. O. 364f. fol­ gendermaßen: „Das Skelett ruhte auf einer Art von Pflaster aus großen Steinen, welches mit aufrecht stehenden Steinen eingerahmt war, daneben lag das Gerippe eines Pferdes. . . . Zwischen den Kinnladen des menschlichen Schädels fand sich eine barbarische Goldmünze. . . . Die Bewaffnung des Mannes bildeten das Langschwert, der Scramasax, eine Lanze von gewöhnlicher Form, ein leider zerbrochener Ango und ein Schild, welcher zu Häupten der Leiche stand. In der Gegend der Hüften fand sich eine Schnalle von reinem Gold, wahrscheinlich vom Wehrgehänge herrührend; daneben lag der Dorn einer größeren Bronzeschnalle, welcher auf seiner Platte mit einem menschlichen Gesicht verziert ist. Diese nur z. T. erhobene Schnalle gehörte zum Gürtel, dessen Verzierung 6 vergoldete und 15 versilberte flache Bronzeknöpfe bildeten, die quer über den Hüften liegend gefunden wurden 3). Von einem Stab (einer Reitergerte) scheint ein aus geripptem Silberblech gefertigtes Beschlag zu stammen. An den Beinen lagen 4 kleine silberne Schnallen mit silbernen Beschlagplatten und ebensolche Riemenzungen. Zu Füßen stand ein Eimer aus Holz mit eisernem Henkel und Reifen, daneben fand sich d i e .......... Bronzepfanne, welche die Knochen vom Hinterschenkel eines Schweines und Eierschalen enthielt, und ein Krüglein aus Bronze.“

1. S p a t h a , Spitze abgebrochen (erh. L. 78,9; Blattbr. 5,2), mit Bronzeknauf mit rechteckiger Basis, im Schnitt geschweift dreieckig. — 2. I v ur z s a x (erh. L. 34,0; Br. 3,5), GrifTangel z. T. abgebrochen. — 3. A n g o , in drei Bruchstücken (erh. L. 80,0; Dm. d. geschlitzten Tülle 2,5). — 4. Eis. L a n z e n s p i t z e (L. 54,5; Blattbr. 2,8; Dm. der Tülle 2,2). Das Blatt ist schwach gerippt. — 5. Bruchstück einer zweiten L a n z e n s p i t z e (erh. L. 16,8). — 6. F r a n z i s k a (L. 15,8) mit ovalem Schaftloch (4,6 : 3,6) und fast gerader Schneide. — 7. S c h i l d b u c k e l (Dm, 16,5; H. 7,5) mit vier Bronzenieten. Der Buckel ist ka­ lottenförmig und vom Rand durch einen zylindrischen Mittelteil abgesetzt. — 8. Beinerne B o g e n e n d b e s c h l ä g e mit überhalbkreisgroßen seitlichen Ausschnitten (erh, L. 7,3 bzw. 7,1; Br. 2,6; St. 0,2—0,3). Die Rückseiten und die Innenkanten der Vorderseiten sind geraspelt; a zeigt in der Zone hinter dem Aussehnitt starke Abnutzungsspuren 4). — 9. Vier Bruchstücke eines Gr i f f s (kreisrunder Querschnitt) aus horizontal geripptem Silberblech. Am oberen und unteren Abschluß (Dm. 1,9 bzw. 1,7) sind eiserne Querstege zur Befestigung der Holzeinlage eingelassen. Das Griffende ist mit einem gekerbten Draht­ wulst verziert6). — 10. U-förmiges O r t b a n d , Silber (L. 2,8; Br. 2,0), zwischen den beiden seitlichen Nieten quer gerieft. Zu 9 gehörig ? — 11. Silberner rechtwinkliger S c h e i d e n h e s c h l a g (L. 1,7; Br. 0,9). Zu 10 gehörig. 12. Bronzener S c h i l d d o r n (L. 4,0) mit Spuren von Versilberung. Die in Niello aufgelegte schemati­ sierte Gesichtsdarstellung ist erhalten. — 13. Kleine G o l d s c h n a l l e (1,9 : 1,4) mit Schilddorn und rechteckigem, innen unregelmäßig ausgeschnittenem fazettierten Rahmen. — 14 u. 15. Zwei silberne S c h u h s c h n a l l e n (L. 3,3; Br. 1,3) mit rechteckigem Beschlag, beweglichem Schilddorn und linien­ verziertem, im Querschnitt segmentfÖrmigen Rahmen. — 16— 19. Vier silberne R i e m e n z u n g e n (L. 3,1; 3,3; 3,5; 3,2; Br. 1,2— 1,3) mit fazettiertem Rand, oben gekerbtem Riemenschlitz und zwei Nieten. — 20. Silbernes rechteckiges B e s c h l ä g (1,3 : 1,6) mit vier 0,5 cm langen Nieten.
*) Zur Technik der Herstellung vgl. S. 101 Anm. 2 zu Nr. 47. 2) Ähnliche Ware aus den Barbara-Termen in .Trier: Jahresber. d. Prov. Mus. Trier 1919 Taf. 4,2e; vgl. auch ein Gefäß von Schwarzrheindorf A. u. h. V. 5 Taf. 24, 389. 3) Nach dem im Altertumsmus. vorhandenen Inventar können nur die 23 Bronzeknöpfe unter Nr. 30 gemeint sein, die auf Grund ihrer Verzierung zu den beiden Riemenkreuzungen 28 u. 29 und damit zum Pferdegeschirr gehören. i ) Zur Befestigung am Bogen vgl. ESA 7, 1932, 38. 5) Daß dieser Griff von einer Reitgerte stammen könnte, ist eine bloße Vermutung Lindenschmits {s. o. unter F. U.). Vielleicht gehört er mit dem Ortband Nr. 10 und dem Scheidenbeschlag Nr. 11 zu einem Dolch oder Messer, vgl. ein ähnliches Stück von Lavoye (Meuse) bei S. Reinach, Gat. ill. du Musee des antiqu. nat. 2, 1921, 306 Abb. 174 Nr. 57271. Sichere Zuweisung ist unmöglich, da eine Reihe Beigaben des Grabes fehlen dürften.

94

Katalog der Grabfunde.

Nr. 33 und 34.

Pferdegeschirr: 21. Zweigliedrige G eb iß Stange (L. der Glieder 9,0) und eisernes Trensenbruchstück mit ringförmiger Silbertauschierung. — 22—25. Vier länglich rechteckige B e s c h l ä g e , paarweise zu­ sammengehörig (L. 6,5 bzw. 6,4; Br. 1,9). 0,1 cm starke Bronzeunterlage, Schauseite silberplattiert, die Ornamente sind von Niello konturiert, die abgeschrägten Kanten vergoldet. Die Kappen der vier 0,4 cm langen Bronzeniete sind vergoldet. — 26. Silbernes B e s c h l a g s t ü c k (L. 7,2; Br. 1,3). In der Mitte verbreitert, mit abgeschräglem Umriß. In der Mitte vier unregelmäßig gestellte Niete. Die Ver­ zierung besteht aus umlaufenden eingepunzten gegitterten Dreiecken, im Mittelteil aus gegitterten Winkel­ stempeln. Die Schmalseiten sind flach ausgezogen und tragen zwei Niete. Die Rs. ist ausgehöhlt1). — 27. Drei vierkantige Ni e t e , Silber (L. 1,0), die Kappe mit einer runden Scheibe unterlegt und von einem gekerbten Drahtring umgeben. — 28 u. 29. Zwei bronzene vergoldete R i e m e n k r e u z e (4,5 : 4,5) mit zentralem stark vergoldeten hohlen Halbkugelknopf (Dm. 2,2), um den ein gekerbter Silberdraht umläuft. Acht Bronzeniete (L. 0,5). Die 1,3 cm breiten Arme sind nicht ganz symmetrisch. Die eingepunzte Verzierung besteht aus umlaufenden Kreisen und aus mit drei Kreisen gefüllten Dreiecken und Winkeln. — 30. 23 bronzene vergoldete K n ö p f e (Dm. 1,4) mit zentralen Nieten (L. 1,0). Eingepunzte Muster wie 28 u. 29. 16 Stück sind sehr stark abgenutzt. — 31. Vier bronzene stark vergoldete halbkugelige K n ö p f e (Dm. 2,1) mit zentralen Nieten. — 32. Vier halbkugelige K n ö p f e mit zentralen Nieten (Dm. 1,4). — 33. Öse aus Bronze (L. 4,0; Br. 3,2). Das Beschlag ist um den ovalen Ring herumgeklappt und durch zwr (jetzt verlorene) Niete zusammengehalten. — 34. B e s c h l a g , Bronze (3,5 : 2,0) mit hochkant ei gestellter mitgegossener Leiste. Von den drei Nieten fehlen zwei. — 35. R i n g , Bronze (2,0 : 1,8), stark abgenutzt. — 36. Rechteckiges B e s c h l a g , Bronze (1,3 : 1,6) mit vier Nieten. 37. B r o n z e h l e c h (2,6 : 1,0) mit 2 rückwärtigen Nieten. — 38. Schwaches B r o n z e b l e c h (1,8 : 0,1) mit einem rückwärtigen Niet. — 39. Bruchstück einer Na d e l , Bronze (erh. L. 6,6). — 40. Getriebene B r o n z e k a n n e (H. 16,0; Mdm. 5,5; gr. W . 9,5; Bdm. 6,9), auf der Drehbank abgedreht. Der Henkel mit Dorn, abgeplatteten Ansatzarmen und flacher rechteckiger Attasche ist gegossen und angelötet. Der Boden ist leicht gedellt. Die Wandung ist an verschiedenen Stellen verletzt. — 41. Getriebene B r o n z e p f a n n e (H. 7,5; Dm. 20,4 : 32,4; Bdm. 10,5) mit leicht verdicktem Rand und Bodendelle; auf der Drehbank abgedreht. Abdrehspuren innen und außen unter dem Rand, in der Mitte des Bodens Ansatzpunkt für den Reitnagel2). Der flache Griff ist an seinem Ende kolbenförmig verdickt und durch­ bohrt, in der Durchbohrung Eisenspuren. An einer Stelle ist der Rand mit einem durch vier Niete befestigten 2,6 cm langen Bronzeblech geflickt. Die Pfanne enthielt zwei Schenkelknochen vom Schwein und Eierschalen. — 42. H o l z e i m e r mit Eisenriefen (angen, H. 24,2; Mdm. 21,5). Die Henkelattaschen sind durch zwei Eisenniete befestigt; der Henkel selbst trägt in der Mitte eine tiefe Furche, wohl zur Aufnahme einer Holzeinlage.

Nr. 34.

Weinheim Grab 18.
A. Weinheim, Baden.

M 62.

Frauengrab. Taf. 23, Text S. 57, M 62 (S. 116) Gallofränkische Nachprägung nach einem Triens des Justinus I. oder II. Mitte bis 2. Hälfte 6. Jahrhundert. In einem Tongefäß gefunden. Städt. Museum W e i n b ei m.
Lit.: E. Wagner, Fundstätten und Funde im Großherzogtum Baden 2, 1911, 255f. Abb. 221 d, f, g ; 253 Abb. 220 a, h,

1 u. 2. Ein Paar gleiche silberne gegossene B ü g e l f i b e l n (L. 8,9; Br. 4,3) mit Spuren von Vergoldung; die geometrischen Ornamente sind nachgescbnitten. Die erhahenen Rahmen von Kopf- und Fußplatte tragen Dreieckniellierung, von der nur mehr Spuren erhalten sind. Der Mittelsteg des Bügels ist mit Punktkreisen (ehem. mit Nielloeinlage) verziert. Auf der Rs. zwischen zwei durchbohrten silbernen Achsenträgern eine Eisenspirale; Nadel verloren. Beide Fibeln am Ansatz von Bügel und Fußplatte gebrochen und mit Flicklöchern zum Einziehen von Flickdraht versehen. Das Fibelpaar ist sehr stark beschädigt und außerordentlich abgenutzt. 3. Silherne S - F i b e l (L. 1,9; Br. 1,6) mit Spuren von Vergoldung; gegossen und nachgeschnitten. Das Auge des einen Vogelkopfes enthält eine Almandinplatte, in das des anderen ist nachträglich ein Stückchen grünes Glas eingefügt. Nadel fehlt. Sehr stark abgenutzt. — 4. P e r l e n k e t t e (21 aus grünem, rotem, weißem und gelbem Glas). — 5. Länglich achtkantiger B e r g k r i s t a l l (L. 3,9; Br. 2,8;
Die Zugehörigkeit zum Pferdegeschirr ist durch das Vorkommen eines ähnlichen Beschlags in dem Pferdegrab 17 von Beckum, Westf. (Lindenschmit, Handbuch 291 mit Abb. 233) gesichert. Vgl. auch Gammertingen, Groebbels Taf, 9,13. *) Zur Technik der Herstellung vgl. Götze, Weimar, 19f.

95

Katalog der Grabfunde.

Nr. 34—37.

H. 1,6), durchbohrt. — 6. Geometrisch durchbrochene Z i e r s c h e i b e , Bronze (Dm. 7,6; St. 0,2), gegossen; beschädigt und abgenutzt. 7. Bronzene S c h n a l l e mit kreis- und linienverziertem Schilddorn (4,9 : 3,3). — 8. Eis. R i e m e n ­ z u n g e (L. 7,8; Br. 2,0) mit anhaftenden Geweberesten. — 9. Bronzene S c h n a l l e mit Eisendorn (3,2 : 2,2). Der Rahmen beidseitig der Dornauflage durch je drei vertikale Linien verziert. — 10. Eis. Sc h n a l l e (2,9: 2,2). — 11. E i s e n s t a b von rundem Querschnitt (L. 7,1; St. 0,7). Von einem Werkzeug? — 12. Bruchstück eines Me s s e r s (erh. L. 6,5). 13. Doppelkonischer S p i n n w i r t e l aus dunkelbraunem Ton (2,1 : 3,4). — 14. T u m m l e r aus grün­ lichem durchsichtigem Glas (H. 12,0; Mdm. 6,0). Die Außenwand ist mit spitzovalen vertikal ver­ laufenden Blasen hedeckt. — 15. Großes grauwandiges bauchiges T o n g e f ä ß mit gekehltem Rand (H. 38,0; Mdm. 18,0; gr.W. 41,0; Bdm. 14,4). Scheibenarbeit, gekörnter hellgrauer Überzug; römisch, 3. JahrhundertJ).

Nr. 35.

Remagen Grab 6.

M 16 1.

Kr. Ahrweiler, Rheinprovinz. Frauengrab. Taf. 24 A, Text S. 57, M 161 (S. 128) Angelsächs. Sceatta des 7. Jahrhunderts. R e m a g e n , Inv. 983—996.
Lit.: BJ 116, 1907, 159f. (F. Funk).

Museum

1. Silberne S - F i b e l (2,5 : 1,5), Nadel aus Eisen, abgenutzt, — 2. Silberne R i e m e n z u n g e (L. 3,8; Br. 1,2) mit Riemenschlitz, einem Bronzeniet und eingeschnittenen Ornamenten. — 3. Gerippte R ö h r e , Bronzeblech (L. 5,6; Dm. 1,0). — 4. Zylindrische Pe r l e , Kreide (2,7: 3,1). — 5 —7. Drei P e r l e n ­ k e t t e n (82 aus grünem, blauem, rotem, gelbem, orangefarbenem, schw'arzem und weißem Glas, 18 aus Bein, 16 aus Bernstein) mit zwei Bronzeringen und einer zylindrischen gerippten Goldblechröhre. — 8. Bronzener F i n g e r r i n g (Dm. 2,4). — 9, S c h n a l l e (3,6: 3,1) aus Weißmetall mit kleinem Schild­ dorn. — 10. Zweireihiger K a m m (erh. L. 7,2).

Nr. 36.

Weingarten.

M 176.

A. Durlach, Baden. Frauengrab? Taf. 24 B, Text S. 57, M 176 (S. 130) GeÖster brakteatenförmiger Durchschlag der Vs. eines italischen Solidus des Mauricius Tiberius (582—602), T. p. 582. Als Anhänger getragen. Bad. Landesmuseum K a r l s r u h e , Inv. C 9110; C 9194.
Lit.: E. Wagner, Fundstätten und Funde im Großherz, Baden 2, 1911, 98 Abb. 98. — Mannus 19, 1927, 280 Abb. 6. — Beim Bau der neuen evangelischen Kirche wurden Anhänger (1) und Ohrring (2) im ausgeworfenen Schutt gefunden. Grabungen an Ort und Stelle ergaben noch eine Spatha und Bruchstücke eines Saxes, wurden aber wegen starker Störung des Bodens wieder eingestellt. Ob Ohrring und Anhänger zu einem oder zu verschiedenen Frauengräbern gehören, bleibt ungewiß.

1 ( — M 176 Taf. V). Goldener Anhänger (Dm. 2,6). Auf dem breiten Vs.-Rand des brakteatenförmigen Durchschlags ist ein Golddrahtflechtband zwischen zwei Perldrähten aufgelegt. Die doppel­ konische Goldblechöse (Br. 1,25) ist mit gekerbtem Golddraht verziert und an der Rs. des Münzblechs mit zwei Nieten befestigt. — 2. Bruchstück einer Riemenzunge aus Goldblech, als Oh r r i n g ver­ wendet (1,9: 2,2). Der Rand ist fazettiert, die beiden eingepreßten Vertiefungen in der Mitte enthalten Filigraneinlage und werden durch drei untereinanderstehende keilförmige Stempeleindrücke getrennt; an den Seiten je ein kommaförmiger Stempeleindruck (auf der Rs. gut sichtbar). Auf der Rs. ist ein vierkantiger Haken befestigt, der in eine aufgerichtete Schlaufe greift. Das Stück ist von einer Riemen­ zunge der Form Taf. 24 D abgerissen und stark verdrückt.

Nr. 37.

Gammertingen Grab 20.
O.A. Sigmaringen, Hohenzollern.

M 67—69.

Frauengrab. Taf. 25 A, Text S. 58, M 67—69 (S. 116f.). Drei langobardische Trienten, nach Mauricius Tiberius (582—602), geprägt unter Authari oder Agilulf etwa 584—615. T. p. etwa 584. Mit Öse, als An­ hänger getragen. Fürstl. Hohenz. Museum S i g m a r i n g e n , Inv. 612, 617, 625.
*) Vgl. zur Randbildung Niederbieber Form 89, Materialien zur röm,-germ, Keramik 1, 1914 Taf, 3,89 und S. 89 mit Abb. 55.

96

Itatalog der Grabfunde.

Nr. 37—40.

Lit.: W. Gröbbels, Der Reihengräberfund von Gammertingen (1905) 4 Taf. 11 a, 2. 5. 6.

1. Ein Paar Oh r r i n g e , Silberdraht, mit Hakenverschluß (Dm. 5,4: 5,2; St. 0,25). In Abständen mit Rillengruppen verziert. — 2. P e r l e n k e t t e (5 aus schwarzem und rotem Glas, 4 aus Bernstein) mit drei Amethysten, — 3. Durchbrochene gegossene Z i e r s c h e i b e , Bronze (Dm. 8,2; St. 0,25), z. T. recht unsauber nachgeschnitten. Die Ornamente sind, wie die zweifach durchbohrte Ansatzstelle zur Be­ festigung einer Haltekette (? ) zeigt, nicht mitgegossen, sondern mit dem Schneidestichel eingearbeitet. Die konzentrischen Kreise der Umrahmung, die das Mittelbild eines in die Knie gesunkenen bärtigen Mannes mit erhobenen Armen von den außen aneinandergereihten Tierköpfen trennen, sind mit dem Zirkel hergestellt. Der innere Ring ist an einer Stelle gebrochen; Abnutzung ist kaum festzustellen. Mitgefundene Reste einer beinernen Fassung sind verloren.

Nr. 38.

Untereching.

M 70,

österr. Land Salzburg. Männergrab. Taf. 25 C, Text S. 58, M 70 (S. 117) Langobardischer Triens nach Mauricius Tiberius (582—602), geprägt unter Authari oder Agilulf etwa 584—615. T. p. etwa 584. Städt. Museum Franzisco-Carolinum S a l z b u r g .
Lit.: Salzburger Mus. Blätter 10, 1931, 1—3 (M. Silber). — Das Grab liegt in einem größeren Reihengräberfeld nordöstlich des Ortes. Die Funde wurden im Herbst 1930 in das Salzburger Museum eingeliefert.

lr^Sax (L. 60,5) mit schwach abgesetzter Griffstange und Spuren zweier Blutrinnen. — 2. Bruch­ stück eines kleinen Me s s e r s (erh. L. 8,8). Nicht abgebildet. — 3 u. 4. Zwei geflügelte eis. P f e i l s p i t z e n mit Tülle. 4 ganz erhalten (L. 9,8), bei 3 Tülle weggebrochen (L. 4,5). — 5. Gegossene bronzene G ü r t e l ­ s c h l i e ß e (L. 4,3; Br. 3,5) mit hinterer Kästchenschlaufe. Eingepunzte Punktkreise; die Augen der Tierköpfe mit eingeschlagenen Punkten verziert, — 6. Bronzene R i e m e n z u n ge (L. 6,1) mit Riemen­ schlitz und zwei Nieten. Verzierung eingeritzt. Zu Nr. 5 gehörig. — 7— 19. Vier in ihrer ganzen Länge (10,5 bzw. 9,0) und neun in Bruchstücken erhaltene eis. R i e m e n e n d e n mit dreieckigem Abschluß und einem Niet am Riemenansatz1). Abgebildet: 7— 11.

Nr. 39.

Reichenhall Grab 86.

M 71.

B.A. Berchtesgaden, Oberbayern. Frauengrab. Text S. 58, M 71 (S. 117) Langobardischer Triens nach Mauricius Tiberius (582—602), geprägt unter Authari und Agilulf etwa 584—615. T. p. etwa 584. Im Munde gefunden. Staatl. Mus. für Vor- und Frühgeschichte Be r l i n , Inv. II c 5200.
Lit.: M. v. Chlingensperg-Berg, Das Gräberfeld von Reichenhall (1890) 113 Taf. 21 und 40.

Vom Inventar des Grabes ist nichts erhalten.

Nr. 40.

Mannheim-Hermsheimer Bösfeld.
A. Mannheim, Baden.

M M K II, 25 -

Männergrab. Taf. 25 B, Text S. 58, M MK II, 22 (S. 135) Solidus des Justinian I. (538—565). T. p. 538. Schloßmuseum M a n n h e i m , Inv. I 85— 100.
Lit.: A. Strigel u. H. Gropengießer, Landschaftsgestaltung und Urgeschichte in der Mannheimer Gegend, Bad. Heimat 1927, 24f. u. 22 Abb. 7.— Mannh. Geschichtsbl. 12, 1911, 159—162 (G. Christ), — Das Grab gehört zu dem Reihengräberfeld nördlich des Rangierbahnhofs im Hermsheimer Bösfeld, das nach H ' Gropengießer mit dem im Mittelalter abgegangenen Dorf Herimuntesheim zusammenhängt.

1. S p a t h a (L. 82,8; Blattbr. 5,7). Die langovale Parierstange und die Knaufplatte tragen senk­ rechte durch Sternmuster unterbrochene Silbertauschierung, der Knauf eine geometrische Silber­ tauschierung. In die Parierstango sind zwei vergoldete Rundniete zur Befestigung einer Holzauflage
M. Silber hält mit Recht diese 13 Riemenzungen für Enden der am Gürtel herabhängenden Nebenriemen und zieht für sie zum Vergleich eine Gürtelgarnitur von Andernach heran, A. u. h. V. 4 Taf. 3G,4.
G e r m . D e n k m i ilt r
d.

V ü lk e r w iu u lc n n jy s z e it

3.

W V iu u j.

13

Katelog der Grabfunde.

Nr. 40 und 41.

eingelassen. Unterhalb der Parierstange begleiten zwei 11 cm lange bronzene Scheidenbeschläge die Klinge. — 2. L a n z e n s p i t z e mit leichter Mittelrippe (L. 22,2; Br. 2,6). — 3 u. 4. Zwei blattförmige P f e i l s p i t z e n (L. 9,9 bzw. 10,9; Br. 1,9). — 5. S c h i l d b u c k e l mit breitem Rand, zylindrischem Mittel­ und konischem Oberteil (Dm. 17,7; H. 8.2) mit vier Bronzenieten. Dazugehörig: Bruchstücke einer Schildfessel (erh. L. 11,0). 6. Bruchstück einer eis. Sc h n a l l e (erh. L. 4,8) mit zwei Eisennieten; Dorn fehlt. — 7. Kleine eis. S c h n a l l e (3 ,8 :2 ,1 ). — 8. R i e m e n z u n g e n b e s c h l a g aus versilbertem Bronzeblech (L. 6,7; Br. 3,0), mit elf unregelmäßig gesetzten Nietlöchern; an einem Bronzeniet noch Lederreste vorhanden, die auf einen 0,5 cm starken Gürtel schließen lassen. — 9. Drei versilberte B r o n z e b l e c h s t ü c k e , zum Gürtel gehörig. Zwischen den Nietlöchern getriebene Buckelreihen. 10. Bruchstück eines Me s s e r s (erh. L. 9,0). — 11. Bruchstücke eines rechteckigen eis. Eisengegen­ standes mit seitlichen flachen Zapfen und vier Nieten (erh. L. 14,9); Bedeutung unbekannt. — 12. Zwei Bruchstücke eines 0,6 cm starken eis. R i n g e s (Dm. ca. 5,8). — -13. Zwei Eisenfragmente (Br. 2,8). — 14. Eisenstück mit zwei 1 cm hohen Nieten (L. 15,1).

Nr. 41.

Wallerstädten.

M 119 .

Kr. Groß-Gerau, Starkenburg. Männergrab. Taf. 26, Text S. 58, M 119 (S. 124) 7. Jahrhundert ? Museum G r o ß - G e r a u . In Frankreich geprägter merowingischer Triens.

Lit.: Mainz. Zeitschr. 27, 1932, 63—72 (W. Schnellenkamp). — Nachbestattung in einem hallstättischen Grab­ hügel.

1. S p a t h a (L. 90,0; Br. 7,0) mit 12 cm 1. langovaler und vertikal tauschierter Parierstange (mit Bronzenieten). — 2. S a x (erh. L. 38,4). Sechs zur Scheide gehörige flache kreisverzierte Bronzeniete und zwei Bronzeklammern (Br. 0,5) des Scheidenmundstücks erhalten. — 3. L a n z e n s p i t z e (L. 23,0). In der Tülle Reste von Pappelholz. — 4. S c h i l d b u c k e l (H, 9,0; Dm. 18,5) mit kalottenförmigem Ober- und konischem Mittelteil. Der 2,5 cm breite Rand ist mit vergoldetem Bronzeblech ausgelegt und von einem bronzevergoldeten 0,3 cm starken Perldraht eingefaßt. Auf dem Rand sitzen in gleichen Abständen zwölf bronzene vergoldete kalottenförmige Knöpfe, die zur Befestigung des Buckels auf dem Holzschild dienten. Sechs weitere Knopfe dürften wohl zur Befestigung der 2,0 cm breiten Schildfessel gedient haben. — 5. Eis. G ü r t e l s c h n a l l e (L. 12,1; Br. 3,5) mit Schilddorn, das dreieckige Beschlag­ stück gold- und silbertauschiert. Die Tauschierung zeigt Tierornament und geometrische Muster, die engzelliges CloiBonnß nachahmen. Auf dem Abschluß der Beschlagplatte, die drei von silbernem Perl­ draht eingefaßte Bronzeniete trägt, sind zwei mit Goldtauschierung eingefaßte rote Glasplättchen (Dm. 0,4) eingelassen. — 6. G e g e n b e s c h l ä g (7,1 : 3,5), annähernd dreieckig, Tauschierung wie an 5, auf der Vs. zwei Bronzeniete und aufgesetzte eis. Öse mit kleinem eis. Ring. — 7. Dreieckiges B e s c h l a g mit geometrischer Tauschierung und drei mit silbernem Kerbdraht eingefaßten Bronzenieten 1). ~ 8 u. 9. Zwei viereckige eiserne B e s c h l a g s t ü c k e (3,7: 2,6 u. 3 ,3 : 2,2) mit Bronzenieten. — 10. Eis. R i e m e n z u n g e (L. 7,5; Br. 2,5 bis 1,7 mit drei Bronzenieten. — 11. Eis. S c h i l d d o r n s c h n a l l e (Br. 3,6) an rundem Beschlag mit drei Eisennieten. 12. S t o f f - und L e d e r r e s t e , vgl. Schnellenkamp a . a . O. Nicht abgebildet. — 13. Bruchstück eines Messers. — 14. Bruchstück eines Fe u e r s t a h l s . — 15. Zwei Fe u e r s t e i n e . Nicht abgebildet. — 16. Reste einer doppelarmigen bronzenen Wa a g e . — 17. Kleiner K u p f e r b l o c k (1 ,4 7 :0 ,9 8 :0 ,7 ) mit Weißmetallbezug, Längsseiten mit zwei gegenständigen Wellenlinien verziert. (Ehemals Bronzedrahteinlage?) — 18. K i e s e l s c b i e f e r (Probierstein). — 19. Einreihiger K a m m (L. 19,0; Br. 4,5) mit Eisen­ nieten und strichverzierten Deckleisten (in 24). — 20. Eis. Sc h e r e (L. 19,0) (auf 19). — 21. Z i e g e n s c h e n k e l k n o c h e n (in 24). — 22. Einfache eis. Kn e b e l t r e n s e . 23. Reste eines gelbgrünlichen T u m m l e r s (H. 11,0; Mdm. 5,7) mit steiler Wandung (in 24). — 24. Reste einer getriebenen B r o n z e s c h ü s s e l . — 25. Reste eines Ho l z g e f ä ß e s . Erhalten sind zwei eiserne in bandförmiger Eisenattasche (L. 8,0; Br. 4,0 u. 5,0) bewegliche RinghenkeJ, dazu Reste von Eisenbändern (a: Br. 2,5; St. 0,5, Querschnitt rechteckig; b —c: Br. 1,5; St. 1,0, Querschnitt D-förmig). — 26. Kleiner kugelförmiger dickwandiger T o p f aus braunrotem Ton (H. 4,0) (in 24). — 27. Reste eines doppelkonischen rädchenverzierten grauen T o n g e f ä ß e s .
Obwohl dieses Beschlagstück dicht neben der Trense 22 gefunden worden sein soll (Schnellenkamp a. a. O. 71), möchten wir es wegen der Verzierung zur Garnitur 5 n. 6 rechnen.

98

Katalog der Grabfunde.

Nr. 42—44.

Nr. 42.

Beckum Grab 6.
Kr. Beckum, Westfalen.

M 82.

Männergrab. Taf. 27 A, Text S. 58, M 82 (S. 119) iE, Goldplattierter Triens, Nachahmung nach einem Solidus des Justinian I. T. p. 538. Vgl. MKAnm. zu 26 S. 137. Auf der Brust gefunden. Westf. Landes­ museum Müns t er .
Lit.: Zeitschr. f. Gesch. u. Altertumskunde Westfalens 25 (3. F. Bd. 5), 1865, 343f. (F. A. Borggreve).

1. S p a t h a (erh. L. 71,8; Br. 5,4), Spitze abgebrochen. — 2. L a n g s a x mit Blutrinne (L. 56,4; Br. 3,3). — 3. L a n z e n s p i t z e mit schwachem Mittelgrat (L. 41,4; Br. 3,8). — 4. Blattförmige eis. P f e i l ­ s p i t z e , verloren; nach Borggreve a . a . O. Taf. 4, 6 k. — 5. Bruchstück eines S c h i l d b u c k e l s (Dm. 15,0; H. 6,4); ein flacher Bronzeniet ist noch vorhanden; ergänzt. — 6. Fünf von ursprünglich sechs rundköpfigen B r o n z e n ä g e l n (Dm. 2,5), die den an dieser Stelle 5 cm starken Schild verzierten. Nicht abgebildet. 7. Eis. S c h e r e (L. 18,8). — 8. F e u e r s t a h l (L. 5,0). — 9. Drei stabförmige Eisenstücke (L. etwa 4,2). — 10. S p i t z b e c h e r , aus grünem, durchsichtigem Glas {H. 17,1; Mdm. 7,0) mit schwacher Ver­ tikalrippung; zerbrochen. — 11 u. 12. Die beiden von Borggreve a. a. O. 43 aufgeführten zerbrochenen T o n g e f ä ß e waren im Museum Münster nicht mehr zu identifizieren, weshalb sie hier nach B.s Zeich­ nungen a. a. O. Taf. 2, 4 u. 5 wiedergegeben seien.

Nr. 43.

Landau Grab 25.
B.A. Landau, Rheinpfalz.

M 168.

Frauengrab. Taf. 27 B, Text S. 58, M 168 (S. 129) Unbestimmbarer Triens. Auf der Brust gefunden. Istädt. Museum La n d a u .
Lit.: „Der Rheinpfälzer“ , Jahrg. 40, 1929, Nr. 135, 3 vom 13.6.1929. — Zum Gräberfeld vgl. Pfälzisches Mus. 1902 und 4. RGKBer. 1900, 54f.

1. Bronzener A r m r i n g mit verdickten Enden (Dm. 6,2 : 5,6). — 2. Gegossene bronzene Z i e r s c h e i b e (Dm. 9,4), versilbert, einseitig mit eingeschlagenen Punktkreisen und nachlässig eingeritzten Linien verziert. Das Durchbruchsmuster wird aus aneinandergereihten Tierköpfen gebildet, die auf S-förmigen Hälsen sitzen. — 3. Bronzener römischer S c h l ü s s e l (L. 4,1; Bartbr. 1,9) mit Ringende. Der Bart zeigt sechs aufrecht stehende S tifte1). — 4. C y p r a e a , durchbohrt. Nicht abgebildet. — 5. Unkenntliches römisches Kl e i n e r z . — 6. P e r l e n k e t t e (9 aus weißem, rotem und grünem Glas). 7. K a m m . — 8. Kleines Messer. — 9. O r t b a n d eines Messers. — 10. B r o n z e Beschlag. — 11. Rö t e l . 7.—11. nicht abgebildet2). — 12, Doppelkonische K a n n e aus schwärzlichem Ton (H. 21,0; Mdm. 7,0; Gr.W. 20,0; Bdm. 6,0) mit Ausgußrohre. Rädchen- und Stempelverzierung. Der bandförmige Henkel ist in der Mitte gefurcht.

Nr. 44.

Erle Grab 18.

M 155.

Kr. Recklinghausen, Westfalen. Frauengrab. Taf. 28 A, Text S. 58, M 165 (S. 127) Niederrheinisch-friesischer Triens, 7. Jahrhundert. Unterhalb des Gürtels gefunden. Kath. Volksschule in Erl e.
Lit.: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck 3, 1927, 25f. (Lammersmann). — F. U .: Zum Gräberfeld vgl, Nr. 29 S. 91.

1. Gegossener A n h ä n g e r , Bronze (L. 3,2; Br. 1,7), beidseitig mit gegenständigen nachziselierten Tierköpfen verziert. Die Öse ausgebrochen; auf der Rs. Eisen- und Bronzebruchstücke angerostet. — 2 u. 3. Zwei P e r l e n k e t t e n (27 aus rotem, grünem, blauem und orangefarbenem und gelbem Glas und 2 aus Bernstein). — 4. Eis, S c h n a l l e (3,6: 3,3). — 5. Bronzene R i e m e n z u n g e (L. 7,6; Br. 2,0) mit eingezogenen abgeschrägten Rändern, geschlitzt; zwei Niete. — 6. Bronzene R i e m e n z u n g e (erh.
5) Zu diesen für Schiebeschlösser bestimmten Schlüsseln vgl. H. Jacobi in Schuhmacher Festschr. (1930), 215 IT . 2) Die Fundstücke 7—U waren dem Verf. bei der Materialaufnahme im Jahre 1931 nicht zugänglich, da sie sich in Restaurierung befanden. .13* 99

Katalog der Grabfunde.

Nr. 41— 16.

L. 6,2; Br. 1,9), beschädigt; am Rand eingepunzte Punktreihe. — 7 u. 8. Zwei beschädigte quadratische B e s c h lä g e aus Bronzeblech (1,9: 1,9) mit vier Nieten. — 9 u. 10. Drei rechteckige B e s c h lä g e , Bronze (2,7 : 2,2), durchbrochen, mit zwei rückwärtigen Bronzestiften. 10 u. 11 beschädigt. 12. M esser (erh. L. 11,2); an Griff und Klinge Holzspuren. Nicht abgebildet. — 13. Eisenfrag­ mente. — 14. R ü s s e lb e c h e r aus braunem Glas (H. 15,8; Mdm. 7,3; Bdm. 3,3) mit drei 7,8 cm langen tropfenförmig auf den massiven Fuß fallenden Rüsseln und umlaufenden Glasfäden. Der Fuß hat einen in das Gefäßinnere hineinragenden Dorn, ist also gesondert gearbeitet und eingezapft. — 15. Graues doppelkonisches T o n g e fä ß (H. 16,0; Mdm. 14,5; gr.W. 18,5; Bdm. 7,4) mit wulsiartig abgesetzter leicht ausladender Mündung. Rädchenverzierung.

Nr. 45.

Lankern Grab 23.
Kr. Borken, Westfalen.

M 117 .

Männergrab. Taf. 28 B, Text S. 58, M 117 (S. 123) In Gallien (?) geprägter fränkischer Triens de« Münzm. Suftulfus, 7. Jahrhundert. Im Munde gefunden. Westf. Landesmuseum M ü n ster.
Lit.: Erw. bei A. Stieren, Bodenaltertümer Westfalens 1 , 1929, 7fT., mit Plan des Grabieldes.

1. L a n z e n s p itz e mit rhombischem Blatt (erh. L. 19,9; Br. 3,5; TüIIendm. 2,8). — 2. Eis. S c h n a lle (L. 3,9; Br. 4,5). — 3. Rechteckiges rahmenförmiges G ü r t e lb e s c h lä g , Bronze, mit vier Rundnieten (L. 4,0; Br. 2,7). Auf der Rs. anhaftende Lederreste. — 4. Quadratisches bronzenes G ü r t e lb e s c h lä g (3,0: 2,7), durchbrochen, mit vier Rundnieten. — 5. Eis. N ie t, Kuppe mit Bronzeblech verkleidet. (Dm. 2,5). — 6 u. 7. Eis. Bruchstücke unklarer Bestimmung (L. 5,6 und 3,4). — 8. Dunkelgraues doppel­ konisches T o n g e fä ß (H. 16,0; Mdm. 16,5; gr.YV. 21,5; B dm .8,0). Ritz- und Stempelverzierung.

Nr. 46. Pfahlheim Grab 4.

M 78.

O.A. EI Iwan gen, Württemberg. Männergrab. Taf. 29 A u. 30, Text S. 59, M 78 (S. 118) Solidus des Heraclius und Heraclius Constantinus, (gepr. etwa 613/14— 630 oder später). T. p. 613/14. In einen Fingerring gefaßt. German. NationalMuseum N ü r n b e r g , Inv. G F 1142/3, 1146/47, 1149/64, 1174/88, 1204/07.
Lit.: Mitt. aus dem German. Nat. Museum, 1894, 83— 86 Abb. 6—15 (H. Bösch). — Veeck 166 Taf. 28 B, 6 ; 79; J, 7.

1. Goldener F in g e r r in g (Dm. 1,2 : 1,3) mit M 78 (Taf. III). Am Ansatz des Ringes an die Münze je drei Goldkörner. — 2. Bruchstück eines S a x es (erh. L. 20,7), beiderseits zwei Blutrinnen. — 3. L a n z e n ­ s p itz e (L. 24,6) mit flachem rhombischen Blatt und fazettierter Schneide. — 4. S c h ild b u c k e l, ver­ loren. — 5 —13. Neun eis. R ie m e n z u n g e n 1), bzw. Fragmente von solchen (L. 2,8; Br. 1,9), mit ein­ gelegtem Perlstabrahmen aus vergoldetem Silberblech. Innenflächen mit vergoldeter Silbertauschierung verziert, die schleifenförmige Bänder ausspart. Pferdegeschirr: 14. T r e n s e mit zweigliedriger Gehißstange und unten gebogenen Knebeln (L. 15,2 und 14,0), die in Abständen mit je drei ehemals tauschierten Riefen verziert sind. Die Nieten der oherhalb und unterhalb der Gebißstange in die Knebel eingezapften Riemenfassungen sind aus Bronze. — 15— 18. Vier flügelförmige eis. B e s c h la g s t ü ck e (erh. Maße: 5,1 : 1,7; 5,5 :1,9; 4,2; 4,2), silbertauschiert, Tauschierung z. T. vergoldet. — 19 u. 20. Zwei eis. R ie m e n k r e u z u n g e n für drei Riemen (5,4; 3,3; 5 ,2 :2 ,8 ); z. T. vergoldete Silbertauschierung. — 2 1 u. 2 2 . Zwei eis. R ie m e n k r e u z u n g e n für vier Riemen (4,3 : 4,1), z. T. vergoldete Silbertauschiernng. -— 23 u. 24. Zwei unkenntliche eis. Fragmente mit Silber­ tauschierung. — 25. Rechteckiges eis. Bruchstück (3,2 : 1,8) mit 0,8 cm hohem durchhrochenem Scheiben­ niet. — 26 u. 27. Zwei massive, auf zwei Seiten durch Ahnutzung verschmälerte R in g e , Bronze (Dm. 5,5; St. 0,7). — 28—3 0 . Drei R ie m e n z u n g e n aus doppeltem, durch einen Niet verbundenem Bronze­ blech (1,7: 1,4); im Riemenschlitz Stoffreste. — 31 u. 32. Hufeisenförmige gegossene B e s c h lä g e mit drei seitlichen Nietlöchern, Bronze. Die Innenfläche in Kerbschnittechnik verziert. Fragmente von mindestens drei Stücken. — 33. Bronzenes quergeripptes längliches B e s c h la g s tü c k mit zwei Nieten (1,7:1,5). — 34. Kleiner R in g , Bronze (Dm. 1,2). — 35. U-förmiger‘ D r a h t mit D-förmigem Quer­
J) Von einer Giirtelgarnitur sind keine Reste vorhanden, es ist höchstens möglich, die Riemenzungen Nr. 5—13 auf die Gürtelgarnitur zu beziehen, wenn es auch ebenso wahrscheinlich ist, daß sic zum Pferdegeschirr gehören.
1 00

Katalog der Grabfunde.

Nr. 46 und 47.

schnitt (1,5 : 1,2), Bronze. — 36—38. Drei bronzene R ie m e n z u n g e n mit fazettiertem Rand und Linienverzierung. Am Rieinenschlitz drei kerbdrahtumgebene Rundniete. Nicht auffindbar. — 39. Bruchstiiek eines kleinen B r o n z e s p o r n s (L. 4,0; Br. 0,9). 40. Kalottenförmige getriebene B r o n z e s c h a le (H. 5,0; Mdm. 15,4; VVandst. 0,2) mit ungeschla­ genem Rand; abgedreht, in der Mitte Einsatzloch für den Reitnagel sichtbar. — 41. Bauchige gegossene B r o n z e fla s c h e (II. 17,5; Mdm. 7,3; gr.W . 10,0; Bdm. 7,0; Wandst. 0,5), mit eingepunzten Friesen (Pflanzenornament, Seefische, Tintenfische usw.1). — 42. Bruchstück eines hellgrauen, scheibengearbei­ teten T o n g e fä ß e s , mit Rädchenverzierung,

Nr. 47.

