Was ist "Philosophieren "?

Die Frage selbst ist bereits eine philosophische, die sich durch eigenes Nachdenken beantworten lässt. "Philosophieren" verstehe ich zunächst als pädagogische Haltung, die Kinder mit ihren Fragen und Erkenntnisbemühungen Ernst nimmt, sie mit ihren eigenen Ansichten und Meinungen als gleichwertig (nicht: gleich!) akzeptiert und ihnen die selbe Achtung entgegenbringt, die wir uns auch von ihnen erhoffen. Es geht um einen behutsamen, sensiblen Erziehungsstil, der Kindern viel zutraut und ihnen Mut macht, eigene Weg zu gehen.Es geht, dass Kinder in die Lage versetzt werden, herauszufinden, was für sie das Richtige ist, und lernen, sich gewaltfrei und durch Argumente (Begründungen) auseinander zu setzen, wo Meinungsverschiedenheiten auftreten. "Philosophieren" könnte demnach die Kunst sein, im richtigen Moment, die richtige Frage zu stellen. Sie drückt sich zum Beispiel darin aus, einer "Warum"-Frage nicht mit einem Monolog zu begegnen, sondern mit der Rückfrage "Was denkst Du denn, warum etwas so ist" eigene Denkprozesse anzustoßen und das Kind zu ermutigen, den eigenen Verstand zu gebrauchen. Die Kinderfrage versteht sich in diesem Falle als geistige Suchhandlung, die nicht aus dem Nichts entsteht, sondern auf dem Hintergrund denkender Erfahrung. Der Frage voraus geht das Staunen über die Welt und ihre Erscheinungen, so wie sie sind. Indem Kinder beginnen, über den Grund nachzudenken, der dem Akt des Staunens vorangeht "warum ist etwas so, wie es ist" machen sie erste Erfahrungen mit dem, was wir "Philosophieren" nennen.

Wie geht das?
"Philos Sophia" (Freund der Weisheit) benutzt drei Werkzeuge, um nach Erkenntnis zu suchen: Differenzierendes Wahrnehmen, differenzierendes Denken und differenzierendes Handeln. Zu den grundlegenden, philosophischen Techniken gehört das nicht-wertende Vergleichen, mit dem man Unterschiede und Ähnlichkeiten herausarbeitet. Diese Grundtechnik benötigen wir für alle drei Grundmuster des Philosophierens:    Fragen, Hinterfragen, Weiterfragen Vorstellungsleben auf den Begriff bringen und Begriffe klären Begründen

Zu den Methoden des Philosophierens zählen      Phänomenologie – das beobachtende Beschreiben Deuten – fragen und verstehen von jemandem Spekulieren – sinnieren und phantasieren Analyse - Untersuchen und Zergliedern von Sachverhalten Dialektik – in Gegensätzen und Widersprüchen denken

Sensibilisierungsübungen, die dem vorausgehen, sind zwar noch keine Philosophie. Sie dienen aber dem Philosophieren insofern, als sie uns ermöglichen, differenzierte Anschauungen von Dingen zu haben. Dies ist unerlässlich für ein sorgfältiges Nachdenken und das daraus erwachsende Erkennen.

Worum geht es?
Philosophieren mit Kindern kennt verschiedene Konzeptionen und Ansätze. Verbreitet hat sich die Kant’sche "Philosophie nach dem Weltbegriff" als Raster für philosophisches Nachdenken über „Gott und die Welt“:     Erkenntnislehre Ethik Metaphysik Anthropologie

Die Themenbereiche fasste er in vier Fragen zusammen:

neue Möglichkeiten und Ideen verfolgen und ausprobieren. selbständige Denken zu schulen und kritisches Denken zu lernen. folgerichtiges. Fächer übergreifende Zusammenhänge erkennen zu lernen. Es wird ihnen bewusst.und Erfahrungsaustausch erlernt. deutliches Formulieren. „Hauptfächern“ schwächere Kinder erfahren. dass das Philosophieren als pädagogische Grundhaltung im Kindergarten beginnen und als Unterrichtsprinzip in der Grundschule nicht aufhören muss. ist das gemeinsame Philosophieren ein wesentliches Mittel um wechselseitigen Respekt. Natur und Technik. vor allem Bilder. In diesem Sinne ist Philosophieren als potentielle Unterstützung bei der Bewältigung grundlegender Fragen in der kindlichen Entwicklung zu sehen. erleben Kinder sehr häufig. sich der eigenen Fragen und Gedanken bewusst werden. etc. Dazu gehören die im .zum Beispiel Standbildbau . indem sie derartige Fragen und Probleme erörtern. Bäume. dass sie Dinge selbst entdecken. das eigene. heute zählen wir Zeichnen. Malen. Philosophieren steigert das Selbstwertgefühl der Kinder. Sie erfahren somit eine Erziehung zum Verstehen einer sich rasch verändernden Gesellschaft und Welt. dass sie interessante. und warum? Wo liegt der Sinn? Mein Lebenssinn? Wer bin ich? Was gehört/passt zu mir? Mit Kindern philosophieren. mit Gedanken und Sprache spielen. Kinder können. Musik. Anlässe bieten zu aller erst Kinderfragen. soll nicht zuletzt Spaß machen: Phantasievolles Nachdenken und Überlegen. das nachdenkliche Gespräch zu stützen.und Argumentationsfähigkeit geübt (klares Ausdrücken. Was kommt dabei heraus? Beim Philosophieren geht es um Grundprobleme der menschlichen Existenz. szenisches Spiel . werden Dialogfähigkeit. In sog. dass ihre Gedanken wertvoll sind. logisches Denken). Antworten finden können.) und nicht zuletzt Texte. Zusammenhänge entdecken und Netze spinnen.    Was Was Was Was kann ich wissen? (Erkenntnislehre) soll ich tun? (Ethik) darf ich hoffen? (Metaphysik) ist der Mensch? (Anthropologie) Für unser Projekt können die Fragestellungen auch im Bezug zu uns als Einzelmenschen lauten:     Was weiß ich? Was kann ich? Was will oder muss ich tun. Beim Philosophieren werden Gedanken geklärt. Diskussions. So betrachtet. bisweilen einzigartige Gedanken produzieren. So entsteht etwas wie eine „Forschergemeinschaft“. im Austausch mit anderen Fragen aufwerfen und Lösungen bzw. Deshalb trauen sich auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler. Bereits in der Antike gehörten Tanz. um Individuum und Gesellschaft. beim Philosophieren aktiv mit zu wirken.oder Texttheater zu den eher präsentativen Formen des Denkens und damit des Philosophierens. um prinzipielle Fragen wie etwa des Verhältnisses von Mensch. Offenheit und Toleranz zu fördern. begriffliche Denken kann helfen. Philosophieren setzt die Entwicklung einer demokratischen Gesprächskultur voraus und kann auf diesem Wege einen Beitrag zum Aufbau von Demokratieverständnis leisten. Allein deshalb gilt es. wird Sprache bewusst. aber auch Phänomene (Steine. Da philosophische Reflexionen gemeinsam mit anderen Kindern statt finden. Pantomime oder Theater zum Repertoire der Philosophie. Muscheln. Meinungs. Vielfältige Erfahrungen zeigen. methodische Vielfalt zu entwickeln und sich nicht allein auf das zentrale Medium des Philosophierens.und Kinderbücher. Das mit dem Philosophieren stets verbundene. Philosophieren trägt dazu bei.

gegenseitige Respektierung. Philosophieren über ethische Frage bietet Orientierungshilfe. Wer heute und morgen sein Leben bewusst und selbstverantwortlich führen will. muss fähig sein. was gestern gültig war. erzieht sie (und sich!) zu sorgfältig. kann morgen schon überholt sein. Philosophieren erzeugt nicht selten Interesse. Wer mit Kindern philosophiert. kritisch und kreativ immer neue. eigene Wege zu finden. Es wirkt der Gefahr dogmatischer Verfestigung und ideologischer Manipulation in Grundfragen des Denkens und Lebens entgegen. Reflexion über das eigene Handeln kann auf diese Weise zur Gewohnheit werden. Diese Veränderungen betrifft vor allem auch die Sinn und Orientierung gebenden Werte und Normen. Philosophieren im ethischen Sinne ist somit der Gegenentwurf zu den verschiedenen Formen der Moralpädagogik. Philosophieren verfolgt das Ziel.philosophischen Diskurs immer wieder praktizierte Kultivierung der Menschenrechte. differenziert und selbständig denkenden Menschen. die verantwortungsbewusst und mutig zu handeln wissen. Tolerierung und Solidarität. Freude und Lust der Kinder an Abenteuern im eigenen Kopf. wenn sich der Zustand unserer Welt wieder bessern soll. Wir leben in einer Zeit des rasanten Wandels. . Und solche Leute braucht unsere Zeit dringend. Anhand von Beispielen lassen sich Handlungsalternativen erwägen und abwägen. zur Achtung vor Gedanken und Leistungen Andersdenkender zu erziehen.