Hintschingen Grab 14.
A. Engen, Baden.

M 60.

Männergrab. Taf. 31—33 A, Text S. 59f,, M 60 (S. 115) Solidus des Justinus II. (565—578), Cpl. T. p. 565. In einen Fingerring gefaßt. Badisches Landesmuseum K a rls r u h e , Inv. C 10595— 10620.
Lit.: Röm.-Germ. Korrespondenzbl. 9, 1916, 1 — 6 Abb. 2—11 (E. Wagner). — Zeitschr. f, bist. Waffen- und Kostümkunde 7, 1916,193 ff. — Schriften des Vereins für Gesch. u, Naturgesch. d. Baar und der angrenzenden Landesteile in Donaueschingen 14, 1920, 101—107 (G. Tumbult). — Erw. bei Aberg, Goten 6 6 ; Franken 179. G. Kossinna, Germanische Kultur im 1 . Jahrtausend n.Chr., Mannushibliothek Bd. 50, 1932, 284 ff. Abb. 311— 316; Das Bild 1934, 106f. (G. Kraft).

1. G o ld b le c h k r e u z (L. 10,5; Br. 7,9), mit eingepreßtem Tierornament verziert2). An den Armen zwei bzw. drei, in der Mitte zwei Durchbohrungen. — 2. Goldener F in g e r r in g (Dm. 2,1: 2,6) mit Münze M 60 (Taf. II). Auf der Vs. ist die Münze kerbdrahtumrandet und sehr stark abgenutzt. — 3. Kleine späthallstättische F ib e l, Bronze (L. 2,3). Am Ansatz der verlorenen Spiralrolle Eisenspuren. Der Fuß ist sekundär durchbohrt 3). 4. S p a th a (L. 91,0; Länge der Klinge 78,0) mit abgerundeter Spitze und wahrscheinlich damasziertem Blatt. Die langovale Parierstange ist mit silbertauschierten Vertikalstreifen verziert; in sie sind zwei Eisenniete zur Aufnahme einer Holzauflage eingezapft. Der in zwei Tierköpfe auslaufende tauschierte Knauf sitzt mit Abstand über einer langovalen Platte, in die gleichfalls zur Befestigung eines Zwischengliedes aus organischem Stoff zwei Eisenniete eingelassen sind. — 5. S a x , in drei Bruch­ stücken (erh. L. 58,0; Blattbr. 4,2). Reste eines Holzgriffs sind erhalten. Die Klinge trägt zwischen Blutrinne und Rücken die Spuren eines eingravierten Tierornaments. — 6. Zwei bronzene S c h e ib e n n ie t e (Dm. 2,1) und zehn (ehemals 23) kleine bronzene Ru n d k 'o p f n ie te (Dm. 1,4). Zur Saxscheide ge­ hörig. — 7. M e sse r (L. 9 ,1 ), lag auf Nr. 5 ..— 7a. M e sse r (L. 12,1), neben 4. — 8. L a n z e n s p itz e (L. 45,6). Das Blatt bat flacbrhombischen Querschnitt und wird durch fünf eingerissene Winkelgruppen (die oberste schließt durch zwei Kreise ab) von der Tülle getrennt. — 9. S c h ild b u c k e l, halbkugelig auf konischem Mittelteil (Dm. 19,8; H. 8,7). Auf dem 3,8 cm breiten Rand sind vier Eisenniete sicht­ bar. Dazu S c h ild fe s s e l (L. 14,9) mit zwei Nieten, zwischen den Seitenlappen Holzspuren. 10. Gürtelgarnitur A. Eisen, a) Bruchstück einer S c h n a lle (erh. L. 5,2); die silbertauschierten und z. T. vergoldeten Ornamente unkenntlich. Der zugehörige Beschlag verloren (identisch mit R.G.Korre­ spondenzbl. 5 Abb. 9e). b) Trapezförmiges G e g e n b e s c h lä g (L. 5,7; Br. 2,6) mit silbertauschiertem Tierornament; die äußere Konturlinie der Tierkörper vergoldet, der gerade Abschluß trägt alternierende Gold- und Silbertauschierung, c) S c h n a lle mit länglich dreieckigem Beschlag und Schilddorn (L. 6,6 ; Br. 3,6). Beschläg: silbertauschiertes Tierornament in Goldkonturierung. Rahmen: Ineinander ge­ schachtelte gold- und silbertauschierte Mäander, d) R ie m e n z u n g e (L. 4 ,t ; Br. 1,7) mit gold- und silber­ tauschiertem Flechtband und Riemenschlitz, e) Rautenförmiges B e s c h la g s t ü c k (L. 3,6; Br. 2,8) mit silbertauschiertem Tierornament und vergoldeter Konturierung. Die vier Rundkopfniete tragen stern­ förmige Silbertauschienmg. Dazu Reste von fünf weiteren Stücken.
*) Der Verfasser beabsichtigt, dieses Stück im Rabmen einer Arbeit über das sog. koptische" Bronzegeschirr ausführlicher zu behandeln. 2) Die technische Herstellung ist so zu denken, daß das Goldblech in eine geschnitzte Holzrnatritze eingericben wurde. Ähnlich wurden die sogenannten ‘byzantinischen’ Gold-, Silber- und Bronzeblecharbeiten hergestelit, nur daß bei ihnen an Stelle der Holzrnatritze meist das gegossene bronzene Preßmodel trat, welches auch in eine Harzmasse eingedrückt werden konnte (mit Metallfolie zwischen Harz und Model). Der von N. Fettich, Das Kunstgewerbe der Awarenzeit in Ungarn, Archaeologia Hungarica 1 , 1926, 62ff. angegebene Arbeitsvorgang ist technisch nicht durchführbar. 3) Zum Fibcltyp vgl. etwa A. u. h. V. 5 Taf. 27 Nr. 468. Prähistorische Fundstücke kommen mitunter in Reihengräbern vor; vgl. die spätballstättische Paukenfibel aus Grab 250 von Schretzheim, Harbauer, Kat. 2 , 69 Nr. 22 M.
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Katalog der Grabfunde,

Nr, 47 und 48.

11. Gürtelgarnilur B. Eisen. Die Verzierung aller Gürtelteile besteht aus Silberplattierung, die mit vergoldeten Punkten oder Linien gefüllte Tierornamente ausspart, a) Rechteckige S c h n a lle mit Schilddorn.(L. 3,6; Br. 2,3). b) Schildförmiges G e g e n b e s c h lä g (L. 2,9; Br. 2,1). c) S c h la u fe {L .3,2; Br. 1,3). d) Quadratisches B e s c h la g (3,0:2,7). Die auf der Rs. sichtbaren Niete sind auf der Vs. von der Tauschierung üherdeckt, e) Schildförmiges B e s c h la g s t ü c k (2,5: 2,1). f) Neun Gürtelbe­ schläge (L. 2,8—2,7; Br. 2,1— 2,3). 12. P fe r d e t r e n s e (Br. 32,0). ln den Ringenden der zweiteiligen vierkantigen Gebißstange sitzen gebogene Knebel (L. 18,5) mit oben schildförmigem silbertauschierten, unten vergoldetem polyedrischen Abschluß. In den tauschierten Strichgruppen wechselt Gold mit Silber. — 13. Silbertauschierte S c h n a lle (L. 5,6; Br. 4,1) mit Resten des Schilddorns. Die drei Rundniete des ovalen Beschlags sind aus vergoldeter Bronze. — 14. Rechteckiges eis. B e s c h la g (3,6: 2,1), silbertauschiert, mit zwei bronzevergoldeten Rundnieten, hinterlegt mit einem 0,5 cm breiten Bronzeblechstreifen. — 15. Zwei rundbögige B e s c h lä g e (4,5 bzw. 4 ,3 :3 ,8 bzw. 3,9), silbertauschiert, mit drei bronzevergoldeten Rund­ nieten. — 16. Vier silbertauschierte ovale B e s c h lä g e (L. etwa 4,5; Br. 2,0) mit mittlerer Einziehung und zwei bronzevergoldeten Rundnieten. Nicht abgebildet. — 17. Zwei runde silbertauschierte R ie m e n ­ k re u z u n g e n (Dm. 5,9) mit vier bronzevergoldeten Rundnieten am Rand und Silbernieten in der Mitte. — 18. Eis. S c h n a lle (L. 3,4; Br. 2,7) mit rechteckigem Beschlag und zwT bronzevergoldeten Nieten. — ei 19. Bruchstück einer eis. P s e u d o s c h n a llo (L. 4,0; Br. 1,8), W ohl identisch mit dem tauschierten Stück R. G. Korrespondenzbl. 5 Abb. 9. — 20. Eis. R in g (Dm. 3 ,8: 3,6) mit seitlicher Verdickung, außen ehemals silbertauschiert, innen mit vergoldetem Bronzeblech ausgelegt. — 21. Zwei rechteckige gegossene B r o n z e r ie m e n z u n g e n (L. 3,9; Br. 1,4) mit Riemenschlitz und zwei Nieten, davon je einer verloren. Die Enden sind verdickt und strichverziert. — 22. Zwei stark abgenutzte massive R in g e , Bronze (Dm. 5,6: 4,8). Nicht abgebildet. — 23. Zwei massive R in g e , Bronze (Dm, 3,2: 3,4). Nicht abgebildet. — 24. Kleines U-förmiges O r t b a n d (? ) oder Riemenende (? ), Bronze (erh. L. 2,8) mit hinterlegtem Bronzeblech, zwei Nieten und über ihnen zwei Nietlöchern. — 25. Eis. S p o re n mit wech­ selnder Silber- und Goldtauschierung (L. 14, 1). Der rückwärtige Dorn ist vierkantig. Die die Riemen aufnehmenden Schlaufen tragen ein gold- und silbertauschiertes Bandgeflecht. Dazu gehörig: kleiue eis. S c h n a lle (2,8: 1,6).

Nr. 48.

Wonsheim.

M 76 und 137.

Kr. Alzey, Rheinhessen. Frauengrab. Taf. 34, Text S. 6 0 f., M 76 (S. 118) Solidus des Heraclius und Heraclius Constantinus (gepr. etwa 613/614—630 oder später). Vgl. MKAnm. S. 141. In einen Fingerring gefaßt. M 137 (S. 125) Triens des Mainzer Prägebezirks (nach etwa 580 bis etwa 650). T, p. 613/614. Städt. Museum W orm s.
Lit.: WZ 1 2 , 1893, 387; Hess. Quartalsbl. 1 , 1895, 601 (beide Koehl} — WZ 15, 1896, 189 mit Anm. 48 Taf. 3,6 (Henkel). — A. u. h. V. 4 Taf. 52,8 (L. Lindenschmit). — Die unten behandelten Fundstücke wurden neben anderen vom gleichen Gräberfeld („am Kreuz“ bei Wonsheim) im Jahre 1893 frir das Paulus-Museum erworben. Aus den Mitteilungen Koehls geht n ic h t hervor, daß es sich um einen geschlossenen Grabfund handelt. Lindenschmit schreibt dagegen: „Von den reichen Beigaben, welche aus dem Grabe zugleich mit der beschriebenen Kanne behoben wurden, seien genannt: eine große goldene, mit farbigen Glasstückchen und Halbedelsteinen besetzte Scheibenfibula, ein goldener Fingerring, dessen Platte eine byzantinische Goldmünze ........ bildet, und ein gehenkeltes Bronzebecken........ “ Die von Lindenschmit aufgezählten Fundstücke werden unter den Abgüssen des RGZM Inv. 13957—13964 als „aus einem Grabe“ stammend geführt. Nach den Mainzer Abgüssen konnten sie im Paulus-Mus., dessen Katalog keinerlei Angaben enthält, wieder zusammengestellt werden. Es ist anzunehmen, daß Koehl die unten behandelten Fundstücke als geschlossenen Grabfund zum Abformen nach Mainz gesandt hat. Völlige Sicherheit besteht jedoch nicht. — Das Inventar des Grabes ist keinesfalls vollständig, so dürfte z. B. eine Perlenkette (zu Nr. 3) fehlen.

1. Goldene V ie r p a ß fib e l (Dm. 6,6 ; St. 1,7). Als Unterlage dient eine durch ein 0,5 mm starkes Silberblech verkleidete 1,5 mm starke Bronzeplatte, die durch acht Niete mit dem Goldhlech der Schauseite verbunden ist; der Zwischenraum ist mit einer feintonigen Masse ausgefüllt. Die Grundplatte ist von einem doppelt gewundenen, die Zierplatte von einem einfach gewundenen Golddrabt eiugefaßt. Die in den Halbbögen stehenden Rundzellen enthalten konvexes dunkelblaues Glas, die Füllungen der qua­ dratischen Zellen zwischen ihnen gewölbtes bernsteinfarbenes bzw. flaches durchsichtig grünes Glas (zwei Einlagen fehlen). Die ovale Mittelzelle faßt eine Onyxgemme, deren Darstellung völlig ausgerieben ist. Mit ihr sind durch je zwei in Goldzellen sitzende Eisenniete mit Silberkappe kreuzförmig $ n ge­ ordnete Dreieckzellen verbunden, von denen je zwei sich gegenüberstehende mit farblosem planen Glas auf weißgrauem Untergründe hzw. bräunlich durchsichtigem Glas gefüllt sind (eine Einlage fehlt). Die

102

Katalog der Grabfunde.

Nr. 48 und 49.

Felder, welche die axial aufgesetzten Zellen tragen, sind mit S-Filigran verziert und werden durch radial von der Mittelzelle ausgehende schräg gerippte Goldblechstreifen voneinander getrennt. Der Erhaltungs­ zustand ist bis auf die herausgefallenen Einlagen gut, die Abnutzung gering. 2. Kugelige B u lla aus Silberblech, getrieben (Dm. 3,9 : 3,7). Die beiden mit graviertem Tierornament und Kreuzmuster verzierten Halbkugeln werden durch ein mit zwei Nieten befestigtes Scharnier zu­ sammengehalten, in dessen Axenenden ein U-förmiger Silberdrahtbügel zum Aufhängen eingezapft ist. Auf der Unterseite der Kugel dient als Verschluß ein angenieteter beweglicher Haken, der um einen flachen Knopf greift. — 3. A n b ä n g e r einer Kette (L. 4,3; Br. 2,3): Kegelförmige Millefioriperle, dunkel­ braun mit gelben und roten Adern, gefaßt in gekreuzte, einfach vernietete Bronzeblechbänder mit ab­ schließender durchbohrter zylindrischer Kapsel mit Ansatz eines Ringes. — 4. Gewellte 0,4 mm starke G o ld fa d e n , erhalten in 37 cm Länge, durchschnittlich 1 cm breit. Zu einer Stirnbinde oder Hauhe gehörig ? 5. Gegossene bauchige B r o n z e k a n n e (H. 19,8; Mdm. 5,9; gr. W. 17,0; Deckel: Dm. 5,5; H. 4,8). Die drei eiförmig verdickten Füsse sind mitgegossen. Der geschweifte Bügel trägt einen zurückgebogenen, 3,3 cm langen dreieckig-flachen Dorn mit knopfartig verdickter Spitze und ist an seinem verbreiterten, oben gerippten Ansatz zur Aufnahme des Deckelscharniers zweifach durchbohrt. Der Deckel ist gesondert gefertigt, sein abge/lachter Rand ist schräg gekerbt, der verdickte Griffknopf trägt ein Drehloch. Abdrehspuren sind sonst nur an der Randkerbung des Deckels wahrnehmbar. — Die Erhaltung ist aus­ gezeichnet. — 6. Gegossenes B r o n z e b e c k e n mit durchbrochenem Standring (H. 8,0; Mdm. 25,0; Bdm. 15,0). Unter dem außen doppelt verdickten Rand setzen je zwei Ösen an (Abstand 8,0), die die omegaförmigen, in der Mitte verdickten Griffe aufnehmen (ein Griff fehlt). Die Verzierung des durch­ brochenen, unten verstärkten Standringes besteht aus gekreuzten Stegen mit abwechselnd oben nnd unten eingefügten Rundzacken; sie ist schlecht nachgeschnitten. Oberhalb des Standringes laufen zwei eingedrehte konzentrische Kreise um, desgleichen innen unterhalb des Randes. Der Rand ist am Ansatz einer Henkelöse mit aufgelegtem dreifach vernietetem Bronzeblech geflickt. Außen in der Mitte des Bodens ist das Loch für den Reitnagel sichtbar; es bildet zugleich den Mittelpunkt für ein sich über die ganze Bodenfläche erstreckendes eingerissenes Kreuz mit keilförmigen Armen. Die Schale ist ver­ bogen und innen und am Rand sehr stark abgenutzt.

Nr. 49.

Cobem Grab 2 .

M 28 und 72.

Kr. Koblenz, Rheinprovinz. Frauengrab. Taf. 36 A , Text S. 61, M 28 (S. 111) Nachprägung nach einem Solidus des Justinian I. (goldplattiert). Nach 538, vgl. MKAnm. zu 26. S. 137. Durchbohrt; als Anhänger getragen. M 72 (S. 117) Solidus des Phocas (602—610). T. p. 602. In einen Fingerring gefaßt. Provinzialmuseum B o n n , Inv. 3082—3087.
Lit.: H. Lehner, Führer durch die antike Abtlg. des Provinz. Mus. Bonn 2 (1924) 225 Taf. 31. — Nr. 2 abgebildet bei Th. Bossert, Gesch. d. Kunstgew. 1, 1928, 85, Nr. 3 (H. Kühn), — Das Grab wurde 1884 bei Gobern mit mehreren anderen Grähern aufgedeckt. Das Skelett lag 2 m tief und war von römischen Dachziegeln umstellt.

1. Münze M 72 (Taf. III) in F in g e r r in g . Die Kerbdrahtfaasung ist sehr stark abgenutzt. — 2. Gol­ dene S c h e ib e n f ib e l (Dm. 6,1 ; St. 1,4) mit quadratischem Mittelteil und acht seitlichen Ausbuchtungen, die im Wechsel ründe und ovale Zellen tragen. Auf die 0,15 cm starke bronzene Grundplatte mit bochgebogenem Rande, die zwischen anhaftendem Gewebe Reste der Eisennadel, des bronzenen Nadel­ halters und seitlich der Heftvorrichtung in einer Öse einen Bronzering (Dm. 1,8) für eine Sicherungs­ kette trägt, ist ein gleichförmiges Goldblech mit nach unten gebogenen Rändern aufgepaßt und durch Bronzeniete in den acht Ausbuchtungen befestigt. Den inneren Hohlraum der Fibel füllt eine tonige Masse. An der Ansatzzone von Bronzeunterlage und Goldblech und am Kontur der Scbauseite läuft ein gekerbter Golddraht um, der stärker ist als die Golddrahtkreise im quadratischen Mittelfeld. Die Einlagen der runden Eckzellen sind herausgefallen; von den ovalen Zellen an den Quadratseiten tragen je zwei sich gegenüberstehende Amethyste bzw., wie die runde Mittelzelle, gewölbte dunkelorangefarbene Glaseinlagen. Die vier großen rechteckigen Zellen sind mit dunkelgrünen Glasplättchen ausgelegt. Von den zwischen ihnen stehenden vier dreieckigen Cabochons ist einer verloren, einem anderen fehlt die rote Glaseinlage. Die vier Rund zellen zu Seiten der beiden orangefarbenen ovalen Zellen enthalten gewölbtes dunkelblaues Glas. Die Füllungen der sich an die Mittelzelle anlehnenden vier kleinen Doppelzellen sind ausgefallen. Das verwendete Goldblech ist hlaß, Abnutzungsspuren sind kaum festzustellen. 3. Teil einer B r o n z e k e t t e (erh. L. 26,5), bestehend aus 12yä Bronzedrahtgliedern (L. 2,4). Viel­

103

Katalog der Grabfunde.

Nr. 49—51.

leicht als Sicherungskette zu 2 gehörig. — 4. K a p s e l (L. 2,1) aus zwei 0,6 cm breiten Bronzeblechen, die oben zusammengebogen und durch einen Niet verbunden sind. Oberhalb des Niets sitzt in einer Durchbohrung ein Bronzering. An ihm hängt an einem Bronzedraht eine zusammengebogene provin­ zial-römische Fibel, die am Ansatz des Bügels mit drei Horizontalrillen verziert ist; Spiralkonstruktion und Nadel fehlen 1). Die Kapsel war seitlich durch herzförmige Bronzebleche (Dm. 2,4) abgeschlossen. — 5. RadfÖrmige Z ie r s c h e ib e , Bronze (Dm. 3,1: 3,3), mit eingepunzter Punktkreisverzierung; gegossen und nachgeschnitten. — 6. Bronzene lanzettförmige N a d e l mit tordierlem, oben durchbohrten Schaft (L, 8,7) z). — 7. Bruchstück eines kleinen bronzenen S ie b lö ff e ls mit ursprünglich fünf Durchbohrungen (L. 4,3; Br. d. bandförmigen Stiels 0,7). — Es ist nicht bekannt, ob weitere Beigaben vorhanden waren.

Nr. 50.

Oberolm Grab 4.
Kr. Mainz, Rheinhessen.

M 134.

Frauengrab. Taf. 36 B, Text S. 61, M 131 (S. 125) Triens des Mainzer Prägebezirks (Ser. A ), gepr. nach etwa 580 bis etwa 650. Im Munde gefunden. Altertums-Museum der Stadt M a in z , Inv. 78—89.
Lit.: Mainzer Zeitschr. 24/25,1929/1930, 103 Abb. 1 (P. T. Kessler). — Kamm: A. u. h. V. 1 H. 9 Taf. 6 = Linden­ schmit, Handbuch 302 Abb. 247/48. — Fingerring: A. u. h. V. 1 II. 11 Taf. 8 , 9 u. 9a. — Gläser: A. u. h. V. 1 H. 11 Taf. 7,3. 5. 8 . — Das Grab wurde i. J. 1858 für das Altertums-Mus. erworben. Ob Geschlossenheit wirklich verbürgt ist, scheint fraglich; ein im gleichen Jahr vom Wiesbadener Landesmus. erworbenes Oberolmer Grab, das Münze M 24 enthalten haben soll, wurde, da es keinesfalls geschlossen ist, nicht in diese Arbeit aufgenommen.

1. O h r r in g , Bronzedraht (Dm. 3,6) mit Schlaufenverschluß, rechteckiger Verdickung und anhän­ gender Glasperle. — 2. P e r le n k e t t e (24 aus blauem, grünem, schwarzem, rotem, weißem und bräun­ lichem Glas, 1 Bernstein, 1 spätrömischen Melonenperle). — 2a. Grüne gerippte durchsichtige P e r le mit weißer Fadeneinlage (3,6:2,1). — 2b. Bronzener A n h ä n g e r (L. 3,3; Br. 1,8), römisch. — 3. Bron­ zener F in g e r r in g (Dm. 2,4), gegossen, mit eingetiefter Darstellung eines Reiters mit Kreuz. 4. Bronzene S c h n a lle mit Schilddorn (3,9: 2,2). — 5. Bronzene R ie m e n z u n g e (L. 9,0; Br. 1,3 bzw. 1,5), gegossen und nachgeschnitten. — 6. M esser (L. 16,5; Br. 2,6). — 7. Zweireihiger K am m (L. 13,5; Br. 5,1), mit zweiteiligem Beinfutteral, dessen Halbbogenornamente mit dem Zirkel ausgeführt sind. Die beidseitigen mittleren Deckleisten des Kammes sind mit fünf Eisennieten befestigt. — 8. Ka­ lottenförmige, leicht gerippte G la s s c h a le (H. 4,9; Mdm. 11,3); grünlich durchsichtig. — 9. G la s b e c h e r (H. 4,2; Mdm. 6,2). braungelb, mit aufgelegter Fadenverzierung.

Nr. 51.

Oberolm Grab 59.
Kr. Mainz, Rheinhessen.

M 147.

Frauengrab. • TaJ. 36 A, Text S. 61, M 147 (S. 127) Triens des Mainzer Prägebezirks (Ser. C, 7. Jahr­ hundert). Im Munde gefunden. Altertums-Museum der Stadt M a in z , Inv. 579—610.
Lit.: Mainzer Zeitschr, 24/25, 1929/30, 103f. Abb. 2 (P. T. Kessler). — Scheibenfibel: A. u. h. V. 1 H. 9 Taf. 8,5. — F. U.: Vgl. Nr. 50.

1. Eis. S c h e ib e n f ib e l (Dm. 6,7) mit silber- und vergoldeter Silbertauschierung (geometrisches und Tierornament). Die Grundplatte, Achsenträger und Nadelhalter sind aus Bronze. — 2. G ü r te lg e h ä n g e , a) Gegossene kreuzförmig durchbrochene Bronzeplatte (6,0: 5,4) mit eingepunzten Punktkreisen; zur Aufnahme der Kettenglieder vier Löcher, b) 41 Eisendrahtglieder, mit Bronzedraht umwunden (L. 6,0). c) Knochenplatte (4,5: 3,6) mit eingebohrten und gezirkelten Ornamenten, d) Bruchstück eines Elfen­ beinreifs (erh. L. 4,4). e) Kegelförmiger Knochenanhänger (L. 4,4). f) Kleine Bronzescheibe (Dm. 2,4). g) Mittelerz, Vs.: Kopf, nach R. schauend DN MAGNENTIVS PPAVG, hinter dem K opf: A ; Rs.: Reiter über Besiegten sprengend, GLORIA ROMANORVM, i. A. E (? ) PLG (C). — 3. O h r rin g (Dm. 4,2), aus Bronzedraht, mit würfelförmigem Abschluß. — 4. Bronzener F in g e r r in g (Dm. 2,0). — 5. M ünze

J) Das Stück gehört zum Typ der ArmbrusLspiralfibel mit kastenförmigem Fuß und ist in das 3. Jahrhundert zu setzen; vgl. etwa Germania 15, 1931, 256 Abb. 1,1 {Reichelsheim) oder ORL 32 Taf. 21,25 (Kastell Zugmantel). 2) Die praktische Verwendung dieser häufig in den Reihengräberfeldern auflretenden Nadeln ist ungewiß, vgl. Veeck, 60 u. Taf. 46 A, 12.

104

Katalog der Grabfunde.

Nr. 51—53.

M 147 (Taf. IV). — 6 —8. Drei P e r lk e t t e n (57 aus rotem, grünem, gelbem und weißem Glas, 6 aus Bernstein, 1 aus Chesbet, 1 aus einer Muschel geschnitten. — 9. Schwarzer G la s w ir te l (H. 1,9; Dm. 2,2) mit weißer Zick-Zack-Einlage. 10. S c h n a lle (3,4 : 2,6), Weißmetall, mit Rostspuren. — 11. S c h n a lle , Bronze (erh. L. 5,0) mit eingeschnittenem Ornament und drei rückwärtigen Ösen zur Befestigung auf der Lederunterlage. — 12 — 15. Ein Paar silbertauschierte S c h u lis ch n a lle n (L. 3,8) mit zugehörigen Riemenzungen (L. 4,4). — 16- Eis. S c h n a lle n b e s c h la g (L. 4,2). — 17. Bronzene R ie m e n z u n g e (L. 7,0) mit eingestempelten Punktkreisen und Dreiecken und fazettierten Seiten. — 18. Bruchstück einer tremolierstrichverzierten bronzenen R ie m e n z u n g e (erh. L. 3,4), am Riemenschlitz ausgebrochen. — 19. Bruchstücke eines 4 cm breiten zweireihigen K a m m s. — 20. Eisernes Bruchstück (L. 5,6). — 21. M esser (L. 12,8) mit aufgerosteten Geweberesten. — 22. Bronzenes Bruchstück (L. 2,0). — 23. R o llk ie s e l (Dm. 4,1). 24. T u m m le r (H. 10,8; Mdm. 7,2), Wandung leicht gerillt. — 25. Grünlicher G la s b e c h e r (II. 9,1; Mdm. 10,0) mit Standring und eingerissenen Strichzonen. — 26. Doppelkonisches T o n g e fä ß (H. 11,8), Scheibenarbeit. — 27. Eiförmiger rötlicher B e c h e r (H. 8,9), Scheibenarbeit. — 28. Rötlicher römischer T o n k r u g (H . 9,3), Scheibenarbeit. — 29. Flacbe gelbe S c h a le (Dm. 14,3), Scheibenarbeit.

Nr. 52.

Naunheim.

M 136.

Kr. Wetzlar, Hessen-Nassau. Frauengrab. Taf. 33 B, Text S. 61, M 136 (S. 125) Triens des Mainzer Prägebezirks (Ser. A), gepr. nach etwa 580 bis etwa 650. Im Munde gefunden. Hess. Landesmuseum D a r m s ta d t,
Lit.: Archiv f. Hess. Gesch. u. Altertumskunde 1 0 , 2 , 1863, 451f. (R. Hofmann). — Die archäol. Sammlg. des Großherz. Hess. Mus. (1897) 60.

1. Silbervergoldetes zweiteiliges S c h m u c k s t ü c k (L. 3,1 bzw. 2,9; Br. 1,6), gegossen. Die nach­ geschnittenen Zierflächen werden von Perlleisten umrahmt. Die Schauflächen sind an ihren Seiten kastenartig umgebogen, in sie sind auf der Rs. seitlich je zwei und an den Schmalseiten je eine 0,8 cm hohe Öse zur Befestigung auf einer Unterlage eingesetzt. Eine in der Mitte durchbrochene, quergeriefelte Tülle, die bei a den Abschluß der breiteren Seite bildet, dient dazu, den an einer 10 cm langen Kette befestigten Silberstift (L. 2,2), aufzunehmen. Da sich bei b an der entsprechenden Stelle nur eine ver­ setzte 0,5 cm breite Durchbrechung des Rahmens findet, ist zwischen a und b ein verloren gegangenes Zwischenstück anzunehmen. Wozu das auf Stoff oder Leder aufgesetzte Schmuckstück diente, ist unbekannt1). — 2. G o ld d r a h t , 0,18cm stark. Zu einer Haube oder Stirnbinde gehörig. — 3. Ring­ förmig zusammengebogener D r a h t, Bronze (Dm. 2,1 : 2,0). — 4. Reste eines braungrauen G e w e b e s {Leinen- oder Tuchbindung).

Nr. 53.

Sinzig.

M 77.

Kr. Ahrweiler, Rheinprovinz. Doppelgrab (Mann und Frau). Taf. 35 B, Text S. 61 f., M 77 (S. 118) Solidus des Heraclius und Hera­ clius Constantinus (gepr. etwa 613/14—630 oder später). T. p. 613/14. In einen Fingerring gefaßt. Staatl. Mus. f. Vor- u. Frühgesch. B e r lin , Inv. I i 1448— 53.
Unveröffentlicht. — Das Grab, dessen Inventar i. J. 1891 vom Berliner Mus. für Völkerkunde angekauft wurde (vgl. Eingangsjournal II, 19G. 91) stammt von einem Gräberfeld am Helenenberge bei Sinzig, Flur „Felder am Sehlachtberg-1.

1. Goldener F in g e r r in g (Dm. 2,2). Die Münze M 77 (Taf. III) ist zweimal in Perldraht gefaßt, der innere 0,75 cm, der äußere 1,5 cm stark. An den Ansätzen des Ringes an die Münze sitzen drei Gold­ perlen. Bei Betrachtung der Rs. der Münze wird deutlich, daß der inneren Perldrahtfassung zwei zu den derzeitigen Ringansätzen im rechten Winkel stehende abgeschnittene leierförmige Ringansätze entsprechen, die zeigen, daß die Münze mit der äußeren dicken Perldrahtumrahmung zum zweitenmal in einen Ring gefaßt ist.
*) Das einzige mir bekannte Gegenstück (Gold, kloisonniert) aus dem Schatzfund von Crondall bei Farnham, Hants möchte B. B row n, The Arts in Earij-England 1, 1915, 69 Taf. 3,2 als Befestigung eines Beutels oder einer Börse ansehen, was aber sehr unwahrscheinlich erscheint.
Germ. Denkm äler d. Vülkerwauderungsieit 3. Werner.

14

105

Katalog der Grabfunde.

Nr. 53.

2. S p a th a (L. 90,0; Br. 5,8) mit eis. Knauf (Br. 4,8). — 3. L a n g s a x (L. 65,0; Br. 5,2) mit 24 cm langer Griffangel und Spuren einer Blutrinne oberhalb der Schneide. — 4. Bruchstücke einer S c h i l d f e s s e l . — 5. Bruchstück eines zweireihigen K a m m e s (erh. L. 11,6; Br. 4,8). Die mittlere Deckleiste ist mit Eisennieten befestigt. — 6. Getriebene B r o n z e s c h a l e (H. 7,0; Mdm. 29,5; 30,0; Bdm. 20,5). Rand horizontal ausladend und leicbt verdickt. Innen an fünf Stellen geflickt. Von den beiden omegaförmigen beweglichen Griffen einer erhalten; er ist gegossen, in der Mitte dreifach gewulstet und an den Ecken schräg abgeschnitten. Die Rs. flach, die außen seitlich sichtbare Gußnaht nur teilweise entfernt.

106

MÜNZKATALOGE.
VO RBEM ERKUNG.
Die im Münzkatalog zusammengefaßten Münzen sind nach ihren Legenden angeordnet. Den ver­ schiedenartigen Nachprägungen sind die regulären Vorlagen vorangestellt. Es folgen auf die byzantini­ schen Münzen und ihre Nachahmungen die auf Grund ihrer Legende sicher ostgotischen Prägungen, die gesicherten merowingischen und angelsächsischen Münzen, die unbestimmbaren Prägungen und die brakteatenförmigen Durchschläge nach Münzvorbildern. Durch diese Anordnung konnte in der Vorlage des Materials eine mehr oder weniger subjektive Gliederung nach stilistisch und geographisch bedingten Münzgruppen vermieden werden. Es ist jedoch eine Zusammenfassung nach derartigen Münzgruppen, auf die bei der Bearbeitung nicht verzichtet werden kann, in der Übersicht S. 142 f. beigegeben. In den Katalog sind auch eine Anzahl Vergleichsstücke (M 177—210) aufgenommen. Die notwendigen Bemer­ kungen zu den Münzgruppen und einigen Einzelmünzen sind als „Münzkundliche Anmerkungen“ dem Katalog angeschlossen. Verschollene, nur aus der Literatur bekannte oder dem Verfasser nicht zu­ gängliche Münzen sind im Münzkatalog II vereinigt. In den Zitaten, die nur auf die Darstellung und nicht auf feinere Einzelheiten zu beziehen sind, ist auf die zusammenfassenden Arbeiten von W roth und Tolstoi (für italische und byzantinische Münzen) und von Beifort und Prou (für die fränkischen Münzen) zurückgegriffen. Die Wertbestimmung ostgotischer und italisch-byzantinischer Ganz- und Halbsiliquen ist nach den von F. Kraus, Die Münzen Odovacars und des Ostgotenreiches in Italien (1928) 8 fT. aufgestellten Kriterien vorgenommen 1). Die Nummernfolge auf den Tafeln I—V entspricht dem laufenden Verzeichnis des Münzkatalogs I. Die nicht abgebildeten Münzen des Katalogs sind mit einem Stern versehen.

ABKÜ RZU NGEN,
£. : Ä : N : Bruslb.: Dm. : Gew. : Bronze Silber Gold Brustbild Durchmesser Gewicht : im Abschnitt i. A. : im Feld i, F. K. Gr. : Katalog der Grabfunde Münz m. Pkr. r. Rs. Vs. v. v. Münzmeister Perlkreis (nach) rechts Rückseite Vorderseite von vorn

(s. 80fr.).
1. : (nach) links

M Ü N Z K A T A L O G I. A : Münzen von Valentinian I. bis Constans II. (364—668) und Nachprägungen.
Nr. Fundort Museum Beschreibung j Münzwert Typ Prägeort Prägezeit

Valentinianus
M1 DNVALENTINI = Soest, Grab 106 j ANVSPFAVC Mus. Münster Brustb. r. mit Diadem
i Gew. 5,465 g Dm, 21 mm

I.

(3 6 4 — 3 7 5 )

.
K Gr. 30 ! S. 10

j Kaiser mit Labarum und i Victoria i i. F. 1. Kreuz, i. A .: A N T G

RESTITVTOR = REIPVBLICAE

|

N
Solidus Antiochia

| stark abgenutzt, Öse fili- j granverziert j Cohen 26 ! 364—375

*) Vgl. dazu die Beapr. von A. S u h le in ZfN 39, 1929, 335 f. 14*

107

Münzkatalog I. M 2 —7.

j: *

Fundort Museum

n . .. Beschreibung

1 Münzwert i Prägeort | Typ : p rägezeit

Theodosius
M2 j DNTHEODOWeimar, Grab 80 S1VSPFAVC ! Mus. f. Vor- u. Brustb. r. mit Perldiadem Frühgesch. -! Berlin 11 b K. Gr. 2 , 3130e , _ Gew. 4,67 g Dm. — S. 10 . 70 1 Lit. S. 133

I.

(379— 395)
1 N J v., sitzend, | Solidus 1 hinter ihnen Halbbild der Victoria i. F. M - D , i. A. COM ! stark abgenutzt, mit Öse s Cohen 37

V I C TO R =» IAAVCC

2 Kaiser v.

Mediolanum

379—395

V a l e n t i n i a n u s III. (425— 455)
M3 Weimar, | Grab 35 i Mus. f. Urget sch. Weimar ! 5063 Lit. S. 133

DNPLAVALENTI ~ NIANVSPFAVC
Brustb. r. rnit Diadem

K. Gr. 4 S. 10

VI CTORI = AAVC CC Kaiser stehend v. v., den r. Fuß auf Schlange mit inenschl. Kopf setzend, mit Kreuzstab u. Victoria auf Globus i. F. R - V , i. A. C OM O B
stark abgenutzt, mit Öse

N
Solidus Ravenna

Gew. 4,35 g

Dm. 22 mm

Cohen 19

425—455

L e o I. (457— 474):
M4* Remagen, [ ] PETAV Kr. Ahrweiler, | Bruslb. v. v. mit Helm Grabfund j (mit Diadem) und geMus. Remagen ; schulterter Lanze. G e w .— | Dm. —

Nachprägung
Victoria v. v. ? Legende eingerissen £. [goldplattiert I (Solidus)

K. Gr. 3 S. 10

abgenutzt, mit gerippter (nach Tolstoi Öse (Taf. 8,3—11

nach 457

Z e n o (474— 491)
M5 Weimar, Grab 84 Mus. f. Vor- u. Frühgesch. Berlin I lb 3134e Lit. S. 133 Wiesbaden, i Einzelfund (nächst der wfesbadenS* 27/618

DNZENO - PERP/VC Brustb. r. mit Perldiadem
Gew. 2,30 g Dm. —

N
Kreuz im Kranz, Pkr. i. A. COMOB leicht abgenutzt, mit Öse Triens

| Italien

K. Gr. 1 S. 11 316*

i : 474—491 Tolstoi i vgl. Anm. Taf. 10.54 * S. 136 N Triens i j t Vgl. Tolstoi 1 Taf. 10,52 j 474—49t

DNZENOP = ERPF//C Brustb. r. mit Perldiadem
j
1 Gew' 1,45 g

Kreuz im Kranz i. A. C O N O B stempelfrisch

D m. 13 mm

Nachprägung
M7 i, Weimar, ■ Grab 80 ! , Mus. für Vor| u. Frühgesch. l 1 Berlin Ilb K. Gr. 2 3130f S. 11. 70 ; Lit. S. 133 jl

VNZENO = P E b P A V K
Brustb. v. v. mit Hehn (mit Diadem), geschulterter Lanze u. Schild. Gew. 4,30 g Dm. 22 mm

l C O ^ ^ > — INTU1CCCJ
stehende Victoria 1., in der R. Kreuzstab i. F. r. Stern, i. A. ICdNb j

N
Solidus

;

kaum abgenutzt, mit Öse j nachTolstoi [ i Taf. 9 ,1 1 ff. Nach 474

i

1

i !

1 i 1 j

108

Münzkatalog I, M 8— 13.

jl

M

«

Ä

Beschreibung j

j

Anastasius (491—518)
M8 Medprselters(?) ! Kr, Limburg, j
dnanasta

= SI VSPPAVC

vic to r i- aavcccb

N
Solidus Cpl.

ii
K. Gr. 22 S. 13. 70 Ü

Grabfund j Brustb. v. v. mit Helm Altertumsmus. {mit Diadem), Panzer, Mainz 5731 geschulterter Lanze u.
Schild, Gew. 4,45 g Dm. 20 mm

stehende Victoria 1., in j der R. Kreuzstab {mit 1 ! P oben) i. F .l. Stern, i. A. C ON O B

; BMC Byz. fast stempelfrisch, mit Öse I Taf. 1,2

491—518

Nachprägungen.

Wcisenheim, B.A. Dürk­ heim, Grabfund Mus. f. Voru. Frühgesch. Berlin 11 c 2159

DNANASTA SI VSPPAVC
Brustb. v. v, mit Helm {mit Diadem), geschulterler Lanze u. Schild. Gew. 2,56 g Dm, 21 mm

VI CTORI = AVA/

£

S. 13

stehende Victoria 1., in goldplattiert (Solidus) der R. Kreuzstab i. F. r. Stern, i.A. C O N O B Legende u. Bild eingetieft nach Tolstoi abgenutzt, am Rand Taf. 14,70 — durchbohrt 80

Nach 491

vgl. Anm.
S. 136 | Italien

MI O

i Schretzheim,

|

;; B.A. Dillingen,; Grab 300 . BrU!itb. r. mit Perldiadem • Mus, Dillingen !

DNANAST A = SI VSPFAVC

V1CTORI = [AAV] C V S T OR V M
Victoria r. mit Kranz, rückblickend auf Globus mit Kreuz i. F. r, Stern, i. A. COMOB

£.

!
^ Qr 2 j'| S. 13 M 11

2434

i!
Scim&Tzrhein-

Gew. 1,34 g Dm. 15 mm

! etwa nach | 4 9 3 -5 1 8 BMC Vand. vgl. Anm. kaum abgenutzt, mit Öse Taf. 6 , 8—9 ' S. 137 [ ] CTO [ ] V ST ORVM
Blei, 1 vergoldet j Italien? (Triens) j nach | BMC Vand. ! etwa Taf. 7,1—2 : 493—518

mit GoldÜberzug i (Triens) \

[

. dorl,

j
:j ii ;!

] NASTA= SIVSPFAVC

Kr. Bonn RGZM Mainz M 24

Brustb. r. mit Perldiadem

Victoria v. v., in der R. Kranz, in der L. Kreuz­ globus i. F . r , Stern, i.A. COMOB abgenutzt und durchbohrt I.

S. 13

Gew. 1,24 g

Dm. 14 mm

Justinus
M 12 ; Günzbure,

(518— 527)
* 1. A, r. € stark abgenutzt £. ! I
1

j; Einzelfund
ten) Mus. Günzburg Lit. S. 133

i
f j [

DNIVSTI = NVSPAVC Brustb. r. mit Perldiadeni
Gew. 1,75 g Dm. 14 : 12 mm

Cpl.

hau^Sß^G ar-i

i
BMC Byz. ! Taf. 3,10 i 518—527

S. J3

Nachprägung
M 13 ; Niederseltcrsl?), Kr. Limburg, i ; Grabfund i;: AltorUimsmus. K. Gr. 22 Majnz 5730 S. 13. 70 ■ ; • i: ! 1 !

DNIVSTI = NVSPFAVC
Brustb. v. v. mit Helm (mit Diadem), Panzer, geschulterterLanze u. Schild Gew. 4,50 g Dm. 20 mm

N | Italien Solidus Victoria I., in der R. | Kreuzstab. i. F .l. Stern, i. A. C OMOB 1 etwa BMC Vand. 518—527 kaum abgenutzt, mit Öse 1 Taf. 6,1

V I C T O R 1- AAVCCCA 1

109

Münzkatalog I. M 14— 21.

Nr.

I j !
!i

Fundort Museum

Beschreibung

Münz wert Typ

Prägeort Prägezeit

J u s t i n i a n u s I. (527— 565)
d n iv s ti = nianvs [ j Thalmüssing, Brustb. r. mit Perldiadem j; B.A. Hilpoltu. Perlgewand ! stein, • , Grabfund Gew .0,86g Dm .12:13m m ’ Prähist.Staats. ; sammlg. Mün* K. Gr. 24 ! chen 1894, 18 S. 14. 70 !; Lit. S. 133

M 14

1

im Kranz
i

Ä Halbsiliqua

Ravenna

1

fast frisch

vgl. BMC Vand. Taf. 17,21 u.
22

etwa 555—565 vgl. Anm. S. 137 Ravenna etwa 555—565 Ravenna
:

M 15

K. Gr. 8 S. 14 M 16

Selzen, Kr. Oppenheim, Grab 17 ; Altertumsmus. Mainz 874 Köln-Müngers­ dorf, Grab 90 WallrafRichartz-Mus, Köln 29. 391 likcinliessen, Grabfund Ehem. Mus. Worms, ver­ schollen Lit. S. 133 Rheinhessen, Grabfund Ehem. Mus. Worms, verschollen Lit. S. 133 Oberstotzingen, O.A. Ulm, j Grabfund j Altert.Sammlg.1 Stuttgart | Lit. S. 133 Itheinhessen, Grabfund Sammlg. Dr. FliednerMonsheim, RGZM Mainz 0 .15 4 3 9 Rheinhessen, Grabfund Sammlg. Dr. FliednerMonsheim, RGZAI Mainz 0.15440

DNIV5TINI

=

AN VS IC
*

Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,73 g Dm. 12 mm
]

4? 4*

im Kranz

Ä Halbsiliqua

kaum abgenutzt
!
*

vgl. M 14 M Halbsiliqua
'

DNIVSTI = NIA[

Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,70 g Dm. 11 : 12 mm

&*

im Kranz
f

leicht abgenutzt : vgl. M 14 im Kranz ! Vgl. Äl 14 Halbsiliqua
;

K. Gr. 12 S. 14 M 17
*

etwa 555—565 Ravenna

DNIVSTINUANVf ] Brustb. r, mit Perldiadem u. Perlgewand
Gew. 0,87 g Dm. 13 mm

S. 14 M 18 *

etwa 555—565 Ravenna

DNIVSTINI — ANVS
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,87 g Dm. 13 mm 4 ? im Kranz *i V

1

A Halbsiliqua

S. 14 3119

vgl. M 14

etwa 555—565

DNIVSTIHI = ANI[ ] = Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand
Gew'. 0,645 g Dm. 12 ; 13 mm friscli

im Kranz

S. 14 M 20

A* Halbsiliqua . Ravenna etwa 555—565 vgl. BMC Vand. vgl. Anm. S. 137 Taf. 18,4—8 , j A* | (Halbsiliqua? Ravenna vgl. BMC Vand. ' etwa . Taf. 17,15 | 555—565 j u. 16
Ä | j Halbsiliqua ; Ravenna
I

DNIVST! = NIANVSPAVC
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 1,04 g Dm, 14 mm

im Kranz

kaum abgenutzt

S. 14 M 21

[

] = [

JSPAVC
^

Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,96 g Dm, 13 mm

im Kranz

abgenutzt

! ;

i

!

I
V g l.

1 etwa M 20 ; 555—565

S. 14

110

Münzkatalog I. M 22—28, i Nr. M 22
1

Fundort Museum

j

Beschreibung

; Münzwert : Prägeort Typ Prägezeit Ä Halbsiliqua

K. Gr. 19 S. 14 M 28

Köln-Mün­ gersdorf, Grab 91 b WallrafRichartz-Mus. Köln 29, 410

DNIVSTINI = ANVS)CII
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,47 g. Dm. 13,5 mm

f

im Kranz

Ravenna

durchbohrt u. abgenutzt ’ vgl. M 20

etwa 555—565 Ravenna

Untcrthürheim, B.A. Wertingen, Grabfund ; Prähist. : Staatssammlg. K. Gr. 13 München 1890, S. 14.70 436 M 24 Oberolm, Kr. Mainz, Grabfund Mus. Wies­ baden 9555 Dirmstein,
1 B.A. Franken-

DNIVSTI = NIANVSPC
Brustb. r. mit Peridiadem u. Perlgewand Gew. 0,70 g Dm, 12 : 13 mm ^ im Kranz

Ä
Halbsiliqua

etwas abgenutzt etwa 555—565 Ravenna etwa 555—565 Ravenna

vgl. M 20

DNIVS[

J
^ im Kranz

Ä
Halbsiliqua

Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,55 g Dm. 11 mm

.
vgl. M 20

S. 14 M 26 *

etwas abgenutzt

DNIVS[

J ■F
im Kranz

M

S. 14 M 26

thal, Grabfund Ehem. Mus. Worms, ver­ schollen Lit. S. 133

Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. — Dm. 14 mm

etwa vgl. 555—565 BMC Vand. Taf. 18, vgl. Anm. S. 137 9 u. 10 j

Unterthürheim,
B.A. Wertingen, Grabfund

DNIVSTINI = ANVSPPAVC
Brustb. v. v. mit Helm (mit Diadem), Panzer, Kreuzglobus u. Schild Gew. 4,33 g Dm. 20 mm

VI C T O RI = A A V C C ' C 0
stehende Victoria v, v. mit j Kreuzstab {mit P oben) j u. Kreuzglobus ! i. F. r. Stern, i. A, C O N O B ' kaum abgenutzt

N
Solidus Cpl.

Prähist.

K. Gr. 13
S. 14. 70 M 27

Staatssammlg. München 1890, 435 Soest, Grab 106 Mus. Münster

BMC Byz. Taf. 4,12

538—565 vgl. Anm. S. 137 Ravenna

DNIVSTINI = ANVSPPA
Brustb. v. v. mit Helm (mit Diadem), Panzer, Kreuzglobus u. Schild. Gew. 11,225 g Dm. 21 mm (29 mm)

V IC TO R! = A A V C C C r l stellende Victoria v. v. mi t , Kreuzstab {mit P oben) u, Kreuzglobus i. F. r. Stern, i.A. C O N O R
Rw. leicht abgenutzt; als Anhänger in Filigran­ fassung

N
Solidus

K. Gr. 30 S. 14. 70

BMC Vand. Taf. 16, 11 u. 12

etwa 555—565
vgi. A n m .

S. 137

Nachprägungen
M 28 Coberu, DNIVSTINI = Kr. Koblenz, \ ANVSPPAV Grab 2 ! Brustb. v. v. mit Helm Mus. Bonn 3088 (mit Diadem), Kreuz­ globus u. Schild. Gew. 3,95 g Dm. 22,5 mm

VI CTO RI = A AV C CC T
Victoria V. v. schreitend r. mit Kreuzstab {mit P oben) u. Kreuzglobus abgenutzt, mit Resten einer Bronzeöse

fL
mit matter Gold­ plattierung (Solidus) nach BMC Byz. Taf. 4, 11 u. 12 od. BMC i Vand. : Taf. 16 1— 3 nach 538
111

K. Gr. 49 S. 17. 71)

Münzkatalog I. M 29—36 a—f.

Nr. M 29

| [

Fundort Museum

Beschreibung

Münzwert i Prägeort j Prägezeit Typ
1

Muimingeu, B.A. Nördlingen, Grab 1 Mus. Gunzen1 hausen K. Gr. 23 TH ci 1 ’i'i S. 17. 70 i ■ Salgen, : B.A. Mindel: heim, ; Grabfund Mus. Augsburg

IAVICICIVVNA = IHIKVIIM
Brustb. v. v. mit Helm (mit Diadem) u. Kreuzglobus. Will string. Gew. 4,135 g Dm. 22 mm

VICTPHUAACIVCC
Victoria v, v., in der R. Kreuzstah (mit P oben), in der L. Kreuzglobus i. F. r. Stern, i. A. < O N O IT fast frisch

j s
1

N Solidus na

!

j Taf. 16, [ 11 u. 12 ? N Triens Verl ; BMC Vand. j Taf. 7,23 I | Triens

nach etwa 555 ? Italien

M 80

DNIVSTINI — ANVSPPAIC
Brusth. r. mit Perldiadem

VICTORIA AVCVSTORVM
Victoria auf Globus r. mit Kranz und Kreuzglobus i. F.r. Stern, i, A. C O N O B fast frisch

S. 13 M 31 Sclnvarzrheiu-

Gew. 1,405 g

Dm, 15 mm

etwa 527—540 Italien

dorl,
Kr. Bonn, Grabfund RGZM Mainz M 1 Lit. S. 133

DNIVSTINI = ANVSPF/VC
Brustb. r. mit Perldiadem

VI CTO RI A A V CV ST O RV M

N

S. 13

Gew. 1,45 g

Dm, 15 mm

Victoria auf Globus r, mit i Kranz u. Kreuzglobus ! i.F .r. Stern, i. A. C O M O B i ; BMC Vand. frisch j Taf. 7,21

etwa 527—540 Italien etwa 541 —553 vgl. Anm. S. 137 Italien etwa 527—540 vgl. Amn. S. 137 Italien ?

31 32
' K. Gr. 31 S. 13. 70 M 33

Soest,
Grab 165 Mus. Münster

DNIVSTINI — ANV2PPAVC
Brustb. r. mit Perldiadem Gew. 1,1G g Dm. 14 mm

VI CT ORI AA VC V 2T ORV I
Victoria v. v. mit Kranz u. Kreuzglobus i. F. r. Stern, i. A. ■N • stark abgenutzt, mit Öse

N Triens fehlt BMC u. Kraus mit Gold-

Bruchsal, DNIVSTINI = Grah 1 j ANVSPPAIC Mus. Bruchsal Brustb. r. mit Perldiadem

V i C TO R I A A V C V S T O R V
Victoria auf Glohus r. mit Kranz u. Kreuzglobus i. F. r, Stern, i. A. C O N O B Überzug stark zerstört

Überzug
(Triens) nach BMC Vand. Taf. 7,23 N Triens

;

K. Gr. 15 S. 13. 70 M 34

Gew. 1,25 g !

Dm. 16 mm

ThaJmiissiug,

K. Gr. 24
S. 15. 70 M 35

DNIVSTINI = B.A. Hilpolt•NVSPPAIC stein, Brustb. r. mit Perldiadem Grabfund 1 Prähist. Staats-j sammlg. Mün­ chen 1894, 15 i Gew. 1,47 g Dm. 15 mm Lit. S. 133
stempelgleich mit M 34 i Gew, 1,33g i ; j i Dm. 15 mm

j j

VICTORIA AVCVSTORVM
schreitende Victoria r., rückblickend, in der L, Kreuzglobus,i.d.R. Kranz i. F. r. Stern, i. A. CONOD fast frisch

etwa 555—584 ? vgl. Anm, S. 137 fT . N Triens wie M 34 | [ j vgl. Anm. 1 S. 137 IT . l

Munningen, B.A. Nordiingen, | Grab 1 Mus. GunzenK Gr. 23 hausen S. 15. 70 Lit. S. 133

leicht abgenutzt

M 36 a— f Herbrechtiugen, O.A. Heidenheim, Grabfund Bes. Dr. Bern1 hard, HerbK. Gr. 21 rechtingen S. 15 Lit. S. 133

DIIIVSTINI = AlVSPPVd
Brustb. r. mit Perldiadem leichter Wulstreif i i ; Gew. 0,G15 g; 0,647 g; 0,650 g ; 0,665 g ; 0,669 g; ; 0,815 g Dm, 15,5 mm

N (Triens) Stempelabschläge der gleichen Vs. als Anhänger i mit Öse | Rs. glatt; zur Rs. vgl. M j 196 Taf. V, 196
6

j
1

Italien ?

| etwa i i 555—584 ? i 1 vgl. Anm. i S. 137 f., 139

112

Münzkatalog I. M 37— 44.

Nr. M 37

Fundort Museum

DIIIVSTINI — AN VS PPC Kr. Koblenz, I Brustb. r. mit Perldiadem Grabfund schwacher Wulstreif ; Mus. Koblenz Lit. S. 133 j
Gew. 1,50 g Engers, Kr. Koblenz, • Grabfund Mus. Wies­ baden Dm. 15 mm

Müllieitn,

VI CTO RI A AVCV2TORVM
Victoria v. v. schreitend r., in der R. Kranz, in der L. Kreuz i. F. r. Stern, i. A. C ON OP leicht abgenutzt

N
Triens

\

S. 17 M 38

nach 527 vgl. Tolstoi vgl. Anm. Taf. 26,533 | S. 140 N Triens

DMIVITIMI = IMVSPPAIVC
Brustb. r. mit Perldiadem

VI CTORI A A VCVST ORVN
Victoria v. v. mit Glocken­ rock, Blick 1., iu der R. Kranz, in der L. Kreuz­ globus i, F. r. Stern, i. A. CON OB fast frisch

S. 17 M 39

1

Gew. 1,15 g

Dm. 14 mm

vgl. Tolstoi Taf. 27, 535—536

Eichloch, i DN8TNAN! — Kr. Oppenj ANVRPPVC heim, | Brustb. r. mit Perldiadem Grab 54 \ Altertumsmus.! Mainz 5225 | K. Gr. 33 j S. 15 ■ ; Gew. 1,41 g Dm. 14 mm Elsaß Münzkab, i; Straßburg Trier, . Einzelfund (Nikolausstr. j 51a, 1.50— ! 1.60 m tief) i; Mus. Trier 14, 60 Erfurt,

VICORICA VA\ONOT3fA
schreitende Victoria r., in der R. Kranz, in der L. Kreuzglobus i. F. 1. Stern, i. A. C O I I O } fast frisch

N
Triens

nach 527 Italien ?

nach 527

vgl. Anm.
S. 140

M 40
S. 15 M 41

! Rs. stempelgleich mit M 39
Gew. — Dm. 14 mm fast frisch

N
Triens wie M 39

T N 8 T N I = VPPVC
Brustb, r. mit Purldiadem

V ICri lCAVAOTDHI
schreitende Victoria r., in der R. Kranz, in der L. Kreuzglobus i. F. 1. Stern, i. A. COMOD abgenutzt

N
Triens

j
|

Italien ?

I i |
nacli 527 | vgl, M 39

S. 15 M 42

Gew. 1,45 g

Dm, 14 mm

DMIVeTIIIIIIMIVePPA
s Brustb. r. mit Perldiadem j j

i Grabfund
i K. Gr. 17 i S. 17 j M 43 Mus. Erfurt Lit. S. 133

VICCCNI VI VC VOT IVC NV
Victoria v. v., in der R. Punkt in Kreis, in der L. Kreuz i. F. 1. Punkt in Kreis, i. A. ILO fast frisch

N
Triens

Gew, 1,52 g Dm. 14,5 mm Mu imIngen, NDIVTIVA = B.A. NördIVITSINPVV lingen, Brustb. r. mit Perldiadem Grab 1 1 Mus. Gunzen­ hausen Gew. 1,525 g Dm. 16 mm Lit. S. 133

nach 527

VICTORI AAVCVfvTORM
Victoria v. v., in der R. Kranz, in der L. Kreuz- j globus 1 i. F.r. Stern,i. A. C O N O H j leicht abgenutzt

N
Triens

K. Gr. 23 S. 17. 70

j

nach 527

M 44 " ;
,

Suhl,
Kr. Schleusingen, Einzelfund Münzkab. Leipzig Lit. S. 133 !

O H T V O = 0!T EI IL V
Brustb. r. mil Perldiadem

ITOTICVONOOMOTVI !
Victoria v. v., in der R. | Stab, in der L. Kranz i. A. OHI O 1 fast frisch

N
Triens

j i 1 1 j nach 527

|

1

;
S. 17

Gew. 1,30 g

Din. 14 mm

ii
li
Germ. D enkm äler < Völkerw anderungsielt 3. 1. W erner.

16

113

Münzkatalog I. M 45—52.

Nr. M 45

Fundort Museum 3Iuimingcu, B.A. Nördlingen, Grab 1 Mus. Gunzen­ hausen Lit. S. 133 Thalmässing, B.A. Hilpolt­ stein, Grabfund Präh. Staatssammlg, München 1894,16 Lit. S. 133

Beschreibung

Münzwert } Prägeort Typ j Prägezeit

; ONIVMT = MVOOIVVA
| Brustb. r. mit Diadem 1 (mit Perllinie über dem ! Haarschopf). Vor ihm ’ Kugel im Kreis, darauf ' Kreuz {Kreuzglobus) Gew. 1,28 g Dm. 15 mm

CONOAOOIA A HV < V I O O O I V
Victoria v. v., in der R. Kreuzglobus, in der L. Kranz frisch

K. Gr. 23 S. 17. 70 M 40

•IIIIIIHTV — HA'ISVA
Brustb. r. mit Diadem (mit doppelter Perllinie über dem Haarschopf). Vor ihm Kugel im Kreis, darauf Kreuz (Kreuz­ globus) Gew. 1,47 g Dm. 15 mm

VIDIIIIIITCH-AVI
Victoria v. v., in der R. Kranz

I A/ (blaß)
Triens

K. Gr. 24 S. 17. 70 3147

leicht abgenutzt

nach 527 ! vgl. Anm. ! S .140

Köln-Mün­ gersdorf ■ Grab 131 S Wallraf; \ Richartz-Mus. \ T „ Köln 29, 704 K. Gr. 25 il S. 17 ;[ 3148 Worms oder Umgegend Mus. Wörms V, 17 Lit. S. 133 Landau i. Pf., Grab 29 Mus. Landau ,| i. Pf. i Munningen, B.A. Nördlingen, Grab 1 Mus. Gunzen­ hausen Lit. S. 133 3IüIhofcn, Kr. Koblenz, Grabfund Mus. Koblenz 179

o v o m ih - - u m iiio v o

III>011IH, CIIII1T
Victoria v. v., in der R. Kranz, in der L, Kreuz­ stab i. A. OIIO frisch

N
Triens

Brustb. 1, mit Diadem, vor ihm Kreis, darauf Kreuz (Kreuzglobus) Gew. 1,245 g Dm. 14 ; 15 mm

nach 527 vgl, Anm. S. l '.O N Triens nach 527 vgl. Anm. S. 140

llcnTIN — = AVruPV
Brustb. r. mit Perldiadem

IVVJIAIVIIVAIOTV
Victoria v. v., in der R, Kranz, in der L. Kreuz i. A. ONO frisch

S. 17 >1 49

Gew. 1,50 g Dm, 13,5 mm

j

ONI VSTI NIANVO

RIN A AMEN
schreitende Victoria r. mit Kranz u. geschultertem geriefeltem Stab i. A. .J 1 1 . frisch i

N
Triens Westgoten­ reich t nach 527 ! vgl. Anm. S. 140 f. Westgotenreich

K. Gr. 32 S. 16 M 50

Brustb, r. mit Perldiadem Kreuz auf dem Mantel : i. F. r. S t Gew. 1,405 g Dm. 14 mm

I VTiNlANVIMIT
Brustb. r. mit Perldiadem Kreuz auf dem Mantel

VICVN = NVNIHC
.schreitende Victoria r. mit Kranz u. geschultertem geriefeltem Stab, Kopf kreuzförmig i. A. C - N frisch

N
Triens

K, Gr. 23 S. 16. 70 31 51

nach 527
! Vgl. M 49

Gew. 1,415 g

Dm. 17 mm

*NVIAT — 1TVNA
Brustb. r. mit Perldiadem Kreuz auf dem Mantel

1 VA — ANIT 1
schreitende Victoria r. mit Kranz und geschultertem geriefeltem Stab, Kopf kreuzförmig i. A. C ON O D frisch, mit Öse

N
Triens : Westgotenreich

S. 16 M 52

| Gew. 1,50 g

Dm. 18 mm

nach 527

I

j vgl, M 49

Mun umgen,

OSIVIM1AISITMI
Brustb. r. mit Diadem Gew. 1,40 g Dm. 14,5 mm

: B.A. Nürd: lingen, Grab 1 i Mus. Gunzen| K.Gr. 23 hausen S. 16. 70 Lit. S. 133

ll/IIVTIV} = AVCCIMVCil
Victoria v. v. mit Kranz u. Kreuz fast frisch

N

(hell) Triens

; Frankreich

vgl. Prou 12—25

nach 527 vgl. Anm. S. 141

114

Münzkatalog I. M 53— 60.

Nr.

Fundort Museum Rheinhessen

j
i

Beschreibung

Münz wert

Typ
N (hell) Triens

Prägeort ; Prägezeit

M53

V DI OT A VA T9 IA S
Brustb. r.

OI AT ! — WIAICVIII
vogelartige Victoria v. v., mit kreuzförm. Kopf, in der R. Kreuz, in der L. Kranz

Mus. Worms
V, 19

Frankreich

S. 16 Olwisheim, Kr. Straßburg, Einzelfund Mus, Straß­ burg 37 372 Lit. S. 133

Gew. 1,14 g Brustb. r.

Dm. iiiu m mit Diadem

leicht abgenutzt

vgl. Prou 12— 25 N (hell) Triens

nach 527 vgl. M 52 Frankreich

DMWVACIVSIMI

NVflOTSVDVAIVOTDIV
schreitende Victoria r., in der R . Kranz, in der L. Kreuz i. A. OlM O frisch

S. 16 M 56

Gew. 1,38 g Brustb. r.

Dm. 15 mm mit -Diadem

vgl. Prou 12—25 N (hell) Triens

nach 527 ! vgl. M 52 Frankreich

Köln-Mün­ gersdorf, I Grab 135 | Wallraf! K. Gr 16' Richartz-Mus. S. 16 r Köln 29, 722 Andernach, Kr. Mayen, Grabfund Mus. Bonn

IIVHVUWJIVIVISV

Vf VI SV IVIIVIVIVII1-1VI
vogelartige Victoria v. v., schreitend r., in der R. Kreuz, in der L. Kranz leicht abgenutzt

Gew. 1,385 g

Dm. 15 mm

vgl. Prou 12—25

nach 527 vgl. M 52 Frankreich nach 527 vgl. M 52

M 56

Brustb. r. Gew, 0,60 g

Legenden unleserlich vogelartige Victoria v. v. Dm. 14 mm zerbrochen u. stark zer­ stört

Ä.
mit Gold­ überzug vgl. Prou 12—25

S. 16 M 57 Soest, IVS TI 11 = AVSPPAVC 1 Grab 165 ! Brustb. r. mit Diadem Mus. Münster | Gew. 1,275 g Dm. 14 mm

VCT0LVXVI02IJII
Labarum zwischen zwei Männern i. A. iOWIO abgenutzt, mit gerippter

N
Triens zur Rs. vgl. Bclfort 5442 N (hell) Triens nach 527

K Gr. 31 S. 17. 70 M 58

Öse
Wimpfen a. N., NIV ST ! NI = ANVSPP I MVCIAIV-VlSAI Kr. Heppen­ Brustb. r, mit Perldiadem unkenntliche Victoria v, v. heim Sammlg. Hasten der Legenden punktförmig verdickt Unger 1746 Gew. 1,32 g Dm, 14 mm kaum abgenutzt

nach 527

S. 17

J u s t in u s II. (565—578)
]tf59 Friedberg, Grabfund Münzkabinett Darmstadt HT 22 a Lit. S. 133 Htntscliingen, A. Engen, Grab 14 Mus. Karls­ ruhe 10597

[DNIVSTI] — NVSPPAVC
Brustb. r. mit Perldiadem ' u. Perlgewand; Pkr. ■ I Gew, 0,68 g : Dm. 12 : 12,8 mm

&
CN im Kranz
frisch i BMC Vand. ! Taf. 17,27 565—578 Cpl.
100 N u i n i n i ^

Ravenna

j Halbsiliqua

S. V M 60

DNI VSTI — NVSPPAVC
Brustb. v. v. mit Helm (mit Diadem), Panzer, in der R. Victoria auf Globus, in der L. Schild Gew. 7,5 g Dm. 19 mm

[ VICTO]RI = A A VC C C A j * N
Solidus N£a Pcb^r) thronend v. v., Blick r., mit Helm, in der R. Lanze, in der L. Kreuz -1 globus | BMC Byz. i. A. C O N [ O B ] i Taf. 11,1 in Fingerring gefaßt, sehr (wo Offizin stark abgenutzt. fehlt)

K. Gr. 47 S. 14

565—578

15*

115

Münzkatalog I. M 61—67.

Nr.

|

Fundort Museum

1 !

„ , BescbreAung

Münzwert Typ

Prägeort Prägezeit

N a ch p rä g u n g e n
M 61 nach Justinus II,, M 62— 65 nach Justinus I. oder II. Munningen, B.A. Nordlingen, Grab 1 Mus. GunzenK. Gr. 23 hausen S. 17. 70 Lit. S. 133 M 62 Weinheim, Grab 18 Mus.Weinlieim M 61 V STI = (N VSPPAV Brustb. v. v. mit Heim {mit Diadem), Panzer, in der R. Victoria auf GIobus, in der L. Schild Gew. 3,885 g Dm, 20 mm V I C O N A !" AAVCCCM Nea Pw|if| thronend v. v., Blick r., in der R. Lanze, in der L. Krcuzglobus i. A. C O N X + fast frisch V iC T O = RIAVCC V ictoria v. v., mitKranz u. Kreuzglobus i.A . . . . leicht abgenutzt V IC T O R PAC O schreitende Victoria r. mit Kranz u. geschultertem geriefeltem Stab i. A. CIIO leicht abgenutzt N Solidus j

nach | BMC Byz. j Taf. 11,1 narh 565 N (hell) Triens Frankreich nach 518 od. 565 vgl. Anm. S. 141

A!V(/>TIIIV2GO Brustb. r. mit Diadem

K. Gr. 34 Ü S. 16 M 63 pValdbUllg, i, Luxemburg, Einzelfund j Mus. Trier | 11,442 j, Lit. S. 133

Gew. 1,40 g

Dm. 15 mm

vgl. Prou 1— 5 N Triens

DNIVSTI = N VSPPAV Brustb. r. mit Diadem |

S. 17 M 64

1 Qew j| 35 g Dm. 14,5 mm

nach 518 od. 565

Wielandsheim,

DN I V S T I — NVSPP/VC
r. mit Diadem

. B.A.Kitzingen,. Brustb. ’ Grabfund j German. Nat. . Mus. Nürnberg : 1889/90 Nr. 167 S. 17. 70 ! M 65

V | C T [ OR I ] A — AVCVSTORV

N
Triens nach 518 od. 565 vgl. Anm, S. 141

i Gew. 1,505 g

Dm. 15 mm mit Diadem

schreitende Victoria r. mit Kranz u. geschultertem Vgl. Tolstoi Stab jTaf.111—113 u. Beifort i. A. [ ] MO B 5192/5, 5199/5200 abgenutzt, mit Öse

Rheinhessen,
: Grabfund Mus. Worms F 102 "

1 DNIIVVI = WV8PPIAVC
Brustb. r,

D M V T O T A l = I AOTDIV
vogelförm, Victoria schreitend 1., in der R. Kreuzglobus,in derL. Kreuzstab i. A. 'ONO* leicht abgenutzt, durch- i bohrt

>t mit GoldÜberzug (Triens) nach 518 od. 565

! Gew. 1,31 g

Dm. 16 mm

S . 17

Ti b er iu s II. C o n st a n t in u s (578—582)
M 66 Munningen, B.A. Nördlingen, Grab 1 Mus. Gnnzenhansen K. Gr. 23 Lit. S. 133 S. 14. 70

CONSTANTA = WCWIWF6LIX
Brustb. v. v. mit Krone (mit Kreuz), in der R. Pergamentrolle, in der L. Reichsadleru. Kreuzglobus Gew. 4,15 g Dm. 21,5 mm

M I C T O R T I =<5€RIAWS
Kreuz auf vier Stufen i. A. COXO<5

N
Solidus Cpl.

schwach abgenutzt

vgl. BMC Byz. Taf. 13,20

578—582

M a ur ic iu s Ti b e ri u s ( 5 82 — 602) Nachprägungen
M 67 Gammertingen, O.A. Sigma­ ringen, , Grabfund K, Gr. 37 Mus. SigmaS. 15. 70 ringen 612

DNC0/V= R I T b P V
Brustb. r. mit i. F. r. M dicker Wulstreif Gew. 1,62 g Diadem

VICTORIAAVIVITORII
Victoria v. v. mit Kranz u. Kreuzglobus i. F. r. Kreuz, i. A. I O N O frisch, mit Öse

N
Italien Triens etwa vgl. 584—615 BMC Vand. Taf. 18, ; vgl. Anm. 22— 24 i S. 137 f., 141

Dm. 20 mm

116

M ünzkatalog I. M 08—74.

NrM 68

Museum | Gammertingen,
1 O.A. Sigma­ 1

j

Beschreibung VICTO R IA AVIVITMORVM Victoria v. v. mit Kranz u. Krcuzglobus i.P\ r, Kreuz,i. A. C O N O R frisch, mit Öse VMTORiAAVI VIT NORM Victoria v. v. mit Kranz u. Kreuzglobus i.F. r.Kreuz,i. A. C O N O IR frisch, mit Öse V ICTOIIAAVITO IVilV 1 Victoria v. v. mit Kranz u, Kreuzglobus | i. F. r. Kreuz, i. A. O O IIO ] frisch IVIVOII VV|VVVVVVO|.VII Victoria v. v., in der R. Kranz i. F. 1. Kreuz zwischen zwei Punktgruppen i, A. IOIIO frisch

Münzwert ■ Prägeort Typ i Prägezeit

ringen, Grabfuud : Mus. SigmaK. Gr. 37 ringen 612 S. 15. 70 | i M 69 Gammertingen, O.A. Sigma!; ringen, Grabfund K. Gr. 37 Mus. SigmaS, 15. 70 ringen 612 ■ Untereching, ,, Land Salzburg : Mus. Salzburg K Gr 38 *^3 | ! Rcichenhall, / B.A Berchtes­ gaden, ; Grab 86 Mus. f. Vor- u. Frühgesch. Berlin II c
5200

DNDAVR - C T dC P P V Brustb. r. mit Diadem ; i. F. r. < dicker Wulstreif Gew. 1,60 g Dm. 22 mm

N
Triens Italien

etwa : 584 — 615 vgl. M 67 ‘ vgl. M 67

[ J = T !b P P V 2 Brustb. r. mit Diadem i. F. r, C dicker Wulstreif Gew. 1,62 g Dm, 21,5 mm j DN DAVR = CTDPPVI ; Brustb. r. mit Diadem j i dicker Wulstreif | Gew. 1,458 g Dm. 22 mm

N
Triens Italien i . i etwa 1 584—615 vgl. M 67 | vgl. M 67 A/ Triens Italien etwa 584—615 i vgl. M 67 s i Italien

M 70

S. 15 M 71

vgl. M 67

|||VIIAV=CMOOAAII Brustb. r. mit Diadem

N
Triens

l i i

_ K. Gr. 39 S. 15

dicker Wulstreif Gew7 1,38 g . Dm. 21 mm

etwa 584—615 vgl, M 67 ' vgl, M 67

i

P h o c a s (602—610)
M 72 Cobern, Kr. Koblenz, Grab 2 Mus. Bonn 3089 dN F O C A S = P 6 RPAVC bärtiges Brustb. v. v, mit Krone {mit Kreuz), in der R. Kreuzglobus Gew. 6,60 g Dm. 20 mm [V IC TO RIA = AVSH] Victoria v. v, mit Kreuz stab (mit P oben) u. Kreuzglobus i. A. C O N O B leicht abgenutzt, in einen Fingerring gefaßt [V IC TO RIA = AVSM] VicLoria v. v. mit Kreuzstab {mit P oben) und Kreuzglobus i. A. C O N O B

N
Solidus Cpl.

j
K. Gr. 49 S. 15. 70 M 73

BMC Byz. Taf. 20,4

602—610 Cpl.

e S. 1a

Wesseling, d N F O C A S = P€RPA VC Kr. Bonn, bärtiges Brustb. v. v. mit Einzelfund Krone {mit Kreuz), in der (ausdemRhein) R. Kreuzglobus Mus. Bonn 34107 Gew. 11,30 g Lit. S. 133 Dm. 20 : 22,5 mm

N
Solidus

fast frisch, in einen Finger- BMC Byz. ' Taf. 20,4 ring gefaßt

602—610

H e r a c l i u s (610—641)
31 74 Niederstotzin- j . gen, O.A. Ulm, Brustb. v. v. mit Krone, Einzelfund j in der R. Kreuzglobus : Mus. Günzburgi ' Lit. S. 133 | Gew. 10,10 g ;j Dm- 21 : 22 mm

R.
IB, Kreuz auf | | Y
i. A. A A €2 , stark abgenutzt Alexan­ 12 Nummia drien ! zur Vs. vgl. BMC Byz. I Taf. 26, , 17 u. 18 ; zur Rs. vgl. ; BMC Byz. ; Taf. 26,16 |610 —641 (?)

S. 15

j :j i ;i

j
,

117

Münzkatalog I, M 75— 80.

Nr. M 75

Fundort Museum

Beschreibung

Münzwert

Typ
N
Solidus vgl. BMC Byz. Taf. 23,3

Prägeort Tragezeit

Müllingsen,
Kr. Soest, Einzelfund Münzkab. Berlin 21 277 Lit. S. 133 Wonsheim, Kr. Alzey, Grabfund Mus. Worms

dNh€RACLI=:H SPPAVC
bärtiges Brustb. v. v. .mit Krone (mit Kreuz), in der R. Kreuzglobus Gew. 3,69 g Dm. 22 mm

VI CTORI A = AVSH€
Kreuz auf drei Stufen i. A. OBXX fast frisch

Cpl. 610 — 613 vgl. Anm. S. 141 Cpl.

S. 15 M 76 .

ddNNh[€RACLIHS €Ch€RACONSÜPPAV]
bärtiges Brustb. des Hera­ clius v. v., r. neben ihm bartloses kleineres Brustb. des Heraclius Constanti­ nus; beide mit Krone (mit Kreuz) i, F. Kreuz. Gew. 6,02 g Dm. 1 7 :1 9 mm

V [I CT] OR[ IA = AVQHJ
Kreuz auf drei Stufen i. A. OBXX

N
Solidus

K. Gr. 48 S. 15. 70 M 77 Sinzig, Kr. Ahrweiler, Grabfund Mus. f. Vor* und Früh­ geschichte Berlin Inv. I i 1448

j fehlt i etwa ! BMC, Tolstoi,Sab. ; 613/14—630 oder spater i vgl. vgl. Anm. abgenutzt, in einen Finger­ BMC Byz. ; Taf. 23,'« i S . 141 ring gefaßt

[ddNNh€RACLIHS €üh€ RA CON SCP PAV ]
wie 76 Gew. 1 2,45 g Dm. 19 :22 mm

[ VICTORIA
wie 76 i.A . [

AVqHj

N
Solidus Cpl.

]X
etwa 613/14—630 oder später Cpl.

stark abgenutzt, in einen Fingerring gefaßt BMC Byz, Taf. 23,4

K. Gr. 53 S. iS M 78

Pfahlbeün,

1

’ O.A. Eli; : wangen, Grab 4 German. Nat. Mus., Nürn- ; I berg 1149 K. Gr. 46 S. 15

[ddN ]Nh€RA[CUHS €tJh€RACONSCPPAVJ
bärtiges Brustb. des Hera­ clius v. v. mit Krone (mit Kreuz), r. neben ihm win­ ziger Rest des Brustbildes des Heraclius Constantinus i. F. Kreuz Gew. 3,74 g Dm. 1 2 :1 3 mm

V I C T [ O R I A - AVQH]

|

N

Ansatz des Kreuzes auf | (Solidus) drei Stufen I i. A. B O X [ X ] |

Aus dem Solidus ist der j Kopf des Heraclius her- • etwa ausgeschnitten und in : einen Fingerring gefaß t ; 1 BMC Byz. 613/14 — 630 leicht abgenutzt ! Taf. 23,4 : oder später

M 79

S. 15

j Alzey, j dNh€RACL1 = I Grabfund ! | HSPPAVS ; Altertumsmus.! Brustb. r. mit Perldiadem Mainz 1452 i Lit. S. 133 Gew. 4,12 g Dm. 15 : 16,5 mm

VIC[TORIAAVCH]
Kreuz auf Globus leicht abgenutzt, in einen Fingerring gefaßt

j
1

N
Triens BMC Byz. Taf. 23,13 Cpl.

610 — 641

Constans II. (641—668)
M 80 Welüenthurm, ÖNCON [ST AN = Kr. Koblenz, ÜINHSPPAV] Grabfund Brustb. r. mit Perldiadem Mus. f. Vor- : _ . __ _ und Früh| Gew. 1,55 g Dm. 1= mm gesch. Berlin I i ' 1617

V I CT ORI A = AV[CH]
Kreuz auf Globus leicht abgenutzt

N
Semissis vgl. BMC Byz. Taf. 33, 1 1 — 12 Tolstoi Taf. 53,84 u. 86 Cpl.?

S. 15

641— 668

118

Münzkatalog I. M 81—88.

Nr.

Fundort Museum

Beschreibung

Münzwert \ Prägeort Typ Prägezeit

Nicht
M 81

zuteilbare
Düren,

Nachprägungen
NIVTJ = V N Z D U P C

na ch
[

byzantinischen
JAVCCC

Kaisermünzen
N Solidus

S. 17 M 82

Grabfund ! Brustb. v. v. mit Helm Bes. Dr. W ey- ; (mit Diadem) u. geschulgand, Dussel- ' terter Lanze dort j i. F. ? Lit. S. 133 in ! Gew, 4,43 g

schreitende Victoria 1, mit Langkreuz

6 . Jahr­ hundert

Beckum,
Grab 6 Mus. Münster Lit. S. 133 Kopf v. v. mit Perldiadem, auf winzigem Körper auf­ sitzend i. F. r. Kreuzglobus Gew. 0,61 g Dm. 15 mm

DDDDC = A C C C C O

i

fL

schreitende Gestalt 1., in 'goldplattiert der R. Kreuzstab j (Triens) | Vs. nach I Solidus wie leicht abgenutzt i BMC Byz. i Taf. 4,12

K. Gr . 42 S. 17

nach 538 vgl. Anm. S. 137

M88

Munningen, B.A. NÖrdlingen, * Grab 1 Mus. Günzen­ K. Gr. 23 hausen Lit. S. 133 S. 17. 70 M 84

III[

]lll[

JIAVC

[

JAAVCVTOVI

!

N
Triens

Brustb. r. mit Diadem

Victoria v. v., in der L, i Kreuzglobus, in der R. ‘ Kranz abgenutzt

Gew. 1,39 g Dm. 14,5 mm

6 . Jahr­

hundert

Erle,

K. Gr. 29 S. 17 M 85

d T f t 2 f t 2 T = .A H A E Kr. Reckling- j Brustb. r. mit Perldiadem hausen, Grab 11 1 Kath. Volks­ Gew. 1,56 g Dm. 15 mm schule Erle i. W.

I

VAftAruN< = T i n « w

; N (hell)
Triens Friesland

Victoria v. y., in der R. ’ Kranz, in der L. Kreuz ' i. F. 1. Stern, i. A. O ft O | fast frisch j

vgl. Anm. S. 141

Cobem, • Kr. Koblenz, ^ Grabfund ' Mus. Bonn 1 3103 '

DNINDVOC =
a i< w x v s q Brustb. i. mit Diadem

VITOIAVioVCTOOVN

!

Ä.

Victoria v. v., in der R. mit GoldKranz, in der L. Kreuz- ■ Überzug (Triens) globus i. A. O N O leicht abgenutzt

S. 17

Gew. 0,66 g

Dm. 14 mm

M 86

Wielandslieim, S X f l l S X S = S X A T S X O
B.A. Kitzingen,' Brustb. i. mit Perldiadem Grabfund German. Nat.- j Mus., Nürnberg; 1889/90 Nr.168' Gew. 1,60g Dm, 14,5 mm

CSXTSSHVJIMTIVTXSS
schreitende Victoria r., in j derR.Kranz.inderL.Kreuz | i. F. r, Stern j fast frisch, mit gerippter Öse ! v u r n - = v H H H v -y i Victoria v. v., in der L. Kreusztab

N Triens j j j ■ N Triens \

S. 17. 70 Gammertingen, \ HMHUrtAJAMA O.A. Sigma- . Brustb, r. ringen, j I K. Gr. 27 | Grabfund I Dm. 14,5 mm S. 17. mit Mus. SigAnm. 4 maringen 564 i M 88 Rheinhessen, bei Alsheim ? Grabfund Sammlg. Unger 1753 Lit. S. 133 M 87

frisch

VITOZVC = IV2TAVC
Brustb. 1. mit Diadem Gew. 0,98 g Dm. 1 5 :1 6 mm

V IC O = O T i PI
leicht abgenutzt, durchbohrt

!

. *•
GoldÜberzug (Triens)

Victoria 1., in der R.^Stab i

S. 17

119

Münzkatalog I. M 89—96.

1 r*

Fundort Museum

Beschreibung

i

Münzwert

Prägeort Prägezeit

M 89

RUeinhessen, D I IU = > C H J T O S C j bei Aisheim? i Brustb. r. mit Diadem ' Grabfund Sammlg. ! L i t ^ 133° Rlieinliessen,
1 bei Alsheim ?

T+IOI+COCI-TI
Victoria v. v., in beiden Händen Kreuze i. A. C O I I O O frisch [ ]T[ ] Victoria v. v., in der R. Kreuz, in der L. Kranz i. A. M frisch

N

(hell) Triens

S 17 AI 90 j; 1 ; !l [j

| G ew -1»3^ .

Dm. 14 mm

miVflVTOIV
Brustb. r. mit Perldiadem

N

(hell) Triens

S. 17 M 91 *

Grabfund Sammlg. Ungerl752 Lit. S. 134 Rheluhessen,

Gew. 1,45 g

Dm. 14 mm

ij bei Alsheim?
■ Grabfund Sammlg. Ungerl758 Lit. S. 134

unkenntliche Umschrift Brustb. r. Gew. 1,47 g Dm. 14 mm

«STACN— A
Victoria v. v.

N

(hell) Triens

S. 17 M 92

;i Schwarz»
rhelndorf, ij Kr. Bonn, j! Grabfund ! RGZM Mainz |M2 | | Lit.- S. 134 |

IllUMVC = > O T N 0 1 1 1 111
Brustb. 1., zwischen Umschrift u. Bild beidseitig 5 Kreise Gew. 1,23 g Dm. 13 mm

[

]O V O = CN1IOIV

N
Triens

schreitende Victoria 1., in der R. Kranz, in der L. Stab i. A. O A O I O fast frisch

S. 17 M 93

vgl. Anm, S. 140 zuM 37

' Köllig,
Kr. Saarburg i; Münzkab.

[
Brustb. r.

] = IIVNI
sitzende Gestalt r. i. A. RV frisch

N
Triens

s. n
M 94

ii Bl“ rlin

Gew. 1,27 g Dm. 11,5 mm

Thalmässing, B.A. Hilpolt\ stein, { jj Grab 1 ; German. Nat.* K. Gr. 26 '' Mus. Nürnberg S. 17 ■ 1044 Kirchlieim, O.A. Besig-

ILIAD = IV
Brustb. r. ? leichter Wulstreif Gew. 0,94 g Dm. 14 : 13 mm

VIAIAAAN
Kreuz auf drei Stufen fast frisch

N
Triens

|
|

i
| nach 578 | vgl. Anm. ; S .142 j zu M 169

M 95

>
Brustb. r. mit Diadem Dm. 13 mm Kreuz im Kranz leicht abgenutzt

£.
vergoldet

S. 17

a Gew. 0.88 g Grabfund i ■Altert.Sammlg. Stuttgart Lit. S. 134

B: Ostgotische Silbermünzen.*) Theoderich (493—526)
M 96 Eugcrs, Kr. Neuwied, Grabfund Mus. Wies■ baden

[DNANASTA — S] IVSA VC
Brustb. r. mit Perldiadem Gew. 0,40 g Dm. 10 : 12 mm

DSfl
1X U t
(Monogramm rieh) d.

!
TJieode-'

Ä 1 |Halbsiliqua

Italien

|

S. ll ff.

i| |

stark abgenutzt, ausgebrochene Durchbohrung

'

, 1 VßK I BMC Vand. ] etwa Taf. 6,8 u. 9 i 493—518

*) Hinzu kommen 7 Halbsiliquen Theoderichs aus Grab 12 von M engen, AnU Freiburg, Oberbaden, die dem Verf. erst nach Fertigstellung des Katalogs zugänglich wurden; vgl. dazu meinen Aufsatz: „Ostgoten münzen Theoderichs d. Gr, von Mengen“ in Badische Fundberiehte 3, 1933, 89 IT und Bk f. Münzfr, 6 8 , 1933, 674 ff. mit Taf. .
120

Münzkatalog I. M 97— 104.

Nr. M 97 *

Fundort Museum Rheinhpssen, Grabfund Eliem. Mus, Worms, • verschollen ! Lit. S. 134

| [

Beschreibung

j

: Münzwert ! Prägeort ; Prägezeit T yp Italien

] = SIVSAVC

K D

Brustb. r. mit Perldiadem Gew. 0,60 g Dm. 11 mm

(Monogramm d. Theode­ i rich)

1 Ä ! Halbsiliqua

S. 11 IT .

vgl. M 96

etwa 493—518

A t h a l a r ic li (527—534)
M 98 Schierstein, j DNIVSTINI^ Kr. Wiesbaden, ! ANVSPAVC Grabfund : Brustb. mit r. Perldiadem Mus. Wies­ u. Perlgewand baden i 1 Mörstadt* Kr. Worms, Grabfund Eliem. Mus. Worms, verschollen Lit. S. 134 Tholey, Kr. St. Wendel, Grabfund Mus. Trier Lit. S. 134 Gew. 1,20 g Dm. 13 mm im Kranz (Monogramm d. Athalarich) Rs. zeigt Schlagspur frisch I M | Ganzsiliqua
1

Italien

S. 11 ff. M 99 *

| s ! BMC Vand. ] Taf. 8,8 i Ä , Halbsiliqua

etwa 527—534 Italien

D N I V S T I — [NIANAVJ
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,665 g Dm. 12 mm

DN ATHAL ARI CVS im Kranz RIX
frisch

S. 11 ff. M 100

BMC Vand. Taf. 8,9 u. 10

527—534 Italien

[

] — N IA NA VC

Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew, 0,56 g Dm. 11 mm

DN ATHAL A R I C V S im Kranz RIX
stark abgenutzt

M
Halbsiliqua

S. 11 IT .

vgl. M 99

527 — 534

W i t i g i s (536—540) oder H i l d e b a d (540— 641)
M 101 Flomborn, Kr. Worms, Grabfund Mus. Worms l Lit. S. 134

DNIVSTI =[NIANAVCJ
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand im Kranz (Monogramm d. Theode­ rich) frisch im Kranz (Mouogramm d. Theode­ rich ) frisch Halbsiliqua Italien etwa 536—541 BMC Vand. 1 vgl. Anm. S. 141 Taf. 10,5 u. 6

1

S. HIT. M 102

j
Kaltenengers, Kr. Koblenz, Grabfund Miinzkab. Germ. Nat.Mus. Nürnberg 13163

Gew. 0,72 g Dm. 10,5 mm

D N I V S T I = NI[ANA]VC
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. 0,47 g Dm. 11 mm

M
Halbsiliqua Italien

S. 11 ff. M 108 *

BMC Vand. Taf. 10,7

e twa 536—541 vgl. M 101

Friedberg, Grabfund Eliem. Mus. Darmsladt, K. Gr. 10 verschollen S .l l f f . , Lit. S. 134

DNIVSTI =

N1ANAVC
im Kranz (Monogramm d. Theoded er ich)

Ä
(Halbsiliqua)

j
Italien

Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand

i
j Gew. ? Dm. 1 1 mm

etwa RMG Vand. j 536—541 Taf. 10,7 ; vgl. M 101

T o t i l a (541—552)
HfezlieSm, A. Rastatt, Grabfund Mus. Rastatt K. Gr, 6 ; S .l l f f . | f Lit. S. 134 M 104 *

j j

ä
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand Gew. ? Dm. ?
W erner.

! i

:

im Kranz (Monogramm d. Theoderich)

Halbsiliqua j Ticinum ?

i

BMC Vand. 1 i Taf. 11,9 ; 541—552
16

Gi-rm. D enkm äler d. Völlcerwatuieninga 2 ejt 3,

121

Münzkatalog I. M 105— 110.
1

w

j' j;

Fundort Museum

j

Beschreibung

Münzwert Typ Ä Ganzsiliqua
1

Prägeort Prägezeit

31 105

K.Gt.H
S. 11 IT . 31 100

Obrigheim, B. A. Fran; kenthal, : Grabfund Mus. Speyer X II 5906

DNANASTA = SI[VSPAVCj
Brustb. r. mit Perldiadem u. Perlgewand ; Gew. 1,22 g : Dm. 13,5 : 14,5 mm

DN BADV „ ILA *m ^ ranz REX
etwas abgenutzt

Ticinum? |

j

'BM C Vand, j ( Taf. 11,5 j 541—552 | Ät \ Ganzsiliqua Ticinum ?

| HM Ol AM — T A S I V u , Thalmässing, :j B.A. Hilpolt- i Brustb. r. mit Perldiadcm | stein, ! u. Perlgewand ! Grabfund Prähist.StaatsGew. 1,32 g Dm. 13 mm ; sammlg. ; München K. Gr. 14 1894,17 S. Uff., 70 Lit. S. 134 Sesenhelm, Kr, Hagenau, Grabfund 1 Münzkab. Straßburg Lit. S. 134 | ILIXT[ICIN]VS , Bru 5 tb. r. mit Diadem J j ! j G ew .— D m .15 :16m m

DN BADV |LA RIX
kaum abgenutzt

vgl. BMC Vand. Taf. 11,8

541—552 Ticinum

31107

DN BADA ILA R£X
leicht abgenutzt

Ä. 10 Nummi

S. 11 ff.

vgi! BMC Vand. J Taf. 11,22 j 541—552

T e j a (552-553)
31108 Hahnheim, D N A N A S T A = S1VSAVC Kr. Oppen! Brustb. r. mit Perldiadem !' heim, ! u, Perlgewand 1 Grab 57 ; ! K.Gr. 9 Altertumsmus.: Gew. 1,51 g Dm. 14 mm S. 11 IT ; Mainz 3605 . 1

DN THIL AREX
. leicht abgenutzt und schädigt be-

& I ; Ganzsiliqua Ticinum? 1 i Vand. J . Taf. 12,17 ; 552—553
bm q

G: Merowingische Münzen. Königsmünzen. T h e o d e b e r t II. (595—612)
M 109 Worringen, Kr. Bonn, Einzclfund ^0^83^°nn S. 16 Lit. S. 134 |

THIOD* = IBIRTI Brustb. r. mit Perldiadem
Gew. 1,20 g Dm. 11 mm

M ANIIjOBOCC AR, dazwischen Punkt
i. A. IMOM frisch

N
Triens Arvernum (ClermontFerrand) 595—612

zu Beifort 339

C h i l d e b e r t III. (695—711)
31110 , Sachseiiburg, j Kr. EekartsBrustb. r. mit Diadem, dai berga, vor Zeichen (Monogramm?) j Einzelfund Gew. 1,28 g Dm. 12,5 mm 1 (mit M 112 ) i i Mus. Halle a.S.i S. 16, 70 !; Lit. S. 134 j I ! -

+VENCEgoMI VSM
Monogramm frisch

N
Triens Rutenis {Rodez, Aveyron) Münzm. Vendemius 965—711

:
j

zu Beifort 3904—3905

1
ii

122

Münzkatalog I. M 111— 118.

Nr.

Fundort Museum

Beschreibung

Münzwert Typ

Prägeort Prägezeit

Münzmeistermünzen. F r a n z ö s is c h e und lo t h r i n g i s c h e P r ä g u n g e n
M 111 ! Mechtersheim, B.A. Speyer, Einzelfund Mus. Speyer X II, 5574 ‘ Lil. S. 134

X/VRILIAWl£
Brustb. r. /

BERTVXF Vtn
Kreuz auf Globus zwischen zwei Sternen fast frisch Triens Aurelianis (Orleans) Münzm. Bertulfus

Gew. 1,185 g ( Dm. 11 mm

S. 16 M 112

zu Beifort 494

i Sachseoburg,
1 1

COSTAWTIAI
Kopf v. v. Gew. 1,39 g Dm. 12,5 mm -

LANDOMARVS
Kreuz zwischen Punkten irisch vier

fit
Triens Constantia (Les Constants, Vaucluse ?) Münzm. Landomarus Laudunum (Laon) Münzin. Sigimundus

!

t t
S. 16. 70 ! M 113

Kr. Eckarts­ berga, Einzelfund (mit M 110 ) Mus. Halle a.S. Lit. S. 134 Neustadt a. Rübenberge, Hannover, Einzelfund Mus. Hannover 74: 31 Büttelborn, Kr. GroßGerau, Grabfund Münzkab. Darmstadt Lit. S. 134

fehlt Beifort u. Prou

LEVDVNO
Brustb. r. Gew. 1,27 g Dm. 13 mm

S I C I M V N D V oj
Balkcnkreuz auf Globus i. F. r. Stern, i. A. (fl frisch

M
Triens

S. 16 j\I 114

l zu Beifort 2107

METTISCIVETATI
Brustb. r. mit Perldiadem Gew. 0,87 g Dm. 15 mm

JL ANSOALDVSOSONETX ' mit Gold­ Kreuz zwischen A — D abgenutzt überzug (Triens) zu Beifort 2925/26

Mettis (Metz) Münzm. Ansoaldus

S. 16

M 115

Cobern, Kr. Koblenz Mus. Bonn i 3105
1

COETTlüiCIVETATI
Brustb. r. mit Perldiadem Gew. 0,99 g Dm, 14 mm

OHVL[

JIDVCwnX

Kreuz zwischen vier Winkeln fast frisch, als Boden einer Amulettkapsel

8 . 16

. * mit Goldüberzug (Triens) vgl. Beifort 2926 N
Triens

Mettis (Metz)

M 116

Sclilotheim, Kr. Sonders­ bausen Einzelfund Münzkab. Berlin 1878,
886

VIENC--AVFET
Brustb. r. mit Perldiadem

MARCE = L L V S
Kreuz auf Globus zwi­ schen M — A i.A . PAX frisch

Vienna (Vienne)

Gew, 1,25 g

Dm. 15 mm

S. 16

Lit. S. 134 Laukcrn, Kr. Borken, Grab 23 Mus. Münster Lit. S. 134 GroOsaclisenheim, O.A. Vaihin­ gen, Grabfund Altert. Samm­ lg. Stuttgart ' Lit. S. 134

vgl. Beifort .4819

Münzm. Marcellus Frankreich

M 117

BODANOFIET
Brustb. r. Gew, 1,31 g Dm. 13 mm

SAFTVLFVSMONET
Kreuz auf Globus frisch

N
Triens

?
Münzm. Suftulfus vgl. S. 16 Anm. 4

K. Gr. 45 S. 16

M 118

IIUALIOL
Brustb. r. mit Diadem Gew. 0,995 g Dm. 11,5mm frisch

IIOMOLLMO
Ankerkreuz

Triens

N

Frankreich

S. 16

i
16*

123

L

MüDzkatalog I. M 119— 127.

Nr. M 119

i i

Fundort Museum

Beschreibung SIAA = UMMHHOLI Brustb. r. mit Diadem IVNIPIVASV Chrisma auf drei Stufen i.A . IOI fast frisch

Münzwert [ Prägeort Typ Prägezeit

Wnllerstiidten, , Kr, Groß! Gerau, ! Grabfund ■ Mus. GroßK. Gr. 41 li Gerau ! Lit. S . 134 S. 16
120

N


Frankreich

: i

Triens

vgl. Bei fort 2178 u. 5513 3VN[ ]A t v C ^ + Brustb. v. v. Gew. ? Dm. 14 mm X CA STIN A2IV O I Balkenkreuz auf zwei Stufen fast frisch + 2 V IR A T E W 0 M 0 2 I2 Kreuz frisch

M

*

Remagen,

N
Triens Frankreich

, Kr.Ahrweiler,
S. 16 M 121 Einzelfund ; Mus.Remagen

i
1Orenhofen, Kr, Trier, Einzelfund Mus. Trier 15, 228 Lit. S. 134 Kümmern, Kr. Saarbur", Einzelfund Mus. Trier | 30, 215 ‘ Lit. S. 134

AUVUVAIZCHKopf r. mit Diadem Gew, 1,22 g Dm. 12 : 13 mm

N
Triens Frankreich

S. 16 M 122

IIIV.I1 = N V PC O Brustb. r. mit Diadem i. F. r. R Gew. 1,33 g Dm. 15 mm

VDV-DV^ITV Gestalt v. v. (Victoria?) i. F. 1. Stern, i. A. frisch

N (hell)
Triens fast gleich Beifort 3117 vgl. auch Bclfort 3118— 3121 Frankreich

S. 16 M 123

i
Sindolfingen, O.A. Böblingen Altert. Sammlg. Stuttgart Lit. S. J34 TIDI Kreuz auf Globus? Gew. 0,31 g Dm, 13 mm Perlkreis frisch, zerschnitten, vgl. Beifort 6689

N
(Triens) Frankreich

S. 16

Oberrheinische Prägungen
M 124 Hönheiin, Kr. Straßburg, Einzelfund Mus. Straßburg Lit. S. 134 V STR AD EB VR G O Kopf r. Gew. 1,13 g Dm. 11 mm TOTO N EM O N E T Gestalt v. v. in Perlkreis

N (hell)
Triens Vgl. Prou 1158-1162 Stradeburgo (Straßburg)

S. 1-7 f. 31 125

Fessenheim (?), Kr. Geb• weiler Schatzfund mit M 138— 142,145,149— 150? Mus. Straßburg S. 17 f., 70 Lit. S. 134

VSTRADEBURGO Kopf r. Gew. 1,13 g Dm. 1 2 :1 3 mm

TONEM ONET Gestalt v, v. in Perlkreis ;

N (hell)
Triens Stradeburgo (Straßburg)

vgl. Trou 1158 — 1162

Mittelrheiniscli e Prägungen
M 126 Rheinlicssen i Sammlg. Uriger; Brustb. r. U t / s 1.14 Kheinhcssen ! 1872 Lit. S. 134 S. 18

N
Balkenkrcuz auf Kugel

|

S. 18

G e ' V 5,05 ß ‘
VAIIAV =

D m 14 mm ‘
IVAMS

frisch

Triens i -Mittelrhein nach Bei fort vgl. Anm. 4187 —4188 i " s . l'.l

31127

HDTOVi
Balkenkreuz auf Ivugel i. A. C O N O

j

£

] Sammlg. Unger Brustb. r.
Gew. 0,98 g Dm. 14 mm

Mittel­ goidplatliert rhein ! (Triens) i nach Beifort j 4187—4188 1 vgl, M 126

124

Münzkatalog L M 128— 137.

Nr. M 128

| : ,

Fundort Museum

Beschreibung

i Münzwert
! Typ

Prägeort Prägezeit ! Antonnaco (Andernach) Münzin. Charifridus Mittel rhein
1 vgl. Anm.

S. 18 f. M 129

Kreuznach : Ehem. fürstl. Fürstenberg. Münzkab, Donaueschingen Lit. S. 134 Sodingcn, ; Kr. Dortmund, . Grabfund j Mus. Dort­ mund ; Lit. S. 134 Cobern, Kr. Koblenz, Grabfund Mus. Bonn 3104 Abenheim, Kr. Worms, Grabfund Genn. Nat.Mus. Nürnberg 3602 Rheinhessen, Grabfund Mus. Worms 858 Rheinhessen, Grabfund Mus. f. Vorund Früh­ gesch. Köln 13804 Lit. S. 134 Oberohn, Kr. Mainz, Grab 4 Altertumsmus. Mainz 78 Lit. S. 134 Rhoinj>falz, Grabfund Mus. Speyer X II, 5580 Nnunhohn, Kr. Wetzlar, Grabfund Mus. Darmstadt

+CHARIFRIDV2
Kopf r. Gew. 1,30 g Dm. 13 mm

ANTONNACO++
Kreuz leicht abgenutzt

N
Triens

Beifort 227

v/LO
Kopf r. Gew. 1,20 g Dm. 10 mm Kreuz

T1vn>nTA
fast frisch

N
Triens

S. 18 f. M 180

Vgl. 128

S. 141 i i Mittelrhein (Mainz ?) nach 580 vgl. Anm. S. 141 Mittel­ rhein nach etwa 580 Mittelrhein nach etwa 580 Mittel­ rhein

COOCPNVACOCI V
Kopf^K Gew. 1,24 g Dm. 13 mm

X[ JUVCOOM
Kreuz auf Kugel zwischen V — II im Perlkreis abgenutzt

N

(hell) Triens

S, 18f. M 131

CDO[
Kopf r.

JCOCIV
Kreuz auf Kugel zwischen V— II im Perlkreis abgenutzt

N

(hell) Triens

Gew. 1,25 g Dm. 12,5 mm

S. 18 f. 31132

vgl. Prou 1152—1155

MILJHO
Kopf r. Gew. 1,26 g Dm. 10,5 mm Kopf r. Gew. 1,20 g Dm. 10,5 mm Kreuz auf Kugel zwischen V — 1 im Perikreis | abgenutzt Kreuz auf Kugel zwischen V — 1 im Perlkreis |

N

(hell) Triens

S. 18 f. M 133

vgl. M 131

N

(hell) Triens

s.

1 8 r.

vgl. M 131

nach etwa 580 Mittel­ rhein nach etwa 580 Mittelrhoin nach etwa 580 Mittelrhein nach etwa 580 Mittel­ rhein nach etwa 580

M 134

UNUMU
Kopf r. Gew. 1,20g D m .11 mm Kreuz auf Kugel zwischen V— II im Perlkreis fast frisch

N

(holl) Triens

K. Gr. 50 S. 18 f. M 185

vgl. J1 131

EC
Kopf r. Gew. 1,147 g Kopf 1. Gew. 1,27 g Dm. 10,5 mm Dm. 11 mm Kreuz auf Kugel zwischen II—V im Perlkreis fast frisch Kreuz auf Kugel zwischen V — i| im Perlkreis fast frisch

N

(hell) Triens

S. 1 8 f. M 136

vgl. M 131

N

(hell) Triens

K. Gr. 52 S. 18 f. M 137

v g l M 131

Wonsheim, Kr. Alzey, Grabfund Abguß d. K. Gr. 48 RGZM Mainz S. 18 f ., 70 13964

MO
[K opf r.] Gew. ? Dm. 11,5 mm Kreuz auf Kugel zwischen V — 1 im Perlkreis |

N
Triens

vgl. M 131

125

Münzkatalog I. M 138— 146.

Nr. M 138

Fundort Museum

Beschreibung unkenntliche Umschriften Kreuz auf Kugel zwischen

Münzwert Typ A/ (hell) Triens

Prägeort Prägezeit
Mittelrhein

Füsscnheim, Kr, Gebweiler, Kopf r. Schatzfund (mit M Gew. 1,20 g 139— 142, 145, i : 149 u. 150; ! ; auch M 1 2 5 ?)! RGZM Mainz i S .! 8 f., 70 Lit. S. 134 | Fessenheim, j ij Kr, Gebweiler,; Kopf p. i; Schatzfund | i j (vgl. M 138) | Gew. 1,23 g ;! RGZM Mainz ; 70,! Lit. S. 134 i Kopf r. Gew. 1,12 g

V — II
Dm. 10 mm leicht abgenutzt

vgl. M 13 t unkenntliche Umschriften Kreuz auf Kugel zwischen N (hell) Triens

nach etwa 580 Mittel­ rhein nach etwa 580 Mittel­ rhein nach etwa 580 Mittel­ rhein nach etwa 580 MiMef-

M 139

V—1 |
Dm. 10 mm abgenutzt vgl. M 131 Kreuz auf Kugel zwischen V— im Perlkreis -II Dm. 10 mm leicht abgenutzt vgl. M 131 N (hell) Triens

s. m.,
M 140

Fessenheim, Kr. Geb weiler, Schatzfund (vgl. M l 38} RGZM Mainz S.18f., 70 Lit. S. 134

M 141

Fessenhcim, D O D — AlAI Kr. Gebweiler, Kreuz auf A Schatzfund j (vgl. M l 38) Gew. 1,21 g Dm. 11 mm RGZM Mainz ; S. 18 f., 70 Lit. S. 134 j DI CIVCII BOOD | Kreuz auf A ! Gew. 1,08 g ! 1 Dm. 11 mm

N (hell)
Kreuz auf Kugel zwischen V — 1 im Perlkreis | fast frisch Triens

vgl. Beifort 6553

M 142

Fcssenheim, Kr. Gebweiler, Schatzfund (vgl. M l 38) RGZM Mainz S. 18f., 70 Lit. S. 134 Dietersheim, Kr. Bingen, Grabfund RGZM Mainz M 20 Lit. S. 134

N (hell
Kreuz auf Kugel zwischen Triens

V-Il
leicht abgenutzt vgl. M 141

rhein
nach etwa 580 Mittel­ rhein

M 143

vioa+A
Kreuz
Kreuz mit keilförmigen Armen zwischen zwei Ku­ geln, im Perlkreis Dm. 10 mm frisch

N (hell)
Triens

S. 18f. M 144

Gew. 1,18 g

^ M 145

Meisenlieim, I vioa+A Grabfund ! Kreuz i Mus. für Vor- ; ji und Frühgesch.! i Köln 13506 | Gew. 1.30 g Dm. 10 mm

N (hell)
Kreuz mit keilförmigen Armen zwischen zwei Ku­ geln, im Perlkreis frisch Triens

M ittel­ rhein

Fessenheiin, Kr. Gebweiler, J Schatzfund i (vgl. M 138) : RGZM Mainz S 18f.. 701 Lit. S. 134 Rhoinhessen, Grabfund Mus. Worms 20

unkenntliche Umschriften ; N (hell) Triens Kreuz im Perlkreis Kreuz mit keilförmigen ! Armen, im Perlkreis | Gew. 1,10 g Dm. 10 mm leicht abgenutzt

Mittel­ rhein

M 146

.HIIWAK
Kreuz im Kreis Gew. 1,21 g Dm. 11 mm frisch

i + h n O
Kreuz mit keilförmigen i Armen im Kreis

N (hell)
Triens

Mittel
rhein

S. 18f.

126

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TAFEL I

i —13

Goldmünzen von Valentinian I. bis Anastasius und Nachprägungen. 14 —24 Silbermünzen Justinians I. von Ravenna. 26—36 Goldmünzen Justinians I. und Nachprägungen (30—33 ostgotisch; 34 —36 italisch).

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL II

42 Af

43 A/

44 Af

45 Af

46 Af

48 Af

50 Af

51 A/ ' 1

47 A/

49A/

5 2 A/

53 Al

55 A/

56/E {Al)

58 Af 61 Af 61 Af

59 JB.

62 Af

63 Af

64 Al

65>E(A^>

67 Af

66 A l

W Af

71 Af

37 5® Nachprägungen nach Münzen Justinians I. (3g 41 italisch? 45—48 linksrheinisch? 49—51 westgotisch 52—56 gallofränkisch). 59 65 Münzen Justins II. und Nachprägungen. 66 Solidus des Tiberius II. Constantinus. 67—71 Langobardische Trienten nach Mauricius Tiberius.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL III

76 N

77 AI

79 Af

8 2 / E (AO

83 AI

84 AI

85 /E {AI)

86 A/

87 A/

88>£(A')

&
89 90
93 JV

94 V

$ ¥
95 / £ (V)

96^1

98 iß

201

106 iR

107 M

108 iß

/*’ £*

i’ T esn R ?
109 Af
7 2 — 80

¥ j

m
y \
111 Al
112 AI

m

H O AI

113 AI

Goldmünzen von Phocas bis Constans II. 8 2 — 95 Unbestimmbare Nachprägungen nach byzantinischen Kaisermünzen. 9 6 — 108 Ostgotische Silbermünzen von Theoderich bis Teja. 109— 110 Merowingische Königsk münzen. u i — 113 Merowingische Münzmeistermünzen.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL IV

114/? : (AO

115 /E

(AI)

117 A/

118 A/

.119A/

121A/

122 A^

123 A/

126 A/

131 A/
n W-

132 A/

#
134 AI 135 AI 136 AI 137 AI 138 N

133 AI

139 AI

140 AI

141 A/

142 A/
JS h T

143 AI

144 AI

145 AI

146 A/

147 A/
g m < §IP
/W M

148A/

149 AI

150 AI

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154 /£ (A /)

152 AI

155 A/

156 AI
£«**-

159 vR

160

161 M

IG 2M

163 /II

166/R

167 iH

I
168 A/

* /

Ü $ ? Saas

»; I

169 A/

m .

170A/

171 Al

172 AI

173A/

114—123 Merowingische Münzmeister münzen. 126— 152 Mittelrheinische Münzen. 153— 158 Niederländischfriesische Münzen. 159— 160 Merowingische Silbermünzen. 161—167 Angelsächsische Sceattas. 168— 173 Unbestimmbare Münzen,

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL

181 AI

182 Af

183 Al

184AI

193 Af

194 Af

36 N

36 Af

36 AI

36 AI

197 AI

196 Af

200 jV

201 Af

202 N

%
205 Af

T A
2ß 7 Af 208 Af 209 Af

M M
210 Af

206 Af

174 Unbestimmbare Münze. 175 — 176 Brakteatenförmige Durchschiäge nach Münzvorlagen. Vergleichsmatemi 177 — 180 Trienten des Totila oder Teja nach Justinian I. 181—196 Trienten von Justinian I. bis Mauricius Tiberiu aus Ravenna und Nachprägungen. 197— 199 Italische (?) Trienten nach Justinian I. 200 —202 Linksrheinische (? Trienten nach Justinian I. 203— 204 Trienten von Alsheim und Speyer. 205—210 Mittelrheinische Münzen

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

T AFE L i

/

A : Nr. i .

Weimar Grab .§4^ 1—9 (7 i); 10—13 (V;)* B : Nr. 2,._ ;,.Weiinir_.(^abJBo. C : Lavoye Grab 307bti (Vi)* D '• Chaouiüey Grab ig Gruppe II.

1—5 (l/i )j- 6 —7 (Vs)*

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TAFE L

2

A : Nr. 3.

Remagen (Vi).

B : Nr. 4 .

Weimar Grab 35. 1 —2 , 4 —5 (Vi); 3> 6 CV3); 7 (V2)? 8—9 (Vj)Gruppe II oder III.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFE L

3

A : Nr. 5. Worins-Schulstraße ^ /i)‘ B : Nr. 8. Selzen Grab 17 (V4 ). C : Nr. 7. Selzen Grab 12. 1— 13 (V«); 14 (V2); 15 (Va)* D : Nr. 11. Obrigheim (V2). E : Nr. 10. Friedberg. 1, 6 (*/i); 2 —5, 7 (Vs)* Gruppe III.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TA F E L

4

A : Nr. 9.

Hahnheim Grab 57.

1—6 (V i)? 7 — 10 (Vs)* Gruppe III.

B : Mengen Grab. 13 (Vi).

WERNER, M Ü N ZD ATIERTE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TA FEL 5

Nr. 12.

Köin-Müngersdorf Grab 90. 1—9, 13—16 (Yi)> 10—12, 17—20 (V2). Gruppe III.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TAFEL

6

A : Nr. 14.

Worms-Bollwerk Grab r.

1—5 (‘/j) ; 6 (V2); 7 (Vs)* Cr Nr. 17. Erfurt ( 7X ). G ru ppe,III. >

Nr. 15.

Bruchsal.

1—2 (7 0 ? 3—4 ('/<)*

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

T A FE L 7

Ar Nr. 13.

Unterthürheim (Vi). D : Nr. 19.

B : Nr. 16.

Köln-Müngersdorf Grab 135 (Vi)* Gruppe III. 26

C : Nr. 18.

Thalmässing Graba (Vi)-

Köln-Müngersdorf Grab 91 b (vgl. Taf. 8 u. 9 A). Gruppe IV. f. ;• ,*

1 5 , 3° ~ 3 T

(V s)*

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE A U STR A SISC H £-G R A B F U N D E

T A FEL 8

Nr. 19.

Köln-Müngersdorf Grab 91J} (vgl. Taf. 7 D u. 9 A ).

1—8, 10—i r , 13, 29 (Vi); i4> *8, 20—21 (V2)»

WERNER, M Ü N ZDATIERTE AU STRASISCH E GRABFUNDE

T A FE L 9

A : Nr. tg.

Köln-Müngersdorf Grab 9 1 b (vgl. T a f.7 D u. 8). 9,12 O /i); 17, 19» 22—25 a, 32 (Va)* B : Nr. 20. Herbrechtingen (vgl. Taf. 10 u. 11 A). 9, 13 (Vi)Gruppe IV.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUN DE

T AFE L io

Nr. 2 0 .

Herbrechtingen (vgl. Taf. 9 B u. 11 A). (Kleiner als !/i)* Gruppe IV.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

T AFE L n

A : Nr. 20.

Herbrechtingen (vgi. Taf. 9 B u. 10). 1, 3— 4 (Vi)j 6 (kleiner als Vi); 14 (Vs)Grab 26 (vgl. Taf. 12 A). 1—4 (l/ x); 14 (V3). Gruppe IV.

B : Nr. 21.

Schretzheim

WERNER, M Ü N Z D A T IE R T E AU STRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL

12

A : Nr. 21» Schretzheim Grab 26 (vgl. Taf. 11 B). 6 — 12 (Vi); 5,13 (etwa V4 ). Taf. 13 A ). 3—9 (VO; 11 O/2)* Gruppe IV.

Bt Nr. 22.

Niederselters ? (vgl.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TA F E L r3

A : Nr. 22.

Niederselters? (vgl. Taf. 12 B).

1—2 (7 i); 12 (Vs)* Gruppe IV.

B : Nr. 24.

Thalmässing (Vi)*

WERNER, M Ü N ZD A T IE R T E AUSTRAS ISCHE GRABFUNDE

T A F E L 14

A : Nr. 23.

Munningen Grab 1 (lU).

B : Nr. 25. Köln-Müngersdorf Grab 131 (vgl, Taf. 15 A). 13, 16—18,24 (l/ 2) ♦ Gruppe IV.

1—11, 19» 21 (Vi) ?

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TAFE L

{ sT

A : Nr. 25, Köln-Müngersdorf Grab 131 (vgl, Taf. 14 B). 22 (7 i)» 20,23 (1 2 / ). B : Nr. 26. Thalmässing Grab 1. 1—2 (7i); 3—4 (7 ;)* C : Nr. 27. Gammertingen Kindergrab (vgl. Taf. 16 A). 2 ,3 b (Vi); 3 a>4 (etwa 7 »)* " Gruppe IV.

WERNER, M Ü N ZD A TIE R TE AU STRASISCH E GRABFUNDE

46

T AFE L i

A : Nr. 27.

Gammertingen Kindergrab (vgl. Taf. 15 C). (l/i)* B ‘* Nr, 28. Schretzheim Grab 300. 7 ,9 (V2); 10—11,13 (V3). C : N r .29. Erle Grab 11. 1—3 (lh ) ; 4 —6 i lU)>

1

8, 12, 14 (V1) J

Gruppe IV.

WERNER, M Ü N ZDATIERTE AUSTRASISCH E GRABFUNDE

T A FE L 17

Nr. 30.

Soest Grab 106 (vgl. Taf. 18). (Vi)> Gruppe IV.

WERNER, M Ü N ZDATIERTE AUSTRASISCH E GRABFUNDE

T A FEL 18

Nr. 30.

Soest Grab 106 (vgl. Taf. 17). 12, 17 (Vi); 18—24 (Vs); 25 (Vß)* Gruppe IV.

WERNER, M Ü N ZDATIERTE AUSTRASISCH E GRABFUNDE

T A FE L 19

Nr. 31,

Soest Grab 165 (vgi. Taf. 20 A). (Yi). Gruppe IV.

WERNER, M Ü N ZDATIERTE AUSTRASISCH E GRABFUNDE

TA FEL 20

A : Nr. 31. Soest Grab 165 (vgl. Taf. 19). 9 —10, 16 (Vi); 17 (7J . Gruppe IV.

B : Nr. 32. Landau Grab 29. 6 —9 (Vx); n (7 J .

WERNER, M Ü N ZD ATIERTE AU STRASISCH E GRABFUNDE

TA FEL 21

Nr. 33. Eichloch Grab 56 (vgl. Taf. 22). r —7 ( «); 8—26, 3 3 —34 ( i); 21 a (2 /a)* Gruppe IV.

7

7

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL

23

Nr. 33.

Eichloch Grab 56 (vgl. Taf. 21).

28—31 (2 ); 27, 32, 35—39 (Vi); 4° (V2) > 4I —42 (Va)/3 Gruppe IV.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 23

Nr. 34. Weinheim Grab 18. 1— 13 (7 0 ; *4 (7 0 ; *5 (70 * Gruppe IV.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 24

A : Nr. 35.

Remagen Grab 6 (>/i)>

B -.N r .3 6 .

Weingarten O h ), Gruppe IV.

C : Gammertingen (Vi)-

D : Italien (Vi).

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 25

A : Nr. 37.

Gammertingen Grab 20 (l/i). C t Nr. 38.

B : Nr. 40. Mannheim-Hermsheimer Bösfeld. Untereching. I —4, 7— 11 (Vi)> 5~ 6 (l/i). Gruppe IV oder V.

1 a, 2 — 13 (Vs);

(Vi)*

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 26

Nr. 41.

Wallerstädten.

1—3, 1 3 — 1 4 , 22,25 (V*); 4 (etwa 2 /s); 5— n (etwa V2) ; Nach W . Schnellenkamp.

18—20, 23 —24, 26 (V 2) ; *7 (Vi)-

Gruppe IV oder V.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 27

A : N r. 4 2 . Beckum Grab 6 . 1 — 3 (l/g)*, 4 > n — 12 (l/ 4) ; 5, 7 ~ 8 , 1 0 (V*); 9 ( l/ih

B : N r. 4 3 . Landau Grab 2 5 . 1 — 3 » 6 (l/ i ) ; 12 (V*)-

Gruppe IV oder V.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 28

A : Nr. 44.

Erle Grab 18.

1—3, 5— 10, 14 ( l/ x); 4 , *3 (V2 15 (7a). ); B : Nr. 45. Gruppe IV oder V.

Lankern Grab 23.

1—7 (7«); 8 (l/ 3 )-

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 2;

23

A ; Nr. 46., Pfahiheim Grab 4N (vgl. Taf. 30). 2— 3,14 (l/3); 5 - 1 3 , 15—25 (Vi). Gruppe V.

B: Oetlingcn. .. - r -

1 —4 (Vi); 5—6 (»/,).

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

T A F E L 3c _?C >

Nr. 46. Pfahlheim Grab 4 (vgl. Taf. 29 A). 26—34,39,42 (Vi); ' .................Gruppe V.

3 6 — 38,41

( /4 ; 40 (2 ) ,3)-

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL

31

Nr. 47. Hintschingen Grab 14 (vgl. Taf. 32 u. 33 A). 1 (größer als l/i); Gruppe V.

3>

4

5

6»12 b (V i) ? 4a, 5a, 7—9 (Vs); 12 a (V*)*

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 32

Nr. 47.

Hintschingen Grab 14 (vgl. Taf. 31 u. 33 A). (70 * Gruppe V.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 33

A: Nr. 47. Hintschingen Grab 14 (vgl. Taf. 31 u. 32). Gruppe V.

( L l). /

B: Nr. 52. Naunheim (l/i).

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL

34

Nr. 48. Wonsheim.

1—4 (1/1) ; 5, 6 b (Vs)? 6 a (Vs)Gruppe V.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 35

A: Nr. 49. Cobern Grab 2.

(Vi)-

B: Nr. 52. Sinnig. 2— 3 (V«); 4— 5, 6 b (V2 6 a (VJ* ); Gruppe V.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL

36

A : Nr. 51. Oberolm Grab 59.

1 —22 (1 ; 2, 2 3 — 29 (Vi)* /2)

B : Nr. 50. Oberolm Grab 4. (!/2)* A und B nach P. T . Kessler.

*

Gruppe V.

FERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 37

Karte i.

Verbreitung

der ostgotischen

und Exarchats-Siibermünzen

Karte 2 . Verbreitung

des koptischen

Bronzegeschirrs i der Zone nordwärts der Alpen. n

in der Zone nordwärts der Alpen.

WERNER, MÜNZDATIERTE AUSTRASISCHE GRABFUNDE

TAFEL 38

Karte 3 . Verbreitung

der Goldblattkreuze

Karte 4 . Verbreitung

der Scheibenfibeln

mit engem in der Zone nordwärts der Alpen.

Zellenwerk

in der Zone nordwärts der Alpen.

Münzkatalog I. M 147— 155.

Nr. M 147

(i !;

Fundort Museum

j !

Beschreibung

1

; Münzwert Typ N (hell) Triens

Prägeort Prägezeit

, [‘ ;! K. Gr. 51 , s. m . , M 148

! + a D IO V T v vU D V Oberolni, Kr. Mainz, : Balkenkreuz im Perlkreis Grab 59 Altertumsmus. Mainz 581 Gew. 1 ,2 0 g Dm. 11 mm Lit, S. 134 Balkenkreuz im Perlkreis Gew, 1,10 g Dm, 10 mm

+N VD IU VTN V1DV Kreuz mit je drei Punkten ! in den W inkeln, im Perl! kreis frisch

M ittel­ rhein

i
N (hell) Triens ' j j M ittelrhein

S, 18f. M 149

Frankeutbal i. PI., Grabfund ! Münzkab. d. Germ. Nat.; Mus. Nürnberg : 10647

Kreuz mit einem Balken, 1 im Perlkreis i leicht abgenutzt l

i

i! Fossenlieiiu, !| Kr. Geb weil er, | Schatzfund i ii (vgl. M 138) j! RG ZM Mainz S .1 8 f., 70 ,! Lit. S. 134 M 150

i 5 Kugeln, im Dreieck g e­ stellt Gew. 1,20 g Dm, 9 : 1 0 mm Kreuz mit senkrechtem Balken am r. Arm abgenutzt i unkenntliche Umschriften Kugelkreuz im Kreis Dm. 10 mm abgenutzt : ! N (hell) Triens Mittel* rhein N (hell) Triens M ittel­ rhein

Fessenheii», Kr. Gebweiler, K opf r. (? ) Schatzfund Gew. 1,1 2 g (vgl. M l 38) S. 18f., 70 Lit. S. 134 I Dieterskeiw, Kr. Bingen, j Grabfund j Altertum sm us.; Gew. 1,28 g i Mainz | Lit. S . 134 ;
i

M 151

K reuz mit keilförm igen Schenkeln, im Perlkreis Dm. 9 mm stark abgenutzt

N (hell) Triens

M ittel­ rhein

S. 18 f. M 152

S. 18 f.

Dietersheim, [ Kr. Bingen, Grabfund Gew. 1,19 g A ltertum sm us.; Mainz j Lit. S. 134 1

1

Kugeln im Perikreis Dm. 10 mm stark abgenutzt

N (hell) Triens

M ittel­ rhein

N ie d e r r h e in is c h e M lo 3

und

fr ie s is c h e

P rägu n gen

S. 17 M lo4

Dietersbeim, o ? v E </)TA[T]FII Kr. Bingen, Brustb r. Grabfund j Altertumsmus. ; Gew. 0,44 g Dm. 13 mm Mainz 1922 ; Lit. S. 134 Rheinliesscn, 0 ? v E < /> T A T R ! Grabfund Brustb. r. Sammlg. Unger! 1865 ; Gew. 1,30 g Dm. 14 mm Lit. S. 134 j Erle, ..ü lT Kr. Reckling* Brustb. r. hausen, ; Grab 1 8 ■ Kath. V o lk s - i schule ' ’ ? Erle i. W . j
lllc /H M

!V E < + I I V S ' Kreuz auf Balken, d a r­ unter 6 Kugeln ausgebrochen

fL
goldplattiert (Triens) ! j j nach B eifort i i
1792 *

Vorlage: Dorestat Münzm.

' Madelinus
!

IV E < + H V S I Kreuz auf Balken, darunter 6 Kugeln abgenutzt unkenntliche Um schrift K reuz auf Balken über Kugel, zwischen Ii— V im Perlkreis fast frisch

! j
<

1gold plattiert;

(Triens)

|

S.

17

j

vgl. M 153 : wie M 153 Triens

M 155

N

J !

f

K. Gr. 44 S. 17
j:

'

14,5 mm

vgl. Anm. vgl. Beifort S. 142 2332— 2351 ;
1

127

Münzkatalog I. M 156— 163.

> ■ N r' I 1 M 166 | ; li i: 1 ] !i 167

Fundort Museum

i | 1

Beschreibung
[ ]3 W + V + N + O N I Kreuz auf Balken über Kugel zwischen L — U , im Perlkreis fast frisch -N U M + Y + N + O N I Kreuz auf Balken über Kugel zwischen L — U, im Perlkreis leicht abgenutzt *H • O m * A ^ Q IH V Kreuz auf Balken über Kugel zwischen L — U, im Perlkreis in drei Stücke gebrochen

| Münzwert [ Prägeort ] T yp ! Prägezeit

j,

Rheinprovinz, Grabfund (mit M 157) Antiquarium Berlin

i EA , Brustb. 1. davor drei 1 Kugeln und Zickzacklinie | i Gew. 1 ,1 9 g Dm. 14,5 mm EA Brustb. 1. davor drei Kugeln und Zickzacklinie Gew. 1 ,2 8 g Dm. 14,5 mm j EA ; Brustb. 1. davor drei : Kugeln und Zickzacklinie : 1 Gew. — D m . 16 mm

i i

Triens

1 i vgl. Beifort i i 2332— 2333 j vgl. M 155 A/ Triens
1

S. 17

Rheinprorinz, ll Grabfund ji {mit M 156) jl Münzkab. | Berlin | 1 !

vgl. M 156 A goldplattiert (Triens)

vgl. M 155

M 168

Güttingen,
A. Konstanz, Grabfund Mus. Karls-

g ^

ru h e

vgl. M 156 | vgl. M 155

Fränkische Silberm ünzen
M 169 Rheinhessen, MAI -M — A S P F A V ' Grabfund Brustb. r. m it D iadem i, Sammlg. Unger Gew. 0,37 g !' 1747 Dm. 1 4 :1 5 mm Lit. S. 134 Wattenheiin,
Kr. GroßGerau, Grabfund Mus. Darmstadt 1234 u. 1234a 2 einseitige Prägungen, stem pelgleich, völlig aufgelöste Darstellung einer sitzenden Gestalt Gew. 0,30 g Dm . 45 mm stark abgenutzt RAVNVOCI sitzende Gestalt 1. /R

S. 17 Anm. 5

vgl. Anm. S. 142
!

M 160

| |
j j j

M

; !

■ j vgl. Anm. S . 142

S. 17 Anm. 5

1 '

\-:

|

D :

Angelsächsische Sceattas.
Ai i ! | '

M 161

Remagen,
Kr. Ahrweiler, K opf r. Grab 6 | ^ u s - Remagen | G e w .— Dm. 12 mrii
-

K Gr 35
S.

Kreuz zwischen vier Kugeln, darunter Kreis, 1. i Zickzacklinie frisch
j

England vgl, Anm. S. 142 England

1 6 f.

|

M 162
;

Galgenberg,
Kr. Groß: Gerau, i; Grabfund j; Mus. Darm-

I

Ä

K opf r.

j

außen Zickzacklinien, innen K eilchenquadrat m it T O und drei sichelförmigen Zeichen frisch Viereck, darin Ring, zwei W inkel, Kreuz u. Strich

| j j

S. 16f. M 168

| s ^a(^ :

Gew. 0,91 g Dm. 11,5 mm gekrümmte Linie, darüber gekrümmte radiale, darunter zwei gerade Striche (K opf r.)

Dietersheim, Kr. Bingen, Grabfund Altertumsmus, : Mainz

j j ; | !

Ä

|
England

j

S. 16 f.

1 L'it.

S. 43-*

_ Gew. 0,51 g Dm. 10,5 mm

leicht abgenutzt

vgl. Beifort 5811

li
128

!

Münzkatalog I. M 164— 172.

Nr, M 164 *

] . Fundort | Museum Koisdorf, Kr. Bonn, 1 Brunnenfund 1 (mit M 165) Mus. Bonn Inv. Nr. 32/16 Lit. S. 134 Roisdorf, i Kr. Bonn, Brunnenfund (mit M 164) ; Brunnenverwalj tung R oisdorf ] Lit. S. 134 Schwabsburg, i Kr.Oppenheim, | Grabfund 1 Altertumsmus. | Mainz 2516

Beschreibung

Münzwert Typ &

Pi'ägeort Prägezeit

wie 163 Gew. 1,14 g Dm . 12 mm

England

S. 16 f. M 166 *

& wie 163 Gew. 0,85 g Dm. 11 mm England

S. 16 f. M 166

& gekrümmte Linie, darüber gekrümmte radiale, dar­ unter drei gerade Striche (K opf r.) Gew. 0,74 g Dm. 11 mm Viereck, darin Kreis zw i­ schen zwei T und drei Striche leicht abgenutzt K eilchenviereck, darin Kreis zwischen zwei W in ­ keln, in den Ecken je eine Kugel frisch vgl. Beifort 5830 England

S. 16 f. M 167 Bonn, j Grabfund 1 Mus. Bonn | 15530

Ä
gekrümmte Linie, darüber gekrümmte radiale, dar­ unter drei gerade Striche (K opf r.) Gew, 1,25 g D m , 12 mm England

S. 16 f.

vgl. Beifort 5802

E: Unbestimmbare Prägungen.
>1168 Landau i. Pf., ; Grab 25 ■ Mus. Landau K. Gr. 43 i. Pf. S. 17 Waiblingen, | O.A. W aib­ lingen, Grabfund Altert. Sammlg. Stuttgart Ellwangen, Einzelfund Münzkab. d. Germ. N at.Mus. Nürnberg 13090

N
Victoria v. v., in der R , Kranz, in der L, K reuz Gew, 1,05 g Dm. 9 mm Kreuz mit vier Balken fast frisch Triens

! j

M 16»

N
zwei gegenständige rück­ läufige Um schriften ERb im Perlkreis Gew.0,955 g Dm. 11,5 mm Kreuz mit vier über einer Stufe W ulstreif frisch Balken

(hell) Triens

S. 17 M 170

w o vim A
Brustb. 1. mit Diadem Gew. 1 ,1 7 g Din. 12 , 13 mm • XfD im Keilchenreif frisch

N
Triens

S. 17 M 171
i

1

Rheinhessen, V-TX +YU Y<H Grabfund Brustb. r. Mus. W orm s 18 Gew. 1,22 g Brustb. (?) Gew. 1,235 g Dm. 13 mm Dm. 12 mm

[

]INMAA+<L+XCA

N
Triens

zwei gekreuzte T Zeichen u. Striche im Keilchenreif frisch

S. 17 M 172

i|

Thalmässing, B.A. Hilpoltstein, Grab 2 ;; Germ. Nat.K. Gr. 18 :i Mus. Nürnberg S. 17 i: 1052

VVKVLii ,
frisch

VAVA-iTLU
Kreuz mit Balken

A1
Triens

Germ. Deukm iiler d. VölkerHam leruugszeit 3.

W erner.

17

129

Münzkatalog I. M 173— 180.

Nr. M 178

.

Fundort Museum Bruchsal, j Grabfund

Beschreibung

Münzwert [ Prägeort Typ Prägezeit

N
Vogel I. strichgefüllter Halbbogen mit Kreisabschlüssen, d a ­ rin Kreuz auf Balken Triens

K .G r .1 5 j Mus' Bruchsal S. 17 mit| Anm,4,70|' M 174 , Abenheim, ! Kr. W orm s, Grabfund j| Altertumsmus. | Mainz »

Gew. 1 ,2 5 g Dm. 11,5 mm

[

JIVIVCWIV

Brustb. r. Gew. — Dm. 15 mm

g ^

IAIIIA1 A > l A & Kreuz zwischen 2 W in ­ Nachahmung keln im Kranz eines fränki­ abgenutzt, mit Bronzeöse schen Tri­ enten ?

F: Brakteatenförmige Durchschläge nach Münzvorlagen.
M 175 a

u.b

Schretzheim, B.A. Dillingen, | Grab 26 a: Mus. Dilj lingen ' b : Münzkab. Berlin

zwei geöste Durchschläge der Vs. eines Solidus nach Justinian I.

1 N i (Solidus)

N I V S T i = I ANVPP
Brustb. v. v. mit Helm (mit D iadem ), Schild, in der R. K reuzglobus Gew. 2,18 g D m . 2t mm Vorlage leicht abgenutzt; a im oberen Teil eingerissen nach BMC Byz. Taf. 4,12

K. Gr. 21 S. 3. 51 M 176

nach 538 Italien

Weingarten, geöster Durchschlag der Vs. eines italischen Solidus A. Durlach, des Mauricius Tiberius Grabfund IITIII6R09 = AVRICO^AV Mus. Karlsruhe Brustb. v. v. mit Helm in Filigranborte gefaßt, G 9110 {mit D iadem ), Schild, in Öse filigran verziert der R . K reuzglobus i 1 K. Gr. 36 Gew. 3,15 g S. 3. 51 ! Dm. 26 mm (20 mm)

N
(Solidus)

nach

BMC Byz.
Taf. 19,13 nach 582

G: Vergleichsstücke zu den Gruppen A —F.
Nr. M 177 Museum Beschreibung

Münzkab. Berlin

A N I V 2 T IN I A = N V 2 P P A V C
i Brustb. r. mit Perldiadem

VICTORIAAVCVSTOiVN
schreitende Victoria r., in der R. Kreuz­ globus, in der L. Kranz i. F. r. Stern, i. A. C •M *

Zu M 32

M 178

Münzkab. Paris 409

j

D1V2TI = NI A NV 2C
Brustb. r. m it Perldiadem

VICTORIAVCV2TI
schreitende Victoria r., in der R. Kreuz­ globus, in der L. Kranz i. F. r. Stern, i. A. C O N O

Zu M 32
M 176

Slg. Unger 1636 | I N A N A 2 T A = 2 I V 2 P P AV C Brustb. r. mit Perldiadem

VICTOIIAAVCV2TORVN
schreitende Victoria r., in der R . . Kreuzglobus, in der L. Kranz i. F. r. Stern, i. A. C • N •

Zu M 32
M IS O

Münzkab. Paris 202

D N AN A2 — T A 2 I V 2 PP A I
i Brustb. r. mit Perldiadem

V I C T • R I A A V C V 2 T • RV
schreitende Victoria r., in der R. Kreuzgiobus, in der L. Kranz i. F. r. Stern, i. A. C • N •

Zu M 32

130

Münzkatalog I. M 181— 192.

Nr. M 181

1

; 1

Museum

Beschreibung

i Münzkab. Berlin

DNIVSTINI = ANVSPPAVC Brustb. r. mit Perldiadem Wulstreif DNIVSTINI — ANVSPPAVC
Brustb. r mit Perldiadem

VICTORIAAVCVSTORH
Victoria v. v., in der L. in der R. Kranz i. F. r. Stern, i. A . C O N O B Kreuzglobus,

Zu M 34— 36 M 182

i Münzkab. Berlin

VICTORIAAVCVSTORVH
Victoria v. v., in in der R . Kranz i. F. r. Stern, i. A. der L. Kreuzglobus,

Zu M 34— 36 M 183 Münzkab. Berlin

CONOB

DNIVSTINI = ANVSPPAVC Brustb. r. m it Perldiadem W ulstreif

VICTORIAAVCVSTORVN
Victoria mit Glockenrock v. v., L. Kreuzglobus, in der R . Kranz i. F. r. Stern, i, A. C O N O B in der

Zu M 34— 36 M 184 Slg. Unger 1595

D N I V S T I = N VS P P AV C
Brustb. r. m it Perldiadem W ulstreif

VICTORIAAVCVSTORVN
V ictoria mit Glockenrock v. v., L. K reuzglobus, in der R . Kranz i. F. r. Stern, i. A. C O N O B in der

Zu M 34— 36 M 185 Zu M 34— 36 SI 186 Slg. Unger 1678 Münzkab, Paris 489

DC9C0STAN = TINVSPPAC
Brustb. r. mit Perldiadem W ulstreif

VICTORTIbCRlAVS
Balkenkreuz i. A. C O N O B

i Zu M 34— 36 l \ M 187 ! Münzkab. Paris i! !!■ Zu M 3 4 - 3 6 1 M 188 | Münzkab, Paris i! 414 {Beifort ii 5301)

!

DNCOAVRI — T l b P P A V C Brustb. r. m it Perldiadem W ulstreif DN09AVR — C T b P P V C
Brustb. r. mit Diadem W ulstreif

VICTVORMAAVDVSORVN
Victoria m it G lockenrock v. v., in der L. K reuzglobus, in der H. Kranz i. F. r. Stern, i. A. C O N O B

VNT OVR1 AAV1 VI TORVN
V ictoria mit Glockenrock v. v., in der L. Kreuzglobus, in der R . Kranz i. F. r. Stern, i. A, C O N O R

DNVIVNI = C t f l l i q a A V C
Brustb. r. m it D iadem schwacher W u lstreif

VIICNVIIVAVCTOVVU
V ictoria v. v. mit G lockenrock, in der L. Kreuzglobus, in der R. Kranz i. F. r, Stern, i. A. C O N O

Zu M 34— 361 w M 189 Münzkab. Berlin

DNIVSTI = NVSPPAVC
Brustb. r. m it Diadem W ulstreif

VICTORIAAVCVSTORVN
schreitende V ictoria r. mit Glockenrock, in der L. Kreuzglobus, in der R . Kranz i, F. r. Stern, i. A. C O N O

Zu M 34— 36 M 190 Ehem. fürstl. FürD N I V S T I = AN V S P P A C stenb. Münzkab. Brustb. r. m it Diadem j Donaucschingen W ulstreif K at. Cahn 79, 1932 Nr. 942 Zu M 34— 36 Münzkab. Paris 329

VICTORIAAVCVSTORVN
schreitende V ictoria r. m it Glockenrock, in der L. Kreuzglobus, in der R. Kranz i. F. r. Stern, i. A. C O N O

M 191

DNIVSTI = NVSPPV
Brustb. r. mit Peridiadem W ulstreif ‘

VICTONIVAVlVSTIdRVN
schreitende Victoria r. mit Glockenrock, in der L. K reuzglobus, in der R . Kranz i. F. r. Stern, i. A. C O N O M

Zu M 34— 36 M 192

• Münzkab. Berlin

DIMOV=TARIAC
Brustb. r. m it Diadem W ulstreif

CINPIVTV=V

OV

Zu M 34— 36 |

schreitende V ictoria r. mit Glockenrock, in der L. Kreuzglobus, in der R. Kranz i. F. r. Stern, i. A. O N O D

17*

131

Münzkatalog I. M 193— 205.

Nr;
M 103

Museum
;| Mus. Zürich | Ol l = T I I T S O V F.O. Kaiser\Brustb. r. m it Diadem Augst, Grab 126, W ulstreif

Beschreibung

RV

T

IVIA

Zu M 34— 36|i Vgl. Beilage jl 2 ,4 8 .7 3 ij M 194

schreitende V ictoria r. m it Glockenrock, in der L. Kreuzglobus, in der R . Kranz i. F. r. Stern, i. A. O N O

Mus, Zürich Ol l = T I I T S O Y F.O. Kaiser! Brustb. r. mit Diadem Augst, Grab 126, W ulstreif Zu M 34— 36 Vgl. M 193

RV

T

IVIA

j jl

]

schreitende V ictoria r. m it G lockenrock, in der L. Kreuzglobus, in der R. Kranz i. F. r. Stern, i. A. O N O

M ü n z a b d r ü c k e au f e i n e m G o l d k r e u z
M 19o German. Nat.Mus. Nürnberg F.O. Novara

DNIVSTI -

NVSPPAVC

VICTORIAAVCVSTORVH
V ictoria m it Glockenrock v. v., in der L. Kreuzglobus, in der R . Kranz i. F. r, Stern, i. A. C O N O B

Brustb. r. mit Perldiadem W ulst reif

Zu M 34 — 36 M 196 Münzkab. S tutt­ gart

DN I V S T I N I = A l V S P PV d
Brustb. r. mit Perldiadem

VI CT Vf lI AAl V I l l TDI l VI NC I II
V ictoria mit Glockenrock v. v., in der L. Kreuzglobus, in der R . Kranz i. F. r. Stern i. A. C I O N O

Zu M 36 M 197 Slg. Unger 1759

D N I V S T M I = N IA NY SPP AV
Brustb. r. mit Perldiadem

VICTORlAAVCVITOflVN
schreitende V ictoria r., in der L. Kreuz­ globus, in der R . Kranz i. F. r. Stern, i. A. C O N O ^

Zu M 34— 36 M 198 ! Mus. Basel | Zu M 3 9 -4 1 | F.O. BaselVgl. Beilage Ü Bernerring, 2, 4 S. 72 f. Grab 33

D N C IA IN = A V P P IV C
Brustb. r. m it Perldiadem

V IC TO IV A [
Victoria v. v., der R. Kranz i.A . O O N O in der

jVIN O D IA
L. Kreuzglobus, in

|j

M 399

1 Münzkab. Berlin

D[

JITN A N I = A N V R R P V C

V I C O R IC A V A V D N O T O IA
Victoria v. v., der R. Kranz i .A . C O I I O D in der L. Kreuzglobus, in

Brustb. r. mit Perldiadem Zu M 39— 41)

>1 200
Zu M 45— 48

i! . j Münzkab. 1 !

Berlin

Kreise, W inkel u. Zickzacklinien als Um schrift Brustb. r. m it Diadem , davor Victoria v. v., in der R. Kreuz, in der L. Kreuzglobus Kranz

M 201
| | Zu M 4 5 -4 8 :-

Münzkab. Berlin

STaHASQ9V
: Brustb. r. mit Diadem, davor K reuzglobus

C IO O IM V < V A O O A O O
V ictoria v. v., in der L. Kreuz, in der R. Kranz d i o i i v :* :V C I I V Victoria v. v., in der L. Kreuz, in der R. Kranz i.A .

M 202 Slg. Unger 1749 Zu M 45— 48!

0 d iv iv 0 T = iv [
Brustb. r.

]BOb

0110

m 203

> Münzkab. Berlin |

M = DEDO
i. A. V

IME = </>ALAH

Z u M 126-127' M 204 Zu M126-12?J M 205 ZuM 130— 140;i Münzkab. Berlin Münzkab. Berlin
spi

-

riA

H M = BA
Balkenkreuz auf Globus i. A. A

Brustb. r. mit Perldiadem

OOOQONGslACOCIV
K opf r.

Q A RO AL DO O OO N+
Kreuz auf Perlkreis Kugel zwischen V — II, im

132

Literatur zum Münzkatalog I,

Nr. M 206 j Zu M 130-140; M 207

Museum

j

Beschreibung

Münzkab. d. Ger- j man. Nat.-Mus. |K o p f r. Nürnberg 8212 j V IO d + A Kreuz

Kreuz auf Perlkreis

Kugel

zwischen

V — II,

im

j: Münzkab. Berlin

Zu M 143-144;! M 208 Zu M l 43-144 M 209 Zu M 147 M 210 Zu M 149 '! Mus. W iesbaden j! Münzkab. Berlin + a D ia v + ,v ü J v Balkenkreuz im Perlkreis Mus. W iesbaden Kreuz .o a + .

Kreuz mit keilförm igen Armen zwei Kugeln, im Perlkreis

zwischen

Kreuz mit keilförm igen Armen zwei Kugeln, im Perlkreis

zwischen

+A[ ]u v iu v K reuz mit je drei Punkten in den W inkeln, im Perlkreis m s[ jiiin v c o K reuz mit senkrechtem Balken am r. Arm

ins Dreieck gestellte Kugeln

LITERATUR ZUM MÜNZKATALOG I.
Zu M 2 3 7 12 14 17 18 19 25 29 31 34 35 36 37 42 43 44 45 46 48 50 52 54 Bl. f. Münzfr. 9, 1901, 23 f. (H. B u c h e n a u ). Bl. f. Münzfr. 11, 1908, 3511 f. {H. B u c h e n a u ). BI. f. Münzfr. 9, 1901, 23 f. u, Taf. 136, k (H. B u c h e n a u ) . H. B e n c k e r , Röm ische Funde in der Slg, d. hist, Vereins Günzburg (1907) 39 Nr. 426. Mitt. bay. numism. Ges. 47, 1929, 146 Nr. 2 (H. B u c h e n a u ). Frankfurter Münzztg. 8, 1908 Taf. 56, 2 (J o s e p h ). Frankfurter Münzztg. 8, 1908 Taf. 56, 5 (J o s e p h ). Nestle 89, 254, 1; V eeck 341 (Nr. 18). Frankfurter Münzztg. 8, 1908 Taf. 56, 6 (J o s e p h ). Germania 14, 1930, 162 f. A bb. 1, 3 (J. C a h n ). Mainzer Zeitschr, 24/25, 1929/1930, 100 Taf. 22, 1 (W. H ä v e r n ic k ) . Mitt. bay. numism. Ges. 47, 1929, 146 Nr. 1 (H. B u c h e n a u ). Germania 14, 1930, 163 A bb. 1, 5 (J. C a h n ). Germania 14, 1930, 74 f. Abb. 1, 5 (W. V e e c k ). Germania 11, 1927, 81 u. 17, 1933, 205 (H. G ü n th e r ). Bolin, F jri)den (52) Ö 17b. Germania 14, 1930, 163 A bb. 1 , 6 (J. C a h n ). Bolin, Fynden (55) Ö 101. Germania 14, 1930, 164 A bb. 1, 9 (J. C a h n ). M itt. bay. numism. Ges. 47, 1929, 146 Nr. 3 (H. B u c h e n a u ). Frankfurter Münzztg. 8, 1908 Taf. 56, 2 (J o s e p h ). Germania 14, 1930, 162 Abb. 1, 4 (J. Q ah n ). Germania 14, 1930, 163 A bb. 1, 8 (J. C a h n ). Anz. f. elsäss, Altertumskde. 18, 1927, 80 f. u. Notices de numism. alsacienne (1928) 14 ff. Abb. 17 (R. F o r r e r ). 59 Kat. d. Slg. Dieffenbach 11, 179. 61 Germania 14, 1930, 162 A bb. 1, 2 (J. C a h n ). 63 Jahresber. d. Ges. f. nützl. Forschungen Trier 5, 1912, 35. 66 Germania 14, 1930, 162 A bb. 1, 1 (J. C a h n ). 70 Salzburger Museumsblätter 10, 1931, 1 IT (M. S ilb e r ). . 72/73 B J. 136/137, 1932, 172. 74 H. B e n c k e r , Röm ische Funde in der Slg. d. hist. Vereins Günzburg (1907) 39, Nr, 428. 75 Bolin, Fynden (42) ö 79. 79 G. B e h r e n s , K atalog Bingen (1920) 256 A bb. 113, 2. 81 Bl. f. Münzfr. 9, 1901, 62 Taf. 136, 7 (H. B u c h e n a u ). 82 Bolin, Fynden (38) Ö 2a; BJ. 35, 1863, 83 Taf. 1, 2. 83 Germania 14, 1930, 163 Abb. 1, 7 (J. C a h n ). 88 A. C a h n , Auktionskat. 57 (1926) 61. 89 A. C a h n , Auktionskat. 57 (1926) 55.

133

Literatur zum Münzkatalog I. — Münzkatalog II. MK II, 1.
Zu M 90 A. C a h n , Auktionskat. 57 (1926) 54. 91 A. C a h n , Auktionskat. 57 (1926) 59. 92 Mainzer Zeitschr. 24/25, 1929/1930, 100 Taf. 22, 2 (W. H ä v e r n ic k ) . 95 Fundber. aus Schwaben 11, 1903, 57 u. 42, 1904, 129 Nr. 411, 1; Veeck 186 (Inv. 8783 Nr. 9). 97 Frankfurter Münzztg. 8, 1908 Taf. 56, 7 (J o s e p h ). 99 Frankfurter Münzztg. 8, 1908 Taf. 56, 9 (J o s e p h ). 100 1. Ber. d. Vereins f. Erforschung u. Slg. von Altertümern in den Kreisen St. W endel u, Ottweiler 1838, 14 Taf. 2, 8. 101 Frankf. Münzztg. 8, 1908 Taf. 56, 8 (J o s e p h ). 103 Kat. d. Slg. Dieffenbach 11, 115 f. 104 Mannus 23, 1931, 83 (K. G u t m a n n ). 106 Mitt. bay. numism. Ges. 47, 1929, 146 Nr. 4 (H. B u c h e n a u ). 107 Bullet, de la Soc. pour la conserv. des monum. hist. d ’Alsace 2. sör. 12, 1886, 23 fT.; N a u e , Vorröm . Metallzeit im Elsaß (1905)201; A nz.f.elsäss. Altertumskde. 25,1934, 238 Taf.49, 6— 7 ( H .F o r r e r ). 109 5. R G K Ber. 1907, 70. 110 G ö t z e - H ö f e r - Z s c h i e s c h e , D ie v o r -u . frühgesch. Altert. Thüringens (1909) 115. Die Bestimmung von M 110 u. 112 wird dem Seminar von Herrn P rof. v o n B a h r fe ld in Halle verdankt. 111 Mitt. d. hist. Vereins d. Pfalz 18, 1894, 185. 112 Vgl. 110. 114 Archiv f. hess. Gesch. N. F. 9, 1913, 312 u. 319 (E. M a r t in ). 116 G ö t z e - H ö f e r - Z s c h i e s c h e , Die vor- u, frühgesch. Altert. Thüringens (1909) 155. 117 21. R G K Ber. 1931, 236 ( L a n g e w i e s c h e - W o r m s t a l ] ) . 118 Fundber. aus Schwaben 15, 1907, 67 Nr. 442, 2. 119 Mainzer Zeitschr.,27, 1932, 69 A bb. 7 (S c h n e lle n k a m p ). 121 Jahresber. d. Ges. f. nütz!. Forschungen Trier 9, 1916, 16. 122 Germania 15, 1931, 120 (P. S t e in e r ) . 123 Veeck 208 II Nr. i't, 12. 124 R . F o r r e r , Notices de numism. alsacienne (1928) 18 A bb. 19. 125 R . F o r r e r , Notices de numism. alsacienne (1928) 16 f. A bb. 18. 126 A. C a h n , Auktionskat. 57 (4926) 62. 127 A. C a h n , Auktionskat. 57 (1926) 63. 128 A. C a h n , Auktionskat. 79 (1932) 971. 129 21. R G K Ber. 1931, 237 ( L a n g e w i e s c h e - W o r m s t a 11). 133 A. C a h n , Auktionskat. 63 (1929) 2886. 134 Mainzer Zeitschr. 24/25, 1929/1930, 102 Taf. 22, 17 (W. H ä v e r n ic k ) . 138 A. C a h n , Auktionskat. 79 (1932} 1163. 139 A. C a h n , Auktionskat. 79 (1932) 1165. 140 A. C a h n , Auktionskat. 79 (1932) 1166 (auf der Taf. 1164). 141 A . C a h n , Auktionskat. 79 (4932) 1162 (auf der Taf, 1166). 142 A. C a h n , Auktionskat. 79 (1932) 1161. 143 Mainzer Zeitschr. 24/25, 4929/1930, 102 Taf. 22, 20 (W. H ä v e r n ic k ) . 145 A. C a h n , Auktionskat. 79 (1932) 1164 (auf der Taf. 1162). 147 Mainzer Zeitschr. 24/25, 1929/1930, 102 Taf. 22, 18 (W . H ä v e r n ic k ) , 149 A . C a h n , Auktionskat. 79 (1932) 4168. 150 A. C a h n , Auktionskat. 79 (1932) 1167. 151 Mainzer Zeitschr. 24/25, 1929/1930, 102 Taf. 22, 24 (W. H ä v e r n ic k ) . 152 Mainzer Zeitschr. 24/25, 1929/4930, 102 Taf. 22, 22 (W. H ä v e r n ic k ) . 153 Mainzer Zeitschr. 24/25, 1929/1930, 402 Taf. 22, 19 (W. H ä v e r n ic k ) . 454 A. C a h n , Auktionskat. 57 (1926) 66. 159 A. C a h n , Auktionskat. 57 (4926) 40. 163 Mainzer Zeitschr, 24/25, 4929/1930, 102 Taf. 22, 23 (W. H ä v e r n ic k ) . 164/65 Brunnenfund. Rhein. Vierteljahrsblätter 2, 1932, 328 m it A bb. (J. H a g e n ). — Germania 17, 1933, 55 (J. H a g e n ). — B J . 138, 1933, 162 Taf. 23, 1.

M Ü N Z K A T A L O G II.
Der Miinzkatalog II um faßt 44 nur aus der Literatur bekannt gewordene verschollene oder dem Verfasser unzugänglich gebliebene Prägungen und 46 merowingische Silbermünzen (vgl. Anm. zu M 159— 160 ü. MK II, 4 5—90 S. 142).

A. Silbermünzen der Ostgoten und Justinians I. aus Ravenna.
1. W orm s-S ch u lstra ß e, Rheinhessen (K . Gr. 5). 1886, 218; W Z Korr.Bl. 11, 1892, 221 (Koehl). Theoderich mit Justinus I., scharfe Prägung. WZ 5,

134

Münzkatalog II. MK II, 2— 30.
2. D i s c h i n g e n , O.A. Neresheim, W ürtt. Athalarich ( A T H A L A R I C V S RIX), durchbohrt; mit Beifunden. Veeck 181; Fundber. aus Schwab. 12, 1904, 128. 3. N ö r d lin g e r R i e s , Bayerisch-Schwaben. Athalarich mit Justinus I., vgl. BMC Vand. Taf. 8, 6. Nestle 92, 269, 53 (fälschlich Justinian I.); 5./6. Jahresber. d. hist. Vereins f. Schwaben u. Neuburg 1841, 103 Taf. 3, 6. 4. A n d e r n a c h , Kr. Mayen, Rheinprov. Athalarich. BA U B 8, 1889, 100 (Ohlenschlager). 5. W ü r t t e m b e r g , in Gegend des Limes. Athalarich. Nestle 91, 266, 17. 6. M e t r ic h , Kr. Diedenhofen, Lothringen. Theoderich oder W itigis oder H ildebad (Monogramm des Theo­ derich). Jahresber. d. Ges. f, lothr. Gesch. u. Altertkde. 15, 1903, 480 f. Taf. 33. 7. G u n d e r s h e im , Kr. W orm s, Rheinhessen. Totila mit Justinian I. (DN B A DV I L A REX), vgl. BMC Vand. Taf. 11, 3. W Z 7, 1888, 292; W Z K orr.Bl. 11, 1892, 221 (Koehl). 8. F r e ila u b e r s h e im , Kr. A lzey, Rheinhessen. Totila {DN B A D V I L L A K raus 184 nach Buchenau; Korr.Bl. d. Gesamtver. d. deutschen Gesch. u. Altert.Ver. 61, 1913, 355 {Brenner). 9. W orm s-B ollw erk , Rheinhessen, Gr. i ( K . Gr, 14). Totila. A. u. h. V. 5, 429 f .; Brenner 313; Aberg, Franken 137 u . 140. 10. A n d e r n a c h , Kr. Mayen, Rheinprov. Totila. B A U B 8, 1889, 100 (Ohlcnschlager). 11. S e lz e n , Kr. Oppenheim, Rheinhessen, Gr. 12 (K . Gr. 7). Halbsiliqua d. Justinian I., vgl. BMC Vand. Taf. 17, 21—22. W , u. L. Lindenschm it, Das germanische Todtenlager bei Selzen (1848) 21 Nr. 12. Altert.Mus. Mainz, Inv. 849, verloren. 12. R h e in h e s s e n . Justinian I. Darmstadt, ehem. Slg, DiefTenbach, Hess. Landesmus. {nicht vorhanden, Inv. 392/1893); aus dem Nachlaß d. Pfarrers K noll, Alzey. 13. E d i n g e n , A. Mannheim, Baden. Halbsiliqua d. Justinian I. Gef. 1886 in einem Reihengräberfeld (vgl. zu diesem W Z Korr.Bl. 5, 1886, 244 f., 6, 1887, 35 f.). Bissinger I Nr. 186, 5. 14. N ö r d lin g e r R i e s , Bayerisch-Schwaben. Halbsiliqua d. Justinian I., vgl. BMC Vand. Taf. 17, 18—20. Nestle 92, 269, 54; 5./6, Jahresber. d. hist. Vereins f. Schwaben u. Neuburg 1841, 103 Taf. 3, 7. 15. D in g li n g e n , A. Lahr, Baden. Byzantinische Silbermünzen (möglicherweise auch Ostgotenprägungen oder Nachahmungen nach solchen). Gef. 1825 in einem merow. Grabe. Bissinger I Nr. 107, 14; F. Stein, Ge­ schichte u. Beschreibungen der Stadt Lahr und ihrer Umgebungen (Lahr 1827) 20.

B. Andere byzantinische Münzen und Nachprägungen nach solchen.
Z e n o {474—491)
16. A ld in g en , O.A. Spaichingen, Württ. Triens des Zeno (Vs. DN Z EN O PERPAVC, Rs. C O N O B ) . Nestle 72, 118, 1. 17. K ö ln , Rheinprov. Vor dem Severinstor; Einzelfund. Triens des Zeno. WZ 11, 1892, 253.

A n a s t a s i u s (491—518)
18. M ü h lh a u s e n , Thüringen. Grabfund. Solidus des Anastasius {Vs. DN A N A S T A — S I V S P P A VC , R s. V I C T O R I = A A VC C A, C O N O B ) , gepr. unter Theoderich in Italien, vgl. Tolstoi Taf. 14, 70— 80; vgl. M KAnm . zu M 9. 19. K ir c h n a u m e n , Lothringen. Grabfund. Solidus des Anastasius (Vs. DN A N A S T A S I V S P P A V C Rs. V I C T O R I A A V C C C , C O N O B ) , gepr. unter Theoderich in Italien, vgl. Tolstoi Taf. 14, 70— 80; vgl. MIvAnm zu M 9. Bulletin de la soc. d ’arehöol. et d ’hist. de la Moselle {Metz) 1, 1858, 78 ff. (Abel). 20. H o c h m ö s s in g e n , O .A .O bern dorf,W ü rtt. Anastasius {Vs. DN A N A S T A = SI VS Fl AVC, Rs. V I C T O R I = A A C C V S C C B, C O N O B ) . Nestle 62, 97, 1. 21. B o d e n d o r f , Kr. Neuhaldensleben, Prov. Sachsen. 2 Solidi des Anastasius. Bolin (54). 22. M e t r ic h , Kr. Diedenhofen, Lothringen. Grabfund. W estgot. Triens nach Anastasius, vgl. M KAnm. zu M 4 9 — 51. 7. R G K Ber. 1912, 223 A bb. 120.

J u s t in i a n I. (521— 565)
23. B u r la d i n g e n , O.A. Hechingen, Hohenzollern, Einzelfund. Solidus des Justinian I. { DN I VS T I NI = AN V S P P A V C, Rs. V I C T O R I A A V C C C J , C O N O B ) . Fundber. aus Schwab. N F 1 , 1917— 1922, 106 Nr. 261,19. 24. R i e g e l , A. Emmendingen, Baden. Solidus des Justinian I. ( CON OB) . Bissinger I Nr. 157. 25. M a n n h e im , Herrn.sheimer Bösfeld, A. Mannheim, Baden ( K . Gr. 40). Solidus d. Justinian I ; gepr. Cpl. nach 538, vgl. BMC Byz. Taf. 4, 12 u. M KAnm . zu M 26. Mus. Mannheim. 26. L in k e n h e im , A. Karlsruhe, Baden. Solidus des Justinian I. Bissinger I Nr. 160, 1. 27. N eren stetten , O.A. Ulm, Württ. Justinian I. Nestle 89, 253, 1. 28. M u n n in g e n , B .A . Nördiingen, Bayerisch-Schwaben. Grabfund, barb. Nacliprägung nach einem Solidus des Justinian I. (Vs. D N I V C T I N I A = NVCNCIII, R s. V I C T O I I = V1UCCN, O N O ; leichter W u lst; Gew. 4,25 g ); viell. nach BMC Vand. Taf. 16, 11— 12, gepr. etwa 555— 565. 7. R G K Ber. 1912, 68; Das Schwä­ bische Museum 8, 1932, 134 f. mit 2 A bb. = Frankf. Münzzeitg. 4, 1933, 3 f. (W. Schwabacher). 29. A s c h a f f e n b u r g , Unterfranken. Barb. Solidus des Justinian I. Bolin (47). 30. Gegend von O s n a b r ü c k , Prov. Hannover. Bleinachahmung eines Solidus des Justinian I. Mus. Biele­ feld ; Bolin (32).

135

Münzkatalog II. MK II, 31—90. — Münzkundliehe Anmerkungen.
31. H o r n , Lippe-D etm old. Triens des Justinian I. Bolin (37). 32. Q u e d l in b u r g , Kr. Aschersleben, Prov. Sachsen. Einzelfund. Barb. Triens des Justinian I. Bl. f. Münzfr, 9, 1904, 240; Bolin (54). 33. B is c h l e b e n , Kr. Gotha, Thüringen. Grabfund. Barb. Goldmünze des Justinian I. Mitt. d. Ver. f. Gesch. u. Altertumskde. von Erfurt 14, 1883, 231; Bolin (48).

J u s t i n II. (565— 578)
34. B i n g e n , Rheinhessen. „G oldquinar des Justinus II.“ G, Behrens, Kat. Bingen (1920) 254.

T ib e r iu s II. C o n s t a n t in (578—582)
35. R o t t e n b u r g , W ürtt. Tiberius II. Constantinus. Nestle 66, 107. 360.

P h o c a s (602—610)
36. B i n g e r b r ü c k ? Rheinhessen. Bingen (1920} 254. Bronzemünze des Phocas, vgl. Sabatier 1, 222 Nr. 24. G. Behrens, Kat.

H e r a c l i u s (610— 641)
37. W e i l i m d o r f , O.A. Leonberg, W ürtt. 1922, 98 Nr. 332, 2 — 3. 2 Solidi des Heraclius. Fundber. aus Schwaben NF 1, 1917 —

C o n s t a n t i n u s P o g o n a t u s (668)
38. S t ä t z l i n g , B. A. Friedberg, Oberbayern. Großbronze des Constantinus Pogonatus (668), gepr. Theopolis. Altbayer. Monatsschr. 4, 4903/1904, 485 mit A bb. 4; Bl. f. Münzfr. 9, 1901, 3221.

U nbestim m te byzantinische Münzen
39. L e i p f e r d i n g e n , A. Engen, Baden. Byzantinische Bronzemünze. Bissinger I Nr. 40 c. 40. P f u l l i n g e n , O.A. Reutlingen, W ürtt. Grabfund. Solidus des Justinian I. oder Justin I. (?) aus Schwaben 17, 4 909, 60; Veeck 270. Fundber.

C. Merowingische Münzen.
41. L a u f f e n , O.A. Besigheim, W ürtt, Grabfund. Merow. Goldmünze mit Aufschrift B E D O MV. Fundber. aus Schwaben 20, 1912, 53 Nr. 406, 4; 17, 1909, 65; Veeck 487. 42. K e is e n , Kr. Saarburg, Rheinprov, Grabfund. Silbermiinze. Vs. M I T T I . . . , Rs. Kreuz iin Kranz. Metzer Prägung. W Z Korr.Bl. 23, 4904, 464— 463. 43. H a m m , Westfalen. Einzelfund. Merow. Goldmünze, Vs, K opf in Strahlenkrone, C H O I T V L F IT, Rs. Stufenkreuze, B E T T E V I N O . Mus. M ünster; 21. R G K Ber. 1931, 236. 44. T e u c h e r n , Kr. W eißenfels, Prov. Sachsen. Merow. Goldmünze. Im Besitz des Lehrers Becker, N aum ­ burg. 45. R i t t e r s d o r f , Kr. Bitburg, Rheinprov. Grabfund. ‘Argenteus’ nach Anastasius (DN A N A S T A S I V S PPAVC) , vgl. M KAnm . zu M 159 u. 160. J. Steinhausen, Archäol. Karte der Rheinprov. I (1932), 268; Prov. Mus. Trier Inv, 731 f., nicht auffindbar. 46— 50. M e ir i c h , Kr. Diedenhofen, Lothringen. Grabfund. 4 ‘ Argentei’ , Brustb. r. Vgl. MKAnm, zu M 159 u. 160. Jahresber. d. Ges. f, lothr. Gesch. u. Altertumskde. 15, 4903, 480f. Taf. 33 (ein Stück abgpbildet). 51 u. 52. A n d e r n a c h , Kr. Mayen, Rheinprov. 2 'Argentei' nach Valentinian III, zu Beifort 5000 u. 5001, vgl. M KAnm , zu M 159 u. 160, Prov, Mus. Bonn. 53— 65. S c h w a r z r h e i n d o r f , Kr. Bonn, Rheinprov. 13 ‘Argentei’ , vgl. M KAnm . zu M 159 u. 160. Ediert von W . Hävernick in Mainzer Zeitschr. 24— 25, 1929— 1930, 100 f. mit Taf. 66— 90. K ö l n - R o d e n k i r c h e n , Rheinprov. 25 ‘Argentei’, vgl. M KAnm . zu M 159 u. 160. Prov. Mus. Bonn 19822 r.

MÜNZKUNDLICHE AN M E R K U N G E N .
Z u M 5, K r a ü s 29 gibt die italischen Prägungen Zenos ausschließlich dem Odovakar, während W r o t h (BMC Vand. X L V I Anr^. 1) Tremissen guten Stils wie die vorliegende (Rs. Kreuz im Kranz, i. A. C O M O B ) eher als Prägungen der römischen Münzstätte während der ersten Regierung Zenos (474— 475) ansprechen möchte. Z u >1 9. Solidi des Anastasius mit Abschnittlegende C O N O B und Victoriadarstellung mit Kreuzstab ohne PAbschluß werden von T o l s t o i 194 ff. u. Taf. 14,70— 80 wegen ihrer Ähnlichkeit mit gesicherten italischen Prä­ gungen Theoderichs wie BMC Vand. Taf. 5,14— 16; 6,25— 29; 7,14 — 15 w ohl mit Recht nacli Italien gegeben. Außerhalb Italiens fanden sich derartige Solidi in Kirchnaumen, Lothr., in Mühlhausen, Thür. (MK II, 18— 19), in einem wohl gepidischen Grabe von K is-Zom bor an der Maros (Beilage 2 ,6 S. 73) und in den gotländischen

136

Miinzkundliche Anmerkungen.
Schatzfunden von Etelhem und Akebäck (T. J . A r n e , D eux nouvelles döcouvertes de solidi en Gotland, Acta archaeologica 2,1, 1931, 1 IT.). Zu 31 10. Das bronzene, goldüberzogene Stück ist in Stil und Prägung so gut, daß es von den Tremissen Theoderichs wie BMC Vand. Taf. 5, 21 nicht getrennt werden kann. Vgl. einen ähnlichen subäraten Triens des Athalarich, gepr. unter Justinian, von Krainburg, Beilage 2, 5 S. 73. Zu M 14— 25, 27. x l v iii. Zum Beginn der M ünztätigkeit nach den Gotenkriegen {um 555) vgl. W r o t h , BMC Vand.

Zu M 19 u. 25. Die Silberprägungen BMC Vand. T a f.1 8 ,3 —13 werden von W r o t h L V wegen ihres etwas rohen Stils als langobardische Nachprägungen angesehen; er läßt a, a. O. Anm. 4 allerdings auch die Möglichkeit offen, daß es sich um Prägungen minderer Qualität aus der kaiserlichen Münze Ravenna handeln könne. Diese Zu ­ weisung ist in Hinblick auf die Einordnung der Tremissen BMC Vand. Taf. 18,1— 2 (s. diese Seite unten zu M 34— 36) behandelten frühesten langobardischen Trientenprägung auf jeden Fall vorzuziehen. Zu M 26. Zum Jahre 538 als Beginn der Emission dieses Typs vgl. W r o t h , BMC Byz. 26 Anm. 1.

Zu M H2. Die Zuteilung des Soester Trienten, dem ein ausgezeichnet erhaltenes sehr ähnliches Stück des Ber­ liner Münzkabinetts Taf. V, 177 zur Seite gestellt werden m uß, zu Totila oder zu Teja kann als völlig gesichert gelten, obwohl Goldmünzen der beiden Gotenkönige mit Justinianumschrift bisher nicht bekannt geworden sind. Die formale Übereinstimmung beider Stücke mit Tremissen mit Anastasiusum schrift wie BMC Vand. Taf. 12,8— 13, die ohne jeden Zweifel späte Ostgotenprägungen sind, geht bis ins Einzelne (Taf. V , '179): Vs. eckige Borte und dichte liegende S-Falten des Mantels, charakteristische Vertiefung zwischen Nase- und Mundpartie und den übergroßen Augen, an den Enden keilförm ig verdickte Hasten der Legenden, 3 anstatt S ; Rs. stilisierte Victoria mit nach außen geschweiften Flügeln, i. F. zwischen Fuß und 1. Flügel zwei aufeinanderstehende Rhomben, i. A. C •N * . Der Triens des Pariser Münzkab. Taf. V , 178 ist trotz geringer Abweichungen in Bild und Legende ebenfalls an die vorliegende Gruppe anzuschließen, ebenso ein Triens nach Justinian in der Slg. Brera im M ünz­ kab. Mailand. Eine Trennung der Gruppen BMC Vand. Taf. 10,19— 22 (nach W x o t h zu Totila 541— 552) und BMC Vand. Taf. 12,8— 13 (nach W r o t h zu Teja 552— 553) ist u, E. nicht durchführbar. Die Annahme von W r o t h , daß die schlechteren Prägungen auch die jüngeren seien, hat einiges für sich ; eine exakte Scheidung der Emissionen unter Totila und Teja ist aber so lange nicht statthaft, als mit der M öglichkeit anderer Münzstätten (außer Ticinum ) oder auch einzeln tätiger Münzmeister, die jeweils einen verschiedenen Stil gehabt haben können, zu rechnen ist, vgl. B M CV and.83 Anm. 1 und meine Ausführungen in Bl. f. Münzfr. 68,1933, 6741T. = Bad. Fundber. 3,1933, 89 IT.). Silbermünzen Tejas mit Justinianumschrift sind nicht bekannt, dagegen finden sich vereinzelt Ganz- und Halbsiliquen Totilas mit solchen Umschriften, vgl. BMC Vand. Taf. 11,3 u. S. 85 Anm. 2; K r a u s 184; das Stück von Gundersheim, Rheinhessen, MK II, 7. Zu M 5M. Die Zugehörigkeit zu Prägungen wie BMC Vand. Taf. 7,23 ist wegen des schlechten Erhaltungszustandes nicht, ganz gesichert. Ein ähnliches Stück m it der Vs.-Legende D N I V S T I N I — A N V S P P A V C im Münzkab. Stuttgart. Zu P P A l C vgl. BMC Vand. 62 Nr. 21. Zu M 34—36 H. allgemein zu M 67— 71. Der Beginn der langobardischen Münzprägung in Italien. Die frü­ hesten langobardischen Trienten, deren Zuweisung gesichert ist (vgl. M. V e r w o r n , Die ältesten Münzen der Langobarden, Berliner Münzblätter N, F. 1910), zeigen Bild und Um schrift des Kaisers Mauricius Tiberius (582— G02). Sie gehen, wie die Darstellung der Victoria mit glockenförm igem R ock auf der Rs. beweist, auf eine ganz bestimmte Tremissengruppe des Mauricius Tiberius zurück, die der kaiserlichen Münze von R a­ venna zugeschrieben werden muß, Taf. V, 18G u. BMC Byz. Taf. 19,16. In den Nachprägungen nach Mau­ ricius Tiberius hat man, wie W r o t h , BMC Vand. LVI und V e r w o r n a. a. O. 3 des Sonderabdrucks mit Recht feststellen, die Münztätigkeit des erstarkten Langobardenreichs unter Aulhari (584— 591) und Agilulf (591 — 615) zu erblicken. Daß Ravennater Prägungen des Mauricius Tiberius bei den Langobarden in der zweiten Hälfte des 6, und im frühen 7. Jahrhundert zirkulierten und dem gemäß nachgeahmt werden konnten, wird durch eine Perlenkette mit drei geöhrten Tremissen wie BMC Byz. Taf. 19,16 und einer des Tiberius II. Constantinus wie BMC Byz. Taf. 16,17 in Castel Trosino Gr. 115 bestätigt, vgl. Beilage 3 S. 75. Charakteristisch für die Ravennater Tremissen des Mauricius Tiberius sind, neben dem W ulstreif, die beiden Hakenfalten des Paludamentum am Brustbild der Vs. und die stark stilisierte Victoria v. v. mit glockenförm igem R ock und der Umschrift V I C T O R I A A V C V S T O R V N auf der Rs. Die gleichzeitige Prägung von Cpl. (BMC Byz. Taf. 17,5— 6) ist also von der italischen sehr leicht zu unterscheiden. Dieser Ravennater Typ, der als Serie A der italischen Tremissen b e­ zeichnet werden soll, ist schon unter Justinian I. voll äusgebildet, w’ie G. S a m b o n , Repertorio generale delle monete coniate in Italia (1912), 21 zu Nr. 123 mit R echt gegen W r o t h hervorhebt. Er tritt also mit dem Beginn der Münztätigkeit Ravennas nach den Gotenkriegen, d. h. um 555 auf und ist bis auf Constans II. zu verfolgen, Taf. V , 183— 186. Hinweise; J u s t in ia n u s I. (555— 565): Tolstoi Taf. 26,534/35; unsere Taf. V, 183. J u s t in u s II. (565— 578): BMC Byz. Taf. 13,16; BMC Vand. Taf. 18,1 u. 2; Tolstoi Taf. 30,23; unsere Taf. V, 184. T i b e r i u s II. C o n s t a n t in u s (578— 582): BMC Byz. Taf. 16,17; Tolstoi Taf. 30,20; unsere Taf. V , 185, M a u r ic iu s T i b e r i u s (582—602); BMC Byz. Taf. 19,16; Tolstoi Taf. 36,57— 58; unsere Taf. V , 186.
Gerui. Denkm äler <1. Vötkerw anderuagszelt 3. W erner.

18

137

Münzkund liehe Anmerkungen.
P h o c a s (602— 610): BMC Byz. Taf. 22,17; Tolstoi Taf. 42,37— 41. H e r a c l i u s (610— 641): BMC Byz. Taf. 29,11— 13; Tolstoi Taf. 45,31— 35. C o n s t a n s II. (641— 668): BMC Byz. Taf. 35,16; Tolstoi Taf. 53,110. Unter Tiberius II, Constantinus erscheint auf der Rs. an Stelle der V ictoria das Kreuz, um dann unter Herac­ lius von neuem und für immer das Bild der Siegesgöttin zu verdrängen. Unter Heraclius und Constans II. werden die beiden Hakenfalten des Paludamentum spitzwinklig oder bis zur Unkenntlichkeit stilisiert. Die Vermutung von W r o t h , daß es sich bei den Trienten Justins II. mit leicht entstellter Um schrift BMC Vand. Taf. 18,1— 2 um langobardische Nachprägungen handelt, ist abzulehnen, denn ebenso groß wie ihre Übereinstimmung im Münzbild mit den übrigen byzantinischen Stücken ist ihre Verschiedenheit von den langobardischen Trienten nach Mauricius Tiberius (Taf. V, 187 u. BMC Vand. Taf. 18,22— 24), sodaß aus den unerheblichen Abweichungen der Um schrift keine weitgehenden Folgerungen gezogen werden können. Diese umfangreiche, yon Justinian I. bis Constans II. reichende Tremissengruppe kann man mit Sicherheit als die Prägung der kaiserlichen monetarii auri in der Münze Ravenna ansehen (Diehl 164). Die Münztätigkeit des byzantinischen Italien scheint von Justin II. bis auf Mauricius Tiberius recht erheblich gewesen zu sein; jedenfalls muß man die häufigen Goldsendungen dieser Kaiser nach Italien in diesem Sinne werten (Diehl 200f.). Es scheint, als ob nur unter Justinian I. neben der allgemeinen Serie A noch eine andere, seltenere Serie B zur Emission kam (Taf. V, 181), die sich in der Darstellung der nach r. schreitenden Victoria (die den Kranz im Gegensatz zur Serie A nicht in der Mitte sondern in seiner oberen W ölbun g faßt) den Tremissen Cpls. nähert (BMC Vand. Taf. 16,14 u. 15; Tolstoi Taf. 27,536; 1 Stck. Münzkab. Paris 399; unsere Taf. V , 181) und sich von der Serie A in der Faltengebung des Mantels des Vs.B ildes unterscheidet. Die beiden über die ganze Breite des Mantels führenden Längsfalten werden wie bei den seltenen italischen Semissen BMC Vand. Taf. 16,13 durch eine von der linken Schulter ausgehende Querbahn unterbrochen; vgl. dagegen die Gpler. Tremissen BMC Byz. Taf. 4,14 u. BMC Vand. Taf. 16,16. Den Übergang zwischen Serie A und B zeigt ein Triens des Berliner Münzkab. Taf. V , 182. Ob man in der Serie B, deren zeitliches Verhältnis zu A völlig unklar bleibt, etwa die Prägung der stadtrömischen Münze nach dem Gotenkrieg zu sehen hat, ist nicht zu entscheiden. Ebenso ist es fraglich, ob in R om seit Justinus II. Tremissen geprägt wurden. Bei der straffen Zentralisierung der Verwaltung des Exarchats ist es sehr wohl möglich, daß in R om nur Kupfermünzen geschlagen wurden und daß die Goldprägung, die mit dem scrinium aureae massae (vgl. Diehl 164) zusammenhing, auf Ravenna beschränkt war. Neben den noch umlaufenden Tremissen der Zeit vor 555 (Ostgotenreich, Cpl. oder Rom 538—549, BMC Vand. Taf. 16,5) und denen der wahrscheinlich auf Justinian I. beschränkten Serie B müssen es also in der Hauptsache Tremissen der Serie A gewesen sein, die vor der Zeit des Mauricius Tiberius den Langobarden als Vorlagen für etwraige eigene Prägungen dienten. Für ihren Um lauf bei den Langobarden haben wir schlüssige Beweise (ein Vorkommen nordwärts der Alpen im Schatz von W ieuwerd, Beilage 1 B , 7 S. 71). Die Slg. Niessen enthält eine sicher aus einem langobardischen Grabe stammende Kette mit 6 derartigen geöhrten Tremissen Justins II. und einer Justinians I. (Beschr. röm. Altert, gesammelt von C. A. Niessen, Köln 1911, Nr. 4569/75). W ichtig ist auch ein sogenanntes langobardisches Goldblattkreuz aus Novara (Piem ont) Taf. V, 195, im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg {Anz. u. Mitt. des German. Nat, Mus. 1900, 33 A bb. 7). Es trägt bei glatter Unter­ seite zwei Abdrücke der Vs. und drei der Rs. eines Trienten Justins II. wie Taf. V , 184. Der Fundort liegt auf seit der Landnahme langobardischem Gebiet, weit ab von den noch griechischen Küstenstrichen Liguriens (Diehl 4 3 IT.). Das Kreuz war also wie die vielen einfachen Kreuze und die Kreuze mit Tierornament Beigabe eines langobardischen Grabes (zur Übernahme der Sitte des Tragens von Goldkreuzen durch die Langobarden s. o. S. 46). Wenn man von der untenS. 140 behandelten Möglichkeit, daß italische Münzmeister in derZeit zwischen derLandnahme und dem Einsetzen der organisierten Prägetätigkeit unter Mauricius Tiberius in langobardischen Diensten tätig waren, absieht, müssen langobardische Prägungen nach Tremissen Justinians 1., Justins II. und Tiberius II. Constantins in ähnlichem Verhältnis zu ihren Vorbildern (Serie A) stehen wie die langobardischen Trienten nach Mauricius Tiberius zu ihren der Serie A entnommenen Vorlagen. Es ist daher wahrscheinlich, daß wir in dem Triens Taf. V, 188 eine frühe langobardische Prägung nach Justinian I. v or uns haben. Er zeigt auf der Vs. die nachgeahmten Hakenfalten des Mantels und auf der Rs. eine Victoria m it glockenförmigem R ock in gleicher Stilisierung wie der langobardische Triens Taf. V , 187, also die charakteristischen Merkmale der mit Justinian I. um 555 einsetzenden Ravennater Tremissenprägung der Serie A. Es fehlt ihm dagegen der breite umlaufende W ulstreif der späteren langobardischen Prägungen, nur die Rs. weist die Spur eines schwachen Wulstes auf. Eine sehr ähnliche Nachprägung nach Justinus II. befindet sich im Münzkab. Mailand (Collezione Municipale Nr. 3380). Bei ähnlichem Brustbild und übereinstimmender Victoria zeigt sie beidseitig einen ausgesprochenen Wulstreif und leitet so vom Typ Taf. V , ' 188 zu den langobardischen Tremissen nach Mauricius Tiberius über (Legenden: Vs. I N V 2 T 1 - I N V 2 P P A V ; Rs. V I T O I I A A 2 V T I O I V U , i. A. I CMOO) . Auch im Mus. Cividale findet sich aus dem langobardischen Gräberfeld ein ähnliches Stück. An die Serie A der Ravennater Tremissen schließt sich eine weitere Gruppe von Nachprägungen an, die auf Taf. V, 189 — 194 vorgelegt wird und teilweise italischer Herkunft sein dürfte (so Taf. V, 189— 190). Die beiden stempelgleichen Trienten von Kaiseraugst Gr. 126 (Taf. V , 193— 194) erhalten dam it eine Datierung in die Zeit nach 555 (vgl. Beilage 2, 4 S. 73). Zu M 34—35. Die Beurteilung der beiden stempelgleichen Trienten von Munningen {Af 34) und Thalmässing (.V 35), die nach Ausweis der anderen mitgefundenen Münzen im frühen 7. Jahrhundert in die Erde gelangten (vgl. S.. 12 und Beilage 1 S. 70), stößt bei dem Mangel an geeignetem Vergleichsmateria] auf große Schwierig­ keiten. Letzte Vorbilder sind Tremissen Justinians I. von Cpl. wie BMC Byz. Taf. 4,14. Ob unsere Trienten

138

Münzkundliche Anmerkungen.
aber direkt auf diese östlichen Vorlagen zurückgehen, ist sehr fraglich. H. B u c h e n a u (Mitt. der Bayer. Numismat. Ges. 47, 1929, 145) hebt mit Recht die Verw andtschaft mit Ravennater Prägungen der Serie B wie BMC Vand. Taf. 16,14 u. 15 (unsere Taf. Taf. V , 181) hervor, die ebenfalls einen W ulstreif aufweisen. Andererseits ist zu erinnern, daß ein Detail der Vs. wie die Angabe der Enden des Diadems als gewundene Schleife bei Ravennater und Cpler Goldprägungen Justinians I. und Justins II. durchgängigfehlt. Die kaiserlichen Prägungen zeigen immer frei nebeneinander herlaufende Diademenden (z. B. BMC Vand. Taf. 16,14— 16 u. 18,1 u. 2; BMC Byz. Taf. 4,14; 11,5; 13,16). Eine Ausnahme macht allein der Triens BMC Vand. Taf. 16,5 mit der Abschnit II egende ROMOB, den W r o t h für eine kaiserliche Prägung aus R om während der Gotenkriege zwischen 538 und 549 hält. Schleifen« enden des Diadems zeigen die Silbermünzen Justinians I. aus Ravenna (BMC Vand. Taf. 17,1— 23) und durch­ gängig die dem Athalarich zugewiesenen Tremissen mit Justinianlegende (BMC Vand. Taf. 7,21— 23 u. 8,1— 4, vgl. noch den Triens Tolstoi Taf. 26,533, dessen Einordnung unklar bleibt). Ob auf Grund dieses Details die Trienten von Munningen und Thalmässing mit der im Stil völlig abweichenden ostgotischen Gruppe in direkte Verbindung gebracht werden können, wagen wir nicht zu entscheiden. W egen des guten Stils und der kaum verderbten Umschriften möchte man an der Annahme italischer Herkunft festhalten, wenn auch die Zuweisung zu Italien nur auf indirektem W ege wahrscheinlich gem acht werden kann. Die Prägungen haben in dem reichen aus Gallien bekannten Material keinen Platz, ebenso ist bei einem Vergleich mit M 45— 48 die Möglichkeit einer Prägung in der Zone nordwärts der Alpen auszuschließen. Zeitlich sind beide Stücke u. E. zwischen dem Ende der Gotenzeit und dem Beginn der Prägung langobardischer Tremissen wie Taf. V, 187 nach Beendigung des Interregnums 585 anzusetzen. Es ist das unten abschließend über die Stempelabschläge von Herbrechtingen Gesagte also z, T. auch auf sie zu beziehen. Zu M 36. Die 6 Vs.-Stem pelabschläge von Herbrechtingen sind als Schm uckstücke, nicht als kursierende Münzen hergestellt worden. Ihre Rückseiten sind glatt, das besagt, daß sie regelrecht m it dem Münzstempel geschlagen und nicht über der Vs. einer Münze gepreßt worden sind, wie es z. B. bei den Anhängern von W eingarten (M 176) und Schretzheim Gr. 26 (M 175) der Fall ist. Der Vs.-Stem pel von Herbrechtingen findet sich völlig identisch auf einem Triens unbekannter Provenienz im Stuttgarter Münzkab. wieder, Taf. V , 196. Die Stempelgleichheit läßt die sehr w ichtige Folgerung zu, daß die betreffende Münzstätte oder der betreffende Münzmeister sowohl kursierende Münzen wie Schmuckanhänger herstellte. Stilistisch stehen den Vs.-Stem peln von Herbrechtingen die unten zu M 34— 36 behandelten Prägungen von Nocera Umbra Grab 17 nahe; gemeinsam ist neben ähnlicher Haar- und Gewandstilisierung die Diadem zeichnung der gleichzeitigen kaiserlichen Tremissen. Der Rs.-Stem pel zu Herbrechtingen ist durch den Trienten des Stuttgarter Münzkabinetts gegeben. Die Legende ist sehr entstellt, der Typ der Victoria v. v. m it glockenförm igem R ock , oben spitz zulaufenden Flügeln und großem Schleifenkranz in der R. läßt als Vorbild eindeutig Tremissen der oben behandelten Serie A der kaiserlichen Offizin Ravenna erkennen, Taf. V, 183— 186, wenn auch die Stilisierung nicht so weit geführt ist wie bei den Trienten Taf. V, 187— 188. — Für den zeitlichen Ansatz ist der som it gewonnene Anschluß an die Ravennater Tremissenprägung sehr wichtig. Es ergibt sich daraus als Terminus post quem die Zeit um 555 und als Terminus ante quem der Beginn der sicheren Langobardenprägungen unter Mauricius Tiberius (nach etwa 585). Die stark entstellte U m ­ schrift der Rs. spricht für Prägung durch einen germanischen Münzmeister. Die Behandlung der Herbrechtinger Anhänger durch W . V e e c k , Germania 14, 1930, 76 und die von ihm gezogenen Folgerungen sind zu berichtigen, da sie zum größten Teil auf irrigen Voraussetzungen beruhen. Die A b ­ schläge sind (s. oben) mit dem Münzstempel geschlagen und nicht über einen Triens gepreßt. Sie gehören auch nicht zu Trienten Justinians I. vom Typ Thalmässing-Munningen, wie ein Vergleich mit M 34 u. 35 zeigt. Endlich muß es auf einem Mißverständnis beruhen, wenn V e e c k annimmt, H. B u c h e n a u (Mitt. d. Bayer. Numismat. Ges. 47, 1929, 145) habe den Triens von Thalmässing als ,,ostgotische Nachprägung, geschlagen in Ravenna um 555— 565” bestimmt. B u c h e n a u verweist lediglich auf BMC Vand. Taf. 16,14— 15 als ähnliche Prägungen von Ravenna um 555—565. Aus W roth ist ersichtlich, daß dam it kaiserliche und nicht ostgotische Prägungen gem eint sind. Zu M 34—36. Gaben die Bemerkungen über den Beginn der langobardischen Münztätigkeit und über die kaiser­ liche Tremissenprägung von Ravenna (s. o. S. 137 f.) schon das Bild überaus kom plizierter Münzverhältnisse im Italien der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts, so ist die oben vorgeschlagene Zuweisung der Trienten M 34—36 nicht dazu angetan, dieses Bild klarer und einfacher erscheinen zu lassen. Trotzdem gibt es sichere Anhalts­ punkte dafür, daß neben den verschiedenen offiziellen östlichen und italischen Prägungen und einigen Ostgotenmünzen auch unter sich stark abweichende germanische Nachprägungen im langobardischen Italien im Umlauf waren. Neben dem Triens Taf. V, 188 stehen zwanzig Trienten vom Gräberfeld Cividale (davon 14 bei F o g o l a r i , Cividale del Friuli, 1906, 29, A b b .; unter den 20 Trienten befinden sich 5 stempelgleiche ähnlich M 45— 48 (s. Anm. zu M 45— 48), 4 weitere stempelgleiche, 2 stempelgleiche und 2 stempelgleiche ähnlich den Trienten von Nocera Umbra Grab 17; genaues Studium war dem Verf. nicht möglich) und die sechs Trienten von Nocera Umbra Gr. 17 (Beilage 3 S. 75 und A. A l f ö l d i in A tti e memorie deH’ Istituto italiano di numismatica 5, 1925, 73ff. mit Abb.). Die letzteren sind sechs stempelgleiche geöhrte Trienten nach Justinian L, die mit Sicherheit in der Zeit n a c h der langobardischen Landnahme gefaßt worden sind, vgl. Beilage 3 S. 75. An sie reiht sich das stempelgleiche Stück der Sammlung Unger Taf. V , 197 und ein weiteres stempelgleiches der Sammlung Stefan in Graz. Die Umschrift, ist leicht entstellt, die Victoriadarstellung geht auf Cpler Vorlagen wie BMC Byz. Taf. 4, 14 zurück. Im Bild der Vs. ist eine gewisse Verwandtschaft mit den Stempelabschlägen von Herbrechtingen nicht von der Hand zu weisen. Man hat also wiederum von den schon unter sich verschiedenen Prägungen M 34— 36 abweichende N ach­ 18*

139

Münzkundliehe Anmerkungen.
pragungen vor sich. Beidergroßen Verschiedenartigkeit der bei den Langobarden umlaufenden kaiserlichen Münzen muß natürlich auch der sicher eklektischen Nachprägung eine große Variationsbreite zugestanden werden. Wir wissen nichts über die Organisation der langobardischen Münzprägung; erst unter Authari muß sie zur Zeit des Mauricius Tiberius, nach dem gleichförm igen Stil der Trienten zu urteilen, eine größere Geschlossenheit erlangt haben. Auch mit der M öglichkeit, daß bis dahin vereinzelt italische Münzmeister in langobardischen Diensten standen, ist bei der Art der langobardischen Landnahme und den verwickelten territorialen Verhältnissen Mittel­ und Oberitaliens in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts zu rechnen {Diehl 4 2 IT.). Die guten Legenden der Trienten von Thalmässing und Munningen (M 34— 35) könnten für eine solche Vermutung sprechen. Zusammenfassend muß auf Grund der oben behandelten italischen Münzverhältnisse festgestellt werden, daß untereinander so verschiedenartige Prägungen wie M 34— 36 und Taf. V, 188, 196— 197 unbedenklich gemeinsam für Italien in Anspruch genommen werden können, ja, daß sie in dieser Zeit eigentlich nur dorthin zu lokalisieren sind. Im westgotischen Spanien und im fränkischen Gallien ist in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts der eigene Stil schon soweit ausgebildet (vgl. Anm . zu M 49— 51 u. 52— 56, 62), daß es nicht möglich ist, Prägungen wie die behandelten dort unterzubringen. Auch die germanischen Stämme auf deutschem Boden scheiden als Träger der Prägung aus. Zuteilung innerhalb Italiens ist bei den einzelnen Prägungen mehr oder weniger möglich. Da die Ostgotenzeit, deren Prägungen uns recht gut bekannt sind, nicht in Frage kom m t, kann bei den Verbin­ dungen zu offiziellen Ravennater Tremissen als Terminus post quem etwa 555, als Terminus ante quem das Ende des langobardischen Interregnums (585) gelten. Zuweisung an die Langobarden ist bei Nocera Umbra und Her­ brechtingen recht wahrscheinlich. Zu M 37. Zur Victoria vgl. M 92 von Schwarzrheindorf und die Nachprägung Taf. 27,538. nach Justinian I, bei Tolstoi

Zu M 3 9 —41. Der Triens von Eichloch (M 39) besitzt ein stempelgleiches provenienzloses Gegenstück im Berliner M ünzkabinett Taf. V, 199. Eine sehr ähnliche Prägung stam mt aus Grab 33 von Basel-Bernerring (Taf. V, 198; vgl. Beilage 2, \ S. 72 f.). Diese sehr einheitliche Trientengruppe nach Justinian I. mit stark entstellten Umschriften ist stilistisch an die späten ostgotischen Tremissen von Totila und Teja (M 32 u. M 177— 180, vgl. Anm. zu M 32 S. 13") anzuschließen. Gemeinsam sind die schleifenförmigen Diademenden, die bei den kaiserlichen Tremissen nicht Vorkommen, die hohe eckige Borte und die Weilenfalten des Mantels, ähnlich ist der Typ der Victoria. Be­ sonders nahe kommt die Serie dem Triens der Slg. Brera im Münzkab. Mailand (s. Anm. zu M 32 S. 137). Es ist daher am wahrscheinlichsten, daß die Gruppe nach Italien gehört und in die späte Ostgotenzeit zu setzen ist. Prä­ gung nordwärts der Alpen auf linksrheinischem Gebiet möchten wir der Verbreitung und der entstellten Legenden wegen nicht ganz ausschließen. Zu M 45— 48. Für d iese erst in jüngster Zeit klarer erfaßte kleine Gruppe von Nach pragungen nach Trienten Justinians I. hat J. C a h n , Germania 14, 1930, 165 süd-oderw estdeutsche Herkunft angenommen. Diese Zuweisung ist auf Grund der Verbreitung der Fundorte und des Fehlens derartiger Stücke in Frankreich möglich, wenn auch das Vorkomm en von 5 stempelgleichen Trienten mit ähnlichem Brustbild und ähnlicher Victoria (mit punkt­ gefüllten Flügeln) im Grabfeld von Cividale (Mus. Cividale) zur Vorsicht mahnt. Zu den Exemplaren mit gesichertem Fundort treten zwei bereits von C a h n a. a. O. herangezogene Trienten des Berliner Münzkabinetts und weitere Stücke aus Paris, Amsterdam, Kopenhagen (Beifort 5426, 5773— 5774) und aus der Slg. Unger. Die beiden Berliner Stücke und das der Slg. Unger (Nr. 1749) sind unter Taf. V, 200— 202 abgebildet. Der Kreuzglobus vor dem Brustbild der Vs. (M 45— 47 u. Taf. V, 200— 201) ist möglicherweise dem V s.-B rust­ bild byzantinischer Solidi nach 538 (vgl. M 26 mit M KAnm .) entlehnt. Eine Analogieerscheinung würde die Münze von Beckum M 82 als Nachahmung eines Solidus in Triensgröße bilden. Typisch für die Rs. sind die mit Punkten gefüllten Vogelflügel der stellenden Victoria v. v. Zeitlich dürfte die Ausprägung der Gruppe nach den Befunden von Munningen und Thalmässing (Beilage 1 S. 70) in die zweite Hälfte oder in das Ende des 6. Jahr­ hunderts fallen, ohne sehr wesentlich in das 7. Jahrhundert hineinzureichen; vgl. auch Anm. zu M 52—56, 62. Zu M 49— 51. Die Stücke gehören zu den stilistisch sehr leicht kenntlichen westgotischen Nachprägungen nach byzantinischen Kaisermünzen. Typisch für diese Gruppe ist der perlgesäumte, mit einem Kreuz verzierte Mantel des Brustbildes und die nach r. ausschreitende Victoria in strenger Profilansicht mit strichverziertem langen Flügel, dem Kranz in der ausgestreckten Rechten und dem in zwei geknickte Falten aufgelösten, nach vorn flattern­ den Gewände. Oft ist der K opf der Victoria durch ein liegendes Kreuz ersetzt (hier M 50 u. 51). Die Hasten der meist sehr entstellten Um schrift sind an den Enden keilförm ig verdickt. Die Prägungen dieses Stils setzen sclion unter Anastasius ein (Beifort 5071/75, 5093/96, 5098, 5127/39), finden sich zahlreich mit Legenden Justinus I. (Beifort 5168/82, 5192/95, 5200, 5204, 5207), um dann mit Aufschrift und Bild Justinians I. besonders häufig zu werden (Beifort 5162/65, 5222/25, 5253/74, 5296/97, 5299, 5341/54). An sie sind die Stücke von Landau (M 49) und Munningen (M 50) anzuschließen. Für unkenntliche Legenden wie bei M 51 finden sich Beispiele bei Beifort unter 5160/65, 5342, 5364/73, 5410 und bei A. H e is s, Description generale des monnaies des rois wisigoth d ’Espagne (1872) 28 Abb. 11— 14. Stücke mit sehr fortgeschrittener Stilisierung wie das von Mülhofen (M 51) dürften zeitlich denen mit Justinianlegende beizuordnen sein. Die Zuweisung an die W estgoten in Spanien ist dadurch gesichert, daß die ersten westgotischen Königsmünzen mit der Umschrift des Königs Leowigild (573— 586) diese Gruppe von Xachprägungen mit allen ihren stilistischen Eigentümlichkeiten fortsetzen (vgl. P r o u X V II u. bes. H e is s a. a. O. 26ff. mit A bb.). Die Annahme von J .C a h n , Germania 14, 1930, 165 gegen A. S u h le , daß der Triens von Munningen (M 50) eher fränkisch oder burgundisch sei, ist demnach abzulehnen.

140

Münzkundliche Anmerkungen.
Die zeitlichen Grenzen für die Ausprägung der drei auf deutschem Boden gefundenen Stücke sind durch den Regierungsantritt Justinians I. (527) und das Einsetzen der westgotischen Königsprägung unter Leowigild (nach 573) ungefähr gegeben. Zu M 52—56, 62. Diese Trienten sind an eine hauptsächlich in Frankreich verbreitete Gruppe von Nachprägungen byzantinischer Vorlagen anzuschließen, von der P r o u die einschlägigen Stücke des Pariser Münzkabinetts be­ reits ausgesondert vorgelegt hat (Nr. 1— 25, Taf. 1, 1 — 6), Breites Brustbild mit grober Angabe des Haares und vogelartige Victoria v. v. sind für diese ziemlich rohen Prägungen charakteristisch. Die Legenden sind teils un­ kenntlich, teils geben sie verderbt den Namen Justinus 1. oder Justinians I. wieder. P r o u X V II IT lokalisiert . mittels einiger Trienten gleichen Stils, die bestimmten Prägestätten zugewiesen werden können, die ganze Gruppe mit Recht ins fränkische Gallien. Da die Victoria als Bild der Rs. vom Anfang des 7. Jahrhunderts an im Allgemeinen nicht mehr verwendet wird, möchte P r o u X X die ganze Prägung dem 6. Jahrhundert zuweisen und sie kaum weit ins 7. Jahrhundert hineinreichen lassen. Wegen ihres hellen Goldes könnten die Stücke M 52— 56 u. 62 am ehesten der Mitte oder der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts angehören, ein Ansatz, der durch den Befund von Munningen (Beilage 1 S. 70) bestätigt zu werden scheint. Zu M 64. Vgl. dazu die Trienten des Theudebert I. (534— 548) Prou Taf. 1, 14 u. 18. Zu M 67. Beizeichen vor dem nach r. gekehrten Brustbild der Vs. fehlen bisher auf den frühen langobardischen Prägungen, Zuerst tritt auf Trienten des Perctarit (672— 688) ein B im Feld vor dem Brustbild auf. Unter Cunincpert (688— 700) und Aripert II. (701— 712) findet sich neben H, D, B, V, C, S auch M. Der einzigartige Triens Ariperts I. (653— 661) trägt auf dem Brustbild ein M (G. S a m b o n , Le monete coniate in Italia Nr. 305, M. V e r w o r n , Berl. Münzbl. 1910 Taf. 1 ,4 ). W r o t h BMC Vand. 138 Anm. 2 u. 141 Anm. 1 vermutet Münz­ meisterzeichen, V e r w o r n a. a. O. 5 Prägestättenzeichen. Der Triens von Gammertingen gibt das bisher früheste Vorkomm en von Buchstaben im Feld der Vs. auf langobardischen Münzen. Zu M 75 u 76.

O B XX im Abschnitt unter Heraclius fehlt bei BMC Byz. und Tolstoi, findet sich dagegen auf einzelnen Solidi des Tiberius II, Constantinus und des Phocas (BMC Byz. 164 Anm. 1).

Zu M 84. Der Triens gehört zu einer besonders in Friesland häufigen umfangreichen und im Stil sehr einheit­ lichen Gruppe von Nachprägungen, die wahrscheinlich am Niederrhein oder in Friesland zu lokalisieren ist, vgl. J, A. B o e l e s , Friesland tot de elfde oeuw (1927) 167 u. 168 A bb. 4— 6, Taf. 35, 7 u, B eifort 5468, 5385/6. Zu M 101— 103. Die Ganz- und Halbsiliquen mit Justinianumschrift auf der Vs. und dem Monogramm T h eo­ derichs auf der Rs. werden von W r o t h (BMC Vand. L) dem W itigis (536— 540), von K r a u s (34 f.) dem Hildebad (540— 541) gegeben. Zu M 126—127. Vgl, S. 18 mit Anm. 6. Taf. V, 203— 204. Zu M 129.

Die Abhängigkeit von den Prägungen von Spever und Alsheim zeigen

Das Stück ist gegossen, nicht geprägt.

Zu M 130—152. Diese sehr groben Prägungen mit dickem Schrötling zeigen in der hier unter M 130— 140 zusammengestellten Serie auf der Vs. einen stark barbarisierten K opf und auf der Rs. ein Kreuz auf einer Kugel zwischen dem Zahlzeichen Vli in grobem Perlkreis. Die Serie geht auf gute Mainzer Trienten wie Prou 1148, Taf. 19,14 (Münzin. Marlinus), Beifort 2999 (Münzm. Nantaharius) und besonders uns, Taf. V, 205 — Beifort 3003/7 (Münzm. Garoaldus) zurück. Möglicherweise sind M 130 u. 131 für Mainz selbst in Anspruch zu nehmen. Bei den übrigen Stücken der Serie sei auf eine genaue Zuweisung verzichtet. Sie hängen bestim mt mit den sicheren Mainzer Prägungen zusammen; P r o u hält gleiche Trienten des Pariser Münzkabinetts (1152/55, Taf. 19, 16 u. 17) für Nachahmungen nach Mainzer Vorlagen. Man wird die Gruppe also am ehesten in die engere oder weitere l mgebung von Mainz (Mainzer Prägebezirk am M ittelrhein: Rheinhessen, südl, Rheinprovinz) lokalisieren können, eine Annahme, die durch die Verbreitung der Stücke sicheren Fundorts wesentlich gestützt wird. Die Möglichkeit einer Prägung in Mainz selbst ist allerdings nicht ganz ausgeschlossen. Die Serien M 130— 140 u n d M l4 1 — 142 kommen in den beiden Schatzfunden von Dronrijp in Friesland vor, vgl. B o e l e s a .a .O . Taf. 36, 4 u. 10, Beifort Nr. 3004/9 und bes. J, D ir k s in Revue beige de numismatique 43, 1887, 91 ff. u. Taf. A, 10— 15. Durch das Zahlzeichen VI! (Triens zu 7 Siliquen) ist eine gewisse Datierungsmöglichkeit gegeben. Die sich an das Absinken des Solidus anschließende Minderung des Triens von acht auf sieben Siliquen ist in die Zeit um 580 anzusetzen, vgl. A. S u h le , Trier. Zeitschr. 4, 1929, 13, womit für unsere Prägung ein Terminus post quem gewonnen wäre. Die Wertzahl VII verschwindet nach S u h le um die Mitte des 7, Jahrhunderts; das bedeutet, daß die Gruppe schwerlich tief in die zweite Hälfte des Jahrhunderts hineinreichen kann. Die Serie M 141— 144 (dazu M 207—208) und die Einzelprägungen M 145— 152 (dazu M 209— 210) stehen in Machart und Stil der Serie M 130— 140 sehr nahe. Die grobe Prägung, der dicke Schrötling und Details wie das Kreuz mit keilförmigen Armen im Perlkreis sind gemeinsam. Auch die Verbreitung ist die gleiche. Man wird nicht fehlgehen, Zeitstellung und Lokalisierung der Serie M 130— 140 auch für sie gelten zu lassen. Vgl. dazu den in Boppard geprägten Triens Prou 910, Taf. 15, 8. Aus deutschen Museen sind einige weitere Prä­ gungen des Mainzer Prägebezirks unbekannten, aber wohl westdeutschen Fundorts in Taf. V, 205— 210 m it­ geteilt.

141

Beilagen zu den Münzkatalogen.
Zu M 155— 168. Die Zuteilung dieser stark entstellten Gruppe an Lyon, die B e i f o r t 2, 197 f. auf Grund des LU der Rs. vornim m t, ist, wie P r o u L X X I I betont, unhaltbar. LU dürfte nach P r o u eher als Entstellung des Zahlzeichens VIj (vgl. M 130— 142) aufzufassen sein. P r o u hält den Typ wohl hauptsächlich wegen des Fundes von D ronrijp bei Leeuwarden, der vier derartige Prägungen enthält, für friesisch, vgl. B o e l e s a. a. O. 168 A bb. 8, 3 u. Taf. 36,11. Es ist auch wegen der Verbreitung das W ahrscheinlichste, daß es sich bei dieser sehr zahlreichen Gruppe {Beifort 2338— 2351; Slg. Unger 1889— 1896) um niederrheinische oder friesische Gepräge handelt. Als Zeitstellung dürfte auf Grund des LU der Rs. — VII das 7. Jahrhundert anzunehmen sein. Für diesen Ansatz spricht auch der Fund von D ronrijp, der mittelrheinische Trienten enthält(vgl. Anm. zu M 130— 152). Zu M 159— 160 u. M K II, 45— -90. Der eingehenden Behandlung dieser Prägungen durch W . H ä v e r n ic k (Mainzer Zeitschr. 24/25, 1929/1930, 104 f,), auf die für alle Einzelheiten verwiesen sei, ist trotz des hier vorgelegten erheblich vermehrten Bestandes an solchen Münzen nicht viel hinzuzufügen. Um den Münzkatalog I nicht zu überlasten, wurde darauf verzichtet, die von H ä v e r n ic k veröffentlichten Stücke von Schwarzrheindorf sowie die Münzen von Köln-Rodenkirchen und Andernach in die genaue Münzbeschreibung einzubeziehen. Diese Funde sind für die Chronologie der münzdatierten Gräber völlig unergiebig, und numismatisch könnte über die Stellung der Münzgattung innerhalb des merowingischen Münzwesens erst eine Sammlung des gesamten, insbesondere auch des französischen Materials endgültige Klarheit bringen. Als Bezeichnung dieser Prägungen sehr niedrigen Gewichtes hat H i l l i g e r , Hist. Vierteljahrsschr. 12, 1909, 201 m it großer Wahrscheinlichkeit den argenieus bei Gregor von Tours erwiesen. H ä v e r n ic k möchte die ganze Gruppe in das 6. Jahrhundert datieren. Es ist wahrscheinlich, daß sie auch noch ins 7. Jahrhundert hineinreicht, denn Grab 1 des Gräberfeldes.von Andr6sy (D6p. Seine-et-Oise) enthielt neben drei solchen leider sehr schlecht abgebildeten Silbermünzen ein Bronzeblech mit aufgelegtem 8-förmigem Silberfiligran, das bereits dem 7. Jahrhundert angehören dürfte (L. C o s s e r a t , Cimettere m6rov. d ’Andrßsy, Paris 1891, ed. Chemins de fer de l ’ouest, ligne d ’Argenteuil ä Mantes). Z u M 161. Der Fund von B a is (D6p. Ille-et-Vilaine), der von P r o u in der Revue numismatique 1907 ver­ öffentlicht wurde und drei fast gleiche (317, 317 A —B) und dreizehn ähnliche (311—316,318) Prägungen ent­ hält, gibt mit seiner Vergrabungszeit um 753 nur einen sehr groben Terminus ante quem, da es sich bei diesem Schatz nach Annahme von P r o u um das zum Einschmelzen bestimmte Altm aterial eines Münzmeisters handelt. Z u M 169. Wegen des starken W ulstreifs der Rs. ist das Stück vielleicht nach Italien zu setzen. Der Terminus post quem ist durch das Auftreten des Stufenkreuzes unter Tiberius II, Constantinus nach 578 gegeben. V er­ wandt in der Rs. sind die Silbermünzen BMC Vand. Taf. 18, 20— 21.

BEILAGEN ZU DEN MÜNZKATALOGEN.
1. Übersicht über die Münzgruppen des 6. und 7. Jahrhunderts in Süd- und Westdeutschland1 ).
A. Prägungen außerhalb Deutschlands.
Römische Kaiser des 4. und 5. Jahrhunderts: Valentinianus I. (364— 375) M 1 Theodosius I. (379— 395) M 2 Valentinianus III. (425— 455) M 3 Zeno (474— 491) M 5— 6; MK II, 16— 17.

Byzanz {Prägestätten Cpl. und Alexandrien): Anastasius (491— 518) M 8; MK II, 20— 21 (? ) Justinus I. (518— 527) M 12 Justinianus I. (527— 565) M 26; MK II, 25; MK II, 23— 24(?) MK II, 26— 27 ( ? ); MK II, 31 (? ) Justinus II. (565— 578) M 60; MK II,.,34 (? ) Tiberius II. Constantinus (578— 582) M 66; MK II, 35 (? ) Phocas (602— 610) M 72— 73; MK II, 36 Heraclius (610— 641) M 74— 79; MK II, 37 Constans II. (641— 668) M 80 Constantinus Pogonatus (668) MK II, 38 Unbestim mte byzantinische Münzen MK II, 93— 40,

Italien:
1. O stgotenreich: Nachprägungen nach Anastasius (491— 518) M 10, 11 ( ? ) ; MK II, 18— 19; vgl. M 179— 180 Nachprägungen nach Justinus I. (518— 527) M 13 Nachprägungen nach Justinianus I. (527— 553] M 30— 33; vgl. M 177— 178 Theoderich (493— 526), Silbermünzen M 96— 97; M K II, 1

1) Zu den Münzgruppon vgl. S. 10 ff., zur Zuweisung im einzelnen die Münzkundliehen Anmerkungen S. 136—142.

142

Beilagen zu den Münzkatalogen.
Athalarich (527— 534), Silbermünzen M 98— 100; M K II, 2— 5 W itigis oder Hildebad (536— 541), Silbermünzen M 101— 103; M K II, 6 Totila (541— 552), Silbermünzen M 104— 107; M K II, 7— 10 T eja {552— 553), Silbermünze M 108. 2. E xarchat von R avenna: Justinianus I. (etwa 555— 565) M 14— 25, 27; MK II, 11— 14; vgl. M 181— 183 Justinus II. (565— 578) M 59; vgl. M. 184 Tiberius II. Constantinus (578— 582) vgl. M 185 Mauricius Tiberius (582— 602) M 176; vgl. M 186. 3. Langobardenreich: Nachprägung nach Justinian I. vgl. M 188 Agilulf oder Authari (nach Mauricius Tiberius, 582— 602) M 67— 71; vgl. M 187. 4. Nach Italien gehörige Nachprägungen nach Trienten des Justinian I. (späte Ostgoten— frühe Langobardenzeit) M 34— 36, 39— 41 ( ? ) ; vgl. M 189— 199.

Spanien (W estgotenreich): Nachprägungen nach Trienten des Justinian I. (nach 527) M 49— 51.

Frankreich: 1. Gallofränkische Nachprägungen nach byzantinischen nach Justinian I. M 52— 56 2. Merowingische Königsmünzen: Theodebert II. (595— 612) M 109 3. M erowingische Münzen m it Münzmeisterlegende aus Aurelianis (Orleans) M 111 Constantia (Les C onstants?) M 112 Laudunum (Laon) M 113 Mettis (Metz) M 114— 115; M K II, 42 4. Fränkische Silbermünzen (‘ argentei’ ) : Childebert III. (695— 711) M 110. französischen und lothringischen Prägestätten: Vienna (Vienne) M 116 Frankreich, nicht lokalisierbar M 117— 123 N icht numismatisch bestim m t M K 11, 41 u. 43— 44. M 159— 160, MK II, 45— 90. Kaisermünzen: nach Justin I. oder II. M 62.

Niederrliein und Friesland:
Nachprägung nach byzantinischem Triens M 84 Nachprägung nach Dorestat-Trienten M 153— 154 England: Angelsächsische Sceattas: M 161— 167. ‘ Friesische* Trienten des 7. Jahrhunderts M 155 — 158.

B. Prägungen des linksrheinischen Deutschland.
1. Nachprägungen nach byzantinischen Trienten des 6, Jahrhunderts: M 45— 48 ( ? ) ; vgl. M 200— 202. 2. Oberrheinische Prägungen des 7. Jahrhunderts (Straßburg): M 124— 125. 3. Mittelrheinische Prägungen des 7. Jahrhunderts: Prägebezirk Speyer M 126— 127; vgl. M 203— 204 Prägebezirk Mainz M 128— 152; vgl. M 205— 210.

C. Außerhalb der Miinzgrnppen stehende Prägungen.
1. Nicht lokalisierbare Nachprägungen nach byzantinischen Kaisermünzen: nach Justin I. oder II. (6. Jahrhundert) M 6 1 ,6 3 — 65 nicht zul.eilbare Nachprägungen M 81— 95. nach Leo I. (457— 474) M 4 nach Zeno (474— 491) M 7 nach Anastasius (491— 518) M 9 nach Justinian I. (527— 565) M 28, 37— 38, 42— 44, 57— 58 2. Unbestim mbare Prägungen M 168— 174,

D.
nach Justinian I. M 175

Brakteatenförmige Durchschlage nach Münzvorlagen:
nach Mauricius Tiberius M 176.

2. Liste der Herrscherlegenden.
Anastasius M 8 und MK II, 20— 22; Nachpr. M 9— 11 und MK II, 18— 19; vgl. Nachpr. M 179— 180 Athalarich M 98— 100; MK II, 2— 5 Childebert III. M 110 Constans II. M 80 Constantinus Pogonatus MK II, 38

143

Beilagen zu den Münzkatalogen.
Heraclius M 74— 79; MK II, 37 H ildebad s. unter Witigis Justin I. M 12;. Nachpr. M 13 Justin II .M 59— 60 und M K II, 34; Nachpr. M 61— 65; vgl. regul. M 184 u. 195, Nachpr. M 189 u. 191 Justinian I. M 14— 27 und M K II, 11— 15; Nachpr. M 28— 58; Nachpr. oder regul. M K II, 23— 33; vgl. regul. M 181— 183; Nachpr. M 177— 178, 188, 190, 195— 199 Leo I. Nachpr. M 4 Mauricius Tiberius Nachpr. M 67— 71; vgl. regul. M 186; Nachpr. M 187 Phocas M 72— 73; M K II, 36 T eja M 108 T heodebert II. M 109 Theoderich d. Gr. M 96— 97; MK II, 1 Theodosius I. M 2 Tiberius II. Constantinus M 66 und MK II, 35; vgl. regul. M 185 Totila M 104— 107; M K II, 7— 10 Valentinianus I. M 1 Valentinianus III. M 3 W itigis oder H ildebad M 101— 103; MK II, 6 Zeno M 5— 6 und M K II, 16— 17; Nachpr. M 7.

3. Liste der Prägorte.
Alexandria 117 (M 74) Antiochia 107 {M 1) A ntonnaco (Andernach) 125 (M 128) Arvernum (Clermont-Ferrand) 122 (M 109) Aurelianis (Orleans) 123 (M 111) Bodanum (? ) 123 (M 117) Constantia (Les C onstants?) 123 (M 112) Constantinopolis 109 (M 8 u. 12). U l (M 26). 115 (M 60). 116 (M 66). 117 (M 72— 73). 118 (M 75— 80) Dorestat 127 (M 153— 154) Halasemia (Alsheim) 132 (M 203) Laudunum (Laon) 123 (M 113) Mediolanum (Mailand) 108 (M 2) Mettis (Metz) 123 (M 114— 115). 136 (MK II, 42) M ogonciaco (Mainz) 132 (M 205) R avenna 108 (M 3). 110 f. (M 14 — 25, 27). 135 (MK II, 11— 15). 115 (M 59) Rutenis (R odez) 122 (M HO) • Spira (Speyer) 132 (M 204) Stradeburgo (Straßburg) 124 (M 124— 125) Ticinus (Pavia) 121 f. (M 104— 108). 135 (MK II, 7— 10) Vienna (Vienne) 123 (M 116).

4. Liste der Münzmeister.
Ansoaldus (Metz) 123 (M 114) Bertulfus (Orleans) 123 (M U l ) Charifridus (Andernach) 125 (M 128) Dedo (Alsheim) 132 (M 203) Garoaldus (Mainz) 132 (M 205) Landomarus (Les C onstants?) 123 (M 112) Madelinus (Dorestat) 127 (M 153— 154) Marcellus (Vienne) 123 (M 116) Sigimundus (Laon) 123 (M 112) Suftulfus (Bodanum ) 123 (M 117) Vendemius (Clermont-Ferrand) 122 (M 109).

144

V E R Z E IC H N ISSE .
TAFEL VERZEICHNIS.
Tafel 1—36: Grabfunde.
Das Verzeichnis gibt, für jedes münzdatierte Grab die laufende Nummer, den Fundort, die Zuweisung zu einer Gruppe sowie die Behandlung des Grabes im Text und im Kataloge an. ;; Kat.| Xr. | Erwähnt Seite 34 f. 80 f. 3 6 1 81 37. 71 36. 71 37. 81 37 f. 81 f. 38. 82 38. 83 38. 82 39. 83 f. 39. 83 39. 83 38 f. 39. 84 39 f. 85 40. 85 41. 85 f. 39. 84 41. 85 41. 86 50. 86 Kät. Seite 108 108

Tafel

Fundort

Gruppe

Münze

Tafel I I

1A B C D 2A B 3A B 0 D E 4A B 5 ÜA B C 7A B C D 8 9A B

3 4 5

8
7

11
10 9
12

14 15 17 13 1« 18 19

Weimar Grab 84 Weimar Grab 80 Lavoye Grab 307 bis Chaouilley Grab 19 Remagen Weimar Grab 35 Wor ms- Schu Ist ra Be Selzen Grab 17 Selzen Grab 12 Obrigheim Fried berg Hahnheim Grab 57 Mengen Grab 12 Köhl-Müngersdorf Grab 90 Worms-Bollwerk Grab 1 Bruchsal Erfurt Unterthürheim Köln-Müngersdorf Grab 135 Tlialmäasing Grab 2 Köln-Müngersdorf Grab 91 b

II II II II II oder III II oder III III III III III III III III III III III III III III III IV

M 5 M 2 u. 7

— —

— —

M 4 M 3 MIv II, 1 M 15 MK II, 11 M 105 M 103 M 108

108 108 134 110 135 122 121 122

— — — — —
III III III I I

_

_ _
I

M 16 M K II, 9 M 33 u. 173 M 42 M 23 u. 26 M 55 M 172 51 22

110 135 112 u. 130 113 111 115 129 111

lu . IV
ii

I II IV I

10 11 A
B 12 Ä

20
21

Herbreehtingen Schretzheim Grab 26 Niederselters (? ) Thalmässing Munningen Grab I

50 f. 87 51 f. 87 f. 52. 88 f. 52. 89 f. 52. 89

IV IV IV IV IV

M 36 a— f M 175 M 8 u. 13

112 130 109

I u. V V I I — III
j

Bl
13 AJ B 14 A

22
24

M 14, 36, 46 110,112,114 u. 106 u. 122 112— 114, M 29, 35, 43, 45, 50, 52, 116 u. 119 61, 66 u. 83 M 47 M 94 M 87 M 10 M 84 19 114 120 119 109 119

I —III

15 B1 AJ B 10 A /

25 26 27 28 29

Köln-Müngersdorf Grab 131 Thalmässing Grab 1 Gammertingen Kindergrab Schretzheim Grab 300 Erle Grab 11
Werner.

52 f. 90 53. 90 53. 90 f. 53. 87 f. 53. 91

IV IV IV IV IV

I

II

11 1
i

III I III

Germ, D enkm äler d. VölkenvauderuiiKSZftit 3.

145

Tafelverzeichnis.

Tafel

K at.Kr.

F undort

Erwähnt Seite

Gruppe

Münze

Kat. Seite

Taf.

17
18 19

30 31 32

Soest Grab 106 Soest Grab 165 Landau Grab 29 Eichloch Grab 56 Weinheim Grab 18 Remagen Grab 6 Weingarten Gammertingen Italien Gammertingen Grab 20 Mannheim-Hermsheimer Bösfeld Untereching Wallerstädten Beckum Grab 6 Landau Grab 25 Erle Grab 18 Lankern Grab 23 Pfahl heim Grab 4 Oetlingen Pfahlheini Grab 4 Hmtsehingen Grab 14 Naunheim Wonsheini C'obern Grab 2 Sinzig Oberolm Grab 59 Oberolm Grab 4

53 f. 92 f. 55. 93 55. 93 f. 55 f. 94 f. 57. 95 f. 57. 96 57. 96 58 57 58. 97 f. 58. 97 f. 58. 97 58. 98 58. 99 58. 99 58. 99 f. 58. 100 59. 100 f. 59 f. 59. 100 f. 59 f. 101 f. 61. 105 60 f. 102 f. 61. 103 f. ö l f. 105 f. 60 f. 104 f. 61. 104

IV IV IV IV IV IV IV IV IV IV oder V IV oderV IV oder V IV' oder V IV oder V IV oder V IV oder V IV oder V V V V V V V V V

M 1 u. 27 M 32 u. 57 M 49 M 39 M 62 M 161 M 176 — — M 67— 69 MK II, 25 M 70 M 119 M 82 M 168 M 155 M 117 M 78 — M 78 M 60

107 u. 111 i ! 112 u. 115 114 113 116 128 130 ! 1

i i u. ri if

20 A

21
22

Vi
Ji

33

1 1
ii IV

23 i! 34 24 A !; 35 B 36 C i‘

D fl j

_

1 I ;

v __ _
ir

25 A ; C 26 27 A B 28 A B 29 A B 30 31 32 33 A B 34 35 A B 36 A B ! ! i | i | :

37 38 41 42 43 44 45 46 46 47

B li 40

116 f. 135 117 124 119 129 127 123 118 118 115


ii m m IV IV IV III

_

1 ' i

III II

ü ji jj !j ;

52 48 49 53 51 50

v
V

M 136 125 1 IV 1M 76 u. 137 118 u. 125 III u. IV M 28 u. 72 111 u. 117 , In . III 118 M 77 III i M 147 127 IV i 125 M 134 i IV !

Tafel 37—38: Verbreitungskarten.
Tafel 37: Karte 1. Verbreitung der Vgl. Beilage 7 S. 79. Karte 2. Verbreitung des S. 76 f. Tafel 38: Karte 3. Verbreitung der Karte 4. Verbreitung der S, 44 Anm. 1. ostgotischen und Exarchats-Silbermünzen in der Zone nordwärts der Alpen. koptischen Bronzegeschirrs in der Zone nordwärts der Alpen. Vgl. Beilage 4

Goldblattkreuze in der Zone nordwärts der Alpen. Vgl. Beilage 5 S. 77f. Scheibenfibeln mit engem Zellen werk in der Zone nordwärts der Alpen.

Vgl.

Tafel I—V: Münzen. Mü n zk a t a lo g I.
Tafel M Miinzj kat. S . 107 108 108 108 108 109 109 ; 109 109 109

j

Fundort
i

Kat. d. Crnbi. i Xr.

Tafel I

M

Münz| kat. S .
i

Kat.

Fundort

fi. Grahf. Nr. 22 24 8
12

I

I I

j

1 2 3 5 7 8 9 10 11 12

Soest Grab 106 Weimar Grab 80 Weimar Grab 35 Weimar Grab 84 Weimar Grab 80 Niederselters ( ?) Weisenheim Schretzheim Grab 300 Sch warzrhei ndorf Günzburg

30 : 2 ; 4 i 1 ! 2 | 22 ; - j 28
|

13 14 15 16 19 20 21 22 23 24

109 110 110
110

110 110 110 111 111 111

Niederselters (?) Thalmässing , Selzen Grab 17 Köln-Müngersdorf Grab 90 Oberstotzingen ! Rheinhessen ‘ Rheinhessen : Köln-Müngersdorf Grab 91b |Unterthürheim j Oberolm


19 13

146

Tafel Verzeichnis.
Kat. (1 . Gmbf. Nr. 13 30 49 23 — — 31 15 24 23 21 — — 33 — — 17 23 23 24 25 — 32 23 — 23 16 — 31 — — 47 23 34 — — — 23 37 37 37 38 39 49
— — —

Tafel I '

M

M ünz* |kat. S . ui in ; in 112 | 112 ! 112 | 112 112 j 112 j 112 i 112 ! 113 ! 113 ! 113 1 113 113 ! 113 | 113 ! 113 ! 114 ; H4 | 114 114 , 114 i H4 114 114 115 115 115 115 115 115 115 116 116 ! 116 ! 116 ; ii6 : 116 ! 116 117 117 117 117 117 i 117 , 117 ; ns ' 118 : 118 i 118 1 118 ' 118 119 119 119 119 119 119 119 120
! i

Fundort

Tafel ■ in

M

Münzkat. S. 120 120 120 120 120 120 121 121 121 121 122 122 122 122 122 122 123 123 123 123 123 123 123 123 124 124 124 124 124 124 124 124 125 125 125 125 125 125 ! 125 125 1 125 125 ! 126 ; 126 , 126 126
126

Fundort

1Knt. d. (Jrabf.
L ü .

26 ' 27 ! 28 ' 29 30 31 1 32 i 33 : 34 !' 35 36 II 37 38 39 • 40 ; 1 41 42 ; 43 i 44 j: 45 Ü 46 ;■ 47 : 48 1 49 i 50 : 51 52 53 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 111 72 73 74 75 76 77 78 79 80 - 82 83 84 85 86 87 88 89

Unterthürheim Soest Grab 106 Cobern Grab 2 Munningen Grab 1 Salgen Schwarzrheindorf Soest Grab 165 Bruchsal Thalmässing Munningen Grab 1 Herbrechtingen Mülheim Engers Eichloch Grab 54 Elsaß Trier Erfurt Munningen Grab 1 Suhl Munningen Grab 1 Thalmässing Köln-Müngersdorf Grab 131 Worms Landau Grab 29 Munningen Grab 1 Mülhofen Munningen Grab 1 Rheinhessen Köln-Müngersdorf Grab 135 Andernach Soest Grab 165 Wimpfen Friedberg Rintschingen Grab 14 Munningen Grab 1 Weinheim Grab 18 Waldbillig Wielandsheim Rheinhessen Munningen Grab 1 Gammertingen Gammertingen Gammertingen Untereching Reichenhall Grab 86 Cobern Grab 2 Wesseling Xiederstotzingen Müllingsen Wonsheim Sinzig Pfahlheim Alzey Weißenthurm Beckum Grab 6 Munningen Grab 1 Erle Grab 11 Cobern Wielandsheim Gammertingen i Rheinhessen Rheinhessen

IV

48 53 46

42 23 29
— —

27
_ _

90 92 93 94 95 96 98 100 101 102 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 ■ 118 119 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157

126 ; 126 i 126 126 127 , 127 127 127 127
; 127

127 127 127 128 128

Rheinhessen Schwarzrheindorf Köllig Thalmässing Grab 1 Kirchheim Engers Schierstein Tholey Flomborn Kaltenengers Obrigheim Thalmässing Sesenheim Hahnheim Grab 57 Worringen Saehsenburg Mechtersheim . Sachsenburg Neustadt a. Rübenberge Büttel bom Cobern Schlotheim Lankern Grab 23 Großsachsenheim Wallerstädten Orenhofen Kümmern Sindelfingen Hönheim Fessenheim ? Rheinhessen Rheinheasen Kreuznach Sodingen Cobern Abenheim Rheinhessen Rheinhessen Oberolm Grab 4 Rheinpfalz Naunheim Wonsheim Fessenheim Fessenheim Fessenheim Fessenheim ; Fessenheim Dietersheim Meisenheim Fessenheim Rheinhessen : Oberolm Grab 59 Frankenthal Fessenheim Fessenheim Dietersheim Dietersheim Dietereheim Rheinhessen Erle Grab 18 Rheinprovinz Rheinprovinz

— — — 26 — ! — | __
|

:

: '

—• —
- - -

11 24 — 9 ; — ; — ; — — — — — — 45 — 41 — ; — — — — — — — —


— — 50 — 52 48 — — — —

— — —

51 —
— — — — —

44
— —

19*

147

TAFELN

Ortsverzeichnis-

Gruppe Wirtel Ziergehänge Zierseheiben

II II oder III i III ( IV IV oder V j V : (etwa 520—550) iG. Jahrhundert) (etwa 550 —600) (etwa 600 —650) (7. Jahrhundert); (etwa ööO —700) j: ii Taf. 1A , 11 1 j Taf. 3 E, 6; 4 A, 5 Taf. 8, 29; 14 B, 21; 23, 5 u. 13 Taf. 33 B, 1 j | i;

.

Taf. 11 A, 6; 12 A, 9; 18, 12

Taf. 35 A, 5

ORTSVERZEICHNIS.
Die Münzfundorte (vgl. Miinzkatalog I und II) sind kursiv gesetzt, die Fundorte der münzdatierten Gräber sind außerdem durch einen Stern gekennzeichnet. Ihre Behandlung im Text und im Katalog der Grabfunde ist durch Fettdruck hervorgehoben. Die einzelnen Grabnummern innerhalb aller erwähnten Grabfelder sind stets durch Kuraivdruek wiedergegeben. ’ Bais, Frankr. 57. 142 , Baldenheim, Elsaß 66. 67 f. Baldersheim, Unterfranken 21,5 Basel, Schweiz (Prägort) 17 Basel-Bernerring: Gr. 8 72; Gr. 33 43,2. 55,2. 72 f. 78. 132. 140 Basel-Gotterbarmweg 34,2; Gr. 19 ! 33 f. 34. 36; Qr. 20 34,2; Gr. 34 I 31,1 ■ Baumgarten, Nieder österr. 33,3 , * Beckum, Westfalen 56,4. 95,1; Gr. 6 I {Kat. Nr. 42} 58. 99 Taf. 27 A ; I M 82 119 Beifort, Frankr. 48. 52,2 Bellinzona, Schweiz 26 f. Belluno, Ital. 44,1 Benevent, Ital. 13,1 Beringen, Schweiz 43,3. 44,1. 77 f. Bernhardpaß 24 Bernhardinpaß 24 Biblis, Hessen 39,4 Bifrons,. England 47,3 Bingen, Rheinhess. M K I I , 34 136 Bingerbrück, Rheinhess.: M K II , 36 j i36 ! Binnennoricum 25 Birka, Schweden 16,1 ; Bischleben, Thür.: M K II, 33 136 Blumenfeld, Baden 33,1 . Bodendorf, Prov. Sachsen: M K I I , 21 ! 135 Böhmen 14,1. 48. 76 Bondorf, Württ. 77 i Bonn, Rheinprov. (Prägort) 18; 59. , 76 f . ; M 167 129 ; Boppard, Rheinprov. (Prägort) 18. 141 Bourogne, Frankr. 16,5 ! Bremen 67 Brennerpaß 24. 27 f. ; Brenv, Frankr.: Gr. 8G2 39,4 I Bresaz, Ital. 56,4 j * Bruchsal, Baden: Grab {Kat. Nr. 15) I 40. 85 Taf. 6 B ; M 33 112; M 173 j Bäcs-Ordas, Jugosl, 32,5. 35. 46. 73 ! 130 ! Bad Kreuznach s. Kreuznach ; Budapest, Ungarn 30,5 Abenheim, Rheinhess,: M 129 125; M 174 130 Achenheim, Elsaß 44,1. 55. 78 Achlum, Holland 15,1 Achmim-Panopolis, Ägypten 42,9. 72 ■Ägypten 42. 67. 72 Aguilcourt-le-Sart, Frankr. 35,6 Agunt, österr. 24 Airan, Frankr, 30 Akalan, Türkei 46,6 Akebäck, Gotland 13,2. 137 Albanien 58 Aibertfälva, Ungarn 52,1 Albisheim, Rheinpfalz 40,8 Aldingen, W ürtt.: M K II , IG 135 Alise-Ste.-Reine, Frankr. 10,1 Alpenpässe s. Alpenstraßen Alpenstraßen 12. 23—25. 64 Alsheim, Rheinhess. (Prägort) 17— 19 Altenwalde, Hannover 17,2 Alzey, Rheinhess.: AI 79 118 Andelfingen, Württ. 78 Anderlecht, Belgien 39,4 Andernach, Rheinprov. (Prägort) 18; 33. 44 f. 97,1; ÄI 56 115. M K I I , 4 u. 10 135. M K II , 51 u. 52 136 Andresy, Frankr. 142 Aosta, Ital. 26 f. Apahida, Siebenbürgen 30. 31,1. 32—34. 45 f. 63. Aquileia, Italien 24. 27. 32,5 Aroy Ste. Restitue, Frankr.: Gr. 127 32,5. 46,3; Gr. 2318 39,4 Ardennen 39,4 Arles, Frankr. (Prägort) 6. 71 f. Armentieres, Frankr. Gr. 237 39,4: Aschaffenburg, Unterfranken: M K I I , 29 135 Aßtana, Ostturkestan 7,2 Augny, Frankr. (Prägort) 19,1 Austrasien 19 Bülach, Schweiz 43,2. 72; Gr. 4 40,5; Qr. 14 36,2; Gr. 18 56,5 Bündner Alpenstraße 13. 24. 26—29 Büttelbom, Hessen: M 114 123 Bulgarien 58 Burgund 26— 29 Burladingen, Hohenzollern: M K II , 23 135 Campanari-Castelfidardo, Ital. 44 f. Cannstatt, Württ. 56,5 Capua, Ital. 46 Castel Trosino, Ital. 29. 41. 45 f. 57. 74; Gr. F 42,5. 57,5; Gr. H 45. 75; Gr. S 46; Qr. 7 2,3. 13. 45. 46,4. 53. 69. 74 f. 76; Gr. 16 12.3; Gr. 36 42,5; Qr. 90 42,5. 60; Gr. 115 2,3. 13. 14,3. 45. 69. 74 f. 137; Gr. 119 49. 60,1. 66. 76; Gr. 142 42,5. 60,3; Gr. 168 44,1. 45.46.1. 75; Gr. 17S1G Castione, Schweiz 73 Celakowitz, Böhmen 40,7 Chälons'sur-Saone, Frankr. 67 Chaouilley, Frankr.: Gr. 19 36. 37,2. 63. 71 Taf. 1 D Charpeigne, Frankr. (Prägort) 19,1 Chatby, Ägypten 13,1 Chatham Lines, England 39,4 Chersoimesos, Krim 74 Chiavenna, Ital. 24. 26—28 Chinon, Frankr. 10 Chiusi, Ital. 42,5. 72 Christopolis, Ital. 26 Chur, Schweiz 24 Civezzano, Ital. 42,5 Cividale, Ital. 29. 41. 42,5. 43,3. 48. 51,6. 52. 54. 139 f. *Cobem, Rheinprov.: Gr. 2 (Kat. Nr. 49) 37,2. 61. 103 f. Taf. 35 A; M 28 111; M 72 117; M 85 119; M 115 123; M 130 125 Coneevreux, Frankr. 39,3 Cordoba, Spanien 44,1 Courbillac, Frankr. 39,4 Crondall, England 105,1

151

Ortsverzeichnis.
Iffezheim, Baden: Grab (Kat. Nr. 6) 38. 82; M 104 121 Irnoia, Ital. 44,1 Indien 7,2 Ingcrsheim Württ. 57. Inzing, Niederbay.: Gr. 50 56,1. 78; Gr. 75 51,6 Isola Comacina, Ital. 26 f. Ittenheim, Elsaß 56,4. 59. 72. 76 f. Galgenberg, Heesen : M 162 128 Jülich, Rheinprov. (Prägort) 18 *Gammertingen, Hohenzollern 54. 61. Jütland 17,2 77 f. 95,1 Taf. 24 C. Hehngrab 40. 51. 55,3. 56 f. 61; Spangenhelm 33. ^ Julierpaß 24. 27 49, 66— 68; Kindergrab (Kat, Nr. ; Jutas, Ungarn: Gr. 116 73. 76; Gr. 196 75 f, 27) 44,1 50. 53 75 90f. Taf. 15 C ! Izenave, Frankr. 6,4. 34,2 u. 16 A ; Frauengrab 20 (Kat. Nr. 37) 58. 96 f. Taf. 25 A ; M j Kärlich, Rheinprov. 40,1 67— 69 116 f.; M 87 119 Kairo, Ägypten 42,7 Garderen, Holland 79 Kaiseraugst, Schweiz: Gr. 126 73. 132 Gäva, Ungarn 32,5 138 Gersheim, Rheinpfalz 54,3 u. 4. 59,4 Kalscheuren, Rheinprov. 44,1 Gerstlieim, Elsaß 61,2 Kaltenengers, Rheinprov.: M 102 121 Gilton, England 62 Ebermergen, Bayer. Schwab. 78 Kamaik, Böhmen 14,1 Gimbsheim, Rheinhess. 40,8 Ivelheim, Niederbay. 59; Gr. 18 76; Edingen, Baden: M K I I , 13 135 Giulianova, Ital. 67 Ehningen, Württ. 53,5. 54,10 Gr, 19 60,1; Gr. 40 60,7 Godorf, Rheinprov. 55,2 * Eichloch, Rheinhess. 35,7. 39. 76; Gotland 67. 136 ; Kelsen, Rheinprov.: M K I I , 42 130 Kenezlö, Ungarn 16,1 Gr. 54 (Kat. Nr. 33) 55—57. 68. Gourdon, Frankr. 10 94 f. Taf. 21 u. 22; M 39 113 Groß-Harras, Niederösterr. 43,2 i Kent s. England Kertseh, Krim 30,5. 49,5. 66—68 Elsaß 44,1. 62; M 40 113 Groß-Karben, Oberhess. 36,2 Ellwangen, Württ.: M 170 129 Kiew, Rußland 58 Großsachsenhe im, W ürtt.: M 118 123 Emmerieh s. Speelberg-Emmerich Kingston, England 44, 51. 54,5. 61,4. Großumstadt, Hessen 34,2 72 Engers, Rheinprov. 47 f.; M 38 113; Gültlingen, Württ. 31 f.; Helmgrab 31. ' ■ Kirchdorf, Schweiz 16,3 M 96 120 33. 34. 37,2. 38. 63; Spangenhelm England (auch Kent) 10,4. 29. 42. 44. j Kirchheim, Württ.: M 95 120 49,2. 6 6 -6 8 . 4 6 -4 8 . 50. 54. 62. 64. 72 Kirchheim, Baden: Gr. 130 76; Günzbarg, Bayer, Schwab.: J1 12 109 Entringen, Württ. 33,1. 34 Gr. 131 39,4 Güttingen, Baden: Gr. 38 40. 42—44. • Euvermeu, Frankr. 55,2 j Kirchnaumen, Lothringen: M K I I ,1 S 57, 77f.; M 158 128 135 f. £pravc, Belgien 33,1. 36,2. 72. 79 Gandersheim, Rheinhess,: M K I I , 7 135 Erbenheim, Rheinhess. 33,1 ' *Hahnheim, Rheinhess. 44,1. 51; Kiskunfelegyhäza, Ungarn 32,5 Ercheu, Frankr. 35,6 j Ivis Zombor, Ungarn: Gr. B 40 14,1. Gr, 57 (Kat. Nr. 9) 35,7. 39f. 50. * Erfurt, Prov. Sachsen: Grub (Kat. ! 35,6. 73. 136 83 Taf. 4 A ; M 108 122 Nr. 17) 41. 85 f. Taf. 6 C; M 42 113 Kittendorf, Mecklenburg 33,3. 71 Hailiingen, W ürtt.: Gr. 381 60 *Erle. Westfalen: Gr. 11 (Kat. Nr. 29) Kleinhüningen, Schweiz: Gr. 35 31,1; Haithabu, Schleswig 16,1 53. 91 f. Taf. 16 C; Gr. IS (K a t Gr. 63 31,1. 32,4. 33,1; Gr. 74 47 f. Halhim, Holland 16,6 Klein-Schelken, Siebenbürgen 32,5 Nr. 44) 58. 99 f. Taf. 28 A ; M S4 Hamm, Westfalen: M K I I , 43 136 119; M 155 127 Kobern s. Cobern Harmignies, Belgien 39,4 Kochendorf, Württ. 55,3 Ermihalyfulva, Siebenbürgen 32—34. Heddesdorf, Rheinprov. 62,1 Köllig, Rheinprov. M 93 120 63. 74; Abb. 2 (S. 31) Heidenheim, Württ. 44,1 Köln, Rheinprov. (Prägort) 18 f.; Etelhem, Gotland 13,2. 137 Heidingsfeld, Unterfranken 54,3 M K 11, 17 135 Eustachio (S t.}, Ital. 42,5 Heidolsheim, Elsaß 77 * Köln-Müngersdorf, Rheinprov.: Gr. Heilbronn, Württ. 33,1. 37,2. 54,3 Fiillais, Belgien 39,4. 55,2 90 (Kat. Nr. 12) 39. 84 Taf. 5; Hellmitzheim, Mittelfranken 39,4 Gr. 91b (Kat. Nr. 19) 4U. 44 f. Feldkirchen, Oberbay. 78 * Herbrechtingen, W ürtt.: Grab (Kat. 50—53. 57, 86 Taf. 7 D —9 A ; Fessenheim, Elsaß: M 125 124; M 138 Nr. 21) 44,1. 50 f. 52. 56. 78. 87 —142, 145 126; M 149 u. 150 127 Gr. 131 (Kat. Nr. 25) 52 f. 90 Taf. 11 B u. 12 A ; M 36 112 Fetigny, Schweiz 60 Taf. 14 B u. 15 A ; Gr. 135 (Kat. Herpes, Frankr. 36 f. Nr. 16) 41. 85 Taf. 7 Ü; M 16 110; Feudenheim, Baden 55,2 Herten, Baden 16,4 31 22 111; M 47 114; M 55 115 Finero, Ital. 25,2 *Hintscliingen, Baden: Gr. 14 (Kat. Köln-Rodenkirchen, Rheinprov.: M K Flomborn, Rheinhess. 35,6; M 101 121 Nr. 47) 2,3. 56. 58. 59 f. 77. 101 f. Flonheim, Rheinhess. 31 f. 33,1. 34. II, 66—90 136 Taf. 31— 33 A ; M 60 115 37,2. 38. 63 Köngernheim, Rheinhess. 39,4 Hochmössingen, W ürtt.: M K I I , 2 0 135 Franeker, Holland 16,6 Koiuorn, Ungarn 31,1. 33 f. Hanheim, Elsaß: M 124 124 Ivrainburg, Jugosl. 44,1. 72 f. 137; Frankenthal, Rheinpfalz: M 14S 127 Hohenstadt, Württ, 39,3 Freilassing, Oberbay. 78 Gr. 6 43,2; Gr. 43 73 Holzgerlingen, Württ. 65; Gr. 259 75 | Kreuznach, Rheinprov. 33,1; M 128 Freilaubtrshtim, Rheinhess. 35,6 u. 7. Hopf au, Württ. 60,8 36; M K II, 8 135 125 Horn, Lippe: M K 11, 31 136
*

Dagersheim, Württ. 43,3 Darmstadt-Windmühle, Hessen 40,8 Daumen, Ostpreußen 35,6 Deißlingen, Württ. 39,5. 51,6 Delle, Frankr. 48. 77 Dietersheim, Rheinhess.: M 126 120. M 151—153 127; M 163 128. Dieuze, Frankr. {Prägort) 19,1 Dinant, Belgien (Prägort ) 19,2 Dinglingen, Baden: M K 11, 15 135 Dirmstein, Rheinpfalz: M 25 111 Dischingen, W ürtt.: M K I I , 2 135 Ditzingen, W7 ürtt. 33,1. 55 Dombovar, Ungarn 32,5 Domburg, Holland 15. 16,6 Dorestat, Holland (Prägort) 16,6. 17. 19 Dortmund, Westfalen 6,2 Dronrijp, Holland 17,2. 141 f. Düren, Rheinprov.: M 81 119 Dürkheim, Rheinpfalz 54,3

Frickingen, Württ. 11 * Friedberg, Oberhess, 39; Grab (Kat. Nr. 10) 39. 83 Taf. 3 E ; M 59 115; M 103 121 Friesland 15,1. 17. 34,1. 77. 141 f. Fünfkirchen-Gyarvaros, Ungarn 74 Furfooz, Belgien 6,2. 34,1

152

Ortsverzeichnis.
Krim s. Chersonnesos • Mons Laetarius 25 j M 24 111; M 134 125; M 147 Kümmern, Rheinprov,: M 122 124 j Mont Cenis 24. 26 | 127 Kunägota, Ungarn 57,5. 73 j Mont Genevre 24—-26 ; Oberstotzingen, Württ. 44,1; M 19 110 Mont St. Landeur, Belgien 39,4 *Obrigheim, Rheinpfalz: Grab (Kat. Ladowitz, Böhmen 76 | Moranville, Frankr, (Prägort) 19,1 | Nr. 11) 39. 83 f. Taf. 3 I>; M 105 122 Lagardesmühlen, Brandenburg 21/22,5 1 Mosciamo St. Angelo, Ital. 16,1 La Grassa, Spanien 42,6 Mouson, Frankr. (Prägort) 19,1 i Ockstadt, Oberhess. 39,4 Moyenvic, Frankr. (Prägort) 19,1 * Landau Gr. 25 (Kat. Nr. 43) 58. 99 ! Odratzheim, Elsaß 77 Mühlhausen, Thür.: M K I I , 18 135 Taf. 27 B; Gr. 29 (Kat. Nr. 32) ! Octiingen, Württ. 56. 59 f. 77. 79 Mühltal, Oberbay. 74 | Taf. 29 B 37.2. 55. 93 f. Taf. 20 B ; M 49 114; Mülheim-, Rheinprov.: M 37 113 M 168 129 i Olwisheim, Elsaß: M 54 115 Mülhofen, Rheinprov.: M 51 114 Langenenslingen, HohenzoUern 43,2. j Oos, Baden 33,1 Müllingsen, Westfalen: M 75 118 | Orenhofen., Rheinprov.: M 121 124 51. 72 Langerringen, Bayer. Schwaben 78 j Müngersdorf s. Köln-Müngersdorf ! Osnabrück, Hannover: 31K II, 30 135 * Lankern Gr. 23 (Kat. Nr. 45) 58. 100 j Münzesheim, Baden 77 1 Ostdeutschland 14. 71 Taf. 28 B ; M 117 123 j Mundenheim, Rheinpfalz 52,1 | Osthofen, Rheinhess. 55,1 La Tom' de Peilz, Schweiz 16,1 ' * Munningen, Bayer, Schwaben: Gr. 1 [ Ostpreußen 42,1. 74 Lauffen, W ürtt.: 77; M K I I , 41 136 (K at. Nr. 23) 52. 70. 89 Taf. 14 A ; Ostturkestan 66 Lautlingen, Württ. 77 Gr. 6 44,1. 78; M 29 u. 35 112; j Ostungarn s. Ungarn Lavoye, Frankr. 94,5; Gr. 194 71. 79; M 43 113; M 45, 50, 52 114; M Gl Gr. 273 71; Gr. 307 bis 37. 63. 71 u. 66 11G; M $3 119; M K I I , 28 ; Pannonien 32/33,5. 43,2. 47— 49 Taf. 1 C; Gr. 319 71 135 : Paulinenaue, Brandenburg 21/22,5 Leer, Ostfriesland 16,1 : Pettau, Jugosl. 49,2 Leipferdingen, Baden: M K 11, 39 136 Nagold, Württ. 37,2 * Pfahlheim, Württ. 54,3. 60, 4. 78; Xarnur, Belgien (Prägort) 19,2 Les Maillys, Frankr. 39,4 Gr. 3 60,8; Gr. 4 ( Nürnberg, Kat. Lingotto, Ital. 44,1 j Nancy, Frankr. 40,1 Nr. 46) 42. 06. 59. 60. 76, 78. lOOf. Linkenheim, Baden: M K I I , 26 135 1 Nano, Ital. 26 Taf. 29 A u. 30; Gr. 4 (Stuttgart) Lippehne, Brandenburg 60,9 Narbo, Frankr. (Prägort) 6,2 77; Gr. 9 59 f. 77. 79 Lobositz, Böhmen 76 > * N aunheim, Hessen-Nassau: Grab(Kat. : Pfalzel, Rheinprov. (Prägort) 18 f. Lucy, Frankr. 72 j Nr. 52) 61. 105 Taf. 33 B ; M 136 Pfullingen, Württ. 32,5. 33,1. 40,5. Lukmanierpaß 24. 26 j 44,1. 52,7. 53.5, 54,10. 75; M K 126 Lyon, Frankr. (Prägort) 6 f. 142 N erenstetten, W ürtt.: M K I I , 27 135 I I, 40 136 Neustadt, Hannover: M 113 123 ! Pliezhausen, Württ. 77 Maestricht, Holland (Prägort) 17,2. Niederbieber, Rheinprov. 96 Plöekenpaß 24 f. 27 19. 71 Niederbreisig, Rheinprov. 40,1 Pouan, Frankr. 31,1 Mainz, Rheinhess. (Prägort) 17— 19, Niederflorstadt, Oberhess. 34,2. 44,1 Prepotto, Ital. 42,5 *Niederselters, Hessen-Nassau: Grab i Pry, Belgien 39,4. 55,2 141; 60 Mainz-St. Alban, Rheinhess. 16,1; i (Kat. Nr, 22) 44,1. 50 f. 52, 88 f. j Puszta Toti, Ungarn 57,5. 74 Gr. 70 57 j Taf. 12 B u. 13 A ; M 8 u. 13 109 ! Mainzer Prägebezirk 18. 61. 70. 141 ; Niederstotzingen, W ürtt,: M 74 117 ; Quedlinburg, Prov. Sachsen: M K I I , *J/ö7m/<etw<-Hermsheimer Bösfeld Nocera Umbra, Ital. 29. 41,1 u. 2. j 32 136 Grab (Kat. Nr. 40) 58. 97 f. 45 f. 52. 57. 72. 74; Gr. 1 43,2; 1 Quyzil, Ostturkestan 66,4 Taf. 25 B; M K 11, 25 135 Gr. 5 55; Gr. 0 66; Gr, 10 43,3; ; Marchelepot, Frankr. 35,2 Gr. 16 55. 72; Gr. 17 42,5. 44,1. 45. Ravenna (? ), Ital. 4S. 52,2 Mariemlorf, Siebenbürgen 32,5 50. 53. 55. 59. 69. 75f. 78. 130. Gr. . Reichelsheim, Oberheas. 104,1 Marilles, Belgien 44,1 u. 2 ; 18 43,2; Gr. 22 43,3; Gr. 27 42,5; * Reichenhall, Oberbay.: Gr. 86 ( Kat. Marsal, Frankr. (Pragort) 19,1 j Gr. 36 43,2. 55. 72; Gr. 48 55 f.; \ Nr. 39) 58. 97; Gr. 93 59 f .; Gr. 244 Marseille, Frankr. 15. 29; Prägort 8,1. ; Gr. 54 72; Gr. 56 41,2. 76; Gr. 66 | 60,7; Gr. 250 60,3; M 71 117 15.2. 18,6. 71 f. 55,6; Gr. 71 42,5; Gr. 85 41,2. 76; Reims, Frankr. 18,6 (Prägort) 39,4 Maurage, Belgien: Gr.-42 16,1 Gr. 80 55,5; Gr. 87 45,1. 52; Gr. 122 Rcntagen, Rheinprov.: Grab (Kat. Mechtersheim, Rheinpfalz: M 111 123 j Nr. 3) 37. 81 Taf. 2 A ; Gr. 6 (Kat. 55; Gr. 150 44,1. 45 Meckenheim, Rheinprov. 58,6. 77 Nr. 35) 57. 96 Taf. 24 A ; M 4 108; Nürdlinger Ries, Bayer. Schwaben: I Meiseuhcim, Rheinprov.: M 144 126 | M 120 124; M 161 128 M K II , 3 u, 14 135 Mengen, Baden: Gr. 12 38 f. 120 A n m .' Nordendorf, Bayer. Schwaben 33,1. Rembrechts, Württ. 52, 3 Taf. 4 B ; Gr. 141 31,1 43,3. 44,1. 45. 51. 52,1. 54. 58. 75 Rennertshofen, Bayer. Schwaben 77 Meßstätten, Württ. 59 Reschen-Scheideck-Paß 24. 28 Noricum s. Binnennoricum Meirich, Lothringen: M K I I , 6 u. 22 Novara, Ital. 138 Rheinhessen 9. 13. 19. 39,4. 40. 44,1. 135; M K I I , 46—00 136 Nydam, Schleswig 33,4 61; M 17—18, 2 0 -2 1 110; M 53 Metz, Lothringen (Prägort) 18,6. 19 : | 115; M 65 116; M 88 119; M Mezöband, Siebenbürgen 6(5—68 OberHaeht, Württ. 35,6 u. 7. 60 | 89— 9.1 120; M 97 121; M 127 Miszla, Ungarn 34,2 Oberiflingen, Württ. 77 \ 124; M 132— 133 125; M 146 126; Mittelbuchen, Hessen-Nassau: Gr. 14 . Obermöllern, Prov. Sachsen: Gr. 6 j M 154 127; M 159 128; M 171 129; 60,7 ! 35,8. 4S,2 I M K I I , 12 135 Mörstadt, Rheinhess. 35,7. 38; M 99 *Oberohn, Rheinhessen: Gr. 4 (Kat. ! Rheinpfalz: M 135 125 121 ^ j Nr. 50) 61. 104 Taf. 36 B; Gr. 59 Rheinprovinz: M 156—157 128 Moneeau-le-Neuf, Frankr. 40, 3, 72. 79 I (Kat. Nr. 51) 60 f. 104 f. Taf. 36 A ; Riegel, Baden: M K II, 24 135
Qürm. Denkm äler d, V öik en v an dem ig szeit Werner.

20

153

Ortsverzeichnis.
Ries s. Nördlinger Ries Ripratransone, ItaJ. 52,3 Rittersdorf, Rheinprov.: M K II, 45 136 Rodenkirchen s. Köln-Rodenkirchen Boisdorf, Rheinprov.: M 104—105 129 Rom (? ), Ital. 51,6 Rommersheim, Rheinhess. 33,1 u. 3, 34,1 Rottenburg, Württ.: M K II, 35 136 Rudern, Württ. 30. 31,1. 34. 45 Rügemvalde, Pommern 14,1 Rußland s. Südrußland Sachsenburg, Prov. Sachsen: M 110 122; 31 112 123 Salgen, Bayer, Schwaben: M 30 112 Samson, Belgien 33,1. 71. 79 Saarburg, Lothringen (Prägort) 19,1 Sarre, England 72 Sauville, Frankr. 72. 79 Schierstein, Hessen-Nassau 36,4. 37,2; M 98 121 Schlotheim, Thür.: M 116 123 * Schretzheim, Bayer. Schwaben 51. 65. 68 f . ; Gr. 3 69; Gr. 22 44,1; Gr. 23 44.1. 54; Gr. 26 (Kat. Xr. 21) 2,3. 35. 44,1. 50. 51 f. 87 f. Taf. 11 B u. 12 A ; Gr. 74 55 f. 68; Gr. 79 68 f.; Gr. 126 68 f. 75; Gr. 127 55.1. 68 f.; Gr. 106 69; Gr. 220 69; Gr. 226 b 43,2, 49,1. 68; Gr. 227 60.1. 69; Gr. 247 35,6; Gr. 250 101,3; Gr. 264 69; Gr. 2S1 69; Gr. 300 (Kal. Nr. 2S) 53 f. G f. S 91 Taf. 16 B ; Gr. 345 60,4. 69; Gr. 352 55,3; Gr. 360 60,8; Gr. 372 35,6; Gr. 378, 381, 392, 394 69; Gr. 513 44,1; M 10 109; M 175 130 Schwabmünchen, Bayer. Schwaben 78 Schu-absburg, Rheinhess.: M 166 129 Sch uv rzrh e indorf, Rheinprov. 40,1. 54. 94.2; Gr. 01 55,2; M 11 109; M 31 112; M 92 120; M K 11, 53— 65 136 Sehwaz, Böhmen 40,5. 48. 52.2. 76 * Sehen, Rheinhess. 75; Gr. 12 (Kat. Nr. 7) 38. 82 Taf. 3 B ; Qr. 17 (Kat. Nr. S) 38. 83 Taf. 3 C; M 15 110; M K 1L 11 135 Senise, Ital. 76 Septimerpaß 24 Seraing, Belgien 39,4 Sesenheim, Elsaß: M 107 122 Sevilla, Spanien (Prägort) 71 Siebenbürgen 43,2. 66 Sindelfivgen, Württ, 44,1; M 123124 *Siiizi(j, Rheinprov.: Grab (Kat. Nr. 53) 61 f. 105 f. Taf. 35 B; X 77 118 Skandinavien 14. 29. 48. 64, 67,7 Sodingen, Westfalen: M 129 125 * Soest, Westfalen: Gr. 100 (Kat. Nr. 30) 14 f. 38. 44,1. 45. 46,1. ! 47. 53 f. 54 f. 57. 61. 69. 78. , ■ 92 f. Taf. 17 u. 18; Gr. 165 (Kat. j Nr. 31) 44,1. 50. 54. 55. 76. 78. i 93 Taf. 19 n. 20 A ; M 1 107; [ M 27 111; M 32 132; M 57 115 ! ' Soissons, Frankr. (Prägort) 18,6 Soiosancho, Spanien 60,4 Sorcy, Frankr. (Prägort) 19,1 Spanien 42. 44,1 Speelberg-Emmerich Rheinprov. 39,4 Speyer, Rheinpfalz (Prägort) 18 f. Splügenpaß 24 Sprendlingen, Rheinhess. 61,2; Gr. 26 56,1 Starkenburg 40 Stätzling, Oberbay. 15; M K 11, 38 136 Stößen, Prov, Sachsen 67 Straßburg, Elsaß 34,1; (Prägort) 17. 19. 70 Straubing, Nieder bay. Gr. 2 36,2 Südengland s. England Südrußland 35. 41 f. 66—68. 72. 74 Suhl, Prov. Sachsen: M 44 113 St. Sulpice, Schweiz 31,1 Surcy, Frankr. 6,4, Susa, Ital, 26 f. Sutri, Ital. 42,5. 76 Syrien 15,2 Szecseny, Ungarn 32,5 Szent-Endre, Ungarn 73 f. Szentes(-Berekhat), Ungarn: Gr. 15 67; Gr. 37 31,1 * Untereching, Salzburg: Grab (Kat. Nr. 38) 58. 97 Taf, 25 c ; M 70 117 Untersiebenbrunn, Niederosterr. 30 * Unter thiirheim, Bayer. Heb wa ben: Grab (Kat. Nr. 13) 39. 84 Taf. 7A ; M 23 u. 26 111 Uzes, Frankr. (Prägort) 18,6 | i

Valea 3ui Mihai s. Ermihälyfälva ; Vaudesson, Frankr. 72 | Vehlow, Brandenburg 21,5 Yendel, Gotland: Gr. 9 16,1 Vendeuil, Frankr. (Prägort) 16,3 Verrucca, Ital, 24 Vezeronce, Frankr. 67 ; Vic-sur-Seille, Frankr. (Prägort) 19,1 Vid, Jugosl. 67 Vienne, Frankr. (Prägort) 18,6 Viviers, Frankr. (Prägort) 18,6. 71 Void, Frankr. (Prägort) 19,1 Volxheim, Rheinhess. 61,2 j Waclus, Frankr. 55,2 Waiblingen, W ürtt.: M 109 129 Waizen, Baden 44,1 Walda, Bayer. Schwaben 78 Täbingen, Württ, 44,1. 45. 47 f. 54. ! Waldbillig, Luxemburg: M 63 116 61. 75. 78 Wallerstädten, Hessen: Grab (Kat. Taplow, England 58 | Nr. 41) 58. 60,5. 98 Taf. 26; M 119 124 Terwispel, Holland 16,6 i Testona, Ital. 41. 43,3 1 Walluf, Hessen-Nassau 76 Wangs, Schweiz 16 Teterow, Mecklenburg 33 f. 71 Teuchem, Prov, Sachsen: M K I I , 44 Wattenheim, Hessen: M 160 128 136 Weilimdorf, Württ: M K I I , 37 136 * Weimar, Thür. 35,6 u. 8. 37,2; * Thalmässing, Mittelfranken 43,2, Gr. 21 55,2; Gr. 27 55,6; Gr. 35 52,5; Doppelgrab (Kat. Nr. 24) (Kat. Nr. 4) 37 f. 40. 81 f. Taf. 52. 89 f. Taf. 13 B ; Gr. 1 (Kat. ' ■ 2 B; Gr. 52 37,2; Gr. SO (Kat. Nr. 26) 50. 53. 56. 75. 78. 90 | Nr. 2) 36 f. 38. 63. 81 Taf. 1 B; Taf. 15 B ; Gr. 2 (Kat. Nr. IS) 41. 86 Taf. 7 C; M 14 110; M 34 Gr. S4 (Kat. Nr. 1) 34 f. 45,1. 46. 80 f. Taf. 1 A ; M 2, 3, 5, 7 10S 112; M 46 114; M 94 120; M 106 * Weingarten, Baden: Grab (Kat. Nr. 122; M 172 129 Thisted, Jütland 17,2 36) 43,2. 57. 76. 78. 96. Taf, 24B; Tholey, Saarland: M 121 121 M 176 130 Thüringen 40,8. 45,1. 48 * Weinheim, Baden: Gr. IS (Kat. Nr. 34) 37,2. 40,4. 57. 95 f. Taf. 23; Torrebelvicino, Ital. 75 M 0 2 116 Torrieella Peligna, Ital, 67 Weisenheini, Rheinpfalz: M 9 109 Toul, Frankr. (Prägort) 18,6 Weißenthurm, Rheinprov.: M SO 118 Tournai. Belgien 6,4. 30—34. 37,2. 63 Welsrijp, Holland 77 Trais-Horloff, Oberhess. 39,4 Trebur, Hessen 43,2 Wendlingen, Württ. 62 Trient, Ital. 24. 26—28 Wesseling, Rheinprov.: M 73 117 Trier, Rheinprov. (Prägort)6. 17— 19; Wielandsheim., Unterfranken: M 04 M 41 113; Barbara thermen 94,2; : 116; 3186 119. St. Maxiniin 49,2 Wiesbaden, Hessen-Nassau 55,2 Wiesloeh, Ba den 34,2 Truchtelfingen, Württ. 53,3 Wiesoppenheim, Rheinhess. 40,8. Tselieiakowitz s. Celakowitz Tuna, Gotland 67 j 44.1 Wieuwerd, Holland 12— 15. 17,2. 71. 138 Udenheim, Rheinhess. 74 \ Wilfingen, Württ. 60,3 L’hn, Württ. 78 Wiyn pjen, Hessen: M 58 115 Ungarn 14. 16,1. 46,6. 4S.5. 49,1. Windecken, Hessen-Nassau: Gr. 3 56. 58. 67. 73 f. 76 88.2 Unkel, Rheinprov. 54,4

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Sach- und Personenverzeichnis.
Windisch, Schweiz (Prägort.) 17. 18,1 Winkel, Hessen-Nassau 76 Wittislingen, Bayer. Schwaben 54,5. 61. 77— 79 *Won$heim, Rheinhess. 77; Grab (Kat. Nr. 48) 60 f. 77 f. 102 f. Taf. 34; M 76 118; M 137 125 * Worms, Rheinhess. 39,4; (Prägort) 17; M 48 114; 134; Zäikod, Ungarn 32,2 M K 11, 9 135; B o llw e r k : Gr. 1 Zülpich, Rheinprov. (Prägort) 18 f. (Kat. Nr. 14) 37 f. 39 f. 40. 50. Zürich-Bäckerstraße, Schweiz: Gr. 26 57. 85. Taf. 6 A ; S c h u l s t r a ß e : u. Gr. 46 72 Grab (Kat. Nr. 5) 38. 82 Taf. 3 A Zugmantel, Hessen-Nassau 104,1. ! Worringen, Rheinprov.: M 109 122 j Württemberg 44,1; M K I I , 5 135 ' Wurmlingen, Württ. 35,6. 77

j

SA CH - UND P E R S O N E N V E R Z E
Adahvald 27 Aetiuß 6 Agilulf 27 Almandineinlage 30. 35 f. 39. 50. 54 f. 61. 71; s. Scheibenfibel Altmagyaren 16,1 Amethyst 51. 75 Amingus 25 Angelsachsen 16 f. 57 Ango (Lanze) 56 Ansoaldus, Münzm. 17,2 Antoniniane 6,4 Argenteus 142 Armbrustfibel, spätröm. 37,2 Armring 52. 55 ÄBtragalierung 55 Athalarich 28 Audowald 26 Aunulfus, Münzm. 19 Authari 26— 28 Awaren 14. 46,6. 48,5. 56. 66 f. 73 f. 75 f. Axenträger, goldene 45. 46,1. 54. 75 ! Butilin 25. 28 j Byzantiner 8. 25—27; s. Goldschmiede, Kunstgewerbe, Werkstätten i Chedinus 27 | Childebert II. 26 f. Childerichgrab s. Ortsverzeichnis unter Tournai Chivinulfus, Münzm. 19 Chlodwig 6 f. Chlotar I. 25 i Chramnichis 26. 28 ■ Christlicher K ult 40,5 I Cloisonnetechnik s. Zellentechnik ; Clusurae 25 f. ; Codex Justinianus 5 S Dedo, Münzm. 18 . Delphine, Verzierung 72 Denare: röm. 6,4. 10; merowing. 9 : Domegiselus, Münzm. 19 1 Doppelgrab 40. 52. 61. 74 j Germanen (der Kaiserzeit) 5. 21. 40 Gewerbe 22 Glasgefäße s. Rüsselbecher, Trink­ horn, Tummler Gold (blech )anhänger 45. 50—54. 57 f. 69. 74 f. Gold(blatt)kreuze 27 f. 42 f. 46. 49. 51, 5 4 -5 6 . 59. 61. 64. 76—78 Goidbrakteaten, skandinavische mit Tierornament _35,8. 48; brakteatenförmige Durchschläge 3. 51. 130. Goldperlen 46,7 Goldschmiede 66; italisch-byzanti­ nische 46,7. Goldschmiedewerkzeuge 66 Gonderadus, Münzm. 19 Grab s. Doppelgrab, Einzelgräber, Katakombengrab, Reitergrab Grabbezirke 69 Grabobolus s. Obolus Granulation, tierförmige 51 Gregor von Tours 9,4. 142 Greifendarstellungen 46,1 Guntchramn 27 Gußtechnik 49

Eimer s. Holzeimer Badus, Münzm. 18 Einzelgräber 30. 34 Bajuwaren 7. 15. 19 f. 26—28. 43 . Ewin 26— 28 l Balkenkreuz 58 i Bandsjeflecht 40. 44— 46. 48— 50. 52f. . Fibel: gleicharmige 47; „nordische“ Helm s. Lederhelm, Spangenfeder54,4. 55. 60 f. 66. 69. j 43,3. 48 f. 55; „thüringische“ 35; helni, Spangenhelm Bandornament s. Bandgeflecht Heraldische Gruppe 49 j s. Armbrustfibel, Rosettenfibel, Basena s, Inschriften Hildebad 28 J S-Fibel, Scheibenfibel, Vogelfibel Becher 54 f . ; b. Rüsselbecher Holzeimer 55. 72 | Filigran (Filigrantechnik, Filigran­ Becken, kalottenförmige 55; „k op ­ auflage) 36. 44— 46. 49. 52—55. Holzschale 57 tische“ s. Bronzegeschirr; s. Perl* j Hunnen 5 57. 60 f. 72. 74—76; s. Nadelhalter randbecken ■ Fingerring 15. 43. 52. 59-61, 64. 71. 75 Beinbüchse 53. 75 i Fisch, aus Silberblech 40,5 ! Jagddarstellungen 73 Bernstein 32. 39 1 Fischereidarstellungen 73 ] Inschriften; griechische 42; lateinische Bertinus, Münzm. 10 i Flechtband p. Bandgeflecht 37,2 (Basena). 61; s. Runen Beutel 3. 71 f. Francio 26 | Bewaffnung s. Ango, Bogen, Helm, 1 Fredegar 9,4 Kämme 34 Lanze, Pfeilspitzen, Panzer, Ring­ Kannen, bronzene 59. 61. 71. 76 brünne, Sax, Schwert, Spatha Gabiulfus, Münzm. 19 Katakombengrab 66 Bogen, zusammengesetzter 56. 58 Gaido, Münzm. 19 Keilschnittbronzen 47. 49 Garibald 26. 28 Bosporaner s, Werkstätten ' Keramik 40. 51. 53. 65. 68 f . ; rö­ Brakteaten s. Goidbrakteaten Garoaldus, Münzm. 17,2. 141 ; mische 37,2; s. a. Kürbisgefäß, Breonen 24 Gefäße s. Becher, Becken, Beinbüchse, j Rippengefäße, Scheibenware,Terra Bretonen 6 i Bronzegeschirr, .Glasgefäße, Holz- i sigillata, Terranigra Brilienspirale 46. 52. 60. 76 ! eimer. Holzschale, Kannen, Kera- . Kettenpanzer s. Ringbriinne Bronzegeschirr, ,,koptisches“ 29. 42 f. [ mik, Lampe, Perlrandbecken, ; Kerbschnitt(technik) 32, 37. 39. 47 f. I 45. 48. 59. 61 f. 72. 76 f. — Nach- j Pfanne 50. 54,4 Geldbeutel s. Beutel 1 Kirchenmünzen 8 ahmungen: 42. 61 f .; s. Becken u. Perlrand becken Geldwirtschaft 6. 9. 20 f. 63 Ivlappstuhl, byzantinischer 76 Bulla 61 Geometrische Verzierung 40. 50. 57 f. Knochen büchse s. Beinbüchse Burgunder s. Werkstätten Gepiden 66. 67,7 Königsmünzen, merowingische 8. 16

20*

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Sach- und Personenverzeichnis.
K opf s. menschliche Maske Kopten 42,2 u. 9; 8. Bronzegeschirr Kosmas 7,2 Kreuz s. Balkenkreuz, Goldblattkreuz Krimgoten 74 Kürbiegefäß 61 Kunstgewerbe: byzantinisches 46. 49 f. 57. 60. 64; langobardisches 46. 49 f. 64 Kupfermünzen, konstantinische 6,4. Heraldische Gruppen, Jagddarstellungen, Kerbschnitt, Löwendarstellung, Mäanderverzierung, Maske, Rhombenverzierung, Spi­ rale, Spiralranke, Stempelmuster, Tierdarstellungen, Tierornament, Tintenfischfries, Vierpaßmuster, Vogelköpfe Ortband(zwinge) 32— 34. 36 45. 50 f. 53. 55. 58. 73; eisern 60 f. 71; bt zan( mische 46; gol v dene 45,1, 52. 54,5. 71. 70; gol dene mit engem Zellen weck 43—4!' 51. 53—55. 60 f. 68. 72. 75; gut dene mit Ringwulst 45. 75; bron zene 73 Schere aus Bronze u. Eisen 39 Schlüssel aus Bronze 55,6. 99,1 Schwert, karolingisches 60. 69; s. Sas Spatha S-Fibel 37. 39. 45. 51 f. 57 Sicherungskettchen 46,1 Sieblöffel 40. 57. 76 Sigibert 27 Sigillata s. Terra sigillata Silberlöffel 37,2 Silbertauschierung s. Tauschierung Siliquen: fränkische 8,4; italisch byzantinische 14; ostgotische 12 ! 71 f. . Sippe 69 Slawen 14. 27 Smaragdus 26 Spangenfederhelm 66 Spangenhelm 33. 49. 56. 66—68 Spatha 32. 57 f. 60. 68 f. Spathaknauf 32. 45. 57 f. 69 Spiegel 73 Spielsteine, römische 81. 88 Spirale: S-Spirale 46; 76; s. Briller spirale Spiralranke 36. 39 f. 47 f. 50 f, 5 Spiralornamentik u. Spiralvcrzienm s. Spiralranke Sporn 60 Sprachgrenze 21 Städte 8,8. 20 f. Steigbügel 73 Stempelabschläge 50. 139 Stempelmuster 51. 57. 74. 76 Steuerwesen 20 f. Subärate Prägungen 3; M 4 3 1 9 —11 109; 3 /5 5 111; M 3 112; M 5G 115; M 65 110; M 85 « . SS 119; M 95 120; M 114115 123; M 127 124; M 153— 15 127; 1 MISS 128 Südruesisch-donauländischer Kreis 30. 34. 63 Suftulfus, Münzm. 16,4. 58 Suno, Münzm. 19

10
Lampe b. Tonlampe Landomarus, Münzm. 70 Landwirtschaft 21 Langeax 32. 58. 60 Lanze 52; 8. Ango La Tene-Zeit 1. 55,6 Lederhelm 66 Leuthari 25. 28 Löffel ß. Sieblöffel, Silberlöffel Löwendarstellung 49. 73 Madelinus, Münzm, 17,2 Mäanderverzierung 40 Magyaren s. Altmagyaren Mansoaldus, Münzm. 16,3 Martinus, Münzm. 141 Maske, menschliche 47,3. 49. 58. 61 Monetarni ünzen 8 Moorfunde, nordische 33,4 Monetäre e. Münzmeister Münzen e. Antoniniane, Argen teus, Denare, Kirchenmünzen, K önigs­ münzen, Kupfermünzen, Monetarmünzen, Sceatta, Siliquen, Subärate Prägungen, Tetranommion, Tremissenprägung Münzmeister 7— 11. 16—20; s. An8oaldus, Aunulfus, Badus, Ber­ tinus, Chivinulfus, Dedo, Domegisilus, Gabiulfus, Gaido, Garoaldus, Gonderadus, Landoma­ rus, Madelinus, Mansoaldus, Mar­ tinus, Nantaharius, Rimoalduß Münzprägung, langobardische 137 f. Münzreform: karolingische 9; kon­ stantinische 6 Münzstätten: merowing. 7—9; rö­ mische 5 f. Münzversehlechterung des 3. Jahr­ hunderts 5 Nadelhalter, filigranverziert 45. 51. 54. 61. 75 Nantaharius, Münzm. 141 Narses 12. 25 f. 28 Niedersachsen s. Sachsen Niello 32— 34, 36. 54. 56 f. 69 Obolus 3 Ohrring 46. 57 f. Ornamentik s. Astragalierung, Bai* j kenkreuz, Bandgeflecht., Brillen- j spirale, Geometrische Verzierung, (

, j
j

! | j I |

Panzer 66; s. Ringbrünne Pasteeinlage 54 Perlen 37,2. 54,6. 51,3. 57,2. 64; s. Goldperlen Perlrandbecken 33,3. 34. 38. 71 Perser 67 Pfanne, aus Bronze, getrieben 55 f. 68. 76; aus Bronze, gegossen 59. 61. 77 Pfeilspitzen (dreikantige) 56. 58. 76 Pferdegeschirr s. Trense, Zaumzeug Pinzette 37,2 Prägebezirke, merowingische 9. 19 Prägort« s. Ortsverzeichnis unter Als­ heim, Andernach, Arles, Augny, Basel, Bonn, Boppard, Charpeigne, Dieuze, Dinant, Dorestat, Jülich, Köln, Lyon, Maestricht, Mainz, Marsa-I, Marseille, Metz, Moranville, Mouson, Moyenvic, Namur, Narbo, Pfalzel, Reims, Saarburg, Sevilla, Soissons, Sorcy, Speyer, Straßburg, Toul, Trier, Uzes, Vendeuil, Vic-sur-Seille, Vienne, Viviers, Void, Windisch, Worms, Zülpich Prähistorika 101,3 Preßtechnik 42. 44. 46. 49. 51. 54,3. t ! 55 f. 66. 73 > Pseudoschnalle 60. 76 | i Randtiere (Stil I) 47— 49 Ranke{nornamentik) s. Spiralranke Reitergrab 56,4 Rhombenverzierung 40 Riemenkreuzung 59 f. Rimoaldus, Münzm. 17,2 Ringbrünne 56. 61 Rippengefäße 37. 40, 68 | Rolltier 73 j Rosettenfibel 36, 45. 53 Rüsselbecher 58 Runen 47. 60. 87,1. 88,1 u. 3. 91,1. Taschenbeschlag 32 92,1 Tauschierung 36. 57-—60. 76 [ Tauschwirtschaft 21 | Teja 28 Sachsen 17,2. 47 [ Terra nigra 37,2 Sarkophage (Ravenna) 68 Terra sigillata 37,2 Sattelbeschlag 49 Tetranominion 74 Sax 60. 68; s. Langaax Theodahad 28 Saxseheide 59,3 Theoderich 7. 24. 28 Seeatta 16. 20 Thesaurierung 3 Scheibenware, eingeglättete 53 Theudebakl 25 Scheibenfibeln 36, 38. 44 f., 55. 60 f.; silb. Almandinscheibenfibeln 39. j Theudebert I. 7 f. 25. 28

156

Sach- und Personenverzeichnis.
Theudebert II. 27 Theudelinda 26 Tier darßteil ungen, antithetische 48 f. Tierornament(ik) 35,8. 42. 47—49. 51. 54—56. 59— 61. 69. 73. 75; s. Goidbrakteaten, Granulation, Rolltier, Tierdarstellungen Tintenfischfries 42. 59 Tongefäß s. Keramik Tonlampe 40 Totila 25. 28 Tractus Ifcaliae circa AJpes 24 Tremissenprägung, langobardische .. 137 f. Trense 60 Trinkhom aus Glas 76 Tummler aus Glas 39 i | Venantius Fortunatua 24 | Venatio 8. Jagddarstellimgen j Via Claudia Augusta 24. 26 f. 29 Vierpaßmusfcer 50. 53. 60 f. Vogelfibel 37,2. 3 8 -4 0 . 45 Vogelköpfe 32. 35. 37. 48 Volksrechte 21 ! Waeho 26 ! Waffen s. Bewaffnung | Walderada 26 l Wergeid 21 Werkstätten: bosporanische 66; burgundische 73; byzantinische 67 f. Werkzeuge 8. Goldschmiedewerkzeuge ; Widin 25 i Wikinger 16,1 ; Witigis 25. 28 i Zaumzeug 55 f. 72 , Zellentechnik 30—32. 33, 2. 34. 36, 4 4 -4 6 . 49. 51. 54 f. 60 f. 68, 75; s. a. Almandineinlage Zierknopf 59,3 Zierßcheibe 58. 73 Zwinge 8. Ortband.

157

For ulenVerzeichnis.
jl Tafel ! ji IV Kat. d. i \ Nr. — — — 35 — — — — 43
G rabf.

M

kat. S.

Münz- !

Fundort Güttingen Rheinheasen Wattenheim Remagen Grab 6 Galgenberg Dietersheim Sehwalsbuig Bonn Landau Grab 25

Tafel j IV
'

M

Hüuzkat. S.

Fundort Waiblingen Ellwangen Rheinheasen Thalmässing Grab 2 Bruchsal Abenheim Schretzheim Grab 26 Weingarten

) K at. d. Grabf.

Nr. __ __ __ 18
15

! 158 ■ 159 160 i 161 ! 162 163 : 166 ii 167 168

128 128 128 128 128 128 129 129 129

V

i:

169 170 h 171 !: 172, i 173 i 174 175 176

129 129 129 129 130 130 130 130

— 21 36

Y er g le ic isstücke.
Tafel V M 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 Münzkat. S.

Tafel | M

!f

Jlünzkat. S, : ! des Justinus II. auf einem Gold­ blechkreuz (Fundort Xovara) Italische ( ? ) 'Nachprägungen nach Trienten des Justinianus I.

130 130 130 130 131 131 131 i 131 131 131 131 131 131 131 131 131 132 132 132

Späte ostgotische Nach prägungen nach Trienten des Anastasius und Justinian I. Trientenprägung des Exarchats von Ravenna von Justinian I. bis i Mauricius Tiberius | | | Langobardische bzw. italische Nach! prägungen nach Trienten des Justi­ ! nianus I., Justinus II. und Mau­ ricius Tiberius. ! i ! ! Abschlag eines Ravennater Trienten

V 196 197 198 199 200 201 202 203 1 204 205 206 207 208 209 210 132 132 133 133 133 133 133 132 132 132 132 132 132 132 132

j Linksrheinische (? ) Nachprägungen , nach bvzantinischen Trienten des | 6. Jahrhunderts Triens des Dedo von Halasemia 1 (Alsheim) 1 ; Triens von Speyer Triens des Garoaldus von Main/ , Trienten des Mainzer Prägebezirks ! ; 1 !

F O R M E N V E R Z E I C H N I S D E R G R U P P E N I I — V.
Gruppe Ango Anhänger T a t I A , 6} 1 B, 5 Taf. 2 A, 2 Taf. 5, 4 IV IV oder V III II II oder III (etwa 520—550) (6. Jahrhundert) (etwa 550— 600} (etwa 600—650) (7. Jahrhundert:) (etwa 650— 700) I Taf. 21, 3 Taf. 28 A, 1 I Tai, 34. 2—3; 35 A. 4; 36 A, 2; 36 B, 2

Taf. 7 D, 26; S, 5— 7; 10, 5; ; 14 B, 3—4; 15 B, ' 1; 16 B. 3— 5; 17,6—9; 19, 2— 3 i Taf. 13 B, 3; I 19, 8

Armringe Bärenzähne Bogen­ versteifungen Bronzegefäße Taf. 2 B, 7 | Taf. 3 A, 1 Taf. 2 B, 4

Taf. 27 B, 1

Taf. 15 B, 2 | Taf. 21, 8 Taf. 26, 24 Taf. 29 B, 5—6; 30, 4 0 -4 1 ; 34, 5—6; 35 B, < J

i Taf. 7 D, 30; IS, 24; 22, 40—41 Taf. 12 A, 8; ! 13 B, 8; 15 C, 3j

Büchsen

148

Formen Verzeichnis.

Gruppe Bügelfibeln

III II oder III II IV IV oder V (etwa 520— 550) (6. Jahrhundert) (etwa 550—600) (etwa 600—650) (7. Jahrhundert)! (etwa 650— 700) Taf. 1 A, 1— 3;; 1 B, 1— 2; 1 C ;1 ID , 1 ! \ 1 jl ! [; ; | j ij ji i; ; t j i Taf. 4 A, 1—2; Taf. 8, 1— 2; 4 B, 1; 6 A, 1—2 10, 1—2; 11 B, 1— 2; 13 A, 1—2; j 17, 1; 23, 1—2 1 1 Taf. 7 A, 3; 7 C, I Taf. 3 B, 5; 3 C, 9— 10 i ! i ! i | j ! Taf. 2 B, 3 j Taf. 18, 25; 20 A, 9— 10; 22, 42 Taf. 2 B, 6 Taf. 3 E, 4— 5 Taf. 9 A, 12; 19 B, 13; 15 A, 22; 24 A, 10 j Taf. 14 A, 2; I 21, 4 Taf. 26, 25 Taf. 26, 24 Taf. 35 B, 5; 3 6 A, 19; 36 B, 7 Taf.’ 29 A, 3; 31, 8 Taf. 31, 7; 36 A, 21; 36 B, 6 Taf. 35 A, 6 | Taf. 12 B, 9; | 14 B, 6 | [ I Taf. 12 B, 5; ,16 B, 8; 24 A, 8 Taf.3C, 14; 5,18, Taf. 12 B, 11; Taf. 20, 23; 7 B, 2 15 A, 23; 18, 23; 2 7 A, 1 0 ;2 8 A, 14 23, 14 Taf. 26, 14; 27 A, 8 Taf. 35 A, 1; 36, 3 Taf. 36 A, 2 4 -2 5 ; 36 B, 8—9 Taf. 31,3

Bullen Cypräen und Muscheln Feuerstahle Fingerringe Gläser

Taf. 34, 2 i

Goldblattkreuze! Halsringe Holzgefäße Kämme i ;j

Lanzenspitzen s. auch Ango Messer

Taf. 3 C, 3

; Taf. 25 B, 2; 27 :A, 3—4; 28 B, 1 Taf. 26, 13

| Taf. 3 B, 2— 3; Taf. 8, 18; 15 A,| ! 3 C, 6; 4 A, 10; 20; 16 C, 5—6;| i 5.17 IS, 21; 19, 11 i | Taf. 1 A, 10; !, il !j 1 B’

Nadeln Nägel Nähnadeln Ohrringe Orl.bänder Perlen

6
| j j Taf. 4 A, 6

Taf. 10, 7; 12 B,' i 6— 7; 19,7 j j Taf. 9 A, 22 j

Taf. 8, 19; 14 B,j 10 ! Taf. 24 B, 2 ! | Taf. 25 A, 1 Taf. 36 A, 3

i ji I 1 !; i1

j Taf. 2 A, 1 | | ! ' 1 i i | | i

|

1

Taf. 21, 10

| : r Pfeilspitzen I’ferdegeschirr | ;

Taf. 3 D, 2; 3 E, Taf. 8, 8 u. J0— Taf. 25 A, 2; Taf.36 A, 6—8; 36 B, 2 ; 2 ; 4 A , 4 ; 5 , 3; 11; 9 A. 9; 10, 5; 27 B, 0; 28 A; I 7 A, 4 12 A, 5; 12 B, 8;! 2— 3 j [ 13 B, 4— 5; 14 B ,1 ! | 7 —9; 15 B, 3; j 15 C, 2; 16 B, 7; ! j . 16 C, 3; 17, 11;! : 19, 5; 23, 4; 24 A, i 1 ; 4— 6 ; I : Taf. 3 C, 4— 5 j Taf. 25 B, 3 —4;; i 25 C, 3—4 Taf. 21, 21— 26, 33— 34; 22, j 2 7 -3 8 ! ! Taf. 13 B, 7 | Taf. 26, 22 : Taf. 29 A, 14; 1 31, 12 !

Pinzetten

[ j !

Riemenzungen ji i'

5

1

Taf. 4 B, 2; 5, 6 Taf. 9 B, 9; ]2 A, Taf. 25 C, 6— 11; T«f.30. 36—3S; :i0 ; 17, 16; 20, S; 26, 10; 28 A, 5— 6 32, 21; 36 A. 13 : 21, 16— 19; 23 ,; u. 15 u. 17— 18 '8 u. 12; 24 A, 2;' j j 24 B, 2; 24 D ! !

149

Formcnverzek-hnis.

Gruppe Römische Fundstücke Saxe Schabeisen Scheibenfibeln j j! ;; ;;

III IV odi>r V II oder III II IV (etwa 520— 550) (6. Jahrhundert) (etwa 550— 600) (etwa 600— 650) (7. Jahrhundert) (etwa 650—700) Taf. 5, 4 —5 u. 7 Taf. 12 Ä, 6— 7; i | 23,15 j j | Taf. I A, 4; I, I), 2 Taf. 3 C, 2 Taf. 3 E, 7; 4 A, 9 : 1 i Taf. 14 A, 3; 2 1 ,2 Taf. 8, 14 Taf. 34, 1; 35 A, 2; 36 A, I Taf. 27 B, 3 Taf. 36 A, 18 u. 27— 29; 36 B, 2

Taf. 25 C, 1; 26,^ Taf. 29 A, 2; 2; 27 A, 2 31, 5—6; 35 B, 3

i’ Taf. 1 A, 12

i| Scheren Schildbuckel Schlüssel Schnallen
ii

! Taf. 3 B, 1; Taf. 8, 3—4; 10, 5, 1— 2; 7 A,1— 2 4; 11 B, 3; 12B, j 4; 14 B, 1— 2 u .5; 16 A, 1; 16 B, 1—2; 16 0, 1—2; | 17, 3; 19, 1; 24 C j Taf. 3 D, 3; 1 4 A, 8 i : Taf. 4 A, 7 Taf. 3 E, 3; 5, 10; 6 C, 1 | Taf. 7 D, 15 Taf. 21, 7 Taf, 26, 20; 27 A, 7

j. Taf. 1 B, 7 is l | ! | ! |

Taf. 25 B, 5; 26,! ! 4; 27 A, 5 |

Taf. 31, 9; 35 B, 4

Taf. 18,18— 19 ! Taf. 32, IS— 19; Taf. 8, 20— 21; Taf. 25 A, 7; 10, 8; 12 A, 10; 25 C, 5; 26, 5—7 33 A, 13 u. 25; 13 B, 6; 14 A, 4; u. 11; 28 A, 4 u. 36 A, 11— 12 u. 14; 36 B, 4 14 B, 11— 13; 9— 12; 28 B, 2— i 16 B, 10 u. 14;i 16 C, 4; 17, 13— ! 14; 18, 17; 19, 8;i 20 B, 6— 7; 21,1 12— 15; 23, 7— 10; Taf. 10, 3; 11 B, ;4; 13 B, 1— 2; | 23, 3; 24 A, 1 j Taf. 21, 1 Taf. 25 A, 1; 26 ,1; 27 A, 1 i Taf. 35 A, 7

Taf. 1 A, 8—9

I

S-Fibehi

Taf. 1 B, 3 - 4

: 1 | | 1 [

Taf. 3 E , 1; 4 B, 3 Taf. 6 A, 5 Taf. 3 C, 1

Sicblöffel Spathen Sporen Streitäxte Tauschierte Biemengarnituren Tongefäßc Taf. 1 A, 8

: Taf. 29 B, 1; ; 31, 4; 35 B, 2 j Taf. 33 A, 25

Taf. 3 B , 1 |

Taf. 21 ,6 I Taf. 26, 5—7

i ' Taf. 29 A. 5 - 2 5 ; 29 B, 2—3; 32, 10— 11 u. 33 A, 13— 17

Taf. 2 A, 3; 2 B, 8 - 9

Taf. 3 0, 15; Taf. 0 A, 32; Taf. 26, 26— 27; Taf. 36 A, 26—29 5, 19— 20; 6 A ,7; 11 A, 14; 11 B, 27 A, 11— 12; 6 B , 3— 4 14; 13 A. 12; 27 B, 12; 2S A, 14 B, 24; 15 B, 4:! 15; 2S B, 8 j 15 C. 4; 20 A, 17;' 20 B, 11; 23, 15 Taf. 6 A, 6 ' | !

Tonlampen Vogel fibeln Vorgeschicht­ liche Fundstiicke Waagen Webschwerter Taf. 2 B , 1— 2

Taf. 4 A, 3; 6 A, 3—4 Taf. 31, 3

Taf. 26, 16
Taf. 12 A, 13 | i I

i

l

150

Druckfehlerberichtigung
S. 5 4, Z. von unten: „nun“ statt ,,nura 2. Z. von unten: „Bügelfibel“ statt „Runenfibel“

S. 47

S. 73 28. Z. von oben: „K rain“ statt ,,Untersteiermark“

Germanische Denkmäler derVölkerwanderungszeit.
H erausgegeben von der R ö m i s c h - G e r m a n i s c h e n K o m m i s s i o n des Deutschen A rchäologischen Instituts zu Frankfurt a. M.

Band I:

D ie Alamannen in W ürttem berg.

Von W a l t h e r V e e c k . Q u a rt

Textband: IX, 380 Seiten mit 20 Tafeln. Tafelband: 3 farbige, 1931.
76

einfarbige Tafeln in Lichtdruck und I Plan. RM 58,50, geb. RM 67.50

Die Römisch- Germanische Kommission hat sich die Aufgabe gestellt, das zerstreute und zum Teil noch nicht bearbeitete Material der ger­ manischen Frühzeit in einzelnen Veröffentlichungen zusammenzufassen, deren eiste den württembergischen Alamannen gewidmet ist. Der erste Teil enthält eine genaue Beschreibung der Reihe?igräber, dann folgt eine systematische Behandlung und zusammenfassende Chronologie der Gräber­ funde und schließlich ein Überblick über Geschichte und Kultur der Ala­ mannen. Der zweite Teil, der den Katalog umfaßt, gibt ein vollständi­ ges Verzeichnis der Reihcngräberfriedhöfe Württembergs und Beschrei­ bungen aller einzelnen Funde, durchgeführt bis auf den heutigen Stand.
Band II: D ie Grabfunde aus dem spanischen W estgotenreich. V o n H a n s Z e i s s . Quart. Mit 32 Tafeln. VIII, 207 Seiten. 1934. RM 30.— , geb. 33.—

'

„... Die gründliche Verarbeitung der Materials erhebt das vorliegende Werk zu einer der gnmdleg enden Arbeiten, und wir können nur hoffen, daß ähnliche Veröffentlichungen uns auch mit dem Kulturbesitz der übrigen germanischen Stämme aus der Völkewvanderungszeit be­ kannt machen.“ „ ,„. Jacob-Friesen in vNachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte“
Band III: Münzdatierte austrasische Grabfunde. Von J o a c h i m W e r n e r .

Germania.

A nzeiger der R ö m is c h - G e r ma n i s c h e n K o m m i s s i o n des

Deutschen Archäologischen Instituts.
Lexikon-Oktav. Preis für den Jahrgang RM 8.— . Jährlich erscheinen 4 Hefte.

Die Zeitschrift^ die regelmäßig über neue Funde, Ausgrabungen und Neueriverbungen deutscher Museen berichtet und laufend Bibliographien veröffentlicht, richtet sich nicht nur an Fachgelehrte; sie möchte ei?ie lebendige Beziehung zwischen der Wissenschaft und den Freunden deutscher Vor- und Frühgeschichte herstellen.
Ausführlicher Prospekt kostenlos.

W a l t e r d e G r u y t e r 8c Co., B e r l i n W 3 5 , W o y r s c h s t r a ß e 1 3

Römisch-Germanische Forschungen«
H erausgegeben von der R ö m i s c h - G e r m a n i s c h e n K o m m i s s i o n des Deutschen A rchäologischen Instituts zu Frankfurt a. M. Band I: Das Mithrasheiligtum zu Dieburg. V on F. B e h n . Mit 52 Textabbil­ dungen und 2 Tafeln. Quart. 47 Seiten. 1928. Vergriffen. Band II: Basilika. Untersuchungen zur antiken und frühmittelalterlichen Bau­ kunst. V on R. S c h u l t z e . Mit 13 Tafeln und 52 Textabbildungen. Quart. 87 Seiten. 1928. Vergriffen. Band III: Prähistorische Flachgräber bei Gemeinlebarn in Niederösterreich. V on J. S z o m b a t h y . Mit 26 Tafeln u. 41 Textabbild, Quart. 78 Seiten. 1929. RM 18.— Band I V : Vetera. D ie Ergebnisse der Ausgrabungen des Bonner Provinzialmuseum s bis 1929. V on H. L e h n e r . Mit einem Beitrag von R. Schultze. Mit 4 Tafeln und 54 T extabbildungen. Quart. 76 Seiten. 1930. Vergriffen. B a n d V : D ie germanischen Griffzungenschwerter. V o n E. S p r o c k h o f f . Mit 32 Tafeln. Quart. VIII, 1 1 7 Seiten. 193 r. RM 26.— Band V I: D er röm ische G utshof Köln-M üngersdorf. V o n F. F r e m e r s d o r f. Mit 1 Farbtafel, 58 Tafeln u. 11 Textabbild. Quart. IV, 138 Seiten. 1933, RM 22.— Band V II: I. Das Fürstengrab und das Grabfeld von Haßleben. V on W . S c h u l z , Mit einem Beitrag von F. W eidenreich. II. D ie Silberteller von H aßleben und Augst. V o n R. Z a h n . Mit 40 Tafeln. Quart. III, 97 Seiten. 1933* RM 20.— Band V III: D ie Kelten in W ürttem berg von K. B i t t e l . Quart. III, 128 Seiten. 1934. Mit 35 Tafeln. RM 22.— Band IX : Die germanischen V ollgriffsschwerter der jüngeren Bronzezeit. V on E. S p r o c k h o f f . Mit 4 4 Tafeln. Quart. i 4 4 Seiten. 1934. RM 26.— B a n d X : Vindonissa. Lager und Vicus. V on R. L a u r - B e l a r t . V II, 105 Seiten. Mit 39 Tafeln, 1 Übersichtsplan und 8 A bbildungen im T ext. 193 5. RM 18.— Band X I: Bandkeramische Ansiedlung von Köln-Lindenthal. V on W . B u t t l e r und W. H a b e r e y . Im Druck Band X II: Die röm ischen Heilthermen von Badenweiler. V on H. M y l i u s . Im Druck

Die inneren Propyläen von Eleusis.
V on H a n s H o r m an n. Q uart Mit 52 Tafeln und 61 A bbildungen im Text. X, 124 Seiten. 1932. Geb. RM 77.85 (Denkmäler antiker Architektur, herausgegeben vom A rchäologischen In­ stitut des Deutschen Reiches, Band I.)

Römische Grabmäler des Mosellandes und der angrenzenden Gebiete.
Band I: Das Grabmal von Igel. Bearbeitet von H. D r a g e n d o r f f und E. K r ü g e r . Mit 19 Lichtdrucktafeln, I Farbtafel und 6 6 A bbildungen. Groß-Q uart. VIII, 105 Seiten. 1924. RM 30.— B andII: Die Grabmäler von Neumagen. Bearb. von W , v. M a s s o w , Mit einer Einleitung von E m i l K r ü g e r . T ex tba n d: Mit 151 A bbildungen im Text. X , 296 Seiten. Tafelband: 64 einfarbige und 4 farbige Lichtdrucktafeln und 1 Plan. G eb. RM 81.— A u sfü h rlic h e P r o s p e k te kostenlos.

W a l t e r de G r u y t e r Sc C o ., B e r l i n W 3 5 , W o y r s c h s t r a ß e 13

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